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Bundesplatz in Berlin

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Transitionmaker 2.0 Jan Dubský jan.dubsky@rwth-aachen.de Diese Broschüre dokumentiert eine Masterarbeit an der Fakultät für Architektur der Rheinisch-Westfälischen Technischen Universität in Aachen. Betreut von: Dipl. Szenografin Hannah Groninger Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Thomas Schmitz Lehrstuhl für bildnerische Gestaltung Dr.-Ing. Daniela Karow Kluge Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung

September 2016 - Februar 2017 Berlin


Inhaltsverzeichnis Anleitung

03

1 - Zusammenfassung

04

2 - Einführung

05

3 - Methode der Analyse

09

4 - Vier Paradigmen

12

5 - Vision für Bundesplatz

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6 - Schlusswort und persönlicher Rückblick

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7 - Quellen-, Abbildungsverzeichnis, Anhang

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Erklärung Hiermit erkläre ich, dass ich diese Masterarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt und die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken als solche kenntlich gemacht habe. Die Arbeit habe ich bisher keinem anderen Prüfungsamt in gleicher oder vergleichbarer Form vorgelegt. Sie wurde bisher nicht veröffentlicht.

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Anleitung Das vorgelegte Projekt besteht aus drei Teilen: der schriftliche Teil (ST)(Inhalt dieser Broschüre), der grafische Teil (GT) und ein Kurzfilm. Der grafische Teil (A, B, C, D, E und F) dient als Anhang des ST. Es wird in dem ST auf Teile des GT und in dem GT unter dessen Teilen verwiesen, um entweder die beschriebenen Tatsachen zu illustrieren oder vertiefende Informationen anzubieten. Es gibt zwei Arten von Verweise, die in eckigen Klammern „[X]“ weisen auf Bildmaterial auf, die in runden Klammern „(X)“ auf schriftliche Quellen. Dem entspricht auch die Logik der Verweise: z.B. der Verweis „[F3]“ ist mit einer Abbildung in dem F-Teil des GT der Arbeit verlinkt. Die Aktanten in dem GT sind außerdem unter einander durch ihre Nummerierung verlinkt: z.B. verweist dieser Aktant „[C4C3]“ aus dem Teil „Gegenwart“ mit der Nummer „C4“ auf einen anderen Aktant mit der Bezeichnung „C3“. Wenn nicht anders angegeben, handelt es sich um eigene Grafiken und Aufnahmen.

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-1

Zusammenfassung-Die verlorene Qualität wieder zurückgewinnen»»Transitionmaker 2.0 knüpft an die Erkenntnisse aus dem vorherigen Projekt Transitionmaker (zum Anschauen unter: https://issuu.com/ jandubsky/docs/dubsky_m2.1_publikation_ v01_12_inha) an und befasst sich vertiefend mit dem Thema der Stadt als einer „offenen Partitur“. Methodisch basierend auf der Akteur-Netzwerk-Theorie wurde die Genese des Ortes als eine komplexe Wirklichkeit beschrieben, deren Identifizierung und Fortführung der eigentliche Inhalt dieser Arbeit ist. »»Der Bundesplatz war und ist eine Schaubühne des gesamtgesellschaftlichen Geschehens. In der Gründerzeit als Ort der Repräsentation geplant - wobei der Begriff der klassischen Komposition zur Geltung kam -, ab den 50 Jahren umgebaut als Abbild des notwendigen raschen Wiederaufbaus Berlins nach dem Krieg mit der Idee der Autogerechtigkeit und Funktionalität, und heutzutage als eine Arena für den manchmal mühsamen und schwierigen Dialog der Öffentlichkeit mit den für den Platz zuständigen Behörden. »»Jedes Paradigma hat auf dem Platz sowohl physische als auch nicht-materielle Spuren hinterlassen, deren Zusammenspiel das heutige Abbild des Platzes schafft. Diese Spuren (Akteu»»4

re) dienen als musikalische Elemente in einer Symphonie des Ortes, wobei die Zeitlichkeit eine grundlegende Rolle in dem Verständnis und der Beschreibung des Ortes spielt. Die Fortführung des gefundenen Aktanten in dem „Musikstück der Zukunft“, im Sinne von John Cage, als offene Partitur (der eigentliche Entwurf ), ist nicht weniger wichtig als die Bestandanalyse, denn ich schlage keine sofortige Umgestaltung nach einem Masterplan vor, sondern eine sukzessive auf den vorhandenen Akteuren basierende Transformation, die selbstreflektierend einen Spielraum für Improvisation bietet und dennoch ein klares Ziel verfolgt: die verlorene Qualität des Bundesplatzes zurückgewinnen. »»Dem entspricht auch die grafische Darstellung, in der meine Vorschläge und Handlungsanweisungen von dem Bestehenden nur in Farbe unterschieden sind. Ich knüpfe an den 2010 begonnenen Prozess des Dialoges über den Platz und das entstandene Engagement an und denke sie weiter, um auf ihnen aufbauend den Blick in die Zukunft zu werfen, in dem sich die lokal spezifischen Rahmenbedingungen (z.B. verborgene Qualitäten vor Ort) mit den gesamt-städtischen und gesellschaftlichen paradigmatischen Parametern (z.B. Mobilitätsverhalten) in einem System von Handlungsanweisungen harmonisch verbinden. »»Es wird die These aufgestellt, dass es in der Zukunft zum neuen Paradigmenwechsel auch in der Planung kommt, unter dem die urbanen Räume das Ideal von Cedric Price und seinem „Fun Palace“ aus dem Jahr 1961 erreichen. Was in den 1970er Jahren nicht möglich war, könnte in der Zukunft dank der raschen technologischen Entwicklung erreicht werden. Der öffentliche Raum wird ganz der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, die ihn nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gestalten kann. In einem kleineren


Maßstab wird dafür auf dem Bundesplatz eine steuerbare Struktur vorgeschlagen, die diese Transformation ermöglichen wird. »»Am Beispiel des Bundesplatzes wird also einerseits das heutige Paradigma der Partizipation und Teilhabe in der Raumproduktion und seine Revision in Hinsicht auf die zukünftige Entwicklung dargelegt. Darüber hinaus wird der mögliche Umgang mit den Relikten der Idee der autogerechten Stadt gezeigt. Letztendlich wird eine innovative Methode der Raumanalyse vorgestellt, die übliche planerische Praxis um weitere Denkansätze erweitert.

-2 Einführung-

-Bundesplatz ist mehr als ein öffentlicher Raum»»Der Bundesplatz liegt an der süd-westlichen Grenze der Innenstadt Berlins im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, an der Kreuzung des S-Bahn-Rings → [A5] mit der U-Bahnlinie U9 → [B7] bzw. der wichtigen Nord-Süd-Achse Bundesallee → [A7] , die wiederum von der Stadtautobahn A100 → [B5] trifft. Wie in fast jeder radialen Straße Berlins, herrscht auch in Bundesallee seit dem Zweiten Weltkrieg das private Automobil. Nach dem Prinzip der Autogerechtigkeit wurde sie

zu einer sechsspurigen Straße mit zahlreichen Tunneln umgewandelt, die „zeitraubende“ Kreuzungslösungen vermeiden sollten. »»Aus den früheren Landstraßen, oft Alleen, zwischen Berlin und anderen Städten, sind in der Zeit des äußerst dynamischen Wachstums zwischen 1890 und 1910 wichtige innerstädtische Hauptstraßen geworden (3) wo sich die Geschäfte und Kneipen, wichtige Bauwerke und öffentliche Einrichtungen konzentriert haben. An manchen Stellen verdichten sich die städtischen Nutzungen zu Stadtteilzentren. Sie verbinden die dicht besiedelten Bereiche der Innenstadt mit der lockeren Bebauung am Rande der Stadt und halten so die Metropole zusammen. »»Mit dem Paradigmenwechsel nach dem Krieg haben diese Hauptstraßen ihre Wichtigkeit als Kraftlinien verloren und sind zu Kraftfahrzeug-Trassen geworden. → [B3] Die erstklassigen Adressen sind zu drittklassigen und die Unattraktivität dieser städtischen Räume ist zu Normalität geworden. Die Reurbanisierung dieser Hauptstraßen wird in der Zukunft eine wichtige Zukunftsaufgabe jeder großen Metropole sein. (3)

»»Der Bundesplatz liegt auf einer der wichtigen radialen Achsen Berlins und gilt als ein Paradebeispiel für den mit der Idee der Autogerechtigkeit verbundenem Resultat einer „autoorientierten“ Umgestaltung der Städte. Fragmentierung des öffentlichen Raumes, eine trennende Wirkung, Verwahrlosung und mangelnde Aufenthaltsqualität sind zentrale Merkmale solcher Stadträume. (3) »»Die „antimodernistische“ Sicht auf das Funktionieren der Stadt seit den 1970er Jahren brachte neue Anforderungen an den öffentlichen Raum mit sich, denen der heutige Zustand nicht mehr entspricht. Deshalb ist eine der Schlüsselfragen des vorgelegten Projektes, wie angesichts der »»5


neuen Anforderungen der öffentlicher Raum zeitgemäß und zur Geschichte des Ortes respektvoll umgestaltet werden kann. »»Einen anderen Platz mit diesem Namen „Bundesplatz“ gibt es bundesweit nicht. Während der Teilung war in dem naheliegenden Bundeshaus die Dienststelle des Bevollmächtigten der Bundesregierung in Berlin, die Sozialistische Einheitspartei Westberlins → [B26] hatte am Bundesplatz ihre Zentrale, zahlreiche berühmte Persönlichkeiten wie Marlene Dietrich → [A14] haben hier gelebt, die Filmregisseure Hans-Georg Ulrich und Detlef Gumm haben am Silvester 1986 am Bundesplatz ihre berühmte Langzeit-Dokumentation Berlin - Ecke Bundesplatz gestartet. 2010 hat sich eine Gruppe von engagierter Bürger zusammengetan, um sich den heutigen Missständen zu stellen. der Bundesplatz war schon seit seiner Einrichtung am Ende des 19. Jahrhunderts ein besonderer Ort mit besonderen Geschichten. Vor diesem Hintergrund hat Bundesplatz eine historisch wichtige Rolle, deren Wiederbelebung mehr als eine „Aufhübschung“ benötigt.

-Eine kurze Erzählung zur langen Geschichte des Ortes»»Als Teil einer strengen geometrischen Stadtfigur → [A1] war die Bundesallee eine Spiegelachse der vom Johann A. W. von Carstenn → [A6] 1865 geplanten Villenkolonie. Mit dem Wiener Börsenkrach 1873 → [A11] und der Ausdehnung der Berliner Bauordnung auf die umliegenden Gemeinden wurden aber die Parzellen mit großbürgerlichen fünfgeschossigem Miethäusern bebaut. → [A2] »»Die nach dem Vorbild der französischen Parkanlagen des 18. Jahrhunderts geplanten Freiräume wurden jedoch realisiert. Die Bundesallee, bis 1950 Kaiserallee benannt, wurde so zu »»6

einer von prächtigen Miethäusern umrahmten großstädtischen Achse mit vier Baumalleen und einer Tramlinie. (14) »»Schon 1955 wurde beschlossen, die Bundesallee zu einer Schnellstraße umzubauen. → [B1] Die geahnte Verlagerung des Zentrums aus der Mitte in den Bereich des Bahnhofs Zoologischer Garten als Folge Teilung Berlins hat die verkehrliche Bedeutung der Bundesallee hervorgehoben. (16) »»Die Vorgärten, die Allee und die Straßenbahn mussten dem Umbau weichen. Es sind neue Straßentunnel entstanden → [B2] , der Straßenverlauf wurde zugunsten der Autogeschwindigkeiten angepasst → [B3] , die Schmuckplätze standen dem Auto im Weg (3). Die hervorragende Qualität des öffentlichen Raumes mit durchmischten Nutzungen, einem System von hochwertigen ausdifferenzierten Grünflächen, die die Bundesallee zusammenhielt, sind verloren gegangen. (14)

»»Der Zerstörung des Krieges → [B8] hatte der Bundesplatz in seiner baulichen Substanz noch vorwiegend widerstanden. Die Randbebauung lässt noch heute die verlorene Pracht des Platzes ahnen. Zwei zerstörte Objekte wurden bis zu 1970er Jahren mit derzeitigen Architektur neu ersetzt, die die durch das Respektieren des Blockrandes die Figur des Platzes nicht verändert haben. »»Im Zuge des Umbaus in den 1960er Jahren ist aus dem Quartierzentrum eine vierspurige Tunneleinfahrt geworden, die der verbindenden Rolle des Platzes Ende gesetzt hat. (3) Im Klima des Wandels in der Wahrnehmung der Notwendigkeit, die Städte autogerecht zu halten, (20) ist 2010 eine Initiative gegründet worden → [C2] , die sich der Reurbanisierung des Bundesplatzes intensiv widmet.


-Status Quo»»Die historische Bedeutung des Platzes als eines verbindenden Elementes im Quartier ist kaum spürbar. Die verkehrlichen Maßnahmen haben zu zahlreichen Herausforderungen geführt, die eine mangelnde Aufenthaltsqualität, Vandalismus und schwierige Nutzbarkeit des Platzes zur Folge haben. (11) Jeden Tag queren den Platz über 200 000 Fahrzeuge (11), auf der Autobahn und ihrer Zufahrtsstraßen in Ost-West-Richtung, teilweise untertunnelt in der Nord-Süd-Richtung. Gestärkt durch fehlende Straßenübergänge tragen die als Barriere wirkenden Spangen und die

175m lange Tunnelrampe zu einer Fragmentierung des Platzes bei. »»Die Platzfläche ist so für die Besucherinnen und Besucher unattraktiv geworden und wird kaum genutzt. Ihre Verdrängung führt logischerweise auch zur Verdrängung der Einzelhandelsstruktur. → [B21] Viele Spielcasinos, Wettbüros und ähnliche introvertierte Nutzungen haben sich auf dem Platz und der naheliegenden Straßen angesiedelt. Besonders in dem südlichen Bereich der Bundesallee ist der Rückgang des Einzelhandels an der Leerstandquote sichtbar. (11) »»Zum anderen ist der restliche öffentliche Raum entlang der Randbebauung an manchen Stellen

Stadt: Bezirk: Ortsteil: Koordinaten:

Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf Wilmersdorf 52° 28´ N, 13° 19´ E

Angelegt:

1875

Fläche gesamt: Fläche öffentliches Grün:

25.414 m2 6.791 m2

Tunnellänge mit Rampen: nördl. Rampe Länge: Tunnellänge ohne Rampe:

589 m 175 m 281 m

ÖPNV-Anbindung: Erreichbarkeit Alexanderplatz: Erreichbarkeit Zoologischer Garten:

S-Bahn (Ring), U-Bahn (U9), Busse ÖPNV 30 min, Auto 26 min ÖPNV 10 min, Auto 12 min

Bundesallee Verkersstärken N-S: Wexstraße-Detmolderstraße -//- W-O:

26.579 (Kfz in 12 Stunden)(10) 25.375 (Kfz in 12 Stunden)(10)

Eingestuft als:

Straßenbegleitgrün

»»7


zugunsten der Straßen und Tunneleinfahrten sehr schmal. Die wenigen Meter Gehweg teilen die Passanten mit einem schmalen Radweg. Dem Gewerbe bleibt für die Nutzung des Außenbereiches nicht viel Platz übrig. »»Unter der Stadtautobahn im südlichen Bereich befindet sich ein Parkplatz → [B10] , der zu einem Angstraum und einer informellen Toilette geworden ist. Die unübersichtliche Fläche ist kaum beleuchtet und wird von den Passanten gemieden. »»Dagegen weisen die Quartiere rund um den Platz eine hohe Attraktivität auf. In der meistens erhaltenen Altbausubstanz mit Vorgärten, ruhigen Nebenstraßen, gesunder Einzelhandelsstruktur und vielen attraktiven kleinen Plätzen lebt eine stabile durchmischte Bevölkerung. Viele junge Familien leben zusammen mit Singles oder älteren Menschen in den Quartieren. Der Anteil der ausländischen Bewohner liegt zwischen 20 und 30 Prozent und somit für Berliner Verhältnisse im Durchschnitt. Diese soziale Mischung bringt auch unterschiedliche Anforderungen an den öffentlichen Raum mit sich. (9) »»Zum anderen ist der Bundesplatz hervorragend mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Durch die Optimierung der Übergänge zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln (S-Bahn, U-Bahn, Bus, Fahrrad, Auto) könnte die Funktion des intermodalen Knotenpunktes → [D152] gestärkt werden. »»Das Kino „Bundesplatz Studio“ → [A18] ist derzeit die einzige Institution mit einem kulturellen Angebot, die vor Ort zu finden ist. Mit der Ausweitung des Angebotes könnte der Bundesplatz zu einem Quartierzentrum werden und so seine historische Bedeutung wieder zur Geltung bringen. »»Die 25.000 Quadratmeter bieten genügend Platz für eine neue Mischung von Nutzungen, »»8

verschiedene Verkehrsmittel und einen hochwertigen öffentlichen Raum für alle. Das Engagement der Bürger und Bürgerinnen, die sich in der Initiative Bundesplatz e.V. zusammengeschlossen haben, zeigt die Relevanz und Notwendigkeit einer solchen Transformation des Ortes. (17)

-Ich habe an diesem Projekt gearbeitet, weil…»»Ziel des Projektes ist es, auf der lokalen Ebene die Qualität des öffentlichen Raumes durch sukzessive, eine die Genese des Ortes respektierende Transformation zurückzugewinnen. Die Aufgabe bestand darin, ein Verständnis des Ortes zu entwickeln, das sich an der Vielfältigkeit und Komplexität des Raumes bedient, die verborgenen Qualitäten des Ortes entdeckt und sie sichtbar macht. »»Auf der Metaebene stellt sich die Frage, wie sich die Rolle des Planers in einem Stadtentwicklungsprozess angesichts des Paradigmas der Teilhabe und Partizipation gestalten lässt. Gleichzeitig wird nach neuen Denkansätzen in der Raumanalyse und -produktion gesucht, die sich mit der Komplexität des urbanen Raumes auseinandersetzen und die Stadt statt als ein statisches materielles Abbild unserer Zeit eher als „einen Prozess der Produktion neuer Wirklichkeiten und dessen Unbestimmtheit“ beschreiben. (8)


-3 Methode der Analyse-

-Ein Ort als eine Ontologie»»In der theoretischen Philosophie bezeichnet die „Ontologie“ eine Disziplin, die sich mit der Einleitung des „Seienden“ befasst. Im Folgenden wird skizziert, wie sich die Ansätze dieser Denkfigur in den physischen Raum übertragen lassen. »»Eine Ontologie ist durch eine hohe Komplexität und Struktur charakterisiert. Beispielsweise in der Informatik wird dieser Begriff in Bezug auf Sprache und deren hierarchisierte Wissenssammlung angewendet. Die Entitäten (konkrete oder abstrakte Objekte) und die Relationen zwischen diesen bilden zusammen eine Ontologie. »»Überträgt man diese Denkfigur in den physischen Raum, kann man behaupten, eine Stadt, ein Ort, ein Raum stellt eine Ontologie dar. Denn ein Raum besteht nicht nur aus seiner physischen Abgrenzung: die vielschichtige Kompliziertheit eines Raumes auf mehreren Ebenen (räumliche, soziale, zeitliche etc.) bildet eine Komplexität, die durch Akteure und Zusammenhänge, Relationen oder Abhängigkeiten gekennzeichnet ist. Will man einen Raum als Ontologie betrachten, muss man die Wahrnehmung weit über die Materialität hinaus erweitern. Verschiedene Entitäten (Menschen, Objekte, Gedanken, Ereignisse

) spannen dichte Netze von Relationen, sowohl im Raum, als auch in Zeit. »»Die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) kategorisiert diese Relationen als Verbindungen materieller (zwischen Dingen) und semiotischer (zwischen Konzepten) Art. Dabei müssen sie nicht einer Art sein, sondern viele Verbindungen können sowohl materiell als auch semiotisch sein. Die Beteiligung der nichtmenschlichen Entitäten der Ontologie wird so hervorgehoben, was dazu führt, dass auch Dinge als handelnde Akteure wahrgenommen werden können.(1) »»Ein Ort ist eine komplexe Ontologie, die aus vielen verschiedenen Akteuren besteht, kann als Netzwerk von Menschen, Ideen, Dinge, Normen oder Emotionen definiert und beschrieben werden. Durch eine Analyse solcher Beziehungen ergibt sich ein vielfältiges Verständnis des Ortes, was unsichtbare Qualitäten erfassbar und sichtbar macht. »»In der heutigen planerischen Praxis verwenden die Planer und Planerinnen in der analytischen Phase der Projekte meist klassische Mittel, die die materiellen und zeitlichen Bezüge berücksichtigen. Im städtebaulichen Maßstab gehören zu den etablierten Werkzeugen unter anderen die Analyse der planerischen Vorgaben, der städtebaulichen Dichte und Struktur, Nutzungen, Grün- und Freiraumstrukturen, Verkehrswege und Verbindungen oder Sichtbeziehungen. »»Um die angesprochene Komplexität eines Ortes erfassen zu können, verlangt es, experimentelle Mittel zu verwenden (z.B. kritische Kartierungen). (15) Die kanadische Künstlerin Larissa Fassler beschreibt diesen Denkansatz in einem Interview für Failed Architecture zu ihrem Projekt „Kotti“ als gewisse Sensibilisierung für die Geschichten, die die leeren Volumen zwischen Gebäuden erzählen. Am Beispiel von „Kotti“ manifestiert sie die Dichte und Vielfältigkeit der »»9


Entitäten im öffentlichen Raum. Es werden Dinge aufgespürst und dokumentiert, die in einer „klassischen“ Wahrnehmung des Ortes bzw. planerischen Bestandsaufnahmen keine Rolle spielen würden. »»Einen Zugang zu solchen Daten und Empfindungen/ Erlebnissen/ Erkenntnissen können mehrere Strömungen innerhalb der Soziologie, Geographie oder Kunst schaffen. (5) »»Beispielsweise befasst sich die kritische Geographie mit der gesellschaftlich bedingten Entstehung von Räume und die Stadtsoziologie untersucht die Beziehungen zwischen sozialen Gruppen in städtischem Raum. Die fachübergreifende Strömung der Psychogeographie befasst sich mit der Wirkung der architektonischen oder geografischen Umgebung auf die Wahrnehmung, das Erleben und das Verhalten des Betrachters. Im Rahmen dieser Theorie wird zum Beispiel die Technik Dérive angewandt, wobei ein Zustand angestrebt wird, in dem die Dérive-praktizierenden ihre alltäglichen Bezüge zum Raum und übliche Verhaltensweise versuchen zu vergessen und den Raum auf sich „wirken“ lassen. Der Schweizer Soziologe Lucius Burckhardt entwickelte die kulturwissenschaftliche und ästhetische Methode „Promenadologie“, die darauf abzielt, die Bedingungen der Wahrnehmung der Umwelt bewusst zu machen und diese Wahrnehmung unter dem Motto „raus aus dem Alltag“ zu erweitern. »»Die Anwendung dieser Denkansätze in der analytischen Phase des Projektes hat es ermöglicht, ein neues Erkenntnisinstrument zu entwickeln. Neben der ANT wurden Kartierungen und Ortsbegehungen durchgeführt. An einigen Tagen fanden mehrstündige Beobachtungen statt und es wurde eine künstlerische Intervention durchgeführt, die online anzuschauen ist. »»Die Darstellung war ein wichtiger Bestandteil »»10

des Erkenntnisprozesses. Erst nach den ersten Versuchen, die komplexe Geschichte des Ortes abzubilden, ohne auf die räumliche Ebene zu verzichten, entstanden die ersten Erkenntnisse. Die Synthese der vorgefundenen Informationen hat aus einer bloßen Darstellung einen neuen Akteur kreiert. (7) »»In dem folgenden Kapitel wird die Platzierung des Bundesplatzes in der Akteur-Netzwerk-Theorie dargelegt.

-Bundesplatz als Netzwerk und Akteur»»Die von den französischen Soziologen Michel Callon und Bruno Latour entwickelte Akteur-Netzwerk-Theorie war das Leitbild der Analyse. Sie ist in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts als Instrument der Erforschung von wissenschaftlichen und technischen Innovationen entstanden, aber hat sich schnell zu einer umfassenden soziologischen Theorie und vor allem Forschungsmethode entfaltet. (1) »»Ausgegangen aus einer Negation des Technikdeterminismus auf der einer Seite und des Sozialdeterminismus auf der anderen bietet die ANT eine alternative Perspektive, nach der sich die Technik und die Gesellschaft gegenseitig gleichwertig beeinflussen. Aus dieser Perspektive gesehen gibt es nicht die Technik ohne den Menschen und vice versa. Die modernistische Teilung der Welt in isolierte Bereiche von Natur, Kultur, Psyche und Gott zerfällt so unter der Existenz der sog. „hybriden“ Objekte. (1) Eine Waffe kann nur schießen, wenn eine Person den Auslöser drückt. Die Mensch-Waffe ist ein hybrides Objekt. Symbolisch hat man so den Streit um das Ei und die Henne beendet. »»Die techno-sozialen-semiotischen Hybride organisieren sich in sich dauernd verändernden


Netzwerken. Die Moderne hat diese komplexe Sichtweise durch ein Reinigungsverfahren auf Konstrukte wie Natur und Gesellschaft, Subjekt und Objekt herauspräpariert. »»Die ANT fügt eine neue Methodologie und damit verbundene neue Terminologie ein, die es ermöglicht, sich von der modernen Sichtweise zu distanzieren und die Welt aus Hybriden und Netzwerken in ihrer Komplexität zu beschreiben. Sie redet von Akteuren, Netzwerken und Prozessen. Der aus der strukturellen Semantik stammende Akteur- bzw. Aktantenbegriff hat eine Schlüsselrolle in der Theorie. Schließt man die Intentionalität als eine notwendige Eigenschaft des Akteurs aus, können auch nichtmenschliche Objekte als Akteure bezeichnet werden. Die Hefe z.B. muss nicht Selbstbewusstsein haben, um den Prozess des Aufgehens eines Teiges zu beeinflussen. »»Eine Übersetzung ist ein komplexer kommunikativer Prozess, ein dauernder Versuch, Akteure in ein Netzwerk einzubinden, in dem sie in Rollen und Interessen „übersetzt“ werden. Eine Übersetzung ist ein gegenseitiger Prozess, der es ermöglicht, Netzwerke zu erfassen. Zwischen einem Stück Ackerland in Amazonien, das eine Expedition untersucht hat, und einem Bericht über die Gründe des Verschwindens von tropischen Wäldern, liegen eine ganze Reihe von Übersetzungen. »»Das Netzwerk besteht aus Akteuren, die selbst aus heterogenen Elementen zusammengesetzt werden. Jeder Akteur ist also gleichzeitig ein Netzwerk. Dieses fraktale Modell ist einerseits die größte Stärke der Theorie, andererseits auch die größte Schwäche. Denn solche Perspektive führt zu Erkenntnissen, die auf langen Listen basieren. ANT kann so leicht zu einer rein deskriptiven Methode führen. »»Zum anderen wichtigen Merkmal der Theorie

gehört auch Verzicht auf Klassifizierung der Akteure. Ein Makro-Akteur ist nicht „größer“ oder „wichtiger“ als ein Mikro-Akteur. »»Appliziert auf die Analyse des Bundesplatzes hieß es konkret, den Ort als ein Akteur (Rolle im Stadtgefüge, Beziehung zu übergeordneten Themen) und gleichzeitig als ein Netzwerk zu betrachten. Mit dem über den Tellerrand der klassischen planerischen Praxis hinaus geworfenen Blick wurden außer den räumlichen Elemente wie dem „Tunnel“ auch Ideen und Ereignisse dokumentiert. Die konkreten Analysenschritte und -ergebnisse werden in den folgenden Kapiteln ausführlicher beschrieben.

-das Vorgehen»»In der ersten Phase ergab sich vor dem Hintergrund der Akteur-Netzwerk-Theorie bei jedem räumlichen Element (Akteur) die Fragestellung nach dessen Ursprung und Zusammenhang zu anderen Akteuren und Netzwerken. Das „wilde Sammeln“ hat es ermöglicht, ein breites Spektrum an Akteuren verschiedener Art zu identifizieren und sie in Relationen zu einander zu setzten. Beispielsweise wurde es deutlich, dass die umfangreichen geplanten städtebaulichen Veränderungen auf dem Bundesplatz, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, dank eines persönlichen Engagements → [C42] und privater Kontakte zu Expert*innen aus der Wissenschaft entstanden sind. »»Die fachübergreifenden Informationen aus Politik, Soziologie oder kritischer Kartierung in Verbindung mit konkreten räumlichen Veränderungen haben sich in der folgenden Phase fast natürlich entlang der Zeitachse sortiert. Diese Art von Synthese hat es ermöglicht, einen Überblick über die komplexe Geschichte des Ortes zu schaffen. Zu den verwendeten Methoden zähl»»11


ten auch Beobachtungen, Deríve, Interviews oder Recherche der medialen Präsenz. Mit der Zustimmung des Archivs vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf war es möglich, die abstrakten Erkenntnisse mit konkreten Aufnahmen vom Platz zu koppeln. »»Es sind neue unbekannte Relationen und Übersetzungen sowohl für die Analyse als auch den Entwurfsteil des Projektes in Form von Anknüpfungspunkten entdeckt worden. Es ist beispielsweise die Notwendigkeit deutlich geworden, auf dem Platz neben der Statue der Winzerin → [A4] und der Plastik Phoenix → [B6] ein neues Wahrzeichen der Gegenwart aufzustellen. »»Im nächsten Schritt wurde eine Übersetzung zwischen den entdeckten Akteuren, Netzwerken und einer Darstellungsform durchgeführt. Die Darstellung selbst ist so zu einem weiteren Akteur geworden, zum Erkenntnisinstrument. Aus der graphischen Zusammensetzung der Akteure und ihrer Verortung sind weitere Zusammenhänge sichtbar geworden. »»Ein der wichtigsten Erkenntnisse dieser Methode war, dass sich die gefundenen Akteure entlang der Zeitachse in in sich teilweise geschlossenen Netzwerken gruppiert haben. Diese „Black Boxes“ weisen die Eigenschaft auf, dass sie mit einem bestimmten politischen und gesellschaftlichen Klima verbunden sind. Ich habe sie „Paradigmen“ genannt und als Grundbausteine für die folgende Phase des Projektes verwendet. »»Der Bundesplatz kann in jeder Epoche als Abbild des jeweiligen städtebaulichen „Paradigmas der Zeit“ identifiziert werden. Die Bedeutung des Platzes reichte kontinuierlich über „das Lokale“ hinaus. In der Gründerzeit als Repräsentationsort der Herrschaft, nach dem Krieg als Vorbild der autogerechten Umgestaltung, thematisiert die Initiative Bundesplatz e.V mit ihren zivilgesellschaftlichen Aktivitäten auch gesamt»»12

städtische Probleme wie Mobilität. »»Im Folgenden werden die drei identifizierten Paradigmen dargelegt („Gründerzeit und Kriege“; „Autogerechte Stadt“, und „Gegenwart“) und das zukünftige „Paradigma der postfossilen Gesellschaft“ abgebildet.

-4 Paradigmen-

-Vier Paradigmen - vier Geschichten - vier Abbilder»»Der Begriff „Paradigma“ wird in der vorgelegten Arbeit abseits der Diskussion über den Begriff vereinfacht als „Hilfsmittel“ verwendet. Thomas S. Kuhn beschreibt ein „Paradigma“ als ein vorherrschendes Denkmuster zu einer bestimmten Fragestellung. Es handelt sich also um eine Lehrmeinung, für die ein Konsens besteht. Die festgestellten Paradigmen und ihre zeitliche Einordnung entsprechen nicht der üblichen Klassifizierung der Planungstheorie, sondern sind von „Gruppierungen“ und gefundenen Netzwerken und Akteure abgeleitet. »»Gleichzeitig werden die Paradigmen von solchen Veränderungen abgeleitet, deren konkrete Spuren man im Raum finden kann. So wird beispielsweise die „Autogerechtigkeit“ erst den 1950er Jahren zugeordnet, obwohl es schon in


den 1920er Jahren in der Berliner Stadtverwaltung Pläne für einen autogerechten Umbau der Stadt gab. (3) Wegen der nach dem Ersten Weltkrieg herrschenden Ressourcenknappheit waren diese aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg realisiert. Die Feststellung des Endjahres 2010 dieser Epoche hängt auch eng mit dem Bundesplatz zusammen. Denn erst ab diesem Jahr wurde die Idee der „Autogerechtigkeit“ angesichts den konkreten Verhältnissen vor Ort in Frage gesellt, obwohl die großen Autobahnplanungen in West-Berlin schon am Ende der 1970er Jahren aufgegeben wurden. »»Dieses „Sortierungsinstrument“ dient als Hilfe zur Orientierung in der Entstehung des Bundesplatzes. Das Ziel ist es nicht, das Weltgeschehen vollkommen zu beschreiben, sondern die Rolle des Ortes in Zusammenhang mit dem politisch-gesellschaftlichen Klima zu setzen, und dem Leser eine gute Orientierung und Lesbarkeit zu ermöglichen. »»Die Paradigmen werden mit stichwortartigen Eckdaten und jeweils einer „fiktiven“ atmosphärischen Erzählung belegt.

-Paradigma 1-Gründerzeit & Kriege- 1870 - 1950 »»eine rasche Industrialisierung »»wirtschaftlicher Aufschwung »»enormes Wachstum der Stadt »»neue Viertel und Siedlungen gegründet »»Wiener Börsenkrach 1873

»»das Gesetz „Groß-Berlin“ 1920 »»Ausfallstraßen zu wichtigen Hauptstraßen »»prächtige Mietshäuser und öffentliche Plätze »»die größte Einwohnerzahl in der Geschichte Berlins (1930): 4.332.834 »»NSDAP, Kriegszerstörung »»Leitbild Komposition

SB PW

N Abb. Entscheidungsmodell X - gestaltungsrelevante Entscheidung, SB Stadt Berlin, PW - private Wirtschaft, N - Nutzer Berlin, den 8. März 1910 Lieber Herr Freundlich, es ist großartig, von Ihnen so gute Nachrichten zu bekommen. Es freut mich sehr, dass Sie in Paris Ihre Muse wieder entdeckt haben. Ich kann kaum darauf warten, Sie und Ihren neuen spannenden Freund in Ihrem Atelier zu besuchen. In den Hinterkulissen an der Fakultät habe ich schon einiges von Herr Picasso gehört. Da erwarten Sie bestimmt noch ganz viele aufregende Augenblicke in seiner Gegenwart. Ich versuche, meine momentane Belanglosigkeit mit kleinen Freuden zu füllen. Und immer wieder wird mir deutlich, wie doch die Große Welt auch in den kleinen Freuden des Alltags zu finden ist. Der Geburtstag einer Freundin war am letzten Samstag mehr als ein guter Grund, einen »»13


Ausflug nach Charlottenburg zu machen. Die zwei Stationen mit der Ringbahn muss ich jedes Mal staunen, wie schnell die Stadt wächst. Noch vor Paar Jahren fuhr ich mit dem Zug über grüne Felder und die Stadt konnte ich nur auf dem Horizont ahnen. Heutzutage ist Berlin an manchen Stellen schon über die Gleise hinaus gewachsen. Sie würden Berlin ganz bestimmt nicht mehr erkennen können. Aus Neugier habe ich mir heute zu diesem Thema eine Ausstellung angeschaut. Ein vor zwei Jahre ausgeschriebener Wettbewerb um einen Grundplan für die Bebauung von Berlin wird gerade mit einer Ausstellung abgeschlossen. Zufälligerweise findet sie in Charlottenburg bis Juni dieses Jahres statt. Aus der Zeitung kamen schon paar Gerüchte über die Pläne, aus Berlin eine Großstadt zu machen. Dass das Wachstum der Stadt aber so rapid ist, hat mich überrascht. Laut der Pläne sollte auch unser kleines Wilmersdorf in die Stadt eingemeindet werden, oder sogar die Stadt Neu-Cölln, um neue Wohnräume für die Neukommenden! Wenigen Minuten zum Bahnhof Wilmersdorf dauert es aus Charlottenburg. In dem neuen Blumengeschäft in Bernhardstraße, direkt bei dem nördlichen Bahnhofausgang, arbeitet jetzt ein sehr freundlicher junger Mann, der mir jedes Mal zu meinem Strauß Schnittblumen eine extra schenkt. Aus dieser Transaktion wurde ein Ritual. Auch an diesem Samstag schaute ich in dem Geschäft vorbei und holte mir für 35 Pfenning zwei rote und ein weißes Santini. Das obligatorische vierte folgte prompt. Zu meiner Haustür muss ich über den Platz laufen. Früher bin ich direkt diagonal über das Feld gelaufen, da ich genau an der gegenüberliegenden Ecke über dem Café lebe, Kaiserplatz Hausnummer 1, um genau zu sein. Seitdem aber letztes Jahr die Beete eingerichtet, die Bäu»»14

me angepflanzt und in der Mitte ein Brunnen aufgestellt wurden, ist aus dem matschigen Feld ein schöner Platz geworden. Ich wohne hier erst ein Jahr, das Haus wurde ja frisch fertiggestellt, aber ich fühle mich schon wie zu Hause. Aus meiner Wohnung kann ich über die Kaiserallee und den Wilmersdorfer Park weiter bis in das Herz der Stadt reinschauen. Die Wohnung ist schön hell und luftig. Jeden Tag werde ich von der Sonne geweckt, besonders nach diesem langen und kalten Winter ist es ein herrliches Gefühl. Als ich heute über den Platz lief und ein Paar letzte Frühlingsatemzüge genießen wollte, bemerkte ich in dem nördlichen Teil des Platzes eine laute Gruppe von Menschen. Meine Neugier hat mich überwältigt und ich habe mich in den Trupp gemischt. Das brachte mich wieder zum Andenken an Sie, denn es wurde eine neue Statue auf dem Platz enthüllt. Sie stammt aus der Werkstatt des Bildhauers der alten Schule Friedrich Drake, habe ich nach einer kurzen Nachfrage bei einem der Anwesenden erfahren. Er ist schon zwar seit 28 Jahre verstorben, die Angehörigen sorgen aber mit seiner Kunst weiter für ein gutes Einkommen in die Familienkasse. Es ist letztendlich der Künstler, der auch die Siegessäule mit der vergoldeten Viktoria bekrönt hat, wie Sie bestimmt selber wissen. Die Bezirkskasse hat allerdings für dieses Kunstwerk 6000 Mark bezahlt. Ein Kunstwerk von so einem berühmten Künstler wird bestimmt dem Kaiserplatz nicht Schaden verursachen, ich wünschte mir aber mehr Mut von unserem Stadtverwalter. Wie schön es gewesen wäre, es zu wagen, einen frischen jungen Künstler mit diesem Auftrag aufgefordert zu haben. Wir haben 1910 und sollten uns schon endlich von den Idealen des 18. Jahrhunderts lösen, die man von der neuen Statue Winzerin ablesen kann. Aber Sie machen


sich bestimmt eigenes Bild, wenn Sie wieder zurück nach Berlin kommen. Was des neuste Geschehen auf der Fakultät betrifft, werde ich Sie persönlich in Paris informieren. Ich wünsche Ihnen weiter ein gutes Gelingen und freue mich auf unseres Treffen nächstes Monat. Mit herzlichen Grüßen J.

-Paradigma 2-Autogerechte Stadt- 1950 - 2010 »»Nachkriegsaufbau »»die funktionale, zonierte Stadt »»Infrastrukturausbau »»autogerechter Umbau »»Radialen zu Schnellstraßen »»Teilung der Stadt, Berliner Mauer »»Wiedervereinigung »»Leitbild Funktion N

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Abb. Entscheidungsmodell X - gestaltungsrelevante Entscheidung, SB Stadt Berlin, PW - private Wirtschaft, N - Nutzer 70/10/15 Es war schon längst entschieden, in die große Stadt Berlin zu ziehen. Die belanglose provinzielle Gesprächskultur beschränkt sich hier nur auf die kleinen Probleme des Mittelstandes. Niemand wagt es, über den eigenen Teller hinaus zu schauen, aus der Angst, in Kaiser´s auf die sinnlosen Hunderte Meter von überfüllten Regalen zu verzichten, setzen sie nur die Organisation der nächsten Flyeraktion und die Vorstandwahl auf die Tagesordnung. Mich zieht es an die Front. In das Zentrum des Weltgeschehen. In Berlin brodelt es. Aus dem medialen Matsch kann man sich nur ein lückenhaftes Bild von der Situation machen aber man redet von dem großen „Wunder“. Die AOP hat sich zwar aufgelöst, aber die radikalen Linken halten weiter ihre Enklaven am Laben und die „Wilmersdorfer Witwen“ wird es eh immer geben. Mitten in der Wüste der DDR ein Schaufenster des Westens. Da sehe ich mich. 70/11/01 Der letzte Tag vor meiner Abreise. Der Sentiment wird von einer intensiven Aufregung periodisch bekämpft. Ich mache einen letzten Spaziergang und verabschiede mich mit diesem Lebensabschnitt. 70/11/03 Nach dem Ankommen hat mich eine angeblich übliche Prozedere erwartet: man wird mit offenen Armen und Stapeln von Markenscheine erwartet. Berlin wird älter, anscheinend lockt es doch nicht so viele Bürger in eine Stadt, in der man zwischen Mauern leben musst. Es wird also heftig in Neubau von Wohnungen gepumpt und »»15


jeder Neuankömmling wird mit einer Berlinzulage, Abreisekostenerstattung, Überbrückungsgeld, Umzugskostenerstattung und einem zinsverbilligten Einrichtungsdarlehen massiv für seine bloße Präsenz belohnt. Ja, war das aber verdientes Geld! Für so viel Mühe. Da bricht wieder ein Bild der Selbstverständlichkeit der West-Politik zusammen. Letztendlich treiben wir hier die gleiche Propaganda wie auf der anderen Seite der Mauer. Wir zwingen die Menschen mit Geld und neuen Bedürfnissen, von den sie davor keine Ahnung hatten. 70/11/16 Ich habe eine Neubauwohnung bezogen. Zentrale Heizung und eigenes Bad statt Holzofen und Partertoaletten, wie das noch in zahlreichen Altbauten üblich ist. Ich schäme mich bisschen dafür. Als Sohn aus einer proletarischen Familie hätte ich mich nach was bescheidenem umschauen sollen. 70/12/06 Direkt vor meiner Haustür eine Baustelle. Es wird überhaupt überall in dieser Stadt gerade was gebaut. Jeder hat ein Auto und dem muss alles weichen. Die Straßen sind breit, die Autos rasen hin und her und es wird über neue Regelungen für die Besuche zwischen West und Ost geredet. Ich habe einen unglaublichen Hunger nach dem Osten. Mit einem Westberliner Ausweis ist es aber gerade fast unmöglich, die Grenze zu überqueren. … 70/12/16 Gestern haben die Gespräche über die angespannte Lage an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin angefangen. Für viele geteilte Famili»»16

en ist dieser triste Zustand unzumutbar. Die letzte offizielle Möglichkeit, die Verwandtschaft im Osten zu besuchen war an Weihnachten 1966. Vier Jahre her! Und dabei wird wieder über uns ohne uns geredet. Ich habe auf der SEW-Versammlung dafür plädiert, dass sich die Partei besonders angesichts den kommenden Wahlen in Abgeordnetenhaus stärker für die Stimme der Berliner in diesen Verhandlungen einsetzten muss. Erfolglos. Mein großer Traum über einen fruchtbaren Boden für eine konstruktive politische Diskussion stoßt auf alte rigide Strukturen. Ich frage mich, wo alle die Demonstranten von 68 stecken? … 72/03/08 Heute ist mein Geburtstag. Ich schaue der Baustelle unter meinen Fenstern zu und kann nicht den Gedanken loswerden, dass die neu eingerichtete Mauer auf dem Platz nur ein weiteres Zeichen für die Abgabe unserer Freiheit darstellt. Als ob die Berliner Mauer direkt hier am Bundesplatz verlaufen würde. Die Schnellstraße beißt mit ihrer gewaltigen Rampe in den Platz ein und teilt den Platz in zwei Hälften. Osten und Westen. Wer übr die Mauer klettert, verschwindet spurenlos in dem Tunnel. Die Schutzmauer am Rand des Platzrestes ist nur noch ein weiteres Zaun. Zwischen den Zäune nur ein Niemandsland, wo sich keiner traut. 72/04/16 Wir sitzen wütend hier in Berlin, direkt unter der Nase aller den Mächten. Wir wollen die Welt verändern, aber keiner hört uns zu. …


72/06/01 Die Eröffnung des Tunnels wurde heute grandios gefeiert. Ich habe entschieden, aufzugeben. Ich mache meine Haare kurz und werde nach DDR umsiedeln. In diesem politischen Klima ist es für mich unmöglich, meine Weltanschauung auszuleben. Die Maschine des Kapitals hat endgültig meine Festung der marxistischen Idealen erobert. Ein guter Freund von mir sagte einmal: „Ein schlechter Kommunist heißt nicht sofort schlechtes Kommunismus“. Vielleicht kann ich hinter der Mauer mehr bewegen als hier. Und die Ausgebeuteten jubeln den Sieg und parken mit ihren teuren Autos unter meinen Fenster und freuen sich über den Verlust des letzten Stückes der Freiheit. Lebe das Auto und das Kapitalismus!

-Paradigma 3-Gegenwart- 2010 - 2020 »»Partizipation und Teilhabe »»Emanzipation des Bürgers »»„bottom-up“ Planung »»direkte Demokratie »»Technologisierung »»Augmented Reality »»Abkehr von der Autogerechten Stadt »»Nachhaltigkeit »»Nutzungsmischung »»Testplanung »»Revision der Moderne »»angespannte politische Situation »»Leitbild Nutzbarkeit

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N Abb. Entscheidungsmodell X - gestaltungsrelevante Entscheidung, SB Stadt Berlin, PW - private Wirtschaft, N - Nutzer 20.6.2020, Berlin Liebe Mutti, vielen Dank für das Paket. Nächste Woche würde ich gerne paar Freunde zum Abendessen einladen, da kommen die eingelegten Gurken und das Letscho bestimmt ganz gut zum Einsatz. Wir sind alle die ganze Zeit mit unseren kleinen Geschichten beschäftigt und es bleibt nicht mehr viel Zeit und Energie für ein gutes Essen übrig. Aber diese regelmäßigen Treffen bei mir haben schon Charakter einer Tradition, für die jeder von uns gerne aus unserem Alltag kurz aussteigt. Julia (sie war mit mir im Sommer bei euch zum Besuch) dreht jetzt ihren Abschlussfilm und ist ganz selten zu erreichen, Jann dagegen schlendert die ganze Zeit durch die Stadt und weiß noch nicht so richtig, was er tun soll. Bei den kommt so eine Einladung zu mir sehr gut an. Zu den größten Neuigkeiten gehört, dass ich umgezogen bin. In Neukölln war es schön, aber der befristete Vertrag war leider schon zum Ende gegangen und der Vermieter hat sich entschieden, angesichts den neusten Trends in Neukölln auch für seine Wohnung viel mehr Geld zu verlangen, als mein bescheidenes Budget erlaubt. Ich habe alle meine diplomatischen Fähigkeiten angesetzt, aber was kann ich gegen die Mäch»»17


te der Gentrifizierung machen? Solange ich mit dem Studium noch nicht fertig bin, kommt eine Wohnung über 400 Euro gar nicht in Frage. So ist das jetzt aber in Berlin. Die alten ranzigen Viertel werden zu hübschen Quartiere für die wohlhabende Mittelschicht umgewandelt, an jeder Ecke entsteht jetzt ein schickes Café oder Laden mit Babyklamotten und die alten Berliner ziehen an Rand der Stadt, in große Plattensiedlungen. Ich muss zugeben, ich hatte eine andere Vorstellung von Berlin. Was mir hier aber gefällt, ist das internationale Klima. Wenn unsere Portmonee erlauben, flanieren wir vom Späti zum Späti und treffen an interessante Menschen aus der ganzen Welt an. Diese schlaflosen Nächte enden manchmal erst mit dem ersten Sonnenstrahl.

wird darüber viel geredet. Der Platz, wo ich wohne, wurde nämlich neulich zu einem „Testraum“, wie ich auf den Aushänge gelesen habe. Jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster schaue, sieht der Platz andere aus. Mitten auf dem Platz steht jetzt ein großes oranges Haus, in dem jeden Montag Abend verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Ich war da letzte Woche bei einem Workshop zu den neuen geplanten Radwegen auf dem Platz und in der großen Hauptstraße, an der der Platz liegt. Es ist überhaupt jetzt in Berlin ganz modisch, an jeder Ecke etwas temporäres zu haben. Ich habe den Eindruck, dass hier die Stadt anders gebaut wird als bei uns. Erinnerst du dich noch an das große Einkaufszentrum? Wie die damals

Ich wohne jetzt in Wilmersdorf. Da ist es eigentlich noch viel schlimmer als in Neukölln. Hier sind keine schmutzigen Ecken und zugerauchten Kneipen mehr. Daran muss ich mich noch gewöhnen. Aber ich habe kein Grund zum Beschweren. Die Eltern von einer Kommilitonin aus der Uni sind gerade aufs Land gezogen und ihre Wohnung ist frei geworden. Da ihre Tochter gerade für ein Jahr in nach Spanien ausgereist ist und sie mit dem Umzug und der Einrichtung ihres neues Zuhause beschäftigt waren, bin ich durch einen glücklichen Zufall in einer großen Wohnung für sogar weniger Geld als in Neukölln gelandet. Es ist zwar wieder nur auf Zeit, aber solange die Freundin am Reisen ist, kann ich alle Vorteile dieser neuen Bleibe nutzen. Es ist auch nicht so weit zu meinen Freunden in Neukölln. Paar Meter von meiner Haustür ist direkt die S-Bahn, die mich zu ihnen in wenigen Minuten bringt, außerdem ist hier eine U-Bahnlinie und viele Busse. Jetzt im Sommer fahre ich aber sowieso lieber mit dem Fahrrad. Die Radwege sind in Berlin noch nicht optimal, aber das ändert sich langsam. Sogar hier direkt vorm Haus

das Grundstück einfach verdeckt haben und erst kurz vor der Eröffnung wussten wir, was da überhaupt die ganze Zeit stattgefunden hat? Sowas könnte hier nicht passieren, glaube ich. Auch hier, am Bundesplatz geht es um den Umbau. Aber es wird mit uns, Anwohner alles zuerst besprochen. Sie haben sogar ganz viel Zeug auf dem Platz liegen lassen. Es sieht bisschen wie eine Müllkippe aus, aber so konnten wir da letzte Woche statt bei mir in der Küche in diesem herrlichen Wetter draußen direkt vor meinem Haus grillen. Wir haben uns da paar Bänke zusammengeschraubt und wir konnten uns da einen Grill ausleihen. Am Ende des Monates sollte sogar der Tunnel geschlossen werden. Bin gespannt, wie das dann aussieht. Ich werde in den kommenden Wochen auch endlich meine Masterarbeit fertig schreiben, dann würde ich auch gerne für Paar Tage wieder nach Hause kommen, wenn es passt. Grüße alle von mir ganz herzlich und gib mir bitte Bescheid, wann ich kommen könnte. Schöne Grüße, J.

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-Initiative Bundesplatz»»Die gegenwärtigen Bemühungen um Wiederbelebung des Platzes führen auf Gründung der Initiative Bundesplatz e.V → [C2] zurück. Als 2010 die BVV in ihrem Beschluss die Verlegung der Winzerin auf den Rüdesheimer Platz forderte, → [C1] hat sich eine Gruppe von engagierter Bürger zusammengetan, um dies zu verhindern. »»Mit dem Erfolg des Widerstandes und einer ersten gründlichen Auseinandersetzung mit den Mängeln des Bundesplatzes wuchs auch das Interessenspektrum der neu gegründeten Initiative und bald wurde eine Vereinscharta mit Anforderungen zur Aufwertung des Platzes geschrieben. Der rote Faden ihrer Anforderungen bildet der Wunsch nach mehr Stadtqualität. Auf dem Platz solle man eine neue Balance der Verkehre schaffen, die sich von der Idee der Autogerechtigkeit löst und die Nutzbarkeit des Platzes wieder in Vordergrund stellt. (2) »»Dank persönlichen Kontakten war es möglich, schnell eine enge Kooperation der Universität Weimar → [C9] zu knüpfen. Der erste Gipfel des zusammen vorbereiteten Beteiligungsverfahren war das mit der Technischen Universität Berlin vorbereitete und durchgeführte Charette-Verfahren → [C11] , in den die ersten Überlegungen und Anregungen identifiziert und zusammengefasst wurden. Im Anschluss haben die Weimar Studenten Entwürfe → [C25] zur konkreten Umgestaltung des Platzes ausgearbeitet und es wurde ein Plan von sofortigen Maßnahmen aufgestellt. In dieser Zeit ist es der Initiative gelungen, viele neue Mitglieder zu akquirieren. »»Es wurde mit Entmüllung, Aufräumen und Pflanzung von neuen Sträucher und Blumen vor Ort angefangen. → [C18] Gleichzeitig Hat die Initiative einen Dialog mit den zuständigen Behörden begonnen. → [C8] Im Rahmen einer gesamtstäd-

tischen Aktion „Saubere Sache“ haben die Mitglieder der Initiative zusammen mit Schüler aus der Knoblersdorf-Schule eine zwei Meter hohe Mauer abgetragen → [C10] , die den Platz räumlich und optisch getrennt hat. »»Die Politik hat das Anliegen der Initiative ernst genommen und es wurde eine Pflegevereinbarung → [C23] zwischen der Initiative und der BVV beschlossen. »»Durch die regelmäßige Präsenz vor Ort und kleine Interventionen wie eine Strick-Guerilla → [C21] hat die Initiative ihre Tätigkeit sichtbar gemacht und ein Zeichen der anstehenden Veränderungen gesetzt. Dazu trug auch die mediale Präsenz bei. Die Presse hat sich auf die neue „Wilmersdorfer Stimmen“ mittlerweile gewöhnt und berichtet über die Aktivitäten der Initiative. »»Zusammen mit Botaniker und einer Gartenarchitektin ist es gelungen, einen Plan für neue Bepflanzung → [C18] aufzustellen. Zwei und zwanzig Quadratmeter Humus und Mulch wurden aufgebracht und über 2000 Stauden gepflanzt. Andere „Verschönungsaktion“ war die Neugestaltung des Trafohäuschen → [C20] , das die Schüler des Marie-Currie-Gymnasium mit Portraits berühmter Persönlichkeiten neu angesprüht haben, die auf dem Bundesplatz gelebt haben. »»Für das Engagement → [C42] der Mitglieder und die Aktivitäten auf dem Platz wurde der Initiative der Erwin-Barth-Preis für Ehrenamtliches Engagement und Deutscher Naturschutzpreis vergeben. → [C19] »»Dank der Unterstützung von der lokalen Politik und Senat war es möglich, 2013 eine Zukunftswerkstatt → [C12] zu veranstalten, in der konkrete Maßnahmen für die Aufwertung des Platzes entwickelt wurden. Die lokalen und internationalen Expertinnen und Experten haben zusammen eine Vision ausgearbeitet, in der sowohl langfristige Ziele definiert wurden, als auch konkrete re»»19


alisierbare kurzfristige und mittelfristige Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen wurden. Eine der eingeladenen Expertinnen Dr. Cordelia Polinna hat die Ideen mit einem interdisziplinären Team in der Konzeption und Umsetzung einer eintägigen Aktion Paradies Bundesplatz weiter getragen. »»Während der Aktion Paradies Bundesplatz → [C3] konnten die Besucherinnen und Besucher an einem kalten Oktobertag erleben, wie der Bundesplatz in der Zukunft wieder lebenswert sein könnte. Im Rahmen der Bewerbung für den Wettbewerb „Zukunftsstadt“ haben verschiedene Info- und Fastfoodständer, temporäre Nutzungen, ein Straßenübergang, ein Kino unter der Autobahn oder ein Markt viele neugierige Besucherinnen und Besucher angelockt. Die östliche Spanne wurde an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrt → [C13] , die Größe des Platzes konnte so wieder zur Geltung kommen. »»Das neue Beteiligungsformat, eine Raum-Safari hat hat es ermöglicht, auf eine spielerische Art mit den Besucherinnen und Besucher in einen Dialog zu treten. Sie konnten sich an den Infoständen sowohl mit den lokalen konkreten Problemen des Bundesplatzes als auch übergeordneten Themen wie „Radwege“ auseinanderzusetzen. Dem Organisationsteam ist es so gelungen, einerseits die Öffentlichkeit über das Geschehen auf dem Platz und die in dem vorherigen Prozess entstandenen Ideen zur Aufwertung des Platzes zu informieren, andererseits konnten die konkreten Veränderungs- und Verbesserungsvorschläge direkt diskutiert werden. »»Aus dieser Aktion abgeleitete Vision 2030+ → [C4] nimmt auch die Bundesallee und die naheliegenden Quartiere in Augenmerk. Es werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

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1. einer bessere Zugänglichkeit und attraktiverer Gestaltung des Platzes 2. gründliche Analyse der möglichen Szenarien für den Umgang mit dem Tunnel 3. Lärmschutz entlang der Stadtautobahn 4. Neudefinition des Platzes unter der Autobahn 5. Stärkung der Einzelhandel- und Gewerbestruktur 6. Verlegung des Marktes auf Bundesplatz 7. Förderung des öffentlichen Nahverkehrs 8. eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs in Bundesallee 9. barrierefreie Querungen der Bundesallee 10. Stärkung des Boulevards »»Eine Ausführliche Dokumentation ist online anzuschauen. (2) »»Im kommenden Jahr werden folgende Maßnahmen umgesetzt: 1. zusätzliche Wege auf der Grünfläche 2. Verlegung des Marktes aus der Mainzer Straße auf die südliche Spitze des Platzes → [C7] 3. Tempolimit 30 → [C6] »»Die Bewerbung der Initiative in dem Wettbewerb „Zukunftsstadt“ war nicht erfolgreich, was die Fortführung des Beteiligungsprozesses vorübergehend anhält. In den kommenden Jahren waren Maßnahmen, Workshops, Konferenzen und Ausarbeitung drei thematischen Konzepte für Bundesallee, die Quartiere und Platz selbst geplant, die in einer Gesamtvision 2030+ zusammengeführt werden sollten. Der Prozess wäre durch eine wissenschaftliche Expertise und ein temporäres Bauwerk als Kristallisationspunkt auf dem Platz begleitet. Es wird momentan die politische Unterstützung und finanzielle Mittel für die Fortführung dieser Pläne gesucht.


»»Angesichts der neuen politischen Situation sowohl auf der Bezirksebene in der BVV als im Senat arbeitet die Initiative momentan an der Fortführung des Dialoges mit der Politik und der Verwaltung und knüpft neue Kontakte. In der neuen Zählergemeinschaftsvereinbarung zwischen der regierenden SPD und der Bündnis 90/ Die Grünen ist der Bundesplatz auf der Agenda als aufwertungsbedürftig. »»Es zeichnet sich auch eine neue Kooperation zwischen den neuen Bezirksvorsitzenden und der TU Berlin, ein Masterplan für die Stärkung der „identitätsstiftenden Orten“ in Wilmersdorf soll in kommenden Jahre im Rahmen der Lehre an der TU Berlin entstehen. »»Die Initiative plant auch regelmäßige Bespielungen des Bundesplatzes mit Happenings in Form von informellen Treffen und künstlerischen Interventionen und ist weiter in der Welt der Wissenschaft „unterwegs“. »»Mittlerweile ist die Initiative mit ihren 220 Mitglieder zu einer starken Stimme im Kiez geworden, die auch mit anderen Initiativen kooperiert und sich für Verbesserungen über die Grenzen des Bundesplatzes hinaus einsetzt.

-Wo knüpft Transitionmaker 2.0 an? - Phase 1»»Im Sinne des heutigen Paradigmas werden die aus dem Paradies Bundesplatz, der Zukunftswerkstatt, dem Charette-Verfahren und der eigenen auf der Akteur-Netzwerk-Theorie basierenden Analyse Ideen weiter getragen und ansatzweise vertieft. »»Das Anerkennen der lokalen Expertise spielt dabei eine wesentliche Rolle. „Die Bürgerinnen und Bürger sind Akteure, auf deren Mitwirkung man bei wichtigen Themen der Stadtentwicklung angewiesen ist.“ Seite 13 in (18) Die im vorigen

Kapitel geschilderte Geschichte der Initiative zeigt es deutlich, wie sich die Rolle der Bürger in der Stadtentwicklung nicht nur auf „Planungsbeteiligte“ reduziert, sondern sie sind die Initiatoren des Stadtentwicklungsprozesses. Erst aus einer Kommunikation beim runden Tisch zusammen mit den zuständigen Behörden auf Augenhöhe konnten fruchtbare Kooperationen und Ideen entstehen. Diese Austauschkultur muss weiter gepflegt werden. → [C30] »»Die Instrumentalisierung des informellen Urbanismus kennzeichnet einen anderen wichtigen Aspekt des Entwurfes. Es entstehen Räume in informellen Prozessen aus eigener Initiative von unternehmerischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. (20) Obwohl in der Natur des Informellen ist, dass es eine Gegenposition zur offiziellen Stadtplanung annimmt, stellt die informelle Raumproduktion eine enorme Ressource vom Wissen und Energie für die formelle Planung dar, denn sie wurzelt in dem Alltagsleben und Befriedigung der Alltagsbedürfnisse. (13) → [C38] »»Transitionmaker 2.0 schafft Räume für eine informelle Raumproduktion. In der anstehenden Phase soll der Bundesplatz in eine Spielwiese umgewandelt, auf der die Nutzerinnen und Nutzer in einem durch den Platzmanager → [C39] moderierten Prozess die Nutzungsmöglichkeiten des Platzes austesten können. In einer zentral aufgebauten temporären Platzstation → [C28] wird eine Werkstatt eingerichtet, durch die Bespielung des Platzes mit temporärem Mobiliar → [C33] und selbstgebauten Objekten kann der Bundesplatz unerwartete Funktionen aufnehmen. »»Das temporäre Bauwerk der Platzstation wird mehrere Funktionen erfüllen. Einerseits dient es als eine Basisstation für die Aktivitäten auf dem Platz (Raum für die Initiative, Werkstatt, Materiallager, Toilette und kleine Gastronomie), andererseits stellt sie ein symbolisches Zeichen der »»21


anstehenden Transformation dar, denn sie unterscheidet sich in ihrer Form und Farbigkeit von ihrem Umfeld. »»Letztendlich wird sie Räumlichkeiten einerseits für den Platzmanager als auch für Veranstaltungen bieten wie Konzerte, Lesungen, Projektionen oder Workshops und Konferenzen. Diese Nutzungsmischung entspricht der Idee des Kristalisationskerns aus der Vision 2030+. Sie ist der Initiator und Zeichen der Aktivitäten auf dem Platz. »»Zusammen mit weiteren Maßnahmen wie Einrichtung einer temporären Brücke → [C37] oder einer App → [C29] , die eine digitale Präsenz ermöglichen wird, wird eine ständige multilaterale Kommunikation gepflegt. So wird sowohl auf der lokalen als auch Städtischen Ebene für den Prozess sensibilisiert und gleichzeitig das Wissen als Grundlage für die weitere Planung gesammelt und ausgewertet. »»Diese Übergangsphase wird mit einem Tunnelfest abgeschlossen → [C36] . An diesem Tag wird der Tunnel für die Autos gesperrt und den Nutzer und Nutzerinnen zugänglich gemacht. »»Die angedeuteten Handlungsanweisungen dieser Phase sind im Paket „Toolbox 1“ zusammengebündelt und in einem Diagramm der zeitlichen Abläufe (E2) veranschaulicht. »»Eine Voraussetzung für diese Phase ist begonnener Rückgang des Autos und eine positive Entwicklung im Sinne der Förderung einer nachhaltigen Mobilität. Mehr dazu im „Kapitel 5 - Vision für Bundesplatz“. »»Eine detailliertere Beschreibung der Maßnahmen ist in dem Grafischen Teil C veranschaulicht. »»Referenzprojekten: Petter Fattinger, Veronika Orso, Michael Rieper: BELLEVUE. Das Gelbe Haus; Urban Catalyst Studio: Platz für Chorweiler; Raumlabor: The Generator

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-Paradigma 4-Postfossile Gesellschaft- 2020 - 20__ »»nachhaltiges Mobilitätsverhalten »»Ende des Verbrennungsmotors »»ÖPNV kostenfrei »»Mobilität-Hub »»„Digitalisierung“ des öffentlichen Raumes »»Leitbild Improvisation

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Abb. Entscheidungsmodell X - gestaltungsrelevante Entscheidung, SB Stadt Berlin, PW - private Wirtschaft, N - Nutzer J. verlässt schnell das Gebäude und lässt sich zu seinem Fahrrad navigieren. Er scheint, ein Gespräch mit sich selbst zu führen. Sein nachdenklicher Blick lässt nur eine enorme Anspannung verraten. Der Signalton hilft ihm, in der Masse der anderen Fahrräder seins zu finden. Er steigt drauf, schaltet eine zusätzliche Triebkraft ein und verlässt die Bürogarage.


Das Ziel befindet sich in 5,2 km. Biegen sie bitte rechts ab und fahren über den Schnellradweg A100 zur Ausfahrt 4 - Bundesplatz 9:30:21 Hey Teresa, es tut mir furchtbar Leid, aber ich wurde im Büro noch wegen eines Meetings angehalten und schaffe es leider nicht, dich am Bahnhof abzuholen. Siri hat mir ausgerechnet, dass es am günstigsten wäre, wenn wir uns am Bundesplatz treffen würden. 9:30:45 Kannst du dir ein Wagen am Bahnhof mieten? NEUE WARE JEDEN TAG, BESUCHEN SIE UNSERE NEUESTE FILIALE AM TEMPELHOFER DAMM 122!!! 9:34:12 Ja, kein Ding. Wie heißt der Berliner An-

9:40:45 Ach Scheiße 9:40:59 Kannst du mir die schnell anscannen und schicken? Bitte bitte. ERINNERUNG: UM 9:50 PLAKATE ABHOLEN! 9:41:10 … 9:41:35 Ich kann jetzt nicht mehr zurück, bin schon unterwegs mit dem Fahrrad. 9:41:46 Oder bleibst du heute länger im Büro? 9:42:20 Felix? 9:42:57 OK 9:43:37 Ich sende dir die gleich. 9:43:49 Super, vielen Dank! 9:43:56 Papi, was machst du? 9:44:28 Ich bin unterwegs Toni, was ist los? Habt ihr nicht jetzt Unterricht? 9:45:07 Wir haben jetzt Pause.

bieter? Es wechselt jetzt jeden Monat… 9:36:20 Ich habe dir schon ein Wagen gebucht, du solltest gleich einen Track-Link bekommen, der dich direkt zum Auto bringt. Es ist auf meinen Namen, also es sollten keine Kosten fallen. 9:36:45 Ah ja, habe ich gerade bekommen, danke. NEUE EMAIL VON ERIK, SOLL ICH SIE VORLESEN? 9:38:05 Ich sende dir noch die genauen Koordinaten der Car-Sharing-Station am Bundesplatz, du kannst die dann direkt hochladen und das Auto bringt dich automatisch hierher. 9:38:25 Sorry nochmal. Der Kaffee geht auf mich :) 9:39:10 Bin um 10 da. Bitte rechts abbiegen. Vorsicht, ein Unfall auf dem Schnellradweg auf dem 7. Km. Wollen sie eine neue Route berechnen? 9:39:40 Hi 9:39:45 Hallo Felix. Na? Was los? EINGEHENDER ANRUF VON TONI, ANNEHMEN? 9:40:32 Du hast deine Unterlagen hier gelassen…

9:45:23 Ich will nicht mehr in die Schule gehen. 9:45:39 Darüber haben wir doch schon geredet. 9:45:58 Es macht kein Spaß hier!!! BUCHEN SIE JETZT IHR FLUGTICKET UND SPAREN BIS 60 EURO FÜR DIE KOMMENDE REISE! 9:49:39 Wir quatschen heute Abend ja? Papi muss jetzt schnell was erledigen. 9:45:02 Tante Teresa kommt heute zum Besuch, auf die freust du dich doch, oder? 9:46:41 Teresa, bist du schon unterwegs? 9:47:12 Ja, ich habe es problemlos gefunden. Fahre gleich los. BITTE BESUCHEN SIE DIE FAHRRADWERKSTATT, DER HINTERE REIFEN MUSS AUSGETAUSCHT WERDEN 9:48:32 Ich bin schon fast da. Muss nur noch was abholen. 9:48:49 Kein Stress. Bis gleich. 9:49:35 Ich werde beim Eingang zum Museum warten. Da bei der Skulptur. Du kannst dann direkt vom Parkplatz da aussteigen und unten bei der Treppe auf mich warten. 9:49:39 OK BITTE RECHTS DIE AUSFAHRT 4 - BUNDESPLATZ »»23


NEHMEN 9:50:38 Ihre Ware liegt für Sie bereit. Zum Abholen laden sie bitte den beigefügten Code an unserer Abholstation hoch. Ihr PrintStar-Team. NEUE EMAIL VON FELIX, EIN ANHANG, SOLL ICH SIE VORLESEN? ANHANG GESPEICHERT J. stellt sein Fahrrad auf der Straße, es schließt sich automatisch ein. In dem Schaukasten des Ladens ist ein großer Touchscreen. Er bewegt sein Kopf in seine Richtung, bis er ihn fast mit der Nase berührt und wirft einen stieren Blick in eine kleine Öffnung. Nach wenigen Augenblicken öffnet sich ein Türchen, in dem sich hinter ihr befindenden Abstellraum liegt eine schwarze Hülle. Er nimmt sie rasch raus und geht wieder schusselig. Steigt wieder auf das Rad und setzt seine Fahrt zum Bundesplatz fort. 9:53:12 Hey, kannst du bitte mit Tonni reden, sie will wieder weg aus der Schule. 9:54:01 Bin mitten im Meeting gerade… 9:54:10 Ich bin gleich am Bundesplatz ohne Verbindung. DANKE, DASS SIE SICH FÜR PRINTSTAR ENTSCHIEDEN HABEN, NEHMEN SIE SICH BITTE KURZ ZEIT FÜR EINE KLEINE BEWERTUNG. 9:54:20 OK, ich chatte mit ihr nach dem Meeting. 9:54:23 Danke! HABEN SIE SCHON DAS NEUSTE MODEL GETESTET? HIER AM BUNDESPLATZ ERHÄLTLICH. DER WAGEN STEHT FÜR SIE BEREIT. MIT EINEM KLICK BUCHEN. VERBINDUNG UNTERBROCHEN, BITTE VERLASSEN SIE DIE INTERNETFREIE ZONE J. erreicht den Bundesplatz aus der Wexstraße. Ein sanfter Übergang der Straßenoberflächen lässt ihn wissen, dass er angekommen ist. Die »»24

Einfahrt zur Fahrradgarage befindet sich aber auf der anderen Seite des Platzes. Er fährt an der Skulptur Phoenix und einer Treppenanlage vorbei, die unter der Oberfläche verschwindet. Viele Menschen stehen und sitzen zwischen den Kleingärten und unterhalten sich. Hinter ihnen sieht er eine amorphe weiße Fläche, die sich gerade umformt. Er fährt weiter bei zahlreichen Vorgärten von Restaurants und Cafés vorbei. Ein Mädchen läuft hinter einem Ball über die Straße hinterher. Aus Weitem irgendwo aus der Mitte des Platzes ist viel Jauchzen und Brüllen zu hören. Er schaut sich kurz die Skulptur Winzerin an, um der herum gerade eine Gruppe von Menschen Yoga macht. Hinter ihnen sieht er eine hohe weiße Wand, auf die gerade gesprüht wird. Ein von der Mainzer Straße kommender Radfahrer lenkt ihn von dem Bild ab. Wenn er zurückschaut, ist die Wand weg. Er fährt weiter zur Garageneinfahrt. Die Rampe führt ihn in den Untergrund. Mitten auf der Rampe steht eine große Plastik, die sich sanft bewegt. Er stellt sein Fahrrad ab und geht weiter durch den dunkeln Raum der Garage. Aus der Decke ertönen leise Geräuschen von Metallteile, die sich aneinander reiben. Das Rauschen verleiht der Halle eine seltsame Atmosphäre einer automatisierten Fabrik. Nach wenigen Minuten verlässt er den langen Raum und ist im ersten Augenblick von der Sonne geblendet. Wenn er sich an die Helligkeit gewöhnt, erkennt er die große Treppe, auf deren unteren Ebene unter dem Straßenniveau er sich jetzt befindet. Teresa richtet sich zu ihm, und begrüßt ihn mit einem freundlichen Lächeln. Sie gehen die Treppe hinauf und zielen auf einen breiten Streifen weißer Oberfläche in der Mitte des Platzes. An ihrer Grenze halten sie an. J. legt seine Sachen auf den Boden und hat plötzlich einen glasigen Blick, während er sich an den Schläfen berührt. Er redet in eine unbestimmte Richtung


und die weiße Oberfläche fängt langsam an, ihre Form zu verändern. In wenigen Sekunden steht vor ihnen ein Raum mit einem großen Tisch und zwei Stühle. Sie setzten sich rein und J. holt aus der Hülle Fotos vom letzten Urlaub. »»Die unter dem Paradigma der postfossilen Gesellschaft für die Transformation notwendigen Rahmenbedingungen, der vorgeschlagene strategische Ansatz und konkrete Handlungsanweisungen werden in dem nächsten Kapitel 5 - Vision für Bundesplatz separat behandelt.

-5 Vison für Bundesplatz-

-Die Stadt als offene Partitur»»Das entworfene Szenario basiert auf der theoretischen Ebene auf dem Begriff der „offenen Partitur“, der in der planerischen Praxis im urbanen Kontext von Theoretiker, Musiker, Komponist und Kurator Prof. Dr. habil. Christopher Dell in seinem neu erschienen Buch „Die Stadt als offene Partitur“ (8) formuliert wurde. »»Das neue Paradigma der Stadtwahrnehmung stützt auf die Gegenposition zu der im „Kapitel

3- Methode der Analyse - Bundesplatz als Akteur und Netzwerk“ geschilderten modernistischen Denkweise. „Der Stadt wird als eine relationale Anordnung aus material- sozialen Konstellationen, Konfigurationen und Versammlungen, die im Prozess der Emergenz ein beständiges Redesign erfahren.“ Seite 28 in (8) Die Stadt ist ein sich ständig neu definierendes Gefüge, in der Analyse sollte daher der Augenmerk nicht an der Betrachtungen des Produktes Raum liegen, sondern auf der Tätigkeit der Hervorbringung von Raum. »»Die Voraussetzung für eine sich ständig produzierende Stadt sind die Praktiken der Improvisation, die sich vor allem über die Musik erläutern lassen. Das musikalische Denken, in dem die Zeitlichkeit eine Schlüsselrolle spielt, ermöglicht es, die urbanen Prozesse auf eine neue Weise sichtbar, erfahrbar und gestaltbar zu machen. »»Diese Perspektive hängt eng mit der Darstellungsform zusammen, die nicht mehr nur eine bloße Veranschaulichungen der urbanen Wirklichkeit ist, sondern wird zu einem Erkenntnisinstrument. Liegt der Fokus einer Analyse an dem Verständnis der Zeitlichkeit und der Handlungsdimension, ist Suche nach einer Darstellungsform unvermeidbar. (5) Eine klassische Visualisierung der Vision des Architekten und Erstellung eines Lageplanes reicht nicht mehr aus. Mit der alten Formel Analyse-Problemlösung verfolgte lineare Praxis des Entwerfens der besten Form muss vor diesem Hintergrund einer Untersuchung von Gebrauchsoptionen und Performazermöglichungen weichen. »»Das Motiv der Improvisation ist sowohl auf der Ebene der urbanen alltäglichen Praxis (beispielsweise nutzergertragene Aneignungsprozesse in dem öffentlichen Raum) als auch auf der planerischen Ebene zu verstehen. Die Planerinnen und Planer, so Dell, werden aufgefordert, sich den »»25


konstruktiven Umgang mit der Unbestimmtheit relationeller Anordnung von Menschen und Dingen einzuüben. »»Die Partitur ist ein Werkzeug der „Vergegenwärtigung von Nicht-Gegenwärtigem“. (8) Durch System von Zeichen wird der Versuch unternommen, eine Wiederholbarkeit des Musikstückes zu gewährleisten und so die zukünftigen Präsentationen festzuschreiben. Eine absolute Wiederholung ist aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Vor diesem Hintergrund wurde auch der Begriff der Partitur besonders in den 50er Jahren revidiert und hin in die Richtung einer performativen Dimension untersucht. Sie ist zu einem „Code zum Verständnis spezifischer Praktiken“ Seite 35 in (8) geworden. Dies stellt die Schnittstelle zur Stadtforschung dar. »»Das Lesen der Partitur wird zu einer Handlung, einer Produktion. Die von John Cage entdeckte Praktik der offenen Partitur basiert auf diesem Prinzip. Er hat zwischen 1958 und 1960 in seiner Kompositionsklasse an der New School of Social Research in New York das Prinzip der Improvisation in der Relation Komponist-Musiker untersucht und eine innovative Methode der Musikaufführung und vor allem Notation entwickelt. »»Aus jedem Musikstück wurde ein Happening, eine Performance, deren Verlauf, Qualität oder Intensität nicht vorprogrammiert waren. Der Akt der Übersetzung, der Interpretation der offenen Partitur war das Leitbild jeder musikalischen Aufführung. Das klassische Prinzip der Komposition wurde so mit Improvisation versetzt. »»Parallel zur Musiktheorie entwickelte Cedric Price das auf einer 10-jährigen Untersuchung der Performativität in Architektur basierte Konzept von Fun Palace. Er hat so eine Verräumlichung der musikalischen Ideen von Cage unternommen. Er hat verschaltbare Module dargestellt, „die in je anderen Konfigurationen räumlich pro»»26

grammatisch in der Zeit sich zusammenfügen, entsprechend des Menüs einer offenen Partitur.“ Seite 37 in (8) Das Prinzip des städtischen Werdens wurde so in eine Darstellung von kalkulierter Unbestimmtheit integriert. Theoretisch hat er so „Räume der Möglichkeiten“ geschaffen. »»Vor diesem Hintergrund ist das Kernanliegen des vorgelegten Projektes, eine mögliche Umsetzung der „offenen Partitur“ in einer realen urbanen Situation zu untersuchen. Die Integration des „Unbestimmtes“, der Zeitlichkeit und Improvisation an beiden Seiten des Planes bildet das Leitmotiv des Entwurfes. »»Das Prinzip der „offenen Partitur“ ist schon in der temporären Testphase in dem vorherigen Kapitel beschrieben (Kapitel 4 - Paradigmen - Paradigma 3 - Gegenwart - Wo knüpft Transitionmaker 2.0. an?). Diese Testphase hat eine initiierende und aktivierende Funktion und gleichzeitig schafft sie die Grundvoraussetzungen für die folgenden Phasen.

-Mobilitätswendeindex»»Die Schlüsselrolle in der anstehenden Transformation nimmt das Thema Mobilität auf. In einer 2016 von Greenpeace herausgebrachter Studie zur Mobilität in Berlin (10) wird auf die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit der Mobilität Berlins appelliert. Belegt durch ausführliche Analyse zu verschiedenen Indikatoren liefern die Autoren ein Paket an Maßnahmen und strategischen Ansätzen auf der gesamt-städtischen und am Beispiel von vier Fokusräume auf der konkreten lokalen Ebene, deren Verfolgung zu einer zukunftsfähigen, inklusiven, gesunden und Umwelt schönenden Stadt der Zukunft führen würde. Zu den wichtigsten Forderungen gehören:


1. Förderung des ÖPNV 2. Qualifizierung und Ausbau des Fahrradwegenetzes 3. Reduzierung des PKW-Verkehrs 4. Umbau der radialen Achsen zu Achsen nachhaltiger Mobilität »»Diese komplexe Thematik wird im Rahmen der Masterarbeit vereinfacht und in dem Indikator „Mobilitätswendeindex“ zusammengefasst. (E2) Die Erhöhung der Prozentpunkt-zahl signalisiert die für die Transformation von Bundesplatz notwendigen Rahmenbedingungen. Das Ziel der 100%-Marke stellt einen aus der Perspektive der Greenpeace-Studie idealen Zustand, in dem die Anforderungen an eine postfossile Stadt der Zukunft erfüllt werden. Der Verbrennungsmotor ist in dieser Utopie in Berlin nicht mehr zu finden, das qualitative Radwegenetz ist ausgebaut, durch Förderung von smart-Projekten wie Car-Sharing und ÖPNV wie bessere Übergänge wird der Berliner nur nachhaltig unterwegs sein. Das neue Paradigma der postfossilen Gesellschaft ist der neue Diskurs in der Stadtpolitik.

-Phase 2»»In Zusammenhang mit dem Mobilitätswendeindex und aufbauend auf der vorherigen Testphase wird 2020 mit der zweiten Phase begonnen. »»Leitbild dieser Phase ist die Reduzierung des PKW-Verkehrs auf dem Platz. Durch den Rückgang des Autos wird Spielraum für neue Nutzungen geschaffen, gleichzeitig verbessert sich dadurch die Zugänglichkeit des Platzes. »»Optimierte Radwege → [D4] werden aufgebaut, die östliche Spanne der Bundesallee schrittweise für den Autoverkehr gesperrt → [D3] . Es werden neue Zugänge zu dem Tunnel aufgebaut

, etwa in dem südlichen Bereich des Platzes und südlich von der Ringbahn, damit die Erschließung des in der Zukunft umgenutzten Tunnels geschaffen werden können. »»Übergangsweise wird der Tunnel zu einem Parkplatz umgewandelt → [D1] , so dass der P+R Parkplatz unter der Autobahn neu bespielt werden kann. → [C5] Später wird der Tunnel in drei Bereiche aufgeteilt, im den nördlichen könnte eine Fahrradstation mit Abstellplätze und einer Werkstatt eingerichtet werden. Ein direkter Umstieg zur U-Bahn wäre dann möglich. Die nördliche Rampe wird gekürzt und nur als Einfahrt für Radfahrerinnen und Radfahrer genutzt. Die südliche Rampe soll zur Einfahrt für den Parkplatz werden. In dem mittleren Bereich zwischen den neuen Eingänge könnte beispielsweise eine Galerie oder Museum eingerichtet werden (etwa Museum der Autogerechtigkeit). »»Der Angstraum wird nach der Testphase mit neuen Nutzungen gefüllt, etwa einem Skate-Park. → [D7] »»Die App → [d2] unterstützt weiter das Dialog und ermöglicht es, die möglichen Szenarien für Bundesplatz durch eine Augmented Reality sichtbar zu machen. »»Eine detaillierte Beschreibung der Handlungsanweisungen ist auf dem Plan D unter der Kategorie „Toolbox 2“ und ein vorgeschlagener zeitlicher Ablauf auf dem Plan E2 zu finden. »»Referenzprojekt: Wochenmarkt Maybachufer Berlin -Neukölln, an jedem Dienstag und Freitag wird die Straße gesperrt und ein Wochenmarkt aufgebaut; A8ernA: Zaanstadt, Niederlande, eine Umnutzung des Raumes unter einer Autobahnbrücke → [D5]

→ [D6]

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-Phase 3»»Anschließend, wenn die Mobilitätswende ihren Gipfel erreicht hat, wird mit der dritten Phase begonnen. Ihr Leitbild ist das Prinzip der offenen Partitur. »»Auf dem verkehrsberuhigten Platz kann man sowohl den „Genius Loci“ aus den 60er Jahren als auch die Gestaltung des Platzes aus der Gründerzeit nachempfinden. Bundesallee wird zu einem neuen städtischen Boulevard. → [D23] Aus dem Bundesplatz wird eine Flaniermeile, die zum Verweilen einlädt. Die mit den Nutzerinnen und Nutzer entwickelte Konzeption der Umgestaltung wird umgesetzt. »»Was im Zuge des vorherigen Paradigmas der Partizipation und Teilhabe im Form von Aktivitäten der Initiative vor Ort, der Raumsafari „Paradies Bundesplatz“, temporärem Mobiliar, der Platzstation oder einer digitalen Beteiligung angefangen wurde, wird in der dritten Phase zur Ausgangsbasis der Umgestaltung. Der Platz wird wortwörtlich den Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung gestellt. Bereiche des Platzes werden zur Verpachtung angeboten. → [D17] Auf dem „Deckel“ über die nördliche Tunnelrampe könnte eine steuerbare Struktur platziert werden, deren noch nicht bekannte Technologie es ermöglichen würde, eine beliebige Form einzunehmen. → [D11] Sie wäre durch die App gesteuert und könnte in „real-time“ auf konkrete Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer reagieren. Es könnte so eine Freiluftbühne, ein Labyrinth oder eine U-Rampe für Skater entstehen. »»Referenzprojekten: Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld in Berlin

-Eine digitale Dystopie»»Angesichts der raschen technologischen Entwicklung der letzten Jahren ist es zu erwarten, dass das modernistische Verständnis der Welt in den Kategorien Mensch und Technik völlig widerlegt wird. Die Technologie der Augmented Reality findet Anwendung schon in unserem Alltag. Es ist nur Frage der Zeit, bis das „Display“, die Schnittstelle zwischen unserer Wahrnehmung und der gemischten Realität, tragbar und in unsere Körper etwa wie Kontaktlinsen integrierbar sein wird. Das bietet einerseits neue Möglichkeiten (unter anderem für die Planung), andererseits könnte auf der Wahrnehmungsebene eine Intensivierung der schon jetzt fast dauerhaften Erreichbarkeit und Zugänglichkeit durch unsere Smartphones zu einem Zustand einer Machtlosigkeit gegenüber der kapital-gesteuerten Welt des freien Marktes führen. In einer gemischten Realität, die wir mit unseren Augmented-Reality-Kontaktlinsen ausdauernd vor Augen haben würden, entscheiden nicht wir darüber, was uns gezeigt wird. Ein Video unter dem Link beim Akteur „D22“ macht dieses dystopische Szenario veranschaulicht. »»Vor diesem Hintergrund wäre es desto wichtiger, in dem öffentlichen Raum Orte der Stille zu schaffen. Orte, an den man sich von der ausdauernden Bombardierung mit Werbeinhalten, Angeboten, digitalen Freundschaftsanfragen und Kallendarerinnerungen kurz trennen und vielleicht einen wirklichen Menschen von Fleisch und Blut treffen. Am Bundesplatz könnte eine Werbung- und internetfreie Zone → [D22] entstehen, die zum Spielen, Improvisieren und Fantasieren einlädt.

-Darstellung und Leseart-

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»»Das graphische Konzept bietet mehrere Lesarten, die zum „Stöbern“ anregen sollten. Inspiriert von der Akteur-Netzwerk-Theorie und der „offenen Partitur“ war das Ziel der Darstellungsart, die Netzwerke von Akteuren und die Relationen unter einander und zum Ort verständlich abzubilden, die erstrebte Kontinuität in der weiteren Planung darzustellen und einen Spielraum für Improvisation beim Lesen zu schaffen. »»Diese Anforderungen führten zu einem komplexen System aus Abbildungen, Texte, Lagepläne, Piktogramme, Diagramme und Relationen zwischen ihnen. Nicht nur die gefundenen Informationen wurden in grafische Akutere übersetzt, sondern auch die verschiedenen Teile der Darstellung selbst funktionieren als Akteure. Ein anspruchsvoller Leser kann sich durch Verweise und ergänzende Informationen vertiefend mit der Vergangenheit, Gegenwart und einer Vision der Zukunft für Bundesplatz auseinandersetzen. »»Durch Verweise und Links zu weiteren Projekten, Internetseiten und Dokumenten bildet die Masterarbeit selbst ein Netzwerk im Sinne der ANT. »»Rein graphisch ist die Arbeit von den architektonischen darstellerischen Tendenzen der 60er und 70er Jahre inspiriert, besonders von der utopischen avantgarden Architektengruppe Archigram. Die Arbeit ist so nicht nur inhaltlich, sondern auch graphisch mit der Gegen-Moderne-Bewegung verbunden.

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-6

Schlusswort und persönlicher Rückblick-Weiter geht´s»»Die während der Ausarbeitung geknüpften Kontakte mit der Initiative und die Bereitschaft an beiden Seiten kristallisieren in ein mögliches gemeinsames Projekt einer temporären Intervention vor Ort. Es bietet sich dadurch die Möglichkeit, zu der Umsetzung der Vision 2030+ beizutragen.

-Notiz zur (Un)vollkommenheit»»Die skizzierte Analysemethode gibt in dem von dem Format der Masterarbeit beschränkten Rahmen eher einen Denkanstoß für weitere Untersuchungen. Das Potential der Applikation von Akteur-Netzwerk-Theorie in dem Kontext des Verständnisses und der Gestaltung urbaner Räume in der planerischen Praxis wurde nicht völlig erschöpft. Die Suche nach weiteren Aktanten und ihre Ausdifferenzierung und Spezifizierung wurde bewusst unterbrochen, um in dem vorgegebenen Zeitrahmen eine kohärente Arbeit abliefern zu können.

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-Gestaltung ohne Gestaltung»»Ich habe bewusst auf eine konkrete gestalterische Lösung für Bundesplatz verzichtet. Die in dem Lageplan im grafischen Teil D angedeutete Illustration ist eine grobe Skizze, ein mögliches Ergebnis des Zusammenspieles von verschiedenen Handlungsanweisungen. Eine konkrete Gestaltung des Platzes wäre im Fall der Umsetzung des Projektes bis zur Realisierung unbestimmt. »»Dadurch wird die autoritäre Rolle des Architekten als eines „introvertierten Ausführers eigener Wirklichkeiten“ in Frage gestellt. Das bedeutet nicht, dass der Architekt auf das klassische berufliche Instrument seiner Tätigkeit verzichten soll, sondern sich einer Sichtweise öffnen soll, die mit dem „Unberechenbaren“ und „Improvisierten“ rechnen kann. Das nutzergetragene Design und eine zunehmende direkte Teilhabe der „Laien“ an der Raumproduktion sollte besonders in der heutigen prekären politischen Situation als Chance angesehen werden, auf die Grundprinzipien des demokratischen Zusammenlebens zu erinnern. Vor diesem Hintergrund sehe ich in meiner weiteren beruflichen Praxis eine gesellschaftliche und politische Aufgabe, die über die reine Gestaltung hinausgeht.

-Danksagung»»Indirekt und indirekt waren an dieser Masterarbeit viele Menschen beteiligt, für deren Unterstützung in verschiedener Formen ich mich bedanke. »»Danke für das Zuhören, Erzählen, Lesen, Korrigieren, Kritisieren, Loben, Warten, Mittanzen, Ablenken und Bekochen.


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-7

Quellenverzeichnis»»(1) Belliger, Andréa; Krieger, David J. (Hg) (2006): Anthology, Ein einführendes Handbuch zur Akteur_Netzwerk-Theorie, transcript Verlag, Bielefeld »»(2) Bezirksamt für Charlottenburg-Wilmersdorf (Hg.) (2016): Paradies Bundesplatz 2030+, Nachhaltige Mobilität in attraktiven Quartieren, Berlin »»(3) Bodenschatz, Harald; Hofmann, Aljoscha; Polinna, Cordelia (Hg.) (2013): Radialer Städtebau, Abschied von der Autogerechten Stadtregion, DOM Publishers, Berlin »»(4) Bundesstiftung Baukultur (2015): Baukulturbericht. Gebaute Lebensräume der Zukunft - Fokus Stadt 2014/15, Berlin »»(5) Corner, James (1999): The Agency of Mapping: Speculation, Critique and Invention, in Corner, James (1999): Mappings, hg. von Denis Cosgrove, S. 213, Reaction Books, London »»(6) Cosgrove, Denis (Hg.) (1999): Mappings, Reaction Books, London »»(7) Cosgrove, Denis: Bedeutung Kartieren in Anarchitektur, Nr. 11 vom Mai 2014, S. 20 »»(8) Dell, Christopher (2016): Die Stadt als offene Partitur, Lars Müller, Zürich »»(9) FIS-Broker (http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp) »»(10) Greenpeace e.V. (Hg.) (2016): Konzept für nachhaltige Mobilität in Berlin, Berlin »»(11) Initiative Bundesplatz e.V. (Hg.) (2014): Zukunftswerkstatt Bundesplatz zur gestalterische Aufwertung des Bundesplatzes im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin »»(12) Lefebvre, Henri (1991): The Production of Space, Edition Anthorpos, Oxford »»(13) Matthiesen, Ulf; Mistelwitz, Philipp; Kaltenbrunner, Robert; Willinger, Stephan (2014): , in: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2014): Informationen zur Raumentwicklung, Heft 2.2014, Berlin »»(14) Metzger, Karl-Heinz (1987): Von der Wilhelmsaue zur Carstennschen Stadtanlage. Aus der Geschichte Wilmersdorfs, in : Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin (Hg.): Von der Wilhemsau zur Carsten-Figur. 120 Jahre Stadtentwicklung in Wilmersdorf, Berlin »»(15) Mogel, Lize; Bhagat, Alexis (2008): An Atlas of Radical Cartography, Journal of Aesthetics & Protest Press, Los Angeles »»(16 ) Nagel, Thomas (1987): Die Bundesallee. Fragmente einer Stadtlandschaft. Zur Entwicklung der Straße nach 1945, in: Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin (Hg.): on der Wilhemsau zur Carsten-Figur. 120 Jahre Stadtentwicklung in Wilmersdorf, Berlin »»(17) Oppen, Christian von (2011): Entwurfsprojekt WS 2010/11 Berlin > < Los Angeles. Reburbani»»32


sierung der Moderne, in: Bauhaus Universität Weimar. Professur Entwerfen und Städtebau 1: Berlin > < Los Angeles. Reburbanisierung der Moderne, Weimar »»(18) Selle, Klaus (2013): Über Bürgerbeteiligung hinaus: Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe? Analysen und Konzepte, Verlag Dorothea Rohn, Detmold »»(19) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin (Hg.) (2014): Nahverkehrsplan Berlin 2014-2018, Berlin »»(20) Sieverts, Thomas (2012): Residenz - Zur Neuorientierung des Planens und Bauens, in: DISP, 188, 01/2012, S. 83 »»(21) Tufte, R. Edward (1990): Envisioning Information, Graphics Press, Cheshire »»(22) Willinger, Stephan (2014): Informeller Urnanismus, in: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2014): Informationen zur Raumentwicklung, Heft 2.2014, Berlin

Abbildungsverzeichnis»»(F1) Bundesplatz 20, um 1910, Quelle: Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F2) Die Winzerin neu inszeniert, Quelle: Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F3) Bundesplatz um 1909, Quelle: Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F4) Bundesplatz, Blick nach Süden, Quelle: Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F5) Karte Berlin 1877, Quelle: Baedecker, Karl (1885): Mittel- und Norddeutschland - Handbuch für Reisende, Leipzig »»(F6) Plan der Untertunnelung von Bundesplatz, Schnitt unter der Stadtautobahn A100, Quelle: Senat für Bau- und Wohnungswesen (Hg.) (1971): Die Verlängerung der U-Bahnlinien 7 und 9 - ein neues U-Bahnkreuz »»(F7) Titelblatt zur Ausstellung „Entartete Kunst“ mit der Plastik „Der Neue Mensch“ von Otto Freundlich, Quelle: Deutsches Hstorisches Museum »»(F8) Auschnitt aus dem Hobrechtplan, Quelle: Zentral- und Landesbibliothek Berlin »»(F9) Eine Postkarte mit der Skulptur „Phoenix“ aus den 60er Jahre, Quelle: Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F10) Eröffnungsfest der Tunnel am Bundesplatz, Quelle: Archiv Herr Wolfgang Severin »»33


»»(F12) Das Gebäude an der Ecke Dtmolder Straße/Bundesplatz vor dem Zweiten Weltkrieg, Quelle. Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F13) Das Gebäude an der Ecke Dtmolder Straße/Bundesplatz nach dem Zweiten Weltkrieg, Quelle. Museum Charlottenburg-Wimersdorf, Archiv »»(F15) Verlegte Winzerin, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F22) Ein Paar auf dem Fahrrad am Bundesplatz nach dem Zweiten Weltkrieg, Fotograf Fritz Eschen, Quelle: Archiv Herr Wolfgang Severin »»(F23) „Wall of Fame“ Bundesplatz in den 90er Jahre, Quelle: http://4.bp.blogspot.com/-_4pFe2Dz7Hc/TpglSl3OLvI/AAAAAAAAAJU/vtQw6Xn8b-I/s1600/odem+bundesplatz+01.jpg, Zugriff am 07.02.2017 »»(F24) Orientierungsplan zum „Paradies Bundesplatz“, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F25) Östlicher Bereich des Bundesplatzes vor der Abtragung der Mauer, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F26) Östlicher Bereich des Bundesplatzes nach der Abtragung der Mauer, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F27) Mitglieder der Initiative Bundesplatz, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F28) Vision 2030+ für Bundesplatz, entnommen aus der Dokumentation der Aktion „Paradies Bundesplatz“ (2) »»(F29) Bundesplatz am Tag der Aktion Paradies Bundesplatz, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F31) Strickguerilla auf dem Bundesplatz, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F32) Temporärer Zebrastreifen am Tag der Aktion „Paradies Bundesplatz“, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F33) Temporäre Möbel von Prinzträger GBR, Quelle: http://www.prinztraeger.de/files/gimgs/64_ prinztraegersommeramdortmunderu201504.jpg, Zugriff am 07.02.2017 »»(F34) Eine Lichtaktion unter der Autobahn A100, otograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F35) Eine Installation in Madrid, Spanien, Quelle: http://i1.wp.com/somentecoisaslegais.com.br/ wp-content/uploads/2013/08/Caçamba-versátil-3.jpg?w=720, Zugriff am 07.02.2017 »»(F37) Eine temporäre Brücke in Brüssel, Belgien, Architekt Gijs Van Vaerenbergh, Quelle: http:// www.archdaily.com/789067/temporary-bridge-gijs-van-vaerenbergh, Zugriff am 07.02.2017 »»(F38) Eine temporäre Brücke in Brüssel, Architekt Gijs Van Vaerenbergh, Quelle: http://www.arch»»34


daily.com/789067/temporary-bridge-gijs-van-vaerenbergh, Zugriff am 07.02.2017 »»(F39) Selbstbau vor Ort in Köln-Chorweiler, Quelle: Archiv Urban Catalyst Studio »»(F40) Augmented Reality, Pokemnon Go, Quelle: https://cdn3.tnwcdn.com/wp-content/blogs. dir/1/files/2016/07/unnamed-796x531.jpg, Zugriff am 07.02.2017 »»(F41) EIn Arbeitstag am Bundesplatz, Mitglieder der Initiative Bundesplatz, Fotograf Marzahn/Guschmann, Quelle: Archiv Initiative Bundesplatz e.V. »»(F42) Galerie in einem ehemaligen Tunnel „Kunst im Tunnel“, Düsseldorf, Quelle: https://farm8. staticflickr.com/7531/15954781808_3aeb4a5984_o_d.jpg, https://www.flickr.com/photos/stc4blues/15954781808, Zugriif am 07.02.2017 »»(F43) Umnutzung des Raumes unter einer Autobahnbrücke in Zaanstad, Niederlande, Architekt A8ERNA, Quelle: https://www.architonic.com/en/project/nl-architects-a8erna/5100103, Zugriff am 07.02.2017 »»(F44) Umnutzung des Raumes unter einer Autobahnbrücke in Zaanstad, Niederlande, Architekt A8ERNA, Quelle: https://www.architonic.com/en/project/nl-architects-a8erna/5100103, Zugriff am 07.02.2017 »»(F45) Umnutzung des Raumes unter einer Autobahnbrücke in USA, Quelle: https://farm8. staticflickr.com/7531/15954781808_3aeb4a5984_o_d.jpg, Zugriff am 07.02.2017 »»Verwendete Software: Adobe Photoshop, Adobe Illustrator, Adobe InDesign, Adobe After Efects, Adobe Premiere Pro, Adobe Acrobat, Prezi, Mindmap, Appe Numbers, Apple Pages, Apple Texteditor, PDF Creator »»Verwendete Schriftarten: Prestige Elite Std, Myriad Pro »»Diese Broschüre wurde gedruckt in Printclub, Boxgraben 53-57, Aachen

Anhang»»A - Lageplan und Aktantenkarte Paradigma „Gründerzeit und Kriege“ »»B - Lageplan und Aktantenkarte Paradigam „Autogerechte Stadt“ »»C - Lageplan und Aktantenkarte Paradigam „Gegenwart“ »»D - Lageplan und Aktantenkarte Paradigam „Postfossile Gesellschaft“ »»E - Zeitachse »»F - Externe Abbildungen und Illustrationen

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le al

1822-1896 Johann A. . von Carstenn war ein Initiator privater Stadtplanung, der schrittweise Grundstücke im Süden Berlins erworben und neue Siedlungen gegründet hat. Für sein Werk erhielt er von Kaiser Wilhelm I. den Adelstitel.

Zentrum Volkspark Wilmersdorf

[A6] [A7] [A8] [D23]

Der Bundesplatz ist Teil einer symmetrischen städtebaulichen Figur, die aus mehreren Freiflächen und einem System von Straßen besteht, in deren Zentrum die verbindende Mittelachse „Bundesallee →[A7] liegt. Die Eckpunkte der Figur bilden Grün- und Schmuckplätze. Die Carstennfigur ist nach dem Plan von Johann A.W. von Carstenn →[A6] entstanden. Er hat sich auf seinen Reisen nach England von der linearen Villenkolonie und der Idee der Gartenstadt →[A8] inspirieren lassen. →[A3]

SPICHERNSTRAßE

[A10] NAMENSWECHSEL Der ab 1875 als „Straßburger bezeichnete Platz wurde 1888 zu Ehren des Kaisers in „Kaiserplatz umbenannt.

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VOLKSPARK WILMERSDORF

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[A1]CARSTENNFIGUR

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[A6] J. VON CARSTENN

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[A1] [B1]

[A1] [A6]

Die Kaiserstraße (später Kaiserallee, später Bundesallee) wurde zwischen 1872 und 1874 als eine wichtige Achse angelegt, um die wachsenden Villenkolonien in Friedenau (südlich der Ringbahn) mit der Stadt Charlottenburg zu verbinden. Johann A. W. von Carstenn →[A6] hat so die in Süden liegenden Siedlungen Giesendorf und Lichterfelde mit Deutsch-Wilmersdorf verknüpft und damit den Grundstein der Carstennfigur gelegt. →[A1] Die Straße hatte einen Alleecharakter.

AHN

RINGB

LICHTERFELDE

[A2] 380

340

A9 [A4]

1805-1882 Er war ein deutscher Bildhauer, dessen Werke hauptsächlich in Berlin und Köln, zu finden sind. Das berühmteste Werk ist die Viktoria auf Berliner Siegessäule.

[A4] [A19] [B4] [D14]

[A9] [X] [X]

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FRIEDRICH DRAKE

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Mainzer Straße

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GIESENDORF

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BUNDESPLATZ

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WILMERSDORF

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[A7] VERBINDUNGSSTRAßE

[A2] [A6]

Der Aufschwung der Wirtschaft endete 1873 mit dem Wiener Börsenkrach, der zu einer langen Phase der wirtschaftlichen Stagnation führte. 420

420

Die Idee einer idealen Stadt Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die schlechten Lebens- und Wohnverhältnisse in den stark wachsenden Städten. Ebenezer Howard hat vorgeschlagen, die neuen Siedlungen im Umland großer Städte auf dem Agrarland zu gründen.Die Konsequenz war eine starke Nutzungstrennung von Lebensbereichen, was den Ausmaß der Infrastruktur massiv mit beeinflusste.

[A11] BÖRSENKRACH

St ra ße

A8

FRIEDRICH-WILHELM-PLATZ

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[A8] GARTENSTADT

Tü bi ng er

BUNDESPLATZ

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[A4] DIE WINZERIN

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[A18] KINOERÖFFNUNG Das 1913 eröffnete Kino gehört heute zu dem einzigen kulturellen Einrichtungen auf dem Platz.

[A18]

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Um 1900 wurde der 220 Meter lange Park mit Zierhecken, drei mittleren Flächen mit Zierbeeten und einem Brunnen angelegt. Die Gestaltung hat es ermöglicht, den Park leicht zu erreichen und zu durchqueren→[F3] [F4] Die erste Umgestaltung des Schmuckplatzes wurde in den 30er Jahren durchgeführt. Im Süden ist ein neuer Zugang entstanden und die kurvigen Beete erhielten eine pragmatischere rechteckige Form.

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[A3][A19] SCHMUCKPLATZ

1910 wurde mitten auf der Grünfläche im Norden des Platzes die Statue „Winzerin platziert. Die damalige Gemeinde Wilmersdorf hat sie von dem berühmten Bildhauer Friedrich Drake →[A9] für 6000 Mark erworben. Sie ist eine vergrößerte Marmorkopie einer Statue von 1854, heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu finden ist. 1982 wurde sie durch eine Steinkopie ersetzt, das Original aus dem Bundesplatz befindet sich derzeit in der Zitadelle Spandau. →[F2]

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[A2]

Wexstraße

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A12

Nach dem ursprünglichen Plan von Johann A. W. Carstenn →[A6] hätten entlang der Bundesallee nach dem Vorbild der linealen Villenkolonien neue Villen entstehen sollen. Durch den Börsekrach →[A11] wurde es aber schwer, das Projekt zu finanzieren, darunter litten besonders die öffentlichen Einrichtungen und Infrastruktur. Stattdessen hat man mit einer Blockbebauung von hochherrschaftlichen Häusern angefangen, um so die „steuerkräftige Klasse anzulockern. →[F1]

[A12] KURT TUCHOLSKY 1890-1935 Der politisch engagierte Journalist und Schriftsteller, der vor dem Aufmarsch der Nationalsozialisten in Weimer Republik warnte, lebte am Bundesplatz. 140

[A2] RANDBEBAUUNG

[A2]

A14

[A15] OTTO FREUNDLICH 1878-1943 Der deutsche Maler und Bildhauer, dessen Werk „Der Neue Mensch →[F7] für die Nazi-Agenda missbraucht wurde, hat auf dem Bundesplatz einen Teil seines Lebens verbracht.

[A14] MARLENE DIETRICH

[C20]

1901-1992 Die berühmte deutsche Sängerin und Schauspielerin mit amerikanischer Staatsbürgerschaft hat Teil ihres Lebens am Bundesplatz verbracht.

Stadtring

Eingang Ringbahn

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[A6] [A10] [B8] [B9] [B21] [D21]

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Wexstraße

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Ringbahn

[A13] [B7] [D15]

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Um den Verkehr innerhalb der Stadt zu entlasten, began 1867 der Bau der Ringbahn und nach 10 Jahre wurde sie fertiggestellt. Die 37 Kilometer lange Strecke verläuft um die Innenstadt herum. Sie ist zu einer Grenze zwischen der Innenstadt und Außenstadt geworden. Durch den Bahnhof in der Nähe des Bundesplatzes wurden Bedingungen geschaffen, den Bundesplatz als intermodalen Knotenpunkt auszubauen. →[F5]

60

A5

[A5] RINGBAHN

SYMBOLE Bauwerk

40

40

räumliches Element

A13

Wahrzeichen, Ikone

[A13] HOBRECHTPLAN

[A5] [A1]

Kante durchlässig

Ein im Jahre1862 in Kraft getreteter Bebauungsplan für Berlin hat das Bild der Stadt bis heute stark geprägt. →[F8]

Abgrenzung privat temporäre Nutzung Tram 20

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Gebäude Straße Kaiserallee

A

versiegelte Fläche unversiegelte Fläche

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Bahndamm

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1914-1981 Der SPD-Politiker war 1955-72 Senator für Bau- und Wohnungswesen von West-Berlin und ist für die autogerchte Umgestaltung Berlins verantwortlich.

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B1

[B1] DAS AUTO

160

Das neue aus der 1933 erschienenen Athencharta abgeleitete Zukunftsbild der Stadt beinhaltete die Trennung der Stadtfunktionen „Wohnen , „Arbeiten , „Erholen und „Bewegen „von einander. Die funktionale Stadt hatte zur Folge, dass dem individuellen Autoverkehr große Flächen für die benötigte Infrastruktur bereit gestellt worden wurden. Das Auto hat den öffentlichen Raum erobert, Straßen wurden zu Schnellstraßen umgestaltet, Magistralen und Stadtringe →[B5] aufgebaut. Der Passant und seine Ansprüche an den öffentlichen Raum rückten in den Hintergrund.

180

[B2] TUNNEL

[B1] [B3] [B5] [C36] [B3] [B5] [B7] [B15] [C37] [D1] [D13]

200

220

240

260

B14

Zentrum Vorbild für das Leitbild der autogerechVolkspark ten Wilmersdorf Umgestaltung in Berlin war die Partnerstadt Los Angeles.

Im Zuge der Idee der autogerechten Stadt →[B1] wurde die Bundesallee als die wichtigste Verbindungsachse für den Autoverkehr zwischen dem ZOO-Gebiet, Wilmersdorf und Steglitz identifiziertr. Um dem Auto eine kreuzungsfreie Durchfahrt (Ein- und Ausfahrten der Stadtautobahn) zu ermöglichen und den Vekehr so zu beschleunigen, wurde ein Tunnel von 590m eingerichtet. Gleichzeitig mit dem Bau des Tutotunnels hat man auch die Tunnel für die neue U-Bahntrasse U9 eingerichtet. →[B7] →[F6A] →[F6B]

[B1]

L.A.

B4

[B1] [B2] [B3] [B6] [B16] [B18] [C37] [C38] [D14]

[B11] [D15]

Die Umgestaltung der Bundeesalle zur Schnellstraße →[B1] hatte zur Folge, dass die Komposition der Gründerzeit durch neue Gestaltung ersetzt werden musste. Die durch die Tunnelrampe in der Mitte →[B2] zerschnittene Grünfläche wurde ab 1962 von zwei Schnellstraßen umklammert. →[B3] 1968 wurden Teile der Grünfläche nach einem Gestaltungswettbewerb neu belebt →[B16] und eine neue Statue „Phoenix aufgestellt. →[B6] →[F10]

[B13] WINZERIN VERLEGT Die Winzerin musste dem Bau der Tunnel →[B2] weichen und wurde an den Rand des Platzes verlegt, wo sie bis 2010 verwahrloste. →[F15]]

er

St

ra

ße

420

[C1] [D9]

400

400

420

Gleichzeitig mit dem Tunnel für den Autoverkehr wurde 1962 auch mit dem Weiterbau der U-Bahnlinie U9 begonnen. Der Straßentunnel verläuft zwischen den zwei Bahnlinien. Vier Eingänge nördlich und zwei südlich der S-Bahn sorgen für eine gute Erreichbarkeit des Platzes. Später wurden noch weitere Eingänge unterhalb der Ringbahn gebaut, die einen schnellen Umstieg zwischen den beiden Verkehrsmitteln ermöglicht. →[F6A] →[F6B]

[B4] UMGESTALTUNG

ng

B7

B13[B4]

[B7] U9

300

bi

B12

Bundeslatz als Straßenbegleitgrün eingestuft

280

[B14] LOS ANGELES

440

460

[B2] [B3] [B4] [B5] [B10] [B14] [B21] [C36] [D3]

140

B2

[B11] ROLF SCHWEDLER

[B1]

120

500

100

480

B11

80

460

60

440

40

Bu nd es al le e

20

500

0

Die hohe Geschwindigkeit des Autoverkehrs in Kombination mit der Auslastung der Verkehrsachse führte zur Erweiterung der Fahrspuren und Veränderung der Straßenführung. Die abgerundeten Straßen an beiden Seiten des Platzes entsprechen den Anforderungen an fließenden Verkehr.

[B8]

360

360

380

[B1] [B2] [B4] [B15] [C5] [C32] [D3] [D16]

380

B3

[B3] STRAßENVERLEGUNG

340

Mainzer Straße

[B1] [B2] [B3] [B4] [B12] [C2]

Aufgrund des grundsätzlichen Eingriffes in den 60er und 70er Jahren wurde der Platz und auch die nahliegenden Quartiere zerschnitten. Die wenige Straßenübergänge sorgen nicht für ausreichende Überquerungsmöglichkeiten. Die zwei Flügel der Grüninsel wurden so zu verlassenen Sackgassen. Außerdem gibt es wegen der Einstufung des Platzes als „Straßenbegleitgrün nicht genügend Mittel für die Pflege. Das Ergebnis ist ein verwtahrloser Platz mit einer Barrierewirkung, der keine adäquate Qualität anbietet. →[F15]

320

B8

[B3]

[B8] GEBÄUDESCHÄDEN 1945

[B9] [C2]

Auch Charlottenburg und Wilmersdorf Waren von den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg betroffen. Die meiste Bausubstanz des Platzes hat den Krieg überstanden. Zwei Gebäude am nord-östlichen Rand wurden fatal beschädigt und mussten in den 70er Jahre ersetzt werden. In einem Gebäude wurde ein Seniorenheim eingerichtet, wo mittlerweile auch regelmäßig Treffen der Initative Bundesplatz stattfinden.→[C2] →[F11]

B9

[B9] SCHMUCKENTFERNUNG

[A2] [B8]

280

Im Geist der Zeit wurden zahlreiche Schmuckfassaden entfernt und so hat man sich dem Ideal der funktionalen Stadt auch auf der ästhetischen Ebene angenähert. Eine romantizierende Erneuerung der Schmuckfassaden der vom Krieg zerstörten Gebäude wäre in der Ressourcenknappheit der Nachkrigszeit undenkbar gewesen.→ vgl. [F12] und [F13]

[B18] [B18]

B18[B3]

[B8]

[B3] [B19]

220

240

B16

[B16] GENIUS LOCI Dank der Überlagerung der geschichtlichen Schichten und besonders der verschachtelten Gestaltung der 70er Jahre →[B4] weist der Bundesplatz eine Vielfältigkeit an Atmosphären und räumlichen Qualitäten auf: von repräsentativen Bereichen wie der südlichen Spitze der Grüninsel über dunkele, düstere unmenschliche Räume wie der Parkplatz unter der Stadtautobahn bis zu intimen kleinteiligen „Räumen und Verstecke wie in dem östlichen Teil in der Nähe des Traffohäuschen. Diese Qualitäten gehören zum „Schatz des Platzes und sind aufzubewahren. →[F16] bis [F21]

Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurden am Rand der Grüninsel zwei Meter hohe Wände aufgezogen, die die Aufgabe hatten, eine unkontrollierte Überquerung der Straßen zu verhindern. Sie sind auch zu optischen Barrieren geworden. 260

B19

[B2]

[B18] MAUER AUFGESTELLT

[B19] WALL OF FAME

[B18] [B20] [B6]

Hinter den Mauern hat sich in den 90er Jahren ein Raum für die Graffitiszene eröffnet. So ist hier im Laufe der Jahre eine Wall of Fame entstanden. →[F23] 240

260

[B19] [C10] [A4] [B4] [B6] [D14]

300

[B18]

300

[B15] [B18]

Die schützende Mauer hat perfekte Bedingungen für ungeachtete Drogengeschäfte auf dem Platz geschaffenDas ist ein weiterer Faktor für den Qualitätsverlust des öffentlichen Lebens am Bundesplatz.

280

B17[B4]

[B17]

[B17] DROGEN

B20

[B20] NECO

[B19]

Auf der Wall of Fame sind Spuren des bekannten NEco Celik zu finden. Früher war er Mitglied einer kriminellen Bande von Jugendlichen 36 Boys und heute ist er Theaterregisseur. 220

320

[B13]

340

B15

[B8]

[B15] VERWAHRLOSUNG

[B4]

B27

[B27]

FRIEDRICH SEIDENSTÜCKER

[B9]

200

200

1882-1966 Er hat den Alltag der Nachkriegszeit fotografiert und damit den Geist seiner Zeit festhalten können.

Detmolder Straße

180

180

Wexstraße

[B7]

[B8]

[B21]

160

160

[B8]

[B5]

Die mangelnde Qualität des Platzes als Aufenthaltsortes hat aus dem Bundesplatz einen Transitraum gemacht. Der mit dem öffentlichen Raum „kommunizierende Einzelhandel wurde verdrängt und durch Spielcasinos und Imbisse ersetzt. Nach dem Mauerfall stiegen die Mieten an. Cafés, Restaurants, Bäckerei oder ein Metzger konnten deswegen nicht mithalten.

B22

B10[B5] [C3] [D7]

140

[B1] [B4] [B3] [D21]

[B10] PARKPLATZ Der düstere Raum unter der Stadtautobahn in der Nähe vom S- und U-Bahneingang wird derzeit als Parkplatz und informelle öffentliche Toilette genutzt. →[F14]

[B5]

[B22] FRITZ ESCHEN Der deutsche Fotograf hat einen besonderen Beitrag zur Dokumentation des Nachkriegs-Bundesplatzes beigetragen. Er lebte direkt am Bundesplatz.→[F22]

Stadtring

[B10]

100

100

[C20]

120

120

140

B21

[B21] LEERSTAND UND EINZELHANDELRÜCKGANG

60

80

B6

[B6] PHOENIX

[B4] [B16] [B23] [D14]

B5

Im Rahmen des Wettbewerbes zur Neugestaltung →[B4] des Bundesplatzes ist auch diese geschweißte Metallplastik des Bildhauers Bernd Wilhelm Blank →[B23] entstanden. Sie grüßt jeden über den Bundesplatz fahrenden oder gehenden Besucher. Die Plastik steht an der südlichen Spitze der Grüninsel und dort befindet sich auch die einzige Überquerungsmöglichkeit für Fußgänger. Der Phönix symbolisiert den Neuanfang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. →[F9]

[B5] BERLINER STADTRING

[B1] [B2] [B3] [B10] [D35] [D19]

Das gegenwärtige zweitgrößte Bauwerk Berlins, die Bundesautobahn A100, wurde in ihrer Halbringform in der Hoffnung der Wiedervereinigung gebaut. Auf Ihre Vollendung wird angesichts dem neuen Paradigma verzichtet. Die Wexstraße und Detmolder Straße sind ihre Zu- bzw. Abfahrten, die täglich rund 12000 →[Quelle] Fahrzeuge sowohl auf als auch vom Platz bringen. Dem Bau musste im Süden des Platzes ein Gebäude weichen. Unter der Autobahn ist ein Leerraum entstanden. →[B10]

[B7]

SYMBOLE Eingang U-Bahn Bauwerk

60

80

Ringbahn

räumliches Element Wahrzeichen, Ikone Kante durchlässig Abgrenzung privat

[B23] B.W.BLANK

B

Die Sozialistische Einheitspartei Westberlins hatte ihren Sitz am Bundesplatz.

[B24] BUNDESHAUS

U-Bahn „Korridore“ Tunnel

Das 1895 fertiggestellte Gebäude hatte nach dem Zweiten Weltkrieg als Dienststelle des Bevollmächtigten der Bundesregierung eine besondere symbolische Rolle.

B25

Gebäude Straße Straßenquerung versiegelte Fläche

[B25] NAMENSWECHSEL

unversiegelte Fläche

Durch die Umbenennung zur Bundesallee (und Bundesplatz und Bundeshaus) wurde die Verbundenheit Berlins mit derBundesrepublik in der Zeit des getrennten Berlin betont.

Friedrich-Wilhelm-Platz

Bahndamm Trampelpfad

0

0

Ø10m

B26

[B26] SEW Bundesallee

20

[B6]

B24

[B2]

1935 geboren, noch immer wohnhaft in Berlin und ein beutender Künstler was die Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum betrifft. In seinen aktuellen Projekten befaßt er sich mit beweglichen Skulpturen.

U-Bahn-Trasse

20

B23

40

40

Abgrenzung halböffentlich

0

20

40

60

80

100

120

140

160

180

200

220

240

260

280

300


Wolfgang Severin ist Mitglied der Initiative und deren ehemaliger Vorsitzender. Dank seinem aktiven Auftreten hat die Initiative viele Kooperationspartner und eine Akzeptanz in Politik und Verwaltung gewonnen.

C9

Der Versuch, die Winzerin zu versetzen →[C1], löste eine prompte Reaktion der schnell gegründeten Initiative Bundesplatz e.V. aus. Um Gisela Nietzscke →[C17] hat sich Gruppe von engagierten Bürger zusammengetan, die seit 2010 über den Schutz der Winzerin hinaus agiert. Aus dem Dialog mit BVV, Senat und der Fachöffentlichkeit wurde ein Prozess der Wiederbelebung des Platzes gestartet Dieser wird von der Initative vor Ort begleitet, die mittlerweile 220 Mitglieder zählt.→[C22] →[F27]

Die Initiative leistet einen enormen Beitrag zur Aufwertung des Platzes durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor Ort. Im Januar 2017 lag die Stundenanzahl der investierten Arbeit bei 5.700 Stunden. →[F41]

[C2] [C23]

C23[C8]

[C9] KOOPERATIONen

[C2] [C3] [C8] [C23] [X] [X] [X] [X]

200

C17

C18[C1]

[C17] GISELA NIETZSCKE

Durch persönliche Kontakte ist es der Initiative gelungen, eine Zusammenarbeit mit der Universität Weimar, TU Berlin, Council for European Urbanism Deutschland e.V., den Büros Polinna Hauck Landscape + Urbanism, Studio Amore und zahlreichen Experten aus der Praxis und Wissenschaft zu erreichen. Diese hat es ermöglicht, den Behörden gegenüber kompetent aufzutreten, die Ideen zur Umgestaltung des Platzes zu vertiefen, mögliche Szenarien aufzustellen und einen integrativen Planungsprozess zu initiieren.

[C22] [D17]

C8

[C2] [C30] [D17]

C24 [D14]

SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben für die kommende Wahlperiode vereinbart, dass der Bundesplatz Thema sein und aufgewertet werden soll.

[C8]

Anknüpfend an die aus der Vision 2030 →[C4] stammende Idee einer Schatzkarte wird eine Applikation entwickelt, die es in der ersten Phase ermöglichen soll, die „Schätze des Quartiers zu vernetzen und sichtbar zu machen. Gleichzeichtig soll sie auch das Sammeln von Wissen unterstützen. →[C38] Die App wird auch als Partizipationsinstrument eingesetzt. Auf eine Karte soll es möglich sein, konkrete Vorschläge oder Kommentare einzutragen. So werden zusätzliche Zielgruppen erreicht. Die App wird in der folgenden Phase um weitere Funktionen ergänzt. →[D2]

ße

ra

St

er

ng

bi

C32 [C15]

en

Zusammen mit den Schülern des Marie-Curie-Gymnasiums hat der Grafiftikünstler Patrick Kieper das Trafohäuschen mit Portraits berühmter Persönlichkeiten gestaltet, die am Bundesplatz lebten. →[F30] um

Zusammen mit Experten hat die Initiative einen neuen Plan zur Bepflanzung aufgestellt und umgesetzt. Unter anderem wurden 22 Quadratmeter Hummus Cund af Mulch eingebracht. é

[C5] [C32]

[C33]

[C32] WEITERE ÜBERGÄNGE Vor der nördlichen Tunnelrampe werden weitere Überquerungen der Bundesallee errichtet.

[C15] TEMP. ÜBERGANG Für einen Tag hat man mit einem temporären Zebrastreifen getestet, ob eine Straßenüberquerung bei der Mainzerstraße sinnvoll ist. →[F32]

360

360

[C8] [D14]

C15[C3]

Bl

380

[C2] [C34]

Als Zeichen des Protestes gegen die Belastung des Quartiers durch de Verkehr haben die Mitglieder der Initiative die Geländer des Tunnels umgestrickt. →[F31]

[C38] [D2] [D12] [D14]

[C32]

[C20] TRAFOHÄUSCHEN

[C27] „PFLANZPLAN“

Der Dialog mit den Behörden muss intensiviert und erweitert werden. Um die Transformation fortzusetzen, muss der Bundesplatz auch auf der gesamtstädtischen Ebene Relevanz bekommen.

[C29] BUNDESAPP

[C2]

C26[C2]

[C21] STRICK-GUERILLA

[C30] DIALOG

[C32]

Deutscher Naturschutzpreis - Bürgerpreis 2012; Erwin-Barth-Preis 2013; Bundeswettbewerb Zukunftsstadt 2015

[C2] [C22]

C21

Um die Veränderungen auf dem Platz zu ermöglichen, verlangt es die Zusammenarbeit der Politik und Verwaltung. Der Bundesplatz aus gesamt-städtischer Perspektive gedacht werden muss, ist die Initiative sowohl mit der BVV als auch dem Senat und der Bezirksverwaltung in einen Dialog getreten. Trotz eines holprigen Anfangs ist es ihr gelungen, sowohl die BVV als auch den Senat von der Wichtigkeit einer gemeinschaftlich geplanten Transformation zu überzeugen.

C30

[C39] ZÄHLGEMEINSCHAFTSVEREINBARUNG

C29

[C19] AUSZEICHNUNGEN

C20

300

Die Schutzmauer →[B18] an beiden Seiten des Platzes trennte über Jahrzehnte räumlich und optisch den Platz und trug so zur Fragmentisierung der Freiflächen bei. Nach zwei Jahre intensiver Auseinandersetzung der Initiative mit dem Platz wurde 2012 mit der Abtragung der Mauer begonnen. → Vgl. [F25] und [F26]

400

C10

[B18] [C2] [C22]

280

[C8] DIALOG

Ein Ergebnis des Dialoges mit der Bezirksvertretung ist eine schriftliche Vereinbarung über die Pflege der Grünfläche.

Vorwiegend aus den Mitgliedsbeiträge finanziert. Für das Beteiligungsverfahren (Zukunftswerkstatt →[C12], Paradies Bundesplatz →[C3]) gab es Mittel von der BVV und dem Senat.

C19

[C10] MAUERABTRAGUNG

260

Zentrum Volkspark Wilmersdorf

[C18] FINANZIERUNG

[C8] [C19]

240

420

[C1] [C2]

Die Gründerin der Initiative, Besitzerin einer Apotheke verfügt über eine Sammlung von Fotografien des Bundesplatzes. Ihr Vater hatte seit den 30er Jahren alle Veränderungen des Platzes festgehalten.

220

[C23] PFLEGEVEREINBARUNG

440

460

[C1] [C14] [C3] [C15] [C4] [C16] [C5] [C17] [C6] [C18] [C7] [C19] [C8] [C20] [C9] [C21] [C10] [C22] [C11] [C23] [C12] [C24] [C13]

180

[C22] EHRENAMT

480

C2

[C2] INITIATIVE

160

500

C22

[C16] WOLFGANG SEVERIN

[C2] [C8]

140

480

120

460

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) forderte am 9.9.2010 die Verlegung der Statue auf den Rüdesheimer Platz, wo sie nach deren Meinung thematisch besser zu den sommerlichen Weinfesten passen würde.

100

440

C16

[C1] WINZERIN WEG?

[C2] [C8]

80

420

60

400

C1 [A4]

40

380

20

Bu nd es al le e

500

0

Im Rahmen der Kooperation zwischen der Initative Bundesplatz und der Uni Weimar fand (wann?) ein Charette (Was ist das?) statt.Ergebnisse waren kurzfristige Maßnahmen und studentische Entwürfe. →[C27]

[C3] [D3]

C4

[C10]

Die Entwürfe enthielten Vorschläge, wie man mit gestalterischen Lösungen die Aufenthaltsqualität des Platzes wieder herstellen könnte.

[C33]

[C3] [C38] [D14]

Die aus der Charterte entstandenen Anregungen wurden in einer Werkstatt mit lokalen und internationalen Experten vertieft und in konkrete Maßnahmen übersetzt.

240

Der Wochenmarkt auf dem Bundesplatz hat eine lange Tradition. Derzeit findet der Markt in der Mainzerstraße statt. Von der Verlagerung in den südlichen Bereich der Grüninsel verspricht sich die Initiative Bundesplatz mehr Aufmerksamkeit für den Platz.

Außenstände

Platzstation

[C2] [C8] [C33] [C37] [C39] [C34] [C38] [D14] [D11]

C14[C3]

[C27]

Um an den begonnenen Prozess →[C4] anzuknüpfen und die in der Charette →[C11], Zukunftswerkstatt →[C12] und Paradies Bundesplatz →[C3] entstandenen Ideen vor Ort austesten um mit den Interessierten einen kontinuierlichen Dialog zu führen, wird in dem südlichen Bereich begleitet von einem festlichen Akt →[C40] ein neues temporäres Objekt aufgebaut.Die Platzstation sollte einerseits ein Zeichen der anstehenden Transformation manifestieren und andererseits Raum für diverse Veranstaltungen anbieten. Von dort aus soll auch der/die Platzmanagerin die Aktivitäten vor Ort koordinieren. und letztendlich Von dort aus sollte auch der/die PlatzmanagerIn →[C39] die Aktivitäten vor Ort →[C34] koordinieren und letztendlich dank der „parasitischen Gestaltung, die sich in der Form und Farbe von dem Umfeld deutlich unterscheidet →[F36], wird die Platzstation sowohl von den Passanten als auch für die Autofahrer sichtbar sein. Die Platzstation ist der erste Impuls der Transformation. Andere beispielhafte Projekte dieser Art sind: Das Gelbe Haus Bellevue in Linz oder Köln Chorweiler von Urban Catalyst Studio →[F36]

[C35] [D7]

[C33]

C35

340

[C33]

[C37] TEMPORÄRE BRÜCKE

[B2] [C28] [D14]

[C35]

Eines der wichtigsten Themen auf dem Bundesplatz ist die trennende Wirkung der Straßen und des Tunnels. Um die geplante Überwindung dieser Missstände einzuleiten und auszutesten, wird eine temporäre Brücke errichtet, die es den Passanaten ermöglicht, den Bundesplatz zwischen Mainzerstraße und Tübinger Straße in beiden Richtungen zu überqueren. →[C5][C32], Die Brücken sind wie die Platzstation ein Zeichen der beginnenden Transformation des Platzes. →[C28] Referenzen →[F37][F38]

100

Stadtring

[C14]

SYMBOLE

40

Nach der Prüfung der verkehrlichen Rahmenbedingungen wird die erste Phase der Transformation mit einem Tunnelfest →[C41] abgeschlossen. Der Tunnel →[B2] wird für den Autoverkehr gesperrt und den Passanten zugänglich gemacht. Nach dem Vorbild der Aktion „Paradies Bundesplatz →[C3] wird der 590 Meter lange Tunnel in einen Erlebnisraum umgewandelt. Das Fest wird ein Inkubator für neue Ideen zur Umnutzung des Tunnels →[D1] sein und gleichzeitig soll so für eine überregionale Aufmerksamkeit für den Bundesplatz gesorgt werden.Man könnte es auch als einen symbolischen Sieg des Menschen über das Auto bewerten.

20

C42 C41

C

QRCODE 25X25MM

[C42] ENGAGEMENT

[C2] [C8] [C38] [D14] [D17]

Das Interesse und Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist eine entscheidende Ressource. Einerseits sind die Anwohner, Gewerbetreibende und Organisationen Experten für ihren Kiez, zum Anderen sind sie schon seit längerer Zeit vor Orten das Alltagsleben eingebunden. →[C2] Dem Prinzip der Teilhabe sollmaximaler Raum gegeben werden. Die Gruppe der teilhabenden muss auch gezielt für Jugendliche oder Flüchtlinge attraktiver gemacht werden. Dafür müssen neue Kommunikationsinstrumente genutzt werden. →[F41]

Wahrzeichen, Ikone Erdgeschoss extrovertiert Erdgeschoss introvertiert Kante durchlässig Abgrenzung privat

[C34] INTERVENTIONEN

[C28] [C38]

C38

räumliches Element

Abgrenzung halböffentlich

Kontinuierliche Interventionen vor Ort tragen einerseits zu neuen Erkenntnissen bei und andererseits machen auch auf das Geschehen aufmerksam.

temporäre Nutzung U-Bahn-Trasse U-Bahn „Korridore“ Tunnel Gebäude

[C38] DATEN

Der/Die PlatzmanagerIn →[C39] wertet kontinuierlich den Nutzen des temporären Mobiliars →[C33] aus und dokumentiert die durchgeführten Interventionen →[C34], Werkstätte, außerdem schöpft er oder sie weitere Anregungen und Hinweise aus dem Dialog zwischen der Initiative →[C2] und der Öffentlichkeit. Durch möglichst viele unterschiedliche Kommunkationskanäle wird Wissen gesammelt, das für die weiteren Schritte der Transformation verwendet wird. Gleichzeitig dienen die Wissensressourcen und gesammelten Informationen als Grundlage für die Forderungen nach Fördermittel bei den Behörden. →[C30]

[C28] [C23] [C29] [D14]

Friedrich-Wilhelm-Platz

Straße Straßenquerung versiegelte Fläche unversiegelte Fläche Bahndamm Radweg Aktionsfläche neue Übergänge temporäres Mobiliar

0

0

TUNNELFEST! →[F36] 40

C34

Bauwerk

60

[B2] [C28] [D1]

Eingang U-Bahn

TOOLBOX 1

[C36] TUNNELSCHLIEßUNG

Bundesallee

80

Nach dem Kino wären nun zeitweise weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Skateboard-Rampe unter der Autobahn ausgetestet. →[C14] →[F35] 160

Ein temporäres Mobiliar wird an verschiedenen Stellen des Platzes drapiert und regelmäßig erneuert und ergänzt. Dadurch sollen die Möglichkeiten der Raumnutzungen ausgetestet werden. Referenzen →[F33] [F35] [F39]

C36

60

Wexstraße Während der Zeit des Paradies Bundesplatz →[C3], konnten die BesucherInnen ein temporäres Kino unter der Autobahn besuchen.Anschließend wurde dort eine Lichtinstallation eingerichtet. →[F34]

Info Chorweiler

Ringbahn

20

[C14] „NICHT-RAUM“

140 Info Das Gelbe Haus

[C33] TEMPORÄRE MÖBEL

C37

0

Die Zone von Tempo 30 wird von der Bundesallee auch auf die Wexstraße und Mainzerstraße erweitert.

[C35] RAUM AUF ZEIT

[C14] [D7]

nt

160

180

[C28] PLATZSTATION

ra

140

ERÖFFNUNGSEVENT!

au

120

[C6] [D14]

st

[C38] [C34]

[C28]

Auf den beiden Seiten des Platzes wird ab dem Frühjahr 2017 ein Tempolimit 30 km/h eingeführt.

[C27] TEMPO 30

Re

C33 [C28]

C27

Markt

[C6] TEMPO 30

120

200

C28

[C33] [C7]

[C8] [C27]

Auf der Höhe der Tübinger Str. und Mainzerstr. werden im Frühjahr 2017 sichere Straßenüberquerungen eingerichtet.

100

220

tsnach Weih ume bä

C6 [C2]

C40

Der Prozess der Transformation wird von einer/m PlatzmanagerIn begleitet. Zu den Aufgaben gehören u.a. Koordination der Aktivitäten vor Ort, Organisieren von Werkstätten, Pflege des Dialoges, Kommunikation, Akquise. Diese Person sollte interdisziplinär arbeiten und vor Ort gut vernetzt sein.

Detmolder Straße

[D3] [D14]

[C5] STRAßENÜBERGÄNGE

240

C5[C15]

[C7] WOCHENMARKT

260

[C36]

[C39] PLATZMANAGERiN

[C28]

Die ersten Denkanstöße aus der Charette →[C11] wurden in der Zukunftswerkstatt →[C12] weiter ausgearbeitet und in konkrete Maßnahmen übersetzt. In der Dokumentation der Aktion Paradies Bundesplatz wurden die bisherigen Erkenntnisse und Anforderungen in eine Vision 2030+ für den Bundesplatz, die Bundesallee und die umliegenden Quartiere zusammen getragen. Die auf den Platz bezogenen Themen sind: Zugänglichkeit und Gestaltung des Platzes und der Umgang mit dem Tunnel. →[F28]

[C12] ZUKUNFTWERKSTATT

C7 C39

[C4] VISION 2030

[C10]

[C2] [D20]

Während der Aktion „Paradies Bundesplatz →[C3] war die östliche Seite des Platzes für den Autoverkehr gesperrt.

300

[C33]

260

[C3] [C8]

[C13] STRAßENSPERUNG

220

C12 [C11]

320

C13

[C11] CHARETTE

[C25] STUD. ENTWÜRFE

[C11] 280

[C13]

[C1]

180

C25

[C20]

[C37]

80

300

[C12] [C25]

[C5]

Der Platz hat sich für einen Tag in eine Flaniermeile verwandelt, die der Öffentlichkeit ein vielfältiges Programm anbot. Anstatt der Autos wurden die Straßen von Infoständen, Fahrradpacours und Essensständen gesäumt. Einerseits hat man temporär konkrete Nutzungen ausgetestet und andererseits haben die Planer in einer Raumsafari einenDialog mit den BesucherInnen über konkrete Orte und Probleme im Quartier initiiert. →[F24] [F29]

40

C11[C8]

C3

20

320

Mainzer Straße

[C5] [C15]

[C8] [C12] [C4] [C34] [C38]

280

Aus der Gründerzeit stammt die Statue der Winzerin →[A4], die Idee der autogerechten Stadt wird durch die Plastik Phoenix →[B6] symbolisiert. Es ist an der Zeit, dem Platz ein Symbol des neuen Paradigmas zu geben. Mit dem Aufbau der Platzstation →[C28] werden auch Räume für Künstler entstehen, die sich vor Ort mit dem Bundesplatz auseinandersetzen können. Ein Wettbewerb für das neue Wahrzeichen soll ausgeschrieben werden.

[C3] PARADIES BUNDESPLATZ

200

[A4] [B6] [C28]

340

C31

[C31] WAHRZEICHEN VON HEUTE

60

80

100

120

140

160

180

200

220

240

260

280

300


60

100

[D1] TUNNEL

[C36] [D5] [D6] [D11] [D13] [D15]

120

D2

Nach der Schließung →[C36] wird der Tunnel zum Teil zu einem Parkplatz umfunktioniert warden→[D11], dadurch wird der Angstraum unter der Autobahn geräumt werden können. →[B10]. In der zweiten Phase wird der Raum aufgeteilt in einen Parkplatz und in eine Fahrradstation →[D12]. Anschließend wird der Raum in drei Bereiche geteilt, in dem mittleren Bereich entsteht Spielraum für ein neues Programm, nach dem derweil noch gesucht wird. →[D13]

140

160

180

[D2] APP - AUGMENTED REALITY

[C29] [C38] [D12]

200

Basierend auf der vorherigen Phase werden konkrete Vorschläge für eine zeitgemäße Umgestaltung des Platzes entwickelt. Die nächste Generation der Applikation wird es ermöglichen, diese Vorschläge im Maßstab 1:1 vor Ort in einer Augmented Reality darzustellen und zu kommentieren. Das Gestaltungskonzept wird so weiter verfeinert und bleibt ein Produkt des Zeitgeists →[F40]

[D8]

Zentrum Volkspark Wilmersdorf

220

240

260

280

300

D3

[D3] ÖSTLICHE STRAßE DICHT

[C13] [D14]

Schon während der Aktion „Paradies Bundesplatz →[D31] hat sich gezeigt, dass eine Schließung der Straße eine enorme Auswirkung auf die Nutzbarkeit des öffentlichen Raumes haben kann. Die östliche Seite des Platzes wird immer wieder testweise für den Autoverkehr gesperrt. Etwa durch temporäre Umnutzung z.B zum Markt →[D31], später eine Umgestaltung zum shared-space →[D32] und anschließend durch eine endgültige Integration der Straßenfläche in eine Fußgängerzone. →[D33]

460

460

480

D1

80

500

40

480

20

Bu nd es al le e

500

0

[D5] TUNNELEINGANG NORD III

440

II

D12

D13

[D1] [D13] [D15]

I

D31

D32

D33

D10

[D10] AKUSTISCHER SCHUTZ RINGBAHN

ra St er ng

400

TOOLBOX 2 [D9]

[D4] RADWEGE Neue sichere Fahrradwege werden den Bundesplatz in das gesamt-städtische dichte Netz an Radwegen einbinden. Die „Nord-Süd-Radmagistrale wird in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

[D4]

360

[D14] [D1]

[A5]

Der Güterverkehr droht zu einer Geräuschbelastung der Anwohner zu werden. Deshalb muss ein Schallschutzkonzept für die Bahnstrecken entwickelt werden.

380

D4 [D3]

[D13] [D15]

Ein neuer Zugang sollte südlich der Ringbahn gebaut werden. Das würde eine flexible Umnutzung des Tunnelraums ermöglichen.→[D13]

360

380

400

Basierend auf der Auswertung der temporären Nutzungen →[C35] sollen unter der Stadtautobahn neue Ideen umgesetzt werden. Die Art und Weise der Gestaltung muss eine zukünftige Anpassbarkeit ohne großen Aufwand ermöglichen. In diesem Sinne könnten etwa ein Skatezentrum, Spielplätze oder Pop-up-Galerien entstehen. Der Raum wird in einer permanenten Transformation anpassbar bleiben. →[F43] →[F44] →[F45]

bi

[C35]

[D6] TUNNELEINGANG SÜD

D7

D6 [D1]

[D7] (TEST)NUTZUNG A100

ße

420

420

D11

440

D5

Derzeit ist der Tunnel nur über die nördliche und die südliche Rampe zugänglich. Mit der neuen Teilung →[D1] des geschlossenen Tunnels wird es auch neue Zugänge geben. So wird in dem südlichen Bereich des Platzes (in der Nähe der Plastik Phoenix) ein neuer Zugang entstehen.

[D1] [D11] [D13]

Mainzerstraße

D9 [A4]

Das neue Wahrzeichen soll auf einem passenden Ort platziert.

340

aus der Publikation „Stadt als offene Partitur →(8)

300

[B6] [C31]

[D9] NEUES WAHRZEICHEN

[D8] KONZEPTE ALLEE UND QUARTIER

[C4] [D23]

[D3] [D11]

260

260

280

Der Bundesplatz ist nur ein Teil der Bundesallee und spielt für die anknüpfenden Stadtteile eine bedeutende Rolle. Deswegen ist es wichtig, in die Transformation des Platzes auch Konzepte für die Quartiere die gesamte Bundesallee zu integrieren. Das könnte durch eine Umgestaltung der Bundesallee zu einem Boulevard gelingen. durch ein Konzept der Umgestaltung der Bundesallee zu einem Boulevard. →[D23]

280

D8

300

320

[D23]

320

340

„Partitur unterscheidet sich von Notation dadurch, dass sie stets an Handlungsweisungen gebunden ist. Sie blickt nicht zurück, sondern nach vorn: auf die Planung des kommenden Ereignisses. Einen Schritt weiter geht hier die offene Partitur: Anstatt, wie die gewöhnliche Notation, ans geschlossen Repräsentationale gebunden zu bleiben, eignet ihr ein prototypischen Charakter. Sie spricht vom Prozess der Produktion neuer Wirklichkeiten und dessen Unbestimmtheit.

Die Bundesallee soll auch in Zukunft eine bedeutende Rolle als Boulevard spielen, denn ihr kommt eine wichtige historische Relevanz zu.. Das Leitbild für eine Integration des Bundesplatzes in das Statdgefüge wird vor diesem Hintergrund die Carstennfigur sein. →[C35] Ein künstlerischer Eingriff soll an die Genese des Ortes erinnern.→[A1]

[D14] [D22]

240

[A1] [D8]

240

D23

[D23] FLANNIERMEILE

220

220

[D17] [D5]

200

200

[D15] Wexstraße

Detmolder Straße

[D17] FLÄCHEN VERPACHTET

[D16] STRAßENVERENGUNGEN

D15

Die Straßenprofile können den neuen Verhältnissen im Mobilitätsverhalten angepasst werden und mehr Platz für Passanten und Gewerbe schaffen.

[D14] UMGESTALTUNG

D11

D21

[D10]

[D21] RÜCKKEHR DER EINZELHANDELSTRUKTUR

TOOLBOX 3

40 20

D12

Bauwerk

Der mittlerweile gut prosperierte Markt wird sich auf den neu entstandenen Flächen ausbreiten können.

räumliches Element Wahrzeichen, Ikone Erdgeschoss extrovertiert Erdgeschoss introvertiert

[B5] [D8]

Kante durchlässig

[D19] A100 ZUR PROMENADE

Abgrenzung privat

Mit der Verbannung des Autos wird ein Großteil der autogerechten Infrastruktur überflüssig sein. Es müssen Konzepte für die Umnutzung entwickelt werden.

Abgrenzung halböffentlich temporäre Nutzung U-Bahn-Trasse U-Bahn „Korridore“ Tunnel

[D13] TUNNEL UMGENUTZT

[D1] [D15]

Gebäude In den drei Teilen des Tunnels sollen neue Nutzungen der Räume gefördert werden. →[D1]. Möglicherweise wird in dem südlichen Bereich ein Car-Sharing Parkplatz, in dem nördlichen eine Radstation mit Abstellplätzen für Fahrräder entstehen und in dem mittleren Bereich könnte ein Museum zur Autogerechtigkeit eingerichtet werden. So würde die Geschichte des Ortes für die künftigen Generationen erlebbar bleiben. Gleichzeitig werden die enormen Kosten für eine Zuschüttung des Tunnels vermieden. Referenz→[F42]

III II I Friedrich-Wilhelm-Platz

[D8]

Straße Shared-Space versiegelte Fläche unversiegelte Fläche Bahndamm Radweg Boulevard-Trasse

0

0

D

D19[B1]

D13

Das nächste Upgrade der Applikation wird es möglich machen, nicht nur Dinge darzustellen →[C29] oder Aufzunehmen →[D2], sondern sie soll zu einer Fernbedienung des öffentlichen Raumes werden. Jeder wird mithilfe dieser App die Struktur auf dem mittleren Streifen →[D11] des Platzes nach eigenen Vorstellungen gestalten können. Die möglichen Handlungsapparate können die Folgenden sein: der aus der vorherigen Phase →[C38] erstellte Katalog von funktionalen und räumlichen Elementen, ein freies Formen oder das Hochladen von eigenen Elementen.

[D20] MARKTAUSBREITUNG

[C7]

[D6]

[D12] APP STEUERT

Eingang Tunnel Eingang U-Bahn

D20

[D2] [D11]

SYMBOLE

Mit der erhöhten Aufenthaltsqualität und guter Zugänglichkeit wird der Platz wieder als öffentlicher Raum genutzt. Ringbahn

[D15]

Der mittlere Streifen wird zu einer steuerbaren →[D12] Struktur umgewandelt, die auf die Wünsche und Anforderungen der Besucherinnen und Besuchern in Echtzeit reagieren kann. Jegliche Form und Funktion soll sofort entstehen können wie etwa eine Freiluftbühne oder eine U-Rampe. Die bisher noch nicht entwickelte Technologie wird es einmal ermöglichen, das Prinzip des von Christopher Dell verwendeten Begriffes „offene Partitur im urbanen Raum umzusetzen. Die Nutzerin oder der Nutzer werden so zu„Raumproduzenten anstatt einfache „Raumkonsumenten zu bleiben.

Den neuen Anforderungen an Intermodalität entsprechend wird ein „Umstieg-Konzept für den Bundesplatz entwickelt. Die Übergänge zwischen den einzelnen Verkehrsmittel, wie Car-Sharing, Fahrrad, S-Bahn und U-Bahn müssen aus diesem Grund optimiert und angepasst werden. →[D1] Das Angebot muss so attraktiv sein, dass der Verzicht auf ein eigenes Auto eine logische Konsequenz der Verkehrspolitik Berlins sein wird. Das gelingt etwa durch einen direkten Umstieg von der Fahrradstation im Tunnel zur U-Bahn.

[D7]

[D19]

[D11] OFFENE PARTITUR

[C36] [C38] [D12]

[A5] [B7] [D4] [D1] [D13]

100

Die Umgestaltung des Platzes wird auf den Ergebnissen der ersten Phase →[C38] der Transformation basieren und gleichzeitig genügend Spielraum für Improvisationen lassen. Die aus der Analyse abgeleiteten prägenden räumlichen Elemente werden rezykliert und so wird eine Kontinuität in der Entwicklung des Ortes gewährleistet: etwa durch Integration der Platzgestaltung aus den 70er →[B4] Jahren oder durch die Aufnahme der nördlichen Kante der Parkfläche als Straßenlinie. →[A3] Die gestalterischen Schichten aus der Vergangenheit werden so erlebbar gemacht. Auf der Platte über der Tunnelrampe wird eine steuerbare Struktur entstehen. →[D11] →[F46]

[D15] INTERMODALER KNOTEPUNKT

60

[C38] [A3] [B4] [D11]

Bundesallee

80

100

D14

60

160 140

Teile des Platzes werden verpachtet und so direkt von den AnwohnerInnen gestaltet. Im Berliner Kontext gibt es schon mehrere Projekte dieser Art, wie z.B. der Kleingarten auf dem Tempelhofer Feld.

120

[B1] [D14]

Markt

120

D16[D3]

Markt

Die neuen Technologien wie Augmented Reality werden in der Zukunft auch den Alltag erobern. Eine mögliche Vision der Zukunft unter dem Link oben zum Anschauen. Umso wichtiger wird es sein, in den Städten stille Orte ohne eindringliche Werbung und ständige Erreichbarkeit zu schaffen. Der Bundesplatz wird zu einer Oase für zwischenmenschliche Begegnungen. Eine internetfreie Zone und räumlicher Ad-Blocker werden für einen ungestörten Aufenthalt sorgen.

80

140

[C42] [D11]

[D20]

[D3] [D11]

40

D17 [C30]

[D20]

D22

[D22] INTERNETFREIE ZONE

20

160

180

180

[D4]

0

20

40

60

80

100

120

140

160

180

200

220

240

260

280

300


1860 [A13] Hobrechtplan

1870 [A5]

[A1][A7] Carstennfigur Ringbahn

1880 [A5]

1890 [A10] Namenwechsel

1900

1910

1920

1930

1940

1950

1960

[B8] [B25] Gebäudeschäden Namenwechsel

[A2] [A3][A4] [A18] Randbebauung Schmuckplatz Winzerin

1970

[B2][B7]

[B5]

[B4][B6] [B13]

1980

[B2][B7]

[B5][B10]

Tunnel

1990 [B18] Mauer

2000

[B19][B21][B15][B17] Verwahrlosung

A100 Das Groß-Berlin-Gesetz Bau Berliner Mauer

E

1

Wiener Börsenkrach [A11]

Erster Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

Kennedys Rede

„Ostverträge“

Teilung Berlins

Doku „Berlin Ecke Bundesplatz“

Türkei Republik Ende der Monarchie in Deutschland

Weltwirtschaftskrise

Erste Mondlandung USA

Kriege im Jugoslawien

2010


2010

2011

2012

2013

[C1] [C2]

[C11] [C27][C19] [C10][C12] [C19] [C25]

2014

2015

2016

[C3] [C4]

[C24]

2017 [C5] [C39]

Mobilitätswendeindex

KFz/24H →(X)

100%

E

2

virtuelle Veränderung

[C33]

0%

UMWELTVERBUND 70%

Modal Split

20__

20__+1

20__+2

20__+3

20__

20__+1

[C34]

TOOLBOX 2 Mobilitätswendeindex

[C29]

20__+2

20__+3

Mobilitätswendeindex

KFz/24H

100%

[C31]

[C33]

[C32]

TOOLBOX 3

100%

[C34]

[C34] [D5] [D11]

MIV 15%

[D31]

0%

UMWELTVERBUND 85%

Modal Split

[D10]

[D17]

[D2]

[D4] [C34]

[D12]

[C34]

KFz/24H

340

[C40]

17000

[C41] [C36]

[C37] [C34]

veränderung adaptiv temporäre intervention

[C28]

[C34]

veränderung temporär

2020

TOOLBOX 1

[C30]

[C27]

MIV 30%

2019

[C7]

[C40]

34000 veränderung stabil

2018

[D6] [D8] [D32]

[D13]

[D16]

[D14]

[D15] 0%

[D13]

[D20]

[D9]

MIV 1%

[D23] [D33]

[D12]

[D22]

UMWELTVERBUND 99%

Modal Split

[D11]


[F3]

[F1]

[F5]

[F6B]

[F6A]

[F10]

[F12]

[F14]

[F17]

[F16]

[F19]

[F20]

[F22]

→[B2] [F7]

→[A3]

→[A5]

→[B9]

[F4]

[F13]

→[A2]

→[B7]

→[A15] [F8]

[F2]

→[B10]

→[B16]

→[B16]

→[B16]

[F18]

[F15]

[F21]

→[B22]

→[B4]

[F9]

[F11]

[F23]

→[A4]

F

1 →[A3]

→[A13]

→[B6]

→[B8]

→[B9]

→[B13]

→[B16]

→[B16]

→[B16]

→[B19]


[F24]

[F25]

[F26]

→[C10]

[F28]

[F32]

[F34]

[F35]

→[C10]

[F37]

→[C35]

[F27]

[F38]

→[C37]

[F39]

[F41]

[F43]

[F44]

[F46]

→[C37]

[F36]

→[C4] [F29]

→[C15] [F33]

[F30]

→[C14]

→[D7]

→[D7]

[F45]

→[C20]

→[C33]

[F31]

→[C42]

[F40]

[F42]

→[C3]

F

2 →[C2]

→[C3]

→[C21]

→[C33]

→[C28]

→[D2]

→[D13]

→[D7]

→[D14]


Lob


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