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MobilitätSpezial SONDERVERÖFFENTLICHUNG Juni 2015

STADTPLANUNG

Wir müssen bei den Fußgängern anfangen

RADFAHREN

Wie Eltern ihre Kinder an den Großstadtverkehr heranführen

AUTOFAHREN

Umweltschutz spielt eine immer größere Rolle

MobilitätSpezial 06/15


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INHALT

EDITORIAL

KURZ UND GUT

© Mondorf

08 Ideen rund um die Mobilität 18 Ideen rund ums Radfahren 31 Ideen von Nahverkehr bis Nachtzug

STADTPLANUNG 04  Interview: Wir müssen bei den Fußgängern anfangen Konzept: Verkehr des guten Lebens

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, es gibt Tage, da komme ich morgens total erledigt ins Büro. Da habe ich schon so viel geflucht und mich aufgeregt, dass man den Kindern neben mir wahrscheinlich die Ohren zugehalten hat. Da habe ich mir bereits diverse Feinde gemacht und die Kluft zwischen Radfahrern und Autofahrern noch ein bisschen weiter aufgerissen. Da bin ich fast verzweifelt über kaputte Radwege, die Verkehrsführung an der Baustelle, die Ampelschaltung, die Verkehrskontrolle, die lahmen Radfahrer vor mir, die rücksichtslosen Autofahrer neben mir, die orientierungslosen Fußgänger, die mir in den Weg stolpern.

RADFAHREN 10 12 14 16

Übung macht den Radfahrer Gemeinsam fahren: Anhänger, Kupplung oder Tandem Interview: Radfahren in der Grundschule Lastenräder: Das Rothehausrad

AUTOFAHREN 20 Ökologisch durchdachte Autos 22 Öko-Top Ten des VCD 24 Carsharing: Für jede Gelegenheit das passende Auto 24 Carsharing für alle 24 E-Mobility-Check

Das sind Tage, an denen ich mich auf meinem Drahtesel fühle wie Don Quichote, der gegen Windmühlenflügel kämpft. Tage, an denen ich das Recht auf meiner Seite glaube und niemanden an meiner Seite habe, der es für mich einfordert. Tage, an denen ich der bessere Verkehrsteilnehmer bin, weil ich emissionsfrei fahre und keinen Lärm produziere – außer durch mein eigenes Fluchen und Schimpfen. Tage, an denen das Radfahren echt keinen Spaß macht.

REISEN 28 Ab in den Urlaub!

Wenn ich meinen Selbstgerechtigkeits-Tripp hinter mir gelassen habe und mich daran erinnere, wie es sich anfühlt, als Autofahrer oder Fußgänger in der überfüllten Stadt unterwegs zu sein, schäme ich mich manchmal für meinen Zorn. Ich weiß doch, dass es genau so aus dem Wald herausschallt, wie ich hineinrufe. Also: Lächeln! Dem anderen den Vortritt lassen! Tief durchatmen! Auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer achten! Defensiv fahren! Wenn das jeder machen würde ... Wir wünschen euch viel Vergnügen mit unserem ersten Sonderheft rund um die Mobilität und: Gute Fahrt! Petra Hoffmann und das Känguru-Team

MobilitätSpezial

Impressum STADTMAGAZIN FÜR FAMILIEN IN KÖLN BONN

Illustration: Frau Sonnenberg

SONDERVERÖFFENTLICHUNG Juni 2015

Sonderveröffentlichung Känguru Colonia Verlag GmbH, Hansemannstr. 17-21, 50823 Köln, Tel. 0221 – 99 88 21-0, www.kaenguru-online.de

STADTPLANUNG

Wir müssen bei den Fußgängern anfangen

RADFAHREN

Wie Eltern ihre Kinder an den Großstadtverkehr heranführen

AUTOFAHREN

Umweltschutz spielt eine immer größere Rolle

MobilitätSpezial 06/15

Auflage 62.000 Beilage in KÄNGURU, Stadtmagazin für Familien in KölnBonn im Juni 2015 Redaktionsleitung Petra Hoffmann Texte Anja Tischer, Christoph Schrahe, Ursula Katthöfer

Mediaberatung Susanne Geiger-Krautmacher geiger@kaenguru-online.de Sonja Bouchireb bouchireb@kaenguruonline.de Christine David david@kaenguru-online.de Grafik & Illustration www.mareilebusse.de

Lektorat Martina Dammrat Titelillustration © Frau Sonnenberg Bildnachweise am Foto/ auf der Seite Belichtung und Druck Weiss-Druck Monschau

MobilitätSpezial 06/15

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STADTPLANUNG

WIR MÜSSEN BEI DEN FUSSGÄNGERN ANFANGEN EIN NACHHALTIGES MOBILITÄTSKONZEPT FÜR KÖLN. // von Ursula Katthöfer

KÄNGURU: Herr Wöhrle, wie ist denn Ihre Idealvorstellung vom Leben in Köln? Hannes Wöhrle: Ich möchte eine Stadt, auf deren Straßen und Plätzen Menschen sich begegnen können. Um miteinander zu reden, zu spielen oder zu entspannen. Das Bedürfnis der Menschen, sich in öffentlichen Räumen zu begegnen, nimmt zu. Doch dazu brauchen wir ein neues Verkehrskonzept. Vor allem die Nahmobilität ist wichtig. Wo sehen Sie in Köln den größten Nachholbedarf? Bei den Fußgängern. Beim Radverkehr hat die Stadt mit ihrem Radverkehrskonzept gezeigt, dass sie bereits in die richtige Richtung denkt. Dort ist allen klar, dass etwas passieren muss. Doch für die Fußgänger haben wir noch keine Konzepte. Dabei würden wir viel häufiger Strecken bis zu zwei Kilometern laufen, wenn Straßen und Wege sicherer wären. Noch wählen viele das Auto, weil es ein Schutzraum ist. Auch als Elterntaxi, um die Kinder zum Kindergarten, in die Schule und zum Klavierunterricht zu fahren. 4

MobilitätSpezial 06/15

Begegnung auf der Hohenzollernbrücke Es ist eine alltägliche Szene, dass sich Fußgänger, Radfahrer und Zugreisende hier begegnen. Die beiden Senioren schlendern über den Rhein, sie sind offenbar touristisch unterwegs. Das Mädchen auf dem Rad hat es eilig. „Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator für Lebensqualität“, sagt Jan Gehl, einer der einflussreichsten Stadtplaner der Welt. Seine Heimatstadt Kopenhagen hat er über Jahre beraten. Kopenhagen hat in diesen Jahren konsequent etwa drei Prozent seiner Parkplätze pro Jahr zurückgebaut und gleichzeitig den Fußgänger- und Radverkehr gestärkt. Der Prozess war schleichend. Heute ist das Ergebnis lebenswert. Jan Gehl: „Kopenhagen ist so sicher, dass wir unsere Kinder auf die Straße schicken. Gleiches gilt für die Älteren, von denen es immer mehr gibt.“ In Köln fehlen noch viele Orte, an denen Kinder und Senioren sich im Verkehr entspannt bewegen.

Bilder: Daniel Ullrich, Maren Wirths

>>> Die Agora war im alten Griechenland der zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt. Das machte sie zu einer gesellschaftlichen Institution. Die Agora Köln hat diesen Gedanken aufgegriffen. Sie ist ein Zusammenschluss aus mehr als 100 Umweltinitiativen, Kulturschaffenden, Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Ihr Ziel ist, eine gute Lebensqualität in Köln zu fördern. Dazu hat sie das nachhaltige Mobilitätskonzept „Verkehr des guten Lebens“ entwickelt. Leitfrage ist immer: „Wie wollen wir eigentlich in Köln leben?“ Hannes Wöhrle gehört zur Themengruppe Mobilität. Im Interview beschreibt er Wege zu einer lebenswerten Stadt.


Der Tag des guten Lebens Die Agora Köln hat bereits mehrmals den „Tag des guten Lebens“ organisiert, in Ehrenfeld und in Sülz. An einem solchen Tag verwandelt sich der Stadtteil in eine Spielwiese, der Autoverkehr bleibt draußen. Nachbarn finden zusammen, um auf den Straßen zu tanzen, Ideen zu Umwelt- und Klimaschutz auszutauschen, Kochrezepte auszuprobieren oder gemeinsam Musik zu machen. An solch einem Sonntag der Nachhaltigkeit sollen Freiräume entstehen. Freiräume in den Köpfen, um über eine lebenswerte Stadt nachzudenken, und urbane Freiräume für das Miteinander. Die Idee zum Tag des guten Lebens, des „buen vivir“, kommt aus den Metropolen Südamerikas. Die Menschen dort hatten es satt zu kämpfen. Sie wollten keine Verbote, sondern Städte, in denen die Menschen friedlich leben.

Die Straßen sind für Kinder nunmal nicht allzu sicher. Dem stimme ich zu. Doch wenn ein Kind im Auto sitzt, entgehen ihm viele Eindrücke. Kinder möchten doch die Umwelt riechen, spüren, hören. Sie brauchen das, um sich gesund zu entwickeln. Deshalb möchten wir, dass sie zum Beispiel in Gruppen zur Schule gehen. Wie kann man die Menschen denn motivieren, mehr zu Fuß zu gehen? Wir brauchen mehr direkte Wege, keine Umwege. Wir können Ampelschaltungen für Fußgänger optimieren. Es ist doch ärgerlich, wenn 30 Sekunden lang keine Autos mehr kommen und Fußgänger immer noch bei Rot warten müssen. Die Wege brauchen mehr Grün, zum Beispiel am Wegesrand. Sie müssten

Blick aus dem Stadthaus auf Deutz Viele Autos, wenig Menschen, kein einziger Baum. Dies ist kein Ort, an dem Menschen sich aufhalten möchten. Spielende Kinder sind hier unvorstellbar. Den Geräuschpegel gibt das Foto nicht wieder, doch es ist laut, richtig laut. Sicher muss es Orte geben, an denen der Autoverkehr Platz hat. Aber müssen es so viele Orte sein?

besser ausgeschildert sein. Es gibt viele Mittel, um ein Angebot zu schaffen. Reichen denn diese Mittel, damit Autofahrer zu Fußgängern werden? Eine zusätzliche Möglichkeit ist, das Autofahren zu erschweren. Die Autos müssten Flächen hergeben, die bisher nur für sie reserviert sind. Es ist Ressourcen- und Platzverschwendung, dass wir Parkplätze nur für Autos freihalten und dieser öffentliche Raum für nichts anderes genutzt werden darf. Was könnte denn mit den Parkplätzen geschehen? Sie könnten den Menschen zurückgegeben, also in zusätzliche Aufenthaltsräume, Rad- oder Fußwege umgewandelt werden. MobilitätSpezial 06/15

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STADTPLANUNG

Bisher stand bei der Stadtplanung das Auto im Mittelpunkt. Doch wir sollten bei den Fußgängern anfangen, dann nach den Radfahrern sehen und erst zum Ende schauen, wie viel Platz für den Autoverkehr übrig bleibt. Was halten Sie von Tempolimits? Die Agora Köln lehnt Tempo 70 auf der Inneren Kanalstraße strikt ab. Das vorweg. Ich bin ein Freund von Tempo 30 in der ganzen Stadt, in Wohngebieten sollte Tempo 20 vorgeschrieben werden. Wenn alle langsam fahren, fließt der Verkehr viel besser. Dann würde der öffentliche Raum auch für Kinder wieder sicherer. Von eingezäunten Spielplätzen als Sicherheitszone halte ich wenig. Dorthin werden die Kinder abgeschoben. Ihnen wird vorgeschrieben, wo sie zu klettern haben. Das widerspricht dem Gedanken des Freiraums in der Stadt. Vielen Dank.

Slalom am Neumarkt Was erwartet die Radfahrerinnen wohl hinter den Pfeilern? Ob das rot-weiße Warnschild noch irgendetwas verhindern kann? Und wie lässt sich diese Stelle mit einem Fahrradanhänger passieren, möglichweise mit Kindern drin?

Auf die Plätze ... Auch der Barbarossaplatz wirkte tatsächlich einmal wie ein Platz. Wo sich heute die Linien 12, 15 und 18 kreuzen, standen um 1900 Bäume rings um einen Springbrunnen. Diskussionen, wie der Verkehr auf dem Platz sich wieder entzerren ließe, gibt es genug. Es geht auch anders, wie der Brüsseler Platz im Belgischen Viertel zeigt. Schöne Gebäude, darunter die Pfarrkirche St. Michael, Bäume und Sträucher, breite Wege und die Möglichkeit, auch einmal quer zu laufen – das zieht die Menschen an. Aus Sicht der Anwohner zu stark. Sie beschweren sich über nächtlichen Lärm und Abfall. Die Situation wäre entspannter, wenn Köln mehr solcher Plätze hätte.

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Doch auf der Fahrspur der Autos fühlt sich das Radfahren auch nicht sicherer an. Autofahrer müssten eineinhalb Meter Abstand halten, wenn sie Radfahrer überholen. Das ist vielen Autofahrern nicht bewusst. Zumal dann nicht, wenn sie in der Fahrschule noch gelernt haben, dass es nur ein Meter sein muss. Wie soll es auf einer zweispurigen Fahrbahn funktionieren, genug Abstand zu halten? Die Radfahrerinnen am Neumarkt dürften auch gar nicht auf die Straße ausweichen. Dort ist die Nutzung des Radweges Pflicht.

Illustration: Mareile Busse, Bilder: Daniel Ullrich

Kölner Radwege sind häufig stressig, weil Radfahrer nicht wissen, was auf sie zukommt. Auf der Dürener Straße ist die Radwegebenutzungspflicht sogar aufgehoben worden, weil der Raum, den Radfahrer und Fußgänger sich teilen, viel zu schmal ist. Stehen dann auch noch Werbeschilder der Geschäfte auf dem Bürgersteig, kommen Radfahrer und Kinderwagen gar nicht mehr aneinander vorbei.


Hop-on, hop-off.

Verkehr des guten Lebens Ende April 2015 ist das Mobilitätskonzept „Verkehr des guten Lebens“ der Agora Köln erschienen. Die Agora unterstützt das Mobilitätskonzept „Köln Mobil 2025“ der Stadt Köln, geht jedoch mit ihren Forderungen darüber hinaus. So fordert die Initiative, dass der Autoverkehr bis zum Jahr 2030 auf 20 Prozent reduziert wird (2013 lag er bei 40 Prozent). Im Gegenzug solle der Radverkehr von 15 auf 30 Prozent wachsen. „Nicht alle Ziele, die man heute mit dem Auto erreichen kann, müssen auch in Zukunft mit dem Auto erreichbar sein“, heißt es im Konzept. Dabei ist eine autofreie Innenstadt keineswegs das Ziel. Die Kurzfassung mit insgesamt 28 Seiten gibt es zum Download unter www.agorakoeln.de. Auf das vollständige Konzept kann man online zugreifen, man hat zudem die Möglichkeit, darüber zu diskutieren und es zu kommentieren.

Alle Infos zu Tickets und Tarifen unter:

www.vrsinfo.de

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KURZ UND GUT

IDEEN RUND UM DIE MOBILITÄT

MOBIL IM VEEDEL

VERKEHRSSCHULEN

BIKE AND RIDE

„Nur Auto war gestern“ – damit wirbt der VRS. Das Verkehrsunternehmen sieht die mobile Zukunft in einer intelligenten Vernetzung von Auto, Bus und Bahn, Fahrrad und Zufußgehen. Dazu hat es zwei Stadtpläne unter dem Namen „Mobil im Veedel“ herausgegeben, einen für Ehrenfeld, den anderen für Klettenberg, Sülz und Lindenthal. Das besondere daran: Jede Linie des öffentlichen Nahverkehrs findet sich als Linie auf dem Stadtplan wieder. Velorouten sind dick in rot eingezeichnet. Pfeile kennzeichnen Einbahnstraßen, die für Radfahrer in beide Richtungen geöffnet sind. Offiziele Halteplätze von Kölner Taxis sind ebenso eingezeichnet wie die CarSharing-Stationen von Cambio und Flinkster. Eine rosa Wolke legt sich zum Beispiel um den Bahnhof Ehrenfeld. Innerhalb dieser Wolke sind alles Ziele für für Radfahrer in drei bis fünf und für Fußgänger in 12 bis 15 Minuten erreichbar.

Wenn wir unseren Kindern sagen, dass sie sich im Straßenverkehr an die Regeln halten müssen, fragen sie zurück: Welche Regeln? Was bedeutet dieses weiße Dreieck mit dem roten Rand? Und was heißt rechts vor links? Auch ist es für Kinder nicht immer einfach, sich beim Radfahren zu koordinieren und gleichzeitig den Verkehr wahrzunehmen. Die Städte Köln und Bonn haben bereits seit Jahrzehnten Jugendverkehrsschulen, um Kinder auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr vorzubereiten. Diese Schonräume sind mit Fahrbahnen, Bürgersteigen, Verkehrsschildern, Fußgängerüberwegen und Ampeln ausgestattet. Als Fahrzeuge stehen Fahrräder zur Verfügung. Die Jugendverkehrsschule Köln bietet außerdem für Vorschulkinder ein Eltern-Kind-Radfahrtraining an. In Bonn werden nachmittags Mofakurse angeboten.

Radfahren, abschließen, umsteigen: Fahrrad und Bahn ergänzen sich prima, denn sie lassen sich zeitlich optimal aufeinander abstimmen.

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Ein neuer Service sind die geplanten KVB-Räder. Die KVB und Nextbike stellen im Kölner Stadtgebiet nach und nach bis zu 900 Räder zur Ausleihe bereit. Stammkunden können dann mit ihrer VRS-Chipkarte ein Fahrrad 30 Minuten kostenlos ausleihen, alle anderen Kunden zahlen 1 Euro pro halbe Stunde. Info: www.kvb-koeln.de, www.swb-busundbahn.de

Icon: freepik/flaticon.com, Bilder: Istockphoto, ©Delpixelart / ©wrangel

Die beiden Karten sowie zahlreiche Busnetz- und Liniennetzpläne lassen sich herunterladen unter www.vrsinfo.de/streckennetz

Info: Jugendverkehrsschule Köln, Neusser Straße / Innere Kanalstraße. Tel. 0221 - 221-295 03, www.stadt-koeln.de Jugendverkehrsschule Bonn, Landgrabenweg/Rheinauenpark. Tel. 0228 - 46 10 98, www.bonn.de

KVB und SWB haben erkannt, wie wichtig das Rad für Nutzer des ÖPNV sind. Die KVB hat inzwischen 7.200 Fahrradstellplätze an Haltestellen eingerichtet. In Bonn sind es 2.000 Stellplätze der SWB, die Hälfte davon überdacht. Auch Fahrradboxen lassen sich mieten.


EIFEL-SHUTTLE UND BERGISCHER WANDERBUS Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) hat von April bis Oktober einen Shuttle-Bus in den Nationalpark Eifel eingerichtet. Der Nationalparkshuttle SB82 fährt mehrmals am Tag ab Bahnhof Kall. Dorthin fährt stündlich ein Zug vom Kölner Hauptbahnhof. Die Fahrt dauert eine Stunde und vierzig Minuten. Fahrräder können mitgenommen werden. Mit dem Bergischen Wanderbus (Linie 267), einem Kleinbus für maximal 24 Personen, geht es von Rösrath über Bergisch Gladbach nach Wermelskirchen und in den Reisegarten Eifgen. Ein Flyer mit Wandertipps liegt aus. Der Bus fährt vom 28. März bis zum 1. November. Im RVK-Gebiet gelten die Tickets des VRS. Wer ein Jobticket hat, kann am Wochenende und an Feiertagen eine Person über 14 Jahre, bis zu drei Kinder von 6 bis einschließlich 14 Jahren und ein Fahrrad mitnehmen. Allerdings ist die Fahrradmitnahme im Bergischen Wanderbus nicht möglich. Info: www.rvk.de, www.bergischerwanderbus.de

FREIE FAHRT FÜR KINDERGARTENKINDER Vom 1. August 2015 an fahren Kindergartenkinder im VRS kostenfrei mit, auch wenn sie bereits sechs Jahre alt sind. Mit der Einschulung können Kinder das Schülerticket bekommen.

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RADFAHREN

ÜBUNG MACHT DEN RADFAHRER KINDER FÜRS FAHRRAD SENSIBILISIEREN

>>> Eigentlich müssten wir uns jetzt alle einmal hinknien. Nein, nicht um eine Yoga-Übung auszuprobieren. Vielmehr geht es um einen Perspektivwechsel. Auf den Knien bekommen wir nämlich eine Ahnung davon, wie sich Kinder im Straßenverkehr fühlen. Autos, Fußgänger, Radfahrer, Schilder, Ampeln – es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten, wenn alles um Längen größer ist. Manche Städte machen es kleinen Radfahrern auch noch besonders schwer. Was das Fahrrad-Klima angeht rangiert Köln von bundesweit 39 getesteten Städten auf Platz 36. Hier sind zwar viele Radfahrer unterwegs, doch sie bemängeln die Führung durch Baustellen, die Qualität oder Breite der Radwege und Ampelschaltungen. Wie bringen Eltern unter diesen Umständen ihren Kindern am besten das Radfahren bei? Dr. Achim Schmidt vom Institut für Natursport und Ökologie an der Sporthochschule Köln betreut wissenschaftliche Rad-Projekte für Kinder. Schmidt, der selbst Radsportler ist und bereits 10

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als Sportlehrer an Schulen gearbeitet hat, hat beobachtet: In die Pedale treten und das Gleichgewicht halten – das schaffen bereits Drei-, zum Teil schon Zweijährige. Doch Radfahren bedeutet mehr. Es braucht kognitive Fähigkeiten, um Abstände und Geschwindigkeiten einzuschätzen. Die Kinder müssen lernen, das eigene Verhalten zu kontrollieren und Rücksicht auf andere zu nehmen. LAUFRAD STATT STÜTZRÄDER

Erste Erfahrungen sammeln Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren heute meistens auf den beliebten Laufrädern ohne Pedale. Die Geschwindigkeit dieser Räder ist nicht zu unterschätzen. Deshalb sollte man Kindern unbedingt einen Helm aufsetzen, um ihren Kopf bei einem Sturz zu schützen. Und Stürze werden und müssen sogar passieren. „Fallen gehört zur Entwicklung dazu“, so Schmidt. „Wenn ein Kind darin keine Erfahrung sammelt, kann es sein, dass es später umso schlimmere Unfälle

Icon: freepik/flaticon.com, Bild rechts: Shutterstock

Bild: Istock, ©Andrew Richl

BAUSTELLEN UND ZUGEPARKTE RADWEGE – IM FAHRRADKLIMA-TEST RANGIERT KÖLN AUF DEN HINTEREN PLÄTZEN. WIE ELTERN IHRE KINDER AN DAS RADFAHREN IN EINER GROSSSTADT HERANFÜHREN. // von Anja Tischer


erlebt.“ Durch Versuch und Irrtum schulen so schon kleine Kinder auf dem Laufrad ihre Koordination. Der Sprung zum Fahrrad mit Pedalen gelingt dann oft innerhalb von Stunden oder sogar Minuten – kaum zu glauben für diejenigen, die in ihrer Kindheit mit Stützrädern gelernt haben. „Stürzräder“ wäre hier wohl der treffendere Begriff. Kinder gewöhnen sich damit nämlich ein falsches Kurvenfahrverhalten an. In einer Rechtskurve belasten sie das linke Stützrad, in einer Linkskurve ist es genau umgekehrt. Die Kinder legen sich also gegen die Kurve und nicht hinein, wie es auf einem normalen Fahrrad die Regel ist. Das führt zu Problemen, wenn die Hilfsmittel plötzlich fehlen. Fahrradfahren wird dann schnell zum Kampf – eine Erfahrung, die den meisten Kindern heute dank Laufrädern erspart bleibt. REGELMÄSSIG IM SCHONRAUM ÜBEN

Damit das Radfahren-Lernen auch weiterhin so entspannt abläuft, sollten Eltern ihr Kind nicht vom Laufrad auf das „große“ Kinderrad zwingen. Viele entwickeln im Alter von drei Jahren ganz von selbst ein Interesse daran, manche aber auch später. „Wenn ein Kind anfängt Rad zu fahren und daran Spaß hat, müssen die Eltern auf Regelmäßigkeit achten“, betont Schmidt. Gerade weil sie durch die Laufräder heute so früh damit beginnen, können Kinder die Gefahren noch nicht einschätzen und benötigen viel Übung – sowohl im Bewegungsablauf als auch in ihrem Fahrverhalten. Das können Familien am besten in einem Park, einem Wendehammer, auf einem leeren Parkplatz oder in einer ruhigen Seitenstraße trainieren.

„WENN EIN KIND IM FALLEN KEINE ERFAHRUNG SAMMELT, KANN ES SEIN, DASS ES SPÄTER UMSO SCHLIMMERE UNFÄLLE ERLEBT.“ Dr. Achim Schmidt

BEGINNT DAS KIND SICH SELBST ZU SCHÜTZEN?

Diese Schonräume sind sozusagen das Nichtschwimmerbecken, in dem die Kinder sich ausprobieren können. Sie sind die Ruhe vor dem Sturm des Stadtverkehrs. Die Meinungen darüber, wann ein Kind verkehrssicher ist, gehen auseinander. Schmidt macht die Verkehrstauglichkeit eines Kindes weniger am Alter, sondern vielmehr an seinem Verhalten fest: „wenn das Kind beginnt, selbstständig Entscheidungen zur eigenen Sicherheit zu treffen“. Wenn der vorbeilaufende Hund im Park zum Beispiel nicht mehr ablenkt, wenn das Kind im Kreis fahren kann, die Bremsen beherrscht und bei Gegenverkehr gezielt ausweicht. Dann können Kinder ihre Eltern bei kleinen Erledigungen im Stadtviertel begleiten. Hier sind die Eltern natürlich Vorbild – das beginnt beim Tragen des Helms und endet beim gemeinsamen Reflektieren von Verkehrssituationen. DAS PROBLEM MIT DEM GEHWEG

Gemeinsam fahren ist für Eltern und Kinder jedoch nicht immer möglich. Laut Gesetz müssen Kinder bis zum achten Lebensjahr auf dem Bürgersteig fahren, bis zum Alter von zehn Jahren ist es ihnen gestattet. Erwachsene zahlen bekanntlich Bußgeld, wenn sie auf dem Gehweg erwischt werden. Das wird für Eltern zum Problem, wenn sie durch Parkstreifen auf der Straße vom Kind getrennt werden und dadurch ihre Aufsichtspflicht nicht mehr wahrnehmen können. Hier spricht sich Schmidt ganz klar für eine Neuregelung aus: „Eltern sollten situationsbedingt auf dem Bürgersteig fahren dürfen.“ Auf besonders brenzligen Straßenabschnitten können Tandem-Stangen entlasten. Mit diesen Vorrichtungen kuppeln Eltern das Kinderrad einfach an das eigene Rad. Und dann kann die Familie es auch wirklich genießen: die frische Luft, die Entspannung und die Freude an der gemeinsamen Bewegung. MobilitätSpezial 06/15

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RADFAHREN

GEMEINSAM FAHREN FAHRRADANHÄNGER, TANDEMS UND KUPPLUNGEN ERLEICHTERN KINDERN UND ELTERN DIE GEMEINSAME FAHRT. KÄNGURU STELLT AUSGEWÄHLTE PRODUKTE VOR. // von Anja Tischer

APINO ALLROUND Tandem für Familien. Tandems ermöglichen Familien entspannte Radtouren und unkomplizierte Fahrten zur Kita oder Schule. Das „Pino Allround“ von „Hase Bikes“ ist halb Liegerad und halb Aufrecht-Tandem. Die LiegeStütz-Kombination ist kommunikativ und erleichtert Gespräche während der Fahrt. Durch ein zusätzliches Kinder-Tretlager, das Eltern entsprechend der Beinlänge anbringen, können Kinder problemlos Gas geben. Die flexible Einstellung erleichtert auch Menschen mit Behinderung die Fahrt.

Kindertrailer am Gepäckträger. Das Trailerbike „add+bike“ von „Roland“ für Kinder von vier bis neun Jahren ist eine zusätzliche Anschaffung zum normalen Kinderrad. Es eignet sich für lange Fahrradtouren oder prekäre Verkehrssituationen. Mit einer speziellen Vorrichtung befestigen die Eltern den Trailer am eigenen Gepäckträger, den sie trotzdem weiterhin mit Kindersitz oder Satteltaschen bepacken können. Die Kinder können, müssen aber nicht mittreten. Den Trailer gibt es auch mit Gangschaltung – was nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch den Kaufpreis anzieht. Info: www.roland-werk.de, ab 320 Euro

Info: Pino Allround mit Kindertretlager ab 4.260 Euro, www.hasebikes.com

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Das Lastenrad Zum Beispiel Lastenräder von Christiania. Ob zum Chauffieren des Nachwuchses oder Transport größerer Einkäufe, das Lastenrad ist das bessere Auto.

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Der Kindertransportanhänger Zum Beispiel der CROOZER KID PLUS. Ihr Kind ist vor Wind und Wetter geschützt und der Anhänger kann mit wenigen Handgriffen zum Buggy und Jogger umgebaut werden.

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Karte: ©ASt, TU Dortmund, Icon: freepik/flaticon.com, Bilder: ©Hase Bikes, ©Roland Werk

ADD+BIKE


CROOZER Immer häufiger sind sie auf den Straßen zu sehen: die praktischen Fahrradanhänger für Kinder. Denn immer mehr Eltern entdecken die Vorteile. Anders als der Kindersitz beeinflusst der Anhänger nicht ungünstig den Schwerpunkt des Fahrrads, die Kinder sind geschützt vor Wind und Wetter, können im Wagen spielen, essen, trinken oder schlafen und zum Teil sogar zu zweit sitzen. Die Federung neuer Modelle, ein zusätzliches Rücklicht und Anschnallgurte sorgen für entspanntes und sicheres Fahrvergnügen. So auch beim Modell „Croozer“ des Kölner Herstellers „Zwei plus zwei“. Ob Ein- oder Zweisitzer, mit Vorrichtungen speziell für Babys oder Zubehör wie Sonnenschutz, Sitzstützen und Zweitkupplungen – der Croozer lässt sich flexibel an die Bedürfnisse von Familien anpassen. Besonders praktisch: Mit wenigen Handgriffen und ganz ohne Werkzeug wird jeder Croozer-Fahrradanhänger zum Buggy oder zum sportlichen Jogger.

FOLLOWME Bei Bedarf kuppeln. Kniffelige Verkehrssituationen und lange Radtouren können Kinder schnell überfordern. In solchen Fällen können Eltern mit der TandemKupplung „FollowMe“ das Kinderrad mit ihrem eigenen Fahrrad verbinden – ganz ohne Werkzeug. Das Vorderrad des Kinderfahrrads ist dann knapp über dem Boden fixiert, der Lenker ist während der Fahrt blockiert. Alternativ gibt es von anderen Herstellern auch Tandem-Stangen, die Eltern unterhalb des Lenkers des Kinderrads anbringen. Ob Kupplung oder Stange: In beiden Fällen treten Eltern und Kinder gemeinsam und haben somit statt Frust ein Team-Erlebnis. Info: FollowMe ab 259 Euro zzgl. Zubehör bei www. velounion-shop.de, www.followme-tandem.com

Info: Einsitzer ab 529 Euro, Zweisitzer ab 579 Euro, Zwei plus zwei – Die Familienradgeber in Köln, Bismarckstraße 56-62, 50672 Köln, Tel. 0221 – 650 14 60, www.familienradgeber.com, www.croozer.de

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RADFAHREN

RADFAHREN IN DER GRUNDSCHULE DAMIT KINDER SICHER MIT DEM RAD IN DER SCHULE ANKOMMEN, SIND SCHULEN UND ELTERN GLEICHERMASSEN IN DER PFLICHT. // von Anja Tischer

de, sondern davor anschließen. Sie bekommen dann auch keine Schwierigkeiten mit der Versicherung. Ich finde, es muss einiges an der Rad-Schulweg-Planung verbessert werden. Schulen sind dazu verpflichtet für Fußgänger aus jedem Einzugsgebiet eine Schulwegplanung zu erarbeiten. Für das Rad gibt es das noch nicht. Wie kann ich mit meinem Kind den Schulradweg erarbeiten? Zunächst geht man die Wege zu Fuß ab und fragt das Kind, wie es an bestimmten Stellen und in bestimmten Situationen reagieren könnte. Dann können Eltern und Kind zuhause gemeinsam einen Plan aufmalen. Später fahren sie den Weg dann mit dem Rad ab.

Vielen Dank für das Gespräch.

Info: Verkehrsverbund Rhein-Sieg, Glockengasse 37-39, 50667 Köln, Tel. 0221 – 20 80 87 36, www.radfahrenindergrundschule.de

KÄNGURU spricht mit Dr. Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln über das Projekt und das Thema Schulradwege. KÄNGURU: Sollte jedes Kind ein Verkehrstraining absolvieren? Dr. Achim Schmidt: Schulen sind dazu verpflichtet, ein Verkehrstraining für Kinder anzubieten. Ich finde, den Rest sollten Eltern mit ihren Kindern im Alltag trainieren. Denn Abbildungen und künstliche Situationen ersetzen nie das Praxistraining. Viele Grundschulen in NRW untersagen es Kindern, ohne absolvierte Fahrradprüfung mit dem Rad zur Schule zu fahren. Rein rechtlich können es die Schulen aber nicht verbieten. Viele Eltern umgehen das Verbot, indem sie das Fahrrad nicht auf dem Schulgelän14

MobilitätSpezial 06/15

Dr. Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln betreut als Sportwissenschaftler das Projekt „Radfahren in der Grundschule“.

Icon: freepik/flaticon.com, Bild: ©Nola Bunke

>>> Seit dem Jahr 2008 sind Grundschullehrer dazu verpflichtet, mit Kindern im Sachkundeunterricht das Radfahren zu üben. Am Ende der Schuleingangsphase sollen die Kinder einen Parcours bewältigen, am Ende der Grundschulzeit das Fahrrad sicher beherrschen und an einer Verkehrsausbildung teilnehmen. Doch wie können Schulen praxisnah auf Straßenverkehr und Radtouren vorbereiten? Die Sporthochschule Köln hat im Auftrag des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg ein Konzept für Lehrer entwickelt. Unter dem Titel „Radfahren in der Grundschule“ vermitteln Experten in einer praxisnahen Lehrerfortbildung Übungen und Spiele, Ideen für einen Fahrradparcours, Rechtswissen, Sicherheitstipps und Hintergrundwissen zu Fahrradtouren. Mit diesem Handwerkszeug können die Pädagogen ein kindgerechtes Training in der Schule anbieten. Im zugehörigen Online-Portal finden nicht nur Lehrer, sondern auch Eltern Praxiswissen nutzerfreundlich aufbereitet. Denn damit Kinder sicher in der Schule ankommen, müssen auch Eltern mit ihnen im Alltag üben.

Wie unterscheidet sich Ihr Konzept „Radfahren in der Grundschule“ von herkömmlichen Trainings? Wir veranstalten Fortbildungen für Lehrer, die dann ein Training in ihren Schulen anbieten können. Bei unserem Konzept sind Kinder viel länger auf dem Rad als bei der traditionellen Verkehrserziehung. Wichtig ist, dass sie Spaß daran haben, sich zu bewegen und Grenzsituationen erleben, die zu Stürzen führen könnten. Die Kinder lernen zum Beispiel, den Bordstein hoch und runter zu fahren, durch einen Graben auszuweichen, vom Rad zu springen oder mit dem Rad die Treppe runter zu kommen. Das ist für viele Lehrer neu und ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig sie den Kindern vorher zugemutet haben. Die Fortbildungen sind immer ausgebucht, die Lehrer sind begeistert und das Ziel ist es, die Workshops flächendeckend anzubieten.


RADFAHREN LERNEN WER HILFT?

>>> RADWEG-DETEKTIVE. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg verleiht „Radweg-Detektivkisten“. Mit den Materialien untersuchen Schüler ihre Schul- und Freizeitwege. Darüber hinaus unterstützt der Verbund Schulen beim Aufbau eines kommunalen Arbeitskreises „Mobilitätsbildung“ oder bei der Erarbeitung von Schulwegplänen. www.vrsinfo.de

So schnell kann man sparen. Der Ford Grand C-MAX als Tageszulassung.

>>> RADPARCOURS veranstaltet in Schulen ein Radtraining für die Jahrgangsstufen eins bis zwölf. Parcoursbetreuer errichten auf dem Schulgelände Hindernisse wie Wippen, Bodenwellen, Treppen oder Brücken. Gemeinsam mit Lehrern und Betreuern üben die Schüler so Grenzsituationen, um Unfälle im Alltag zu vermeiden. www.radparcours.de

>>> TRAINING IN DER KITA. Der Allgemeine Deutschen Fahrradclub Köln bietet auf Anfrage Fahrradfrühförderung für Kitas an. Auf dem Parkplatz der Pädagogischen Fakultät der Universität zu Köln versuchen sich die Kinder spielerisch an einem Mobilitätsparcours und sammeln so positive Erfahrungen auf dem Rad. www.adfc-nrw.de

>>> ARBEITSKREIS BONN. Der Bonner Arbeitskreis „Mit dem Rad zur Schule“ setzt sich für eine fahrradfreundliche Gestaltung von Schulwegen ein. Hier realisieren Vertreter aus Verwaltung, Schulen, Polizei und Unternehmen Konzepte. So ist beispielsweise ein SchulwegRatgeber für das Amos-Comenius-Gymnasium entstanden. www.bonn.de

>>> RADSCHLAG. Welche Spiele können Kitas und Schulen zum Thema Radfahren anbieten? Welche Sponsoren unterstützen die Einrichtungen dabei? Wie bringe ich meinem Kind das Radfahren bei? Im Online-Portal „Radschlag“ finden Kitas, Schulen, Familien und Vereine Fachwissen und Praxistipps. www.radschlag-info.de

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RADFAHREN

DAS ROTHEHAUSRAD NACHBARN TEILEN EIN LASTENRAD // von Ursula Katthöfer

Marcel Hövelmann hatte gemeinsam mit zwei Nachbarn die Idee zum Rothehausrad. Für Nachbarschaften und Freundeskreise, die dem Beispiel folgen möchten, verrät er im Interview ein paar wichtige Tipps: KÄNGURU: Ein Rad wie das Rothehausrad kostet im Handel etwa 1.200 Euro. Wie haben Sie das finanziert? Marcel Hövelmann: Wir sind damals durch die KlimaBausteine aus Mitteln der RheinEnergie AG gefördert worden. Doch die fördern jede Idee nur einmal. Deshalb hätte eine Kopie unseres Projekts keine Chance. Leider gibt es keine speziellen Fördertöpfe für Transporträder, weder lokal noch regional oder bundesweit. Deshalb bewirbt man sich am besten dort, wo Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion gefördert werden. Wer übernimmt die laufenden Kosten? Jeder Nutzer zahlt einen Jahresbeitrag von 25 Euro. Es spielt dabei keine Rolle, wie oft er das Rad nutzt. Dieses Geld brauchen wir für Wartung und Reparaturen. Geht denn oft etwas kaputt? In der ersten Zeit hatten wir viermal einen Platten. Auf den Kölner Straßen und Wegen liege viele Scherben. Und wegen der Transportkiste, die zwischen den beiden Vorderrädern angebracht ist, hat man keine so gute Sicht auf die Strecke wie bei einem normalen Fahrrad. Jetzt haben wir „unplattbare“ Schläuche und Mäntel, es läuft viel besser. Wer repariert das Rad? Wir haben einen guten Radladen, der schon Erfahrung mit Transporträdern hat. Es ist sehr wichtig, jemanden in der Nähe zu haben, der das Rad professionell in Schuss hält. Da das Rad sehr unterschiedlich genutzt wird, müssen regelmäßig die Speichen nachgezogen und die Bremsen nachgestellt werden. Was ein Radfahrer üblicherweise zum Frühling macht, machen wir etwa alle drei Monate. Wie klappt es denn mit den Absprachen unter den Nutzern? Das läuft prima, wir hatten noch nie Probleme. Trotzdem fragen wir einmal pro Halbjahr bei allen nach, wie es läuft. Vielen Dank. www.rothehausrad.de

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KAUFBERATUNG Die Auswahl an Pedelecs und E-Bikes ist inzwischen riesig. Wer sich zum Kauf entschieden hat, findet eine sehr informative Webseite des VCD mit einer E-Rad-Datenbank, Kaufcheckliste und einer Extraseite speziell für Lastenräder. Trotz aller Infos: Nur mit einer Testfahrt lässt sich wirklich herausfinden, welches E-Bike am besten zu einem passt. Info: e-radkaufen.vcd.org

FORUM FREIE LASTENRÄDER Am 20. Juni 2015 findet in Köln zum ersten Mal das „Forum freie Lastenräder“ statt. LastradInitiativen aus ganz Deutschland treffen sich Austausch. Beginn ist um 9 Uhr in den Räumen des AStA der Universität zu Köln, Universitätsstraße. 16, 50937 Köln. Info: www.wielebenwir.de

Icon: freepik/flaticon.com, Bild: Istock, ©Meinzahn

>>> Die Rothehausstraße in Ehrenfeld hat seit August 2014 ihr eigenes Transportrad. Zur Zeit teilen sich etwa ein Dutzend Einzelpersonen und Familien das Rothehausrad. Es wird pro Tag ein- bis dreimal genutzt. Dieses nachbarschaftliche Engagement ist von NRW-Medienministerin Angelica Schwall-Düren als vorbildliches Nachhaltigkeitsprojekt ausgezeichnet worden.


TRANSPORTRÄDER FÜR DIE GANZE FAMILIE „Als unser erstes Kind unterwegs war, habe ich angefangen, mich über Transporträder zu informieren“, erzählt Jan Steinberg. Inzwischen haben seine Frau Sandra und er drei Söhne: Julius (5), Milan (3) und Levi (1). Die Familie besitzt zwei Transporträder, eines mit und eines ohne elektrische Unterstützung. Hinzu kommen zwei Räder für die Eltern, zwei Kinderfahrräder und ein Kindertransportrad. „Für uns ist das Rad einfach das Top-Verkehrsmittel“, sagt Jan Steinberg. Das Transportrad mit elektrischer Unterstützung war für Sandra Steinberg während der Schwangerschaften unverzichtbar. Alle Söhne sind von kleinauf mitgefahren, in einem speziellen Fahrradkindersitz mit Fünfpunktgurt und Sicherheitsverschluss. Inzwischen nutzt sie es, um ihre Kinder aus der Kita abzuholen. Drei Jungs in einem Transportrad – das passt. „Es ist ein Tacho dran. Wir fahren damit pro Tag mehr als zehn Kilometer“, erzählt Jan Steinberg. Ganz ohne Unterstützung durch einen Motor fährt das dreirädrige Transportrad der Familie. Vorn ist zwischen zwei Rädern eine große Kiste installiert. „Das Rad kann auch bei Glatteis nicht umfallen, es eignet sich gut für Herbst und Winter und für Fahrten mit viel Gepäck.“ Klar, dass auch Julius, Milan und Levi inzwischen ein eigenes Transportrad haben – in Kindergröße. Eine Garage hat die Familie nicht, alle Räder stehen vor dem Haus. „Die Räder vertragen das gut“, meint Steinberg. „Bremsen und Schaltungen sind witterungsanfällig. Deshalb haben wir Nabenschaltungen und Trommelbremsen.“ Info: Jan Steinberg betreibt das „Bakfietsblog“, eine interessante und informative Seite rund ums Transportrad. http://bakfietsblog.blogspot.de


KURZ UND GUT

IDEEN RUND UMS RADFAHREN

FAHRRADBLOGS In Köln sind mindestens neun Fahrradblogger unterwegs. Ihre Fotos zeigen, an welchen Kreuzungen oder Baustellen es für Radfahrer gefährlich wird. Sie prangern unlogische Markierungen an oder machen sich Luft über Verkehrsrowdys:

KNOTENPUNKT

DIENSTRAD

FAHRRADKLIMA

Was darf es sein? Eine mittelschwere Rundtour durchs Bergische Land, 38,2 Kilometer lang mit Start am Bahnhof Leichlingen? Oder besser der leichte, 42,6 Kilometer lange Radweg der Demokratie durchs Bonner Regierungsviertel bis zum Adenauer-Haus in Rhöndorf? Das Webportal der RadRegionRheinland hält viele Tourenvorschläge bereit. In den Niederlanden haben die Organisatoren sich das Knotenpunktsystem abgeschaut. Dieses erweiterte Beschildungsrungssystem mit 430 Knotenpunkten wird zurzeit aufgebaut. Bei der Tourenplanung notieren Radfahrer sich die Nummern der Knotenpunkte auf ihrer Strecke und fahren sie der Reihe nach ab. An jedem Knotenpunkt informiert eine Übersichtskarte über die Ziele in der Umgebung. Im Kölner Stadtgebiet sind bereits 50 Knotenpunkte eingerichtet worden. Die erste Übersichtstafel wurde im vergangenen März in Müngersdorf eingeweiht.

Im Jahr 2012 haben die Finanzminister der Länder Dienstfahrräder den Dienstwagen gleichgestellt. Egal, ob Fahrrad, E-Bike oder Pedelec – wer mit dem Dienstrad unterwegs ist, profitiert seitdem ebenso wie die Autofahrer von der sogenannten 1%-Regel. Der geldwerte Vorteil, der bei der Bereitstellung des Dienstrades durch den Arbeitgeber entsteht, muss nur mit einem Prozent des Brutto-Listenpreises monatlich versteuert werden. Das Rad kann auch privat genutzt werden.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2014 landet die Stadt Köln bei 39 Städten auf Platz 36. Nur Bochum, Mönchengladbach und Wiesbaden schneiden noch schlechter ab. In Köln halten Radfahrer vor allem die Oberflächen der Radwege für schlecht. Auch der Fahrradförderung stellen sie ein schlechtes Zeugnis aus. Sven Bersch vom Kölner FahrradNetzwerk bewertet das schlechte Abschneiden so: „Die Infrastruktur in Köln ist miserabel. Die Investition in den Radverkehr ist auf Kreisliga-Niveau. London investiert eine Milliarde Pfund in den Radverkehr, Köln im Jahr ca. 2 Millionen Euro.“ Der ADFC meint, schon mit kleinen Maßnahmen könnte viel bewirkt werden. Dazu gehören für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen, mehr Tempo-30-Zonen, Winterdienst für Radwege und radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen.

Info: www.radregionrheinland.de

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Seitdem gibt es Anbieter von Leasing-Fahrrädern. Der Arbeitgeber schließt einen Rahmenvertrag mit dem Leasinganbieter, der Arbeitnehmer sucht sich beim Fachhandelspartner sein Rad aus. Die monatliche Leasingrate wird dem Mitarbeiter vom Gehalt einbehalten (Gehaltsumwandlung). Info: www.jobrad.org, www.eurorad.de, www.canyon.com

Info: www.adfc.de/fahrradklima-test

Icon: freepik/flaticon.com, Illustration: Shutterstock

www.fahrradblogger.de. Viele weitere Links finden sich im Velophil-Blog der Wochenzeitung „Die Zeit“: http://blog.zeit.de/fahrrad/


KRITISCHE MASSE An jedem letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr treffen sich Kölner Radfahrer zur „Critical Mass“ am Rudolfplatz. Der Begriff steht für „organisierten Zufall“, heraus kommt ein Mittelding aus Party und Demo. Radfahrer mit und ohne Verkleidung treffen sich, um auf ihrer Route für eine kurze Zeit zusammen zu fahren. Sie plaudern und kommen mit Autofahrern und Fußgängern ins Gespräch. Ziel ist, den öffentlichen Straßenraum für Radfahrer zu erobern. Deshalb bleibt die Gruppe auf einer Spur und fährt eng zusammen. Alles bleibt friedlich, Autofahrer sollen nicht provoziert werden. Motto: „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr.“ Nächster Termin ist der 26. Juni 2015, es folgen der 31. Juli und der 28. August. Info: www.critical-mass-cologne.de

FAHRRAD-STERNFAHRT Mit der 8. Kölner Fahrrad-Sternfahrt unter dem Motto „Frisch dabei – am Stau vorbei“ wollen Radfahrer für bessere Radverkehrsbedingungen in Köln demonstrieren. Im vergangenen Jahr nahmen 2.000 Radler teil, diese Zahl soll getoppt werden. Start ist am 21. Juni 2015 zu verschiedenen Zeiten an rund 30 Treffpunkten in ganz Köln. Um 15 Uhr gibt es eine große Abschlusskundgebung auf dem Heumarkt.

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Info: www.sternfahrt-koeln.de

RADKOMM Am 20. Juni 2015 findet in der Karl Rahner Akademie (Jabachstraße 4-8, 50676 Köln) zum ersten Mal der Kongress RADKOMM statt. Motto: Radfahren macht reich! Dabei geht es in Workshops und Vorträgen um Radverkehr und Ökonomie. Der Kongress soll in Zukunft jährlich stattfinden. Veranstalter ist die im Kölner Rat vertretene Wählergruppe „Deine Freunde“. Info: www.radkomm.de

MARKT DER MOBILITÄT „Köln nachhaltig gestalten – vom guten Leben & von guten Ideen“ heißt eine aktuelle Veranstaltungsreihe der KölnAgenda. Die nächste Veranstaltung ist am 9. Juni 2015. Ab 17.30 Uhr lädt die KölnAgenda in das Forum Volkshochschule im Rautenstrauch-Joest-Museum (Cäcilienstraße 29–33) zum Markt der Mobilität. Zahlreiche Akteure, die eine Mobilitätswende für Köln unterstützen, stellen sich vor. Auf dem Außengelände stehen Pedelecs und Lastenräder für Probefahrten bereit.

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AUTOFAHREN

ÖKOLOGISCH DURCHDACHTE AUTOS GROSSEINKAUF, AUSFLUG AUFS LAND, FAHRGEMEINSCHAFT ZUM FUSSBALLSPIEL – DAS AUTO IST FÜR VIELE FAMILIEN UNVERZICHTBAR. BEIM NEUKAUF SPIELEN UMWELT- UND KLIMASCHUTZ EINE ZUNEHMENDE ROLLE. // von Ursula Katthöfer

Seitdem feststeht, dass Familie Diederichs ein neues Auto braucht, hat sie bereits viel darüber diskutiert. Sie hat Kataloge durchgeblättert und Webseiten studiert. Kirsten möchte im Stadtverkehr gut in die Parklücken kommen. Rico hat nichts dagegen, auf der Autobahn mal Gas zu geben. Und für den zehnjährigen Lars ist die Bluetooth-Schnittstelle unverzichtbar. FAMILIEN ENTSCHEIDEN GEMEINSAM

Während noch vor zehn oder zwanzig Jahren klar war, dass der Vater beim Autokauf das Modell bestimmt und die Mutter noch über die Farbe der Sitzpolster entscheiden darf, hat sich in jungen Familien viel verändert. „Es gibt durchaus Untersuchungen, dass der Autokauf immer häufiger von Frauen bestimmt wird“, sagt Isfried Hennen von der Ford-Werke GmbH aus Köln. Außerdem spielt die Ökobilanz eine große Rolle. Hennen: „Wir spüren deutlich, dass gerade junge Kunden bzw. Kunden mit Kindern bei ihrer Kaufentscheidung zunehmend auf ökologische Aspekte achten – also vor allem auf den Kraftstoffverbrauch und die damit zusammenhängenden CO2Emissionen.“ Außerdem bestimmen Sicherheitsaspekte und das Design die Kaufentscheidung. Die Hersteller nehmen die Kundenwünsche nach einem geringeren CO2-Ausstoß ernst. Ausgesprochene Familienautos sind allerdings längst nicht so klimafreundlich wie Hybridautos oder Erdgasautos. KÄNGURU stellt ein paar Fahrzeuge vor.

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TOYOTA YARIS HYBRID Toyota ist bei den Hybridfahrzeugen bereits seit 1997 am Start. Damals kam der Toyota Prius mit Hybridmotor auf den Markt. Der vergleichsweise kleine Yaris Hybrid fährt mit ausgereifter Technologie. Bei einer großen deutschen Autozeitschrift belegte er Platz 4 unter den umweltfreundlichsten Autos 2015. Das Fahrerlebnis im Elektromodus ist ein etwas anderes als bei herkömmlichen Benzinern. Im Hybrid ist es so leise! Im Stadtverkehr ist er wendig und lässt sich gut parken. Der Hersteller spricht deshalb auch von City-Power. Der Yaris Hybrid hat ein stufenloses Automatikgetriebe. Toyota bietet den Kleinwagen als kleines Familienauto an. Denn der Kofferraum ist ausgesprochen wandelbar. Je nach Umklappen der geteilten Rücksitzbank (Verhältnis 60:40) hat er ein Volumen von 296 bis 786 Litern. Selbst bei nicht umgeklappter Rückbank passt ein Kinderwagen rein. kW: 74 (100 PS) I Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h kombinierter Kraftstoffverbrauch: 3,3 Liter/100 Kilometer I CO2-Emissionen: 82 Gramm/Kilometer kombiniert CO2-Effizienzklasse: A+ Abgasnorm: Euro 6 I Preis: ab 17.300 Euro

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>>> „Wir wollen uns ökologisch verbessern.“ So fasst Kirsten Diederichs die Suche nach einem neuen Auto zusammen. „Bisher fahren wir einen Citroen Berlingo. Der verbraucht im Schnitt neun Liter Superbenzin, an kalten Wintertagen im Stadtverkehr sogar zwölf Liter. Das geht gar nicht mehr.“ An einem Samstagvormittag spaziert Kirsten mit ihren Töchtern Katja (5) und Svea (3) über die Bonner Automeile. Auf der Ecke hat Mercedes seinen Showroom, dahinter ist die BMW-Niederlassung mit integriertem Mini-Shop. VW, Seat und Skoda sind vertreten, schräg gegenüber liegen das Porsche-Zentrum und der Toyota-Handel. Die Auswahl fällt schwer. „Mein Mann Rico ist gerade mit unserem Sohn bei BMW. Er würde sich gern einen Kindheitstraum erfüllen, doch ein BMW ist definitiv zu teuer.“


FORD C-MAX 1,5-L-TDCI ECONETIC Ford hat sogenannte ECOnetic-Modelle für fast alle Baureihen im Programm. Diese Fahrzeuge wurden speziell auf geringen Kraftstoffverbrauch und niedrige Emissionen hin entwickelt. Dazu gehört der Ford C-MAX 1,5-l-TDCi ECOnetic. Familien können ihn flexibel nutzen. Die Rücksitze lassen sich umklappen oder sogar komplett herausnehmen, um einen geräumigen Laderaum zu schaffen. Hilfreich im Stadtverkehr: der Park-Assistent. Er ermittelt auf Knopfdruck im Vorbeifahren, ob eine Parklücke groß genug ist, und das sowohl längs als auch quer zur Fahrbahn. Außerdem kann das Fahrzeug nicht nur vollkommen autonom einparken, es hilft auf Wunsch auch beim Ausparken. Die Türkindersicherung ist elektrisch. Pfiffig für Familien mit älteren Kindern ist das System MyKey. Die Fahrzeugeinstellungen lassen sich über den Schlüssel individuell programmieren. So können zum Beispiel die Lautstärke des Radios und die Höchstgeschwindigkeit begrenzt werden. kW: 77 (105 PS) I Höchstgeschwindigkeit: 184 km/h I kombinierter Kraftstoffverbrauch: 3,8 Liter/100 Kilometer I CO2-Emissionen: 99 Gramm/Kilometer I CO2-Effizienzklasse: A+ I Abgasnorm: Euro 6 Preis: ab 23.350 Euro

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XXXXXXXXX AUTOFAHREN

ÖKO-TOP TEN DES VCD

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Im Juni 2015 kommt der neue VW Caddy auf den Markt. Eine neue Motorgeneration mit Turboaufladung und Direkteinspritzung macht ihn sparsam im Verbrauch. Auch nicht unwichtig ist der verringerte Rollwiderstand der Reifen. Denn je besser die rollen, desto weniger Sprit braucht das Fahrzeug.

Viel Auto für wenig Geld. Dieses Auto kam 2013 mit komplett neu gestaltetem Innenraum auf den Markt. Es eignet sich für all diejenigen, die immer schon mit dem Geländewagen in die Stadt wollten, ohne auf das Limousinengefühl zu verzichten. Der SUV der rumänischen Marke, die von Renault geführt wird, lässt sich auf Wunsch auch mit Vierradantrieb ausstatten. Dank ausreichend direkter Lenkung geht es im Stadtverkehr recht geschmeidig zu.

Aus dem Fünfsitzer wird bei Bedarf ein Siebensitzer. Wer auf einem der sehr steilen Sitze in der dritten Reihe sitzt, kann über die anderen hinwegsehen – für Kinder super, für Erwachsene nicht allzu lang bequem. Die Schiebetüren des Vorgängers haben sich bewährt. Toll für Familien, deren Kids auch in engen Parktaschen allein aus- und einsteigen wollen. Hier wird kein Nachbarauto touchiert. Die hintere Achse des Caddy ist starr geblieben. Deshalb ist er nicht ganz so gut gefedert wie andere Familienautos. Andererseits lässt er sich gut beladen, selbst wenn es etwas mehr wird als das zulässige Gesamtgewicht. kW: 75 (102 PS) I Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h I kombinierter Kraftstoffverbrauch: 4,2 Liter Diesel /100 Kilometer CO2-Emissionen: 109 Gramm Kilometer I CO2-Effizienzklasse: A I Abgasnorm: Euro 6 I Preis: ab 21.860 Euro

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Platz für Familien bietet der Duster allemal. Auf längeren Reisen macht der großzügige Fußraum Spaß. Das maximale Ladevolumen umfasst 1.636 Liter, wenn die asymmetrisch geteilte Lehne umgeklappt ist. Auch lange und sperrige Gegenstände lassen sich gut transportieren, wenn man die Geduld aufbringt, sie ins Auto zu puzzeln. Allerdings sieht man dem Laderaum an, dass der Wagen preiswert ist. Die Laderaumabdeckung wirkt, als würde sie nicht lange halten. kW: 66 (90 PS) I Höchstgeschwindigkeit: 156 km/h I kombinierter Kraftstoffverbrauch: 4,7 Liter Diesel /100 Kilometer CO2-Emissionen: 123 Gramm/ Kilometer I CO2-Effizienzklasse: C I Abgasnorm: Euro 5 I Preis: ab 14.090 Euro

Bilanz des VCD: Revolutionäre Neuerungen gibt es von den Autoherstellern zurzeit nicht. Ob Kraftstoffverbrauch, CO2-Ausstoß, Schadstoffemissionen oder Lärm − alles bessert sich ein wenig. Der VCD mahnt angesichts des Klimawandels ein höheres Tempo bei den Neuentwicklungen an. Das sei auch für die Verbraucher wünschenswert. Die aktuelle VCD-Umweltliste ist für Vereinsmitglieder kostenlos. Alle anderen zahlen für den Download 3,35 Euro. www.vcd.org/ auto-umweltliste-2014

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Einmal im Jahr veröffentlicht der Verkehrsclub Deutschland (VCD) seine Auto-Umweltliste. Benzinund Dieselfahrzeuge gehören selten zu den Top-Ten. Hybride (Elektromotor plus Verbrennungsmotor) und Erdgasautos dominieren die Liste der ökologisch sinnvollen Fahrzeuge. Sieger der Top Ten 2014/2015 ist das Hybrid-Auto Lexus CT 200h. Der Fünfsitzer mit 100 kW zum unverbindlichen Preis von 27.600 Euro hat einen CO2-Ausstoß von 82 GrammCO2/km. Die technischen Erdgas-Drillinge Volkswagen eco up!, Seat Mii Ecofuel und Škoda Citigo CNG Green tec kommen auf Platz zwei.


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AUTOFAHREN

CARSHARING: FÜR JEDE GELEGENHEIT DAS PASSENDE AUTO FÜSSE, ROLLER, FAHRRAD. BUS, U-BAHN, FERNZUG. FAMILIEN, DIE VERKEHRSMITTEL CLEVER KOMBINIEREN, SPAREN ZEIT UND GELD. UND WENN EIN AUTO GEBRAUCHT WIRD, IST DER NÄCHSTE CARSHARING-ANBIETER OFT NÄHER ALS GEDACHT. // von Ursula Katthöfer

Die Familie Hoevel hat ihr Auto im Jahr 2013 verkauft. Vater René wechselte den Job und musste nicht mehr nach Leverkusen. Statt dessen arbeitet er nun in der Kölner Innenstadt. Mutter Andrea fuhr die elf Kilometer von Hohlweide bis zu ihrem Arbeitsplatz an der Inneren Kanalstraße sowieso mit der KVB, bei gutem Wetter mit dem Rad. Der Renault Kangoo stand in der Tiefgarage und kostete Geld: Steuern, Versicherung, Stellplatzmiete. „Das waren allein 250 bis 300 Euro pro Monat, ohne einen Tropfen Sprit getankt zu haben“, sagt Andrea Hoevel. Außerdem machte ihr das Auto fahren in Köln keinen Spaß: „Man steht und steht im Stau. Morgens ist man die zwei Kilometer zum Kindergarten schneller mit dem Fahrrad als mit dem Auto gefahren.“ Nun hat jedes Familienmitglied ein altersgerechtes Fahrzeug. Die neunjährige Inga nimmt den Roller, wenn sie zur Musikschule fährt. Enno ist fünf, er hat ein Nachlaufrad. Wenn er morgens mit René zum Kindergarten düst, sitzt er im Fahrradanhänger. René lässt sein Rad kurz danach am U-Bahnhof Fischeringstraße stehen und

fährt mit der U18 zum Dom. Der dreizehnjährige Eike geht in Buchheim zur Schule. Da die Bahn morgens brechend voll ist, nimmt er am liebsten das Rad. Dann geht es durch die Felder. Und Mutter Andrea? „Womit ich fahre, hängt sehr von der Uhrzeit ab. Wenn die S11 morgens gerade weg ist, nehme ich die U-Bahn zum Ebertplatz oder zur Lohsestraße.“ Nachmittags macht sie die Wahl des Verkehrsmittels davon abhängig, ob sie Lust auf einen Spaziergang durchs Agnesviertel hat, zum Fitnesstraining möchte, einkaufen muss oder lieber sofort nach Hause fährt. MANCHMAL BRAUCHT MAN EBEN DOCH EIN AUTO

Familie Hoevel besitzt kein Auto. Doch beide Eltern haben einen Führerschein. Und das ist gut. Denn obwohl die Hoevels sich die Parkplatzsuche in der Innenstadt ersparen, obwohl sie am Stau vorbei radeln und das KVB-Netz kennen wie ihre Westentasche, brauchen sie hin und wieder ein Auto. „Kürzlich waren wir irgendwo im nirgendwo zu einer Kommunion eingeladen, in Bergheim-Ahe. Da fährt sonntags alle zwei Stunden ein Bus, das geht natürlich nicht“, sagt Andrea Hoevel. Um in solchen Fällen mobil zu sein, sind die Hoevels Kunden bei Cambio. Der Carsharing-Anbieter ist inzwischen in 19 deutschen Städten mit 300 Stationen vertreten, allein in Köln sind es 70 Stationen, in Bonn immerhin neun. „Wir kommen

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>>> „Unsere Kinder fanden es anfangs doof, ohne Auto zu sein“, erinnert sich Andrea Hoevel. „Kein Auto zu besitzen war ihnen peinlich. Sie wollten nicht anders sein. Inzwischen protestieren sie, wenn sie Auto fahren müssen.“


„EIN EIGENES AUTO BRAUCHTEN WIR NICHT MEHR.“

aus der Umweltbewegung“, erzählt Tanya Bullmann, Leiterin von Marketing und Vertrieb bei Cambio. „1992 gründeten ökobewusste Autofahrer nahezu zeitgleich in Köln, Aachen und Bremen verschiedene Stattauto-Unternehmen. Daraus entstand im Jahr 2000 Cambio.“ Ziel des Unternehmens ist, die Mobilität mit dem Auto nicht abzuschaffen, sondern effizienter zu machen. Das Unternehmen hat Interesse an einem funktionierenden Mobilitätsmix. Es kooperiert mit mehreren Verkehrsbetrieben. So hat am 1. Juni 2015 die Zusammenarbeit mit der KVB gestartet. Seitdem kann man in vier KVB-Kundencentern auch Cambio-Kunde werden. UNTERSCHIEDLICHE TARIFE

Eine der Zielgruppen sind Familien. Um für jede Gelegenheit das passende Fahrzeug zu finden, stehen mehrere Modelle bereit: Für den Ausflug zu der Geburtstagsparty bietet sich der 9-Sitzer Ford Transit an (darf mit Führerscheinklasse B, bzw. Klasse 3 gefahren werden). Für den längeren Wochenendtrip nach Süddeutschland eignet sich der Ford Focus. Und wenn es mal ganz schnell zum Kinderarzt gehen muss, reicht der kleine Citroen C1. Die Kunden profitieren von den Stationen in anderen Städten. Andrea Hoevel: „Als wir über Karneval an der Nordsee waren, stand am Bahnhof Oldenburg ein Cambio für uns.“ Die Hoevels zahlen eine monatliche Grundgebühr von drei Euro. Sie haben sich den Start-Tarif, der für Wenigfahrer geeignet ist, ausgesucht. Der Tagespreis für den Fiesta liegt für sie bei 23 Euro und ist damit relativ hoch. Wer sehr viel fährt, nimmt den Comfort-Tarif mit einer Grundgebühr von 25 Euro pro Monat. Dafür liegt der Tagespreis für den Fiesta nur bei 19 Euro. „Je höher der Monatsbeitrag, desto günstiger die Fahrpreise und umgekehrt“,

sagt Tanya Bullmann. „Der Wechsel von einem Tarif in den anderen ist jeden Monat möglich. Das lohnt sich zum Beispiel für Familien, die das Jahr über wenig fahren, aber mit einem CambioFahrzeug in den Urlaub möchten.“ Wie viel Geld die Familie Hoevel spart, seitdem sie kein eigenes Auto mehr besitzt, lässt sich schlecht abschätzen. Im Sommerurlaub in Südfrankreich nutzte sie einen Mietwagen – ein ordentlicher Posten in der Urlaubskasse. „Wir sparen in jedem Fall“, sagt Andrea Hoevel. „Auch wenn wir nicht genau ausgerechnet haben, wie viel.“ www.cambio-carsharing.de

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AUTOFAHREN

CARSHARING FÜR ALLE >>> GRENZEN ÜBERWINDEN

DriveNow ist der CarsharingAnbieter mit BMW und Sixt im Rücken. In den fünf Großstädten, darunter Köln, verleiht das Unternehmen Minis vom Cabrio bis zum Countryman und BMW, darunter den BMW X1 mit Allradantrieb und großem Laderaum. Wer sich für eine Anmeldegebühr von 29 Euro registrieren lässt, bekommt eine DriveNow ID. Die Autos stehen überall in der Stadt, wo immer sie zuletzt geparkt wurden. Feste Mietstationen gibt es nicht. Eine App zeigt, wo das nächste passende Auto steht. Abrechnet wird ein All-inclusive-Paket: Versicherung, Kfz-Steuer, Parktickets und Benzin. Die Minutenpreise variieren je nach Datum, Tageszeit und Modell. Preisbeispiel Mini: 31 Cent pro Minute Fahrtzeit, 15 Cent pro Minute Parkzeit. de.drive-now.com

>>> FLINK VON A NACH B Flinkster heißt das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn, das in über 140 Städten in Deutschland verfügbar ist und rund 2.800 Fahrzeuge an 800 festen Stationen

anbietet. Zahlreiche Stationen liegen in unmittelbarer Nähe zu einem Bahnhof, aber Flinkster arbeitet auch an anderen Konzepten. Mit dem Automobilhersteller Ford bietet es zum Beispiel über das Händlernetz Carsharing an, in Bonn gibt es inzwischen ein Parkraumquartier ohne feste Stellplätze. Flinkster hat unterschiedliche Fahrzeugkategorien und Hersteller im Angebot, von der Mini-Klasse (z.B. Smart) über die Kompakt-Klasse (z.B. VW Golf) bis hin zur Ober-/ExtraKlasse (z.B. Audi A6, 9-SitzerBus). Die Registrierung bei Flinkster kostet einmalig 50 Euro, für BahnCard-Kunden ist sie kostenlos. Anschließend mietet man ab 1,50 Euro die Stunde. www.flinkster.de

>>> CARSHARING AUF DEM LAND Tamyca ist eine deutschlandweite Plattform, über die Privatwagen vermietet werden. Einfach Postleitzahl eingeben und gucken, wo das nächste Auto steht. Der große Vorteil für alle, die nicht mitten in der Großstadt wohnen: Tamyca gibt es überall, wo Privatpersonen ihre Autos vermieten

möchten, auch in kleineren Städten und sogar auf dem Land. „Ford Galaxy, 1,6 km entfernt, 30 Euro pro Tag“ ist beispielsweise eine Rückmeldung bei einer Suche in Nümbrecht mit der Postleitzahl 51588. Außerdem sympathisch: Der Auto-Vermieter zeigt sich mit einem kleinen Bild. Anmelde- oder Grundgebühren gibt es nicht. www.tamyca.de

>>> VON PRIVAT FÜR PRIVAT Diesen Service für Autovermietungem zwischen Privatpersonen gibt es in den elf größten deutschen Städten. Im vergangenen April ist er auch in Köln gestartet. Autobesitzer stellen ihr Auto samt Infos zu Baujahr und Tagespreis ins Netz. Raucherfahrzeuge sind extra ausgewiesen. Auf einer Karte zeigen rote Punkte, ob das Auto in Müngersdorf, Kalk oder Rodenkirchen steht. Drivy wirbt mit einer umfassenden Versicherung für jeden privaten Nutzer. Wer mag, kann auf der Webseite einen Alarm aktivieren und erhält jeweils eine Mail, wenn ein passendes Auto angeboten wird. www.drivy.de

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Car2go versucht, Köln und Düsseldorf miteinander zu verbinden. In beiden Städten sind am Nachmittag eines Werktages auf der Car2goKarte im Web 467 freie Smarts gelistet. In Düsseldorf per App das Auto finden, reservieren, öffnen. Nach Köln fahren, parken, aussteigen, fertig. Falls jemand zurückfahren will, findet er seinen nächsten Smart möglicherweise auf einem kostenlosen Parkspot. Andere Fahrzeugmodelle als der Smart sind nicht im Angebot. Hinter diesem CarsharingAnbieter stehen Daimler und Europcar. Familien, die keinen Zweitwagen wollen, werden direkt angesprochen. Die Mietkosten während der Fahrt liegen bei 29 Cent pro Minute und 14,90 Euro pro Stunde. Der Minutenpreis kann ärgerlich sein, wenn man in der Innenstadt herumkurvt, um einen Parkplatz zu finden. Steht das Auto zwischendurch, zahlt der Nutzer 19 Cent pro Minute. Hinzu kommt eine einmalige Gebühr von 19 Euro. www.car2go.com/de/rheinland/

>>> BMW ODER MINI

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MobilitätSpezial 06/15


E-MOBILITY-CHECK Elektroautos haben keine große Reichweite. Doch für Ballungsräume wie Köln und Bonn eignen sie sich gut. Studien zufolge ließen sich bereits heute 90 Prozent aller Fahrten in Ballungsräumen elektrisch absolvieren. Da ist noch viel (gute) Luft nach oben. Mit dem RheinEnergie E-Mobility-Check können Familien herausfinden, ob ein Elektroauto sich für sie eignen würde. Das hängt von der Länge der gefahrenen Strecken sowie den Stand- und Ladezeiten des Autos ab. Außerdem ermittelt der Check, wie viel CO2 bei einem Umstieg vermieden würde. Nach dem Check ist auch klar, ob sich ein Hybrid-Fahrzeug besser lohnen würde als ein reines E-Fahrzeug. Wer teilnehmen möchte, trägt sich in die Interessenliste ein und wird online befragt. Er erhält eine SmartBox, die für 20 Tage mit Hilfe eines Saugnapfes an der Frontscheibe befestigt wird. Der Ergebnisbericht kommt dann per PDF ins Haus. Alles in allem ein echter Praxistest.

DAS ZIEL IST UND BLEIBT: WIR WOLLEN BIS 2020 EINE MILLION ELEKTROAUTOS AUF DEUTSCHLANDS STRASSEN BRINGEN.

www.rheinenergie.com

ELEKTRO-BLOG

Angela Merkel bei der IAA, 2013

Elektroauto.net ist ein News-Blog, der über Elektroautos und Hybridautos informiert. Dort findet sich auch ein Vergleich zu Reichweite, Ladedauer, PS-Zahl und maximaler Geschwindigkeit. www.elektroauto-news.net

PARADISE

zum l: ie Beisp lata, o P a, rt e u P a Can Punt dero, Vara çao. Cura

Karibische Traumstrände entdecken: täglich direkt ab Düsseldorf Airport. dus.com

MobilitätSpezial 06/15

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REISEN

AB IN DEN URLAUB! DER PKW IST MIT ABSTAND DAS MEISTGENUTZTE REISEVERKEHRSMITTEL DEUTSCHER URLAUBER. WAS TAUGEN ALTERNATIVEN? // von Christoph Schrahe

ANSTRENGENDE AUTOFAHRTEN

Diese Werte verharren seit Jahren auf konstantem Niveau, obwohl sich im Hinblick auf das Auto ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel vollzieht. So büßt es seine Rolle als Statussymbol zumindest unter jüngeren Menschen zunehmend ein, der Führerschein wird nicht mehr wie selbstverständlich gemacht und wer einen PS-starken Wagen fährt, erntet statt Neid inzwischen eher moralische Zeigefinger. In der Alltagsmobilität spiegelt die rasante Zunahme der Carsharing-Angebote diesen Trend wider. Wer gar kein Auto hat, geht an die Frage nach dem geeigneten Verkehrsmittel für den Urlaub ganz anders heran und sieht eher auch die Nachteile des PKW. Die gibt es durchaus. Lange Autofahrten sind anstrengend, für Fahrer und Mitfahrer. Gerade für Kinder ist das stundenlange Verharren in der mehr oder weniger gleichen Sitzposition strapaziös. Auch ohne nicht enden wollenden Stau auf einer gesperrten Autobahn bei 36 Grad im Schatten. Zudem ist die Umweltbilanz des Autos nicht die beste. GUTE NOTEN FÜR DEN REISEBUS

In dieser Hinsicht kann dem Reisebus kein anderer Verkehrsträger das Wasser reichen. Mit nur rund 30 Gramm Treibhausgasen pro Personenkilometer stößt der Bus etwa die Hälfte dessen aus, 28

MobilitätSpezial 06/15

was ein mit vier Personen besetzter PKW emittiert (und wenigstens bei der Urlaubsreise mit der Familie ist dieser ja mal voll besetzt). Mit der Deregulierung des Fernbusverkehrs ist zudem das Angebot an Strecken gestiegen und das Preisniveau gesunken. Zwar ist man mit dem Fernbus wegen des Tempolimits für Busse und den gesetzlich vorgeschriebenen Pausen für den Fahrer grundsätzlich länger unterwegs als mit dem PKW und auch dieser kann im Stau steckenbleiben, dem PKW ist der Bus aber nicht nur ökologisch voraus. So hat man mehr Bewegungsfreiheit, meist kostenloses WLAN (das man auch benutzen darf, ebenso wie das Telefon ohne Freisprecheinrichtung) und für den Gang zur Toilette muss man keine 70 Cent bereithalten. PAUSCHALREISEN MIT BUS

Aber selbstverständlich fährt der Bus meist nicht von Tür zu Tür und wenn man mehr Gepäck mitnehmen möchte, als man tragen kann, wird es schwierig. Für eine Städtereise ist der Bus daher durchaus eine Alternative, für die gepäckträchtige Fahrt in den Strand- oder Skiurlaub eher nicht. Es sei denn, man bucht gleich die ganze Reise im Paket. Dann fährt der Bus auch bis vor die Tür des Hotels. Angenehmer Nebeneffekt: Die ersten Urlaubsbekanntschaften schließt man schon, bevor man überhaupt am Ziel angekommen ist. Dass die Mitreisenden auch zur Belastung werden können, sollte man vor allem bei Fahrten über Nacht einkalkulieren. Die sparen aber immerhin bis zu zwei Urlaubstage – ein weiteres Plus des Sich-fahren-Lassens. KOMFORTABEL REISEN

Quasi mit Chauffeur ist man auch im Zug unterwegs und die Bahn bietet ebenfalls urlaubstagesparende Übernachtverbindungen. Die lassen sich bei Zahlung entsprechender Zuschläge sogar sehr komfortabel verbringen, in einem richtigen Bett, das auf Wunsch sogar in einem Abteil mit eigener Dusche steht. Ankunft ist in diesem Fall aber nie am Hotel, es sein denn, es steht am Hauptbahnhof. Für die letzten Kilometer muss man also in der Regel auf einen anderen Verkehrsträger ausweichen oder auch mit einem anderen Zug weiterreisen, denn die Zahl der Nachtzugziele ist begrenzt. Ums Umsteigen kommt man also nicht herum, der gute alte Kurswagen, in dem man von Köln oder Bonn direkt bis Lindau, Oberstdorf oder Norddeichmole fahren konn-

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>>> Gepäck in den Kofferraum, Kinder auf die Rückbank, Sprit in den Tank und los geht’s. Mit dem eigenen Auto ist der Start in den Urlaub so herrlich unkompliziert. Kein Wiegen der Koffer wegen drohender Extrakosten, keine Panik, nicht rechtzeitig am Flug- oder Bahnsteig zu sein, und jederzeit die Möglichkeit, eine Pause einzulegen, an einem schönen Ort zu verweilen oder diesen kleinen, aber reizvollen Umweg zu nehmen. Ein weiterer Vorteil: Wer mit dem eigenen Auto anreist, hat es auch im Urlaubsort zur Verfügung. Für Ausflüge, den Transport von Schlauchboot, Sonnenschirm und Klappstuhl zum Strand oder den Wocheneinkauf für die Ferienwohnung. Und: Wenn man nur die Kraftstoffkosten rechnet (was die meisten tun), ist es auch noch richtig günstig. Kein Wunder also, dass 61 Prozent der deutschen Urlauber bei ihrer letzten Urlaubsreise den PKW für die Anreise wählten. Bei Zielen im eigenen Land sind es sogar rund 80 Prozent.


61 PROZENT DER DEUTSCHEN URLAUBER WÄHLTEN BEI IHRER LETZTEN URLAUBSREISE DEN PKW FÜR DIE ANREISE. BEI ZIELEN IM EIGENEN LAND SIND ES SOGAR RUND 80 PROZENT.

te, ist längst Geschichte. Mit dem Gepäck muss man sich bei der Hatz nach dem Anschlusszug aber dennoch nicht zwangsläufig abmühen. Die Bahn bietet einen Gepäckservice mit Zustellung direkt ins Urlaubsquartier und Kinder reisen bis zum Alter von 15 Jahren kostenlos mit. FLUGREISEN HABEN ZUGENOMMEN

Preislich kann die Bahn mit dem PKW und dem Bus jedoch kaum konkurrieren, denn Sparpreise gibt es zu Schulferienzeiten eher selten. Die ganz günstigen Tickets der Billigflieger sind zu diesen Zeiten auch schnell vergriffen. Trotzdem ist der Anteil der Urlaubsreisen per Flugzeug in den letzten Jahren auf zuletzt 46 Prozent gestiegen. Schade eigentlich, denn das Flugzeug hat eine viel schlechtere Umweltbilanz als die Bahn, die immer weniger Reisende in den Urlaub transportiert (2014 waren es 13 Prozent). Aber für eine Reise auf die Kanaren kommt eben nur der Luftweg in Frage (zumal Personenfähren auch nicht weniger CO2 pro Personenkilometer produzieren).

Einsteigen. Aussteigen. Wandern! Stressfrei die Natur genießen.

Manuel Andrack Die schönsten Wanderwege in Nordrhein-Westfalen

Das größte Plus des Fliegens ist die Zeitersparnis. Der Effekt relativiert sich auf Kurzstrecken wie Paris oder München allerdings, denn neben der reinen Flugzeit bedarf es der Anreise zum Flughafen – inklusive Reserve für eventuelle Staus, Parkplatzsuche und den Marsch vom Auto zum Schalter. Wer Gepäck eincheckt, muss dort bei Inlandsflügen 45 Minuten vor Abflug eintreffen. Am Zielflughafen wartet man auf die Koffer und ist meist noch längst nicht am Ziel, viele Flughäfen liegen weit außerhalb der Innenstädte. Wenn dann unter dem Strich eine gesparte Stunde übrig bleibt, muss man sich schon fragen, ob man dafür Thrombosegefahr und die extra Dosis Röntgenstrahlung in Kauf nehmen will.

2., vollständig überarbeitete Auflage 192 Seiten, 159 farb. Abb., 30 Karten ISBN 978-3-7616-2940-6 14,95 Euro

MOBIL AM URLAUBSORT

Fährt man nicht mit dem eigenen (oder gemieteten) PKW in den Urlaub, stellt sich am Zielort die Frage nach der Mobilität während des Aufenthaltes. Viele Ferienregionen haben sich das Thema nachhaltige Mobilität auf die Fahnen

Verlag Im Buchhandel oder unter www.bachem.de/verlag erhältlich.

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REISEN

Bild: Shutterstock

QUASI MIT CHAUFFEUR IST MAN AUCH IM ZUG UNTERWEGS UND DIE BAHN BIETET EBENFALLS URLAUBSTAGESPARENDE ÜBERNACHTVERBINDUNGEN.

geschrieben. Häufig können Gäste die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos (zum Beispiel im Bregenzerwald – dort sind auch die Bergbahnen frei) oder für einen günstigen Pauschalpreis nutzen (in Südtirol 28 Euro für sieben Tage, Kinder 14 Euro). Sofern das Nahverkehrsnetz gut ausgebaut ist, kann das Auto wirklich stehen bleiben. Im Hochschwarzwald können Übernachtungsgäste täglich sogar drei Stunden kostenlos einen BMW i3 fahren – der fährt rein elektrisch mit Ökostrom.

PER BAHN AB KÖLN ODER BONN: www.bahn.de www.thalys.com

RADELN VOR ORT

ROLLENDE FERIENWOHNUNG

Am anderen Ende der Komfort- und Preisskala rangiert das Wohnmobil. Die rollenden Ferienwohnungen kann man für die Urlaubsreise mieten, nicht nur in Kanada (der Klassiker), sondern auch ab Köln oder Bonn (z.B. über den ADAC). Das ist zwar teuer, man spart aber bei den Kosten für Unterkunft, da man in vielen Ländern zumindest für eine Nacht am Straßenrand stehen darf (zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ auch in Deutschland). Ansonsten gibt es in vielen Orten ausgewiesene Wohnmobilstellplätze, wo man für kleines Geld (in Deutschland oft kostenlos) auch länger stehen darf. Es ist schon sehr praktisch, Bett, Toilette und Kühlschrank immer dabei zu haben. Bei wechselnden Aufenthaltsorten nicht ständig aus- und einpacken zu müssen, ist ebenfalls ein Segen, und große Wohnmobile haben auch noch Platz für die Mitnahme der Räder. Nicht ganz so praktisch sind die Reisemobile in engen, mittelalterlichen Stadtzentren und auf kurvigen Bergstraßen. Das Rangieren mit den großen Fahrzeugen ist eine Quelle für ordentlichen Stress. Den vom PKW gewohnten Schnitt kann man sowieso vergessen, man ist gut beraten, von vornherein mehr Zeit einzuplanen. Mit ausreichend Muße ist die Fahrt per Wohnmobil eine der schönsten Formen des Reisens. 30

MobilitätSpezial 06/15

BILLIGFLIEGER www.germanwings.com www.airberlin.com www.ryanair.com www.tuifly.com www.norwegian.com www.easyjet.com www.wizzair.com

FERNBUSLINIEN AB KÖLN ODER BONN: www.flixbus.de www.meinfernbus.de www.deinbus.de www.postbus.de www.eurolines.de www.onebus.de

MIETWAGEN AB KÖLN IN URLAUBSLÄNDERN: www.sixt.de www.europcar.de www.sunnycars.de

WEITERE LINKS: www.hochschwarzwald.de www.movelo.com www.adac.de

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Mit diesem Angebot betritt die Region um den Feldberg, die gut per Bahn erreichbar ist, absolutes Neuland. Bereits etabliert haben sich in vielen Regionen Netzwerke aus Verleihstellen und Ladestationen für E-Bikes. Allerdings gibt es die nur selten in Kindergrößen, so dass sie für Familien keine echte Mobilitätsalternative darstellen. Es sein denn, die Kinder sind so klein, dass sie auf dem Kindersitz oder im Anhänger mitfahren. Natürlich kann man auch Räder ohne Motor nutzen, um sich am Urlaubsort zu bewegen, was in Gegenden ohne Berge und allzuviel Gegenwind natürlich leichter fällt. Tatsächlich nutzen rund 40 Prozent der Deutschen zur Fortbewegung im Urlaub ihr Fahrrad. Als Verkehrsmittel für die Anreise sind es hingegen weniger als ein Prozent. Die Komfortdefizite des Drahtesels können eben weder sein günstiger Preis noch die tolle Umweltbilanz ausbügeln.


IDEEN VON NAHVERKEHR BIS NACHTZUG >>> Ob Elbe, Ostseeküste, Altmühltal oder Bodensee – Urlaub mit dem Rad ist für viele Familien super. Denn Sport macht Spaß und es ist ein Supergefühl, gemeinsam eine herausfordernde Strecke zu schaffen. Das Auto ist überflüssig, ja sogar hinderlich, wenn Familien von Ort zu Ort radeln. Dann muss die Bahn her, um Reisende und Räder an den Startpunkt zu bringen und am Zielort abzuholen. In den meisten Nah- und Fernverkehrszügen Deutschlands kann man inzwischen Fahrräder mitnehmen. ICs, ECs und CityNightLines haben Fahrradabteile, in denen Räder und Anhänger befestigt werden können. Dieser Platz muss reserviert werden, außerdem braucht jedes Rad ein eigenes Ticket. In ICEs können bisher nur Falträder mitgenommen werden, denn sie gelten als Gepäckstück. Doch die neue ICE-Generation soll Mehrzweckabteile bekommen, die sich auch für Räder eignen. Im Personennahverkehr gehören Waggons mit Fahrradsymbol, breiten Türen und stufenlosem Einstieg auf den meisten Strecken inzwischen zum Standard.

>>> PREISE Ein internationales Fahrradticket kostet zehn Euro, ein Fahrradticket für Deutschland neun Euro (mit allen BahnCards sechs Euro). Im Nahverkehr des VRS dürfen Fahrräder mitgenommen werden, solange genug Platz ist und das Rad ein Ticket hat. Für die regelmäßige Fahrradmitnahme eignet sich ein Monatszuschlag, der 33,80 Euro kostet. Sonst gilt die Preisstufe 1b/2a für Räder, egal wie weit sie fahren. >>> CALL A BIKE Die Bahn vermietet Räder. Registrierung und Handy genügen, um in Köln oder Bonn ein Rad zu mieten. Eine Karte im Web zeigt die Standorte an. Einfach die Telefonnummer auf dem Deckel des Fahrradschlosses anrufen und so den vierstelligen Öffnungscode erhalten. Beim Abstellen reicht es in Köln, das Rad innerhalb des Gürtels an einer großen Kreuzung abzustellen. Der Grundtarif kostet 8 Cent pro Minute und maximal 15 bzw. 9 Euro (mit Bahncard und für Studenten) pro Tag. www.callabike.de

>>> HOTLINE FÜR RADFAHRER Die DB-Radfahrer-Hotline gibt z.B. Antworten auf Fragen zu besonderen Rädern wie Tandems oder Liegerädern im Zug. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0180 – 699 66 33 zu erreichen (20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, max. 60 Cent pro Anruf aus dem Mobilfunknetz).

>>> KOSTENLOS MIT DER DEUTSCHEN BAHN Bei der Bahn fahren Kinder bis zu 14 Jahren kostenlos bei ihren Eltern oder Großeltern mit. Außerdem lohnen sich preiswerte Gruppentickets für Familien. www.bahn.de >>> EINMAL HAMBURG UND ZURÜCK Der Hamburg-Köln-Express (HKX) fährt etwa zweimal täglich vom Kölner Hauptbahnhof nach Hamburg-Altona. Von den acht Zwischenhalten liegen die meisten im Ruhrgebiet. Das Unternehmen bietet Familien ab vier Personen in den Sommerferien einen Rabatt von 25 Prozent (gilt nicht freitags und sonntags). Der Preis liegt ab 18 Euro. Kinder zahlen in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern pauschal fünf Euro inklusive Sitzplatzreservierung. www.hkx.de

>>> PARISFAHRT MIT WICKELTISCH Der Thalys verbindet Köln mit dem Gare du Nord in Paris. Familien reisen am besten in den Wagen 7, 17 oder 27. Darin gibt es Wickeltische und Flaschenwärmer. Zwei Erwachsene mit einem Kind fahren zum halben Preis, Kinder unter vier Jahren fahren sowieso kostenlos. Für Kinder bis zwölf Jahren kostet der Tarif je nach Buchungszeitpunkt und Comfort zwischen 15 und 39 Euro. www.thalys.com MobilitätSpezial 06/15

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KÄNGURU MobilitätSpezial 6 2015  

Stadtplanung: Wir müssen bei den Fußgängern anfangen Radfahren: Wie Eltern ihre Kinder an den Großstadtverkehr heranführen Autofahren: Umwel...

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