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DER 21. JUNI 2003 wird in die Geschichte eingehen! Am Tag des Sommeranfangs erscheint endlich Harry Potter V. „‘It is time,‘ Dumbledore

+ Philip Roth

+ Frühlingsgefühle

said, ‚for me to tell you what I should have told you five years ago, Harry.‘“ Wie es weitergeht, darauf freut sich Hugendubel – Home of Harry Potter – mit Ihnen.

+ Reinhold Messner

ELKE HEIDENREICH über Kinderbücher und Ihre neue Literatursendung:

Bücher erklärten mir die Welt, die ich nicht verstand und machten sie da, wo sie grau und traurig war, bunt und schön. BM2003-2.indd 1

07.03.2003, 15:23:15 Uhr


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büchermenschen Inhalt # 2/2003 + 04 Willkommen + 13 Leipzig liest + 26 Achtung: Hacker´s Guide

+ 15 Gut im Beet

+ 29 Wieder entdeckt

05 Gewinnspiel: Home sweet Home GESUCHT: WELCHEM BÜCHERMENSCHEN ist dieses Lesezimmer heilig? Nur wer mitspielt, kann gewinnen: einen Hugendubel-Geschenkgutschein.

© Jürgen Frank

© blv – Mount Everest

08 Shooting-Star Kehlmann

+ 06 Amerikas Zeuge

+ 18 Mythos Mount Everest

PHILIP ROTH FEIERT seinen 70. Geburtstag. Wir interviewten den großen Erzähler auf seiner heimischen Leseinsel.

REINHOLD MESSNER UND der Mount Everest. Ein Gipfelgespräch anläßlich des 50. Jubiläums der Erstbesteigung.

DER JUNGE AUTOR und Kaminsiki

10 Frisch geerntet NEUE ROMANE UND Krimis für Sie ausgewählt

16 Unterwegs mit Herbert Feuerstein WOMIT DER KLEINE große Star am liebsten verreist

UNTERWEGS MIT DEM „Motorrad Action Team“

22 Nichts für Erwachsene

© Isolde Ohlbaum

UNSERE EMPFEHLUNGEN FÜR junge Leser © Isolde Ohlbaum

Titelbild: Elke Heidenreich © Isolde Ohlbaum

17 Gib Gummi

+ 20 Elke Heidenreich

+ 24 Wort & Totschlag

DIE ANLEITUNG ZUM Glücklichsein, wie Kinder Lesen lernen und warum das Fernsehen bald doch wieder gute Seiten hat.

HENNING MANKELL KANN auch anders: Sein neuer Roman ist sehr sensibel. Warum, verrät er seinen Lesern hier.

28 Vorsicht Schnäppchen! UNWIDERSTEHLICHE ANGEBOTE BEI Hugendubel

30 Impressum. Links & Co DIE BÜCHERMENSCHEN IM Überblick, etwas Post und ein Rätsel

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Herzlich willkommen in der Welt der büchermenschen

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EDITORIAL

ENDLICH! DIE TAGE werden wieder länger, die Sonne beginnt wieder zu scheinen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber am Ende jeden Winters freue ich mich ganz besonders auf wärmere Tage und mehr Licht. Also geben wir in unserer dritten Ausgabe der büchermenschen grünes Licht für Frühlingsgefühle und eine Aufbruchstimmung von ihrer schönsten Seite. Neuland betritt z.B. auch Elke Heidenreich mit ihrer sehr persönlichen ZDF-Literatursendung „Lesen!“. Sie als Büchermensch par excellence verrät bei uns erste Einzelheiten und erzählt, wie sie Bücher als Lebens-Mittel kennenlernte. In ungeahnte Höhen entführt uns Reinhold Messner anläßlich des Mount-Everest-Jubiläums und Marianne Sägebrecht in ihren Garten. Henning Mankell und Daniel Kehlmann haben wir anläßlich ihrer neuen Bücher zum Interview auf die Leseinsel gebeten und auch die Buchhandlung Hugendubel verrät ein wohlgehütetes Geheimnis: Lernen Sie Hans-Peter Schultes kennen, unseren Sparbuch-Forscher und hauptberuflichen Schnäppchenjäger, der immer mehr hübsche Bücher immer billiger macht. Genießen Sie die ersten warmen Tage in Begleitung der Empfehlungen aus un-

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serem Kundenmagazin! Über Wünsche, Anregungen und Zuschriften zu den büchermenschen freue ich mich sehr. Jetzt wünsche ich Ihnen aber zunächst einmal viele schöne und spannende Stunden mit dieser Ausgabe. Ihre

Nina Hugendubel PS: In der nächsten Ausgabe, die am 2. Juni für Sie in Ihrer Buchhandlung Hugendubel bereit liegt, steht übrigens nicht nur der Sommer vor der Tür – auf den neuen Harry Potter and the Order of the Phoenix freue ich mich schon jetzt ganz besonders!

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© Christine Strub

Schneller, besser, ! einfacher

Fra/ge/zei/chen, das, hat die Aufgabe, einen Satz als Fragesatz zu kennzeichnen. Gewöhnlich steht das Fragezeichen am Ende eines Satzes, es kann aber, z.B. als unglaubwürdige Aussage in einer Klammer auch innerhalb eines Satzes vorkommen. In unserem Magazin büchermenschen markiert das Fragezeichen ein Gewinnspiel, wie Sie, ganz anschaulich, gegenüber sehen können.

FEUERWEHRMANN MONTAG legt Brände, statt Brände zu löschen. Seine wichtigste Aufgabe: Bücher verbrennen. Denn in der Gesellschaft, in der er lebt, ist platte Zerstreuung alles und das Lesen von Bücher gilt als asozial und überholt. Doch eines Tages erliegt Montag der Versuchung. Jetzt muß auch er fliehen, auf die andere Seite, zu den büchermenschen ... Ray Bradbury, Fahrenheit 451, Roman, Diogenes, 7,90 €

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Ein Mann. Pfeifenraucher. Gesucht: Der Mensch hinter dem Bild LESEDETEKTIVE AUFGEPAßT: Auch in

Schon mit 18 weiß unser büchermensch, daß er Schriftsteller werden will. Dazwischen kamen ihm unliebsame Kurzaufenthalte im belgischen Bäcker- und Buchhandelsmetier, eine schöne Malerin und die wilden 20er Jahre in Paris. Dort schreibt der enge Freund André Gides mehr als 180 Groschenromane. Seine Schreibwut ist so unersättlich wie seine Gier nach Frauen maßlos, seine Leidenschaft für Boote wird nur noch durch die Kollektion seiner Häuser überboten – im Lauf des Lebens erwirbt er weltweit 29 Domizile. Mit dem Reich-

© Diogenes

diesem Heft schicken wir Sie auf literarische Spurensuche und laden Sie herzlich ein, Ihr Wissen gewinnbringend einzusetzen. Es geht ganz einfach: Erraten Sie die Person hinter den Worten und gewinnen Sie einen von drei Buchgutscheinen! Lesen ist Vergnügen - das sich jetzt besonders für Sie auszahlt. Viel Glück!

„Der wichtigste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts“ (G. García Márquez) und seine Pfeifen

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Ich erzähle eine Geschichte. Und das ist alles !“ tum kommt der Ruhm – während der Mann mit der Pfeife in Holland auf die Reparatur seines Bootes wartet, ersinnt er die Person eines Grüblers, die ihn zu 84 spannenden Meisterwerken hinreißen wird ... „Alles, was man zu einem guten Krimi braucht, ist ein guter Anfang und ein Telefonbuch, damit die Namen stimmen“, sagte unser Geburtstagskind ... Im letzten Heft war Hans Magnus Enzensberger unser rätselhafter büchermensch. Die Gewinner wurden bereits schriftlich benachrichtigt. Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung! 1. Preis: 2. Preis: 3. Preis:

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Amerikas Zeuge :

INTERVIEW

Beschwerden gehört Philip Roth zur Elite der Weltliteratur. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages sprach Thomas Steinfeld mit dem Amerikaner, dessen jüngstes Werk Das sterbende Tier gerade erschienen ist.

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> Die meisten Ihrer Bücher handeln von Menschen, die aus ihrer Haut heraus möchten und es doch nicht können. Eines von ihnen, Das amerikanische Idyll (1997) handelt sogar von einem, der mit Haut Geschäfte macht, von einem Lederfabrikanten. Wie wichtig ist für Sie die Idee, daß ein Mensch ein anderer werden kann? < Wir leben in einer Gesellschaft, die davon überzeugt ist, daß solche Veränderungen möglich sind. Tatsächlich beruht ein großer Teil dessen, was man landläufig den „amerikanischen Traum“ nennt, auf einer solchen Idee. So fing die Idee irgendwann an, im 18. und im 19. Jahrhundert, so wurde sie groß, Jahrzehnte bevor es überhaupt so etwas wie die Bürgerrechtsbewegung gab, und so ist es bis heute. Ich habe hingegen die Vorstellung, daß das so leicht nicht ist. Nicht, weil man seine Haut nicht verlassen könnte, das geht sogar, vielleicht, für eine gewisse Zeit, sondern weil eine solche Idee die Planbarkeit von Leben voraussetzt und diese durch Ereignisse herausgefordert wird, die man gar nicht voraussehen kann, durch Krankheit zum Beispiel, oder durch historische Ereignisse. Denken Sie nur an den 11. September. An diesem Tag hatten Millionen von Menschen Millionen von Plänen, sie mußten Schulden bezahlen, zur Arbeit gehen und Kinder zur Schule bringen, und alles wurde ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten. > Manche Ihrer Romane sind als Kommentare zu einer bestimmten hi-

storischen oder politischen Situation verstanden worden, so Mein Mann, der Kommunist aus dem Jahr 1998 oder zuletzt vor zwei Jahren das Buch Der menschliche Makel, der manchen Kritikern als Abrechnung mit den Idealen der „political correctness“ erschien. Halten Sie Ihre Bücher selbst für Kommentare zu aktuellen Ereignissen? < Nein, das ist viel zu eng gefasst. Wenn mich etwas interessiert, dann ist es meistens zwar auf eine bestimmte historische Situation bezogen, auf das Amerika der Ära McCarthy zum Beispiel, oder auf das scheinbare Ende der „political correctness“ an den amerikanischen Universitäten gegen Ende der 90er Jahre und die Clinton-Lewinsky-Affäre – ach, Sie wissen schon, was ich meine. Aber was mich daran interessiert, ist eher die besondere Stimmung, die ich dann beschreiben

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Ich habe keine Heimat mehr“ möchte. Ich möchte ein Bild davon zeichnen, und wenn es in sich selbst lächerlich oder grotesk ist, dann ist das so, ohne daß ich deswegen das Buch selbst als Groteske oder Satire anlegen würde. Und am Ende verstehen wir, daß es sich dabei immer wieder um dieselben einfachen Motive handelt, um Opportunismus, um eingebildete oder tatsächliche Leidenschaften, um Macht. Was mich interessiert, ist die Anatomie dieser Verhältnisse, und deswegen stehen immer einzelne Menschen im Mittelpunkt meiner Bücher. > Was bedeutet das Alter für Sie? < Nun, ich bin jetzt 70 Jahre alt. Und seit etwa zehn Jahren muß ich zusehen, wie Menschen, mit denen ich vertraut war, krank werden und sterben. Ich kenne ihre Geschichte, ich war manchmal Zeuge ihrer Leiden, ich sah, wie sie ihre Kraft verloren. Und das beschäftigt mich sehr, in Gestalt des Prostata-Krebses, der den Erzähler in Der menschliche Makel heimgesucht hat, mit all dem Elend, den diese

© Jürgen Frank

Zum 70. Geburtstag des großen

Makellos: Philip Roth

Krankheit zur Folge hat, oder in Gestalt des Brustkrebses, der in Das sterbende Tier eine große Bedeutung hat. Diese Krankheiten sind furchtbar, sie verändern einen Menschen von Grund auf – und diesem Leiden möchte ich ein Bild geben, mit dem ganzen Gewicht, das ihm gebührt.

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Man kann sagen, daß Amerika ein bißchen weiser geworden ist“ > Sie sind mit Ihren Helden gealtert, Ihre Helden mit Ihnen. Und irgendwie scheint auch das Land gealtert zu sein, in dem sie alle wohnen. Wie alt sind die Vereinigten Staaten tatsächlich? < Für Europäer mag die Idee sehr verführerisch sein, daß es so etwas wie den allmählichen Verfall der Vereinigten Staaten gäbe. Es mag nun tatsächlich Bereiche geben, in dem ein Verfall zu beobachten ist, im Schulsystem beispielsweise. Aber so etwas darf man nicht zu einem Urteil über die ganze Nation ausweiten. Amerika ist die mächtigste Nation der Welt – wer wollte da von Verfall reden. Das Land ist reich, es entstehen darin immer neue Ideen, es hat über die vergangenen 50 Jahre hinweg den technischen Fortschritt

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Erzählers Philip Roth angeführt. Und älter wird es auch – und wenn man daran denkt, welche sozialen Errungenschaften es in den vergangenen Jahrzehnten gegeben hat, nicht zuletzt im Verhältnis der Rassen zueinander, dann wird man auch sagen können, daß es dabei weiser geworden ist. > Die meisten Ihrer Romane spielen auf sehr begrenztem Raum, in einer kleinen Stadt in New Jersey, in einem klar umrissenen Viertel einer Großstadt, auf dem Lande. Sie spielen auch in eng begrenzten sozialen Verhältnissen, unter Kollegen, Verwandten. Warum sind diese Verhältnisse so klein, in so einem großen Land? < Ich weiß nicht, vermutlich, weil sie sich normalerweise nicht anders gestalten. Und weil es immer ein Bewußtsein davon gibt, daß es anders gar nicht sein kann. Sehen Sie, ich bin in einer kleinen Stadt in New Jersey aufgewachsen, und das Viertel, in dem ich wohnte, ist während der Rassenunruhen in den sechzi-

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Ich bin weit herumgekommen“

ger Jahren abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden. Ich habe keine Heimat mehr, und das ist für uns alle, ob wir nun Europäer oder Amerikaner sind, etwas sehr Gewöhnliches. Die amerikanischen Städte sind zerstört worden, eine nach der anderen, nicht durch Unruhen, sondern durch die Verelendung der Zentren oder durch ihre Verwandlung in Büroviertel. Aber Amerika ist ein großes Land, und die Leute sind mobil, und manch einen führt es dabei bis nach Oregon, und das ist auch in Ordnung so – mit Ausnahme eben von Kindern. Kinder brauchen tatsächlich ein Zuhause, und das Gefühl dafür verläßt uns nicht, auch wenn wir älter werden. Und eines darf man nicht vergessen: Die amerikanische Literatur hat einen sehr starken regionalen Bezug, und sie hat ihn seit 200 Jahren, denken Sie nur

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an William Faulkner oder an Saul Bellow, zwei Autoren, die sich literarisch zwar am entgegengesetzten Ende der Welt zu befinden scheinen, tatsächlich aber zwei amerikanische Schriftsteller sind, die sehr von ihrer jeweiligen Region geprägt sind, oder John Updike und Don DeLillo. Sie müssen sich die Vereinigten Staaten als eine unendlich weite Fläche vorstellen, die aus lauter kleinen Orten besteht, die sich zwar alle mehr oder minder ähnlich sehen, die aber tatsächlich alle ganz einzigartig sind. Ich bin darin weit herumgekommen, habe in New Jersey gelebt, in Chicago, in Iowa – und in London –, und lebe jetzt an einem Ort, wo ich fast gar keine Nachbarn mehr habe. Für einen älteren Herrn ist das so übel nicht.

DAVID KEPESH, EIN in Ehren ergrauter Kulturkritiker, ist über sechzig, als er die Studentin Consuela kennenlernt, die sein Leben in erotische Turbulenzen stürzt. Doch ist für ihn die Zeit des wilden Aufbruchs nicht schon längst vorbei …? In Philip Roths jüngst erschienenem Meisterwerk gibt ein alter Bekannter – David Kepesh begegnete uns bereits 1977 als „Professor der Begierde“ – seine intimsten Seelenregungen preis und spricht über Sex, die Hinfälligkeit des Körpers und das Altern auf eine Weise, die einem den Atem raubt und bereits schon jetzt im Frühjahr 2003 viele Literaturliebhaber vom „Buch des Jahres 2003“ schwärmen läßt! Philip Roth: Das sterbende Tier auch als Hörbuch (Laufzeit 210 Minuten, 3 MCs oder 4 CDs) im Der Hörverlag erschienen, 23,90 € Philip Roth: „Das sterbende Tier“ Hanser, 16,90 €

Foto: N.Crampton

Die Meisterwerke des Mr. Roth Zum 70. Geburtstag des großen Erzählers erscheint dieser und sieben weitere Spitzentitel jetzt bei Hugendubel.

Philip Roth The Great American Novel € 9,90 (D) /sFr. 17,40 rororo 22311

Portnoys Beschwerden Sabbaths Theater Mein Mann, der Kommunist

Amerikanisches Idyll Gegenleben Mein Leben als Mann Täuschung

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Von einer intimen Kennerin Afghanistans – Die fesselnde Lebensgeschichte einer couragierten Frau

Der etwas andere Daniel Kehlmann, Kaminski

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INTERVIEW

DANIEL KEHLMANNS BISHERIGE Bü-

Aus dem Englischen von Elke Hosfeld und Andrea Ott 352 Seiten • € 22,90 [D]

Durch die faszinierenden Geschichten ihres Vaters wurde Saira Shah schon als Kind die Sehnsucht nach dem Zauber und der Magie Afghanistans in die Seele gebrannt. Als junge Frau brach sie schließlich auf, um ihre Wurzeln selbst zu entdecken – und das Idealbild eines Garten Eden, das ihre Vorstellung bisher geprägt hatte, mit der harschen Realität Afghanistans zu konfrontieren.

> Daniel Kehlmann, in Ihrem Roman Ich und Kaminski geht es, unter anderem, um Journalismus. Ihre Hauptfigur, Sebastian Zöllner, ist eine atemberaubend abschreckende Gestalt: eitel, selbstverliebt und unsensibel. Ist das Ihre Meinung von Journalisten? < Muß ich das beantworten? > Sie müssen. < Dann lassen Sie es mich so sagen: Es gibt natürlich sehr gute Leute in der Branche. Aber es gibt auch eine bestimmte Menschenart, die völlige Talentlosigkeit

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Jeder gute Schriftsteller hat etwas von einem Zauberer“ mit dem verbissenen Wunsch nach Aufstieg verbindet. Und die zieht es zum Journalismus wie Motten zum Licht. > Schön gesagt, ein paar Kollegen fallen mir da schon ein. < Wieso bloß Kollegen? > Themawechsel! Was gefällt Ihnen daran, einen charakterlich so problematischen Protagonisten zu erfinden? < Vor allem macht es Spaß! Der Leser verfolgt die Ereignisse durch Zöllners Augen, gleichzeitig bemerkt er, daß dieser

© Manfred Kliemek

cher waren große Erfolge bei den Literaturkritikern, sein neuer Roman Ich und Kaminski scheint nun auch ein Verkaufshit zu werden – schon vor der Auslieferung mußte die 2. Auflage gedruckt werden. Julian Herzog traf den jungen Autor (28 Jahre alt, fünf Bücher bei Suhrkamp), um mit ihm über Kunst, Journalismus und die Freude am Erfinden bösartiger Hauptfiguren zu sprechen.

Daniel Kehlmann

Mann ständig soziale Situationen falsch einschätzt, daß er glaubt, große Wirkung auszuüben oder den Frauen zu gefallen, wo er bloß peinlich ist. Der Erzählton ist durchgängig ironisch. > Aber natürlich ist Zöllner nicht die einzige Hauptfigur. < Nein, da ist auch Kaminski, der blinde Maler. Nun ja, mehr oder weniger blind, so sicher ist das nach einer Weile auch nicht mehr, Zöllner ist nicht der einzige Schwindler auf der Welt. Ich

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Kaminski ist die sympathischste Figur in all meinen Büchern“

mag Kaminski sehr, halte ihn für die sympathischste Figur in all meinen Büchern. Aber auch Zöllner ist nicht bloß abschreckend, er hat bei all seiner Skrupellosigkeit eine ansteckende Vitalität, die es möglich macht, es ein Buch lang mit ihm auszuhalten.

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»Er fühlte sich mit einem Mal ins Glück gerückt«

Shooting-Star und ich – ein offenes Gespräch > Und all das zusammen … < … ist Kunst. Für weniger lohnt es

> In all Ihren Büchern wird das scheinbar Reale unsicher. In Beerholms Vorstellung, Ihrem Debüt von 1997, erkennt ein Illusionist, daß er wirklich zaubern kann. In Mahlers Zeit findet jemand heraus, daß Zeit Illusion ist, in Der fernste Ort bemerkt ein Flüchtender, daß er vermutlich schon eine Weile tot ist. Haben Sie selbst etwas von einem Zauberkünstler?

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Dem Publikum macht es Vergnügen, getäuscht zu werden“ < Ich glaube, jeder gute Schriftsteller hat das. Er spielt mit Rätseln, erzeugt Effekte und Täuschungen. Zunächst, weil es ihm Vergnügen macht, dann, weil es dem Publikum Vergnügen macht, getäuscht zu werden. Dann, weil es Vergnügen macht, die Täuschung aufzudecken, und zuletzt, weil es das größte Vergnügen macht, zu erkennen, daß die Aufdeckung ebenfalls eine Täuschung war.

EIN BIOGRAPH IST jemand, der in das Leben eines anderen Menschen eindringt um, wenn nötig mit Gewalt, dessen verborgenste Geheimnisse zutage zu fördern. Schwierig wird die Situation, wenn das Objekt der Biographie noch am Leben ist. In Daniel Kehlmanns neuem Roman Ich und Kaminski kommt es zur Konfrontation zwischen dem jungen Journalisten Sebastian Zöllner und dem alten Maler Manuel Kaminski. Auf der Suche nach Kaminskis Jugendliebe begeben die beiden sich auf eine skurrile Reise, auf der schon bald nicht mehr klar ist, wer wen manipuliert, wer wen an der Nase herumführt. Kehlmann erzählt eine ironisch funkelnde und bis zur letzten Seite spannende Geschichte von einem Duell zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht Daniel Kehlmann: „Ich und Kaminski“, sein könnten. Suhrkamp, 18,90 €

© Isolde Ohlbaum

sich nicht zu arbeiten. > Auch in Ich und Kaminski geht es um Wirklichkeit und Wirklichkeitsverlust. Niemand wisse wirklich, wie er selbst aussehe, sagt Kaminski einmal, und scheitert an einer Serie von Selbstporträts. Auch Zöllner kennt sich selbst nicht. < Oder nur einen Moment lang. > Einen Moment, auf den alles hinausläuft. Ein Bildungsroman? < Vielleicht ja. Ein negativer, ironischer. Ein völlig verdrehter. Aber wie sonst wäre ein Bildungsroman denn noch möglich? > Also ein Buch über Moral? < Ohne meinen Anwalt beantworte ich das nicht.

Sibylle Lewitscharoff hat mit ihren bisherigen Büchern ihr außergewöhnliches sprachliches und stilistisches Talent unter Beweis gestellt. Mit ihrem neuen Roman zeigt sie, dass sie auch einen großen epischen Stoff erzählerisch beherrscht. Sibylle Lewitscharoff Montgomery 352 Seiten ISBN 3-421-05680-3 € 19,90 / sFr 35,20

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»Raffiniert, unterhaltsam, komödiantisch – immer wieder zum Erstaunen und zur Verzückung des Lesers.« Der Spiegel, Hamburg

Aufbruchstimmung! Empfehlungen für Leser + Neue Romane + Neue Krimis + Neue Liebesgeschichten + Tragisch – komisch – zärtlich

Foto: Isolde Ohlbaum

Eis und Schnee waren gestern

Leon de Winter

Malibu Roman · Diogenes

– die Zeichen stehen auf Frühling! Mit dieser bunten Bücher-Mischung vertreiben Sie den Winter und holen sich aufregendes Neuland ins Haus. Von schönen Damen und häßlichen Herren ist hier die Rede, fünf Glücksritter haben Wünsche frei, Liebe und Haß sowie Mord sind im Programm – und wer gerne lacht, kommt auch zum Zuge. „Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt“, sagt ein arabisches Sprichwort. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein buntes Frühjahr.

STELLEN SIE SICH vor, Sie wären eine Bäuerin. Ohne Mann, dafür mit Schulden und würden einen gutgebauten Jüngling bewußtlos aus einem Ferrari ziehen. Den dicken Sack voll Geld klauen Sie gleich mit. Satte Sache, doch was Emma nicht weiß: Max ist todkrank und ein Dieb. Er hat alles gestohlen, um noch einmal im Leben Mexikos Sonne zu sehen … Eine tragische Liebesgeschichte, voller Witz und Zärtlichkeit! Claudia Schreiber: „Emmas Glück“ Reclam Leipzig, 14,90 €

Kurz bevor sie ihren 17. Geburtstag feiern kann, kommt Mirjam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ihrem Vater, Joop Koopman, ist es nicht vergönnt, sich seiner Trauer hinzugeben. Sein Freund Philip verwickelt ihn in einen Spionagefall für den israelischen Geheimdienst, seine Cousine Linda in ihre buddhistische Wiedergeburtstheorie. Tragödie, Politspionage und metaphysischer Thriller in einem – Leon de Winters kühnster Roman. Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers 432 Seiten, Leinen, ¤ 22.90 / sFr 39.90

Diogenes

Die Gruppe 47 und die Shoah

Wettervorhersage: Pelzig!

KLAUS BRIEGLEB, LITERATURHISTORIKER und Heine-Herausgeber, übt nachdrücklich Kritik an der Gruppe 47. Er wirft der ehemaligen Vereinigung von progressiven Autoren – u.a. mit Martin Walser und Günter Grass – um Hans Werner Richter vor, daß sie sich nicht um den Antisemitismus nach 1945 gekümmert haben und fragt detailliert nach den Gründen. Eine aufwendig recherchierte Streitschrift, die hohe Klaus Briegleb: Wellen schlägt!

DAS KANN JA heiter werden: Despektierliches und Zwerchfell-erschütterndes frisch von der Pelzig-Front! „Äwin“ und Vasallen zerfränkeln schlichten Gemüts und gnadenlos treffend die Lage der Nation, verwursten Herrn Bush und vermehren unsere Lachfältchen. Und wenn Biedermann Pelzig verhalten sinniert: „Nein, ich freu mich, daß es mich gibt“ schließen wir uns seiner Meinung rückhaltslos grinsend an.

„Mißachtung und Tabu“ Philo, 24,90 €

Frank-Markus Barwasser: „Erwin Pelzig – Was wär‘ ich ohne mich?“ Piper, 17,90 €

www.diogenes.ch

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Der neue Rothmann. – neue Romane im Überblick Neue Romane

+ Neue Krimis

+ Neue Liebesgeschichten

Die glorreichen Fünf

Hasan reißt die Mauern ein

KANN JA PASSIEREN, daß plötzlich eine Fee vor einem steht. Und kann – autsch! – ganz schön in die Hose gehen. Denn das Wunschprogramm der fünf Glücksritter in Arjounis herrlichem Roman ist eingeschränkt: Gesundheit, Geld und Liebe werden nicht gewährt. Und die Folgen der Wünsche sind krasser als gedacht ... Hier erzählt sich einer genial um Kopf und Kragen. Und macht uns mit fünf authentischen ErzählunJakob Arjouni: gen wunschlos „Idioten. Fünf Märchen“ Diogenes, 14,90 € glücklich.

ALS HASAN, GEBOREN in Kreuzberg, in die Pubertät kommt, schicken ihn seine Eltern auf die deutsche Schule in Istanbul. Dann fällt die Mauer und Hasan will bei der großen Party dabei sein. Er geht zurück in seine Heimatstadt, sucht Arbeit, Freunde und die Liebe. Doch in Berlin brodelt es – die Stadt ist mit sich und einer Lawine „Ossis“ beschäftigt. Ein erfrischend kosmopolitisches Buch, wild und bunt, mit eigeYade Kara: nem Sound!

Süße

Oberlus, das Monster

Sünderin EINE LADY, EIN Weltreich und tausend Neider: Emma Lyon ist arm, aber makellos schön. Bedeutende Maler werden auf sie aufmerksam, die Bühnen reißen sich um ihre Stimme und sie setzt zur größten Karriere im 19. Jahrhundert an. Die englischen Ladys schimpfen sie Hure, doch die Männer – allen voran ihr Mann Lord Hamilton und sein Widersacher Admiral Nelson – beten Emma an … Eine glänzende BiograGilbert Sinoué: phie, mitreißend „Emma“ C.H.Beck, 19,90 € lebendig!

Roman. 296 S. Geb. 19,90

Simon DeLoo, ein ehemaliger Kameramann, den der Tod seiner Lebensgefährtin aus allen Zusammenhängen gerissen hat und der nun Essen ausfährt im »gewendeten Berlin«, trifft Lucilla, eine junge Stadtstreicherin aus Polen, und glaubt, die Silhouette seiner früheren Frau wiederzusehen… Ein Großstadtroman aus unseren Tagen – eine wunderbar melancholische Liebesgeschichte.

„Selam Berlin“ Diogenes, 19,90 €

DIE MENSCHEN SCHEUEN ihn. Oberlus ist bucklig, vernarbt und verdorben. Seine abgrundtiefe Häßlichkeit verdankt er einem Dämonenvater, sagt man … Alberto Vázquez-Figueroa berauscht uns mit dem Schreckensbild eines Mannes, der sein Schicksal verdammt und in die Ödnis flieht. Hier errichtet er sein grausames Reich, bis eine Frau seine Ruhe stört … Das neue Meisterwerk des Autors von Tuareg – ein ganz besonAlberto Vázquez-Figueroa: derer Lesegenuß!

Foto: Claus Gretter

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Bei Suhrkamp.

„Der Leguan“ Unionsverlag, 19,90 €

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Neuland! Weitere Romane im Überblick + Neue Romane + Neue Krimis + Neue Liebesgeschichten + Neue Romane + Neue Krimis Márais Vermächtnis

„Hallo, hier spricht Brunetti!“

Pas de deux

WELCHES GEHEIMNIS BERGEN die Romane des Sándor Márai, daß sie – obgleich lange Zeit vergessen – heute die Bestenlisten erobern? Ist es der Glanz vergangener Zeiten, der hier beschworen wird, das ewig lockende Karussell um Liebe, Verrat und Einsamkeit, das zwischen allen Zeilen steht? Ist es die Melancholie des politischen Emigranten, die man hinter den Worten sucht? Ein Hauch von Verlassenheit liegt in der Luft, wenn Márai seine Protagonisten virtuos in die Krisen des Lebens schickt. Und es ist einfach, ihm zu folgen, denn er spielt die Klaviatur der Gefühle meisterhaft. In Wandlungen einer Ehe geht es um Liebe und Abschied. Eine Frau erinnert ihr Leben in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Spricht von dem über alles geliebten Ehemann, der ihre Liebe jedoch zurückweist. Eines Tages findet sie ein violettes Band in seiner Brieftasche. Sie begreift, daß sie mit einem Schatten lebt, viele Jahre schon und, in einem Taumel aus Eifersucht, Sehnsucht und Verzweiflung, sucht sie ihre Widersacherin. Sie trifft auf Judith. Die, obwohl weit unter ihrem Stand, ihr offen und gerade ins Gesicht schaut … Nach Die Glut, Die jungen Rebellen und Das Vermächtnis der Eszter“ ein neues, grandioses Psychogramm menschlicher Eigenschaften und ein Abgesang auf die großbürgerliche Welt.

LEISE TUCKERT DAS Vaporetto auf dem Canale Grande. Und stößt auf eine aufgedunsene Leiche, die zum Himmel stinkt. Gift ist die Todesursache und die Indizien sprechen für Raubmord. Doch Commissario Brunetti zweifelt und gerät bei seinen Recherchen in höchste Gefahr. Denn Mafia, Militär und der italienische Machtapparat gehen ch aufs Ganze … Hörbu Ein Hörbuch – ungekürzt gelesen von Christoph Lindert – so intensiv, daß sich die NackenDonna Leon: „Endstation Venedig“ haare einzeln Steinbach Sprechende Bücher, 8 CD, über 560 min Spieldauer, 29,90 € aufstellen!

DIESER ROMAN FÄNGT Sie, fesselt Sie und läßt Sie nicht mehr los: Gloster und Bachatow wachsen in einem Internat für Behinderte auf. Bucklig der eine, mit monströsem Kopf der andere, werden sie von der Heimleitung brutal schikaniert. Gloster entkommt. Seine Karriere als Pianist geht steil bergauf. Bis er auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn versagt – er muß herausfinden, warum Bachatow sterben mußte …

LiebesLügen

Gottes Rache

SCHAUPLATZ NEUENGLAND, 1929. Honora und Sexton sind jungverheiratet und voller Idealismus. Doch der Schwarze Freitag zerstört ihre Existenz. Sexton verliert nicht nur seinen Job und alle Rücklagen, sondern auch die Achtung seiner Frau. Als er in der örtlichen Fabrik anheuert, gerät er an den Streikorganisator McDermott – der sich in Honora verliebt … Die neue Shreve ist ein Höhepunkt literarischer LeidenAnita Shreve: schaft!

DIE FRANZÖSISCHE AUTORIN Fred Vargas wird in ihrer Heimat heiß gehandelt. Nun lehrt sie deutsche Leser das Fürchten: In ihrem neuen Krimi geht es um Mord, seltsame Zeichen und düstere Anspielungen auf das Ende der Welt. Kommissar Adamsberg, seine Geliebte Camille und ein junger Historiker ermitteln. Vielleicht ein Stück zu tief geraten sie in die Fallstricke längst schon vergessen geglaubter Greuel …

Sándor Márai: „Wandlungen einer Ehe“ Piper, 19,90 €

„Der einzige Kuß“ Piper, 19,90 €

Michail Jelisarow: „Die Nägel“ Reclam Leipzig, 14,90 €

Fred Vargas: „Fliehe weit und schnell“ Aufbau, 22,– €

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Leipzig liest Nicht nur zur Frühjahrs-Buchmesse eine Reise wert

se in der Sachsen-Metropole Leipzig. Und falls Sie diese Zeilen mit Tips unserer BuchhändlerInnen aus Leipzig zu spät erreicht: gut aufheben – die nächste Frühjahrs-Buchmesse kommt bestimmt! Unsere Tips für: Restaurants: • VARADERO Barfußgässchen 8 • AVOCADO (vegetarisch) Karl-Liebknecht-Str. 79 • BARTHELS HOF Hainstr. 3 • GOSENSCHÄNKE Poetenweg 6 Cafes / Kneipen: • BARCELONA Gottschedstr. 12 • LUISE Bosestr.4 (Ecke Gottschedstr.) • ILSES ERIKA (Livemusik) Bernhard-Göring-Str.152 • CAFE GRUNDMANN AugustBebel-Str. 2

22.März: • 10.30 Uhr Harry Rowohlt liest eigene Übersetzungen (Halle 3) • 12:30 Uhr Miriam Pressler (Halle 2, Lesebude 1) • 13:30 Uhr Angelika Domröse; Ich fang mich selber ein (LVZ-Autorenarena) • 14:30 Uhr Alice Schwarzer; Alice im Männerland (LVZ-Autorenarena) 23.März: • 10:00 Uhr Verleihung des Buchpreises zur Europäischen Verständigung an Hugo Claus und Barbara Antkowiak im Festsaal des Alten Rathauses

€ 24,– (D)/ISBN: 3-471-77261-8

NOCH BIS 23. MÄRZ lockt die Buchmes-

Der neue Bestseller von Arturo Pérez-Reverte

Empfehlenswerte Veranstaltungen von „Leipzig liest“ tagesaktuell auch unter: www.leipzig-liest.de

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Die Messe auf einen Blick Geöffnet: täglich 10:00 – 18:00 Uhr Tageskarte: 8 € Dauerkarte: 16 Euro (ermäßigt 6,50 €) Tip: Mit der Eintrittskarte sind die Öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos! Haltestelle: Tram 16, Richtung Messegelände (direkt vor dem Bahnhof) Öffnungszeiten der Buchhandlung Hugendubel während der Buchmesse: Do/Fr. 9:30 bis 20 Uhr, Sa 9 bis 16 Uhr, So 13 bis 18 Uhr Unsere Adresse: Petersstraße 12 – 14 – im Herzen Leipzigs!

»Sein bislang bester Roman.« EL MUNDO

€ 24,– (D)/ISBN: 3-471-78442-X

21.März: • 11:00 Uhr Judith Herrmann; Nichts als Gespenster (Halle 3) • 13:00 Uhr Hans-Ulrich Treichel; Der irdische Amor (LVZ-Autorenarena) • 14:00 Uhr Petra Hammesfahr; Das letzte Opfer (LVZ-Autorenarena) • 14:00 Uhr Alles über Tarot; Der Königsfurther Verlag informiert über Tarot (Hugendubel, Petersstraße 12 – 14) • 15:00 Uhr Doris Dörrie; Das blaue Kleid (LVZ-Autorenarena) • 19:00 Uhr Julie Zeh; Stille ist ein Gespräch (NATO Karl-Liebknecht-Str.) • 19:00 Uhr Günter Ogger; (Rahn-Galerie) • 19:00 Uhr Axel Brauns; Buntschatten und Fledermäuse (Ronald McDonalds Haus)

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Der Garten als Paradies Marianne Sägebrecht und ihre große Liebe zur Natur < Wenn man vor einer Pflanze steht, reicht es, diese liebevoll zu umfassen und ihr mitzugeben, „dehn dich, streck dich, du bist schön und du wirst wachsen“. Das ist genauso wie bei Menschen, so wie meine Mutter mich gegossen hat und dafür gesorgt hat, daß ich genug Erde, Licht und Wärme hatte. Und jetzt verrate ich Ihnen noch ein Geheimnis: Meine Maulwürfe sind meine Gesellen. Sie machen die Erde schön

MARIANNE SÄGEBRECHT DREHT in

Hollywood und spielt leidenschaftlich gern Theater. Kraft und Ruhe tankt die warmherzige und lebenskluge Schauspielerin in ihrem Garten.

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© Dörte Gröning

Marianne Sägebrecht liebt die Natur

Natur laß ich immer ein, zwei Vertreter drin … > Ein Garten ist doch wie das Leben: Man wird nie fertig. Was genießen Sie am meisten an Ihrem Garten? < Wenn der Garten Früchte hat, wenn Tomaten und Kürbisse da sind und am Wochenende die Familie da ist, dann ist es einfach schön, zusammen zu helfen, gemeinsam Brotzeit zu machen und sich aus dem Garten die eigenen Radieschen und Salat zu holen. Wenn man in seinem Garten Platz nimmt, egal wie groß er ist, dann bringt der Garten das hervor, was einem gut tut. Für mich gehören auch die Vögel mit ihren Konzerten dazu – das ist die Muße, die ich mir gönne. > Ist ein „Grüner Daumen“ angeboren oder was muß man mitbringen, um einen Garten schön zu gestalten?

Lesezeichen

> Frau Sägebrecht, bekannt wurden Sie durch den Hollywood-Kassenschlager „Der Rosenkrieg“, in dem Sie mit Michael Douglas spielten. Wann begann Ihre Leidenschaft für echte Blumen? < Die Leidenschaft für die Natur ist schon sehr früh in mir gesprossen. Schon als Kind habe ich meiner Mutter gern im Garten geholfen, überall herumgepflanzt und Gemüse selbst angebaut. Allerdings konnte ich mir meinen Kindheitstraum, aufs Land zu ziehen und ein Häuschen mit einem eigenen Garten zu haben, erst 1998 erfüllen. Dafür verbringe ich jetzt fast jede freie Minute im Garten und wenn Sä- oder Erntezeit ist, dann verzichte ich aufs Filmen. > Sollen Gärten aus Ihrer Sicht sehr ordentlich sein oder lieber natürlich? < Wenn alles einsam in Reih und Glied steht – nein, das wär‘ nicht meins. Das Schöne ist doch, wenn man Sachen ausprobiert. Ich habe z.B. einen Bauerngarten, da vertragen sich die Tomaten sehr gut mit Ringelblumen und Basilikum, der Salat fühlt sich neben Schnittlauch und Petersilie wohl. Übrigens fand ich heraus, daß Rucola und Minze sich hervorragend ergänzen – seit die nebeneinander groß werden, gibt’s bei mir den besten Rucola-Salat. Und Minze ist übrigens unglaublich toll, um angeschlagene Pflanzen und wunde Bäume zu heilen – ein Minz-Aufguß ein Mal die Woche hat meinen alten Apfelbaum geheilt. Dann habe ich auch eine große Wiese, nie gedüngt, mit allen Schätzen der Welt, angefangen beim Gänseblümchen bis zum Löwenzahn. Als dritte Ebene gibt‘s bei mir einen Teich, ein Biotop, den man aber auch in Stand halten muß. Bestimmtes Unkraut muß natürlich raus, aber aus Respekt vor der

Wenn die Pflanzen einen mögen, dann erlebt man sein Garten-Wunder“

locker, und die Erde, die die Maulwürfe aufwerfen, ist die beste der Welt. So wie jeder mit seinem Leben umgeht, so geht er auch mit seinem Garten um – meine Art ist halt so: Wenn die Pflanzen einen mögen, dann erlebt man sein GartenWunder. > Was raten Sie angehenden Gärtnern fürs Frühjahr? < Zuerst die überwinterten Pflanzen zurückschneiden. Und nicht zu spät anfangen! Sobald kein Bodenfrost mehr da ist, sollte man beginnen. Dann ist die Erde auch noch schön durchnäßt und voller Nährstoffe. Zum Düngen verwende ich Ziegen-Dung, ein paar Eierschalen wegen des Kalks und Apfelessig – und ganz wichtig, am Anfang nach dem Einsetzen immer viel gießen, damit alles schön Wurzeln schlagen kann!

Marianne Sägebrecht empfiehlt für die Sommerterrasse diese drei abwechslungsreichen Bücher:

Kleine Kostbarkeit Karl H. Waggerl „Heiteres Herbarium“ Otto Müller, 9,50 €

Natürlicher Anbau Sepp Holzer „Der Agrar-Rebell“ Leopold Stocker, 19,90 €

Dialog über den Sinn Neale D. Walsch „Gespräche mit Gott“ Goldmann, Bd.1, 21,00 €

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Frisches Grün

Die neuen Gartenbücher

Kraut & Rüben Tips für Hobby-Gärtner

+ Neue Gartenbücher

+ Neue Gartenbücher

€ 14,95 [D]

Gartenträume leicht gemacht

Topfit ins Grüne

Für Einsteiger ohne Vorkenntnisse: schöne Gärten easy anlegen und gestalten, die besten Einsteiger-Pflanzen (ISBN 3-405-16436-2)

IHRE ZEIT IST kostbar und Sie wünschen sich dennoch eine Oase der Sinne? Wie Sie Ihren Garten mit minimalem Aufwand in eine pflegeleichte Augenweide verwandeln und auch sonst gut abschneiden, zeigt dieser moderne Ratgeber. Das Versprechen: Nur ein Wochenende pro Monat genügt, um die verblüffend einfachen Pflege- und Gestaltungsvorschläge effektvoll anzuwenden.

DIESE KÖNIGLICHE ENZYKLOPÄDIE ist der reinste Garten Eden: Auf 750 prächtigen Seiten erfahren Sie alles Wissenswerte zu Planung, Gestaltung und Pflege des Gartens. Mehr als 3.000 Farbfotografien, ausführliche Pflanzenporträts und Anleitungen laden alle Liebhaber ein, ihren Garten in ein buntes Paradies zu verwandeln und machen unbändig Lust, sich endlich wieder ins eigene Grün Royal Horticultural Society: zu stürzen.

€ 9,95 [D]

Jolanda Englbrecht: „Weekend Gärtner“ Gräfe & Unzer, 12,90 €

148 robuste, pflegeleichte Pflanzenarten, die die Gartenarbeit erleichtern – von Rosen bis Kletterpflanzen (ISBN 3-405-16486-9)

„Die neue Garten-Enzyklopädie“ Dorling Kindersley, 49,90 €

Gut im Beet

Kräuter des Lebens

WIESO MACHEN SICH frisch manikürte Damen, Prommis, ja selbst Politiker zu Leibeigenen des eigenen Gartens? Ursula Buchan kennt die Antwort. Die Garten-Kolumnistin des „Spectator“ weiß Launiges, Lehrreiches und Unwiderstehliches aus der grünen Welt zu berichten: „Greenhorns“ und „Maniacs“ balanciert sie zielstrebig und mit Augenzwinkern auf dem Grat von Schweiß und Tränen hinein in den wunUrsula Buchan: derbaren Kos„Gut im Beet“ Residenz, 24,90 € mos Garten.

EIN SIEDENDHEISSER TIP für alle Notlagen: Marianne Sägebrechts Überlebenssuppen offerieren nicht nur feinste Gartenkräuter, sondern sichern auch die Gesundheit. Warum in Ihrem Garten immer Platz für Thymian, Salbei & Co. sein sollte und wie Sie daraus Energie gewinnen, erzählt die bekannte Schauspielerin in ihrem amüsanten Ratgeber – und würzt die Kräuterküche mit köstlichen Episoden aus ihrem Leben! Marianne Sägebrecht: „Meine Überlebenssuppen“ Herbig, 22,90 €

€ 14,95 [D] Gartenspaß für Kinder: die besten Ideen zum Spielen, Bauen, Austoben, Entdecken, Feiern, Basteln, Kochen (ISBN 3-405-16400-1)

€ 49,90 [D] Die ganze Gartenbibliothek in einem Band: fundiertes Know-how von 14 Experten mit über 1000 Fotos (ISBN 3-405-16317-X)

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Grenzenlos neugierig Herbert Feuerstein und die neuen „DuMont Reise-Taschenbücher“

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INTERVIEW

DER NÄCHSTE URLAUB kommt be-

stimmt. Damit Sie die „schönste Zeit des Jahres“ grenzenlos genießen können, empfiehlt der Komiker und Fernsehstar Herbert Feuerstein die neu konzipierten „DuMont Reise-Taschenbücher“

> Herr Feuerstein, seit 35 Jahren sind die DuMont Reiseführer „weltweisend“. Bald heben Sie als Astronaut werbewirksam für die erfolgreichsten ReiseTaschenbücher Deutschlands ab – kann das gut gehen, wo Sie mit 1,65 m bislang noch nie Höhenluft schnuppern durften? < Erstens bin ich in den Alpen geboren, in 1.500 Metern Höhe, inmitten von Geröll und Lawinen, da weiß man schnell, was dünne Luft bedeutet. Und zweitens bin ich nur aus Rücksicht gegenüber den Mitmenschen 1,65 m. Wenn ich wollte, wäre ich zwei Meter groß. > „Reisen ist der einzige Luxus in meinem sonst eher kargen Leben“, sagten Sie einst. Greifen Sie deshalb zu den neuen DuMont Reise-Taschenbüchern für günstige 12 Euro je Band? < Früher ja, da habe ich mir immer die neuesten Ausgaben gekauft. Jetzt aber nicht mehr. Denn seit ich für die Leute Werbung mache, kriege ich die Bücher umsonst. Leider sind sie viel zu billig, so dass ich dadurch nur sehr wenig spare. > Schon als Kind reisten Sie gern und viel – schließlich kamen Sie ohne sich zu bücken unterm österreichischen Schlagbaum durch. DuMont hat jetzt 172 Reiseziele im Programm. Wohin würden Sie am liebsten verreisen? < Da ich grenzenlos neugierig bin, habe ich keine Lieblingsziele, sondern interessiere mich für fast al-

les. Ich weiß nur, wo ich NICHT hin will, aber das sage ich nicht, denn es könnte ja sein, daß DuMont dafür Reiseführer hat, die dann sofort unverkäuflich würden.

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Reisen ist der einzige Luxus in meinem sonst eher kargen Leben“ > Sie bereicherten die deutsche Sprache in Ihrer Zeitschrift „MAD“ um „lechz“, „würg“, „stöhn“ und „hechel“. Was fällt Ihnen zu dieser aktuellen Reiseführer-Reihe ein? < „Blätter“, „staun“ und „tschüß“. > Die DuMont Reise-Taschenbücher haben jetzt auch exzellentes Kartenmaterial. Da Sie aber aufgrund inständiger Bitten der Fluglotsen ihren Pilotenschein zurückgaben, können Sie wohl nichts mehr damit anfangen ...? < Was kann ich denn dafür, wenn beim Anflug auf Venedig der Lotse plötzlich kroatisch redet und behauptet, das sei Split? ICH jedenfalls KANN Karten lesen. > Herr Feuerstein, welche Bücher / Romane – außer denen von DuMont – kommen bei Ihnen mit auf die Reise? < Pro Reise immer ein Buch. Letztes Mal, in Vietnam, war es die doppelsprachige, kommentierte Ausgabe von „Macbeth“ (falls mal Peymann oder so jemand anruft), diesmal,

nach Trinidad/Tobago, sind es die Memoiren von Rolf Zacher, weil ich den mag. Jedenfalls jetzt noch – ich habe ja das Buch noch nicht gelesen.

DIE DUMONT REISE-TASCHENBÜCHER sind jetzt eine noch umfangreichere praktische Reisehilfe für einen lebendigen Urlaub. Neben einem Plus an Service mit ausgewählten Tips mit Preisangaben über Essen & Trinken, Übernachtung & Shopping oder Sport & Spaß gefallen das nützliche Leitsystem und das moderne Erscheinungsbild. Der neue Kartenteil mit einem mehrseitigen Atlas verknüpft die Infos des kompakten Reiseführers mit Koordinatenangaben – schnelles Auffinden und sicheres Ankommen ist dadurch garantiert. Das neue Kapitel „Tips für Ihren Urlaub“ beantwortet die wichtigsten Fragen zur Vorbereitung der Reise und hilft zusätzlich bei der Orientierung vor Ort. Inzwischen gibt es über 170 Bände, jeder ist 12 Euro günstig und ist auf rund 240 Seiten mit über 70 Farbfotos anschaulich illustriert – schönen Urlaub noch …

DuMont Reiseverlag je Band 12,– €

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Motorrad? Aber sicher!

© „MOTORRAD”

Das „Motorrad Action Team“ bietet seit über 20 Jahren Spaß und Sicherheit

On the road again: Das MOTORRAD ACTION TEAM

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INTERVIEW

BALD STEIGEN DIE Nomaden des

21. Jahrhunderts wieder in den Sattel und parfümieren sich mit Benzin und Kettenöl. Nie genug davon haben kann auch Andreas Holzer, Leiter des „MOTORRAD ACTION TEAM“.

> Mit welchem Ziel wurde das „Mo-

© privat

torrad Action Team“ gegründet? < Das „Motorrad Action Team“ wurde 1991 gegründet, um die Faszination Motorrad in vielen Ländern der Erde und auf vielen Trainingsgeländen Deutschlands erlebbar zu machen. Der grenzenlose Motorradspaß steht im Vordergrund und die Fahrsicherheit war und ist natürlich nach wie vor ein wichtiges Thema. In unseren Trainings wurde schon aus manchem verkrampften Wackel-Piloten ein lockerer und vor allem sicherer Kurven-Genießer. > Hinter Ihnen stehen ein 13-köpfiges Andreas Holzer Team, 40 qua-

lifizierte Instruktoren, 60 Reiseleiter – was haben Sie denn 2003 an Highlights im Programm? < Wir sind nicht nur einer der größten Reise- und Trainingsanbieter in Europa, mit der Bandbreite der Veranstaltungen sind wir auch einmalig. Von der Harz-Tour bis ins ferne Neuseeland reicht unser Reise-Portfolio, im Trainingsbereich geht das Angebot von den eintägigen Sicherheitstrainings bis hin zu den hochprofessionellen Renntrainings. Selbst Specials wie Snowmobil-Touren haben wir im Programm. Ein absolutes Highlight wird 2003 die MOTORRAD Adventure Tour in Utah/USA sein. Am besten surfen Sie einmal unter www.motorradonline.de vorbei oder bestellen unseren 76seitigen Prospekt über MOTORRAD ACTION TEAM, Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart. > … und was unternehmen Sie für den Nachwuchs? < Zur Förderung des MotorradNachwuchses arbeiten wir eng mit der Industrie und mit den Verbänden zusammen. Beispielsweise gibt es bei der von MOTORRAD initiierten, nationalen Supermotor-Rennserie drei Nachwuchsklassen. Außerdem arbeiten wir gerade an der Umsetzung eines vielversprechenden

Konzepts, welches den ersten Kontakt mit dem Motorrad erheblich vereinfachen soll. Mehr wird aber noch nicht verraten. > Bald beginnt für Motorradfahrer die schönste Jahreszeit. Was raten Sie insbesondere Anfängern zur Vorbereitung von Touren? < Natürlich muss das Motorrad in einem einwandfreien Zustand sein, hier sollte man nicht am falschen Fleck sparen. Aber auch sich selbst muss man wieder auf Vordermann bringen, die ersten Kilometer sollten unbedingt locker und stressfrei angegangen werden. Optimal ist es natürlich, das eingerostete Fahrvermögen bei einem Training wieder zu optimieren. > Und welche Tour in Europa haben Sie in schönster Erinnerung? < Als großer Italien-Fan bin ich von unserer Toskana-Tour begeistert. Hier findet sich das Beste aus Italien in einer der wunderschönsten Regionen vereint: Kurven, Küche und Kultur.

Bikers Paradies NOCH IST ES vielleicht zu kalt, um die „Maschine“ anzuwerfen, doch träumen kann man ja. Von Touren mit Zeit im Gepäck immer die Straßen der Sehnsucht entlang. Klaus Daams macht uns gierig auf 20 verführerische Reisen innerhalb Europas. Vom Baltikum über Finnland bis nach Santorin geht es, fernab von Gewohntem, immer dem Abenteuer Freiheit nach. Ein Muß für echte Biker. Klaus H. Daams: „Europa via Motorrad“ Motorbuch Verlag, 29,90 €

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Mythos Mount Reinhold Messner und der 50. Geburtstag

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INTERVIEW

VOR 50 JAHREN, am 29. Mai 1953, Roman • 512 Seiten • € 22,90 [D]

1066 – in einer Epoche des Umbruchs wagt eine Frau, gegen den Strom zu schwimmen. »Die mit dem mutigen Herzen«, so nennt man sie im Land der Nordmänner. Denn die »Waldgräfin« Alienor von Sassenberg hat Leben und Heimat riskiert, um ihrer großen Liebe nach Schweden zu folgen.

B L A N VA L E T www.blanvalet-verlag.de

Deutsch von Barbara Heller Roman • 384 Seiten • € 20,00 [D]

Ein packender Roman, reich an farbenprächtiger Geschichte, an politischen Intrigen, an Liebe und poetisch beschworenen Landschaften... Die Reise eines englischen Klavierstimmers nach Rangun – über Frankreich, Ägypten, Indien nach Birma, seine Begegnungen mit Banditen und kriegerischen Stämmen, seine Erfahrungen mit den Brutalitäten der Kolonisierung – und der Macht der Musik, der Liebe und der Phantasie.

wurde der Mount Everest zum ersten Mal bestiegen. Sir Edmund Hillary und Tensing Norgay konnten damals allerdings nicht ahnen, daß der höchste Berg der Welt heute zu einer Art Disneyland für Alpinisten werden sollte. Reinhold Messner hat anläßlich des EverestJubiläums das Buch „Everest – Expeditionen zum Endpunkt“ veröffentlicht – und verurteilt im Gespräch mit Irene Binal den Kommerzrummel.

> Wenn man Ihr Buch liest, hat man fast den Eindruck, Sie bedauern, daß der Everest bezwungen wurde und heute eine Touristenattraktion ist… Ist das Jubiläum für Sie kein Grund zum Feiern? < Das Jubiläum ist schon ein Grund zum Feiern und ich habe großen Respekt vor Edmund Hillary und Tensing Norgay. Sie haben ja einen ganz anderen Berg bestiegen als jenen, den wir heute sehen. Der Everest hat in diesen 50 Jahren viel von seinem Flair verloren. Die meisten Bergsteiger glauben heute, man könnte das Erlebnis Everest im Reisebüro kaufen, mit Animation, Sicherung, Vorbereitung, Führung und Rucksackträgern. Heute sind 30 Expeditionen pro Jahr am Everest, mit fixen Seilen , mit Kiosken, wo man Suppe kaufen kann, mit Sauerstoffdepots… Und dann steigen die Klienten im Gänsemarsch gipfelwärts. > Ist der Everest damit ein Kunstprodukt geworden? < Er ist ein Als-ob-Gefahrenraum geworden. Aber die Gefahren sind wesentliche Werte, wie die Stille und die Einsamkeit. Wollen wir einen Berg besteigen oder eine Attrappe? Der Mensch, der sich den Mount Everest hinaufbewegt, bewegt sich im Grenzbereich zwischen Möglich und Unmöglich, zwi-

schen Durchkommen und Umkommen. Das Bergsteigen, wie von Gottfried Benn definiert, ist im Grunde der Widerstand gegen den herausgeforderten Tod, und nicht das In-Ketten-Legen von großen Naturlandschaften. > Vor allem nach der Katastrophe von 1996 wurde klar, daß der Everest nach wie vor tödlich sein kann. Wird der Berg seither wieder mehr geachtet? < 1996 war nur insofern eine Zäsur, als klargeworden ist, wie diese kommerziellen Expeditionen funktionieren. Aber DER MOUNT EVEREST – Ziel zahlreicher Bergsteiger-Sehnsüchte. Seit im Jahr 1953 die Erstbesteigung gelang, haben sich unzählige Alpinisten am höchsten Berg der Welt versucht. In seinem Buch „Mount Everest – Expeditionen zum Endpunkt“ zeichnet Reinhold Messner die wechselhafte Geschichte des mystischen Berges nach – von den Schwierigkeiten der Everest-Pioniere bis zum heutigen Kommerzrummel. Dabei geht Messner einerseits detailliert auf seine eigene Everest-Expedition im Jahr 1978 ein, bei der er als erster Mensch der Welt den Gipfel ohne künstlichen Sauerstoff erreichte, andererseits beleuchtet er auch die Hintergründe der Tragödie von 1996, als fünf Bergsteiger, darunter auch drei Führer, ihr Leben am Everest lassen mußten. Sehr authentisch wird es durch die beiliegende CD mit Messner O-Tönen. Und schließlich dokumentiert er, daß es neben der vielbegangenen Südroute noch 14 weitere Wege zum Gipfel gibt, die wohl riskanter, dafür aber oft Reinhold Messner: auch lohnen„Mount Everest“ mit CD der sind. blv, 29,90 €

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Sprachen lernen – günstig wie noch nie!

Everest der Erstbesteigung des höchsten Berges sie Anfragen haben. Aber wenn wir den Bergen ihre Werte nehmen, die Stille, die Größe, die Erhabenheit, auch die Gefahr, dann werden sie mit der Zeit langweilig. > Was bedeutet dieser Berg für Sie persönlich? < Für mich hat der Everest immer noch eine große Ausstrahlung, vor allem, weil ich seine Geschichte kenne. Als ich das Buch über George Mallory geschrie-

Mit den Intensivpaketen für Anfänger kann man sich schnell und unterhaltsam profunde Sprachkenntnisse aneignen. Mit vielen Tests und zweisprachigem Satztrainer!

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Wir nehmen dem Everest seine Stille und Größe“

Viel Blech auf dem Dach der Welt …

Lesezeichen

die Kommerzialisierung ist nicht besser, sondern schlimmer geworden. Die Tragödie war sozusagen der neue Teil des Mythos Everest. Sie hat nicht abgeschreckt, sondern viele Leute angeregt, erst recht hinaufzugehen. > Welche Lösungen gäbe es denn Ihrer Meinung nach für den Everest? < Das einzige, was möglich wäre, ist, daß die Regierungen in Pakistan, Indien, Tibet und Nepal Rahmenbedingungen schaffen, damit die Masse ausbleibt. Als ich zum Everest ging, war nur eine Expedition pro Saison erlaubt. Aber dann hat die Nachfrage so zugenommen, daß die Regierungen, die ja viel Geld dafür kassieren, schwach geworden sind und jetzt so viele Genehmigungen vergeben, wie

Nordpolexpedition 1873 Christoph Ransmayr „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ Fischer TB, 8,90 €

Sieg der Bedächtigkeit Sten Nadolny „Die Entdeckung der Langsamkeit“ Piper, 9,90 €

ben habe – vor vier Jahren, als er als Marmorleiche gefunden wurde – da hatte ich die Gelegenheit, beim Schreiben mit ihm hinaufzusteigen. Auch diese Möglichkeit finde ich sehr interessant, und sie stünde Milliarden von Menschen offen. Sie müssten nicht vor Ort sein, würden den Berg nicht stören, sondern hätten nur eine mentale Auseinandersetzung mit dem Everest. Und auch diese ist bereichernd. > Bergsteigen geht auch im Kopf? < Es geht sehr wohl im Kopf. Für Menschen, die veranlagt sind wie Mallory, Hillary oder ich ist es zwar notwendig, nach der mentalen Erfahrung auch die Wirklichkeit zu erleben. Aber ein guter Schriftsteller schafft es, daß das virtuelle und das reale Erlebnis deckungsgleich sind. Leider wurden die meisten Bergbücher von Ghostwritern geschrieben, die keine Ahnung haben.

1996 am Mount Everest Jon Krakauer „In eisige Höhen“ Piper, 9,90 €

Reinhold Messner empfiehlt: Christoph Ransmayr gelang ein fantastischer Roman über das Polarmeer. Ich liebe auch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny. Und Jon Krakauers „In eisige Höhen“ ist ein sehr hintergründiger Report.

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Anleitung zum Hugendubel Bestseller Kinderbuch

Elke Heidenreich über Kinderbücher

:

INTERVIEW

KAUM JEMAND HAT sich dem Medium

Die zur Zeit meistverkauften Titel aus dem Bereich Kinderbücher bei Hugendubel. 1

Langen, Annette, Droop, Constanza; Die weltbesten Briefe von Felix 14,95¤

2

Kästner, Erich; Das fliegende Klassenzimmer

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Maar, Paul; Sams in Gefahr

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Nordqvist, Sven; Wie Findus zu Petterson kam

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Rowling, Joanne K.; Harry Potter und der Gefangene von Askaban

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Schröder, Patricia; Beste Freundin, blöde Kuh

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Preußler, Otfried; Die kleine Hexe

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Tolkien, John R.R.; Der kleine Hobbit

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Funke, Cornelia; Herr der Diebe Disney, Walt; Meine schönsten Disney Geschichten

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Sprache so verschrieben wie Elke Heidenreich. Für die bekannte Autorin, Kolumnistin und Journalistin ist die Welt der Wörter lebensnotwendig, sind Bücher das Paradies der Phantasie. Wir sprachen mit dem Multitalent über die Anfänge einer großen Liebe.

> Frau Heidenreich, für Ihr Leben gilt: „Lesen ist wie atmen.“ War das für Sie schon als Kind so – oder wie entdeckten Sie Bücher als „Lebens-Mittel“? < In den 50er Jahren, als ich ein Kind war, waren die Eltern mit dem Wiederaufbau ihres Landes und ihres Lebens

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Bücher erklärten mir die Welt“

nach diesem Krieg beschäftigt. Sie waren berufstätig, und Schlüsselkinder wie ich saßen allein zuhause und lasen. Bücher erklärten mir die Welt, die ich nicht verstand und machten sie da, wo sie grau und traurig war, bunt und schön. > Wie erlebten Sie die Entwicklung von Kinderbüchern und deren Illustrationen? < Es war, glaube ich, die „Häschenschule“ von Fritz Koch-Gotha mit den Bildern von Albert Sixtus, die die erste große Rolle spielte. Und meine Märchenbücher habe ich immer nach Bildern der Schneekönigin, des häßlichen Entleins oder der verzauberten Königstöchter durchforstet. Dann kamen Pinocchio und Alice im Wunderland mit den schönen Illustrationen, aber wenn ich ehrlich bin: Das Wichtigste waren lange Zeit die Micky Maus-Hefte, mir standen Onkel Donald und Daniel Düsentrieb näher … > Namhafte Künstler wie Quint Buchholz (Nero Corleone und Am Südpol denkt man, ist es heiß) oder Michael Sowa (Eri-

ka) haben ihre Kinderbücher gestaltet. Die künstlerische Anmutung geht ins Surreale – wie erwachsen sind Ihre Kinderbücher? < Die Geschichte von Nero und auch die von den Pinguinen sind illustrierte Bücher für Erwachsene, in denen aber eine leichte Ebene mitschwingt, die auch Kinder verstehen. Erika, das Michael Sowa illustriert hat, ist eine Geschichte nur für Erwachsene aus meinem ersten Erzählband Kolonien der Liebe, jetzt als Sonderausgabe neu herausgebracht. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß gute Kinderbücher wie Alice, Pinocchio, Der Wind in den Weiden, Pooh der Bär immer auch gute Bücher für Erwachsene sind. > Wie entscheiden Sie, ob Sie als nächstes ein Buch für Kinder oder für Erwachsene schreiben und worin liegen die Unterschiede? < Für Erwachsene schreibe ich über Themen, die mit unserem erwachsenen Leben zu tun haben. Soll die Geschichte auch Kinder ansprechen, verpacke ich die gleichen Themen – Liebe, Trennung, Kummer, Krankheit – in eine andere

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Gute Kinderbücher sind auch immer gute Bücher für Erwachsene“

Form. Ich habe noch nie nur für Kinder geschrieben, aber oft schreibe ich nur für Erwachsene, und da ist der ganze Denkansatz von Anfang an anders. > Sie sind sehr erfolgreich als Autorin, Rundfunkmoderatorin und Kolumnistin – jetzt planen Sie eine Literatursendung beim ZDF. Was können Sie uns schon darüber verraten? < Ich finde, das Fernsehen braucht nach dem Wegfall des Literarischen Quartetts dringend eine Literatursendung, in der über Bücher mit derselben Leidenschaft gesprochen wird, wie das Marcel Reich-Ranicki in seinen besten Zeiten gemacht hat. Und zwar auf einem gu-

10.03.2003, 10:36:50 Uhr


Glücklichsein

Faszination

und ihre neue Literatursendung

Tragödie

der Entdeckungen

© Isolde Ohlbaum

der Eroberungen

Ein seltener Anblick: Elke Heidenreich ohne Buch

ten Sendetermin, nicht um Mitternacht, versteckt in Dritten Programmen. Ich bin dabei, mit dem ZDF so eine Sendung zu entwickeln. Ich möchte darin keine komplizierte Literaturkritik betreiben, sondern so über Bücher reden, daß

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Aber wenn, wird die Sendung ‚Lesen!‘ heißen“

Lesezeichen

jeder, der lesen will, sich aber im Bücherdschungel nicht zurechtfindet, mich versteht. In jeder Sendung wird ein Gast mit einem Lieblingsbuch zu Wort kom-

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Aus dem Nähkästchen Rainer Moritz: „Das Buch zum Buch“ Sanssouci, 12,90 €

Liebenswerte Erzählung Eric-Emmanuel Schmitt: „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ Ammann, 12,00 €

men. Ob und wann und wie genau wir auf Sendung gehen, steht noch nicht fest. Aber wenn, wird die Sendung Lesen! heißen, ein liebevoller Befehl, quasi eine Anleitung zum Glücklichsein. > Welche vier Bücher haben Ihnen kürzlich am meisten Freude bereitet? < Ich habe in letzter Zeit ein paar großartige Bücher gelesen, die aber nicht gerade „Freude“ machen, weil sie ein eher düsteres Bild der Welt und der Gesellschaft zeichnen. Wenn Sie aber direkt nach „Freude“ fragen, dann nenne ich diese vier:

Hamlets Vorgeschichte John Updike: „Gertrude und Claudius“ Rowohlt, 19,90 €

Facettenreiche Einblicke Roger Willemsen: „Deutschlandreise“ Eichborn, 17,90 €

Der britische Historiker und Journalist Michael Wood ist den Spuren der spanischen Eroberer Mittel- und Südamerikas gefolgt. Aus literarischen Quellen und eigener Anschauung schildert er ihre Leistungen und Grausamkeiten. Über 100 Farbabbildungen vergegenwärtigen eines der dramatischsten Kapitel der neueren Geschichte. Michael Wood: Auf den Spuren der Konquistadoren 288 S. Über 100 farb. Abb. 6 Karten Gebunden mit Schutzumschlag € (D) 29,90 / € (A) 30,80* / sFr 50,20 ISBN 3-15-010515-3

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© Sabine Wilharm, Carlsen Verlag

Mehr Vitamin B Lesefutter statt Pisa-Frust

+ Neue Kinderbücher

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Menschenskinder … … müßt ihr eigentlich ständig alles wissen wollen?! Über die Natur, über Gott und die Welt? Na gut, dann machen wir Euch eben groß und klug. Mit diesen frisch ausgepackten und spannenden Büchern für Kinder. Reich bebildert und auf gleicher Augenhöhe erklärt, zeigen sie Euch die Welt. Sie stillen Wissensdurst und den Hunger nach Phantasie, sie begleiten Schulkinder, Leseratten und Neugierige auf ihrem Weg ins Leben. Wenn‘s nur immer so einfach wäre mit Euch …

Rettet Anderserde! MAGIE, SPANNUNG, ABENTEUER: Natalies Leben plätschert so dahin, bis ihr dieser seltsame Zettel in die Hände fällt. Dieses Zauberblatt stürzt sie in einen Strudel der Gefahren: Gemeinsam mit ihrer Freundin Jo und Merlin, dem Sohn des bösen Lord Habicht, muß Natalie Anderserde retten. Denn ohne sie hat die Welt der Einhörner, Zauberhunde und Seelenbäume keine Chance im Kampf gegen die dunklen Mächte …

Hugendubel Home of Harry Potter Einfach zauberhaft

Harry Potter und der Stein der Weisen 24,95¤, Hörbuch Der Hörverlag

Katherine Roberts: „Natalie und die Zauberlords“ Carlsen, ab 10 Jahren, 14,– €

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HUNDERTE ILLUSTRATIONEN, GRAFIKEN und Karten vermitteln in neun Themenkapiteln schulisches Grundwissen. Doppelseite für Doppelseite erschließen sich die Geschichte, die Grundlagen des menschlichen Daseins, die Geografie, die Geologie, der Weltraum, die Tier- und Pflanzenwelt, der menschliche Körper und die Welt der Künste – als Nachschlagewerk oder als Begleitlektüre für den Unter„Schulwissen“ richt.

MALEREI, BILDHAUEREI, KINO, Musik, Fotografie, Theater … Schritt für Schritt eröffnet sich Kindern die Welt der Kunst. Anschaulich werden in vielen Illustrationen Künstler, Dichter und Architekten, aber auch künstlerische Techniken, Epochen, Stile und vieles mehr dargestellt. Und so richtig Spaß macht Kunst, wenn Kinder selbst z.B. in einem Gemälde Dalís nach versteckten Fi„Dein buntes Wörterbuch Kunst“ guren suchen Ab 5 Jahren Fleurus, 11,25 € können.

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Harry Potter and the Chamber of Secrets 10,-¤, engl. Ausg. Bloomsbury

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Bitte nicht stören! Neue Abenteuer für junge Leser

+ Cool – junge Bücher

+ Cool – junge Bücher

Vorsicht, ansteckend! In diesen Büchern speziell für junge Leser grassiert ein fataler Virus: Hochspannung! Smarte Jungs und starke Mädchen liefern sich heiße Rennen in punkto Grips, Power und Durchhaltevermögen und lassen Frodo Beutlins Abenteuerreise zum Schicksalsberg als netten Sonntagsausflug dastehen. Null-Null-Nix alias James Bond Junior rettet die Welt vor Computer-Gangstern, das Mädchen Rilka besiegt die Angst und der neue Hohlbein mit neuen Abenteuern aus Märchenmond ist sowieso eine Klasse für sich … Viel Spaß damit!

+ Cool – junge

Die neuen Kinder- und Jugendbücher von Meyer

Jage und gewinne DIE TRICKSTER HALTEN Rilkas Dorf in Atem. Böse Lichtgeister, die die Sinne betören und den Tod bringen. Große Ängste und Tabus fesseln die Dorfgemeinschaft und für ein Mädchen wie Rilka bleiben nur die Heirat oder die Priesterschaft. Doch Rilka will mehr. Sie setzt alles aufs Spiel und jagt ihre Dämonen. Denn hinter dem Grauen verbirgt sich die Freiheit … Für Mädchen, die sich nach mehr Mut sehnen! Kate Thompson: „Nacht auf dem Wolkenberg“ dtv junior, ab 12 Jahren, 8,– €

Magisches von den Hohlbeins

James Bond junior

VOM MÄRCHENMOND WURDE vor langer Zeit der Junge Peer verbannt. Rebekka bricht nach Schloß Drachenthal auf, um ihren unglücklichen Freund dort zu suchen. In den düsteren Kellergewölben tappt sie in die fiese Falle einer alten Feindin … Fantasy vom Feinsten: Magische Drachenwelten, eine zauberhafte Internatsgeschichte und liebevolle Illustrationen von Katharina GrossmannWolfgang und Heike Hohlbein: Hensel!

ALEX RIDER IST 14 und ein As am PC. Als sein Onkel ermordet wird, stellt er Nachforschungen an, landet beim MI6 und merkt, daß nichts mehr so ist, wie es einmal schien. Der Geheimdienst ist dem Computermulti Harod Sayle auf der Spur, der Englands Schulen brandneue PCs schenken will. Sehr generös – und absolut tödlich, wie der neue Superagent Alex Rider bald merkt … VorAnthony Horowitz: sicht, Hoch„Das Geheimnis von Port West“ Ravensburger, ab 14 Jahren, 10,95 € spannung!

„Drachenthal – Das Labyrinth“ Ueberreuter, ab 8 Jahren, 9,90 €

U wie Ungeheuer

Abenteuer Zeitreise Aufregende Plätze oder packende Ereignisse der Menschheitsgeschichte: Entdeckt mitten im Dickicht der Regenwälder Südamerikas die Städte und Tempel der Maya oder erlebt mit, wie eine Stadt nach einem gewaltigen Erdbeben kaum wiederzuerkennen ist. Ab 7 Jahren. Je 32 Seiten; gebunden. 12,90 9 [D]; 13,30 3 [A]; 22.60 sFr. • Entdecker der vergessenen Stadt: ISBN 3-411-07232-6 • Wenn die Erde bebt: ISBN 3-411-07233-4

Meyers Jugendlexikon Topaktuelle Informationen: über 9 000 Stichwörter und 400 Infokästen mit Spezialinformationen, abgestimmt auf den Schulstoff der Klassen 5 bis 10. Das Wissen unserer Zeit – kurz, klipp und klar! Ab 10 Jahren. 768 Seiten; gebunden 19,95 9 [D]; 20,60 3 [A]; 33.70 sFr. ISBN 3-411-07805-7

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06.03.2003, 13:44:04 Uhr


Ein neuer

Volltreffer von Marian Keyes

Typisch Mankell! Keine schwedischen Gardinen,

:

INTERVIEW

MIT SEINEN KRIMINALROMANEN rund

»Die Welt ist ein besserer Ort, seit es ihre Bücher gibt.« The Irish Times

»Erfrischend, überraschend und nie um einen Witz verlegen: Marian Keyes kennt die Frauen.« FÜR SIE

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> In Ihrem jüngst erscheinenen Buch „Tea-Bag“ beschäftigen Sie sich mit dem Problem der Einwanderung. Wie kamen Sie auf dieses Thema? < Das Ganze begann vor ein paar Jahren, als ich im Stockholmer Hauptbahnhof stand. Es waren viele Leute am Bahnhof und ich dachte plötzlich daran, daß einige dieser Menschen Illegale sein

‚‚

Ich versuche immer, neue Wege zu gehen“

könnten. Diese Illegalen leben in Schweden, ohne eigentlich zu existieren. Damals begann ich, mir Gedanken darüber zu machen, was ein Illegaler eigentlich sein soll. Ich überlegte mir, wie es sein müßte, illegal in einem Land zu leben. Das war der Punkt, an dem ich zu schreiben begann. > Sind Tea-Bag und ihre Freundinnen reale Personen oder Kunstfiguren, die Sie aus Erzählungen zusammengesetzt haben? < Sie sind eine Zusammenfassung der Geschichten, die ich über die sogenannten Illegalen gehört und der Menschen, die ich getroffen habe. Man erschafft Per-

Nachdenklichkeit als Markenzeichen: Henning Mankell

HENNING MANKELL WURDE 1948 im schwedischen Härjedalen geboren und lebt heute größtenteils in Mosambique. Mit seinen Kriminalromanen rund um den mürrischen und eigenbrötlerischen Kommissar Wallander wurde Mankell weltberühmt, aber auch seine Romane über Afrika stürmten die Bestsellerlisten. Neben seinen Romanen verfasst Mankell auch Theaterstücke – als letztes inszenierte er sein Einwandererdrama „Butterfly Blues“ in Graz.

Henning Mankell legt seinen deutschen Lesern Berlin. Das Ende von Antony Beevor sehr ans Herz.

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Eine Schachtel Schokotrüffel ist schuld daran, dass Maggie nach neun Jahren Ehe Job, Mann und Dublin hinter sich lässt, um von jetzt an alles anders zu machen.

© Isolde Ohlbaum

um Kommissar Wallander wurde der schwedische Autor Henning Mankell weit über die Grenzen seiner Heimat hinweg bekannt. Nun geht der Schriftsteller allerdings neue Wege: Sein neuestes Buch, Tea-Bag, so der Spitzname eines afrikanischen Flüchtlingsmädchens, kommt ohne Verbrechen und ohne Leiche aus – und ist dennoch ein typischer Mankell. Denn nach wie vor präsentiert der Autor Sozialkritik im Gewand der Literatur. Irene Binal traf den BestsellerAutor für die büchermenschen.

In der Diskussion: Antony Beevor: „Berlin. Das Ende“, Bertelsmann, 26,– €

06.03.2003, 13:44:18 Uhr


»Inneres Glück ist nicht von materiellen Umständen oder sinnlicher Befriedigung abhängig. Es wurzelt in unserem Geist.« Dalai Lama

aber kritische Literatur vom Feinsten sonen aus verschiedenen Eindrücken, aus dem, was man gehört hat, was man geträumt hat, mit wem man gesprochen hat. Tatsächlich gibt es viele Tea-Bags. > Wie beurteilen Sie denn die Art und Weise, wie Schweden mit den Einwanderern umgeht? < Wir haben viel von unserer offenen, liberalen Gesellschaft verloren. Ich fürchte, wir verstecken uns hinter der Europäischen Union und ihren Regeln. Auf der anderen Seite gibt es in Schweden zumindest eine Diskussion über dieses Thema, was mich hoffen läßt, daß wir unsere liberale Flüchtlingspolitik gegenüber Europa verteidigen können.

‚‚

Wir haben viel von unserer offenen Gesellschaft verloren“ >

Die Hauptfigur Ihres neuen Romans ist Jesper Humlin, ein Dichter, der mit Selbstzweifeln kämpft und von ständigen Ängsten geplagt wird … Kennen Sie seine Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung? < Nein, aber ich kenne einige Autoren, die solche Probleme haben. Ich wollte eine Satire über diesen Typus des Autors schreiben, der nicht an dem interessiert ist, was sich in der Realität abspielt, sondern der sich nur mit sich selbst befaßt. Ich habe Humlin aber nicht nach dem Vorbild eines bestimmten schwedischen Schriftstellers gestaltet.

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In allen Ländern und Religionen kann man Fanatiker finden“ > „Tea-Bag“ ist poetischer als Ihre Kriminalromane – gehen Sie neue Wege? < Ich versuche immer, neue Wege zu gehen. Ein Autor muß verschiedene Sprachen in sich tragen, auch wenn der Leser immer in der Lage sein muß, die Sprache

als eine dieses speziellen Autors zu identifizieren. Die Kriminalromane sind auf eine bestimmte Art und Weise geschrieben, bei „Tea-Bag“ versuchte ich, eine neue Art des Schreibens zu finden. > Ihr nächstes Buch nach „Tea-Bag“ heißt „Vor dem Frost“ und wird wieder ein Krimi sein, diesmal mit Wallanders Tochter. Ist es nicht ein Rückschritt für Sie, wieder zum Krimi zurückzukehren? < Nein, das ist eine ganz neue Geschichte und es war für mich sehr wichtig, sie zu schreiben. Ich wollte darin festhalten, daß man in allen Ländern und in allen Religionen Fanatiker finden kann; ich wollte also über christlichen Fundamentalismus schreiben. Nach dem 11. September wurde es für mich dann umso wichtiger, diese Geschichte zu beenden.

Dalai Lama Ratschläge des Herzens Diogenes

Aufgezeichnet und mit einem Vorwort von Matthieu Ricard. Aus dem Französischen von Ingrid Fischer-Schreiber 208 S., 9,5 x 15,5 cm, Ln., € 12.90 / sFr 21.90

„Tea-Bag“ JESPER HUMLIN IST ein schwedischer Dichter, der mehr und mehr mit Selbstzweifeln kämpft. Was, wenn plötzlich einer seiner Bekannten ein Buch schriebe, das besser wäre als seine eigenen? Zu allem Überfluss verlangt sein Verleger noch einen Kriminalroman von ihm, den Humlin aber gar nicht schreiben will. In dieser Situation trifft Humlin auf das afrikanische Flüchtlingsmädchen Tea-Bag, die mit ihren Freundinnen illegal in Schweden lebt. Die Geschichten der Mädchen faszinieren den Dichter und er erkennt, daß es Wichtigeres als Erfolg und Anerkennung gibt – nämlich menschHenning Mankell: liche Schicksale. „Tea Bag“

Die Summe der Gedanken des Dalai Lama – ein Handbuch, mit Anregungen für alle Lebenslagen, für jeden von uns. »Eine Begegnung mit dem Dalai Lama verändert unser Leben. Herz und Verstand erfahren eine vollkommene Wandlung. Der Dalai Lama ist der einfachste und der komplexeste Mensch, den ich kenne. Er ist Künstler und Bauer. Er ist – wie jeder große Geist – dazu fähig, uns auf allen Ebenen anzusprechen.« Richard Gere »Der Dalai Lama engagiert sich für die Werte, die jeder anständige Mensch bejaht. Er setzt sich ein für Frieden, für Gerechtigkeit und für alles, was das Leben lebenswert macht.« Nelson Mandela

Zsolnay, 23,50 €

Diogenes

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Der neue Hacker‘s Den Angreifer mit seinen

Die zur Zeit meistverkauften Titel aus dem Bereich Computerbücher bei Hugendubel. 1

Prinz, Bernhard, Matoni, Jürgen; Der neue Computer Grundkurs (ComputerBILD) 8,95¤

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Word / Excel 2000 leicht gemacht(ComputerBILD Jub.)

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Lackerbauer, Ingo; Windows XP Home Edition SA Rathbone, Andy; Windows XP für Dummies Sonderausgabe

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Wehr, Hendric; Die besten Windows XP Geheimnisse

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Held, Bernd; Excel VBA Programmierung

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Kommer, Isolde; Photoshop 7.0 für Windows u. Macintosh Jub. Ausgabe 15,00¤

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Voss, Andreas; Das große PC- und Internet-Lexikon 2003

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Hossner, Jürgen u.a.; Das große Buch Windows XP Home

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Levine, John R.; Internet für Dummies

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NIMMT MAN DEN Titel beim Wort, so scheint mit dem neuen Hacker‘s Guide ein aktuelles Anleitungsbuch zum Datenklau vorzuliegen: Eine Empfehlung also für jeden routinierten Hacker und Crakker? Oder aber ein Geschenktip für nachwachsende Skriptkids, die in ihrer Freizeit noch um Anschluß an genau diese Zielgruppe bemüht sind? Die amerikanische Originalausgabe heißt Maximum Security. Zugegeben, das klingt vielleicht weniger originell, zumal für ein Fachbuch zum Thema Internetsicherheit, das Anspruch und Qualität

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Geschenktip für Skript-Kids?“ inmitten einer Fülle bunter Hackerfibeln und -bibeln zu beweisen hat. Aber es wird deutlich, worum es geht: Ein Computersystem aus der Hacker-Perspektive zu betrachten, ist hilfreich, um Sicherheitsmängel zu erkennen und entsprechende Abwehrmechanismen einzurichten. Mit dieser Zielsetzung wendet sich der Hacker‘s Guide in erster Linie an ein Fachpublikum, brisant ist das Thema allerdings für jeden Internetnutzer. Denn gerade die Gewöhnung an spielerische Betriebssysteme und kinderleichte Internettechnik führt dazu, daß Sicherheitslücken unter graphischen Benutzeroberflächen unerkannt zum Angriffsziel von Hackern werden.

Detlev Naar, 38, ist „FachBüchermensch“ in der Buchhandlung Hugendubel am Steinweg in Frankfurt/Main.

Detlev Naar

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ANONYMOUS, DER VERFASSER des „Hacker‘s Guide“ brach als „black hat“ in die IT einiger Unternehmen ein und mußte deshalb eine langjährige Gefängnisstrafe verbüßen. Vom Saulus zum Paulus gewandelt, ist er heute einer der gefragtesten IT-Berater Kaliforniens und stellt sein geballtes – und wenn es die falschen Hände gerät sicher auch brisantes – Wissen der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ob Sniffer, Trojanische Pferde, TCP/ IP, Firewalls oder Auditing-Tools – Anonymous bringt jeden, der sich vor Anträgen á la „I love you“ schützen will, auf gleiche Augenhöhe mit den immer fieser werdenden Angreifern! Denn die Bedrohung „bei Mausklick Mord“ ist angesichts einer immer stärker miteinander vernetzten und voneinander abhängigen Welt nicht ernst genug zu nehmen – natürlich besonders für Unternehmen! In der umfassend aktualisierten und erweiterten Neuauflage seines Standardwerkes „Hacker‘s Guide“ erläutert er im Detail zeitgemäße Absicherungskonzepte und Tools gegen Attacken von außen und für mehr Schutz Anonymous: im Inter- und In„Der neue Hacker‘s Guide“ Markt + Technik, 39,95 € tranet.

Schneller ist keiner

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Hugendubel Bestseller Computerbuch

Welche Zielgruppe?

www.hugendubel.de ist die Adresse, um bequem rund um die Uhr zu schmökern und zu bestellen. Bestellungen bis 16 Uhr liegen in der Regel schon am nächsten Werktag ab 14 Uhr abholbereit in der HugendubelBuchhandlung Ihrer Wahl. Oder lassen Sie sich diese bequem nach Hause schicken.

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Spitzentitel im Frühjahr 2003

Guide eigenen Mitteln schlagen? Chaos-Computer-Club? GLEICH ZU BEGINN: Dieses Buch ist keine Anleitung zum Hacken. Vielmehr soll hier auf die Gefahren durch Hacken und Cracken aufmerksam gemacht werden. Aber warum wird so oft, wenn es interessant wird, auf englisch-sprachige WebSeiten verwiesen? Vielleicht ein Hinweis, daß die richtig heißen News und Infos nur dort zu bekommen sind?! Und hier sind wir auch schon beim Hauptkritikpunkt: Bis der Leser das Buch schließlich in den Händen hält, sind aufgrund der Produktion und des Drucks viele Monate vergangen. Und gerade im

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Interessant für Einsteiger“

Patrick Witte, 28, betreute das Fachbuch bei Hugendubel am Stachus, bevor er sich in die unendlichen Weiten von www.hugendubel.de aufmachte.

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Bereich der IT-Sicherheit ist nichts älter als die News von gestern – der „virtuelle“ Angreifer hat sein Ziel entweder längst erreicht, oder ein neuer Angriff auf andere Ziele ist längst im Gang; von Hacker-Software und Spionage-Programmen, die es bei Redaktionsschluß noch gar nicht gab, ganz zu schweigen. Für Einsteiger mit guten Computerkenntnissen oder für privat Interessierte mag das Buch viel Interessantes und Wissenswertes zu bieten haben. Aber für EDV-Sicherheits- oder IT-Profis empfehle ich eher eine aktive Mitgliedschaft im „Chaos Computer Club“ …

Patrick Witte

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WINDOWS XP PROFESSIONAL ist so komplex wie kein anderes Betriebssystem und viele fortgeschrittene Anwender fragen sich, wie sie damit zurecht kommen sollen. Erstaunlich einfach, wenn man sich von diesem Ratgeber führen läßt: von der Installation über die tägliche Arbeit bis hin zur Einrichtung von Netzwerken erklärt dieses Handbuch mit Demo-CD alle Fragen übersichtlich aus der Praxis für die Praxis. Michaela Zocholl: „Windows XP Professional“ Addison-Wesley, 39,95 €

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06.03.2003, 13:45:11 Uhr


Der große Putzger – ein ideales Geschenk Millionen von Schülern haben mit dem Putzger die Völkerwanderung nachvollzogen, für Historiker gehört er zum Handwerkszeug und kein Geschichtsinteressierter kommt an ihm vorbei.

Beruf: Schnäppchenjäger Hans-Peter Schultes macht ständig unwiderstehliche Angebote ÜBER 1.000 SCHNÄPPCHEN hat die

Buchhandlung Hugendubel im Angebot, jeden Monat kommen rund 200 neue Bücher zum Hugendubel-Preis dazu. Und auch für das neue „Angebot der Woche“, das jeden Donnerstag neben günstigen Hörbüchern, Software und Videos auch fremdsprachige Taschenbücher und weitere Buchschnäppchen anbietet, ist Hans-Peter Schultes bei Hugendubel der Mann, der Lager räumt und ohne Gnade die Preise drückt. Putzger – Atlas und Chronik zur Weltgeschichte Hrsg. Von Ernst Bruckmüller und Peter Claus Hartmann 384 Seiten, Festeinband, Format: 24 x 34 cm € (D) 49,- / ISBN 3-464-64405-7 Opulent: die „große Ausgabe“ 1877 erstmals erschienen, gilt der Putzger auch in der Schweiz und in Österreich, selbst in den USA, als Standardwerk für den Geschichtsunterricht. Anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums erschien vor kurzem diese um Texte und Illustrationen erweiterte große Ausgabe.

„Exklusiv“ ist Hans-Peter Schultes Lieblingswort. Falls Verlage ihm Restauflagen, beispielsweise von tollen Kochbüchern, anbieten, dann will er diese „exklusiv“ für die Buchhandlung Hugendubel. Kein anderer soll diese Schnäppchen auch noch haben. Dann geht es um „exklusive“ Preise – da Schnäppchenjäger Schultes hohe Mengen abnimmt, verhandelt er sehr hart, damit Hugendubel-Kunden die höchsten Rabatte bekommen und nur den günstigen „Hugendubel-Preis“ bezahlen müssen. Und dann soll das Angebot auch noch thematisch „exklusiv“ sein – sprich, es dürfen auch hochwertige Kunstbände oder Reisebildbände da-

bei sein, die früher oft über 50 Euro und mehr gekostet haben, Hauptsache, sie sind jetzt so richtig günstig. Dafür reist Hans-Peter Schultes durch die Republik und inspiziert die Lagerräume von Verlagen und Zwischenbuchhändlern. Sein Glück ist Verlegers Pech: Oft wurde die Auflage zu hoch kalkuliert, ein Trend wurde zu früh oder zu spät aufgegriffen oder der Preis war anfangs schlicht zu hoch angesetzt. Ob Kinderbücher oder neue Romane von Bestseller-Autoren – seelenruhig räumt Hugendubels Sparbuch-Forscher palettenweise ab. Auch privat kann der Buchhändler nicht genug bekommen: Über 6.000 Bücher hat Familie Schultes auf Lager – verschiedene wohlgemerkt. Und ein Ende ist nicht in Sicht, wie der große Fan von Fantasy-Literatur augenzwinkernd verrät. Schon im Frühjahr rollt das riesige und riesig reduzierte Angebot an KönemannKunst-, Foto- und Kochbuchbänden in die Hugendubel-Buchhandlungen. Und damit Hans-Peter Schultes der „Ars Antiqua“ Reihe mit herrlichen Bänden z.B. zur griechischen und römischen Kunst einen besonderen Platz im Bücherregal freiräumen darf, bekommt seine Frau das köstliche Pasta-Kochbuch …

Ein Klassiker mit noch mehr Inhalt 383 Karten zur historischen Entwicklung der Menschheit, Zeittabellen, Schaubilder und Grafiken, Stammtafeln und Biografien historischer Persönlichkeiten sowie ein Staatenlexikon machen den Putzger zu einem einzigartigen Nachschlagewerk.

© Joachim Hauser

Der Putzger – Atlas und Chronik zur Weltgeschichte ist im Buchhandel erhältlich. Cornelsen Verlag, 14328 Berlin. www.cornelsen.de Immer alles paletti: Hans-Peter Schultes

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06.03.2003, 13:45:26 Uhr


Wieder entdeckt VERLAGE, BUCHHÄNDLER, UND auch

viele Leser haben sich angewöhnt, ständig hinter dem Neuen her zu sein. Jedes Jahr erscheinen etwa 70 000 neue Bücher. Was wird aus denen, die ein halbes Jahr alt sind? Ein Jahr? 100 Jahre? … Siegfried Völlger, Leiter der Hugendubel Online-Redaktion, pflegt die feine Rubrik „Wieder entdeckt“ und kümmert sich ein bißchen um „die Alten“ unter www.hugendubel.de. Theoretisch kann alles in die Rubrik „Wieder entdeckt“ – von Walter von der Vogelweide bis zu einem taufrischen Buch, bei dem man meint, die Druckmaschinen noch quietschen zu hören – kann ja sein, daß ich es sofort wieder lesen muß. Das passiert eher selten, zugegeben, aber ich erinnere mich an meine Begeisterung beim ersten Lesen von Guillermo Cabrera Infante und seinem Werk Drei traurige Tiger – ich habe sofort wieder von vorne angefangen.

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Was für eine Auswahlmöglichkeit!“

Lesezeichen

Tausende von Büchern! Endlich eine gute Gelegenheit, auch persönliche Vorlieben zu pflegen, das, was man gelesen hat, hervorzukramen, Abgelegenes zu erwähnen: ein Trüffelschwein – wühlen, suchen und schließlich Kostbarkeiten ans Licht befördern. Missionarischer

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Eifer, der da ausbrechen kann und den man sonst ohnehin verstecken muß. (Da nutze ich doch die Gelegenheit und empfehle: Dieter Kühn, Ich Wolkenstein, unbedingt lesenwert, auch zweimal!). Das ist ja auch einer der Hauptzwecke des Wieder-Lesens – wie wirkt das jetzt? Hat es seinen Zauber behalten? Wie hab ich mich verändert? Warum wirkt es so anders? – der Zweck der vollen Bücherregale zu Hause: Stoff zum Nachdenken zu liefern. Ein schönes Beispiel sind Bücher, die man als Kinderbuchausgabe gelesen hat, etwa den Robinson – betet er tatsächlich so viel? Oder ist das in der Kinderbuchausgabe gekürzt? Jean Paul hat einmal gesagt: „Wenn ein Buch nicht wert ist, zweimal gelesen zu werden, so ist‘s auch nicht wert, einmal gelesen zu werden.“

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Eine Anregung, selbst einmal zu forschen.“

Das ist ein sehr strenger Spruch, erfordert ein rigoroses Urteil, ich glaube aber, daß es für jeden Leser andere Bücher sind, die ein zweites, drittes, vielfaches Lesen interessant und wichtig machen. Die Rubrik „Wieder entdeckt“ ist einfach als Anregung gedacht, selbst einmal wieder zu forschen und zu entdecken, und wenn wir dazu einen Hinweis oder eine Anregung liefern können – wunderbar.

Hugendubel Bestseller Evergreens

Empfehlungen bei www.hugendubel.de!

Die 2002 meistverkauften Titel aus dem Bereich Evergreens bei Hugendubel. 1

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Tolkien, John R.R.; Der Herr der Ringe (3 Bde.)

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Coelho, Paul; Der Alchimist

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Saint-Exupéry, Antoine de; Der kleine Prinz

5,00¤

Mann, Thomas; Die Buddenbrooks

14,00¤

Schlink, Bernhard; Der Vorleser

7,90¤

Cross, Donna; Die Päpstin

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Hesse, Hermann; Siddharta

11,80¤

Follett, Ken; Die Säulen der Erde

9,90¤

Gordon, Noah; Der Medicus von Saragossa

12,00¤

Rosendorfer, Herbert; Briefe in die chinesische Vergangenheit

8,50¤

PS: Gerade habe ich tatsächlich wieder angefangen, Winnetou I zu lesen!

Wöchentlich aktualisierte Bestsellerlisten unter

www.hugendubel.de

Schauplatz Havanna 1958 G. Cabrera Infante „Drei traurige Tiger“ Suhrkamp, 13,50 €

Unterhaltsame Biographie Dieter Kühn „Ich Wolkenstein“ Fischer TB, 10,90 €

Die ganze Geschichte Daniel Defoe „Robinson Crusoe“ C.H. Beck, 29,90 €

Abenteuer pur Karl May „Winnetou I“ Bd. 7 der Ges. Werke Karl May Verlag, 13,90 €

10.03.2003, 10:38:09 Uhr


<Links oben:> Die Redaktion empfiehlt: www.bloomsburymagazine.com/ harrypotter/forum/ Das Schwarze Brett für echte Fans!

Impressum & Co.

www.erinnern-online.de Steven Spielberg erinnert an die Shoah und lehrt Toleranz www.touchgraph.com Finden Sie das Internet auch so verwirrend ... Das WWW als Graphik …

Zwischen den Zeilen

Mythen des Alltags

> Frage: Wenn Zeit das ist, was man auf der Uhr ablesen kann, warum wollten dann manche Menschen noch vor kurzem mehr Zeit aus einer Stunde herausholen, während heute viele den Tag sogar eher „entschleunigen“? < Antwort: Die hektischen Zeiten, in denen eine Stunde am besten 90 Minuten hatte, sind inzwischen passé. Aufbruch zur Gelassenheit ist das, was gestressten Menschen nachhaltig hilft.

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Eine Stunde hat nicht immer genau 60 Minuten“

Wer möchte schon am Ende seines Lebens vor der Frage stehen: Wofür habe ich eigentlich gelebt – ist nicht das wirklich Wichtige auf der Strecke geblieben? Davor bewahrt nur, den Weg vom Dringenden zum Wichtigen konsequent zu gehen. Moderne ZeitmanagementTechniken helfen dabei, weil sie die Voraussetzungen für ein Leben in Balance schaffen. Im Haufe-Verlag ist jetzt der TaschenGuide Zeitmanagement mit vielen nützlichen Tips, Übungen und Checklisten erschienen. Der Autor, Prof. Dr. Jörg W. Knoblauch, ist Experte für Zeitmanagement und Erfinder des „tempus“-Zeitplaners. Prof. Dr. Jörg W. Knoblauch „Zeitmanagement“ Broschur Haufe, 6,60 €

HEINRICH HUGENDUBEL, GRÜNDER der Buchhandlung Hugendubel vor fünf Generationen, scheint auch bei exzentrischen Frauen, wie dem ewig jungen PopStar Nina Hagen, seine Wirkung nicht zu verfehlen…

Herausgeber: Buchhandlung Hugendubel GmbH & Co KG, Nymphenburger Straße 29, D-80335 München Anschrift für Verlag, verantwortlichen Redakteur und Anzeigenverantwortlichen: in medias res Marktkommunikation GmbH, Kopernikusstraße 27, D-90459 Nürnberg, buechermenschen@imr.de, Tel.: +911/43053-0, Fax: +911/43053-44 Verlagsleitung: Jürgen Prommersberger (verantwortlicher Redakteur) Objektleitung/Anzeigen: Susanne Halfmann (verantwortlich für den Anzeigenteil)

© privat

WAS SIE SCHON immer wissen wollten. Heute zum Thema „Zeit ist Geld“

Impressum

Briefing

Redaktionelle Mitarbeit: Annette Bibel, Irene Binal, Joachim Hauser, Julian Herzog, Detlev Naar, Thomas Steinfeld, Siegfried Völlger, Patrick Witte Layout: Andreas Bahn, Joachim Hauser

BÜCHERMENSCHEN ANDERS: SIE SCHREIBEN – WIR LESEN

Herstellungsleitung: Herbert Grambihler

Sehr geehrte, liebe Frau Nina Hugendubel, Hugendubel,

Titelbild: Isolde Ohlbaum

ich bin der glückliche Gewinner des 1. Preises bei Ihrer Verlosung der Zeitschrift büchermenschen. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie ich mich gefreut habe. Genau am 24.12. kam das Glück zu mir, per Post! Als ich Ihren Brief öffnete, konnte ich erst gar nicht glauben, was ich da in Händen hielt – ich, die größte Bücherratte überhaupt! Hüpfend und lachend bin ich dann durch die Wohnung geschossen – echt supergeil, vielen Dank dafür! Viele Gruesse Ivan Lang

büchermenschen ist ein Kundenmagazin und enthält auch von Unternehmen finanzierte Beiträge. büchermenschen – Das Hugendubel-Magazin für Leser – erscheint fünfmal jährlich und wird kostenlos an die Kunden der Buchhandlungen Hugendubel abgegeben. Zur Zeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2002. Preisangaben sind ohne Gewähr. büchermenschen 3/2003 erscheint am 2. Juni 2003. Falls Sie Wünsche, Anregungen oder Fragen haben, dann sagen wir schon jetzt herzlichen Dank für einen Leserbrief!

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06.03.2003, 13:45:58 Uhr


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