Benevit – gemeinnützige Vorarlberger Pflegemanagement GmbH Der Vorarlberger Gemeindeverband hat vor zwei Jahren die gemeinnützige Benevit - Pflegemanagement GmbH gegründet. Die Gesellschaft unterstützt und berät Gemeinden beim Bau und Betrieb von Alters- und Pflegeheimen. Auf der Suche nach Lösungen, mit denen der steigende Kostendruck auf die Gemeindefinanzen durch den Betrieb von Pflegeheimen gedämpft werden kann, entwickelte der Gemeindeverband ein Projekt zur verstärkten Zusammenarbeit der Gemeinden. Die Benevit gemeinnützige Vorarlberger Pflegemanagement GmbH wurde gegründet, die einzelne Aufgabenbereiche, auf Wunsch aber auch den Bau sowie den gesamten Betrieb von Pflegeheimen zu Marktbedingungen übernimmt. “Eine Königsidee,“ ist Gemeindeverbandspräsident Wilfried Berchtold überzeugt.“ Die Pflegemanagement GmbH befindet sich im Alleineigentum des Vorarlberger Gemeindeverbandes, steht den Kommunen wesentlich näher als private Pflegeunternehmen und kann im operativen Bereich flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse der Gemeinde bei ihrer schwierigen und aufwändigen Aufgabe der Altenpflege reagieren. Die Pflegemanagement-GmbH bietet Beratung bei der Entwicklung neuer Konzepte, bei Bauvorhaben und der Betriebsführung von Alten- und Pflegeheimen an, sowie Fort- und Weiterbildung des Personals. Betreiber können aber auch verschiedene Leistungen des Unternehmens in Anspruch nehmen, von Reinigung über Einkauf und Catering bis zur Gebäudeverwaltung und Heimleitung. Ziel ist es, durch Synergieeffekte Sparpotentiale zu entwickeln und zu nutzen. Nach rund eineinhalb Jahren des Bestehens der Gesellschaft kann Benevit Geschäftführer Kaspar Pfister eine beachtliche Bilanz vorweisen. Die Pflegemanagement GmbH betreibt mittlerweile in Vorarlberg zwei Pflegeheime (Rankweil und Alberschwende) mit insgesamt rund 100 Betten und wurde von beiden Gemeinden mit dem Neubau von Heimen beauftragt. Im Klostertal wurde vor kurzem der Spatenstich für ein Sozialzentrum mit 34 Pflegebetten, fünf betreuten Wohnungen und diversen Infrastruktureinrichtungen vorgenommen. Die Stadt Bregenz lässt von der stadteigenen Immobilien-Gesellschaft um rund zehn Millionen Euro ein neues Sozialzentrum errichten, das unter anderem ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Betten und ca. 15 betreute Wohnungen umfassen und von Benevit betrieben wird. In Rankweil bietet Benevit eine Tagesbetreung für Pflegebedürftige an. Für die Gemeinde Schwarzach erstellt Benevit ein umfassendes Sozialkonzept, das alle Bereiche - von Kinderbetreuung über Jugendarbeit bis Altenpflege umfasst. Beim Sozialzentrum Vorderland in Röthis und beim Sozialzentrum Tosters in Feldkirch hat Benevit die Planungen überprüft und in Dornbirn die Neubauplanung des Pflegeheims begleitet. Der Region Mittlerer Bregenzerwald
(Schwarzenberg, Andelsbuch, Egg) wurde ein Konzept für ein Sozialzentrum vorgelegt Den Vorderwälder Gemeinden Langenegg, Hittisau und Sulzberg wurde eine Analyse für ein Sozialzentrum ausgearbeitet. Der Sozialfonds, an dem das Land zu 60 Prozent, die Gemeinden zu 40 Prozent beteiligt sind, hat Benevit mit der Erstellung eines Konzepts für betreutes Wohnen beauftragt. Außerdem wirkt Benevit in der Arbeitsgruppe KIS des Landes Vorarlberg zur Entwicklung und Umsetzung eines Kostenindexsystems mit. Für alle Vorarlberger Alters- und Pflegeheime hat Benevit einen Einkaufsverbund organisiert. Durch gemeinsamen Großeinkauf werden den Heimen günstigere Preise für Pflegebedarfs-Artikel gewährt. Die neue Gesellschaft des Vorarlberger Gemeindeverbandes hat sich bereits bis in andere Bundesländer herumgesprochen. Im Juli vergangenen Jahres hat Benevit das Alters- und Pflegeheim Marienheim der Franziskanerinnen in Wiener Neustadt und das Pflegeheim der Franziskanerinnen in Mayerling übernommen. Die durch die von Benevit bisher geleistete Arbeit erzielten Einsparungen werden erst langfristig in den Gemeindebudgets spürbar sein. “Inwieweit sich die intelligente Planung eines Hauses auf den effizienten und sparsamen Betrieb auswirkt, zeigt sich erst, wenn das Heim in Betrieb ist,³ gibt Pfister zu bedenken. Auch neue Strategien der Betriebsführung, wie zum Beispiel das Hausgemeinschaftsmodell, werden erst nach einer gewissen Zeit der Umsetzung Erfolge aufweisen. Eines ist aber schon jetzt klar: Allein die Gewissheit, dass ein kompetenter Partner zur Verfügung steht, der bei wichtigen Entscheidungen Rat und Hilfe leisten kann, bedeutet für die Gemeinden eine enorme Entlastung. (Schluß)