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Mobbing eine Analyse Was bezeichnen wir als Mobbing? Mobbing als Gewaltphänomen ist in den letzten Jahren immer bekannter geworden. Wenn sich Gruppen von Menschen über einen längeren Zeitraum in einem sozialen System wie dem Arbeitsplatz oder der Schule miteinander arrangieren, können sich Mobbingstrukturen bilden. Mobbing kann jeden treffen. Was genau verbirgt sich jedoch dahinter? Und welche Risikofaktoren gibt es?

Jasmin Gust Diplom-Psychologin Hagen

Mobbing zu definieren ist schwierig, es gilt: Nicht jede Gewalt ist Mobbing, aber Mobbing ist immer Gewalt. So ist auch ein Streit zwischen zwei Leuten keinesfalls Mobbing. Es ist aber durch eine eindeutige Struktur definiert, bei der eine Person (Opfer) einem Täter oder einer Gruppe von Tätern (Mitläufern) hilflos gegenübersteht. Hier zeigt sich ein deutliches Kräfteungleichgewicht. Mobbing erstreckt sich immer über einen längeren Zeitraum von Wochen oder Monaten. Der Zeitfaktor spielt eine wichtige Rolle. Ein Konflikt, der z. B. seit einer Woche besteht, ist noch kein Mobbing. Die Häufigkeit der Übergriffe ist ein weiteres Kriterium. Nach Olweus (D. Olweus, „Gewalt an der Schule“, 2006, 4. Aufl., Bern, Hans Huber) kommen Übergriffe, die ein Opfer betreffen, mindestens einmal pro Woche oder häufiger vor. Das Opfer hat keine Möglichkeit, den Konflikt aus eigener Kraft zu lösen. Die Hilflosigkeit des Opfers ist somit ein wichtiger Schlüsselpunkt bei der Identifikation einer Mobbingstruktur. Mobbing beginnt oft verbal mit Beschimpfungen, Beleidigungen, Herabwürdigungen des Opfers und kann mit ansteigender Tendenz bis hin zu schweren körperlichen Misshandungen/Übergriffen weitergehen. Der ansteigende

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BDK - Jugendgewalt  

Mit der Broschüre "Jugendgewalt" informiert sie der BDK über eines der kriminalpräventiven Themen, die in den vergangenen Wochen und Monaten...

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