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3/2005

21 MILLIONEN HARRY-POTTERBÄNDE wurden bislang verkauft – allein in Deutschland! Weltweit sind es übrigens 260 Millionen Exemplare in bisher 61 Sprachen. Tendenz steigend.

+ Henning Mankell

+ Amelie Fried

Denn am 1. Oktober erscheint „HP VI“ auf Deutsch. Der Zauberlehrling wird auf rund 600 Seiten sein voraussichtlich vorletztes Abenteuer bestehen – Fortsetzung folgt.

+ Sommerlesevergnügen

ELKE HEIDENREICH Frauen, die lesen, sind gefährlich

Eine Frau, die liest, träumt sich weg in andere Verhältnisse. Zudem macht Lesen klug. Und kluge Frauen sind gar nicht mehr leicht zu handhaben.“

+ Fantasy


Versandkostenfrei bestellen unter www.hugendubel.de ab 20,- 造 deutschlandweit


© J. Wassmuth / SV Bilderdienst

Zum Tod von Heinrich Hugendubel

Heinrich Hugendubel starb im Alter von 68 Jahren am 7. April 2005 in München. Mit dem Tod von Heinrich Hugendubel verliert die Buchhandlung Hugendubel einen einzigartigen Menschen, Unternehmer und Visionär, der bei allem Einsatz für das Unternehmen nie das Wohl seiner Mitarbeiter aus den Augen verlor. Heinrich Hugendubel wurde 1936 als Sohn des Buchhändlers und Verlegers Dr. Paul Hugendubel in München geboren. Er studierte Germanistik, Romanistik, Philosophie, Zeitungswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre in München und Paris und absolvierte eine Buchhändlerlehre in der elterlichen Firma. 1964 trat er in die Geschäftsleitung der Buchhandlung ein, die sein Urgroßvater 1893 am Münchner Salvatorplatz gegründet hatte. In den folgenden Jahrzehnten baute Heinrich Hugendubel das Familienunternehmen mit großem unternehmerischen Sachverstand, außergewöhnlicher Innovationskraft und einem besonderen Gespür für die Anforderungen des Buchmarkts zu einem der führenden Unternehmen aus. Heinrich Hugendubels Vision von der „Demokratisierung des Buches“ wurde 1979 im Herzen Münchens am Marien-

platz Wirklichkeit. Die für damalige Verhältnisse endlos erscheinende Anzahl an Titeln und die Geburtsstunde der Leseinseln dokumentierten seine Idee, Bücher den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes näher zu bringen. Das klare Bekenntnis zum Buch fand auch Ausdruck im vielfältigen ehrenamtlichen Engagement Heinrich Hugendubels für die von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägte Buchbranche. Zum Verleger wurde er schon 1973 mit der Wiederaufnahme der Buchproduktion im Heinrich Hugendubel Verlag. Gemeinsam mit „Weltbild“ gründete Heinrich Hugendubel das Handelskonzept „Weltbild plus“ und kam insbesondere in kleinen Städten und in Einkaufscentern Familien mit einem ausgewählten Angebot an populären

Büchern, Ratgebern, Spielen und Neuen Medien entgegen. Als Dank und Anerkennung seiner zahlreichen Verdienste wurde Heinrich Hugendubel u.a. mit dem Ehrentitel „Buchhändler des Jahrhunderts“ und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am 1. Januar 2003 ging einer der größten Wünsche Heinrich Hugendubels in Erfüllung. Damals traten seine beiden Kinder Nina Hugendubel und Dr. Maximilian Hugendubel in die Geschäftsführung der Buchhandlung Hugendubel ein und führen seitdem das Familienunternehmen in der fünften Generation und auf dem Fundament der unternehmerischen und menschlichen Werte ihres Vaters Heinrich Hugendubel weiter.


Ein neuer Fall für Kay Scarpetta. Patricia Cornwell wieder in Hochform.

büchermenschen Inhalt # 3/2005

Patricia Cornwell Staub. Roman 432 Seiten, gebunden 23,- R / ISBN 3-455-0100-4 Auch als Hörbuch erhältlich

© Gamberi / PA / Picture Alliance

06 Gefährliche Frauen ELKE HEIDENREICH ÜBER die Verführung zum Lesen

10 Geheimnisse der Liebe FRANÇOIS LELORD UND Hector finden große Gefühle

12 Taschenbuch-Verführung DER GROSSE LESESOMMER mit Empfehlungen unserer Buchhändler

+ 08 Henning Mankell DEM BÖSEN GEHT der beliebte Bestsellerautor auf den Grund. Sein neuer Roman „Tiefe“ begeistert auch literarisch anspruchsvolle Leser. © Marcello Mencarini / Gazia Neri / Agentur Focus

Titelbild: Peter Severin Kroyer (Ausschnitt)

+ 11 Amelie Fried + 14 Eoin Colfer + 17 Thomas Mann + 20 Marianne Koch

15 Agatha-Christie-Krimipreis SCHREIBEN SIE MIT und gewinnen Sie tolle Preise

22 Viva Fantasy GROSSE ABENTEUER FÜR junge und junggebliebene Leser

26 Urlaubsreif? MEHR VOM URLAUB mit unseren Reiseführertips

28 1933 / 1945 / 1989 STEFAN AUST, FRANK Schirrmacher & Michael Kloft im Gespräch

+ 18 Paulo Coelho GOLDENE SCHALLPLATTE FÜR die Hörbücher des Kultautors. Sprecher Markus Hoffmann im Interview und ein tolles Gewinnspiel für Sie.

| Hoffmann und Campe |

30 Impressum & Co. DIE „BÜCHERMÄNNCHEN“, EINE letzte Frage und ein Überblick


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Kaufmann in Venedig VEREHRTES RÄTSELPUBLIKUM! DIESMAL schlagen wir mit Ihnen ein Kapitel

klassischer Literatur auf. Die Spurenlese führt in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und zu einem ganz Großen. Der Finderlohn kann sich ebenfalls sehen lassen: Freuen Sie sich auf drei Buchpakete mit ausgewählten Titeln aus seiner verlegerischen Heimat S. Fischer. Er soll akribisch jeden Tag eine Seite geschrieben haben. Die Rede ist vom wohl brillantesten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der es komisch fand, daß man Autoren zu Genies erklärt. Geboren 1875 als Senatorensohn in Lübeck, verfaßt er schon als Schüler Prosaskizzen und Aufsätze. Gesegnet mit mehr als nur bloßem Talent, landet „der Zauberer“ im Alter von 26 Jahren den ersten Geniestreich. Sein Erstlingsroman über den Aufstieg und Fall einer hanseatischen Kaufmannsfamilie bringt ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur ein. Seit 1933 lebt er als Exilant, erst in der Schweiz, dann in den USA, deren Staatsbürger er 1944 wird. Viele Jahre politisch eher ausweichend, artikuliert er sich im Exil klar ablehnend gegen NS-Deutsch-

© Thea Goldmann

Gesucht: Der Mensch hinterm Bild

So schreibt ein Gentleman und Literaturnobelpreisträger

EINSENDESCHLUSS: Bitte schreiben Sie den Vor- und Zunamen der gesuchten Person deutlich auf eine ausreichend frankierte Postkarte mit Ihrem Absender und senden Sie diese bis 1. September 2005 (Poststempel gilt) an: Buchhandlung Heinrich Hugendubel, Stichwort büchermenschen, Postfach, D–80327 München.

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Was ist die Zeit?“

land. In seinem umfangreichen Werk stellt der mit literarischen Meriten überschüttete „Hochstapler“ und „Erwählte“ die Kunst an sich unerreicht elegant ins Rampenlicht. Am 12. August 1955 stirbt er in Zürich. Im letzten Heft war Susanne Fröhlich unser gesuchter „büchermensch“. Die Gewinner wurden bereits schriftlich benachrichtigt. Vielen Dank für Ihre zahlreichen Zuschriften! 1. Preis: Hermann Oertel, Chemnitz 2. Preis: Ute Weißenberger, Marktheidenfeld 3. Preis: Anne Grünhagen, München

GEWINNEN SIE DREI BUCHPAKETE VOM S. FISCHER VERLAG: DER GESCHENKGUTSCHEIN der Buchhandlung Hugendubel ist ein wahrlich schmuckes Wertpapier! Er steigert die Vorfreude auf grenzenloses Lesevergnügen. Einlösen können Sie ihn in jeder Hugendubel-Buchhandlung – selbstverständlich auch auf Raten! Sollten Sie keinen Hugendubel-Geschenkgutschein gewonnen haben, so können Sie dennoch jederzeit einen erwerben. Den Wert legen Sie selbst individuell fest.

1. Preis im Wert von rund 75,- € 2. Preis im Wert von rund 50,- € 3. Preis im Wert von rund 25,- € TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Mitmachen kann jeder „büchermensch“ – mit Ausnahme der Mitarbeiter der Redaktion und der Buchhandlung Hugendubel. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 5 | büchermenschen


Elke Heidenreich über gefährliche

© Jörg Carstensen / picture-alliance / dpa

Was Frauen zum Lesen verführt und

Lesen als Lebenselixier: Elke Heidenreich

:

INTERVIEW

ELKE HEIDENREICH HAT eine bislang un-

bekannte Leidenschaft: Die ZDF-Moderatorin von „Lesen!“ sammelt Bilder von lesenden Frauen. Im jungen, engagierten Verlag

VOM MITTELALTER BIS zur Gegenwart, von Rembrandt bis Münter – nichts als Frauen, die lesen: Bequem auf der Chaiselongue, nackt im Gras oder konzentriert in einem Sessel. Bilder und Fotografien von Leserinnen, wobei der Schwerpunkt auf Motiven des 19. und 20. Jahrhunderts liegt – von bekannten wie noch zu entdeckenden Künstlern – sie laden zu einem sinnlichen Spaziergang durch ein imaginäres Museum ein. Rund 100 Farbabbildungen lassen erahnen, warum lesende Frauen nicht nur sehr interessant, sondern auch gefährlich sind. Die kongenialen Anmerkungen des Autors Stefan Bollmann zu seiner Auswahl machen diesen Geschenkband Stefan Bollmann: „Frauen, die lesen, zur lesenswerten kleisind gefährlich“ Elisabeth Sandmann Verlag, nen Kunstgeschichte. 19,95 €

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von Elisabeth Sandmann erschien gerade der wunderschöne Bildband „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ mit ihrem Vorwort. Im Exklusivinterview verriet uns Elke Heidenreich, warum sich insbesondere Frauen von Büchern verführen lassen.

> Frau Heidenreich, Sie sammeln Bilder von lesenden Frauen. Wie kam das? < Die Sammlung ist per Zufall entstanden. Ich habe irgendwann eine Postkarte gesehen mit einer lesenden Frau. Ich fand das so schön und hatte sie lange auf meinem Schreibtisch stehen. Von da an fielen mir immer neue Kunstpostkarten in die Hände mit diesem Motiv. > Haben Sie ein Lieblingsbild? < Mein schönstes Bild ist ein Original, das ich auf der Art Cologne entdeckt habe. Es hat mich so berührt, daß ich Tränen in den Augen hatte, als ich es sah. Damals war es nach meiner Krebserkrankung sehr dunkel um mich herum und ich dachte: Diese Frau auf dem Bild, das bin ich. Sie saß in der Nacht am Fenster und wirkte auf mich, als würde sie um ihr Leben lesen. Aber weit hinten am Horizont des Bildes war Licht zu sehen. Also, wenn sie noch 40 Seiten durchhält, dachte ich, dann ist es hell. Genauso fühlte ich mich damals. Dann habe

ich das Bild sofort gekauft. Der Maler heißt Harald Metzkes und stammt aus der ehemaligen DDR. > Was fasziniert die Künstler am Motiv der lesenden Frau? < Ein gängiges Motiv ist die Lesende spätestens ab dem 17., frühen 18. Jahrhundert, als Frauen überhaupt Zugang zu Bildung bekamen. Es waren ja erst mal nur reiche Frauen, die Herrschaften, die sich das Lesen leisten konnten, weil sie dank ihrer gelehrten Männer auch Bücher im Haus hatten. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts lesen schon die Dienstmädchen bei Petroleumlampen in ihren Zimmern. Das alles hat die Maler und später dann auch die Fotografen fasziniert. Es gibt zum Beispiel ein wunderbares Foto von Eve Arnold. Darauf ist Marilyn Monroe zu sehen, die ganz in ein Buch versunken zu sein scheint. Man weiß: Sie liest den Ulysses von James Joyce! Besser gesagt, sie quält sich durch das Buch und man möchte ihr zurufen: Leg es weg, du mußt das nicht lesen, das ist wichtig für die Literatur, aber nicht für dich! Also ich hätte ihr das jedenfalls gerne erspart und hätte sie anders beraten. > Das Gros der Buchkäufer sind Frauen. Wie erklären Sie sich den weiblichen Hang zum Wort? < Das hat mit dem weiblichen Zugang zur Welt zu tun. Männer sind völlig zielstrebig auf Beruf und Karriere ausgerichtet. Es wird ja immer beklagt, daß immer noch zu wenig Frauen in den Chefetagen oder in führenden Positionen sitzen. Das liegt – zumindest in unseren Breiten – schon lange nicht mehr daran, daß Männer uns da un-

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… als würde diese Frau um ihr Leben lesen“

terdrücken würden. Das liegt daran, daß wir andere Interessen haben und mehr erwarten vom Leben. Die meisten Frauen wollen nicht nur einen Beruf, sie wünschen sich Familie, wollen Kinder kriegen und sie verstehen, wollen die Welt verstehen und wis-


Frauen was auch Männer davon haben

geln, ich würde den Job nicht wollen. Mir ist mein privates Leben immer wichtiger. Und das geht vielen Frauen so. Wir sind dazu da, die Herren aus Eisen in den Chefetagen zu korrigieren, daß sie nicht völlig versteinern, und ihnen vielleicht auch beizubringen, daß Macht nicht alles, sondern daß Bildung viel wichtiger ist. Dafür sind wir seit Jahrhunderten zuständig. Männer haben uns Bildung ja lange Zeit vorenthalten, aber seit wir sie uns erobert haben, nutzen wir sie und sind auch verantwortlich dafür. Ich habe immer meine Männer und Freunde zum Lesen angehalten. Hauptsache, sie lesen wenigstens hin und wieder etwas anderes als „Auto, Motor, Sport“. Wenn sie gar nicht auf uns hören, dann muß man sie eben verlassen.

Elke Heidenreich empfiehlt:

Ausschnitt aus „Stille“ von James Jacques Tissot

> Sind Frauen, die lesen, wirklich gefährlich? < Aber ja! Früher waren Nadel und Faden in den Einband der Bücher eingearbeitet, um die Frau daran zu erinnern, was ihre eigentliche Aufgabe ist: den Haushalt zu machen und zu nähen. Eine Frau, die liest, träumt sich weg in andere Verhältnisse – man denke nur an Emma Bovary. Darüber hinaus macht Lesen klug. Und kluge Frauen sind gar nicht mehr leicht zu handhaben. Sie sind selbstbewußt und wissen, wo ihr Platz ist in der Welt. Und dann sind sie nicht ungefährlich. Schauen Sie sich zum Beispiel die resolute Frau auf dem Titelbild an, die diese gelben französischen Klassikerausgaben neben sich liegen hat. Sie hat vielleicht gerade Voltaire gelesen und denkt: Was werden wir veräppelt, wir Frauen. Auf den ersten besten Deppen, der sie wieder an den Herd bringen will, wird sie mit ihrem Schirm losgehen. > Wie haben Sie gelernt, gute von weniger guten Büchern zu unterscheiden? < Literarische Qualität erkennt man nur aufgrund von Erfahrung. Es gibt Bücher, die liest man einfach und die sind dann erledigt. Und es gibt Bücher, die bleiben einem das ganze Leben lang: Alice im Wunderland gehört für mich dazu und Pinocchio. Das ist große Literatur. Das weiß man mit acht oder neun Jahren nicht, aber das weiß man später. Und deswegen ist es erst mal ganz egal, was Kinder lesen. Ein Buch kann einen Menschen nicht verderben. Sie sollen einfach überhaupt anfangen zu lesen. Die Kriterien zur Beurteilung kommen später.

Lesezeichen

© aus: “Frauen, die lesen ...”

sen, wie es sonstwo auf der Welt zugeht. All das steht in Büchern. Deswegen lesen Frauen so gerne und so viel. > Wollen Sie damit sagen, wir sollen die Chefetagen den Männern überlassen und lieber mehr lesen? < Frauen, die Führungspositionen anstreben, sollen das tun. Angela Merkel will es und macht es. Mich könnte man prü-

Verzweifelt menschlich Nick Flynn: „Bullshit Nights“ Mare, 18,- €

Buch aus Büchern Jorge Bucay: „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ Ammann, 18,90 €

„ES IST SEHR schwer, tapfer zu sein, wenn man nur ein sehr kleines Tier ist.“ Der Satz des Ferkels aus „Pu, der Bär“ gilt ganz besonders für den noch jungen „Elisabeth Sandmann Verlag“. Mutig und tapfer startete die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Sandmann im Herbst 2004 von München mit vier Neuerscheinungen unter dem Motto „Bücher für Entdecker“, die besonders durch ihre anspruchsvollen Illustrationen E. Sandmann und Texte, u.a. von Cees Nooteboom und Wim Wenders, auffielen. „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ hat mittlerweile den Sprung auf die „Focus“-Bestsellerliste geschafft.

> Wird das Lesen von den neuen Medien bedroht? < Kein Mensch surft im Internet und liest da ein Buch. Also ich sehe die vielbeschworene Krise des Lesens nicht. Allein in Deutschland gibt es 80.000 Neuerscheinungen im Jahr, und die meisten finden ja ihre Leser. Was man allerdings nicht oft genug betonen kann: Wenn ein Kind seine Eltern nie still mit einem Buch in der Ecke sitzen sieht, wird es das auch nicht tun. Man muß zeigen, daß das zu respektieren ist wie eine Art Arbeit. So wie man Kinder beim Spielen nicht stört oder eine schlafende Katze nicht stört, so stört man einen lesenden Menschen nicht.

Nobelpreis-Poesie Wisława Szymborska: „Hundert Freuden“ Suhrkamp TB, 9,- €

Scharf beobachtet Dorothy Parker: „New Yorker Geschichten“ 2 CDs, Starke Stimmen Audio Verlag, 9,95 €

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Henning Mankell geht dem Bösen :

Warum sein neuer Bestseller

REPORTAGE

nem jüngst erschienenen Roman „Tiefe“ auf völlig neues Terrain begeben: Kein Krimi mit Kommissar Wallander und auch kein Afrika-Roman, sondern ein atmosphärisch packendes Werk über die Tiefen des Meeres und der menschlichen Seele. Irene Binal ging diesem vielseitigen Autor und seinem hohen literarischen Anspruch auf den Grund. Ein Seevermessungsingenieur auf der Suche nach dem Ende der bodenlos erscheinenden Tiefe der Meere, ein Mann zwischen zwei Frauen, gepeinigt von seinen Gefühlen und getrieben von einer düsteren Sehnsucht, die er nicht recht zu benennen imstande ist: Mit den Romanen um Kommissar Wallander hat das neue Buch von Henning Mankell kaum mehr etwas gemeinsam. Statt im Rahmen einer Krimihandlung offenherzig Sozialkritik zu üben, schlüpft der Autor dieses Mal direkt in die Haut seines Protagonisten, eines Marineoffizieres, der den Auftrag hat, in den Stockholmer Schären neue

HENNING MANKELL WURDE am 3. Februar 1948 in Schweden geboren. Seit Ende der 60er Jahre arbeitet er als Schriftsteller und Regisseur. Sein Leben veränderte sich durch einen Aufenthalt in Afrika 1972, dem viele weitere folgen. Es entstehen sozialkritische Theaterstükke und sein erster Roman „Das Gefangenenlager, das verschwand“. 1985 hilft Mankell bei der Gründung des „Teatro Avenida“ in Mosambik; noch heute ist er dort Intendant und lebt seither die eine Hälfte des Jahres in Südschweden, die andere in Maputo/Mosambik. 1990 begann der Siegeszug der weltberühmten Krimis um Kommissar Wallander.

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© Basso Cannarsa / Grazia Neri / Agentur Focus

HENNING MANKELL HAT sich mit sei-

Daheim in Schweden, in Mosambik und am Meer: Henning Mankell

Fahrwasser auszuloten. Es ist die Zeit des Ersten Weltkrieges. Lars Tobiasson-Svartman soll neue Wege für Schiffe erschließen, sie um Klippen und flache Gewässer

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Ich suche nach neuen Klängen“ herumführen. Gleichzeitig aber sucht er nach einer Tiefe, die er mit seinen Gerätschaften nicht messen kann, nach einer Tiefe ohne Grund, so unauslotbar wie sein eigenes Inneres. Schon zu Beginn des Buches wird klar, daß dies kein „typischer Mankell“ ist. „Ich suche immer nach neuen Sprachen, neuen Klängen“, sagt der Autor, und in „Tiefe“ hat er Klänge gefunden, die man bisher von ihm nicht kannte. Allerdings bleibt er seiner eigenen Vorgabe dennoch treu. Wohl müsse ein Schriftsteller verschiedene Sprachen in sich tragen, meint er, aber „der Leser sollte immer in der Lage sein, die Sprache als eine genau dieses Autors zu identifizieren.“ Und identifizierbar bleibt er, auch wenn er sich dieses Mal poetischer und abgründiger zeigt und

der Pragmatismus seiner bisherigen Bücher einem dunkel-geheimnisvollen Raunen gewichen ist. Mit Sätzen wie „Das Lot atmete. Der Atem war weiß“ präsentiert Mankell sich abstrakter als bisher, aber nichtsdestoweniger erkennbar. Auch der Autor hat in seinem neuen Roman Tiefen ausgelotet, Tiefen des Schreibens und Tiefen der Psyche. Da ist es kaum ein Wunder, daß Henning Mankell seinen Kommissar Wallander mittlerweile endgültig in den Ruhestand verabschiedet hat. „Man sollte aufhören, bevor die Leser merken, daß man einer Sache müde geworden ist“, begründet er diesen Schritt. „Wallander geht weiter zur Arbeit, doch ich schreibe nicht mehr über ihn.“ Tatsächlich hat sich Mankell stilistisch wie auch inhaltlich von seinem berühmten Ermittler entfernt. Wohl betrachtet er noch immer „die Menschheit durch den Spiegel des Verbrechens“, aber dieser Spiegel ist dunkler, schärfer und tiefgründiger geworden, Henning Mankells ohnehin düstere Phantasie zeigt sich dieses Mal noch düsterer und abstrakter. „Ich


auf den Grund „Tiefe“ atemlos spannend und doch kein Krimi ist habe sehr früh in meinem Leben begriffen, daß die Phantasie eine gewaltige Kraft ist“, sagt Mankell. „Als Kind habe ich Phantasiegestalten erfunden, mit denen ich gespielt und mich unterhalten habe. Das hat mir geholfen, bestimmte Perioden meiner Kindheit zu überstehen.

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Die Phantasie ist eine gewaltige Kraft“

Seither weiß ich, daß die Phantasie sogar dabei hilft, zu überleben.“ Manchmal aber eben nicht, und auch dessen ist sich Mankell bewußt, wenn er seinen Protagonisten Lars TobiassonSvartman in die Abgründe der eigenen Vorstellungskraft jagt und daraus – hier erkennt man endlich ein bißchen den altvertrauten Mankell – Gewalt und Mord resultieren. Ein Mord freilich, der sich außerhalb der Gesellschaft abspielt, auf einer abgelegenen Schäre, auf der nur eine Frau namens Sara Fredrika lebt. Lars Tobiasson-Svartman verliebt sich sofort in Sara. Wieder daheim in Stockholm ersinnt er eine List, um zu ihr zurückkehren zu können. Er täuscht seine Frau Kristina Tacker, seine Vorgesetzten und seine Freunde, nur um zu entdecken, daß Sara nicht mehr alleine ist: Sie hat einen deutschen Deserteur aufgenommen, und dieses Szenario

bringt in Lars Tobiasson-Svartman gerade jene bodenlose Tiefe zum Vorschein, die er so lange gesucht hat: Nach all seinen Lügen ist der Schritt zur offenen Gewalt, zum Mord, nur mehr ein kleiner. Seine Untaten bringen dem Marineoffizier jedoch kein Glück. Der Mörder muß sich dieses Mal zwar vor keinem Gericht verantworten, aber ungestraft kommt er trotzdem nicht davon. So ist Mankells neuester Roman auf den zweiten Blick doch nicht so weit von seinen Vorgängern entfernt. Es gehe ihm in seinem Schreiben immer um die Frage, welche Gesellschaft man denn eigentlich wolle, sagt Henning Mankell: „Eine Gesellschaft, die auf Solidarität beruht oder auf dem Gegenteil. Ich glaube, mein ganzes Schreiben wie auch mein Leben basieren auf dieser Frage.“ In „Tiefe“ hat er sich dieser Frage von der anderen Seite her angenähert, hat die Handlung quasi außerhalb der Gesellschaft angesiedelt und doch wieder eine Moral gefunden,

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Was finde ich, wenn ich tief in menschliche Abgründe blicke?“

die mit jener seiner bisherigen Bücher konform geht – wenn auch in einer anderen Dimension des Schreibens, in der nicht zuletzt die Poesie der Sprache eine weit größere Rolle spielt. Fast scheint es, als habe Henning Mankell seine bisherige Arbeit in „Tiefe“ zusammengefasst: „Es hat mich immer schon interessiert, sehr tief in diese menschlichen Abgründe hinabzublikken und zu fragen: Was finde ich dort?“ Nun haben sich diese Abgründe manifestiert, in einem Mann, der, wie Mankell sagt, „überhaupt nicht zu seinen Gefüh-

len steht“: „Es ist zwar eine ganz andere Geschichte als jene, die ich bisher erzählt habe. Aber ich meine schon, das ist eine Geschichte, die ich schreiben kann.“ Er hat bewiesen, daß er es kann, hat den Schritt vom Kriminalroman zum beinahe strindbergschen Psychogramm scheinbar mühelos gemeistert – ein Schritt, den man von ihm in dieser Perfektion kaum erwartet hätte. Bleibt nur die Frage, ob dieser neue Henning Mankell überhaupt zum Genre des Kriminalromans zurückkehren kann. Er wisse noch nicht, wann

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Es ist gut, wenn ich meine Leser überrasche“

er wieder ein Buch mit Wallanders Tochter Linda schreiben werde, sagt Mankell. Aber vielleicht verblüfft er seine Lesergemeinde ja wieder einmal aufs Neue – denn wie er selbst sagt: „Es ist gut, wenn ich meine Leser überrasche.“

DER ERSTE WELTKRIEG zieht auf, als der verheiratete Seevermessungsingenieur Lars Tobiasson-Svartman für die schwedische Marine beginnt, neue Fahrwasser in den Stockholmer Schären auszuloten. Jene Inseln vor Schwedens Küste sind bis zu einige Quadratkilometer groß – auf einer der äußeren Schären trifft er auf die einsam lebende Frau Sara Fredrika. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Lars’ Leben gerät aus dem Lot. Er, der sich so gut aufs Abstandhalten versteht, ersinnt einen dreisten Plan, um zu seiner Geliebten zurückkehren zu können. Am Ende kennen die Tiefe seiner Seele und seine Bereitschaft zur Gewalt keinen BoHenning Mankell: „Tiefe“ den mehr. Zsolnay, 21,50 €

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Geheimnisse der Liebe François Lelord, Hector und die Magie des Herzens INTERVIEW

MIT „HECTOR UND die Suche nach

dem Glück“ landete der französische Psychologe François Lelord einen Überraschungsbestseller, von dem Elke Heidenreich sagte: „Wenn Sie dieses Buch gelesen haben – ich schwöre es Ihnen – sind Sie glücklich.“ Jetzt dürfen wir unsterblich verliebt sein, denn es geht in seinem neuen Roman um nichts Geringeres als die Magie des Herzens.

> Ihr erstes Buch handelt vom Glück. Kann man sagen, daß „Hector“ so etwas wie eine Fortsetzung ist, weil es keine Liebe ohne Glück gibt? < Wenn man die Geschichte betrachtet, ist es keine Fortsetzung, aber ich denke auch, daß es eine Verbindung zwischen den beiden Themen gibt. Außerdem sind die Personen in beiden Büchern dieselben. Ich vergleiche das mit Tintin (Anmerkung: Tintin ist die französische Comicfigur Tim aus „Tim und Struppi“), bei dem die meisten Alben sehr gut für sich gelesen werden können, auch wenn man immer wieder auf die gleichen Personen stößt. > Ist Hector Ihr Alter Ego? < Hector ähnelt mir sicherlich. Er ist Psychiater und er reist viel, wie ich, und vielleicht teilen wir auch eine gewisse Art und Weise, die Dinge zu betrachten. Andererseits ist er jünger als ich – zwischen 30 und 40 Jahren – und er arbeitet weiterhin als Psychiater; er träumt nicht davon, Schriftsteller zu werden. > Wie kommt es, daß ein angesehener Psychologe, Kolumnist und Unternehmensberater damit beginnt, Bücher über Selbstachtung, Glück und die Liebe zu schreiben? < Das sind die wichtigsten Themenkreise in unserer abendländischen Gesellschaft, in der der Einzelne viel mehr Freiheiten hat als früher – die Freiheit, sei10 | büchermenschen

© Thomas Lehmann

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Einfach glücklich: François Lelord

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nen Beruf zu wählen und zu versuchen, darin erfolgreich zu sein, die Freiheit,

Wie erhält man Liebe?“

einen Menschen zu finden und auszuwählen, den man lieben kann. Es wird immer wichtiger, sich selbst zu schätzen und zu wissen, wie man Liebe erweckt oder erhält. Wenn althergebrachte Werte, etwa Pflichtbewußtsein oder Respekt vor der Tradition, nach und nach von der persönlichen Selbstverwirklichung verdrängt werden, wird die Sorge um das eigene Glück zum zentralen Thema. > Liebe, Intrigen und verdächtige Geschäfte: In Ihrem neuen Buch suchen Konzernchefs nach einem Liebeselixier, das dauerhafte Gefühle garantiert. Was halten Sie von dieser Zukunftsvision, derartige Geschäfte mit der Liebe zu machen? < Hector entdeckt, daß es viele Untersuchungen über die Biologie der Liebe gibt. Folglich leiden Hectors Patienten, wie wir auch, oft darunter, daß sie sich in jemanden verliebt haben, der nicht zu

ihnen paßt. Oder sie werden krank davon, sich nicht in jemanden verlieben zu können, mit dem sie sich sehr gut verstehen. Ein solches Elixier könnte all diese Probleme beseitigen. Aber was ist mit der Freiheit und der Würde des Menschen? Auf seiner Reise findet Hector die Antworten auf diese Fragen, die sich morgen stellen könnten. > Graham Greene hat sich die Möglichkeit gewünscht, zu lieben ohne zu leiden. Glauben Sie, daß die Liebe untrennbar ist vom Leid? < Es kommt nicht oft vor, aber es gibt glückliche Liebesgeschichten, wenigstens während einer gewissen Zeit. Und natürlich gibt es Menschen, die einander ihr ganzes Leben lang lieben. Aber selbst in dieser wunderbaren Situation weiß man, daß man eines Tages unter dem Verschwinden des anderen leiden wird … Von diesem Standpunkt aus betrachtet gibt es keine Leidenschaft ohne Leid, aber die Liebe ist eine so wunderbare Erfahrung, daß wir immer bereit sind, uns ihr hinzugeben, welchen Preis wir auch dafür zahlen müssen.

GLÜCKLICHER HECTOR – KAUM hat er die Zutaten fürs wahre Glück gefunden, darf er jetzt die Ware Liebe erforschen! Für ein profitgieriges Pharmaunternehmen verfolgt Hector den verrückt-genialen Professor Cormoran. Dieser forscht an einer Substanz, für die alle Beziehungszweifler ihr letztes Hemd hergeben würden. Und – welch glückliche Fügung – Hector und die schöne Vayla werden zum Selbsttest gebeten! Was überaus erfreuliche Nebenwirkungen hat und dem jungen Psychiater aus Frankreich Gelegenheit gibt, der Liebe François Lelord: auf den Grund zu gehen. „Hector und die Geheimnisse der Liebe“ Piper, 16,90 €


Liebe, die Leiden schafft Amelie Frieds neuer Roman über große Gefühle

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INTERVIEW

Moderatorin. Noch bekannter ist sie inzwischen als Autorin von Bestsellern wie „Traumfrau mit Nebenwirkungen“, „Der Mann von nebenan“ und ihren zahlreichen Kinderbüchern. Anläßlich ihres neuen Romanes „Rosannas Tochter“ unterhielten wir uns mit ihr über das letzte große Geheimnis: die Liebe.

> Frau Fried, Respekt – wie schaffen Sie es, in so kurzer Zeit so viele erfolgreiche Bücher zu schreiben? < Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, zu schreiben. Ich bin neugierig auf die Erfahrungen, die ich selbst beim Schreiben mache, und inzwischen ist es auch mein Beruf. Aber es ist natürlich vor allem die große Lust am Schreiben, die mich motiviert. > Sie sprechen von Erfahrungen. Welche machten Sie bei „Rosannas Tochter“, dieser Dreiecksgeschichte zwischen einem jungen Ehepaar und einem pubertierenden Mädchen? < Das Wesentliche beim Schreiben ist, sich möglichst stark in die Figuren hin-

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Werte bedeuten mir viel“

einzuversetzen. Es waren also ganz unterschiedliche Erfahrungen. Da ist die junge Frau Nela, die gerade den Zuschlag für ein ganz wichtiges berufliches Projekt bekam und durchstarten möchte. Da ist der engagierte Anwalt Josch, der mit seiner Kanzlei unheimlich beschäftigt ist, und da ist dieses Kind Aimée in einem traumatischen Zustand, weil es gerade seine Mutter verloren hat. In diesen ganz unterschiedlichen Momenten ihres Lebens treffen diese Menschen aufeinander und müssen lernen, miteinander klar zu kommen. Mich interessierte: Was passiert in so einem extremen Moment? In meinem

© Isolde Ohlbaum

AMELIE FRIED WURDE bekannt als TV-

Aus Lust am Schreiben: Amelie Fried

Umfeld gab es zwei ähnliche Situationen – insofern stützt sich dieses Buch auf viele Recherchen und reale Erfahrungen. Auf jeden Fall ist das Schreiben eines Buches immer ein seelisches Unternehmen, wenn man seine Romanfiguren auf so eine Reise führt bzw. ihnen folgt. Da passiert auch immer viel mit mir selbst. > Aimée ist 14 – ein Mädchen zwischen Kindheit und werdender Frau. Spiegeln sich hier auch die Erfahrungen einer verzweifelten Mutter wider ...? < (lacht) Bei mir ist es anders: Mein Sohn wird jetzt 14 und meine Tochter ist knapp 11, aber im Freundeskreis beobachte ich viele Mädchen, die genau an dieser Schwelle stehen. Sie gehen noch mit dem Kuscheltier ins Bett, haben aber – halb bewußt, halb unbewußt – schon eine Ahnung von ihrer Weiblichkeit und setzen diese zum Teil gezielt ein. Das ist ein ungeheuer faszinierendes Alter und nicht umsonst das Alter, in dem „Lolita“ von Vladimir Nabokov spielt. > Wenn ich „Rosannas Tochter“ auf den Punkt bringe – es geht um Kindsein, Familie, Zugehörigkeit und Liebe. Was bedeuten Ihnen solche eher bürgerlichen Werte? < Bürgerlich klingt gerne mal abwertend, so in Richtung spießig. Für mich sind es menschliche Werte, die mir sehr

viel bedeuten. Mit Menschen gut umzugehen, ihnen in der Familie Schutz zu geben, respektvoll zu sein – all das sollte doch modern sein. Familie sind für mich die Menschen, mit denen man lebt. Das können blutsverwandte Menschen sein und Menschen, die auf andere Weise zu dieser Familie gestoßen sind, also z.B. adoptierte Kinder oder die Kinder neuer Partner. Familie ist der Kern unserer Gesellschaft und Familie kann für mich auch anders sein als die Familie nach konservativen Vorstellungen. > Von Max Frisch gibt es den wunderbaren „Fragebogen“ – eine daraus lautet „Hätten Sie die Ehe erfunden, wenn es sie nicht gäbe?“ Hätten Sie? < Oh Gott, was für eine schwierige Frage (lacht). Einerseits denke ich wie in meinem Roman, daß der Mensch nicht dazu da ist, alleine zu sein, sondern sein Leben mit einem anderen zu teilen, andererseits gibt es zu viele unglückliche Ehen. Aber was ich erfunden hätte, wäre irgendeine Form, in der sich Menschen zueinander bekennen. Verbindlichkeit in menschlichen Beziehungen halte ich für ganz, ganz wichtig.

AIMÉE IST 14, als ihre Mutter Rosanna bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt. Dem traumatisierten Mädchen eilt Josh zu Hilfe. Der engagierte Anwalt ist Rosannas Exfreund und heute glücklich mit Nela, einer aufstrebenden Filmemacherin, verheiratet. Schon der berufliche Streß hält das Paar in Atem – als Aimée in die Familie aufgenommen wird, geraten die drei in einen gefährlichen Strudel ihrer Gefühle. Als alle zu verlieren scheinen, trifft einer von ihnen eine folgenreiche Entscheidung ... Amelie Fried: „Rosannas Tochter“ Heyne, 19,90 €

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Lesesommer Viel Vergnügen!

+ Wahre Geschichten + Vorsicht Spannung + Zurück in Kenia

Rot wie Blut

DER KREIS SCHLIESST sich: 14 Jahre nach ihrer spektakulären Flucht aus Afrika kehrt Corinne Hofmann nach Kenia zurück. Neben dem Besuch der Filmdreharbeiten zu ihrem erfolgreichen Buch ist das Wiedersehen mit ihrer afrikanischen Familie geplant. Die Gefühle spielen verrückt. Wie wird das Treffen mit Lketinga ausfallen, dem Vater ihrer Tochter Napirai, und wie reagiert die übrige Familie – wird sie wiederaufgenommen werden? Große Gefühle unter heißer Sonne im dritten bewegenden Afrika-Buch Corinne Hofmann: „Wiedersehen in Barsaloi“ der weißen Massai.

EIN BLUTIGES RÄTSEL beherrscht seit lan gem die Gedanken der jungen Grey. Da fehlende Puzzleteil glaubt die Studenti in Tokio zu finden. Ein Professor der So ziologie scheint dort spezielles Filmma terial über das Massaker von Nanking z besitzen. Allerdings lüftet er sein Geheimnis nur, wenn ihm Grey im Austausch ein mysteriöses Elixier besorgt. Doch das befindet sich in den Händen eines der gefährlichsten Männer Tokios … Dunkel und verstörend – Mo Hayder auf der Höhe ihrer gnadenlos fesselnMo Hayder: „Tokio“ den Erzählkunst!

Aus und vorbei?

Im Spiegel

Schicksals-Romanze

EIN MANN OHNE Aussicht auf Hilfe: die Hand zertrümmert und eingeklemmt von einem tonnenschweren Felsen. Fünf lange Tage und Nächte harrt der Bergsteiger Aron Ralston aus, dann sieht der 27-Jährige nur noch eine Chance, zu überleben. Er bricht sich selbst den Unterarm und schneidet ihn mit einem Taschenmesser ab. Schwerverletzt läuft er mehrere Kilometer, bis die Rettungsteams ihn finden … Wenige Monate nach seinem Unfall besteigt Aron Ralston bereits wieder die höchsten Gipfel. Dies ist seine anrührende, wahre Aron Ralston: „Im Canyon“ Geschichte.

ALS DIE PATHOLOGIN Maura Isles von einem Kongreß zurückkommt, wartet die Polizei vor ihrer Tür. Eine Frau wurde ermordet, die ihr bis aufs Haar glich. Gemeinsam mit den Detectives Rick Ballard und Jane Rizzoli ergründet Maura das Leben der ihr bislang unbekannten Zwillingsschwester. Was sie aufdecken, wird zum Horrortrip, der Maura schon bald in Todesangst versetzt. Erzählerische Raffinesse verbindet sich hier mit nervenaufreibender medizinischer Detailgenauigkeit. Unverwechselbar Tess Gerritsen: „Schwesternmord“ spannend: die neue Limes, 21,90 € Tess Gerritsen!

GÖNNEN SIE SICH doch einmal eine feine Tasse Tee – und diesen wunderbaren Roman bitte unbedingt dazu! Nicht nur, daß Sie von der schönen und entschlossenen Protagonistin Fiona alles über dieses so köstliche Getränk erfahren. Sie werden zudem eintauchen in ein buntschillerndes Kaleidoskop aus Schuld und Sühne, Verrat und Liebe, London und New York. Wie alles begann? 1888, als das Schicksal Fiona Finnegans Welt aus den Angeln hebt. Bitte, treten Sie näher – große Unterhaltung warJennifer Donnelly: „Die Teerose“ tet auf Sie!

A1 Verlag, 19,80 €

Ullstein, 22,- €

12 | büchermenschen

NIEMAND HÄLT IHN jetzt noch auf: Der Sommer ist da. Mit viel Wärme, betörenden Nächten und ausgelassener Urlaubsstimmung. Gibt es eine Steigerung? Gewiß – denn die Buchhändler von Hugendubel laden jeden Sommer zur „Taschenbuch-Verführung“ ein und präsentieren ihre Geheimtips. Genießen Sie zur Abwechslung „eiskalt verführt – die Empfehlungen unserer Buchhändler“: So schmeckt der Lesesommer doppelt gut!

Goldmann, 19,90 €

Piper, 9,90 €


iskalt verführt“ Unsere Taschenbuch-Empfehlungen 2005

+ Heiße Thriller

+ Lust auf Sex und Literatur?

+ Köstlich!

Suche Frau und Bleibe

Asche zu Asche

Agent wider Willen

HEINRICH BÖLL IM Radio bringt den 17-jährigen Weigand beim Beischlaf aus dem Takt. Denn wichtiger als Sex mit Gudrun sind ihm die Meriten der Literatur, die er bald mit dem ersten eigenen Roman einzuheimsen gedenkt – und eine Wohnung. Die Zeit drängt, denn auch die BRD wird gerade erwachsen ... Einfallsreich und überaus amüsant: Dieses köstliche Frappé aus Liebesgeschichte, Entwicklungsromanze und 60er-Jahre-Kolorit ist eine literarische Entdeckung Wilhelm Genazino: „Eine Frau, eine Wohnung, ersten Ranges.

PRUNK, PANIK UND Pompejis Apokalypse: Das Unheil schickt seine Vorboten, als an Genuas Küsten das Wasser knapp wird. Der mächtige Aquädukt Aqua Augusta versiegt, und ein von Rom entsandter Wasserbaumeister sucht nach Gründen. Er entdeckt den Abgrund des Grauens in der Politik und bei den Schönen und Reichen. Die Zeit läuft – es ist 79 n. Chr., als die Hölle erwacht … Weglaufen zwecklos: Thriller-Großmeister Robert Harris läßt eine Zeitbombe ticken, die auch anspruchsvolle LeRobert Harris: „Pompeji“ ser fesseln wird.

DIE ANGST VOR der Pest, ein Pater auf Spurensuche und ein Mord mit weitreichenden Folgen: In einer Herberge in Rom stirbt ein Gast ohne ersichtlichen Grund. Ende des 17. Jahrhunderts liegt der Verdacht auf den Schwarzen Tod nahe, doch Abbé Melani zweifelt die schnelle Lösung an. Unbeirrt greift der Geistliche ins Rad der Geschichte ein. Ein Versprechen: Diese fesselnde Kriminalgeschichte auf höchstem erzählerischen Niveau und nach einem alten theologischen Rätsel wird Sie auch an kühlen Sommerabenden zum Schwitzen Monaldi & Sorti: „Imprimatur“ bringen.

Eiskalt & brandheiß

Handschellen oder Ovid

Kult aus NYC

DÄNEMARK 1941. DURCH „Freya“, ihr geheimes Radarsystem gewarnt, parieren die Nazis Luftangriffe der Briten mit brutaler Effizienz. Die Anlage muß zerstört werden, und MI6-Agentin Hermia Mount scheint die Richtige für diesen brandheißen Job. In der Höhle des Löwen auf der kleinen Nordseeinsel Sande wagt sie das Äußerste. Gott im Himmel schickt ihr den dänischen Widerstand, eine altgediente Hornet Mouth und die große Liebe … Beruhend auf einer wahren Begebenheit und typisch Ken Follett: „Mitternachtsfalken“ Follett!

WAS MOSHE UND Nana da tun – und sie tun es häufig – bringt wenig, da Sex im Akkord nun mal nicht wirklich zur tieferen Erkenntnis führt. Da helfen auch rosa Plüschhandschellen und akrobatische Praktiken nicht weiter. Vielleicht, vielleicht hilft ja Liebe zu dritt mit der hübschen Anjali …? Adam Thirlwells genialer Einblick ins Reich der Lüste und des Erwachsenwerdens im 21. Jahrhundert ist junge Literatur im wahrsten Sinne des Wortes, darum stellenweise deftig, dabei aber immer Adam Thirlwell: „Strategie“ absolut originell.

IHR ALPHABET BEGINNT bei Armani und endet bei Valentino. Und das ist nur gut so, denn die Park Avenue Prinzessinnen schweben auf ihren High Heels durchs Leben. Blendend gesegnet mit Schönheit, Geld und hübschen Kerlen, verleihen sie der Upper East Side Glanz. Daß sie dabei auch noch witzig sind, erweckt Neid. Wie sie jedoch von ganz banaler Liebe niedergestreckt werden, verfolgen wir mit dem allergrößten Vergnügen! PartyQueen Plum Sykes hat den Jetset im Blut – so wie Plum Sykes: „Park Avenue Prinzessinnen“ Carrie und Co.

ein Roman“ dtv, 8,50 €

Bastei Lübbe, 9,95 €

Heyne, 8,95 €

Fischer, 8,90 €

List, 9,95 €

Goldmann Manhattan, 7,95 €

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Zwerge, Elfen und ein Lehrer Neuester Streich von Eoin Colfer und Artemis Fowl

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INTERVIEW

Wunderkind aus einem alten irischen Geschlecht von Kriminellen setzt es sich in den Kopf, die sagenhaften Goldschätze der Elfen zu finden. Der Name dieses zweifelhaften Helden ist Artemis Fowl, und er hat seinem Erfinder, dem irischen Schriftsteller und Lehrer Eoin Colfer, quasi über Nacht zur Berühmtheit verholfen. Irene Binal hat mit ihm über den jüngsten Streich seines ungewöhnlichen Protagonisten gesprochen.

> In Ihren Büchern mit Artemis Fowl haben Sie die Rollen von Gut und Böse vertauscht. Ihr Protagonist ist ein junger Krimineller und kein strahlender Held. Was fasziniert Sie an der Ambivalenz von Gut und Böse? < Der Kampf zwischen Gut und Böse ist eines der ältesten Themen in der Literatur. Diese beiden Gegenpole können so weit entfernt voneinander sein, daß eine dramatische Spannung entsteht. Oder sie

‚‚

Artemis überrascht mich immer wieder“ können nahe beieinander liegen, so daß ein Charakter dazwischen hin und her pendeln kann. Ich wollte Artemis Fowl als Gauner darstellen, der aber nur einen Wimpernschlag vom Helden entfernt ist. Ich hoffe, daß die Leser von ihm erwarten, sich richtig zu entscheiden, und daß sie enttäuscht sind, wenn er es nicht tut. > Artemis Fowl ist manchmal mit Harry Potter verglichen worden, und vielleicht ist es eines der Erfolgsgeheimnisse Ihrer Bücher, daß Artemis eine Art „Anti-Harry-Potter“ darstellt. Wie denken Sie über solche Vergleiche?

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© picture-alliance / dpa

EIN ERST 12-JÄHRIGES hochintelligentes

Vater eines Meisterdiebes: Eoin Colfer

< Die Vergleiche mit Harry Potter sind unvermeidlich. Jedes Buch in diesem Genre, das derzeit erscheint, ähnelt auf die eine oder andere Weise der Schöpfung von Joanne K. Rowling. Manchmal ist es amüsant, verglichen zu werden, oft ist es nur ermüdend. In der letzten Zeit fragt man mich aber immer seltener nach Harry Potter und immer mehr nach Artemis. > Woher kommt die Figur des Artemis? Ist sie reine Phantasie oder haben Sie Züge von realen Personen verwendet? < Artemis ist eine Mischung aus meinen eigenen jüngeren Brüdern und den großen Bösewichten der Literatur wie Professor Moriarty und Doctor No. > Sein Name bezeichnet eigentlich die griechische Göttin der Jagd … < Artemis ist auch ein Jungenname, er wird in der männlichen Form wie „Ar-THE-mis“ ausgesprochen. Es bedeutet „der Jäger“. Ich hielt das für passend, weil Artemis ja die Elfen jagt. > Verhält sich die Figur Artemis immer so, wie Sie sich das vorstellen, oder überrascht der Charakter manchmal auch seinen Schöpfer? < Artemis überrascht mich immer wieder. Eigentlich war er am Anfang als reiner Bösewicht angelegt. Aber als ich meinen ersten Entwurf des ersten Bandes las, stellte sich heraus, daß er lang-

sam, aber sicher der wichtigste Charakter geworden war. > In Ihren Büchern finden sich viele Motive aus irischen Märchen und Sagen. Sind Sie selbst ein abergläubischer Mensch? < Ich bin sehr abergläubisch. In Irland gibt es eine ganze Reihe von Bräuchen, die ich streng befolge. Zum Beispiel glaube ich daran, daß Elstern Glück bringen, und ich würde niemals auf einer Treppe an jemandem vorbeigehen, lieber kehre ich wieder um. Ich würde auch gerne an Elfen und Kobolde glauben, aber ich habe leider bis jetzt noch keine getroffen.

ALLER GUTEN DINGE sind vier – endlich ist Meisterdieb Artemis Fowl wieder unterwegs. Gerade als er eine Bank berauben möchte, gerät das geheime Erdland in höchste Gefahr. Die Verbrecherin Opal Koboi konnte fliehen und plant finstere Rache an der Unterwelt, die dazu führen könnte, daß sich Elfen und Menschen bekriegen! Kein leichter Job für Artemis Fowl und seine Freundin Captain Holly Short – schließlich muß er ober- und unterirdisch nicht weniger als Ab 12 Jahren: die Welt retten. Eoin Colfer: „Artemis Fowl – Die Rache“ List, 18,- €


der hörverlag

Sonoch nie

Schreiben Sie mit!

Queen of Crime: Agatha Christie

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SCHREIBWETTBEWERB

DIE „FREUNDIN“, DER Fischer Taschen-

buch Verlag, das Krimifestival München und Hugendubel vergeben den „AgathaChristie-Krimipreis 2006“. Machen Sie mit, schreiben Sie bis 1. September 2005 eine Kurzgeschichte über „Gefährliche Gefühle“ und gewinnen Sie tolle Preise! Im Alter von 30 Jahren veröffentlichte Agatha Christie ihren ersten Krimi mit dem bel-

Die Preisverleihung für den Agatha-Christie-Krimipreis findet im April 2006 auf dem Krimifestival in München statt. Die Zeitschrift „freundin“ veröffentlicht die Krimikurzgeschichte des Siegers, der durch eine kompetente Jury ausgewählt wurde. Die 25 besten Beiträge erscheinen im April 2006 als Buchanthologie im Fischer Taschenbuch Verlag. Zudem gibt es zu gewinnen: 1. Preis: Ein schicker, roter Suzuki Swift (im Wert von 12.990 €) 2. Preis: Eine Woche Mauritius für zwei von LTU im „Belle Mare Plage The Resort“ (im Wert von 4.800 €) 3. Preis: Ein Notebook 3360 von Averatec (im Wert von 1.149 €)

gehört

gischen Detektiv Hercule Poirot. Acht Jahre später reiste sie mit dem Orient-Expreß und lernte wenig später ihre große Liebe kennen, den jungen Archäologen Max Mallowan. Um Liebe im Spannungsfeld eines Krimis dreht sich auch alles beim AgathaChristie-Krimipreis. Lassen Sie sich bei Ihrer Kurzgeschichte von „Gefährlichen Gefühlen“ inspirieren. Am Agatha-Christie-Krimipreis 2006 kann jeder teilnehmen – außer Mitarbeiter der Veranstalter und deren Angehörige. Ihre Kurzgeschichte rund um „Gefährliche Gefühle“ sollte eine Länge von 10 Manuskriptseiten (je 30 Zeilen à 60 Anschläge) nicht überschreiten, Ihre Einsendung umfaßt bitte folgendes: – Zwei ausgedruckte Manuskripte. Wichtig: Auf dem Manuskript darf nur der Titel, nicht aber der Autorenname stehen! – Eine Kurzbiographie, die auch den Titel Ihres Manuskriptes und ggf. eine Bibliographie bereits veröffentlichter Texte enthält. Außerdem teilen Sie uns darauf Ihre Adresse, Telefonnummer und ggf. E-Mail mit. – Mit der Einsendung erkennen Sie die Teilnahmebedingungen an. Die Einsendungen werden nicht zurückgeschickt, eine schriftliche oder mündliche Beurteilung ist leider nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Einsendung schicken Sie bitte ausreichend frankiert an: Redaktion „freundin“ „Agatha-Christie-Krimipreis“ Arabellastr. 23 · 81925 München In Heft 14 der „freundin“, das am 8. Juni 2005 erscheint, finden Sie übrigens ein Special zum Agatha-Christie-Krimipreis. Weitere Infos und aktuelle Krimiempfehlungen erhalten Sie auch unter www.hugendubel.de – Ihrem „Web der Bücher“.

*unverbindliche Preisempfehlung

© Angus Mc Bean (National Portrait Gallery, London)

Agatha-Christie-Krimipreis 2006

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www.hoerverlag.de


Gedenktage

25010

Drei Karrieren Jubiläum Die Passionen von Patricia Guy

50 0 Geburt hkeiten

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Ereignisse

10

25

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Erinnern Sie sich?

Jubiläen & Gedenktage – empfohlen von www.hugendubel.de Ausführliche Informationen und Buchempfehlungen erhalten Sie unter www.hugendubel.de – Ihrem „Web der Bücher“.

6. Juli Wege zum Glück: 70. Geburtstag des Dalai Lama 7. Juli Ganz richtig: Vor 125 Jahren erschien das erste Wörterbuch von Konrad Duden 16. Juli Zauberhaft: „Harry Potter and the HalfBlood-Prince“ erscheint weltweit und natürlich auch bei „Hugendubel – Home of Harry Potter“ 25. Juli Wegweisend: Der große Denker Elias Canetti wäre heute 100 Jahre geworden 16. – 21. August Highlight beim Katholischen Weltjugendtag in Köln: Papst Benedikt XVI. kommt 25. August Wir sind gerührt: Sean Connery wird 75. Herzlichen Glückwunsch, Mr. Bond!

Informationen rund um die Uhr unter www.hugendubel.de

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INTERVIEW

PATRICIA GUY HAT viel von der Welt gese-

hen: Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Amerika, England und Deutschland. Nach einem Studium war sie als Journalistin tätig und wechselte dann in den diplomatischen Dienst. Dieser führte sie u.a. nach Kasachstan und schließlich als US-Konsulin für Öffentliche Angelegenheiten nach München. Tina Rausch hat sie für uns interviewt.

> Ihr Vater war Angehöriger der US-Luftwaffe, Ihre Mutter Münchnerin. Haben Sie als Kind deutsche Bücher gelesen? < Ich habe viel Deutsch Patricia Guy gehört, gelernt habe ich es aber erst auf dem Gymnasium in Bitburg und während meines Studiums in New York. Ich erinnere mich nur an „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“, die ich bei meinen Großeltern in München mit Begeisterung angeschaut habe. > Sie waren eine erfolgreiche Journalistin – warum sind Sie 1994 in den diplomatischen Dienst gewechselt? < Meine Karriere als Journalistin war wunderbar. Beinahe zehn Jahre habe ich für „USA Today“ über das Medienbusiness geschrieben. Doch ich hatte Lust auf etwas Neues. Ich liebe es, fremde Länder zu erkunden, und so ist der diplomatische Dienst meine zweite wunderbare Karriere. > Sie sind für Presse und Kultur verantwortlich. Welche Rolle spielt dabei die Literatur? < Wir vermitteln amerikanische Werte, Politik und Kultur. Dabei konzentrieren wir uns eher auf Sachbuchautoren, die sich mit Amerika oder unserer Beziehung zu Deutschland beschäftigen. Von Zeit zu Zeit präsentieren wir aber auch andere Autoren, zuletzt z.B. die berühmte Krimiautorin Sara Paretsky.

> Und welche Rolle spielt die Literatur bei Ihnen privat? < (lacht) Ich nutze jede freie Minute zum Lesen – am allerliebsten Krimis. Gerade eben „Skinny Dip“, den neusten Krimi des Amerikaners Carl Hiaasen. > Welche Autoren empfehlen Sie noch? < Die Britin Dorothy Sayers hat vor 30 Jahren meine Begeisterung für Krimis geweckt. Sehr gerne mag ich Sara Paretsky, Marsha Muller und Elizabeth George. Unter den amerikanischen Krimiautoren schätze ich John Dunning und Randy Wayne White. Dann lese ich auch gerne englische Autoren, z.B. Reginald Hill oder Colin Dexter. Leider ist seine Hauptfigur, Chief Inspector Morse, kürzlich gestorben. > Diplomaten wechseln alle drei Jahre ihren Standort. Haben Sie eine Idee, wohin es das nächste Mal geht? < Nein, diese Entscheidungen fallen kurzfristig. Dafür habe ich mir bereits Gedanken über meine dritte Karriere gemacht: Spätestens wenn ich im Ruhestand bin, möchte ich selber Krimis schreiben. Meine Hauptfigur könnte eine Diplomatin sein, die Verbrechen in den Botschaften der Städte löst, in denen ich gearbeitet habe: „Assassination in Almaty“ oder „Murder in Minsk“. Das wäre mein Traum. SALVATORPLATZ: MUNICH’S HOME of English books – entdecken Sie die größte Auswahl an englischsprachigen Büchern in München. Ihre erste Adresse für Romane, Klassiker, Krimis, Fantasy, Kinder- und Jugendbücher, Bildbände und Geschenkbücher im englischen oder amerikanischen Original. Und natürlich für „Audiobooks“, ausgewählte Zeitschriften und viele aktuelle Sonderangebote. Der „Bookshop“ freut sich auf Ihren Besuch. English Bookshop & Antiquariat München, Salvatorplatz 2 Mo - Sa, 10 - 20 Uhr Bestellhotline: 01801 / 484 484 (bundesweit zum Ortstarif)


Thomas Mann lebt Zum Gedenken an den Literaturnobelpreisträger INTERVIEW

Zum 50. Mal jährt sich am 12. August 2005 der Todestag des unvergessenen Thomas Mann. Ihm zu Ehren und den Lesern zur Freude bietet der S. Fischer Verlag ein umfangreiches Programm an erlesenen Titeln und Sonderaktionen. Elisabeth Zeitler interviewte den ThomasMann-Experten Roland Spahr, Lektor bei S. Fischer für den Bereich Klassische Moderne.

> Herr Spahr, wann haben Sie Thomas

Lesezeichen

Mann für sich entdeckt und durch welches seiner Bücher? < Ich war sehr jung, als ich anfing, Thomas Mann zu lesen. Mein Einstieg erfolgte über die Buddenbrooks, die ich als 14jähriger wie einen Unterhaltungsroman las. Und das Erstaunliche war, Roland Spahr daß es funktionierte. Man kann diesen und zahlreiche andere Romane und Erzählungen dieses Autors auf ganz unterschiedlichen Ebenen lesen – als Zeitportrait, als Psychogramm einer dekadenten Gesellschaft, als autobiographische Verarbeitung oder eben als unterhaltsamen Familienroman. Egal wie, immer kommt man dabei auf seine Kosten. Das ist Ausdruck eines hohen literarischen Bewußtseins. > Was macht für Sie heute die Faszination von Thomas Mann und seinen Werken aus?

Weltliteratur Thomas Mann: „Buddenbrooks“ S. Fischer, 14,- €

Bibliophile Ausgabe Thomas Mann: „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ S. Fischer, 15,- €

© S. Fischer Verlag

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Thomas Mann und sein Verleger Samuel Fischer

< Seine Werke sind immer durchwoben von Geistesgeschichte, sie sind welthaltig im weitesten Sinn: kosmopolitisch. Philosophische, psychologische, politische Fragen, Ästhetik, Literatur und Musik spielen eine tragende Rolle. Hinzu kommt seine unvergleichliche Liebe zu den Figuren und die Sprache. Sie wird in einer Virtuosität gehandhabt, die nicht anders als musikalisch zu bezeichnen ist. Was mich zudem fasziniert, ist die politische Entwicklung Thomas Manns, der sich vom kaisertreuen Konservativen zum Republikaner wandelte und Hitler und die Nazis mit seinen Mitteln bekämpfte. > Thomas Mann hatte seit jeher eine enge Bindung zum S. Fischer Verlag. Wie kam es dazu? < Der von Samuel Fischer 1886 in Berlin gegründete Verlag wurde sehr bald die erste Adresse für die moderne Literatur in Deutschland. Thomas Mann schrieb später „... es war der Traum jedes jungen Literaten, ein Buch bei S. Fischer zu haben, und meiner auch.“

Neuausgabe Marianne Krüll: „Im Netz der Zauberer “ Fischer TB, 15,- €

Für Kenner Thomas Klugkist: „49 Fragen und Antworten zu Thomas Mann“ Fischer TB, 9,90 €

1897 erfüllte er sich: S. Fischer wurde zum Hausverlag von Thomas Mann. Samuel Fischer hat immer einen sehr engen Kontakt mit seinen Autoren gepflegt – das ist übrigens eine Tradition, die bis heute anhält. > Von und über Thomas Mann wurden schon unzählige Bücher veröffentlicht. Wie schaffen Sie es trotzdem, immer neue Aspekte ausfindig zu machen? < Der Autor und sein Werk selbst bieten zahlreiche Angebote, Thomas Mann immer wieder neu zu entdecken. Ein Film wie „Die Manns“ von Heinrich Breloer hat gezeigt, daß es sowohl im biographischen wie im literarischen Bereich Facetten gibt, die noch lange nicht ausgeleuchtet sind. In den späten 90er Jahren beispielsweise ist das Interesse am politischen Denker Thomas Mann neu erwacht. Uns ist es wichtig, deutlich zu machen, daß dieser Autor nach wie vor neu entdeckt werden kann. Der Slogan unserer Kampagne „Thomas Mann lebt“ spricht für sich. > Dank des S. Fischer Verlages kann man Thomas Mann jetzt auf seiner eigenen Homepage „www.thomasmann.de“ besuchen. Was bietet sie? < Wir wollten im Gedenkjahr eine Plattform schaffen, die alle wesentlichen Informationen, Veranstaltungen, Termine etc. bündelt. www.thomasmann.de sollte multimedial gestaltet sein und viel Anschauungsmaterial bieten. Außerdem müssen die vielen Leser und Liebhaber des Werkes zu Wort kommen können. Wir möchten, daß die Website zu einem zentralen Medium der „Thomas-MannGemeinde“ im weitesten Sinn wird.

TONIO KRÖGER, DER Tod in Venedig und alle anderen Erzählungen von Thomas Mann in einem wunderschönen Band – Lesers Traum wird wahr mit dieser Sonderausgabe mit 992 Seiten für nur 10,- €.

Thomas Mann: „Die Erzählungen“ S. Fischer, 10,- €

17 | büchermenschen


Goldene Schallplatten für Coelho :

INTERVIEW

MARKUS HOFFMANN GILT als der erfah-

renste Interpret der Werke von Coelho. Der Schauspieler Markus Hoffmann spielte u.a. den Faust und konzentriert sich inzwischen nur noch auf das literarische Erzählen. Anläßlich der Verleihung von drei „Goldenen Schallplatten“ für die CoelhoHörbücher „Der Alchimst“, „Unterwegs“ und „Der Wanderer“ erzählte er uns über seinen Zugang zu dem Kultautor.

>

Herr Hoffmann, was weckte Ihre Leidenschaft für das literarische Erzählen? < Die Wurzeln liegen in meiner Kindheit. Da es bei uns zuhause keinen Fernseher gab, wuchs ich mit den wunderbaren Kinderhörspielen des WDR auf. JeMarkus Hoffmann den Sonntagmittag saß ich mit roten Ohren zwei Stunden vor dem Radio, und diese Geschichten lebten in

DANK GOLDENER SCHALLPLATTEN gibt es jetzt und nur bis 30.9.2005 die Sonderausgabe der ungekürzten Lesung „Der Alchimist“ von Paulo Coelho als goldene Geschenkbox. Auf vier CDs erzählt Christian Brückner – die deutsche Stimme von Robert de Niro – die legendäre Geschichte vom andalusischen Schafhirten Santiago und seiner Suche nach Reichtum. Seine Reise führt ihn nach Nordafrika und zu sich selbst … Wer schon immer wissen wollte, warum Millionen dem Zauber des Alchimisten Paulo Coelho: erlagen, sollte sich „Der Alchimist“ 4 CDs, 250 Minuten, für dieses Hörbuch Sprecher: Christian Brückner steinbach sprechende zum Sonderpreis bücher, 19,90 € entscheiden. 18 | büchermenschen

meiner Phantasie weiter. Bei Spaziergängen erfanden und erzählten wir Geschwister uns Geheimgeschichten, und als ich mit 15 Jahren meinen ersten Kassettenrecorder geschenkt bekam, sprach ich selbst erfundene Geschichten auf Band. > Wie kommt ein erfolgreicher Schauspieler zu Sprecherrollen? < Mit 18 begann ich die Ausbildung auf der Schauspielschule, und mit 21 bekam ich mein erstes Engagement am Staatstheater Karlsruhe. Vor der Haustür lag der Südwestfunk, und ältere Kollegen rieten mir, es zusätzlich mit Hörfunk zu versuchen. Dies machte mir von Anfang an großen Spaß. Ich lernte viel darüber, was einen guten Sprecher ausmacht und warum man jenem gerne zuhört und dem anderen nicht. Im Lauf der Jahre eignete ich mir tontechnische Kenntnisse an und wurde mein eigener Produzent. So kam ich vor vier Jahren auf die Frankfurter Buchmesse, lernte Johanna Steinbach kennen, und das war inhaltliche „Liebe auf den ersten Blick“. Als Sprecher erfülle ich das, was der Autor schrieb, mit Leben – es ist die Eintrittspforte in die Phantasiewelt des Autors. Meine Aufgabe ist es, mit Lust, mit Genauigkeit, mit Sinnlichkeit diese Pforte so zu gestalten, daß die Zuhörer sie gerne betreten. > Sie spielten den Romeo und den Faust – was ist der größte Unterschied als Sprecher der Figuren von Paulo Coelho? < Die Bühne ist live, alle Sinnesorgane sind beteiligt. Das fällt bei der Arbeit hinter dem Mikrofon weg. Es gibt „nur“ die Stimme und das Ohr. Die Technik holt mich ganz nah ab. Dadurch ist es möglich, mit sehr fein differenzierten Nuancen zu arbeiten, für die ich auf der Bühne wegen der Größe des Raumes andere Mittel finden müßte. Christian Brückner, den ich sehr bewundere, schafft es z.B. durch ein plötzliches Wegbrechen der Stimme eine Stimmung zu erzeugen, die mir unter die Haut geht. Ich liebe diese Reduktion auf nur ein Ausdrucksmittel, da sie mir eine ganz eigene – und wie ich finde – wunderbare Intensität der Vermittlung des Inhaltes erlaubt.

© Robert Grazioli / Grazia Neri / Agentur Focus

Markus Hoffmann über die Magie eines guten Hörbuches

Paulo Coelho – für viele ein Alchimist der Poesie

> Was schätzen Sie an Coelho? < Ich schätze an Coelho seine Aufrichtigkeit, seine Klarheit, seine „Einfachheit“, mit der er schreibt – ich weiß, viele Kritiker werfen ihm genau dies vor. Die Themen, die er aufgreift, die Prozesse seiner Figuren, an denen er uns teilhaben läßt – all das. Durch den weltweiten Erfolg merkt man, daß er eine Sehnsucht anspricht, die Leute ermuntert, hinter die materiellen Dinge zu sehen und vielleicht ihre Spiritualität zu entdecken. Ich mag Menschen, die den Mut haben, ihre Vision von der Welt in die Welt zu setzen, die ihren Weg gehen und ihrem Herzen folgen.

GEWINNEN SIE MIT Paulo Coelho und „steinbach sprechende bücher“ wertvolle Preise! 1. Preis: Luxuriöse 8-Tage-Kreuzfahrt auf dem Nil inklusive Flug 2.-5. Preis: Je ein „ARCHOS“-Audioplayer für 300 Stunden Hörgenuß 6.-30. Preis: Je ein brillanter Ägypten-Bildband von Dumont Teilnahmekarten erhalten Sie in Ihrer Hugendubel-Filiale sowie unter www.sprechendebuecher.de. Oder einfach eine Postkarte an „steinbach sprechende bücher“, Stichwort „Paulo Coelho“, Am Markt 2, D - 74523 Schwäbisch Hall.


Der Popstar unter den Sprachkursen.

Wunschkonzert Hörbücher für Genießer

+ Heidenreich & Brauer

+ Rufus Beck & Mankell

Brauer liest Grisham

Dreamteam

JOEL BACKMAN IST zum Abschuß freigegeben. Gerade auf Geheiß des Präsidenten aus dem Gefängnis entlassen, wird der brillante Broker von der CIA als Lockvogel wider Willen eingesetzt. Die Organisation erhofft sich, durch ihn Informationen über ein streng geheimes Satellitensystem zu erlangen, das das militärische Gleichgewicht empfindlich stören könnte. Backman landet in Bologna – doch auch ein Leben unter blauem Himmel schützt ihn nicht vor der gnadenlosen Jagd der konkurrierenden Geheimdienste auf ihn. Wieder grandios interpretiert von John Grisham: „Die Begnadigung“ Charles Brauer!

OPALE SIND NICHT nur edle Steine. Die Verbrecherin Opal Koboi nämlich plant den großen Vernichtungsschlag. Nicht nur der gesamte Kosmos, sondern auch Artemis Fowl ist dabei in höchster Gefahr. Unterbrochen beim waghalsigsten Coup seiner Karriere, schickt sich der Meisterdieb nun an, die Welt zu retten. Was ohne Elfe Holly Short und ihre Crew gar nicht möglich wäre! Keine Frage – Kultsprecher Rufus Beck und den neusten Abenteuern um Superhirn Artemis zu lauschen, bereitet wahrlich diebisches Vergnügen!

Oblomov tanzt

Im Sog

ALS RUDOLF NUREJEW stirbt, weint sein Hund. Der dicke Oblomov, gewöhnt an ein prachtvolles Leben an der Seite seines illustren Herrchens, vereint in sich die Seele Rußlands gepaart mit der Bewegungsfreude eines Buddhas. Um so erstaunlicher ist, was an einem mondbeschienenen Abend bei der guten Olga Piroshkowa geschieht … Hören Sie das Original: Elke Heidenreich liest eine der schönsten und anmutigsten Geschichten aus ihrem beliebten Erzählband „Rudernde Hunde“.

EIN MARINEOFFIZIER GERÄT in der Zeit des I. Weltkrieges in einen Strudel aus Schuld, Sünde und Sühne. Lars TobiassonSvartman hat den Auftrag, in den Stockholmer Schären neue Fahrwasser auszuloten. Er verliebt sich ebenso unerwartet wie rettungslos in eine Einsiedlerin. Sein Schicksal kippt, als er beginnt, seine Ehefrau anzulügen. Bitte halten Sie sich gut fest, denn dieses Hörbuch zieht Sie tief hinab zu den Abgründen der Seele. Die Spannung steigert sich zum furiosen Crescendo dank eines überragenden Henning Mankell und Leonard Lansink als Erzähler! Henning Mankell:

Eoin Colfer: „Artemis Fowl – Die Rache“ 5 CDs, Laufzeit 374 Min., HörbuchHamburg, 24,90 €

6 CDs, Laufzeit 420 Min., Random House Audio, 29,50 €

Elke Heidenreich: „Nurejews Hund“ 1 CD, Laufzeit 50 Min., Random House Audio, 14,50 €

• Supercoole Jazz-Grooves hören und dabei einfach Englisch lernen! • Lernen mit Spaß – beim Autofahren, beim Joggen, usw.! • Lockere Redewendungen mitsprechen anstatt langweilige Vokabeln pauken! • Purer Lerngenuss, bei dem man mittanzen will! • 50 Minuten Audio-CD inkl. 28 S.Textheft 16,90 €

VOL.2

„Tiefe“ 4 CDs, Laufzeit 300 Min., DerHörverlag, 24,95 €

www.thegrooves.de © Brandecker Media Verlag

VOL.3


Kleine Dosis – große Wirkung Dr. Marianne Koch und das Jahr der Homöopathie INTERVIEW

DR. SAMUEL HAHNEMANN wäre in die-

> Frau Dr. Koch, nach Ihrer Karriere als Schauspielerin nahmen Sie mit 40 Ihr Medizinstudium wieder auf, wurden Internistin und ließen sich als Ärztin in München nieder. Wie ist Ihre Einstellung zur Homöopathie? < Als überzeugte Schulmedizinerin habe ich lange Zeit die Homöopathie als eine der Methoden angesehen, die eben die Selbstheilungskräfte des Patienten wecken. Inzwischen bin ich, wie viele meiner Kollegen, doch der Ansicht, daß eine direkte positive Beeinflussung durch die verdünnten DR. SAMUEL HAHNEMANN, der Begründer der Homöopathie, war nicht nur seiner Zeit weit voraus. Seine Heilweise hat noch heute im 21. Jahrhundert Millionen Anhänger – und ähnlich viele Gegner! Auf der Grundlage neuer Quellen entstand diese neue Biografie. Sie führt das bewegte Leben eines großen Arztes vor Augen, der die Krankheitslehre durch das von ihm entdeckte Ähnlichkeitsprinzip revolutionierte. Kleine Dosis, starke Wirkung: Wie kämpferisch Hahnemann seine Lehre vertrat und wie er als Modearzt bis in die höchsten Kreise von Paris aufstieg, liest sich stellenweise wie ein Krimi. Robert Jütte: „Samuel Hahnemann“ dtv premium, 14,- €

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© Isolde Ohlbaum

sem Jahr 250 Jahre alt geworden. Anläßlich des Geburtstages der Homöopathie konnten wir die prominente Ärztin und Medizinjournalistin Dr. Marianne Koch für ein Gespräch über die immer noch sehr kontrovers diskutierte Gesundheitslehre gewinnen.

Prominente Ärztin: Dr. Marianne Koch

Mittel erfolgt – auch wenn noch niemand sagen kann, auf welche Weise das geschieht. > Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, wurde vor 250 Jahren geboren. Ihm war das ausführliche Gespräch zwischen Arzt und Patient zentrales Anliegen. Auch Sie fordern eine „sprechende Medizin“. Was ist daran so wichtig? < Es ist in vielen Studien bewiesen, daß die Beziehung zwischen Arzt und Patient eine

‚‚

Körper, Geist & Seele“

maßgebliche Rolle für den Heilungserfolg spielt. Die Vorgeschichte des Patienten, seine Situation im sozialen Umfeld, seine Psyche, seine Erwartungen und Wünsche sind wesentliche Faktoren, die zur gemeinsamen Entscheidung über mögliche Behandlungsmethoden herangezogen werden sollten. Auch später ist es wichtig, daß der Patient das Gefühl hat, da ist einer, der ihn versteht und begleitet. > Seit Hahnemann gab es in der Medizin epochale Fortschritte, die Homöopathie wurde dagegen nicht weiterentwickelt. Warum boomt sie Ihrer Meinung nach so sehr in unserer so technikverliebten Welt? < Alle komplementären Heilweisen zielen auf eine Seite des Menschen, sein „anderes Ich“, die von der hochentwickelten technischen Medizin nicht richtig erkannt oder ungenügend berücksichtigt wird.

Seit Descartes gab es diese Trennung von Körper und Seele, von der wir inzwischen wissen, daß sie unsinnig ist. An allen Heilungsvorgängen sind Körper, Geist und Seele beteiligt. > Einige Potenzierungen – sprich Verdünnungen – in der Homöopathie entsprechen dem Effekt eines im Atlantik aufgelösten Zuckerwürfels. Kein Mensch würde glauben, daß dann Meerwasser süß schmecken würde … Warum, glauben Sie, heilt Homöopathie? < Das ist eine Frage, die niemand beantworten kann, auch nicht die Homöopathen. Es gibt einige Forscher, die die Quantenphysik und da vor allem die Theorie der „verschränkten Photonen“ mit ihrer Energiesteuerung über große Entfernungen heranziehen wollen, um solche Phänomene zu erklären. Aber bewiesen ist da gar nichts ... > Kritiker führen an, daß Homöopathie nur wegen des „Placebo“-Effektes funktioniert. Wie kann sie dann bei Kindern wirken? < Gerade Kinder sind für jede Art von Suggestion außerordentlich empfänglich. Ein Beispiel ist das „Besprechen von Warzen“, das sogar Schulmediziner mit großem Erfolg bei ihnen durchführen. Dennoch gilt, daß die Wirkung von Homöopathie wohl deutlich über reine Placebo-Effekte hinausgeht. Warum? Keine Ahnung. > Zum Abschluß noch eine Bitte: Was sind Ihre drei goldenen Regeln für ein langes, gesundes Leben? < Viel Obst und Gemüse, viel Bewegung, viele Freunde.

Lesezeichen

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Sprechstunde Dr. med. Marianne Koch: „Mein Gesundheitsbuch“ dtv premium, 20,- €

Jung & fit bleiben Dr. med. Marianne Koch: „Körperintelligenz“ dtv premium, 14,- €


Die Bücher zum Jahr der

Homöopathie

Gesundheit!

1755-2005 250 JAHRE Hahnemann

2005

Mehr vom Leben mit Büchern

+ Tips zur Homöopathie

+ Übersichtlich und seriös

Ähnliches heilt Ähnliches

Seriös und kompetent

VIELE FRAGEN: „HOMÖOPATHIE – was ist das genau?“ Deren Grundsätze und ihre korrekte Anwendung vermittelt dieser praktische Leitfaden. Nach einem Abstecher in Geschichte und Entwicklung der Heilmethode erklärt der Autor wichtige Begriffe wie z.B. Potenzierung und Anamnese. Viele Fallbeispiele verdeutlichen außerdem den Weg zur individuell abgestimmten Arznei und zeigen den Heilungsprozeß auf. Wer sich also tiefergehend mit der eigenen Gesundheit befassen möchte, wird hier fundiert inJosef Maria Rau: „Was Homöopathie ist formiert.

FÜR KÖRPER, GEIST & Seele: Dieses umfassende und reich illustrierte Standardwerk vermittelt anschaulich die ganzheitliche Wirkungskraft der Homöopathie. Mehr als 320 Arzneimittel und ihre Anwendungsgebiete werden ausführlich dargestellt. Praktische Checklisten und Tabellen unterstützen bei der Selbstbehandlung, und weiterführende Informationen zu schweren Erkrankungen bewahren vor Fehlern. Viele anregende Tips für das sonstige Wohlbefinden runden diese Heilkunde aus Expertenhand Andrew Lockie: „Das große Lexikon der wohltuend ab.

und wie sie wirkt“ Oesch, 12,90 €

Homöopathie“ Dorling Kindersley, 19,90 €

Kügelchen für Kids!

Reine Männersache

NUR DAS BESTE für mein Kind: Sanft, aber wirkungsvoll sind die Heilmittel der Homöopathie. In diesem Buch finden Sie nicht nur Wege gegen Bronchitis & Co, sondern nehmen Ihrem Kind z.B. auch die Angst vor der Schule oder heilen Konzentrationsstörungen – verspricht die Homöopathie. Die Klarheit der Darstellung vor allem bei der Unterscheidung der verschiedenen Symptome erleichtert die richtige Dosierung. Fazit: Ein kompetenter Ratgeber, mit dem Sie die geistige und seelische Gesundung Ihres „Enders’ Homöopathie Kindes unbesorgt für Kinder“ Haug, 19,95 € fördern können.

WAS TUN BEI Haarausfall, Sportverletzungen oder Harnwegsinfektionen? Sachlich und klar informiert „Homöopathie für Männer“ über die sanfte Selbstheilung männertypischer Krankheiten. Welche Symptome liegen vor? Welche Arznei eignet sich wann für wen, und wie wird diese richtig dosiert? Daß auch die Grenzen der starken Kügelchen aufgezeigt werden und deutlich gemacht wird, ab wann der Arztbesuch dringend angeraten ist, macht dieses Gesundheitsbuch zum seriösen Nachschlagewerk und Andreas Wacker, Martin Socha: Ratgeber.

So können Sie die Homöopathie besser verstehen und effektiver anwenden € 19,95 [D] / CHF 34,90 ISBN 3-8304-2096-X

Das unentbehrliche Basiswissen für die ganze Familie € 39,95 [D] / CHF 67,90 ISBN 3-8304-2071-4

Der Aufbau Ihrer Der ideale Einstieg: Hausapotheke beginnt So finden Sie schnell mit diesem Buch die richtige Arznei € 24,95 [D] / CHF 42,40 ISBN 3-8304-2115-X

€ 14,95 [D] / CHF 26,20 ISBN 3-8304-2105-2

Ihnen ist alles zuviel? – Auch bei Stress hilft Ihnen die Homöopathie € 14,95 [D] / CHF 26,20 ISBN 3-8304-2119-2

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„Homöopathie für Männer“ Südwest, 12,95 €

natürlich gesund natürlich Haug


Fantasy, Abenteuer & mehr Tips für junge und junggebliebene Leser

+ Spannung pur

+ Vor unserer Zeit

+ Vorsicht Moskitos

+ Was für eine Saga

Schaurig schön

Lauscher und Dämon

Das Japan-Epos beginnt

SCHIFFE, SCHURKEN UND ein kluges Bürschchen auf Gaunerjagd: Londons Straßen Mitte des 19. Jahrhunderts sind gefährlich. Der Waisenjunge Mog arbeitet als Gehilfe in einer Druckerwerkstatt, als er unversehens in ein mysteriöses Verbrechen verwickelt wird, das eine Lawine aus Verwechslungen und Verschwörungen lostritt. Neben einem Mörder entdeckt Mog auch das Geheimnis seiner Herkunft ... Sagenhaft spannend von der ersten bis zur letzten Seite – ein rundum hervorragender AbenteuerAb 12 Jahren Paul Bajoria: roman!

6.000 JAHRE VOR unserer Zeit: In dunklen Wäldern kämpft ein tapferes Trio einen schier aussichtslosen Kampf. Torak, genannt der Lauscher, die kluge Bogenschützin Renn und ein Wolfswelpe sind unterwegs zum Berg des Weltgeistes. Nur dieser kann das Land vor dem blindwütigen Dämonenbären retten, der alles in seinem Umfeld erbarmungslos vernichtet. Der Auftakt zu der auf sechs Bände ausgerichteten „Chronik der dunklen Wälder“ ist so furios, daß junge Leseratten damit die spannendsten Ferien ihres Lebens Ab 10 Jahren Michelle Paver: haben werden.

JAPAN IM ZEITALTER des Feudalismus: Der 15-jährige Takeo ist nach der Ermordung seiner Familie auf sich alleine gestellt. Er erlernt die Kunst des Schwertkampfes und lernt auch, mit der dunklen Seite der Magie umzugehen. Sein Überlebenskampf beginnt unter der Obhut des gefährlichen Lords des Otori-Clans und in einem Netz von bösartigen Intrigen. Was für ein Auftakt der dreibändigen Otori-Saga jetzt im Taschenbuch – ein absolutes Muß für alle Fans von Asien, Mythologie und der Kunst des SchwertBand 1: Ab 13 Jahren: Lian Hearn: kampfes!

Glotterdikes & Luminaten

Die Prophezeiung

Otori: Die Entscheidung

Das letzte Schuljahr endet für Tom O’Donnell, den Helden dieser Fantasy-Serie, in einem Desaster: Die Noggs haben Camelot angegriffen! Das bedeutet Krieg zwischen den menschenfreundlichen Luminaten und ihren Todfeinden. Das Ende der vier Welten scheint nahe. So ruhen alle Hoffnungen auf Tom, der als Glotterdike über besondere Fähigkeiten verfügt. Können er und seine Freunde die Gefahr bannen? Geheimtip für alle, die von Harry, Artemis und Co nicht genug bekommen können; voll sprühender Ab 11 Jahren Marco Sonnleitner: Fantasie, Spannung „Tom o’ Donnell – Der Krieg der Welten Band 4“ und Witz! Wißner, 14,90 €

DER 13-JÄHRIGE SAM erlangt nach einem Sturz das Bewußtsein wieder – in einer Parallelwelt! In Aurobon bekriegen sich zwei Völker, und ein mächtiger Herrscher plant die Vernichtung der Erde. Sam ahnt, daß eine uralte Vorhersagung ihm zugedacht ist und er es ist, der den grausamen Odoursin stoppen muß. Als dieser mit Hilfe von riesigen Moskitos die Welt mit einem tödlichen Virus infizieren will, schreitet Sam ein. Doch ohne die Hilfe der Fliegerin Skipper wären alle rettungslos verloren ... Vorsicht, wirklich zum Ab 14 Jahren Steve Voake: Fürchten!

LIEBE, EHRE UND eine letzte gewaltige Schlacht der Vergeltung: In dem fulminanten Finale der japanischen Fantasy-Trilogie kommt es zum alles entscheidenden Kampf zwischen Takeo und den Lords der Otori. Die Prophezeiung sagt Takeos Sieg voraus, doch ein Schatten liegt über seinem Schicksal, den auch seine Frau Kaede qualvoll zu spüren bekommt … Die Idee zur Otori-Saga entstand vor Ort: An einem regenreichen Septembertag in der Präfektur von Yamaguchi schrieb Lian Hearn den ersten Satz – die Saga wird derzeit von HollyBand 3: Ab 14 Jahren: Lian Hearn: wood verfilmt!

„Schwarze Spuren“ Beltz & Gelberg, 14,90 €

22 | büchermenschen

„Wolfsbruder“ cbj, 14,90 €

„Moskito“ cbj, 15,90 €

„Das Schwert in der Stille“ Carlsen TB, 8,50 €

„Der Glanz des Mondes“ Carlsen, 19,50 €


Abenteuer auf Höhenflug Kenneth Oppel läßt die Wolkenpanther los

:

INTERVIEW

MIT

DER

SILBERFLÜGEL-TRILOGIE

machte sich der kanadische Autor zu einer der ersten Adressen für fantasyreiche Abenteuergeschichten. Jetzt erobert er erneut die Lüfte. Über sein neues Buch „Wolkenpanther“ und seinen guten Draht zu Hollywood gab er uns sehr freundlich Auskunft.

> Herr Oppel, Sie haben schon von Kindesbeinen an geschrieben. Angeblich half Ihnen Bestsellerautor Roald Dahl bei Ihrer Schriftstellerkarriere – wie kam es dazu? < Mit 13 entschied ich mich, Schriftsteller zu werden. Das Schreiben war davor schon jahrelang mein Hobby, und ich habe immer an einer Fantasy-Kurzgeschichte gearbeitet. Als ich 14 war, begann ich mit einer humoristischen Geschichte über einen Jungen, der süchtig nach Videospielen ist. Meine Familie hatte einen Freund, der Roald Dahl kannte – meinen Lieblingsautor – und dieser Freund bot an, Dahl die Geschichte zu zeigen. Dahl war so freundlich, meine GeKenneth Oppel schichte zu lesen, und sie gefiel ihm so gut, daß er sie seinem Agenten weitergab. Dieser Agent schrieb mir später, daß er gerne versuchen würde, meine Geschichte zu verkaufen. Und so geschah es: Die Agentur verkaufte die Geschichte an viele Verleger, und das war mein glücklicher Durchbruch als Schriftsteller. > „Wolkenpanther“ erobert gerade auch unsere Bestsellerlisten. Ist es Fantasy, Abenteuerroman oder Science-Fiction – wie würden Sie Ihren atemberaubenden Mix beschreiben? < Ich weiß, daß meine Arbeit oft als Fantasy klassifiziert wird, aber ich sehe mich selbst eher als einen Autor von Abenteu-

ergeschichten in der Tradition von Robert Louis Stevenson oder Jules Verne. Es sind Geschichten, die in unserer Welt spielen, aber ein Element des Außergewöhnlichen haben. „Wolkenpanther“ spielt in einer fiktiven Vergangenheit, in der Flugzeuge niemals erfunden wurden und in der die Luft mit fliegenden Kreaturen bevölkert ist,

die noch nicht entdeckt wurden.

> Nach den Fledermäusen aus der erfolg-

reichen Silberflügeltrilogie bevölkern nun Flugtiere und ein bombastischer Zeppelin Ihre Welt. Mögen Sie alles, was schwebt? < Ich denke, für uns Menschen hat das Fliegen sowohl etwas Faszinierendes als auch etwas Angsteinflößendes. Es ist eine unglaubliche Leistung der Technologie, aber es ist gleichzeitig unnatürlich für uns. Wir sind nicht dafür gemacht, in der Luft zu schweben. Aber mir gefällt die Idee, daß wir fliegen könnten. Als Kind hatte ich großartige Flugträume. Und ich glaube, die Luft hat für uns dieselbe Faszination wie das Meer: Wir können in diesem Element nur zu Gast sein. > Zwei 15-Jährige entdecken in „Wolkenpanther“ eine bis dato völlig unbekannte Tierspezies. Woher nehmen Sie Ihre Ideen? < Von vielen Seiten. Fluggeräte faszinieren mich, vor allem die Graf Zeppelin und die Hindenburg. Ich wollte lange Zeit eine Geschichte schreiben, in der ein Luftschiff die Hauptrolle spielt, aber ich fand keinen richtigen Dreh dafür. Ich liebe verwegene Geschichten, die auf hoher See spielen, und ich wollte wissen, ob es möglich ist, dies mit Luftschiffen zu kombinieren. Ich könn-

te über Piraten und Schiffswracks schreiben – aber das Ganze 240 Meter in die Luft verlegen. Zudem mochte ich die Idee, daß der Himmel ebenso viel Leben enthalten könnte wie der Ozean – so konnte ich meine eigene Himmels-Zoologie entwerfen. > „Silberflügel“ läuft gerade als Vorabendserie im TV. Auch „Wolkenpanther“ hat mit atemberaubenden Sequenzen und einer actionreichen Handlung das Zeug zum Film. Dürfen wir darauf hoffen? < Regisseur Stephen Sommers („Die Mumie“) hat sich die Filmrechte für „Wolkenpanther“ gesichert und will es nun zum Drehbuch umschreiben – ja, eines Tages könnten meine Fans Matt Cruse und Kate de Vries im Kino sehen. Aber vorher gibt es einen zweiten Teil zu „Wolkenpanther“, und ich hoffe, er wird bald ins Deutsche übersetzt.

DER HIMMEL REISST auf: Ein riesiges Luftschiff tastet sich durch die Wolken. An Bord sind der Schiffsjunge Matt und Kate, Tochter aus gutem Hause. Als der Zeppelin nach einem Angriff von Luftpiraten auf einer unerforschten Insel notlanden muß, hält Kate nichts mehr von einer waghalsigen Expedition ab. Sie muß die Wolkenpanther finden, jene geheimnisvollen Flugwesen, die ihr Großvater hier einst entdeckte. Doch gerade als sich Matt und Kate näher kommen, geraten sie in die Fänge von skrupellosen Verbrechern, die auch vor Mord nicht zurückschrecken. Ab 12 Jahren Kenneth Oppel: Die Luft wird dünn … „Wolkenpanther“ Beltz & Gelberg, 16,90 €

23 | büchermenschen


Lust auf Wissen www.hugendubel.de jetzt mit neuer Suchfunktion „Astrid Lindgren“, denn auch die Fünftklässler müssen Referate halten und laut Lehrplan den Umgang mit den neuen Medien lernen. Ich fand zwar nur zwei Interpretationen, aber unter dem Link „Mehr zum Thema“ eine Fülle von Literatur von und zu Astrid Lindgren, so daß suchende Schüler auf jeden Fall fündig werden. Eine Entscheidungshilfe sind wiederum die Detailinformationen, z.B. die genaue Preisangabe. Von den Kinderbüchern wechselte ich dann in die hohen Sphären der Literatur. „Goethe Faust I“ reichte als Stichwort für 31 Interpretationen und noch viele weitere Links zu Goethes Werk. Wer hier nichts für sein Referat findet, wird sich auch sonst schwer tun. Resümee: „Schule & Lernen“ bietet v.a. im

‚‚

Wer hier nichts findet ...“

Gezielte Information für „Schule & Lernen“ mit einem Klick

:

TEST

ANNA GRAF IST Lehrerin aus Passion.

Wir baten sie, die neue Suchfunktion für Bücher rund um „Schule & Lernen“ auf Herz und Nieren zu prüfen. Welche Note sie wohl vergab? Das „Gedicht des Tages“ auf der Hugendubel-Internet-Seite gehört zu meiner liebgewordenen Lektüre. Vor kurzem blinkte mir am oberen Rand der Seite „Lust auf Wissen“ entgegen, und als Neuheit wurde in der Internet-Buchhandlung der Themenbereich „Schule & Lernen“ angekündigt. Die Anna Graf Neugier der Lehrerin war geweckt, ich wollte wissen, ob diese Seite „etwas taugt“. Ein Klick auf die Schultafel brachte mich zur Rubrik „Schulbuch“, wo ich aber nicht sehr fündig wurde, als ich Lesebücher für die Unterstufe suchte. Aufgrund der Kultushoheit der Bundesländer gibt es eine unübersichtliche Menge an Schulbüchern für die verschie24 | büchermenschen

densten Fächer. Diese Masse würde sicher den Rahmen dieser Seite sprengen. Ich wechselte zu „Lernhilfen“, einer Sparte, die gebraucht wird, wenn Eltern ihren Kindern leichter zum Schulerfolg verhelfen wollen. Das Angebot hier ist vielfältig, man muß sich nur etwas Zeit nehmen, da Lernhilfen meist Themenbereiche wie z. B. Grammatik beinhalten, nicht aber nach Alterstufen differenziert sind. Die Detailangaben auf dieser Internet-Seite sind sehr nützlich, außerdem gibt es viele Verweise auf Lernsoftware – die macht den Schülern in der Regel mehr Spaß als trockene Übungen in Büchern. Begeistert hat mich der Bereich „Prüfungsvorbereitungen“, da hier für alle Schularten, Fächer und Prüfungen ausreichend Material aufgeführt ist. Als Mutter eines Abiturienten weiß man den Wert von strukturierter Information zu schätzen. Es beruhigt die Gemüter, gibt Hoffnung und spart Zeit, die man mit gezieltem Lernen verbringen kann. Das „Schmankerl“ wartete bis zum Schluß: die Interpretationen. Literatur bildet für mich immer noch das Kernstück des Deutschunterrichtes und trägt sicher viel zur Lesekompetenz bei, die PISA so nachdrücklich fordert. Mein erstes Stichwort war

Bereich der Sekundärliteratur ein breites Spektrum mit vielen Querverweisen. Wer natürlich Bücher in die Hand nehmen will, querlesen möchte, für den ist diese Seite nichts. Aber in Zeiten, in denen Schülern und Lehrern weniger Freizeit zur Verfügung steht, der Wunsch nach gezielter Information größer wird, ist diese Internetseite eine Hilfe, die man erst zu schätzen weiß, wenn man viel Zeit mit der Suche nach geeigneten Büchern verbracht hat. Viele unserer Schüler haben sowieso eine stärkere Medienkompetenz als ihre Lehrer – sie werden die Seite zu nutzen wissen.

ANNA GRAF, ABITUR in München, dann Studium der Geschichte, Deutsch und Sozialkunde an der LMU in München. Seit 23 Jahren unterrichtet sie mit viel Freude ihre Fächer an einem Mädchen-Gymnasium in der Münchner Innenstadt. Um auch die andere Seite des Schulalltages beurteilen zu können, begleitet sie ihre beiden Söhne (18 und 16) durch die Höhen und Tiefen des Schüleralltages.


Austreibung der Plagegeister

Der Rechtschreibprofi Das große PLUS am PC

:

REPORTAGE

DIE NEUE RECHTSCHREIBUNG verun-

sichert viele Schreibende. Wer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden möchte, greift auf das Original, den „Duden Korrektor PLUS 3.0“ zurück, der den PC zum kinderleicht zu bedienenden Rechtschreibprofi macht. Wir trafen Ingo Lahrkamp, der diese Software verantwortlich mitentwickelte. Vor 125 Jahren erschien das erste „Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Ingo Lahrkamp Duden. Doch von Nostalgie ist am Arbeitsplatz von Ingo Lahrkamp, „Product Manager“ beim Bibliographischen Institut in Mannheim, wenig zu spüren. Ein Team aus Computerlinguisten und Dudenredaktion entwickelte den neuen „Duden Korrektor PLUS 3.0“. Er ist – wie unabhängige Tester von z.B. „c’t“ bescheinigen

NIE WIEDER PEINLICHE Fehler in E-Mails, in Briefen oder in Präsentationen! Der aktuelle „Duden Korrektor PLUS 3.0“ garantiert, daß in Word, Outlook, PowerPoint & Co die neue Rechtschreibung kinderleicht und richtig angewendet wird. Geprüft und korrigiert werden zudem der Stil und die Silbentrennung, und Musterbriefe mit Formulierungsvorschlägen stehen zur Seite. Dies gilt auch für neue Wörter wie „googeln“ oder für Dialekte! Interessant für Nichtmuttersprachler: Die Fehlermeldungen können mehrsprachig z.B. in Englisch oder „Duden Korrektor PLUS 3.0“ Für PCs ab Pentium III und Türkisch ausgegeben ab Windows 2000 BI, 49,95 € werden.

– die beste Rechtschreib- und Grammatikprüfung für die deutsche Sprache, und wer weiß, wie komplex Sprache ist, der kann ahnen, welche Sisyphosarbeit dahintersteckt. Ingo Lahrkamp: „Die Sprache unterliegt einem ständigen Wandel – neue Wörter entstehen, obsolete Wörter verschwinden. Neben der Pflege der Rechtschreib- und Grammatikprüfung, der Stilprüfung sogar unter Berücksichtigung von Dialekten und der Silbentrennung mußte auch die Integration in Microsoft Office und Works bedacht werden. Wobei unsere Software weitaus mehr Fehler erkennt als die Prüfung von Microsoft, beispielsweise bei Komma-Regeln und bei der Groß- und Kleinschreibung von Eigennamen.“ Der „pazifische Ozean“ wäre so ein typischer Fall, den das Office-Prüfprogramm peinlicherweise übersehen würden. Auch die richtige Kommasetzung und die korrekte Schreibung von „das/dass“ erkennt zuverlässig nur der „Duden Korrektor“, wie z.B. in „Das Segelboot das er letzten Sommer gekauft hatte machte ihm nichts als Ärger“ und in „Was meinst du, das sie gesagt hat?“. Ein weiteres Highlight ist, daß der Anwender sogar aus Fehlern lernen kann. Wie das möglich ist, erklärt Ingo Lahrkamp so: „Der ,Duden Korrektor‘ präsentiert dem Benutzer kurze Meldungen zu gefundenen Fehlern. Möchte dieser zu einem komplexeren Fehler weitere Informationen, so kann er sich den Fehler durch Beispiele sowie Regeln erklären lassen, also ein ,Learning by Doing‘.“ Ganz gelassen bleibt Ingo Lahrkamp auch hinsichtlich der für den 1. August 2005 definitiven Einführung der Neuen Rechtschreibung, oder ob die Kultusministerkonferenz doch noch ein Hintertürchen für etwaige Rücknahmen offenläßt: „Das Gute beim ,Duden Korrektor‘ ist, daß er eine Software ist, die sich aktualisieren läßt, was sich bei einem Nachschlagewerk in Papierform nicht so einfach gestaltet. Durch diese Möglichkeit können wir dem Anwender immer den besten ,Duden Korrektor‘ bieten. Eine mögliche Rücknahme der Reform bereitet uns also keine schlaflosen Nächte.“

198 Seiten, Paperback ISBN 3-7093-0058-4 EUR 14,90 / sFr 27,60

 Sicherheit im Umgang mit schwierigen Zeitgenossen gewinnen  Lernen, wie der Feind zum Freund wird – vielleicht nicht zum Freund fürs Leben, aber wenigstens für den Arbeitsalltag  Die eigenen Reaktionen besser einschätzen und lenken können

Die Kunst, sich kurz zu fassen

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Den Urlaub sicher genießen :

INTERVIEW

* BIS 15. SEPTEMBER 2005 lobt „Marco

© aboutpixel

Unterwegs mit Marco Polos „Geld-zurück-Garantie“*

Polo“ eine „Geld-zurück-Garantie“ aus, falls sich ein gekennzeichneter „InsiderTipp“ der Redaktion als unzutreffend erweisen sollte. Walter M. Weiss, Autor des Bandes über Wien, verrät uns mehr über Urlaubsfreuden, die mit Sicherheit erlebnisreich sein werden.

Weitere Empfehlungen

Lesezeichen

> Herr Weiss, wie wird man zum „Marco Polo“-Autor? < Eine Grundbedingung ist die Freude, ständig Neues zu entdecken und andere daran teilhaben zu lassen. Die Fähigkeit, Informationen pfiffig zu verpacken, gehört gewiß auch dazu. Und dann muß man die konkrete Destination – die Stadt, die Region, das Land – wie seine Westentasche kennen. Ich selbst lebe in Wien und hatte jahrelang in Zeitungen und Magazinen über diese wunWalter M. Weiss derbare Stadt geschrieben. Da lag der Wunsch nahe, auch einmal Bleibenderes in Buchform zu schaffen. > Ihr „Wien“-Band aus der „MarcoPolo“-Reihe erscheint gerade in der 12. Auflage. Was unternehmen Sie, um jedes Jahr Aktualität zu garantieren? < Das Radar bleibt rund um die Uhr eingeschaltet. Ob bei der Lektüre der Lokalzeitung, beim Stadtspaziergang oder

Deutschlands Liebling: Marco Polo: „Mallorca“ MAIRDUMONT, 7,95 €

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Die Sonne lacht: Marco Polo: „Türkische Küste” MAIRDUMONT, 7,95 €

Hoch hinaus in Wien und anderswo

Small talk mit Freunden: Gerade in einer so quicklebendigen Metropole wie Wien hört und liest man ständig von neuen Attraktionen, Lokalen, Läden oder amüsanten Abwegigkeiten. Dazu kommt natürlich kurz vor Drucklegung die gezielte Recherche. Jedes Detail, von der Telefonnummer bis zur Qualität des Beisls, wird dann nochmals sorgfältig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. > „Marco Polo“ gilt als die am meisten verkaufte Reiseführer-Reihe. Die „Insider Tipps“ stechen hervor mit z.T. sehr ungewöhnlichen Empfehlungen. Wie fanden Sie Ihre? < Klar ist: Der Kanon klassischer Sehenswürdigkeiten Marke Schönbrunn oder Stephansdom muß sein. Aber Reisen bedeutet nicht nur für junge Semester längst viel mehr. Gut und authentisch essen, shoppen, Szene-Leben sind integrale Bestandteile gelungener Städtetrips. Und wenn

Voller Entdeckungen: Marco Polo: „Toskana“ MAIRDUMONT, 7,95 €

Geheimtip: Marco Polo: „Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern” MAIRDUMONT, 7,95 €

man dann noch richtig Schräges erlebt, gibt es daheim umso mehr zu erzählen. Was liegt näher, als sich auch diesbezüglich vom Kenner vor Ort (ver)leiten zu lassen? Deshalb liefert „Marco Polo“ sehr viele „Insider-Tipps“, im Falle Wiens vom Stegreiftheater und Salsa-Tanzkurs übers Marzipanmuseum bis zum Designerhotel. > „Marco Polo“ wirbt mit einer „Geldzurück-Garantie“, also einer Erstattung des Kaufpreises, falls sich ein gekennzeichneter „Insider-Tipp“ als unzutreffend erweisen sollte. Wie schaffen Sie es, diesen Qualitätsanspruch sicherzustellen? < Das Angebot, bei Feststellung eines unzutreffenden gekennzeichneten „Insider-Tipps“ den Kaufpreis rückzuerstatten, spiegelt das Vertrauen in die Qualität der Recherche wider. Ich prüfe alle Angaben höchstpersönlich nach – ganz nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser! > Zum Schluß noch aktuell zu Wien – was sollte der Besucher nicht verpassen, was ist das jüngste Highlight? < Nicht ohne Grund boomt diese Stadt wie wenige andere. Kaum ein Jahr vergeht ohne neues Top-Museum. Jüngste Neueröffnung: die Fürstlichen Sammlungen im Liechtenstein Museum – immerhin die größte und bedeutendste private Kunstkollektion der Welt. Wie pflegte der legendäre Nachkriegs-Kabarettist Karl Farkas zu sagen?: „Schaun` Sie sich das an ...“ ENTDECKEN SIE WIEN! Ob Kaffeehaus oder Hofburg, ob Sängerknaben oder Indie-Pop, ob Heuriger oder Schickeria – zu erlebnisreichen Sehenswürdigkeiten und Entdekkungen abseits der üblichen Verdächtigen lädt „Marco Polo Wien“ ein. Die 16 Extraseiten mit dem Cityatlas und der Umgebungskarte führt Sie zuverlässig überall hin, wozu Sie bei Ihrer Städtereise am meisten Lust haben. Ein praktischer Reiseführer ganz Marco Polo: „Wien“ nach unserem Gusto. MAIRDUMONT, 7,95 €


Abheben mit Polyglott

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INTERVIEW

GEMEINSAM MIT „POLYGLOTT on tour“

und „Germanwings“ verlosen wir eine Flugreise nach Barcelona. Auch sonst wird Ihr Urlaub ein Volltreffer – wenn Sie sich von kompetenter Seite durch PolyglottReiseführer begleiten lassen.

> Frau Lennartz, Sie sind Chefredakteurin bei Polyglott. Heißt das, daß Sie einen Traumjob haben, in der Welt umherreisen und Tips überprüfen dürfen? < Ob Tips überprüfen ein Traumjob ist – darüber könnte man diskutieren. Wir dekken so viele Reiseziele ab, für die man als Redakteur nie genügend spezialisiert wäre. WAS PASSIERT, WENN Sie in Barcelona die Tel.-Nr. 932 68 21 05 wählen? Sie könnten an geführten Stadtrundfahrten mit dem Fahrrad teilnehmen ... Was an den ansprechenden Reiseführern von Polyglott gefällt, sind die unglaubliche und anregende Fülle an gut recherchierten Tips und Infos, die zahlreichen Ausflugsverführungen und die vielen praktischen Adressen nebst Karten und Mini„Polyglott on tour: Dolmetscher. Barcelona“ Polyglott Verlag, 7,95 €

Weitere Empfehlungen

Barcelona: Was darf es sein?

Die Fachredakteure in meinem Team organisieren alle Schritte bis zum Druck eines Reiseführers und kommunizieren mit den vielen Journalisten und freien Autoren, die für uns unterwegs sind. Reisen ist trotzdem für uns alle eine Leidenschaft – und diese Arbeit schafft Kontakte und schließlich auch Freunde in der ganzen Welt. > Mit Reiseführern von Polyglott sind schon unsere Eltern nach Italien gereist. Jetzt wurden die aktuell 75 lieferbaren „on tour“Bände modernisiert. Was genau ist neu? < Seit den ersten in den 50er Jahren erschienenen Polyglott-Reiseführern gab es natürlich einige Wellen der Neupositionierung, in denen die Reihe sich an der jeweils aktuellen Marktsituation ausgerichtet hat. Mit unserem Relaunch reagieren wir auf Veränderungen im Reiseverhalten. Es gibt neu auf der vorderen Klappe die „Polyglott Top 12“: So entgeht auch dem Kurzzeitreisenden sicher nichts. Auf der hinteren Klappe hilft eine Karte der Polyglott-Touren mit knappen Beschreibungen bei der individuellen Planung. Das Tollste klebt auf dem Cover: Der „Cityflip“ oder bei Ländern die „Flipmap“: die praktische Karte mit der schnellen Faltung. > Warum stehen Städtereisen derzeit so hoch im Kurs und warum ist unter diesen Barcelona derzeit die wohl beliebteste Destination? < Städte sind einfach die Orte, wo man in kurzer Zeit am meisten erleben kann. Barcelona ist seit Jahren eines unserer Top-Städteziele. Die Stadt hat kulturell und historisch viel zu bieten, aber am authentischsten erlebt man sie beim lustvollen Flanieren auf den Rambles, in den Cafés des Barri Gotic oder in den Fischlokalen von Barceloneta. Das alles gibt Barcelona seinen besonderen Charme.

Lesezeichen

© SXC

„On tour“ in Barcelona mit Cityflip und „Top 12 Tipps“ > Was sollte der Gewinner unserer Flugreise unbedingt ansehen? < Die Boqueria, eine der schönsten Markthallen Europas, etwas katalanischen Jugendstil wie die Casa Milà von Antoni AUF ZU DEN „Les Rambles“ oder worauf immer Sie in Barcelona Lust haben. „Polyglott on tour“, „büchermenschen“ und „Germanwings“ verlosen zwei Flugtickets, wahlweise ab Köln/Bonn oder Stuttgart, in die katalonische Metropole. Senden Sie einfach eine frankierte Postkarte mit Ihrem Namen bis 1. September 2005 (Poststempel) an: Buchhandlung H. Hugendubel Stichwort büchermenschen-Barcelona Postfach, D-80327 München Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Veranstalter und deren Angehörige können leider nicht teilnehmen. Übrigens: Die Günstig-Airline „Germanwings“ bedient mit Preisen ab 19,- € ein breites Streckennetz in Europa und richtet nach Köln/Bonn und Stuttgart ab 5. Juni 2005 ihren dritten Abflughafen in Berlin-Schönefeld ein. Mehr unter www.germanwings.com

Gaudí und vielleicht die Aussicht vom Tibidabo, auf den man mit der museumsreifen Tramvia Blau hinauffährt. Und darum beneide ich den Gewinner schon jetzt.

Ganz neu : „Polyglott on tour Portugal“ Polyglott Verlag, 7,95 €

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First-Class Reiseführer: „Polyglott Apa Guide China“ Polyglott Verlag, 19,95 €

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Prominente Zeitzeugen

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INTERVIEW

WAS BLEIBT VOM 8. Mai 1945? Frank

Schirrmacher, Herausgeber der „F.A.Z.“, Stefan Aust, „Spiegel“-Chefredakteur, und Michael Kloft von „Spiegel TV“ interviewten prominente Zeitzeugen für das Fernsehen und für ein neues faszinierendes Buch. „Als sei die Welt erwacht“ gewährt sehr persönliche und unerwartete Einblicke, läßt ein deutsches Jahrhundert voller dramatischer Ereignisse Revue passieren und legt Gedanken zur Zukunft Deutschlands dar.

Die zweibändige Kassette stellt 98 stilbildende Musiker und Musikerinnen aus hundert Jahren Jazzgeschichte vor, würdigt und wertet ihre musikalischen Leistungen. Mit zahlreichen, vielfach bislang unveröffentlichten Fotos, Hörempfehlungen und Lektüretipps. Jazz-Klassiker 2 Bde. kartoniert in Kassette Hrsg. von Peter Niklas Wilson 832 S. · 98 Abb. · € 24,90 ISBN 3-15-030030-4

w w w. r e c l a m . d e

Viel mehr als Klassiker in Gelb.

> Helmut Schmidt, Brigitte Hamann, Joachim Fest, um nur drei Ihrer zwölf prominenten Zeitzeugen zu nennen – nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Interviewpartner aus? < Frank Schirrmacher: „Wir haben uns an Persönlichkeiten gehalten, die durch ihre Arbeit selbst Einfluß auf die Geschichte hatten. Das sind Politiker, aber eben auch große Historiker, deren Geschichtsbilder Geschichte völlig verändern können.“ > Eigentlich wäre ein 60. Jahrestag nichts Besonderes, wenn es wohl nicht der letzte runde Jahrestag war, an dem Zeitzeugen zu Wort kommen konnten. Wie gingen Sie als Interviewer mit diesem Erbe um? Stefan Aust < Michael Kloft: „Die Zahl der Augenzeugen, der direkt oder indirekt Beteiligten, wird im Lauf der Jahrzehnte natürlich immer kleiner, und es wird nicht mehr lange dauern, bis es niemanden mehr gibt, der die Greuel der Naziherrschaft und des Krieges miterlebt oder erlitten hat. Für das kollektive Gedächtnis der Menschheit ist es notwendig, so viele Augenzeugenberichte wie möglich zu dokumentieren. Zugleich müssen wir versuchen, authentische Dokumente, also originale Film- und Ton-

© Keystone

Hundert legendäre Musiker im Porträt

1933 – 1945 – 1989:

8. Mai 1945 in Berlin

aufnahmen, aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüberzuretten. Jede Generation wird sich auf ihre eigene Weise mit dem Dritten Reich und mit den aus dieser Apokalypse gewonnenen Erfahrungen auseinandersetzen müssen.“ > Die meisten der von Ihnen interviewten Prominenten haben bereits ausführliche Autobiographien geschrieben. Was haben Sie in den Gesprächen zu „Als sei die Welt erwacht“ Neues erfahren? < Frank Schirrmacher: „Viele haben Neues und Überraschendes erzählt. Helmut Schmidt zum Beispiel und Ralf Dahrendorf über die Frage, wie man aus Trümmern einen Neuanfang bewerkstelligen kann. Eine auch heute aktuelle Frage, wo wir zwar nicht in Trümmern leben, aber eine ähnliche Inspiration zum Neuanfang nötig hätten.“ > Egon Bahr, um einen Namen zu nennen, gibt im Gespräch auch detailliert Auskunft über den Mauerfall. 1989, 1945 und 1933 gehören zusammen, aber ist damit ein großes Kapitel deutscher Geschichte zu Ende? Anders gefragt, Frank Schirrmacher wird 1989 einmal als ein An-


So viel Anfang war nie? erinnern sich

fang bewertet werden wie der 8. Mai 1945 Jahrzehnte später? < Stefan Aust: „Für mich war schon am Abend des 9. November 1989 eines klar: Dieses ist der Tag, an dem der Zweite Weltkrieg wirklich zu Ende geht. Die Nachkriegsordnung zerbrach über Nacht, und es wurde der erste Schritt gemacht, um Europa von den Lasten der Vergangenheit zu befreien. Insofern war es ein Schlußpunkt der Kriegsund Nachkriegsentwicklung und der Beginn eines neuen Zeitalters. Welche WeiMichael Kloft chen damals gestellt wurden, erleben wir jeden Tag, an dem wir mit den Folgen des Mauerfalls, der Osterweiterung der EU und der Globalisierung konfrontiert werden.“ > Sind Sie bei den Interviews auf ein Thema, eine historische Frage gestoßen, bei der Sie der Meinung sind, hierüber sei noch nicht ausführlich genug recherchiert und geschrieben worden? < Michael Kloft: „Bei den Recherchen zu den Filmen, die wir im Zusammenhang mit dem 60. Jahrestag des Kriegsendes unter-

nommen haben, ist uns eines immer deutlicher geworden. Der Zweite Weltkrieg darf nicht isoliert betrachtet werden. Er muß im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg gesehen werden, mit den gesellschaftlichen, den wirtschaftlichen und den moralischen Deformationen, die durch diesen hervorgerufen wurden. Die Kontinuität der Ereignisse, aber auch die Fehler der Siegermächte, sind – bei der notwendigen Beschäftigung mit den Untaten der Deutschen in der Nazizeit – zu wenig beachtet worden.“ > Wie sollten wir den 8. Mai 2015 begehen? < Stefan Aust: „Ich glaube, in zehn Jahren wird das Interesse am Ersten Weltkrieg, am Zweiten Weltkrieg, am Sündenfall des Dritten Reichs keinesfalls geringer sein als heute. Auch die kommenden Generationen in Deutschland und in anderen Ländern werden aus dieser Kulmination des Schrekkens in der modernen Zeit lernen wollen, können und müssen. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus darf aber für die Deutschen nicht den Blick auf die übrigen Teile der Geschichte verdunkeln.“

WIE STABIL IST die Demokratie in Deutschland? Was lehrt uns der Neuanfang am 8. Mai 1945 für die Zukunft Deutschlands? Wie gehen wir mit unserem Erbe um? Berühmte Zeitzeugen gaben Frank Schirrmacher und Stefan Aust ausführlich Auskunft und erlauben den Blick auf sehr private Erinnerungen. „Als sei die Welt erwacht“ versammelt Ein- und Ausblicke von Richard von Weizsäcker, Joachim Fest, Ralf Dahrendorf, Marcel Reich-Ranicki, Wolfgang Leonhard, Hans-Jochen Vogel, Brigitte Hamann, Egon Bahr, Ian Kershaw, Helmut Schmidt und Roman Herzog. Frank Schirrmacher, Stefan Aust, Michael Kloft (Hg.): „Als sei die Welt erwacht“ Frankfurter Allgemeine Buch 24,90 €

+ Für Manager Freude am Erfolg im Job VIELE STUDIEN BEWEISEN, daß Freude an der Arbeit die Basis für überdurchschnittliche Leistungen im Job ist. Wie können Firmen jetzt, wo der Druck durch ständig geforderte Effizienzsteigerung zunimmt, diese Erkenntnis für sich nutzen? Dieses intelligent und transparent aufbereitete Buch richtet sich an Führungskräfte. Insider-Experten zeigen, wie Entscheider ihren Mitarbeitern die Lust an der Leistung nachhaltig vermitteln und wie diese darauf brennen werden, erfolgreich zu sein. Der Faktor Arbeit ist zentraler Bestandteil des Lebens und der eigenen Identität. Was Unternehmen geschickt für sich nutzen können: Eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit bei Dienstleistern zieht ein Anwachsen der Kundenzufriedenheit nach sich. Daraus resultiert eine bessere Kundenbindung, die wiederum ein Umsatzplus für die Firma wahrscheinlich macht. Im ersten Kapitel zeigen die Autoren auf, welchen Wert und welche Werte Lust auf Arbeit für die Firma schafft. Teil II widmet sich dem „Lustmanagement“ und wie es ins Unternehmen integriert werden kann. Abschließend wird auf die Person des „Lustmanagers“ eingegangen. Welche Charakterzüge sind erforderlich, um das Prinzip „Lust und Leistung“ gewinnbringend in den Arbeitsalltag zu integrieren? Viele Checklisten, Abbildungen und praktische Beispiele von damit bereits erfolgreich operierenden Unternehmen schließen das effiziente Samhoud, van der Loo, Geelhoed: Handbuch ab.

„Lust & Leistung“ Wiley, 29,90 €

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Impressum & Co. Impressum

Beruf und Karriere

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Das ist mein letztes Wort“

erwidern oder gar selbst gewinnbringend einsetzen zu können. Das Trainingsbuch „Manipulationen erkennen und abwehren“ macht jeden fit in der Kunst geschickter Konversation. Thomas Wilhelm und Andreas Edmüller öffnen ihre Trickkiste und verraten, wie man Manipulatoren durchschaut, deren Attacken elegant abwehrt und in verbalen Auseinandersetzungen selbst für „Aha-Effekte“ sorgt. Neben einem großen Manipulations-Taktiktest werden trainiert: „Nachverhandlungstaktiken“, „Ankereffekte“, und „Das-ist-mein-letztes-Wort-Techniken“, um nur drei der vielen Manipulationstechniken zu nennen. Techniken die jeder kennen und können sollte, denn Durchsetzungsvermögen im Job basiert nicht Thomas Wilhelm, Andreas Edmüller: allein auf fachlicher „Manipulationen erkennen und abwehren“ Kompetenz! Haufe, 19,80 €

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Anschrift für Verlag, verantwortlichen Redakteur und Anzeigenverantwortlichen: in medias res Marktkommunikation GmbH, Königstraße 70, D-90402 Nürnberg, buechermenschen@imr.de, Tel.: +911/43053-0, Fax: +911/43053-44

© Heike Hülser

Heute zum Thema: Manipulationen – und wie wir sie erkennen und abwehren können. > Frage: Im beruflichen Alltag sage ich oft „Ja“ und ärgere mich hinterher darüber. Wie konnte ich nur so unüberlegt zusagen? < Antwort: Klarer Fall – Sie sind manipuliert worden, ohne es zu merken. Nahezu jede Art von Kommunikation versucht, etwas zu erreichen und ist auf ein Ziel hin orientiert. Nur hat sich in diesem Fall Ihr Gesprächspartner keiner fairen Mittel bedient und Sie so manipuliert. Am Anfang muß also das Erkennen von verbalen Manipulationen stehen, um diese mit anderen Methoden der Gesprächsführung

Herausgeber: Buchhandlung Hugendubel GmbH & Co. KG, Nymphenburger Straße 29, D-80335 München

Verlagsleitung: Jürgen Prommersberger (verantwortlicher Redakteur)

Viel Spaß wünschen „Hauck & Bauer“

„MORD AUF BESTELLUNG“ – die Krimianthologie der büchermenschen und „BoD – Books on Demand“ wurde auf der Leipziger Buchmesse feierlich präsentiert. BoD-Chef Dr. Pascal Zimmer (ganz rechts) und Katrin Madel (2 v.r.), Leitung Marketing der Buchhandlung Hugendubel, gratulierten der 1. Preisträgerin Margit Kiefer (4. v.r.) und den anderen

Objektleitung/Anzeigen: Susanne Halfmann (verantwortlich für den Anzeigenteil) Redaktionelle Mitarbeit: Annette Bibel, Irene Binal, Anna Graf, Herbert Grambihler, Susanne Halfmann, Joachim Hauser, Tina Rausch, Elisabeth Zeitler Layout: Andreas Bahn, Joachim Hauser Herstellungsleitung: Jürgen Schmidt Titelbild: Peter Severin Kroyer (Ausschnitt) büchermenschen ist ein Kundenmagazin und enthält auch von Unternehmen finanzierte Beiträge. büchermenschen – das Hugendubel-Magazin für Leser – erscheint fünfmal jährlich und wird kostenlos an die Kunden der Buchhandlungen Hugendubel abgegeben.

Lauter Gewinner bei unserem Krimi-Schreibwettbewerb

Gewinnern, die sich am BoD-Messestand zur Preisverleihung trafen. Das 116 Seiten starke Buch mit den zehn spannendsten Beiträgen ist für 8,90 € in Ihrer Hugendubel-Filiale vorrätig und in jeder anderen deutschen Buchhandlung unter der ISBN 3-8334-2579-2 zu bestellen.

Zur Zeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3/2005. Preisangaben sind ohne Gewähr. büchermenschen 4/2005 erscheint am 19. September 2005. Falls Sie Wünsche, Anregungen oder Fragen haben, dann sagen wir schon jetzt herzlichen Dank für einen Leserbrief!


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Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt. Aus ein paar netten Sommertagen wird ein grauenhafter Albtraum.

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büchermenschen_3/2005  

büchermenschen 3/2005: Zum Tod von Heinrich Hugendubel, Elke Heidenreich über lesende Frauen, Henning Mankell geht dem Bösen auf den Grund,...