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LOTTA BLEIBT HEUTE ZU HAUSE. UND ICH AUCH. Wenn Kinder einen Infekt nach dem anderen aus dem Kindergarten mit nach Hause bringen, wird es besonders für berufstätige Eltern ungemütlich. Mann und Frau leiden mit, stecken sich an, bleiben zu Hause und müssen oft abwägen: Kann ich mein Kind in die Kita bringen? Was sagt mein Chef, wenn ich zum wieder-

holten Male fehle? Diese Konflikte hindern uns daran, wirklich für unsere Kinder da zu sein. Dabei wäre es wichtig, sie mit mehr Ruhe und Selbstverständlichkeit durch diese wichtigen Phasen zu tragen. Warum es diese infektgeladenen Lebensabschnitte gibt und wie wir sie besser aushalten. Ein Rückblick und Ausblick von Katrin Gecht.

Bei uns fing es mit der Eingewöhnung unseres ersten Kindes im Kindergarten an: Ein Infekt löste den anderen ab. Unser Sohn war nur sporadisch in der Kita und wenn wir ihn hinbrachten, hatte er auf jeden Fall eine Rotznase. Wir schlichen häufig mit schlechtem Gewissen aus der Kita. Einmal, weil wir fühlten, dass unserem Kind noch ein Ruhetag zu Hause gutgetan hätte, wir es aber aufgrund unserer Berufstätigkeit nicht bewerkstelligen konnten. Dann machte uns der Gedanke an die anderen Kinder, Erzieher und Eltern zu schaffen, da wir mit unserem nur halb gesunden Kind einen Beitrag zur Endlosschleife in der Kita leisteten. Nicht zuletzt dachten wir an unsere Kollegen, die wegen unserer Fehltage Liegengebliebenes für uns übernehmen mussten. Das Verständnis aufseiten des Arbeitgebers war überschaubar und andere Familien schienen aus unserer verschnieften und ausgelaugten Sicht deutlich seltener krank zu sein. Die Erklärungen unseres Kinderarztes, diese „Phasen“ wären normal und machten überaus Sinn, verstanden wir zwar, sie änderten nur leider nichts an unserer Situation.

Nicht nur körperlich zeigte uns diese allererste infektgeplagte Zeit unsere persönlichen Grenzen auf. Fünf Erkältungssaisons später und zwei Kita-Eingewöhnungen weiter sind unsere Kinder heute viel seltener krank. Ein guter Zeitpunkt, sich dem Thema mit Abstand zu nähern. Und einige Fragen zu stellen. Da wäre zum Beispiel, die nach dem „Warum“ dieser Infektanfälligkeit in der ersten Kita-Zeit.

Das lernende Immunsystem „Das Immunsystem ist ein lernendes System und wird durch jeden überwundenen Infekt gestärkt“, erklärt Dr. med Jan Vagedes, u. a. Oberarzt der Pädiatrischen Abteilung an der Filderklinik bei Stuttgart. Gemeinsam mit dem Kinderarzt Georg Solder hat er seine langjährigen medizinischen Erfahrungen mit ganzheitlichem Blick in das bekannte Standardwerk „Das Kinder-Gesundheitsbuch“ einfließen lassen. „Unser Immunsystem kommuziert ständig mit unserer

Kaenguru Februar 2018  

Reisen für Familien: Nah und fern Gesundheit: Wenn Kinder ständig krank sind Väter in Elternzeit

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