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LIPSIA JOURNAL Heft 41

November 2019

Das vereinsblatt des leipziger rassegeflügelzüchtervereins 1869 e. v.

Rund um die LIPSIA Bundesschau

TRADITION NEU ERLEBEN


Ehrentafel des Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V.

Ehrenvorsitzende Walter Göserich

09328 Lunzenau

Dr. Lothar Heinrich 04451 Borsdorf

Ehrenmitglieder Christoph Günzel

Haselbachtal

Andre Kaldenhoff

Leipzig

Prof. Dr. H.J. Schille Radebeul

Michaela Heinke

Leipzig

Günter Zwintscher

Lucka

Dr. Gabriele Leuphold Leipzig

Günter Schneider

Viernau

Wolfram John

Oberschöna

Dietmar Kleditsch

Kamenz

Reiner Fuchs

Auerbach

Reiner Wolf

Schönfeld

Matthias Beutel

Zwebendorf

Dr. Manfred Golze

Bockelwitz

Jürgen Voß

Großstolpen

Bernd Dietrich

Taucha

Heiko Metzlaff

Löbschütz

Günter Matthäi

Leipzig

Heinz-Günter Sallas Leipzig Werner Karge

Leipzig

Horst Linke

Leipzig

Siegfried Oswald

Leipzig

Brigitte Heinrich

Borsdorf

Dr. Karin Göserich

Lunzenau

Helga Schlegel

Leipzig

Urs Freiburghaus

Grosshöchstetten


Vorwort

Liebe Mitglieder,

in Kürze findet die 123. „Leipziger Rassegeflügelschau- LIPSIA“ in den Hallen der Leipziger Messe statt. Ihr angeschlossen sind die Fachverbandsschauen des VHGW, des VZV, des VDT und die Landesverbandsschauen Sachsen. Der Zuspruch der Aussteller ist groß. Aus Platzgründen konnten wir nicht alle Anmeldungen berücksichtigen. Das bedauern wir sehr! Aber wir haben rechtzeitig informiert, dass bei Erreichen der Kapazitätsgrenzen auch vor dem Meldeschluss keine Meldungen mehr berücksichtigt werden können. Die Reaktionen der nicht berücksichtigten Züchter sind sehr unterschiedlich. Aber damit mussten wir rechnen. Ein weiteres Problem ist, dass wir immer mehr Schwierigkeiten haben, ausreichend Mitarbeiter für den Auf- und Abbau der Ausstellung gewinnen zu können. Auch das schränkt unsere Kapazitäten ein. Hier benötigen wir die Hilfe unserer Mitglieder!

Das Jahr 2019 ist durch unser 150zigstes Gründungsjubiläum geprägt. Zahlreiche Glückwünsche erreichten unseren Verein. Die Leistungen der Vergangenheit sind Ansporn und Verpflichtung zugleich! Die jährliche LIPSIA Ausstellung hat sich immer mehr zu einem internationalen, großen Züchtertreffen entwickelt. Zahlreiche Zuchttiere wechseln den Besitzer Die Besucher kommen aus der ganzen Welt. Es ist unser Anliegen, dass sie zufrieden in ihre Heimatorte bzw. Heimatländer zurückkehren. Unser gegenwärtiges Niveau zu halten bzw. zu erweitern, wird nicht leicht werden. Es kann nur durch Mithilfe Aller zu schaffen sein.

Ich wünsche die erhofften Zuchterfolge und freue mich auf ein Wiedersehen auf der LIPSIA!

Dr. Lothar Heinrich


Vorstand Vorstand des Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V. 1. Vorsitzender

Dr. Lothar Heinrich

03429138707

2. Vorsitzender

Dirk Neumann

015222635877

1.Kassierer

Dr. Gerald Sehmisch

015165106068

1. Schriftführer

Steffen Kretzschmar

03526883733

stellv. Kassierer

Lutz Witt

stellv. Schriftführer

Jens Vogel

Archivar

Dr. Lothar Heinrich

Ringwart

Dr. Gerald Sehmisch

Vorsitzende Revisionskommission

Christoph Taubert

Beisitzer

Doreen Kalusok, Frank Damm, Wolfgang Browarzik, Michael Ferl

Zuchtwart Groß- u. Wassergeflügel

Dr. Manfred Golze

Zuchtwart Hühner

Bernd Dietrich

Zuchtwart Zwerghühner

Ruben Schreiter

Zuchtwart Tauben

Matthias Beutel

LIPSIA

Ausstellungsleiter

Timo Berger

stellv. Ausstellungsleiter

Dr. L. Heinrich, D. Neumann, Dr. G. Sehmisch

AusstellungKassiererin

Doreen Kalusok

Techn. Leiter

Matthias Beutel

stellv. Techn. Leiter

Bernd Ferl

034341 44496


Informationen Tauben

Bernburger Trommeltauben Heimatrasse aus Sachsen-Anhalt Eine der imposantesten Trommeltauben sind die Bernburger Trommeltauben, welche sich in diesem Jahr zur LIPSIA-Bundesschau im Wettbewerb um den Goldenen Siegerring messen. Foto: Rudi Proll

ErzĂźchtet wurde diese Rasse im 18. Jahrhundert aus Doppelkuppigen Trommeltauben und gemĂśnchten Farbentauben. Zentrum der Zucht war und ist heute Sachsen-Anhalt und im Besonderen der Raum um Bernburg, welcher den Trommeltauben auch ihren speziellen Namen gab. Mittlerweile haben die Trommeltauben Freunde und Liebhaber in ganz Europa sowie in den USA gefunden.


Informationen Tauben

Die Bernburger Trommeltauben gehören zu den selteneren Trommeltauben, welche wir auf Ausstellungen antreffen. Nichtdestotrotz beeindrucken sie durch ihre Gestalt und ihre Trommelstimme. Die „Bernburger“ sind eine große, starke, tief gestellte und reich befiederte Taube mit fast waagerechter Haltung und ausgeprägter Kopfstruktur sowie starker Belatschung. Foto: Tom Moss

Der Kopf ist Kräftig, breit, mit aufrecht stehender und möglichst hoch sitzender, federreicher, breiter Rundhaube mit oder ohne seitliche Wirbel. Eine Kimme ist erwünscht. Die Nelke ist federreich mit ovaler Form und möglichst allseitig geschlossen. Der größere vordere Teil bedeckt die Schnabelwarzen. Ein Unterbau ist erforderlich, damit die Sichtfreiheit gewährt wird. Die Bernburger Trommeltauben haben dunkle Augen mit einem schmalen und hellen Rand. Der Hals ist kurz und dick und weist eine volle Kehle auf. Eine tief getragene und breite Brust sowie ein breiter Rücken mit etwas abfallender Haltung sind markante Rassemerkmale. Dabei sollen die Flügel kräftig und breit sein und den Rücken gut decken. Der Schwanz ist lang und hat Federn.


Informationen Tauben

Die kurzen Beine, welche lang und dicht belatscht sind sowie ohne LĂźcken und zur Seite gerichtet sind und an die langen Geierfedern anschlieĂ&#x;en, runden das imposante Gesamtbild der Bernburger Trommeltauben ab. Foto: Tom Moss

Foto: Tom Moss


Informationen Tauben Foto: Tom Moss

Die Trommeltauben aus Bernburg sind in den Farbenschlägen Schwarz, Rot, Gelb, Blau mit schwarzen Binden, Blaugehämmert anerkannt. Sehr kontrastreich stellt sich die Mönchzeichnung mit dem weißen Kopf und 710 weißen Schwingen dar. Die optimale Schildrundung erreichen sie bei 8-9 weißen Schwingen.


Rasse des Jahres 2019 im BDRG

Zwerg Hamburger Die Zwerg-Hamburger sind edle Formenhühner mit schnittiger fasanenartiger Form. Sie wirken fein und anmutig mit langem Gefieder, glänzenden Farben und edlem Kopf mit Rosenkamm, der in einem waagerecht oder leicht steigenden runden Dorn endet und zu dem Körper passenden großen dicken weißen Ohrscheiben. Sie haben eine schlanke, freistehende fast waagerechte Körperhaltung mit flüssigem Übergang zur leicht ansteigenden Schwanzpartie. Die Hähne wünschen wir uns mit voller Schwanzpartie mit breiten Sicheln und gut ausgebildeten Nebensicheln. Sie sollten möglichst abgerundet enden und nicht schleppend getragen werden. Die Hennen mit fast waagerechtem langen, walzenförmigen Körper, geschlossenem Schwanz mit leicht gebogenen Deckfedern. Ihre beachtliche Legeleistung bei Eiergewichten von 35 - 40 Gramm betragen 130 bis 160 Eier pro Jahr. Der Zuchtstand der einzelnen Farbenschläge.


Rasse des Jahres 2019 im BDRG Silberlack Die Zwerg Hamburger Silberlack sind nach 125 Jahren Geschichte immer noch das Aushängeschild und der weitaus verbreitetste Farbenschlag. Der Wettbewerb um den Siegerring 1968 brachte eine große Verbesserung der Qualität mit sich, so galt es nach diesem Großereignis und den großartigen Zuchterfolgen, das Erreichte zu erhalten, zu festigen sowie weitere Zuchtziele voranzutreiben. Hier waren im Wesentlichen zu nennen: Bei den Hähnen die Kämme, Kehllappen, Rückenlinie, Ohrscheiben, saubere Grundfarbe, Hals und Sattelzeichnung. Bei den Hennen, eine klare voll gezeichnete Kehlzeichnung, saubere Grundfarbe, Tupfengröße und eine klare nicht überladene Zeichnung. Bei den Hähnen konnten die Kämme und Kehllappen zwar in den folgenden Jahren deutlich verbessert werden, jedoch waren hier immer wieder Rückschläge hinzunehmen. Immer wieder zu beanstandende Punkte waren die Körperhaltung, Rückenlinie und die Flügelhaltung. Auch hier konnten nur langsam Fortschritte erzielt werden. Stärkste Beachtung widmeten wir der sauberen Grundfarbe, jedoch konnten hier schnell durch die Hinweise der Preisrichter Erfolge erzielt werden. Bei den Hennen bereiteten uns die dunklen Hinterköpfe immer wieder große Probleme, eine Folge der vollen Kehlzeichnung. Als zu dunkel ist zu bezeichnen, wenn die Federn im Hinterkopf kein weiß mehr zeigen. Auch hier waren, wenn auch mühsam, Erfolge zu verzeichnen. Das gleiche trifft bei der klaren nicht überladenen Zeichnung zu. Ziel ist es, eine breite Feder mit rundem Tupfen am Ende zu züchten. Bei breiter Feder ist naturgemäß der Tupfen auch größer und das Farbbild wirkt dunkler, deshalb sind Tiere mit großen Tupfen und folge dessen etwas überladener Zeichnung nicht zu strafen und für die Zucht besonders wertvoll. Hier ist ein guter Mittelweg anzustreben. Bei den Großschauen und Hauptsonderschauen waren in all den Jahren recht gleichmäßige Kollektionen der Silberlack zu bewundern. Die Wiedervereinigung Einen neuen großen Schub brachte die Wiedervereinigung und die Vereinigung der beiden SV mit sich. Bei den ersten Hauptsonderschauen standen mit Rekord-Meldeergebnissen von fast 400 Tieren erstmals über 200 Silberlack. Die Zuchtstände in beiden Teilen Deutschland waren sehr gleich, und so vollzog sich auch im gemeinsam zusammengeführten Sonderverein die Zucht und Bewertung vollkommen reibungslos. Die bisherige Zuchtarbeit setzte sich fort und so konnten weitere Fortschritte erzielt werden. Bei den Hähnen haben sich die Formen stark verbessert. Nur selten mussten Tiere zurückgesetzt werden. Auch farblich gab es kaum Versager. Starke Fortschritte sind gerade in den letzten Jahren in der vollen Schwanzbesichelung erfolgt. Auch ein Dauerproblem, die Kehllappen,


Rasse des Jahres 2019 im BDRG haben sich deutlich verbessert, wenn auch leichte Falten im Kehllappenansatz nicht zu strafen sind. Bei den Hennen sind die dunklen Hinterköpfe fast verschwunden – und das bei weiterhin guter Kehlzeichnung. Auch sind die Tiere trotz breiter Feder etwas offener in der Zeichnung geworden. All diese Fortschritte sind sicher auch Dank der wegweisenden Beurteilung unserer zahlreichen Sonderrichtern bei den Ausstellungen erzielt worden. Ihnen gebührt ein besonderes Lob und gleichzeitig ein Dankeschön für ihre Tätigkeit. Auch haben die Großereignisse 2008 usw. einen weiteren Schub in der Qualität gebracht. So können wir heute höchste Anforderungen stellen. Die Hähne zeigen sich in der gewünschten langen fast waagerechten Form mit feinem Kopf, schönen dicken weißen Ohrscheiben und klarer Zeichnung. Bemerkenswert die schönen vollen Schwanzpartien mit sauberer Grundfarbe. Auch sind nur selten faltige Ohrscheiben zu bemängeln. Auch die Hennen mit der lebhaften Ausstrahlung mit schöner langer Form mit besten Köpfen, bei breiter Feder, runde Tupfen und klarer offener Zeichnung. Es muss natürlich beachtet werden, dass ein Tier mit breiter Feder, dadurch ein größerer Tupfen, selbstverständlich etwas dunkler wirkt. Nur noch selten sehen wir Hennen mit zu dunklen oder schwarzen


Rasse des Jahres 2019 im BDRG Köpfen. Ein besonderer Dank gilt aber den Züchtern, dass sie immer wieder mit Mut und Energie die neuen Ziele angepackt haben, auch wenn es häufiger Rückschläge gab. Dadurch können wir heute auf eine erfolgreiche Zucht bei den Silberlack zurückblicken. Auch weiterhin wünschen wir den Zuchtfreunden viel Erfolg in der Zucht und bei den Ausstellungen, vor allem aber viel Freude mit ihren Silberlack-Zwergen. Die Goldlack Die Goldlack haben eine wechselhafte züchterisch Entwicklung durchlaufen. Sie wurden zwar schon um 1900 erwähnt, es befassten sich aber nur wenige Züchter mit diesem Farbenschlag. Die Zeichnung ist die gleiche, wie bei den Silberlack, nur mit dem Unterschied, dass die Grundfarbe goldbraun und die Schwanzpartie rein schwarz verlangt wird. Die Goldlack sind von ihrer Legeleistung und vom Ei-Gewicht den Silberlack noch deutlich überlegen. In den zwanziger Jahren konnten bei verschiedenen Schauen Goldlack Zwerge angetroffen werden. Figürlich wird von brauchbaren Tieren berichtet, wenngleich auch die meisten etwas groß waren. Farblich konnten die Tiere wohl gefallen, jedoch ließ die Tupfenzeichnung noch viele Wünsche offen. Auch nach Gründung des Sondervereins 1933 waren sie nur selten zu sehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie fast ganz verschwunden. Lediglich von den Zuchtfreunden Gockel aus Bad Dürrenberg und Lindemann aus Schüttorf ist bekannt, dass sie noch Goldlack-Zwerge züchteten. Alfred Schweitzer nahm sich schon Anfang der sechziger Jahre diesem Farbenschlag an und zeigte recht schöne Tiere. Die Tupfenzeichnung ließ aber auch noch viele Wünsche offen. Ende der sechziger Jahre nahmen sich dann die Zuchtfreunde Haubrich Bornemann, Kühne, Neumann und Schumann diesem schönen Farbenschlag an. Schon in kürzester Zeit konnten deutliche Zuchterfolge erzielt werden. Bei der Deutschen Junggeflügelschau 1969 in Hannover erhielt ein figürlich sehr schöner Hahn mit schon beachtlicher Tupfung das „Blaue Band“. Figürlich machten uns die Goldlack am wenigsten Schwierigkeiten. Bei den Hennen bereitete uns die Brustzeichnung große Probleme. Auch zeigen die Goldlack den kräftigsten Grünlack von allen Farbenschlägen, wobei hier und da aber auf violette Bänderung zu achten ist. Die Köpfe dagegen waren den anderen Farbenschlägen deutlich überlegen. Sehr schöne dicke runde Ohrscheiben bei beiden Geschlechtern, sowie vollkommen glatte Kehllappen sind keine Seltenheit. Auch die Brustzeichnung hat sich gerade in den letzten Jahren sehr stark verbessert, diese ist heute bei den meisten Tieren bei beiden Geschlechtern kaum noch zu beanstanden. Von allen Farbenschlägen


Rasse des Jahres 2019 im BDRG zeigten sich in den letzten Jahren die Kollektionen der Goldlack am gleichmäßigsten und erfreuten so manchen Züchter und Betrachter. Leider haben wir nur wenige Züchter dieses Farbenschlages. Wünschen wir doch diesem schönen, heute gut durchgezüchteten Farbenschlag, weitere neue Liebhaber und Züchter.

Goldsprenkel Schon weit vor 1900 wurde von den Hamburger-Sprenkel-Hühnern in Büchern berichtet. Einer Verzwergung der beiden Farbenschläge wurde aber in Deutschland nicht nachgegangen. In Holland sind die Gold- und Silbersprenkel schon sehr lange anerkannt und so standen schon 1947 in Enschede mehrere Tiere beider Farbenschläge. Im Jahre 1991 erfolgte dann die Anerkennung der Goldsprenkel auf der Ausstellung in Hannover. Nun galt es diese Zuchten zu festigen und der Musterbeschreibung entsprechend zu verbessern. Sie erfreuen sich einer großen Beliebtheit und haben entsprechend heute einen verhältnismäßig hohen Zuchtstand erreicht. Die Hähne sollen gleichmäßig am ganzen Körper goldbraun mit glänzenden Flügeldecken sein - die Steuerfedern schwarz und die Sicheln schwarz mit schmaler goldbrauner Säumung. Bei den Hennen dagegen sollen die Federn mit Ausnahme des Halsbehangs, mit schmalen schwarzen, grünglänzenden Wellenbändern, möglichst im Verhältnis 1 : 1 sein, und sich gleichmäßig von Feder zu Feder fortsetzen und bandartig


Rasse des Jahres 2019 im BDRG über den ganzen Körper ziehen. Diese Ziele konnten schon sehr schnell verwirklicht werden. Noch zu verbessern ist die Bänderung in der Brust und der Kammdorn, insbesondere bei den Hähnen, sollte nicht stärker abfallen. Auch auf die Ohrscheiben ist zu achten, die besonders bei den Hennen noch etwas klein und zu dünn sind. Silbersprenkel Zur gleichen Zeit bemühte sich unser Altmeister Karl Fischer um die Anerkennung der Silbersprenkel. Mit Unterstützung der Zuchtfreunde Uwe Seidemann und Josef Langfermann wurde 1993 die Anerkennung der Zwerg-Hamburger-Silbersprenkel ausgesprochen. Die Hauptfarbe ist bei den Silbersprenkel silberweiß und die Zeichnung entspricht den Goldsprenkel. Bei den Silbersprenkel bereitet ähnlich wie bei den Weißen die Grundfarbe das größte Problem. Immer wieder trifft man schöne Tiere mit fehlerhaftem gelben Anflug an. Die Hähne sollten eine noch gestrecktere längere Form aufweisen. Bei den Hennen ist noch eine bessere Wellenbänderung in der Brustzeichnung anzustreben. Ebenso sollten wie auch bei den Goldsprenkel Ohrscheiben etwas dicker sein. Leider haben sich nur sehr wenige Züchter diesem Farbenschlag verschrieben.


Rasse des Jahres 2019 im BDRG Die Schwarzen Schon in den zwanziger Jahren beschäftigte man sich mit der Herauszüchtung der schwarzen Zwerg Hamburger. Von allen Gremien und Fachleuten wurde von der Herauszüchtung und Anerkennung wegen der Verwechselung von Bantam und schwarzen Hamburgern abgeraten. Unsere Argumente 1972 bei dem Antrag auf Anerkennung lauteten eindeutig: „Bei dem großen Unterschied in der Form, der Flügelhaltung und dem Schwanzaufbau ist eine Verwechslung auszuschließen“. Große Anerkennung erhielten wir selbst von dem Altmeister Georg Beck, der unseren Argumenten folgte und sich für die Anerkennung aussprach. Dank gilt insbesondere der Familie Tapken, die sich seinerzeit außerordentlich für die Schwarzen eingesetzt hat. Von den schwarzen Zwerg-Hamburgern verlangen wir in verstärktem Maß die schnittige, elegante Fasanenform und die Hähne mit voller Besichelung. Feine Hennen müssen leicht gebogene Schwanzdeckfedern zeigen. Auch die markanten Kopfpunkte sollen bei diesen einfarbigen Tieren besonders zum Tragen kommen. Ein edler Kamm und große, dicke, weiße Ohrscheiben sowie ein leuchtendes rotes Gesicht mit dunklen Augen sind zu fordern. Die Größe der Ohrscheiben

sollte dem Tier angepasst und beim Hahn etwa der Größe eines 2 €Stückes sowie bei der Henne eines 10 Cent-Stückes entsprechen. Die Läufe sind satt schieferfarbig. Die rein schwarze Farbe des Gefieders soll durch ihren käfergrünen Lackglanz hohen Ansprüchen gerecht werden. Bei den Hähnen bereiteten sich doch weitaus mehr Schwierigkeiten. Tiere mit abfallender Körperhaltung, Steilschwanz und schlechter Flügelhaltung sind unerwünscht. Zu tief stehende Tiere sind bei beiden Geschlechtern zurück zu setzten und können die Note „sehr gut“ nicht erreichen. Auch in der Farbe und besonders beim Lack mangelte es so manches Mal. Mit den Kopfpunkten sind wir dagegen schon schnell vorankommen. In den letzten Jahren konnten wir in der Regel überragende Qualitäten bei den Ausstellungen bewundern. Es konnten höchste Ansprüche an die Tiere gestellt werden und sie wurden diesen gerecht. Beste lange Formen, mit lackreichem Schwarz und den edlen Köpfen mit den gewünschten großen dicken Ohrscheiben waren zu bewundern. Wünschen wir diesem Farbenschlag auch weiterhin den gewünschten Erfolg und freuen wir uns über diese eleganten schwarzen Zwerg-Hamburger.


Rasse des Jahres 2019 im BDRG Die Weißen Den Weißen haben sich verhältnismäßig wenig Züchter angenommen. Es liegt wohl in erster Linie an der geforderten weißen Grundfarbe, die in der Regel ein Waschen vor der Ausstellung erforderlich macht. In der Musterbeschreibung verlangen wir in der Farbe reines silberweiß. Die Läufe schieferblau und etwas hellere Augen als bei den Schwarzen Farbenschlag. In den letzten Jahren konnten wir bemerkenswerte Kollektionen bei den Weißen auf den Ausstellungen bewundern. Starker gelber Anflug ist als grober Fehler einzustufen. Alle weiteren Kriterien haben dem Standard der Zwerg-Hamburger zu entsprechen. Der weiße Farbenschlag hat sich in der Palette der Zwerg-Hamburger gut eingefügt.

Die Blauen Bei den großen blauen Hamburgern sind neben den Schwarzen und Weißen auch die Blauen zugelassen. Zuchtfreund Friedbert Peter hat sich in den neunziger Jahren mit der Erzüchtung dieses Farbenschlages beschäftigt und sie zur Anerkennung vorgestellt. Dieser dann 1994 zugelassene Farbenschlag ist aus schwarzen und weißen ZwergHamburgern herausgezüchtet worden. Die Rassemerkmale bereiten bei der Züchtung nicht die größten Probleme, denn die Ausgangstiere sind fast


Rasse des Jahres 2019 im BDRG ausschließlich Zwerg-Hamburger. Wir konnten in den letzten Jahren wunderbare Blaue mit tollen Figuren und feinen Köpfen sowie schönen Ohrscheiben bei den Hauptsonderschauen und den Bundesschauen sehen. Die Farbe lautete bisher Blau und ist vor einigen Jahren im Rahmen der Europäischen Standardanpassung rasseübergreifend in „Blau Gesäumt“ umbenannt worden. Die neue Musterbeschreibung lautet nun: „Grundfarbe etwas dunkleres Taubenblau. Jede Feder mit mehr oder weniger dunkelblauem Saum. Hals- und Sattelbehang, Rücken und Flügeldecken des Hahnes sowie Halsbehang der Henne im Blau dunkler“. Diese Änderung kommt sicher den Züchtern entgegen. Leider gibt es nur wenige Zuchten unserer blauen Zwerg-Hamburger. Sonderverein Der Sonderverein der Züchter des Zwerg Hamburger Huhnes ist 1933 gegründet und 1958 aufgrund der politischen Lage in Westdeutschland zusätzlich als 2. SV ins Leben gerufen worden. Die Jahreshauptversammlungen fanden zunächst anlässlich der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover statt. Ebenfalls fanden die Sonderschauen fast ausschließlich auf den Bundesschauen statt. Im Jahr 1967 entschlossen wir uns die JHV in die Sommermonate zu verlegen. So fand 1967 die erste Sommertagung mit Jahreshauptversammlung in Thesen/ Westfalen statt. Mit ihren Familien treffen sich die Züchter in jedem Jahr zur Sommertagung mit Jahreshauptversammlung und der Hauptsonderschau. In der Regel organisiert von einem unserer Zuchtfreunde. Im Jahr 1973 organisierte erstmals unser Ehrenmitglied Bruno Haubrich die HSS in Limburg. Diese beiden Veranstaltungen sind die größten Ereignisse im Kreise der Zwerg-Hamburger Züchter. Sie sind zwar geprägt von den Gesprächen über unserer schönen Zwerg-Hamburger, jedoch kommen auch die privaten Gespräche nicht zu kurz. Sie fanden vom höchsten Norden in Burg bis zum tiefsten Süden im Rheinau bei Kehl und auch im Ausland bei unserem Zuchtfreund Zehnder in der Schweiz, statt. Man kann sie als kleine Familienfeste bezeichnen oder als einen Kurzurlaub, denn im Vordergrund stehen neben einer kurzen JHV oder der HSS die Freundschaften der Familien mit einem gemütlichen Miteinander. Bild Sommertagung Im Jahr 1979 legte der 1. Vorsitzende, Fritz Kühne, sein Amt in jüngere Hände und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seine Nachfolge übernahm der 2. Vorsitzende, Anton Schumann. Die größte Freude, auch für uns Geflügelzüchter und den Sonderverein, war im Jahr 1989 die Grenzöffnung und die Vereinigung der beiden


Rasse des Jahres 2019 im BDRG deutschen Staaten. Nun konnten wir endlich wieder vereint unsere Zusammenkünfte begehen, uns über unsere schönen Zwerg-Hamburger gemeinsam freuen und Tiere austauschen. Damit war die Möglichkeit einer Zusammenführung zu einem Sonderverein gegeben. Zum ersten Mal konnten wir gemeinsam die Hauptsonderschau 1990 in Großostheim beschicken. Sie wird für viele Zuchtfreunde unvergessen bleiben. Nach den entsprechenden Beschlüssen beider Sondervereine erfolgte 1991 die Zusammenführung des Sondervereins. Der Vorsitzende der SZG, Gerhard Bornemann, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt und Anton Schumann führte das Amt des Vorsitzenden im gemeinsamen Sonderverein weiter. Bei der folgenden Sonderschau 1991 in Hoya konnten wir 381 Zwerg-Hamburger bewundern. Eine Zahl, die wir wohl so schnell nicht wieder erreichen werden. Die weiteren großen Aktivitäten, wie der Große Preis der Zwerghuhnzucht und die Europaschauen trugen zu der Beliebtheit der Rasse bei. Dem Sonderverein, 1933 gegründet, gehören zurzeit über 100 Mitglieder an. Dies ist eine Folge von langjähriger erfolgreicher Arbeit des Sondervereins und ihrer Mitglieder mit dem Ziel, dass uns unser Hobby im heutigen sehr harten Alltagsleben Entspannung und Freude bringen möge. Die vielen Freundschaften der Züchterfamilien im gesamten Deutschland trugen zu der erfolgreichen Arbeit des Sondervereins bei. Wir hoffen auch weiterhin, dass sich die Mitgliederzahl weiter erhöht. Durch die Vielfalt an Farbenschlägen bietet sich jedem eine große Auswahl an Farbenpracht und Zeichnung, verbunden mit einer schönen eleganten Form und lebhaften Kopfpunkten vervollkommnen sie die ZwergHamburger. Interessierten Züchtern sind wir beim Aufbau einer ZwergHamburger-Zucht gern bereit zu helfen und würden uns freuen, wenn sie unserem Sonderverein beitreten. Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, erfahren Sie Näheres u.a. beim S.V. Vorsitzenden Stefan Heidrich Fotos Zwerg-Hamburger: Holger Schellschmidt


Informationen Groß- und Wassergeflügel

Die Aylesbury-Ente Der Entenhaltung kam noch bis in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts nicht die gleich große Bedeutung zu wie dies bei den Hühnern oder, um bei dem Wassergeflügel zu bleiben, Gänsen der Fall war. Interessant, da sie ja bereits in China etwa 2000 v.Ch. große Bedeutung hatte und zu dieser Zeit mit Enteneiern auch schon die künstliche Brut entwickelt wurde. Es sei zu beachten, dass dies ganz ohne das Vorhandensein eines Thermometers erfolgen musste. Das erste Gerät / Thermometer was Temperatur gemessen und angezeigt, wurde 1593 von Galileo Galilei, das erste Quecksilberthermometer von D.G. Fahrenheit 1686 entwickelt. (*1) Die römischen Ackerbauschriftstellen wie Columella, 36 n Chr., beschrieben zwar auch die Entenhaltung, aber vergleichsweise in geringem Umfang zu den Hühnern oder gar zu den Gänsen. Kaiser Karl der Große (742 – 814), der dem Geflügel eine große Bedeutung zukommen ließ, sah einen guten Fleischlieferanten, der lebend in den Ställen vorhanden und bei Bedarf schnell abzurufen war. In seinem bedeutenden Werk, der Landgüterverordnung, forderte er, dass auf den großen Hofgütern ständig ein Bestand von mindestens 100 Hühnern und 30 Gänsen zuhalten war, auf den Bauernhufen 50 Hühnern und 12 Gänsen. Die Enten wurden lediglich in einem Kapitel zusammen mit Spezial-, Wild- und Ziergeflügel einmal mit erwähnt. Auch Dürigen schreibt 1906, dass Enten sowohl in Europa als auch in Amerika und Asien gehalten werden, aber meist in kleinen Beständen. Dabei wurden zuerst Enten im Landententyp gehalten. Danach folgte die Zucht von Fleisch- und Mastenten. Wobei es sich in Frankreich um die Rouenente, in England um die Aylesburyente handelte. In Deutschland kam später die Deutsche Peking hinzu. Danach wurde in Deutschland die Entenhaltung in den 20iger und 30iger Jahren des letzten JH. erst einmal durch die Legeentenhaltung aktiviert. Da man den rohen Enteneiern aber die Gefahr der Paratyphusübertragung zuschreiben konnte, wurde der Verzehr von Enteneiern verboten. Nahezu ein Aus für die Legeentenrassen. Es muss eingeflochten werden, dass ein Verbot in dem Sinne nicht besteht. Enteneier müssen als solche auf der Packung gekennzeichnet sein. Darüber hinaus muss der Hinweis vermerkt sein "Vor dem Verzehr 10 Minuten kochen". Nach dem 2. Weltkrieg setzte dann auch eine spezialisierte Entenproduktion mit gezielten Zuchtprogrammen ein. Das waren in erster Linie erst einmal die aus Amerika nach Europa und Deutschland gekommenen Amerikanischen Pekingenten, die hohe Eierleistung und schnelles Wachstum vereinten.


Informationen Groß- und Wassergeflügel

Heute wird eine Wirtschaftsentenhaltung auf der Basis der Haus/Pekingente gestaltet, darüber hinaus die Moschus-oder Flugente und die Kreuzungen zwischen Moschus-und Hausenten, den Mularden Entenfleisch erzeugt.

Die Zuchtgeschichte Bei der Domestikation unserer Nutztiere kommt es zu Veränderungen der Merkmale, eins welches häufig zeitig zu verzeichnen ist die Farbe, oft auch das Auftreten der weißen Farbe. So hat es Landenten mit weißer Farbe schon vor Jahrhunderten in verschiedenen Gegenden Europas gegeben. Rudolph (1998) zit. verschiedene Quellen, die darauf hinweisen, dass es schon vor mehr als 200 Jahren unter den Landenten auch die weiße Englische Ente gegeben hat. Weißhäutige Jungmastenten waren auf Londoner Märkten gefragt. Anfangs konnte sich dieses teure Tafelgeflügel nur begüterte Bürger leisten. Die Nachfrage nach Jungmastenten mit weißem Gefieder nahm in der ersten Hälfte des 19. JH. zu. Dies führte zu einem Aufschwung in der Entenzucht der traditionellen Betriebe besonders in der Umgebung von Aylesbury.


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Nordwestlich von London an der Thame einen Seitenfluss der Themse in der Grafschaft Bakingham, wurde nach dem Schrifttum bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Aylesbury-Ente als spezielle und besondere Fleischente für den gehobenen Markt in London gezüchtet. Die Zucht lag immer in diesem Tal in den Händen kleiner Leute, in den Händen von Häuslern. Trotzdem kamen pro Woche mehr als 1000 schlachtreife Enten auf den Wochenmarkt nach London. Das konnte noch bis in die 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts verzeichnet werden (Blancke 1920). Die Verbreitung der Zucht über Europa bis nach Amerika war bedeutender und umfangreicher wie es bei der Roun-Duclaire-Ente,die in der Normandie ebenfalls und nahezu zeitgleich für gehobene französische Fleischmärkte gezüchtet wurde, der Fall war. Nur dass Aylesbury-Enten ganz schnell ihre Bedeutung in der Wirtschaftsentenhaltung verloren und die Roun-DuclaireEnte in gewissem Rahmen für besondere Produkte in Frankreich bis heute erhalten geblieben ist. Für beide setzte nämlich bald eine Verdrängung durch die aus Amerika eingeführte Amerikanische Pekingente eine. Diese Enten hatten eine höhere Fruchtbarkeits- und Reproduktionsleistung und waren fast noch anspruchsloser und frühreifer wie dies bei der AylesburyEnte zu verzeichnen war. Wenn auch anfangs immer wieder im Schrifttum bekannt wurde, dass die Aylesbury-Ente für den gehobenen Markt die feinste Tafelente darstellte und dieser Rang von der Pekingente nicht erreicht werden kann. Trotzdem gibt es heute, nach Kenntnisstand des Autors, im traditionellen Gebiet nur noch einen Betrieb, der Wirtschaftsentenmast und –zucht mit der Aylesbury-Ente betreibt und hier den gehobenen Markt beschickt. Die Aylesbury-Ente ist eine sehr tiefe, schwere Ente, dabei nicht grob mit einem sehr langen Schnabel, der fleischfarbig bis rosa ist und dem dunklen Auge straff anliegender weißer Befiederung. Sie hat das besondere feine Fleisch mit der ganz hellen Haut, so wie es auch die Engländer für die bedeutende Masthuhnrasse in dieser Zeit den Dorking oder später als Tafelhuhn die Orpington gezüchtet haben. In der Rasseentenzucht haben sich erfreulicherweise in den letzten Jahren wieder ein paar wenige Züchter dieser alten bedeutenden Fleischentenrasse angenommen. Der Bestand ist jedoch sehr klein und die Gefahr engster Inzucht, engster Verwandtschaft und damit verstärkter Probleme in der Fruchtbarkeit als auch in der Vitalität gegeben. Es wäre wünschenswert wenn sich hier noch mehr Züchter in Deutschland und Europa beteiligen würden. Rassemerkmale Im Gesamteindruck eine massige, jedoch nicht plumpe Ente, im Gegenteil, fein gegliedert und mit waagerechter Körperhaltung. Der Rumpf breit, tief


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und lang sich nach hinten etwas verjüngend, gleichfalls mit breiten Rücken der nur mäßig gewölbt ist. Wichtig ist, dass dazu auch eine breite sehr volle Brust vorhanden, die gut gerundet ist und einen tief nach unten reichenden Kiel, weit vorn angesetzt aufweist, der in einer geraden Unterlinie endet. Dabei darf der gut ausgebildete Bauch nicht hängend und es muss

Bodenfreiheit vorhanden sein. Letzteres ist nicht nur ein Rassemerkmal schlecht hin, es dient auch zur Sicherung der Reproduktionsleistung. Auch Kopf und Schnabel sind sehr rassetypisch. Der Kopf ist besonders lang, im Scheitel schmal und die Stirn flach und steigt in einem leichten Bogen an. Die Wangen treten breit hervor ohne die Eleganz zu beeinflussen. Auch ein langer Schnabel, der vorn etwas breiter und eine leichte hohle Firstlinie aufweist ist vorhanden. Besonders ist auch die Schnabelfarbe die blass rosa ist. Ein leichter Stich der Schnabelbohne weiblicher Alttiere ist gestattet. Zum Kopf gehört auch ein rundes dunkles Auge. An diesen edlen Kopf schließt sich ein ebenfalls relativ dünner in leichter Bogenlinie befindlicher Hals an. Auch die Flügel sollen fest am Körper anliegen und möglichst den Rücken decken. Der Abschluss wird durch einen waagerechten bis leicht abfallenden, aber gut geschlossenen Schwanz gebildet. Diese kräftigen Tiere müssen auch kräftige Schenkel aufweisen, die gut in Federn eingebettet sind. Genauso wird der Typ durch mittellange kräftige Läufe bei Jungtieren in gelber Farbe und bei Alttieren orange Farbe aufweisen. Das


Informationen Groß- und Wassergeflügel

Gefieder ist anliegend und es gibt sie nur in weißer Farbe, bei der im Herbst leichter gelber Anflug erlaubt ist. Grobe Fehler Als grobe Fehler gelten zu schmaler oder kurzer Rumpf. Eine aufgerichtete Haltung gleichfalls wie der fehlende oder mangelhafte typische Kiel. Auch Mängel bezüglich des Kopfes, wie runde, hohe Stirn, stark gewölbter Kopf und kurzer, schmaler Schnabel, der stark gelblich oder fleckig oder mit dunkler Bohne. Gleichfalls sind loses oder strukturiertes Gefieder oder gelbe Gefiederfarbe grobe Fehler. Zum Zuchtgeschehen und Zuchtstand Die sehr massige Ente soll dabei aber nicht plump erscheinen. Die Gewichte der Erpel werden mit 5 kg und die der Enten mit 4.5 gewünscht. Die Ringgröße für beide Geschlechter ist die 20. Laut Standard werden 80 Eier mit einen Bruteimindestgewicht von 80 g mit weißer bis grünlicher Schalenfarbe angegeben. Da der Bedarf an Nachzuchttieren je Zucht gering, erfolgt auch kaum eine Leistungskontrolle im Bestand. In der letzten Statistik des BDRG wurden noch 22 Zuchten mit 49 Erpeln und 82 Enten gesamt 131 Zuchttiere angegeben. Der hohe Gefährdungsgrad bezüglich des Aussterbens dieses bedeutenden Kulturgutes besteht. Es wäre wünschenswert wenn sich wieder mehr Züchter dieser bedeutenden Rasse annehmen würde. Dies ist kaum zu erwarten. Im Gespräch mit Züchtern wird klar, dass der Absatz von Schlachttieren dieser schwereren Ente kaum gegeben ist. Meist bleibt nur die eigene Küche. Auch die Forderungen des Veterinärwesen und die der sich erkorenen Tierschützer machen einen Tiertransport besonders für Groß-und Wassergeflügel, auch Hühner nahezu unmöglich, so ist eine Zuchttierabgabe, damit Verbreitung von Rassen und auch Austausch von Genetik nahezu ausgeschlossen. Auch der Bestand im Ausgangs-, Mutterland England ist ebenfalls nicht groß. Allerdings gibt es in England noch wenige Wirtschaftsentenzüchter, die Tiere im "Wirtschaftstyp" dieser Rasse halten, vermehren und vermarkten. Das gibt es erfreulicher Weise in einigen Ländern Europas. Es wäre ein Segen, wenn es auch bei uns in Deutschland kleinere Geflügelfarmen mit Brütereien gäbe, die alte Nutztierrassen unseres Geflügels halten und vermehren. Aber es fehlen wohl auch die dafür aufnehmenden kleineren Betriebe und Halter. Bei einer Erweiterung der Population wäre der Gefährdungsgrad bezüglich des Aussterbens alter Nutztierrassen geringer. (*1) "Geschichte der künstlichen Brut in China" Nachzulesen im Jahreskalender 2020 des Leipziger Rassegeflügelzüchterverein 1869 e.V. Dr. Manfred F. Golze; Zuchtwart für Groß-und Wassergeflügel


Informationen Hühner

Grazil aber selten – Die Andalusier Wie der Name schon besagt, sind die Andalusier-Hühner eine aus Spanien stammende Haushuhnrasse. Leider finden wir diese Rasse eher seltener auf unseren Ausstellungen. Die Andalusier gelten als stark gefährdet und sind somit in der höchsten Kategorie der Roten Liste gefährdeter Nutztiere eingetragen. Aufgrund ihrer Legeleistung mit 160 und deutlich mehr Eiern pro Jahr können wir die Andalusier als Leistungsrasse bezeichnen. Das Erscheinungsbild der Andalusier ist eher grazil. Jedoch bringen die Hähne mit 2,5-3 kg und die Hennen mit 2,0-2,5 kg ein beachtliches Gewicht auf die Waage. Die Eischalenfarbe ist weiß und hat ein angestrebtes Mindestgewicht von 58g Foto: Holger Schellschmidt


Informationen Hühner

Die Andalusier werden in Blau-gesäumt gezüchet. Die Grundfarbe ist ein gutes Taubenblau. Dabei ist jede Feder schwarz gesäumt. Der Hals- und Sattelbehang des Hahnes ist in blauschwarz übergehend. Der Schwanz in blau und sollte möglichst der Brustfarbe entsprechen. Aus Zuchtgründen ist der Hahn etwas dunkler als die Henne. Foto: Holger Schellschmidt

Im Jahr 1895 wurde der SV der Andalusier gegründet und ist somit einer der ältesten Sondervereine in Deutschland. Der Verein wird alles daran setzen, ein Aussterben der Andalusier mit ihrer besonderen Färbung zu verhindern. Bei ernsthaften Interesse an der Erhaltung der Andalusier unterstützen die Züchter des Sondervereins gern beim Aufbau einer Zucht.


Informationen Ziergeflügel

Andengänse

Andengänse (Chloephaga melanoptera) sind große Spiegelgänse aus Südamerika. Sie leben in Höhen von 3000-5000m auf Niederschlagsarmen Hochebenen der südlichen Kordillieren. Sie grasen nahe Bergseen und Hochsümpfen. Ihr Bestand ist derzeit nicht bedroht. In menschlicher Haltung sind sie noch recht selten. Sie sind attraktive Gänse mit einem beeindruckenden Verhaltensrepertoire. Leider sind sie gegenüber anderen Enten und Gänsen aggressiv und müssen paarweise gehalten werden. Die Tiere kann man am besten in einem Auslauf mit


Informationen Ziergefl端gel

einer guten Grasnarbe und einem kleinen Schutzhaus unterbringen. Sie sind voll winterhart. Als Badegelegenheit reicht eine flache Badewanne. Da sie gegen端ber Schimmelpilzen (Aspergillose) sehr empfindlich sind, ist es sogar von Vorteil kein dauerhaftes Wasser oder schlammige Randzonen zu produzieren. Trotz nicht ganz einfachen Haltung sind sie empfehlenswerte Pfleglinge, die dem interessierten Ziergefl端gelz端chter viel Freude machen.

Dr. Martin Linde


123. LIPSIA Bundesschau und VDT/VZV/VHGW Schau Der Höhepunkt des diesjährigen Ausstellungssaison ist zweifelsohne die weltgrößte Rassegeflügelausstellung zur LIPSIA-Bundesschau in Leipzig. In diesem Jahr vereinbaren wir 3 Deutsche Meisterschaften in den Leipziger Messehallen.

Es wird nicht nur ein Schönheitswettbewerb unserer gefiederten Lieblinge, sondern auch ein Treffen alter Freunde aus aller Welt, die keine Kosten und Mühen scheuen auch große Entfernungen zu überwinden, um bei dieser einmaligen Schau dabei zu sein.


123. LIPSIA Bundesschau und VDT/VZV/VHGW Schau

Insgesamt haben 212 Sondervereine eine Hauptsonder- bzw. Sonderschau angemeldet. Ein wiederum beachtliches Resultat und eine Verpflichtung beste Voraussetzungen für die Tiere und natürlich die Züchter zu gewährleisten. Denn „Leipzig ist immer eine Reise wert“ In diesem Zusammenhang möchten wir alle Mitglieder und Freunde bitten, uns bei der diesjährigen LIPSIA-Bundesschau wieder zu unterstützen. Jede helfende Hand wird gebraucht. Bitte bei Dr. Gerald Sehmisch melden, Tel. 0151-65106068


123. LIPSIA Bundesschau und VDT/VZV/VHGW Schau


123. LIPSIA Bundesschau und VDT/VZV/VHGW Schau

Zusätzlich werden auch stundenweise Helfer gebraucht, welche bei der Tierausgabe der gekauften Tiere mithelfen. Bitte meldet euch bei Michael Ferl unter 0171 6460483

Fotos von der LIPSIA: Reiner Fuchs / Andreas Reuter


123. LIPSIA Bundesschau und VDT/VZV/VHGW Schau

Damit wir uns auch nach der LIPSIA-Bundesschau schöne Erinnerungen behalten, werden auch in diesem Jahr wieder einige Fotografen die herausragenden Tiere der Schau und schöne Momente im Bild festhalten. In diesem Jahr sind damit Fotografen aus Deutschland, Ungarn, Belgien und den USA in den Hallen unterwegs, um auch international von der weltgrößten Schau zu berichten.

Mit ca. 46.000 Tieren und der Vielzahl der verschiedenen Rassen wird es wieder die weltgrößte Ausstellung. Besonders imposant sind dabei natürlich die Volieren und Stämme welche gezeigt werden. Freuen wir uns gemeinsam auf unser diesjähriges „Erntefest“ in Leipzig und das Wiedersehen mit Freunden aus aller Welt. Gern hätten wir alle Anmeldungen für die LIPSIA-Bundesschau angenommen, aber leider begrenzen uns die Hallenkapazität und das Personal, damit wir die gewohnte Qualität gewährleisten können.


123. LIPSIA Bundesschau und VDT/VZV/VHGW Schau


Termine 2020 Foto: Karin Wolters

07.01.2020

Foto: Rudi Proll

Foto: Holger Schellschmidt

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Unsere Diepholzer Gänse Referent: Dr. Manfred Golze

04.02.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Leistungsmekrmale u. deren Lektion bei Hühne Referent: Dr. Ruben Schreiter

07.03.2020

Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl 14.00 Uhr "Kulturhaus Sonne Schulstraße 10 in 04435 Schkeuditz

02.04.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Nürnberger Taubenrassen Referent: Wolfgang Bohne

05.05.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Japanische Legewachteln Referent: Jeffrey Krüger

02.06.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Modena Referenten: Jürgen Lange

07.07.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Nackthals- und Zwergnackthalshühner Referent: Nico Eckhard

Unsere regelmäßigen Monatsversammlungen finden in der Gaststätte "Fortuna Klause" 04319 Leipzig, Riesaer Straße 101 statt.


Termine 2020 Foto: Karin Wolters

Foto: Rudi Proll

Foto: Holger Schellschmidt

01./08.08.2020 Fachexkursion 05.09.2020

Familientag mit Jungtierbesprechung 10.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: LIPSIA Bundesschau 2010 bis 2019 Referent: Matthias Beutel Thema: LV der Thür. Rassegeflügelzüchter Referent: Thomas Stötzer

06.10.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Startauben Referent: Christoph Günzel

03.11.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Sebright Referent: Daniel Hermann

4.-6.12.2020

124. LIPSIA-Bundesschau und 102. Natioale Züchtertreff auf der LIPSIA 15.30 Uhr im Kongreßzentrum

15.12.2020

Mitgliederversammlung 19.00 Uhr "Fortuna Klause" Thema: Auswertung LIPSIA Bundesschau Referent: Timo Berger Thema: Impressionen von den Vereinsausflügen Referent: Matthias Beutel

Unsere regelmäßigen Monatsversammlungen finden in der Gaststätte "Fortuna Klause" 04319 Leipzig, Riesaer Straße 101 statt.


Informationen für Mitglieder

Der Mitgliederausweis hat nur seine Gültigkeit, wenn er vom 1. Kassierer für das Jahr abgestempelt wurde. Ringbestellung Die Ringbestellung für 2020 ist bei unserem Ringwart Dr. Gerald Sehmisch bis 15.09.2019 (Hauptbestellung) vorzunehmen. Dr. Gerald Sehmisch Pöppigstraße 29 04349 Leipzig 0151-65106068 Mit der Bestellung wird die Zahlung fällig, also im Vorhinein zu bezahlen. Ansonsten kann die Bestellung nicht bearbeitet werden. Pro Ringgröße kann nur in 10er Sprüngen die Bestellung erfolgen. Erster Termin für die Nachbestellung ist der 15.01.2020. Der Betrag kann auch auf das folgende Konto bei der Sparkasse Leipzig überwiesen werden. DE40 860 555 9210 900 43 585 Während den monatlichen Versammlungen Anfangs 2019, können die Ringe dann in Empfang genommen werden. Falls die Ringe per Post zugestellt werden sollen, bitten wir dies bei der Bestellung anzugeben und gleichzeitig das Porto zu entrichten.

Jahresbeitrag Foto: Andreas Reuter Mitgliedschaft im Leipziger Rassegeflügelzüchterverein von 1869 e.V. Bitte bei der Überweisung des Mitgliedsbeitrages die neuen BIC und IBAN Nummern unseres Vereinskontos beachten

Bankverbindung: Sparkasse Leipzig BIC: WELADE8XXX IBAN: DE 97 8605 5592 1161 1015 58


Veterinärmedizin

Krankheitskomplex „Geflügelschnupfen“ In den kalten Monaten erkrankt Geflügel aufgrund des speziellen Aufbaues seiner Atemwegsorgane häufig an Infektionen des Respirationstraktes. Bei der Diagnose „Geflügel- schnupfen“ mit Symptomen wie Nasen- und Augenausfluss, aber auch Rückgang der Legeleistung und schlechter Eiqualität kommen eine ganze Reihe von Krankheiten in Betracht, die unterschiedliche Ursachen haben und deshalb spezifisch bekämpft werden müssen. Die wichtigsten Infektionen werden hier besprochen. Virale Ursachen Sehr häufig tritt die Infektiöse Bronchitis (IB) auf, eine virale Erkrankung, für die Tiere in jedem Lebensalter empfänglich sind. Die Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier über infizierte Ausscheidungen, aber auch über Staub, der über weite Entfernungen übertragen werden kann. Bei jungen Tieren stehen Atemwegssymptome wie wässriger Augenund Nasenausfluss und Atemnot, aber auch Fressunlust und Apathie im Vordergrund. Bei bereits legenden Tieren kommt es – oftmals ohne typische respiratorische Begleiterscheinungen – zu einem deutlichen Legeleistungsabfall und Eiern mit deformierten oder dünnen Schalen (typische Quer- und Längsrillen) oder wässrigem Eiklar. Bei bestimmten IB-Erregervarianten kann es zur Beeinträchtigung der Funktion der eibildenden Organe kommen mit der Folge, dass die Tiere – trotz guter körperlicher Entwicklung – nicht in der Lage sind, Eier zu legen („Falsche Leger“). Eine Diagnose lässt sich am besten über den Nachweis spezifischer IB-Antikörper im Blut stellen. Bei den Erregern unterscheidet man zwischen den klassischen Massachusetts- und den Variantstämmen wie z.B. IB 4/91, D 274 oder QX. Dies ist wichtig für die Bekämpfung, da entsprechend der im jeweiligen Bestand auftretenden Varianten unterschiedliche IB-Impfstoffe eingesetzt werden müssen.


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Abb. 1: Veränderungen der Eischalen bei IB-Infektionen

Die Ansteckende Luftröhren-Kehlkopf-Entzündung (Infektiöse Laryngotracheitis – ILT) wird durch ein Herpesvirus verursacht und kommt bei Hühnern, Perlhühnern und Fasanen vor. Der Erreger wird über virushaltigen Staub, aber auch über belebte (Perso- nen, Insekten, Nager, Wildvögel) und unbelebte (Geräte, Einstreu, Schutzkleidung etc.) Vektoren übertragen, wobei er oft über Tierzukauf in den Bestand eingeschleppt wird. Es erkranken vorwiegend Küken und Jungtiere im ersten Lebensjahr, wobei Tiere, die die Erkrankung überstanden haben, den Erreger über längere Zeit ausscheiden können. Je nach Schweregrad kommt es zu heftigen Atembeschwerden, Röcheln und Ringen nach Luft, wobei die Tiere typische klagende Atemgeräusche zeigen. In der Luftröhre bildet sich fibrinöser bis blutiger Schleim, der zum Ersticken führen kann. Bei milden und chronischen Verläufen wird oft nur ein Rückgang der Legeleistung beobachtet, wobei die Tiere den Erreger aber ausscheiden können. Eine Behandlung ist nicht möglich. Es kann vorbeugend mit Lebendimpfstoff schutzgeimpft werden. Der Impfstoff wird über Augentropf verabreicht, und bewirkt einen schnellen Immunitätseintritt nach wenigen Tagen.

Abb 2: Luftröhre mit Blutkoagula bei ILT-Infektion


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Die Aviäre Rhinotracheitis (ART), verursacht durch Pneumoviren, kommt bei Puten (hier als TRT – Turkey Rhinotracheitis bezeichnet) und Hühnern vor. Sie zeigt sich bei jungen Tieren als schaumigwässriger Nasen- und Augenausfluss, Bindehautentzündung und Schwellungen der Nasennebenhöhlen. Bei Legetieren kommt es zum Rückgang der Legeleistung und respiratorischen Erscheinungen bis hin zur Ausbildung des sogenannten Swollen Head Syndroms (SHS) mit Unterhaut-Ödemen im Kopfbereich. Behandlungen sind nur gegen sekundäre bakterielle Infektionen erfolgreich. Der vorbeugende Einsatz von Impfstoffen verspricht den besten Erfolg bei der Bekämpfung.

Abb. 3: schaumiger Augenausfluss bei TRT-Infektion Die Newcastle Krankheit (ND, Atypische Geflügelpest) – bei der in Deutschland eine gesetzlich vorgeschriebene Impfpflicht für Hühner und Puten ab der Haltung eines Tieres besteht – wird durch ein Paramyxovirus verursacht. Sie ist hochansteckend und weltweit verbreitet, so dass sich die Infektion sehr schnell ausbreitet. Im


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Bestand geschieht das durch infektiöse Ausscheidungen von Tier zu Tier, von Geflügelbetrieb zu Geflügelbetrieb vor allem durch infizierte Ausrüstungsgegenstände, Personal, Wildvögel, LKWs oder durch die Luft. Es gibt milde Stämme (lentogen genannt), die als Impfstämme verwendet werden. Vor allem die mittelpathogenen (sog. mesogenen) Stämme rufen respiratorische Symptome mit Atemnot, schnorchelnden bis gurgelnden Atemgeräuschen, aber auch zentralnervöse Erscheinungen wie Lähmungen oder Kopfverdrehen aus. Zudem kommt es zu einem starken Rückgang der Legeleistung mit teilweise dünnschaligen oder schalenlosen Eiern. Die hochpathogenen (velogenen) Stämme verursachen innerhalb weniger Tage sehr hohe Todesfälle. Die Newcastle Krankheit ist anzeigepflichtig und wird bei einem Ausbruch staatlich bekämpft.

Abb 4: Kopfverdrehen bei ND-Infektion


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Die Aviäre Influenza (AI, Klassische Geflügelpest) wird von verschiedenen Serotypen eines Orthomyxovirus verursacht. Derzeit sind 16 verschiedene H- und 9 N-Typen bekannt, die in allen denkbaren Kombinationen vorkommen. Beim Geflügel sind die Typen H5, H7 und H9 besonders wichtig. Die Pathogenität der Stämme variiert von hochpathogenen bis zu geringpathogenen Stämmen. Das AI-Virus wird über Ausscheidungen von Nase, Augen oder Kloake weiterübertragen. Personen können über kontaminierte Kleidung die Infektion verschleppen, auch verschiedenen Stallmaterialien wie z.B. Werkzeuge, Schubkarren oder draußen gelagertes Stroh können eine Infektionsquelle sein. Speziell mit AIViren infizierte Zugvögel wie Wildgänse sind eine ständige Gefahr für die einheimischen Geflügelbestände. Es können alle Arten von Wildund Hausgeflügel betroffen sein, besonders empfindlich sind Hühner, Puten und Enten. Die klinischen Symptome variieren in Abhängigkeit von der Pathogenität des beteiligten AI-Stammes und Faktoren wie Tierart, Geschlecht, Begleitinfektionen, erworbener Immunität und Umweltfaktoren. Geringpathogene Viren zeigen im allgemeinen Symptome wie Niesen, Husten, Nasen- und Augenausfluss, Mattigkeit, Fressunlust, Rückgang der Legeleistung und geringgradige Mortalität. Hochpathogene Stämme verursachen schnell eintretende hohe Mortalitäten bis zu 90%, häufig noch bevor klinische Symptome bemerkt werden. Meistens sind Stoppen der Futter- und Wasseraufnahme, Apathie und rapider Legeleistungsabfall zu sehen. AI ist eine anzeigepflichtige Krankheit, die in Abhängigkeit der auftretenden Serotypen staatlichen Bekämpfungsmaßnahmen unterliegt. Impfungen gegen die hochpathogenen H5- und H7Stämme sind verboten. Bakterielle Ursachen Mykoplasmeninfektion (häufig bezeichnet als CRD – Chronic respiratory disease) Haupterreger der CRD ist Mycoplasma galliseptikum (MG), wobei die Erkrankung oft durch ND- oder IB-Infektionen ausgelöst wird und sich


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in der Folge eine zusätzliche Infektion mit bakteriellen Erregern (v.a. Escherichia coli) einstellt. Als unterstützende Faktoren für die Ausbildung der Krankheit wirken Stress (z.B. durch Umstallen), ungünstige Umweltbedingungen wie Kälte oder schlechte Ventilation. Mit MG infizierte Elterntiere können den Erreger über das Ei auf die Nachkommen übertragen. Genauso kann eine Infektion von Tier zu Tier über infektiöse Ausscheidungen oder kontaminierten Staub erfolgen. Jungtiere zeigen nach einer Infektion respiratorische Erscheinungen mit verminderter Gewichtszunahme und schlechter Futterverwertung. Ältere Tiere reagieren mit Schnupfen, Husten, eitrigem Nasenausfluss und Schwellungen der Nasennebenhöhlen. Gravierend ist der Rückgang der Legeleistung um bis zu 30%. In der Folge treten häufig Luftsack- und Lungenentzündungen mit Ansammlungen von gelbkäsigen bis eitrigen Massen auf. Eine Behandlung mit Antibiotika kann notwendig sein, eliminiert aber den Erreger nicht aus dem Bestand. Es gibt die Möglichkeit einer Schutzimpfung während der Aufzucht.

Ansteckender Geflügelschnupfen (Coryza contagiosa) Erreger ist das Bakterium Avibacterium paragallinarum. Die Krankheit verbreitet sich von Tier zu Tier und Herde zu Herde über direkten Kontakt. Es sind aber auch Infektionen über infizierten Staub oder kontaminiertes Trinkwasser, Personal oder Stallausrüstungen möglich. Durch Entzündungen der oberen Atemwege kommt es zu Augenentzündungen und Nasenausfluss mit einem typischen süßfauligen Geruch. Die Nasennebenhöhlen schwellen deutlich an (sog. „Eulenkopf“) und es kommt zu eitrigem Nasenausfluss. Zur Behandlung können Antibiotika eingesetzt werden. Oft kommt es aber nach Absetzen des Antibiotikums zu Rückfällen, so dass Schutzimpfungen in der Aufzucht eine sinnvolle Bekämpfungsmöglichkeit sind.


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Ornithobacterium rhinotracheale (ORT) Das Bakterium, das in mehreren unterschiedlichen Serotypen vorkommt, kann Hühner und Puten aller Altersstufen infizieren. Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier, aber auch infizierte Elterntiere können den Erreger über das Brutei an die Nachkommen weitergeben. Bei Puten zeigt sich ORT als respiratorische Erkrankung mit wässrigschaumigem Augen- und Nasenausfluss und Schwellung der Nasennebenhöhlen, bes. im Alter von 2-6 und 12-20 Wochen. Hühner erkranken oft im Alter von etwa 4 Wochen mit Atemwegssymptomen. Es werden eitrige Lungenentzündungen in Verbindung mit Luftsack- und Herzbeutelentzündungen beobachtet, meist in Verbindung mit einer Wachstumsdepression. Behandlungen mit Antibiotika werden mit unterschiedlichem Erfolg durchgeführt. Ein Impfstoff ist verfügbar. Zusammenfassung Schnupfenerscheinungen werden beim Geflügel von sehr unterschiedlichen viralen oder bakteriellen Erregern hervorgerufen. Deshalb ist eine intensive Diagnostik im erkrankten Bestand unerlässlich. Sichere Diagnosen können durch Laboruntersuchungen von Gewebematerial, Blut oder verendeten Tieren gestellt werden, um zu klären, was die im Bestand vorkommenden Atemwegssymptome verursacht. In Zusammenarbeit mit dem betreuenden Tierarzt wird dann die richtige Behandlung und das passende Impfprogramm für die jeweiligen Gesundheitsprobleme im Bestand festgelegt. Verfasserin: Dr. Sigrid Spies Fachtierärztin für Geflügel Technische Managerin Geflügel MSD Tiergesundheit Ein Unternehmen der Intervet Deutschland GmbH infogefluegelundfische@msd.de


Vereinsleben aktuell Unser Vereinsausflug am 10./11.August 2019 Städtereise nach Breslau

Gegen 12.00 Uhr erreichte der Bus die Jahrhunderthalle in Breslau. Krystyna und Matthias Beutel konnten dort den Bus empfangen. Der Stadtführer war rechtzeitig zur Stelle und erklärte das Areal der Jahrhunderthalle. Leider war die Halle wegen Bauarbeiten nicht zugänglich. Dies wurde durch die Besichtigung der Wasserfontänen entschädigt. Die Stadtbesichtigung wurde mit dem Bus fortgesetzt und die Ausführungen des deutschsprachigen Stadtführers waren sehr interessant. Nun gab es die erwarteten Probleme mit der Zufahrt zum Hotelparkplatz. Wir stiegen in der Altstadt aus und zogen ins Stadtzentrum mit dem berühmten Rathaus. Leider war auch der „Schweidnitzer Keller“ im Rathaus geschlossen. Nach einer kurzen Verschnaufpause charterten wir kleine Elektrofahrzeuge und gelangten zum „Panorama Raslavice" Das ist ein räumlich und eindrucksvoll dargestelltes Rundbild einer Schlacht zwischen Russen und Polen aus dem Jahre 1794. Die deutsche Erklärung erfolgte über Kopfhörer.


Vereinsleben aktuell Nachdem wir das Hotel wieder erreichten hatte der Bus auch die Zufahrt zum Parkplatz gemeistert. Es folgte ein gemeinsames Abendessen im Hotel. Viele nutzten in den Abendstunden nochmal die Möglichkeit in die Altstadt zu gehen. Die zentrale Lage des Hotels war vorteilhaft und die Zimmer entsprachen unseren Erwartungen. Natürlich mussten wir erkennen, dass eine umfassende Stadtbesichtigung in unseren Zeitrahmen nicht möglich ist. Breslau hat so viel Sehenswertes zu bieten. Am Sonntag besuchten wir einen typischen polnischen Kleintiermarkt, welcher jeden Sonntag stattfindet. Die Rückfahrt konnte rechtzeitig angetreten werden. Breslau war eine Reise wert. Ein Dankeschön an alle Beteiligten und Organisatoren. Matthias Beutel


Vereinsleben aktuell

Fachexkursion des LRGZV 1869 e.V. vom 24.01.2020 bis 26.01.2020 Auf geht’s nach Kielce zur polnischen „Nationalen“ Rassegeflügelausstellung. Der polnische Verband wird unseren Besuch begleiten. Einige Funktionäre aus Deutschland sind offiziell vom polnischen Verband eingeladen. Wir fahren Freitag d. 24.01.2020 gegen 8.00 Uhr an der Gaststätte „Fortuna-Klause“, Riesaer Straße 101 (Paunsdorf) in 04319 Leipzig ab. Stellplätze sind vorhanden. An gleicher Stelle ist die Rückankunft am Sonntag d. 26.01.2020 gegen 17.00 Uhr. Weitere Zusteigepunkte können abgestimmt werden. Am und im Bus gibt es Bordverpflegung und Getränke. Wir werden am Nachmittag gegen 17.00 Uhr in der Messestadt Kielce ankommen.


Vereinsleben aktuell

Die Übernachtungskosten werden sich zwischen 35.00 € und 50.00 € je Person bewegen. Im Bus kassieren wir 60.00 € p. P. als Reisekostenzuschuss. Der Abend kann individuell gestaltet werden, im Hotel gibt es ein gutes Restaurant. Der Samstag gehört dann der polnischen Nationalen Rassegeflügelausstellung. Dort werden wir interessante Eindrücke von dieser bedeutenden Ausstellung erfahren und können uns ein Bild vom Zuchtstand machen. Es erwarten uns mehr als 4000 Rassetauben und um die 400 Stück Geflügel plus Kaninchen. Wie in Polen üblich, gibt es natürlich auch eine große Geflügelbörse. Am Samstag findet ein offizieller Züchterabend statt. Von den eingeladenen Personen erwartet man natürlich die Teilnahme. Darüber hinaus kann jeder Reiseteilnehmer am Züchterabend teilnehmen, es wird sicher viel geboten. Wer teilnehmen möchte, sollte im Bus 20,00 € je Person zuzahlen. Für Rückfragen jeder Art stehe ich zur Verfügung Teilnahmemeldung an Matthias Beutel Tel.: 0172-2645465 E-mail: matthias.beutel@gmx.de Die Anmeldung muss bis spätestens 20.12.2019 erfolgen. Das Interesse ist groß, bei Erreichen der Kapazität entscheidet das Datum der Teilnahmemeldung. Freuen wir uns auf eine interessante Reise und den Besuch bei Freunden. Matthias Beutel


Impressum Herausgeber: Leipziger Rassegeflügelzüchterverein 1869 e.V. www.lipsia-rassegefluegel.de Redaktionelle Bearbeitung: Andreas Reuter Wer sich im Mailverteiler unseres Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V. registrieren lassen möchte, sendet bitte eine E-Mail mit Hinweis – Aufnahme in den Mailverteiler des Leipziger Rassegeflügelzüchtervereins 1869 e.V. an folgende Adresse: saxonpigeon@gmail.com

Fotos: siehe Bildunterschrift Herstellung und Druck: OPPRESSUS Alle Rechte, auch der auszugsweisen Veröffentlichung, liegen beim Herausgeber.

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