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ge Alle Ta r – wiedee m let th g swin ! Zur Aktualität der Filmarbeit von Margaret Raspé

Ein Programm von Madeleine Bernstorff, Karola Gramann und Heide Schlüpmann


Zum Projekt Filmprogramme

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Die Filme von Margaret Raspé

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Programm Berlin

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Programm Frankfurt am Main

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Filmographie Margaret Raspé

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Kontextfilme

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Biographie Margaret Raspé

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Mitwirkende

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Impressum / Bildnachweis

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Danksagung / Förderer / Partner

Margaret Raspé mit Kamerahelm, Foto Heiner Ranke 1974


Alle Tage wieder – let them swing! Zur Aktualität der Filme von Margaret Raspé

18.–21.9.2014 Berlin | Kino Arsenal 26.–28.9.2014 Frankfurt am Main | Weltkulturen Museum

Ein Programm der Kinothek Asta Nielsen e.V. und Madeleine Bernstorff


Zum Projekt

Margaret Raspé, Malerin, Performancekünstlerin und Filmmacherin, drehte in den 1970er Jahren die legendären „Filme mit dem Kamerahelm“: „... Kamerahelm auf dem Kopf: gleichzeitig malen und filmen. Das instrumentalisierte Auge löst Orientierung auf ... Ich spalte mich: einerseits körperlich locker in der aktionistisch gelöst malenden Hand, andererseits rational konzentrierte Beobachterin im Sucher der Kamera ...“ (MR). Raspé wurde beeinflusst durch die Aktions- und Fluxuskunst der 1960er Jahre und stand der Wiener Avantgarde nahe. Der Anstoß zu ihrem außergewöhnlichen Einsatz der Kamera kam aber woanders her. Er lässt sich im Zusammenhang mit den damaligen politischen Debatten zum Thema Hausarbeit sehen: buchstäblich sehen. Ihr erster Film „mit dem Kamerahelm“ heißt Schweineschnitzel und zeigt den alltäglichen Arbeitsprozess der Zubereitung eben dieses Schnitzels – aus der Perspektive der Köchin. Gleichzeitig kochen, spülen, (Sahne) schlagen, (Hühner) ausnehmen und künstlerisch arbeiten: Raspé hatte von 1954–1957 Malerei an der Kunstakademie München und an der Hochschule für Bildende Künste Berlin studiert. „Schweineschnitzel /entstand/ (1971), nachdem ich lange über Aggression in der Küche nachgedacht hatte.“ 2


Es folgten Filme über Sahneschlagen (Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige, 1971), über Kuchen backen (Backe, backe Kuchen, 1972), Hühnchenbraten (Oh Tod, wie nahrhaft bist Du, 1972–73) und Geschirrspülen (Alle Tage wieder – let them swing!, 1974) – bis dann 1979 Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen den energetischen Prozess der malenden Hand im Film zeigte. 1983 entstand Gelb, Rot und Blau entgegen. Nicht nur lösten diese Filme das Mal-Werk in eine unabgeschlossene Bewegung auf, sie öffneten auch die Begrenzung der Leinwand auf den „Natur“Raum – Veranda und Garten –, den Ort, an dem die Malerin arbeitet und lebt. Das verwies auf Raspés Performances und Installationen voraus, in denen sie Themen der Ökologie und des Verhältnisses von Kunst zu Natur bearbeitete. Ihr Interesse an Körperarbeit, ebenfalls für ihre Filmarbeit prägend, führte sie zu der Langzeitbeobachtung eines nordgriechischen Ritus des Feuerlaufens – ein Barfußlaufen über weißglühende Kohlen –, aus dem in den Jahren 1978 bis 85 der Film Anastenária – Das Fest der Feuerläufer von Lagadás entstand.

Einige der Kamerahelmfilme wurden von Vlado Kristl zur Hamburger Filmemacherschau eingeladen, 1976 im Anthology Film Archives in New York gezeigt und befinden sich beim Verleih LUX in London. Im übrigen aber lagerte bis vor kurzem das gesamte Konvolut dieser ungewöhnlichen Filme bei Margaret Raspé in ihrem Haus in Zehlendorf. 1985 lief der Feuerläuferfilm auf der Berlinale, im Internationalen Forum des Jungen Films. Und Madeleine Bernstorff lud 1986 die Künstlerin ein, ihre Super 8 Filme im Sputnik-Kino im Wedding zu zeigen. 2012 begegnete Karola Gramann der Autorin der legendären Kamerahelmfilme – von denen sich uns Bilder durch einen Beitrag in der Zeitschrift Frauen und Film in den 70er Jahren eingeprägt hatten. Daraus entstand die Idee einer Wiederaufführung der Filme, verbunden mit einer sachgerechten Archivierung. Die Frankfurter Kinothek Asta Nielsen und Madeleine Bernstorff setzen sie mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds Berlin in Realität um: Die Retrospektive läuft in Berlin und Frankfurt am Main, und die Digitalisierung wie Archivierung der Super 8 Filme wird von der Deutschen Kinemathek Berlin durchgeführt. Bei der sorgfältigen Sichtung und Erfassung des fragilen Super 8 Materials arbeitete Gunter Deller mit, Frankfurter Filmmacher, der selbst in diesem Material arbeitet. 3


Die Programme

Alle Tage wieder – let them swing! – Der Titel eines Films von Margaret Raspé aus dem Jahr 1974 ist Programm: die Möglichkeit des Films zu nutzen, die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Die Arbeitsteilung, die Ausbeutung. Ein Bauarbeiterhelm wird zweckentfremdet, die tagtägliche Sisyphosarbeit des Spülens zur Belustigung der Sinne. In acht Programmen mit Filmen und Vorträgen vergegenwärtigen wir die Kamerahelmfilme Margret Raspés in ihrem Kontext künstlerischer wie politischer Bewegungen. Machen sie einerseits in ihrem Ort in der (Film-)Geschichte und andererseits in ihrer unerledigten Bedeutung für die Gegenwart sichtbar. Selbstbewegung Das Berliner Eröffnungs-Programm Selbstbewegung gibt Objekten und Arbeitsprozessen einen besonderen Spielraum. Dóra Maurers Film Timing / Idömérés (1973/80) ist programmatisch. Der Film stellt eine konzeptuelle Verbindung zwischen der Alltagserfahrung, methodisch ein Laken zu falten, der Kadergröße des Filmbildes und der unterteilten, vergehenden Zeit her. In Raspés Backe, backe Kuchen (1972) wiederum wird eine Masse bewegt und verwandelt. Das Flüchtige von Licht und Schatten in Fragment (1987) von Laura J. Padgett führt zur unsichtbaren gesellschaftlichen Arbeit des Putzens in Gülüzar (1994) von Hatice Ayten und zur teilnehmenden Perspektive im Protest gegen Ausbeutungsverhältnisse in Solidarity (1973) von Joyce Wieland. In Sasha Pirkers LIVEPAN (2013) verschwendet sich ein nicht endendes Lachen nach dem Hemden-Bügeln. Henriette Heise verlässt mit der schwindelerregenden Spatenbewegung von Someone has got to do it (1995) den Haushalt. Raspés Selbstbewegung des Frautomaten oder Schein bleibt Schein (1977) zeigt den nicht-illustrativen Zeichenprozess. Das Programm wird eingeführt von der Filmemacherin Monika Treut, die 1978 die erste ausführliche Würdigung von Raspés Kamerahelmfilmen geschrieben hat: „Vor den Bildern bekommt man seinen Gesichtssinn wieder. [...] Der Blick wird gleichsam taktil. [...] Das scheinbar allzu Vertraute blickt uns plötzlich als etwas Ungewohntes von der Leinwand entgegen und zieht das betrachtende Auge in einen eigenen Rhythmus, den man als Fluss empfindet, weil er das Vorige nie über das Neue vergisst.“ Berlin 18.9., 19.30 Uhr, Kino Arsenal 1 4


tomorrow and tomorrow and tomorrow Vortrag und Filmprogramm der Gruppe counterplanning from the kitchen, Berlin (Felicita Reuschling, Fabian Tietke, Rebecca Wilbertz) „Die Gruppe counterplanning from the kitchen versteht sich als Teil einer endlich wieder belebten feministischen Diskussionskultur, die sich zwischen den Begriffen feministisch und queer bewegt und Verbindungslinien verschiedener Generationen von ästhetischen und politischen Diskursen zur Diskussion stellt. Raspés Filme sind künstlerische Arbeiten, aber als solche auch Dokumente ihrer Zeit. Wir werden in unserem Vortrag auf die Debatten der 1970er Jahre um Haus- und Reproduktionsarbeit eingehen. Gleichzeitig interessiert uns die Frage, welche Aktualität haben damalige Sichtweisen, die sich in Filmen und Texten niederschlugen, heute? Oder welche können sie gewinnen? Das Filmprogramm stellt Raspés Alle Tage wieder ... (1974) neben Joana Davis Often During the Day (GB 1979), der damals explizit einen soziologisch-analytischen Text von Ann Oakley aufgriff. Ein Ausschnitt aus Lotería von Janina Moebius (D/Mexiko 2009), in dem sich die heutige Blickverschiebung auf den Konflikt zwischen bezahlter Berufstätigkeit und häuslicher Sorge und Pflege abzeichnet, wird im Anschluss gezeigt.“ (F.R., F.T., R.W.) Berlin 19.9., 19 Uhr, Kino Arsenal 2 | Frankfurt 26.09., 18 Uhr, Weltkulturen Museum Semiotics of the Kitchen 1912 dokumentierte ein anonymer Kameramann in The Bakery mit dem Herstellungsprozess der Cakes zugleich die Arbeitsteilung der Geschlechter. In den 1970er Jahren ging die Politisierung Hand in Hand damit, dass die Frauen selbst zur Kamera griffen, um ihre Arbeit zu zeigen. Die Filme Raspé’s gehörten zu den frühesten: Backe, backe Kuchen entstand 1972. Wie Raspé, überblendet Dóra Maurer in Timing / Idömérés (1973/80) Kamera- und Hausarbeit, aber nun in einem Spiel mit der Leinwand, das zwischen der sorgfältigen Tätigkeit des Wäschefaltens und dem Ausmessen der Kinoleinwand oszilliert. Martha Roslers Semiotics of the Kitchen (1975) teilt mit Raspé das Thema „Aggression in der Küche“, spitzt es zu und entfaltet in einer Demonstration von Kochutensilien ein Lexikon des Zorns und der Frustration. Leise Töne schlägt Laura J. Padgett’s Fragment (1984) an, indem sie sich die Dinge der Hausarbeit mittels der Kamera aneignet, so dass sie sich in eine Atmosphäre ihrer häuslichen Lebenswelt einschmiegen. Karin Hörlers Frisch (1987) wendet sich der Gegenwelt 5


solcher Intimität zu, der Industrialisierung, wie sie auch noch die Wunschbilder des Essens erfasst. Mit Solidarity (1973) wechselte Joyce Wieland die Seiten von der Konsumentin zu den Arbeiterinnen einer Keksfabrik. Die Kamera geht mit ihnen mit, buchstäblich neben den Füßen der Streikenden. Solidarität zeigt auf andere Weise das behutsame Porträt Gülüzar, das Hatice Ayten 1994 von ihrer Mutter aufnahm. 2013 ist das Thema Hausarbeit nicht erledigt, ob es aber etwa jetzt als Komödie wiederkehren kann – stellt Sasha Pirkers LIVEPAN uns als Frage. Frankfurt 26.9., 20.30 Uhr, Weltkulturen Museum Kreuzberg Adiö Kreuzberg Adiö nähert sich der gegenwärtigen Situation über die (Stadt-)Geschichte, von Kreuzberg über Neukölln bis in ein unbekanntes Dickicht. Margaret Raspés Super 8 Impression 1. Mai in Berlin-Kreuzberg (1973) zeigt das Straßenfest am Mariannenplatz vor dem ehemaligen Künstlerhaus Bethanien, das sie mit ihren Kindern besucht. Rosi S.M.’s Mama Hemmers geht zum letzten Mal mit ihrem Pastor über’n Heinrichplatz: Kreuzberg Adiö (1980) bezieht über einfache, klare Kamerabewegungen „vom Kottbusser Tor bis zur sa(h)nierten Naunynstraße“ Position zur Kahlschlagsanierung und widmet ihren Film den Alltagsrebellen. Den Müll nach der 1. Mai-Demonstration 1972 am Karl-Marx-Platz in Neukölln bearbeitet Joseph Beuys mit zwei ausländischen Studenten in Ausfegen (Joseph Beuys/Jürgen Boettcher, 1972), der Abfall samt rotem Besen wird am Ende in der Galerie Block arrangiert. Und Vlado Kristl schmettert mit Carola Regnier den Willkommensruf zum Weltkongress der Obdachlosen (2004). Berlin 19.9., 21 Uhr, Kino Arsenal 2 Mit dem Kamerahelm 1971 hat Margaret Raspé den Kamerahelm erfunden. Mit dieser Konstruktion – einem einfachen Bauhelm, an dem mit zwei Schienen die kleine Agfa-Microflex-Super 8 Kamera vor dem Auge befestigt ist, einem Fernauslöser sowie zwei um die Taille gegürteten Bändern, die diesen Helm stabilisieren – erforschte Raspé, wie sich das Kamera-Auge mit der physisch-psychischen Erfahrung von Alltagsprozessen verbindet. „Eine wirklich direkt subjektive, an den Körper gebundene Kamera, die auch alle 6


Bewegungen des Auges und damit des Kopfes einbezieht – Hand- und Kopfarbeit.“ Raspés Filme wie Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige (1971) weisen aber immer auch über das bloße Abbild des alltäglichen Arbeitsvorgangs – hier das Sahneschlagen – hinaus. In Oh Tod – wie nahrhaft bist Du (1972–73), wird ein Huhn geschlachtet und ausgenommen: „Ich wollte wissen, was Tod ist – den Moment kennen, in dem Leben umbricht. Ich habe nie vorher ein Tier bewusst getötet.“ (MR) Eine weiße Porzellantasse in Form eines Frauenkörpers mit hervorstehendem Busen und der Aufschrift „LET THEM SWING“ – die Brüste bewegen sich in der Trinkbewegung mit – ist eine der vielen Darstellerinnen in Raspés Super 8 Film Alle Tage wieder – let them swing! (1974); und der zentralperspektivische Malblick auf die Leinwand Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen (1979) öffnet sich über die Eingrenzung hinaus. Berlin 20.9., 15 Uhr, Kino Arsenal 2 | Frankfurt 27.9., 16 Uhr, Weltkulturen Museum Körper <—> Apparat Das Programm zeigt eine Vielfalt von Verhältnissen, die der Mann und vor allem die Frau mit der Kamera eingehen können: ein distanziertes und mit Distanz spielendes wie Valie Exports Body Tape (1970) und Closed Circuit 2013 von Sasha Pirker, in dem sich die Kamera mit dem Körper und der Film mit dem Polaroid zusammenschließen; oder auch Kerstin Cmelkas Doppelbelichtungsfilm Mit mir (2000). Taktile Nähe herzustellen suchen Lieben (1990) von Tamara Grcic und Friedl vom Gröllers Im Wiener Prater (2013). Adolf Winkelmanns Klassiker der späten 1960er Jahre, Kassel 9.12.67, 11.54h (1967), steht dazwischen. Das Programm beginnt mit der Super 8Doppelprojektion von Raspés Selbstporträt und Vice versa (1979): ihre Kamera ist vom Kopf in die Hand zurückgekehrt, der Körper in Ruhelage. Es endet mit Gelb, Rot und Blau entgegen (1983), Kamerahelmfilm, der abermals das Energetische des Körpers, von der Reproduktionsarbeit befreit, in der malenden Hand aufnimmt. Berlin 20.9.,19 Uhr, Kino Arsenal 2 | Frankfurt 27.9., 19 Uhr, Weltkulturen Museum

Rituale Raspés Filme, die Hausarbeit reflektieren, berühren auch das Thema der Körperarbeit und der Rituale, das Raspé mit Anastenária – Das Fest der Feuerläufer von Lagadás (1978–85) in die Nähe zum ethnographischen Film führte. Ihren Filmen ist ein Blick7


wechsel zwischen den vertrauten Alltagsritualen und uns begegnenden Riten fremder Feste eigen. Das Programm „Rituale“ entfaltet diesen Wechselblick oder diese Blickverschränkung. Mythisches lässt Moucle Blackouts Die Geburt der Venus (1970–72) im Alltag aufblitzen, während Jean Rouchs Pam Kuso Kar (1974) eine einzige Hingabe der Kamera an ein Trauerritual in Niger ist, und Maya Derens Meshes of the Afternoon (1943) in der Mischung aus dokumentarischen Aufnahmen und Traumallusionen in die Unvertrautheit des Vertrauten führt. In diesem Zusammenhang hat auch Raspés Homemovie Weibliche Rituale (1976) seinen Ort, die Aufnahme einer spielerischen

Rite de Passage dreier junger Berliner Mädchen, der Töchter und deren Freundin. Berlin 20.9., 21 Uhr, Kino Arsenal 2 | Frankfurt 27.9., 21 Uhr, Weltkulturen Museum Anastenária

Anastenária, das Fest der Feuerläufer von Lagadás (1978–85) „Ein dokumentarischer Film von einem ungewöhnlichen, vorchristlich-christlich überlagerten Ritual einiger Familiengruppen in der Nähe von Thessaloniki, die 1913 nach den Balkankriegen als Griechen aus ihren Heimatorten im heutigen Südbulgarien vertrieben wurden. Das Ritual war früher geheim und wird nur innerhalb der Familien weitergegeben. Sie beziehen sich auf die griechisch-orthodoxe Ikone von Konstantin dem Großen und seiner Mutter Helena. Die Entscheidung, diesen Film mit Super 8 und allein zu machen, war eine Entscheidung für die besondere Nähe zu den Feuerläuferfamilien. In einem sieben Jahre dauernden Prozess lebte ich mehrmals für Wochen in einer der Feuerläuferfamilien und betrieb Lese-Forschung über Herkunft des Rituals. Die Zeitabläufe sind im Film zusammengefasst, um den Energiebogen des Rituals zwischen Erregung und Entspannung, Aktion und Pausen nachzubilden.“ (Margaret Raspé, August 2014) Berlin 21.9., 16 Uhr, Kino Arsenal 2 | Frankfurt 28.9., 13 Uhr, Weltkulturen Museum Nightcleaners Mike Sperlinger, Mitbegründer des Verleihs LUX – Artists’ Moving Images, London, wird aus der Kenntnis der Kamerahelmfilme von Margaret Raspé – die schon von der Vorgängerorganisation London Film-Makers’ Co-operative verliehen wurden – den Film

Nightcleaners, Part 1 (1975) des Berwick Street Collective einführen. Zu diesem 8


Kollektiv gehörten die Gründer Marc Karlin und James Scott; weitere Mitglieder waren die feministische Künstlerin Mary Kelly sowie Richard Mordaunt, Jon Saunders and Humphrey Trevelyan. Die englische Filmkritikerin Claire Johnston sprach vom „wichtigsten politischen Film, der jemals in diesem Land produziert wurde“ (Jump Cut, 1976). Geplant war er ursprünglich in den Konventionen eines Fernsehfilms: nur aus der Perspektive der Nightcleaner – um ihn in der politischen Kampagne für die gewerkschaftliche Organisierung der Putzkräfte zu verwenden. Während des Schnitts aber wurde diskutiert und entschieden, nicht nur einfach die Ereignisse zu dokumentieren, sondern den filmischen Prozess der Bedeutungsproduktion sowie die politischen Widersprüche des Kampfes grundsätzlich zu reflektieren und damit die Zuschauer_innen zu aktivieren. Berlin 21.9., 19 Uhr, Kino Arsenal 2

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Die Filme von Margaret RaspĂŠ


Alle Tage wieder â&#x20AC;&#x201C; let them swing! Margaret RaspĂŠ, BRD 1974, Farbe, ohne Ton, Super 8, 19 Min. Abwaschen scheint eine der langweiligsten Arbeiten im Haushalt zu sein. Im Film ist es flatternder Rhythmus einer Arbeit. Die Geschirrlandschaft wird von rechts nach links, durch Wasser hindurch bewegt, aus denselben Objekten neu zusammengesetzt. 12


Anastenária – Das Fest der Feuerläufer von Lagadás Margaret Raspé, BRD 1978–85, Farbe, Ton, Super 8, 90 Min. Das Wort Anastenária hat Anklänge an Griechisch: anastenázo – seufzen, nystia – nüchtern, hestia – Feuer, anaistisia – Gefühllosigkeit, anávo – anzünden, reizen, brennen, anastásis – Auferstehung. Lagadás, ca. 30 km von Thessaloniki am See Corona gelegen, ist eines der Dörfer, in denen das Fest gefeiert wird. Bestimmte Feuerläuferfamilien treffen sich dort an diesen Tagen. Frauen und Männer, aber auch 14- bis 15-jährige in das Ritual eingeführte Mädchen und Jungen erreichen einen tranceähnlichen Zustand der Meditation, der sie befähigt, über die 400–500° heißen glühenden Kohlen ohne irgendwelche Verbrennungen zu gehen. Alle Feuerläufer entscheiden selbst, ob sie den Zustand für das Feuerlaufen erreicht haben. Es gibt keinen Zwang. Sie sind Christen, aber die Elemente des Rituals verweisen auf vorchristliche mystische Initiationsriten (Dionysoskult, Mithraskult). Herkunft und Alter sind ungewiss. Das Ritual folgt einem Jahreszyklus, in dem wichtige Daten im Januar und im Oktober liegen. Im Oktober wird der Stier für den nächsten Mai ausgesucht. Er soll ein oder drei Jahre alt sein, unverletzt, frei auf der Weide lebend, ohne ein Joch getragen zu haben. Auch zu diesen Anlässen gibt es Treffen zu Meditationstänzen im ‚Konkai’ und privaten Feuerlauf.

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Backe, backe Kuchen Margaret RaspĂŠ, BRD 1972, Farbe, ohne Ton, Super 8, 20 Min. Ich hatte einen SelbstauslĂśser gefunden, der eine ganze Kassette durchzieht. Konnte einen Teil der Technik vergessen, mich freier bewegen. Zeitschnitte sind nun nur Kassettenwechsel und die Zeit, die der Teig zum gehen braucht.

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Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen Margaret Raspé, BRD 1979, Farbe, ohne Ton, Super 8, 18 Min. Malvorgang auf gerahmtem, weiß grundiertem Nessel, Größe: H 80 cm x B 110 cm, Farbe Blau auf Weiß. Die Leinwand steht auf der Staffelei, der Farbtopf und Wasser auf dem Boden. Der Rand der Leinwand taucht im Film immer wieder auf, der Filmstreifen rahmt die einzelnen bewegten Bilder. In allen meinen automatischen Zeichnungen und Bildern geht es nicht um Illustration, sondern um den Energieprozess des Malens. Einmal trete ich zurück, um das Gemalte anzusehen, das ich durch die kleinen Ausschnitte beim Filmen mit dem Kamerahelm nicht vollständig übersehen kann. Mit breitem Pinselschlag lösche ich eine erschienene, scheinbare Illustration. Der Prozess geht weiter. Meine Katze huscht durchs Filmbild. Ende, Gesamtaufnahme des entstandenen Bildes. (Margaret Raspé, 2014)

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1. Mai in Berlin-Kreuzberg Margaret Raspé, BRD 1973, Farbe, ohne Ton, Super 8, 18 Min. Margaret Raspé filmt aus der Hand mit Kameraschnitt mehrere Rollen Super 8-Material auf dem 1. Mai-Straßenfest am Kreuzberger Mariannenplatz. Vor dem ehemaligen Bethanien-Krankenhaus sind Stände aufgebaut, die Kamera beobachtet Kinderspiele und zeigt Parolen und Forderungen der Zeit: „Weg mit dem § 175“, „Kampf den Reaktionären“, „Kampf der Kahlschlagsanierung“, „Gegen die Ausländergesetze“, „Keine Ämter ins Bethanien“.

Gelb, Rot und Blau entgegen Margaret Raspé, BRD 1983, Farbe, ohne Ton, Super 8, 28 Min. Kamerahelm auf dem Kopf: gleichzeitig malen und filmen. Das instrumentalisierte Auge löst Orientierung auf. Im Film verschwinden die Grenzen des Bildes und öffnen Feld – Bewegung und Zeit. Die Kamera „fliegt“, registriert, an den Körper geheftet, die Schläge des Pinsels. Grenzeinhaltung im Bild steht Auflösung der Grenzen im Film gegenüber. Diese letzte Filmarbeit mit dem Kamerahelm untersucht Orientierung im Bild, Zeitablauf, Körperenergetik, Statik und Bewegung in der Aktion des gleichzeitig Malens und Filmens. Ich spalte mich: einerseits körperlich, locker in der aktionistisch gelöst malenden Hand, andererseits rational konzentrierte Beobachterin der im Sucher der Kamera gleichzeitig mit dem Pinsel auftauchenden, nur ca. 40 cm x 50 cm großen Bildausschnitte. Im Film sind es Tausende von einzelnen Bildern, die in der Projektion als Zeitband ablaufen. Das Bild auf der Leinwand verdichtet sich, wird statisch. Drei Farben, im Malprozess überlagert.

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Oh Tod, wie nahrhaft bist Du Margaret Raspé, BRD 1972–73, Farbe, ohne Ton, Super 8, 15 Min. Ich wollte wissen, was Tod ist – den Moment kennen, in dem Leben in Tod umbricht; fühlen, wie der fließende Wechsel des Lebens unterbrochen wird, von dem was ich tue, um zu essen. Den Tod realisieren, der in unserer technischen Gesellschaft sorgfältig versteckt wird. Nie vorher hatte ich ein Tier bewusst getötet. 18


Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige Margaret Raspé, BRD 1971, Farbe, ohne Ton, Super 8, 6 Min. Der Titel kommt aus einem Buch über menschliche Perversionen. Ich benutzte wieder den 30-Sekunden-Selbstauslöser. Der Film handelt von süßer Sahne, die zu Butter wird. Von der Kuh stammend, Anteil der Milch, Nahrung für das Kalb, in einem Karton, auf dem das Wort „Schlagsahne“ steht. Geschlagen mit einem elektrischen Mixer, bis sich das Fett von der Flüssigkeit trennt. Als ich den Film dann sah, bemerkte ich, dass der elektrische Strom anonymisiert. Du kannst die Kraft, die das Material transformiert, nicht mehr sehen.

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Schweineschnitzel Margaret Raspé, BRD 1971, Farbe, ohne Ton, Super 8, 4 Min. Der Film zeigt, in einem Bereich von ungefähr 20 x 30 cm, was meine Hände mit dem Material machen. Schweineschnitzel war der erste Film, den ich mit dem Kamerahelm gemacht habe, nachdem ich lange über Aggression in der Küche nachgedacht hatte. Es gab eine Schwierigkeit: ich wollte gern, dass der Film kontinuierlich ohne Schnitt durchläuft, konnte aber keinen Selbstauslöser finden, der eine ganze Kassette durchzieht. So musste ich mich mit einem Selbstauslöser begnügen, der nur 30 Sekunden läuft. Er musste immer wieder herausgenommen, aufgezogen und wieder eingesteckt werden. Deshalb musste ich die Arbeit in kleine Sequenzen auflösen und nachdenken, was ich in 30 Sekunden tun könnte.

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Die Selbstbewegung des Frautomaten, oder Schein bleibt Schein Margaret Raspé, BRD 1977, Farbe, ohne Ton, Super 8, 12 Min. Automatische Zeichnung auf weißem DIN A 4-Blatt. Hand mit Radiograph bewegt sich zeichnend auf dem Blatt, wirft einen Schatten. Im Prozess der Zeichnung ergeben sich immer wieder illustrative Assoziationen, die sich ständig ändern. Die Zeichnung verdichtet sich zunehmend. Sie ist k e i n e Illustration, nur schwarz auf weiß. (Margaret Raspé, 2014) Selbstporträt und vice versa Margaret Raspé, BRD 1979, Farbe, sep. Ton, Super 8, 3 1/2 Min. Doppelprojektion auf eine Leinwand, vorwärts und auf den Kopf gestellt rückwärts. Projektion 1, wie die Aufnahme, Busen unten im Bild. Projektion 2 auf den Kopf gestellt, rückwärts kopiert, genau übereinander projiziert, mit minimaler Zeitverschiebung; Busen oben im Bild, als sähe ihn ein anderer. Separater Ton Grillenzirpen. 21


Weibliche Rituale Margaret Raspé, BRD 1976, Farbe, ohne Ton, Super 8, 15 Min. Dokumentation der Verkleidung zweier junger Mädchen. Zwei junge Mädchen, Freundinnen, sonst täglich in Jeans und T-Shirts für die Schule, verkleiden sich für Fasching: Schminken, verschiedenes ausprobieren, anziehen, um Damen zu werden. Ein Bild von sich zu schaffen, das sie nur aus Filmen kannten, nicht lebten. Ich, vertraute Mama – kam mit der Kamera in diese sehr intime Zeremonie. (Margaret Raspé, 2014) Sämtliche Texte zu den Filmen stammen, wenn nicht anders vermerkt, von Margaret Raspé aus den 1970er/80er Jahren

Bilder S. 9–23 9 Detail aus Alle Tage wieder – let them swing! 11,12 Alle Tage wieder – let them swing! * 13 Szenenfotos aus Anastenária – Das Fest der Feuerläufer von Lagadás 14 Backe, backe Kuchen 15 Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen * 17 Margaret Raspé dreht Gelb, Rot und Blau entgegen, Foto Vincent Trasov 1983 18 Oh Tod, wie nahrhaft bist Du * 19 Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige * 20 Schweineschnitzel * 21 Die Selbstbewegung des Frautomaten, oder Schein bleibt Schein * 22 Weibliche Rituale, Fotos Margaret Raspé 23 Oh Tod, wie nahrhaft bist Du * * Kaderausbelichtung Gunter Deller

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Kino Arsenal | Berlin 18.– 21.9.2014

DO 18.9. 19.30 Uhr

Selbstbewegung Einführung Monika Treut, Hamburg Timing / Idömérés, Dóra Maurer, 1973–80 Backe, backe Kuchen, Margaret Raspé, 1972 Fragment, Laura J. Padgett, 1987 Gülüzar, Hatice Ayten, 1994 Solidarity, Joyce Wieland, 1973 LIVEPAN, Sasha Pirker, 2013 Someone has got to do it, Henriette Heise, 1995 Die Selbstbewegung des Frautomaten, oder Schein bleibt Schein, Margaret Raspé, 1977

FR 19.9. 19.00 Uhr

tomorrow and tomorrow and tomorrow Gruppe counterplanning from the kitchen, Berlin (Felicita Reuschling, Fabian Tietke, Rebecca Wilbertz) Vortrag, Filme, Diskussion, ca. 90 Min. Often During the Day, Joanna Davis, 1979 Alle Tage wieder – let them swing!, Margaret Raspé, 1974 Lotería, Janina Möbius, 2009 (Ausschnitt)

21.00 Uhr

Kreuzberg adiö 1. Mai in Berlin-Kreuzberg, Margaret Raspé, 1973 Mama Hemmers geht mit ihrem Pastor zum letzten Mal über’n Heinrichplatz: Kreuzberg Adiö, Rosi S.M., 1980 Ausfegen, Joseph Beuys/Jürgen Böttcher, 1972 Weltkongress der Obdachlosen, Vlado Kristl, Carola Regnier, Johanna Pauline Meier, 2004

Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V. Potsdamer Straße 2 · 10785 Berlin www.arsenal-berlin.de 24


Kino Arsenal | Berlin 18.–21.9.2014

SA 20.9. 15.00 Uhr

Margaret Raspé im Kontext der Avantgarde der 1970er Jahre Vortrag Hemma Schmutz, Wien Anschließend in Anwesenheit von Margaret Raspé Mit dem Kamerahelm Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen, Margaret Raspé, 1979 Schweineschnitzel, Margaret Raspé, 1971 Oh Tod, wie nahrhaft bist Du, Margaret Raspé, 1972–73 Alle Tage wieder – let them swing!, Margaret Raspé, 1974

19.00 Uhr

Körper <—> Apparat Selbstporträt und vice versa, Margaret Raspé, 1979 Lieben, Tamara Grcic, 1990 Closed Circuit 2013, Sasha Pirker, 2013 Body Tape, Valie Export, 1970 Mit mir, Kerstin Cmelka, 2000 Adolf Winkelmann, Kassel 9.12.67,11.54h, Adolf Winkelmann, 1967 Im Wiener Prater, Friedl vom Gröller, 2013 Gelb, Rot und Blau entgegen, Margaret Raspé, 1983 Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin Sasha Pirker, Wien

21.00 Uhr

Rituale Die Geburt der Venus, Moucle Blackout, 1970–72 Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige, Margaret Raspé, 1971 Weibliche Rituale, Margaret Raspé, 1976 Pam Kuso Kar, Jean Rouch, 1974 Meshes of the Afternoon, Maya Deren, 1943

SO 21.9. 16.00 Uhr

Anastenária Anastenária – Das Fest der Feuerläufer von Lagadás, Margaret Raspé, 1978– 85 Anschließend Gespräch Ute Holl mit Margaret Raspé

19.00 Uhr Nightcleaners Einführung Mike Sperlinger, London/Oslo Nightcleaners, Part 1, Berwick Street Collective, 1975 25


Weltkulturen Museum | Frankfurt am Main 26.– 28.9.2014

FR 26.9. 18.00 Uhr

tomorrow and tomorrow and tomorrow Gruppe counterplanning from the kitchen, Berlin (Felicita Reuschling, Fabian Tietke, Rebecca Wilbertz) Vortrag, Filme, Diskussion, ca. 90 Min. Often During the Day, Joanna Davis, 1979 Alle Tage wieder – let them swing!, Margaret Raspé, 1974 Lotería, Janina Möbius, 2009 (Ausschnitt)

20.15 Uhr

Semiotics of the Kitchen Einführung Madeleine Bernstorff, Karola Gramann, Heide Schlüpmann Timing / Idömérés , Dóra Maurer, 1973–80 Backe, backe Kuchen, Margaret Raspé, 1972 Semiotics of the Kitchen, Martha Rosler, 1975 Gülüzar, Hatice Ayten, 1994 Fragment, Laura J. Padgett, 1987 Frisch, Karin Hörler, 1987 The Bakery, Imperium Film, 1912 Solidarity, Joyce Wieland, 1973 Die Selbstbewegung des Frautomaten, oder Schein bleibt Schein, Margaret Raspé, 1977 LIVEPAN, Sasha Pirker, 2013

Weltkulturen Museum Schaumainkai 29–37 · 60594 Frankfurt am Main www.weltkulturenmuseum.de 26


Weltkulturen Museum | Frankfurt am Main 26.–28.9.2014

SA 27.9. 16.00 Uhr

Margaret Raspé im Kontext der Avantgarde der 1970er Jahre Vortrag Hemma Schmutz, Wien Anschließend in Anwesenheit von Margaret Raspé Mit dem Kamerahelm Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen, Margaret Raspé, 1979 Schweineschnitzel, Margaret Raspé, 1971 Oh Tod, wie nahrhaft bist Du, Margaret Raspé, 1972–73 Alle Tage wieder – let them swing!, Margaret Raspé, 1974

19.00 Uhr

Körper <—> Apparat Selbstporträt und vice versa, Margaret Raspé, 1979 Lieben, Tamara Grcic, 1990 Closed Circuit 2013, Sasha Pirker, 2013 Body Tape, Valie Export, 1970 Mit mir, Kerstin Cmelka, 2000 Adolf Winkelmann, Kassel 9.12.67,11.54h, Adolf Winkelmann, 1967 Im Wiener Prater, Friedl vom Gröller, 2013 Gelb, Rot und Blau entgegen, Margaret Raspé, 1983 Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin Sasha Pirker, Wien

21.00 Uhr

Rituale Einführung Ute Holl, Basel Die Geburt der Venus, Moucle Blackout, 1970–72 Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige, Margaret Raspé, 1971 Weibliche Rituale, Margaret Raspé, 1976 Pam Kuso Kar, Jean Rouch, 1974 Meshes of the Afternoon, Maya Deren, 1943

SO 28.9. 13.00 Uhr

Anastenária Anastenária – Das Fest der Feuerläufer von Lagadás, Margaret Raspé, 1978–85 Anschließend Gespräch Ute Holl, Rembert Hüser mit Margaret Raspé

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Filme mit dem Kamerahelm Schweineschnitzel 1971, Farbe, ohne Ton, Super 8, 4 Min. Der Sadist schlägt das eindeutig Unschuldige 1971, Farbe, ohne Ton, Super 8, 6 Min. Backe, backe Kuchen 1972, Farbe, ohne Ton, Super 8, 20 Min. Oh Tod, wie nahrhaft bist Du 1972–73, Farbe, ohne Ton, Super 8, 15 Min.

Die Selbstbewegung des Frautomaten, oder Schein bleibt Schein 1977, Farbe, ohne Ton, Super 8, 12 Min. Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen Margaret Raspé, 1979, Farbe, ohne Ton, Super 8, 18 Min. Gelb, Rot und Blau entgegen 1983, Farbe, ohne Ton, Super 8, 28 Min.

Alle Tage wieder – let them swing! 1974, Farbe, ohne Ton, Super 8, 19 Min.

Dokumentarische Filme Alan Kaprow, Sweet Wall 1970, Farbe, ohne Ton, Super 8, ca. 6 Min. Kamera: Gunter Brus und Margaret Raspé.

Selbstporträt und vice versa 1979, Farbe, sep. Ton, Super 8, Doppelprojektion, 3 1/2 Min.

Kinderfest in der Taut-Siedlung Onkel Toms Hütte 1971, Farbe, ohne Ton, Super 8, 28 Min.

Als ob wir wüssten, wer wir sind 1979, Farbe, ohne Ton, Super 8, ca. 40 Min.

1. Mai in Berlin-Kreuzberg 1973, Farbe, ohne Ton, Super 8, 18 Min. Für Glaube Sitte und Heimat 1974, Farbe, ohne Ton, Super 8, 23 Min. Weibliche Rituale 1976, Farbe, ohne Ton, Super 8, 15 Min. Die große Woche in Olimbos/ Karpathos 1978, Farbe, Ton, 16 mm, 30 Min. Zusammen mit Frank Czygan. Kamera Frank Czygan, Ton Margaret Raspé, Schnitt Czygan und Raspé, Produktion Pik 7 Film, München

28 | Filmographie Margaret Raspé

Anastenária – das Fest der Feuerläufer von Lagadás 1978–85, Farbe, Ton, Super 8, 90 Min. Uraufführung Internationales Forum des Jungen Films Berlin, 1985 Tanz, Helga Retzer und Joel Fisher 1979, Farbe, ohne Ton, Super 8, 7 Min. Filmschlaufe, läuft einmal vorwärts, einmal rückwärts durch den Projektor. – Installation. – Beitrag zur Ausstellung A Salut to Helga, DAAD Galerie, Berlin 1986 Akropolis ade 1981, Farbe, ohne Ton, Super 8, 8 Min.


Closed Circuit 2013, Sasha Pirker

Kontextfilme

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Adolf Winkelmann, Kassel 9.12.67, 11.54 h Adolf Winkelmann, BRD 1967, s/w, Ton, 16 mm, 8 Min. In Adolf Winkelmann, Kassel 9.12.67, 11.54 h filmt Winkelmann sich selbst mit vor die Brust geschnallter Kamera beim vorweihnachtlichen Spaziergang durch Kassel und dokumentiert gleichzeitig die erstaunten Reaktionen der beobachtenden Passanten. (Peer Moritz, CineGraph)

Ausfegen Joseph Beuys/Jürgen Böttcher, BRD 1974, Farbe, Ton, 16 mm/digital, 25 Min. „Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, das Richtige tun. Das ist Kunst.“ (Joseph Beuys). Am 1. Mai 72 fegte Joseph Beuys nach den Demonstrationen zusammen mit zwei Auslandsstudenten den Karl-Marx-Platz im damaligen West-Berlin. [...] Der Reinigungstrupp vom 1. Mai 72 macht mit einer kleinen Geste deutlich, was Beuys unter dem erweiterten Kunstbegriff verstand, er verweist auf soziale Ungleichheit und auf ein Problem linker Politik: Nachdem am Tag der Arbeit demonstriert und gefeiert wurde, räumen die ‚Gastarbeiter’ den Müll weg. Die Gewerkschaften hatten sich nie besonders für die Gastarbeiter in den Niedriglohnsektoren eingesetzt. Die Linke sprach aber gerade in den 1970er Jahren noch oft von internationaler Solidarität der unteren Klassen. Die Dreiergruppe leistete also hier auch ein Stück gesellschaftlicher Aufräumarbeit. (Susanne Leeb, Projekt Migration)

The Bakery Prod. Imperium Film, GB 1912, s/w, stumm, 16 mm von 35 mm, 11 Min. Ein Film aus dem ‚Genre’ der detailgenauen Arbeitsbeobachtungen des Frühen Kinos. Arbeitsteilung: Männer rühren den Teig und löten die Keksdosen, Frauen verpacken und verzieren. (Heide Schlüpmann) 31


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Body Tape Valie Export, A 1970, s/w, Ton, Beta SP/DVD, 5 Min. 1: Touching – 2: Boxing – 3: Feeling – 4: Hearing – 5: Tasting – 6: Pushing – 7: Walking. Performerin: Valie Export. In einer Reihe witziger, minimalistischer Studien, die jeweils durch Zwischentitel eingeführt werden, untersucht Valie Export die Beziehung von Wort und Handlung. (sixpackfilm Katalog) Closed Circuit 2013 Sasha Pirker, A 2013, Farbe, ohne Ton, 16 mm, 3 Min. In Sasha Pirkers konzeptueller Versuchsanordnung Closed Circuit 2013 treffen die zwei analogen Formate, Polaroid und 16 mm-Film, und die damit einhergehenden vorgegebenen Einheiten von Dauer und deren materialästhetischen Ausformulierungen aufeinander. Die Entwicklungszeit des Polaroids korreliert in dieser Arbeit mit der vorgegebenen Länge einer 16 mm-Spule, die drei Minuten beträgt, exakt die Dauer von Pirkers in einer Einstellung gedrehten Films. (Dietmar Schwärzler, sixpackfilm Katalog) Fragment Laura J. Padgett, BRD 1987, s/w, Ton, 16 mm, 2 Min. Der Film ist eine kurze Studie zum Zusammenhang von Sprache und visuellen Eindrücken. Umkehr- und Negativ-Aufnahmen wurden zusammengeschnitten, um die Qualitäten des Schwarz/Weiß-Filmes hervorzuheben. Sämtliche Aufnahmen sind in einer Wohnung aufgenommen. Die Sprachfetzen sind geflüsterte Stimmen, wobei die einzelnen Textsegmente flüchtig auftreten. Der Film ist von seiner Stimmung eher etwas Intimes. (Laura J. Padgett) Frisch Karin Hörler, BRD 1987, Farbe, Ton, 16 mm, 3 Min. Am Mittag gebratene Steaks und Schnitzel, herzhafter Schinken, Leberkäs und Salami am Abend. Würstchen und Speck in frischer Gemüsesuppe. Scharf gewürztes Schaschlik am Spießchen. Garnierte Aufschnittplatte für abendliche Gäste. Kräftigende Wurstwaren für die Schulpause. Duftender Braten für den sonntäglichen Tisch. Wiener Würstchen, als kleines Schnellgericht aus Ihrem Fleischer-Fachgeschäft. (Karin Hörler) 33


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Die Geburt der Venus Moucle Blackout, A 1970–72, s/w, Ton, 16 mm, 5 Min. Trickfilm aus Fotografien von vier Freunden und einem toten Schwein. Hommage an eine Liebesgeschichte. Die meisten Bilder bewegen sich symmetrisch über eine Mittelachse. Das Titelbild zeigt Botticellis „Geburt der Venus“, wobei die Gestalten links und rechts der Venus mit symmetrischen Schweinemontagen überblendet werden. Am Ende des Films erscheint ein Detail desselben Bildes auf der Packung eines Toilettengeruchsverbesserers (Snif). Als Ton unterlegte ich drei Beatles-Songs, die durch den Text das Dargestellte unterstreichen. Das Bild ist im Rhythmus des Tones geschnitten. Das Schwein ist Symbol für die Frau als Opfer. Es bedeutet aber auch Assoziationen zu Schwein wie: armes Schwein, blöde Sau, Saustall, Schweinerei, Drecksau, saumäßig, Ferkelei etc. (Moucle Blackout, sixpackfilm Katalog) Gülüzar Hatice Ayten, D 1994, s/w, Ton, Beta SP/DVD, 8 Min. Zwischentitel: Sie arbeitet sehr viel. Morgens geht sie putzen. Abends ist sie Köchin. Sie wohnt auf der Blumenthalstrasse. Sie ist 45 Jahre alt. „Aytens handgehaltene Videokamera nimmt die in den Blick genommenen Objekte und Personen aus der Distanz auf, durch einen Türrahmen etwa, sie beobachtet, wie sich ein Eimer mit Wasser füllt, und vermeidet es, ausschließlich den Bewegungen der Person zu folgen. Die Kamera erhascht ihren Körper, der wischt, fegt, nasse Lappen auswringt. Ein einziges Mal bleibt sie für 10 Sekunden auf Gülüzars ernstem Gesicht.“ (Robin Curtis) Im Wiener Prater Friedl vom Gröller A 2013, s/w, ohne Ton, 16 mm, 2 Min. Im schütter verschneiten Wiener Prater stehen ein etwas windschiefes Stativ und ein geöffneter Stadtrucksack auf der Wiese, und eine Tüte hängt am Baum. Die bodennah verfolgende Handkamera filmt durchs Geäst eine Winterspaziergängerin, sie pirscht ihr nach, versteckt sich hinter einem Baumstamm und spürt sie auf, hinter einem gefällten Stamm. Da hockt sie, den Unterkörper entblößt, und pisst. Noch näher heran, Schamhaarflusen sind zu sehen, es plätschert, und nun sind wir mit diesem einzigartigen Blick, den die Kamera uns gestattet, mitten drin im Geschehen, unter dem Urinstrahl. Dann die Spaziergängerin von der Seite, sie guckt uns an, leicht unscharf, schüttelt sich, tropft den Urin ab, und das Ende des Films reißt weiß auf im Lichteinfall. (Madeleine Bernstorff) 35


Lieben Tamara Grcic, D1990, Farbe, ohne Ton, Super 8, 3 Min. Ich wollte immer einen Liebesfilm machen, der dem Gefühl des Liebemachens so nah wie möglich kommt. (Tamara Grcic) LIVEPAN Sasha Pirker, A 2013, Farbe, ohne Ton, 16 mm/Digibeta/file, 2 Min. Ein sekundenkurzes Stillleben, eine Schauanordnung: Bügelbrett, Bügeleisen und ein Haufen Hemden. Und dann die Klappe: „Films“ als Titel des Films – wie die frühen Filme einst genannt wurden. Scene 25, Take 1, Roll 1, Director/Camera: Sasha Pirker Eine komische Szene? Eine routinierte Büglerin im praktischen Jeanshemd steht bereit mit dem Bügeleisen, sieht uns, die Zuschauer_innen, ruhig und ungerichtet an und legt dann los. Wie von Zauberhand, einmal geplättet und schon liegt das Objekt schön gefaltet da, und wieder eine Klappe. Nächstes Hemd. Unbeachtete Produktionsform, kein Entrinnen, der deadpan, der stoische Ausdruck der Körper/Objekt-Komik – wie wir sie von Buster Keaton kennen – entwickelt sich zum livepan der Alltagsroutine. (Madeleine Bernstorff, sixpackfilm Katalog)

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Lotería R, B Janina Möbius, K Sandra Merseburger, S Till Steinmetz, D/Mexiko 2009, Farbe, Mini DV, 63 Min. (Ausschnitt) Familienbilder aus Mexikos Mitte und vom Rand: Was haben eine Amme, eine berufstätige alleinerziehende Mutter, ein Kindermädchen mit Anhang gemeinsam? Sie wollen das Beste für ihre Familie. Nur die Möglichkeiten sind verschieden. (Fabian Tietke) – Wie beim Einarmigen Banditen würfelt der Film die Erzählungen der drei beteiligten Parteien durcheinander: die der wohlständigen Mütter, die der erziehenden Kindermädchen, die der erwachsenen Kinder. Schauplatz dieses Lehrstücks über die Mechanik der Fürsorgeketten ist Mexiko. (Matthias Dell, polar # 17) Mama Hemmers geht zum letzten Mal mit ihrem Pastor über’n Heinrichplatz: Kreuzberg Adiö Rosi S.M., BRD 1980, Farbe, Ton, 16 mm, 8 Min. Der Film entstand 1980 während eines Kameraseminars mit Axel Block an der DFFB, die Musik durch eine Zusammenarbeit mit der HdK, Filmmusik Bernd Heller, und wurde komponiert von Gerd Weihe, eingespielt von Studenten der Filmmusikklasse. Der Titel bezieht sich – so wie die Widmung – auf einen Roman von Peter Paul Zahl Die Glücklichen, der unter anderem am Heinrichplatz spielt und in welchem „Mama Hemmers und ihr Pastor“ eine zentrale Rolle spielen. (Rosi S.M.) – Der Film wehrt sich mit einfachen poetischen Mitteln gegen die Zerstörung eines Stadtteils. (Jury der AG der Filmjournalisten, Oberhausen 1981)

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Meshes of the Afternoon Maya Deren, Alexander Hammid, USA 1943, s/w, ohne Ton, 16 mm, 14 Min. Der Film [...] der, nach Hammids Formulierung, als ‚Home-Movie’ in der 1466 Kings Road in Los Angeles, ein paar Blocks nördlich von Sunset Boulevard, gedreht wurde, kombiniert alles, was die Bolex, dieses Schweizer Präzisionsuhrwerk unter den 16mmKameras, an Einstellung zur Veränderung von Geschwindigkeiten, Blenden und Brennweiten vorsieht und mit ihrem Bildzählwerk an bildgenau berechneten Vielfachbelichtungen gestattet. Es entsteht ein Labyrinth der Wahrnehmung, das sich filmgeschichtlich als Labyrinth der Selbstwahrnehmung erweist. [...] Ebenso handelt das Flechtwerk von Meshes of the Afternoon vom Sehen des Sehens selbst und wie das Subjekt darunter verrückt und verschoben wird. (Ute Holl) Mit mir Kerstin Cmelka, A/D 2000, Farbe, ohne Ton, 16 mm, 3 Min. Eine Frau auf einem Bett. Ausgestreckt neben ihr liegt ihr Double, dem sie sich langsam zuwendet, um es zu streicheln, zu küssen, zu lecken, bevor sich die beiden dann ruhig aneinander schmiegen und es wieder dunkel wird.Eine schlichte Etüde. Ein einfaches Set-Up (mit doppeltem Boden): Die Frau ist die Filmemacherin selbst, die sich nicht nur in dieser Arbeit mittels Mehrfachbelichtung ihre geisterhaften Akteurinnen klont. Mit mir, ohne Ton und auf 16 mm gedreht, erinnert nicht zuletzt wegen dieses Ur-Spezialeffekts ans frühe Kino und seine Phantome. (Isabella Reicher, sixpackfilm Katalog)

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Nightcleaners, Part 1 Berwick Street Collective, GB 1975, s/w, Ton, 16 mm auf Digibeta, 90 Min. Nightcleaners ist ein kollektiv gedrehter Dokumentarfilm, der Putzfrauen bei ihrer nächtlichen Arbeit zeigt. Sie kämpfen darum, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Der Film verfolgt eine Reihe kompromissloser formaler Strategien, um Filmemacher und Publikum in diesen Kampf einzubeziehen. Damit verbindet er Arbeitskampf, Feminismus, Agitprop und Avantgarde-Kino auf wohl einzigartige Weise. Seine eigentümliche Strenge hatte zur Folge, dass er jahrelang mit einer gewissen Scheu, wenn nicht einem Gefühl der Peinlichkeit betrachtet wurde – wie ein nicht greifbarer Affront. Erst das wiedererwachte Interesse an radikalen dokumentarischen Praktiken in den letzten Jahren führte zu seiner Neuentdeckung als Präzedenzfall. Oberflächlich betrachtet könnten der politische und strukturelle Formalismus des Berwick Street Collective und das Werk Margaret Raspés nicht weiter voneinander entfernt sein. Aber beide Projekte entspringen einem ebenso dringlichen wie uneingelösten Bedürfnis, die Darstellung von Frauenarbeit mit einem radikal neuen Blick auf künstlerische Arbeit und die Produktionsprozesse der Filmindustrie zu verbinden. (Mike Sperlinger) 39


Often During the Day Joanna Davis, GB 1979, Farbe, Ton, 16 mm, 16 Min. Often During the Day konzentriert sich auf den Zustand einer Küche. Eine Serie zart getonter Schwarzweißaufnahmen lenkt unsere Aufmerksamkeit auf jene Ecken, an denen der Dreck sich zu sammeln pflegt, auf die dunklen Flecken, wie sie von Teeblättern hinterlassen werden, oder auf das verkleckerte Katzenfutter rings um den Napf auf dem Fußboden. Eine Frauenstimme beschreibt die Spuren, welche die Bewohner in der Küche hinterlassen haben, und reflektiert darüber, was Saubermachen und Aufräumen bedeuten – jene „überflüssigen kleinen Pflichten“. Eingeschnittene Zitate aus Ann Oakleys Die Soziologie der Hausarbeit erinnern uns daran, in welchem Maße Hausarbeit und Weiblichkeit synonym zu denken sind. Ganz allmählich führt uns der Film dazu, die alltäglichen Routinen, die man als selbstverständlichen Teil der weiblichen Identität zu nehmen gewohnt ist, in neuem Licht zu sehen. (Verleihkatalog Cinenova) Pam Kuso Kar Jean Rouch, NIG 1974, Farbe, Ton, 16 mm, 13 Min., franz. OF 1974 starb Pam Sambo Zima, der älteste der Trance-Priester Niameys (Niger) im Alter von siebzig Jahren. Der Film zeigt das Ritual der Totenehrung, in dessen Verlauf seine Gemeinde von dem Toten Abschied nimmt und die Zeremoniengeräte unter seinen Schülern verteilt werden. Geschirr wird zerbrochen, Tücher und Kleidungsstücke werden gefaltet. Jean Rouch filmte diese Feier als Plansequenz. (Madeleine Bernstorff)

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Semiotics of the Kitchen Martha Rosler, BRD 1975, s/w, Ton, Beta SP/DVD, 6 Min. Semiotics oft the Kitchen parodiert eine Fernseh-Kochshow, in der, wie Martha Rosler erklärt, „eine Art Anti-Julia-Child-Figur agiert (Child ist eine berühmte amerikanische Köchin) und die harmlose ‚Bedeutung’ von Küchengerät durch Wut- und Frustrationsäußerungen in ihr Gegenteil verkehrt.“ In dieser Arbeit, die auf einer Performance beruht, richtet sich die statische Kamera auf eine Frau in der Küche. Auf einer Theke vor ihr liegen diverse Utensilien. Sie hebt sie nacheinander hoch, benennt jedes einzelne und demonstriert seine Funktion – dies jedoch mit Gebärden, die dem üblichen Umgang mit den Utensilien widersprechen. Was dabei entsteht, ist eine ironische Grammatik aus Tönen und Gesten: Die Frau evoziert mit ihrer Demonstration das gewohnte Bedeutungssystem des Alltags, unterläuft es aber zugleich. Die herkömmliche, verlässliche Semiotik der Industrieprodukte und Esswaren explodiert wie ein Vulkan in Zorn und Aggression, und mithilfe dieses ‚Alphabets’ der Küche – so wieder Rosler – „buchstabiert die Frau mit jedem Wort, das sie spricht, ihre eigene Unterdrückung.“ (Verleihkatalog Electronic Arts Intermix) Solidarity Joyce Wieland, CDN 1973, Farbe, Ton, 16 mm, 10 Min. Mit der Handkamera läuft Joyce Wieland „solidarisch“ im Rhythmus der Demonstration gegen die Arbeitsbedingungen einer Keksfabrik mit und hält konsequent die Perspektive auf Füße und Schuhe der Demonstrierenden: eine Entheroisierung, die Alltag und Arbeit spürbar und die Vielfalt von politischem Engagement sichtbar macht. Im Off sind Aufrufe, Gesänge und Stimmen der Demonstrierenden zu hören, in der Bildmitte ist das Wort „solidarity“ zu lesen. Wieland fragmentiert und unterläuft den erwarteten großen Überblick. (Madeleine Bernstorff)

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Someone has got to do it Henriette Heise, DK 1995, Farbe, Ton, Hi8/file, 10 Min. Ich habe keinen Text zu diesem Video. Ich habe es gedreht, als ich noch Studentin an der Akademie war. Ich benutzte eine der kleinen Hi8-Kameras, die ich im Media Department ausleihen konnte und befestigte sie mit Gaffa-Tape an dem Spaten. Das Video ist auf einem leeren Gelände am Kopenhagener Hafen aufgenommen. In den neunziger Jahren wurde dort der Aushub von Baustellen gelagert. Ich mochte diese Gegend sehr und machte dort mehrere Videos. (Henriette Heise) Timing / Idömérés Dóra Maurer, H 1973/1980, s/w, ohne Ton, 16 mm, 10 Min. Ein weißes Leintuch wird vor schwarzem Hintergrund wieder und wieder gefaltet – dies misst zugleich die Zeit. Ich falte es insgesamt sieben Mal, jedes Mal beginne ich von vorn, und jedes Mal falte ich es kleiner zusammen. Die Proportionen des Tuches entsprechen den Proportionen eines 16 mm-Kaders, und es ist so lang wie die Spanne meiner ausgebreiteten Arme. (Dóra Maurer) Weltkongress der Obdachlosen Vlado Kristl, Carola Regnier, Johanna Pauline Meier, D 2004, Farbe, Ton, BetaSP, 4 Min. Obdachlosendelegationen aus der ganzen Welt marschieren ein. (Verleih Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)

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Weitere Informationen zu den künstlerischen Arbeiten von Margaret Raspé in: Margaret Raspé, Arbeiten 1970–2004, Tübingen und Berlin (Wasmuth) 2004, mit Texten von Walter Aue, Patrizia Bisci, Michael Haerdter, Christine Hoffmann, Herbert Lachmayer, Mechthild Rausch. Die Biografie folgt den Angaben dieses Kataloges.

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Margaret Raspé, geb. Ranke,1933, Breslau, Einschulung in Berlin, Abitur in Lindau am Bodensee. 1951–54 Schneiderlehre und Gesellenprüfung in Bonn; 1954–57 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München und der Hochschule für Bildende Künste Berlin; 1957 Heirat mit Dr. rer. nat. Gerhard Raspé, drei Töchter; 1958–70 Arbeit als Modedesignerin; 1971 Erster Film mit dem „Kamerahelm“, Arbeits- und Vortragsreisen in verschiedene europäische Länder, in die U.S.A. und nach Kanada. Mitglied der London Film-Makers’ Co-op; seit 1978 Mitglied der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK), Berlin; 1982 Ausstellung Unbeachtete Produktionsformen (Berlin), Mitorganisation und Präsentation einer Installation; 1984–93 Konzeption und Organisation von Ausstellungen zum Thema Kunst und Natur; 1985 Beginn der Lehrtätigkeit, Körperarbeit mit Gruppen, bis 1990 Zeichenlehrerin am Lette-Verein, Berlin, Abteilung Mode. Verschiedene weitere Lehrtätigkeiten; 1994 Reise nach Rio de Janeiro zur Vorbereitung des Filmprojekts Der dunkle Spiegel im Indianerreservat Alto Xingu, Zentralbrasilien. Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, Abt. Frauen. Der Film wird (wegen Aufgabe der Produktion) nicht realisiert. 1997 Gründungsmitglied und Vorstand des Vereins Kulturökologisches Forum e.V.; Gründungsmitglied des Europäischen Künstlernetzwerks Die Römische Spur e.V.; 1997–2001 Bau eines Atelierhauses auf Karpathos (Griechenland). Seit 1975 lebt und arbeitet Margaret Raspé in Berlin und auf Karpathos. 45


Madeleine Bernstorff macht Filmprogramme, schreibt und unterrichtet zum Wechselverhältnis von Kino und Kunst, meist in Kollaborationen. Projekte zuletzt: Carole Roussopolos / caméra au poing (mit Manuela Schininá), alphanova galerie futura Berlin 2013, Ohne Genehmigung – die Filme von René Vautier (mit Sebastian Bodirsky, Brigitta Kuster) Zeughauskino Berlin 2012, Frühe Interventionen: Suffragetten, Extremistinnen der Sichtbarkeit (mit Mariann Lewinsky), Zeughauskino 2010. Seit 2000 Sichtungskommission Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. Sie lud Margaret Raspé 1986 für eine Vorführung ihrer Kamerahelmfilme in das damalige Kino Sputnik im Wedding ein. www.madeleinebernstorff.de counterplanning from the kitchen (Felicita Reuschling, Fabian Tietke, Rebecca Wilbertz). Die Gruppe macht selbstorganisiertes Beamer Kino in Berlin zu queer-feministischem Film in dem politisch interessierten Kulturfeld Raumerweiterungshalle und globale filmfestival Berlin, 2013 realisierte sie eine große geförderte Filmreihe zu feministischem Film als politischer Praxis. Anknüpfend an den Titel des Textes Aufstand aus der Küche von Silvia Federici von 1975 verstehen wir unsere Programme als Wieder/Aneignung einer queer-feministischen Genealogie und aktualisierende Auseinandersetzung mit den Thesen des feministischen Materialismus für die Gegenwart. Gunter Deller ist Absolvent der HfG Offenbach mit den Schwerpunkten Film und Fotografie, Abschlußfilm Schattengrenze (1999, Hessischer Hochschulfilmpreis). Die Filme Örtliche Betäubung (2006) und Wildwechsel (2012), gefördert von der Hessischen Filmförderung, liefen auf zahlreichen Festivals. Light my Fire (2013) war nominiert zum Preis der deutschen Filmkritik. 2013 präsentierte Deller im 1822-Forum Frankfurt am Main eine 16 mm-Film- und Fotoinstallation mit dem Titel irreale areale. Im Oktober 2014 zeigt er in der Ausstellung Curvature of Events in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit acht Videokunstarbeiten. Er ist Mitbetreiber des Mal Seh’n Kino in Frankfurt am Main und kuratiert dort Programme mit besonderer Vorliebe für den experimentellen Film.

46 | Mitwirkende

Karola Gramann, Kuratorin und Leiterin der Kinothek Asta Nielsen e.V., studierte Filmwissenschaft in Frankfurt am Main und London bei Noll Brinckmann, Heide Schlüpmann, Alfred Lorenzer, Richard Dyer und Laura Mulvey. Filmprogramme macht sie seit den 1980er Jahren. Sie leitete 1985–89 die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, reiste mit Filmen für das Goethe-Institut und gründete 1999 zusammen mit anderen die Kinothek Asta Nielsen. Sie realisierte mit Heide Schlüpmann Filmreihen und Retrospektiven, darunter L’invitation au Voyage. Germaine Dulac (2002), Sprache der Liebe. Asta Nielsen – ihr Kino, ihre Filme 1910 –1933 (2007), Erste unter Gleichen – Die Filmarbeit der Alice Guy von 1896–1920 (2012) sowie Extra Trouble. Jack Smith in Frankfurt (2012/13). Mit der Malerin Sabine Hartung veranstaltete sie Und wenn Du eine Rose siehst, RosenFilmFest (2003) und das Wetterfilmfestival wetterfest° (2005/07). www.kinothek-asta-nielsen.de Sabine Hartung, Absolventin der HfG Offenbach, Schwerpunkt Malerei. Arbeitet freischaffend im Bereich Kunst und Gestaltung und sitzt seit 2002 mit im Boot der Kinothek Asta Nielsen, um dort Schrift und Bild in Form zu bringen. Gemeinsame Projekte: RosenFilmFest, 2003, sowie zwei Ausgaben von wetterfest°, 2005/07. www.yesmate.de Ute Holl lehrt Medienästhetik an der Universität Basel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Wahrnehmungsgeschichte des Films, Wissensgeschichten audiovisueller Medien, Experimentalfilme, anthropologisches und experimentelles Kino und derzeit das Verhältnis von Elektroakustik und Film. Veröffentlichungen (Auswahl): Der MosesKomplex. Politik der Töne, Politik der Bilder (im Druck). Kino, Trance und Kybernetik, (2002), Choreographie für eine Kamera. Maya Derens Schriften zum Film. (1995, zus. mit Jutta Hercher). Rembert Hüser ist Professor für Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Er schreibt zu Videoinstallationen in Streichelzoos, technischen Bildern in James Bond-Filmvorspännen, Westernheftchen und frühen Filmmelodramen und Easy Listening Soundtracks in Filmen von Godard.


Sasha Pirker ist Filmemacherin und unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste Wien. Filme (Auswahl): Es gibt Bilder, weil es Wände gibt – Ein Prolog (2014), Closed Circuit 2013, LIVEPAN (2013), Paperwork (2012), Cornelius Kolig. Anleitungen an die Ewigkeit oder/or Don’t Fuck with Paradise (2011), The Future will not be capitalist (2010). Ausstellungen/Festivals (u.a.): 60. Kurzfilmtage Oberhausen, 2014; indielisboa, 2014; Unnamed (Installation) in Chinati Foundation, Marfa, Texas 2013; BONNE HEURE im Kunstpavillon, Innsbruck 2013; filmfotofotofilm, aut. architektur und tirol 2014; International Filmfestival Rotterdam 2011; Werkschau Die denkende Form im Rahmen der Viennale 2011; 67th Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica, Venedig 2010.

Mike Sperlinger, stellvertretender Leiter des LUXartist’s film and video, London, 2001 bis 2013. Dort unzählige Bewegtbildprojekte u. Publikationen, Kollaborationen u.a. mit Tate, Serpentine Gallery London, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. Autor von Afterthought: New Writing on Conceptual Art (2005) und Kinomuseum: Towards An Artists’ Cinema (2008), sowie für frieze, Art Monthly, Radical Philosophy, Afterall. Arbeit an einem Band mit den Schriften von Ian White (erscheint 2015). Kurator von Ausstellungen, u.a. der ersten großen Ausstellung mit Marianne Wex’ Arbeiten nach über 20 Jahren im Badischen Kunstverein Karlsruhe (2012). Fellow visual arts an der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, 2015/16. Professor für Writing and Theory an der Kunstakademie in Oslo.

Heide Schlüpmann ging seit den späten 1960er Jahren ins Kino, begann Ende der 1970er über Film zu schreiben und war in den 1990er Jahren (bis 2008) Professorin für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mitherausgeberin der Zeitschrift Frauen und Film und zur Zeit Mitarbeiterin der Kinothek Asta Nielsen e.V. Einige Bücher zur Kinotheorie. Zusammen mit Karola Gramann und anderen gab sie 2010 eine zweibändige Nielsen-Monographie heraus. Mitherausgegeben hat sie ebenfalls eine Neuauflage von Emilie Altenlohs Zur Soziologie des Kino (2012).

Monika Treut, Filmemacherin. Studium der Germanistik und Politikwissenschaft in Marburg, Abschlussarbeit 1978 zu Margaret Raspés Filmen. 1974–82 Mitarbeit in Medienzentren in Marburg, Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg,1984 Promotion Die grausame Frau. Zum Frauenbild bei de Sade und Sacher-Masoch, 1987 Gründung der Hyäne I/II Filmproduktion, Hamburg/Berlin mit Elfi Mikesch. Theaterregie-Assistenz bei Werner Schroeter, Schauspielhaus Düsseldorf, Lehrtätigkeit in den USA. Filme (Auswahl): Die Jungfrauenmaschine (1988), My Father Is Coming (1991), Female Misbehavior (1992), Gendernauts (1999), Kriegerin des Lichts (2002), Begegnung mit Werner Schroeter (2003), Den Tigerfrauen wachsen Flügel (2005), Ghosted, (2009), Das Rohe und das Gekochte (2012), Von Mädchen und Pferden (2014), Zona Norte (2014/15). www.hyenafilms.com

Hemma Schmutz, geb.1966 in Klagenfurt. Studium der Kunstgeschichte u. Germanistik in Wien. 1994– 97 Aufbau u. Programmgestaltung im Depot im Wiener Museumsquartier. 1998–2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Generali Foundation Wien, Co-Kuratorin vieler Ausstellungsprojekte, u.a. double life (2001), Designs für die wirkliche Welt, (2002), Dass die Körper sprechen, auch das wissen wir seit langem (2004). Lehre: Akademie der bildenden Künste in Wien, Mozarteum Salzburg, Kunstuniversität Linz, Technische Universität Wien. 2005–2013 Direktorin Salzburger Kunstverein, Einzelausstellungen u.a. Ines Doujak (2005), Ion Grigorescu (2006), Roman Ondak (2010), Manfred Pernice (2010), Agnieszka Polska (2013). Gruppen ausstellungen u.a. Soleil Noir. Kunst und Depression (2006), Praxis der Liebe (2013). Seit 2014 freie Kuratorin, Autorin u. Dozentin an der Universität für angewandte Kunst Wien (Kunst u. öffentlicher Raum).

Mitwirkende | 47


Alle Tage wieder – let them swing! Ein Programm von Madeleine Bernstorff, Karola Gramann, Heide Schlüpmann in Zusammenarbeit mit Gunter Deller Katalog Redaktion Heide Schlüpmann, Karola Gramann, Madeleine Bernstorff Übersetzung Christine N. Brinckmann, Karola Gramann Gestaltung Sabine Hartung Digitalisierung vom Negativ Nina Hofmann Kaderausbelichtungen Gunter Deller Filmbeschaffung Madeleine Bernstorff, Karola Gramann Druck und Herstellung Berthold Druck, Offenbach am Main Berlin Gesamtorganisation Madeleine Bernstorff Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.: Annette Lingg, Cornelis Los Ausstellung Margaret Raspé, Sara Lehn, Madeleine Bernstorff Assistenz Margaret Raspé Clara Bausch Frankfurt am Main Gesamtorganisation Karola Gramann Weltkulturen Museum Alice Pawlik, Meike Weber Technik Fritz Mettal Projektion Gunter Deller, Fritz Mettal, Günter Zehetner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Andrea Löser Assistenz Margaret Raspé Katharina Jost Bilder S. 29 ff 29 Margaret Raspé mit Kamerahelm, Foto Heiner Ranke 1974 30 Closed Circuit 2013, Sasha Pirker, sixpackfilm 31 Adolf Winkelmann, Kassel 9.12.67, 11.54 h, Adolf Winkelmann, Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V 32 oben Body Tape, Valie Export, sixpackfilm; Mitte Fragment, Laura J. Padgett 34 oben Die Geburt der Venus, Moucle Blackout, sixpackfilm; Mitte Gülüzar, Hatice Ayten; unten Im Wiener Prater, Friedl vom Gröller, sixpackfilm 36 LIVEPAN, Sasha Pirker, sixpackfilm 37 Lotería, Janina Möbius 38 Meshes of the Afternoon, Maya Deren, Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. 39 Nightcleaners, Part 1, Courtesy Berwick Street Collective and LUX, London 40 Often During the Day, Joanna Davis, cinenova 41 Solidarity, Joyce Wieland, Canadian Filmmakers Distribution Center 42 links Someone has got to do it, Henriette Heise; rechts Weltkongress der Obdachlosen, Vlado Kristl 2004, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 43 Timing / Idömérés, Dóra Maurer, sixpackfilm 44 oben Szenenfoto aus Oh Tod, wie nahrhaft bist Du, Margaret Raspé, Foto Elisabeth Niggemeye; unten Bücherregal Margaret Raspé, Foto Gunter Deller 2014 45 Ungesetzliches Abbild – Schema der Fotografin, Margaret Raspé 2012 U4 Projektionsfoto Alle Tage wieder – let them swing!, Margaret Raspé

KI NOTHEK ASTANIELSEN www.kinothek-asta-nielsen.de


Dank an Hüseyin Ayten, Annette Brauerhoch, Christine N. Brinckmann, Sabeth Buchmann, Elaine Burrows, Annett Busch, Mizza Caric, Pauline Cumbers, Clémentine Deliss / Weltkulturen Museum, Annette C. Eckert, Silvia Eiblmayr, Sophie Charlotte Erichsen, Marie-Hélène Gutberlet, Emma Hedditch / cinenova, Claudia Heynen, Nina Hofmann, Lauren Howes / cfmdc, Christian Hüls, Ulf Jensen, Agnes Katzenbach, Martin Körber / Deutsche Kinemathek, Gil Leung / LUX, Andrea Löser, Daniel Meiller / Deutsche Kinemathek, Irene Revell / cinenova, Drehli Robnik, Martina Roepke, Hedwig Saxenhuber, Boris Schafgans, Regina Schlagnitweit / Österreichisches Filmmuseum Wien, Georg Schöllhammer, Gregor Schubert / Lichter Filmfest Frankfurt International, Anita Schulze / VG Bild Kunst, Dietmar Schwärzler / sixpack film, Carsten Spicher / Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Kerstin Stakemeier, Mark Stemmler / VG Bild Kunst, Vera Thomas / Deutsche Kinemathek, Christin Töpfer, Georg Wasner / Österreichisches Filmmuseum Wien, Hildegard Westbeld, Ursula Zittlau.


Katalog Margaret Raspé  

ALLE TAGE WIEDER – LET THEM SWING ZUR AKTUALITÄT DER FILME VON MARGARET RASPÉ 118.–21.9.2014 BERLIN IM KINO ARSENAL 26.–28.9.2014 FRANKFU...

Katalog Margaret Raspé  

ALLE TAGE WIEDER – LET THEM SWING ZUR AKTUALITÄT DER FILME VON MARGARET RASPÉ 118.–21.9.2014 BERLIN IM KINO ARSENAL 26.–28.9.2014 FRANKFU...

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