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Allgemeines über Dornbirns Alpen Innerhalb des Gemeindegebietes von Dornbirn befinden sich 42 Alpen. Die bedeutendsten und größten sind die Alpen Hasengerach/Wöster (Gemeindegebiet Lech), Gunzmoos/Obermörzel, Unterfluh/Altenhof und Haslach Binnel. Die Alpen befinden sich fast ausschließlich in Genossenschaftsbesitz, d.h. auf Grund der früheren Weiderechte schlossen sich die Besitzer in Genossenschaften bzw. Agrargemeinschaften zusammen. Daraus entstanden die Alprechte, das sind entsprechende Besitzanteile an den Alpen. Auf Grund der Realteilung in Vorarlberg liegt ein Großteil dieser Alprechte nicht mehr in bäuerlicher Hand und sie haben daher für die Bewirtschaftung an Bedeutung verloren. Für die Erhaltung unserer Alpen und damit für die Vielfalt unserer Berglandschaft haben diese Rechte nach wie vor eine große Bedeutung (als Kostenträger).

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12.00 Uhr - Alpe Rohr Hirtschaft: Gustav und Renate Kohler 60 Stk. Vieh über den Sommer, 22 Stk. kommen heute 42 ha Weidefläche 1 Pferde - Doppelspänner von Josef Muxel, Reuthe

12.30 Uhr - Alpe Obersehren Pächter und Hirt: Dietmar Kaufmann 102 Stk. Vieh 92 ha Weidefläche

13.30 Uhr Alpe Unterfluh/Alter Hof/Schöner Wald Alpmeister: Bruno Wohlgenannt Hirt: Gerold Wohlgenannt 2 Buben: Samuel Feuerstein und Christoph Kalb 230 Stk. Vieh 5 Roß 1 Alproß von Ernst Mazold 186 ha Weidefläche 420 ha Gesamte Alpfläche

14.30 Uhr Alpe Gunzmoos/Obere Mörzel Alpmeister: Hermann Wohlgenannt Hirt: Dreher Harry 2 Buben: Martin Schichl und Alex Grabher, Marc Rhomberg als Sommerfrischler 186 Stk. Vieh Alproß von Jörg Dreher 138 ha Weidefläche 200 ha Gesamte Alpfläche 40 ha gehören nach Mellau 2


15.30 Uhr Alpe Hasengerach / Wöster Alpmeister: Rudolf Fußenegger Hirt: Christian Feuerstein Schwemmer: Lukas Matt 4 Buben: Vinzenz Obrist, Bernhard Hämmerle, Michael Planinger, Daniel Klauser 420 Stk. Vieh gesamt, heute werden noch 352 Stk. abgetrieben 2 Stk. Alproß von Ferdinand Kaufmann und Ernst Mazold 787 ha Weidefläche gesamt - der Großteil liegt im Gebiet Wöster-Lech

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Dornbirn ist die Gartenstadt Vorarlbergs, sie ist aber auch Messestadt, die Industrieund Wirtschaftsmetropole, Dornbirn ist auch eine Touristenstadt mit verschiedenen Attraktionen (Schigebiet Bödele und Ebnit, diverse Museen, Rappenlochschlucht, Karrenseilbahn, unzählige Wanderwege usw.). Dornbirn ist aber auch die größte viehhaltende Gemeinde Vorarlbergs. So gibt es in Dornbirn noch über 170 bäuerliche Betriebe mit Viehhaltung. Diese Betriebe sind ein wesentlicher Bestandteil der Nahversorgung und Krisensicherung dieser Region. Seit Jahrhunderten wird der größte Teil des Viehbestandes dieser Betriebe im Frühsommer auf die Voralpen und in Folge auf die Hochalpen getrieben. Dies geschieht in erster Linie um die Heimbetriebe zu entlasten. So können sich die Talweiden nach dem ersten Abgrasen erholen, das Heimpersonal kann sich auf die Heuernte und den Ackerbau konzentrieren und damit entsprechende Vorsorge für den Winter treffen. Auf den Alpen herrschen andere Umweltbedingungen, die auch beim Vieh positive Effekte erzielen. Bedingt durch die dünnere, aber wesentlich saubere Luft, die intensivere Sonneneinstrahlung werden der Vitaminhaushalt, die Knochensubstanz und die Herz/Lungenfunktionen des Viehs gestärkt. Das Vieh ist weniger krankheitsanfällig und Verletzungen werden schneller auskuriert, wie wissenschaftliche Studien beweisen. Durch das rauhe Klima und das magere Futter der Almmatten und –weiden verlieren die Tiere zwar an Gewicht und die Milchleistung geht zurück, doch durch eine vermehrte Futteraufnahme im Herbst und durch die verstärkte Vitalität wird dieses jedoch schnell wieder kompensiert und gegenüber im Tal verbliebenen Tieren aufgeholt. Die Milchleistung geht zwar zurück, die Alpmilch schmeckt jedoch wesentlich vollmundiger als die Talmilch. Alpmilch hat einen höheren Fett- und Eiweißgehalt, was sich unter anderem in der Butter- und Käseproduktion positiv auswirkt. Wie bereits am Anfang erwähnt, sind unsere Alpen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Ihre Bewirtschaftung trägt wesentlich zum Lawinen- und Hochwasserschutz bei. Sie ist aber auch für den Fremdenverkehr – viele Sportarten sind auf eine abwechslungsreiche Landschaft wie sie unsere Alpen bieten angewiesen – und nicht zu letzt auch für die Dornbirner Bevölkerung als wertvolles Naherholungsgebiet von Bedeutung. Für das Alppersonal bedeutet diese 3-monatige Alpsaison harte Arbeit und die Entbehrung von so manchem, für uns selbstverständlichen Luxus. Der Alpabtrieb findet mit dem sogenannten Alpessen den Abschluss. Der Alpmeister oder Weidemeister lädt das Alppersonal und alle Treiber zu einem Festmahl bei Musik und Tanz in eines der zahlreichen bodenständigen Dornbirner Gasthäuser ein. In den darauffolgenden Tagen sammelt der Alphirte die Schellen, Glocken und Rumpeln ein und verteilt sie an deren Besitzer. Damit geht wieder eine Alpsaison zu Ende.

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Alpen_Dornbirn