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renz o l F r fü n Augenfunkeln: Wir schwärmen ! rate e OW v e N ß . ital ee Fü s g n i u s d a . Antreten: W hink t t i nm e d I e risch Auftanken: F

Joanneumring 6/2 8010 Graz

Foto: DashaR/Shutterstock

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Das steirische Magazin für Reisen, Kultur, Genuss und Wirtschaft, Ausgabe 3/2021, VP € 4,50; P.b.b., 16Z040811 M


rohani.at teppiche schloss kornberg

Mi–So 10–18 Uhr Dörfl 2, 8330 Riegersburg Tel. 03152 4200


Prolog

Unsere Welt braucht Vielfalt

Foto: Lightspring/Shutterstock

„Ein Mann mit einer neuen Idee ist ein Narr – so lange, bis die Idee sich durchgesetzt hat.“ Foto: KK

Mark Twain

Es wandelt uns ... Das aktuelle VIA-Motto ist inspiriert von einem Grazer Künstler, den wir auf den Seiten 48 bis 51 anlässlich seines 40-jährigen Schaffensjubiläums porträtieren: Alfred Resch-Díaz hat nicht nur ein Werk mit dem Thema – und auch dem Wort – „wandeln“ kreiert, er ist auch selbst der Wandel und geht mit erfrischender Neugier auf Farben, Formen, Materialien und Techniken zu. Während andere ängstlich darauf bedacht sind, ein einheitliches Bild, ein „Image“, abzugeben, nach dem sie gut einordenbar sind und in der Öffentlichkeit auch bleiben, pfeift Resch-Díaz auf den Wiedererkennungswert à la Hundertwasser und setzt mutig auf Vielfalt, forscht in seinem Kunstuniversum und öffnet sich neuen Ideen. In unserem großen Ganzen sollte uns dieser Zugang als Vorbild dienen: Wir sollten nicht länger wandeln im Sinne von taumeln und ungläubig auf die zu bewältigenden Themen unserer Zeit starren, sondern wir sollten uns selbst wandeln und wandeln lassen, um uns zu einem Besseren zu verändern. Denn alles, was uns in eine gute Zukunft führt, das sind wahrscheinlich brandneue Gedanken, Ideen und Lösungen, die wir heute vielleicht noch für verrückt halten und als total unrealistisch erachten. Damit „es uns“ also nicht länger wandelt, müssen wir selbst neugierig, offen und mutig werden und eine Ideenvielfalt zulassen – für eine schönere Welt.

www.MagazinVIA.at

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Editorial

Foto: Kobu

nsplash

T R AV E L

Harald Kopeter

10 ALGARVE Alma und agua

icht nur der heiße Sommer hat uns

14 BILBAO Eine Stadt erfindet sich neu

in den letzten Wochen so manchen

18 FLORENZ Herzerl in den Augen

N

Schweißtropfen aus den Poren gepresst Foto: Oliver Wolf

und uns schwindeln lassen – im Sinne von wanken: Die Rede ist nicht von unserer VIA-Weinverkostung, die wie immer in geordneten Bahnen ablief, sondern von diesem vagen, manchmal auch flauen Gefühl, mit dem wir nun

TA S T E 26 WEISSBURGUNDER Weiße Weste 32 OLIVEN Rebellen in Österreich 34 WIRT IM PORTRÄT Jägerwirt neu

bereits seit längerer Zeit leben. Ein paar Tage Urlaubsgenuss pur am Meer, Familienfeste mit zaghaften Umarmungen verantwortungsbewusster Geimpfter, Eventplanung mit vorsichtiger Vorfreude: Dürfen wir uns

36 FERMENTIEREN Ab ins Glas!

Foto: Lupi Spuma

TOUCH

freuen? Wie lange? Wie konkret planen wir die nahe Zukunft im Business? Während „es uns wandelt”, wird immer deutlicher, dass wir uns wandeln müssen. „Wandeln” ist gerade in

42 FUSSSPRACHE Bitte antreten! 44 PIONIERIN Rosemarie Kurz

MOVE Foto: Alfred Resch-Díaz + Bildrecht Wien

dieser Zeit zweideutig und bei allen Antworten auf diese Fragen versuchen wir, das Beste aus der manchmal schwindelerregenden Situation zu machen, flexibel zu bleiben und die Chance der Veränderung zu sehen. Wir hoffen, dass Sie auch in dieser Ausgabe von VIA wieder zahlreiche Anregungen für ein lebensfrohes Wandeln finden, und können Ihnen punkto Wandlung – sofern Sie unternehmerisch tätig sind – unseren Congress think.digital.NOW! sehr ans Herz legen. Bleiben Sie wandlungsfähig!

48 FARBENFROH Alfred Resch-Díaz 52 ECKIGRUND Veronika Erhart

TRADE 58 TAGUNGSHIMMEL Frische Luft, frische Ideen 62 THINK.DIGITAL.NOW! Wir chillen nicht 66 GRAND CLASS

VIA-AIRPORTJOURNAL GRAZ, das Magazin für Reisen, Genuss, Kultur und Wirtschaft Herausgegeben mit Bewilligung der Flughafen Graz GmbH, A-8073 Feldkirchen Medieninhaber: Corporate Media Service GmbH, Joanneumring 6, 8010 Graz,Tel. 0 316/90 75 15, office@cm-service.at Herausgeber/Geschäftsführer: Harald Kopeter, harald.kopeter@cm-service.at Mitarbeiter/innen dieser Ausgabe: Anja Fuchs, Claudia Piller-Kornherr, Claudia Taucher,Tina Veit-Fuchs Produktion: Styria Media Design GmbH & Co KG, www.styriamediadesign.at, Art Direction: Brigitte Figura

Herzlichst Ihr Harald Kopeter, Herausgeber VIA

Backstage

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Trotz sorgfältiger Bearbeitung wird keine Haftung für etwaige Fehler übernommen. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Zur leichteren Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche verwendete Begriffe beziehen sich jedoch wertfrei auf alle Geschlechter. Die Verwendung der Texte und Bilder, auch auszugsweise, ist ohne Zustimmung des Herausgebers urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt auch für die Vervielfältigung, Übersetzung und für die Verbreitung mit elektronischen Systemen.

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ereit für die Wandlung? Sind wir von der VIA-Redaktion längst! Genau genommen haben wir uns in den letzten 1,5 Jahren sogar ziemlich aus dem Fenster gelehnt und neue Terrains erobert. Die Rede ist zum Beispiel vom außerordentlichen Gipfelsturm: In nie gekannter Regelmäßigkeit ging und geht es nach wie vor auf den Grazer Hausberg Schöckl, wo wir die Wandlung der Schöcklhexe (siehe Foto) je nach Sonneneinstrahlung mitverfolgen können. Aber auch mit dem nigelnagelneuen E-Bike (ja, manchmal schwimmen auch wir mit dem Strom) schrecken wir vor grimmigen Bergwertungen nicht mehr zurück und wetteifern anschließend zu Hause auch noch ehrgeizig um die Rest-Akkuladung – wer hat am wenigsten aufgebraucht? Solange der wundersame Wandel eine zusätzliche Energieladung, ob mit oder ohne Akku, beschert, soll uns das also mehr als recht sein.

Fotos: Tauche

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Air po r t

Was ist Ihr Bestimmungsort? Reisen hat neue Parameter: sicher, sorgenfrei, verdient. Wir wagen einen behutsamen Ausblick auf den Winterflugplan des Flughafen Graz. Von Tina Veit-Fuchs

Foto: Flughafen Graz

Die ruhigere Zeit während des zweiten Lockdowns wurde dahingehend gut genutzt: Die beliebte VIP-Lounge mit Blick auf das Fluggeschehen des Grazer Flughafens wurde modernisiert und an die vielseitigen Bedürfnisse von Geschäfts- und Vielreisenden noch besser angepasst. „Neben dem moderneren Farbkonzept werden die NutzerInnen der neu gestalteten Lounge – unter anderem mit zahlreichen Steckdosen mehr – vor allem vom neuen Ruheraum mit Relax-Liegen begeistert sein“, freut sich Jürgen Löschnig, Geschäftsführer des Flughafen Graz. „Zudem sorgt das Team von Lagardère für ein feines kulinarisches, aber auch pandemiekonformes Speiseangebot.“

Bereits am Abflugort entspannen zu können, begünstigt ein sorgenfreies Reisen in Zeiten wie diesen. Am Winterflugplan des Flughafen Graz stehen zahlreiche Linienflüge zu wichtigen Umsteigedestinationen wie Amsterdam, Frankfurt, Wien, Zürich und München sowie zu den bedeutenden Wirtschaftszentren Düsseldorf und Stuttgart. Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Flughafen Graz: „Wir freuen uns sehr, dass wir im Herbst und Winter nicht nur Linienflüge, sondern auch Urlaubsflüge anbieten können – etwa jeden Samstag nach Hurghada sowie jeden Mittwoch nach Gran Canaria.“ Erste Studien zum PostCorona-Reiseverhalten zeigen: Im Trend liegen Destinationen, die neue Erfahrungen, menschliche Begegnungen und positive Emotionen versprechen. Ziele werden bewusster und achtsamer gewählt. Resonanzund Transformationsreisen werden den Massentourismus ablösen. Was geblieben ist, ist das Grundbedürfnis, den Alltag zu vergessen und das Bekannte hinter sich zu lassen.

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Die neu designte Vip-Lounge mit akzentuiertem Farbkonzept, mehr Steckdosen und einem gänzlich neuen ruheraum mit relax-Liegen begünstigt komfortables reisen.

Foto: Unsplah

Neue VIP-Lounge

Destinationen im Winter

Foto: Unsplah

Die Tourismusindustrie zählt nach wie vor zu den Branchen, die weltweit am stärksten von der Corona-Krise getroffen wurden. Konfrontiert mit einem gestiegenen Sicherheitsund Vertrauensbedürfnis der Fluggäste – egal, ob Urlaub oder Geschäftsreise – sind Gegenwart und Zukunft des Reisens eine Qualitätsfrage. Auch der Flughafen Graz feilt an Sicherheitskonzepten und Komfortzonen.


CHE CKIN a i rpor tintern Foto: Fischer

Amsterdam, Drehkreuz in die Welt, ist allemal eine Reise wert – von Graz aus erreicht man die Hauptstadt der Niederlande bis zu sechs Mal pro Woche.

Jürgen Löschnig und Wolfgang Grimus (v.l.), Geschäftsführer des Flughafen Graz

Der Flughafen lebt wieder auf Corona hat die Flugbranche und damit auch den Flughafen Graz hart getroffen. Trotzdem ist man nicht in eine Schockstarre verfallen, sondern hat die Zeit gut genutzt. Löschnig: Wir haben unsere VIPLounge einem Facelifting unterzogen. Dabei wurde die Lounge nicht nur modernisiert, sondern um einen weiteren Raum erweitert, der unseren Fluggästen als Ruhezone, ausgestattet mit Liegen und bequemen Lesesesseln zur Verfügung steht.

Foto: Unsplah

Die alte Lounge stammte aus dem Jahr 2005, wie haben sich die Bedürfnisse der Kunden seither verändert? Löschnig: Heute wird mit verschiedenen elektronischen Medien gleichzeitig gearbeitet. Darauf haben wir bei der Gestaltung großes Augenmerk gelegt und z. B. die Anzahl der Steckdosen vervielfacht.

Ein Juwel im Herzen der Schweiz: Zürich (o.), geschätzt als Verkehrs­ knotenpunkt, für seine mittelalterliche Altstadt und kulturelle Vielfalt. Hier ist es auch im Dezember schön warm: Gran Canaria (l.) bietet im Winter Urlaub unter der Sonne. www.MagazinVIA.at

Der Flughafen Graz arbeitet intensiv am Ausbau der Flugverbindungen sowie des Service und kann schon einige Erfolge vorweisen. Grimus: Wir haben derzeit ein breites Angebot an Urlaubsdestinationen und mit den Flügen nach Frankfurt, Wien, Zürich, Amsterdam und Düsseldorf Anschluss an fünf wichtige Umsteigeflughäfen bzw. Wirtschaftszentren. Seit Mitte September gibt es wieder eine Linienverbindung nach Stuttgart, München ist ab Anfang Oktober geplant. Mehr Flüge bedeuten mehr Fluggäste und damit auch eine größere Nachfrage nach Gastronomie. Grimus: Das Restaurant Globetrotter und das Marktcafé im Abflug sind ja schon länger geöffnet. Mittlerweile verwöhnen wir unsere Gäste an den Wochenenden auch wieder im Café Fräulein Fröhlich im öffentlichen Bereich der Abflughalle. 7


Tr ave l

Es wandelt uns „Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt.“

eINe HaND WÄSCHT DIe aNDere. Camper und nachhaltige landwirtschaftsbetriebe zusammenbringen und damit einen Mehrwert für alle schaffen – so die Idee des Grazer Start-ups „Schau aufs land”. Mitglieder zahlen 34,90 euro pro Jahr und können dafür kostenlos 24 Stunden die Stellplätze der registrierten Höfe und Betriebe (mittlerweile mehr als 350 mit mehr als 800 Stellplätzen) nutzen. Diese wiederum profitieren von einkäufen und weiteren Buchungen der Camper. schauaufsland.com

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Foto: Christian Gruber-Steffner

Foto: Babanango Game Reserve

TrÈS CHIC. TrÈS STraDeN. Seit Juni ist das Thermenund vulkanland um eine elegante Nächtigungsoption reicher: 13 edle Suiten warten im De Merin Boutique Hotel mitten im historischen Ortskern Stradens auf reisende, die das Besondere lieben: Bauherr Claudio G. Cocca, ebenfalls eigentümer der Hotels Das eisenberg und raffel, zeigt einen Großteil seiner privaten Kunstsammlung in diesem außergewöhnlichen Hotel mit französischem Charme. hotel-demerin.at cocca.art

Foto: Pascal Gertschen/ @Riffelalp Resort 2222m

Martin Buber, Philosoph

Foto: Jean Van Luelik Photographer

Ob Reisen uns wandelt? Zweifellos. Jeder neue Ort inspiriert uns, prägt uns, hinterlässt Spuren, stößt Veränderungen an. Grund genug, die Koffer zu packen und sich auf den nächsten Entdeckungstrip zu begeben.


T R AV E L

Wenn der Berg ruft Seit dem 19. Jahrhundert gilt die Riffelalp in Zermatt als Schweizer Hot­ spot für Erholungssuchende und Bergfans. Grund genug, die Gegend einmal genauer zu inspizieren – ob zu Fuß, via Mountainbike oder auf der Wellnessliege. Als luxuriöses Hide­ away vor Ort empfiehlt sich das Riffel­ alp Resort 2222 m – inklusive Blick aufs Matterhorn. riffelalp.com

ZWISCHEN SURFBRETT UND KAMERA. Abenteurerhungrige, aufgepasst: Ab 20. Oktober gibt es Inspiration vom Feinsten. Der kalifornische Fotograf, Influencer und Speaker Chris Burkard liefert in „Shots of Adventure” einen Einblick in seine persönliche Geschichte, gespickt mit seinen populärsten Aufnahmen. knesebeck-verlag.de

DAS GLÜCK DER ERDE. Wildwest-Romantik in Südafrika? Ja, das gibt’s: Die Gegend des Zulu-Herzlands von KwaZulu-Natal rund um das Babanango Game Reserve lässt sich am besten vom Sattel eines Boerpferdes aus erkunden. Geplant sind sogar abendliche Ausritte mit Übernachtung im Kuppelzelt unter dem Sternenhimmel. Sofern man das megastylische Resort überhaupt verlassen möchte – an der Einrichtung wurde hier nämlich nicht gespart. babanango.co.za

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Fotos: Chris Burkard/Knesebeck Verlag

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Alma und agua

Meeresrauschen, lustbetonende Produkte und maurisches Erbe. Der Gedanke an den Süden Portugals löst Sehnsucht aus. Wir blicken in das Gesicht der packenden Algarve. Von Tina Veit-Fuchs


Prämiert Das Genussreisebuch „Algarve – eine kulinarische Reise” wurde zweifach mit dem Gourmand World Cookbook Award 2021 ausgezeichnet und ist auch für den heurigen „Best in the World Award 2021” nominiert.

benachbarten Stränden Praia da Barriga und Praia do Castelejo verbunden ist. Ruhige Plätze sind hier garantiert keine Mangelware. Praktisch, dass eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Algarve unmittelbar in Strandnähe liegt: Die Höhle von Benagil entert man am besten mit Kajak, SUP oder Luftmatratze. Vorsicht vor Ebbe und Flut! Noch mehr Abenteuer erlebt man im Castelo de Alcoutim aus dem 14. Jahrhundert, das über dem Städtchen am Rio Guadiana wacht. Auf der anderen Flussseite liegt das spanische Sanlúcar de Guadina. Alcoutim und sein spanischer Nachbar werden mit der weltweit einzigen Zipline, die über eine Staatsgrenze hinübersaust, verbunden. Auf der 720 Meter langen Seilrutsche erlebt man unterschiedliche

Foto: Kobu Agency (2)/Unsplash

Mehr als 100 felsgesäumte Sandstrände hält die algarve parat. viele davon sind wunderbar klein, ruhig und meist erwanderbar.

Die Sardine ist an der Algarve eine Ikone. Kein Fest ohne sie! „Silbergrau glitzernd, schmal und nicht besonders groß schaut sie mit eindrucksvoll dunklem Blick in die Welt. Wasser ist ihr Element, gerne tief und kalt“, weiß Rita Henss, Autorin des Genussreisebuchs „Algarve: eine kulinarische Reise. Geschichten und Rezepte aus Portugals wildem Süden. „Die Sardine ist volksnah, zu Hause eher in den Hütten der Armen, fürchtet sie weder heißes Eisen noch offenes Feuer. Man darf, ja soll sie mit den Händen packen und mit den Lippen ihr duftendes Fleisch vom zarten Rückgrat lösen“, verwebt Henss ihren authentischen Blick auf das Leben der Algarvios und ihr kulinarisches Erbe einer jahrtausendealten Kultur. Fischfang und Landwirtschaft spielen eine große Rolle in Portugals Süden. Längst sind die Meere nicht mehr so ertragreich wie früher und immer mehr Surfer stecken ihre Wellenreviere, etwa rund um den Hotspot Arrifana, ab. Vorbei an knorrigen Feigenbäumen und silbergrauen Olivenhainen trifft man Fischer und Muschelsammler vor allem an der Südküste der Algarve nahe dem sogenannten Kaninchenstrand Praia da Coelha (Coelha heißt übersetzt Kaninchen) – eine wunderschöne kleine Bucht, die vor allem Locals anlockt und nicht überfüllt ist. Das Wasser hier ist ruhig und klar. Portugals wilde, gelbe Steilküsten stehen im Kontrast zu den versteckten kleinen Sandstrandstücken, die zwischen ihnen liegen. Auch der Praia da Cordoama ist ein wunderschöner, kilometerlanger Sandstrand, der sich an die stark zerklüftete Felsküste schmiegt und bei Ebbe mit den

Foto: Knesebeck Verlag

Foto: Mike van den Bos/Unsplash

Travel

Ob in der Hauptstadt Faro oder im Künstlerdorf alte: Die malerischen Städte und Dörfer an der Küste und im Hinterland zeugen von reicher Kulturgeschichte. www.MagazinVIA.at

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Foto: anja jahn-markus bassler/knesebeckverlag

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Portugals Wellenreit-Hotspots sind für anfänger und Profis gleichermaßen geeignet. Die Küste zwischen aljezur und Faro wird besonders geschätzt.

Erdbeerschnaps

Reisende mit Kindern werden das Landhotel Reguengo lieben. Dort findet man Natur pur und trotzdem genügend Komfort zwischen Pferden, Schweinen, Fluss, Holzsauna, Yogastunden und Pippi-Langstrumpf-Feeling. Für die meisten beginnt eine Algarve-Reise ja in Faro, der Hauptstadt. Was es dort zu

„Hier darf man erst mal einen Medronho, Schnaps aus der Frucht des Erdbeerbaums, kippen.“ 12

Direkt an der Steilküste: Die 5-Sterne-anlage Tivoli Carvoeiro algarve resort punktet mit einem unglaublichen Blick auf den Horizont.

sehen gibt, ist schön, aber überschaubar. Bezaubernder ist das Künstlerdorf Alte mit seinen weiß getünchten Häusern, bunten Fenster- und Türrahmen, fantasievoll verzierten Schornsteinen und kleinen, gepflasterten Gassen. Hier darf man sich erst mal einen Obstschnaps aus der Frucht des Erdbeerbaums oder schlichtweg einen frisch gepressten Orangensaft gönnen, bevor man die Füße ins kühle, erfrischende Nass des Wasserfalls Queda do Vigário steckt. Die umliegenden Wiesen sind ein perfekter Picknick-Spot. Mit dem Rauschen des Wasserfalls im Ohr schmecken der mitgebrachte Ziegenkäse und die Esskastanien noch landestypischer.

Schulterfreie Bauernblusen

Die in Portugal allerorts gepriesene Labung soll wohl der vermeintlich heißblütigen

Melancholie des Landes vorbeugen. Zumindest wirkt sie ausgleichend und gehört zu einem Urlaub an der Algarve einfach dazu wie schulterfreie Bauernblusen. Was man unbedingt gekostet haben sollte: Entenmuscheln mit Maisbrei, Tintenfischeintopf in der Tintenfischhauptstadt Santa Luzia und Wildschwein, das gerne in der kalten Jahreszeit serviert wird. Niemand kommt zudem an Cataplana vorbei. Das Wort bezeichnet eigentlich einen Kupfertopf, der zum schonenden Garen oder Dünsten von Fisch, Meeresfrüchten, Gemüse oder Fleisch verwendet wird. Die geballte Würzkraft Portugals liegt übrigens im Piri Piri – eine kleine Chilischote, die dem Motto „scharf, schärfer, Piri Piri“ sehr nahe kommt. Sie wärmt von innen, falls sich der Herbstwind wider Erwarten gegen die Windjacke stemmt.

Foto: Antonio Mendes/Unsplash

Zeitzonen – jene von Portugal und jene von Spanien. Übrigens: Von Alcoutim schlängelt sich die Via Algarviana als Fernwanderweg rund 300 Kilometer lang bis zum Cabo de São Vicente. Die Strecke führt durch fast zwei Dutzend Gemeinden im Hinterland der Algarve – hier erlebt man alles, was die Region kulturell und in puncto Naturschönheit zu bieten hat: entzückende, malerische Dörfer, ausgedehnte Blumenwiesen, terrassierte Felder und Korkeichenwälder. Weitwandern schreit nach Wellness danach. In der 5-Sterne-Anlage Tivoli Carvoeiro Algarve Resort wird sich in einem von sechs Massageräumen unter anderem um schwere Beine gekümmert. Alternative Urlaubstypen kommen in einem der süßen Boutiquehotels wie dem Hospedaria zwischen Meer und Berg oder dem Bed & Breakfast Quinta da Lua bei Tavira unter.


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Foto: Antonio Mendes/Unsplash

Fotos: Anja Jahn, Markus Bassler/Knesebeck Verlag (2)

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Muscheln, Johannisbrotfrucht, Piri Piri: Die Algarve verführt Zunge und Gaumen. In ihrem neuen Buch enthüllt Autorin Rita Henss den kulinarischen Facettenreichtum des Landstrichs. www.MagazinVIA.at

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Vom grauen Industriemoloch hat sich Bilbao in den letzten 20 Jahren zur hippen Kulturmetropole gemausert. Das hat die sympathische Baskenstadt auch ihrem weltberühmten Museum zu verdanken – aber nicht nur. Von Claudia Piller-Kornherr

Der Bilbao-Effekt ist in der Welt der Städteplaner und Architekten seit den 2000er-Jahren ein geflügeltes Wort. Ein Synonym für die Strahlkraft, die von einer Sehenswürdigkeit ausgeht und einer ganzen Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung verhilft – wie eben das Guggenheim-Museum in Bilbao. 1997 wurde der aufsehenerregende Bau aus Glas, Beton und Titan des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry aus der Taufe gehoben und katapultierte die Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten in die touristische Oberliga. Rund 1,5 Millionen Menschen besuchen jährlich den futuristischen Kunsttempel, der wie ein gestrandetes Schiff am Ufer des Flusses Nervión im alten Industriezentrum der Stadt liegt. Atemberaubend:

Out of Guggenheim


m

Travel

„Das Leben ist chaotisch, gefährlich und überraschend. Gebäude sollten das widerspiegeln.“ Frank O. Gehry, architekt des Guggenheim-Museums

art-déco-Juwel mit Genussgarantie: Mit seinen 10.000 Quadratmetern ist der Mercado de la ribera die größte überdachte Markthalle europas – und ein Paradies für Hedonisten und architekturfans gleichermaßen. Foto: iStock/Naeblys

eine Stadt erfindet sich neu: Das GuggenheimMuseum in Bilbao gilt als Best-Practise-Beispiel für urbane erneuerung. In den letzten 20 Jahren hat der schillernde Kulturtempel die entwicklung der ganzen region geprägt.

Foto: iStock/Chris Costello

In den unzähligen Bars der altstadt schmecken Pintxos mit gefüllten Miesmuscheln, mariniertem Kabeljau oder der „Chorizo al infierno” zu einem Glas Wermut oder Txakoli, dem typisch baskischen Weißwein.

Foto: iStock/tichr

das lichtdurchflutete Atrium, dessen große Glasfassaden auf fließende Art das Innere mit dem Äußeren verbinden und das mit seiner stolzen Höhe von 50 Metern eigentliches Herzstück des Museums ist. Zahllose Ausstellungen zeigten in den vergangenen Jahren Kunst zeitgenössischer Ikonen wie Yves Klein, Robert Rauschenberg, Andy Warhol und Gerhard Richter. Und auch spanische und baskische Künstler haben im Guggenheim eine eigene Sektion. Pflichttermin für so manchen Museumsbesucher: Selfies mit dem blumenbepelzten Riesenwelpen „Puppy“, der vor dem Monumentalbau Wache hält, oder mit „Maman“, der neun Meter hohen Riesenspinne der französischen Künstlerin Louise Bourgeois.

Einzug in die Stadt gehalten hat. Am Flussufer, wo bis in die 90er-Jahre noch ausrangierte Fabriken und rostige Werften zu finden waren, lässt es sich heute an der breiten Uferpromenade herrlich flanieren. Der Brite Norman Foster baute eine komplette U-Bahn-Linie, deren muschelförmige Eingänge „Fosteritos“ heißen. Nahe dem Museum entstand nach einem Entwurf des Spaniers Santiago Calatrava die spektakuläre Fußgängerbrücke „Zubizuri“. Und die mittlerweile verstorbene Architektin Zaha Hadid entwickelte den Masterplan für die Gentrifizierung der 60 Hektar großen künstlichen Halbinsel Zorrozaurre. In diesem ehemaligen Hafen- und Industriegebiet sollen Wohnungen, Werkstätten, Labors, Studios und Büros entstehen.

Von der Industriehochburg zum Architekturmekka

Köstlichkeiten am Spieß

Auch die Bilbainos lieben ihr Guggi, wie das berühmte Museum von den Bewohnern der Baskenstadt liebevoll genannt wird. Nicht zuletzt, weil mit den Einnahmen durch die Touristenströme eine große Portion an Lebensqualität www.MagazinVIA.at

Nicht nur Architekturfans fühlen sich wohl in der Baskenmetropole: In der Casco Viejo (Altstadt) mit ihren berühmten Siete Calles (sieben Straßen) haben im Zuge der Stadterneuerung stylische kleine Läden, Boutique15


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Altstadt zwischen grünen Hügeln

An den Wochenenden zieht es die Bilbainos hinaus in die Natur – etwa hinauf auf den Monte Artxanda,

Foto: iStock/Rainer Lesniewski

den Hausberg Bilbaos. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Funicular de Artxanda, der Zahnradbahn, warten spektakuläre Ausblicke auf die Stadt. Und eine sattgrüne Parklandschaft zum Joggen, Radfahren oder Picknicken – nicht umsonst gilt der Monte Artxanda als grüne Lunge Bilbaos. Oder doch lieber Meer gefällig? Mit der Metro ist man vom Stadtzentrum in 20 Minuten am breiten Sandstrand im Dörfchen Getxo am Golf von Biskaya. Mit seinen prunkvollen Villen und Schlösschen, die sich die Industriellen hier im späten 19. Jahrhundert als Wochenendrefugien errichteten, versprüht der kleine Badeort einen bezaubernden Fin-deSiècle-Charme. Ein Highlight auf dem Weg nach Getxo

Foto: iStock/luisrsphoto

achtzigzehn | Foto: Lupi Spuma | bezahlte Anzeige

Die zwölf Meter große Hundeskulptur Puppy schuf der Künstler Jeff Koons anlässlich der Documenta 1992 in Kassel. Seit 1997 wacht der geblümte riesenwelpe als Stadtmaskottchen vor dem GuggenheimMuseum.

hotels, Cafés und Galerien Einzug gehalten. Unter den Bögen der neoklassizistischen Plaza Nueva, des quirligen Mittelpunkts der Altstadt, drängen sich abends Hungrige und Nachtschwärmer vor den Pincho-Bars, die es hier an jeder Ecke gibt. Pinchos (oder Pintxos, so die baskische Schreibweise) sind die baskische Version der Tapas. Kleine Appetithäppchen aufgespießt auf Zahnstochern und angeboten in einer grenzenlosen Vielfalt und Kreativität. Beim Pintxo Gilda handelt es sich um ein traditionelles Rezept aus dem Baskenland: Aufgespießt werden Peperoni, Oliven und Anchovis. Wer es ausgefallener mag, nimmt ein Pintxo mit Krebsfleisch und einem Klacks Kaviar obendrauf. Dazu schmeckt ein kühles Bier oder ein Glas des berühmten Txakoli, eines sehr trockenen baskischen Weißweins, der traditionell aus großer Höhe eingeschenkt wird. Nach ein bis zwei Pintxos geht es weiter in die nächste Bar und zu den nächsten kulinarischen Kleinkunstwerken. Der hohe Stellenwert der Esskultur zeigt sich auch im FineDining-Bereich: Im nordspanischen Baskenland gibt es die höchste Michelin-Sterne-Dichte der Welt. Auch wenn der ewige Rivale, das rund 100 Kilometer entfernte San Sebastián, punkto Sterne die Nase vorne hat.

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Travel

Foto: iStock/Sima_ha

achtzigzehn | Foto: Lupi Spuma | bezahlte Anzeige

ist die Puente de Vizcaya (Biskaya-Brücke), ein architektonisches Meisterwerk aus Tonnen von Stahl, das vor einigen Jahren sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der an der Brücke hängenden Schwebebahn, die die beiden Flussufer miteinander verbindet. Wer mag, überquert die 45 Meter hohe Brücke über einen Panoramaweg per pedes – Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Foodies und Hedonisten sollten sich auf keinen Fall den Besuch des Mercado de la Ribera am rechten Ufer des Nervión entgehen lassen. Die im rationalistischen und Art-déco-Stil vom Gaudí-Schüler Pedro Ispizua designte Markthalle beherbergt 180 Geschäfte regionaler landwirtschaftlicher Be-

triebe. Jeweils eines der drei Stockwerke des Gebäudes ist dem Verkauf von Fisch, Fleisch sowie Obst und Gemüse gewidmet. Seit 2015 hat auch ein vielfältiger Gastrobereich Einzug in die Markthalle genommen. Wer seine Einkäufe erledigt hat, chillt auf der herrlichen Terrasse der Café-Bar La Ribera bei Jazzklängen mit Blick auf den Fluss – und genießt seinen ganz persönlichen Bilbao-Effekt.

Linktipps

Bilbao bzw. Bilbo ist in großen roten lettern oben am Monte artxanda zu lesen – der spanische und baskische Name der Stadt (li). Die spektakuläre BiskayaBrücke gehört zum Weltkulturerbe der UNeSCO (re).

spain.info/de/reiseziel/bilbao/ tourismus.euskadi.eus/de

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Herzerl in den Augen Wer für die italienische Renaissancestadt Florenz entflammt, muss nicht Dante gelesen haben. Ein Blick vom Piazzale Michelangelo aus genügt. Edith und Harald Kopeter, aufgezeichnet von Claudia Taucher

Vorweg: Wir kommen wieder hierher – genau genommen immer wieder gerne! In Florenz lustwandeln alle, die mit den Augen genießen, mitten in der Kunst. Beim Anblick der prächtigen Marmorfassaden in Weiß und Grün springt der erste Funke über, die eleganten Palazzi entfachen lustige Flämmchen in uns und spätestens in den Uffizien, im Boboli-Garten oder auf dem Michelangelo-Platz (wir können uns nicht entscheiden) lodert diese mächtige Flamme, von der der berühmte Florentiner Dichter Dante Alighieri schrieb, bereits lichterloh in unseren Herzen. Die Toskanastadt ist wie geschaffen für (Kunst-)Genussreisende, deshalb raten wir dringend dazu, Zeit mitzubringen: für die Anreise, aber auch für einen ausgedehnten Aufenthalt, der diese Schatzkiste der 18

„Eine mächtige Flamme entsteht aus einem winzigen Funken.“ Dante alighieri

Toskana gebührend würdigt. Wer sich mit dem Auto wie wir Zeit lassen kann, hat die Möglichkeit, die etwa siebenstündige Fahrt aufzuteilen und beim Zwischenstopp in Venedig oder auch an der Proseccostraße bei Valdobbiadene Energie zu tanken. Ebenfalls bewährt hat sich in unse-

rer VIA-Redaktion die Ankunft zum Frühstück am Bahnhof Santa Maria Novella. Der erste Blick nach einer gemütlichen und umweltfreundlichen Übernachtung im Nightjet fällt dann auf die gleichnamige Dominikanerkirche, die Gotik (Innenraum) und Renaissance (Fassade) vereint. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt kann man bereits entspannt am Ufer des Arno Steine hüpfen lassen oder auch staunend vor dem Dom Santa Maria del Fiore und der Taufkirche, dem Baptisterium, stehen. Je nachdem, wie aufnahmefähig man bereits ist. Dass in Florenz praktisch alle Schönheiten zu Fuß zu erreichen sind, begeistert alle, die mit Herzerl in den Augen, erhobenem Kopf und staunend geöffnetem Mund verliebt durch die Stadt stolpern – verliebt in Florenz, denn steht man vor einem Kunst-


Travel

Die goldene Mosaik-Decke im Inneren der Kuppel (re.) gehört zum UNeSCO-Weltkulturerbe. Staunen: Die Taufkirche neben dem Dom (ganz re.) – das Baptisterium San Giovanni – wurde im 11. Jahrhundert geweiht. www.MagazinVIA.at

Foto: stefano cellai/Shutterstock

werk und biegt um eine Ecke, wartet bereits die nächste kunstvolle Sensation. In atemberaubender Dichte sind vor allem die Renaissancebauten in der City zu erleben und wer hier den Kopf nicht von seinem Handy hebt, verschickt wohl gerade jede Menge Fotos seiner prachtvollen Eindrücke inklusive Emojis mit Herzerlaugen an die Daheimgebliebenen. Florenz, „die Blühende“, in dieser Zeit genießen zu dürfen, sehen wir als Privileg, denn normalerweise ist die Stadt rund

Wer der Stadthitze oder dem Trubel entkommen will, flüchtet in die Schattenzonen des renaissancePalastgartens Giardino di Boboli (oben) oder genießt am Piazzale Michelangelo den wunderbaren Blick über die Stadt – am besten ganz gechillt bei affogato al caffè.

Foto: silverfox999/Shutterstock

Foto: Alex Mastro/Shutterstock

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Michelangelos David in der Galleria dell’ accademia in Florenz – nur für mich allein: Fotos dieser art sind selten und nur zu Covidzeiten möglich.

Foto: Waltteri Paulaharju auf Pixabay

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Foto: Kopeter

ein Wunder der Technik: 16 Jahre dauerte der Bau der Kuppel der Basilika Santa Maria del Fiore. Mit 45 Meter Durchmesser baute sie Filippo Brunelleschi im 15. Jahrhundert zweischalig, weshalb sie sich immer selbst trug (und trägt!).

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Foto: ArTono/Shutterstock

Dieses besonders für Anleger attraktive Neubauprojekt in Ziegelmassivbauweise entsteht in der Reininghausstraße nahe der FH Joanneum.

Dem Universalgenie leonardo da vinci ist ein interaktives Museum gewidmet, das auch Kinder begeistert.

ums Jahr außerordentlich gut besucht, um nicht zu sagen, überrannt – in Pandemiezeiten hat man sogar die Möglichkeit, in der Galleria dell’ Accademia allein voller Bewunderung Michelangelos 5,17 Meter hohen Krieger David zu umkreisen und ein exklusives Foto/Selfie zu erhaschen. Denn nur in der Galleria haben wir es schließlich mit dem Original zu tun – die Skulpturen vor dem Palazzo Vecchio (wo die Marmorfigur ursprünglich stand) und auf dem Piazzale Michelangelo sind Kopien. Also wagen wir es auch, zu früher Morgenstunde die Uffizien zu besuchen, für die man sich üblicherweise ebenso anstellen muss. Auf jeden Fall wollen wir auch die weltberühmte Venus von Sandro Botticelli sehen bzw. ihre Geburt aus der Muschel. Kein Geheimnis, dass man hier beeindruckende Stunden verbringen kann, gehören die Uffizien doch zu den bedeutendsten Museen der Welt. Der Dom mit Campanile und Taufkirche, ein Ensemble, das für uns gleich um die Ecke des sehr gemütlichen Stadthotels günstig liegt, beeindruckt bereits durch die „bunten“ Fassaden aus weißem und grünem Marmor – allerdings sollte man es in voller Pracht auch innen genießen. Den Turm wegen der grandiosen Aussicht, die zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert (!) gebaute Taufkirche wegen ihrer atemberaubenden Mosaike und vor allem die Domkuppel, weil sie eine architektonische Meisterleistung


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Foto: givaga/Shutterstock

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Seit 1872 das Rathaus von Florenz: der Palazzo Vecchio. Davor steht die Kopie von Michelangelos David.

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von Brunelleschi darstellt: Als Besucher erklimmt man die zweischalige Kuppel nämlich tatsächlich zwischen diesen beiden Schalen über eine relativ enge Treppe. Ein großartiger Aufstieg zu einem ebensolchen Ausblick. Man könnte noch stundenlang über die Kunst schwärmen, wären da nicht noch zwei weitere Argumente, die absolut für Florenz sprechen: die wunderbare Gastfreundschaft der eleganten Florentiner und die Küche, die sich wesentlich von all dem, was man so aus Oberitalien kennt, unterscheidet. In den Neunzigerjahren musste man in Florenz eine Pizza suchen, bis man einsah, dass es viele schmackhafte „Alternativen“ gibt – für Fleischfans ist diese Stadt traditionell ein Dorado, aber Florenz ist auch mit den gängigen Ernährungstrends gewachsen.

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Blick von den Uffizien in richtung Ponte vecchio: Die „alte Brücke” über den arno ist seit dem 16. Jahrhundert ein Dorado für Schmuckliebhaber.vor den Goldschmieden waren hier Schlachter und Gerber tätig.

Foto: Kopeter

Wer von Bruschette, Bistecca alla fiorentina oder deftigen Eintöpfen inklusive Chianti und dem Dessert mit Mandelgebäck und Vin Santo gut satt ist, wirft sich wie wir auch gerne ins Modegetümmel. Dem eleganten Florentiner Style sei Dank kann man aus dem Vollen schöpfen: An der Riesenauswahl feiner Lederwaren gehen wir genauso wenig vorbei wie an den Boutiquen der ganz großen Modemarken. Für ein etwas günstigeres Shoppingerlebnis raten wir, die Marken-Outlets außerhalb von Florenz aufzusuchen, wo die großen italienischen Designer von Armani über Ferragamo und Gucci bis Valentino quasi ab Fabrik erhältlich sind. Noch wertvollere Souvenirs findet man auf der „alten Brücke“ Ponte Vecchio, die – und hier sind wir wieder bei Stil und gutem Geschmack – die winzigen Geschäfte großartiger Goldschmiede aneinanderreiht. Wer bisher noch keine Herzerl in den Augen hatte, bekommt sie nun mit Sicherheit ... Und weil so viel Schönheit süchtig macht, ist der nächste Besuch der ehrwürdigen „Blühenden“ bereits in Planung.

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Schluckweise ein gutes Gefühl Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Wen, wie Röstmeister Wolfgang strauss aus Hengsberg, die Liebe zu Kaffee packt, der ist vor ultimativen Genussmomenten nicht gefeit. Dank schonender Trommellangzeitröstung werden schädliche und unerwünschte säuren und stoffe in der Bohne abgebaut, der strauss-Kaffee wird dadurch noch bekömmlicher. „Natürlich kitzelt man mit dieser extraportion Zeit und Geduld auch ein ganz unglaubliches aroma aus den Bohnen heraus”, so strauss. strauss-kaffee.at

Für die nächste Firmenfeier Ein Tipp für Unternehmen, die bereits ihre Weihnachtsfeier planen: Familie Kain betreibt das BioCatering „Lu|Ko”. Lukas Kain verkocht ausschließlich saisonale, biologische Lebensmittel, die größtenteils vom eigenen Biohof in Kammern im Liesingtal stammen. genussreich.at/biohof-kain 24


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NATUR, DIE MAN SCHMECKT. Seit 1996 bewirtschaften Karin und Gerhard Forcher mit ihrer Familie den Biobauernhof vlg. Pichler bei St. Peter ob Judenburg und stellen ihren „Sunhendln” Sandbäder, steile Kräuterwiesen und natürliche Verstecke zur Verfügung. Onlineshop: sunhendl.at

Foto: Sunhendl, Familie Forcher

„Kürbis ist die Entschuldigung der Natur dafür, dass der Sommer endgültig vorbei ist.“

FRÜHSTÜCKSGAST. Coronakilos, Hüftgold, whatever. Jetzt, wo es draußen wieder trister wird, gibt der Bauch den Ton an. Außerdem ist im Kirsch-SchokoFruchtaufstrich aus Maurer's Frucht Manufaktur eh Obst aus dem Südwesten der Steiermark drin. Und er kommt ohne Zusatz künstlicher Aromastoffe aus. maurers-manufaktur.at

Foto: Westend Verlag

Foto: Werner Krug, www.derkrug.at

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LESEEMPFEHLUNG. Die Früchte der Globalisierung schmecken nicht jedem. Dieses Buch ist ein Manifest gegen die Gastronomie aus der Retorte, die auf die Qualität der Lebensmittel und die Gesundheit ihrer Gäste spuckt. westendverlag.de www.MagazinVIA.at

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Weiße Weste

Vier der neun eruptionswinzer aus dem Vulkanland (v. l.): Josef scharl aus st. anna am aigen, stefan Müller aus Klöch, Walter Frauwallner aus straden und stefan Krispel, ebenfalls aus straden, schicken jeweils drei Weißburgunder ins Verkostungsrennen.

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Die Entstehungsgeschichte des steirischen Vulkanlands liest sich wie eine Abenteuerreise: Sie erzählt von der Gebirgsbildung der Alpen, dem Aufeinanderprallen von Platten, heftigen Vulkanausbrüchen, dem Versinken im Meer, dem Wiederauftauchen aus dem Ozean, Gletscher, Eiszeit. Eine imposante Historie des Bodens auf dem heute Winzer wie Stefan Krispel Rebwurzeln wachsen lassen und auf dem zahlreiche Geschäftsmodelle gedeihen. Das Genussgut Krispel, auf dem wir zur herbstlichen VIAWeinkost einkehren dürfen, basiert auf autodidaktischer Energie. 1988 übernahmen Daniela und Anton Krispel als der Schlosser und die Modefachfrau die Landwirtschaft von Antons Eltern. Heute sitzt Sohnemann Stefan mit der eigenen Familie am Hebel. Jüngst investierte man einen Millionenbetrag in den Standort und erweiterte diesen um das sogenannte Genusstheater, ein ambitio-

Vier Winzer, vier Charaktere, ein gemeinsamer Nenner: die Rebsorte Weißburgunder. Was hat Pinot blanc aus der südöstlichen Steiermark auf dem Kasten? Von Tina Veit-Fuchs | Fotos: Oliver Wolf

austragungsort der herbstlichen VIa-Verkostung war das Genussgut Krispel in Neusetz, das für 1,2 Millionen euro unlängst eine Neuausrichtung inklusive eines Genusstheaters erfahren hat.

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niertes Abendrestaurant unter der kulinarischen Leitung von Daniel Weißer aus Leipzig. Zwölf Tische in einem abgeschirmten Innenhof werden mit Kreationen von getrocknetem Wollschweinschwanz bis Taube und Gebirgsgarnele bespielt. Á la carte sind neben Tagliatelle Busara und Geflügelconsommé mit Steinpilz-Ravioli typische Krispel-Klassiker wie Wollschweinschnitzerl und Wollschweinsteak am Start. Desserts liefert Stefans Schwester Lisa Krispel. „Wir freuen uns riesig, dass das Konzept so gut angenommen wird und unsere Gäste, die uns zuvor nur als Buschenschank kannten, offen für neue Geschmäcke und neue Erfahrungen sind“, freut sich der Hausherr und Winzer. Seine Insel ist größer geworden. Das steirische Vulkanland verfügt über etwa 1500 Hektar Rebfläche, die kein zusammenhängendes Weinbaugebiet darstellen, sondern eher aus kleinen und mittelgroßen „Weinbauinseln“ besteht. Straden ist eine davon. Dort ist auch Winzer Walter Frauwallner, neben den Kollegen Josef Scharl und Stefan Müller von Krispel zur Verkostung geladen, beheimatet. Weißburgunder ist das Thema, Frauwallner spielt seine Hauslage Riede Buch in den Jahrgängen 2019, 2017 und 2008 aus. Zarte Haselnuss und nette Säure im mittleren Jahrgang. Scharl und Müller orten im 2019er bereits Vielschichtigkeit und Frauwallner selbst mag die Butterscotch-Note im 27


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„Wir sind dabei, das steirische Vulkanland in puncto Lagenweine beständig weiterzuentwickeln.“ stefan Krispel

Bespielen ein neues Restaurant am Genussgut (oben): Koch Daniel Weißer (l.) und Patron stefan Krispel (r.)

the goblin experience of the world is the cult orthe goblin experience of the world is the cult or perhaps Frauwallner, Krispel, religion of Unggue. In short, it is a remarkably complex Müller und scharl resurrection-based religion founded on the sanctity (v. l.) im geselligen Flight-Modus Weißburgunder.

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„Es gibt wenige Gegenden, die sich so sehr mit Weißburgunder auseinandersetzen.“ STEFAN KRISPEL

„Mein Weißburgunder 2020 hat Potenzial und wird in zwei Jahren noch viel mehr glänzen.“

Für Leib und Seele

JOSEF SCHARL

„Der Ausblick auf den 21er-Wein ist vielversprechend. Da kommt viel High End Quality!“ WALTER FRAUWALLNER

„Ich habe mich 2015 das erste Mal mit WeißburgunderLagenweinen beschäftigt.“ STEFAN MÜLLER

2008er. „Weißburgunder ist ein toller Speisebegleiter, aber im Weingarten zipft er mich manchmal an, weil er nicht immer so üppig rankt. Wenn man ihn zu früh erntet, wird er mächtiger. Die Weißburgunder-Ernte braucht Zeit und mehrere Lesegänge. Die Trauben sind etwas dünnhäutiger“, erklärt der Südoststeirer. Seit 2003 baut Frauwallner den Pinot blanc der Lage Buch als Lagenwein aus.

UNSER BUSCHENSCHANK

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Erloschenes bringt Neues zum Glühen

Stefan Müllers mitgebrachte Weißburgunder-Lage Ried Seindl schöpft ihr Potenzial auf 450 Meter Seehöhe aus. Jahrgang 2019 schmeckt markant nach Basalt, 2017 verzeichnet eine leichte Marzipan-Nuance. „Die Verschlossenheit des dunklen Vulkangesteins ist typisch für diese Lage“, protokolliert der Weinbauer in zweiter Generation. Kollege Scharl lobt Müllers Jahrgang 2015: „Man schmeckt feinen Rauch, staubigen Basalt und trotzdem ein wenig weiße Schoki und Krokant. Das hat Charakter.“ Stefan Müller schmeckt die Kritik. „Früher hat man sich wirklich noch mit den Begebenheiten der Natur auseinandergesetzt. Das müssen wir uns zum Vorbild machen und Weine hervorbringen, die den Boden 1 : 1 interpretieren“, so der Vater eines Sohnes. Im Verkostungsraum des Genusstheaters viniert Stefan Krispel die Burgundergläser für den nächsten Flight. Eine Riedenstudie, diesmal Ried Neusetzberg Vulkanland Steiermark DAC 2019 zu Beginn. Die Wurzeln der Rebstöcke durchbohren einen Materialregenbogen

GELEBTE GASTFREUNDSCHAFT SEIT ÜBER 100 JAHREN Der Buschenschank der Familie Schneeberger erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht umsonst trägt dieser das Gütesiegel „Ausgezeichneter Buschenschank“. Gemüse- oder Fleischliebhaber, Naschkatzen und Wein-Experten kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Nach einem Besuch bei der Familie Schneeberger fährt bestimmt niemand hungrig heim.

Weingut und Steirische Kellerei Johann Schneeberger GmbH Pernitschstraße 31, 8451 Heimschuh, Austria Tel.: +43 (0) 3452 839 34, office@weingut-schneeberger.at Foto: Christopher Mavrič / Gestaltung: taska.at


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„Das ist heuer mein 27. Jahrgang. Mit der Riede Annaberg hat alles angefangen.“ Josef scharl

Nie ohne sein Käppi: Frohnatur Josef scharl (o.) führt neben dem Weingut auch eine Buschenschank. Unten: Walter Frauwallner in seinem element.

Way to Wein Weingut Krispel Neusetz 20, 8345 Straden krispel.at „auf die Riedenweine sollte augenmerk gelegt werden. Die gut dosierten Niederschläge im sommer und die lange kühle Witterung im Herbst 2020 haben sich besonders auf Intensität und Frische ausgewirkt”, so Krispel.

Weingut Müller 8493 Klöch 51 weingut-mueller.at Weinhof Scharl Plesch 1, 8354 St. Anna am Aigen weinhof-scharl.at Weingut Frauwallner Karbach 7, 8345 Straden frauwallner.com

aus Basalt, Opok, Sandnestern und Muschelkalk. Der Wein hat Drive. Leicht salzig, etwas Kümmel und grüner Pfeffer – das mutet nach Lagerpotenzial an. Der Weißburgunder Ried Stradener Rosenberg 2019 ist in der Nase zugänglich, darf aber noch etwas liegen, um auch am Gaumen vollends performen zu können. „Die Rebsorte ist ein toller Bodenträger und nimmt das Kleinklima hervorragend auf “, streut Krispel dem Pinot blanc Rosen. „Weine mit Charakter haben ihren Ursprung in der Umgebung, wo sie Wurzeln schlagen. Jede Lage hat ihre besondere Geschichte, die wir in Weine verarbeiten“, unterstreicht Josef Scharl. Der Mann, der nie ohne Mütze anzutreffen ist, schreibt dem Weißburgunder eine ganz besondere Persönlichkeit zu: „Er ist Everbody’s Darling. Das zeigt zumindest die Erfahrung in unserer Buschenschank.“

Emotionaler Stellenwert

Mitgebracht hat Scharl drei unterschiedliche Weißburgunder-Jahrgänge der Riede Annaberg. Drei Hektar widmet er ausschließlich dieser Rebsorte. „Hier hat für mich als Winzer alles angefangen. 1872 ist die Lage erstmals urkundlich erwähnt. Das hat schon einen hohen emotionalen Stellenwert. Im heurigen Jahr verzeichne ich mei30

nen 27. Jahrgang“, hebt der Familienvater aus dem Vulkanland hervor. Die letzten drei Jahrgänge schickt Scharl nun in die Runde, fast vier Jahrzehnte haben die Rebstöcke am Annaberg am Buckel. 2020 lag ein Jahr am Holz. Verwunderlich, dass es im Glas trotzdem kaum spürbar ist. Im 2019er orten die Weinbauernkollegen „geilen Stoff “. Kalkig, trinkig, vibrierend mit leichtem GrapefruitTon hinten raus. Scharl schenkt nach: „Der beste Wein ist ein süffiger Wein – eine Flasche, die man unbewusst leert und danach trotzdem gerne noch was davon hätte.“ „Josef, mir taugt der sehr“, ist dem zurückhaltenden Stefan Müller zu entlocken. Namensvetter Krispel schreibt Scharls Kreation Biss und Kernigkeit zu. „Der Wein hat eine gute Struktur. Da zerläuft nichts. Das verspricht Langlebigkeit.“ Ein wenig haben auch wir uns eingetrunken. Schade ist es schon, dass hier keine Wollschweinsau mehr durch den Gastgarten spaziert wie einst in den Anfängen der Buschenschank Krispel. Dafür steht am 26. November 2021 die Rückkehr des Kultfestes, die „Vermessung der Sau“, an. Ein Sautanz vom Beuschel über Grammeln mit Trüffeln bis hin zum Wollschweinbraten, nach alter Tradition verspeist von der Nase bis zum Schwanz, unter der Regie von Stefans Vater Toni. Zutritt nur mit Ticket möglich.


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Live Love Olive

Foto: Agro Rebels

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Wir bewahren uns den Sommer im Glas mit Oliven aus Österreich. Ein Blick auf innovative Landwirte, die dem Klimawandel mit dem Anbau von Steinfrüchten antworten. Von Tina Veit-Fuchs

Der Klimawandel verändert Land und Landwirtschaft. Es wird immer heißer und trockener. „Bereits 2030 könnten in Österreich Temperaturen herrschen wie heute in Teilen Südeuropas. Das stellt heimische Landwirte vor enorme Herausforderungen – und eröffnet gleichzeitig neue Chancen“, stellen Daniel Rössler, Lukas Hecker und Markus Fink an den Anfang. Als Team namens Agro Rebels ergreifen sie genannte Chance und sind 2019 mit der Unternehmung gestartet, exotische Obst- und Gemüsesorten nach Österreich zu holen und damit für die heimische Landwirtschaft neue Einnahmequellen zu erschließen. Das passiert in engster Zusammenarbeit mit hiesigen Bauern und mit fachmännischem Hintergrundwissen. Daniel Rössler und Lukas Hecke haben jahrelang in Entwicklungsländern gearbeitet und u. a. Agrarprojekte in Afrika, Asien und Osteuropa unterstützt. Markus Fink ist Weltraumphysiker und hat erforscht, wie Pflanzen und Organismen im All überleben

können. „Wenn Pflanzen unter schwierigsten Bedingungen sogar im Weltall gedeihen können, dann ist das auch in Österreich schaffbar“, lautet die ambitionierte Mission der Agro Rebels. Die Olive macht den Anfang. Der Appell an heimische Landwirte: raus aus der Opferrolle und das Narrativ umdrehen. „Der Klimawandel ist nicht mehr wegzureden, aber wir können gemeinsam lernen, ihn für uns zu nützen“, sagt Rössler. In Kooperation mit der BOKU Wien baute man einen Mutter-Olivenhain in Mörbisch als Forschungsbasis auf und importierte 25 unterschiedliche Olivenbäume zwischen ein und 20 Jahren aus fünf Ländern.

Autochthoner Geschmack

Zehn Landwirte aus Österreich will man 2021 in Summe an Bord ziehen und für das Projekt begeistern. Die ganz große Mission: den ersten österreichischen Olivenbaum mit autochthonem Geschmack züchten. In einem Vierkanthof im Mostviertel haben Franz Bräuer und Rosemarie Zechmeister


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Foto: Olivenhof

Rund um ihren Mostviertler Vierkanthof bauen Franz Bräuer und Rosemarie Zechmeister seit 2015 Oliven an.

agro Rebels: „In Zukunft werden wir in Österrreich Produkte anbauen können, die es bisher nur im mediterranen ausland gab.”

Foto: Skoff/Barbic

Daniel Rössler, Lukas Hecke und Markus Fink sind die agro Rebels und helfen Bauern, Olivenbäume in Österreich heimisch zu machen.

Handgepflückt, mit oder ohne Knoblauch eingelegt: Der Olivenhof im Mostviertel verkauft bereits Tafeloliven im Glas. Sabine Haider von „Olivia.bio” in Mörbisch verschickt Oliven im Glas ausschließlich an jene, die ihre Initiative mit einer Olivenbaum-Patenschaft unterstützen. olivenhof.at olivia.bio

2015 begonnen, Olivenhaine zu pflanzen. Bräuer kommt eigentlich aus der Logistikbranche, der Erwerb der bäuerlichen Immobilie hat die Landwirtschaft auf seinen Fahrplan gerufen. Etwa zweieinhalb Hektar bewirtschaftet das Paar mittlerweile mit 450 Pflanzen, vorrangig aus Spanien. Vor wenigen Wochen hat er sich eine alte Olivenpresse angeschafft. „Es gibt niemanden, der in Österreich die Olivenfrucht preswww.MagazinVIA.at

Foto: Agro Rebels

Im Glas

„Die Olive ist ein Sinnbild dafür, wie man schön und gut alt wird.“ agro Rebels

sen kann. Vielleicht werden wir die Ersten sein.“ Anspruchslos sei hingegen die Pflanze selbst. Die Ernte im November wird zeigen, wie viel Tafeloliven Bräuer und Zechmeister diesmal ins Glas bringen. In der Steiermark bemüht sich Peter Skoff senior am Kranachberg in der Südsteiermark um Oliven. In drei Jahren könnte es so weit sein, dass der Ertrag für eine erste Ölpressung reicht. Bis dahin wer-

den die Steinfrüchte zur Jause in der hauseigenen Buschenschank gereicht. Jüngst ging auch Lukas Weber unter die Olivenbauern. In der Südoststeiermark pflanzte der 23-Jährige 250 Bäume als Zukunftsprojekt. Kaltgepresstes Olivenöl soll hier eines Tages fließen. „Die Olive ist so eine sympathische Pflanze und ein Sinnbild dafür, wie man schön und gut alt wird“, allegorisieren die Agro Rebels. 33


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So Bock

Der neue Jägerwirt ist im Grunde genommen alt. Seit 918 stehen im Traditionsgasthaus in Fötschach ganzjährig Wildspezialitäten auf der Karte. Von Tina Veit-Fuchs | Fotos: Michael Körbler

„Wer den Wald schützen will, muss Wild essen“, erklärt Gerhard Bruntschko, der mit seiner Frau Katrin das Gasthaus „Der neue Jägerwirt“ führt. Der Hausherr geht hier in Fötschach an der südsteirischen Weinstraße selbst auf die Pirsch. Weit vor Sonnenaufgang, wenn der Nebel tief in der Lichtung hängt und der Tag sein erstes Gähnen zeigt. Auf der Speisekarte des Traditionsgasthauses finden sich neben einem wechselnden Wirtshaus-Kreativmenü in drei Gängen das ganze Jahr über á la carte klassische Wildgerichte von Hirschsteak über Rehbock bis Wildsau. Wild als Steak, Wild als Terrine, Wild in der Lasagne – auf diese Art besetzen die Bruntschkos in der Region eine gastronomische Nische. „Jagd dient dem Artenschutz“, erklärt der gebürtige Leutschacher. „Die örtliche Vermarktung direkt vom Jäger oder vom Waldbesitzer gibt die Garantie, dass es sich um einwandfreies Fleisch von gesundem Wild handelt.“ Wild Wild South sozusagen. Die Verbindung von Natur und Mensch liegt der Familie im Blut. Am Hof wird auch Wildbret von anderen Jägern weiterverarbeitet. Ansitzen ist hier oberstes Gebot – am Hochsitz im Wald und im gemütlichen Jägerstüberl. Auch in der Gaststube geben Wald, Wiese und Feld optisch die Richtung vor. Die Speisenbegleiter reichen getreu dem Landstrich von klassischen bis zu biodynamischen Weinen. „Auf den Tisch kommt, was auch unserer Philosophie entspricht“,

„Wandel und Beständigkeit bestimmen unser Tun und Dasein als Wirtsleute.“ Karin Bruntschko

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konstatiert Karin Brutschko, selbst leidenschaftliche Köchin. Das „Neue“ im Namen des Betriebs nimmt die Mutter einer Tochter seit der Übernahme 2012 wörtlich. „Der Wandel bestimmt unser Tun. Jedes Jahr schrauben wir an unserem Betrieb und machen etwas neu.“ Anfangs waren das größere bauliche Investitionen, mittlerweile fokussiert man sich auf vermeintlich kleinere Adjustierungen. Zuletzt erhielt das Jägerstüberl einen neuen Anstrich. Fötschach mag nicht die erste Adresse sein, die Südsteiermark-Reisende auf ihrer Urlaubsagenda listen. Noch scheint die Ortschaft ob des Südsteiermark-Booms auf den ersten Blick ein klein wenig verschlafen, aber das täuscht. Nicht unweit

Wirt

Gerhard und Katrin Bruntschko mögen es „Wild” und sind dabei ein eingespieltes team. Rechts: hausgemachte Wildfleischknödel, Krautsalat, Grammeln und Wildjus.


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Wildfleischknödel mit Krautsalat und Grammeln Zutaten: erdäpfelteig: 500 g Erdäpfel, mehlig und gekocht 200 g Mehl, griffig, 40 g Butter flüssig 1 Dotter, Salz Fleischfülle: Schmalz, 1 Zwiebel, 250 g Wildfleisch (hier Reh) 50 g Speck, Thymian, Rosmarin, Salz, Pfeffer, Rotwein außerdem: Krautsalat, Grammeln, Grammelschmalz Zubereitung: Für den erdäpfelteig warme Erdäpfel mit einer Kartoffelpresse passieren, erkalten lassen und mit dem Dotter mischen. Restliche Zutaten daruntermischen und den Teig sofort verarbeiten. Für die Fleischfülle Rehfleisch in sehr kleine Würfel schneiden oder faschieren. In Öl anbraten und mit Rotwein ablöschen. Zwiebel und Speck fein würfeln und in Schmalz anbraten. Dem Fleisch beimengen. Den Erdäpfelteig nun auf einer bemehlten Arbeitsfläche zur Rolle formen und in Teile schneiden. Mit der Hand flach drücken. Fleischfülle in die Mitte geben und zu Kugeln formen. Knödel in kochendem Salzwasser ca. 12 Minuten zart wallend kochen. Am Schluss zusammen mit Krautsalat, Grammeln und Grammelschmalz anrichten. Serviert mit etwas Wildjus. Originalrezept von „Der neue Jägerwirt” gasthaus-jaegerwirt.at

der Bruntschkos hat die Domaines Kilger dieses Jahr eine Boho-Buschenschank mit Instagram-tauglichem Ibiza-Flair installiert. Wenige Kilometer entfernt finalisiert Haubenkoch Manuel Liepert derzeit den Ausbau seine Wirkungsstätte und das beliebte Wandermekka, die Heiligengeistklamm, ist ebenso in wenigen Autominuten erreichbar. „Angesichts des Aufschwungs könnte unsere Region locker noch zwei, drei weitere Gasthäuser vertragen“, sind die Wirtsleute überzeugt.

Der Gastgarten ist auch in der dritten Jahreszeit ein Hingucker. Unter dem glühenden Blätterteppich der Weinlaube genießt man Wildgerichte aller art. www.MagazinVIA.at

Das Jägerstüberl bietet dem Rehrücken am Knochen mit Preiselbeeren (l.) den entsprechenden Rahmen.

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Ab ins Glas mit euch! Auch wenn der Fermentation in den letzten Jahren der Ruf eines Hipster-Trends anhaftet: Das Handwerk dahinter ist uralt. Wie die Milchsäuregärung in der eigenen Küche gelingt und wie unser Darm davon profitiert, verraten wir hier. Von Anja Fuchs

Beim Thema Fermentiertes denken viele erst einmal an den Klassiker nebst Omas Sonntagsbraten: Sauerkraut. Dabei nehmen wir beinahe täglich fermentierte Lebensmittel zu uns – von Sauerteigbrot über Schokolade, Essig, Käse, Joghurt bis hin zur Sojasauce. Im Zuge der Nachhaltigkeitsbewegung der vergangenen Jahre fand die traditionelle Methode des Haltbarmachens ihren Weg zurück in die Küchen der Starköche und Großstadt-Hipster. Es gärt an allen Ecken und Enden, und probiotische Lebensmittel sind so instagrammable wie noch nie. So zeitgemäß die Fermentation im Moment gefeiert wird, so weit reichen ihre Wurzeln zurück. Genauer gesagt ist sie die älteste überlieferte Art der Lebensmittelkonservierung – entstanden in einer

Workshops zum Thema Fermentieren von Gemüse & Joghurtherstellung 25. September 2021, 9–16 Uhr, Genuss-Bauernhof Hillebrand, Premstätten. Infos und Anmeldung unter genussbauernhof.com Fermentationskurs 1 und 2 22. September und 20. Oktober 2021 (jeweils 18–21 Uhr), Geschmackslabor, Uni Graz. Infos und Anmeldung unter mitmachlabore.uni-graz.at

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Foto: Pexels/Karolina Grabowska

Natürlich konservieren Jeweils Do., 16 Uhr oder Sa., 9 Uhr nach Vereinbarung ab 6 Teilnehmern, Kürbis & Kuchen – Kleindl GmbH, Graz. Infos und Anmeldung unter kuerbisundkuchen.at

Zeit, in der Kühlschränke und Stabilisatoren noch Zukunftsmusik waren. Was in einem Fermentationsglas passiert, klingt so spannend wie befremdlich zugleich: Wird etwa Gemüse in Salzlake luftdicht verschlossen gelagert, beginnen sich Mikroorganismen zu vermehren. Milchsäurebakterien verstoffwechseln die Kohlenhydrate im Gemüse, senken dabei den pH-Wert im Glas und machen unerwünschten Keimen den Garaus. Außerdem verdauen sie das Gemüse quasi „vor“, wobei das Ferment nicht nur gänzlich neue, spektakuläre Aromen entfaltet, sondern auch Vitamine und Nährstoffe freigesetzt werden. Besonders gerne gesehen sind Milchsäurebakterien im Darm. Warum, bringt Mikrobiologin und Darmgesundheitsexpertin Eva Maria Hoffmann-Gombotz auf den Punkt: „Milchsäurebakterien begleiten uns – unter normalen Umständen – von Geburt an, sorgen für eine gute Nährstoffverwertung, ein starkes Immunsystem und für ein saures Milieu im Darm. Ein solcher ‚angesäuerter‘ Lebensraum ist für potenziell krank machende Erreger unattraktiv. Unser moderner Lebensstil, geprägt von Stress, Schlafmangel, Fast Food und Bewegungsmangel, vermindert die artenreiche Darmbakterienzusammensetzung enorm, wodurch ein Ungleichgewicht im Darm entsteht. Fermentierte Lebensmittel können helfen, Mensch und Mikroben wieder in Schwung zu bringen.“ Wichtig: Grundsätzlich gilt Fermentiertes durch das „Vorverdauen“ der Mikroorganismen als bekömmlicher als Rohkost – wer an Histamin-Intoleranz leidet, sollte jedoch lieber die Finger davon lassen, da im Zuge des Fermentationsprozesses hohe Mengen an Histamin freigesetzt werden.

Was man zum Fermentieren braucht? Nichts weiter als frische Zutaten, ein paar Küchenbasics und eine Handvoll Geduld. Belohnt wird man am ende mit völlig neuen aromen und Konsistenzen.


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„Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke.“

Foto: Eva Elijas/Pexels

sebastian Kneipp, Naturheilkundler

Fermentierte Rote Rüben mit Apfel und Kren Zubehör: verschließbares 700 bis 750 ml Glas mit Fermentieraufsatz

Foto: casanisa/Shutterstock

Zutaten: 2 Rote Rüben, geschält und in Stücke geschnitten 1 Apfel, geschält und in Stücke geschnitten Pfefferkörner, Senfkörner frischer Kren, gerieben 500 ml Wasser ca. 10 g Salz

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Zubereitung ƒ Salz im Wasser auflösen. Rote Rüben, Apfel und Kren ins Glas schichten, Pfeffer- und Senfkörner hinzufügen und vollständig mit der Salzlake bedecken. ƒ Glas mit Fermentationsgewicht und Airlock verschließen und mindestens 2 Tage lang bei Zimmertemperatur fermentieren, anschließend kühl lagern Verwendung: Schmeckt als Füllung für veganes Sushi oder auf frischem Brot mit Käse. 37


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Fermentierte Salzzitronen Zubehör: mehrere verschließbare Gläser mit Fermentier­ aufsatz (300 bis 500 ml) Zutaten: 10 Stk. unbehandelte Bio­Zitronen, gründlich gewaschen und gekühlt 5 bis 6 Tage gewässert (Wasser täglich wechseln) ca. 350 ml frischer Zitronensaft ca. 1 l kochendes Wasser Salz, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Thymian­ und Rosmarinzweige, Pfefferkörner

Verwendung: Salzzitronen passen perfekt zu Pasta, Risotto, zu Fisch­ und Fleischgerichten und als Extra­ Würzkick zu Suppen und Salaten.

Einkaufsliste

Foto: Jennifer Schmidt/Unsplash

Zubereitung ƒ Gewässerte Zitronen so vierteln, dass die unteren Enden noch zusammenbleiben ƒ Spalten mit je ca. 1/4 TL Salz füllen, Zitronen fest in die Gläser drücken, dazwischen die Gewürze schichten ƒ Pro Glas 1,5 bis 2 TL Salz hinzufügen und mit kochendem Wasser übergießen, bis die Zitronen vollständig bedeckt sind. ƒ Glas mit Fermentationsgewicht und Airlock verschließen. Zitronen brauchen Zeit, um weich zu werden und ihr volles Aroma zu entfalten – mindestens 3 bis 5 Wochen warten, anschließend kühl lagern

Fermentier-Basics: • Fermentier­Gläser mit Glasgewicht zum Beschweren • unraffiniertes Salz (zum Beispiel Stein­ oder Meersalz) – kein jodiertes Salz • Gewürze • Gemüse bzw. Obst, am besten bio

Fermentierter Karfiol

Tipp: Harte Gemüse­ sorten wie Karfiol, Karotten oder Rote Rüben eignen sich für Fermentier­Einsteiger perfekt. Weiche Gemüsesorten erfordern etwas mehr Übung und höhere Salzkonzentrationen.

Zubehör: mehrere verschließbare Gläser mit Fermentieraufsatz (700 bis 750 ml) Zutaten: 1 Kopf Karfiol, gewaschen und zerkleinert Salzlake (40 g Salz in 1 l Wasser gelöst) Gewürze nach Geschmack (Pfefferkörner, Knoblauchzehen, Chilischoten)

Foto: Markus Spiske/Unsplash

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Zubereitung ƒ Karfiolstücke in die Gläser schichten ƒ Nach Wunsch Gewürze hinzufügen ƒ Vollständig mit Salzlake bedecken ƒ Glas mit Fermentationsgewicht und Airlock verschließen ƒ Mindestens 5 Tage lang bei Zimmer­ temperatur fermentieren, anschließend kühl lagern Verwendung: Ideal als Snack zwischendurch sowie als Zutat in Buddha­Bowls oder Salaten.

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GO FOR MORE KNOW-HOW Dienstag 28. September 2021 | 9:00–18:00

FRESH CONTENT CONGRESS 2021

DER CONGRESS FÜR SALES, MARKETING, KOMMUNIKATION UND UNTERNEHMERTUM

Auf der Stelle treten oder auf eingefahrenen Bahnen zu verbleiben, ist gefährlich. Sehr schnell kann sich eine lange bewährte und „gemütliche“ Position ändern – und wer dann ohne Alternativen auf einem

Markt bestehen soll, der sich plötzlich ändert oder sich fast nur noch im digitalen Raum abspielt, hat verspielt. … und die Geschwindigkeit der Veränderungen steigt und steigt!

CONGRESS | SEMINAR

Donnerstag 14. Oktober 2021 | 9:30–16:30

HOW TO CREATE A PODCAST

— DER INTENSIV-WORKSHOP —

Viele Unternehmer verfügen über ein riesiges Wissenspotenzial, das sie gerne teilen wollen. Nutze dein Wissen, deine Erfahrungen und deine Leidenschaft, um Menschen zu erreichen, diese zu informieren, zu unterhalten und zu begeistern. Mit einem Podcast erreichst du mehr Aufmerksamkeit,

mehr Interessenten und mehr neue Kunden. Damit diese Vorstellung nicht nur ein Ziel oder ein Traum bleibt, zeigt dir Harald Kopeter exklusiv, wie du deinen eigenen Podcast produzieren kannst.

WORKSHOP|SEMINAR Donnerstag 21. Oktober 2021 | 9:30–16:00

STORYTELLING & CONTENT MARKETING — DAS INTENSIV-SEMINAR —

Geschichten und Argumente funktionieren grundlegend verschieden. Sie verwenden andere Mechanismen und erzielen damit eine völlig unterschiedliche Wirkung beim Publikum. Wer eine gute

Geschichte erzählen will, muss sich also zuerst darüber im Klaren sein, welches Ziel verfolgt werden soll, wovon man das Gegenüber überzeugen will.

S S E R G N O C | R A SEMIN

FOR MORE INFORMATION

Donnerstag 4. November 2021 | 9:00–18:00

THINK.DIGITAL.NOW!

DER CONGRESS FÜR ZEITGEMÄSSES ONLINE-MARKETING UND DIGITALEN GESCHÄFTSERFOLG

Noch nie waren digitale Kompetenz, Sichtbarkeit im digitalen Raum, Online-Marketing und Digital-Selling für Unternehmen so wichtig wie heute! Der Congress bringt Unternehmern, Selbständigen und Führungskräften neue Wege und Lösungen für ihren digitalen Weg und ihre Strategie.

Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter und inspirieren und ermutigen dazu, den digitalen Dialog und den digitalen Raum mit frischen Ideen zu optimieren und zu füllen.

www.haraldkopeter.com/seminare-workshops


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„Perfektion ist Langeweile. Menschlichkeit ist schön.“

Foto: Kremayr Scheriau

Foto: Harald Eisenberger

uS-Model tyra Banks

WER SIND WIR? „Das eine Wir gibt es nicht. Es existiert schlichtweg nicht”, schreibt Judith Kohlenberger gleich vorweg in ihrem Essayband. Aber wie viele Wirs sind wir und ist ein Wir ohne Ab- und Ausgrenzung möglich? Spannende Lektüre zum Nachdenken. kremayr-scheriau.at

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Heimeliges Waldbaden Der Wald kommt ohne WLAN aus und das ist gut so. Volle Erdung verspricht das neue Waldbaden-Angebot im Erlebniswald des Alten Gehöfts am Lormanberg im steirischen Thermenland. Anschließend heizt man in einem der vier Ferienlandhäuser den Kamin ein. Herbst, so mag ich dich. traum-urlaub.at


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KLEIDERKuNSt. Im Atelier von Susanne huber in Peggau entsteht exklusive Biomode im Siebdruckverfahren. Auch die Motive fotografiert die Künstlerin selbst. peaces-bio Foto: peaces.bio Kleiderkunst Atelier

Kleiner Wunderladen

Foto: Jodie Johnson/Adobe Stock

WIEDER SchIcK. okay, wir müssen noch ein wenig geduldig sein, ob sich das mit der Ballsaison 2021 pandemiebedingt ausgeht. Aber wenn wir etwas gelernt haben, dann, dass wir keinen Anlass brauchen, um uns schick zu machen, oder? Die Grazer Modistin Elisa Posch versorgt uns mit leichten hüten und zarten Fascinator-Varianten. elisaposch-hutdesign.eu

Foto: zink’n’zink

In der Obersteiermark, genauer gesagt im Zentrum von Irdning, führt Karin Brunner einen ganz besonderen Bioladen: das Grimmglöckerl. Hobbykünstler können sich dort Regale als Ausstellungsfläche mieten. grimmgloeckerl.at

MuNDARt. Wenn ein Wort sitzt: Magdalena Zink fertigt in Bad Radkersburg unter dem Label „zink’n’zink” in handarbeit minimalistische Stickbilder mit Aussagekraft. Individuelle Designs sind auf Anfrage möglich. zinknzink.at

www.MagazinVIA.at

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Bitte antreten! Fotos: Lupi Spuma (3)

Füße verraten ganz schön viel über uns. Die Weststeirerin Sophie Hauck beherrscht die Sprache unserer Körperbasis und sorgt mit individuellen Analysen für bedeutungsvolle AhaErlebnisse. Von Tina Veit-Fuchs

oben: Sophie hauck (o.) ist in Graz als Körperarbeiterin mit Pantarei Approach tätig und hat sich auf Fußanalyse spezialisiert. Links und rechts: Füße speichern die Auf und Abs des Lebens. Mit nur wenigen Berührungen kann hauck diese auf emotionaler, körperlicher und organischer Ebene einschätzen.

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Sophie hauck

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„Füße zeigen mir, ob ein Mensch sein Potenzial nützt und wo er körperlich gerade steht.“

Die Freiheit unserer Füße endet meist mit Herbstbeginn. Das Fundament unseres Körpers zwängen wir nach Wochen auf der Wiese und am Strand nun wieder in Socken und Boots. Sophie Hauck hat dafür nur ein­ geschränkt Verständnis. Sie watet auch im Winter barfuß am Flussufer entlang. „Füße sind das Spiegelbild unseres Lebens“, erläu­ tert die Körperarbeiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, die in Graz spezielle Fuß­ analysen anbietet. „Füße speichern die emo­ tionale, physische und organische Grund­ konstitution jedes Menschen und zeichnen diese sichtbar auf.“ Füße bilden also das Leben ab. Irgendwie logisch und spannend gleicher­


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Foto: Yeko Photo Studio/freepik

Fußanalyse – was steckt dahinter? Füße speichern sowohl persönliche (Charakter, Verhaltensmuster, Belastung, Stress etc.) als auch organische (Fließkräfte, Organe, Versorgungsbahnen) Entwicklungen und zeichnen diese sichtbar auf. Innere Kräfte und Defizite, die man im Laufe des Lebens erfährt und ansammelt, sind ablesbar. Formen, Farben und Linien der Füße und deren Konstitution bilden die Deutungszonen dafür. flowwithsoso.com

maßen. Farben, Formen, Linien, selbst Hautirritationen junger wie alter Füße liefern der Weststeirerin Informationen zu aussagekräftigen Deutungszonen. Conversiologie nennt sich das in der Fachsprache. Zwanzig Minuten lang dauert Haucks Analyse meiner Füße, bei der ich in Stille auf einer Liege entspanne und Hauck die Konstitution meiner Fußsohlen rein visuell ohne technische Geräte unter die Lupe nimmt. Ihre Erkenntnisse notiert sie für die anschließende gemeinsame Ergebnisbesprechung schriftlich. Mögliche Optimierungsmaßnahmen für zu Hause inklusive. „Bei solch einer Sitzung geht es darum herauszufinden, ob ein Mensch sein www.MagazinVIA.at

Potenzial nutzt und wie sich seine vergangene und aktuelle Verfassung auf allen Ebenen des Körpers darstellt. Mein Bestreben ist es, Menschen zu begleiten, sich in ihrem Körper und nicht nur im Kopf zufrieden zu fühlen.“ Dabei geht es klarerweise um Körperverbundenheit, aber auch um die Entledigung von Altlasten und um Bodenhaftung, weil wir ohnedies „zu viel im Leben herumfliegen“, meint Hauck. Sich selbst bezeichnet die gebürtige Deutschlandsbergerin als „genussvolle Kämpferin für Individualität“ – ein Wesenszug, der vermutlich auch auf ihren Füßen abzulesen wäre. Ich persönlich erfahre etwa, dass mein vierter Zeh, in seinem physischen

Dasein kleiner ausgefallen als „normal“, mein „Vergnügungszeh“ ist und für Urlaub, Sex, Finanzen und generelle Gönnung steht. „Von alledem darfst du dir ruhig noch mehr zugestehen“, lächelt die Körperarbeiterin. Bei der Entschlüsselung meiner Fußsohlen kommen Ernährungsgewohnheiten und kindliche Gefühle ebenso zur Sprache wie Stressoren. „Der Weg zu sich selbst ist verbunden mit all dem, was uns ausmacht und wo wir herkommen. Es geht darum, spüren zu lernen, den Körper wieder zu Wort kommen zu lassen und uns das Sein zu erlauben“, betont Hauck. Sie nennt das „Flow“. Stück für Stück spüre ich ihn. 43


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Fotos: R.

Kurz/Priv at (2)

„Es hat mich entsetzlich durchgewürfelt“

Pionierin mit Vorbildwirkung: Das thema Altern aufblühen lassen und Emanzipation und Gleichbehandlung fördern – themen, denen sich Rosemarie Kurz noch immer mit herzblut widmet. In ihrer Biografie gibt sie persönliche Einblicke in ihre Kindheit und Jugend in der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit.

„In meinen Geschichten findet sich nichts Oberflächliches, es ist vielmehr ein Sich-Zeigen mit allem.“ Rosemarie Kurz

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„Viele der Geschichten, die im Buch vorkommen, habe ich überhaupt erst im Rahmen dessen aufgearbeitet. Dieses Aufrühren im Brei war enorm anstrengend, das ist es noch immer. Es hat mich entsetzlich durchgewürfelt“, erzählt Rosemarie Kurz. Stolze 85 ist sie im Mai geworden – was man ihr jedoch nicht ansieht. Die Energie, die die Bürgerin der Stadt Graz (ein Titel für besondere Verdienste, der mit dem 60. Lebensjahr verliehen wird) ausstrahlt, ist ansteckend. Eine Energie, die sie ihr ganzes Leben lang in zig Projekte fließen ließ: Nach 25 Jahren als Lehrerin startete sie ein Volkskundestudium, wirkte währenddessen an der Gründung des Generationenreferates der ÖH Graz sowie der Montagsakademie mit. 1991 rief sie schließlich die GEFAS – die Gesellschaft zur Förderung der Alterswissenschaften und des Seniorenstudiums an der Uni Graz – ins Leben. 1993 schloss sie ihr Volkskunde-Studium ab, jedoch nicht ohne 1999 noch einen Doktortitel dranzuhängen. Und selbst jetzt, mit 85, hält sie noch Lehrveranstaltungen für ältere Menschen via

Mit 85 Jahren veröffentlicht Rosemarie Kurz ihre Biografie. Wie es der Grazer Pionierin dabei erging und warum sie gar nicht daran denkt, gelassener zu werden. Von Anja Fuchs

Zoom ab. „Natürlich geht mit dem Alter nicht mehr alles so leicht von der Hand. Das kristalline Gedächtnis wird stärker, dafür leidet das liquide, also das Alltagsgedächtnis. Was ehrlich gesagt schon sehr belastend ist. Um nichts zu vergessen, schreibe ich mir für jedes meiner Projekte To-do-Listen.“

Von der Broschüre zum Buch

Ans Aufhören denkt die gebürtige Grazerin, die in der Wastlergasse in Geidorf aufgewachsen ist und bislang 112 verschiedene Orte bereist hat, trotzdem nicht im Geringsten. „Man muss sich jeden Tag neu finden.“ Weshalb sie auch noch regelmäßig Psychotherapie in Anspruch nimmt, um sich selbst besser kennenzulernen. „Sich seine Themen und Traumata anzuschauen, ist wichtig. Egal, wie alt man ist.“ Sämtliche Aspekte ihres Selbst zu zeigen, davor hat Kurz auch in bei ihrem Buchprojekt keine Scheu. „In meinen Geschichten findet sich nichts Oberflächliches, es ist vielmehr ein Sich-Zeigen mit allem.“ Wie der Plan zu einer Biografie überhaupt


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Foto: kin-tsugi.at/Sascha Pseiner

Foto: kin-tsugi.at/Sascha Pseiner

Das Buch

entstand? Als Basis dienten Kurzgeschichten, die die Grazer Pionierin eigentlich in eine Broschüre für ihre Verwandten verpacken wollte – „um meinen Nachkommen auf eine unterhaltsame Art mitzuteilen, was ich alles erlebt habe. Schließlich rief ich Natalie an um zu fragen, ob sie Lust hätte, mit mir ein Buch zu schreiben.“

Kurzgeschichte trifft Zeitgeschichte

Kennengelernt haben sich Kurz und Resch allerdings bereits ein paar Jahre davor. „Ich habe das MEGAPHON-Filmprogramm kuratiert und Gesprächspartner zum Thema ‚Sexualität im Alter‘ gesucht. Dafür habe www.MagazinVIA.at

ich Rosemarie kontaktiert“, erzählt die Autorin und Gründerin des Verlags Kintsugi, der sich auf Biografien und Porträts konzentriert. Finanziert wurde Kurz’ Biografie „Unruhestand! Gelassener werde ich nie.“ über Crowdfunding. „Für mehr als eine Broschüre mit meinen Kurzgeschichten hätte es sonst nicht gereicht, und immerhin war Natalie so mutig, ihren Verlag während der Coronakrise zu gründen“, so die 85-Jährige. Von der gemeinsamen Arbeit ist sie begeistert: „Natalie verbindet ihr starkes Mitfühlen und ihr breit gestreutes Wissen mit ihrem Schreibtalent.“ Eine klassisch lineare Biografie darf man sich von „Unruhestand!“

Unruhestand! Gelassener werde ich nie. Ein Leben in Episoden von Rosemarie Kurz, begleitet von Natalie Resch. Geplanter Erscheinungstermin ist Dezember, vorbestellt werden kann bereits jetzt unter kin-tsugi.at

Rosemarie Kurz’ Biografie wird von Natalie Reschs Buchverlag „Kintsugi” herausgegeben. Die gebürtige Steirerin ist in der heimischen Kulturszene keine unbekannte – unter anderem arbeitete sie für La Strada und ist co-Autorin des der Publikation „Graz – Porträt einer Stadt”.

jedoch nicht erwarten. Stattdessen gibt’s ein charmantes Potpourri aus lustigen Kurzgeschichten, gekonnt mit zeitgeschichtlichen Exkursen und Aspekten des Hier und Jetzt verwoben und gespickt mit anschaulichen Illustrationen und Faktenboxen, etwa zur damaligen Besetzung der Franckstraße in Graz. Dazu das Kapitel „Happy go lucky“, in dem Kurz ihre Überlebensstrategien über all ihre Lebensjahrzehnte schildert. „Ganz ehrlich: Ohne Natalie wäre es nicht mehr als eine Aneinanderreihung an Kurzgeschichten gewesen“, betont Kurz. Erscheinen soll das Buch noch im Dezember, auf jeden Fall vor Weihnachten. 45


Foto: mbk/green, Wien

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PRomeNADeNKoNZeRTe. Die musiker sind Jazzer, Rocker und Klassik-Studenten – bei freiem eintritt laden sie als masala Brass Kollektiv am 26. September im Stadtparkpavilllon (15 Uhr) und im Augarten-musikpavillon (17 Uhr) zum wilden Brass-Genuss. kulturforum.eu

„Auf leisten Sohlen wandeln die Schönheit, das wahre Glück und das echte Heldentum.“

Verwandelt ... verschoben ...

Foto: Christopher Charpenel

JAZZFeSTIvAL LeIBNITZ.vom 30. September bis 3. oktober finden Jazzfans wieder eine musikalische Heimat im Süden. Zum Finale laden Christophe monniot & Didier Ithursarry (F), um mit „Hymne à l’amour” beim Harkamp-Brunch der Liebe zu huldigen. jazzfestival.leibnitzkult.at

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Foto: Sammlung-GrazMuseum

Kulturfans müssen seit 2020 ganz schön geduldig sein: So wurden bereits zahlreiche Events verschoben, unter anderen Hazel Bruggers Comedy „Tropical” im Orpheum (NEU: 7. 11. 2021, 20 Uhr). „Der Watzmann ruft” in der Stadthalle Graz wird von 5. 11. 2021 auf 13. 11. 2022 verschoben. Electric Nation Graz mit David Guetta wird ebenfalls erst am 30. 7. 2022 bei der Messe Graz die Fans zum Tanzen einladen.

Wilhelm Raabe


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Audiovisuell on Tour

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JOCHEN RINDT, MYTHOS, GRAZ. Die neue Sonderausstellung im GrazMuseum widmet sich der Rennfahrerpersönlichkeit Jochen Rindt. Dessen Kindheit und Jugend in Graz stehen dabei im Zentrum. Eröffnung: 29. September, 18 Uhr. grazmuseum.at

Foto: Österreichisches Kabarettarchiv

Foto: Mirko de Nicolo

Foto: Kran

Der österreichische Musiker und Komponist Manu Delago präsentiert auf seiner „Environ Me”-Tour sein erstes audiovisuelles Soloprogramm. Elektronische Beats, Ambient und neoklassische Musik verschmelzen mit Klängen aus der Umwelt. Zusammen mit faszinierenden Visualisierungen lässt Manu Delago daraus ein Gesamtkunstwerk für Ohren und Augen entstehen, das wir am 20. Oktober ab 20 Uhr im Dom im Berg erleben können. manudelago.com

KABARETTSPAZIERGÄNGE. Das österreichische Kabarettarchiv bietet zu seinem 20-Jahr-Jubiläum am 18., 19., 24., 25. und 26. September Kabarettspaziergänge durch Graz an. Treffpunkt ist das Quartier Leech in Graz – an Sonntagen um 11 Uhr, ansonsten um 17 Uhr. kabarettarchiv.at

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„Ich bin ein farbenfroher Typ“ Der Grazer Künstler Alfred Resch-Díaz hat VIA zum aktuellen Motto inspiriert: Das Wandeln ist in seine künstlerische Laufbahn eingefräst. Von Claudia Taucher

Vielleicht ist ja gerade dieses Wandeln der rote Faden, der sich durch das künstlerische Schaffen von Alfred Resch-Díaz zieht. In diesem Jahr feiert der Grazer Künstler, der kaum eine Sparte innerhalb der bildenden Kunst auslässt, mit Ausstellungen und den Vorbereitungen für einen Doppelband mit seinem Werkverzeichnis sein 40-jähriges Kunstjubiläum. Seit 1981 widmet er sich in unfassbar vielfältiger Form dem künstlerischen Ausdruck und bleibt dabei, wie er selbst sagt, „immer neugierig“ und experimentierfreudig. Bei seiner Ausbildung auf dem Gebiet der Elektronik war Alfred Resch-Díaz die nichtvisuelle Fehlersuche ein Dorn im Auge und auch die Baukunst konnte den Architekten mit abgeschlossenem Studium nicht lang-

fristig glücklich machen – zu viele Kompromisse, die notwendig seien. „Der Vorteil der Kunst ist, du setzt dir selbst ein Ziel, unabhängig von anderen. Ich habe dabei den experimentellen Zugang und probiere vieles aus“, erklärt der Künstler seine Herangehensweise. Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation: In diese Großgruppen hat Resch-Díaz selbst seine unzähligen Werke eingeteilt. Über allen steht für ihn, dass etwas „Bestand hat“ – einerseits, was die Materialien anbelangt (ein Kunstwerk muss also möglichst lange „halten“), andererseits, was das Thema betrifft. „Es ist gut, wenn Künstler auch tagesaktuell agieren, ich will mich aber den übergeordneten Themen widmen“, erklärt Resch-Díaz. „Ich versuche, Beiträge zu liefern – zum Menschsein, zum Dasein.“

„Der rote Faden? Den sucht gerade meine Frau, sie ist Kunsthistorikerin!“ Alfred Resch-Díaz


Cluburlaub

Links: Auch in die Welt der Mode ist Alfred ReschDíaz bereits eingetaucht. Unten: „Die Lichtung an der Decke” ist der Titel der Deckengestaltung im neuen Festsaal der Ursulinen, Graz (2017)

Foto: Marco Rossi

daheim

In Deiner Foto: Michaela Grabner

wohl

schönsten

Dazu gehören Collagen, die die Rüstungsindustrie thematisieren, oder Installationen zur Kommunikation genauso wie seine Klebebilder mit Überraschungseffekt, die den Künstler selbst in der letzten Produktionsphase vor vollendete Tatsachen stellen. Resch-Díaz betont, dass er keinen emotionalen Zugang zur Kunst pflegt, sondern einen „wissenschaftlich-forschenden“: So wie Leonardo da Vinci faszinieren ihn nicht nur die verschiedensten Techniken, sondern auch die „Randbereiche“ wie Astronomie, Elektronik – Kunst als Forschungsgebiet sei ihm näher als die Kunst, die aus Emotionen heraus entsteht. Bei seinen Arbeiten interessieren ihn „das Spiel mit Kontrasten, die Veränderung von Strukturen“. Die unterschiedlichen Techniken kennzeichnen dann keine

Einen Katzensprung

Foto: Alfred Resch-Díaz + Bildrecht Wien

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Foto: Alfred Resch-Díaz + Bildrecht Wien

Form

von Zuhause entfernt


Foto: Alfred Resch-Díaz + Bildrecht Wien

Selten sind solch organisch runde Formen im Kunstschaffen von Resch-Díaz anzutreffen. Der menschliche Körper ist in seiner Malerei nur ein Randthema.

Foto: Alfred Resch-Díaz + Bildrecht Wien

Foto: Alfred Resch-Díaz + Bildrecht Wien

Die Menschheit ist flach: Farbe auf Holzkorpus, 2019 (110 x 140 x 6 cm)

Schaffensphasen, sondern gehen ineinander über. „Altes“ gesellt sich zum neu Entdeckten, Materialien werden gemixt und ergeben ein neues Ganzes. Zahlreiche Reisen haben den Künstler in den letzten zehn Jahren stark geprägt: „Prinzipiell bin ich neugierig, wie woanders was läuft.“ Patagonien, Nepal, China, Vietnam, Kuba, Kap Verde, Kanaren und zuletzt Namibia. Die Reisen verbindet er selbstverständlich mit der Kunst – Landschaftsfotografien und Fotos von Personen werden im Atelier übermalt. Bei der XII. Biennale 2015 in Havanna war Resch-Díaz vertreten und 2010 dort auch auf einer Modeschau mit „Crossing Fashion“ beteiligt. Draht, Licht, Öl auf Leinwand und Fotografien, aber auch Stoffmonotypie gehören in sein riesiges künstlerisches Spektrum. Zahlreiche Auftragsarbeiten auch der öffentlichen Hand zeigen die Wertschätzung, die seinem Werk entgegengebracht wird. So prangte etwa 2013 im Grazer Landhaushof ein Baldachin aus einem bunten Drahtgeflecht mit LEDs als temporäre Installation. Im Lechtaler Gebirge befindet sich seit 2002 eine permanente

Foto: Michaela Grabner

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Die sogenannten Klebebilder gehören seit vielen Jahren zum malerischen Spektrum seiner Kunstwelt: Dabei werden über Ölfarbschichten Streifen geklebt und später abgenommen.

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Mixed Media „shit man” aus den „sixtinischen Porträts” aus dem Jahre 2009: Druck/Ölfarbe zwischen Glasplatten

Installation, der Nazca Wolf aus Silikatfarbe, auf dem Fels. In Gleisdorf befindet sich mit dem Schall-Wall seit 2008 eine permanente Installation zum Thema Energie. Die aktuellsten Arbeiten von Resch-Díaz sind FotoÜbermalungen mit dem Titel „Vertikal“. Es handelt sich um Fotos von Bergen wie dem Dachstein oder Hochschwab, die er mit Ölfarbe überarbeitet. Seine Nähe zu den Bergen kommt von der Begeisterung für das Klettern. „Wenn ich nicht Künstler gewor-

Art Project 2021

Unter diesem Titel stellt Resch-Díaz vier Mal große Themen aus seinem Œuvre aus und wie erwähnt folgt ein Katalog in zwei Bänden. Nach einer Fotoausstellung waren im Kunstraum Citypark in Graz Skulpturen, Objekte und Installationen zu sehen, bei der Herz-Jesu-Kirche in Graz war die LEDSchrift „wandeln“ (siehe vorige Doppelseite) zu erleben. Eine große Personale mit Grafik und Malerei wird am 2. Februar 2022 im Schloss St. Martin in Graz eröffnet. Alfred Resch-Díaz habe „noch viel zu schaffen und zu erleben“, zitiert ihn seine Frau Aurora Maria Díaz Valdivia bei einer Ausstellungseröffnung. Darauf dürfen wir uns freuen, egal, wie der rote Faden nun aussieht – Hauptsache, er ist bunt.

Nicht nur ein neugierig Reisender, auch ein Forschender im KunstUniversum: Alfred ReschDíaz präsentiert 2021 und 2022 Werke aus 40 Jahren.

Foto: Michaela Grabner

Foto: Michaela Grabner

den wäre, dann Felskletterer, Segelflieger und Organist“, erzählt der vielseitig Interessierte. Dass er nun als bildender Künstler tätig ist, bereichert die Welt der Kunstfreunde und gerade in diesem, seinem Jubiläumsjahr können wir vieles aus seinem Universum kennenlernen.

Info Alfred Resch-Díaz Geb. 1962 in Graz, lebt in Graz und Havanna. Seit 1981 tätig in den Bereichen Malerei, Grafik, Objekte, Skulpturen, Fotografie, Installationen, Videos, Mixed Media. Ausstellungen (Auszug): Wien, Graz, Linz; Kroatien, Slowenien, Kuba, Schweiz, Großbritannien, Deutschland, Frankreich u. a. alfred-resch.com

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Oft bringen uns gerade die größten Herausforderungen weiter, treiben uns an und verhelfen zur höchsten Kunst. Auch die Künstlerin Veronika Erhart wächst am kantigen Widerstand. Von Claudia Taucher

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Fotos: Taucher (2)

Vom Runden im Eckigen


Foto: djakob.at Fotos: Taucher (2)

My Cube: Die Seitenflächen des „Würfels” bestehen aus geklebten DruckplattenAlustreifen. Farben und Worte schimmern durch – ein feines Kantenspiel, das dem Gesamtobjekt Leichtigkeit verleiht.

„Es ist eigentlich spannend, dass ich das mache“, schüttelt Veronika Erhart den Kopf, „das Material ist hart, dünn und scharfkantig, man schneidet sich selbst leicht daran.“ Widerspenstig und, wenn man so will, unnahbar ist das Material, dem sich die in der Weststeiermark lebende Künstlerin verschrieben hat. Aluplatten aus dem Offsetdruck, in Streifen geschnitten. Je nach Weiterverarbeitung mal in breitere – für My Cube –, mal in schmälere, wie für die Arbeiten mit dem Titel Memory (siehe nächste Seite). Doch für Erhart ist es eben die höchste Kunst, gerade aus dieser Widerspenstigkeit eine weiche Anmutung zu formen, vielleicht sogar zu zaubern. „Es ist für mich eine Herausforderung, in so einer reduzierten Geradlinigkeit und Ästhetik etwas zu machen, das ein gutes, rundes Gefühl macht“, versucht die Künstlerin ihren Zugang plausibel zu machen. Was soll man dazu anderes sagen als: wo die Liebe hinfällt.

Innen und außen

Dabei startete die kreative Ausbildung der gebürtigen Salzburgerin mit weichen Materialien. Sie ist Mode- und Textildesignerin mit Meisterprüfung als Damen-Kleidermacherin. Trotz eines lukrativen Angebots aus Italien übte sie diesen Beruf nie aus – das Leben zieht eben so manche Überraschung aus dem Ärmel, die man dann dankbar www.MagazinVIA.at

Foto: Andreas Hauch

ZEIT FÜR RUHE

annimmt. Lange arbeitete Erhart bei einem Architekten und beschäftigte sich in dieser Zeit mit Restaurierung und der illusionistischen Malerei, Trompe-l’œil. Grundsätzlich wäre Architektur – innen und außen – ebenfalls ein Thema für sie gewesen. Textilkunst jedoch, worauf man ihrer Ausbildung nach schließen könnte, kam für die Wahlsteirerin nie infrage: „Zu weich.“

Reduziertes, Minimalistisches

Holzpaletten, Metallplatten aus dem Offsetdruck – das war schon eher ihre Kragenweite. Die sperrigen, schweren Kunstwerke – My Cube bringt immerhin 300 Kilogramm auf die Waage – werden niemals der zierlichen Künstlerin zugeschrieben. So kann man sich eben täuschen. Erhart will die kantigen Materialien auch immer selbst bearbeiten. „Stahl finde ich auch toll“, gibt sie zu Protokoll, und „je dünner die Offsetplatten geschnitten sind, desto weicher sind sie“. Mittlerweile

„Männliche und kühle Materialien sprechen mich an. Es ist große Kunst, damit stimmige, ‚runde‘ Arbeiten zu gestalten.“ Veronika Erhart

Balance für Körper und Seele finden.

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er Sommer neigt sich mehr und mehr dem Ende zu. Die Tage werden kürzer, die Luft kühler, das Gras taunass am Morgen. Das gesellige Beisammensein im Freien wird von einer Zeit für und mit sich selbst abgelöst. Aber hat auch jeder die Zeit für sich selbst, die er braucht? Ist es überhaupt ein „Zeit-Haben“ – oder muss bzw. darf man sich die Zeit für sich nehmen? Jeder weiß, wie wichtig es ist, Zeit für sich selbst einzuplanen – sei es nur ein bis zwei Mal pro Woche –, um in Balance zu bleiben, sowohl körperlich als auch seelisch. Ob man diese Zeit mit Sport, einem Spaziergang in der schönen Natur, einem neuen Buch oder auch mal mit einem 24-Stunden-Wellnesskurzurlaub verbringt, ist ganz egal. Jeder weiß selbst am besten, was er oder sie braucht, um in Balance zu bleiben. Manche genießen vielleicht zwei Mal in der Woche ihre Auszeit im Fitnessklub, wo sie körperliche (Training) und seelische (Yoga, Sauna) Balance gekonnt verbinden. Für manche reichen ihr Morgen- oder Abendritual mit einer kurzen Meditation, ein paar Dehnungsübungen und bewusstes Tagebuchschreiben, um in ihrer Mitte zu bleiben. Was brauchen Sie, um Ihre Balance zu halten? Nehmen Sie sich auch ausreichend Zeit für sich selbst? Ihr Uwe Maninger, CEO INJOYmed Graz


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verzichtet die Künstlerin auch auf farbige Lackierung, setzt das Minimalistische, die Reduktion in Szene: „Das Wesentliche ist da, aber eben reduziert.“ Das Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz, wo wir die Künstlerin zum Interview bitten, hat für sie gleich mehrfach besondere Bedeutung: Zum einen traf sie dort vor vier Jahren ihren zukünftigen Ehemann, den bekannten Schauspieler August Schmölzer, Initiator dieses Zentrums für Kunst, Kultur und Bildung, wo seitdem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Zum anderen bringt Erhart die bildende Kunst in das Haus, das sich direkt neben der Kirche im Ort befindet, und auch in dessen Garten: So übersiedelte ihr Werk My Cube von Salzburg in die Weststeiermark.

ORTART2021 im Stieglerhaus

Farbenspiel mit Lacken auf offsetplatten – so bringt erhart eine weiche Anmutung ins kantige material.

Info

Außerdem konnte sie mit dem laufenden Kunstprojekt „OBE und UMI“ bereits zahlreiche Einwohner von St. Stefan für die künstlerische „Mitarbeit“ begeistern: Es handelt sich dabei um die Halslinien der von Erhart fotografierten St. Stefaner. Sie selbst haben diese nachgezeichnet und die Linien überträgt die Künstlerin auf Glasplatten, projiziert sie aber auch auf die Wand. Die Teilnehmenden finden auf diese Art einen Teil von sich im Stieglerhaus wieder.

Brandaktuell veranstaltet hier Veronika Erhart eine Gruppenausstellung zum Thema Luft: Zehn Künstler aus der Steiermark stellen an zehn Orten in und um das Stieglerhaus Werke vor, die eigens dafür entstanden sind. Unter dem Titel ORTART2021 startet die Künstlerin damit ein biennales Format. Gleichzeitig findet am Tag der Eröffnung auch eine Prämierung statt: Die Jury, bestehend aus Benedikt Steinböck (Galerie Leonhard, Graz), Heidrun Primas (langjährige Präsidentin Forum Stadtpark) und Gudrun Danzer (Kuratorin Neue Galerie Graz), wird am Tag der Vernissage die Kunstwerke prämieren. Die teilnehmenden Künstler an.thon, Stefan Glettler, Daniel Hafner, Stefanie Holler, Luise Kloos, Renate Krammer, Andrea Sadjak, SizeTwo, Christian Strassegger und Rebecca Unz decken mit Fotografie, Graffiti, Malerei, Grafik, Skulptur, Keramik, Zeichnung, Videokunst und Installation eine riesige Bandbreite der bildenden Kunst ab. Die Werke sind zwei Wochen lang im Stieglerhaus zu sehen, dazu erscheinen ein Katalog und auch ein Film. Und danach ...? Wird Veronika Erhart wieder das Runde ins Eckige bringen, so lautet der Plan: „Ich vergrabe ich mich sechs Monate in meinem neuen Atelier und arbeite intensiv an meinen eigenen Werken!“

memory – Alu-Buffer: Fest verschnürt, sperrig, hart und scharfkantig sind erharts „Pakete” aus in Streifen geschnittenen Druckplatten. Sie ziehen uns ob ihrer scheinbaren Weichheit an und sind gleichzeitig aber „unberührbar”.

Veronika Erhart Geb. 1970 in Salzburg, Ausbildung zur Textildesignerin in Graz. Lebt und arbeitet in der Weststeiermark. Dozentin für Malerei und Objekte an Kunstakademien Ausstellungen seit 2001: Salzburg, München, Wien, Graz Zwei Mal 1. Platz beim Wettbewerb Kunst am Bau: Litzlhof und Auen am Wörthersee Veronika Erhart ist in Graz durch die Galerie Leonhard vertreten. veronika-erhart.com Vernissage ORTART2021: 24. September, 17 Uhr, Stieglerhaus, St. Stefan ob Stainz

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Foto: Erhart


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Wut-Tourismus Seit fünf Jahren bringt das regionale Shop-im-Shop-Konzept ’s Fachl nachhaltige Vertriebsmöglichkeiten für heimische Produzenten in die steirische Hauptstadt. Mit der Eröffnung des dritten Shops im Einkaufszentrum Murpark stehen in Graz zukünftig mehr als 1000 Mietfächer zur Verfügung. Am Bild: die ’s Fachl-Gründer Christian Hammer (li.) und Markus Bauer. fachl.at Foto: ’s Fachl Graz

„Whenever you see a successful business, someone once made a courageous decision.“ Peter F. drucker, Ökonom und Managementexperte

BrILLaNt. auszeichnungen sind für Juwelier Hans Schullin nichts Neues: So wurde auch seine 2020er-Kollektion „Jungle out there” beim Muse design award als Platinum Winner ausgezeichnet. die Kollektion 2021 nennt sich „Sunrise” – zu bewundern in den Filialen in Graz und Velden, im neuen Schullin-Flagshipstore in Klagenfurt sowie online auf schullin.at.

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Foto: © Neuroth

Foto: © Schullin

OHreN aUF. Im NeurothSupply-Center in Lebring taucht man ab sofort hautnah in die Welt des Hörens ein: Neben interaktiven Stationen bietet die neue Hörerlebniswelt u. a. einen einblick in die Fertigung individueller Hörlösungen. eine tour (mind. 10 Personen) dauert 90 Minuten. Buchung auf erlebniswelt.wirtschaft.at


T R AD E Alles im Fluss

Foto: Novapark

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist”, wusste bereits Henry Ford. Das gilt natürlich auch fürs Business: Ohne stetigen Wandel hinkt man hintennach. Na dann, Vorhang auf für neue Inspiration!

Foto: Raggam

ZUM ABHEBEN. In Kooperation mit dem NOVAPARK Flugzeughotel entstand in Graz ein Simulationszentrum für Luftfahrt und Indoor Racing Entertainment: Auf drei Simulatoren können nicht nur Erlebnissuchende ihr Talent als Pilot entdecken – sie ermöglichen auch Trainings für RealWorld-Piloten und Flugschulen. novapark.at

www.MagazinVIA.at

SAUBERE SACHE. Gemeinsam mit dem Verein Slow Food Österreich hat die Steiermärkische Sparkasse den Slow Food Genussführer für die Steiermark ins Leben gerufen. So können Slow-FoodProduzenten sich kostenlos digital porträtieren – und Konsumenten regionale, saubere und faire Lebensmittel schneller finden. slow-food.at

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Frische Luft für frische Ideen Nach coronabedingt ruhigeren Zeiten startet die Tagungsdestination Steiermark wieder voll durch – mit Live-Events, Outdoor-Seminaren und -Meetings sowie Teambuildings, die Tradition und Spaß perfekt vereinen.

„Es geht wieder los!“ Worte, auf die viele Tagungsanbieter und -teilnehmer sehnlichst gewartet haben. Nach Monaten des Ausharrens während der Coronakrise – gezeichnet von Homeoffice, Sicherheitsabständen und Online-Meetings – gibt es für den Herbst wieder zahlreiche Seminare sowie Anfragen für Tagungen. Andrea Sajben, Leiterin der Steiermark Convention, freut sich, auf Messen wie der Convention Austria in Linz im Oktober oder der IBTM in Barcelona die Steiermark als Tagungsdestination präsentieren zu dürfen – und dabei endlich wieder persönlich mit Kunden in Kontakt zu kommen.

Neue Horizonte am Tagungshimmel

Foto: wolfganghummer.com

Persönlicher Kontakt – sei es zu Kunden, Business-Partnern oder Kollegen – ist etwas, das viele in Pandemiezeiten schmerzlichst vermisst haben. Um Veranstaltungen wie Tagungen trotz nötiger Sicherheitsvorkehrungen zu realisieren, ist bei den Organisatoren nun Kreativität gefragt. Und was könnte in der Steiermark näher liegen, als sich die herrliche Landschaft zunutze zu machen? Nicht umsonst setzen viele Anbieter mittlerweile auf Outdoor-Seminare und -Meetings. Eine herrliche Abwechslung zum typischen Tagungsalltag: Frische Luft, ein weiter Blick und ein inspirierendes Umfeld beleben den Geist und lassen neue Perspektiven entstehen. Selbstverständlich ist nicht jeder Kongress bzw. jede Tagung im Freien durchführbar. Für Betriebe oder Veranstalter, die die Outdoor-Variante dennoch ausprobieren möchten, bieten zahlreiche steirische Seminarhotels

Perfekte rahmenbedingungen für Meetings oder Seminare findet man in der Steiermark quer durchs ganze Bundesland – unter anderem in den topmodernen Veranstaltungsund Konferenzräumen des Flughafens Graz, die bis zu 300 Personen Platz bieten.

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Foto: Steiermark Tourismus / Tom Lamm

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perfekte Rahmenbedingungen. So tagt man etwa im Hotel Liebmann auf der Laßnitzhöhe in einem 120 Quadratmeter großen, komfortabel ausgestatteten Waldseminarraum, nur fünf Gehminuten vom Hotel entfernt. Auf dem Schlossgelände Seggau wiederum bieten sich verschiedenste Möglichkeiten zum Tagen unter freiem Himmel, vom Schlosshof bis zum Naschgarten. Im Stainzerhof im Schilcherland wartet ein direkt an die Seminarräume angrenzender Seminargarten und im Gartenhotel Ochensberger in St. Ruprecht an der Raab locken eine 4.500 Quadratmeter große Streuobstwiese sowie die beliebte Seminarterrasse. Inspirierende OutdoorTagungserlebnisse bieten sich auch in den spektakulären Grünanlagen des Rogner Bads Blumau, umgeben von der populären Hundertwasser-Architektur. Selbst mitten in Graz hat man die Möglichkeit, Seminare, Meetings, Incentives oder Teamevents abzuhalten – zum Beispiel im Veranstaltungszentrum Seifenfabrik, das über 7.000 Quadratmeter Gartenfläche verfügt.

tagen unter freiem Himmel – ein neuer trend? Gründe, die dafür sprechen, gibt es genug: die Kombination aus frischer Luft und Natur macht den Kopf frei und inspiriert zu neuen denkweisen.

tagen und teambuilding 2.0: In Sachen OutdoorSeminare, -Meetings und Incentives nimmt die Steiermark eine klare Vorreiterrolle ein.

Teambuilding mit Traditionstouch

Foto: Steiermark Tourismus / Tom Lamm

Da steirische Betriebe auch echt steirische Incentives brauchen, legen die Convention Steiermark und ihre Partnerbetriebe ihren Fokus zukünftig noch stärker auf heimische Traditionen und Kultur. Ziel ist, nicht nur die Liebe zur Heimat, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Teilnehmer zu stärken. Wie das geht? Mit Teambuilding-Aktivitäten, die Brauchtum und Spaß vereinen. So können Teams etwa im Rahmen des

www.MagazinVIA.at

„Es freut mich, dass unsere Betriebe in den letzten herausfordernden Monaten ihr Angebot für Meetings, Kongresse und Seminare vertieft haben! Die Steiermark als Tagungsdestination punktet mit ihrer intakten Natur, erstklassiger regionaler Kulinarik und der Herzlichkeit der Gastgeber stärker denn je.“ erich Neuhold, GF Steiermark tourismus

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„Persönlicher Kunden­ kontakt ist für mich eine der wichtigsten und schönsten Aufgaben der Steiermark Convention. Daher macht es mich glücklich, dass ich die Einzigartigkeiten der Steiermark als Tagungs­ destination und die neuesten Angebote der Steiermark Convention endlich wieder bei inter­ nationalen Live­Veran­ staltungen präsentieren darf.“

Foto: MCG Wiener

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Ob tagung oder Kongress: die vielfältigen Locations des MCG bieten für jedes event den idealen rahmen – modernste technologien inklusive.

Mag. andrea Sajben, Leitung Steiermark Convention

Einfache Bezahllösungen für Ihr Unternehmen.

62. Narzissenfestes in Bad Aussee bei einem Workshop Narzissenfiguren stecken lernen. Auch Paschen – das gemeinsame rhythmische Klatschen zu Volksmusik – kann im Ausseerland geübt und anschließend beim Volksfestbesuch in die Tat umgesetzt werden. Ebenso auf der Incentive-Agenda stehen Schnapsbrennen, Brotbacken, Kaiserschmarrn- und Backhendl-Workshops sowie das Ennstaler Almdiplom: ein Kurzstudium, bei dem man unter anderem die Technik des Kühemelkens oder Butterherstellens lernt. Und nicht zuletzt bietet sich ein original steirischer Jodelkurs an – denn wäre es nicht herrlich, wenn in Zukunft nach jedem erfolgreichen Abschluss ein Juchzer durch die Büroräume hallt?

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„Wir chillen nicht, wir arbeiten“ Das gab der „Investment-Punk“ Gerald Hörhan beim Wirtschaftsforum zu Protokoll. Beim Grazer Congress think.digital.NOW! gibt’s noch mehr zweckdienliche Hinweise fürs digitale Business.

immer schon gemacht!“ bringt nieman­ den weiter. Aus diesem Grund versam­ melt der Congress think.digital.NOW! in Graz Menschen, die mit neuen Ideen, Anregungen und bewährten Erfolgsre­ zepten im Gepäck frische Inspiration für Ihr digitales Business präsentieren. Mit dabei sind Runtastic­Mitbegrün­ der Florian Gschwandtner, „Kanzlerma­ cher“ Philipp Maderthaner, der ehemali­ ge BILD­Chefredakteur Kai Diekmann, „Investment­Punk“ Gerald Hörhan, TV­ Journalistin und Unternehmerin Sand­ ra Thier, Bestsellerautorin Irene Michl, „Domainkönig“ Walter Temmer und weitere spannende Persönlichkeiten.

„Egal, wie gut du in einer Sache bist: Du musst dich gut präsentieren können und zum besten Verkäufer deiner selbst werden.“ Florian Gschwandtner

Foto: runtastic

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Kai diekmann

4. November 2021

Wie gut sind wir digital aufgestellt? Sind wir in der modernen Geschäfts­ welt gut sichtbar? Welche neuen Ideen bringen uns weiter und ist unser Team fit für die Zukunft? Im Jahr 2020 wur­ den viele Unternehmerinnen und Unter­ nehmer dazu gezwungen, umzudenken, neue Ideen zu entwickeln und ihre täg­ liche Arbeit auf Tauglichkeit in einer digitalen Welt zu überprüfen. Themen wie diese beschäftigen seither zahlrei­ che Firmenleiter, die erkennen, dass sie dringend neuen Input für Ihr Geschäfts­ leben brauchen. Denn eines ist vor al­ lem in den letzten zwei Jahren klar ge­ worden: Die Devise „So haben wir das

Foto: Reto Klar

Von Claudia Taucher

„Wer sich bei der Recherche auf Wikipedia verlässt, ist verlassen.“

think. digital. NOW!

Der Congress für digitalen Geschäftserfolg

Florian Gschwandtner: Läuft! Diesen Mann kennt man laufend, obwohl er garantiert mehr Lebenszeit vor dem Computer als in Laufschuhen verbracht hat. Der gebürtige Niederösterreicher Florian Gschwandtner ist Mitbegründer des Unternehmens Runtastic, in dem er ab 2009 die berühmteste Lauf-App und viele weitere Produktideen verwirklicht hat. Bis 2019 war er dort als CEO tätig. Runtastic wurde 2015 bekanntlich von adidas übernommen, wo Gschwandtner ebenfalls in einer Führungsgruppe mitmischte. Heute ist der Investor bei Puls 4 in „2 Minuten 2 Millionen“ zu erleben und als beliebter Keynotespeaker auf internationalen Konferenzen – so auch beim Grazer Congress think.digital.NOW!


Auch als

LIVE-STREAM think-digital-now.com

Sandra Thier und Marlene Loos: Gen Z

4. November 2021, 9 bis 18 Uhr Congress Graz

Sandra Thier gründete 2015 mit Rudi Kobza diego5 – eine digitale Video-ContentAgentur – und wurde damit führende Expertin im Bereich Online-Videostrategie, -konzeption und -vermarktung. Davor war die Unternehmerin fast zehn Jahre lang als TVJournalistin und Moderatorin bei RTL 2 tätig. Sandra Thier präsentiert beim Congress think.digital.NOW! eine ihrer erfolgreichen Klientinnen, die Influencerin Marlene „Malentschi“ Loos. Die 16-jährige Schülerin verzeichnet als TikTok-Star mehr als 200.000 Follower und auf Instagram fast 43.000 Abonnenten. In ihrem Vortrag spricht sie unter anderem über den Hype der Plattform und darüber, wie Brands zukünftig mit der Lieblingsapp der Generation Z richtig werben können. Außerdem wird sie uns zeigen, wie ein typisches TikTok-Video entsteht, und gibt dem Publikum spannende Einblicke, welche Trends momentan im Netz kursieren und sich künftig auftun werden.

Foto: APA-OTS

Stefan Kern: schauschau

www.MagazinVIA.at

Stefan Kern ist als Produktmanager bei APA-OTS für den Bereich OTS-Video und für die Media Relations verantwortlich. Seit 2014 berät er Unternehmen, wie sie ihre Inhalte und Botschaften in Form von Videos erzählen können und auf welche Weise Bewegtbildinhalte bei den Medien gut ankommen. Kern hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Politikwissenschaft in Wien studiert. Zehn Jahre war er als Journalist tätig, u. a. in der Videoredaktion der APA – Austria Presse Agentur, bei ServusTV und als Videoproducer in London.

Foto: philippmaderthaner.com

Kai Diekmann: druckfähig Man muss die BILD-Zeitung nicht mögen, um deren Genialität zu würdigen. 14 Jahre lang, bis 2015, zeichnete Kai Diekmann für die herausragenden Schlagzeilen als Chefredakteur verantwortlich. Davor war er Chefredakteur der Welt am Sonntag und nachdem er den Axel-Springer-Verlag verlassen hatte, wurde er Berater bei Uber. Etwa zur gleichen Zeit gründete der Medientausendsassa mit Philipp Jessen, ehemaliger Chefredakteur von stern.de, und dem Eventmanager Michael Mronz die fast als sagenumwoben zu bezeichnende PRAgentur Storymachine mit Sitz in Berlin. Das offene Geheimnis des Riesenerfolgs: nicht „werbisch“ sprechen, sondern journalistisch. Denn Werbung kommt nicht mehr gut an – wir haben es hier also mit Storytelling at its best zu tun. Willkommen!

Foto: JC GRIECO

Foto: Lisa Maria Trauer

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Philipp Maderthaner: machen! Der gebürtige Wiener wurde 2017 als „Kanzlermacher“ hinter Sebastian Kurz bekannt, dessen Wahlkampagne er im Jahre 2017 federführend verantwortete. Fünf Jahre davor hatte Maderthaner sein „Campaigning Bureau“ gegründet, das mit mehreren Reed Awards und 2021 außerdem als bester Arbeitgeber Österreichs ausgezeichnet wurde. Er selbst bekam 2014 den „Rising Star Award“ des US-Magazins Campaigns & Elections, den Auslands-Oscar für Kampagnenexperten. Der Unternehmer des Jahres 2018 gründete kürzlich die „Business Gladiators“ und wird in diesem Herbst als Mitglied der Jury in der bekannten TV-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ auf dem Sender Puls 4 zu sehen sein.

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Foto: inenemichl.at

Die Bestsellerautorin und Content-StrategieBeraterin unterstützt als Sparring-Partnerin Content-Professionals bei erfolgreicher Content-Arbeit. Als Trainerin und Hochschullektorin teilt sie gerne ihr Wissen und vermittelt relevante Methoden. Michl war jahrelang für die Kommunikation an Hochschulen verantwortlich und hat komplexe Systeme der Content-Arbeit ausgiebig kennengelernt. Seit ihrem Studium Content Strategy in Graz und London ist sie gut in der internationalen Content-Community vernetzt. 2019 erschien die zweite Auflage des Content-Strategie-Buches „Think Content!“, welches Irene Michl gemeinsam mit Miriam Löffler verfasst hat.

„Dein Traumleben ohne Vorkenntnisse umsetzen.“ Walter temmer

Walter Temmer: YES

„Konsumschulden sind wie Drogen.“

Foto: investmentpunk.academy

Gerald Hörhan

Der Leibnitzer Unternehmer und als solcher Multimillionär Walter Temmer ist wohl der polarisierendste der CongressVortragenden. Er hat als „Domainkönig“ mit dem Verkauf von Internetadressen sein erfolgreiches Business aufgebaut und gibt nun sein unternehmerisches Wissen unter dem Logo des Einhorns weiter. Nachdem er sich selbst als ehemals schlechtester Schüler seiner Klasse sein Traumleben inklusive knallbunten Fuhrparks verwirklicht hat (das er gemeinsam mit seiner Freundin sehr öffentlich auf Social Media inszeniert und zur Schau stellt), hilft er anderen Menschen mit der Temmer-Methode dabei, sich deren Traumleben aufzubauen.

Bereits in seinem ersten Bestseller „Investment Punk“ stellte der gebürtige Wiener das vorherrschende wirtschaftliche System an den Pranger: „Konsumschulden, keine Kohle und keine Freiheit“ summiert der Gründer und CEO der Investment Punk Academy, der führenden deutschsprachigen Online-Finanzausbildungsplattform, seine Kritikpunkte. In seinem neuesten Buch „Der stille Raub“ führt der HarvardAbsolvent Gerald Hörhan in gewohnt provokantem Ton aus, was künftige Gewinner der digitalen Revolution schon heute anders machen müssen, und lässt dafür hinter die Kulissen der digitalen Wirtschaft blicken. Ein Punk mit positiven Impulsen statt „no future“ im Gepäck. 64

Info think.digital.NOW! Donnerstag, 4. November 2021 9 bis 18 Uhr Congress Graz

think. digital. NOW!

Noch nie waren digitale Kompetenz, Sichtbarkeit im digitalen Raum, OnlineMarketing und Digital-Selling für Unternehmen so wichtig wie heute! Der Congress bringt Unternehmern, Selbstständigen und Führungskräften neue Wege und Lösungen für ihren digitalen Weg und ihre Strategie. Tickets und Infos auf: think-digital-now.com

Foto: Philipp Lihotzky

Gerald Hörhan: Punk lebt

HaraLd KOPeter ist der Gastgeber und erfinder von think.digital.NOW! der Grazer Unternehmer und Storytelling-experte ist seit mehr als 20 Jahren in der Medien- und Marketingbranche tätig.

Foto: www.danielnagler.com

Irene Michl: King Content


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GrandClass Fotos: Flughafen Graz (5)

Glanzvolle Streiflichter: Events am Flughafen und rundum.

Auch in diesem Sommer war die Steiermark für viele Fußballvereine Trainingsziel. Unter anderem auch für den ZSKA Moskau, der mit einem Airbus 320 der Aeroflot in Graz angekommen ist.

Erster Charterflug Der erste Charterflug nach dem Lockdown wurde 2021 besonders gefeiert: Die Feuerwehr des Flughafen Graz hat die Erstlandung von Sky Express am 5. Juni mit einem Wasserbogen begrüßt. Die Passagiere heben übrigens seither mit Springer Reisen u. a. nach Naxos und Paros ab.

Foto: Andreas Witek

Der internationale Fußball rollt in der Steiermark

Direkt nach Amsterdam

Grüezi, Schweiz!

Staatssekretär zu Gast

Auf nach Griechenland

Seit Mitte Juni geht es mit KLM Royal Dutch Airlines wieder nach Amsterdam und von dort in die weite Welt. KLM verbindet Graz mit der „Radhauptstadt” der Niederlande fünf Mal pro Woche. Zum Auftakt begrüßten die Crew Stadtrat Günter Riegler (l.), Jürgen Löschnig und Wolf­ gang Grimus, Geschäftsführer Flughafen Graz, sowie Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Holding Graz (r.).

Seit Anfang Juli ist der Flughafen Graz wieder mit Zürich und damit nach Wien, Frankfurt und Amsterdam mit einem weiteren großen Umsteigeflughafen verbunden. Swiss International Air Lines fliegt übrigens vier Mal pro Woche in das Schweizer Wirtschaftszentrum.

Bei einer Pressekonferenz mit den beiden Geschäftsführern des Flughafen Graz, Jürgen Löschnig und Wolfgang Grimus, zu den Themen Reisefreiheit und Luftfahrt­ gesetze unterstrich Staats­ sekretär Magnus Brunner (M.) die Bedeutung des Flughafen Graz für den Wirtschaftsstandort Steiermark.

Seit Mitte Juni geht es mit TUI und European Air Charter wöchentlich u. a. nach Kreta und Rhodos. Beide Inseln sind in diesem Jahr ab Graz sogar bis in den Herbst erreichbar. Im Bild (v. l.) Thomas Simandl, Repräsentant European Air Charter, Wolfgang Grimus und Jürgen Löschnig, Geschäftsfüh­ rer des Flughafen Graz, sowie Gottfried Math, Geschäftsfüh­ rer TUI Österreich, mit Crew.

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Bezahlte Anzeige • Foto: Werner Krug / Flughafen Graz

Der Flughafen Graz im Überblick OBERGESCHOSS | FIRST FLOOR

11

C

GENERAL AVIATION

1

General Aviation Center

2

VIP-Raum | VIP-Lounge

3

Passkontrolle | Passport Control

4

Sicherheitskontrolle | Security Control

1

2 3

ERDGESCHOSS | GROUND FLOOR

1

C

1 2

C

4

4

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6

K3

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7 3

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4

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BUS

3 6

3

BAHN RAILWAY

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ANKUNFT | ARRIVALS

1

Ankunft | Arrival Non-Schengen

2

Ankunft | Arrival Schengen

3

Passkontrolle | Passport Control

4

Zoll | Customs

SERVICE

ABFLUG | DEPARTURES

1

Zoll | Customs

8

Fluggesellschaften, Ticket-Counter | Airlines

1

2

Steiermärkische Sparkasse | Bank

9

Heinemann Duty Free

2

Sicherheitskontrolle | Security Control

Information

3

Café

10

Kinderspielplatz | Playground

3

Gates

Covid-Test-Point

4

Autovermieter | Car Rental

11

Restaurant Globetrotter

4

Passkontrolle | Passport Control

Internet-Terminal

5

Reisebüro, Dienstleistungen | Travel Agency, Services

12

Galerie | Gallery

5

Abflug | Departure Schengen

Stiegenaufgang | Staircase to First Floor

6

Lost & Found

13

VIP-Lounge

6

Abflug | Departure Non-Schengen

7

SPAR Supermarkt | Supermarket

14

Aussichtsterrasse | Viewing Platform Konferenzräume | Conference Rooms 1/2/3/4

www.flughafen-graz.at

Check-in Counter

Lift | Elevator Bankomat | Cash Dispenser

T

Verkehrsabfertigung/ Traffic Handling


think.digital.NOW! Der Congress für digitalen Geschäftserfolg

Donnerstag, 4. November 2021 Congress Graz

Tickets ab

Streaming Ticket

Speaker

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99,–

249,–

Kai Diekmann, Florian Gschwandtner, Walter Temmer, Gerald Hörhan, Marlene Loos, Harald Kopeter, Sandra Thier, Stefan Kern, Irene Michl, Philipp Maderthaner, . . .

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VIA Airportjournal 3-2021  

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