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MartinsEch

Foto: © privat

Pfarrbrief · Winter 2016 · Advents- und Weihnachtsbräuche

Weihnachten in der Nachkriegszeit  Krippen in unseren Kirchen  Bekanntes und unbekanntes Brauchtum  Übersicht der Weihnachtsgottesdienste  Musikalische Highlights rund ums Fest


Inhalt Weihnachtsbräuche – auch beim Pastor?

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Ein Gruß aus der evangelischen Schwestergemeinde

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„Wenn dein Kind dich morgen fragt …“ Grußwort der Freien evangelischen Gemeinde

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Das Friedenslicht aus Bethlehem – Weihnachten bei den Georgs-Pfadfindern

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Martyrologium zu Weihnachten

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Oh du fröhliche!

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Erinnerungen an Weihnachten in früherer Zeit

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Advents- und Weihnachtsbräuche in Rheinbach-Oberdrees

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Von Sankt Martin bis Dreikönig

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Interview: Faszination Weihnachtsbräuche

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Lebendiger Adventskalender in Hilberath

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Die große Bedeutung des Weihnachtsfestkreises für Pallotti

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Das passt doch prima zu Franziskus

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Pinwand

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Kirchenmusik in St. Martin

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Transeamus usque Bethlehem oder – Die Tradition des Christmettenchores an der Pallottikirche

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Krippenspiel in der Pfarrkirche St. Martin

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Alle Jahre wieder … Spenden für die Rheinbacher Tafel

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War früher alles anders…? – Weihnachten im Kindergarten

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Der Advent – Vier Wochen der Erwartung

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Weihnachtsmandala für Kinder

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Buchtipps aus der Öffentlichen Bücherei St. Martin

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Weihnachten im „Altentreff“ am Lindenplatz

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Die Advents- und Weihnachtszeit in der Pfarrei Kiruhura

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Die Sternsingeraktion 2017 – Gemeinsam für Gottes Schöpfung

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Krippen in Rheinbach und den Ortschaften

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KiGoLo: Heilige im Advent – Türöffner zu Gott

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Gottesdiensttermine zu Weihnachten und Silvester

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Foto: © Detlef Müller

Der heilige Franziskus feiert Weihnachten in Greccio 35


Weihnachtsbräuche – auch beim Pastor? Liebe Schwestern und Brüder in Rheinbach! Vielleicht haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt, wie eigentlich die Advents- und Weihnachtszeit bei unserem Pastor aussieht? Gibt es da auch irgendwelche Bräuche? Was ist in dieser Zeit für ihn prägend? Nun, ich möchte Sie nicht mit der Bemerkung langweilen, dass wir Geistlichen gerade in den sogenannten „geprägten Zeiten“, zu denen auch die Adventszeit gehört, von „Besinnung zu Besinnung hetzen“. Das entspricht zwar sicher oft unserem Empfinden, hat für mich aber wenig mit der Adventszeit, sondern eher mit schlechtem Zeitmanagement zu tun. Aber es gibt ein paar Dinge, die für mich wirklich zur Advents- und Weihnachtszeit dazugehören, die sich bei mir im Lauf der 20 Jahre im priesterlichen Dienst etabliert haben. Und wahrscheinlich werden Sie beim Lesen der folgenden Zeilen zunächst einmal überrascht sein. Für die Adventszeit sind das zwei Dinge, die einfach dazugehören: zum einen – und das gehört schon länger zu meinem Advent – muss am Anfang des Advent eine größere Backaktion stehen. Ja, Sie haben richtig gelesen: ich esse nicht nur gerne Kuchen und Plätzchen, ich backe auch selber. Die guten Hausfrauen und -männer unter Ihnen ahnen sicher, warum die Backaktion am Anfang der Adventszeit stehen muss: es geht um

Pastor Bernhard Dobelke Foto: © Privat

ein Gebäck, dass an Weihnachten nur dann wirklich gut schmeckt, wenn es vorher noch ein paar Wochen Ruhe hatte. Der Advent beginnt für mich unter anderem damit, dass für die ganze Familie Christstollen gebacken wird, nach einem in der Familie inzwischen traditionellen Rezept, das wir entdeckt haben, als mein Bruder und ich noch zu Hause wohnten. Seit dieser Zeit wird der Christstollen bei uns nach diesem Rezept gebacken und zwar „mima“ und „oma“, also einmal mit und einmal ohne Marzipan. Und seit inzwischen über 15 Jahren bin ich in meiner jeweiligen Wohnung für das Backen zuständig. Die zweite Adventsaktion klingt vielleicht auch auf das erste Hören etwas profan: ich fahre einen Tag – am liebsten mit einem guten Freund aus Studienzeiten gemeinsam – nach Münster auf den Weihnachtsmarkt. Sie können sagen: es gibt doch so vie-

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– neben besinnlichen Zeiten, den Advents- und Weihnachtsliedern und Texten im Gottesdienst – einfach in diese Zeit gehören. Und ich bin mir sicher, auch in diesem Jahr wird es das alles wieder geben. Genauso bin ich mir sicher, dass es auch bei Ihnen zu Hause solche Momente gibt, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so viel mit dem christlichen Inhalt der Advents- und Weihnachtszeit zu tun haben, die uns aber wichtig sind und die fehlen, wenn es mal anders sein muss. Auch das ist ein Teil der Vorbereitung auf so ein großes und wichtiges Fest. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich im Namen aller Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Gemeinde St. Martin eine besinnliche Adventszeit, eine gute Vorbereitung auf das Kommen des Herrn in unserer Welt und natürlich frohe und gesegnete Weihnachtstage und einen guten Übergang in das neue Jahr. Ihr Pfr. Bernhard Dobelke

Foto: © Bernd Jürgens, Fotolia.com

le, teilweise auch schöne Weihnachtsmärkte im Rheinland. Das ist sicher richtig, aber zu mir, bzw. zu uns, gehört halt die Fahrt nach Münster. Ein Tag, an dem wir dann auch Zeit haben, um über alles Mögliche zu quatschen und einfach mal nicht erreichbar sind. Und an Weihnachten? Vor allem der 24. Dezember hat bei mir ein inzwischen ziemlich festes Ritual: Der wenige Tage vorher erst gekaufte Weihnachtsbaum wird morgens geschmückt. Dazu ertönt laut die (ältere) CD mit Weihnachtsliedern von den Höhnern. Anschließend wird noch das eine oder andere an Dekoration vorgenommen, bevor der Nachmittag und Abend bis in die Nacht natürlich unter dem Thema „Christmetten“ stehen. Und Geschenke werden – ganz altmodisch – erst am ersten Weihnachtstag nach dem Hochamt ausgepackt. Dann ist nämlich die Familie da, und gemeinsam macht sowas einfach mehr Freude. Liebe Gemeindemitglieder, so sehen ein paar Momente aus, die für mich


Ein Gruß aus der evangelischen Schwestergemeinde

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ch glaube, es war der Großvater mütterlicherseits, der als erster auf die Idee kam: Man muss in die ästhetische Bildung der Jugend investieren. Schließlich sollen die Enkel (also meine Geschwister und ich) lernen, was ein gutes Gemälde ist. An die Wohnzimmerwand gehört Kunst und kein Kitsch, verkündete der Großvater. Also schafften meine Eltern eine Kollektion großformatiger Kunstdrucke an, die im jahreszeitlichen Wechsel in den zugehörigen Bilderrahmen im Esszimmer kamen. Bis heute verbinde ich mit manchen Klasikern der Moderne durchaus lebhafte Kindheitserinnerungen: „Meine Bilder“ sozusagen, die ich später in den diversen Museen wiedertraf. Für Abwechslung war also gesorgt, doch Weihnachten musste es immer das gleiche Bild sein. Es war ein alter holländischer Meister, der uns den Besuch der drei heiligen Könige im Stall vor Augen führte. Und jedes Mal ließ es sich mein Vater nicht nehmen, auf eine Besonderheit dieses Bildes hinzuweisen: Der Künstler hatte in voller Absicht einen historischen Fehler begangen! An der Rückwand des Stalles hing ein Kruzifix, klein und unscheinbar, aber dennoch auf die Bildmitte und das Jesuskind bezogen. Als Jesus geboren wurde, gab es natürlich noch kein Kruzifix, hatte das Kreuz noch keine religiöse Bedeutung. „Geboren, um gekreuzigt zu werden“, erklärte mein Vater: Diesen Jesus kann

Pfarrer Diethard Römheld

Foto: © Privat

man nur vom Kreuz her verstehen. Und abends, zum Schein des Adventskranzes, bei ersten Kostproben der Weihnachtsplätzchen, wurde die alte Legende vorgelesen, dass die Krippe und das Kreuz aus dem selben Holz gefertigt seien, vom gleichen Baum stammten. Die Sache mit dem Kreuz, die Frage, warum Jesus leiden musste und dass das mit uns zu tun hatte, hatten wir Kinder damals noch nicht so ganz verstanden. Aber die Legende verlieh dem eigentlich frohen und lichtglänzenden Fest einen tiefen Ernst. Es blieb ein letztes Schaudern zurück. Kerzenglanz und Lebkuchen, Weihnachtsbaum und Geschenke waren noch nicht das ganze Weihnachtsfest,

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da hing irgendwo immer auch Kreuz im Hintergrund. Es ist wohl Theologenschicksal, dass die Söhne es anders machen müssen als die Väter. Ich habe im Laufe meines Studiums irgendwann entdeckt, dass ich nicht so sehr am Kruzifix im Stall hänge, sondern umgekehrt gerne die Krippe unter das Kreuz gestellt hätte! Ich deute gerne das Kreuz im Licht des Weihnachtsfestes: Gott selber nimmt menschliche Gestalt an, um unser Leben mit uns zu teilen. Er lässt sich in diese Welt hineingebären, um uns auf den Wegen unseres Lebens zu suchen, uns nahezukommen. Gott beugt sich so tief zum Menschen herab, dass er sich nicht einmal für die Geburt im Stall oder den Tod am Kreuz zu schade ist. Das ist die Weihnachtsbot-

schaft, wie ich sie sehe: Weihnachten erzählt von der Nähe Gottes und von der Sehnsucht Gottes nach uns. Die Engel jubeln, weil Gott seinen Thron im Himmel verlässt, um uns Seiner Nähe sicher zu machen! Die Evangelische Kirchengemeinde wünscht ihren Glaubensgeschwistern ein gesegnetes Christfest! Ihr Pfarrer Diethard Römheld

Hinweis: Bei dem erwähnten Bild handelt es sich um die Mitteltafel des Dreikönigsaltars von Rogier van der Weyden, heute Alte Pinakothek München.

„Wenn dein Kind dich morgen fragt …“ (5. Mose 6,20) Grußwort der Freien evangelischen Gemeinde

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dventskalender, Weihnachtsmarkt, Glühwein, Christstollen, Christbaum, Weihnachtsmann, weiße Weihnacht, Weihnachtskrippe, Christvesper, Bescherung, „Last Christmas“ im Radio, „Der kleine Lord“ im Fernsehen, Diät. Alle Jahre wieder dieselbe Leier, so will man meinen. Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Irgendwann im Herbst nimmt das Weihnachtsgeschäft langsam Fahrt auf. Mit Beginn der Adventszeit hat es längst seinen Höhepunkt erreicht.

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Ehe man sich versieht, hat einen der Sog alljährlicher Weihnachtshysterie mitgerissen. Die Weihnachtsmaschinerie ist nicht mehr zu stoppen. Wohin man auch blickt, überall weihnachtet es. Eine Weihnachtsfeier folgt der nächsten. Vorbereitungen und Besorgungen füllen die Adventszeit aus. Je näher der Heilige Abend rückt, desto höher steigt der Stresspegel. Wir wünschen einander eine ruhige und besinnliche Adventszeit, dabei wis-


sen wir schon im Voraus, es wird alles andere, nur nicht ruhig und besinnlich. Hektik und Erwartungsdruck vermiesen uns oft die Weihnachtsfreude. Alle Jahre wieder dieselbe Leier. Warum eigentlich? Warum tun wir uns das an? Muss man Tradition und Brauchtum aufrechterhalten, wenn es am Ende oft im Streit oder in enttäuschten Erwartungen mündet? Ohne Weihnachten und den Stress wäre es doch so viel ruhiger und besinnlicher. Nein, mein Anliegen ist nicht, unsere Weihnachtskultur oder den Weihnachtskommerz zu kritisieren. Diese Stimmen hören wir jedes Jahr zuhauf, auch das gehört zur alljährlichen Leier. Im Gegenteil, Weihnachten lebt von Tradition und Brauchtum, denn darin kleidet sich das Fest. Letztlich kommt es aber auf den Inhalt des Festes an. Im Mittelpunkt steht so eine andere Frage: Warum feiern wir Weihnachten? Noch hat mein dreijähriger Sohn diese Frage nicht gestellt. Aber irgendwann wird sie kommen und ich bin vorbereitet. So in etwa werde ich antworten: An Weihnachten erinnern wir uns an die Geburt Jesu, daran, dass Gott Mensch wurde und in die Welt gekommen ist. So einfach dies auch klingen mag, so enorm wichtig für den persönlichen Glauben ist, was dabei geschieht: Erinnerung. Alle Jahre wieder begehen wir die Adventszeit und feiern Weinachten, um uns in Erinnerung zu rufen, was vor 2000 Jahren in Betlehem geschehen ist. Weihnachten ist ein Erinnerungsfest. Weihnachtliche Traditionen und Bräuche sind Erinnerungsträger. Sie helfen uns,

Pastor Klaus Haubold

Foto: © Privat

den Blick immer wieder neu auf das Kind in der Krippe zu richten. Glaube und Erinnern hängen untrennbar zusammen, weil Gott sich geschichtlich mitteilt, in konkreten Ereignissen, Taten und Begegnungen. So z.B. im Stall von Bethlehem, als er sich in Christus zu uns Menschen heruntergebeugt hat, um uns auf Augenhöhe zu begegnen. Dietrich Bonhoeffer schreibt dazu: „Aus der Erinnerung und Wiederholung lebt Glaube und Gehorsam. Erinnerung wird zur Kraft der Gegenwart, weil es der lebendige Gott ist, der einst für mich gehandelt hat und mich heute dessen vergewissert.“ Im Glauben zu erinnern bedeutet nicht, in der Vergangenheit stecken zu bleiben. Im Gegenteil, Weihnachten betrifft uns hier und heute: „Wir feiern, dass Gott gekommen ist und nun da

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ist, um unter uns zu wohnen (vgl. Joh 1,14). Er ist einer von uns geworden und bleibt einer von uns.“ (Papst Benedikt XVI.) Viele unterschiedliche Weihnachtsbräuche und Traditionen sind im Laufe der Zeit entstanden. Je nach christlicher Konfession oder Region fallen sie ganz unterschiedlich aus. Ob katholisch, evangelisch oder freikirchlich, eines eint uns: Christus, das Kind in der Krippe, das Licht der Welt, Immanuel („Gott ist mit uns“), der Friedensstifter, unsere ­Hoffnung. Nein, Advent und Weihnachten muss keineswegs puristisch sein. Es darf „Bling Bling“ und Glitzer haben, aber auf den Sinn der Bräuche und Traditionen kommt es an. Entscheidend ist nicht sosehr Wie, sondern vielmehr Was erinnert wird. Brauchtum hin, Tradition her, ohne das Kind in der Krippe ergibt die christliche Weihnacht keinen Sinn!

So ist es eine gute Tradition, am Heiligen Abend im Kreise der Familie die biblische Weihnachtsgeschichte vorzulesen, um sich zu erinnern, warum wir das Fest feiern (z.B. Lukas 2,1-20). Wir dürfen uns auch von der jüdischen Festtradition inspirieren lassen, bei der der Hausvater in einem Frage- und Antwortspiel Kinderfragen beantwortet. „Wenn dein Kind dich morgen fragt …“ Warum feiern wir Weihnachten? Was bedeutet Advent? Was symbolisiert der Christstollen? Usw. Alle Jahre wieder dieselbe Leier, und zwar aus gutem Grund, um sich zu erinnern. So wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, eine gesegnete Adventszeit, in Erinnerung an Gott selbst, der Mensch wurde, um uns zu begegnen! Klaus Haubold Pastor der FeG Rheinbach

Foto: © Martin Mahlmeister, Pfarrbriefservice

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Das Friedenslicht aus Bethlehem – Weihnachten bei den Georgs-Pfadfindern

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reiheit und Frieden. Zwei große Worte, die in der großen globalisierten Welt mit all ihren Krisen, ihrer Schnelligkeit und dem Streben nach Wachstum doch noch immer Grundbedürfnisse von Menschen sind. Wir als Pfadfinder kommen nicht umhin uns zu fragen, was Frieden und Freiheit für uns bedeuten. Bei unserem großen Friedenslicht 2015, Zwischenhalt in Köln, Hauptbahnhof Pfingstlager unter dem Foto: © Privat Motto „Ausgezogen, die Freiheit zu finden“ dieses Jahr in Köln war genau dies das finder aus der ganzen Welt setzen jedes Thema. Gut 2500 Pfadfinderinnen und Jahr mit dem Friedenslicht aus BethlePfadfinder aus der Erzdiözese Köln ha- hem ein Zeichen für mehr Toleranz und ben sich ein verlängertes Wochenende Frieden in der Welt. Seit 1986 entzündet für die Freiheit eingesetzt, indem sie jedes Jahr ein Kind am Freitag vor dem in einer fiktiven Spielgeschichte gegen 3. Advent in der Geburtsgrotte in BethUnterdrückung und Überwachung an- lehem eine Kerze. Die kleine Flamme gekämpft haben und dabei hautnah er- der Kerze wird dann von Pfadfindern in leben durften, was es heißt, nicht frei ganz Europa in Aussendunsgottesdienszu sein. Freiheit scheint für die meisten ten verteilt. Das Symbol des Friedenslichts aus von uns selbstverständlich, aber angesichts der vielen Menschen, die nach Bethlehem ist eine brennende Kerze, die Europa in die ­Freiheit fliehen, bleibt die in einer stilisierten Krippe steht. Diese Frage, was wir persönlich für unsere, „Krippe“ kann auch mit dem Kreuz oder aber auch für die Freiheit anderer Men- dem Pfadfinderknoten in Verbindung gebracht werden. Die Kerze wird umrahmt schen tun können. Freiheit ist immer eng mit Frieden von einem Lichtschein, in dem zweimal verbunden. Pfadfinderinnen und Pfad- drei Sterne aufleuchten, die für den drei-

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Im Kölner Dom findet jedes Jahr am 3. Adventssonntag eine Aussendungs­ feier statt, im letzten Jahr unter dem Motto „Türen öffnen – Hoffnung schenken“. Eindrucksvoll wurde dargestellt, welche Türen geöffnet werden müssen, damit das Friedenslicht zu den Menschen gelangen kann. Darüber hinaus wurde davon gesprochen, wie Türen geöffnet werden können, damit ein Lichtstrahl Herzen von Menschen erreichen und ihnen ein wenig Wärme, Mut und Hoffnung geben kann. Dieses Jahr ist die zunehmende Vernetzung unserer Welt Thema. Das Motto lehnt sich an die Sprache in den social

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media an: „Frieden: Gefällt mir. Ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens“. Für den Samstag vor dem 4. Advent laden die Rheinbacher Georgspfadfinder Sie herzlich dazu ein, ihr persönliches Friedenslicht aus Bethlehem im traditionellen Friedenslichtgottesdienst abzuholen. Wie auch schon in den letzten Jahren wird das Friedenslicht von den Pfadfindern in die beiden Altenheime in der Nähe des Kallenturms gebracht und im Anschluss an den Gottesdienst findet die alljährliche Weihnachtsfeier im Kallenturm statt. Bei Pfadfindern darf dabei das Singen am Feuer natürlich nicht fehlen, das ausnahmsweise nicht am ­Lagerfeuer, sondern am Kaminfeuer in der guten Stube unseres Turms stattfindet. Die vorweihnachtliche Adventszeit ist für Rheinbacher Georgs-Pfadfinder auch schlecht vorstellbar ohne den Verkauf von Weihnachtbäumen. Der Erlös kommt wie immer den Sozialeinrichtungen des Georgsring e.V. zugute, der aus den Pfadfindern hervorgegangen ist und die heutigen Pfadfinder in Rheinbach mit Rat und Tat begleitet. Der Weihnachtsbaumverkauf ist wie jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt Rheinbach, der in diesen Jahr von 9. Dezember bis 11. Dezember stattfindet. Heinz-Willi Rivert und die Leiterrunde der Georgspfadfinder

Friedensliicht, Foto: © Marc Urhausen, Pfarrbriefservice

faltigen Gott und für die sogenannten drei Prinzipien der Weltpfadfinderbewegung stehen: Verantwortung gegenüber Gott, gegenüber anderen und der Verantwortung gegenüber sich selbst. Immer wieder geht es darum, in diese Verantwortung hineinzuwachsen und ihr gerecht zu werden.


Martyrologium zu Weihnachten

Foto: © Detlef Müller

Unzählige Jahrhunderte waren vergangen seit Erschaffung der Welt, als Gott im Anfang Himmel und Erde erschuf und den Menschen nach seinem Bilde gestaltete; und etliche weitere Jahrhunderte, seit der Höchste nach der Flut in die Wolken einen Bogen gesetzt hatte als Zeichen des Bundes und des Friedens; von der Auswanderung Abrahams, unseres Vaters im Glauben, aus Ur in Chaldäa im 21. Jahrhundert; vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten unter der Führung des Mose im 13. Jahrhundert; von der Salbung des David zum König etwa im 1000. Jahr; in der 65. Woche nach Daniels Weissagung; in der 194. Olympiade; seit Gründung der Stadt im 752. Jahr; im 42. Jahr der Regierung des Kaisers Octavianus Augustus, als die ganze Welt in Frieden verfasst war; da wird Jesus Christus, ewiger Gott und des ewigen Vaters Sohn, der die Welt durch seine hingebungsvolle Ankunft heiligen wollte, vom Heiligen Geist empfangen, neun Monate nach der Empfängnis in Bethlehem in Juda geboren von der Jungfrau Maria, als Mensch. Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus dem Fleische nach. Ein Martyrologium ist ein Verzeichnis von Märtyrern und anderen Heiligen, meist mit Angabe ihrer Lebensumstände und ihrer Todesart. Das Martyrologium Romanum ist das Verzeichnis aller Heiligen und Seligen der römisch-katholischen Kirche und wurde bis 1583 im Auftrag Papst Gregors XIII. zusammengestellt. Es enthält außerdem Angaben über die Herrenfeste zur liturgischen Verwendung, für den 25. Dezember die Datierung der Geburt Jesu nach verschiedenen Ereignissen der Heilsgeschichte und der profanen Geschichte seit Erschaffung der Welt (hier in der Fassung von 2004). Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Martyrologium#Martyrologium_in_der_Weihnachtsliturgie

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O du fröhliche!

Was mich am meisten fasziniert: dass ich hier in unserer pallottinischen Gemeinschaft in Rheinbach den Heiligen Abend ähnlich vorfand. Das Abendessen ist ein bisschen früher als sonst, so bleibt allen danach ein bisschen Zeit, in sein Zimmer zu gehen, dort vielleicht Erinnerungen aufkommen zu lassen oder Verwandte und Freunde anzurufen.

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Um 20 Uhr treffen wir uns im festlich geschmückten Speisesaal. Die Kerzen am Tannenbaum werfen ein warmes Licht in den Raum, verstärkt durch die Kerzen auf den Tischen. Und dann singen wir auch! Einer der Mitbrüder liest dann das Martyrologium (s.o.) vor und der Rektor der Gemeinschaft hält eine kleine Ansprache. Und dazu gehört der Dank für das Miteinander, der Ausdruck der Hoffnung, die dieses Fest in sich trägt – und nicht zuletzt auch das Gedenken unserer Verstorbenen und der Mitbrüder, die zu uns gehören, aber nicht bei uns wohnen. Was ich besonders mag, ist anschließend die Begegnung mit allen Mitbrüdern: wir stehen auf und gehen von einem zum andern und sagen uns weihnachtliche Grüße – mit einem freundlichen Händedruck oder mit einer herzlichen Umarmung. Dann bleibt Zeit zur Unterhaltung und zwischendrin stimmt man noch ein weihnachtliches Lied an und trinkt seinen Kaffee oder – traditionsgemäß – auch Kakao. So gegen 21 Uhr löst sich dieser Kreis langsam auf, denn bald ist Christmette – und die Aufgaben in Kirche und Haus rufen uns. Ja, man kann wirklich sagen: „O du fröhliche!“ Pater Horst Liedtke SAC

Anbetung Pfarrkirche Hösbach, © Foto: Friedbert Simon, Pfarrbriefservice

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ang, lang ist’s her. Ich erinnere mich gut an das Weihnachten meiner Kindheit und Jugend. Es war schon eine aufregende Sache. Wenn der Heiligabend kam, war es besonders spannend, ob Mutter nicht das eine oder andere Geschenk für mich in ihrem Schrank vergessen hat, denn den hatte ich schon durchspäht. Doch bevor wir die Geschenke bekamen, wurde eine kleine Andacht gehalten. Natürlich wurde gesungen (Mutter war schließlich im Kirchenchor!), aber woran ich mich bis heute sehr gut erinnern kann: mein Bruder (immerhin sieben Jahre älter als ich!) durfte das Weihnachtsevangelium vorlesen. Und: wir beteten. Nichts Großes – wir beteten für unseren Vater, der ja aus dem Krieg nicht wieder zurückgekommen war (seine Plakette fand man 1973 in einem Massengrab bei Kattowitz), und für unsere Verwandten. Und nach dem letzten Lied kam endlich die Bescherung.


Erinnerungen an Weihnachten in früherer Zeit

Krippe der Familie Spittel

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ie Figuren sind nur wenige Zentimeter hoch und federleicht: Maria und Josef, das winzige Christkind in der Krippe, Hirten, Schäfchen und die Heiligen Drei Könige. Sie stammen noch von den Eltern von Heinz Kessel. Der 81-Jährige hat sie aufgehoben, fein säuberlich in Tücher eingewickelt. Dass sie so leicht sind liegt am Material: Pappmaché. „Alles war eben sparsam damals“, sagt er. Darin sind sich Heinz Kessel, seine Ehefrau Hildegard Margarete geborene Küp-

per (76), Hajo Henk (81) und Clemens Spittel (81) einig, wenn sie sich an die Weihnachtszeit ihrer Kindheit erinnern. „Es war alles sehr geheimnisvoll für uns Kinder früher. Heute helfen die Kinder ja dem Christkind. Das kannten wir nicht. Bei uns brachte das Christkind die Geschenke“, blicken sie lächelnd zurück. Je mehr sie beisammen sitzen und erzählen, umso mehr Erinnerungen werden lebendig. Einige davon haben wir aufgeschrieben.

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Clemens Spittel, Hildegard Kessel, Heinz Kessel, Hajo Henk mit der Krippe aus Pappmaché

„Bei der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest durften wir Kinder auch beim Plätzchenbacken helfen. Verschiedene Stechförmchen und die Mühle von der Tante für das Spritzgebäck, waren damals die einzigen Backutensilien“, erinnert sich Hajo Henk. Auch die Aufführungen von Krippenspielen gehörten immer in der Vor-Weihnachtszeit dazu. „Bei den Krippenspielen und Heimatabenden beim Eifelverein war der Saal Streng jedes Mal brechend voll“, wissen sie noch. Für Clemens Spittel ist die Erinnerung an eine solche Aufführung im Oberdreeser Saal Bauerfeind noch sehr lebendig als er dort mit einer Flötengruppe auftrat und eine Ohrfeige

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vom Lehrer die Folge seines „Quatsch­ machens“ war. „Für die Krippen zu Hause haben wir das Moos aus dem Wald geholt. Moossuchen war immer ein schönes Gemeinschaftserlebnis“, erinnert man sich. Die Krippen wurden in der Familie weitergegeben. „Die Weihnachts- oder Christbäume wurden nicht etwa gekauft; sie wurden im Wald geholt“, gibt Clemens Spittel augenzwinkernd zum Besten. Das war natürlich verboten. „Man durfte eigentlich keine Christbäume schlagen. Aber wir gingen trotzdem mit dem Beil in den Wald und schlugen die Bäume, immer in Angst vor dem Förster“, erzählt Hajo


Henk. Geschmückt wurden die Weihnachtsbäume erst, wenn die Kinder zu Bett gegangen waren. Und am Morgen fanden die Kinder die Geschenke unter dem Baum, die das Christkind über Nacht mit seinen Engeln gebracht hatte, wie die Kinder glaubten. Das waren dann meist selbst gestrickte Handschuhe, Schals und dazu passende Mützen oder lange Strümpfe, die am Leibchen festgeknöpft werden mussten. „Dafür wurden alte Pullover aufgeribbelt“, ergänzt Heinz Kessel. Und ein Geschenk hat er bis heute: ein S ­ amthöschen, konkret „en Schlaadebotz“. Standard-Geschenke waren für Mädchen Puppen und für Jungen Schaukelpferd und Trommel. Clemens Spittel hatte in seiner ersten Heimat Niederschlesien ein großes Spielpferd aus Holz, für das es zu Weihnachten ein neues Geschirr zum Einspannen gab. Das schönste Weihnachtsgeschenk bekamen er und sein Bruder im Jahr 1943: ein richtiges I­ sland-Pony.

In Rheinbach war am 5. März 1945 beim letzten großen Fliegerangriff die Pfarrkirche St. Martin bis auf den Kirchturm zerstört worden. „Die ersten Messen wurden nach dem Krieg zwischen März 1945 und März 1946 in der ersten Notkirche bei den Pallottinern gefeiert“, erinnert sich Hajo Henk. In der Pfarrchronik ist zu lesen, wie von Pfarrer Jakob Bertram festgehalten, dass am Weihnachtsmorgen 1945 um halb 6 Uhr eine Christmette gefeiert wurde. „Das Gedränge war schrecklich. Der Kirchenchor sang eine Messe von Gruber“, zitiert Henk. Am zweiten Weihnachtstag habe es nach vielen Jahren wieder ein Weihnachtsfest außerhalb der Kirche gegeben, für das der Vikar Johannes Rosendahl mit der Jugend ein Krippenspiel eingeübt habe. Eine Sammlung zugunsten der neuen Kirche habe 2.000 Reichsmark erzielt. Text und Fotos: Gerda Saxler-Schmidt

Krippenfiguren aus Pappmaché der Familie Spittel

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Advents- und Weihnachtsbräuche in Rheinbach-Oberdrees

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n den 60ern und bis Anfang der 70er Jahre war es in Oberdrees über viele Jahre Brauch, dass der damalige Küster und Organist Ignaz Schweinheim zusammen mit den Messdienern Ende November in den Forst Schornbusch fuhr, um dort Moos für die Weihnachtskrippe der Oberdreeser Pfarrkirche St. Ägidius zu sammeln. Ein besonders ergiebiger Bereich war ein Graben, der sich dort stellenweise so tief in den Waldboden eingegraben hatte, dass selbst die ältesten Messdiener, wenn sie auf der Sohle standen, nicht über den Grabenrand hinaus schauen konnten. An den Böschungswänden hingen besonders große Moosteppiche herunter, die äußerst begehrt waren, da man mit ihnen eine große Fläche auslegen konnte. Das gesammelte Moos wurde dann in mitgebrachte Holzkisten geschichtet, wobei darauf zu achten war, dass immer eine grüne Seite beziehungsweise die Erdseiten gegeneinander

lagen, damit die feuchte Erde nicht alles beschmutzte. Am späten Nachmittag ging es dann mit dem mit Kisten und Messdienern voll beladenen VW Käfer des Küsters zurück nach Oberdrees. Das gesammelte Moos wurde zum Trocknen im Heizungskeller der Kirche zwischengelagert. Circa zwei Wochen vor Weihnachten wurde dann die große Weihnachtskrippe vom Küster und der ehrenamtlichen Mithilfe einiger Kirchenchormitglieder Johannes Moers, Hubert Ulrich und Peter Sieberg vor dem Josefaltar im rechten Seitenschiff der Kirche aufgebaut. Voller Stolz durften dann die Messdiener die Krippenlandschaft mit ihrem gesammelten Moos auslegen und in der Christmette am Heiligen Abend erstrahlte dann die Krippe im Weihnachtsglanz. Der im Text erwähnte Graben im Schornbusch fließt übrigens in seinem weiteren Verlauf als Landgraben durch Oberdrees. Reinhard Schweinheim, Oberdrees

Foto: © M. Schuppich – Fotolia.com

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Von Sankt Martin bis Dreikönig Vortrag der kfd und Bücherei

Foto: © stmartbux1_24annettezoepf, Kindermissionswerk, Pfarrbriefservice

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eit wann gibt es den Adventskranz? Warum werfen Jungfrauen am An­ dreastag Ringe aus Apfelschalen über die linke Schulter? Und wann gibt es Kohlen statt Süßigkeiten in den Schuhen? Nur drei Fragen von vielen rund um die Zeit zwischen Sankt Martin und Dreikönig, die jetzt bei einem interessanten Vortrag im Rheinbacher Pfarrzentrum beantwortet wurden – organisiert von der katholischen Frauengemeinschaft kfd und der Katholischen Öffentlichen Bücherei. Unterhaltsam erklärte Referentin Petra Lentes-Meyer etwa, dass Ostern ­ das deutlich ältere Hochfest ist und dass erst im Jahr 354 Papst Liberius festgelegt hat, dass am 25. Dezember Weihnachten gefeiert wird – am bisherigen Fest des Sol Invictus, des unbesiegten Sonnengottes. Und vor dem Fest gab es dann seit einer Verordnung von Bischof Perpetuus von Tours im fünften Jahrhundert eine sechswöchige Fastenzeit ab Sankt Martin. Erst das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert beschränkte die Zeit auf vier Adventssonntage. Oder der Adventskranz, den viele für eine uralte Tradition halten. Dabei wurde er erst 1833 vom evangelischen Geistlichen Johann Hinrich Wichern erfunden, als er mit schwer erziehbaren Jugendlichen jeden Abend bis Weihnachten eine kleine besinnliche  Andacht  feierte. Erst nach dem ersten Weltkrieg wurde er wei-

ter verbreitet in Deutschland; im Kölner Dom gibt es erst seit den 1950er Jahren einen Adventskranz. Anders als etwa Barbara, Lucia oder gar Nikolaus ist der heilige Andreas nur wenigen bekannt als „Adventsheiliger“: Der Andreastag am 30. November ist ein Schwellentag zum Advent, an dem insbesondere um eine gute Ehe gebetet wird. Kunsthistorikerin Petra Lentes-Meyer erzählte den etwa 35 Zuhörerinnen und Zuhörern von einem alten rheinischen Brauch, nach dem heiratswillige Jungfrauen in der Nacht zum Andreastag einen ganzen Apfel in einem Stück schälen und dann die Schale über die linke Schulter nach hinten werfen. Die Form, in der die Schale dabei liegenbleibt, soll auf den Anfangsbuchstaben des Vornamen des Zukünftigen hin­weisen. Die Referentin erzählte auch von der heiligen Barbara mit ihrem Feiertag am 4. Dezember – bekannt etwa als Patro­ nin der Bergleute, der Artillerie, der Feuerwerker und vor allem durch den Brauch des Barbarazweigs, der dann Weihnachten blühen soll. Was aber nur wenige kennen: Im Rheinland gibt es auch den Brauch, dass Barbara die Süßigkeiten in die Schuhe legt – aber nur in die sauberen Schuhe der braven Kinder. In dreckige Schuhe und in die Schuhe der Kinder, die sich nicht waschen, legt sie ein Stück „Klütten“, also Koh-

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le. Neben die Schuhe legen die Kinder übrigens ramponierte Puppen, die das Christkind dann Weihnachten repariert wiederbringt. Petra Lentes-Meyer hat noch viele solcher Geschichten auf Lager – ob es um Kinderbischöfe geht, um Lebkuchen, den Tannenbaum oder um den heiligen Nikolaus, der drei Jungen aus einem Pökelfass rettet. Ob es um Hans Muff geht oder um Möhren und Heu, die man vor die Tür legt, um die Pferde des Nikolaus anzulocken. Ob es um die Herkunft der Adventskalender geht oder um Christstollen, die angeblich an das gewickelte Kind in der Krippe erinnern. Petra Lentes-Meyer berichtete auch vom Kölner Hänneschen-Theater, in dem Krippenspiele die ersten Stücke waren, bei denen es zur besseren Unterhaltung aber auch schon mal Prügel gab an der Krippe. Und natürlich dürfen im

Kölner Umland auch die Heiligen Drei Könige nicht fehlen: Hier erzählte die Referentin vom Dreikönigkuchen mit eingebackener Bohne: Wer die findet, ist der Bohnenkönig. Dabei gibt es auch Bohnenbälle von Karnevalsgesellschaf­ ten am Dreikönigstag, wo dann im Kuchen eine dunkle und eine helle ­ Bohne ­ eingebacken sind – für König und ­Königin, die dann an dem Abend zusammen tanzen und einen ausgeben müssen. Das Brauchtum von Sankt Martin bis Dreikönig – eine schier unerschöpfliche Quelle für wunderbare, wundersame oder einfach nur wunderliche Geschichten. Und warum es sich immer wieder von neuem lohnt, sich damit zu beschäftigen – das erklärt Petra Lentes-Meyer im folgenden Interview. Gottfried Bohl

Faszination Weihnachtsbräuche Interview mit Petra Lentes-Meyer  Frau Lentes-Meyer, was ist für Sie faszinierend am Brauchtum? Warum sollten wir uns heute noch damit beschäftigen? Ich denke, vor allem weil es oft den Dingen noch einen anderen und tieferen Sinn gibt. Wir lernen, warum wir an bestimmten Tagen bestimmte Sachen tun, und viele interessante Bräuche können das Leben einfach auch schöner machen.

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Was ist für sie der schönste Brauch rund um Weihnachten? Es gibt so viel schönes und geballtes Brauchtum in dieser Zeit, aber das schönste sind für mich die vielen wunderbaren Krippen, die ich auf meinen Krippentouren immer wieder neu entdecke. Diese lassen einen oft die altbekannte Geschichte rund um die Geburt Jesu immer wieder neu entdecken. Und es gibt so viele wunderbare Krippenbau-


Petra Lentes-Meyer Foto: © Privat

er, die ihre eigenen spannenden Lebensgeschichten mit der von ihnen entwickelten Krippe verwoben haben. Und noch etwas fasziniert mich immer wieder: dass Krippen tolle Orte der Begegnung sind, an denen die Menschen zusammenstehen und ins Gespräch kommen – auch wildfremde Menschen.  Sollten Kinder heute noch etwas erfahren von Brauchtum und Legenden – in einer Zeit, in der doch alles nüchtern-wissenschaftlich erklärt werden soll? Auf jeden Fall! In vielen Legenden steckt ja zumindest ein wahrer Kern. Und das macht doch auch die Tage besonders. Wie langweilig wäre es doch, wenn jeder Tag genau wie der andere wäre. Und noch was finde ich heute ganz wichtig: Hinter vielen Legenden und Heiligengeschichten steckt ja auch ein gewisser Vorbildcharakter, der aktueller ist als je zuvor. Denken Sie etwa an den heiligen Martin und den heiligen Bischof Nikolaus, die ja insbesondere für das Teilen stehen und für die Solidarität mit den Ärmsten. Aber es sind ja nur noch die wenigsten Kinder Christen. Immer mehr Muslime und Ungetaufte sind in den Kindergärten und Schulen. Manche reagieren darauf, indem sie statt Sankt Martin

ein Lichterfest oder Sonne-Mond-undSterne-Fest feiern – oder statt Weihnachten ein Winterfest, statt Ostern ein Frühlingsfest. Ist das aus Ihrer Sicht die richtige Antwort? Nein, denn wir berauben uns damit eines wichtigen Teils unserer Kultur und Tradition – und das völlig unnötig, wie ich finde. Wenn ich in ein fremdes Land komme, will und muss ich doch auch die dort herrschende Kultur, Tradition und Religion kennenlernen – ganz egal, wie ich dazu stehe und wie meine religiöse Überzeugung aussieht. So geht es uns, wenn wir woanders hinkommen, und so geht es nach meiner Erfahrung auch den meisten Menschen, die zu uns kommen. Und wenn ich etwa an die vielen Krippentouren denke, die ich mit Schulklassen mache: Da erlebe ich oft, dass gerade muslimische Kinder sich besonders gut auskennen mit der Weihnachtsgeschichte und den Heiligen Drei Königen. Und auch die gar nicht religiösen Kinder finden die Geschichten in der Regel sehr interessant und spannend. Interview: Gottfried Bohl

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Lebendiger Adventskalender in Hilberath

Illustration: © Sarah Frank, Pfarrbriefservice

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ereits zum 11. Mal wird in Rheinbach-Hilberath zu einem „Lebendigen Adventskalender“ eingeladen. Die­se Einladung ist ein Angebot für alle Menschen in Hilberath, sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Insgesamt finden sich bis zu 23 Familien und auch Einzelpersonen bereit, in der Zeit vom 1. bis zum 23. Dezember vor ihrem Haus eine kleine Adventsfeier zu gestalten. Dazu werden Fenster oder Türen individuell dekoriert. Die Feiern dauern meistens eine bis eineinhalb Stunden. Ihre Inhalte sind frei gestaltbar. Meist wird zuerst eine kleine Geschichte oder ein Gedicht vorgetragen; auch können

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Lieder gesungen werden. Dazu gibt es Kinderpunsch, Glühwein, Plätzchen oder sonstige Leckereien. Familien mit Kindern fühlen sich naturgemäß besonders angesprochen, aber auch ältere und einsame Menschen sollten sich trauen, zum Öffnen der Fenster und Türen zu kommen und an der ganz besonderen Stimmung teilzuhaben. Wichtig ist, dass jeder eingeladen ist. Dabei spielt die Zugehörigkeit zu Kirchengemeinschaften oder sonstigen Gemeinschaften keine Rolle. Der 24. Dezember ist dann natürlich den Feiern der Glaubensgemeinschaften vorbehalten. Richard Tenorth


Die große Bedeutung des Weihnachtsfestkreises für Pallotti Nach Josef Frank, Vinzenz Pallotti, Gründer des Werkes vom Katholischen Apostolat, Bd. I und II., Pallotti-Verlag, Friedberg bei Augsburg, 1952

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ür den heiligen Vinzenz Pallotti war der Weihnachtsfestkreis eins der wichtigsten Feste im Jahr. Die Adventszeit war für ihn eine große Zeit des Fastens in der Vorbereitung auf das Fest der Ankunft des Herrn. Das Epiphaniefest, das Fest der Erscheinung des Herrn oder auch das Fest Heilige Drei Könige, war für Pallotti „eines der anziehendsten Geheimnisse unseres Glaubens“. Bereits im ersten Jahr des Bestehens seiner Gründung, der Vereinigung des Katholischen Apostolates, kurz Unio genannt, feierte er es in Rom im Januar 1836. Zu damaliger Zeit war es in Rom Brauch, eine Puppe, die das Jesuskind darstellte, zur Verehrung zu berühren und zu küssen. Auch Pallotti ließ eine solche Puppe herstellen, die er den Leuten zum Kuss darreichte. Außerhalb der Dreikönigsfeier stellte er dieses Jesuskind in der Kirche San Salvatore in Onda auf, wo es auch heute noch seinen Platz hat. In grandiosen Feiern in der Kirche Sant’ Andrea della Valle, die mehrere tausend Menschen fasst, brachte er zum Ausdruck, was ihm am Herzen lag und wofür er die Menschen gewinnen wollte, nämlich dass sie Gott die Ehre geben und

ihn anbeten sowie dass sie an der Sendung der Kirche mitwirken. Einen unvergesslichen Höhepunkt bildeten die Epiphanie-Feiern von 1847 und 1848, die Papst Pius IX. mit seiner Gegenwart beehrte. Groß war die Überraschung und die Freude der Gläubigen, als der Papst in der Kirche erschien und die Kanzel bestieg. Auf sein Zeichen, dass er sprechen wolle, trat unter den achtbis zehntausend Versammelten eine atemlose Stille ein. Auch heute ist es für die gesamte Unio in der Nachfolge Pallottis ein großes Anliegen, jedes Jahr neu an die Krippe zu gehen und den Herrn zu verehren und anzubeten. Seit einigen Jahren feiern wir auch hier in Rheinbach jedes Jahr das Fest der Erscheinung des Herrn mit einem Triduum. Zum bevorstehenden Dreikönigsfest laden wir, die Uniogruppe in Rheinbach, wieder zu einem Epiphanie-Triduum ein unter dem Thema: Weihnachten. n Samstag, 7. Januar 2017: Der Abstieg Gottes n Sonntag, 8. Januar 2017: Der Aufstieg des Menschen

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n Montag, 9. Januar 2017: Die Veränderung der Welt Die Wortgottesdienste finden ­jeweils um 19.00 Uhr in der Pallottikirche statt. Außerdem ist es auch schon guter Brauch, dass wir in der Adventszeit drei Frühschichten in Vorbereitung auf das Fest der Ankunft des Herrn halten. In diesem Jahr stehen die Frühschichten unter dem Thema: sehnsuchtsvoll leben.

n Mittwoch, 30. November 2016: Die Sehnsucht wahrnehmen n Mittwoch, 07. Dezember 2016: Die Sehnsucht erkennen und Antwort geben n Mittwoch, 14. Dezember 2016: Der Sehnsucht folgen Zu den Frühschichten treffen wir uns jeweils um 7.00 Uhr in der Pallottikirche. Wir würden uns freuen, Sie bei diesen Gottesdiensten, zu denen wir herzlich einladen, begrüßen zu dürfen. Ursula Knoch UAC

Das passt doch prima zu Franziskus Wie die Rheinbacher Krippe entstand und was sie mit dem Papst zu tun hat

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ch habe ein Attentat auf Sie vor!“ Mit diesen Worten fiel Pater Rüdiger Kiefer sozusagen direkt ins Haus, als er im August 1993 bei Margarete Hardenberg klingelte. Die alte Krippe in der Martinskirche mit ihren Wachsfiguren habe inzwischen so sehr gelitten, dass dringend eine neue her müsse. Und er habe gehört, sie könne vielleicht neue Figuren bauen. „Erst viel, viel später habe ich erfahren, dass mein Sohn ihm von unserer selbstgebastelten Krippe zu Hause erzählt hatte“, schmunzelt Margarete Hardenberg bei der Erinnerung an den Beginn vor inzwischen mehr als

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23 Jahren. Aber die Figuren zu Hause waren natürlich sehr viel kleiner als solche, die man für eine Krippe in der Kirche braucht. Mindestens 70 cm groß sollten die sein, hieß es bei der Sitzung des Pfarrgemeinderats, zu der sie eingeladen wurde. Und natürlich wäre es schön, wenn bis Weihnachten schon „die wichtigsten Figuren“ da wären. „Na ja, man hat es mir nach dem Gespräch offenbar zugetraut“, erinnert sich die heute 94-Jährige: „Wobei keiner wusste, wieviel Arbeit in so einer großen Figur steckt, ich auch nicht.“ So hat sie dann im September angefangen;


Margarete Hardenberg vor der Krippe der Sankt Martinskirche in Rheinbach

und kurz vor dem Fest waren tatsächlich die ersten elf fertig. Kein Fußballteam, sondern Maria, Josef, das Jesuskind, der Engel, vier Hirten und drei Könige. „Bis ein oder zwei Uhr nachts habe ich oft gebastelt und genäht. Ich wollte ja was vorzeigen können.“ Und zum Glück hatte sie auch noch ein paar fleißige Helfer. Gut eine Woche brauchte sie im Schnitt für eine der beweglichen Figuren mit den oft sehr filigranen Details und dem komplizierten Innenleben. Das besteht unter anderem aus einem ganz speziellen holzhaltigen Modelliermehl, Leim, Holz, Watte und Stoff – und aus einem Drahtgestell („Kupferdraht – sonst hält es nicht!“) mit Schrauben, das dafür sorgt, dass die Figuren immer

Foto: © Privat

wieder in anderen Posen stehen, sitzen oder auch knien können. Die Beweglichkeit macht die Krippenfiguren aber auch empfindlicher, ergänzt Margarete Hardenberg. So sei sie eines Morgens in die Kirche gerufen worden, „weil alle Figuren die Köpfe hängen ließen. Und der heilige Josef war sogar mit dem Kopf auf die Krippe geknallt und hatte ein großes Loch in der Nase!“. Aber zum Glück lässt sich das auch reparieren mit Hilfe der Modelliermasse. Und ansonsten müssen die Schrauben einfach regelmäßig überprüft und nachgezogen werden. Im zweiten Jahr kamen dann 13 weitere Figuren hinzu; und dabei waren auch die ersten ganz speziellen Exem­

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plare, die den besonderen Charakter dieser Krippe ausmachen: „Von Beginn an hatte ich die Idee, die Ärmsten aus aller Welt rund um das Jesuskind zu versammeln. Denn der Engel von Bethlehem ist ja auch nicht den Reichen in den Palästen erschienen, sondern den Ärmsten auf den Feldern.“ Und so versammelt sich Jahr für Jahr an der Rheinbacher Krippe eine bunte Schar von Menschen in Not: ein IndioPaar mit Kind, eine afrikanische Mutter mit zwei Kindern, die sich aus dem Bürgerkrieg in Ruanda retten konnten, brasilianische Straßenkinder, eine Inderin mit Kind, eine Reisarbeiterin mit ihrem Sohn aus Südostasien und eine Großmutter mit ihrem verwundeten Enkel aus dem Bosnien-Krieg. „Aber auch unsere Gesellschaft in Europa hat ihre Menschen am Rand. Daher gibt es auch einen obdachlosen Bettler und zwei arbeitslose Jugendliche“, ergänzt die Krippenbauerin: „Das passt doch auch prima zu Papst Franziskus, obwohl ich das damals natürlich noch nicht ahnen konnte.“ Am schwierigsten zu modellieren sind übrigens die Kinderfiguren, die noch mehr Fummelei und Feinarbeit bedeuten als die großen. Unter diesen sticht eine weitere Figur hervor, die es wohl an keiner oder kaum einer anderen Krippe in Deutschland gibt: Vinzenz Pallotti, der seit 1997 immer zu seinem Gedenk- und Todestag am 22. Januar an die Krippe kommt. Ein Wunsch von Pater Leo Wisz­niewsky, und die Pallottiner haben ja auch rund 40 Jahre lang die Pfarrei geleitet. Neben den Menschen gehören natürlich auch ganz viele Tiere zur Krippe:

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Nach und nach kamen die Schafe zu den Hirten, danach Ochs und Esel und 2000 ein Dromedar, die größte aller Figuren. „Dafür habe ich fast den gesamten Herbst gebraucht“, erzählt die Künstlerin: „Alleine das große Drahtgestell war schon eine Herausforderung.“ Das Dromedar war übrigens ein Wunsch mehrerer Kinder – genau wie die letzte bisher entstandene Figur: der Hirtenhund von 2012. „Eigentlich wollte ich den erst gar nicht machen“, räumt Margarete Hardenberg ein. „Aber als ich dann kurz danach einen kleinen Jungen sah, der mit strahlenden Augen an der Krippe stand und minutenlang den Hund streichelte, wusste ich, es war doch gut.“ Die Krippe besteht aber nicht nur aus den Figuren. Wichtige Bestandteile sind daneben der Stall und die Hintergrundbilder. Bis 2001 war das eine wüstenartige Landschaft nach Vorbildern aus dem Heiligen Land. Dann kam der Wunsch nach einer rheinischen Fachwerk-Kulisse mit einem Blick in die Felder der Voreifel: „Von September bis November habe ich auf der überdachten Terrasse gemalt“, erinnert sich die Krippenbauerin: „Und für den Himmel musste ich mit meinen 79 Jahren auch noch auf die Leiter steigen. Aber es ist ja alles gutgegangen.“ Von Anfang an gibt es zum Glück fleißige Helfer, die den Unterbau und die Krippenlandschaft aufbauen, betont Margarete Hardenberg. Alle kann sie nicht aufzählen, und „es soll jetzt bitte keiner böse sein, wenn er nicht genannt wird“. Unter anderem gehörten und gehören dazu die Familien Dorenkamp, Maier, Welter, Döing, Kokott, Schwarz,


Bienentreu, Steiger, Spittel, Glaser, Gerhards und Rössler: „Dabei haben zum Beispiel Frau Dorenkamp und Frau Maier immer die Feinheiten der Landschaft hergestellt“, erinnert die Krippenbauerin an die ersten Jahre: „Für die FachwerkKulissen hatte Herr Dorenkamp einen Fachwerkstall gebaut, der jahrelang Mittelpunkt der Krippe war.“ Später haben Familie ­Döing und danach Familie Steiger die Gestaltung der Landschaft und Frau Steiger zuletzt die Aufstellung der ­Figuren übernommen, berichtet Margarete Hardenberg: „Mir fällt das doch zunehmend schwer, aber ich bin natürlich immer gerne dabei!“

Der Lohn der Mühe? Dazu gehört zum einen sicher die Freude daran, diese nicht alltägliche Krippe Jahr für Jahr mitgestalten zu können und dabei den einen oder anderen Akzent zu setzen. Zum anderen sind da die strahlenden Augen der kleinen und nicht mehr ganz so kleinen Kinder, die sich manchmal kaum lösen können. Und dann gibt‘s noch Erlebnisse wie dieses: „Da war ein Kind an der Krippe mit seiner Mutter, die sich aber die ganze Zeit mit einer Bekannten unterhält, bis das Kind sagt: Mama, du musst jetzt ruhig sein, das Jesuskind schläft doch!“ Gottfried Bohl

r 2017, den 8. Janua g, ta n n so en m Kripp e Führung 16:00 Uhr ein b a es bt gi heinbacher Klein an der R d n u ß ro G r fü Texten it Musik und Krippe – m

A Krippe der Sankt Martinskirche in Rheinbach, Foto: © Privat

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Pfarrei St. Martin, Rheinbach n feiern Ökumene

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. on in Gang gesetzt Luther die Reformati tin ar M t ha en ein hr am Vor 500 Ja ern deshalb gemeins tholische Christen fei ka d un e ch lis ge an Ev Christusjahr. jetzt fest: Region stehen schon die r fü ine rm Te e tig hen DiözeZwei wich en großen ökumenisc ein ln Kö in es rd wi z Am 1. Juli 2017 n. tzung aus Taizé gebe oße Festversantag mit Unterstü 2017, gibt es eine gr r be to Ok . 31 g, sta lez Am Reformation g und Voreifel im Te Bonn-Bad Godesber n gio Re die r fü ng anstaltu tsrates kom-Dome in Bonn. rsitzender des Dekana Lorenz Dierschke, Vo

Kaffeeklatsch für Damen der kfd Die legendäre Karnevalssitzung am Samstag, 11. Februar 2017, ab 14:00 Uhr im “Kurzentrum am Pelleplätzche” (Pfarrzentrum) Karten ab sofort bei den kfd-Mitarbeiterinnen Restkarten u.a. bei Brigitte Ezelius-Hentzschel unter 02226/13609

30 Jahre Gemei ndepartnerschaft mit Ki ruhura

… im kommende n Jahr 2017: Aus diesem Grun d erwarten wir im Juni Besu ch aus Ruanda. Eingeladen sind der Pfarrer, Abbé David Reki vuge, und der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Albert Ruhakana. Voraussichtlich werden sie mit uns Fronleichna m und vor allen Dingen den Partn erschaftssonntag am 18.6. feie rn.

Pfadfinder

r Pfadihnachtsbaumverkauf de 9. bis 11. Dezember: We cher Weihnachtmarkt. finder auf dem Rheinba gen r an die Sozialeinrichtun Der Erlös geht wie imme rge rvo r aus den Pfadfindern he des Georgsring e.V., de bach die Pfadfinder in Rhein gangen ist und bis heute t. mit Rat und Tat begleite Rhein17:30 Uhr, St. Martin Samstag 17. Dezember, Bethledem Friedenslicht aus bach: Gottesdienst mit n Georgspfadfindern hem, vorbereitet von de

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Pfarrei St. Martin, Rheinbach Mitmachen bei de r Sternsinger-Aktio n in Oberdrees

STERNSINGEN IN DEN DÖRFERN Außerhalb der Kernstadt gibt es noch keine festen Termine für die Sternsingeraktion. Diese wird oft auch sehr spontan organisiert und im Dorf abgesprochen. Bitte beachten Sie deshalb vor allem die Aushänge an den Kirchen Kaplan Ulrich Eßer 

Caspar, Melchior, Balthasar und Sternenträger werd en auch in Oberdrees wieder unterwegs sein. Wer bei der Sternsin ger-Aktion in Oberdrees mitm achen möchte, ob als Sternsinger oder Begleiter, kann sich wenden an: Resi Blessin E-Mail reblessin@ web.de oder donnerstags 17–1 9 Uhr im Kontaktbüro Oberd reeser Str. 30, Tel. 0 22 26/21 24 .

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Sternsinger Gesuch

liche zwischen Kinder und Jugend Wir suchen noch t dabei zu sein die Lust haben, mi 6 und 15 Jahren, rnstadt! der Rheinbacher Ke beim Sternsingen in ar 2017. nu Ja 4. n dem 2. und Wir laufen zwische achen! lieder können mitm Auch Nicht-KjG-Mitg bach.de ein -rh n unter: www.kjg Mehr Informatione

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it der KjG Rheinbac

© Foto: A. Bruno, Fotolia.com

Erste Ferienfreize

17 (22. bis 29. der Herbstferien 20 In der ersten Woche unsere erste Fer für Kinder ab 10 Oktober) bieten wi Gemeinde) an. (Katholische junge rienfreizeit der KjG s Haus Warvon Hamburg in da he Nä die in ht ge Es rden unter anrwisch.de). Wir we wisch (www.hauswa en, eine Hafenwunderland besuch derem das Miniatur d vieles mehr. eine Stadtrallye un rundfahrt machen, fern man sich 275 Euro kosten, so Das Ganze soll ca. d genauere Int. Anmeldungen un rechtzeitig anmelde unter: formationen gibt es n unter: Mehr Informatione .de/anmeldungen ch ba ein www.kjg-rh

Feier für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter … am 6. 1. 2017, Beginn um 19:00 Uhr mit der heiligen Messe. Anschließend Grünkohl-Essen im Pfarrzentrum.  Um Anmeldung wird ge­ beten bis zum 16. 12. 2016 im Pastoralbüro.

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Kirchenmusik in St. Martin Liebe Gemeindemitglieder, serer Gemeinde bringen der Kinderchor, der Chor der Pfarrei und der Kammerchor St. Martin kleine Werke zu Gehör, von der protestantischen Gemeinde werden der Posaunenchor, der Kirchenchor und die Kantorei für ältere Stimmen einen kleinen Beitrag leisten. Es wird sicherlich eine wunderschöne und interessante Stunde der Kirchenmusik, zu der alle sangesfreudigen Gemeindemitglieder sehr herzlich eingeladen sind. Gestatten Sie mir eine weitere Vorausschau: Am 08. 01. 2017 begehen wir unseren Krippensonntag mit einem kleinen Konzert um 16:00 Uhr. Der Kammerchor singt Weihnachtskompositionen von Walton, den Kings Singers, u. a. Weiterhin werden Werke für Trompete und Orgel sowie Flötenkompositionen zu hören sein. Eine zweite musikalische Veranstal­ tung nach Weihnachten, auf die ich auch jetzt schon einmal aufmerksam machen möchte, ist das Kinderkonzert am 19. 02. 2017, um 16:00 Uhr: “Die Arche Noah“ für Sprecher und Orgel, mit Musik von Johann Sebastian Bach. Ihnen allen wünsche ich eine besinnliche Adventszeit und ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Ihre Christiane Goeke-Goos Seelsorgebereichsmusikerin in Rheinbach

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Foto: © Victoria P., Fotolia.com

am 1. Weihnachtstag singt der Chor der Pfarrei erstmalig die „Passauer Pastoralmesse“ von Gerhard Merkl (ehemaliger Domkapellmeister von Passau). Diese Messe ist nur im Dom zu Passau und nun auch in Rheinbach zu hören und wurde für 4-stimmigen Chor, 4 Solisten und großes Orchester (Streicher, Trompeten, Hörner, Fagotte, Oboen, Flöte, Pauke und Orgel) komponiert. Wir können stolz sein, dass wir die Aufführungsrechte für St. Martin erwerben konnten. Diese „leicht ausführbare, fröhliche und aus dem Herzen musizierte Hirtenmusik“ hat einen volkstümlichen Charakter und ist geprägt von leicht fassbaren, meist kurzen und eingängigen Motiven. Gerhard Merkl hat zudem Melodie-Zitate bekannter und beliebter Weihnachtslieder in die Komposition eingearbeitet. Eine schöne Messe, die Musiker und Zuhörer gleichermaßen erfreuen wird. Am Sonntag „Gaudete“ (11. 12.) findet um 17:00 Uhr nach längerer Zeit wieder das Ökumenische Adventssingen in St. Martin statt. Unterschiedliche Gruppen aus beiden Gemeinden werden versuchen, das Singen mit einigen zusätzlichen Werken zu bereichern. Aus un-


Transeamus usque Bethlehem oder – Die Tradition des Christmettenchores an der Pallottikirche

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ls ich zu Beginn des Schuljahres 1994/1995 den Schulchor am Vinzenz-Pallotti-Kolleg (VPK) übernahm, „ver­erbte“ mir mein Vorgänger im Amt des Chorleiters, Pater Wilhelm Mörchen, unter anderem auch die musikalische Mitgestaltung der Christmette in der Pallottikirche. Waren es unter Pater Mörchens Leitung nur wenige Mütter ehemaliger Schüler, die den Schulchor verstärkten, fanden sich bald eine Reihe von sangesfreudigen Eltern und Freunden des VPK, die sich als „Christmettenchor“ am dritten Mittwoch im November eines jeden Jahres zur ersten Probe im Musiksaal des VPK trafen und bis zum Heiligen Abend jeweils mittwochs vierstimmige Lied­ sätze für gemischten Chor einstudierten – an diesem Probenmodus hat sich bis heute nichts geändert. Anfangs versorgte Pater Mörchen mich regelmäßig mit eigenen Chorsätzen, im Laufe der Jahre aber gingen wir über zu Stücken aus der Feder unterschiedlicher Komponisten verschiedener Epochen, von der Barockzeit bis zur Moderne, von Bach bis Stockmeier. In den beiden vergangenen Jahren haben wir zu Ehren des im Oktober 2014 verstorbenen Pater Mörchen noch einmal ausschließlich Liedsätze in der Christmette zu Gehör gebracht, die er geschrieben hatte. Am Heiligen Abend ist das Procedere seit Jahren gleich: Andreas Wiedemann probt mit den Bläsern der Bigband in der

Krippe in der Pallottikirche

Foto: © Privat

Aula bis 21:15 Uhr; hierbei werden die Mitglieder des aktuellen Orchesters unterstützt durch „Ehemalige“ des VPK wie des Sankt Joseph-Gymnasiums. Während das Orchester danach auf der Empore für die zu dieser Zeit schon zahlreich anwesenden Gottesdienstbesucher Weihnachtsliedsätze zur Einstimmung in die „Heilige Nacht“ spielt, singt sich der Christmettenchor in der Aula ein. Wie beim Orchester stoßen auch zum Chor alljährlich frühere Schülerinnen und Schüler an diesem Abend dazu. Vor Beginn der Christmette um 22 Uhr singt der Chor dann das „Trans­ eamus usque Bethlehem“.

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1998 nahm ich erstmals dieses Stück ins Programm, das in Teilen dem Breslauer Domkapellmeister Johann Ignaz Schnabel (1767–1831) zugeschrieben wird. Es ist weit verbreitet und aus dem Repertoire, das vielerorts in der Christmette gesungen wird, nicht mehr wegzudenken. Wahrscheinlich war das Stück ursprünglich Bestandteil eines liturgischen Krippenspiels, jedenfalls fordert es zum gemeinsamen Gang zur Krippe auf. In der noch dunklen Pallottikirche beginnen die Männerstimmen einstimmig: „Transeamus usque Bethlehem et videamus hoc verbum, quod factum est: Mariam et Joseph et infantem positum in praesepio.“ („Lasset uns nach Bethlehem gehen und dieses Wort sehen, was geschehen ist: Maria und Joseph und das Kind, das in der Krippe liegt.“) Dann folgt der Jubelruf des ganzen Chores: „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis“ („Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen guten Willens“); dazu fordert der Bass nochmals auf: „Transeamus …“ und wie zur Bestätigung fallen am Ende alle Stimmen ein: „Transeamus et videamus hoc verbum, quod factum est.“ Als ich vor einigen Jahren ankündigte, der Variation halber auf das „Trans­ eamus“ verzichten und ein anderes Stück an dessen Stelle setzen zu wollen, machte ich die Erfahrung, welche Kraft von einer solchen Tradition ausgeht: die Sängerinnen und Sänger weigerten sich fast alle, irgendein anderes Stück zu probieren, ja überhaupt am Heiligen Abend

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zu singen, wenn ich mich erdreisten sollte, „ihr Transeamus“ zu streichen. – Und so steht das „Transeamus“ bis heute jedes Jahr am Beginn der Christmette in der Pallottikirche. Dass aber auch der Christmettenchor an sich eine Tradition geworden ist, erwies sich, als ich mit dem Beginn des Schuljahres 2013/2014 das VPK verließ – die Schließung der Schule warf bereits ihre Schatten voraus. Obwohl es einen Schulchor nun nicht mehr gab, war es für die Sängerinnen und Sänger des Christmettenchores klar, dass sie weiterhin die Christmette in der Pallottikirche gestalten wollten. Und so sind die Einladungen und die Noten für die Christmette 2016 an die Sängerinnen und Sänger bereits verschickt. In diesem Jahr werden wir singen: z (J. I. Schnabel,) Transeamus z J. S. Bach, Ich steh’ an deiner ­Krippen hier z J. S. Bach/M. Prätorius, Gelobet seist du, Jesus Christ z M. Prätorius, Es ist ein Ros entsprungen z F. Mendelssohn-Bartholdy, Weihnachtshymne z J. Fr. Reichardt, Heilige Nacht Abzuwarten bleibt, ob selbst die Schließung des VPK es nicht vermag, eine solche Tradition zu brechen, wie sie sich in der Arbeit des Christmettenchores an der Pallottikirche gezeigt hat und zeigt. Bruno Hofer


Krippenspiel in der Pfarrkirche St. Martin

Krippennspiel Weihnachten 2015

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lle Jahre wieder … Wann ist etwas Tradition oder gar ein Brauch? Seit vielen Jahren findet am Heiligen Abend in der Pfarrkirche der Kernstadt ein großes Krippenspiel in Form eines Singspiels statt. Auch wenn im Laufe der Zeit die Verantwortlichen und M ­ itwirkenden wechselten, blieb der Ablauf immer erhalten. Aufgeführt von Kindern der Kindergärten und der ersten beiden Schuljahre, wurde jedes Jahr ein „klassisches“ Krippenspiel eingeübt mit Schafen, Hirten, Engeln und dem heiligen Paar, begleitet von einem ­Eltern-/Kinderprojektchor, ­Solosängern aus dem Kreis der Kinder und Jugendlichen sowie einer Band. Viele der

Foto: © Privat

Schauspieler wissen noch Jahre später, welche Rollen sie inne hatten, wer mit wem damals im Stall verheiratet war und wer ihnen die Geburt des Heilands verkündet hat. Für viele der Mitwirkenden gehört das Krippenspiel einfach zu Weihnachten dazu – daher ist der Kreis der Mitwirkenden immer weiter angewachsen, in den letzten Jahren auf circa 90 bis 100 Gemeindemitglieder. Und so freuen wir uns auch in diesem Jahr wieder darauf, wenn sich am 24. Dezember in der Krippenfeier um 15 Uhr Maria und ­ Josef e­ rneut auf den Weg nach Bethlehem machen. Kerstin und Mark Grüner

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Alle Jahre wieder … Spenden für die Rheinbacher Tafel Eltern und Kinder der KGS Sankt Martin in der Bachstraße ­ handeln im Sinne von Sankt Martin

Gesammelte Weihnachtsgeschenke für die Tafel

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n der Advents- und Weihnachtszeit wird viel gesammelt und gespendet für die unterschiedlichsten Anliegen und Notlagen. Auch an der Katholischen Grundschule Sankt Martin gab es vor langer Zeit Überlegungen, wie und wem wir unsere Unterstützung in der Vorweihnachtszeit zukommen lassen wollten. Allen Beteiligten war es wichtig, denen zu helfen, die in unserer unmittelbaren Nähe leben und denen es nicht so gut geht wie uns. So entwickelte sich die Idee, unsere Spenden der Rheinbach-Meckenheimer Tafel zufließen zu lassen. Bereits seit fünfzehn Jahren backen Kinder und Eltern der Grundschule Sankt Martin in der Adventszeit flei-

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ßig Plätzchen, kaufen Lebkuchen und Printen und füllen Weihnachtsdosen und Tüten mit Leckereien. Darüber hin­aus spenden sie auch kleinere GeschenFoto: © Privat ke wie beispielsweise Plüschtiere, Buntstifte, Lego-Steine, Kartenspiele oder Straßenmalkreide. Jedes Jahr aufs Neue beeindruckt, mit wie viel Liebe und Kunstfertigkeit die Plätzchentüten und Präsente verpackt werden. Die Mitarbeiter der Rheinbach-Meckenheimer Tafel stehen bei der Übergabe mit leuchtenden Augen vor dem Gabentisch und freuen sich für die, denen diese guten Sachen zukommen werden. Unseren Schulkindern und auch den Erwachsenen bleibt das schöne Gefühl, anderen eine Freude zu bereiten. Maria Orth Rektorin, Katholische Grundschule Sankt Martin


War früher alles anders …? – Weihnachten im Kindergarten

Foto: © AK DigiArt, Fotolia.com

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eihnachtszeit im Kindergarten – viele erinnern sich bis heute daran. Und schon immer hatte das Fest der Geburt Jesu einen hohen Stellenwert in den katholischen Tageseinrichtungen für Kinder unserer Pfarrei. Bei uns im Kindergarten Liebfrauen­ wiese kamen früher am Nikolaustag

alle Kinder in einem Gruppenraum zu­ sammen. Große Mehrzweckräume oder Turnräume gab es damals noch nicht. So war es schon mal sehr „gemütlich“ mit rund 100 Kindern aus vier Gruppen. Mit Hilfe eines Bilderbuches wurde zuerst die Nikolausgeschichte erzählt,

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bevor die große Überraschung kam. Ein Vater verkleidete sich vor den Kindern als Nikolaus. Dabei erklärte er die Bedeutung der Mitra und des Bischofsstabs sehr anschaulich. Und natürlich durfte auch der Schlitten mit ein paar gebastelten oder genähten Geschenken nicht fehlen. Mit leuchtenden Augen nahmen die Kinder die Geschenke entgegen und bemerkten kaum, dass der „Nikolaus“ die Gruppe verließ. Zwischendurch übernahmen auch mal Pater Kiefer, Pater Leo und Pater Gröters die Rolle. Ein besonderer Spaß für die Kinder war es, als Pater Gröters erzählte, dass er mit Vornamen auch Nikolaus heißt. So kamen wir in der Weihnachtszeit auf das Thema „Namenstag und Namenspatron“. Die Vorweihnachtszeit war geprägt von aufwändigen Bastelangeboten; auch die Eltern mussten für Weihnachtsbasare und Feiern zur Schere greifen; Plätzchen wurden gebacken und verkauft. Eine große Krippe zierte die Diele. Das Jesuskind wurde natürlich erst nach Heiligabend ins Stroh gelegt und wenn die Kinder nach den Feiertagen zurückkamen, staunten sie nicht schlecht. Heute besteht unsere Krippe aus bib­ lischen Erzählfiguren, die die Erzieherinnen in den letzten zwei Jahren selbst gebaut und gestaltet haben. Dazu haben die Spenden der Familien, die uns zum Schulbesuch verlassen haben, beigetragen. Danke! Das besondere an der Vorweihnachtszeit 2016 ist für uns das „sich Zeit nehmen“. Heute backen die Erzieherinnen mit den Kindern die Plätzchen. Gemeinsam

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wird der Teig hergestellt und geknetet. Die Kinder basteln Geschenke für die Eltern und dürfen sogar mit den Krippenfiguren spielen und nicht nur beobachten. Wir legen großen Wert darauf, dass sich die Kinder beteiligen können. „Selbermachen“ hat einen hohen Stellenwert. Der Alltagsstress unserer schnelllebigen Zeit, den es sogar im Kindergarten schon gibt, wird beiseitegeschoben. Jeden Morgen wird ein Türchen des Adventskalenders geöffnet, und jeden Tag hat ein Kind der Gruppe das Glück, ein kleines Geschenk mit nach Hause zu nehmen. Die Nikolausfeier hat sich inhaltlich nicht viel verändert. Allerdings führen die Erzieherinnen anstelle der Betrachtung eines Bilderbuches ein kleines Theaterstück vor. Das basiert auf Erzählungen aus dem Leben des Heiligen. Zum Schluss gibt es noch einen kleinen echten Schoko-Nikolaus (nicht zu verwechseln mit dem Weihnachtsmann) aus einem großen Jutesack. Heute haben wir mehr räumliche Möglichkeiten. Ein großer Bewegungsraum steht uns zur Verfügung und dient als Mehrzweckraum – auch für Feiern und andere Aktivitäten. Zurzeit besuchen rund 80 Kinder die Einrichtung. Die vier Gruppen sind geblieben, aber durch die Betreuung der Kinder unter drei Jahren hat sich die Gesamtzahl reduziert. Das pädagogische Angebot muss natürlich entsprechend angepasst werden. In der Adventszeit holen wir außerdem jeden Montag bei einer Familie das Adventslicht. Die Gruppe besucht ein


Kind zu Hause und transportiert das Licht des Adventskranzes zum Kindergarten. Mit diesem Licht wird dann der gruppeneigene Adventskranz entzündet. Und jeden Freitag treffen sich alle Kinder zum Adventsstündchen, singen Lieder, hören Adventsgeschichten und genießen ein besinnliches Beisammensein. Am Tag vor den Weihnachtsferien treffen sich Kinder, Eltern und Erzieher in der Kirche. „Wir warten auf Weihnachten“ ist der Titel der kindgerechten Andacht und thematisiert die Vorfreude auf Weihnachten. Dazu laden wir dann auch die Familien der Tageseinrichtung St. Helena ein. Gestaltet wird diese Andacht zum größten Teil musikalisch mit Eltern-

Erzieherinnenchor, Elternmusikgruppen und unseren Kindern. In unserer Tageseinrichtung wird in der Advents- und Weihnachtszeit viel gesungen und musiziert. Aber na­ türlich wird dies auch das ganze Jahr über mit den Kindern praktiziert. Durch diese intensive Arbeit ist unsere ­ ­ Tageseinrichtung für Kinder Liebfrauen­ wiese seit September 2016 als „Die ­ Carusos! Jedem Kind seine ­Stimme“ zertifiziert. Helene Pommerich und Vanessa Dietrich Kath. Tageseinrichtung für Kinder Liebfrauenwiese und Kath. Familienzentrum St. Martin Rheinbach

Der heilige Franziskus feiert Weihnachten in Greccio

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s war kurz vor Weihnachten. Franziskus war in der Nähe von G ­ reccio. Zu Fuß war er dort hin gewandert. Von Assisi aus waren das über hundert Kilometer. Franziskus liebte diesen Ort, weil es dort so still und einsam in den Wäldern war. Hier lebten bereits einige seiner Brüder in der Nähe einer kleinen Kapelle. Dieser Ort Greccio sollte bald sehr bekannt werden. In diesem Ort lebte auch ein Freund von Franziskus. Sein Name war Johannes. Ihn hatte Franziskus eines Tages gefragt: „Sollen wir in diesem Jahr nicht das Weihnachts-

fest mit einer lebendigen Krippe feiern? Wir machen alles so, wie es in Bethlehem war. Ich habe ganz in der Nähe eine Grotte, eine Höhle, gefunden. So könnte es in Bethlehem auch ausgesehen haben. In Greccio wird es ­sicher ein neugeborenes Kind mit seinen Eltern geben; die können Maria und Josef und das Jesuskind spielen. Eine Krippe mit etwas Heu darin wird es in Greccio auch geben. Wenn dann noch ein paar Hirten mit ihren Schafen dorthin kommen und wir Ochs und Esel dazustellen, dann ist das fast wie damals, als Jesus geboren wurde. Jo-

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hannes, könnte das nicht sehr schön­­ werden?“ Franziskus’ Freund war begeistert von dieser Idee. Sofort fing er an, alles dafür vorzubereiten. Er besorgte Kerzen und Fackeln, die die Höhle erleuchten sollten, und alles andere, wie Franziskus es gesagt hatte. Die Menschen im Dorf Greccio und der Umgebung wurden eingeladen, an der Feier der Weihnachtsmesse teilzunehmen. Schließlich war alles vorbereitet. In einer langen Prozession zogen Franziskus, seine Brüder und die Menschen der Umgebung zu der Höhle. Auf dem Weg beteten und sangen sie. Als sie an der Höhle angekommen waren, knieten alle nieder. Die heilige Messe konnte b ­ eginnen. Franziskus selbst sang das Weihnachtsevangelium. Danach hielt er eine Predigt: „So wie diese Eltern hier sich über die Geburt ihres Kindes freuen, so dürft auch Ihr euch freuen, dass Jesus ge­boren worden ist. Gott hat uns Menschen so lieb, dass er uns Jesus geschickt

hat, um uns Menschen zu retten. Dieser ­J ESUS hat uns gezeigt, wie wir leben sollen. Freut euch darüber, dass Gott als kleines Kind zu euch gekommen ist. Wie ihr vor einem Kind keine Angst zu haben braucht, so braucht ihr auch vor Gott keine Angst zu haben. Gott hat uns Menschen gern. Das möchte uns die Geburt dieses Kindes zeigen.“ Nicht nur Franziskus, auch die anderen waren ganz begeistert von der Feier im Wald von Greccio. So hatten sie Weihnachten noch nie gefeiert – mit einer lebendigen Krippe. Und sie nahmen sich fest vor, dass sie im nächsten Jahr wieder ähnlich Weihnachten feiern wollten. Seit dieser Weihnachtsfeier in ­Greccio – so sagt man – gibt es in unseren Kirchen zur Weihnachtszeit die Krippen­ darstellungen. Sie erinnern uns an die Liebe Gottes zu den Menschen. Sie erinnern uns daran, dass Gott zu uns Menschen gekommen ist und dass wir Menschen versuchen sollen, uns auf den Weg zu Gott zu machen. Franz Josef Kröger OFM

Quellenhinweis: Franz Josef Kröger, Franziskus für ­Kinder. Aus dem Leben des Heiligen erzählt © 2001 Butzon & Berker GmbH, Keve­laer, www.bube.de, Seite 37f.

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Der Advent – Vier Wochen der Erwartung

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as Kirchenjahr beginnt nicht am 1. Januar, sondern Ende November oder Anfang Dezember. Es beginnt vier Sonntage vor Weihnachten mit dem ersten Advent. Das Wort „Advent“ kommt aus der lateinischen Sprache. Es bedeutet so viel wie „Ankunft“. Gott will in der Welt ankommen – durch seinen Sohn Jesus Christus. Er will in uns ankommen. Deswegen bereiten wir uns im Advent auf Weihnachten vor. Dabei geht es nicht nur darum, Plätzchen zu backen und Geschenke einzukaufen. Wir wollen an Gott denken, ruhig werden und in Ordnung bringen, was in unserem Leben schiefläuft.

(Aus: Georg Schwikart, Vom Kirchenjahr, ­Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, Deutschland, S. 4)

Foto: © Doris und Michael Will, Pfarrbriefservice

Weihnachten – Gott wird Mensch Jesus von Nazareth war nicht irgendein Mensch. Zwar hatte er Eltern wie wir, sie hießen Maria und Josef. Doch er war der

Sohn Gottes. In Jesus wurde Gott selbst ein Mensch, um das Leben der Menschen teilen zu können. Das kann man nicht wirklich verstehen. Das ist ein Geheimnis. Aber feiern können wir dieses Geheimnis. An Weihnachten berühren sich Himmel und Erde.

Wusstest du … ... dass es viele Traditionen zum Weihnachtsfest gibt? Mit den Figuren in der Krippe stellen wir nach, was in Bethlehem geschah. So können es alle anschauen, selbst wer nicht lesen kann. Brauch ist auch der geschmückte Tannenbaum. Er ist ein Zeichen für das Leben, denn immer ist er grün und verliert selbst im Winter seine Nadeln nicht. (Aus: Georg Schwikart, Vom Kirchenjahr Butzon & Bercker GmbH, Hoogeweg 100, 47623 Kevelaer, Deutschland, S. 6)

Kristin Schulte-Beckhausen

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Weihnachten

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n Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu. Das kleine Kind in der Krippe steht im Mittelpunkt dieses Festes. Es ist umstrahlt von einem Licht. Damit wird deutlich, dass durch ihn die Welt heller und besser werden soll. Wenn du genau auf das Mandala schaust, siehst du ganz im Hintergrund die Balken eines

Kreuzes. Das soll darauf hinweisen, dass am Ende des Lebensweges das Kreuz steht, das aber von dem Licht – der Auferstehung – überdeckt wird. Du kannst das Mandala so ausmalen, dass es hell und freundlich wirkt und so die Freude der Geburt Jesu ausdrückt.

(Aus: Arthus Thömmes, Mit Herz und Hand. 25 Mandalas zum Kirchenjahr. Deutscher Katecheten-Verein e.V., München 2012, 2. Auflage, S. 10f.)

Kristin Schulte-Beckhausen

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Buchtipps aus der Öffentlichen Bücherei St. Martin

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n der Bücherei gibt es ein vielfältiges Angebot an Medien zum Entleihen. Gerne geben wir Hinweise zu Büchern, die sich auch als Weihnachtsgeschenk gut eignen.

Foto: © MichaelBogedain

Judith Allert Die unglaublichen Schockingers Band 2: Der Brühwürfel-Fluch Ars Edition, 2015, Preis: 9,95 € ISBN 978-3-845-80845-1 Henrys Familie ist, der Name verrät es: schocking! Die schattenhafte Mutter Agatha, die Salzflusen sammelt und alles verblassen lässt. Vater Seymour, der die verrücktesten Sachen erfindet. Tochter Edna, die sich in jedes beliebige Tier verwandeln kann, und das Flammen spuckende Baby Humbert.

Sich selbst hält Henry für normal und wünscht sich nichts sehnlicher, als eine ganz normale Familie zu haben. Als er erfährt, dass erst ein Fluch seine Familie zu dem hat werden lassen, was sie heute ist, versucht er, gemeinsam mit seiner ­Freundin Lila, das Geheimnis um den Brühwürfel-Familienfluch zu lüften. Der Zweitleben-Generator, den Henrys Vater erfunden hat, findet tatsächlich die lange verstorbene Verwandtschaft. Leider scheint niemand etwas über den Fluch zu wissen. Nur Quentin, der genauso aussieht wie Henry, erzählt ihm die Geschichte über einen hexenden Brühwürfelfabrikanten, einen verrückten Erfinder und einen Fluch, der leider fehlgeschlagen ist. Die temporeiche ziemlich schräge Geschichte um die liebevoll verrückte Familie Schockinger ist spannend, humorvoll und leicht zu lesen. Ein Spaß (auch ohne Kenntnisse des 1. Bd.) für alle ab acht Jahren.

Ingo Siegner Eliot und Isabella im Finsterwald Beltz, 2016, Preis: 12,95 € ISBN 978-3-407-82161-4 Die beiden Rattenkinder Eliot und Isabella wollen Isabellas Opa Pucki im Wurzelwald besuchen. Doch der wurde von Bocky Bockwurst und seiner Bande in den Finsterwald entführt. Zuvor hatte der fiese Bocky Eliots Abenteuerbuch

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seines Lieblingsautors Nepomuk Gänseklein geklaut. Zwei Aufgaben, die Eliot mit Isabellas Hilfe lösen will. Mit Mut, Fantasie und vielen gereimten Gedichten bestehen die beiden gefährliche Abenteuer in denen sie auch noch Fuchs, Wolf, Schlange, Uhu und zwei Geier überlisten müssen. Die inhaltlich spannende und originelle Geschichte, mit Lieblingsbuchpotenzial, zeigt Kindern ab sechs Jahren, dass pfiffige Ideen und gute Freunde auch in den brenzligsten Situationen Rettung bringen können. Anne Bennau Katja Enseling Mach was draus! Lustig bunte und kreativ geniale Ideen Coppenrath, 2016, Preis: 14,95 € ISBN 978-3-649-66956-2 Dieses Buch bietet 64 Bastelideen die mit „Immer-zu-Hause“ Materialien gut umgesetzt werden können. Ob zum Spielen, Dekorieren, Musizieren oder Verschenken, für jeden ist etwas dabei. Mit

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Klorollen können wilde Zootiere oder ein klingendes Kazoo gebastelt sowie Beutel bunt bedruckt werden. Streichholzschachteln lassen sich umwandeln zu einem Roboter mit Kabelsalat, ZahnfeeDöschen oder Luftballonflitzer. Mit Papptellern lässt sich eine gruselschöne Monsterparty feiern, und Eierkartons werden zu Bauernhoftieren. Die Bastelideen werden anhand von leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen erklärt. Kinder ab ca. vier Jahren werden ihr Lieblingsprojekt finden und können mit Hilfe von Erwachsenen losbasteln.

Pascale Lamm 1, 2, 3 fertig! Weihnachten 15-Minuten Bastel­ideen für Kinder frechverlag, 2016, Preis: 13,99 € ISBN 978-3-7724-7673-0 Wer gerne in der Adventszeit bastelt, kann mit diesem Buch aus einfachen Materialien Adventsdeko, kleine Geschenke oder Schmuck für den Weihnachtsbaum


Foto: © Kara – Fotolia.com

Ángeles Doñate Der schönste Grund Briefe zu schreiben Thiele Verlag, 2016, Preis: 20,00 € ISBN 978-3-85179-341-3

machen. Sterne aus Butterbrottüten, Engel aus Federn oder Nussschalenkerzen eignen sich gut als Dekoration. Selbst gemalte Christbaumkugeln oder Weihnachtsbaumgirlanden lassen den Weihnachtsbaum strahlen. Bemalte Plätzchenteller oder Teebeutel in Sternform eignen sich gut als Geschenkidee. Durch bebilderte Schritt-für-Schritt-­Anleitungen und einfache Materialien lässt sich schnell noch etwas für Weihnachten basteln.

Die 80-jährige Rosa setzt eine Briefkette in Gang, die den Job der sympathischen Postbeamtin des Ortes rettet und das Leben einer ganzen Reihe von Bewohnern des kleinen spanischen Dorfes Porvenir verändert. Nebenbei findet nicht nur einer die Liebe seines Lebens! Der Roman ist eine leidenschaftlich Hommage an das Briefeschreiben und eine Hymne an die Macht der Liebe  gespickt mit Zitaten aus den schönsten Briefen der Weltliteratur. Denn wie schon José Saramago sagte: „Niemals wird eine Träne eine E-Mail verwischen“. Anrührende und lebensnahe Lektüre für junge und ältere Leser, auch der Humor kommt nicht zu kurz. Martina Prüser

Daniela Hahn

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Weihnachten im „Altentreff“ am Lindenplatz

Weihnachtsfeier im Altentreff

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Foto: privat

or über vierzig Jahren wurde der Altentreff als ökumenischer Kreis für Senioren in der Rheinbacher Innenstadt von den Damen der Pfarrcaritas gegründet und wird von ihnen bis heute liebevoll betreut. Ein Höhepunkt der allwöchentlichen Treffen im Jahr bildet die Weihnachtsfeier der Senioren mit dem Besuch des Nikolauses. Am Nachmittag vor der Feier richten die betreuenden Damen den Saal festlich mit Tischdekoration, dem Weihnachtsbaum und der traditionellen Krippe darunter her. Ein besonderer Schmuck der Krippe ist der Engel aus der Tonwerkstatt von Pater Franz-Josef Ludwig. Am nächsten Tag treffen die Senioren und Gäste ab 14.30 Uhr ein, so dass der Kreis schnell auf etwa 50 Personen anwächst. Auf den Tischen liegen Tannenzweige mit Strohsternen, rote Äpfel und Nüsse neben den Gebäcktellern: Mit den

goldenen Kerzen und den weihnachtli­ chen Grußkarten des Kardinals an die Se­nioren gibt dies ein stimmungsvolles Bild. Zunächst stärkt sich die Runde mit Kaffee und Kuchen, bevor es zum feierlichen Teil übergeht. Senioren und Betreuer tragen Gedichte und Geschichten vor. Aufgelockert wird dies durch die vielen adventlichen und weihnachtlichen Lieder, die gemeinsam gesungen werden. Mit Schellen kündigt sich der Höhe­ punkt der Feier an: Der Besuch von Niko­ laus und Knecht Ruprecht. Nach der Begrüßung und ein paar munteren Worten in die Runde wird die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium vorgelesen. Ein Weihnachtslied beschließt diesen andächtigen Teil der Feier. Dann verteilt der Nikolaus mit Hilfe seines Knechtes Ruprecht kleine Geschenke an die Senioren und Gäste. Gleichzeitig reicht Frau Josephine Roth den Anwesenden gemischtes Weihnachtsgebäck. Das Strahlen der Gesichter beim Betreten des Saales mit festlich gedeckter Tafel und dem weihnachtlich geschmückten Baum, das gemeinsame Singen der wohlvertrauten Lieder und das andächtige Lauschen der Verse und der Weihnachtsgeschichte, all das zeigt die Freude und Dankbarkeit der sonst häufig einsamen Senioren für dieses gelebte Brauchtum im christlichen Mit­einander. Josephine Roth und Karin Ganser-Hillgruber

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Die Advents- und Weihnachtszeit in der Pfarrei Kiruhura Weihnachten in Afrika: das heißt sommerliche Temperaturen und keine bei uns ­typischen Tannenbäume, denn die wachsen dort nicht. Für die Schulkinder gibt es zu ­dieser Jahreszeit lange Schulferien, die etwa gleichzeitig mit unseren Weihnachtsferien enden. Sehr wichtig ist für die meisten Christen ein aktives Glaubensleben und die Teilnahme am Leben in der Gemeinde. Hier ein gekürzter Bericht aus Kiruhura:

Die festlich geschmückte Kirche bei der Feier des Gottesdienstes mit dem Bischof

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ie Pfarrei Unbeflecktes Herz Mariens Kiruhura ist eine der 26 Pfarreien der Diözese Butare, die sich im Süden Ruandas befindet. Zur Zeit wird die Seelsorge von drei Priestern durchgeführt. Weihnachten ist in Ruanda ein Fest der Familie. Während der vier Wochen des Advent machen wir Priester

Foto: privat

eine seelsorgliche Tour durch alle Winkel der Pfarrei. Wir hören die Beichte, fordern die Menschen zu karitativen Tätigkeiten für die Bedürftigen auf und appellieren, sich auch spirituell vorzubereiten. Weihnachten ist ein wichtiges Fest für die Kinder, deswegen ist der direkte

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Die renovierte Kirche in Kiruhura in 2016 Foto: @ privat

Zugang zu ihnen von großer Bedeutung. Während der Zeit des Advent wollen wir uns ihnen in besonderer Weise nähern. Die Unseren haben keinen „Weihnachtsmann“, der ihnen Geschenke bringt. In den Kindergruppen, die wir „kirchliche Basisgemeinden für die Kinder“ nennen, organisieren wir die Begleitung der Schüler in den Ferien, wo ihnen Grundkenntnisse über das christliche Leben vermittelt werden, wie Weihnachtslieder, Tänze, Gebete und andere kulturelle Fähigkeiten. In der Pastoralarbeit mit den Jugendlichen organisieren wir im Advent Foren, wozu auch andere Gruppen der Diözese eingeladen werden. Dieses Forum der Lebensart dauert eine Woche (Woche der Jugend), in der Unterweisungen vermittelt werden zur Stärkung im Glauben und im sozialen Leben. Die Jugendlichen finden dort ein Mittel zur Entspannung, wo jeder seine Kreativität und persönlichen Talente zeigen kann. Die Familienpastoral berücksichtigt die in der heutigen Zeit bemerkenswerte

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Krise des Familienlebens und ist wirklich sehr anspruchsvoll. Man arbeitet gemeinsam für die Weiterentwicklung und Erneuerung der Einheit der Eheleute, vor allem mit solchen, die Konflikte haben. Alle Familien freuen sich wirklich sehr auf Weihnachten. Man bereitet sich ernsthaft und mit ganzem Herzen darauf vor. Der Advent dient der inneren Einkehr, aber man vergisst auch nie, etwas zu sparen, um das Nötige für das Fest kaufen zu können. Auch in der Pfarrei beginnen eine Woche vor Weihnachten die Vorbereitungen der Kirche. Die nötigen Dinge für das Fest werden gekauft, wie Kleidung, Lebensmittel, Dekoration, … Am Vortag versammeln sich die Gläubigen schon am Vormittag in der Kirche, um sie zu reinigen, die Krippe aufzubauen und andere Dekorationen anzubringen. Am Abend zwischen 16 und 18 Uhr halten wir weihnachtliche Vorabendmessen in der Pfarrei und den Kirchorten. Am Tag selbst werden feierliche Messen gefeiert und die Kirchen sind sehr voll. Alle freuen sich, dass auch die sonst nicht Aktiven kommen, um mit den Anderen dieses große Fest zu begehen. Besonders an Weihnachten kommen die Kinder gerne in die Messe. Sie haben Geschenke mitgebracht als Opfergabe für das Jesuskind. So wird ihnen im jungen Alter die Nächstenliebe nahegebracht. Soweit möglich geben wir den Kindern einen besonderen Segen, Bonbons und Kekse als Zeichen der göttlichen Güte. Maria Kabira Einführung und Übersetzung aus dem Französischen


Die Sternsingeraktion 2017 – Gemeinsam für Gottes Schöpfung

Sternsinger segnen, Foto: © Martin Steffen, Pfarrbriefservice

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ie Sternsingeraktion ist die weltweit größte Hilfsorganisation von Kindern für Kinder. Seit 1959 laufen zu Jahresbeginn in ganz Deutschland Kinder durch die Straßen, bringen den Segen für das neue Jahr und sammeln Geld für über 2.000 Projekte in etwa 100 verschiedenen Ländern weltweit. In den letzten Jahren wurden so jeweils über 40 Millionen Euro eingenommen. Die unterstützten Projekte helfen Kindern etwa durch den Bau von Schulen und Kindergärten, die nachhaltige Versorgung mit Nahrungsmitteln und den Schutz vor Gewalt und Unterdrückung. Träger der Aktion sind das Kindermis­ sionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Beispielland der Aktion 2017 ist Kenia. Das Motto lautet „Gemeinsam ­ für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“. In Kenia bereitet der Klimawandel den Menschen starke Probleme. In einigen Regionen des Landes hat es seit mehr als zwei Jahren nicht mehr ge-

regnet. Manche Menschen müssen fast 40 Kilometer laufen zum nächsten Brunnen, der einzigen Stelle, an der es überhaupt noch Wasser gibt. Zusätzlich trocknen aufgrund der Dürre die Seen aus, wodurch immer weniger Fische gefangen werden können. Außerdem führt der Mangel an Trinkwasser zu Kämpfen, die die Situation weiter verschlimmern. Mit dem Geld der Sternsinger werden Kindergärten und Schulen gebaut, Staudämme und Wasserstellen errichtet sowie Nutzgärten mit bodenschonenden Pflanzen, die nur wenig Wasser brauchen. Außerdem unterstützen die Sternsinger die Friedensarbeit im Land. Mehr Informationen zu Kenia und zur Aktion finden Sie in dem Film „Willi in Kenia“, den es zum Beispiel auf der Internetplattform YouTube zu sehen gibt. Dort besucht Willi Weitzel (bekannt aus „Willi will‘s wissen“) einige Projekte der Sternsinger und erklärt die Situation im Land auf eine sehr interessante Art und Weise.

INFOS FÜR DIE KERNSTADT: Wir suchen noch Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren, die Lust haben, mit dabei zu sein beim Sternsingen! Wir laufen zwischen dem 2. und 4. Januar 2017. Infos und Anmeldungen findet Ihr unter www.kjg-rheinbach.de.

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Krippen in Rheinbach und den Ortschaften

Krippe aus Mer

zbach

Foto: © Privat Krippe aus Hilberath

Krippe aus Queckenberg

Krippe aus Oberdrees

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Foto: © Privat

Foto: © Privat Krippe aus Kalenbo

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Foto: © Privat

Foto: © Privat

he Krippe aus Neukirc

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Foto: © Privat


Krippe aus Fler Kr

Foto: © Privat

s ippe aus Niederdree

Krippe aus Kiruhura

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Foto: © Privat

Foto: © Privat

Krippe aus der Krippe aus Ramershoven

Foto: © Privat

Palottikirche Foto: © Privat

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Heilige im Advent – Türöffner zu Gott Kindergotteslob im Advent in unserer Pfarrkirche

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uch in diesem Jahr machen wir uns wieder mit allen interessierten Kindern auf den Weg zur Krippe. Diesmal sind die Heiligen im Advent unser Thema. Durch Singen, Spielen, Malen oder Basteln lernen wir diese Heiligen und ihre Geschichte näher kennen. Gegen Ende der heiligen Messe können die Kinder ihrer Bilder der ganzen Gemeinde zeigen.   Im Advent findet dieses KiGoLo an drei von vier Sonntagen parallel zur Messe um 11:15 Uhr statt: z 27. November z 04. Dezember z 18. Dezember

Heiliger Nikolaus, Wormser Dom, Foto: © Friedbert Simon, Pfarrbriefservice

Am 11. Dezember gibt es eine kindgerechte Familienmesse.   Diese besondere Form der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest für die Kinder hat in unserer Gemeinde mittlerweile Tradition. Im vergangenen Jahr beispielsweise begleiteten die Kinder Maria und Josef auf ihrem Weg nach Bethlehem.

  Liebe Kinder – wir freuen uns wieder auf Euch und die gemeinsame Einstimmung auf Weihnachten! Christina Grüter und Karin Ganser-Hillgruber

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Weihnachten 24. – 26. 12.  2016 Rheinbach Pfarrkirche St. Martin

Sa. 24. 12.

15:00 h 18:00 h 24:00 h

Vinzenz Pallotti Kirche

Krippenfeier Familienchristmette mit Kinderchor Christmette

So. 25. 12.

11:15 h

Festmesse – Hochfest der Geburt des Herrn – mit Kirchenchor*

Mo. 26. 12.

11:15 h

Festmesse mit der Schola Gregoriana

Sa. 24. 12. 10–12 h 22:00 h

Beichtgelegenheit Christmette

So. 25. 12.

9:30 h

Hochamt – Hochfest der Geburt des Herrn

Mo. 26. 12.

9:30 h

Hochamt mit dem Männergesang­ verein 1846 e.V. Rheinbach

Marienheim

So. 25. 12.

11:00 h

Weihnachtsmesse

Haus am Römerkanal

Mo. 26. 12.

16:00 h

Weihnachtsmesse

So. 25. 12.

10:30 h

Weihnachtsmesse

Bonifatiushaus

* „Passauer Pastoralsmesse“ von Gerhard Merkl

Impressum Herausgeber:

Katholische Kirchengemeinde St. Martin Rheinbach

Foto: © Detlef Müller

Redaktionsteam: Gottfried Bohl, Pfarrer Bernhard Dobelke, Bruno Hofer, Dr. Bernhard Hohn, Detlef Müller, Rainer Perschel, Gerda Saxler-Schmidt, Dr. Werner Ziegler E-Mail: pfarrbrief@st-martin-rheinbach.de Gestaltung:

BRANDT MediaDesign, Rheinbach

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Weihnachten 24. – 26. 12.  2016 Weitere Kirchen Sa. 24. 12.

15:00 h 21:00 h

Mo. 26. 12.

9:30 h

Niederdrees St. Antonius

So. 25. 12.

11:15 h

Kalenborn St. Bartholomäus

So. 25. 12.

9:30 h

Festmesse

Ramershoven St. Basilides

So. 25. 12.

9:30 h

Festmesse

Todenfeld St. Hubertus

Mo. 26. 12.

9:30 h

Festmesse

Queckenberg St. Joseph

Sa. 24. 12.

17:00 h

Christmette

Neukirchen St. Margareta

So. 25. 12.

11:15 h

Festmesse

Merzbach St. Mariä Himmelfahrt

Sa. 24. 12.

14:30 h 19:00 h

Krippenfeier Christmette

Flerzheim St. Martin

Sa. 24. 12.

15:00 h 21:00 h

Krippenfeier Christmette

Mo. 26. 12.

9:30 h

Sa. 24. 12.

17:00 h

Hilberath St. Martin

Krippenfeier Christmette Festmesse mit Kirchenchor Festmesse – musikalisch begleitet durch den Männergesangverein

Festmesse

Christmette

Änderungen entnehmen Sie bitte den aktuellen Pfarrmitteilungen!

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Foto: © Detlef Müller

Oberdrees St. Ägidius


Silvester/Neujahr 31. 12. 2016/1. 1. 2017 Rheinbach Pfarrkirche St. Martin

Sa. 31. 12. 16 17:30 h

Jahresabschlussmesse

So. 01. 01. 17 17:30 h

Heilige Messe mit Aussendung der Sternsinger

Waldkapelle

So. 01. 01. 17 15:00 h

Andacht zu Neujahr

Vinzenz Pallotti Kirche

Sa. 31. 12. 16 17:00 h

Jahresabschlussmesse

So. 01. 01. 17

Neujahrsmesse

Marienheim

Sa. 31. 12. 16 11:00 h

Jahresabschlussmesse

Sa. 31. 12. 16 17:30 h

Jahresabschlussmesse

Sa. 31. 12. 16 16:00 h

Jahresabschlussmesse

Sa. 31. 12. 16 16:00 h

Jahresabschlussmesse

Sa. 31. 12. 16 17:30 h

Jahresabschlussmesse

9:30 h

Oberdrees St. Ägidius

Merzbach St. Mariä Himmelfahrt

St. Martin

Hilberath St. Martin

Änderungen entnehmen Sie bitte den aktuellen Pfarrmitteilungen!

Foto: © drubig-photo, Fotolia.com

Flerzheim

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onntagh Krippens enheim - Rheinbac im Dekanat Meck

8. Januar 2017 14:00 - 17:00 Uhr

Viele Kirchen sind geĂśffnet. *** Machen Sie eine Kreppchestour! ws wisttal Swisttal baach nba inbach heeinb Rh Rhe Rheinbach e kenheim Meckenheim M Wachtberg

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Dekanat ec Meckenheim M Rheinbach

*** siehe www.dekanat-meckenheim-rheinbach.de

Eine Aktion des Dekanatsrates Meckenheim - Rheinbach


MartinsEcho Winter 2016