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SONDERBEILAGE

zum Jubiläum 225 Jahre Lahrer Zeitung 2019


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Grußworte Verlässlicher Journalismus

gemus ist ein Wert an sich. Und er Buchbinder Johann Heinrich n raue Vert das det rün beg das nau Geiger machte sich 1794 daran, sich das r, Lese und der Leserinnen rift eine einblättrige Informationssch die Lahrer Zeitung seit vielen JahWo rer Lah em sein zu drucken. Mit ren immer wieder aufs Neue verichenblatt begründete er eine Trad t nur einer ihres- dient. Dass ihr Blick nich tion, die heute mit 225 Jahren dern vor son gilt, langen Tradition gleichen sucht. am auch ist , unft Zuk der allem Zu diesem außergewöhnlichen erboten unKind r älde arzw Schw rer Jubiläum gratuliere ich der Lah schwer abzulesen. Zeitung sehr herzlich! Ich bin sicher: Die Leserinnen oenDas Traditionsblatt hat sich hist und Leser werden Ihren ansprech volrsjou rischen Umbrüchen und wechsel lität Qua n den und verlässliche iauch z len Zeiten zum Trotz als verlässl Net im wie t Prin als s nalismu tet ches Informationsangebot behaup weiterhin schätzen. der t chaf nds sela Pres der in und fest Bei der täglichen Lektüre wünZeirer Lah Region behauptet. Die ich der treuen Leserschaft weische rean tung berichtet über lokale und terhin viel Freude und allen, die gionale Themen genauso anspreLahrer der e icht esch lgsg Erfo der Gekchend und verlässlich wie über Zeitung weiterschreiben, eine glüc schehnisse in der Welt. d. Han e lich sGuter und verlässlicher Jour nali

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Angela Merkel utschland Kanzlerin der Bundesrepublik De

Im besten Sinn ein Stück Heimat

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ine gute Lokalzeitung hat ein Vertrauensverhältnis zu ihren Lesern – sie ist nah bei den Mensche n, nimmt sie ernst, mit all ihren gan z unterschiedlichen Interessen. Dar aus entsteht das, was die Profis dan n Leser-Blatt-Bindung nennen. Sie ist aber mehr. Ich glaube, sie ist Leb ensbegleiter. Ich habe jedenfalls früh gelernt: In die Lokalzeitung zu schauen, lohnt sich. Ich muss auf die groß e Politik dort nicht verzichten, Kris en und Konflikte in unserer Welt finden auch dort ihren Platz. Aber daneben steht eben auch anderes in der Lokalzeitung, ihr entgeht kein e Hochzeit, kein Todesfall, kein Stre it im Stadtrat und kein Fußballerge bnis. Sie ist im besten Sinn ein Stüc k Heimat – für die Alteingesessene n natürlich, aber sie ist auch Hilfeste llung beim Ankommen, für diejenigen, die zuziehen. Was die Zeitung berichtet, lässt sich an Ort und Stelle auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüfen. Redakteure, die zu Übertreibungen nei-

gen, müssen damit rechnen, am nächsten Morgen schon beim Bäck er zur Rede gestellt zu werden. Hie r zählt nicht die steile Überschrift, hier interessiert der Wahrheitsge halt. Und erst daraus entsteht Vertraue n. Das Lokale, das glaube ich, ist die erste Bastion gegen das Postfakt ische! Demokratie und Zeitung gehören zusammen, sie bedingen einande r. Zeitungen tragen nicht nur zur Meinungs-, sondern eben auch zur Vertrauensbildung bei. Medien stell en Öffentlichkeit her, sprechen für und mit der Öffentlichkeit, egal ob sie gedruckt, in Bild oder Ton erscheinen. Demokratische Gesellschaft en brauchen eben diesen Austausch von Meinungen und den Ausgleich von Interessen unter mündigen und gleichberechtigten Bürgern. Sie, die Medien, statten sie dafür aus – im Idealfall – mit Wissen und, was immer wichtiger wird im Zeitalter der sozialen Medien, mit Urteilskraft. (Auszug aus einer Rede beim Verband Deutscher Lokalzeitungen .)

Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident

Bleiben Sie weiter kritisch!

utage in Information ist heutz verständbst sel ft ha lsc unserer Gesel t jedem fas an lich und zu jeder Zeit Zeikte ruc ged e Di r. Ort verfügba er ein in er tung ist dabei nur ein len. nä ska on ati orm Inf Vielzahl von ws« Ne ke »Fa n Doch im Zeitalter vo so um r tze Nu d un ser ist es für die Le ch au ist ng te itu ier Ze rch r he 225 Jahre Lahre wichtiger, gründlich rec hte. Als 1794 herer Quelle ein Stück Stadtgeschic Informationen aus sic luvo Re en sch ösi zu erhalten, während der Franz und fundierten Artikeln In Sachen lutionsvo Re e ein h. ch tisc rei kri nk d tion in Fra unabhängig un des Terrors n Zeitungen regierung mit Mitteln Glaubwürdigkeit stehe be k« liti »Po die an der Spite en tin ob illo z Gu und der nach wie vor gan zu ion lut vo Re r begleitet uns trieb, alle Feinde de ze. Die Lahrer Zeitung oder digider Buchhr La in n rm rfo gan be pie , verfolgen täglich, ob in Pa r, ganz ohne in der Welt binder Heinrich Geige tal. Sie zeigt uns, was s da , ng igu hm ne Ge ür passiert, d ust un Ha Ausbildung und vor unserer d gab später un Ereignisse erk ine dw kle d an un erh ße uck gro Dr bringt raus. he tt« bla d lässt uns en un ch n be Wo r Le das »Lahre in unser Lahrer mo gen uti he r schütteln, laDie Entwicklung zu schmunzeln, den Kopf keinesi be da f lie ver ng itu dernen Ze chen und trauern. Zeitung wurde i den Mawegs geradlinig. Die Ich bedanke mich be ch Fre en ch ltli ha , die Tag ng »in itu gen Ze 1812 gar we chern der Lahrer en badischen ss wir eine lig da , ma en da eit m arb vo n« ran ite he für Tag da n he tisc kri er und ein en nn gen kö we Landesfürst gute Zeitung lesen ten – aus Zukunft. bo ver die g für un te att Gu rst es hte all ric Be wünsche ichsze Au e ein h! al tisc em kri all n heutiger Sicht Bleiben Sie weiterhi . nung

und Mitiebe Mitarbeiterinnen itung, Ze r hre La arbeiter der Leserinnen be lie lf, Wo u Fra verehrte ausgesproe ein r mi und Leser, es ist sonderen be chene Freude, zu diesem . en ier Jubiläum zu gratul

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r Dr. Wolfgang G. Mülle r Stadt Lahr Oberbürgermeister de

Meinungsstark und glaubwürdig

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eit 1794, so prangt stolz auf jede r Titelseite der Lahrer Zeitung – damit ist sie die fünftälteste Zeit ung in Baden-Württemberg und die älteste Zeitung im Ortenaukreis. Seit 225 Jahren versorgt sie die Mensche n der südlichen Ortenau mit aktu ellen Informationen – zu diesem groß artigen Jubiläum gratuliere ich herz lich. In unserem demokratischen Rechtsstaat werden die Medien oft als sogenannte »Vierte Gewalt« bezeichnet, weil sie als elementarer Faktor der öffentlichen Meinungsbi ldung auch eine wichtige Kontroll funktion haben. Deshalb ist eine objektive Berichterstattung nicht nur ein selbst gestecktes Ziel von Verl ag und Redaktion, sondern auch ein öffentlicher Auftrag. Dafür braucht es gut ausgebildete und standhafte Journalisten, die Zeit für die eige ne Recherche investieren wollen und dies vor allem auch dürfen. Es braucht kritische Redakteure, dere n politische Meinung den Kommen tar und nicht die Berichterstattung prägt, die beide Seiten hören und auch einmal mehr nachfragen, um

den tatsächlichen Gegebenheiten auf die Spur zu kommen. Und schließlich sind Konzepte gefragt, die trotz rückläufiger Abonnements und Anzeigen eine Refinanzierung dera rtig hochwertiger Inhalte ermöglichen . Ich freue mich, dass die Lahrer Zeitung diese Herausforderungen jeden Tag engagiert angeht und so als meistgelesene Zeitung im Lahrer Raum einen wichtigen Beitrag zur Meinungsvielfalt in der südlichen Ortenau leistet. Dabei verstehen es ihre Macher, komplizierte Zusammenhänge nach vollziehbar zu erklären und krei s-, landes- und bundespolitische The men auf den Nachrichtenwert für die Leser im Raum Lahr zu foku ssieren und damit besonders interess ant zu machen. Damit schafft die Lah rer Zeitung einen echten journalistischen Mehrwert für ihre Leserinn en und Leser und fördert zugleich deren Identität mit ihrer Raumschaft . So ist die Lahrer Zeitung auch nach 225 Jahren glaubwürdig und meinungsstark – und ich wünsche mir, dass das so bleibt.

Frank Scherer Landrat des Ortenaukreises


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Grußworte Basislager der Demokratie

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eit 1794. Die Zahl der deutschzialismus. Erst nach Gründung der sprachigen Zeitungen, die auf Bun desrepublik konnte die Lahrer eine ähnlich lange Geschichte wie Zeitung wieder an bessere Trad die Lahrer Zeitung zurückschau itioen, nen anknüpfen. ist begrenzt. Entsprechend bere chIhre gegenwärtigen Probleme tigt ist der Stolz, der aus dieser Ansind nicht politischer, sondern techgabe auf der Titelseite der ältesten nologischer und wirtschaftlicher Zeitung im Ortenaukreis spricht. Natur. Das Internet und die sogenan Eine 225-jährige Geschichte bew neist ten sozi alen Medien haben das wirtnicht nur eine bemerkenswerte schaftliche Umfeld deutlich schw Konstanz, sondern auch eine ausg ieeriger gemacht. Umso erfreulicher prägte Fähigkeit, wechselnde Heist es, dass die Lahrer Zeitung auch rausforderungen zu bewältigen. diese Herausforderung mit digi talen So wurde die Lahrer Zeitung, daAngeboten auf unterschiedliche mals noch das einblättrige »Lah n rer Med ienkanälen annimmt. Wochenblatt«, schon 1812 wegen Das dient nicht nur der Siche»inhaltlicher Frechheiten« verboten ; run g der Arbeitsplätze der rund 50 der badische Landesfürst hatte ihr Verlagsmitarbeiter, sondern auch Kritik an der von ihm eingefüh rten der Demokratie. Denn diese ist neuen Zollordnung übelgenomm en. auch auf lokaler Ebene, dem »BasisDurchsetzen konnte er sich mit dielage r der Demokratie«, auf die verser drastischen Maßnahme nich t. Im lässliche Darstellung eine s breiten Gegenteil: Ab 1869 wurde die Spektrums von Meinungen und Lahrer Zeitung nicht mehr nur Inwöformationen angewiesen, die die chentlich, sondern täglich publizie rt neuen Medien so nicht bieten. und entwickelte sich im 19. Jahr Ich wünsche der Lahrer Zeitung auch hundert zu einem liberal ausgeric hdeswegen zu ihrem Geburtstag teten Wochenblatt. Brüche blie alles ben Gute, viel Erfolg und eine lang nicht aus, vor allem im Nationa e Zulsokunft!

Zu Recht hohe Wertschätzung D

ie Lahrer Zeitung kann voller Stolz und Freude auf eine 225n. jährige Geschichte zurückblicke on akti Red die ag, Verl den Für und die Leserschaft ist dies ein ein Grund zu feiern. Für mich ist es willkommener Anlass, der Lahrer Zeitung und allen Beteiligten herz lich zu gratulieren. Als älteste Zeitung im Ortenaukreis und fünftälteste in BadenseiWürttemberg versorgt das Blatt ne Leserinnen und Leser aus der ellen, Umgebung zuverlässig mit aktu regionalen und internationalen Nachrichten. Als »Lahrer Wochen von blatt« – damals noch im Umfang en einer Seite – ging es vor 225 Jahr heuerstmalig in Druck. Damals wie ite ist es das Anliegen der Tagesze er tung, die Bürgerinnen und Bürg hmit objektiver und qualitativ hoc wertiger Berichterstattung aufzuklä Mei ne eige eine sich ren, damit sie Zeinung bilden können. Die Lahrer

Wolfgang Schäuble Präsident des Deutschen Bundes tages

Anlass, Danke zu sagen D

ie Lahrer Zeitung feiert ein besonderes Jubiläum: 225 Jahre Bestehen sind keine Selbstverständlichkeit für ein Unternehmen, besonders in der schnelllebigen Medienwelt. Die Tageszeitung – längst kein Auslaufmodell! Digitalisierung und Fake News bedeuten zwar große Herausforderungen, aber ebenso große Chancen. Tatsächlich erreichen Regionalzeitungen mehr Menschen als Fernsehsender. Denn sie bieten Information, Service, Orientierung und Hintergrund – vor allem aus dem direkten Umfeld. Die Lahrer Zeitung berichtet seit 225 Jahren aus Lahr und der Region. 1794 von Johann Heinrich Geiger als Buchbinderei und Druckerei gegründet, hat sich das Unternehmen zum ersten Zeitungsverlag in Lahr entwickelt und so die Verlagsgeschichte in der Stadt begründet. Aus dem Wochenblatt wurde die Lahrer Zeitung. Ergänzt wird sie durch den Schwarzwälder Boten im Kinzigtal und zwei Wochenzeitungen: Der Kurier im Süden schlägt

die Brücke zum Breisgau, und der Kinzigtal Kurier erweitert das Portfolio im Schwarzwald. Das Veranstaltungsmagazin galerie:ortenau rundet das Angebot ab. So wurde die Produktwelt immer weiterentwickelt. Traditionsreich, aber modern und stets an den Bedürfnissen der Leser und Kunden orientiert – dafür steht die Lahrer Zeitung seit 225 Jahren, heute so wie in der Zukunft. Anlass genug, um allen Lesern und Kunden Danke zu sagen für die langjährige, teilweise Jahrzehnte währende Treue; und ein besonderer Dank gilt auch all jenen, die täglich mit Engagement und Leidenschaft an dem Produkt mitwirken. Wir freuen uns, mit Ihnen, liebe Leser und Kunden, aktive und ehemalige Mitarbeiter, 225 Jahre Lahrer Zeitung und damit 225 Jahre Zeitungsgeschichte in Lahr zu begehen. Den Auftakt des Jubiläumsjahrs bildet diese Beilage, die sicher manche Anekdote in Erinnerung ruft. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.

Kirsten Wolf Geschäftsführerin der Lahrer Zeitung

rtung ist damit ein wichtiges Info n mationsmedium für alle Mensche . ung geb Um der und r aus Lah In einer offenen und demokratie schen Gesellschaft sind unabhängig Mei die für und kritische Medien nungsbildung der Bürgerinnen und ndBürger unerlässlich. Die Pressela erist erg emb ürtt en-W Bad schaft in freulicherweise noch immer von Vielfalt und Qualität geprägt. Zur der Stärkung der Identifikation mit unZeit die en leist mat eigenen Hei rag. gen im Land einen großen Beit us hina ber darü chen Sie ermögli hnicht nur einen Blick in die Nac ze gan die in dern barschaft, son er Welt. Die Bürgerinnen und Bürg rma Info als ung Zeit r bringen ihre tionsquelle deshalb zu Recht eine . sehr hohe Wertschätzung entgegen Für die Zukunft wünsche ich dem MitVerlag, der Redaktion und allen weitern rbei Mita und n nne iteri arbe terhin alles Gute und viel Erfolg.

Winfried Kretschmann en-Württemberg Ministerpräsident des Landes Bad

Stolzer Blick auf 225 Jahre Z

um 225-jährigen Bestehen der Lahrer Zeitung gratuliere ich persönlich sehr herzlich. Über den beachtlichen Zeitraum livon 225 Jahren hinweg eine qua ung Zeit e end rech tative und ansp chtaufrechtzuerhalten, ist eine bea der in de gera die liche Leistung, nheutigen Medienlandschaft beso ist Es . ient verd g dere Anerkennun mit eine Zeitspanne, auf welche Sie . nen kön en Stolz zurückschau Inmitten einer der schönsten Landschaften in Baden-Württemh berg wurde von Johann Heinric Worer Lah dem Geiger in Lahr mit rer Lah der er läuf Vor dem tt, chenbla nso ebe für tein Zeitung, der Grunds hochwertige wie umfassende Beund richterstattung aus der Region gt. gele ion Reg für die Vor elf Jahren durften wir die Lahrer Zeitung GmbH unter dem ien Dach der Südwestdeutschen Med eubed der r eine bH, Gm Holding tendsten Mediengruppen Deutsch en. rüß lands, beg Die Lahrer Zeitung kann auf 225

Inereignisreiche Jahre als wichtige r Lah um und in örse nsb atio form Zuzurückblicken. Sie wird auch in und hten hric Nac len loka mit ft kun t als Marktplatz des Lebens die Stad ln. iege ersp wid ung geb Um r ihre mit Ein verändertes Mediennutzungs Hevor age Verl die t stell n alte verh nd rausforderungen. Doch kein Gru digiim ade Ger i: lere zma war Sch für untalen Zeitalter gewinnt die Verb und ung geb Um nen eige zur denheit euBed ere zur Heimat noch größ tung, als es in den vergangenen ErJahrzehnten der Fall war. Das ihre n scho er imm war ept folgsrez enHeimatverbundenheit und Bod Mut dem mit aart gep eit, ständigk on, für Veränderungen. Mit Innovati wird e näh den Kun und ät Kreativit fsich die Lahrer Zeitung auch kün fest ich bin n davo ten, tig behaup überzeugt. Ich wünsche der Lahrer Zeitung für die Zukunft eine weiterhin glückliche und erfolgreiche Ent wicklung. Auf die nächsten 225 Jahre!

Herbert Dachs GmbH Geschäftsführer Medienholding Süd


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte

Klein und idyllisch: So in etwa sah Lahr Ende des 18. Jahrhunderts aus. Diese Zeichnung eines unbekannten Künstlers zeigt vorne Lahr und hinten die Geroldseck.

Foto: Stadtarchiv

Was man vom Leben vor 200 Jahren in Lahr heute noch weiß – oder ahnt

Stadtarchivar Thorsten Mietzner über die Zeit zur Gründung der Lahrer Zeitung / Damals lebten rund 4000 Menschen in der Stadt / Viele Handwerker, Arbeiter und Tagelöhner bevölkerten den Ort

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or 225 Jahren war Lahr viel, viel kleiner als heute. Gut 4000 Menschen bevölkerten die Stadt. Wie sie lebten und arbeiteten, was sie aßen und tranken und wie die medizinische Versorgung war, das fragten wir Lahrs Stadtarchivar Thorsten Mietzner.

worten lässt. Wenn man dies kontrolliert methodisch macht, ist das, was man herausbekommt, recht präzise. Das darf aber nicht mit der damaligen Wirklichkeit verwechselt werden. Die war immer vielfältiger als alles, was ein Historiker rekonstruieren kann.

ihr Einkommen aus weitreichenden Handelsgeschäften und zunehmend auch aus Fabrikunternehmen bezog. Ein anderer, deutlich größerer Teil des Bürgertums ging einem Handwerk nach. Etwa die Hälfte der Erwerbsbevölkerung bestand aus einfachen Arbeitern und Tagelöhnern.

Herr Mietzner, was weiß man über das Leben vor 200 Jahren in Lahr? Im Grunde recht viel, obgleich wir noch viel mehr wissen könnten. Die Quellenlage ist sehr gut, aber bislang hat sich noch niemand daran gemacht, eine detaillierte Geschichte der Zeit um 1800 zu schreiben. Aber wir wissen in etwa, wie die Stadt aussah. Dass zum Beispiel die Straßen unbefestigt waren und welche Berufe die Einwohner hatten. So gab es beispielsweise über 100 Weber.

Wie viele Menschen lebten 1794 in der Stadt? Da es immer auch Menschen gab, die sich Steuerzahlungen und Zählungen entzogen, muss man hier mit recht guten Schätzungen zufrieden sein: etwa 4000.

Welche Handwerker gab es seinerzeit? Eine große Zahl. Alle Holz-, Metall-, Textil- oder Nahrungsmittelgewerbe waren vertreten. Die zahlreichen Weber freilich haben nicht für einen lokalen Markt gearbeitet, sondern ihre Artikel wurden von den Lahrer Handelsleuten national und international exportiert.

Es stank in der Stadt fast überall. Thorsten Mietzner | Stadtarchivar Welche Quellen gibt es dafür? Wir haben Tagebücher, umfangreiche Rechnungs- und Quittungsbücher, zahlreiche Akten und natürlich auch schon das Lahrer Wochenblatt von Johann Heinrich Geiger. Insgesamt viele Zehntausende Seiten voller wichtiger oder auch belangloser Informationen. Wie verlässlich sind diese? Naja, wann ist eine Quelle nicht verlässlich? Theoretisch ist auch eine Lüge eine Information. Der entscheidende Punkt ist immer, mit welchen Fragen man an die Quellen herantritt und diese dann ant-

Wer hat sie regiert? Oh, regiert wurde viel, mit wechselnder Durchschlagskraft. An der Spitze stand der deutsche Kaiser, an den man sich zum Beispiel wenden konnte, wenn man seine Regierung verklagen wollte. Die Landesherrschaft lag beim Fürsten von NassauUsingen in Wiesbaden, dessen Stellvertreter hier vor Ort der Oberamtmann war. Manche Sachen wurden aber auch von den Bürgermeistern und dem Stadtrat entschieden. Und die Kirche hatte auch noch eigene Rechte, etwa in der Sittenzucht. Stand die Burg des heutigen Storchenturms noch? Nein, die Burg ist in den 1750er Jahren an die Stadt verkauft worden und wurde rasch abgerissen. Wovon lebten die Lahrer damals? Das hing auch schon damals davon ab, wen man fragte. Es gab eine kleine, aber durchaus vermögende Oberschicht, die

nicht als typisches Frühstücksgetränk, sondern für die bürgerliche Oberschicht. Wie war die medizinische Versorgung? Es gab Apotheken und Ärzte, freiberufliche ebenso wie im Spital angestellte. Zahnheilkunde war ein reisendes Gewerbe, man muss sich eher Zahnbrecher darunter vorstellen. Hebammen wurden staatlich beaufsichtigt. Die Wirksamkeit der Medizin hielt sich in engen Grenzen und in Zeiten vor der Narkose überlegte es sich jeder zweimal, bevor er wirklich zum Arzt ging.

Gab es in der Stadt schon ein Krankenhaus? Nicht direkt. Kranke Handwerksgesellen aber – oder Menschen ohne Angehörige – konnten in das Spital in der Kreuzstraße gebracht werden. In der Regel aber wurden Menschen zu Hause gepflegt. Wie waren die Straßen? Unbefestigt und in der Regel verschmutzt. Die zahlreichen Zugtiere hinterließen viel Unrat, es stank fast überall. Wenn es geregnet hatte, war es nicht leicht, in dem Morast voranzukommen. Fragen von Jörg Braun

Was gab es für die normalen Bürger zu essen? Das Essen unterscheidet sich nicht grundlegend vom heutigen, aber es gibt ein paar deutliche graduelle Unterschiede. Der Anteil an Fleisch war deutlich geringer als heutzutage, ebenso Nahrungsmittel, die importiert werden mussten, also Kolonialwaren zum Beispiel oder frische Meeresfische. Wesentlich stärker als heute musste saisonal gegessen werden, was im Frühjahr immer auf einen Vitaminmangel hinauslaufen konnte. Hungersnöte und starke Preissteigerungen waren noch häufig und praktisch jede Generation hatte ihre Erfahrungen damit mindestens einmal gemacht. Aber darüber hinaus aß man, was wir heute noch kennen: Kartoffeln, Teigwaren, Gemüse. Was tranken die Lahrer vor 200 Jahren? Auch das hat sich im Vergleich zu heute nicht sehr geändert: Wasser natürlich zuerst, dann die üblichen Alkoholika: Wein, Bier, Spirituosen. Kaffee gab es bereits, aber noch

Historische Schätze: Stadtarchivar Thorsten Mietzner mit einem 200 Jahre alten Rechnungsbuch. Er schildert im Interview, wie das Leben in Lahr seinerzeit aussah. Foto: Braun


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte Gründervater der Lahrer Zeitung hatte ein Herz für seine Mitmenschen Johann Heinrich Geiger war ein Selfmade-Unternehmer und ein sehr sozial eingestellter Mensch / Seine Urahnin Christel Seidensticker hat die Geschichte der Geiger-Schauenburg-Dynastie erforscht

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an schreibt das Jahr 1794. In der Lahrer Mühlgasse beginnt der gelernte Buchbinder Johann Heinrich Geiger zu drucken – ohne Ausbildung, ohne Genehmigung und nur mithilfe eines alten Setzkastens sowie mit Lettern, die er billig in Basel erstanden hat. Geiger kann sich zunächst nur Zwiebelfische leisten – so nennen Schriftsetzer und Buchdrucker einzelne Buchstaben innerhalb eines Textes, die aus einer anderen Schrift stammen. Der Zwiebelfisch gilt als ungenießbar und somit als Synonym für minderwertige Ware. Trotz dieser bescheidenen Anfänge wird Geiger zum erfolgreichen Unternehmer und Begründer der Lahrer Druckindustrie. Die durcheinandergeratenen Lettern sortierte Geiger an langen Abenden mit seiner Frau auseinander. »So will es zumindest die Familiensage«, ist bei Christel Seidensticker, Urenkelin des Verlegers Moritz Schauenburg und damit Nachfahrin von Johann Heinrich Geiger, nachzulesen. Seidensticker, die sich als Autorin und Kennerin der Lahrer Stadtgeschichte einen Namen gemacht hat, ist im November 2017 im Alter von 84 Jahren gestorben. Sie las unzählige Briefe und Handschriften ihrer Vorfahren. Auch die folgende Beschreibung Geigers geht auf Erkenntnisse Seidenstickers zurück.

Geiger sieht, dass in der Stadt bedrucktes Papier gebraucht wird Zurück ins Jahr 1794. Geiger – an Heiligabend 1764 in Lahr geboren – erkennt eine Marktlücke: Er sieht, dass in der Stadt bedrucktes Papier gebraucht wird. Die junge Tabakindustrie will zum Beispiel ihre Rechnungen und Etiketten drucken lassen, doch es gibt weit und breit keine Druckereien. Straßburg, wo normalerweise viel gedruckt wird, ist wegen der Unruhen der Französischen Revolution nicht erreichbar. In diese Lücke stößt Geiger, der als Drucker klein anfängt: Er wandert zu Fuß nach Basel, um dort Zwiebelfische zu kaufen – die Anfänge seines Familienbetriebs. Zunächst erledigt Geiger viele Aufträge Kardinal Rohans, der aus Straßburg nach Ettenheim geflohen ist und dringend jemanden braucht, der ihm seine Fastenbriefe und Predigten druckt. In seiner Not lässt sich der Kardinal auch nicht davon abhalten, dass Geiger evangelisch ist. Hinzu kommen Aufträge aus der Industrie. Die erste Rechnung, die Geiger an die Stadt Lahr stellt, stammt aus dem Jahr 1794. Dieses Datum gilt heute als das offizielle Gründungsdatum der Druckerei und damit auch letztlich der Lahrer Zeitung. Anfang des 19. Jahrhunderts druckt Geiger in der Mühlgasse (hinter dem heutigen Wolkenkratzer) auch für die Schulen des Oberamtes

den Katechismus, die biblische Historie, den kleinen Katechismus und das Lesebuch. Später lässt sogar der berühmte Mundartdichter Johann Peter Hebel bei ihm seinen »Rheinländischen Hausfreund« drucken. Ein großer Erfolg wird der legendäre Kalender »Hinkender Bote«, den Geiger ab 1801 herausgibt. Im Jahr 1796 brachte Geiger zum ersten Mal das »Lahrer Wochenblatt« heraus, in den ersten Jahren nur mit mäßigem Erfolg. »Lahr war eben eine recht kleine Stadt, und wer konnte sich damals schon eine Zeitung leisten?«, verdeutlichte Christel Seidensticker die Schwierigkeiten, mit denen ihr Urahn zu kämpfen hatte. Aber im Lauf der Zeit wuchs Lahr und die Zeitung wurde interessanter, als die Stadt 1803 badisch wurde.

Geiger schneidet im Wortsinn einen alten Zopf ab Geiger heiratete 1789 die Lahrerin Anna Maria Baumann. Was für ein Charakter war er? Seidensticker beschrieb ihn als talentierten Unternehmer, der auch ein sehr sozialer und moderner Mensch gewesen sei. »Im Jahr 1812 schnitt er sich als erster Lahrer den Zopf aus dem vergangenen Jahrhundert ab und kam mit geschorenem Kopf in die Kirche«, wusste Seidensticker zu berichten. Geiger spielte eine bedeutende Rolle innerhalb der sich konstituierenden liberalen Gesellschaft der Stadt und trat mit sozialem und philanthropischem Engagement hervor. So war er 1801 Mitbegründer der Lahrer Armenanstalt. Trotz seines gesellschaftlichen Aufstiegs als Verleger war er sich nicht zu schade, mit anzupacken, wenn Not am Mann war. 1817 gab es zum Beispiel eine Hungersnot, im Ried wa-

Johann Heinrich Geiger lebte von 1764 bis 1849. Seine Druckerei gab das »Lahrer Wochenblatt« heraus, aus dem die Lahrer Zeitung hervorging. Fotos: Stadtarchiv ren alle Felder überschwemmt. Die Bauern fuhren mit Kähnen über ihre Äcker und schnitten mit der Schere das Korn ab, das noch aus dem Wasser ragte. »In dieser Situation stand Geiger buchstäblich

bis zum Umfallen an den Suppentöpfen und verteilte Essen an die Hungernden«, hob Seidensticker hervor. Auch sein »Lahrer Wochenblatt« habe er für den guten Zweck genutzt: Wer etwas an die Armen spendete, kam in die Zeitung.

Schicksalsschlag, als der zweite Sohn Carl im Neuenburger See ertrinkt

24 Gulden für gedruckte Zollzeichen: Diese handschriftliche Rechnung aus dem Jahr 1794 ist das älteste noch erhaltene Dokument aus der Anfangszeit des Lahrer Buchdruckers Johann Heinrich Geiger. Es findet sich in einer Reihe dicker, alter Rechnungsbücher der Stadtverwaltung und schlummert im Archiv am Rathausplatz. In zwei Wochen, Ende März, öffnet im Stadtmuseum eine Ausstellung über 225 Jahre Zeitungsgeschichte.

Geiger war Vater von sechs Kindern. Nicht anders als wohl alle Eltern heutzutage hatte er den Wunsch, dass seine Kinder etwas lernten. Seinen ersten Sohn, Johann Heinrich II., schickte er 1808 in die Lehre zum Verleger und Buchhändler Cotta nach Tübingen. Der zweite Sohn Carl machte zuerst eine Lehre bei der Schnupftabakfabrik Lotzbeck. Er sollte das Geschäftliche übernehmen. 1813 verließ Carl Lahr, um in Neuenburg weiter zu lernen. Ein halbes Jahr später ertrank er im Neuenburger See beim Baden. »Das traf Geiger schwer«, so Seidensticker über diesen Schicksalsschlag. Anno 1810 heiratete seine Tochter Katharina Ernst Friedrich Kaufmann, der später ebenfalls zum Begründer eines eigenen Druckhauses wurde, das bekanntlich heute noch besteht. Geiger senior gab sein Unternehmen erst im Alter von 77 Jahren an seinen Sohn

Johann Heinrich II. ab. Dessen Schwiegersohn Moritz Schauenburg übernahm die Firma 1864 unter seinem Namen. Geiger wurde für damalige Verhältnisse sehr alt, 84 Jahre. Er starb am 7. Februar 1849. Man muss sich ihn in seinen letzten Lebensjahren als glücklichen Menschen vorstellen. Er wollte den Lahrern das Lesen näherbringen – das ist ihm mit großem Erfolg gelungen. Die von ihm gegründete Zeitung prosperierte längst und war – seit 1841 unter der Führung seines ältesten Sohnes – zu einem liberal ausgerichten Meinungsorgan geworden. 1869, also erst nach Geigers Tod, wurde aus dem »Lahrer Wochenblatt« die Lahrer Zeitung, die nun täglich publiziert wurde. Doch Geiger brachte seinen Mitbürgern das Lesen nicht nur mit einer Zeitung, sondern auch mit einer Leihbücherei näher, die er bei sich zu Hause in der Mühlgasse einrichtete. Dort konnten die Lahrer mehr als 1000 Bücher ausleihen. Christel Seidensticker hat sich nach dem Studium ihrer Familiengeschichte voller Respekt über ihren Urahn geäußert: »Bei ihm gehörten Arbeit und soziales Engagement zusammen. Es ging ihm nicht vornehmlich darum, Geld zu verdienen. Sich für Lahr einzusetzen, das war einfach Teil seines Lebens.« Herbert Schabel


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte Nach harten Anfangsjahren wird die Zahl der Leser immer größer

Aus der Geschichte der Lahrer Zeitung / Über das Gründungsdatum gibt es Meinungsverschiedenheiten / Johann Heinrich Geiger hatte den Mut, in seinem Blatt Entscheidungen der Obrigkeit zu kritisieren

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achrichten und Reportagen aus der eigenen Nachbarschaft und der ganzen Welt, ein umfangreicher Sportteil, Wirtschaftsseiten, Kommentare und Leitartikel – all das, was heute den Reiz der Lahrer Zeitung ausmacht, hatte das »Lahrer Wochenblatt« nicht zu bieten. Aus heutiger Sicht kamen die ersten Ausgaben mickrig daher, als sie Ende des 18. Jahrhunderts die Druckerpresse von Gründervater Johann Heinrich Geiger verließen. Gerade einmal ein Blatt konnte die Zeitung aufweisen, immerhin beidseitig bedruckt, allerdings nicht mit politischen Themen. Stattdessen informierte das »Lahrer Wochenblatt« stets dienstags über Getreide- und Fleischpreise, Todesfälle sowie Geburten und verbreitete amtliche Bekanntmachungen. Als besondere Schmankerl waren manchmal Geschichten und Fabeln abgedruckt.

In den ersten Jahren besteht die Zeitung aus nur einem Blatt Darf man den Vorläufer der Lahrer Zeitung überhaupt als Zeitung bezeichnen? Ja, unbedingt, denn das Druckwerk war öffentlich, aktuell, wurde regelmäßig publiziert und hatte eine Bedeutung für das Leben seiner Leser. Dabei stand hinter dem »Lahrer Wochenblatt« eine Ein-Mann-Redaktion – Geiger brachte die Zeitung im Alleingang heraus. Offenbar war er ein leidenschaftlicher Blattmacher. Ende des 18. Jahrhunderts war die Fotografie zwar noch ebenso wenig erfunden wie ein modernes Layout. Geiger hinderte das aber nicht daran, dem Blatt eine Struktur und abwechslungsreiche Optik zu geben, indem er Zwischentitel und Grafiken – etwa für die Darstellung von Lebensmittelpreisen – verwendete.

Drucktechnik: Mitte des 19. Jahrhunderts schaffte die Druckerei Schauenburg eine Schnellpresse an, die die handbetriebene Druckerpresse ablöste. Diese undatierte Aufnahme zeigt die Produktion der Lahrer Zeitung mit der Schnellpresse. Die Maschine war in der Lage, bis zu 1200 Zeitungen pro Stunde zu drucken. Foto: Archiv Geiger begann 1794 in Lahr zu drucken. In diesem Jahr stellte er auch die erste Rechnung an die Stadt. Es gilt seither als Geburtsjahr der Lahrer Zeitung. Es gibt aber auch Stimmen, die annehmen, dass die Lahrer Zeitung zwei Jahre jünger ist. Die Verfechter der 1796er-Theorie stützen sich auf einen Brief Geigers, den er im April 1803 an das fürstliche Oberamt schrieb. Darin steht, dass er das »Lahrer Wochenblatt« schon seit sieben Jahren drucke und verlege – also seit 1796. Und noch einen weiteren Anhaltspunkt liefern sie: Als Geiger die

größten wirtschaftlichen Nöte mit seiner Zeitung überstanden hatte, ließ er sein »Sorgenkind« 1810 selbst zu Wort kommen: »Ich bin jetzt 14 Jahre alt«, schrieb er im Namen des »Lahrer Wochenblatts«, »und habe mancherlei Schicksal erlebt. Meine ersten Lebensjahre habe ich gar kümmerlich verlebt.« Der Text lädt zu einer einfachen Rechnung ein: 1810 minus 14 Jahre, das ergibt wieder 1796 als Entstehungsjahr. Ein Brief von Geiger junior wiederum legt nahe, dass 1794 die erste Ausgabe des »Lahrer Wochenblatts« in den Druck ging. Die Lage ist also verworren. Aber letztlich entschied der Geiger-Schauenburg-Verlag selbst, das Geburtsjahr der Lahrer Zeitung auf 1794 festgelegt werden sollte. Denn bei der 100-JahrFeier des Verlags 1894 feierte man den 100. Geburtstag der Lahrer Zeitung gleich mit. Und so prangt schon seit einem Jahrhundert auf Seite eins der Lahrer Zeitung der stolze Hinweis: »seit 1794« – Historiker-Streit hin oder her.

Nach Ärger mit dem Fürsten muss die Zeitungspresse stillstehen

Zeitungsgeschichte: Eine Ausgabe des »Lahrer Wochenblatts«, Vorläufer der Lahrer Zeitung, aus dem Jahr 1797 mit aktuellen Lebensmittelpreisen Foto: Lahrer Zeitung

Zurück zum Anfang des »Lahrer Wochenblatts«, der nicht leicht war. Obwohl das Jahresabo nicht mehr kostete als fünf Pfund Butter, tat die Zeitung sich schwer, Abnehmer zu finden. Geiger wurde kreativ, um den Verkauf anzukurbeln: Er versprach, den Preis noch weiter zu senken, wenn endlich mehr als 200 Bürger seine Zeitung abonniert hätten. Doch die Leser blieben fern. Im Jahr 1801 sah es sogar so aus, als müsste er

das »Lahrer Wochenblatt« auf- »Lahrer Zeitung«. Ein neuer geben. Nur durch Geldsprit- Wind wehte durch die Redakzen von Unterstützern konnte tion, die seit 1841 von Johann Heinrich Geiger II – dem Sohn es gerettet werden. Nun begann langsam aber des Gründers – geführt wurde: sicher der Aufschwung: Zu Kritischer, politischer und muBeginn des 19. Jahrhunderts tiger wurden die Artikel. Auch während der Weltwuchs der Umfang der Zeitung von einem Blatt auf zwei; kriege im 20. Jahrhundert ab und an gesellten sich aktu- wurde das Blatt seiner Inforelle Berichte zu den amtlichen mationsaufgabe gerecht. Nun Bekanntmachungen. Fortset- füllten vor allem TodesnachSiegesmeldungen zungsgeschichten mit Titeln richten, wie »Tod aus Liebe« fesselten und Berichte von Niederlagen die Leser. 1807 erschien das und politischen Kämpfen die »Lahrer Wochenblatt« schon Spalten. Während des »Dritzweimal wöchentlich – und ten Reichs« konnte die Lahrer Zeitung zwar weiter erscheibegann, frech zu werden. Gegen Ende des 18. und An- nen, musste aber den Namen fang des 19. Jahrhunderts ge- »Tageszeitung für nationalsowannen Liberalismus und De- zialistische Politik« und »Mitmokratie in der damaligen teilungsblatt des Kreises Lahr Gesellschaft an Bedeutung, der NSDAP« annehmen. eine Entwicklung, die sich auch im Vorläufer der Lahrer Zeitung widerspiegelte. Eine Fabel – unbemerkt durch die Zensur geschlüpft – hätte Der Verlag über die Zeitung zum Neustart 1949 1812 beinahe das Ende des Blattes beNach Kriegsende bekam die deutet. Sie kritisierte die neu eingeführte Zollordnung, was Lahrer Zeitung von den Besatdem badischen Landesfürsten zungsmächten zunächst keine gar nicht schmeckte. Als Gei- Lizenz und musste vier Jahre ger dann noch das Epigramm pausieren. Im Jahr 1949 fielen »Gedanken nur sind zollfrei dann die Schranken des Linoch allein; denn, ach, sie trü- zenzzwangs und die Zeitung gen gar zu wenig ein« veröf- erstand wieder auf – mit fentlichte, wurde das »Lahrer ihrem alten Namen. Wochenblatt« durch das KreisIn der neuen ersten Ausgaamt in Offenburg verboten. be am 15. Oktober 1949 Acht Monate stand die Presse wandten sich Verlag und Restill. Geiger kämpfte verzwei- daktion an die Leser: Das felt, schrieb Bittbriefe, sam- »Heimatblatt für jedermann« melte Unterstützer unter den solle die Lahrer Zeitung sein. Bürgern. Mit Erfolg, denn am Auf »wahrer christlicher und Neujahrstag 1813 erschien die demokratischer Grundlage« Zeitung wieder und ging ge- wolle man stehen, keinen stärkt aus dem Rechtsstreit Unterschied der Konfessionen hervor. kennen, politisch unabhängig Aus dem »Lahrer Wochen- und jeder Hetze abhold sein. blatt« wurde 1869 die tägliche Herbert Schabel

Ein Heimatblatt für jedermann.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte

Das »Allgemeine Deutsche Kommersbuch«, ein Lieder- und Gedichtbuch für Studentenverbindungen, war Mitte des 19. Jahrhunderts eine der erfolgreichsten Publikationen Schauenburgs. Diese historische Aufnahme zeigt die Produktion der sogenannten »Lahrer Bibel« in dem Lahrer Verlag. Fotos: Archiv

Mit der »Lahrer Bibel« kommt für den Schauenburg-Verlag der große Erfolg

Das Traditionsunternehmen und die Lahrer Zeitung waren fast 200 Jahre sehr eng verknüpft – beide hatten mit Johann Heinrich Geiger denselben Gründervater / »Deutsches Kommersbuch« wurde zum Bestseller

D

er Gründervater der Lahrer Zeitung ist Johann Heinrich Geiger – doch es gibt noch eine zweite große Unternehmerpersönlichkeit im 19. Jahrhundert, die prägend für die Geschichte der Zeitung war: Johann Moritz Schauenburg (1827 bis 1895), der Schwiegersohn von Johann Heinrich Geiger II. Ein Porträtfoto Schauenburgs, aufgenommen um 1890, zeigt einen würdevollen älteren Herrn mit weichen Gesichtszügen und einem etwas verträumten Blick. Dass in dem erfolgreichen Unternehmer ein gefühlvoller Mann gesteckt haben muss, zeigen glühende Liebesbriefe, die er Jahrzehnte zuvor an Emilie Geiger geschrieben hatte, die Enkelin des Gründers der Druckerei und des Verlags Geiger in Lahr. Schauenburg hatte eine abgeschlossene Buchhändlerleh-

Vielleicht spielten auch Karriere-Überlegungen eine Rolle. Schließlich bestand für Schauenburg die Aussicht, eines Tages ein florierendes Unternehmen übernehmen zu können. Julie Geiger erwiderte seine Gefühle, die Hochzeitsglocken läuteten und binnen weniger Jahre war Schauenburg zum Alleininhaber der Druckerei sowie des Verlags aufgestiegen, denen offenbar gar nichts Besseres passieren konnte.

Die Nägel in den Buchdeckeln haben einen ganz praktischen Grund

Schauenburg verbesserte die Druckerei in großem Stil, 1857 standen schon drei Schnellpressen in den Firmenräumen. Der gelernte Buchhändler führte den Verlag unter anderem mit dem Kalender »Lahrer Hinkender Bote« zu großem Erfolg. Ein weiterer Erfolgsgarant war das »Allgemeine Deutsche Kommersbuch«, ein Lieder- und Gedichtbuch für StuMoritz Schauenburgs Worte an Julie Geiger dentenverbindungen, das 1858 re in der Tasche, als er 1850 zum ersten Mal erschien. Tynach Lahr kam. Eigentlich pisch für das Kommersbuch wollte er nur einen kurzen sind die praktischen Biernägel Zwischenstopp bei Geiger ein- in den Buchdeckeln: Legt ein legen und dann eine Stelle in Verbindungsstudent das Buch London antreten. Aber es an einem feuchtfröhlichen kam ganz anders, denn offen- Abend in eine Bierpfütze, bar verliebte er sich Hals über wird der Einband dank der Kopf in die Geiger-Tochter Ju- Nägel nicht nass. lie. Jedenfalls schrieb er ihr Von Anfang an fanden zwi1850: »Ich wollte fort, aber ich schen den Buchdeckeln Werkann nicht. Ich glaubte vor ei- ke der Dichtergrößen Goethe, nigen Tagen, es sei nur Zunei- Lessing, Schiller und Eichengung, was ich für Sie fühle, dorff Platz. Und neben selbst aber gestern und heute habe komponierten Liedern wurich es empfunden, dass mich den auch Liedvertonungen Liebe, innige Liebe an Sie fes- von Mozart, Schubert, Haydn selt. Mich zieht es an keinen und Mendelssohn Bartholdy andern Platz mehr, als an den abgedruckt. Binnen kürzester Platz Ihnen zur Seite.« Zeit avancierte das Buch zum

absoluten Standardwerk für deutsches Liedgut – und zum Goldesel für den Schauenburg-Verlag. Bis heute gilt das »Allgemeine Deutsche Kommersbuch« – von Studenten und alten Herren liebevoll »Lahrer Bibel« genannt – als das bekannteste Kommersbuch in Deutschland. Die Geschäfte des Schauenburg-Verlags liefen so gut, dass man sich verstärkt dem sozialen Engagement widmen konnte. 1877 wandte sich der »Lahrer Hinkende Bote« mit einer Pfennigsammlung an die Leser. Nach dem Motto: »Viele Wenig machen ein Viel« wurden die Bürger zu Spenden für das geplante erste deutsche Reichswaisenhaus aufgerufen. 1885 konnte die Institution dann tatsächlich

am Lahrer Altvater eröffnet werden. Johann Moritz Schauenburg starb 1895, sein Sohn August Moritz Schauenburg (1863 bis 1933) wurde Geschäftsführer und führte die Firma erfolgreich weiter.

Abstieg des Verlags kommt mit der Wiedervereinigung Das Unternehmen überlebte auch den Zweiten Weltkrieg, in mittlerweile vierter Generation begann man nach 1945 mit dem Wiederaufbau. Wie mit ganz Deutschland ging es in den 1950er-Jahren auch mit dem Schauenburg-Verlag aufwärts. In den 1970-er-Jahren erlebte der Verlag dann noch-

Innige Liebe fesselt mich an Sie.

Erfolgsunternehmer: Dank Johann Moritz Schauenburg (Bild) ging es im 19. Jahrhundert bergauf mit dem Verlag, den Johann Heinrich Geiger begründet hatte.

mals eine Blütezeit und baute in Schwanau-Allmannsweier eine moderne Druckerei auf. Die Wende für den Verlag kam spätestens mit der Wiedervereinigung Deutschlands. In der ehemaligen DDR und dem vorher abgeschirmten Ostblock war Drucken viel günstiger, neue Konkurrenz kam auch zunehmend aus China. Kalender fanden im Zeitalter von elektronischen Planern und Computern immer weniger Abnehmer. Um wirtschaftlicher arbeiten zu können, wurden 1991 die wesentlichen Betriebsteile des Verlags verselbstständigt. Unter anderem wurde die Lahrer Zeitung zur eigenständigen GmbH, nabelte sich damit vom Mutterverlag ab – und konnte so weiter bestehen, als andere Teile der Schauenburg-Gruppe liquidiert wurden. Im Februar 1995 musste Schauenburg Konkurs anmelden, 160 Angestellte verloren ihren Arbeitsplatz. »Schauenburg Graphische Betriebe« stellte den Betrieb komplett ein, der Verlag Moritz Schauenburg GmbH blieb zunächst bestehen, löste sich aber 2000 ebenfalls auf. Heute gibt es die Schauenburg-Gruppe nicht mehr – aber ihre drei Flaggschiffe haben die Zeiten überdauert: Die Lahrer Zeitung gehört zur Südwestdeutschen Medienholding (SWMH), der Lahrer Hinkende Bote erscheint seit 2011 im Silberburg-Verlag und auch das legendäre Kommersbuch lebt weiter – mittlerweile wird es vom Verlag A. Morstadt in Kehl herausgegeben. Johann Moritz Schauenburgs Erbe wird weiterhin von Zehntausenden Menschen gelesen. Ohne den von ihm einst geführten Verlag gäbe es heute auch keine Lahrer Zeitung. Herbert Schabel


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte 40 Jahre für Schauenburg und noch länger für die Lahrer Zeitung

Alfred Arbandt arbeitete vier Jahrzehnte in verschiedenen Positionen für den ehemaligen Schauenburg-Verlag und ist auch mit 79 noch immer als freier Mitarbeiter für die Redaktion der Zeitung im Einsatz

W

überwiesen wurde und nicht mehr mit der Lohntüte überreicht wurde, war bei einem Mitarbeiter der Aufschrei groß. Denn dieser Mitarbeiter hat immer etwas Geld aus der Tüte für sich abgezwackt, bevor er mit dem Geld nach Hause zu seiner Frau kam. Das ging natürlich mit der Umstellung nicht mehr«, schmunzelt Arbandt. Oder etwa, dass die Zahl 15 eine regelrechte Warnfunktion innerhalb der Druckerei hatte. »15 wurde immer dann gerufen, wenn der Chef kam, um nach dem Rechten zu schauen«, erklärt Arbandt. Warum 15? »Die Zahl 15 gibt es nicht in der Druckerei. Die Schriftgrößen der Texte sind ausschließlich gerade Zahlen wie etwa 14, 16 und 24. Das Alfred Arbandt | Mitarbeiter bei Schauenburg war der simple Grund.« Auch Jahren nicht mehr. »Ich war waren ab und zu die Buchstaspäter Kalkulator, Leiter der ben unter den Schriftsetzern Arbeitsvobereitung und Ver- knapp, sodass »das ein oder andere Mal beim Kollegen kaufsleiter«, sagt Arbandt. Dem großgewachsenen Buchstaben vom Stehsatz stiMann kann man stundenlang bitzt wurden«, sagt Arbandt. In Arbandts Haus in Hugszuhören, wenn er über Schauenburg spricht. Arbandt kennt weier erzählen diverse Druckdie Geschichte des Verlags, in- erzeugnisse und Setzvorlagen teressante Details und natür- von seiner damaligen Tätiglich jede Menge Anekdoten. keit. »Als ich meine Lehre als »Als um das Jahr 1960 der Schriftsetzer Mitte der 50er Lohn nur noch auf das Konto Jahre angefangen habe, war enn einer etwas über den traditionellen SchauenburgVerlag, der viele Jahre die Lahrer Zeitung herausgebracht hatte, erzählen kann, dann ist es Alfred Arbandt. Der 79-Jährige aus Hugsweier hat 40 Jahre für Moritz Schauenburgs graphischen Großbetrieb und Verlag gearbeitet, bis zu dessen Insolvenz im Jahre 1995. Mitte der 50er-Jahre hat er dort als Schriftsetzer angefangen, um anschließend in verschiedenen Abteilungen zu arbeiten. Schriftsetzer, diesen Beruf gibt schon seit vielen

15 war der Warnruf vor dem Chef.

Heute: Alfred Arbandt vor der »Schauenburg-Wand« in seinem Haus in Hugsweier. ich zu klein, um an den Buchstaben ›A‹ zu kommen. Ich musste mich jedes Mal auf den Schemel stellen«, lacht Arbandt. Das änderte sich aber

Vor 60 Jahren: Alfred Arbandt (hinten) als Lehrling an der Setztafel.

»

Ich habe von 1965 bis 1995 beim Schauenburg-Verlag als Buchbinderin geschafft. Es war insgesamt eine sehr schöne Zeit in den 30 Jahren bei Schauenburg, obwohl die letzten Jahre vor der Pleite nicht mehr so angenehm waren. Wir mussten damals von Lahr nach Schwanau ziehen. Manchmal haben wir bis spät in die Nacht gearbeitet, da hätten wir gleich unser Bett mitnehmen können. An Fastnacht, da erinnere ich mich noch sehr gut dran, haben wir uns es nicht nehmen lassen, ordentlich und gebührend zu feiern. Da hat auch der Chef mal ein Auge zugedrückt und manchmal hat er auch mitgefeiert.« Waltraud Ehmer

Fotos: Archiv/db

schnell. Arbandt wuchs und eignete sich gut für den Handballsport. »Neben meinem Beruf spielte ich Handball für den TuS Hugsweier, einer früheren Handball-Hochburg«, erinnert sich Arbandt. Bemerkenswert ist freilich: Arbandt hatte trotz eines anstrengenden Arbeitstags immer noch genügend Zeit, seiner anderen großen Passion nachzugehen, dem Schreiben. Und zwar als Reporter für die Tageszeitung, natürlich die Lahrer Zeitung. Die »Freien« gehen abends auf Termine, sind am Wochenende unterwegs und in ihren jeweiligen Orten vernetzt wie kein Zweiter. Die lokalen Berichterstatter füllen nicht nur die Zeitung aus den einzelnen Stadtteilen, sie bereichern mit ihrer Berichterstattung die Zeitung. Alfred Arbandt ist auch im stolzen Alter von 79 Jahren immer noch Berichterstatter in seinem Heimatort Hugsweier. Und er wird nicht nur bei den Redakteuren der Lahrer Zeitung mit dem schlichten Kürzel »a«, seiner

»

persönlichen Abkürzung in der Zeitung verbunden, sondern vor allem von den Hugsweierern. »Immer wieder werde ich auf meine Texte in der Lahrer Zeitung angesprochen. Mir macht die Arbeit nach wie vor sehr viel Spaß.«

Seit 1959 als »Freier« bei der Lahrer Zeitung Arbandt, der seine ursprüngliche Heimat bei Königsberg im damaligen Ostpreußen wegen des Zweiten Weltkriegs verlassen musste, schreibt seit 1959 als freier Mitarbeiter für die Lahrer Zeitung. Der leidenschaftiche Zeitungsmann berichtet in bester Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit über Hugsweierer Vereine, den Sport und früher auch über den Ortschaftsrat. Wenn Arbandt irgendwann einmal wirklich in Rente geht, wird das nicht nur die »LZ«, sondern auch sein Dorf sicherlich bedauern. Aber das kann noch eine lange Weile dauern. db

In meiner Ausbildung zur Industriekauffrau war ich für sechs Monate auch der Lohnbuchhaltung zugeteilt. Das Büro war ebenerdig mit Blick auf den Innenhof, was für mich faszinierend war. Als dann zu einem Termin tatsächlich mehrere Autos mit den Gesellschaftern in den Hof fuhren, wurden meine Augen immer größer, der Atem merklich flacher, was war ich aufgeregt! Gesellschafter waren ja doch allem Anschein nach etwas Besonderes, hatte die Chefsekretärin zu deren Empfang ganz selbstverständlich ihre eigenen Teppiche von daheim mitgebracht und ausgerollt. So war das damals: Ehre, wem Ehre gebührt.« Dorothea Hertenstein


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225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte

80 Jahre im Kellerschlaf: Diese Ausgabe der Lahrer Zeitung war die letzte vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Jetzt wurde sie durch Zufall beim Aufräumen von einem Zeitungsredakteur entdeckt. Fotos: Braun

In den letzten Stunden des Friedens verschwindet eine Zeitung im Keller

80 Jahre lang schlummert eine historische Ausgabe der Lahrer Zeitung unbemerkt in einem Wohnhaus und kommt nur durch Zufall wieder ans Licht / 1939 machen sich die Lahrer noch Sorgen wegen Kaffee-Panschern

E

s sind die letzten, trügerisch ruhigen Stunden vor der bislang größten Katastrophe, die die Menschheit je erlebt hat. Lahr im Sommer 1939. Es ist der 31. August. Das Barometer wird an jenem Tag veränderliches Wetter anzeigen, sagt die Lahrer Zeitung ihren Lesern in der täglichen Wetterrubrik voraus. Nicht nur das Wetter in der damaligen Kreisstadt Lahr wird sich verändern, in diesen Sommertagen. Ganz Europa, der halben Welt, stehen schreckliche Zeiten bevor. Es ist der letzte Tag

Kellerabgang eines Wohnhauses in der Lahrer Werderstraße in einen Hohlraum der Treppe. Er legt den dünnen Papierpacken nicht flüchtig ab, nein, weit nach hinten schiebt er das Zeitungsexemplar, als wolle er es in Sicherheit wissen. 80 Jahre später. Das Häuschen in der Werderstraße steht noch und die Treppe in den Keller wird vom Schreiber dieser Zeilen aufgeräumt. Gründlich. Aus dem Hohlraum purzelt jede Menge alte Eisenschlacke, Dämmstoff unter dem Parkettboden des Erdgeschosses. Dann, beim Griff ins Dunkle, kommt ein vergilbter Papierfetzen zum Vorschein. Obendrauf eine dicke Schicht Staub. Einmal aufklappen: »Zeitung« steht da zu lesen. Noch weiter aufklappen: »Lahrer Zeitung«. Staubig, fleckig, aber weitgehend unversehrt. Acht Jahrzehnte lag diese Ausgabe unter der Treppe des Häuschens. Vollkommen unbemerkt. 80 Jahre Weltgeschehen drehten sich weiter, während diese Lahrer Zeitung ihren Treppenschlaf schlummerte. Beim Auffalten bekomme ich Gänsehaut. Eine steinalte Ausgabe der Lahrer Zeitung. Meiner Zeitung, die ich heute redaktionell verantworte.

Und was war damals? In der Lahrer Lokalzeitung, unter der Nazi-Herrschaft längst zum braunen »Mitteilungsblatt der NSDAP« geworden, ist der heraufziehende, mörderische Krieg an jenem 31. August schon zu erahnen. Säbelgerassel und Nazi-Propaganda in jedem zweiten Artikel. Auch im Lokalteil. In Lahrs Adolf-Hitler-Straße, der heutigen Marktstraße, kontrolliert die Schutzpolizei, ob die Luft-

schutzübungen auch ordnungsgemäß ausgeführt werden. Ein Reporter der Zeitung ist mit der Patrouille der Polizei unterwegs und gibt Entwarnung: Alles klappt bestens. Weniger gut funktioniert im August 1939 der Kaffee-Ausschank in vielen Gaststätten in der Stadt und im Bezirk Lahr. Kaffeepulver ist knapp. Deshalb strecken viele Gastronomen die braune Brühe mit Kaffee-Ersatzstoffen. Und

Beim Auffalten des Papiers bekomme ich Gänsehaut. Jörg Braun | Redaktionsleiter in Frieden, bevor im nächsten Morgengrauen Hitler Polen überfallen und den Zweiten Weltkrieg auslösen wird. An jenem letzten Tag im August 1939 verschwindet ein Exemplar der Lahrer Zeitung aus dem Blickfeld. War es Absicht? Eine Unachtsamkeit? Vorahnung? Ihr vorerst letzter Leser faltet die Ausgabe ziemlich unordentlich und schräg zusammen und steckt sie am

Der Fundort: In diesem gut 100 Jahre alten Haus in Lahrs Werderstraße wurde die historische Zeitungsausgabe entdeckt.

zwar deutlich mehr, als erlaubt. Der Reichskommissar droht Kaffeepanschern nicht nur Bußgelder an, sondern gar die Schließung ihrer Kneipen und Berufsverbote. Auf den Feldern der Region tummeln sich in jenem Sommer die Mäuse, sie haben »stark überhandgenommen», meldet die Lahrer Zeitung besorgt. Mit Giftködern solle man der Plage beikommen, schreibt das Blatt. Pauline Meier, geborene Herr, wird unterdessen 75 Jahre alt, die Zeitung gratuliert zu diesem »seltenen Altersjubiläum«. Beim Fischgeschäft Schaller in der Kaiserstraße wird für Blauaal-Filet, Schellfisch und Blaufelchen geworben. Die Friseurinnung Lahr bittet derweil per Annonce ihre »verehrliche Kundschaft«, nicht an Samstagen zum Haarschneiden oder für Dauerwellen zu kommen, sondern lieber unter der Woche. Rindfleisch wird in dieser Ausgabe der Lahrer Zeitung für 56 Pfennig das Pfund feilgeboten. Der Leser des Jahres 2019 merkt: Das Leben in Lahr, es dreht sich weiter, in diesen Spätsommertagen, trotz des nahenden Krieges. Das alles nachzulesen, auf einer originalen, alten Zeitung auf vergilbtem Papier, zufällig in die Hände gefallen nach 80 Jahren, das ist einfach großartig. Jörg Braun


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Geschichte

Treffpunkt am Walpotenhaus: Besucher bei der Eröffnungsfeier des Museumsplatzes Ende September vergangenen Jahres. Leser haben dem Platz zwischen Walpotenhaus und dem neuen Stadtmuseum bei einem Wettbewerb der Lahrer Zeitung seinen Namen gegeben. Das wurde mit Stadt und Verlag gefeiert. Fotos: Braun/Archiv

Im Walpotenhaus spüren die Verlagsmitarbeiter den Puls der Stadt Seit 23 Jahren hat die Lahrer Zeitung in dem markanten Gebäude auf historischem Grund ihren Sitz / Von der Trennung vom Schauenburg-Verlag bis zur Übernahme durch den Schwarzwälder Boten

L

okalredakteure müssen nah an ihren Lesern dran sein – diesen Grundsatz erfüllt die Lahrer Zeitung bereits durch ihren Standort. Seit 1996 hat der Verlag im Walpotenhaus seinen Sitz. Das moderne dreistöckige Wohn- und Geschäftsgebäude liegt dort, wo der Innenstadtring beginnt. Hier spüren die Verlagsmitarbeiter den Puls der Stadt, hier wird recherchiert und in die Tastaturen getippt, werden Anzeigen aufgenommen, Werbeaktionen ins Leben gerufen und im Lesershop Tickets für kulturelle Events verkauft. Leser kommen vorbei, um Redakteuren ein Feedback zu einem Artikel zu geben. Und in der fünften Jahreszeit rücken die städtischen Narrenzünfte an, um mit den Beschäftigten auf eine glückselige Fasent anzustoßen.

Impressum Sonderbeilage des Verlags der Lahrer Zeitung Verlag und Herausgeber Lahrer Zeitung GmbH Kreuzstraße 9, 77933 Lahr Telefon 07821/27 83-0 Geschäftsführung und Anzeigenleitung Kirsten Wolf Redaktion Jörg Braun (V.i.S.d.P.), Marco Armbruster, Felix Bender, Iris Erbach, Nadine Goltz, Julia Göpfert, Lisa Kleinberger, Thomas Kroll, Astrid Listner, Thorsten Mietzner, Jana Röckelein, Herbert Schabel, Tina Thiel Layout Chantal Köppel, Thomas Kroll, Natascha Rachel Druck Druckzentrum Südwest GmbH Villingen-Schwenningen Ausgabe Lahrer Zeitung 16. März 2019

Das Walpotenhaus wurde auf historischem Boden erbaut – dort verlief im Mittelalter die Stadtmauer. Im vorigen Jahrhundert stand auf dem großen Areal in der Kreuzstraße das traditionsreiche Druck- und Verlagsgebäude des Schauenburg-Verlags, der es Ende der 1980er-Jahre verkaufte. Im Frühjahr 1989 wurden die Gebäude abgerissen. Zuvor trugen die Redakteure ihre Schreibmaschinen auf die gegenüberliegende Straßenseite der Schillerstraße ins ehemalige »Hotel Krauss«. Ein paar Jahre später ging es den gleichen, kurzen Weg wieder zurück – ins Walpotenhaus, das mittlerweile dort erbaut worden war.

In der Nachbarschaft lassen sich die besten Themen entdecken Nicht nur deshalb waren es durchaus bewegte Jahrzehnte für den Verlag. Am 1. Januar 1969 hatte sich die Lahrer Zeitung mit anderen Verlegern aus der Region zur »Mittelbadischen Presse« zusammengeschlossen. Die Blätter kamen auf eine Gesamtauflage von 100 000 Exemplaren. Damit kurbelten sie das überregionale Anzeigengeschäft an und waren auch für die werbungstreibende Markenartikelindustrie attraktiv. Von einer ganz neuen Seite zeigte sich die Lahrer Zeitung 1988: In diesem Jahr erschien sie zum ersten Mal im Vierfarbdruck. Im Dezember 1990 wurde aus der Lahrer Zeitung eine eigenständige GmbH, die pünktlich zu Jahresbeginn 1991 von der Gesellschafterin Moritz Schauenburg GmbH & Co. KG den Teilbetrieb »Zei-

tungsverlag« übernahm. Das war ihr Glück, denn vier Jahre später, 1995, musste die Unternehmensgruppe Schauenburg Konkurs anmelden. Und das, obwohl sie im Vorjahr noch das 200. Firmenjubiläum gefeiert hatte. Vom Strudel dieser finanziellen Schwierigkeiten blieb die Lahrer Zeitung dank ihres Status’ als GmbH verschont – sie konnte weiter die Menschen in der südlichen Ortenau mit Informationen versorgen. Gedruckt wurde jetzt allerdings nicht mehr in Lahr, sondern in Offenburg. Die Unternehmensstruktur der Lahrer Zeitung war zwar ein wenig durcheinander gewirbelt worden, aber zu einer Konstante konnte man 1996 zurückkehren: Der Verlag zog wieder in die Kreuzstraße. Auf drei Etagen im modern ausgestatteten Walpotenhaus werden seitdem Artikel geschrieben, Seiten layoutet und Anzeigen akquiriert. Hier bekam die Lahrer Zeitung im Jahr 1998 ein inhaltliches und optisches Facelifting verpasst. Fünf Jahre später wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH aus Oberndorf kaufte die Lahrer Zeitung zum 1. Januar 2003. Seither wird der Zeitungsmantel, also die Berichterstattung aus ganz Deutschland und aus aller Welt, in Oberndorf produziert. Im Walpotenhaus, im Herzen von Lahr, ist der Sitz der Lokalredaktion und des Verlags »Lahrer Zeitung«. So vertraut die Lahrer Zeitung auch in Zukunft auf ihre 225-jährige Erfahrung und wird ihre Leser weiter über alles, was in Lahr und der Region passiert, auf dem Laufenden halten. Herbert Schabel

Die Geschäftsstelle in der Schillerstraße war bis Ende der 1980er-Jahre Anlaufpunkt für Besucher der Lahrer Zeitung.

Vorübergehendes Domizil: Ab 1988 residierte die Lahrer Zeitung für einige Jahre im ehemaligen Hotel Krauss in der Schillerstraße. Von hier zog der Verlag ins Walpotenhaus um.


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Geschichte 1919

1874

1919 1874

1950 1874

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1950

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Das Firmengelände von Klio-Eterna liegt inmitten idyllischer Natur und passt so optimal zu den zentralen Leitsätzen des Unternehmens: Regionalität und Umweltbewusstsein.

Fotos: Klio-Eterna

Blickpunkt Unternehmen

Klio-Eterna: Kugelschreiber-Gigant in Wolfach setzt auf regionales Denken und Umweltschutz Klio-Eterna steht seit annähernd 120 Jahren als Synonym für Präzision und Qualität. Die Klio-Werke zählten bereits in den 1920er-Jahren zu den Pionieren der Füllfederindustrie weltweit und waren der größte Spezialhersteller in Europa.

U

nser Alltag ist längst geprägt von nachhaltigem Handeln, das wir weiter pflegen und ausbauen werden«, versprechen Edeltraud Syllwasschy und Michael Gleich. Im Interview stehen die Geschäftsführer von Klio Eterna Rede und Antwort.

Sie beide sind seit 2017 Geschäftsführer von KlioEterna. Wie läuft es? Syllwasschy: Nach dem tödlichen Verkehrsunfall von Firmeninhaber Hans M. Höhner im April 2017 war nichts mehr wie zuvor. Trotzdem war klar, dass der Betrieb weitergehen und das Traditionsunternehmen in »Familienhand« bleiben soll. Als Lebensgefährtin von Herrn Höhner und seit über 20 Jahren kaufmännische Leiterin bei Klio-Eterna, übernahm ich die Position der Geschäftsführerin. Wenig später holte ich mir Michael Gleich, langjährigen Freund und Wegbegleiter Höhners und bis zu diesem Zeitpunkt Prokurist sowie Abteilungsleiter Spritzgusstechnik, als zweiten Geschäftsführer an die Seite. Gemeinsam haben wir uns der Situation gestellt und die notwendig gewordene Veränderung als Chance erkannt, die Weichen im Unternehmen neu zu stellen. Während ich mich auf die kaufmännischen Bereiche und das Personalwesen konzentriere, kümmert sich Herr Gleich vorrangig um die Produktion. Damit das Unternehmen, an dem uns beiden so viel liegt, auch künftig handlungsfähig ist, sind wir beide alleinvertretungsberechtigt. Nach diesen »Erstvorkehrungen« wurde Klio-Eterna strategisch komplett neu aufgestellt und in vielen Bereichen umstrukturiert. Im ersten Schritt haben wir uns von vielen elektronischen Produkten aus dem klio+-Segment getrennt, um uns wieder voll und ganz

auf unsere Kernkompetenz, die Entwicklung und Fertigung hochwertiger Schreibgeräte »Made in Germany« zu konzentrieren. Mit unserem 2017 neu eingestellten Vertriebsleiter Ralf Richter konnten wir uns wertvolle Erfahrung in den Bereichen Vertrieb und Marketing ins Unternehmen holen. Wir sind zwar noch lange nicht an unserem Optimum angekommen, haben aber in vielen Bereichen bereits eine enorme Entwicklung gemacht. Was sind die großen Stärken des Unternehmens? Syllwasschy: Zum einen ist das natürlich die Eigenfertigung unserer Kunststoff-Kugelschreiber hier im Schwarzwald und damit verbunden auch der hochwertige und technisch auf neuestem Stand ausgerüstete Maschinenpark. Innerhalb unserer Produktsegmente haben wir mehrere Schwerpunkte, die wir aber gleich gewichten. Momentan konzentrieren wir uns stark auf das Thema Umweltmanagement und nachhaltige Produktion. Mit unserer Biound Recyclingserie klio eco haben wir ein umfangreiches Angebot geschaffen, das uns stark von unseren Mitbewerbern abhebt.

Gleich: Der zweite wichtige Punkt – das Herz unserer Kugelschreiber – sind die Minen. Auch diese stellen wir seit annähernd 35 Jahren selbst her und bringen unsere ganze Erfahrung in das Produkt ein. Wir sind überzeugt von der wegweisenden Qualität unserer Minen und werden auch zukünftig an unserem 2014 eingeführten Standard »Silktech« festhalten. Was bedeutet für Klio-Eterna Heimatverbundenheit? Gleich: Uns gibt es seit fast 120 Jahren, seit 1957 in Wolfach. Hier fühlen wir uns wohl und hier sind wir zu Hause. Über Jahrzehnte hinweg sind wir mit der Region zusammengewachsen und haben uns hier verwurzelt. Ganze Familiengenerationen haben bei uns ihr Handwerk gelernt und sind mit Klio-Eterna aufgewachsen. Tradition und Regionalität sind uns wichtige Anliegen bei der Entstehung unserer Markenschreibgeräte. So setzen wir bei der Wahl unserer Lieferanten und Dienstleister vorwiegend auf Geschäftsbeziehungen aus der Region. Traditionell und modern. Heimatverbunden und weltoffen. Qualitätsbewusst und nachhaltig. Das ist Klio-Eterna. Welchen Stellenwert hat für Sie der Umweltschutz? Gleich: Bereits bei der Planung eines neuen Schreibgeräts spielen für uns Faktoren wie der Einsatz energieeffizienter und ressourcenschonender Produktionstechniken, die Einbindung sozialer Projekte in die Lieferkette, die Beschaffung von Rohstoffen bei möglichst regionalen Zulieferern sowie die Einhaltung zum Teil selbst auferlegter Kodizes und Standards eine entscheidende Rolle. Seit 2017 sind wir nach der Umweltnorm DIN EN ISO 14001:2015 zertifiziert. Das komplette Unternehmen arbeitet nach Prozessen, mit denen wir den Nachhaltig-

lio hinweg eine klare Gliederung für die unterschiedlichsten Bedarfe geschaffen. Wir glauben nach wie vor an hochwertige Schreibgeräte und sind davon überzeugt, dass sie auch in 25 Jahren einen hohen Stellenwert haben werden. Lassen wir uns überraschen, was die Zukunft bringt. Wir werden dabei sein.

Der auf Pflanzenstärke basierende Klix bio ergänzt das nachhaltige Sortiment der Marke klio eco. keitsgedanken aktiv leben. Im Verwaltungsgebäude wurden die bestehenden Fenster gegen eine energieeffizientere Variante getauscht. Wir betreiben diverse Maßnahmen im Rahmen eines Energiemanagements, wie zum Beispiel die Überwachung und kontinuierliche Optimierung unseres Stromverbrauchs. Das gilt für unseren Maschinenpark, aber auch für die Bildschirmarbeitsplätze, wo sich bereits nach einer Minute der Standby-Modus aktiviert. Aktuell prüfen wir den Einsatz einer Photovoltaikanlage. Die Mülltrennung an jedem Arbeitsplatz ist schon lange eine Selbstverständlichkeit für uns. Ihr Unternehmen blickt bereits auf eine lange Tradition zurück. Wo sehen Sie Klio-Eterna in 25 Jahren? Syllwasschy: Wir sind einer der wenigen produzierenden Hersteller von Kugelschreibern »Made in Germany«. Diese Marktposition wollen wir weiter ausbauen. Auch über die DACH-Region hinaus sind wir in den internationalen Märkten aktiv und als Marke bekannt. Hier streben wir weiterhin kontinuierliches Wachstum und verstärkte Präsenz an. Mit unseren fünf eigenständigen Marken klio, klio eco, klio+, klio structure und klio trade haben wir über unser Produktportfo-

Klio-Eterna vereint Tradition, Heimatverbundenheit und Innovation. Die Produktionshalle ist mit einem sehr modernen Maschinenpark ausgestattet. Das ermöglicht die Eigenfertigung hochwertiger Kugelschreiber und der dazugehörigen Minen. Foto: Klio-Eterna

Gibt es bereits Visionen für zukünftige Produkte, die mit heutigen Mitteln noch nicht zu verwirklichen sind? Syllwasschy: Wir im Kinzigtal sind bekannt für unseren Tüftler- und Erfindergeist. So ist es nicht verwunderlich, dass wir als Schwarzwälder Hersteller über eine interne Produktentwicklung verfügen, in der sich Kreativität, Präzision und Know-how vereinen. Immer am Puls der Zeit und an den aktuellen Trends orientiert, verfolgt unser Team aus Designern, Konstrukteuren und Werkzeugbauern stets den Markt, um die gewünschten Anforderungen berücksichtigen zu können. So haben wir bereits heute die Produktneuheit für unser Jubiläumsjahr 2020 samt Werkzeugen fertig entwickelt und vorbereitet in der Schublade liegen.

Der USB-Kugelschreiber Turnus aus dem Hause Klio-Eterna ist bereits mit zahlreichen Awards ausgezeichnet worden.

Gleich: Aber wie sagt man so schön, was heute ein Trend ist, ist morgen schon vergessen. Deshalb ist die Produktentwicklung bei uns auch niemals abgeschlossen. Sie ist ein permanenter und iterativer Prozess, bei dem ständig neue Ideen entstehen, die gesammelt und bewertet werden und bei dem »Spinnen« und visionäres Denken durchaus gewünscht sind. Mit unserem mehrfach prämierten USBKugelschreiber Turnus haben wir zum Beispiel im Jahr 2015 bewiesen, dass wir gerüstet und erfahren genug sind, die jeweiligen Anforderungen der Zeit mehr als nur zu erfüllen. Thomas Kroll

Fakten Angebot Jährlich gehen mehrere Millionen Kugelschreiber für namhafte Endkunden vom Band. Im Mittelpunkt steht die Individualisierung der Produkte für den Einsatz als Werbemittel. Unter dem Namen Klio-Eterna vereinen sich die fünf eigenständigen Marken klio, klio+, klio eco, klio structure und klio trade. n

n Mitarbeiter Etwa 125 Mitarbeiter sichern täglich die Qualität und den Fortschritt in allen Unternehmensbereichen. Seit 1957 fertigt Klio-Eterna am Standort Wolfach im Schwarzwald unter Einbeziehung modernster Produktionstechniken Kugelschreiber für die Werbeartikelindustrie. Der Vertrieb der Produkte erfolgt über enge Kooperationen mit zuverlässigen Handelspartnern in der ganzen Welt. n Meilensteine 1895 meldete Eduard Reisert ein Patent für den »Federhalter mit Tintenbehälter« an, fünf Jahre später erfolgte die Gründung des Unternehmens als »KLIOWerk – Fabrik für Gebrauchsgegenstände G. m. b. H«. 1955 wurde die »Eterna Kugelschreibermechanik« notariell beurkundet. Wilhelm Höhner gründete 1956 die »klio eterna GmbH, Fabrik für Schreibgeräte«. Nur ein Jahr darauf wurde der Standort nach Wolfach verlegt. Ab 1980 begann man mit dem Aufbau der Exportabteilung, 1983 folgte eine Druckabteilung mit Mehrfarbensiebdruck. Im Jahr 1986 übernahm Hans Michael Höhner und erweiterte das Unternehmen um eine eigene Minenproduktion. Ab 1987 nannte man sich »Klio-Eterna Schreibgeräte GmbH Co KG«. Anno 1992 startete die Herstellung eigener Minenspitzen 2014 führte Klio-Eterna die neuen Silktech-Minen ein. Seit 2017 wird die Geschäftsführung vertreten durch Edeltraud Syllwasschy und Michael Gleich.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter

Das Team der Lahrer Zeitung: Viele junge, engagierte Mitarbeiter profitieren von der Kompetenz und Erfahrung ihrer langjährigen Kollegen.

Ein junges Zeitungs-Team hält die altehrwürdige LZ-Tradition in Ehren

Belegschaft der Lahrer Zeitung blickt zuversichtlich in die Zukunft / Informationsangebot auf vielen Kanälen / Stolz auf die jahrhundertealte Historie des Blattes / 225 Jahre Bestehen werden im Jahreslauf vielfach gefeiert

N

ur wenigen Reportern und Fotografen ist es vergönnt, als Berichterstatter in Verlagen beschäftigt zu sein, die auf eine richtig alte, ja, eine buchstäblich uralte Historie zurückblicken können. Eine Geschichte, die mehr als zwei Jahrhunderte andauert und damit landesund bundesweit sehr einzigartig ist. Die Mitarbeiter der Lahrer Zeitung gehören zu diesem erlauchten Kreis, denn ihr Blatt feiert 2019 sein 225jähriges Bestehen. In BadenWürttemberg gibt es keine Handvoll Zeitungen, die älter sind als jene aus Lahr. Das macht nicht nur die Redakteure des Blattes stolz, sondern die Mitarbeiter aller Abteilungen. Auf den folgenden Seiten werden sie mit ihren jeweiligen Bereichen näher vorgestellt. Denn zu einem selbstständig agierenden Zeitungsverlag gehören nicht nur Journalisten und Anzeigenverkäufer, sondern noch viel mehr Fachleute für diverse Bereiche. Insgesamt mehr als 40 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute. Der Verlag der Lahrer Zeitung hat mit seinen Vorgänger-Unternehmen über 225 Jahre eine bewegte Geschichte erlebt. Er gehört heute zur Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) in Stuttgart, einem der größten deutschen Medienunternehmen, in dem auch renommierte Blätter wie

die Süddeutsche Zeitung und die Stuttgarter Zeitung erscheinen. Neben der Lahrer Zeitung als alteingesessenem und auflagenstärkstem Lokalblatt für Lahr gehört auch die Lokalausgabe Schwarzwälder Bote Kinzigtal zum Portfolio des Verlags. Hinzu kommen die beiden kostenlosen Wochenzeitungen Kurier und Kinzigtal Kurier, die samstags, beziehungsweise mittwochs erscheinen und das nachrichtliche Angebot ergänzen. Das Verbreitungsgebiet dieser vier

regionalen Medien erstreckt sich von Hohberg im Norden bis Herbolzheim im Süden und vom Rhein bis nach Schiltach im Kinzigtal. Gedruckt werden die Ausgaben im Druckzentrum Südwest in Villingen-Schwenningen. Nicht nur klassische Lesergruppen erreicht der Verlag der Lahrer Zeitung, er kümmert sich auch um jüngste Leser: Für Kinder bietet der wöchentlich erscheinende Schwarzwälder Kinderbote aktuelle Nachrichten, Wissen und Freizeittipps.

Abgerundet wird das publizistische Programm des traditionsreichen Verlags von der galerie:ortenau, der regionalen Zeitschrift für Veranstaltungen und Freizeit. Sie liegt kostenlos an vielen Hundert Auslagestellen zwischen Karlsruhe und Freiburg, Straßburg und Freudenstadt aus. Monat für Monat präsentiert dieses Heft mehr als 600 Termine aus der Ortenau und den umliegenden Kulturmetropolen. Es bietet Interviews mit Stars, die in die Region kommen, und eine im wahrs-

Mehr als nur Tageszeitung: Im Verlag der Lahrer Zeitung erscheinen auch zwei Wochenzeitungen, hier im Bild das Team des Kuriers, von links Renate Metz, Markus Halter, Jennifer Ruft, Ute Greschbach und Julia Göpfert.

ten Wortsinn vielseitige Übersicht aller sehenswerten Aktionen in den Kommunen, die im Verbund der Ortenau-Kultur zusammengeschlossen sind. Ein großer Monatskalender ergänzt das Angebot. Unterm Strich erreichen all jene Publikationen des Lahrer-Zeitung-Verlags eine Gesamtauflage von mehr als 85 000 Exemplaren, die täglich, wöchentlich oder monatlich erscheinen. Längst ist der Verlag auch digital gut aufgestellt. Schon am Vorabend lässt sich im ePaper lesen, was die Zeitung des kommenden Tages parat hält. Eine Crossmedia-Redaktion kümmert sich um die stets aktuelle Präsentation von journalistischen Inhalten im Internet auf www.lahrerzeitung.de. Dort finden User fast rund um die Uhr Brandaktuelles aus dem ganzen Landkreis und besonders aus dem Kerngebiet des Verlagshauses, der südlichen Ortenau und dem Kinzigtal. Ob ein Wolf in Wolfach auftaucht, der ominöse Auto-Brandstifter wieder zündelt oder um Krankenhaus-Standorte politisch gerungen wird: Im Netz erfahren unsere Leser schnellstmöglich alles Wissenswerte. Ergänzt wird die digitale Welt um einen Kanal auf Facebook, der die spannendsten Themen der Redaktion ebenfalls ausspielt. Jörg Braun

Fotos: Bode


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter 9 Uhr

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22 Uhr

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Wie das Redaktionsteam von morgens bis abends unsere Leser und Online-User mit Nachrichten aus der Region versorgt.

12 Uhr

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20 Uhr

Die lokalen Zeitu des Folgetages ngsseiten Abonnenten ab sind für 20 Vorabend-ePaper Uhr als zu lesen.

17 Uhr

Am frühen Abend seiten des nächst werden alle ZeitungsKommentaren un en Tages mit Texten, daktionskonferen d Bildern in einer Redurchgesprochen. Hier gibt es oftmz in der Gewichtungals noch Änderungen von Themen.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter In der Flut an Nachrichten behält die Redaktion den Blick für das Wichtige

Nachrichten-Team der Lahrer Zeitung ist täglich auf der Suche nach den spannendsten Themen für die Leser / Zwei Lokalausgaben, zwei Wochenzeitungen und ein Veranstaltungsmagazin werden mit 20 Mitarbeitern erstellt

D

ie wohl spannendsten und interessantesten Arbeitsplätze im Verlag der Lahrer Zeitung sind in der Redaktion zu finden. Dort, wo täglich fast rund um die Uhr Nachrichten zusammenlaufen und für die Leser und OnlineNutzer aufbereitet, gewichtet und zusammengestellt werden, schlägt traditionell das Herz jedes Zeitungsverlags am stärksten. Die Redaktion mit ihren insgesamt knapp 20 Mitarbeitern sorgt dafür, dass der tägliche Nachrichtenfluss nie abreißt, auch in nachrichtenarmen Zeiten. Für jede Ausgabe der Lahrer Zeitung und der Kinzigtal-Ausgabe des Schwarzwälder Boten werden in der Hauptredaktion in Lahr sowie in der Außenstelle in Haslach Dutzende Zeitungsseiten erstellt, layoutet und produziert. »Der Anspruch unserer Redaktion ist dabei hoch. Die Leser sollen Tag für Tag mit den für sie wichtigsten Informationen versorgt werden. In einer zunehmenden Flut von offiziellen Nachrichten, amtlichen Mitteilungen, OnlinePosts und immer mehr DatenMüll aus dem Internet ist dies eine durchaus herausfordernde Aufgabe«, sagt Redaktionsleiter Jörg Braun. Da hat sich für die Lahrer Zeitung bewährt, worauf sie schon seit Jahrzehnten setzt: Die Redaktion ist in verschiedene Ressorts aufgeteilt, die

Hier kommt alles auf den Tisch: Bei den täglichen Redaktionskonferenzen im Walpotenhaus in Lahr wird mitunter lebhaft um Themen für die Lokalausgabe gerungen, Termine werden vergeben, Aktionen geplant und vor allem wird darüber diskutiert, mit welchen Berichten und Reportagen die Menschen in der südlichen Ortenau am meisten angesprochen werden. Bilder: Bode

betreuen Themen und Orte teils seit vielen, vielen Jahren und kennen sich in ihren Bereichen bestens aus. Hinzu kommen Redakteurinnen und Redakteure, die sich um weitere Aufgaben der Gesamtredaktion kümmern. Sie erstellen die beiden KurierJörg Braun | Redaktionsleiter Lahrer Zeitung Wochenzeitungen, die im sich um die einzelnen Lebens- Kinzigtal sowie in der südlibereiche der Menschen in der chen Ortenau und dem nördlisüdlichen Ortenau kümmern. chen Teil des Landkreises EmFür die Stadt Lahr, das Schut- mendingen erscheinen. Weitertal, den Nordbereich und tere Mitarbeiterinnen betreudas regionale den Süden, für den Landkreis, en sowie Kultur, Service und Ter- Veranstaltungsmagazin galemine sind feste Kolleginnen rie:ortenau, das monatlich erund Kollegen zuständig. Sie scheint, an Hunderten Stellen

Der Anspruch der Redaktion ist hoch.

gratis zu bekommen ist und all das beleuchtet, was die Kultur in der Ortenau und darüber hinaus zu bieten hat. Zuverlässig versorgt die Redaktion darüber hinaus seit Jahren täglich viele Tausend User über ihre digitalen Kanäle. Zum einen über die klassische Homepage www.lahrerzeitung.de, auf der täglich aktuelle Entwicklungen und Ereignisse in der Region veröffentlicht werden. Zum anderen über Facebook, wo die Lahrer Zeitung ebenfalls mit einem Nachrichtenkanal vertreten ist. Eine eigene Crossmedia-Redaktion kümmert sich im Walpotenhaus fortlaufend um die Bestückung dieser digitalen Nachrichtenplattformen. Nicht zu vergessen die elektronische Version der Zei-

Die nächste Journalisten-Generation: Bei der Lahrer Zeitung wird Ausbildung groß geschrieben. Hier Volontärin Jana Röckelein (links) im Gespräch mit Redakteurin Nadine Goltz, die selbst bei der LZ ausgebildet wurde.

tung, das ePaper: Viele Abonnenten nutzen diese sehr komfortable Möglichkeit, die Tageszeitung auf dem Smartphone, Tablet oder am PC zu lesen. Die aktuelle lokale Ausgabe steht bereits am Vorabend des Erscheinungstages ab 20 Uhr zur Verfügung. Diesen Service bietet in dieser Aktualität in der Ortenau niemand sonst. Der Fachkräftemangel in der Region am Oberrhein erreicht auch die Verlage. Die Lahrer Zeitung kümmert sich deshalb sehr aktiv darum, ausreichend redaktionelles Fachpersonal auch in der Zukunft zur Verfügung zu haben. Sie bildet traditionell regelmäßig Volontäre, also angehende Redakteure aus. Die Nachwuchskollegen lernen schnell, was im Lokal-

journalismus ganz besonders wichtig ist: das Vertrauen der Leser. Bundespräsident FrankWalter Steinmeier hat es in seinem Grußwort zu dieser Sonderbeilage trefflich formuliert: »Was die Lokalzeitung berichtet, lässt sich an Ort und Stelle auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüfen. Redakteure, die zu Übertreibungen neigen, müssen damit rechnen, am nächsten Morgen schon beim Bäcker zur Rede gestellt zu werden.« An diesem Vertrauen ihrer Leser und an der Glaubwürdigkeit der Berichterstattung, arbeitet die Redaktion Tag für Tag, Geschichte für Geschichte. Mit journalistischem Herzblut und Leidenschaft für all die Themen, die den Menschen in der südlichen Ortenau wichtig sind. red

Die nächste Ausgabe im Blick: Alle lokalen Seiten der Lahrer Zeitung werden in der Redaktion im Walpotenhaus von Redakteuren gestaltet und mit Berichten, Kommentaren und Bildern gefüllt.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter Von der Idee zur großen Kampagne

Die Experten der Anzeigenabteilung sind direkte Ansprechpartner und erfüllen die Wünsche ihrer Kunden

I

m zweiten Stock des Walpotenhauses stehen die Telefone selten still und es herrscht permanent reger E-Mail-Verkehr. Hier sitzen die Mitarbeiter, die gemeinsam mit ihren Kollegen im Kinzigtal Anzeigen, Beilagen und Medialeistungen vermarkten. Vor allem berät das Team die Kunden über individuelle Werbemöglichkeiten und Kampagnen. Schließlich besteht die Tageszeitung nicht nur aus redaktionellem Lesestoff: »Auch die Werbeflächen bieten dem Leser wertvolle Informationen, beispielsweise über aktuelle Angebote, Veranstaltungen oder Arbeitsstellen«, meint Dajana Hettich, seit Mai vergangenen Jahres Anzeigenkoordinatorin bei der Lahrer Zeitung. Die 25-Jährige steuert zahlreiche Projekte und zeichnet für neue Verkaufsstrategien und Themen verantwortlich – stets hat sie dafür die Marktlage im Blick. Die Mediaberater sind direkte Ansprechpartner für die Kunden und geben so dem Unternehmen nach außen ein Gesicht, weiß Renate Metz, die seit Jahren der Abteilung angehört. Die Mitarbeiter im Außendienst betreuen die Kunden vor Ort und haben

Zum festen Repertoire gehören natürlich auch die digitalen Werbekanäle. »Auch in diesem Umfeld gilt die Tageszeitung nach wie vor als eines der glaubwürdigsten Medien – und diese Glaubwürdigkeit spielen wir auch für unsere Anzeigenkunden aus.« Wichtig sei es, den Kunden individuell zu beraten und ihm ein Werbekonzept zu bieten, das genau auf ihn zugeschnitten ist, seinen Zielen und Bedürfnissen entspricht, sagt Hettich.

Man muss vom eigenen Produkt überzeugt sein

Doch was braucht es, um in der Werbebranche erfolgreich zu sein? »Eigeninitiative, Geduld und Motivation«, meint Jennifer Ruft. Ute Greschbach, Kundenberaterin im Innendienst für das südliche Verbreitungsgebiet, unter anderem für die Wochenzeitung Kurier, führt es näher aus: »Man muss vom Produkt überzeugt sein, aber auch ein Gespür dafür haben, wie man den Kunden am besten in seinen Werbeaktivitäten unterstützen kann.« Die größte Herausforderung für die Mitarbeiter der Anzeigenabteilung ist es, die Medialeistungen den wechselnden Markttrends anzupassen und immer neue Konzepte und Kanäle zu entwickeln. Standard-ForDajana Hettich | Anzeigenkoordinatorin bei der LZ mate und Millimeter-Preise, wie dabei ein breites und ständig man sie früher im Anzeigenwachsendes Portfolio an An- verkauf eingesetzt hat, spielen geboten im Gepäck: klassische heute nur noch eine untergeAnzeigenflächen, Sonderthe- ordnete Rolle. Dajana Hettich men, Kampagnen und Beila- bringt es auf den Punkt: »Die gen. »Unser Ziel ist es, Kun- Zeiten, in denen klassisch denwünsche in Erfüllung ge- nach reinem Werbeplatz verhen zu lassen«, erklärt Jenni- kauft wurde und die meisten fer Ruft, die im Innendienst Anzeigen vom Kunden selbst arbeitet und vom Verlagshaus initiiert wurden, sind vorbei.« in Lahr die Mediaberater tat- Heute gehe es vielmehr dakräftig unterstützt. rum, dem Kunden eine Lö-

Am Ende zählt das Kundenlächeln.

Gemeinsame Besprechung eines Projekts (von links): Susanne Kalt, Jennifer Ruft, Markus Halter, Renate Metz, Anzeigenkoordinatorin Dajana Hettich, Ute Greschbach, Geschäftsführerin Kirsten Wolf, Tanja Lauer, Martina Peuster und PR-Redakteur Thomas Kroll. Fotos: Bode sung für seinen gesamten Werbeauftritt an die Hand zu geben – von auffälligen Platzierungen über Anzeigenserien bis hin zu kompletten individuellen Kampagnen. Die Kollegen im zweiten Stockwerk sind ohne Zweifel viel beschäftigt – aber sie sind auch gleichzeitig mit Freude bei der Sache. »Kein Tag ist wie der andere – mal ist es entspannter, mal hektisch, aber dadurch nie langweilig«, meint Innendienst-Mitarbeiterin Christine Bertsch. Das kann Susanne Kalt, die im Außendienst für den Norden des Verbreitungsgebiets verantwortlich zeichnet, bestätigen. Doch einige Abläufe wiederholen sich immer wieder: »Morgens lese ich selbstverständlich immer zuerst die Zeitung, um bestens über lokale Ereignisse informiert zu sein. Daraus ergeben sich dann oftmals auch neue

Ideen für Sonderveröffentlichungen.« Anschließend überprüfe sie die Kollektivplanung, den jeweiligen Status der Akquise und die Anzeigenschlüsse. Im Mittelpunkt steht bei allen Tätigkeiten immer der Kontakt zu den Kunden: vor Ort, per Telefon oder per EMail. Nebenbei müssen Korrekturabzüge und Auftragsbestätigungen verschickt sowie neue Aufträge erfasst werden.

Alle Abteilungen arbeiten eng zusammen Tanja Lauer, seit Juni 2017 bei der Lahrer Zeitung beschäftigt, beschreibt es so: »Mir gefällt es zu sehen, wie aus einem einfachen Gedanken eine Idee wird – die durch viel Kreativität, Fleiß und Motivation wächst.« Ihre Kollegin Jennifer Ruft betont das gute

»Zusammenspiel zwischen den einzelnen Abteilungen«, immer mit dem Ziel, dass der Kunde zufrieden ist: »Für uns im Anzeigenverkauf zählt am Ende immer das Lächeln des Kunden«, betont Dajana Hettich. Ganz und gar nicht lächeln musste übrigens Ute Greschbach bei ihrer Premiere in der Anzeigenabteilung 2005: »Nachdem ich meine allererste Anzeigenvorlage beim Kunden abgeholt hatte, habe ich beim Bearbeiten des Auftrags eine ganze Tasse Kaffee über die Unterlagen verschüttet, sodass die Vorlage nicht mehr brauchbar war.« Also musste sie mit dem Fahrrad noch einmal zum Kunden fahren und ihm reumütig beichten, was geschehen war. »Heute trinke ich immer noch gerne Kaffee«, sagt sie, »die Tasse steht inzwischen aber an einem sicheren Thomas Kroll Ort.«

Spagat zwischen Werbung und redaktionellem Text Thomas Kroll ist als PR-Redakteur der LZ für die Umsetzung von bezahlten Kundenbeiträgen zuständig

M

Kollektive und Sonderbeilagen: PR-Redakteur Thomas Kroll baut die Seiten vor und setzt sie anschließend sowohl textlich als auch grafisch um. Das Ganze geschieht in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Anzeigenkunden.

an könnte sie durchaus als Bindeglied zwischen der Anzeigenabteilung und der Redaktion bezeichnen. Die Rede ist von der PR-Abteilung. Seit knapp eineinhalb Jahren verkörpert Thomas Kroll die Rolle des PR-Redakteurs bei der Lahrer Zeitung – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die dem 38-Jährigen aus Sulz liegt. Wie läuft der Arbeitsalltag des PR-Redakteurs bei der LZ eigentlich ab? Grundsätzlich gilt: Er setzt das um, was die Anzeigenabteilung zuvor akquiriert hat. Wo neben einer regulären Anzeige zusätzlich Informationen in Text und Bild verkauft wurden, kommt Kroll ins Spiel. Er kontaktiert den Kunden und bespricht mit ihm die weitere Vorgehensweise. Ist ein Termin vor Ort notwendig oder reicht es aus, wenn der Kunde Textund Bildmaterial mailt? Zum Interview bringt der PR-Redakteur Block, Kugelschreiber und oft auch die Kamera mit. Zurück in der Re-

daktion, kreiert er aus den gesammelten Infos einen Text und fügt die passendsten Bilder ein. Das gilt bei Kollektiven, in denen gleich mehrere Kunden gemeinsam werben, aber auch bei größeren Sonderbeilagen, für die Thomas Kroll ebenfalls verantwortlich ist. Wie bei einem Uhrwerk müssen alle Räder ineinander greifen: »Eine gute Kommunikation zwischen der Anzeigenabteilung und der Redaktion ist das A und O«, ist Kroll überzeugt. Doch auch der direkte Austausch des PRRedakteurs mit dem jeweiligen Kunden ist von zentraler Bedeutung: Gerade bei Thomas Werbetexten von Firmen wird der redaktionelle Beitrag nochmals zur Durchsicht geschickt und miteinander abgestimmt. Wichtigste Voraussetzungen für seine Arbeit, so Kroll, seien Organisationstalent und das Denken im Sinne des Kunden. Dennoch muss ein

schwieriger Spagat vollführt werden: »Einerseits muss der Kunde zufrieden sein, andererseits muss der Text möglichst informativ geschrieben und neutral sein.« Und was sind die Vorzüge als PR-Redakteur? »Ich mag den direkten Kontakt zum Kunden, das ermöglicht perfekte Ergebnisse.« Außerdem könne man langfristiger planen als bei der aktuellen Berichterstattung – und sich seine Zeit so optimal einteilen. Mitt-

Kommunikation ist das A und O. Kroll | PR-Redakteur bei der LZ lerweile zum festen Stamm der LZ gehörend, bilanziert Thomas Kroll: »Ich fühle mich mit meinen Kollegen aus der Redaktion und denjenigen von der Anzeigenabteilung unheimlich wohl und bin froh, hier zu sein.« red


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter Unterwegs auf sämtlichen Kanälen Martin Kiefer vom Verlagsmarketing ist für die Bindung vorhandener sowie die Gewinnung neuer Leser zuständig

D

chen, Kugelschreiber oder Blöcke, die bei bestimmten Anlässen unter potenziellen Lesern verteilt werden, ist Kiefer ebenso zuständig wie für Promotion-Material. Regelmäßig ist die Lahrer Zeitung mit einem Stand bei Veranstaltungen im gesamten Verbreitungsgebiet vertreten. Hierbei zeichnet Kiefer für die Organisation und Abwicklung verantwortlich. Doch auch bereits bestehende Abonnenten der Lahrer Zeitung profitieren in großem Ausmaß von der Arbeit des Verlagsmarketings. So haben sie die Möglichkeit, zahlreiche Vorteile im Rahmen von »AboBonus«-Aktionen zu genießen: Sie erhalten reduzierte Eintrittskarten, die Chance auf den GeMartin Kiefer | Verlagsmarketing bei der LZ winn von Veranstaltungstickets oder könfür ist bei der Lahrer Zeitung nen sich zu Aktionen wie der das Verlagsmarketing zustän- Winterwanderung anmelden. Einen weiteren wichtigen dig. Seit 2011 führt Martin Kiefer dieses wichtige Ressort, Bereich der Abteilung stellen Medienpartnerschaften unterstützt wird er im Außen- die dienst unter anderem von bei größeren Events dar. Beispielsweise bei den KulturtaJens Manna-Rupp. Um neue Leser zu gewin- gen Seelbach, beim zweijähnen, nutzt Kiefer sämtliche rig stattfindenden Lichterfest Kanäle: »Hierunter fallen im Stadtpark, ab diesem Jahr Drucksachen abseits der re- beim großen Firmenlauf auf daktionell erstellten Veröf- dem Gelände der Landesgarfentlichungen, zum Beispiel tenschau oder bei der beliebAbo-Flyer oder Mailings.« Da- ten Wanderwoche, die gebei ist er in den gesamten Ab- meinsam mit dem Lahrer lauf eingebunden: die Pla- Schwarzwaldverein veranstalnung, den Entwurf, die Pro- tet wird. Seine vielfältigen Aufgaben duktion und schließlich die Verteilung. Zur Gewinnung bei der Lahrer Zeitung beneuer Leser werden aber na- schreibt Kiefer mit folgenden türlich auch die digitalen Me- Worten: »Wir halten immer dien genutzt, so zum Beispiel viele Bälle gleichzeitig in der die Bestellformulare auf der Luft.« Er spielt auf die zahlreichen Projekte an, die oftmals Website der Lahrer Zeitung. Für die Beschaffung von parallel zu stemmen sind. DaStreuartikeln wie Gummibär- mit das gelingen kann, arbeiie Leser stehen ohne Zweifel im Zentrum aller Bemühungen einer Zeitung. Ohne sie bräuchte diese gar nicht erst gedruckt zu werden. Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung schätzen die treuen Leser der Lahrer Zeitung nach wie vor die interessanten und wichtigen Nachrichten aus der Region sowie die hohe Glaubwürdigkeit des Traditionsblatts. Damit dies künftig so bleibt und außerdem neue Leser hinzugewonnen werden, da-

Wir halten viele Bälle in der Luft.

Martin Kiefer (links) und Jens Manna-Rupp sind ein eingespieltes Team. tet Kiefer stetig und vertrauensvoll mit allen Abteilungen im Haus sowie mit zahlreichen externen Dienstleistern zusammen. Dazu gehören

Grafiker, Druckereien und Verteil-Organisationen. Langweilig wird es Martin Kiefer nie, wie der 53-Jährige versichert: »Es ist schon herausfor-

Fotos: Bode

dernd, alle Gebiete abzudecken, aber gerade die große Abwechslung macht mir viel Spaß.« Thomas Kroll

»Viele positive Erinnerungen sind geblieben« Kirsten Wolf erzählt im Interview über frühere Erfahrungen in Lahr und die Zeit als Geschäftsführerin der LZ

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irsten Wolf ist bei der Lahrer Zeitung kein unbeschriebenes Blatt. Jahre, bevor sie im Dezember 2017 die Position als Geschäftsführerin der LZ antrat, war sie schon einmal Mitglied des Redaktionsteams. Kirsten Wolf über ihre Rückkehr nach Lahr. Frau Wolf, wie haben Sie sich eingelebt?

Ganz hervorragend. Ich weiß die Region sehr zu schätzen – Landschaft, Klima, vor allem aber die Menschen begeistern mich sehr. In der Ortenau herrscht badische Lebensart, die Menschen genießen die Region und das Leben. Was haben Sie zuvor gemacht? Nach meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften

habe ich ein Volontariat in der Schwarzwälder-Bote-Mediengruppe absolviert. Nach einer Station als Assistenz der Chefredaktion durfte ich schon einmal badische Luft bei der LZ schnuppern. Damals wurde ich in der Redaktion eingesetzt. Danach hat es mich in den benachbarten Schwarzwald-Baar-Kreis und letztlich an den Verlagssitz der Mediengruppe geführt, wo ich seit 2014 als Verlagskoordinatorin arbeite. Die Beziehungen nach Lahr und viele positive Erinnerungen sind aber immer geblieben – sodass es für mich selbstverständlich war, Ende 2017 die Chance zur Rückkehr zu nutzen. Was hat Sie an der Lahrer Zeitung positiv überrascht? Überrascht oder vielmehr gefreut hat mich, wie herzlich ich im Team aufgenommen wurde. In den vergangenen Jahren habe ich die Lahrer Zeitung stets mitverfolgt und erfreut festgestellt, wie sich das Produkt weiterentwickelt hat.

Elke Kiesele (links) unterstützt Geschäftsführerin Kirsten Wolf unter anderem bei administrativen Aufgaben.

Welche Aufgaben erfüllen Sie als Geschäftsführerin der Lahrer Zeitung? Nach zahlreichen Jahren in der Redaktion bin ich nun als Geschäftsführerin in alle Verlagsbereiche involviert. Die Anzeigenleitung ist eine Auf-

gabe, die in der Geschäftsführung mit verankert ist, aber auch die Weiterentwicklung unserer Werbeformate und Produkte, zusammen mit dem Team. Die Digitalisierung ist für uns, wie für alle Verlage, eine entscheidende Herausforderung. Hier haben wir bereits einiges bewegt – und noch Kirsten Wolf viel mehr vor. Aber auch an der Weiterentwicklung unserer Lokalausgaben arbeiten wir intensiv. Wir haben ein hervorragendes Redaktionsteam unter der Leitung von Jörg Braun, das jeden Tag aufs Neue die interessantesten und wichtigsten Nachrichten der Region aufspürt und zugleich eigene Themen setzt. Das klappt hervorragend – und da mein Herz nach wie vor redaktionell schlägt, freut mich die Entwicklung ganz besonders.

kulturell hat sich vieles getan – und tut es noch. Immerhin haben wir die Ehre, in diesem Jahr das Landesgartenschaugelände mit dem ersten großen Sportevent der Öffentlich-

Die Region weiß ich sehr zu schätzen.

In den vergangenen Jahren ist in Lahr viel passiert. Wie erleben Sie die Stadt? Sehr lebendig und, was den innerstädtischen Handel betrifft, sehr aktiv. Die Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren imposant entwickelt und ist zu einem Anziehungspunkt in der Region geworden. Auch

| Geschäftsführerin der Lahrer Zeitung keit zu übergeben: Der Firmenlauf wird sicher ein tolles Ereignis, das Wirtschaft und Bevölkerung noch enger zusammenschweißt und den nachhaltigen Wert der Gartenschau 2018 betonen wird. Was wünschen Sie sich persönlich zum Jubiläum der Lahrer Zeitung? Als Vertreterin des eigenständigen lokalen Verlags, der in Lahr tief verwurzelt ist, wünsche ich mir, dass sich die Stadt Lahr weiter so positiv entwickelt und sich die Menschen ihre Liebe zu ihrer Heimat bewahren. Unseren Lesern wünsche ich eine spannende Lektüre und viele schöne Erlebnisse bei unseren Jubiläumsveranstaltungen in diesem Jahr. Thomas Kroll


WIR schafft

Das

Energie #ischso

Herzlichen GlĂźckwunsch zum 225. Geburtstag!


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter Der Herr der Zeitungszusteller Mario Naumann ist dafür zuständig, dass die LZ pünktlich und zuverlässig beim Leser ankommt

G

äbe es Mario Naumann nicht, würden vermutlich viele Abonnenten morgens vergeblich auf ihre Zeitung warten, Chaos wäre praktisch programmiert. Der 37-Jährige ist seit mittlerweile mehr als zwölf Jahren für die Organisation der täglichen Zustellung der Lahrer Zeitung zuständig.

rück.« Sein Leitspruch: »Ich gehe erst dann heim, wenn ich mir sicher bin, dass alle Bezirke für den nächsten Tag komplett besetzt sind.« Für sein Personal hat Naumann nur positive Worte übrig. Alle seien sehr zuverlässig und fleißig. »Und wenn mal Not am Mann ist, sind viele bereit, ganz kurzfristig zusätzliche Bezirke zu übernehmen.« Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Wie aktuell in vielen Branchen üblich, hat auch Naumann mit dem fast leer gefegten Arbeitsmarkt zu der LZ kämpfen. Gerne erinnert er sich an Zeiten, als dies noch anders war: »Es kam durchaus vor, dass mich Leute in meinem Büro aufgesucht haben, um nach einer Austrägerstelle zu fragen. Umso mehr freut er sich heute über jede einzelne Bewerbung.

Die Zeitung muss pünktlich da sein. Mario Naumann | Vertriebsorganisator bei Nebenbei hat der sympathische Familienvater aber noch zusätzliche Aufgaben zu stemmen: Rechnungen erstellen und kontrollieren, die Organisation der Auslieferung des monatlich erscheinenden Kulturmagazins galerie:ortenau sowie die Einstellung und Betreuung von Reinigungskräften, um nur einige zu nennen. Zudem ist Naumann einer von drei Datenschutzkoordinatoren der Lahrer Zeitung. Seiner eigentlichen Aufgabe sei aber erst einmal alles andere unterzuordnen, betont Naumann: »Dass die LZ jeden Tag pünktlich zum Kunden kommt, ist das Wichtigste.« Für die insgesamt 120 Zustellbezirke, die Naumann betreut, stehen ihm zurzeit rund 80 Austräger zur Verfügung – diejenigen einkalkuliert, die keinen festen Bezirk haben und Vertretungen übernehmen, wenn Leute vom Stammpersonal fehlen. Und das kommt gar nicht so selten vor: »Gerade in der Urlaubszeit sind viele nicht einsetzbar, aber auch wenn einmal einer krank wird, greife ich gerne auf die Aushilfen zu-

Wer früh aufsteht, hat viel mehr vom Tag Und eigentlich handele es sich doch um einen wirklich schönen Job: »Man hat mehr vom Tag, wenn man früh aufsteht und bewegt sich viel an der frischen Luft, was wiederum sehr gesund ist«, so Naumann. Kurios: In Schwanau und seinen Teilorten hat Naumann traditionell Schwierigkeiten, Zusteller zu finden. Dabei gehöre die Gemeinde zu den austrägerfreundlichsten in seinem Zuständigkeitsbereich. Spaß macht ihm die fordernde und vielseitige Arbeit bei der Lahrer Zeitung nach wie vor. Seine Aufgaben seien auch unheimlich spannend, schließlich könne nachts während und nach der Produktion vieles schiefgehen: »Beispielsweise können Maschinen in

Mario Naumann ist neben weiteren Aufgaben verantwortlich für die Organisation der täglichen Zustellung der Lahrer Zeitung. In seine Verantwortlichkeit fallen insgesamt 120 Zustellbezirke, die er an sechs Tagen der Woche mithilfe von rund 80 Austrägern beliefert. Fotos: Bode der Druckerei ausfallen, ein Fahrer wegen schlechten Wetters oder eines Unfalls nicht rechtzeitig ankommen.« Eines hat Naumann in seiner Zeit

bei der LZ jedenfalls gelernt: »Den Spruch ›Ich habe alles unter Kontrolle‹ habe ich komplett aus meinem Wortschatz gelöscht. Nur ein einziger An-

ruf am Abend kann ausreichen, um meine gesamte Planung vollständig über den Haufen zu werfen.« Thomas Kroll

Das freundliche Gesicht am Empfang der LZ

Mit Kontaktfreudigkeit und einer gesunden Portion Humor begrüßt Elke Wacker die Besucher am Schalter

E

lke Wacker ist im Normalfall die erste Person, die Besucher des Verlagshauses der Lahrer Zeitung in der Kreuzstraße zu Gesicht bekommen

– und das bereits seit Mai 2009. Mit Humor und viel Erfahrung empfängt Elke Wacker sowohl Leser als auch Privat- oder Anzeigenkunden und kümmert sich um deren

Anliegen. Dasselbe gilt für Bewerber, die einen Arbeitsplatz bei der Lahrer Zeitung ergattern wollen – die erste potenzielle Kollegin, die sie kennenlernen, ist Elke Wacker. Unterstützt und vertreten wird die langjährige Mitarbeiterin von Simone Müller. Elke Wacker hat alle Hände voll zu tun. Denn die Aufgaben neben dem Empfang von Gästen sind zahlreich und bedeutsam: Annahme von privaten Klein- sowie Familien-, Glückwunsch- und Traueranzeigen, Ticketverkauf, Leser-Shop, Weiterleitung von E-Mails an die zuständigen Mitarbeiter und die abendliche Kassenabrechnung.

Und immer wieder klingelt das Telefon

Elke Wacker (links) mit Simone Müller, von der sie bei eigener Abwesenheit am Schalter vertreten wird.

Dazu kommen weitere, nicht zu vernachlässigende Pflichten wie die Rechnungskontrolle von Gutscheinen, die Erfassung von Reklamationen der Abonnenten, das interne Verteilen von Zeitungen und Magazinen, das Aufhängen von Plakaten und das Erstellen von Eigenanzeigen. Und dann klingelt noch mehrmals

pro Stunde das Telefon. Denn weiß Wacker. Unabdingbar wer bei der Zentrale der ist am Empfang natürlich eine Lahrer Zeitung anruft, kommt weitere Eigenschaft: Kundenin der Regel bei Wacker her- nähe. Für Wacker überhaupt raus. kein Problem, ist sie doch von Doch trotz all der Strapazen Natur aus sehr kontaktfreulässt sie sich niemals aus der dig, fröhlich und aufgeschlosRuhe bringen. Eine der wich- sen. tigsten Voraussetzungen auf Elke Wackers Position ist wohl Flexibilität. Oftmals seien mehreElke Wacker | Leser- und Kundenservice bei der LZ re Dinge gleichzeitig zu erledigen. Und Geduld: Elke Wacker fühlt sich wohl »Wenn Besucher am Schalter bei der Lahrer Zeitung: »Ich stehen, während ich gerade habe ein tolles Arbeitsumfeld ein schwieriges Thema mit mit netten Kollegen.« Ein weieinem Abonnenten kläre, hilft terer Vorteil: Man lernt jede es nichts, die Sache künstlich Menge Menschen kennen, erzu beschleunigen. Eins nach fährt Neuigkeiten aus erster dem anderen.« Schließlich Hand, hört immer wieder inwolle jeder, der mit der LZ in teressante Geschichten. Und Kontakt trete, kompetent bera- man erlebt teils skurrile Situaten werden. tionen. »Einmal kam eine DaAuch Empathie ist von Vor- me mit einer verschlossenen teil: Kommt zum Beispiel je- Schachtel vorbei. Als ich diese mand vorbei, der um einen – neugierig geworden – öffnegeliebten Menschen trauert, te, befand sich zu meinem bedarf es viel Einfühlungsver- Entsetzen ein toter Vogel damögen. »Man muss die Situa- rin«, erinnert sich Elke Wation direkt erkennen und an- cker schmunzelnd. schließend richtig reagieren«, Thomas Kroll

Man braucht viel Einfühlungsvermögen.


Ihre Zeitung für die Region Meißenheim

Die Geschichte der Goethe-Geliebten Friederike Brion, die in Meißenheim lebte und begraben liegt, hat sich nicht nur dank der gleichnamigen Grundschule inderRegionherumgesprochen.Meißenheim, das zusammen mit Kürzell mehr als 4000 Einwohner zählt, gilt nicht nur als Pferdesport-Mekka, sondern wird mitunter auch als »Karibik der Ortenau« bezeichnet. Diesen wohlklingenden Beinamen hat die Gemeinde dem feinen, weißen Sand am weitläufigen Strand des Vältinschollensees zu verdanken, der im Sommer Tausende Badegäste aus nah und fern anlockt.

Schwanau Singapur, China, Australien – Schwanau kennt die ganze Welt. Grund dafür ist natürlich das Tunnelbau-Unternehmen Herrenknecht mit Sitz in Allmannsweier. Doch auch die anderen Ortsteile Nonnenweier, Ottenheim und Wittenweier mit insgesamt mehr als 7000 Einwohnern haben allerhand zu bieten. Schwanau gilt gleichermaßen als Fasent- und Handball-Hochburg. Und auch in Sachen Bildung hat die Gemeinde in jüngster Vergangenheit eine Vorreiterrolle eingenommen: Die Bärbel-von-Ottenheim-Schule war 2012/13 eine der 42 ersten Gemeinschaftsschulen im Land.

KappelGrafenhausen

Die Doppelgemeinde ist seit den 1970ern zu einer Einheit zusammengewachsen, Frotzeleien zwischen Grafenhausenern und Kapplern (bloß nicht »Kappeler«) sind mittlerweile nur noch liebevoll gemeint. Selbst die 5000 Einwohner teilen sich die beiden Ortsteile nahezu paritätisch unter sich auf. Stolz ist Kappel-Grafenhausen vor allem auf seine einzigartige Natur, wo es sogar Rindviechern gefällt: Seit ein paar Jahren weiden im Naturschutzgebiet Taubergießen Salers-Rinder. Sie pflegen die Landschaft – und liefern ganz nebenbei leckeres Fleisch.

Rust

Wer Rust sagt, denkt meist an den Europa-Park. Er hat dem einstigen Fischerdorf seit seiner Eröffnung 1975 zu weltweiter Bekanntheit verholfen. 2018 pilgerten mehr als 5,6 Millionen Achterbahnfans in die 4200-Seelen-Gemeinde. Für die Ruster ist »ihr« Freizeitpark Fluch und Segen zugleich. Arbeitsplätze auf der einen, Verkehrsbelastung auf der anderen Seite. Immerhin – was die SPD seit Kurzem überall im Land lautstark fordert, ist dank sprudelnder Steuereinnahmen in Rust seit Jahren Realität: kostenlose Kita-Plätze, zumindest in den Regelgruppen.


Neuried

Die Gemeinde Neuried gibt es in Deutschland sage und schreibe acht Mal, doch natürlich ist jene mit den Ortsteilen Altenheim, Ichenheim, Dundenheim, Schutterzell und Müllen einmalig. Dafür sorgen nicht zuletzt die insgesamt fast 10 000 Einwohner. So bringt die Gemeinde immer wieder erfolgreiche Springreiter hervor, die auch auf internationalem Parkett Furore machen. Die Aufmerksamkeit auf sich lenken wird auch das gerade im Bau befindliche »Europäische Forum am Rhein«, das nicht wenige bereits als das neue Wahrzeichen Neurieds bezeichnen.

Friesenheim

Friesenheim ist buchstäblich eine Großgemeinde. Die mehr als 13 000 Einwohner in den fünf Ortsteilen Friesenheim, Oberweier, Oberschopfheim, Heiligenzell und Schuttern bedeuten Rekord im Ortenaukreis. Nur Städte haben mehr. Auch wenn Friesenheim mehr zu bieten hat als imposante Zahlen, etwa eine beeindruckend vielfältige Landschaft mit Wäldern, Reben und Seen, landet man am Ende dann doch wieder bei einem Topwert: Der Turm der Schutterner Klosterkirche ist mit 75 Metern der zweithöchste in der Erzdiözese, gleich nach dem Freiburger Münster.

Seelbach

Lahr

Lahr mit den sieben Stadtteilen Sulz, Mietersheim, Hugsweier, Kippenheimweiler, Langenwinkel, Kuhbach und Reichenbach, die heute zusammen knapp 47 000 Einwohner zählen, war schon immer gastfreundlich. 1978 gaben findige PR-Experten in der Hoffnung auf einen Touristenboom dem Stadtnamen das Anhängsel »Schwarzwald«. 2018 merkte man dann, dass man dazu »nur« eine Landesgartenschau ausrichten muss. Hunderttausende pilgerten vergangenes Jahr nach Lahr – und über die Ortenau-Brücke mit ihrem imposanten 50-Meter-Pylon, dem neuen Wahrzeichen der Stadt.

Ostern, Weihnachten und – der Katharinenmarkt. Seelbach mit seinen Ortsteilen Schönberg und Wittelbach hat einen exklusiven Feiertag im Kalender stehen. Das Straßenfest in der kühlen Jahreszeit, von Einheimischen »Kätterlismärkt« genannt, ist so einzigartig, dass Jahr für Jahr Ende November ein Vielfaches der 4900 Einwohner die Straßen bevölkert. Wer es etwas ruhiger mag und ein Faible fürs Mittelalter hat, sollte den Gang auf die Burgruine Hohengeroldseck antreten. Vielleicht kein ganz unbeschwerlicher Weg, aber defintiv ein lohnenswerter.

Mahlberg

800 Jahre Ersterwähnung durfte Mahlberg vergangenes Jahr feiern. Tausende kamen, um zu gratulieren. Das Stauferstädtchen, das mit seinem Ortsteil Orschweier gut 5000 Einwohner zählt, hat aber nicht nur an »Feiertagen«einiges zu bieten. Lohnenswert ist stets ein Besuch der Mahlberger Burg, wo bis zu seinem Tod 2016 der bundesweit bekannte (und gefürchtete) Gastropapst Wolfram Siebeck residierte. Ebenso wie das – europaweit einzigartige – Oberrheinische Tabakmuseum, das seit 1992 in Mahlberg zu finden ist, natürlich in einer ehemaligen Zigarrenfabrik.

Ringsheim

Wer Ringsheimer fragt, was sie gut können, erhält nicht selten die Antwort: »Eigentlich alles, aber am besten Wein.« Tatsächlich hat es der liebe Gott gut mit der 2400-Seelen-Gemeinde gemeint und sie an den Fuß des Kahlenbergs platziert. In der Hanglage von viel Sonne verwöhnt reifen feinste Trauben heran, die zu edlen Tropfen verarbeitet werden. Dafür ist der Ort bekannt. Eher ein Geheimtipp ist die Modelleisenbahn-Ausstellung im Keller des Bürgerhauses. Eine rauchende Dampflok inklusive, die Jung und Alt gleichermaßen zu begeistern vermag.

Ettenheim

Schuttertal

Mit dem Slogan »Urlaub mit Rotbäckchen-Faktor« wirbt die Gemeinde Schuttertal auf ihrer Homepage.Und tatsächlich: Je weiter man ins Schuttertal vordringt, desto tiefer kommt man in den Schwarzwald. Und zwar in den aus dem Bilderbuch, mit Wald, Tälern und Kühen. Alle drei Ortsteile – Schuttertal, Dörlinbach und Schweighausen –, die zusammen 3200 Einwohner zählen, führen das Prädikat Erholungsorte. Besucher sollten allerdings aufpassen, dass sie sich beim Entspannen nicht verirren: Zur Gemeinde gehören unter anderem 60 Weiler, Zinken und Höfe.

Kippenheim

Viele kennen Kippenheim aus dem Auto. Davon schlängeln sich täglich bis zu 20 000 durch den Ort. Wer einmal ein paar Minuten Zeit hat, sollte die B 3 kurz verlassen, um die schönen Ecken der 5000-Seelen-Gemeinde zu entdecken. Denn davon gibt es einige, etwa die Haselstaude – ein wahres Paradies für Wanderer, Jogger und Radfahrer am Waldrand. Oder das Schloss im Ortsteil Schmieheim. Dessen Charme und romantischer Garten haben es übrigens vor allem Heiratswilligen angetan. Das Trauzimmer ist stets gut gebucht, nicht nur von Einheimischen.

Die südlichste Stadt im Ortenaukreis (zumindest behauptet sie das von sich) wartet nicht nur mit einer wechselvollen Geschichte, sondern auch mit einer wunderschönen barocken Altstadt auf. In deren Herzen befindet sich der schmucke Prinzengarten, den ein Freundeskreis liebevoll hegt und pflegt. Er stellt für Gäste und die 13 000 Einwohner Ettenheims mit seinen Ortsteilen Altdorf, Ettenheimmünster, Münchweier, Wallburg und Ettenheimweiler gleichermaßen eine grüne Oase der Ruhe dar. Im Winter gibt es dort sogar ein Knusperhäuschen zu entdecken.


DIE GEMEINDE RUST FEIERT – FEIERN SIE MIT! 29.03.19 PuppenParade Ortenau in Rust 06.06.19 Elzphilharmonie 18.07. & 24.07. & 01.08.19 „Summer“ in Rust 30.08. – 01.09.19 Ruster Straßenfest 15.09.19 Herbstfest Naturzentrum Rheinauen 20. – 21.10.19 Kilwi 19.12.19 Thomasmarkt Rust gratuliert

der Lahrer Zeitung zum 225-jährigen Jubiläum.

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Die Lahrer Zeitung feiert ihren 225. Geburtstag Seit 225 Jahren gilt: Wer sich in der Stadt Lahr und Umgebung informieren möchte, vertraut auf die Qualität der Lahrer Zeitung mit ihrem umfangreichen Lokalteil. Die Lahrer Zeitung ist ein Stück Geschichte im Ortenaukreis und durch das lokale Engagement sehr eng mit den hier lebenden Menschen verbunden. Die Schwarzwälder Bote Mediengruppe gratuliert ihrem Partnerverlag recht herzlich und freut sich auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.

Gut zu wissen.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Mitarbeiter Zusteller der Lahrer Zeitung trotzen jeden Tag Wind und Wetter

Astrid Höfler stellt seit mehr als 30 Jahren in Meißenheim zu und Kai Müller versorgt Abonnenten in der Innenstadt von Lahr / Über die verschiedenen Vorzüge dieser außergewöhnlichen Tätigkeit

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ür Astrid Höfler beginnt der Tag in aller Herrgottsfrühe. Sie ist Zustellerin der Lahrer Zeitung und das seit mittlerweile 30 Jahren. Wenn die meisten ihrer Kunden noch sanft in den Federn liegen, ist sie das letzte Glied einer langen Produktionskette, bevor die Zeitung beim Leser auf dem Frühstückstisch landet. Was wäre die Lahrer Zeitung also ohne ihre fleißigen, verlässlichen Boten? Da kann ein redaktioneller Text noch so treffend geschrieben, das Foto noch so brillant oder das Layout noch so innovativ sein: Alles für die Katz’, wenn die Zeitung nicht pünktlich und zuverlässig zugestellt wird. Daher kann die Arbeit der Zusteller nicht hoch genug eingeschätzt werden.

ich im Winter die Erste bin, die durch den frischgefallenen Schnee stapft, ist das schon ein schönes Gefühl«, schmunzelt sie. Ihr morgendlicher Zustellerrundgang führt sie quer durch das ganze Dorf. Von Hinter der Mühle über die Blumenstraße, das Neubaugebiet, die Friedrichstraße, die Altrheinstraße bis hin zur Goethestraße und den Ichenheimerweg führt Höflers knapp zweistündiger Zustellerrundgang. Dabei stellt sie 130 Haushalten die Lahrer Zeitung zu. Sie absolviert knapp zehn Kilometer auf ihrer Strecke. Da kann man sich freilich den Gang ins Fitnessstudio sparen. »Nur bei schlechtem Wetter nehme ich das Auto, sonst das Fahrrad.« Auch, dass sie keinen Stress hat, ihr eigener Chef ist und somit viele

begleitet. Dann, so räumt Astrid Höfler ein, ist das Austragen der Zeitungen kein Zuckerschlecken. Doch EisglätteTage sind im Raum Lahr zum Glück eher die Ausnahme. Auf ihren Touren trifft sie normalerweise eher selten Menschen , dafür aber umso häufiger Tiere. »Ich habe schon des Öfteren einen Fuchs gesehen.« Wenn sie mit ihrer morgendlichen Zustellarbeit fertig ist, geht sie nicht sofort wieder schlafen, wie manche ihrer Kollegen es tun. »Ich komme gegen 5 Uhr zurück, mache das Frühstück, lese die Zeitung und arbeite im Haushalt. Gegen Mittag lege ich mich dann ein bis zwei Stündchen aufs Ohr«, erklärt Astrid Höfler, deren Tag dann oftmals bereits gegen 21 Uhr endet. »Nicht selten schlafe ich abends auf dem Sofa ein.« Dazwischen hat sie dafür jede Menge mit ihren sechs Enkeln und Ur-Enkeln zu tun – ihr großer Stolz. Besonders schön, sagt sie, ist es an Weihnachten. »Dann nämlich stecken einige Leser mir etwas zu oder machen mir ein kleines Geschenk als Dankeschön.«

Fußballtrainer, der auch nachts unterwegs ist

Gewohntes Bild: Astrid Höfler wirft die LZ in den Briefkasten – seit 1994 an sechs Tagen pro Woche. Foto: db »Ich bin eine Frühaufsteherin«, sagt die Meißenheimerin über sich selbst. Die optimale Voraussetzung also für ihren Job. Genau das ist aber auch die Herausforderung, wenn es für die Vertriebsabteilung des Verlags um die Suche nach neuen Zustellern geht. Für die meisten Leute ist das regelmäßige frühe Aufstehen nichts, obwohl es viele Vorteile hat. Das weiß auch Zeitungsbotin Astrid Höfler. »Ich habe mich ans frühe Aufstehen gewöhnt und genieße die morgendliche Ruhe und die Bewegung an der frischen Luft«, sagt die 63-Jährige. Und natürlich haben die Frische im Winter und die aufgehende Sonne im Sommer etwas Erhabenes. »Wenn

»

Freiheiten genießt, weil ihr niemand hereinredet, findet die treue Zustellerin gut. Sie arbeitet seit 1994 als Zustellerin für die Lahrer Zeitung. Die Meißenheimerin ist mit großer Freude dabei und ist so überzeugt von ihrer Tätigkeit, dass sie sogar sagt: »Ich würde es jederzeit wieder machen.« Natürlich gibt es auch die Winterzeit, wenn es an manchen Tagen frühmorgens noch völlig dunkel und mitunter spiegelglatt ist, das Thermometer unter die NullGrad-Marke sinkt und die Kälte einen zwei Stunden lang

Ich trage in Heiligenzell aus. 160 Zeitungen pro Morgen! Mir macht das viel Spaß, denn ich bin an der frischen Luft, keiner stört mich und ich habe morgens viel Ruhe. Das habe ich in anderen Jobs nie gehabt. Zudem bin ich nie krank, die Arbeit härtet ab. Ich brauche kein Fitnessstudio oder anderen Sport, da ich an sechs Tagen an der frischen Luft und ständig in Bewegung bin. Solange ich noch fit bin, möchte ich weiter die Lahrer Zeitung zustellen.« Wolfhard Benter

Kai Müller ist auch schon seit 16 Jahren Zusteller der Lahrer Zeitung. Aus Leidenschaft: »Ich habe nachts meine Ruhe, bin an der frischen Luft unterwegs und betätige mich nebenbei noch sportlich.« Denn der Lahrer ist an sechs Tagen in der Woche durchschnittlich vier Stunden mit dem Fahrrad unterwegs, um den Abonnenten rechtzeitig ihre geliebte LZ zu bringen. Außerdem passen die Arbeitszeiten gut zu seinem Hobby Fußball. Müller ist Jugendtrainer beim FV Dinglingen – und gleich für mehrere Altersklassen verantwortlich. Da das Training am frühen Abend stattfindet, kann Müller seinen Tagesablauf optimal darauf ausrichten: »Wenn ich morgens gegen 6 Uhr heimkomme und den Haushalt erledigt habe, lege ich mich erst mal für einige Stunden schlafen. Danach ist Zeit für Dinge wie Essen und Gartenarbeit. Und abends geht’s dann zum Fußball.« Müller trägt zwar überwiegend in seinen fünf Stammbezirken in Lahr aus, ist sich aber nicht zu schade, für Kollegen einzuspringen, wenn diese Urlaub haben oder krank sind. Wo immer Not am Mann ist: »Von den etwa 120 Gebieten habe ich schon 103 übernommen«, erinnert sich Müller. Ist er außerhalb von Lahr unterwegs, packt er seinen Drahtesel einfach ins Auto und fährt los. Wie wichtig sein morgendlicher Job ist, weiß Müller: »Es gibt Kunden, die um eine bestimmte Uhrzeit schon sehnsüchtig auf die Lahrer Zeitung warten«, verrät er. Für sie nehme er dann auch mal eine Route in Kauf, die so eigentlich nicht geplant ist. Denn die einzelnen Strecken wurden im Voraus von klugen Köpf-

Stapelweise Zeitungen: Kai Müller versorgt ab ein Uhr nachts die Lahrer Innenstadt mit frischem Lesestoff. Foto: Braun chen genauestens analysiert und optimal auf den Austräger zugeschnitten. Auch Wind und Wetter können Müller nicht aufhalten. Schließlich gebe es für jede Witterung entsprechende Kleidung – und mit der Zeit entwickelten Austräger bestimmte Tricks: »Wenn es sehr windig ist, erschwere ich die Taschen mit Gewichten, um zu verhindern, dass sie auf dem Fahrrad hin- und her flattern.« So trage er auch dafür Sorge, dass Zeitungen nicht

nass werden können. Meistens verlaufen die nächtlichen Radfahrten ähnlich, doch es kann immer mal etwas Ungewöhnliches passieren, wie Müller berichtet: »Einmal bin ich mit dem Auto bei Schnee und Eis in einer steilen Hofzufahrt in Schweighausen steckengeblieben. Doch ein Landwirt konnte mich mit dem Traktor herausziehen.« Und am Ende waren alle Zeitungen trotzdem pünktlich in den Briefkästen. db/jöb/tk


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Freie Mitarbeiter der Redaktion

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Meine Bewerbung im Juni 1997 bei der Lahrer Zeitung war Zufall. Gesucht wurden freie Mitarbeiter – und ich wollte nach dem Volontariat einen Job als Fotograf. Wann ich dann angefangen habe, Informationen zu den Schwarz-Weiß-Bildern zu liefern, wird sich nicht mehr feststellen lassen. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich zu einem Abend in der damaligen Stadthalle gerne einen Text geschrieben hätte und das dann auch durfte. Daraus hat sich über mehr als 20 Jahre das entwickelt, was ich heute immer noch gerne mache. Spaß macht der Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen. Das mag an einem Wochenende im Sommer auf der Landesgartenschau seine Schattenseiten haben, aber im Rückblick überwiegen die guten Eindrücke deutlich. Daher macht mir diese Arbeit immer wieder erstaunlich viel Spaß.« Endrik Baublies

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Seit Mitte der 90er-Jahre bin ich als freie Mitarbeiterin der Lahrer Zeitung im Südbezirk tätig. Dort fotografiere ich alles, was so ansteht: Ehrungen Vereine, schulische Veranstaltungen, Feste, Einweihungen und anderes mehr. Die schönsten Termine sind für mich kulturelle Veranstaltungen, wie Musik-Konzerte aller Art und Kunstausstellungen.« Sandra Decoux-Koné

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Schon seit meiner Jugendzeit beschäftige ich mich mit Fotografie. 1993 habe ich mich auf eine Annonce bei der Lahrer Zeitung beworben. Bevor es die Digitalfotografie gab, mussten die SchwarzWeiss-Abzüge von Hand im heimischen Fotolabor angefertigt werden. Der Anspruch, ein gutes Foto zu machen, steht für mich stets im Fokus. Seit einigen Jahren schreibe ich auch Artikel. Meine Frau Claudia ist seit 2016 für die Lahrer Zeitung tätig und übt diese Tätigkeit ebenfalls mit viel Freude aus.« Axel Dach

Die lustigste Begebenheit: Es war bei einem Termin, in der Talstraße. Ein vergnügtes Grunzen drang an mein Ohr. Im Gras entdeckte ich einen Frischling. Es war Liebe auf den ersten Blick! Längst ist aus dem Frischling ein Keiler geworden. Treibt sich Konrad auf der Wiese herum und hört meine Stimme, saust er zum Zaun und drückt sich in meine Hand.« Christine Bohnert-Seidel

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Angefangen mit dem Fotografieren habe ich mit etwa 15 Jahren. Mein Vater war damals bei der Feuerwehr und ich bei der Jugendfeuerwehr, deren Einsätze, Veranstaltungen oder Übungen ich festgehalten habe. Über den Jugendfeuerwehrwart kam ich dann zur Lahrer Zeitung. Nach all den Jahren – inzwischen fast 40 – macht mir das Fotografieren immer noch Freude. Am meisten reizt mich derzeit die Sportfotografie.« Horst Künstle

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Seit über 40 Jahren schreibe ich für die Lahrer Zeitung. Ein Höhepunkt war für mich die VorOrt-Berichterstattung über das alte Dundenheimer Feuerwehrauto, das von der Rumänienhilfe nach Mediasch gebracht wurde. Im dortigen Pfarrhaus verfasste ich den Bericht. Am liebsten schreibe ich über Geburtstags- und Ehejubiläen.« Dieter Fink

Theater, Kunst und Konzerte, vom Jazz über die Rockmusik zur Klassik: Mein journalistischen Herz schlägt seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Kultur, die private Leidenschaft ist zum Beruf geworden. Und ganz nebenbei: Wer schreibt, ist immer auch ein, zwei Schritte dichter am Geschehen als die Leser.« Jürgen Haberer

Im August 1970 brach im Friesenheimer Gasthaus Krone an der B3 ein Brand durch Blitzschlag aus. Sofort eilte ich mit meiner Rolleiflex an den Ort des Geschehens und fotografierte zwei Rollfilme voll. ›Blitzartig‹ kam mir die Idee, die Bilder der Lahrer Zeitung anzubieten. Dort erreichte ich damals den Redakteur Emil Ell, der sofort nach Friesenheim fuhr und die Filme, nachdem ich sie gleich entwickelt hatte, mitnahm. Das waren meine ersten veröffentlichten Bilder in der Lahrer Zeitung. Mit den Jahren entwickelte sich eine dauerhafte Mitarbeit. An der Tätigkeit habe ich viel Freude. Vor allem die vielen Menschen, die mir begegneten, und meinen Horizont erweiterten, werde ich nicht vergessen.« Ulrike Hiller


LAHR verbindet! Seit mehr als 154 Jahren sind wir eng mit der Region verbunden, und das macht uns stolz.

Wir haben Lust auf Zukunft und gestalten die Region gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Kunden – mit viel Freude, Leidenschaft und innovativen Lösungen.

n Wir wünsche rhin der LZ weite nd viel Freude u Ideen Erfolg, gute ser. und treue Le

ieren Wir gratul ahren J 5 2 2 zu tung“ ei Z „Lahrer für und danken die gute arbeit! Zusammen


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Technik Im Druckzentrum Südwest gehört die Nacht allein der Tageszeitung

In Villingen-Schwenningen werden in der Regel 35000 Zeitungen pro Stunde produziert – in diesem Tempo läuft auch die Lahrer Zeitung »von der Rolle« / Zuerst werden die Ausgaben gedruckt, die den weitesten Weg haben

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edruckt wird die Lahrer Zeitung im Druckzentrum Südwest, das in Villingen-Schwenningen steht. Glücklicherweise reicht für die Übertragung der Druckdaten aber ein Mausklick am Computer aus: Wenn der Redakteur am Ende eines Arbeitstags mit der Seite fertig ist und sie Korrektur gelesen wurde, wird nur noch auf eine Schaltfläche geklickt: »Senden«. Für andere geht die Arbeit dann erst los. Die Seite geht digital bei der Zeitungsplanung in Oberndorf ein, wo sie in die vorgesehene Stelle im »Buch« – so werden die einzelnen Teile der Zeitung genannt – eingepflegt wird. Diese Daten werden dann per Standleitung ins Druckzentrum Südwest übertragen. In der Regel ist dort Druckbeginn um 22 Uhr, Ende gegen 2 Uhr nachts. Bei Großereignissen kann sich das etwas nach hinten verschieben, aber spätestens gegen 3.15 Uhr muss die letzte Ausgabe das hauseigene Versandzentrum verlassen – denn sonst erhalten die Leser ihre Zeitung zu spät.

Die Druckanlage zählt zu den modernsten in ganz Europa Im Druckzentrum Südwest werden in dieser Zeit aber nicht nur die Ausgaben der Lahrer Zeitung gedruckt, sondern die des gesamten Schwarzwälder Boten. Den »Mantel«, also den überregionalen Teil mit Politik, Kultur und Sport, bezieht die LZ von diesem Traditionsverlag. In Betrieb gegangen ist das Druckzentrum Südwest 2003. Seinerzeit war es die modernste Vier-Farb-Offset-Rotationsdruckanlage Europas. In den neun Drucktürmen, über die das Zentrum verfügt, werden tagsüber auch viele Prospekte und andere Publikationen gedruckt. Die Nacht dagegen gehört der Tageszeitung. Theoretisch könnte das Zentrum 40 000 Zeitungsex-

Moderne Technik: Im Druckzentrum Südwest in Villingen-Schwenningen wird die Lahrer Zeitung produziert. emplare pro Stunde drucken, die Produktionsgeschwindigkeit liegt jedoch in der Regel bei 35 000 Exemplaren. »Das liegt daran, dass wir oft wechseln«, erklärt der technische Leiter des Zentrums, Uwe Braasch. Und meint damit: Für jede Lokalausgabe des Schwarzwälder Boten, auch die LZ, werden neue Seiten benötigt, die im Druckzentrum an die richtige, vom Zeitungsplaner vorgegebene Stelle gesetzt werden müssen. Lediglich der Mantel bleibt bei allen Ausgaben gleich. Getauscht werden die Druckplatten für die Titelseiten und die Lokalteile. Dafür wird die Maschine angehalten, ein Drucker tauscht die jeweiligen Platten aus. Je nach Aufwand, erläutert Braasch, dauert ein solcher Wechsel zehn bis 20 Minuten.

Eindrucksvoll: Besucher des Druckzentrums Südwest können den Weg von der Druckplatte bis zur fertigen Zeitung im gewaltigen Gebäudekomplex nachvollziehen.

Die LZ wird im OffsetDruckverfahren produziert. Bei diesem indirekten Druckverfahren wird die Farbe nicht direkt von der Druckplatte auf das zu bedruckende Papier gebracht, sondern zunächst auf ein Gummituch und erst von dort auf das Papier. Für eine Farbseite werden vier der Aluminiumplatten benötigt: eine für die schwarzen Farbanteile auf der Seite, drei weitere für die Grundfarben rot, gelb und blau. Ein spezielles Lithografieverfahren sorgt bei der Belichtung der Platten dafür, dass die jeweilige Farbe später nur dort auf der Platte haftet, wo sie hingehört. Die Aluminiumplatten werden in der Regel nur ein einziges Mal benutzt und dann recycelt. Das Papier wird auf Rollen angeliefert und ebenso »von der Rolle« in die Maschine

eingespannt – eine einzige dieser Rollen wiegt mehr als eine Tonne, die Papierbahn auf ihr ist rund 20 Kilometer lang. Die Rollen sind so breit, dass auf ihnen vier Zeitungsseiten nebeneinander gedruckt werden können. Diese laufen in der Maschine dann direkt weiter in einen Falzapparat, der die Seiten zerschneidet, auf die richtige Länge bringt und zusammenlegt.

Trotz moderner Technik: Ganz ohne Augenmaß geht es auch nicht Ganz ohne Augenmaß geht es aber auch bei diesem hoch technisierten Verfahren nicht. Wird eine neue Ausgabe gedruckt, kontrolliert der verantwortliche Drucker den Farbauftrag auf den ersten Ex-

emplaren, die die Maschine verlassen. Erst, wenn er mit diesem zufrieden ist, werden die Zeitungen freigegeben. Alle Exemplare, die bis dahin bedruckt wurden, gehen in die sogenannte Makulatur. Sie werden recycelt. Und wie kommt die LZ aus Villingen-Schwenningen nach Lahr? Die bedruckten, geschnittenen und gefalzten Zeitungen werden auf langen Förderketten in das Versandzentrum geliefert. Hier können noch zusätzliche Beilagen in die Zeitung eingesteckt werden. Bei Standardformaten geschieht das automatisch, weichen die Formate ab, wird jede Beilage von Hand eingelegt. Die fertigen Produkte werden dann den jeweiligen Zeitungsfahrern übergeben, die sie zum Zusteller bringen. Lisa Kleinberger

Gewusst wie: Führungen durch das Druckzentrum in Villingen erlauben tiefe Einblicke in die übliche Produktionskette einer Tageszeitung – und bringen die Teilnehmer nicht selten zum Staunen.

Fotos: Archiv


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Wir n e r e i l gratu m zu ! m u ä l Jubi Seit unserer Gründung 1950 in Oberweier begleiten wir die Lahrer Zeitung.

10 x in der Region

Altenheim • Diersburg • Seelbach • Niederschopfheim • Oberweier Lahr • Kehl • Teningen • Umkirch • Schwanau-Allmannsweier

Herausgeber: Kohler Lebensmittelhandel GmbH, Alte Landstr. 1, 77749 Hohberg-Niederschopfheim, GF Uwe und Gerd Kohler


Für bewegende Momente Bei Spitzenleistungen zählt immer das Zusammenspiel: ein Team, das alles gibt, mit einem Willen, der den Erfolg treibt und durchdachter Technik, die Zuschauer wie Spieler gleichermaßen begeistert. Bei Schaeffler, in Lahr und auf der ganzen Welt, stehen wir genau dafür ein. Mit zukunftsweisender Präzisionstechnologie für umweltfreundliche Antriebe, urbane wie interurbane Mobilität sowie die Optimierung der Energiekette gestalten wir Mobilität für morgen. So sorgen wir für Bewegung überall in der Welt. schaeffler.de


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

So feiern wir das LZ-Jubiläum Multimedia-Schau über Lahr Ein professionelles Filmteam ist dieses Jahr im Auftrag der Lahrer Zeitung in der Stadt unterwegs, um Beiträge für eine MultimediaSchau zusammenzutragen. Diese wird am 18. Oktober in der neuen Mehrzweckhalle auf dem LGS-Areal gezeigt. Die Schau richtet sich an alle Lahrer und Bürger aus dem Umland. Vorgestellt werden in der Schau Besonderheiten, Orte und Begebenheiten, die es nur in Lahr zu erleben gibt, ungewöhnliche Menschen, Rekorde und vor allem viele Film-Sequenzen aus verblüffenden Perspektiven. Los ging der Dreh (Bild links) beim Weihnachtstreff am Lahrer »Wolkenkratzer«, hier gerade im Gespräch mit OB Müller und Gattin Elke Oberg.

LZ startet b eim Firmen lauf Zum ersten Mal wird die garte sen

Ausstellung über Zeitungsgeschichte Am 31. März eröffnet die Stadt in ihrem Museum in der früheren Tonofenfabrik die Ausstellung über »225 Jahre Zeitungsgeschichte in Lahr«. Diese Schau wird von unserem Verlag als Nachbar am Museumsplatz aktiv unterstützt. Zu sehen sein wird die Zeitungsschau bis zum Beginn der großen Sommerferien. Unser Bild zeigt Museumsleiterin Gabriele Bohnert.

nschau Somm Plus-Sport ri ein Firmenlauf (Bild er auf dem Gelände d oben) ange ch fer erwarte tet ihn am 12. Juli au boten. Die er Landest, Agenur Ns. d ie E s vo w erde r al ter-Strecke mitbringen lem Spaß und gute Laun mehr als 1000 Läukollegiales M werden. Sch ne für die des Seepark iteinander, auch bei nelligkeit ist nicht ge 5-Kilomefragt, d s. e r D anschließen Medienpartn ie Lahrer Zeitung den Party amdafür u n e r. te rs E in tü S ee tzt diese Sp vielköpfiges auch an den o darauf am S Start. Und beim sportTeam des Verlags gehrtaktion als t ee ist die Z eitung ebenlichen Familientag der natürlich Stadt tags falls dabei.

hichte Blick in die lange Gesc esten Zeitun-

Feier im neuen Stadtmuseum Kein Jubiläum ohne offizielle Feier: Zum Ausklang des LZ-Jubiläumsj ahres findet in den Räumen des neuen Stadtmuseums (Bild oben) eine Feier für geladen e Gäste aus Politik, Handel, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben statt. Ende November wird die Feier ausgerichtet. Das Museum ist der passende Ort für diesen zeigt auch unterm Jahr, wie wichtig das Druckhandwerk für die StadtGeburtstag: Es Lahr im Laufe der Jahrhunderte immer gewesen ist.

f ält itung hat als eine der fün 225 Jahre: Die Lahrer Zeberg eine bewegte Geschichte hinter sich. gen in Baden-Württemin das Zeitungsarchiv aus den Anfangsjahren Oben im Bild ein Blick tts«, unserer Vorgängerzeitung. In den verdes »Lahrer Wochenblalieferte die Zeitung viele Geschichten, an die gangenen Jahrzehnten und Leser noch heute gut erinnern. Das gansich unsere Leserinnen wird unsere Redaktion deshalb von solchen ze Jubiläumsjahr über die von unseren Abonnenten entdeckt worFundstücken berichten, sexemplare, besondere Artikel, historische den sind: alte Zeitung t und vieles andere mehr. Fotos, Raritäten aller Ar


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Leserstimmen

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Ich finde es gut, dass die Lahrer Zeitung mit Serien wie beispielsweise über die Deutschen aus Russland in Lahr zeigt, dass Integration und ein Miteinander in der Region gelingen.« Julia Romme, 31

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Eberhard Stulz, 80

Erstmal frühstücke ich gut«, sagt Hans Salm. Danach lese er die Lahrer Zeitung ganz systematisch: zunächst die Meldungen auf der Titelseite, dann den Lokalteil – Berichte über die Politik allerdings eher selektiv. Der 85-Jährige Morgenmensch liest die LZ seit 1959, seit einem Jahr sogar im Digital-Abo. Dafür verwendet er das alte Tablet seines Sohnes. »Dann fährt nicht so viel Papier rum«, erklärt er. Zudem könne er den Text auf dem Bildschirm so groß machen, wie er ihn zum Lesen bräuchte. »Das ist eine super Sache für uns ältere Leute.« Hans Salm, 85

Mit zehn Jahren habe ich angefangen, die Lahrer Zeitung zu lesen«, erklärt Gerd Merz. Seit fast 71 Jahren ist er als Leser dabei. Bereits seine Mutter und die Großeltern hätten die Lahrer Zeitung abonniert gehabt. Meistens liest er sie nach dem Kaffee, manchmal, wenn er nachts nicht schlafen kann – auch schon um vier Uhr früh, sobald die Zeitung im Briefkasten liegt. Am meisten interessiert ihn in der LZ die Politik, ob lokal oder international, aber auch über den Männergesangverein liest Gerd Merz als langjähriges Mitglied gerne. »Ich habe noch nie eine andere Zeitung gehabt«, sagt er lächelnd. Gerd Merz, 80

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Ich will der Lahrer Zeitung nicht nur einfach gratulieren«, sagt Eberhard Stulz. Er wünsche sich zum Geburtstag der LZ zwei Dinge. Die LZ solle so viel wie möglich über junge Menschen berichten. »Das wollen wir Alten sehen: Wie die Jugend die Zukunft in die Hand nimmt!«, erklärt der 80-Jährige, der seit 45 Jahren Abonnent der LZ ist. Zudem solle viel mehr über ehrenamtlich arbeitende Menschen in der Zeitung stehen. Auch wenn er nicht wunschlos glücklich ist, so sei er doch »Lokal-Patriot« und ein großer Fan der LZ – niemals würde er zu einer anderen Zeitung wechseln.

Die Lahrer Zeitung ist ein Stück Heimat für mich«, erklärt Renate Blümle. »Die gehört einfach dazu.« Im Elternhaus ihres Mannes wurde bereits die LZ gelesen. Diese Tradition hat die 80-Jährige einst übernommen und ist seit mehr als 60 Jahren treue Leserin. Ihre Zeitung genießt sie am liebsten direkt morgens beim Kaffeetrinken. »Ohne die LZ am Morgen fehlt mir was«, erklärt die Ottenheimerin fröhlich. Sie würde am liebsten noch mehr über Ottenheim in der LZ lesen. Und sie hat große Freude daran, ab und an – trotz Rechtschreibprüfung in der Redaktion – noch einen Fehler in den Texten zu finden. Renate Blümle, 80

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Am liebsten lese ich die Lahrer Zeitung morgens beim Frühstück«, sagt die Auszubildende Dorothee Berg. Die Seelbacherin findet dabei die Rubrik »Aus aller Welt« besonders gut. Sonst liest sie vor allem die Lokalnachrichten aus Lahr und dem Schuttertal. »Für den Rest reicht die Zeit nicht«, so die 18-Jährige. Dorothee Berg, 18

Ohne Kaffee und meine LZ gehe ich nicht aus dem Haus«, sagt Walter Munz. Dabei habe er beim Lesen ein besonderes Ritual: »Morgens lese ich nur zwei Drittel und das restliche Drittel am Abend.« Besonders wichtig ist ihm der Lokalteil. Seit der Grundschule lese er die LZ, so der Rentner. Auch beruflich ist er unserer Zeitung eng verbunden: Schon als Kind habe er die LZ ausgetragen, später war er für den Schauenburg-Verlag tätig. Früher habe er seine Mutter immer ausgelacht, wenn sie die Todesanzeigen zuerst gelesen hat. Lachend gibt der 74Jährige zu: »Mittlerweile mache ich es genauso.« Walter Munz, 74

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Mit der Lahrer Zeitung verbinde ich eine mir sehr wichtige Person: meine Oma. Als ich noch ein Kind war, durfte ich immer bei ihr sitzen, wenn sie die LZ gelesen hat. Das war für sie immer ein ganz besonderer Höhepunkt. Sie hat vor anderen Zeitungen oder Zeitschriften immer zuerst die Lahrer Zeitung durchgesehen. Deshalb verbinde ich mit der LZ auch ein wahnsinnig großes Stück Heimat.« Sabrina Beck, 29


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Hinkender Bote Aus der wechselvollen Geschichte des einstigen Lahrer Millionen-Bestsellers

Deutschlands ältester Volkskalender geht auch nach bald 220 Jahren noch immer in alle Welt / Einst ratterten die Druckmaschinen für den »Hinkenden Boten« fast ohne Pause / Frisches Erscheinungsbild soll die heutige Ausgabe retten

W

er zu Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller ins Büro möchte, kommt an einem Lahrer Original vorbei: Im Foyer des Rathauses sitzt fröhlich lächelnd der »Hinkende Bote«, einer von mehreren, die es von dieser Traditionsfigur in geschnitzter Version gibt. Weitere stehen im Verlagshaus der Lahrer Zeitung, mit der dieser sonderliche Geselle und der nach ihm benannte Kalender seit Jahrhunderten eng verbunden ist. Der »Lahrer Hinkende Bote« ist Deutschlands ältester durchgängig erschienener Volkskalender, der im Jahr 1800 erstmals veröffentlicht wurde. Das Konzept dieses Büchleins: eine Mischung aus Kalendarium, nützlichem Wissen und badischen Geschichten. Seit mehr als zwei Jahrhunderten trägt der Kalender den Namen Lahrs weit in die Welt hinaus. Der »hinkende Bote«, ein Kriegsinvalide mit Beinprothese, galt einst als Garant für eine zwar spät eintreffende, jedoch zuverlässige Nachricht. Da er aufgrund seiner Behinderung nur gemächlich vorankam, sah man in ihm, im Gegensatz zu den schnelleren, aber unzuverlässigen »fliegenden Postreitern« einen guten Beobachter und glaubwürdigen Augenzeugen der damaligen Zeit. Die kriegsversehrten Soldaten versuchten ihren Lebensunterhalt als wandernde Kleinhändler zu bestreiten und verbreiteten nebenbei noch die neuesten Nachrichten. Das waren also damals schon regelrechte Nachrichten-Reporter.

Kein anderer Kalender in Deutschland erscheint durchgängig länger Einst war der »Lahrer Hinkende Bote« mit seinem markanten Titel-Symbolbild eines Kriegsveteranen mit Hinkebein extrem weit verbreitet. »Bis zu 1,5 Millionen Exemplare wurden früher von diesem Kalender gedruckt«, weiß Titus Häussermann zu berichten, der damals Geschäftsführer des Silberburg-Verlags Tübingen war. Der Bote mit seinen Geschichten über Weltbewegendes und die badische

Heimat, mit Jahreskalender und Sonnenaufgangszeiten war in vielen Bauernstuben Badens zu Hause – und neben der Bibel oftmals das einzige Buch im Haushalt. Entsprechend wurde in Zeiten, als es weder Radio noch Fernsehen und erst recht kein Internet gab, darin gelesen. Doch diese Zeiten sind vorbei und der »Hinkende Bote« verlor seine millionenstarke Stammleserschaft. »Doch es gibt noch immer viele Menschen in Baden und auf der ganzen Welt, die an diesem Werk gerne festhalten und sich dafür interessieren«, sagt Häussermann. Rund 15 000 Kalender werden jedes Jahr aufgelegt und teils in entlegene Länder geliefert, in denen Freunde der badischen Heimat leben.

Heute hat der »Hinkende Bote« seine Heimat bei einem Münchener Verlag Der »Hinkende Bote« ist jedoch kein Lahrer Badener mehr und auch kein Tübinger Schwabe, sondern ein Münchener Bayer: Der schwäbische Silberburg-Verlag gehört seit 2017 zum Verlagshaus Gera-Nova Bruckmann. Christel Werner und Titus Häussermann haben ihren Heimatverlag an die Münchener Verlagsgruppe verkauft. Die Tübinger wiederum hatten den Boten aus Lahr 2011 übernommen. Zuvor war er im Verlag Ernst Kaufmann (Lahr) zehn Jahre lang verlegt worden. Von der Gründung 1800 bis zum Jahr 2000 war der Kalender im Lahrer Verlag Moritz Schauenburg gedruckt worden. Also im Traditionsverlag, in dem auch die Lahrer Zeitung einst publiziert wurde. Noch heute erinnern sich viele ehemalige Schauenburgler an die Zeiten, als noch Abertausende Exemplare von den Druckmaschinen ausgespuckt wurden. Die Zeit blieb auch für das Kalenderbuch nicht stehen. Schon die vorletzte Ausgabe erschien mit inhaltlichen und grafischen Veränderungen, um den Jahreskalender für neue Käufergruppen interessant zu machen. Das traditionsreiche Titelbild mit dem Boten und seinem markanttypischen Hinkefuß wurde

Da sitzt er: Der »Hinkende Bote« ist seit fast 220 Jahren das Symbol des Traditionskalenders aus Lahr. Einst erschien dieser in Millionenauflage. Die Lahrer Zeitung ist noch immer Mitherausgeber. Unser Bild zeigt ihn mit LZ-Marketingleiter Martin Kiefer. Foto: Bode aufgefrischt. Das langjährige Erkennungszeichen wurde geschrumpft, die Eisenbahn und das Dampfschiff als Kulisse der früheren Ausgaben verschwanden. Mit »unterhaltsamen badischen Geschichten« wird jetzt geworben. Zu lesen sind Geschichten über regionale Museen, den Rhein, WasserkraftPioniere im Schwarzwald,

den Tuniberg und das Frauenwahlrecht. Man findet aber auch weiterhin das Wetter für den Hundertjährigen Kalender, Saisonkalender für Pilze, Obst und Gemüse, Blütezeiten für Stauden im Garten und anderes Nützliches mehr. Informationen, die auch schon vor 200 Jahren bei Gärtnern und Landwirten hoch im Kurs standen.

Bei allen grafischen Änderungen und Eigentümerwechseln der Verleger: Mitherausgeber bis zum heutigen Tag ist der Verlag der Lahrer Zeitung, in enger Zusammenarbeit mit dem Schwarzwaldverein aus Freiburg. Tradition seit dem Jahr 1800 – und damit fast so alt wie die Lahrer Zeitung selbst. Jörg Braun


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Leser-Geschichten Fundo rt: Sp eiche r

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lt o h e g l l mü r r e p S Vom

Jahren app 25 et in n k it ordn un se e n g fa ers s lich ebun säuber egal. Besond st von n die g der e t ll o s R o ch r einem t Theobald J e mit Eigentli Jahresbüche it is s den u n a e ziniert bilderten Se n in e g d be eln Zeitun auf dem p r e r im in e r e W at h Lah n e e n e s r he -Jah ine B deutsc er Bücher. Die sonst 1930er ll landen. E t s o J h d c ü ld einem kopiert. Au inmal Sperrm von Theoba nden e r fu er soga er gerne kannte se bei sich ge g dan, liest t e r it e n ie blätt en Se n und lt hatte d e Verwendu obald a ie d e in durch n Geschichte en an und ke s konnte Th . Kuralte n a e D nerung h ie e d s r. n fü t in Erin mit a cht dieser lg t e h w ic h n c s er a Jost dheit. bücher d nahm die Kin zerhan nen Jahres en sie e h gebund ich. Dort ste s u z it m

L er-Fundsachen ag l r e V im e r h a J 30

itet. gearbe re g la t r ih er burg-V egann sie do dung. e t h c li b b t s Au il öffen 1956 nische abe ich zu its ver vorangen e r ä e m b f u i h ka Zwe n zu eilagen h dach der LZ beilage »Die B ufbewahrt. Ic lleicht Sonder nen Jubiläen d n u a 9 e Hause wer weiß, vie l, spägegang Jahren 196 mgard n ir, Ir e m d einma in r e s t e s u a ich sie h heute erLZ-Le r sie e ü t h F a c h . u a n 4 c r e u b ob 199 der.« A erne an aufgeh erbeila ter wie sich noch g chauJunker beiden Sond äumsie -S s il innert re im Moritz sind die r als nur Jub e hat . h k a ig h c J r e ü h ihre g zur gen m n. Die 78-Jä eheg-Verla r e im u b b a e r g n s h e Ja au fast 30 ritz-Schauen selbst o M maligen

In den Sc hrank gek lebt

Eine gro gab es fü ße Überraschu ng aus dem Werner r den 66-jährig e en H Schauen hemaligen Moritz ren eine eim, als er die T burg-Verl üs vererb ag. Waru die Seit schranks ten Holz e m wurde, w dort eingekle linken S öffnete. Auf d bt isse er n er eite hatt steht nu icht. Fes eine Seit e jeman r, d e der L lange d dass sie schon se t tung fes ahrer Ze h o tg iSchrank rt hängt. »D r Jahr 191 eklebt – aus de er ist scho m 0 . E s ha n minde tens 12 dabei um ndelt sic 0 s h Heim. W Jahre alt«, sa eines illu die Anfangsseit gt o h l um d e strierten Jahre kle ie Katalogs bt die S hundert eite scho d or t . n

Aufgehobe n

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Wir bringen Traumziele nahe. *Zahl bezogen auf die Sparkassen-Finanzgruppe, alle anderen Angaben auf die Gesamtzahl der Sparkassen.

→ So einen Aufmacher gibt es nicht alle Tage: 225 Jahre Lahrer Zeitung!

Herzlichen Glückwunsch! Wir gratulieren zu 225 Jahren. Wer sich über den Raum Lahr informieren möchte, vertraut auf die Qualität der Lahrer Zeitung mit ihrem umfangreichen Lokalteil. Die Stuttgarter Nachrichten arbeiten seit vielen Jahren partnerschaftlich mit der Lahrer Zeitung zusammen und gratulieren ganz herzlich zum Jubiläum!

Unser Jahreskatalog

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225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

So gratulieren unsere Partner

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Die Firma Bürg Bodenbeläge GmbH in Friesenheim ist seit 40 Jahren der Spezialist für repräsentative, hochwertige Bodenbeläge und Teppiche. Mit der Lahrer Zeitung als langjährigem und kompetentem Werbepartner erreichen wir ganz speziell und effektiv unsere Kunden in der Region.«

Michael Bürg, Bürg Bodenbeläge (Friesenheim)

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Wir sind ein Familienunternehmen mit Top-Beratung und einer Riesenauswahl an Designer-Schmuck sowie Ringen. In der Lahrer Zeitung werben wir schon seit Jahrzehnten. Auch heutzutage ist es wichtig, die Printmedien weiterhin zu nutzen. Der Lahrer Zeitung wünschen wir für die Zukunft viel Erfolg.«

Roland Schillinger, Juwelier Schillinger (Ettenheim)

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Die lange Tradition der LZ und unseres Geschäfts HauptBucherer verbindet schon automatisch. Ich gratuliere der Lahrer Zeitung zum Jubiläum und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit. Denn das Gewerbe braucht eine gute Pressearbeit, wie auch die Presse von einem funktionierenden Gewerbe profitiert.«

Christa Metzger, Spiel + Freizeit Haupt-Bucherer (Lahr)

Den Tag zu beginnen, ohne die Lahrer Zeitung auf dem Tisch, da würde mir was fehlen. Die Infos, Beiträge aus der Region, unserer Stadt, über die Kommunalpolitik, das Vereinsleben sind sehr aufschlussreich und zeigen, was bei uns alles los ist. Es ist gut, jeden Tag vollumfänglich und aktuell informiert zu werden. Weiter so.«

Harald Günther, Günther Energie (Lahr)

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Unser Autohaus wirbt seit seinem Bestehen regelmäßig und gerne in der Lahrer Zeitung. Die LZ ist für uns ein wichtiger Werbepartner, um Produkte und Angebote zum Kunden zu transportieren. Die Leserschaft entspricht dem Kundenklientel für unsere Marken Renault, Seat, Dacia und auch unserer Gebrauchtwagenkundschaft.«

Stefan Bayer, Autohaus von der Weppen (Filiale Friesenheim)

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Die Lahrer Zeitung ist für mich eine sehr informative Tageszeitung mit regionalen und überregionalen Berichten. Ich schätze auch die digitale Ausgabe am Vorabend und die Möglichkeit, die LZ jeden Tag überall auf der Welt zu lesen. Für unser Unternehmen bietet die LZ eine optimale Plattform als Printwerbemedium.«

Hans-Georg Meier, meierfashion (Ettenheim, Rheinhausen)

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Bei der Lahrer Zeitung kann ich sicher sein, dass meine Anzeigen in einem Umfeld von objektivem Qualitätsjournalismus einen guten Werbeplatz einnehmen. 225 Jahre LZ sind ein großartiger Erfolg, der neben Mut und Entschlosssenheit auch Ausdauer und Talent erfordert. Happy Birthday an alle Beteiligten und weiter so!«

Maria Koch, Rückengerecht leben (Offenburg)

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Die Lahrer Zeitung steht für die facettenreiche und qualitative Berichterstattung in der Ortenau. Als Regionalzeitung ist sie für uns ein optimales Werbemedium, über das wir unsere Kunden gut erreichen können. Herzlichen Glückwunsch zum 225. Geburtstag und allzeit gutes Gelingen.«

Dr. Ulrich Kleine, E-Werk Mittelbaden (Lahr)


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

So gratulieren unsere Partner

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Die Lahrer Zeitung wird von Menschen für Menschen gemacht: regional und aus aller Welt, aktuell, unterhaltsam, bewegend, emotional: schon seit mehr als 225 Jahren. Respekt und herzlichen Glückwunsch! Wir sagen herzlich danke für das partnerschaftliche Miteinander und wünschen für die Zukunft alles Gute!« Peter Rottenecker, Volksbank Lahr

Die Lahrer Zeitung ist sehr informativ und berichtet ausführlich über das lokale Geschehen. Viele Lahrer identifizieren sich mit der LZ und lesen gerne über die wichtigsten Neuigkeiten in der Region. Auch für die Werbung ist die LZ sehr wichtig – für uns als Händler im Stadtkern ist sie nicht wegzudenken.«

Michael Singler, Singler Einrichtungen (Lahr)

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Uwe Dohle, Sparkasse Offenburg/Ortenau

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Als wir im Herbst unser 25jähriges Bestehen gefeiert haben, war das Kollektiv in der LZ ein schöner Beitrag dazu. Wir waren begeistert vom Engagement des Redakteurs und dem anschließenden Ergebnis – verbunden mit einer tollen Resonanz bei den Lesern. Herzlichen Dank und für Ihr Jubiläum alles Gute und viel Erfolg.«

Michael Vergin, Vergin Immobilien (Lahr)

Die LZ berichtet täglich aktuell aus der Region und versorgt ihre Leser mit aktueller und ehrlicher »Ware«. So, wie wir unsere Kunden aktuell, ehrlich und korrekt beraten – noch keine 225, aber immerhin fast schon 60 Jahre…Das Team von bühler einrichtungen wünscht alles Gute zum Jubiläum.«

Thomas Bühler, bühler einrichtungen (Friesenheim)

Petra Wöhrlin, Schuhhaus Engelhardt (Lahr)

In einer Zeit der Digitalisierung sind 225 Jahre ein besonderer Geburtstag. Die Sparkasse Offenburg/Ortenau nutzt die LZ gerne als Werbemedium und arbeitet mit der Redaktion bei allen Fragen zur Sparkasse und rund um’s Geld vertrauensvoll zusammen. Herzlichen Glückwunsch und noch viele weitere gute und erfolgreiche Jahre.«

Wir gratulieren der LZ herzlich zum 225. Geburtstag. Unsere Verbundenheit zu diesem Werbemedium passt sehr gut zu unserem Leitsatz: Kreativ – Erfahren – Regional. Auch freuen wir uns, dass wir nun seit fast zehn Jahren die Serie »Genießen mit der Lahrer Zeitung« aktiv in unseren Event-Musterküchen begleiten dürfen.«

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Die Lahrer Zeitung lesen bedeutet für mich: bewusst Zeit nehmen, der Hektik des Alltags für kurze Zeit entrinnen, eine gute Tasse Kaffee trinken, das Papier fühlen, Kommunikation mit meinen Kolleginnen, miteinander diskutieren, Vertrauen in qualitativ hochwertige Berichterstattung. Alles Gute zum Jubiläum.« Stefan Suszek, Modehaus Zinser (Lahr)

Die LZ kenne ich seit meiner Kindheit als bedeutungsvolle Informationsquelle auf unserem Frühstückstisch. Inzwischen schätze ich auch die angenehme Art der Anzeigenabteilung beim Buchen von Anzeigen über Farbe, Tapete, Boden. Wir gratulieren zu 225 Jahren und danken für die gute Zusammenarbeit.«

Carsten Gänshirt, Gänshirt raum&farbe (Friesenheim & Lahr)


bühlereinrichtungen

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

Wir gratulieren der Lahrer Zeitung zu 225 Jahren erfolgreichem und seriösem Journalismus.

Wir gratulieren der Lahrer Zeitung zum 225 jährigen Bestehen.

77933 Lahr-Sulz Gartenstraße 57 Telefon 0 78 21/98 35 00 Fax 0 78 21/98 35 01 straubmueller-lahr@t-online.de www.straubmueller-isoliertechnik.de

ch Herzlichen Glückwuns rhin zum Jubiläum und weite viel Erfolg.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

galerie:ortenau

Immer auf der Suche nach Konzerten, Ausstellungen und mehr: die galerie:ortenau-Redakteurinnen Tina Thiel (links) und Iris Erbach

Foto: Bode

Kulturelle Höhepunkte der Region gebündelt in einem starken Magazin

galerie:ortenau präsentiert Monat für Monat mehr als 650 Termine für Kultur- und Freizeitliebhaber und spricht regelmäßig mit prominenten Musikern und Kabarettisten, die in der Ortenau auftreten

O

b Oper in BadenBaden, Rockkonzert im Lahrer Schlachthof oder Kindertheater in Ettenheim: Die Ortenau hat in Sachen Kultur und Freizeit unglaublich viel zu bieten. Das Veranstaltungsmagazin galerie:ortenau präsentiert diese Vielfalt in der Region – von Bühl bis Hausach, von Kehl bis Freudenstadt – und informiert über die spannendsten Termine – und macht so richtig Laune auf Kultur. Ganz gleich, ob Rock, Pop, Jazz oder Klassik, unter monatlich 650 angekündigten Terminen ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Auch Comedy- und Kabarettfans kommen voll auf ihre Kosten. Regelmäßig treten hier in der Gegend echte Kabarettgrößen auf, darunter Bülent Ceylan, Mario Barth, Kaya Yanar oder Helge Schneider. Wer sich für Tanz-, Theater- und Musicalproduk-

tionen interessiert, wird in der Ortenau fündig: So hat sich gerade Offenburg zu einem echten Hotspot für Auftritte moderner Tanztruppen – wie etwa dem Ensemble Red Sky Performance aus Kanada – entwickelt.

Spannende Interviews mit prominenten Künstlern »In jeder Ausgabe führen wir ein exklusives Interview mit spannenden Künstlern, die in unserer Region auftreten«, verrät galerie:ortenau-Redakteurin Iris Erbach. »Darunter waren zuletzt Highlights wie Gespräche mit Anne Sophie Mutter, David Garrett, Mathias Richling, Die Fantastischen Vier, Die Toten Hosen, Glasperlenspiel, Urban Priol, Mario Barth und vielen mehr«, ergänzt ihre Kollegin Tina Thiel. galerie:ortenau schaut auch regelmäßig über den eigenen Tellerrand hinaus – so erfah-

ren Leser, welche musikalischen Höhepunkte in Freiburg und Karlsruhe geboten werden und für welche Ausstellung sich ein Ausflug nach Basel lohnt. Auf der Sonderseite »Straßburg/Elsass« informiert das Magazin über spannende Veranstaltungen bei den französischen Nachbarn – so ist die Straßburger Laiterie beispielsweise ein wunderbarer Hort experimenteller und ungewöhnlicher Rock- und Independent-Musik. Kindersingfest in Baden-Baden, Mitmachkurs im Museum im Ritterhaus, Lesung in der Kehler Mediathek: Für Eltern bietet die Kinderseite Tipps für spannende Kulturund Mitmachangebote für alle Altersgruppen. »Und wer noch keine Pläne fürs Wochenende hat, kann sich auf unseren Freizeitseiten tolle Anregungen für Ausflüge in der Region holen – vom Messebesuch bis zum Weinwanderweg«, schlägt Erbach vor.

Sehr beliebt sind auch die Gewinnspielseiten: Hier verlost galerie:ortenau monatlich Tickets für spannende Events – von der Oper bis zum Rockkonzert. »Und in unserer losen Reihe ›Hörgenuss‹ stellen wir aufstrebende NewcomerBands aus der Ortenau in einem kleinen Porträt vor, wie zuletzt die talentierten Jungs von Pile-up aus Offenburg«, berichtet Thiel.

Enge Kooperation mit Kommunen in der Region Mehr als 650 Kulturtermine, und das Monat für Monat – galerie:ortenau setzt auf Kooperation. So findet eine enge Zusammenarbeit mit 30 Gemeinden in der Region statt. In der Rubrik »Highlights der Kommunen« kündigen sie ihre wichtigsten Events an. galerie:ortenau gibt es bereits seit mehr als 16 Jahren, die erste Ausgabe erschien am

30. November 2002. Das Layout wurde in den Jahren immer wieder aktualisiert, zuletzt erhielt das Magazin im November 2017 ein neues Erscheinungsbild, gestaltet vom langjährigen Partner Kresse & Discher in Offenburg. Herausgekommen ist ein frisches, modernes Layout, das mit mehr Übersichtlichkeit für die Leser punktet. Zu finden ist das Heft übrigens an über 500 Verteilstellen in und um die Ortenau, abonnieren kann man es natürlich auch. Auf der Website www.galerie-ortenau.de sowie auf Facebook können Leser sich jederzeit aktuell informieren – der wöchentliche Newsletter bietet besondere Tipps direkt aus der Redaktion. Mit der kostenlosen galerie:ortenau-App sind User jederzeit auf dem Laufenden, auf Twitter können sie lesen, welche Veranstaltungen spontan ausfallen oder ausverkauft sind. Iris Erbach und Tina Thiel


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Viel mehr

als nur eine

Tageszeitung Die Lahrer Zeitung versorgt ihre Leser mit allen wichtigen Informationen und Nachrichten Unter dem Dach des Verlagshauses erscheinen weitere Medien und Angebote:

Gedruckte Ausgabe Die gedruckte Tageszeitung ist das Kernprodukt und damit das Herz des Informations- und Nachrichtenangebotes. Die Inhalte stehen den Nutzern auch auf digitalen Kanälen zur Verfügung.

ePaper Die digitale Ausgabe der Lahrer Zeitung ist weltweit abrufbar am PC und Notebook oder als App auf iPhone, iPad und Android-Geräten verfügbar. Ab 20 Uhr als Vorabendausgabe und ab 4 Uhr als reguläre Morgenausgabe.

Online www.lahrer-zeitung.de bietet aktuelle Informationen und Beilagen für Lahr und die Region und ergänzt die gedruckte Ausgabe um Bildergalerien, Videos und Serviceangebote.

galerie:ortenau Kurier Wochenzeitung Die lokalen Anzeigenblätter versorgen die Leser im Kreis Emmendingen, der südlichen Ortenau und im Kinzig- und Harmersbachtal wöchentlich kostenlos mit Nachrichten und Informationen.

Die monatliche Zeitschrift für Veranstaltungen und Freizeit bringt gedruckt und online Veranstaltungen und Menschen zusammen – von Karlsruhe über Lahr bis Freiburg und von Straßburg bis Freudenstadt.


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Herzlichen Glückwunsch! Zum 225-jährigen Bestehen gratulieren wir recht herzlich.


225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Stadtgeschichte Stadt Lahr macht in 25 Jahren einen riesigen Sprung nach vorne Vergangenes Vierteljahrhundert prägt die Kommune nachhaltig / Wirtschaftlicher Schub am Flugplatz / Landesgartenschau 2018 als Glanzpunkt / Tausende Spätaussiedler sorgen für Kaufkraft und Arbeitskräfte

D

ie vergangenen 25 Jahre haben die Stadt Lahr und ihre Bürger kräftig durchgeschüttelt. Ein Vierteljahrhundert, das viele Veränderungen für die Kommune am Fuße des Schwarzwaldes mit sich brachte. Einer, der diese Zeit aktiv politisch mitgestaltete, ist der SPD-Stadtrat und Historiker Walter Caroli. Mit ihm blickten wir auf die spannende Zeit von 1994 bis 2019 zurück. Abschied von Kanadiern: Als die kanadischen Truppen vor 25 Jahren aus Lahr abgezogen wurden, brach eine Welt zusammen. Wieder mal, sagt Walter Caroli: »Das war die zweite Konversion. Schon nach dem Ersten Weltkrieg, als die Lahrer Kasernen geräumt wurden, gab es einen Wandel, wurden militärische Zonen für zivile Nutzung umfunktioniert.« Aus einer Kaserne wurde zum Beispiel eine Zigaretten-Fabrik für Roth-Händle. Grundlegender Wandel war deshalb für Lahr und seine Bürger 1994 nichts wirklich Neues. Aber auf einen Schlag 12 000 Kanadier zu verlieren? Das war heftig. Die Nordamerikaner hatten über lange Jahre die Wirtschaft von Lahr und seiner Umgebung stark angekurbelt. Pro Jahr hatten sie geschätzt rund eine halbe Milliarde Mark an Kaufkraft in den Taschen gehabt, erinnert sich Caroli. Rund 100 Millionen Mark sind wohl jährlich in Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe geflossen. Zack, dann war das auf einmal weg. Lahrs Wirtschaft stand mit einem kolossalen Problem da. n

Jüngster Höhepunkt der Stadtentwicklung: Die Landesgartenschau im vorigen Jahr setzte im Landkreis und weit darüber hinaus ein Ausrufezeichen für Lahr. Die einstmals sehr gebeutelte Kommune hat sich erfolgreich wieder nach oben gekämpft. Foto: Braun

fanden die Neuankömmlinge meist leicht. Die heimischen Betriebe, oftmals am Expandieren durch neue räumliche Perspektiven am Flugplatz, suchten gute Leute, fleißige Fachkräfte. Ohne die Deutschen aus Russland wäre der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt ganz sicher nicht so glorreich gelaufen, bestätigen viele Industrie-Unternehmer der Stadt unisono. Und wer heute Spätaussiedler zu Hause besucht, der staunt oft nicht schlecht, wie viel WohlWalter Caroli | Lahrer Stadtrat seit vier Jahrzehnten stand sich diese in den zwei n Glücksfall Spätaussiedler: Jahrzehnten erarbeitet haben. Die Kanadier fort, ein verlas- Eigenes Haus, schick eingesener Flugplatz und Wohn- richtet, nicht selten für verhäuser standen straßenzug- schiedene Generationen, das weise leer: Lahr vor 25 Jahren ist bei vielen Deutschen aus befand sich am Scheideweg. Russland Standard. Und dann kamen Stück für Stück neue Bewohner. Deut- n Langsame Verschmelzung: sche aus Russland, deren Vor- 9000 Spätaussiedler kamen fahren vor Jahrhunderten aus- nach Lahr. Vermutlich. Gegewandert waren und die zu- naue Zahlen gibt es nicht. rück in ihre deutsche Heimat Auch nicht, wie viele es aktudrängten. Lahr hatte Platz und ell sind. Vermutlich 12 000, Wohnraum. »Rückblickend vielleicht noch mehr. Die Fabetrachtet war die Aufnahme milien haben traditionell der vielen Tausend Spätaus- meist drei, vier oder noch siedler ein Glücksfall für uns, mehr Kinder. Jeder vierte in dieser bewegten Zeit«, sor- Lahrer, so viel lässt sich sagen, tiert Politiker Walter Caroli hat grob geschätzt russlanddieses Thema aus seiner Sicht deutsche Wurzeln. Aber sind sie mittlerweile integriert? ein. Denn die Russlanddeut»Das geschieht schleichend«, schen sorgten kontinuierlich weiß Walter Caroli. Vor allem für neuen wirtschaftlichen jene Neubürger, die in höheSchub in der Stadt. »Sie hatten rem Alter nach Lahr kamen, von Anfang an drei Ziele: taten und tun sich mit dem Arbeit, Wohnung, Auto«, Einstieg ins Leben der einheibringt es Caroli auf den mischen Lahrer schwer. AndePunkt. Die Neubürger waren re Sprache, andere Mentalität. fleißig und ehrgeizig, meist Da sind die Hürden oft hoch, gut ausgebildet und strebsam, auch nach 25 Jahren. Viel besmit dem klaren Blick, sich hier ser klappt das bei den Kindern in der neuen Heimat ein gutes und Jugendlichen. »Da verZuhause aufzubauen. Arbeit schmilzt vieles viel besser, vor

Unsere Stadt hat sehr viel durchlebt.

allem bei den Mädchen, die sind da flexibler«, sagt Caroli. Dieses Zusammenwachsen von Einheimischen und NeuLahrern, es wird noch einige Zeit dauern. Eine Generation reicht noch nicht. Vielleicht in der nächsten. Nach weiteren 25 Jahren wird es die Frage nach der Integration nicht mehr geben. Die Wirtschaft brummt: Keine andere Stadt in der Ortenau hat so starke wirtschaftliche Wachstumszahlen, was die Arbeitsplätze angeht, wie Lahr. Das hat OB Wolfgang G. Müller erst bei seiner letzten Neujahrsansprache stolz berichtet. In der Stadt wurden weit überdurchschnittlich viele neue Jobs geschaffen. Nicht nur wegen Zalando, auch die vielen anderen Betriebe stellten kräftig neue Leute ein. Dieses Wachstum stützt sich auf eine allgemeine, deutschlandweite Top-Konjunktur. Doch in Lahr wurde dieser Schwung noch stärker genutzt, noch mehr daraus gemacht als an anderen Orten. n

Platz am Flugplatz: Möglich wurde der Aufschwung auch durch den freien Raum, den der Abzug der Kanadier am Lahrer Flugplatz mit sich brachte. Was soll aus der Landebahn werden? So fragte man sich vor 25 Jahren. Die Idee, Lahr zur Drehscheibe für Urlaubsflieger zu machen, keimte auf, ging aber bald wieder unter. »Zum Glück«, urteilt rückblickend Walter Caroli. Lahr hätte viel Lärm bekommen und echte »Sahnestücke« für die Wirtschaft verloren: Die Bereiche links und rechts der Startbahn, auf denen heute viele Firmen ihre Gebäude stehen haben, mit rund 5000 Jobs. »Das Areal bot enormen Platz für den n

Aufschwung Lahrs«, sagt Walter Caroli. Viele Betriebe konnten sich aus ihrer bisherigen, beengten Lage in der Innenstadt befreien und groß neu bauen. War Lahrs Industrie mit dem Niedergang von Tabak und Schächtele gebeutelt, bot der Flugplatz plötzlich neue Chancen. Die hat Lahr ergriffen, auch mit dem Zweckverband IGP, in Partnerschaft mit Umlandkommunen. Anfangs mit Spannungen, heute aber als Erfolgsnummer, für die sie viele in der Region beneiden. n Kriminalität:

Nicht alles war friedlich in den vergangenen 25 Jahren. Mit den Spätaussiedlern, vor allem den damals jungen Burschen, gab es anfangs allerhand Zoff. Doch der hat sich längst gelegt und heute hat Lahr eine so niedrige Kriminalitätsrate wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht, sagt Polizeichef Felix Neulinger.

schmuck hergerichtete Innenstadt. Millionen wurden da investiert, um einen attraktiven Kern zu bieten, der Bürger, Kunden, Gäste und Touristen anzieht. Doch es ist ein Kampf gegen Windmühlen, sagt Walter Caroli. »Die Menschen wollen immer noch mehr Auswahl, da tut sich jeder Einzelhandel schwer.« Landesgartenschau: Den wichtigsten Meilenstein in Lahrs jüngerer Stadtgeschichte bildet die LGS 2018. Die Besucherzahl der Ausstellung war mit 800 000 zwar nicht so toll wie erhofft, doch was am Ende bleibt, bereichert die Stadt langfristig: ein (wenn auch löchriger) See, zwei große Hallen, der sanierte Bahnhof, Sportanlagen, ein Museum, viele sanierte Wohnblocks und ein fantastisches Naherholungszentrum im Lahrer Westen. Jörg Braun n

Keine Wohnungsnot: In Lahr eine Wohnung zu finden ist zwar kein Ding der Unmöglichkeit. Man muss allerdings Zeit haben. »Es gibt kein Katastrophen-Szenario«, sagt Walter Caroli. Engpässe gebe es, vor allem bei günstigen Wohnungen. Doch in den vergangenen Jahren sei schon viel aufgeholt worden. n

Reichlich Kultur: Lahr bietet als Stadt mit fast 50 000 Menschen ein facettenreiches Kulturleben. Auch da hat sich in den vergangenen 25 Jahren viel entwickelt. Die Stadt hat ein prall gefülltes Kulturangebot, darüber hinaus werden private Initiativen und Einrichtungen unterstützt. n

Innenstadt stark halten: Lahrs City glänzt als sanierte, n

Prägt Politik: Walter Caroli gehört seit 44 Jahren dem Lahrer Gemeinderat an. Foto: Schabel


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Das gibt’s nur in Lahr Blumenpracht im Herbst Seit mehr als 20 Jahren ist Lahr die Stadt in Deutschland, die auch im November blüht: Die Chrysanthema lädt jedes Jahr im Spätherbst zu einem Blumen- und Kulturfestival ein. 10 000 Chrysanthemen sorgen für eine üppige Farbenpracht in der Innenstadt. Bis zu zwei Meter lange Kaskaden sind ebenso zu bewundern wie Chrysanthemen-Büsche oder Blumen-Pyramiden. Als Vater der Chrysanthema gilt der frühere Stadtgärtnerei-Leiter Eckard Riedel, der sich durch den Blumenschmuck in Lahrs französischer Partnerstadt Dole inspirieren ließ. Die Chrysanthema zieht Jahr für Jahr Hunderttausende Besucher in die Lahrer Innenstadt.

Kleinster W olkenkratze r Wenn vom Wolkenkra

Partnerschaft mit Costa Rica Lahr ist die erste deutsche Stadt, die mit einer Stadt in Costa Rica eine Partnerschaft begründet hat. Seit 2006 gibt es die Städtepartnerschaft mit Alajuela. Entstanden ist sie durch ein Symposion mit Künstlern aus Costa Rica in Lahr. Der Freundeskreis Lahr-Alajuela kümmert sich mit viel Engagement darum, dass die Partnerschaft mit Leben erfüllt wird.

das Gegente tzer die Re steht in Lah il davon: Der wohl niede ist, meinen die Lah r. D baute und 4 as Gebäude an der drigste Wolkenkratze rer genau so genannt, ,90 Meter hohe Haus Ecke Marktstraße/Mü r der Welt tür eingem auch der Name »Wolk wird nicht nur seit Ge hlgasse ere finden, seit ißelt. Früher war dort enkratzer« ist über de nerationen genutzt. Jedetwa drei Jahrzehnten eine Schuhmacher-Wr Eingangsvester-Morg es Jahr vor der Besch wird das Gebäude gas erkstatt zu Hunderte voen versammeln sich erung an Heiligabend tronomisch und vor n Lahrern, u m anzustoß dem »Bistro Wolken am Silkratzer« en.

Eine Schrift aus Lahr

Aufsehen erregende Rundhochhäuser Für Aufsehen bei Architekten in aller Welt haben Anfang der 1960er -Jahre die Rundhochhäuser im heutigen Kanadaring gesorgt. Die drei jeweils 24,5 Meter hohen Gebäude sind von Klaus Humpert und Hans-Walter Henrich entwor und sind in Wirklichkeit nicht rund, sondern haben einen fünfeckigen fen worden Grundriss. Zunächst wohnten dort französische, später kanadische Soldaten. Nach der Kanadier fanden Spätaussiedler in den Gebäuden ein neues Zuhausdem Abzug e.

r aus Lahr Schulen verbindlich: De t die nach en ch uts de en all in sie 1917) ha Früher war dwig Sütterlin (1865 bis stammende Grafiker Lu tworfen, um die Handschriften zu vereinen ihm benannte Schrift bis 1941 war die Sütterlin-Schrift an deut35 19 n afiker beVo . en ch heitli Sütterlin wurde als Gr Gewerben. be rie sch rge vo n schen Schule zur Berliner en Plakatwettbewerb kannt, als er 1896 ein Lahr erinnert die Baugenossenschaft an In Ausstellung gewann. an die Sütterlin-Schrift. Dass es am Rosene ud bä Ge er ihr n Schäfer« gab, das einem schäft namens »Zigarre brunnen früher ein Ge g in Sütterlin. zeigt ein alter Schriftzu


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Lahrer Köpfe »Geboren, um Lahr zu regieren«

Schon gut ein halbes Jahr vor seinem Dienstende wird OB Wolfgang G. Müller für sein Wirken gefeiert

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Hand drauf: OB Müller raucht leidenschaftlich jene filterlosen Zigaretten, die Lahr einst mit groß machten: Roth-Händle, hier mit einem Werbeschild im Lahrer Stadtmuseum. Fotos: Braun

och gut sieben Monate, dann endet in Lahr die Ära Müller, 22 Jahre Wolfgang G-Punkt als Stadtoberhaupt und Lahr-Vorantreiber. Zwei Jahrzehnte, die dem dann 68-Jährigen viel Respekt und Anerkennung in der Bürgerschaft eingebracht haben. Das wurde nicht zuletzt bei der gerade zu Ende gegangenen Fasent überdeutlich und kündigt an, wie die verbleibenden sieben Amtsmonate des Oberbürgermeisters ablaufen werden: Huldigung um Huldigung wird Wolfgang G. Müller bei seinen Lahrern einsammeln, bei den zahllosen Vereinen, Gruppen und Institutionen, bei denen Müller seit mehr als zwei Jahrzehnten äußerst erfolgreich den »Ersten Lahrer« repräsentierte. Für die allermeisten, auf jeden Fall. Bei den Reichenbacher Schergässlern durfte sich der OB beim Zunftabend jedenfalls zurücklehnen und den Glanz seiner Amtssonne genießen: »Wolfgang Müller, geboren, um Lahr zu regieren!«, trällerte Büttenrednerin und -sängerin Tanja Mühlhaus in den Saal und es klang wie eine vorgezogene Laudatio auf den bald scheidenden Chef der Stadt. Oder, wie es unser Lokalreporter Alfons

Mit seinem drohenden AbVögele ausdrückte, »eine Heiligsprechung« für den Rat- schied kokettiert er auch gerhauschef. Doch so weit weg ne schon. Was er alles anstelvon der gefühlten, der wahr- len könnte, dann, im Ruhegenommenen Wirklichkeit stand? Das wisse er schon, scheint das alles nicht zu sein. frotzelt Wolfgang G. Müller Die mehr als 500 Zuhörer in ins Reichenbacher Publikum. der Geroldseckerhalle in Rei- Vielleicht ein Double für chenbach zollen jedenfalls James Bond, oder Trainer reichlich Applaus, als es um beim VfB? Im GartenschauMüllers Meriten und seinen See könnte er das Loch stopRuhestand geht. Mehrfach fen. Oder Trump und Putin brandet Beifall auf, als Tanja endlich mal Anstand beibrinMühlhaus auflistet, was den gen. Herkulesaufgaben also. Lahrer OB auszeichne. Sein Was auch sonst. Seine Frau, so verrät er, hätErfolgsgeheimnis? »Im Herzen immer ehrlich«, sei er. te ihn allerdings lieber im Müller habe Charisma, sei Haushalt verplant. Unkrautjärhetorisch beschlagen und gar ten, Wände streichen, Auto ein Visionär. Da will das Klat- saugen, Sprudel holen. All’ schen im Saal zeitweise gar solche Sachen, für die er mit kein Ende nehmen. In den kommenden Monaten, bis zum 25. Oktober, wird noch viel applaudiert werden, das Wolfgang G. Müller| Oberbürgermeister (noch) lässt sich leicht vorhersagen. Und an jenem seiner jetzigen 80-StundenFreitag im Herbst, bei der offi- Woche als OB wohl kaum bis ziellen Verabschiedung von nie Zeit findet. Was er dann tatsächlich maMüller, wird es stehende Ovationen geben. Die Frage ist chen wird, ab dem Spätjahr nur, wie viele Minuten dies 2019, im Oberbürgermeisterdauern wird. Wohl fast so vie- Ruhestand, bleibt allerdings le, wie seine gefürchtet langen das Geheimnis von Wolfgang Gustav alias G-Punkt-Müller. Neujahrsansprachen. Diese vorgezogenen und Vermutlich irgendwas zwiehrlichen Lebensleistungsan- schen Herkules und Hauserkennungen, sie schmeicheln haltshilfe. Sicher ist nur: Er dem 68-Jährigen. Das räumt wird sich allabendlich weiterer unter vier Augen ein. Denn hin eine Roth-Händle anstesie zeigen, dass er in seiner cken. Nicht heimlich, aber Wahlheimatstadt vieles rich- kontrolliert regelmäßig. Eine tig angepackt und viele Wei- Schachtel reicht dem Genusschen auf Zukunft gestellt hat raucher zwei Wochen. in diesen zwei Jahrzehnten. Jörg Braun

Im Ruhestand stopf’ ich den LGS-See.

Lahr sollte Selbstbewusstsein »gesund weiterentwickeln« Was Landrat Frank Scherer an seiner Wahl-Heimat besonders gerne mag und was er dringend verbessern würde

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ahr zieht immer mehr Menschen an, die Stadt wächst beständig und springt bald über die Marke von 50 000 Einwohnern. Auch der ranghöchste Politiker des Landkreises und Chef der einflussreichsten Verwaltung hat sich Lahr als Wohnort ausgesucht: Landrat Frank Scherer (55) ist bekennender Lahrer Bürger – und gleichzeitig vielleicht sogar der heimlichste von allen.

und den vier Kindern entschieden. Seit gut zehn Jahren lebt Scherer nun in Lahr. Wie hat er die Entwicklung der Stadt seit seinem Hinzug wahrgenommen? »In den letzten Jahren hat sich die positive Entwicklung der Stadt fortgesetzt, wozu natürlich die Landesgartenschau, aber zum Beispiel auch die gewerbliche Entwicklung am Flughafen beigetragen haben.« Und wie fühlt sich der Landrat, so als Lahrer? »Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl und haben den Umzug von Freiburg nach Lahr noch keinen Tag bereut. Lahr ist eine sehr liebensund lebenswerte Stadt, die noch viel Potenzial für die Zukunft hat.« Der Landrat streichelt die Lahrer Seele: »Wegen der sehr guten Lebensqualität und des Zukunftspotenzials unserer Stadt finde ich, dass sich unser Selbstbewusstsein als Lahrer noch gesund weiterentwickeln lässt.« Selbstbewusstsein ja, aber keine Überheblichkeit, empfiehlt Frank Scherer: »Dann wäre auch weniger Raum für die teilweise immer noch vorhandenen Ressentiments gegenüber Offenburg, die nicht mehr zeitgemäß sind«, findet der Wahl-Lahrer.

Lahr ist weltoffen und modern. Frank Scherer | Landrat und Lahrer Scherer hat schon an vielen Orten gelebt. Der größte davon war New York City, wo er als Referendar in der Rechtsabteilung der Vereinten Nationen, der UNO, arbeitete. In Kanada lebte er, im französischen Dijon, im hessischen Marburg und Freiburg. Vom Breisgau aus, wo er zuletzt im Regierungspräsidium Vizechef war, wechselte Frank Scherer 2008 auf den Sessel des Landrats im Ortenaukreis. Dienstsitz: Offenburg, Badstraße. Damals, so erzählt er, habe er sich ganz bewusst für Lahr als Wohnort für seine Familie mit Frau Evgeniya

Was gefällt ihm an der Stadt Lahr denn nun besonders gut? Da muss Scherer nicht lange nachdenken: »Für eine Stadt dieser Größe strahlt Lahr eine besondere Weltoffenheit und Moderne aus, was sicher auch eine positive Folge der kulturellen Vielfalt ist. Mir gefällt auch sehr das attraktive Kultur- und Sportangebot.« »Was mir nicht so gefällt, ist die Dominanz des Autoverkehrs, weshalb es Radfahrer im Lahrer Stadtverkehr vergleichsweise schwer haben«, weiß der begeisterte Radfahrer aus eigener, leidvoller Erfahrung. Mit seinen Kindern sieht man den Landrat auf dem Mountainbike immer wieder mal durch die Lahrer Lande strampeln. »Vor allem die Schulwege sollten deshalb so weiterentwickelt werden, dass sie maximale Sicherheit bieten«, rät der LandkreisChef. Frank Scherer: ein begeisterter Lahrer, der von seiner neuen Heimat schwärmt, dort mit der Familie gerne lebt, aber öffentlich im Stadtgeschehen kaum in Erscheinung tritt. Höchstens mal ganz privat beim Einkaufen in der Arena. Bei offiziellen Anlässen in Lahr trifft man kaum auf den Kreis-Chef. Nur, wenn diese mit dem Landkreis zu tun haben. Scherer ist deshalb wohl der heimlichste Prominente, den Lahr zu bieten hat. Jörg Braun

Lahrer Prominente: Landrat Frank Scherer und seine Frau Evgeniya wohnen seit gut zehn Jahren in der Stadt und finden es dort richtig klasse.


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Lahrer Köpfe Ein Weltklasse-Unternehmer aus Lahr Tunnelbau-König Martin Herrenknecht hat in seiner Geburtsstadt einen eigenen Wald, Sitzbank und Seeblick

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Auf dem roten LGS-Bänkle: Martin Herrenknecht und Altkanzler Gerhard Schröder (links), der beim Schwanauer Tunnelbau-Unternehmen im Aufsichtsrat sitzt Fotos: Braun

uf dem Gelände der Landesgartenschau in Lahr gibt es auch im Nachklang der Ausstellung viele tolle Ecken. Die vielleicht schönste, am See gelegen, mit einem Hain junger Bäume und unweit des Hauses am See, die gehört einem gebürtigen Lahrer, der sich diesen Flecken Erde mit viel Schweiß und Einsatz erarbeitet hat: Martin Herrenknecht, der Tunnelbau-König aus Schwanau-Allmannsweier. Ihm wurde die mit riesigem Abstand größte Sitzbank der Landesgartenschau, ein kleiner Wald und ein idyllischer Platz am See gewidmet. Als Dankeschön für den Einsatz des Unternehmers für Lahr, seine Heimatstadt. Noch während der Gartenschau wurde der Herrenknecht-Miniwald mit der roten, geschwungenen Sitzbank feierlich und symbolisch an den 76-Jährigen überreicht. Lahr hat dem Unternehmer viel zu verdanken. Martin Herrenknecht hat sein heute weitweit erfolgreiches Milliarden-Unternehmen 1975 ganz winzig in Lahr gegründet, in der Garage. Von dort aus schuf er den Grundstein für ein Tunnelbohr-Imperium, das in dieser Form kein zweites Mal auf dem Globus zu finden ist. Mehr als 5000 Mitarbeiter, ein Umsatz von aktuell mehr als 1,2 Milliarden Euro, Weltrekorde beim Tunnelbau für die längsten Röhren, die gefährlichsten Durchbrüche, die heikelsten Tunnels in den schwierigsten Gesteinsschichten. Dass Herrenknecht dann fünf Jahre nach seinem erfolg-

reichen Start 1980 in die dort so lange Dampf, bis die Nachbargemeinde expandier- Brücke schließlich 48 Stunden te, war für Lahr bedauerlich. vor dem LGS-Start noch haarNur ein paar Hundert Meter scharf rechtzeitig fertig wurLuftlinie, die jedoch die de. Das hat ihm OB Müller Steuermillionen an Lahr vor- nicht vergessen. Auch dafür bei fließen lassen, wie Ober- gab es die LGS-Sitzbank mit bürgermeister Wolfgang G. Wald und Seeblick. Herrenknecht brachte bei Müller zerknirscht erklärt. Doch das Lahrer Stadtober- diesem Ehrungstermin zur haupt ist froh über die Unter- Sitzbank-Eröffnung die Schau stützung, die Herrenknecht kurzzeitig auch politisch zum noch immer für seine Ge- Glänzen: Auf seine Einladung burtsstadt spendiert. Bei der jährlichen Blumenschau Chrysanthema im Herbst ist Herrenknecht als Sponsor reMartin Herrenknecht | Tunnelbohr-Unternehmer gelmäßig dabei, auch andere Veranstaltungen unter- hin kam der ranghöchste Polistützt er zuverlässig. Am Max- tiker der gesamten Schau Planck-Gymnasium, wo nach Lahr, Altkanzler GerHerrenknecht einst selbst büf- hard Schröder. Der hielt dann felte, zeigt sich der 76-Jährige eine launige Rede auf den durch kräftige finanzielle För- kantigen Unternehmer. In politischen Kreisen ist derung äußerst gönnerhaft. Der vielleicht größte Coup Herrenknecht bestens verfür Lahr gelang Martin Her- drahtet. Mit Kanzlerin Angela renknecht vor gut einem Jahr, Merkel saß er neulich im kurz vor Beginn der Landes- Kanzleramt zusammen, unter gartenschau. Die Stadt und vier Augen, und erklärte ihr, die LGS-GmbH waren seiner- was es für Deutschland jetzt zeit böse in der Klemme. Der brauche: eine Agenda 2035. Hersteller der wichtigen LGS- Merkel hatte ihn eingeladen, Brücke führte beide am Na- nachdem Herrenknecht mit senring durch die Stadt und Austritt aus der CDU gedroht wollte mit seiner Edelstahl- hatte. Als Merkel davon Wind brücke einfach nicht rechtzei- bekommen hatte, rief sie ihn tig zum LGS-Start im April persönlich kurzerhand an. Aufhören? Dieses Wort fertig werden. Die BrückenPanne sorgte für Wirbel und kennt Herrenknecht nicht. Schlagzeilen, Hohn und Ge- Hat er nie gelernt. Ein paar lächter im ganzen Land. Da Jahre noch will der 76-Jährige griff Martin Herrenknecht weitermachen, kündigt er vorein, bot Hilfe an, flog im Fir- sorglich an. Wenn seine Gemenjet mit OB Müller zum sundheit mitmache. Jörg Braun Brückenmann und machte

Bei mir geht es immer nur vorwärts.

Flughafen als Goldgrube für die Zukunft

IGZ-Geschäftsführer Markus Ibert hat den Gewerbe- und Industriepark in rund 15 Jahren mächtig vorangebracht

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ahrs Wirtschaft brummt und schafft immer mehr Arbeitsplätze. In den vergangenen beiden Jahren schoss die Zahl der Jobs um fast 2800 auf nun rund 24 300 nach oben. Ein Plus von fast 13 Prozent und damit mehr als doppelt so viel wie in anderen Orten in der Ortenau und im Land. So viele Vollzeitstellen gab es in Lahr noch nie. Am lautesten spielt die Musik dabei am Flugplatz. Und die größte Posaune ist dort wiederum der Versandhändler Zalando, mit seinen jetzt deutlich mehr als 1000 Beschäftigten. Doch auch viele andere Firmen expandierten, speziell auch am Lahrer Flughafen, mit seinen beiden Arealen West und Ost. Dort kümmert sich das IGZ unter dem Namen Startklahr seit nunmehr 25 Jahren um die Vermarktung des Riesengeländes, das nach dem Abzug der Kanadier freigeworden war. Nach einem Vierteljahrhundert der Umwandlung von militärischer in wirtschaftliche Nutzung ist die Bilanz erfreulich, meint IGZ-Chef Markus Ibert, der seit 2005 am Schalthebel der Flughafenentwicklung sitzt und diese glänzend führt, wie die Zahlen belegen. Mit fast 15 Millionen Euro stand der Zweckverband vor 15 Jahren in der Kreide. Doch unter Ibert schrumpfte der

Schuldenberg beständig. Schon seit vier, fünf Jahren wirtschaftet der Zweckverband praktisch ohne Altlasten und seit 2016 komplett schuldenfrei. Das macht möglich, dass Startklahr bei neuen Firmen zur Ansiedlung jetzt deutlich wählerischer sein kann und nicht Auf-Teufelkomm-raus jeden nehmen muss, damit die Kasse stimmt. Starten am Lahrer Flughafen bald autonom gesteuerte Mini-Fluggeräte, die Waren transportieren – oder gar Menschen durch die Luft chauffieren? Das ist noch Zukunftsmusik. Doch Lahrs Flugplatz rückt landesweit für DigitalProjekte in den Blick. Es winken Landesfördermittel. Über das Fraunhofer-Institut wird gerade nach entsprechenden Fördertöpfen gesucht, sagt Ibert.

Nicht der schnelle Erfolg zählt, sondern eine hochwertige Vermarktung »Wir können jetzt deutlich vorsichtiger planen und nachhaltiger mit den Flächen umgehen, als in den Anfangsjahren, als wir zum Erfolg quasi verdammt waren«, so Ibert. Zwischenzeitlich gehe es nicht mehr um den schnellen Verkauf, sondern um möglichst hochwertige Vermarktung. Nicht nur mit höheren

Preisen, sondern mit langfristig lohnenden Ansiedlungen von Betrieben, die gute Zukunftsaussichten für die Stadt bieten. »Wir wollen das Areal noch mehr in Wert setzen«, fasst dies der IGZ-Chef zusammen. »Bei der Gewerbesteuer und der Grundsteuer haben wir in den vergangenen Jahren einen beständigen Anstieg zu verzeichnen gehabt«, freut sich Ibert. Die Grundsteuer bringt am Flugplatz zwischenzeitlich mehr als zwei Millionen Euro für die Stadtkasse, die Gewerbesteuer immerhin noch leicht mehr als 1,5 Millionen Euro. Auf dem Areal im Westen der Stadt wurden seit Zweckverbandsstart insgesamt rund 70 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, rechnet Ibert zusammen. In den vergangenen 14 Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten am Flugplatz mehr als verdreifacht. Waren dort im Jahr 2005 noch 1600 Mitarbeiter beschäftigt, sind es jetzt 5150. Je die Hälfte davon arbeitet im West- und Ostareal. Die meisten Jobs gibt es im Bereich Logistik und Spedition (2500), gefolgt von Industrie und Produktion mit 1500 sowie Handel und Dienstleistung mit 800 Arbeitsplätzen. Startklahr steht für Interessenten jeder Größe bereit: »Wir können vom kleinen Büro für

den Einzelkämpfer bis hin zur Riesenhalle an Gebäuden und Räumlichkeiten alles anbieten«, erklärt Markus Ibert. Geflogen wird natürlich auch noch, draußen, im Lahrer Westen. 12 000 Flugbe-

wegungen werden pro Jahr gezählt. Die Landebahn wird noch Jahre halten und auch die Technik drumherum, sofern sie ausreichend gewartet wird. Das sei der Fall. Jörg Braun

Mittendrin in Europa: Lahr liegt logistisch perfekt, an der Bahnlinie Rotterdam-Genua. Deshalb arbeitet IGZ-Chef Markus Ibert auch am neuen Güterverkehrsterminal GVT.


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Lahrer Köpfe Liebe zur Natur und zur Geschichte

Norbert Klein ist Vorsitzender des Alpenvereins sowie des Historischen Vereins in Lahr

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orbert Klein liebt das Klettern und hohe Berge. Er hat auf den Gipfeln mehrerer Viertausender gestanden. »Das waren schon Herausforderungen. Wenn man die besteht, kann man auch im Alltagsleben besser mit schwierigen Situationen umgehen«, ist er überzeugt. Klein ist seit 2009 Vorsitzender des Lahrer Alpenvereins, dessen Mitglieder seit vier Jahren zum Kraxeln nicht mehr ins Gebirge müssen. Im Bürgerpark errichtete der Verein einen 18 Meter hohen Kletterturm mit 520 Quadratmetern Kletterfläche und bis zu 60 verschiedenen Routen. Der Turmbau war ein großer Erfolg, freut sich Klein – seit der Fertigstellung seien die Mitgliederzahlen um 450 auf jetzt 1360 gestiegen. Er ist 1993 in die Lahrer Sektion eingetreten, gründete 1994 eine Familiengruppe und war später auch Jugendleiter, ehe er zum Vorsitzenden gewählt wurde. Da er von Berufs wegen die Ausbildung von Polizeischülern organisierte, trauten seine Vereinskollegen ihm den Chefposten zu. Er sagte nicht Nein. Worin besteht der Reiz, überhaupt Mitglied im Alpenverein zu sein? »Es macht mehr Spaß, in einer Gruppe in

die Berge zu gehen als allein. Außerdem war ich nach einer Bergtour immer gut erholt, wenn ich am Montag zurück im Dienst war«, so Klein, der nach 44 Jahren bei der Polizei (Dienstgrad: Erster Polizeihauptkommissar) mittlerweile seinen Ruhestand genießt.

Klettern schweißt Eltern und Kinder zusammen Ein sportlicher Typ war er schon immer. Klein war jahrelang der beste Hammerwerfer im Ortenaukreis und hat auch Marathonläufe absolviert. Seine Bestleistungen als Leichtathlet vermag er noch ebenso zu nennen wie die Höhen der Berge, auf denen er war. Die ganz hohen Gipfel erklettert der heute 61-Jährige nicht mehr, da seine Gelenke das nicht mehr mitmachen. Traurig sei er deshalb nicht, versichert er. Er habe so viele Erinnerungen von alpinen Unternehmungen mitgebracht, dass er davon lange zehren könne. Doch für schöne Erlebnisse müsse man gar nicht zu extremen Touren aufbrechen, stellt Klein fest. Gerade bei Familien sei der Kletterturm im Bürgerpark sehr beliebt – das gemeinsame Training würde Eltern und ihre Kinder noch enger zusammenschweißen.

Klein ist an Trainingstagen häufig im Vereinsheim anzutreffen, wo er den Hüttendienst übernimmt. Er wäre nicht undankbar, wenn sich dafür noch weitere Freiwillige finden ließen. Wie er auch an den Generationswechsel an der Vereinsspitze denkt, 2021 will er das Amt abgeben. Das Engagement im Alpenverein hat ihn über Umwege zu einem weiteren Hobby und Vereinsvorsitz geführt. Als Leiter der Familiengruppe sah er sich nach Ausflugszielen für Kinder um und besichtigte dafür zahlreiche Burgruinen. Das weckte seine Neugier für geschichtliche Zusammenhänge. Klein trat dem Historischen Verein bei, dessen hiesige Regionalgruppe er nun seit einem Jahr leitet. Vor allem mit Publikationen und Vorträgen zur Lahrer Stadt- und Militärgeschichte tritt er hervor. Außerdem ist er im Schwarzwaldverein Fachwart für Heimatpflege und hat in dieser Funktion die Verantwortung für den Wickertsheimer Weg übernommen. Was treibt ihn zu all diesen Aufgaben, in die er viel Herzblut steckt? »Mit einem Ehrenamt gebe ich etwas zurück, was ich vorher bekommen habe«, erklärt er. Es sei seine Art, Danke zu sagen. Herbert Schabel

Norbert Klein vor dem Kletterturm des Lahrer Alpenvereins im Bürgerpark Fotos: Schabel

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Grußwort 225 Jahre Lahrer Zeitung Zum 225-jährigen Bestehen gratuliere ich der Lahrer Zeitung, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen, die an der Zeitung mitwirken, im Namen der Stadt Lahr, aber auch persönlich sehr herzlich. 1794 eröffnet der Buchbinder Johann Heinrich Geiger seine Druckerei in Lahr – ohne offizielle Genehmigung, aber dafür mit großem Erfolg. Auch die Stadt beauftragt ihn bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit. Ab 1796 gibt Geiger das Lahrer Wochenblatt heraus, welches als Vorläufer der Lahrer Zeitung gilt. Die Umbenennung in „Lahrer Zeitung“ erfolgte 1869. 225 Jahre: Ein beachtlicher Zeitraum, in dem Lahr durch die Lahrer Zeitung, als Zeitungsstadt, maßgeblich geprägt wurde. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Medienwelt verdient dies besondere Anerkennung. Daher freue ich mich sehr über die anlässlich des Jubiläums präsentierte Sonderausstellung „Stadt im Blatt“ im Stadtmuseum Lahr, in der man mehr über die Entstehung und Entwicklung der Zeitungen in Lahr erfahren kann. Herzlichen Dank, auch im Namen der Bürgerschaft, für 225 Jahre tagesaktuellen, umfassenden und engagierten Journalismus! Ich wünsche dem gesamten Team der LZ weiterhin viel Erfolg und stets offene Augen und Ohren für die Geschichten unserer Stadt. Dr. Wolfang G. Müller Oberbürgermeister

Typisch Lahr – Führungen & Kulturgänge im April und Mai Lahr birgt zahlreiche spannende Geschichten. Fachkundige Gästeführer vermitteln interessante Details aus ganz unterschiedlicher Perspektive: Freitags Samstags 1. Mi/Monat

17:00 Uhr 15:00 Uhr 17:00 Uhr

02.04. 03.+ 04.04. 07.04. 14.04. 14.04. 19./21./22.04. 25.04. 27.04. 01.05. 02.05. 04.05. 05.05. 07.05. 08.05. 11.05. 16.05. 18.05. 19.05.

12:00 Uhr Kurzführung „Römer to go“ - Römeranlage 12:10 Uhr Kurzführungen „Die Stadt im Blatt“ 14:30 Uhr Führung im Stadtmuseum 14:30 Uhr Kuratorenführung „Die Stadt im Blatt“ 15:00 Uhr Stadtparkführung – Tulpenfest 14:30 Uhr Führungen im Stadtmuseum 18:00 Uhr Brauereiführung mit Verkostung 15:00 Uhr Themenführung: Burgheimer Kirche 14:30 Uhr Führung im Stadtmuseum 12:10 Uhr Kurzführung durch das Stadtmuseum 15:00 Uhr Themenführung: Langenhard 14:30 Uhr Führung im Stadtmuseum 12:00 Uhr Kurzführung „Römer to go“ - Römeranlage 15:00 Uhr Visite guidée de la ville 15:00 Uhr Themenführung: Wickertsheimer Weg 18:00 Uhr Themenführung: “Des gibt´s bloß in Lohr” 15:00 Uhr Kinderführung: Lahr im Mittelalter Internationaler Museumstag 11-18 Uhr Führungen Hammerschmiede Reichenbach 14-17 Uhr Mitmachprogramm in der Römeranlage 14:30 Uhr Führung im Stadtmuseum 18:00 Uhr Brauereiführung mit Menü 15:00 Uhr Themenführung: Der Storchenturm 18:00 Uhr Ökologische Führung im Seepark 14:30 Uhr Führung im Stadtmuseum

23.05. 25.05. 28.05. 30.05.

Historischer Stadtrundgang Themenführungen Stadtparkführung

Infos + Prospekte: KulTourBüro Lahr Tickets und Touristik · Kaiserstraße 1 · 77933 Lahr Tel. 07821 950210 · E-Mail: kultour@lahr.de · www.lahr.de


Wir gratulieren herzlich zu 225 Jahren Lahrer Zeitung!

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225 Jahre Lahrer Zeitung x Sonderveröffentlichung

Lahrer Köpfe

Walter Caroli auf dem Langenhard. Ein großes Gelände dort ist dank seines Engagements in eine dauerhafte Naturschutzfläche umgewandelt worden.

Fotos: Schabel

Der Langenhard als Herzenssache Walter Caroli ist es zu verdanken, dass ein ehemaliges Militärgelände zur Naturschutzfläche geworden ist

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r hat eine Menge reingepackt in ein einziges Leben. Walter Caroli war nicht nur Lehrer und Landtagsabgeordneter, sondern hat auch darüber hinaus sehr viel bewegt. Aus einer ellenlangen Liste von Ehrenämtern ragt das Mandat im Lahrer Gemeinderat hervor, dem er seit 44 Jahren angehört. Es will also etwas heißen, wenn der 76-Jährige sagt: »Das Engagement für den Langenhard ist mir so wichtig wie kaum etwas anderes. Es ist eine Herzensangelegenheit.« Das 109 Hektar große, bis 1992 von den Kanadiern genutzte Gelände ging 2012 aus Bundesbesitz an die NabuBundesstiftung über, die daraus eine Naturschutzfläche gemacht hat. Mit der Betreuung ist die Nabu-Ortsgruppe Lahr betraut. Caroli – damals stellvertretender Vorsitzender

des Nabu-Landesverbands – verhandelte insgesamt sechs Jahre mit den unterschiedlichsten Behörden, damit aus dem Langenhard ein Nationales Naturerbe wird. Als alle Verträge unterzeichnet waren, packte er mit an, um das Gelände ökologisch aufzuwerten, etwa durch das Anpflanzen von Obstbaumsorten. Caroli kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als kanadische Panzer den Langenhard förmlich umpflügten. »Wie eine Mondlandschaft« – so habe es dort nach Abzug des Militärs ausgesehen. Heute sind die Erdmulden, welche die Panzer hinterlassen haben, Lebensraum für Gelbbauchunken. Aus dem ExPanzerbad – in dem Betonbecken wurden die Kettenfahrzeuge gewaschen, ehe sie hinunter in die Stadt fuhren – hat die Nabu-Ortsgruppe ein Biotop für Amphibien ge-

macht. Das Maschinenhaus daneben ist ein Refugium für Fledermäuse geworden. Der Wald ist seit 2012 unberührt geblieben – so entsteht ein Urwald. Auf den Wiesen tummeln sich im Sommer Schmetterlinge, Falter, Käfer und andere Insekten. »Der Langenhard soll ein Naherholungsgebiet für die Menschen, aber auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein«, sagt Caroli bei einem Spaziergang an einem sonnigen Tag. Dabei zeigt er dem Berichterstatter seinen Lieblingsplatz dort: Im Wald hinter dem Freizeithof wachsen mächtige Eichen, deren untere Äste quer zum Stamm abstehen, sodass der Charakter eines Hohlwegs entsteht. Caroli ist anzumerken, dass ihm dort das Herz aufgeht. »Es gibt ja nichts Wichtigeres als den Erhalt der Natur für die nächsten Generationen«, er-

»Ich bin kein Workaholic, klärt er. Stolz ist er auch darauf, mit dem Nabu den Hoh- sondern mache eben Dinge, bergsee am Fuß des Langen- die mich erfüllen«, betont Cahards vom Schlamm befreit roli. Er sei gern Heimatforzu haben. In Anerkennung scher, da er das Quellenstuseines Einsatzes für das Nationale Naturerbe Langenhard ist 2012 der Hauptweg dort nach ihm benannt worden. Caroli hat BüWalter Caroli sagt, für wen der Langenhard da ist cher über Pädagogik, vor allem aber auch über die Lokalhistorie dium liebe und ihn die Ausgeschrieben. Im April bringt wirkungen der Politik auf das er ein Büchlein über die Be- Leben der Menschen vor Ort deutung der Glasbilder im Al- interessieren würden. Ein weiteres Herzensprojekt ten Rathaus heraus – darüber hat er auch in einer Serie in ist das Theaterstück, das beim der Lahrer Zeitung berichtet. jährlichen Spitalmahl aufgeEr hat unter anderem Orts- führt wird. Caroli schreibt chroniken über Kuhbach und und inszeniert es jeweils, woDinglingen verfasst, zurzeit bei ihm seine Menschenarbeitet er an einem Buch kenntnis und sein historisches über Sulz – jeweils ohne Ho- Wissen nützlich sind. norar zu berechnen. Herbert Schabel

Für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Von Kindesbeinen an gern gewandert Andreas Kaufmann ist Vorsitzender des Schwarzwaldvereins / Eine Familientradition

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rische Luft und die Bewegung in der Natur sind ein sehr guter Ausgleich zum Alltag. Grün, die Farbe des Waldes, beruhigt außerdem den Geist. Wandern macht einfach gute Laune – das wissen viele Lahrer. Mit fast 900 Mitgliedern ist der Schwarzwaldverein einer der größten Vereine der Stadt. Er lädt Mitglieder und Gäste an fast jedem Wochenende zu (mindestens) einer geführten Tour in der weiteren Region ein.

Wanderwege Europas, verdient gemacht. Auf die Frage, ob er sich angesichts dieser Familientradition verpflichtet gefühlt habe, den Vorsitz zu übernehmen, antwortet Andreas Kaufmann mit »Nein«. »Ein Ansporn war es aber schon«, räumt er ein – und dass er natürlich stolz darauf sei, was seine Vorfahren alles für den Lahrer Schwarzwaldverein geleistet haben. Kaufmann war von Kindesbeinen an Mitglied. Seine Erinnerungen an diese Zeit? »Die Besuche auf der Lahrer Hütte, dort habe ich im Wald gespielt. Das hatte einen eigenen Zauber.« Die Hütte auf dem Geisberg mit ihren Andreas Kaufmann über die familiäre Tradition 23 Schlafplätzen hat der Verein 1931 erDer Vereinschef heißt Kauf- öffnet. 800 Übernachtungen mann, Andreas Kaufmann. im Jahr zeigen die Beliebtheit Der Nachname ist nicht gera- von »Lahrs höchstem Haus«, de untypisch für einen Vorsit- das die Ortsgruppe an Selbstzenden des Lahrer Schwarz- versorger vermietet. Bereits waldvereins, bereits Andreas als Kind hat Kaufmann sich Kaufmanns Vater Rolf, Groß- dort pudelwohl gefühlt – heuvater Eberhard und Urgroßva- te ist er einer von mehreren ter Julius führten den Verein. Hüttenwarten, die das außen Julius Kaufmann hat sich urige und innen gemütliche außerdem vor 119 Jahren mit Gebäude jedes Wochenende der Ausschilderung des West- für Besucher öffnen. wegs von Pforzheim nach BaSchon in jungen Jahren sel, einem der bekanntesten nahm Kaufmann gern an Ver-

Es war schon ein Ansporn für mich.

einswanderungen teil – »weil auch andere Kinder dabei waren, das hat Spaß gemacht.« Als Erwachsener hat er eine Ausbildung zum Wanderführer absolviert. Im Jahresprogramm 2019 des Vereins stehen drei Touren, die von ihm geleitet werden. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht aber der Posten des Vorsitzenden. Weshalb ist ihm dieses Ehrenamt wichtig, das er 2000 übernommen hat? Der 51-Jährige sagt: »Weil ich überzeugt bin, dass es etwas Wertvolles ist.« Es sei wichtig, dass die Menschen füreinander da sind, und gerade der Schwarzwaldverein sei das Engagement wert. Nicht nur er denke so, insgesamt habe man an die 50 Mitglieder, die sich auf verschiedene Weise ehrenamtlich betätigen.

Verein betreut Wegenetz von 80 Kilometern Länge Kaufmann verweist darauf, dass die Ortsgruppe ein 80 Kilometer langes Wegenetz betreut, das allen Wanderfreunden zur Verfügung steht. Der Verein setze sich für den Naturschutz ein und habe etwa auch den Wickertsheimer Weg aufgebaut, einen Kunstrundweg zu Ehren des be-

kannten Lahrer Malers. Auch die Mitglieder, die den Denkmalhof der Stiftskirche pflegen, hebt Kaufmann hervor. »Das alles ist gelebte Heimatliebe«, stellt er fest. Unter den 230 Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins gehöre die Lahrer zu jenen, die am schnellsten wachsen. Darüber freut sich der Vorsitzende ebenso wie über das pralle Jahresprogramm, das nicht »nur« jede Menge Wanderungen, sondern mit der »Familien-Bande« auch ein neues Angebot für Eltern und ihren Nachwuchs bereithält. Dabei sollen Kinder für das Wandern begeistert werden. Seine beiden Töchter hat Kaufmann sofort nach ihrer Geburt im Verein angemeldet. Wird eine von ihnen im Erwachsenenalter den Vorsitz übernehmen? Ausschließen könne er das nicht, »eine Frau an der Spitze, das wäre schon gut«, sagt Kaufmann. Er erinnert aber auch daran, dass der Vorsitz natürlich nicht automatisch in der Hand seiner Familie liegt: Sein Vorgänger war Eberhard Stulz, der heute Ehrenvorsitzender ist. Andreas Kaufmann denkt aber ohnehin noch lange nicht ans Aufhören, »es macht großen Spaß«, betont er. Herbert Schabel

Andreas Kaufmann liebt die Natur und das Wandern.


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Lahrer Köpfe Der Stadt einen Schatz bewahrt

Roland und Adelheid Wagner haben den Betrieb des traditionsreichen Cafés »Süßes Löchle« übernommen

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be sie noch einiges lernen müssen, als sie sich entschied, den Betrieb des beliebten Cafés in die eigene Hand zu nehmen. »Zum Beispiel das Bedienen einer professionellen Kaffeemaschine«, sagt sie. Außerdem habe sie Kontakte zu Lieferanten knüpfen und Personal einstellen müssen. Auch der Umgang mit den Kunden wollte gelernt sein, hebt sie hervor. Gerade dieser Aspekt gefällt ihr nun aber besonders. »Ich unterhalte mich gern mit unseren Gästen. Da kommt man dann etwa mit Menschen ins Gespräch, die wie ich aus Augsburg kommen.« Glücklich macht es sie auch, wenn Schüler für ein Treffen das geschichtsträchtige Café einem Schnellimbiss vorziehen. Beim Besuch des Berichterstatters an einem Dienstagvormittag ist der historische Innenraum mit rund einem Dutzend Gästen gut besetzt, und vorn im Laden geben sich die Kunden die Türklinke in die Hand. »Wir sind sehr zufrieden«, sagt Adelheid Wagner auf die Adelheid Wagner über das Betreiben des Cafés Frage nach der Resonanz. Dabei haben grund. Seine Frau leitet den sie und ihr Mann das Gebäude Café-Betrieb, kocht Kaffee nicht gekauft, um daraus Pround bringt persönlich Kuchen fit zu schlagen. Vielmehr waund Co. zu den Gästen, die im ren sie in dem 1889 gegründeholzgetäfelten Innenraum ten Café treue Gäste und wollten es aus nostalgischen GrünPlatz genommen haben. Weshalb der Stress? »Es war den erhalten. Zuvor hatte es eine richtige Herausforde- einer gemeinnützigen Aktienrung. Aber es macht mir Freu- gesellschaft gehört. Bevor aber im einzigen de, ich mache es total gern«, betont Adelheid Wagner. Sie Café in Baden-Württemberg, ist gelernte Hauswirtschafts- das unter Denkmalschutz lehrerin, später wurde sie an steht, wieder Gäste begrüßt der Seite ihres Mannes zur werden konnten, gab es viel Unternehmerin. Trotzdem ha- zu tun. »Auch über das Sanies duftet angenehm nach frischem Kaffee und Kuchen – das ist einer der ersten Eindrücke, die man beim Betreten des Cafés »Süßes Löchle« erhält. Auch die gläserne Theke im Art-Déco-Stil und die historische Registrierkasse fallen auf. Begrüßt werden die Besucher von einer freundlichen Frau: Adelheid Wagner, die das Traditionscafé nun seit fast einem Jahr führt. Roland und Adelheid Wagner sind Begründer des Unternehmens Wagner System. Er ist 71 Jahre alt, sie 69, doch statt es im Rentenalter ruhig angehen zu lassen, hat das Ehepaar vor rund zwei Jahren das Café-Gebäude am Urteilsplatz gekauft und aufwendig saniert. Roland Wagner genießt dort jetzt praktisch täglich frisch gebackene Brezeln und Croissants, hält sich ansonsten aber meist im Hinter-

Es war eine Herausforderung.

Stolze Café-Besitzer: Roland und Adelheid Wagner, Begründer des Lahrer Unternehmens Wagner System, sind im Rentenalter noch zu Gastronomen geworden. Fotos: Schabel ren alter Häuser habe ich viel gelernt«, sagt Adelheid Wagner mit einem Lächeln. Das Ehepaar hat viel Geld und Arbeit in das Haus gesteckt, wobei nicht nur der eigentliche Café-Raum so erneuert worden ist, dass er sein Flair behalten hat. Auch die Räume im ersten Obergeschoss sind grundlegend saniert worden. Dort ist ein »blauer Salon« entstanden, der nun ebenso gastronomisch genutzt werden kann wie der geschmackvoll umgestaltete Innenhof.

So verfügt das Café-Gebäude jetzt über insgesamt gut 100 Sitzplätze und bietet sich damit auch für größere Feiern an, zum Beispiel für Hochzeiten. In Adelheid Wagners Brust schlagen zwei Herzen. Einerseits hat sie Freude am Betreiben des Cafés gefunden und will diese Tätigkeit noch eine Weile weiterführen. Andererseits denkt sie auch daran, einen geeigneten Pächter zu finden, um das Café in gute Hände übergeben zu können.

Die Basis für eine erfolgreiche Zukunft sei gelegt, betont sie. Dabei hebt sie das Personal hervor – eine Meisterkonditorin und eine Servicekraft, die hervorragende Arbeit leisten würden. Auch baulich hätten ihr Mann und sie die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen gastronomischen Betrieb geschaffen – da das Gebäude außer dem CaféRaum eben noch über weitere Räume verfügt, die kreativ genutzt werden könnten. Herbert Schabel

Erdmännchen sind die Lieblinge der Lahrer

Die putzigen Tiere leben seit zwei Jahren im Stadtpark und haben mittlerweile eine große Fangemeinde

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anz schön gewachsen sind die Erdmännchen-Kinder, an deren Namensgebung die Lahrer im Sommer 2018 großen Anteil genommen haben. Die Stadt rief zum Wettbewerb auf, an dem sich fast 1000 Bürger beteiligten. Die Mehrheit war dafür, die putzigen Tiere nach dem Enten-Trio Tick, Trick und Track aus den Disney-Comics zu benennen. Mittlerweile ist der Erdmännchen-Nachwuchs aus dem Baby-Alter raus – Tick, Trick und Track bringen jeweils gut 450 Gramm auf die

Waage. So richtig groß sind sie damit aber natürlich immer noch nicht. Selbst erwachsene Tiere erreichen nur eine Körperlänge von 35 Zentimetern (ohne Schwanz) und ein Gewicht von rund 900 Gramm. Mit ihrem langgestreckten Körperbau, kurzen Beinen, großen Augen und ihrer zugespitzten Schnauze sehen die Erdmännchen witzig aus. Kein Wunder, dass sie die Lieblinge vor allem der kleinen Besucher sind, seit sie im März 2017 in ein eigens erbautes Gehege im Stadtpark eingezogen sind.

Ganz schön neugierig: Die Erdmänchen sondieren ständig ihre Umgebung und gucken sich auch die Besucher genau an, die vor ihrem Gehege auftauchen.

Ihren Namen haben die Erdmännchen erhalten, da sie wie Menschen oft auf zwei Beinen stehen, um die Umgebung zu beobachten. Diese Eigenschaft trägt zur Popularität der Tiere bei den Stadtpark-Besuchern bei, ist Richard Sottru überzeugt, der Abteilungsleiter Öffentliches Grün und Umwelt: Die neugierigen Erdmännchen halten den Menschen draußen vor ihrem Gehege gewissermaßen einen Spiegel vor, sie werden von ihnen angestarrt und starren zurück. Genau das tun sie auch, als der Berichterstatter und Cathleen Tzschoch vor ihnen auftauchen. Vor allem die Tierpflegerin lassen die putzigen Tiere kaum aus den Augen – sie wissen, dass sie ihnen das Futter bringt. Streicheln lassen sie sich aber nicht von ihr. Das durfte Tzschoch nur bei den Erdmännchen-Kindern, bis sie etwa zehn Wochen alt waren. Mittlerweile lassen sich Tick, Trick und Track von der Tierpflegerin aber ebenso wenig wie ihre älteren Artgenossen in die Hand nehmen. »Es sind eben Wildtiere«, erklärt die 23-Jährige, die im Stadtpark für insgesamt mehr als 100 Tiere zuständig ist. Den Erdmännchen ist beim Besuch des Berichterstatters anzumerken, dass sie sich pu-

Als die Tiere wenige Wochen alt waren, ließen sie sich noch von ihrer Tierpflegerin Cathleen Tzschoch streicheln. delwohl fühlen – nachdem sie sich an den Besuchern sattgesehen haben, flitzen sie in ihrem 50 Quadratmeter großen Gehege quicklebendig umher. Ein sicheres Zeichen, dass es ihnen dort gut geht, ist auch die Tatsache, dass sie sich vermehrt haben. Im Vorjahr sind dort wenige Wochen nach den Geschwistern Tick, Trick und Track die nächsten

zwei Erdmännchen zur Welt gekommen. Damit leben jetzt drei Generationen dieser Art im Stadtpark – drei erwachsene Tiere, dann das Trio Tick, Trick und Track sowie die beiden noch jüngeren Tiere, die zuletzt geboren worden sind. Zwei erwachsene Tiere hat der Stadtpark an den Steinwasen-Park Oberried abgegeben. Die Erdmännchen im Stadtpark klettern gern auf die Felsbrocken in ihrem Gehege und stellen sich auf ihre Hinterbeine, um möglichst viel sehen zu können. Das Verhalten ist ihnen angeboren, in der Natur halten sie Ausschau nach Feinden wie Schakalen, Adlern und Falken, die Jagd auf sie machen. Im Stadtpark gucken sie sich eben die Besucher an. Dabei herrscht vor allem an Wochenenden im Sommer ein ganz schöner Trubel vor ihrem Zuhause. Die Gehege der Erdmännchen und Affen, die nebeneinander liegen, werden dann regelrecht belagert. Ihr Gehege halten die Erdmännchen in Schuss. Wenn sie einmal »müssen«, erledigen sie das in einer Ecke, die praktisch ihre Toilette ist. Das Verhalten wurde ihnen nicht antrainiert, vielmehr sind die Wildtiere von Natur aus keine Nestbeschmutzer. Herbert Schabel


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Lahrer Köpfe Musiker mit Schalk im Nacken Tausendsassa Helmut Dold ist als Trompeter, Entertainer und Mundart-Comedian erfolgreich

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elmut Dold kennt in Lahr wohl jeder. In der Stadt und um sie herum steht er fast täglich auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Sei es als Jazztrompeter oder badisches Original »de Hämme«. Außerdem ist er Fasentbüttenredner, Trompetensolist bei Hochzeiten und Beerdigungen sowie – an zwei Tagen in der Woche – Trompetenlehrer an der Städtischen Musikschule Lahr. Ein erfolgreicher Autor ist er auch noch, allein sein erstes »Badisches Witzbüchle«, erschienen 2012, hat sich bisher rund 23 000 Mal verkauft. Geboren ist Dold als Sohn eines Metzgers 1958 in Kuhbach. Heute lebt er mit seiner Frau Diana in einem schmucken und auffallend gepflegt wirkenden Haus in Schuttertal. Es ist das Elternhaus seiner Frau, in dem er mit dem Berichterstatter verabredet ist.

An 365 Tagen im Jahr übt er an der Trompete Es ist später Nachmittag, Dold kommt gerade von einer Beerdigung, auf der er Trompete gespielt hat. Er lobt den Pfarrer für eine gefühlvolle Trauerrede, danach beantwortet er Fragen über sich. Ein Gespräch, das zeigt: Dold ist ein Profi durch und durch, ob als Musiker, Musiklehrer oder Unterhalter. Was bei seinen Auftritten so leicht aussieht, ist neben Talent das Ergebnis von viel Disziplin. Dold schwitzt regelmäßig im Fitness-Studio, um in Form zu bleiben, und liest Fachlite-

Musiker aus Leidenschaft: Helmut Dold mit seiner geliebten Trompete vor einem Auftritt im Treffpunkt Stadtmühle Foto: Schabel ratur für Musiklehrer, damit er über neue Unterrichtsmethoden informiert ist. Und er übt an 365 Tagen im Jahr an der Trompete, nimmt sie also auch in jeden Urlaub mit. Begonnen hat seine enge Beziehung zu dem Instrument mit zwölf Jahren, damals war er Mitglied im Musikverein Kuhbach. »Die Trompete habe ich vom ersten Tag an geliebt. Mit ihr lassen sich wahnsinnig

viele Gefühle ausdrücken«, schwärmt er. Und wann hat seine Karriere als Spaßmacher begonnen, war er in der Schule der Klassenkasper? »Ein bisschen schon«, antwortet er. Auch im Musikverein blieb dieses Talent nicht verborgen. »Als es darum ging, wer die Kinderfasent moderiert oder mal einen Witz erzählt, hieß es immer, ›der Helmut kann das‹«, erinnert er sich.

Dold studierte klassische Trompete an der Musikhochschule Freiburg und stieg mit verschiedenen Formationen in die Jazz- und DixielandSzene ein. Als Blasmusikdirigent hatte er ebenfalls Erfolg. Um das Jahr 2000 wurde aus dem Musiker noch der Entertainer und Mundart-Comedian »de Hämme«. Heute hat er als freier Musiker oder Unterhalter etwa 200 Auftritte pro

Jahr. Nicht nur in der hiesigen Region, auch in der Schweiz ist sein Humor gefragt, »dort bin ich sehr beliebt«, freut er sich. Doch nicht jeder Auftritt ist ein Selbstläufer: »90 Prozent davon sind ein Riesenspaß, zehn Prozent brutal harte Arbeit«, sagt er. Dold räumt ein, dass nicht alle Zuhörer bereits über die erste Nummer lachen und manche auch nach der zweiten und dritten noch keine Miene verziehen. »Dann musst du kämpfen.« Wie bricht er das Eis, wenn ihm ein griesgrämig dreinblickender Mensch mit vor der Brust verschränkten Armen gegenübersitzt? »Mit seiner Spontanität«, sagt seine Frau Diana, die bei seinen Auftritten als »de Hämme« meist dabei ist. Eine von Dolds Stärken ist die direkte Ansprache des Publikums. Er ist ein guter Menschenkenner, der es schafft, Zuschauer mit pointiert-humorvollen Bemerkungen aus der Reserve zu locken. Andererseits überlässt der 60-Jährige nichts dem Zufall. Ist er etwa für eine Geburtstagsfeier gebucht, informiert er sich über das Geburtstagskind, um Ansätze für seinen Auftritt zu erhalten. Auf die Frage nach seiner Lebenshaltung antwortet er mit dem Charlie-Chaplin-Zitat »Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag«. Er sei ein positiv denkender Mensch und habe große Freude daran, anderen eine schöne Zeit zu bereiten. »Ich will die Leute gut unterhalten«, sagt er. Wie lange er weitermacht? »So lange es geht.« Herbert Schabel

Krimispaß mit Schweineorgel und Lokalkolorit Die Lahrer Kultkrimi-Macher Alexander Dupps und Steffen Siefert alias Kreidlinger & Bäuerle und ihr siebter Fall

I

m neuen Fall von Kommissar Kreidlinger und seinem Assistenten Bäuerle, gespielt von den beiden Regisseuren, sorgt eine mysteriöse Mordserie für Aufregung in der fiktiven Kleinstadt Märzenbach. Denn: »Egal, ob in den verwunschenen Schutterauen oder am Nacktbadestrand – mit kalter Präzision schlägt der Schutterhai zu, um seine Opfer in die Tiefe zu ziehen«, heißt es in der Ankündigung. Wer oder was der Schutterhai ist – Fabelwesen, Fisch oder doch ein ganz normaler Mörder – das gilt es für die gewohnt schräg agierenden Ermittler aus der

Amtsstube Märzenbach herauszufinden. Und das ist gar nicht leicht, denn es herrscht Revolution, die Badische, wohlgemerkt. Weshalb Revolutionsführer Kater Moog, gespielt von Tobias Fehrenbach, im breitesten Lahrer Dialekt die Massen gegen das System und die Ermittler aufbringt. Seit mittlerweile 20 Jahren produzieren die Schulfreunde Alexander Dupps und Steffen Siefert jetzt schon Krimis, zuerst in Hörspielform, schließlich auch Filme. 48 Produktionen sind es bereits, und da beide voll berufstätig sind – Siefert ist Kriminalpolizist, Dupps arbeitet als Presserefe-

Das Ermittlerduo: Steffen Siefert (links) und Alexander Dupps als Kreidlinger und Bäuerle Foto: Kreidlinger & Bäuerle

rent –, tun sie all das in ihrer Freizeit. Die Rollen besetzen sie mit Freunden und Bekannten und – zur Freude des Publikums – mit Lokalgrößen. Beim »Schutterhai« sind das neben OB Wolfgang G. Müller etwa auch Helmut Dold, Friseurmeister Joachim Bauer und einige andere.

Handgemacht mit Anleihen aus den Sixties Gedreht wurde auch dieser 45Minüter in Schwarzweiß, Styling und Musik erinnern wie immer an die Edgar-WallaceFilme der 1960er-Jahre oder an Serien wie »Stahlnetz« und »Graf Yoster«. Im Hintergrund erklingen Schweineorgel im Farfisa-Sound und Surfgitarre, wie sie für die populäre Musik aus der Zeit typisch sind. »Steffen und ich haben schon seit unserer Teenager-Zeit so eine seltsame Vorliebe für das Analoge und für diesen 60erJahre-Stil«, erzählt Dupps im Gespräch, »und das gilt auch für die Musik«. Für den Soundtrack sorgt Dupps übrigens selbst. Schließlich hat er bis in die frühen 2000er-Jahre in der Lahrer Sixties-BeatBand The Jaded gespielt und so etwas einfach drauf. Dass das Geschehen trotz Sixties-Anmutung während der Badischen Revolution 1848 spielt, verwundert nicht,

denn Siefert und Dupps neh- len Schauplätzen. Letztere men sich bei ihrem Tun jegli- machen dem Lahrer Publiche Freiheit. »Jemand hat uns kum besonderen Spaß. »Da mal eklektizistisch genannt«, entsteht schon eine gewisse erinnert sich Dupps. »Es be- Magie«, ist sich Dupps sicher, gann 1998, beim Jubiläum der »wenn man als Lahrer ein LeBadischen Revolution, da gab ben lang an bestimmten Dines überall Gedenkveranstal- gen, Orten aus dem Alltag tungen, auch in Lahr. Das ha- vorbeiläuft, die plötzlich in so ben wir aufgegriffen und es einem Film hervorgehoben mit unserem Faible für die werden. Das scheint die Zu60er-Jahre vermischt.« Und so schauer zu faszinieren«. werden die Kriminalgeschichten um Kreidlinger und Bäuerle auch stets mit einer Revolutions-ErAlexander Dupps | Kreidlinger &Bäuerle zählung verquickt. Spaß machen die Filme vor allem Was Alexander Dupps und durch die skurrilen Figuren. Steffen Siefert an ihren freien Ganz gleich, ob es die Tagen als Nächstes ausheschlecht sitzende Perücke von cken, bleibt abzuwarten. VorBäuerle ist oder »Criminalrath stellbar wäre auch ein neues Bothor aus dem noblen Carls- Format in Richtung »Aktenzeiruhe«, den Steffen Siefert no- chen XY ungelöst« oder eine torisch näselnd anlegt. Eben- besondere Veranstaltung zum falls zum Schießen: Fräulein diesjährigen 20-jährigen BeNolde, gespielt vom vollbärti- stehen von Kreidlinger & Bäugen Mazze Biegert. Dazu ein erle. Ideen gibt es genügend. immer etwas überspanntes Wer oder was hinter dem Acting und ein Zugang zur mörderischen Schutterhai Suspense, wie man ihn aus steckt, wird hier natürlich billig produzierten US-ameri- nicht verraten. Die Auflösung kanischen B-Pictures kennt. kann man am 29. Mai im Und nicht zuletzt sind da Stiftsschaffneikeller erfahren, noch die sehr sonderbaren denn da wird der aktuelle Fahndungsmethoden der Er- Film noch einmal gezeigt. mittler an ausschließlich lokaTina Thiel

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