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Tanja Jessing og Annette Smidt Jørgensen

kl.

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DU BIST DRAN 9. KLASSE BESTÅR AF:

kl.

Textbuch

TANJA JESSING & ANNETTE SMIDT JØRGENSEN

Du bist dran

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TEXTBUCH SCHÜLERGUIDE/WEB LEHRERGUIDE/WEB WEBSITE PÅ DUBISTDRAN.ALINEA.DK

alinea.dk

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9 Du bist dran Textbuch

kl.

Tysk · 7. klasse · Elevbog

29/05/2018 14.33


TA N J A J E S S I N G O G A N N E T T E S M I D T J Ø R G E N S E N

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Du bist dran NY UDGAVE

kl.

Textbuch

ALINEA

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05/04/16 11.39


Inhalt

1

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Spitze – das Jugendmagazin Mein bester Urlaub

S. 8

Deine Sterne für die Woche

S. 10

Das gute Buch

S. 11

Ein Quiz

S. 12

Liebe im Schulhof

S. 13

Die Musikszene

S. 14

Konturen – Kulturen A Im Schulspiegel

3

S. 16

B Im Rampenlicht

Das sind wir A Mein Ferienjob

S. 30

S. 33

Jugendschutzgesetz

B Im Krieg und in der Liebe ...

S. 34

C Langweiliger Streber

S. 36

Spieglein, Spieglein ...

S. 20

D Sabine

S. 38

Einmal Punk immer Punk

S. 22

E Die Liebe zu mir

S. 39

C Willkommen zu Theos Blog

S. 24

F Treffpunkt für junge Leute

S. 40

D Mehr als von Häusern springen

S. 26

4

Mach mit! A Engagement für eine bessere Welt S. 44 B Die Traumfabrik der Teenager

S. 48

C Wenn ein Punker über Nazis redet S. 50

Schrei nach Liebe

S. 53

D Grüne Wälder, Gorillas und Elefanten

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S. 56

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5 6

Blick auf Deutschland – Geschichte A Der zweite Weltkrieg

S. 62

B Anna

S. 64

C Käthe Kollwitz

S. 70

D Gedichte

S. 72

E Die DDR

S. 74

Und wenn sie nicht gestorben sind ...

A Hänsel und Gretel

S. 78

B Vom Küchenjungen in Dornröschens Schloss

S. 82

C Schneewittchen – eine Richtigstellung

S. 84

D Ein modernes Märchen: Die zwölfte Pille

S. 85

E Wie es mit Rotkäppchen weiterging S. 87

7

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Heute und Morgen A Sonne, Maus und Sterne

S. 94

8

B Täglich denke ich an das Mädchen S. 97 C Lust auf die Zukunft

S. 98

D Paris! Paris!

S. 100

E Wer weiß?

S. 105

9

Die gute Geschichte A Trotzdem

S. 108

B Ostweststollen

S. 112

C Fressen wir einen Touristen

S. 117

Blick auf Deutschland – Deutschland auf eigene Faust Værkstedsarbejde

S. 120

Minigrammatik

S. 122

Ordliste

S. 136

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Spitze In dieser Nummer:

Sondernummer!

Woche 10

Umfrage der Woche: Mein bester Urlaub Die Musikszene: Fuoristrada

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1Mein bester Urlaub Spitze – das Jugendmagazin

UMFRAGE DER WOCHE

Wir haben gefragt: “Wie war dein bester Urlaub, was hast du gemacht?” Die Antworten unten zeigen, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt.

Mein bester Urlaub ist unbedingt der Urlaub im vorigen Sommer. Da bin ich mit meiner Familie und mit meinem besten Freund Peter in Frankreich gewesen. Zuerst haben wir Paris gesehen. Der Eiffelturm, der Triumphbogen und die vielen Geschäfte haben uns sehr gefallen. Am besten ist aber der Tag in EuroDisney gewesen. Peter und ich haben alle möglichen Aktivitäten probiert. Wir sind durch Draculas Haus gefahren, wir sind im Seeräuberschiff gefahren und wir wurden von einer Rampe wie eine Kanone herausgeschossen. Es hat sehr viel Spaß gemacht! Jörg Plummer (14) Klasse 8

8

Vorigen Sommer habe ich erst 3 Wochen als Bürobotin gearbeitet. Ich habe gut verdient und für das Geld habe ich dann meinen Urlaub geplant. Ich habe vieles selbst bestimmt, das ist das Beste gewesen. Ich bin zusammen mit meiner Mutter nach Wien mit dem Bus gefahren. Dort wohnt mein Freund Christoph schon seit 6 Monaten. Er hat eine Arbeit als Musiker in einem Musikcafé gefunden. Meine Mutter hat eine sehr gute Freundin in Wien. Wir waren ganze 2 Wochen in Wien. Ich habe meinen Freund jeden Tag besucht. Fast jeden Abend habe ich Christophs Band gehört. Es war ein herrlicher Urlaub. Nadine Vogeler (16) Klasse 10

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Für mich ist es wichtig, dass ich richtig faulenzen kann. Der beste Urlaub ist am Meer in Spanien gewesen. Ich bin zusammen mit vielen anderen Jugendlichen mit dem Zug gefahren. Wir haben in einer Jugendherberge gewohnt. Sie hat direkt am Meer gelegen. Jeden Tag habe ich gebadet und mich gesonnt. Ich habe auch Tennis gespielt und ich habe gesurft. Das heißt, ich habe es versucht. Am letzten Tag ist es richtig gut gegangen. Am Abend sind wir in eine Jugenddisco gegangen und haben viel getanzt. Wir haben viel Cola getrunken, denn es war furchtbar heiß. Marco Baum (15) Klasse 9

Ich liebe die Natur. Ich habe oft mit meiner Familie in den Bergen gezeltet. Das finde ich toll. Wir sind gewandert, haben Feuer und sogar ein Biwak gemacht und dort eine Nacht geschlafen. Es war ganz dunkel, die Sterne haben fantastisch gestrahlt und wir haben alle Geräusche deutlich gehört. Am nächsten Tag haben wir einen See gefunden und dort haben wir gebadet. In den 2 Tagen sind wir insgesamt 32 Kilometer gewandert. Als wir zurück zum Campingplatz kamen, haben wir ein schönes Essen im Restaurant gegessen. Diana Schulze (14) Klasse 8

Umfrage der Woche in der nächsten Spitze: „Geld – Taschengeld oder Lohn.”? Wie viel Geld bekommst du im Monat. Was machst du mit dem Geld? Hast du einen Job?

Luke und Lisa 9

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Spitze – das Jugendmagazin

Fische

Wassermann

Steinbock

Schütze

Skorpion

Waage

Jungfrau

Löwe

Krebs

Zwillinge

Stier

Widder

Deine Sterne für die Woche Sa So Mo Di Mi Do Fr JOB & SCHULE

HERZ & LIEBE

GLÜCK & SCHICKSAL

FREUNDE & FAMILIE

Erfolg auf der ganzen Linie

Die große Liebe

Wichtige Nachricht

Harmonie zu Hause

Lohn für deine Mühen

Beste Flirt-chance

Gewinn-chance

Ein Problem wird gelöst

Achtung! Du hast Neider

Eifersucht droht

Vorsicht! Der Schein trügt

Es wird heiß hier

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Selten so gelacht

Das gute Buch

WITZE

Diese Woche hat Christiane Müller, 15, Die Schöne und die Kluge von Norgard Kohlhagen gelesen. Zwischen Janne und Katrin stimmt irgend etwas nicht. Janne ist dreizehn und Katrin fünfzehn. Katrin ist die große Schwester und war für Janne früher ein Vorbild. Jetzt will Janne nicht mehr im Schatten der schönen und klugen Schwester stehen. Sie verlieben sich in denselben Jungen und die Frage ist, ob sie wieder zueinander finden können. Mehr sage ich nicht. Du musst das Buch selbst lesen. Ich finde das Buch gut, die Personen sind realistisch beschrieben und es ist auch nicht besonders schwierig.

DIE SCHÖNE UND DIE KLU G

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„Du bist ja so blass”, sagt die Lehrerin vor der mündlichen Prüfung. „Hast du Angst vor meinen Fragen?” Stefan schüttelte den Kopf. „Nein”, meint er, „ich habe nur Angst vor meinen Antworten.”

2

Cornelia kommt von der Schule nach Hause. Sie fragt ihren Vater: „Sag mal Papi, kannst du mit geschlossenen Augen deinen Namen schreiben?” –„Ja, natürlich!”. „Prima”, freut sich Cornelia, „dann mach’ mal ganz schnell deine Augen zu und unterschreib mein Zeugnis!”

3

Der Lehrer trifft Frau Meier in der Stadt: „Guten Tag, Frau Meier! Ihr Sohn hat einen ausgesprochenen Wissensdurst. Hat er das von Ihnen oder von Ihrem Mann?” „Teils, teils. Das Wissen hat er von mir, den Durst von seinem Vater.“

4

„Wie kommt es, Peter, dass deine Hausaufgaben plötzlich immer richtig sind?” „Mein Vater ist verreist, Herr Lehrer!”

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Spitze – das Jugendmagazin WIE BIST DU? Kannst du neue Leute durchschauen? Wie steht es mit deiner Menschenkenntnis?

Ein Quiz 1 Ein hupendes Auto hält neben dir an der Bushaltestelle. Du kannst den Fahrer nicht erkennen. Er ruft dir zu, dass deine Mutter ihn geschickt hat, dich von der Schule abzuholen. Du … a b c

fährst ohne Fragen mit fährst nicht mit versuchst den Fahrer kennen zu lernen

2 Dein verrückter Bruder will deinen iPod leihen und verspricht, dass er drauf aufpassen wird. Du…. a b c

sagst natürlich ja fragst, was er mit dem iPod machen will? sagst sofort nein

3 Deine Eltern sind verreist, und jetzt ist es Party-Time. Du lädst deine Freunde ein. Deine Freundin fragt, ob sie auch Freunde mitbringen darf? Du sagst….. a b c

nein das will ich mir überlegen sofort ja

4 Am Flughafen fragt dich ein Fremder, ob du einem Freund von ihm an deinem Urlaubsort ein Paket geben willst? Du sagst….. a b c

das ist in Ordnung nein, das werde ich mir überlegen was ist im Paket?

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a=1 a=1 a=3 a=1

b=3 b=2 b=2 b=3

c=2 c=3 c=1 c=2

Misstrauisch (9-12 Punkte) Für dich ist der erste Eindruck entscheidend. Du beurteilst eine neue Person nach 30 Sekunden, das reicht dir. Danach lässt du dich von niemandem beeinflussen.

Skeptisch (5-9 Punkte) Wer dich enttäuscht, bekommt keine zweite Chance. Du gehst offen auf neue Personen zu und gibst allen erst mal eine Chance.

Vertrauensvoll (4 Punkte) Du glaubst an das Gute im Menschen. Du gibst neuen Leuten nicht nur eine zweite Chance – auch eine dritte, vierte, fünfte…

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Liebe im Schulhof EINE BILD-LOVE-STORY

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Spitze – das Jugendmagazin DIE MUSIKSZENE

Rock aus Ronsdorf mit

FUORISTRADA DIE BANDMITGLIEDER Sascha „Brezel” Bretsch – Keybord. Sandro Pace – Gesang. Sascha Figge – Schlagzeug. Thomas „Toto” Passon – Solo-Gitarre. Elmar Schmidt – Bass. Alessandro Quinquennale – Rhythmus-Gitarre. Giulia Perricone – Sängerin. Guillermo Lares – Percussion (Gast).

Poesie, Melodie und spannende Arrangements sind die Kennzeichen von FUORISTRADA. Ihr zweites CD-Album „Wie eine blaue Blume” enthält 10 Lieder. Die Texte sind lyrisch. Die Musik ist rhythmisch, voller Farben und Kontraste. Fuoristrada ist italienisch und bedeutet „querfeldein”. Die Musik hat keinen festen Weg, sondern geht kreuz und quer ihren eigenen Weg.

FEUER IN DER NACHT Im Sturm durch die Nacht zu den Sternen gebracht der Traum mit dir verschwindet hier Geheime Gefühle haben sich wieder erweckt Wieder trennt uns die Zeit, nur sie weiß bis wann, kann es nicht immer schön sein? Trügt der Schein? Es ist so schön wie Feuer in der Nacht ... So warm wie ein Sommertag Ein letzter Blick, seh deine winkende Hand, wieder trennt uns die Zeit

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2 Konturen – Kulturen 015-028_DuBistDran.indd 15

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Konturen – Kulturen

Im Schulspiegel Kennst du die Typen in deiner Klasse? Der eine ist ein Punk, der nächste ein Emo, und die dahinten kommt immer wie ein Modepüppchen in die Schule.

Möchten eigentlich alle Jugendliche Teil einer Jugendbewegung sein? Oder sind alle anderen Langweiler?

Gothic: Black is beautiful Die Gothic-Subkultur kommt aus der Punk-Bewegung. Das Styling mit düsterem Make-up und meist schwarzer Kleidung ist ein wichtiges Merkmal. Die Goths haben keinen eigenen Musikstil aber zwei Tanzstile: Pogo und den Totengräbertanz. Viele Goths interessieren sich für geheime Kulte aus vergangenen Epochen, vor allem für das Mittelalter. Sie sehen den Tod als einen natürlichen Bestandteil des Lebens.

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A Hip-Hop: Hip-Hop, was sonst? Weite Klamotten, coole Moves und abgefahrene Raps: Das ist Hip-Hop. Es gibt die vier Hauptelemente Rap, DJing, Breakdance und Graffiti. Hip-Hop ist eine Musikkultur, die in den 70erJahren in New York entstand. Zum Hip-HopLifestyle gehören neben der Musik die Markenklamotten und die gegenseitige Konkurrenz zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Hip-Hop ist eine Jugendkultur für Menschen aller Art.

Die Müsli-Fraktion: Umweltfreundlichkeit stirbt nicht „Das find’ ich total öko von dir, dass du mir dieses Biogemüse schenkst!“, würde ein Anhänger der Müsli-Fraktion (oder Öko-Bewegung), sagen, wenn man ihm einen Apfel aus dem Garten gibt. Die Ökos sind gegen die Herrschaft der Menschen über die Natur. Sie engagieren sich für Gemüse ohne Spritzmittel und für gesunde Lebensmittel. Aber auch für Natur- und Umweltschutz in der ganzen Welt. Ihnen wäre also ein „Rückschritt“ willkommen, so weit in die Vergangenheit, bis die Natur nichts mehr von den Menschen zu befürchten hat.

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Fashionistas: Teuer aber trendy Fashionistas sind weibliche Personen, die sehr modisch gekleidet sind. Der neueste Trend ist ein Muss für sie. Lange Shoppingtouren mit Freundinnen und Besuche im Beautysalon stehen auf dem Programm. Sie tragen nur das Teuerste und streben danach, das perfekte Aussehen zu haben. Sie identifizieren sich sehr mit den Pop- und Filmstars.

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Konturen – Kulturen

Punks: No Future Der englische Begriff „punk“ bedeutet so viel wie Abfall, Dreck, wertloses Zeug, und wurde früher vor allem für Außenseiter, Kriminelle und Prostituierte verwendet. Die Punks wollen sich von der bürgerlichen Gesellschaft abwenden. Sie tragen deshalb bewusst schäbige Kleidung und Accessoires wie Sicherheitsnadeln, Vorhängeschlösser oder Hundehalsbänder sowie wilde Frisuren. Sie haben oft ein provozierendes Verhalten. Punk wird aber nicht nur als Mode, sondern auch als Weltanschauung und Lebensform gesehen, und wie man am Slogan „no future“ erkennen kann, sind Punks eher pessimistisch und perspektivlos eingestellt. Typisch für den Punkrock sind raue, schnelle Töne und provokante Texte.

Emo: Melancholie ist cool Die Emos sind Anhänger einer Rockmusikströmung, die sich mit Gefühlen wie Melancholie, Liebe, Freundschaft und Trauer beschäftigt. Viele Emos sind mit ihrem Leben unzufrieden und leben nach dem „Straight-Edge-Prinzip“ (kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen, strikter Veganismus) und demonstrieren für Tierrechte. Die Klamotten sind oft schwarz oder rot mit weißen oder roten Karokästchen oder Streifen (Emostreifen). Sehr viele Emos tragen Chucks, Nietengürtel und Rasierklingen als Anhänger an Ketten, und sie schminken ihre Augenränder mit schwarzem Kajal und malen Tränen an die Augenlider. Die Haare werden schwarz oder rosa gefärbt mit blonden oder roten Strähnen.

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A Sportler: Alles ist Sport

Otakus – Manga-Fans:

Man erkennt sie an den T-Shirts, auf denen oftmals das Logo eines Sportvereins gedruckt ist. Entweder treiben sie selber Sport, oder sie sind aktive Sportfans. Sie sehen alle Sportsendungen im Fernsehen und spielen Sportspiele am Computer. Sie wissen alles über die Regeln und Resultate des Sports und über seine Helden.

Hai! Otakus beschäftigen sich sehr mit Manga und Anime. Sie brauchen viel Zeit und Geld für ihre Leidenschaft. Oft gehen sie auf Veranstaltungen wie die sogenannten Comikets (Comic Markets) mit anderen Gleichsinnigen um die neuesten Manga-Magazine zu kaufen und Fanartikel zu tauschen. Ein wirklicher Manga-Fan verkleidet sich als seine Lieblingsfigur aus der Mangawelt, z. B. Figure aus einem Anime, einem Videospiel oder einem Spielfilm. Sie treffen sich zum Cosplay Wettbewerbe (Kostümspiel) und führen Rollenspiele auf. Die Fantasie und Kreativität kennt dabei keine Grenzen.

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Konturen – Kulturen

Im Rampenlicht

Spieglein, Spieglein ... Claudia steht vor dem Spiegel im Modegeschäft. Die neuen Jeans sind ein Spontankauf. Sie hat ja schon drei oder vier, aber solche hellblauen Jeans hat sie noch nicht. Die schöne Diesel Bluse muss sie auch unbedingt haben. Die Bluse ist super schick und passt gut zu den Jeans. Claudia ist heute ein bisschen früher in der Stadt angekommen. Der Englischlehrer war krank, darum hatte sie die letzte Stunde frei. Sie hat die Zeit in ihrem Lieblingsgeschäft verbracht. Claudia und ihre Freundin Stephanie gehen oft shoppen. In den Modegeschäften gibt es immer viele schöne Klamotten zu kaufen. Aber heute ist der 22., und ihr Geld ist schon weg. Wie soll sie eine ganze Woche überstehen, bis sie wieder Taschengeld von ihren Eltern bekommt? Sie müsste echt aufhören, so viel Geld auszugeben. Claudia hat im Moment keine Arbeit. Sie hat die alte aufgegeben. Jetzt braucht sie

unbedingt einen Zuschuss. Sie hat schon 20 Euro von ihrem Bruder Matthias geliehen, und die will er jetzt zurückhaben. Und am Wochenende hat ihr Vater Geburtstag, woher soll sie noch Geld für ein Geschenk bekommen? Vielleicht kann sie bei ihrer großen Schwester babysitten, die zwei Kinder hat? Oder soll sie einen Job im Supermarkt suchen? Claudia murrt. Die Perspektiven sind nicht gerade verlockend. Es ist schon 14 Uhr. Also wird Stephanie in wenigen Minuten kommen. Sie haben heute eine Verabredung. Als Stephanie endlich kommt sagt Claudia: „Ich will mir einen neuen Sommermantel aussuchen und vielleicht auch ein Paar Sandalen“. „Super“, meint Stephanie, „ich habe ein neues Geschäft in der Lindenstraße gefunden. Da haben sie voll coole Sachen“. Wenige Minuten später steht Claudia wieder vor dem Spiegel. Der schöne Sommermantel passt ihr perfekt, sie fühlt sich wohl und schön. Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist die Schönste im ganzen Land?

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Konturen – Kulturen

Im Rampenlicht

Einmal

Punk,

immer

Eigentlich war ich ein ganz normales 13-jähriges Mädel. Ich komme sogar aus gutem Hause. Mit 13 hatte ich meinen ersten festen Freund. Wir saßen oft mit seinen Freunden in Kneipen, und dort waren oft auch vier Punks. Dem einen habe ich schon am ersten Abend mit einer Sicherheitsnadel ein Loch ins Ohr gestochen. Er wollte einen Ohrring haben ... Ein halbes Jahr später bin ich freiwillig in ein Internat nach Bonn gegangen. Es war eine tolle Zeit, auch wenn ich dort die Jüngste war. In Bonn war ich manchmal alleine in der Stadt. An einem Tag hörte ich plötzlich jemanden rufen: „Ey, du! Komm’ mal her zu uns!“ Ich drehte mich um und sah eine winkende Hand in einer Gruppe von Punks. Einer von ihnen fragte mich nach einer Kippe, und ich gab ihm eine. Abends im Internat fragte mich mein Freund Jojo, ob ich Lust hätte, an einer Demo gegen Rechts teilzunehmen. Ich

Punk

stimmte ihm zu, und so gingen wir am nächsten Tag zur Demo. Auf der Demo traf ich dann die Punks wieder. Der eine kam auf mich zu und hielt mir eine Schachtel Marlboro entgegen. Er sagte freundlich, dass er mir die Zigarette von gestern gern zurückgeben möchte. Ich bedankte mich und zog mit ihnen weiter. Als die Demo vorbei war, saß ich noch lange bei den Punks, und sie fanden mich total süß, weil ich eben so klein und jung war. Ich bekam einen Schreck als ich auf die Uhr schaute und sah, dass es schon 22 Uhr war. Ich hatte bereits das Abendessen verpasst, und die Tür war bestimmt auch schon abgeschlossen. Ich fing an zu fluchen, und einer von den Punks meinte, dass ich ja bei ihm übernachten könnte. Ich willigte ein, obwohl ich wusste, dass die Sache Konsequenzen haben würde. Wir saßen noch zwei Stunden bei den anderen und gingen dann zu seiner kleinen Wohnung. Ich schlief auf dem Boden neben seinem Bett.

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Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden, damit ich nicht auch noch die Schule verpasse. Als ich zum Mittagessen ins Internat ging, fragten mich alle, wo ich gewesen sei, und der Direktor rief mich zu sich und fragte mit ernster Miene nach meinem nächtlichen Aufenthaltsort. Ich verriet ihn ihm nicht und wurde für vier Tage suspendiert und nach Hause geschickt.

Ich glaube, er konnte in die Zukunft sehen, denn bereits eine Woche später flog ich vom Internat.

Als ich wieder ins Internat kam, war das Verhältnis zu meinem Direktor nicht gut. Ich war ihm ein Dorn im Auge. Mir war das aber egal, denn ich hatte ja die Punks. Dort war ich nun jeden Tag. Wir hatten immer viel zu reden, und ich bekam sogar den Haustürschlüssel mit den Worten: „Hey Juliane, wenn du wieder zu Hause lebst, ist das die Sicherheit, dass du immer noch zu uns kommst.“

Heute bin ich fast 16 und sehe immer noch so aus. Okay, der Irokesenschnitt ist inzwischen ab, da ich bald meine Ausbildung beginne, aber ich bin immer noch mit den Punks aus Bonn befreundet. Übrigens bin ich heute seit acht Monaten mit dem Jungen zusammen, der sich damals von mir das Loch für den Ohrring stechen lassen hat.

Zu Hause begann ich drastische Maßnahmen, denn ich war in Richtung Punk eingestellt. Also rasierte ich mir die Haare an den Seiten ab, und Springerstiefel kaufte ich mir auch.

Juliane Preisler, 15 Jahre

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Konturen – Kulturen

Willkommen zu Theos Blog Idol-Amok

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Montag, 15. März

Hallo Leute, habe eben diese Notiz in der Zeitung gelesen: „Twilight“-Star Robert Pattinson steht unter Polizeischutz, weil ihm Fans zu nahe kommen. Im Februar fand Pattinson an seinem Auto immer wieder Zettel, offenbar von einem weiblichen Fan geschrieben. Sie würde ihn gerne kennenlernen. „Bitte ruf mich an“ und so weiter. Der Schauspieler reagierte nicht und irgendwann stand dann dort: „Ich werde mich umbringen, wenn du mich weiter ignorierst“. Ich finde es ja in Ordnung, dass man Fan ist. Aber ich finde das echt zu viel, wenn die armen Promis Angst haben müssen. Ich habe ja auch Idole. Ich bewundere z. B. Bill Gates, aber das heißt ja nicht, dass ich mich umbringen werde, wenn er mich nicht anruft. Also Leute, wovon seid ihr Fan? Wer sind eure Idole und Vorbilder? 7 Benutzer haben kommentiert: Dienstag, 16. März Kommentar 1: Assmah01 Mein Idol ist Cassandra Steen. Ich liebe ihre Musik. Sie macht sehr gute Musik, und sie tanzt auch toll. Sie hat eine schöne Stimme, und außerdem liebe ich ihren Stil. Ich bin aber nie in der Nähe von Cassandra gewesen und finde, sie soll ein privates Leben haben können. Ich habe auch ein Vorbild. Das ist meine Schwester. Sie ist eine fantastische Person. Sie macht Spaß und Witze. Sie versteht mich, ist vernünftig, schön, freundlich und sie ist für mich eine gute Freundin und Schwester zugleich. Sie ist immer für mich da, und sie denkt immer an andere – Familie und Freunde. Ich bin oft mit ihr zusammen und will gern wie sie werden. Donnerstag, 18. März Kommentar 2: 16Katja

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Mein Idol ist Gerard Way. Er singt in der Band „My Chemical Romance”. Er singt gut, aber vor allen Dingen schreibt er gute Texte. Jeder Text ist wie

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C ein Gedicht über Gefühle. Er ist auch mein Idol wegen seines Lebens. Er ist in einer armen Familie aufgewachsen und hat ein schwieriges Leben gehabt. Aber er hat nie aufgegeben und ist jetzt reich und berühmt. Deshalb muss er sich auch manchmal zurückziehen, um ein privates Leben zu bekommen. Wenn ich einen schlechten Tag habe, höre ich seine Musik oder sehe ein Interview mit ihm, dann fühle ich mich besser. Kommentar 3: Nickelodion Mein Idol ist Gregory Jennings. Er ist ein amerikanischer Footballspieler. Er ist nicht besonders groß, aber er greift alles, was in der Luft ist. Er macht immer überraschende Sachen und spielt gut. Ich glaube er liebt es, viele Fans zu haben und dass sie in seiner Nähe sind. Mein Vorbild ist mein Vater. Er kann alles selber machen. Wenn ich die Hälfte davon lernen könnte, würde ich sehr zufrieden sein. Er ist nicht besonders jung, also helfe ich ihm mit vielen Sachen. Er ist positiv, eine Humorbombe und freundlich. Samstag, 20. März Kommentar 4: SofiKa01 Mein Vorbild ist die Schwimmerin Britta Steffen. Ich schwimme selber, und ich will gern wie sie schwimmen können. Sie hat viel gewonnen. Sie strahlt Selbstvertrauen und Siegeswillen aus. Ich glaube nicht, dass sie so viele und eifrige Fans hat, dass das für sie ein Problem ist. Kommentar 5: 16Katharina Ich weiß nicht ob ich ein Vorbild habe. Ich versuche als Person meinen eigenen Stil zu finden. Ich bin wie ich bin, und ich will nicht wie andere Leute sein. Ich finde, man soll seinen eigenen Stil und seine eigene Persönlichkeit entwickeln. Es ist doch lächerlich jemanden wie Paris Hilton zu bewundern. Mittwoch, 24. März Kommentar 6: DerMarkus17 Eigentlich habe ich kein direktes Vorbild. Mich beeindrucken Leute, die etwas Besonderes gemacht haben und vielleicht sehr intelligent sind. Ich lasse mich gern von verschiedenen Leuten inspirieren, denen ich dann nicht unbedingt nacheifere, die mir aber Ideen geben. Zum Beispiel meine Mutter und meine Freunde. Kommentar 7: LenaMiru Mein Vorbild sind meine Eltern!!! Sie sind immer für mich da und machen mir Mut wenn ich traurig bin. Aber auch meine 14 Jahre alte Schwester ist mir ein großes Vorbild. Von ihr kann man viel lernen, und Hausaufgaben kann sie immer noch am besten erklären! Aber natürlich habe ich auch noch viele andere Vorbilder, zum Beispiel Anne Frank oder Sophie Scholl aber auch andere Leute (Prominente), die sich für Menschen in Not einsetzen.

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Konturen – Kulturen

Mehr als von Häusern springen Mittwoch, 15. Oktober, von Sophia Hembeck, du-machst.de

Parkour ist ein großer Trend unter deutschen Jugendlichen. Im Volkspark Friedrichshain in Berlin ist sogar ein Felsen zum Klettern und zum Parkour errichtet worden. Aber was ist Parkour und warum ist es so interessant? Sophia Hembeck von du-machst.de befindet sich nun in einem Kellerraum, weil sie es herausfinden möchte.

„Heute können wir leider nicht raus”, sagt Lukas. Es regnet in Strömen. Ich stehe in einem Kellerraum, der als Sporthalle umgestaltet ist. Um mich herum sind etwa zwanzig Jungs, zwischen 12 und 20 Jahren, die sich jeden Donnerstag für zwei Stunden treffen, um eine relativ ungewöhnliche Sportart zu trainieren: das Parkour. Bei Parkour muss der Teilnehmer (der Traceur) den schnellsten Weg von A nach B nehmen und dabei alle Hindernisse überwinden. Parkour kann prinzipiell überall, sowohl in der Natur wie in der Stadt praktiziert werden. In der Stadt werden Bänke, Mauern, Garagen und manchmal Hochhäuser übersprungen und überklettert. Die Umgebung darf nicht verändert werden. Es geht darum, mit der Umgebung zurechtzukommen. Parkour fordert viel Training. Das Ziel sind elegante, effiziente und flüssige Bewegungen.

Beim Training geht es vor allem um die eigene Fitness und Selbstkontrolle. Der 22-jährige Lukas trainiert die Gruppe und heute auch mich. Er schaltet die Musik an und lässt uns im Kreis um kleine Hindernisse laufen, die wir dabei nicht berühren sollen. „Zum Aufwärmen”, wie er sagt. Danach kommt das Dehnen: „Besonders wichtig ist, dass ihr warm und flexibel seid, damit ihr euch später nicht so schnell verletzt”, erklärt er. Warm bin ich nach dem Laufen auf jeden Fall. Dann teilen wir uns in drei Gruppen auf: Balance, Flexibilität und Schnelligkeit. Ich bin in der Balance-Gruppe. Ein bisschen Angst bekomme ich schon, als ich sehe, dass die Stoffkästen nicht fest auf dem Boden stehen, sondern einfach davonrutschen können. So lande ich nach meinem ersten Sprung auch prompt auf dem harten LinoleumBoden. „Nichts passiert”, denke

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ich und hoffe, dass niemand zugesehen hat. Natürlich hat jeder meinen Fauxpas gesehen, aber einen blöden Spruch bekomme ich nicht zu hören. „Beim Parkour geht es nicht darum, wie gut man selbst ist oder die anderen. Es geht um persönliche Grenzen und Erfolge”, erklärt mir Patrick (18), der schon seit zwei Jahren in der Parkour-Gruppe in der Stadt Essen mitmacht. Viele in der Gruppe haben durch das Internet vom Parkour erfahren. Hier sind zahlreiche Videos mit Jungs zu sehen, die von Häusern oder von Dach zu Dach springen. Aber wer denkt, so et-

was würde man sofort beim Training lernen, hat nicht verstanden worum es geht. „Man muss klein anfangen”, sagt Lukas. „Es geht nicht gleich um möglichst wilde Stunts, auch wenn viele mit dieser Erwartung zum Training kommen”. Lukas selbst trainiert täglich Parkour zum Beispiel auf dem Weg nach Hause oder zum Supermarkt. Aber dies würde er Anfängern nicht raten. „Wenn man hier in der Halle hinfällt, tut das nicht so weh, wie wenn man draußen auf den Asphalt fällt.“

über den Kasten springen. Ängstlich überlege ich, ob ich das überhaupt kann. Viel Zeit zum Nachdenken habe ich aber nicht, da es jetzt um Schnelligkeit geht. Ich laufe auf das Hindernis zu. Da muss ich rüber – egal wie. Auf die uneleganteste Art robbe ich mich über den Kasten. Mir ist egal, wie ich dabei aussehe. Es gibt mir Selbstvertrauen. Das habe ich bei meinem ParkourProbetraining gelernt.

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Nach etwa zehn Minuten gehen wir zum großen Kasten. Wir müssen so schnell wie möglich

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Konturen – Kulturen

Aber warum Parkour? Die Traceurs meinen: Ich find’ das gut. Ich hab’ auch vor ein paar Wochen erst zum Parkour gefunden und muss jetzt erst einmal ein bisschen Laufen und allgemeines Athletiktraining treiben, bevor ich mehr Parkour machen kann. Maria Warum Parkour? Weil ich dahin gehen/laufen kann, wo ich will und nicht, wo es mir vorgeschrieben ist. Außerdem macht es mich fit. Michael Ich mache Parkour um eigene Ängste zu verlieren. Viele verstehen Parkour falsch. Saltos und so weiter haben mit Parkour nichts zu tun. Saltos und andere Techniken werden nur gebraucht, wenn es die beste Lösung ist. Spektakuläre Sprünge von Dach zu Dach, wie sie oft in Filmen zu sehen sind, gehören nicht zu den Grundtechniken und sollten erst gemacht werden, wenn man sehr erfahren ist. Chris

Warum ich Parkour mache: • um mich zu verbessern • für positive Inspiration • um Überlebensfähigkeiten zu trainieren (helfen, verfolgen und flüchten) • um Stress zu überwinden • um zu lernen und zu lehren Ronja Ich denke immer an meine Bewegungen und an meine Umgebung. Parkour gibt mir die Möglichkeit, meine Alltagsprobleme zu vergessen und meine Gedanken nur auf diesen Moment im Parkour zu fokussieren. Man kann immer etwas Neues lernen, ungeachtet wie gut man sich selbst einschätzt. Niki

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Du bist dran 9 Textbuch  

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