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Ist unsere Jugend gewalttätig? zu nutzen. Das gesellschaftliche System mit seinem Filz wurde massiv kritisiert, der Begriff „Autorität“ wurde negativ besetzt. Daraus erwuchsen antiautoritäre oder „demokratische“ Erziehungsstile. Es gab Experimente, Kinder auch ohne elterlichen Einfluss groß werden zu lassen, um erst gar keine autoritäre Struktur entstehen zu lassen. Eine extrem radikale Ansicht sah in elterlicher Erziehung nur Nachteile für die Entfaltung der Kinder. Es wurde gar behauptet, Kindern müsse man nicht beibringen, wie sie sich zu benehmen hätten. Auch wenn viele damalige Eltern die radikalen Ideen nicht einfach übernahmen, die Gedanken zeigten dennoch ihre Wirkung. In vielen Familien wurden die Begriffe „Mutter“ und „Vater“ abgeschafft. Kinder sollten sich selbst entfalten können und ein gleichberechtigtes und mündiges Mitglied in der Familie und in der Gesellschaft sein. Sie wurden schon von klein auf vor Entscheidungen gestellt, die sie einfach überfordern mussten. Eltern trauten ihrer Führungs- und Erziehungsrolle nicht mehr. Die Folge war eine Verunsicherung, nicht nur bei den Kindern und deren Eltern, sondern auch in der Schule. Bestehende, bewährte pädagogische Konzepte wurden abgeschafft und immer wieder durch neue ersetzt, die sich früher oder später alle als unbefriedigend erwiesen. Das alles wuchs sich zu einer ernsten Krise der Erziehung aus, mit orientierungslosen Lehrern und unerzogenen Kindern. Die Vordenker und Befürworter dieser antiautoritären Erziehung ließen bei ihren Überlegungen jedoch grundlegende entwicklungspsychologische Kenntnisse außer Acht. Kinder benötigen in der Anfangsphase ihres Lebens nicht nur Liebe und Fürsorge, sondern auch Führung, die Grenzen setzt. Sie benötigen gute Vorbilder mit einer natürlichen persönlichen Autorität, an denen sie sich orientieren und manchmal auch reiben können. Kinder kopieren ihre Eltern und das nicht nur, wenn sie klein sind. Sie übernehmen einen Teil der Wertevorstellungen und des Verhaltens der Eltern. Kinder und Jugendliche registrieren, ob in ihrer Familie Gefühle gezeigt werden, ob Probleme in Alkohol ertränkt oder

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BDK - Jugendgewalt  

Mit der Broschüre "Jugendgewalt" informiert sie der BDK über eines der kriminalpräventiven Themen, die in den vergangenen Wochen und Monaten...

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