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19. SPIELTAG: TSV MÜNCHEN VON 1860 - DYNAMO DRESDEN

SAISON 2012/13

AUSGABE 25


19. Spieltag: TSV München von 1860 - Dynamo Dresden

Saison 2012/13

Ausgabe 25

VORWORT

Seid gegrüßt! Zum letzten Spieltag diesen Jahres empfangen wir die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden. Nach dem sportlichen Rückschritt in Regensburg letzten Sonntag wird das heute alles andere als ein Zuckerschlecken, denn: Auch bei unserem heutigen Gegner läuft die bisherige Spielzeit alles andere als gut. Die Konsequenz: Loose raus, Interim Menze rein! Dresden ab sofort also mit neuem Trainer und wie gewohnt mit massiger Unterstützung - nicht zuletzt aus München! ;- ) Wenn das Mal nicht nach einem Heimdebakel beim „Aufbaugegner Nummer Eins“ schreit?! Pessimismus oder Löwen-Gesetz?! Lassen wir uns überraschen und hoffentlich eines Besseren belehren! In der nunmehr schon 25. Ausgabe unserer ZuGaBe findet ihr heute den dritten Teil unserer History-Serie, Berichte zu den letzten drei Spielen gegen Aalen, Paderborn und Rengschburg, eine kurze Nachbetrachtung der Demo vergangene Woche in Giesing sowie die übliche Randnotiz. Auf drei Punkte, viel Spaß beim Lesen und an guadn Rutsch, Löwen!

INHALT

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RÜCKBLICK SC Paderborn (H) VfR Aalen (A) SSV Jahn Regensburg (A) Demo für Kennzeichnungspflicht

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WORTE AN DIE KURVE Der e.V. bald mit neuer Satzung

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HISTORY Die Löwen im Pokal

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RÜCKBLICK SC Paderborn (H) Dienstag 17:30 Uhr, einer der unattraktivsten Gegner der ganzen Liga, schlechte sportliche Leistungen der Mannschaft in den letzten Spielen und eine erwartete Zuschauerzahl von weniger als 15.000 Leuten. Eine beschissenere Konstellation für das Heimspiel während der Englischen Woche gegen den SC Paderborn gibt es wohl kaum. Dazu fiel noch das übliche Einstimmen vor dem Spiel am Streetworkbus, der die Arena Einöde wenigstens ansatzwei-

se mit Spieltagsflair gestaltet, aufgrund der prima Anstoßzeit ins Wasser. Dennoch stand der Spieltag unter einem besonderen Vorzeichen, da die fanszenenübergreifende „12:12 Ohne Stimme – Keine Stimmung“ Kampagne gestartet wurde. So hieß es für einen Großteil unserer Gruppe möglichst früh aus Arbeit, Uni oder Schule abzuhauen, um die Vorkehrungen für den 12 Minuten und 12 Sekunden dauerenden Stimmungsboykott zu treffen.

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Neben der Verteilung von Infoplakaten und Flyern überhingen wir den Zaun im 130er und das Mittelrangbanner mit schwarzer Tapete und der Support wurde in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden eingestellt. Mit dieser Maßnahme soll DFB, DFL und der Politik deutlich aufgezeigt werden, wie die Stimmung und Atmosphäre in deutschen Stadien aussehen könnte, wenn die bestehende Fankultur durch Konzepte und Maßnahmen, wie dem „Sichere Stadionerlebnis“, stark eingeschränkt oder sogar zerstört würde. Während des Stimmungsboykotts herrschte nicht nur in unseren Reihen großes Erstaunen wie leise es in der Arena war. Zwar ist man bei Heimspielen eh allenfalls eine durchschnittliche Stimmung gewohnt, dennoch war es eindrucksvoll, dass man nahezu jeden einzelnen Spielerruf und jede Anweisung der Trainer laut und deutlich verstehen konnte. Ab Minute 12:13 wurde dann die Mannschaft wie gewohnt lautstark und optisch unterstützt. Der Support ging für den an den Rändern teilweise nur halb gefüllten 130er vollkommen in Ordnung und war besser als bei den vergangenen Heimspielen gegen Köln und St.Pauli. Traurig aber wahr: je weniger Leute, die nur zu

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vermeintlich besonderen Heimspielen kommen, im Block, desto besser die Stimmung. Auf dem Spielfeld zeigte unsere Löwenelf eine engagierte und bemühte Leistung, konnte jedoch spielerisch kaum nennenswerte Akzente setzen. Immerhin erwiesen sich die Paderborner trotz 10 Spiele ohne Niederlage in Serie als noch harmloser und so konnte durch eine konzentrierte Defensivleistung und einen schönen Hackentreffer von Benny Lauth endlich mal wieder ein Heimsieg eingefahren werden. Von unserer Seite gab es in der 2.Halbzeit noch ein Spruchband zur Initiative „www. ich-fuehl-mich-sicher.de“ zu sehen, auf der sich Stadionbesucher in Listen eintragen können und die als Gegenpol zur hysterischen und maßlos übertriebenen Medienberichterstattung vermeintlicher Gewaltexzesse in deutschen Fußballstadien dient. Sie soll zeigen, dass sich Stadionbesucher in Fußballstadien sicher fühlen und sich nicht vor marodierenden Horden von Fußballfans fürchten, wie von den Medien und der Politik oftmals suggeriert. Im Gästeblock versammelten sich höchstens 50-60 Gästeanhänger, die man kein einziges Mal im Stadion vernehmen konnte.


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VfR Aalen (A) Zum Hinrundenabschluss ging es, wiedermal an einem Freitag, nach Aalen. Am Tag zuvor war die Befürchtung einer Spielabsage groß, da am Donnerstag das Schneetreiben in Aalen eingesetzt hatte. Doch am Freitagmittag war der Platz im Stadion komplett frei geräumt und so stand dem Anpfiff des Spiels nichts mehr im Wege. Am frühen Freitagnachmittag traf man sich mit Gruppe und Umfeld am Hauptbahnhof, um wie 1100 andere Löwenfans an diesem Tag nach Aalen aufzubrechen. Bei einem Sieg unserer Blauen konnte man zumindest wieder den Blick Richtung Aufstiegsränge richten. Vor dem Einsteigen in den Zug wurde man mit den üblichen Kontrollen der Polizei genervt ehe die Fahrt in die neue „Zweitliga-Stadt“ beginnen konnte.

Am Bahnhof in Aalen angekommen, versammelte sich der Mob bestehd aus rund 500 Leuten, um gemeinsam den Weg zum Stadion anzutreten. Die dafür vorgesehenen Shuttlebusse wurden gegen

den Willen der Cops verweigert. Dies jedoch nur auf Kosten eines entschlossenen Kettenbruchs unsererseits und der anschließenden Schlagstock-Parade ihrerseits. Nachdem sich die Lage

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Randnotiz

Auswüchse der heutigen Zeit [Kommentar MzGB] Lang, lang ist‘s her - da gab es noch ein sogenanntes Handy, um des Telefonierens willen und einen Fotoapparat, um des Fotografierens willen. Was dem einen oder anderen jetzt sehr nostalgisch vorkommen mag, soll kein Affront gegen die Entwicklung unserer Zeit sein. Auch will ich den Fortschritt unserer Gesellschaft nicht per se schlecht reden. Denn: Jeder muss für sich selbst wissen, ob es Sinn macht, sich mit einem Smartphone oder dergleichen einzudecken oder auch nicht. Ebenso, ob er/sie der gesamten, virtuellen Welt im Netz über das Smartphone seine Leiden, Freuden, Ansichten, oftmals fast schon sein gesamtes Leben, vermachen will oder nicht. Auch wenn es vielen Leuten scheinbar wichtig ist die Öffentlichkeit an seinem Leben teilhaben zu lassen, indem er/sie alles und jenes auf der umstrittenen Plattform Facebook postet, sollte es Grenzen geben: Und zwar genau dann, wenn Profilierungs-Neurotiker keine Alternative mehr sehen sich selbst OHNE Handy zu verwirklichen. Am Ort der Emotionen - dem Ort des Rückzuges - ganz frei von gesellschaftlichen Verhaltensnormen und Sitten - dem FUSSBALLSTADION! Nicht nur mein Appell und der unserer Gruppe, sondern auch der vieler Einzelpersonen, die uns in letzter Zeit mit der Idee des heutigen Artikels konfrontiert haben, ist: Handy in die Tasche - Arme in die Höhe! Hört bitte auf mit Handys im Block herumzuhantieren, jede Szenerie im Block zu filmen oder gar Leute gegen ihren Willen aufzunehmen. Es gibt diverse Fotografen innerhalb der Szene (cr-fotos, freimanner.net, Anne Wild und unsere Kurvenfotografen), die mit weitaus besseren Geräten und meist auch aus weitaus besserer Lage, Fotos zur Dokumentation unseres Kurvengeschehens schießen. Bitte nehmt es euch zu Herzen, es würde unzählige Diskussionen aus der Vergangenheit überflüssig machen und vor Allem garantieren, dass der Fokus jedes Einzelnen wieder ganz bei der Mannschaft, dem Spielgeschehen und dem damit einhergehenden Support lägen!

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beruhigt hatte, konnte der Marsch ganz nach unseren Vorstellungen fortgesetzt werden. Als wir den Gästeblock erreichten, war dieser schon gut gefüllt. Durch die üblichen Vorbereitungen verging die Zeit zum Spiel relativ schnell und so wurde im Rahmen der Kampagne „12:12-Ohne Stimme,Keine Stimmung“ die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden wie auch schon beim Heimspiel gegen Paderborn geschwiegen. Nachdem der prallgefüllte Gästeblock die letzten 12 Sekunden


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des Schweigens runter gezählt hatte, erhellten etliche Breslauer den Aalener Nachthimmel, dies ergab ein atemberaubendes Bild. Ebenso gut war die Stimmung am Anfang des Spiels im Gästeblock. Das genaue Gegenteil spiegelte sich auf Spielfeld und im Heimblock von Aalen wieder. Nur ganz selten konnte man Gesänge der Aalener vernehmen. Das Spiel selbst war das perfekte Beispiel für einen schlechten 2. Liga Kick. Auf einem tiefen Boden und eisigen Temperaturen brachten beide Mannschaften nicht viel Zustande und so ging es mit einem 0:0 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Löwen etwas mehr

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die Kontrolle, doch nach einem schlecht ausgeführten Freistoß von Halfar, gelang Aalen ein perfekter Konter im eigenen Stadion und so münzten sie diesen in das 1:0 in der 62. Minute um. Die Stimmung im Gästeblock verflachte anschließend immer mehr. Doch sieben Minuten später brachte unsre Nummer 23 Bobby Wood, mit seinem ersten 2. Liga Tor, die Löwen zurück ins Spiel. Lautstark feierte der Gästeblock den Hawaiianer und es wurde noch einmal versucht die Mannschaft mit lautem Gesang zu einem Dreier zu peitschen. Auf dem Rasen passierte leider aber nicht mehr viel- so teilten sich Aalen und die Elf von Trainer Schmidt die Punkte.

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Nach dem Spiel ging es diesmal etwas bequemer per Shuttle-Bussen zurück. Als sich am Bahnhof jeder noch mit ein paar Hoiben eingedeckt hatte, ging die Reise

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zurück ins BLAUE München. Wir erreichten die schönste Stadt der Welt gegen 00.30 Uhr- in der Boazn unsers Vertrauens ließ man die Nacht noch feucht fröhlich ausklingen.

SSV Jahn Regensburg (A) Am vergangenen Sonntag stand die, von den Medien zum Derby hochstilisierte Partei gegen SSV Jahn Regensburg in der Stadt an der Regen an. Um chaotische Zustände in den Zügen der Deutschen Bahn zu vermeiden, wurde ein Entlastungszug eingesetzt, welcher auch von einer Großzahl an Löwenfans genutzt wurde. Angekommen in der Hauptstadt der Oberpfalz sammelte man sich am hiesigen Bahnhof, um per Fußmarsch gen Jahnstadion

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zu ziehen. Rückblickend kann zurecht behauptet werden, dass dieser Marsch ein recht ansehnliches Bild abgab und man so schon erste Akzente in Regensburg setzen konnte. Angekommen am Stadion, musste man sich schon fragen, ob denn die Regensburger Verantwortlichen wirklich schon zweitligatauglich sind. Bei offiziell 4000 mitgereisten Löwenfans derart wenig Personal bei den Einlass-


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kontrollen zu haben, grenzt schon fast an eine Frechheit. Unglaublich lange Wartezeiten hatten zur Folge, dass nicht wenige Löwenfans erst zur 2. Halbzeit in den zu diesem Zeitpunkt schon gnadenlos überfüllten Gästeblock gelangen. Die schlechten Sichtverhältnisse im Löwenblock waren dann sicher später auch ein Grund dafür, warum trotz dieser Masse an Löwenfans der Support mangelhaft war. Aber alles der Reihe nach. Nachdem man nun endlich in der Mitte des Gästekäfigs angekommen war, machte man sich an die üblichen Vorbe-

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reitungen fürs Spiel. Die folkloristischen, unfreiwillige komischen „Hymnen“ des SSV, welche über die Lautsprecher abgespielt wurden, sorgten für Kurzweil bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wie auch die Spiele zuvor protestierte man gegen das DFL Sicherheitskonzept, in dem man die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden auf Stimmung und Fahneneinsatz verzichtete. Hier nochmal ein fettes Merce an alle, dass ihr so gut mitgezogen habt! Wenn wir zusammen stehen, kann uns kein Politiker-Hosenbrunzer, kein Medien-Hanswurscht und auch kein ach so fanfreundlicher Vereinsverantwortlicher ans Bein pissen! WIR FANS SIND SECHZIG MÜNCHEN! Nach dem die letzten Sekunden gemeinsam runtergezählt waren, begann man unsre Münchner Löwen laut stark zu unterstützen. Zudem rauchte es ein paar Minuten später „a bissl“ im

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Löwenblock, was Schiedsrichterin Barbara Salesch, pardon Bibiana Steinhaus veranlasste, die Partie für ein paar Sekunden zu unterbrechen und Löwenkapitän Bierofka in Richtung des Gästeblocks zu schicken. Weswegen man aber bei etwas Rauchentwicklung im Gästeblock, der vom Spielfeld durch eine ca. 30 bis 40 Meter breite Laufbahn entfernt ist, das Spiel unterbrechen muss, bleibt wohl ihr Geheimnis. Als sich die Lage „beruhigt“ hatte, wurde das bis dahin schon schwache Spiel im ausverkauften Rund des Jahnstadions fortgesetzt. Sicher war der Rasen an dem Tag nicht der beste, doch ließen unsre Löwen jeglichen Spielwitz vermissen, wodurch man dann endlich froh war, in der Halbzeitpause sich mit Brat-

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würscht und Light-Bier (Juhu) zu versorgen. Bis dahin die Stimmung im Löwenblock eher unterdurchschnittlich, was aber vom Anhang der Regensburger auch nicht genutzt wurde, um das nominelle Heimspiel (es waren gefühlt mehr Löwenfans im Stadion als Jahn-Anhänger) auch zu einem wirklichen Heimspiel zu machen. Die zweite Halbzeit plätscherte genauso wie die erste vor sich hin, ehe Schindler einen Jahnspieler um Strafraum zu Fall brachte und Bibi Steinhaus daraufhin auf Elfmeter entschied, welcher auch verwandelt wurde. Zum Glück konnten die Löwen kurz vor Schluss den Spielstand durch Stoppelkamp egalisieren, was dann aber auch gleichzeitig den Endstand von 1:1 bedeutet im mittlerweile arg verschneiten Regensburg. Nachdem Spiel kam es abermals zu langen Wartezeiten im Gästeblock, da man zum Verlassen des Sektors sich wie die anderen 4000 Löwen durch eine ca. 2 Meter breite Zaunöffnung in der Mitte des Gästeblocks zwängen musste. Kaum vorzustellen, was hier bei einer Massenpanik geschehen könnte. Wie so ein Stadion, welches sich im Stadtgebiet befindet und nur wenige Parkplätze aufweisen kann, eine Genehmigung


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für die Zweite Liga bekommen kann, ist wahrlich seltsam. Was dieses Stadion im Gegensatz zum Sechzgerstadion (OK, die Rasenheizung mal ausgenommen) so besser macht, bleibt mal dahingestellt. Zumindest muss man seine Notdurft im Grünwalder nicht auf völlig versifften DixiKlos verrichten.

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schon wieder verflogen ist, oder die Qualität der Mannschaft einfach nicht reicht, um gegen den Tabellenachtzehnten drei Punkte zu holen. Getreu dem Motto: „The same procedure as every year“

Nach erfolgreichem Verlassen des Gästeblocks machte man sich auf den Weg zum Hauptbahnhof, wo man den bereitstehenden Entlastungszug Richtung blaue Landeshauptstadt bestieg. Stellt nun abschließend die Frage, ob der Trainerwechsel-Effekt

Demonstration für Kennzeichnungspflicht

5 Jahre nach den Vorfällen beim Amateurderby Am 9. Dezember des Jahres 2007 kam es nach dem Amateurederby im Grünwalder Stadion zwischen den kleinen Roten und der Zweitvertretung unserer Münchner Löwen zu ungeheuren Vorfällen hinter der Westkurve. Schwarzuniformierte, bis zur Unkenntlichkeit militarisierte USK-Truppen schlugen nach Beendigung der Blocksperre wahllos auf Löwenfans aller Couleur ein und traktierten dutzende Löwen mit Pfefferspray. Trotz mehrerer An-

zeigen gegen Unbekannt bezüglich Körperverletzung im Amt und medialem Echo wurde bis heute seitens der Polizei keine Aufklärung der genauen Umstände des 9.12.2007 betrieben! Hinzu kommen eine Menge Ungereimtheiten wie ein geheimes Treffen des damaligen Einsatzleiters mit den polizeiinternen Ermittlern unmittelbar nach den Vorwürfen des unverhältnismäßigen Einsatzes, unvollständige Videosequenzen von über einer Minute,

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verschwundene Videobeweise, sowie die unerklärbare Löschung der dazugehörigen Zugriffslisten auf den jeweiligen Dokumentationscomputern! Deswegen riefen die Löwenfans gegen Rechts am 8.12.2012, also knapp 5 Jahre nach den unfassbaren Vorfällen zu einer Demonstration auf, um auf diese Missstände innerhalb der Exekutive und der Judikative unseres Landes aufmerksam zu machen. Unter dem Motto „Nichts zu verbergen, nichts zu befürchten – Kennzeichnungspflicht Jetzt!“

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versammelten sich rund 200 Löwenfans, um per Fußmarsch und unterstützt von einem Lautsprecherwagen durch die Straßen Giesings zu ziehen. Mit allerlei sachbezogenem Material zog man schließlich vor die Kassenhäuschen des Grünwalder Stadions, wo zum Abschluss noch eine kurze Kundgebung abgehalten wurde. Herbert Schröger (LFGR), Marco Noli (AG Fananwälte) und ein aus Solidarität angereister Herr aus Rosenheim, der wie seine Familie ebenfalls Opfer von Polizeigewalt wurde, sprachen sich für Gerechtigkeit sowie die Kennzeichnungspflicht bayerischer Beamter aus. Fazit: Trotz eisiger Temperaturen konnten sich die Löwenfans nicht davon abbringen lassen, für Gerechtigkeit zu kämpfen! Wenn nicht vor dem Bundesverfassungsgericht, dann eben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte! No Justice, No Peace!!!

WORTE AN DIE KURVE Die Weichen gestellt der E.V. bald mit neuer Satzung Bereits seit Jahren beschäftigt man sich beim TSV mit einer Satzungsänderung. Diese war

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aber letztendlich stets aufgrund der Machtverhältnisse innerhalb der Delegiertenversammlung zum


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Scheitern verurteilt. Im März dieses Jahres (ausführliche Berichte in ZuGaBe 12&13) entschied man sich im Rahmen der ordentlichen Abteilungsversammlung zu einer Abkehr vom Delegiertensystem sowie zu einer Streichung der Blockwahl des Aufsichtsrates zugunsten einer Wahl der einzelnen Aufsichtsratskandidaten. Die seitdem amtierenden Delegierten, die allesamt über die von Pro1860 aufgestellte Liste gewählt wurden, haben es sich bei Antritt auf die Fahne geschrieben, für demokratischere Strukturen im Verein zu stehen - sich somit also selbst abzuschaffen. Auf einen zur Diskussion gestellten Entwurf einer möglichen neuen Satzung durch das Präsidium haben sich engagierte Delegierte mehrmals zusammengesetzt und diese erweitert. Nun steht die neue Satzung in den Startlöchern: Aller Voraussicht nach wird es Anfang 2013 zu einer außerordentlichen Delegiertenversammlung kommen. Entscheiden sich drei Viertel der anwesenden stimmberechtigten Delegierten für die neue Satzung, tritt diese mit Wirkung der Eintragung ins Vereinsregister in Kraft. Das alte System wäre damit pasé, die sogenannte Mitgliederversammlung als obers-

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tes beschließendes Vereinsorgan zugunsten des Mitspracherechts jedes einzelnen Vereinsmitgliedes eingeführt! Zudem würde die Wahl der Verwaltungsräte (ehemals Aufsichtsräte) nicht mehr in Form der bereits angeschnittenen kollektiven Blockwahl stattfinden. Der Einzelwahl der Verwaltungsräte stünde nichts mehr im Weg. Ein weiterer Änderungspunkt ist die Einführung des sog. außerordentlichen Mitgliedes, welches zu einem günstigeren Mitgliedsbeitrag Teil der Löwenfamilie werden kann, ohne dabei jedoch ein Stimmrecht zu besitzen. Zusammengefasst kann man also sagen, dass sich derzeit Einiges bewegt. Neben den drei bereits angeschnittenen Änderungen der Satzung, sind weitere durchaus sinnvolle Maßnahmen vorgesehen, die allesamt auf die Stärkung des E.V. abzielen und bisher fragwürdige Erscheinungen und schwammige Strukturen neu zu definieren versuchen. Das neue Jahr wird uns also zeigen, in welche Richtung es geht und ob die derzeitigen Delegierten im Sage und Schreibe zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Vorzüge demokratischer Strukturen erkannt haben.

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HISTORY Dir größten Erfolge der Löwen im Pokal Der Traum lebt jedes Jahr auf’s Neue – der Traum vom Gewinn des DFB-Pokals im Berliner Olympiastadion. FC Hennef 05 und Berliner AK 07 hießen die glanzvollen Namen der bisherigen Pokalrunde, nächste Woche folgt der VfL Bochum. Doch die wirklichen Erfolge im Pokal, die Titelgewinne 1942 und 1964, sind viele Jahrzehnte her – nun ist es mal wieder an der Zeit, darauf zurück zu blicken! Teil 2 / 2 - 1964: Die Münchner Löwen zum zweiten Mal Pokalsieger Am Ende der Bundesliga-Premierensaison 1963/1964 stand der

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zweite große Titel für den TSV 1860 - zum zweiten Mal deutscher Pokalsieger! Dabei konnte sich die Mannschaft um Trainer Max Merkel glücklich schätzen, dass Finale überhaupt erreicht zu haben. Erst fünf Minuten vor Schluss fiel im Halbfinale gegen den Regionalligisten Altona 93 der 1:1 Ausgleichstreffer, ehe in der Verlängerung der Knoten platze und Altona schließlich mit 4:1 nach Hause geschickt wurde. Gegner im Finale war Eintracht Frankfurt, der Tabellendritte in der Abschlusstabelle (die Löwen wurden Siebter), gespielt wurde


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im Stuttgarter Neckarstadion, das laut Merkel einem „kochendem Nudeltopf“ glich. In der Woche vor dem Finalspiel herrschte eine Mordshitze in Deutschland, Temperaturen um die 40 Grad waren keine Seltenheit. Als sich Merkel einige Tage vor der Partie beim Wetteramt erkundigte und keine Abkühlung der Temperaturen in Sicht war, schmiss er kurzerhand alle Planungen über den Haufen und fuhr mit der Mannschaft bereits am Dienstag nach Stuttgart. Dort ließ er jeden Tag von 11 bis 13 Uhr trainieren, die Spieler monierten und nannten ihn einen „unbarmherzigen Hund“. Doch Merkel grinste: „I bin froh, daß so haaß is. Weil, wenn i net froh wär, dann wär‘s a haaß ...“. Die Eintracht reiste erst einen Tag davor an und Merkels Trainingseinheiten sollten Wirkung zeigen. Der 13. Juni: Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase baute Frankfurt mehr und mehr ab, den Löwen schien die Hitze absolut nichts auszumachen. Der TSV nach einer Verletzung von Rudi Steiner nach 10 Minuten praktisch nur noch mit zehn Mann (damals gab es noch keine Auswechselungen), doch Frankfurt blieb schwach. „Mit ihren Gummiknien hatten sie uns nichts entgegenzusetzen“, so Merkel - das 1:0 durch Wilfried Kohlars

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zwei Minunten vor der Halbzeit die logische Konsequenz. Als die Mannschaft die Kabine betrat, erwartete sie eine erfrischende, sauerstoffreiche Luft, bereits seit einer Stunde lief nämlich kaltes Wasser aus den Duschen. Zusätzlich lies der Trainer aus zehn Pfund Rindfleisch eine salzhaltige Suppe vorbereiten, die den Salzverlust der Spieler egalisierte. 20 Minuten später waren die Frankfurter endgültig stehend K.O. und Rudi Brunnenmeier schoss das 2:0. Kurz vor dem Ende fiel fast sogar noch das 3:0. Dann war es vollbracht, Brunnenmeier hob die Trophäe in die Luft und die Löwen waren zum zweiten Mal Pokalsieger! In München erwartete die Löwen eine große Siegesfeier und wurden von Oberbürgermeister Dr. Vogel gebührend empfangen. Als Petar Radenkovic um eine Ansprache gebeten wurde, machte er es kurz und bündig: „Will ich nicht viel sagen, sprechen wir uns wieder im Europapokal!“ Mannschaft: Radenkovic - Wagner, Steiner - Zeiser, Stemmer, Luttrop - Kraus, Kohlars, Brunnenmeier, Küppers, Heiß Trainer: Merkel

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KURZ UND KNAPP - Alle am Mittwoch nach Bochum, es geht um was! - Anträge „Sicheres Stadionerlebnis“ allesamt durchgewunken, auch unser Verein hat trotz mehreren Fangesprächen dafür gestimmt. Bevor jetzt aber voreilig Schlüsse gezogen wer den, empfehlen wir jedem dazu die Stellungnahme des Fanrats durchzulesen! - Schöne Winterpause Löwen!!!

IMPRESSUM ZuGaBe der Giasinga Buam 1860 Auflage: 750 Stück Herausgeber: Szene Giesing e.V. Postfach 950273 in 81518 München Online: www.giasinga-buam.de Für Fragen, Kritik oder Anmerkungen wendet euch an: kontakt@giasinga-buam.de foerderkreis@giasinga-buam.de auswaerts@giasinga-buam.de newsletter@giasinga-buam.de shop@giasinga-buam.de blauemeute@giasinga-buam.de

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