KPMG China Newsletter - September 2022

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September 2022 Liebe Leserin, lieber Leser, wie könnte die Debatte um eine drohende Entfremdung zwischen der Volksrepublik und dem Ausland besser symbolisiert werden als durch die Warnung von Chinas Chef-Epidemiologen vor Berührungen mit Ausländern? Dies stand vor Kurzem im China Table zu lesen. Decoupling und Abhängigkeiten von China sind in den letzten Monaten in Europa dominierende Themen, gepaart mit zunehmend schlechter Meinung europäischer Staaten gegenüber China (siehe EU Position Paper 2022). Entsprechend sind die Investitionen aus Europa von ca. 10 Mrd. Euro im Vorjahr relativ zur Größe der Volkswirtschaft sehr gering. Dabei beschränken sich 80% der Investitionen auf 10 Unternehmen (siehe Studie der Rhodium Group). Auch der Rückzug von Opel aus seinen Investitionsabsichten in China sind Zeichen einer sehr defensiven Investitionshaltung. Unter anderem durch die Null-Coronapolitik verlassen mehr und mehr Expats das Land. Daraus resultiert ein Verlust der Chinakompetenz. Diese Entfremdung erschwert es deutschen Unternehmen die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Große Hoffnungen setzt man in China nun auf den 20. Volkskongress der kommunistischen Partei, der am 16. Oktober beginnt. Viele Menschen hoffen, dass infolgedessen die Quarantäneregeln gelockert und mit der neuen Besetzung der politischen Stellen, auch die Stimulierungsmaßnahmen umgesetzt und greifen werden.


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