UFA-Revue 04/2013

Page 51

MERKBLATT PFLANZENBAU

Siloballen schön in die Landschaft lagern SILOBALLENLAGER IN DER LANDSCHAFT sind vielen Leuten ein Ärgernis. Bauern und Lohnunternehmer sind aufgerufen, die Kritik ernst zu nehmen. Es braucht zwar mehr Zeit, die weissen und grünen Ballen schön zu lagern. Aber die Bauern schaffen damit Goodwill in der Bevölkerung, sie gewinnen Argumente für Direktzahlungen und können unbequeme Vorschriften vermeiden.

Jetzt wachsen Sie wieder, die Siloballenpyramiden und -haufen auf dem Land. Für viele Bauernbetriebe sind die weissen und grünen Ballen eine beliebte Form der Futterlagerung. Nicht so für die Öffentlichkeit: Immer wieder ärgern sich Passanten und Wanderer über Siloballenlager. Ob sie in Pyramiden, bis zu sechs Meter hoch in Hofnähe liegen oder in grossen und klei-

UFA-REVUE · 4 2013

nen Haufen auf freiem Feld, an Waldrändern, unter Einzelbäumen, an Wegkreuzungen, mehr oder weniger sauber aufgeschichtet, manche straff andere schlaff eingepackt, weiss, hellgrün, armeegrün – die Siloballen wirken wie Fremdkörper in der Landschaft. Sie könnten aber genausogut eine Landschaft oder ein Hofbild als kreatives Gestaltungselement bereichern.

Stein des Anstosses Von einer zunehmenden «Plastifizierung der Landschaft» redet Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Bei allem Verständnis, das er für die Situation der Bauern hat, fordert er sie doch auf, etwas gegen die störenden Siloballenlager zu unternehmen. Er kritisiert im St. Galler Tagblatt auch die Gemeinden: «Sie kümmern sich kaum um die Problematik, obwohl sie grosse Siloballen-Lager eigentlich bewilligen müssten». Die Basler Zeitung schrieb unter dem Titel «Siloballen sind ein Stein des Anstosses»: «Beim Einrichten von Siloballen-Lagern bewegen sich die Bauern in einem juristischen Graubereich. Eine konkrete Gesetzgebung ist weder in der Raumplanung noch im Landwirtschaftsrecht zu finden.»

51