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WOMEN IN BUSINESS MAGAZIN

offene

www.womeninbusiness.ch

DAS WIRTSCHAFTSM AGAZIN FÜR DIE FR AU

WHO’S WHO DER FRAUEN

persönlichkeiten

WOMEN I N BUSI N E SS

NR. 01 · SEPTEMBER 2009 CHF 8.90 | EUR 6.50

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Das Who’s Who der Frauen DIE FÜHRENDEN KÖPFE IN WIRTSCHAFT, WISSENSCHAFT, MEDIEN UND KULTUR

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E D I TO R I A L

Liebe Leserinnen und Leser E D I TO R I A L Wenn Frauen in klassischen Schweizer Wirtschaftsmedien portraitiert werden, lässt man immer mal zuerst die Männer reden. Nicht so bei uns. «Women in Business» versteht sich als Plattform für die Frauen in der Schweizer Wirtschaft. Und dazu zählen wir nicht nur die grossen Blue Chips, die Grossbanken und Pharmakonzerne, sondern vor allem die unzähligen kleinen und mittleren Unternehmen in diesem Land, in denen Frauen auch in Führungspositionen eine immer wichtigere Rolle spielen. Sei es in mittelständischen Industriebetrieben, Filmproduktionen, Arztpraxen, Anwaltskanzleien oder auch im Kleingewerbe. Ansprechen wollen wir aber auch die weiblichen Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung, wo Frauen lange vor der Privatwirtschaft ihre Aufstiegsmöglichkeiten erhalten und diese auch genutzt haben. Den Beweis, dass die Zukunft der Frau längst begonnen hat, liefern wir mit unserer Titelgeschichte. Das Who’s who der Schweizer Frauen zeigt im Detail auf, wie die einf luss- und erfolgreichsten Wirtschaftsführerinnen, Kulturmanagerinnen oder Wissenschafterinnen in der Schweiz bereits vernetzt sind. Ziel von «Women in Business» ist es auch, nebst den für Frauen wichtigsten wirtschaftlichen Fragen auch den zentralen politischen und kulturellen Aspekten nachzugehen. Wie etwa der Frage: warum haben Frauen im Kulturbereich mehr Erfolg als in der Privatwirtschaft. Lesen Sie dazu das Gespräch mit Elisabeth Dalucas, CEO des KKL in Luzern, das die bekannte Kulturjournalistin Daniele Muscionico für uns geführt hat. Und selbstverständlich werfen wir auch einen Blick über die Grenzen hinaus. So wie mit dem Artikel über das «Glass ceiling», der zeigt, warum Frauen in den USA auf der Karriereleiter immer wieder an einer gläsernen Decke anstossen, obwohl die Diskriminierung des Geschlechts seit 1964 gesetzlich verboten ist.

FOTO: NIK HUNGER

Wir freuen uns auf Ihr Feedback, Ihre Anregungen und auch Ihre Ideen.

Herzlichst Dominique Hiltbrunner, Verleger und Sabine Andersch, Verlagsleiterin WOMEN IN BUSINESS · SEPTEMBER 2009 | No.01

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I N H A LT

28 M A R K T P L AT Z

30 COV E R STO RY

14 Sesselwechsel des Monats: Maja Hoffmann geht zur Tate Modern 17 Die mächtigste Frau der Welt: Angela Merkel Neue Jobs: Swiss Re, Swisscom, McCann Erickson, Bâloise 18 Neue Studie: wer das Geld nach Hause bringt Frau und Wirtschaft: eine neue Ausstellung wird geboren

30 Das Who’s who der Schweizer Frauen Wie es um deren Aufstiegschancen bestellt ist 34 Die führenden Köpfe in Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Kultur: Die Liste Der Sternenhimmel: das grosse Netzwerk der Frauen in der Schweiz

50 UNTERNEHMEN & MÄRKTE

44 Die stählerne Glasdecke oder warum Frauen lieber ihre eigene Firma gründen Warum machen sich Männer selbständig? Aus Gier 50 Gabriella Baumann-von Arx verlegt Bücher, die das Leben schreibt Die Bestseller – das Herbstprogramm

20 MBT Gesundheitsschuh: die neue Forschungschefin über die Fortschritte in der Wissenschaft

54 Bio Suisse: der Bauernverband, der von einer Frau geführt wird. Wie geht das? Biologische Landwirtschaft ökonomisch betrachtet

21 Nachrichten

60 Kolumne Sibylle Hamann

22 Terminkalender 24 Das Business-Gadget des Monats 26 Facesheet: Meredith Ann Whitney, Amerikas Börsenorakel 28 Wer hat’s erfunden? Die drei Schlüssel der UBS

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62 B E RU F & L E B E N

62 Seitenwechsel: wenn Bankerinnen Karoffeln schälen 65 Ein Projekt ermöglicht den Perspektivenwechsel 66 Rivella gelb: einem Ladenhüter werden Beine gemacht

69 P O U R L E PL A I S I R

69 Lieblingsplätze: Old Fashion, Zürich They always come back: der Fiat 500C 70 Manufaktur: Helen von Albertini, Exklusives für die Hand

103 G E S PR ÄC H

103 Elisabeth Dalucas, KKL-Chefin im grossen Interview 104 Warum Frauen in der Kultur schneller Chefinnen werden 106 Women in History: Ida Pauline Zimmerli-Bäurlin

FOTO: MARTIN GARCIA (ILLU), PHILIPPE ROSSIER, PD (8), MARCEL STUDER

71 Top 9 – Handtaschen: das Rating 72 Objet du désir Der CD-Monatstipp Am Händchen durch Ausstellungen Der Monats-Buchtipp F O TO - P O R T F O L I O

83 Anne Gabriel-Jürgens fotografiert Schweizer Frauen

74 Was Frauen haben wollen: zwei Tipps 76 Zimmermädchen im «Kempinski» – ein Frontbericht 80 Für den Gaumen: Amuse Bouche, Wien KO N TA K T

10 Leserbriefe 13 Impressum

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LESERBRIEFE

Meine Erwartungen Meine Erwartungen an ein Wirtschaftsmagazin für Frauen sind inhaltlich fundierte Wirtschaftsinformationen, professionell aufbereitet und mit spannenden Informationen aus Politik und Gesellschaft angereichert. Frauenspezifische Elemente würden mich freuen, aber nicht im Übermass. Ich wünsche mir ein leserfreundliches Format, ebenso wie eine ansprechende Gestaltung. Das Magazin sollte mein Wissen anreichern, kurzweilig zu lesen sein und die Lust nach mehr wecken. Ich würde mich freuen, Beiträge zu finden, die andersartig sind: hinter die Kulissen schauen, etwas wagen und Neues bringen. Ich gratuliere «Women in Business» herzlich zum gelungenen und erfolgreichen Start! Sita Mazumder, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Projektleiterin und Dozentin

Business as unusual!

Herzliche Gratulation

Warten auf das neue Magazin

Links stapelt sich die unerledigte Post, rechts gibt das Smartphone akustisch zu erkennen, dass wieder eine Nachricht eingetroffen ist, vorne blinkt der Cursor an der Stelle, an welcher der zu verfassende Text gerade abbricht und im Nacken sitzt das Damoklesschwert eines Abgabetermins. Auf dem Pult aber fesselt die Erstausgabe von «Women in Business» die Augen – nur noch schnell den Artikel fertig lesen und dann… Stunden später: Das Urteil ist gefällt, das Heft überzeugt und das Erstlingswerk ist gelungen. The Value Company gratuliert den Machern zu Mut und Tatendrang und wünscht ihnen weiterhin viel Erfolg!

Herzliche Gratulation zur Lancierung des Magazins für die Karriere- und Lifestyle orientierte Businessfrau in der Schweiz. Ich freue mich auf einen spannenden Mix aus interessanten Reportagen, Portraits über Schweizer Führungspersönlichkeiten und News aus der weiblichen Berufswelt aus verschiedenen Branchen, Berufen und Positionen. Für Businessfrauen ist es immer wichtig eine Plattform für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu haben und so das Netzwerk pf legen und ausbauen zu können

Hat die Schweiz wirklich auf ein neues Magazin wie dieses gewartet? Ja – sie hat es! Denn in meiner Arbeit als Head Diversity & Family Care der AXA Winterthur erfahre ich immer wieder von Neuem, dass für Frauen Information, Wissen und Netzwerk äusserst wichtige Komponenten sind. Frauen entscheiden erst, wenn Sie sich über eine Angelegenheit respektive über Rahmenbedingungen Klarheit verschafft haben. Dass mit Women in Business diesen Bedürfnissen Rechnung getragen wird finde ich zeitgemäss und nützlich! Die Beleuchtung von relevanten Themen aus einer anderen – eben auch einer weiblichen – Perspektive stellt meines Erachtens keine Konkurrenz zur bestehenden Betrachtungsweise dar, sondern vielmehr eine willkommene und allenfalls

Casha Frigo Schmidiger, The Value Company GmbH

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Viel Erfolg wünscht Ihnen Denise Beele, Manager Marketing & Business Development, Cablecom GmbH

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LESERBRIEFE

sogar notwendige Bereicherung. Möge dem Magazin ein fulminanter Start gelingen und ihm ein langes Leben im Blätterwald der Schweizer Medienszene beschert sein! Yvonne Seitz, Head Diversity & Family Care, AXA Winterthur

Was wünsche ich mir von Women in Business? In einem neuen Magazin für Berufsfrauen sähe ich gerne eine andere Sicht des Lebens. Ich möchte gerne lesen, wie andere Frauen Beruf und Familie vereinen, wie sie ein ganzheitliches Leben führen und wie sie die Berufswelt umkrempeln. Ich hoffe, dass Frauen hier aufzeigen, dass bezahlte Arbeit nicht alles aber auch nicht nichts ist und dass Umwelt und Gesellschaft in alle Überlegungen mit einbezogen werden müssen. Ich wünsche mir ein ehrliches Magazin, das Frauen Raum gibt und ihnen Mut macht, sich selber darzustellen und sich in anderen zu erkennen. Ich möchte Frauen sehen, die sich getrauen, dem Superwoman-Image abzuschwören und die zugeben und sogar stolz darauf sind, dass ihnen

nicht alles gelingt. Mich interessiert, was Frauen aus ganz verschiedenen Berufen geschafft und nicht geschafft haben, was warum nicht geklappt hat und was sie daraus gelernt haben. Wo sehen Frauen Schwierigkeiten, wo stehen sie an und was tun sie dagegen? Ich freue mich aber auch darauf, dass die Frauen zu ihren Erfolgen stehen und selbstsicher dazu stehen, dass sie etwas geleistet und erreicht haben und nicht alles bescheiden dem Zufall zuschreiben. Ich will lesen, wie Frauen anderen Frauen beistehen, wie sie bereit sind Aufgaben, Ruhm und Ehre zu teilen, wie sie sich vernetzen, Hilfe leisten und bekommen, wie sie sich gegenseitig unterstützen. Ja, und natürlich gebe ich gerne zu, dass ich schöne Taschen und Mappen, Bürotische und Schreibgeräte immer wieder hingebungsvoll anschaue, wohl wissend, dass ich das alles nicht brauche und am Schluss doch etwas kaufe. Carol Franklin, Verwaltungsratspräsidentin von The Tree Partner Company

Women in Business freut sich über Ihren Leserbrief: brief@womeninbusiness.ch Vergessen Sie nicht, uns Ihren Vornamen und Namen mitzuteilen.

WOMEN I N BUSI N E SS DAS WIRTSCHAFTSM AGAZIN FÜR DIE FR AU

9/2009 / 1. Ausgabe Monatlich, 10 mal im Jahr www.womeninbusiness.ch Herausgeber Immobilien & Business Verlags AG Grubenstrasse 56 CH-8045 Zürich sa@womeninbusiness.ch Ab 15. September name@ibverlag.ch Verleger Dominique Hiltbrunner Konzept & Publizistische Beratung Lüchinger Publishing GmbH, Zürich Chefredaktion Dominik Flammer Mitarbeit Chefredaktion Roderick Panchaud Irina Radu Autorinnen/Autoren dieser Ausgabe: Corinne Amacher, Theresa Balduzzi, Sibylle Hamann, Daniele Muscionico, Britta Stuff, Bettina Weber, Birgitta Willmann Verlagsleitung Sabine Andersch Art Director Sandra Schwarzenberger Anzeigenverkauf: Michaela Schröder Diana Lewitz Auf lage: 25 000 Exemplare Abonnemente Vanessa Badmann abo@womeninbusiness.ch Einzelpreis Fr. 8.90 Jahresabonnement Fr. 79.– Probeabonnement (3 Monate) Fr. 25.– Alle Titel des Verlages: Immobilien Business / Immobilien Gespräche / Immobilien Brief Immobilien Bauen & Wohnen Women in Business Talks Swiss Business Druck und Vertrieb: Kliemo AG Webseite: www.womeninbusiness.ch Haftungsausschluss: Der redaktionelle Inhalt stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Abschluss einer Finanztransaktion dar und entbindet den Leser nicht von seiner eigenen Beurteilung.

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M A R K T P L AT Z

Stellenwechsel des Monats

Tate Calling Maja Hoffmann wird Präsidentin des International Council des Tate Modern.

Hohes Amt für die Schweizer Roche-Erbin Maja Hoffmann: Tate in London

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FOTOS: PD, TATE PHOTOGRAPHY

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icht mal die Pressefrau in London wusste schon Bescheid. Nach zwei Stunden dann aber doch die Bestätigung, was die Spatzen der Kunst-High-Society aus den Privatjets pfeifen: Roche-Erbin Maja Hoffmann tritt demnächst ein neues, prestigeträchtiges Amt in London an. Bereits ist sie Präsidentin der Kunsthalle Zürich und Mitglied im Stiftungsrat des Fotomuseums Winterthur. In Südfrankreich, wo sie die meiste Zeit ihrer Kindheit verbrachte, entwickelt sie zusammen mit dem internationalen Fotofestival in Arles ein Projekt, das selbst für das in Grossprojekte verliebte Frankreich ungewöhnlich ist. Die Kulturstiftung LUMA, von Hoffmann 2004 ins Leben gerufen, will im südfranzösischen Städtchen ein nationales Zentrum für Bildkultur realisieren, einen «Ort, der in Bewegung ist und der durch die Künstler unverzichtbar wird», wie sie sagt. Und jetzt wird Hoffmann, als Nachfolgerin von Lady Elena Foster – Verlegerin und Gattin des Architekten Lord Norman Foster – also auch noch zur Präsidentin des International Council der Londoner Kunstinstitution Tate. Ob ihr bei so Vielem wohl noch Zeit bleiben wird, ihr von Marcel Breuer erbautes Haus am Zürichsee zu geniessen? pw

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M A R K T PL AT Z NEUER JOB

Forbes

Angela Merkel Mit der deutschen Bundeskanzlerin schafft es erneut eine Europäerin an die Spitze der Liste der mächtigsten Frauen der Welt. UÊ Bundeskanzlerin Angela Merkel

wurde vom Wirtschaftsmagazin Forbes dieses Jahr bereits zum vierten Mal zur mächtigsten Frau der Welt erkoren. Für sein Rating der mächtigsten Politikerinnen und Wirtschaftsführerinnen stützt sich Forbes auf zwei Schlüsselkriterien: die mediale Präsenz einer Frau sowie die Grösse der Institution, der sie vorsteht. In der Schweiz konnte nur eine Frau diesen Kriterien entsprechen, um in die Liste der hundert mächtigsten Frauen der Welt aufgenommen zu werden. Margaret Chan, gebürtige Chinesin und Leiterin der Weltgesundheitsorganisation in Genf, schaffte es auf den 38. Rang. Insgesamt dominieren die Amerikanerinnen: 63 stammen aus den USA. df

Betina Balitzki ist im Jahre 2004 als Produkt Managerin für Roaming zum Telekom-Konzern Swisscom gestossen. Seit dem 1. August 2009 ist sie neue Leiterin des Diversity Managements der Swisscom. Balitzki, die in den Niederlanden ein MBA-Studium abschloss, soll nun sämtliche Diversity-Themen im Unternehmen nachhaltig verankern und vorantreiben.

Merkel: zum vierten Mal auf dem Thron RANKING FORBES

FOTOS: PD

Charlotte Gubler war seit Anfang 1993 beim Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re beschäftigt und kletterte mit den Jahren im Unternehmen die Karriereleiter empor. 2005 wurde sie Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung und war bis Ende Juni 2009 Leiterin der Division Communications und Human Ressources. Dann ging die oberste Frau im Personalwesen mit etwas über 55 Jahren in die Frühpersionierung. Gutes Beispiel oder schlechtes Omen für andere Kadermitarbeiter innerhalb der Swiss Re?

RANK

NAME

OCCUPATION

COUNTRY

1

Angela Merkel

Chancellor

Germany

2

Sheila Bair

Chairman, Federal Deposit Insurance Corp. U.S.

3

Indra Nooyi

Chief executive, PepsiCo

4

Cynthia Carroll

Chief executive, Anglo American

U.K.

5

Ho Ching

Chief executive, Temasek

Singapore

6

Irene Rosenfeld

Chief executive, Kraft Foods

U.S.

7

Ellen Kullman

Chief executive, DuPont

U.S.

8

Angela Braly

Chief executive, WellPoint

U.S.

9

Anne Lauvergeon

Chief executive, Areva

France

10

Lynn Elsenhans

Chief executive, Sunoco

U.S.

U.S.

Katharina Lohse wird neuer CEO des Schweizer Ablegers der US-Werbeagentur McCann Erickson, und die Deutsche hat durchaus einen Bezug zu Schweizer Werbekunden der Agentur. Lohse hat zuletzt als Managing Director verschiedene internationale und nationale Kunden der McCann Erickson von Frankfurt aus betreut, darunter war unter anderem auch die Grossbank Credit Suisse. Rahel Mohler wechselt zur Bâloise und übernimmt die Leitung der internen Kommunikation des Basler Versicherungskonzerns.

Quelle: http://www.forbes.com/2009/08/18/worlds-most-powerful-women-forbes-womanpower-women-09-angela-merkel_land.html

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M A R K T P L AT Z

Haushaltseinkommen

Grosser Rückstand der Frauen Kinderlose Paare: Nur jede fünfte Frau verdient mehr als ihr Mann. UÊDie aktuellsten Zahlen über den Anteil der Frauen am Haushaltseinkommen in den Schweizer Paarhaushalten bestätigt

einen alten Befund: 65 Prozent der Frauen mit Kindern schaffen es nicht, mehr als einen Viertel zum Haushaltseinkommen beizusteuern. Ohne Kinder sind die Chancen bedeutend besser: Hier schafft dies rund die Hälfte. df

BEITRAG DER PARTNERIN ZUM GESAMTEN HAUSHALTSEINKOMMEN, NACH HAUSHALTSTYP. !! kein Beitrag zum Haushaltseinkommen

Paarhaushalte ohne Kinder

!! weniger als ein Viertel !! mindestens ein Viertel, aber weniger als die Hälfte !! mindestens die Hälfte

Paarhaushalte mit Kind(ern)

Quelle: Bundesamt für Statistik (2008), Familien in der Schweiz, Statistischer Bericht 2008, Neuchâtel 0%

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80%

90%

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Frauenausstellung 2012

«Frau und Wirtschaft» im Mittelpunkt Auf der Suche nach dem weiblichen Blick – dritte Ausstellung nach 1928 und 1958.

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Projekts «2020 – der weibliche Blick auf die Zukunft» haben es sich zum Ziel gemacht, diese Botschaft an die Öffentlichkeit zu bringen. Und zwar mit einer neuen Frauenausstellung, der dritten nach den beiden Saffas, den Schweizerischen Ausstellungen für Frauenarbeit von 1928 und 1958. Das Überthema der Ausstellung, die 2012 stattfinden soll, wird «Frau und Wirtschaft» sein. ir

Titelblatt des Ausstellungsprospekts zur Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit von 1928.

FOTOS: PD

UÊ Dass Frauen in der Gesellschaft von morgen eine grosse Rolle spielen werden, ist einer der wenigen Punkte, in dem sich die Zukunftsforscher einig sind. Die Vermutung liegt nahe, dass die heutige und zukünftige Generation gut ausgebildeter, kompetenter Frauen nicht länger in der zweiten Reihe sitzen wird, sondern schon in den nächsten zehn Jahren massiv an Bedeutung gewinnen wird. Die Veranstalter des

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Gesunder Schuh

Gegen Cellulite Die Wissenschaft stellt sich in den Dienst für die perfekten Treter

Chefin der Forschungsabteilung bei MBT: Christina Hanke

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FOTO: PD, DREAMSTIMES

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as Schweizer Unternehmen MBT Footwear hat eine neue Leiterin seiner globalen Kommunikations-, Forschungsund Ausbildungsabteilung. Christina Hanke, bisher zuständig für die Marketingabteilung des Schweizer Geschäfts, leitet seit Juli die Forschungsaktivitäten diverser Universitäten und Kliniken zu den gesundheitlichen Effekten und zur Weiterentwicklung des bekannten Gesundheitsschuhs. Zur Verbesserung der Ästhetik wurden diverse Studien in Auftrag gegeben, die zum Launch der neuen f lacheren Sohle im Frühling 2009 führten. Parallel wird an der Temperaturregulierung und biomechanischen Verbesserungen gearbeitet. Die Forschungsarbeiten finden unter anderem an den Universitäten Salzburg, Sheffield, Calgary und Bern sowie in verschiedenen Kliniken statt, wobei sich der Aufwand auszuzahlen scheint. Eine Studie der Lipoclinic Swiss zeigte, dass menschliches Gewebe durch die regelmässige Nutzung des MBT Schuhwerks besser durchblutet wird und das äussere Erscheinungsbild von Cellulite bei zwei Drittel, der Trägerinnen markant zurückgegangen ist. Als für die damalige Marketing Managerin von Microsoft vor zwei Jahren die Anfrage von MBT kam, war es eine Herzensangelegenheit; ist sie doch selbst seit Jahren eine leidenschaftliche MBT Trägerin. rp

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Nachrichten + + Männer beeinflussen weibliches Essverhalten + +

+ + Initiative für mehr weibliche CEOs + +

Das nächste Mal, wenn Sie essen gehen, überlegen Sie sich gut, wen Sie zu sich gesellen lassen wollen. Denn dies wird, sofern Sie eine Frau sind, entscheidend sein für die Zusammenstellung Ihres Menus. Eine Studie zum Thema Essverhalten der Geschlechter fand heraus, dass Frauen ihre vielbesungene Anpassungsfähigkeit auch beim Essen nicht verlieren. Speisen Sie in Begleitung einer Frau, fällt das Mahl um einiges üppiger und deftiger aus als im Beisein eines Mannes. In männlicher Begleitung nämlich setzt die Damenwelt auf Minimalismus und wählt bevorzugt leichtere Kost und kleinere Portionen. Die Männer dagegen scheinen ihrem persönlichen Geschmack treu zu bleiben und zeigen keinerlei Anpassung ihres Essverhaltens an das Gegenüber. Die Frage nach dem Warum wird in der Studie aufgegriffen und die vermutete Antwort gleich mitgeliefert. Es seien die Frauen, die den Männern weiblicher und attraktiver erscheinen wollen und deswegen bewusst oder unbewusst zu kleinen und sogenannt femininen Speisen wie Salat greifen. Wo bleiben jedoch all jene Männer, die immerzu versichern, sie

Der deutsche Personalberater Heiner Thorborg schreibt seine vor drei Jahren ausgeschriebene Initiative «Generation weiblicher CEOs» seit diesem Jahr auch in der Schweiz aus. Die Initiative hat zum Ziel, den Anteil weiblicher Führungskräfte in Geschäftleitungen und Verwaltungsräten zu steigern. Die Intiative ist international ausgerichtet und schliesst sowohl ausländische Pässe wie internationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland und der Schweiz ein. Gesucht werden unternehmerisch denkende weibliche Führungskräfte mit exzellenter akademischer Ausbildung und etwa zehn Jahren Berufspraxis und Auslanderfahrung. Frauen, deren Ziel es ist, in den nächsten fünf Jahren den entscheidenden Schritt an die Spitze zu vollziehen. Alle Kandidatinnen erhalten ein qualifiziertes Feedback. Unter denjenigen mit dem besten karrierepotential werden jährlich zwanzig als Preisträgerinnen gewählt. Sie können aus einem Förderprogramm im Wert von 25 000 Euro ihre individuellen Bausteine zusammenstellen. Nominierungen und Bwerbungen können noch bis zum 30. September per E-Mail eingereicht werden: generation@thorborg.com.

Anpassungsfähig: Leichte Kost mit dem Mann

liebten Frauen, die nicht bloss manierlich an Karotten knabbern, sondern sich eine ordentliche Portion Essen einzuverleiben wissen? Ein Blick auf irgendein beliebiges Plakat oder Modemagazin offenbart den feinen Subtext dieser Aussage: kräftig essen mag gutgeheissen werden, kräftig sein dagegen weniger. So ist es wohl kein Wunder, bleibt Frau, bei aller Unabhängigkeit, ihrem Grünzeug treu.

Der Women in Business Club.

In Kürze erfahren Sie mehr.

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M A R K T P L AT Z

Nächste Termine MO., 02.09., 10.00 UHR DIVERSITY ROUNDTABLE, THEMENTAG 2009 Zürich, Credit Suisse Forum St.Peter Veranstaltung Wirtschaftsfrauen Schweiz: Ältere Mitarbeitende und ihre Potentiale – die langfristige Sicherung personeller Ressourcen. www.wirtschaftsfrauen.ch

DI., 01.09. WORKSHOP FEMALE LEADERSHIP Frauenfeld Trainerin Kathrin M. Wyss legt Wert auf das Bewusstsein der Frauen um ihre weiblichen Stärken, deren Integration wie auch individuellen Ausdruck. Es finden Übungen aus Mentaltraining, Kreativtechnik und der aktiven Entspannung im Workshop Eingang. Der Begriff Leadership wird näher betrachtet und dessen weibliche Umsetzung in der Gruppe diskutiert. www.wirtschaftsfrauen.ch DI., 01.09., AB 18.15 UHR WAS IST SCHÖNHEIT? BUCHERER Uhren-Schmuck-Juwelen, Bahnhofstrasse 50, 8001 Zürich Schönheit im Auge des Betrachters, sie ist relativ und sehr individuell. Talk – Moderation: Olivia Bosshart Fragen und dskutieren sie mit zum Thema «Was ist SCHÖNHEIT?» www.kion.ch DI. – DO., 01.09. – 03.09. WEITERBILDUNG IN AUFTRITTSKOMPETENZ Vals (GR), Therme Vals Veranstaltung von Frauenunternehmen: Seminare zum Thema «Überzeugend reden und kompetent auftreten» in gediegener Atmosphäre. www.yvonnevogel.ch

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DI. – FR., 02. – 04.09. WOMEN’S VISION WEEK Luzern, D4 Business Center Luzern Veranstaltung Femvision: «Die Zukunft gehört den Kreativen» eine Woche mit Seminaren über Leadership und die Rolle der Business-Frau im neuen Zeitalter der kreativen Gesellschaft www.womensvisionweek.ch DO., 03.09., 8.45 – 16.45 UHR FINANCE FÜR KMU-FRAUEN Zug, Inst. für Finanzdienstleistungen Veranstaltung von Women’s Finance: Das Seminar richtet sich an Frauen aller Branchen, die sich ein fundiertes Wissen zur finanziellen Führung einer KMU aneignen wollen. www.womensfinance.ch

Frage gewidmet, wie Frauen ihr Wissen verbessern und ihre Stärken effizienter nutzen können, um ihren Einf luss in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik geltend zu machen. Podiumsdiskussionen und Workshops. www.bpw-european-congress.org MO., 07.09., 17.30 UHR 8. SMC-PODIUM MARKETING LIVE Hostellerie Geroldswil Veranstaltung Wirtschaftsfrauen Schweiz: Podiumsdiskussion zum Thema «Verpackung oder Mogelpackung» im Marketing. Der Stellenwert und der Effekt der Verpackung, im Marketing werden hinterfragt. www.wirtschafsfrauen.ch MI., 09.09. FRAUEN IM WANDEL – DAS BEWUSSTE ERGREIFEN UNSERER CHANCEN Zürich, Swiss Life Binz Erster gemeinsamer Anlass von Wirtschaftsfrauen Schweiz und Professional Women’s Group: Vorträge zu verschiedenen Themen im Bereich der Eigenverantwortung und Vernetzung. www.wirtschaftsfrauen.ch

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DO., 03.09. UND DI., 13.10. «ERFOLG IST SEXY – ZUKUNFT MIT PHANTASIE UND STRATEGIE PLANEN» Bad Ragaz, Grand Resort Bad Ragaz Veranstaltung von Frauenunternehmen: Träume leben und umsetzen, die eigene Zukunft mit Phantasie und Strategie planen. Konkret und individuell. www.denkstation.ch

MI., 09.09. FIRMENBESICHTIGUNG UND NACHTESSEN Sarnen Veranstaltung vom Verband Schweizer Unternehmerinnen: Besichtigung des Schweizer Traditionsunternehmens Leister, mit Nachtessen. www.vchu.ch

MI. – DO., 04. – 06.09. BPW EUROPEAN CONGRESS München, Alte Kongresshalle Veranstaltung von BPW: «Empowerment through Diversity of Knowledge». Drei Tage werden der

FR., 11.09. WORKSHOP FEMALE LEADERSHIP Bern Trainerin Kathrin M. Wyss legt Wert auf das Bewusstsein der Frauen um ihre weiblichen Stärken, deren

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Integration wie auch individuellen Ausdruck. Es finden Übungen aus Mentaltraining, Kreativtechnik und der aktiven Entspannung im Workshop Eingang. Der Begriff Leadership wird näher betrachtet und dessen weibliche Umsetzung in der Gruppe diskutiert. www.wirtschaftsfrauen.ch MO. – DI., 14. – 15.09. SEE NEW NOW – NEW LENSES ON LEADERSHIP Rüschlikon, Gottlieb Duttweiler Inst. Veranstaltung von Frauenunternehmen: Intensiv-Workshop, um Denkstrukturen zu erweitern, neue Perspektiven zu testen und ungewöhnliche Business-Strategien zu modellieren. Für Unternehmer(Innen), CEO. www.seenewnow.ch www.frauenunternehmen.ch MI., – DO., 16. – 17.09.09: HU.BRUNCH BEI HUBRUN.CH Baar, Hubrun Beratungen GmbH Veranstaltung von Frauenunternehmen: Netzwerken, Geniessen und Inspirieren – mit Blick auf den Workshop «Persönlich gestaltete Karten aller Arten». Auf ’s gemeinsame Frühstücken! Für Netzwerkerinnen,

Geniesserinnen, Interessierte, Kreative, Spontane etc. www.hubrun.ch www.frauenunternehmen.ch DO. – SO., 17.09. – 20.09. NATURZEIT FÜR FRAUEN Calancatal, Tessin Veranstaltung von Frauenunternehmen: Das Herzstück dieser Tage ist eine 24-stündige Solozeit. Jede findet ihren Platz, lässt sich berühren, lauscht der Natur und erzählt im Kreis. Eine persönliche Standortbestimmung, den eigenen Herzschlag wieder spüren, Ausrichtung auf das Neue. www.claudiabettenmann.ch www.frauenunternehmen.ch MO. – MI., 21.09. – 23.09. AUSZEIT AUS DEM ALLTAG IN DIE BERGZEIT Appenzell, Wasserauen Veranstaltung von Frauenunternehmen: Sie haben vieles, das Sie jeden Tag unter einen Hut bringen müssen. In frischer Bergluft und in Bewegung gewinnen Sie wieder Überblick und Weitsicht. www.marcellagirardi.ch www.frauenunternehmen.ch

SO. – SO., 27.09. – 04.10. ZWISCHENHALT AUF MADEIRA Madeira, Faja dos padres Veranstaltung von Frauenunternehmen: Das Thema ist «Orientierung und Positionierung», geeignet für Frauen im Beruf und Führungsfrauen. www.marcellagirardi.ch www.frauenunternehmen.ch MO., 12.10. ENERGIEBILANZTAG Bern, Nähe Bahnhof Veranstaltung von Frauenunternehmen: Entdecken und erleben Sie neue Möglichkeiten, um Ihre Energiebilanz ins Gleichgewicht zu bringen – Einen Tag Zeit, um Ihre Energien zu stärken. www.breaksru.ch www.frauenunternehmen.ch SA., 17.10. NEUE COACHINGMETHODEN – KICK.DICH TAGUNG Zürich, Hallwylstrasse 78 Neue Coachingmethoden werden vorgestellt und ausprobiert. Humor-, Image- und Kompetenzcoaching und andere. Für Unternehmerinnen, KMU, Fachleute aus Coaching und Beratung. www.kick.dich.ch www.frauenunternehmen.ch

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Sony Vaio – der Neue

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ieses kleine Gerät von Sony ist nicht ganz neu. Der Vorläufer dieses Notebooks kam schon anfang des Jahres auf den Markt. Doch erst die neue Version begeistert. Vor allem die Dimensionen überzeugen. Klein und handlich, von der Grösse einer mittelgrossen Clutch, in der er übrigens auch gut Platz hätte. Diese Eigenschaft ist nicht zu unterschätzen. Schon gar nicht, weil damit ein anderer Pluspunkt verbunden ist: Mit gut 600 Gramm ist es nur halb so schwer wie andere Notebooks. Dass man diese Qualität eigentlich nicht genug preisen kann, muss man der Damenwelt nicht erklären. Wer schon mal einen Tag lang auf den Beinen war, mit einer vollen Tasche im Schlepptau, weiss ein solches Fliegengewicht zu schätzen.

FOTO: PD

Platz in einer mittelgrossen Clutch: der neue Sony Vaio-VGN-P21Z

Und selbst das grösste Manko der alten Version, der kurzlebige Akku, ist nun behoben. Zehn Stunden soll er durchhalten, der Kleine – verspricht zumindest der Hersteller. Hinzu kommt eine erstklassige Tastatur, wie sie bisher noch kein Notebook-Hersteller hingekriegt hat. Und dann natürlich ein State-of-the-art-Bildschirm mit tollem Farbkontrast. So, dass sich der neue Sony auch hervorragend für die Arbeit im Freien eignet. Einziges Problem des Gerätes ist nach wie vor das Scrollen, denn auf dem rechteckigen Bildschirm wird dies zur reinen Nervensache. Die Kleinheit hat ihren Preis: 1500 Franken legt Frau für dieses durchaus weibliche Gadget hin, was doch wesentlich mehr ist als für Geräte vergleichbarer Grösse. Eine Investition ist der neue Sony unter dem Strich dennoch wert. Denn in keinem ähnlichen Notebook, das momentan auf dem Markt ist, steckt soviel technologische Qualität, schmuckes Äusseres und buchstäbliche Leichtigkeit in einem. Irina Radu

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M A R K T P L AT Z FAC E S H E E T

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ie zähmte einen der bekannteste Wrestler der USA, stürzte einen der mächtigsten Investment-Banker und löste die AnalystenIkone Abby Joseph Cohen als bekannteste Finanzanalystin ab. Meredith Ann Whitney ist in nur zwei Jahren zur führenden Analystin der Wallstreet aufgestiegen. Mit einer Studie über den Abschreibungsbedarf der amerikanischen Banken katapultierte sich die Mittdreissigerin innert Stunden an die Spitze der Wallstreet. Das war der Tag, den Meredith Whitney berühmt gemacht hat. Genau am 31. Oktober 2007 war es nämlich, da sie eine Studie zur Citigroup veröffentlicht hatte mit der Prognose, dass die Bank allein in einem Quartal elf Milliarden Dollar abschreiben werde. Die Kurse an der Wallstreet stürzten darauf massiv ab, an nur einem Tag verloren die amerikanischen Aktien über 300 Milliarden Dollar. Whitney liess sich auch von den vielen Kritikern nicht ins Bockshorn jagen, sowenig wie von den zahlreichen Morddrohungen, die folgten. Ihre Studie führte dazu, dass Citigroup-Chef Charles Prince

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Meredith Ann Whitney: Die Crash-Prophetin Die mächtigste Finanzanalystin der Wallstreet hat den Zusammenbruch der Banken vorhergesagt – und bekam deswegen Morddrohungen.

FOTOS: KEYSTONE (3), GETTY IMAGES

Abby Joseph Cohen

Charles Prince

John Charles Layfield

seinen Hut nehmen musste. Ein Abgang, den er indes selbst verschuldet hatte, wie sich in der Folge zeigen sollte. Als «Whitney-Day» ging der 31. Oktober 2007 in die Finanzgeschichte ein. Und seit jenem Tag ist die Finanzanalystin auf allen Fernsehkanälen ein gefragter Gast. Dabei hatte sie 1993 in einem ganz anderen Bereich mit ihrer Tätigkeit begonnen, nämlich mit der Analyse von Firmen der Gas- und Ölindustrie. Nach zahlreichen Karrieresprüngen und dem Hin und Her zwischen den einzelnen Analysesparten innerhalb der Branche wechselte sie im Februar 2009 von ihrer letzten Stelle als Analystin des Finanzsektors beim Bankhaus Oppenheimer in die Selbständigkeit und gründete ihre eigene Analysefirma. Nicht zuletzt, um mit der neuen Unabhängigkeit auch ihre Analysefreiheit zu bewahren, die in Zeiten des Aufschwungs regelmässig unter Druck gerät. Beobachtet wird Whitney mit Argusaugen. Denn auch wenn sie als «bearish», also als pessimistisch gestimmte Analystin gilt, verfügt sie durchaus über den Einf luss, Aktienkurse auch positiv zu beeinf lussen. Erst anfangs August sah sie als

einzige die guten Resultate von Goldman Sachs voraus. Wer auf sie hörte, konnte satte Gewinne realisieren. Weniger «bearish» war Whitney, als sie den Profi-Wrestler John Charles Layfield heiratete. Zwar hatten die Star-Analystin und der Show-Prügler nicht viel gemein, doch erfüllte der Texaner alle Punkte, die ein Mann in ihren Augen erfüllen musste. Punkte, die sie schriftlich festgelegt hatte. Auch hier verliess sie sich nicht allein auf das Glück, sondern auf ihre Analysefähigkeiten. So konnte sie den Mann, in den sie sich nach einem gemeinsamen Fernsehauftritt verliebt hatte, Punkt für Punkt durchchecken. Das Resultat ihrer Analyse endete in einer Traumhochzeit. Dass der Mann ihrer Träume indes einige Korrekturen nötig hatte, wie die von ihr analysierten Banken, schreckte sie nicht ab. Sie brachte ihm bei, wie man Bier aus dem Glas trinkt und dass man sich in einem Nobellokal nicht im armfreien MuskelprotzT-Shirt blicken lässt. Das sieht sie denn auch als ihren grössten Erfolg an. Denn dass die Banken von ihren Vorschlägen und Analysen etwas gelernt hätten, bezweifelt längst nicht mehr nur die Star-Analystin. df WOMEN IN BUSINESS · SEPTEMBER 2009 | No.01

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M A R K T P L AT Z W E R H AT S E R F U N D E N ?

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s geschieht an einem Mittwoch. Am 21. Oktober des Jahres 1936 sitzen die Bankgewaltigen des Schweizerischen Bankvereins (SBV) zusammen und der Generaldirektor konstatiert, dass sich seine Bank ein «Hausabzeichen» zulegen müsse – 64 Jahre nach der Gründung des Basler Geldhauses sei es an der Zeit, ein optisches Signet zu kreieren, mit dem zukünftig sämtliche Drucksachen der Bank verziert werden sollen. So sprach also der Herr Generaldirektor, und seine Untergebenen fordern die Werbegrafiker am Rheinknie auf, Vorschläge einzusenden. Das Resultat freilich ist ernüchternd. Die Initialen der Bank werden da fröhlich gemixt mit dem Schweizerkreuz, und nichts ist darunter, was bleibenden Eindruck zu hinterlassen vermöchte. Rettung kommt schliesslich aus dem fernen Zürcherland. Im August 1937 ist in den Schweizer Tageszeitungen erstmals ein Logo zu sehen, das bald schweizweit bekannt werden sollte – das Emblem der Schweizerischen Landesausstellung, welche 1939 in Zürich stattfinden soll. Ein grafisch reduziertes Emblem mit starker Urzeichen des Aussagekraft: Vier Ringe, ein stiliUBS-Logo sierter Flügel symbolisieren Wehrhaftigkeit und Weitsicht, Wendigkeit und Bodenhaftigkeit. Das trifft den Zeitgeist, Kardinaltugenden für ein kleines, republikanisches Land, das sich zunehmend vom europäischen Faschismus bedroht fühlt. Solch grundsätzliche Werte, sagen sich die Bankiers in Basel, müsste ihr «Hausabzeichen» auch verkörpern. Sie wollen eins, das die Werte der Bank verkörpert, solche wie «Vertrauen», «Sicherheit» oder auch «Diskretion». Mit dem Menschen, der sich das Landi-Logo ausgedacht hat, wollen sie auf Tuchfühlung gehen. Es ist die Direktion des SBVSitzes in der Schweizer Bankenmetropole Zürich, welche den Auftrag fasst, den Draht zu dieser Person der Begierde herzustellen.

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Als diese in Basel auftaucht, steht eine Frau vor den Männern aus der Bank. Es ist eine junge, noch nicht einmal dreissigjährige, etwas scheue Erscheinung, die sich für den Besuch in Basel schön gemacht hat. Sie trägt Hut, die Fingernägel sind lackiert, und artig stellt sie sich vor: Warja Lavater; sie habe gerade ihre Ausbildung als Grafikerin an der Kunstgewerbeschule Zürich beendet und dank Vermittlung eines Verwandten das Landi-Logo entwerfen dürfen. Die Bankdirektoren sind positiv motiviert, vielleicht auch etwas gönnerhaft gegenüber der jungen Frau, aber gewillt, der Newcomerin eine Chance zu geben. Und diese stürzt sich in die Arbeit, entscheidet sich für ein Schlüssellogo: Bank und Schlüssel, das passt, findet sie. Stunden sitzt sie in der Zürcher Universitätsbibliothek, wälzt Buch um Buch auf der Suche nach der Optik für einen Türöffner, der Pate stehen könnte für ein Bankverein-Logo. Warja Lavater wird schliesslich fündig, beschliesst, nicht einen Schlüssel, sondern deren drei zu verwenden: einen für jeden der drei Landesteile; stimmig für eine Bank, unter deren Dach Deutschschweizer, Romands und Tessiner Hand in Hand zusammenarbeiten. Menschen: Die Bankdirektoren sind jedenfalls begeistert, und auch Warja Lavater ist derart überzeugt von der künstlerischen Qualität ihres Schlüssellogos, dass sie ablehnt, als die Schweizerische Kreditanstalt (SKA) mit einer ähnlichen Anfrage an sie herantritt. Ein besseres Logo für eine Bank, lässt sie ausrichten, fände sie nicht. Über fünf Jahrzehnte später sitzt Warja Lavater, mittlerweile 90 Jahre alt, in ihrem Wohnzimmer im Zürcher Seefeld, und wenn das Gespräch auf die drei Schlüssel kommt, blitzen ihre Augen: «Eine Waagrechte, eine Senkrechte, zwei Diagonalen und ein Kreis», sagt sie und fährt die Arme aus, «das sind die Urzeichen des Menschen.» Drei Jahre später stirbt Warja Lavater. Ein Logo für eine Bank hat sie kein zweites Mal in ihrem Leben entworfen. René Lüchinger

ILLUSTRATION: MARTIN GARCIA

Wer hats erfunden? Drei Schlüssel für die Bank

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COV E R STO RY DA S W H O I S W H O D E R F R AU E N

Aus eigener Kraft nach oben Der Quantensprung in der Feminisierung der Teppichetagen, in den 80er-Jahren prophezeit, ist ausgeblieben. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: da wächst was nach. Diese Frauen stehen oft noch in der zweiten Reihe. Aber sie drängen ohne grosses Auf hebens nach vorn.

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TEXT: CORINNE AMACHER FOTOS: MARCEL STUDER

on allen Schweizer Geschäf tsf rauen bewegt sich Monika Ribar auf der höchsten Umlaufbahn. Die einzige Frau an der Spitze eines Schweizer Weltkonzerns, sie feiert im September ihren 50. Geburtstag, führt bei Panalpina 14 000 Mitarbeiter, und wenn sich die Gelegenheit böte, würde sie auch ein Mehrfaches davon übernehmen. Schon als Mädchen scheute sich Monika Ribar nicht, vorne hinzustehen und den Mund aufzumachen. Als sie bei Panalpina Finanzchefin war – sie selbst nannte sich damals «Finanzchef» – und die Stelle des Chief Executive Officers frei wurde, empfahl sie sich dem Verwaltungsrat gleich selbst. «Leadership», sagt die Managerin, «ist Teil meiner Persönlichkeit.» Wie Monika Ribar gehört auch Barbara Kux nicht zu der Sorte Frau, die warten, bis sie wachgeküsst werden. Selbstbewusst arbeitete sich auch Kux nach oben, in Form und Zweck den Männern abgeschaut. Bei McKinsey, ABB, Nestlé, Ford und Philips er-

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klomm sie die Stufen, um schliesslich als erste Frau in der Konzernleitung von Siemens anzukommen, dem grössten europäischen Industriekonzern, bei dem sie den globalen Einkauf von Leistungen und Gütern verantwortet. Kux ist «felsenfest überzeugt», dass Leadership ein Teil der DNA ist: «Man wird als Leader geboren.» Die Gewissheit, dass ihr Erbgut mit dem einschlägigen Gen ausgestattet sei, gewann sie in der Zeit als Bienliführerin. Ribar, Kux – Kux, Ribar: Geht es um die Vorzeigefrauen in der Wirtschaft, dreht sich alles um diese zwei Namen, und das seit Jahren. Zusammen mit Magdalena Martullo-Blocher, Carolina Müller-Möhl und Franziska Tschudi, welche die Geschicke von Familienunternehmen leiten, stehen sie als die einzigen Frauen in der Öffentlichkeit, denen es gelungen ist, die geschlechtsspezifische Revierverteilung in den Topetagen aufzuweichen. Um vertraute Namen wie Nelly Wenger ist es ruhig geworden, ABB-Schweiz-Chefin Jasmin Staiblin hat sich in die Babypause abgemeldet, Inga Beale wird nun doch nicht Chefin des Versicherungs-

multis Zurich, Heliane Canepa zeigt sich vornehmlich im Fussballstadion, und Susy Brüschweiler, als langjährige Chefin des Verpf legungsunternehmens SV Group ein sicherer Wert in der helvetischen Frauenbewegung, zieht sich Ende Jahr aufs Verwaltungsratspräsidium zurück. Die Statistiken über den Frauenmangel in Topetagen können fast nur noch den Gähnref lex auslösen. Der noch in den 80er-Jahren vorhergesagte Quantensprung in der Feminisierung der Führungsfunktionen ist ausgeblieben. Wenn die Anteile steigen, dann im Promillebereich. Heute beträgt der Anteil der Frauen in den Verwaltungsräten der hundert grössten kotierten Schweizer Unternehmen 6,7 Prozent, derjenige der Frauen in Führungspositionen 22 Prozent. Nur drei der hundert grössten Schweizer Unternehmen haben eine Frau an der Spitze, wie eine Studie des Beratungsunternehmens Guido Schilling & Partner ergab. Höchste Zeit also für Aufmunterungsparolen, wie sie Rudolf Stämpf li, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, durchgibt: «Es gibt genügend Frauen,

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Vertraute Namen: Carolina Müller-Möhl, Monika Bütler

die sich für die Übernahme jeder Führungsposition eignen», schreibt er in dem Sonderband «Frauen – der Schlüssel für die wirtschaftliche Zukunft». Und wirklich, so schlimm ist es nicht. Es kommt etwas nach. Es gibt sie, die Hoffnungsträgerinnen, die noch unauffällig in der zweiten Reihe stehen oder bereits weit vorgedrungen sind.

Nur machen sie nicht so viel Auf hebens wie ihre noch auf den Strassen demonstrierenden Vorkämpferinnen der Frauenbewegung (siehe Liste Frauen von A bis Z auf Seite 34). Rebecca Guntern Flückiger ist so eine. Seit Oktober 2008 steht die Tochter des ehemaligen Preisüberwachers Odilo Guntern an der Spitze von Sandoz

Schweiz, der Generikatochterfirma von Novartis. Dabei ist die 37-jährige für 100 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 170 Millionen Franken verantwortlich. In der siebenköpfigen Geschäftsleitung von Sandoz Schweiz sitzen neben Guntern nochmals zwei Frauen – die systematische Frauenförderung, die Novartis seit 20 Jahren betreibt, zahlt sich aus. Auch die ›››

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Schwestergesellschaft Novartis Pharma Schweiz hat einen fast rekordverdächtig hohen Frauenanteil für ein Unternehmen mit 220 Mitarbeitern. Von den acht Mitgliedern der Geschäftsleitung sind vier Frauen, darunter auch die Vorsitzende Monika Jänicke. Nur bis in die Novartis-Konzernleitung hat es noch keine Frau geschafft. Ohne grosses Aufsehen haben qualifizierte Ladies auch einige Schaltstellen in der Informationstechnologie infiltriert: Susanne Ruoff leitet seit April dieses Jahres British Telecom Schweiz und sitzt als einzige Frau im Verwaltungsrat des Sanitärunternehmens Geberit. Ruoff verdiente wie Jeannine Pilloud, Managerin von T-Systems Enterprise Services, ihre Sporen bei IBM. Auch die Deutsche Heike Stars hat mit dem Chefposten von Hewlett Packard Schweiz einen wichtigen Platz in einer klassischen Männerdomäne eingenommen. Häufig haben die Erfolgsfrauen schon die ersten Fältchen um die Augen – und reichlich Erfahrung mit den Tücken der Hierarchien. Nicht selten fühlen sie sich isoliert, haben genug von dem System und machen sich selbständig. 40 Prozent aller Unternehmen werden heute von Frauen gegründet, meist von solchen, die sich vorher den Kopf an der berüchtigten «Gläsernen Decke» angestossen haben – diesen unsichtbaren Hindernissen, die sich aus Vorurteilen, mangelndem Selbstbewusstsein und fehlender Vernetzung zusammensetzen. Statistiken zeigen, dass die Quote an Unternehmertum mit Ausbildungsniveau und Alter steigt. Antoinette Hunziker-Ebneter hat nach einer steilen Karriere in der Finanzbranche ihre eigene Vermögensverwaltungsfirma gegründet. Catherine Mühlemann tauschte die prestigeträchtige Führungsfunktion beim Musiksender MTV gegen ihr eigenes kleines Beratungsbüro um. Miriam Blocher sah ihre Berufung ebenfalls als Unternehmerin. Nachdem die gelernte Lebensmittelingenieurin verschiedene Kaderpositionen in der Industrie inne-

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gehabt hatte, machte sie sich durch den Erwerb des Läckerli Huus zur eigenen Chefin. Barbara Artmann hatte genug von den politischen Spielen in Grossunternehmen und übernahm die Traditionsfirma Künzli Swiss Schuh, der sie zu einem eindrücklichen Revival verholfen hat. Zu den Vorbildern gehört auch Martine Clozel, die den sicheren Posten in der Roche-Forschung aufgegeben und das Biotechnologieunternehmen Actelion mitbegründet hat, das heute zu den erfolgreichsten der Welt gehört. Weibliche Karrieren verlaufen vielseitig. Individualistisch, wie sie sind, neigen gerade Do-it-yourself-Frauen dazu, sich zur Einzelkämpferin zu stilisieren. «Ich fühlte mich als Solonummer», sagt eine ehemalige Kaderfrau, «da konnte ich mich genauso gut selbständig machen.» Das ist ein Grund, warum sich viele Frauen so vermurkst aufführen, wenn es darum geht, sich mit anderen Frauen zu vernetzen. Den beiden Top-Frauen Monika Ribar und Barbara Kux etwa sind frauenspezifische Themen fast so lästig, wie wenn sie über Zungenpiercings referieren müssten. Sie verstehen nicht, warum Frauen ihre Zeit noch mit Geschlechterfragen vergeuden, wenn man es doch aus eigener Kraft nach ganz oben schaffen kann. «Frauen fördern nicht automatisch Frauen», sagt die Unternehmensberaterin Franziska Müller Tiberini, die seit den 80er Jahren systematisches Networking betreibt, «für manche ist das verpönt.» Während sich die zähen Frauen nicht verschwestern wollen, haben die sanften Exemplare wegen ihrer Erziehung zu Nettigkeit die rein zweckorientierte Zusammenarbeit schlicht nicht angelegt. Geht es ums Zuschanzen von Posten und Mandaten, sind Frauen halt immer noch auf das starke Geschlecht angewiesen. Das beständigste Frauennetzwerk findet sich bezeichnenderweise in der Kultur, wo das Profitdenken sekundär ist (siehe Grafik Seite 34). Ingrid Deltenre hatte bei der Ernennung zur Fernsehdirektorin mit SRG-Vormann Armin Walpen einen starken Fürsprecher. Dort ist

es ihr dann freilich gelungen, einige qualifizierte Frauen zu installieren, die mehr machen als in die Kamera lächeln. Magdalena Martullo-Blocher wurde durch ihren Vater Christoph Blocher an der Spitze der Ems-Chemie inthronisiert. Und Franziska Tschudi hat ihren Sitz im Swiss-Life-Verwaltungsrat ihrem früheren Arbeitgeber, dem Anwalt Peter Nobel, zu verdanken, der sie im richtigen Moment dem richtigen Mann im obersten Gremium empfahl. «Weil mehrheitlich Männer an den Schalthebeln sitzen, sind gemischte Netzwerke wichtig», sagt Doris Aebi, Headhunterin und Vizepräsidentin des Migros-Genossenschafts-Bundes. Sie gilt als begnadete Netzwerkerin und ist in mehreren Kontaktbörsen wie dem Verband Wirtschaftsfrauen oder der Schweizerischen Gesellschaft für Management aktiv mit mehreren hundert Kadermännern und -Frauen. Informelle Kontakte sind ihr aber ebenso wichtig wie die institutionalisierten Beziehungen: «Wenn ich eine Person kennenlernen will, rufe ich sie einfach an», sagt Aebi. Genauso halten es Monika Ribar und Barbara Kux, die etwa mit den Alumni-Clubs der Universität St. Gallen und der Managementschule Insead Zugang zu einer unerschöpf lichen Kontaktbörse von Gleichgesinnten haben. Im Vergleich zu diesen Verbindungen sind Frauennetzwerke Nebenschauplätze. Ein Grund für die mindere Attraktivität von Frauenzirkeln ist neben der mangelnden Eignung von Frauen, ein Kontaktnetz aufrechtzuerhalten, auch die fehlende inhaltliche Ausrichtung der bestehenden Clubs. Da gibt es den Verband Wirtschaftsfrauen Schweiz, der Kaderfrauen anspricht, die Swiss Federation of Business & Professional Women, die sich vor allem an Selbstständigerwerbende richtet, dann den Verband Frauenunternehmen, den Verband Schweizer Unternehmerinnen und dergleichen mehr. Theoretisch sollten sie zwar im Dachverband Alliance F machtvoll auftreten, praktisch verfolgt aber jeder seine Sonderinteressen.

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Weibliche Karrieren verlaufen vielseitig: Ingrid Deltenre, Bice Curiger

Die Schwäche ist erkannt, nun soll sie behoben werden. Der Verband Wirtschaftsfrauen Schweiz, dem prominente Mitglieder wie Monika Ribar und Carolina Müller-Möhl angehören, steht vor dem Relaunch. Zehn Jahre nach der Gründung war die Luft draussen, nun verbreitet die neue Präsidentin Clivia Koch Auf bruch-

stimmung. Die früherere Chefin der Pensionskasse Energie will nicht nur die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen verbessern, sondern den Verband auch vermehrt mit politischen und wirtschaftlichen Themen profilieren anstatt bloss mit frauenspezifischen. Der Startschuss für den Neu-beginn fällt am 1. Oktober 2009

mit einer Jubiläumsfeier plus Party im Zürcher Kauf leuten. Der Geist der Öffnung, der durch die Hallen wehen soll, zeigt sich im bunten Gästemix. Zu den Teilnehmern gehören neben Bundesrätin Micheline Calmy-Rey auch zwei Männer, die garantiert mehrheitsfähig sind: der Satiriker Viktor Giacobbo und die Skilegende Bernhard Russi.

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Women in Business von A bis Z A

DORIS AEBI Aebi+Kuehni Executive Search, Vizepräsidentin des VR des MigrosGenossenschafts-Bundes (MGB) In der Männerdomäne der Headhunter ist Doris Aebi den klassischen Weg zum eigenen Unternehmen gegangen: Nach Kaderfunktionen in der Finanzbranche stieg sie bei Bjørn Johansson, einem Platzhirsch der Branche, in das Metier ein. Als dort die Chemie nicht mehr stimmte, machte sie sich selbständig. Aebi ist gut vernetzt in der Schweizer Wirtschaft. DORIS ALIBISSER CEO, VR-Delegierte CLS Communication Sprache ist ihre Leidenschaft. Die diplomierte Übersetzerin führte den Sprachendienstleister CLS vom Startup im Schosse der UBS über einen Management-Buyout zum global auftretenden Übersetzungsdienst. KATHRIN AMACKER HR-Management Novartis, CVP NR Als eidg. dipl. Apothekerin mit einer Promotion in Pharmazeutischer Galenik ist Kathrin Amacker als Kaderfrau bei Novartis zwar ihrem angestammten Gebiet treu geblieben, ist aber als Beauftragte Chancengleichheit inzwischen in der Personalabteilung tätig. GABRIELA AMGARTEN Abteilungsleiterin Unterhaltung SF DRS Seit 19 Jahren ist Gabriela Amgarten beim Schweizer Fernsehen beschäftigt, und in dieser Zeit hat sich die Redaktorin und Moderatorin bis zur

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Abteilungsleiterin Unterhaltung emporgearbeitet. SILVIA AYYOUBI HR-Chefin, KL-Mitglied Roche Eine einzige Frau zählt die Konzernleitung des Basler Pharmaunternehmens Roche – die Schweizerin und oberste HR-Verantwortliche Silvia Ayyoubi. B

USCHI BACKES-GELLNER Professorin am Institut für Strategie und Unternehmensökonomik, Vorsteherin Lehrbereiche Ökonomie Universität Zürich Eine klassische akademische Karriere führte Uschi Backes-Gellner vom Ökonomiestudium in Trier, einer Auszeichnung mit dem «Best Dissertation Award», Habilitation und diversen Lehrtätigkeiten an diversen amerikanischen Universitäten schliesslich nach Zürich – den Ruf an die Limmatstadt erhielt sie 2002. FIDES BALDESBERGER Mehrheitsbesitzerin, Geschäftsführerin, VRP Outils Rubis SA Über Umwege kam die Kunsthistorikerin und Gemmologin zu ihrer eigenen Firma. Als Expertin für Edelsteine war Fides Baldesberger an der Diamantenbörse Antwerpen tätig, als ihr Vater starb und sie im Alter von 29 Jahren die Aktienmehrheit der Firma Outils Rubis erbte – einem Hersteller für Pinzetten für die Uhrenindustrie. Sie diversifizierte das Geschäft und übernahm auch die operative Verantwortung. INGA BEALE Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung Zurich Financial Services AG Bekannt wurde Inga Beale seinerzeit

als Chefin des Rückversicherers Converium, welcher 2007 vom französischen Konkurrenten Scor geschluckt wurde. Heute ist die Britin im Topmanagement der Zurich tätig. CRISTINA BECHTLER Vorstand Kunsthalle Zürich, Verlegerin Kunst spielt in ihrem Leben eine grosse Rolle: Sie ist Gattin von Thomas W. Bechtler, einer traditionell der Kunst zugewandten Familie, und in Küsnacht leitet sie den Verlag Ink Tree für zeitgenössische Kunst. ELVIRA BIERI Geschäftsführerin SGS in Zürich, VR Luzerner Kantonalbank Seit dem Jahre 2005 ist Elvira Bieri beim Genfer Warenprüf konzern SGS tätig, heute als Managing Director in Zürich. SONJA BIETENHARD Generalsekretärin EJPD Die Verwaltung kannte Sonja Bietenhard schon lange bevor sie im Jahre 2008 zur Generalsekretärin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes (EJPD) unter Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ernannt wurde. Sie hatte bereits den Bundesräten Adolf Ogi und Samuel Schmid als persönliche Mitarbeiterin gedient. CHRISTINE BINSWANGER Partnerin Herzog & de Meuron, VR Holcim Im öffentlichen Rampenlicht stehen natürlich die Gründer und Namensgeber des renommierten Basler Architekturbüros – dahinter stehen freilich talentierte Partner, wie die ETH-Architektin Christine Binswanger.

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MIRIAM BLOCHER Besitzerin, CEO, VRP Basler Läckerli-Huus Die diplomierte Lebensmittel-Ingenieurin ETH, bekannt aufgrund ihres Nachnamens, hat unabhängig von ihrer Familie eine Karriere aufgebaut. 2007 übernahm sie die Basler Dalasta Holding, zu der unter anderem das Läckerli-Huus gehört, welches pro Jahr rund 600 Tonnen Läckerli produziert.

SONJA A. BUHOLZER Inhaberin der Unternehmensberatung Vestalia Vision Buholzer setzt sich seit Jahren für Frauen im Management ein. Die promovierte Geisteswissenschaftlerin und Sachbuchautorin tritt zu diesen Fragen auch in Funk und Fernsehen auf.

RAHEL BLOCHER Mitglied KL Elma Electronics, VR Ems Chemie Die Absolventin der Hochschule St.Gallen ist zusammen mit ihrer Schwester Magdalena Martullo-Blocher Mehrheitsaktionärin der Ems Chemie, die diese vom Vater, Christoph Blocher, geerbt hatten. Beruf lich ist sie für die amerikanische Elma in der Schweiz tätig.

JACQUELINE BURCKHARDT Mitherausgeberin «Parkett», Vorstandsmitglied Kunsthalle Zürich Jacqueline Burckhardt ist eine der prominentesten Kunsthistorikerinnen des Landes und Mitherausgeberin der nicht minder prominenten Kulturzeitschrift «Parkett». Unter anderem fungiert sie auch als künstlerische Beraterin der Basler Novartis.

CLAUDIA BOSSERT Leiterin Kommunikation und Marketing SF DRS Die Eidg. dipl. PR-Beraterin ist im Jahre 1990 als Produktionsassistentin bei «time out» beim Schweizer Fernsehen eingestiegen und hat sich bis zur Leiterin Kommunikation und Marketing hochgearbeitet.

ADELHEID BÜRGI-SCHMELZ Direktorin Internationaler Währungsfonds (IWF) Der Berufsweg von Adelheid BürgiSchmelz führte vom beschaulichen Neuchâtel am Genfersee direkt in die US-Kapitale Washington. Im April 2002 war sie vom Bundesrat zur Leiterin des Bundesamtes für Statistik (BfS) ernannt worden, im Herbst 2008 erfolgte die Berufung als Chefin der Statistik-Abteilung im IWF.

HEIKE BRUCH Professorin, Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen Die Professorin für Betriebswirtschaftslehre bezeichnet «Leadership» als ihren bevorzugten Forschungsschwerpunkt. SUSY BRÜSCHWEILER CEO SV Group, VR Schweizer Mobiliar, Siegfried Holding Sie gilt als Exponentin einer Generation von Frauen, die zu einer Zeit in Positionen hineingewachsen sind, als dies noch keineswegs selbstverständlich war in diesem Land. Brüschweiler ist gut vernetzt, sitzt im Vorstand der Zürcher Handelskammer, dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und der Zürcher Volkswirtschaftlichen Gesellschaft.

MONIKA BÜTLER Direktorin Institut für Empirische Ökonomie und Wirtschaftspolitik Universität St. Gallen Die Volkswirtschaftlerin und ehemaliges Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Konjunkturfragen studierte zunächst Physik und Mathematik, bevor sie sich der Ökonomie zuwandte. C

MICHELINE CALMY-REY Bundesrätin Die SP-Politikerin und Vorsteherin des Eidgenössischen Departementes für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) verfolgt das Konzept einer aktiven Schweizer Aussenpolitik, was ihr eine hohe öffentliche Visibilität garantiert.

HELIANE CANEPA VR Sonova Als ehemalige Chefin der Medizinaltechnikfirma Nobel Biocare war sie eine der Vorzeigefrauen der Schweizer Wirtschaft. Nach ihrem Abgang ist es um sie ruhiger geworden. CORINA CASANOVA Bundeskanzlerin Als Bundskanzlerin ist sie die Stabschefin der Regierung und nimmt auch an den wöchentlichen Sitzungen des Bundesrates teil. Diese politische Schaltstelle hat Corina Casanova seit Anfang 2008 inne. MARCELLA CECHOVA KL-Mitglied Lonza Die Managerin hatte beim Chemiekonzern Lonza bereits mehrere Positionen im Personalwesen inne und führte auch einmal eine Produktionsstätte, bevor sie im Jahre 2007 zur obersten Personalchefin des Konzerns ernannt worden ist. MARTINE CLOZEL Mitgründerin, KL-Mitglied Actelion Das Biotechunternehmen Actelion existiert seit 1997, und Martine Clozel war nicht nur Mitgründerin und Managerin, sondern neuerdings auch so genannter Chief Scientific Officer (CSO). ANNETTE COURT KL-Mitglied Zurich Financial Services AG Die britische Staatsbürgerin bekleidet beim Finanzdienstleister als CEO Europe General Insurance eine Position im Topmanagement und ist zudem Mitglied der Konzernleitung. BICE CURIGER Chefredaktorin der Kunstzeitschrift «Parkett», Kuratorin am Kunsthaus Zürich Die Kunsthistorikerin ist als Mitbegründerin und Chefredaktorin der in Zürich und New York erscheinenden Kunstzeitschrift «Parkett» sowie als international tätige Kuratorin und Publizistin die wohl bedeutendste Frau der Schweizer Kunstszene.

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ELISABETH DALUCAS Geschäftsführerin Kulturund Kongresszentrum Luzern (KKL) Sie stammt aus einer künstlerischen Familie – der Vater ist Cellist, der Onkel war Verleger – und sie selber ist Kunstwissenschaftlerin. (siehe auch Interview Seite 96) HANNE DE MORA Mitgründerin, VR a-connect Die ehemalige McKinsey-Partnerin gründete im Frühjahr 2002 zusammen mit einem McKinsey-Kollegen die a-connect, welche Unternehmen auf Projektbasis Management-Ressourcen und -Talente zur Verfügung stellt. DIANE DE SAINT VICTOR General Counsel, KL-Mitglied ABB Sie ist die einzige Frau in der Konzernleitung des Technologieunternehmens ABB und als General Counsel oberste Juristin im Unternehmen. INGRID DELTENRE Direktorin Schweizer Fernsehen Als Ingrid Deltenre im Jahre 2004 zur Direktorin des Schweizer Fernsehens ernannt wurde, war dies in zweifacher Hinsicht eine Premiere: Die Holländerin ist die erste Ausländerin und die erste Frau auf diesem Posten. Im kommenden Jahr wird sie Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU) in Genf. CATHERINE DUTTWEILER Chefredaktorin Bieler Tagblatt Die diplomierte Dolmetscherin und Absolventin der Ringier-Journalistenschule leitet seit Anfang 2005 die führende Tageszeitung für die Region Biel/Seeland. E

ARIANE EHRAT CEO Engadin St. Moritz Tourismus Die ehemalige Schweizer Skirennfahrerin und Vize-Abfahrtsweltmeisterin 1985, ist seit 2008 Chefin der Tourismusorganisation Engadin-St. Moritz. ARLETTE-ELSA EMCH KL-Mitglied Swatch Group Die Ethnologin, Historikerin und ehe-

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malige Journalistin leitet seit 1997 die Marke ck watch, die aus einem Joint Venture der Swatch Group und der Calvin Klein Inc., New York, hervorgegangen ist. F

LISA FELDMANN Chefredaktorin annabelle Seit 2004 leitet Lisa Feldmann die Redaktion der grössten Frauenzeitschrift der Schweiz. Das 14täglich erscheinende Blatt gehört zum Zürcher TamediaKonzern. ANITA FETZ Mitinhaberin femmedia, Ständerätin für den Kanton Basel-Stadt Bekannt ist die Historikerin als SP-Politikerin; für die Partei sitzt sie seit 2003 in der Kleinen Kammer. Hauptberuf lich ist sie Organisationsberaterin für Personalentwicklung, Coaching und Change Management. ANJA FIEDLER Leiterin Geschäftsbereich Bioscience, KL-Mitglied Lonza Die Ökonomin schaut auf eine internationale Karriere zurück mit Stationen in Deutschland, der Tschechischen Republik, Thailand und Südafrika. Seit April 2009 ist sie KL-Mitglied bei Lonza und verantwortet den Geschäftsbereich Bioscience. BARBARA FREY Intendantin Schauspielhaus Zürich Die Germanistin und Philosophin spielte während ihrer Studienzeit als Schlagzeugerin in einer Rockband, bevor sie sich der Theaterregie zuwandte. Seit der Spielzeit 2009/10 leitet sie das grösste Sprechtheater der Schweiz. G

ANNA GAMMA Geschäftsleiterin Lassalle-Institut Seit der Gründung des Instituts im Jahre 1995 ist sie dort als Seminarleiterin tätig. Im Jahre 2003 erhielt sie von den Gründern Niklaus Brantschen und Pia Gyger die offizielle Zen-Lehrbefugnis; seit Herbst des gleichen Jahres ist sie Geschäftsleitern.

PAOLA GHILLANI CEO Paola Ghillani & Friends, Mitglied der Verwaltung Migros Genossenschafts-Bund (MGB) Bekannt wurde die studierte Apothekerin als Geschäftsführerin der Max Havelaar-Stiftung. 2005 gründete sie eine eigene Firma, die Unternehmen in der Förderung und Implementierung von Nachhaltigkeit und Ethik berät. RAJNA GIBSON BRANDON Professorin für Finanzwirtschaft an der Universität Genf, VR Swiss Re Rajna Gibson Brandon verfügt über eine lupenreine Akademikerkarriere: ehemals Professorin am Swiss Banking Institute in Zürich, lehrt sie seit 2008 in gleicher Funktion in Genf und ist Honorarprofessorin in Lausanne. Bis 2004 war sie Mitglied der Eidgenössischen Bankenkommission. ANNALISA GIGANTE Leiterin Unternehmensentwicklung und Marketing, Mitglied KL Adecco Die Italienerin war zunächst Beraterin bei Bain & Company und Direktorin bei Manpower, bevor sie nach einer Kinderpause wieder in den Beruf einstieg. Seit 2008 ist sie Konzernleitungsmitglied beim weltweit grössten Personaldienstleister Adecco. GISÈLE GIRGIS Mitglied Generaldirektion Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) Sie leitet das Departement Human Ressources, Kulturelles und Soziales und ist Mitglied der Generaldirektion des grössten Detailhändlers des Landes. Im Nebenamt hat sie der Bundesrat zudem zur Delegierten für wirtschaftliche Landesversorgung ernannt. MONICA GLISENTI Kommunikationschefin Migros Sie ist Bündnerin, ehemalige Journalistin beim Wirtschaftsblatt Cash, und seit 2001 ist sie Kommunikationschefin beim grössten Detailhändler im Land. ANN GODBEHERE VR UBS, ehemals Finanzchefin Swiss Re Die kanadisch-britische Doppelbürge-

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rin sitzt seit 2009 im Verwaltungsrat der UBS und war bis 2007 Finanzchefin der Swiss Re. TRUDIE GÖTZ Inhaberin Trois Pommes Es ist so etwas wie eine Tellerwäscherkarriere: Aus einfachen Verhältnissen stammend, als jüngstes von sechs Kindern arbeitete sich Trudie Götz von der Verkäufern zur Besitzerin der exklusiven Modekette Trois Pommes empor. HEDY GRABER Leiterin Kultur und Soziales Migros Genossenschafts-Bund (MGB) Die Kunsthistorikerin war zunächst Kulturbeauftragte in Basel bevor sie 2004 zur Leiterin Kulturprozent bei der Migros wurde. COLETTE GRADWOHL Chefredaktorin Landbote Sie ist die erste Frau, welche die Redaktion der Winterthurer Tageszeitung leitet – und eine Heimkehrerin: Anfang der 80er Jahre war sie beim Landboten Lokalredaktorin gewesen. ELISABETH GREDLER Finanzchefin Sandoz Schweiz Die Ökonomin hat ihr ganzes Berufsleben bei der Sandoz verbracht, seit 2005 ist sie Finanzchefin Sandoz Pharmaceuticals AG. ESTHER GRETHER VRP Doetsch Grether, VR Swatch Group Sie ist eine Kunstliebhaberin, seit dem Tod ihres Gatten im Jahre 1975 ist sie auch der Kopf der Basler Doetsch Grether («Grethers Pastillen»). Ihre Tochter Susanne Grether tritt bereits in ihre Fussstapfen. CAROLINE GRUOSI-SCHEUFELE Co-CEO Scheufele Der Berufswunsch als Designerin für den Uhren- und Schmuckproduzenten Chopard war ihr in die Wiege gelegt. 1963 hatte ihr Vater die Genfer Uhrenmanufaktur gekauft, und sie war es, die ihn überredete, auch Schmuck herzustellen.

REBECCA GUNTERN FLÜCKIGER CEO Sandoz Schweiz Sie ist ausgebildete Pharmazeutin, ausgestattet mit einem MBA, und hat ihr halbes Berufsleben in der Pharmabranche verbracht. Seit 2008 ist sie Geschäftsführerin von Sandoz Schweiz, einer Generika-Tochter des Basler Pharmakonzerns Novartis. H

ANDREA HAEMMERLI Verlagsleiterin Radio 24 Seit 2008 liegt die kommerzielle Verantwortung des grössten Privatradios in der grössten Schweizer Stadt in ihren Händen. Zuvor hatte sie jahrelang für den TV-Sender Eurosport gearbeitet. NAYLA HAYEK VR Swatch Group Die Tochter von Nicolas G. Hayek sitzt seit 1995 im VR der Swatch Group und leitet auch die Geschäftseinheit Tiffany Watches, die 2008 gegründet worden war. CORNELIA HARDER CEO Draftfcb/Loewe Sie ist eine ausgewiesene Werbemanagerin – ehemalige Chefin der Publicis in Zürich – und leitet seit 2008 die Agenturgruppe Draftfcb/Loewe, welche unter diesen beiden Brands am Markt aktiv ist. BARBARA HELLER Finanzchefin Santhera Sie ist oberste Zahlenhüterin bei Santhera, einem Schweizer Hersteller von spezialisierten Pharmazeutika. ANDREA HEMMI Inhaberin The PR Company Sie ist eine erfahrene Kommunikationsexpertin. Nach Stationen bei Trimedia, TV3, McDonalds (Schweiz) und Kuoni machte sie sich selbständig und gründete das eigene Kommunikationsunternehmen. JANET HERING Direktorin Eawag Die in den USA geborene, auf Umweltbiochemie spezialisierte Expertin ist seit 2007 Direktorin der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung,

Abwasserreinigung schutz (Eawag).

und

Gewässer-

MAJA HOFFMANN Präsidentin Kunsthalle Zürich Sie ist eine bedeutende Sammlerin von zeitgenössischer Kunst, Gründerin der Luma Foundation und Präsidentin der Kunsthalle Zürich (siehe auch Seite 20). GERTRUD HÖHLER VR Bâloise, Unternehmensberaterin Sie war Professorin für Literatur an der Universität Paderborn und wechselte dann in die Wirtschaft. Unter anderem beriet sie den seinerzeitigen Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. ANTOINETTE HUNZIKER-EBNETER CEO Forma Futura Invest, VR Sustainable Performance Group Die Finanzexpertin und ehemalige Vorsitzende der Schweizer Börse gründete 2006 ihre eigene Vermögensmanagement-Gesellschaft Forma Futura Invest, die mit nachhaltigen Anlagen adäquate Renditen erwirtschaften will. J

MONIKA JÄNICKE CEO Novartis Pharma Schweiz Die Chemikerin ist seit Anfang Jahr Chefin der Novartis-Tochter Novartis Pharma Schweiz, die für die verschreibungspf lichtigen Medikamente des Mutterkonzerns verantwortlich ist. EVA JAISLI CEO PB Swiss Tools Sie leitet ein modernes High TechUnternehmen, welches im Emmental mit modernster Technologie und nachhaltiger Produktion Schraubenzieher fertigt. K

HEDWIG KAISER Vizerektorin Universität Basel Die habilitierte Humanmedizinerin, ehemals Leitende Ärztin an der UniversitätsAugenklinik Basel, wurde 1999 zur Professorin für Strabologie und Neuroophthalmologie gewählt, seit Anfang Jahr ist sie Vizerektorin der Basler Universität.

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IRENE KAUFMANN-BRÄNDLI VRP Coop, Unternehmensberaterin Sie ist die höchste Exponentin des zweitgrössten Detailhändlers im Land – zumindest vorübergehend. Im Jahr 2011 soll Konzernchef Hansueli Loosli das Amt übernehmen und Irene Kaufmann-Brändli soll dann erneut Vizepräsidentin werden. ANNE KELLER DUBACH Head Corporate Citizenship Swiss Re Früher war sie für das Sponsoring der Credit Suisse Private Banking zuständig, heute ist sie verantwortlich für Corporate Citizenship bei Swiss Re. SABINE KILGUS VR Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma), Rechtsanwältin Sie ist Anwältin, Privatdozentin für Finanzmarktrecht und 2008 wurde sie für eine Amtsperiode von vier Jahren in den VR der neu integrierten Finanzmarktaufsicht gewählt. CLIVIA KOCH Präsidentin Wirtschaftsfrauen Schweiz, CEO Pensionskasse Energie PKE Die Eidgenössisch diplomierte Betriebswirtschafterin präsidiert den Verband für Kaderfrauen und Unternehmerinnen der Schweiz und ist CEO der Pensionskasse der schweizerischen Elektritzitätswerke. KRASNA BETH Mitglied ETH Rat, VR Waadtländer Kantonalbank Seit 2003 ist die Chemieingenieurin ETH Mitglied des ETH Rates und sie amtet unter anderem auch als VR der Kantonalbank im Waadtland. ERDMUTE KRIEGER Präsidentin Verband Frauenunternehmen Hauptberuf lich ist sie Inhaberin der Krieger Immobilien, die sich auf die Vermittlung privater Liegenschaften in der Region Zürichsee spezialisiert hat. CHRISTINA KÜNZLE CEO Choice Ltd. Das ehemalige Mitglied der Konzernleitung bei Sulzer arbeitet heute als

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Business Coach im eigenen Unternehmen. BARBARA KUX Mitglied des Vorstands Siemens Nach Kaderfunktionen bei ABB, Nestlé, Ford, Philips sitzt die ehemalige McKinsey-Beraterin heute im Vorstand der Siemens. L

DANIELLE LANZ Partnerin Werbeagentur Ruf Lanz Sie war Werberin des Jahres 1999 und gilt heute als eine der prominentesten Werberinnen des Landes. CHRISTIANE LEISTER CEO Leister Process Technologies Sie liebt es unkonventionell: ihre Firma beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und ist dennoch noch immer eine Einzelfirma. Leister kommt von Leistung, pf legt sie zu sagen.

MONIKA LÖFFEL-BÖSCH CEO Bigla, Vizepräsidentin Feintool Sie leitet den Büromöbelhersteller Bigla in Biglen und ist seit Anfang Jahr im Verwaltungsrat der Feintool zur Vizepräsidentin aufgestiegen. M

MONICA MÄCHLER Vizepräsidentin Finma Die ehemalige Topmanagerin der Zurich Financial Services ist seit Anfang Jahr Vizepräsidentin der neu formierten Finanzmarktaufsicht Finma. GABRIELA MANSER CEO Mineralquelle Gontenbad Die ehemalige Kindergärtnerin stieg 1999 als Quereinsteigerin und jüngstes Mitglied der dritten Generation in das Familienunternehmen ein, zu dem als bekannteste Marke «Flauder» gehört.

KARIN LENZLINGER CEO und VR Lenzlinger Söhne Sie leitet in fünfter Generation das im Ausbaugewerbe tätige Unternehmen, das ihr und ihrer Schwester Anette Lenzlinger gehört.

MAGDALENA MARTULLO-BLOCHER CEO Ems-Chemie Die Absolventin der Universität St. Gallen stieg nach beruf lichen Stationen bei Johnson & Johnson und Rivella im Jahre 2001 bei Ems-Chemie ein. Drei Jahre später wurde sie CEO.

DORIS LEUTHARD Bundesrätin Die CVP-Politikerin ist Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaf tsdepar tementes (EVD) und 2009 Vizepräsidentin des Bundesrates.

MONIKA MATTI Corporate Secretary Novartis Die ehemalige Mitarbeiterin im Diplomatischen Dienst hat diese Funktion beim Basler Chemiekonzern seit Ende 2008 inne.

SANDRA LIENHART KL-Mitglied Basler Kantonalbank Nach Kaderfunktionen bei Credit Suisse und Coop Bank sitzt sie seit 2008 in der Konzernleitung der Basler Staatsbank. NICOLE LOEB CEO Loeb Seit 2005 leitet sie die Berner Loeb Gruppe, die im Jahre 1881 als kleines Textilgeschäft an der Berner Spitalgasse gegründet worden war.

CORINNE MAUCH Stadtpräsidentin Zürich Die Agrarökonomin und SP-Politikerin ist die erste Stadtpräsidentin der grössten Schweizer Stadt. SITA MAZUMDER Dozentin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug, Hochschule Luzern Die ehemalige Mitarbeiterin des Zürcher Swiss Banking Institute doziert heute in Luzern und Zug und amtet als Kolumnistin des Wirtschaftsmagazins «eco» beim Schweizer Fernsehen.

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REFERENTINNEN UND REFERENTEN

Prof. Dr. Andrea Schenker-Wicki, Direktorin Exectutive MBA, Lehrstuhl für Performance Management am Institut für Strategie und Unternehmensökonomik, Universität Zürich Prof. Dr. Renate Schubert, Leiterin Institute for Environmental Decisions, ETH Zürich Dr. Pierin Vincenz, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Raiffeisen Gruppe, St. Gallen Dr. Bjørn Johansson, Dr. Bjørn Johansson Associates Inc., Zürich

Educational Workshops

Diversität als strategischer Mehrwert im VR: Fakten und Realität: Dr. Barbara Rigassi, Dr. Michelle Etienne, Get Diversity Women in Business: Erfolgsfaktoren, um gut ausgebildete und karrierewillige Frauen zu gewinnen und zu halten: Dr. Steffi Buzziol, Gender Diversity Program Manager, Ernst & Young Switzerland (bis 31. Juli 2009) Design Thinking: Die neue Führungselite: Prof. Dr. Jacqueline Otten, Direktorin Departement Design, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich Lost Marketing Opportunitäten: Warum Frauen die besseren Werbeauftraggeber sind? Geri Aebi, Inhaber Wirz Gruppe

WEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDUNG

Anmeldung unter www.swissperformanceacademy.ch/forum221009 oder per Fax +41 44 380 18 20. Die Anzahl ist beschränkt. Spätester Anmeldetermin ist der 19. Oktober 2009. Fr. 690.– exkl. MwSt., E-Anmeldung und Bezahlung per Kreditkarte Fr. 715.– exkl. MwSt., bei Fax-Anmeldung und Bezahlung per Rechnung KOOPERATIONSPARTNER

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MIRIAM MERKEL Direktorin Institut für Medienund Kommunikationsmanagement Universität St. Gallen Die Publizistik- und Kommunikationswissenschaftlerin war seinerzeit TVReporterin und Moderatorin bei ARD und RTL, Staatssekretärin in Nordrhein-Westfalen. 2005 bekam sie den Ruf nach St. Gallen. ELISABETH MEYERHANS SARASIN Generalsekretärin EFD Die Wirtschaftswissenschaftlerin, ehemalige Redaktorin der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) und Kommunikationschefin der Bank Vontobel wurde 2007 zur Generalsekretärin im Eidgenössischen Finanzdepartement ernannt. JACQUELINE MOERI Mitglied Geschäftsleitung Farner PR Die ehemalige Pressechefin des grössten Schweizer Verlagshauses Ringier ist heute Partnerin und Verwaltungsrätin der PR-Firma Farner. CATHERINE MÜHLEMANN VR Swisscom, Teilhaberin Andmann Media Die ehemalige Programmreferentin von SF1 und Programmdirektorin von TV3 stieg als Verantwortliche der Viva Media Gruppe in die höhere Liga des europäischen TV-Geschäfts auf. Im Jahre 2008 verliess sie diesen Job und amtet nun als Verwaltungsrätin der Swisscom. KARIN MÜLLER Programmleiterin Radio 24 Seit zwanzig Jahren macht sie Radio, bei Basilisk, Pilatus oder DRS3; seit 2008 verantwortet sie das Programm beim grössten Schweizer Privatradio. CAROLINA MÜLLER-MÖHL Präsidentin Müller-Möhl Group, VR Nestlé Sie gehört zu den bekanntesten Unternehmerinnen des Landes, sitzt im VR des grössten Nahrungsmittelher stellers der Welt, engagiert sich auch für gesellschaftspolitische Anliegen, insbesondere in der Bildungspolitik und Gender-Fragen.

HEIKE MUNDER Direktorin Migros Museum Die Kulturwissenschaftlerin hat sowohl kuratorisch als auch wissenschaftlich in ihrem Fach gearbeitet. Seit 2001 leitet sie das Migros Museum für Gegenwartskunst. O

GABRIELLE OBRIST Stellvertretende Direktorin Sotheby’s Schweiz Beim traditionsreichen, 1744 in London gegründeten Auktionshaus amtet sie als stellvertretende Direktorin in der Schweiz. GISELA «GIGI» OERI Präsidentin Fussball Club Basel Die Physiotherapeutin und ehemals aktive Kunstturnerin heiratete den Mitbesitzer des Pharmakonzerns Roche Andreas Oeri. Seit Mai 2006 ist sie Vereinspräsidentin des traditionsreichen FCB, der ihr auch mehrheitlich gehört. MARGIT OSTERLOH Leiterin Institut für Organisation und Unternehmenstheorien Universität Zürich Die Betriebswirtschaftlerin ist seit rund 18 Jahren Professorin in Zürich, spezialisiert auf Organisationstheorien, Corporate Governance, Frauen in der Wirtschaft sowie Innovations- und Technologiemanagement. ADRIANA OSPEL-BODMER Besitzerin Unternehmensberatung adbodmer Die Betriebswirtin ist Expertin in Corporate Finance und gründete 2002 die eigene auf Bewertungen und wertorientierte Analysen spezialisierte Unternehmung. P

GABRIELA PAYER FRUITHOF Personalchefin UBS Wealth Management Sie gehört zu den Pionierinnen im Kader der Grossbank UBS. Vor über zehn Jahren ist sie zur Grossbank gestossen, heute ist sie Chefin der Personalabteilung des Bereichs Global Wealth Management und Business Banking.

REGULA PFISTER VRP, CEO ZFV-Unternehmungen Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, ehemalige Zürcher Gemeinde- und Kantonsrätin ist seit 1995 CEO der Gastronomiegruppe ZFVUnternehmungen, seit 2001 auch Präsidentin der Firma. R

URSULA RENOLD Direktorin Bundesamt für Berufsbildung und Technologie Die früher stellvertretende Direktorin und seit November 2005 zur Direktorin ernannten Historikerin, trat damals die Nachfolge von Eric Fumeaux an und war zuvor bei der Handelsschule AKAD in Zürich tätig, sowie als Leiterin der Human Resources bei der Frey Akademie Zürich. KARIN RHOMBERG Partner Lemongrass Communication Diese Frau weiss, was Kommunikation bedeutet. Als ehemalige Direktorin der Kommunikationsabteilung der Credit Suisse hatte sie während sieben Jahren Einblick in die Tücken der Schweizer Wirtschaft, ein Wissen das sie später als Partnerin und Beraterin bei Lemongrass Communications nutzen konnte. MONIKA RIBAR CEO Panalpina, Verwaltungsrätin Julius Bär Der gebürtigen St.Gallerin, die sich ihr Betriebswirtschaftsstudium mit Jobs als Kellnerin finanzieren musste, wurde nichts geschenkt. Sie arbeitete in Wien und Zürich, unter anderem für die jetzige KPMG, bevor sie 1991 zum Logistikunternehmen Panalpina wechselte und seit Oktober 2006 CEO der Gruppe wurde. BARBARA RIGASSI Unternehmensberaterin Brugger und Partner, Präsidentin Verband Schweizer Unternehmerinnen Die Präsidentin des Verbandes Schweizer Unternehmerinnen hat in St. Gallen promoviert und war bis 2002 Mitglied der Geschäftsleitung des Staatssekretariats für Wirtschaft. Seitdem hat sie sich selbstständig gemacht und ist für Brugger und Partner als Beraterin tätig.

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BRIGITTE RINDLISBACHER Generalsekretärin des VBS Die seit fast 20 Jahren in VBS tätige Frau wurde auf den 1. Juli zur Generalsekretärin befördert. Sie ist die erste Frau, die diese Stelle innehält. PIPILOTTI RIST Künstlerin Pipilotti Rist gehört zu den schillerndsten Künstlerinnen unserer Zeit. Ihre Austellung «Pour Your Body Out» in der MoMa und der demnächst erscheinende Spielfilm Pepperminta sind zwei Höhepunkte ihrer Karriere. SYLVIE RITTER CEO Baselworld Sylvie Ritter stieg von der Projektleiterin einer Halle zum CEO der ganzen Baselworld Messe auf, der bedeutendsten Uhren- und Schmuckmesse der Welt. In einer Woche werden über 2000 Aussteller und mehr als 95'000 Besucher erwartet. JANE ROYSTON Professorin für Unternehmertum und Innovation an der ETH Lausanne VR Nobel Biocare Die britisch-schweizerische Doppelbürgerin war mit 27 bereits IT-Chefin des Chemiemultis DuPont in Paris und sass als erste Frau in der Eidgenössischen Kommission für Technologie und Innovation (KTI), heute lehrt sie letzteres in Lausanne. BEATRIX RUF Direktorin Kunsthalle Zürich Bevor sie nach Zürich kam, war sie am Kunsthaus Glarus und am Kunstmuseum des Kantons Thurgau tätig. In der Limmatstadt ist sie eine feste Grösse im Kunstbetrieb. PETRA RUMPF Mitglied Konzernleitung Nobel Biocare Die Ökonomin war zunächst bei der Beratungsfirma Cap Gemini tätig, bevor sie bei Nobel Biocare den Posten als Chefin Unternehmensentwicklung und strategische Planung übernahm. SUSANNE RUOFF CEO British Telecom Schweiz, Verwaltungsrätin Geberit

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Nach dem Studium heuerte sie bei der Schweizer Ländergesellschaft der IBM an, wo sie bis in die Geschäftsleitung aufstieg. Im Frühjahr 2009 wurde sie zum Schweizer CEO der British Telecom ernannt. S

GUDRUN SANDER Lehrbeauftragte für Betriebswirtschaftslehre an der Executive School der Universität St. Gallen(ES-HSG) Sie ist, seit sie 1997 dort promovierte, eine echte HSGlerin. Die Vizedirektorin und Programmverantwortliche der Hochschule ist unter anderem Expertin für Gleichstellungsfragen, Strategieentwicklung in Non-Profit-Organisationen und Controlling. EVELINE SAUPPER VR Bâloise Die frühere Beraterin von Kaspar Villiger ist einzige Partnerin der Zürcher Anwaltskanzlei Homberger, arbeitet als Richterin für internationales Steuerrecht am Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz. ANDREA SCHENKER-WICKI Professorin für Betriebswirtschaftslehre Universität Zürich Seit Jahren baut die Direktorin Executive MBA, die MBA Lehrgänge an der Universität Zürich auf. SABINE SCHMELZER Trainerin/Consultin Nebst der Arbeit in ihrer Beratungsfirma Mindmapping ist die Baslerin auch Zentralpräsidentin BPW Business Professional Women Switzerland. Der Verein setzt sich unter anderem für Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Frauen ein. PIA SCHMID Architektin Gehört mit ihren Arbeiten zum illustren Kreis der erfolgreichsten Schweizer Architektinnen. Unter anderem renovierte sie das Hotel Saratz in Pontresina, das Montana in Luzern und das Waldhaus in Flims.

CORINNA SCHOLZ Leiterin Programmstrategieund Planung SF Seit einem Jahr ist die Deutsche, die zuvor bei Universal die Serieneinkäufe machte, die Programmstrategin beim Schweizer Fernsehen. ANNETTE SCHÖMMEL VR Kuoni Die Berlinern ist Eigentümerin von Arthesia, einem Think-Tank im Kommunikationsbereich mit Standorten in Zürich und Los Angeles. ANNETTE SCHÖNHOLZER Co-Leiterin Art Basel Die frühere Projektleiterin Art Basel Miami Beach gilt als mächtigste im Führungstrio der Art Basel und ist für das Operative und Kaufmännische verantwortlich. RENATE SCHUBERT Professorin für Nationalökonomie ETH Zürich Die Wissenschaftlerin sitzt in diversen Jurys, zum Beispiel bei der Vergabe des deutschen Umweltpreises. Seit 2004 ist sie Mitglied des Advisory Boards des Center for Research on Environmental Decisions (CRED) an der Columbia University. SUSANNE SCHROFF CEO Rotronic Der europaweit agierende Anbieter von EDV-Zubehör und Weltmarktführer für hochpräzise Feuchtigkeitsmessungen mit zwölf Gruppenunternehmen im In- und Ausland ist nicht zuletzt dank Susanne Schroff so erfolgreich. SABINA SPERISEN Sponsoringleiterin Art Basel Die Psychologin ist beim grössten Schweizer Kunstanlass im Kulturmanagement tätig und zuständig für das Sponsoring. JASMIN STAIBLIN CEO ABB Schweiz Nach dem Studium von Elektrotechnik und Physik stieg sie bei ABB ein und gelangte innerhalb von 10 Jahren an

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die Spitze der Schweizer Ländergesellschaft ABB. HAUKE STARS CEO HP Schweiz Sie führt die HP Schweiz unaufgeregt. Trotzdem gilt die Deutsche Ingenieurin als zielorientiert und ausgesprochen erfolgreich. CLAUDIA STEINFELS Co-Leiterin Sotheby’s Schweiz Bevor sie zu Sotheby’s kam, arbeitete sie für das Zürcher Kunsthaus und im Kultursponsoring der Credit Suisse. Seit 2001 leitet sie als Managementdirektor das Auktionshaus in Zürich. ALICE STÜMCKE CEO De Sede Ein gutes Jahr ist die Deutsche nun CEO des immer wieder von Unruhen geschüttelten Schweizer Möbelunternehmen. Sie soll das Schiff wieder in ruhigere Wasser führen. T

TILLA THEUS Architektin Die renommierte Bündner Architektin Tilla Theus erhielt durch den Bau des FIFA Hauptsitzes beim Zürcher Zoo internationale Aufmerksamkeit. CAROLINE THOMA Bereichsleitung Blick Gruppe, Mitglied der GL Ringier Schweiz Caroline Thoma ist wieder bei dem Konzern, bei welchem sie ihre Karriere in der Verlagsbranche begonnen hatte. Nach Abstecher zu Tamedia und Punkt.ch kehrt Thoma nun zu Ringier zurück und übernimmt die Bereichsleitung Blick Gruppe und ist Mitglied der Geschäftsleitung Ringier Schweiz. HELENA TRACHSEL Head Diversity Swiss Re Die studierte Sozialwissenschaftlerin Helena Trachsel ist Leiterin des Diversity-Management-Teams der Swiss Re. Sie war verantwortlich für die Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes und anderer Frauenförderungsprogramme.

BEATRICE TSCHANZ Kommunikationsberaterin, VR Schild Die ehemalige Swissair-Sprecherin Beatrice Tschanz und heutige Verwaltungsrätin der Modefirma Schild erreichte Bekanntheit durch erfolgreiches Krisenmanagement nach dem Absturz einer MD11 in Halifax.

niederliess um kurz darauf, im Jahre 1987, die Kleidermarke TALLY WEIJL zu gründen. Diese legte dann eine rasante Entwicklung hin, von der kleinen Boutique zum internationalen Unternehmen mit über tausend Angestellten in vierzig Ländern.

FRANZISKA TSCHUDI CEO Wicor Holding AG, VR Swiss Life Franziska Tschudi ist CEO der Wicor Holding AG und führt die Gruppe in vierter Generation. Sie ist zugleich Verwaltungsrätin der Swiss Life und sitzt in vielen weiteren Gremien.

CATHERINE WEIR CEO Citibank Schweiz Seit 20 Jahren bei der Citibank Schweiz tätig, hat sich Catherine Weir im Unternehmen stetig hinaufgearbeitet. Sie war längere Zeit als Topmanagerin im internationalen Geschäft der Bank tätig, unter anderem in Hong Kong und den Philippinen.

FRANZISKA VON WEISSENFLUH Vizepräsidentin Espace Media Groupe Sie stiess im Jahre 1988 als Leiterin PR zur damaligen AG für das Berner Tagblatt. Daraus wurde die Berner Zeitung, später kam der Bund unter das gleiche publizistische Dach und sie wurde Verlagsleiterin beider Berner Tageszeitungen. Inzwischen gehören diese zur Zürcher Tamedia und von Weissenf luh wurde Verwaltungsrätin, schliesslich Vize der Espace Media.

EVELINE WIDMER-SCHLUMPF Bundesrätin, Vorsteherin EJPD Lange Zeit arbeitete die Juristin als selbständige Rechtsanwältin und Notarin in ihrem Heimatkanton Graubün-den. Vor ihrer Wahl zur Bundesrätin am 1. Januar 2008, war sie in der Bündner Regierung unter anderem als Regierungspräsidentin tätig.

W

BEATRICE WEDER DI MAURO VR Roche, Professorin Volkswirtschaftslehre, Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Die Professorin für Volkswirtschaftlehre ist seit 2001 an der Joh a n ne s - Gut e nb e r g Universität in Mainz tätig und seit 2004 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Davor war sie als Beraterin für sämtliche internationale Organisationen tätig unter anderem die Weltbank, die Deutsche Bundesbank und der Internationale Währungsfond. TALLY WEIJL Mitgründerin und Kreativchefin von TALLY WEiJL Die in einem Vorort von Tel Aviv geborene Designerin machte einen Umweg über Paris, bis sie sich mit ihrem Ehemann Beat Güring in der Schweiz

MANUELA WIRTH VR-Präsidentin Galerie Hauser und Wirth Die Tochter der bekannten Sammlerin Ursula Hauser, gründete 1992 in Zürich die Galerie Hauser und Wirth mit ihrem späteren Ehemann Iwan Wirth. Die Galerie hat sich auf klassische Vertreter der zeitgenössischen Kunst spezialisiert und hat Dependancen in Zürich und Basel. HEIDI WUNDERLI-ALLENSPACH Rektorin ETH Zürich, Professorin für Biopharmazie Die Biologin und Forscherin absolvierte ihr Studium an der ETH Zürich, wo sie, nach ihrer Tätigkeit an verschiedenen schweizerischen und amerikanischen Universitäten, 1992 als ausserordentliche Professorin gewählt wurde. Seit dem 1. September 2007 ist sie Rektorin der ETH Zürich und Stellvertreterin des Präsidenten. Lesen Sie in der Oktober Ausgabe das ausführliche Who's Who der Frauen in der Schweizer Politik

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U N T E R N E H M E N & M Ä R K T E G L A SS C E I L I N G

Die stählerne Glasdecke Amerikanerinnen drängen früher und zahlreicher in das Berufsleben als anderswo. Sie haben gute Jobs, Kinder, sind verheiratet. Nur die Hürde nach ganz oben ist auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hoch, fast unüberwindbar. Dem Kampf in der Hierarchie ziehen viele die Selbständigkeit vor. TEXT: THERESA BALDUZZI ILLUSTRATION: LIVIA VAN HAREN

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war ist es uns nicht gelungen, die gläserne Decke zu durchbrechen, aber sie hat jetzt etwa 18 Millionen Risse», sagte Hillary Clinton in ihrer Rede, nachdem sie die Präsidentschaftskandidatur der demokratischen Partei gegen Barack Obama verloren hatte. Aus Glas ist die metaphorische Decke, weil sie unsichtbar ist, aber trotz Anstrengungen von Firmen, ihre weiblichen Angestellten zu fördern, weiterhin wenig durchlässig bleibt. Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft oder Geschlecht ist in Amerika seit dem Ci-

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vil Rights Act von 1964 verboten und wird von der Equal Employment Opportunity Commission beaufsichtigt. Deshalb ist auch wenig offensichtliche Diskriminierung zu sehen. Stattdessen nimmt diese subtile Formen an und wird, wo sie beispielsweise in alten Traditionen gut eingebettet ist, oft kaum bewusst wahrgenommen. 1995 fand die inzwischen abgeschaffte «Federal Glass Ceiling Commission» der Regierung unter Präsident Bill Clinton, dass Frauen, die allgemein fast die Hälfte aller Berufstätigen ausmachten, in den obersten Führungspositionen mit nur 5% vertreten waren. Sieben Jahre später, 2002, fand die Equal

Employment Opportunity Commission der US-Regierung, dass sich nur wenig geändert hatte: Zwar betrug der Anteil der Frauen 48% aller Berufstätigen, doch sie machten nur 36,4% des mittleren Kaders aus. Zwischen 1990 und 2002 war ihre Beteiligung von 29% auf nur 36,4% gestiegen. Auch Ende 2008 sahen die Ergebnisse nicht viel besser aus: Eine Untersuchung der Calvert Group, ein Mutual Fund, der 683 Firmen zum Calvert Social Indexes zusammenfasst, fand, dass 83% der führenden Firmen eine Frau oder einen Vertreter einer Minderheit in ihrem Vorstand zählen. Unter den fünf bestbezahlten Arbeitnehmer derselben Firmen, sank die Zahl aber bereits auf ›››

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38%. Auch hier wurden nicht nur die Frauen, sondern Frauen und Vertreter von Minderheiten zusammengezählt. Der «Calvert Group Social Index» der Calvert Group fasst zahlreiche Investmentfonds von Firmen zusammen, die gewisse Kriterien bezüglich umweltgerechter und sozialer Verantwortlichkeit einhalten. Unter dem Aspekt ihrer «Diversity» – das heisst der realisierten Chancengleichheit für Frauen und Minoritäten – schnitten die Firmen schlecht ab. Nur 3% erfüllten die Ziele. Dass selbst Firmen mit postulierten sozialen Zielen nicht besser dastehen, zeigt, wie schwierig ihre Verwirklichung ist.

Verschiedene Formen des Glass Ceiling Der Ausdruck «Glass Ceiling» wurde erstmals 1979 von zwei Frauen, die bei der Firma Hewlett Packard Karriere zu machen versuchten, benutzt

und beschrieb, wie Frauen nach einer bestimmten Stufe der Karriereleiter einfach nicht mehr weiterbefördert würden. Der Ausdruck erfuhr danach durch verschiedene Artikel im Wall Street Journal in den 80er-Jahren weitere Verbreitung. Die mehr oder weniger offensichtlichen Hürden, die Frauen während ihrer Karriere überwinden müssen, lassen sich in traditionell mehrheitlich von Männern augeübten Berufen durch den nach oben schwindenden Frauenanteil auf den verschiedenen Stufen der Hierarchie nachweisen. Eine im November 2008 veröffentlichte Studie der «National Association of Women Lawyers» (NAWL) zeigt, dass sich trotz jahrzehntelanger Diskussionen des Problems und teilweise institutionalisierter Bemühungen zur Frauenförderung, wie f lexible Arbeitszeiten, im Anwaltsberuf Männer weiterhin bevorzugt werden: Die Untersuchung von 137 grossen Anwalts-

firmen zeigt auf, dass der Frauenanteil im ersten und zweiten Anstellungsjahr 48%, also fast die Hälfte, ausmacht. Von da an nimmt der Anteil der Frauen immer mehr ab. Unter den zu Partnern beförderten Mitarbeitern sind noch 27% Frauen, unter den zu Mitinhabern gewählten Partnern nur noch 16%. Schlimmer sind jedoch die Lohn-unterschiede zwischen Männern und Frauen mit den gleichen Qualifikationen: In 99% der Firmen ist der Bestverdienende ein Mann. Und unter den Mitinhabern von 59 Firmen verdienen die Männer 87 000 Dollar pro Jahr mehr als die Frauen auf derselben Stufe der Hierarchie!

Geschlechtsspezifische Berufssparten Die Diskriminierung der Frauen geschieht jedoch auch auf Wegen, die auf den ersten Blick vielleicht weniger auffallen: Oft besteht zwischen traditionell typisch weiblichen und typisch

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männlichen Berufen ein grosser Unterschied bezüglich Einkommen und Ansehen: So ist in den höheren Etagen der meisten Branchen eine stärkere Konzentration von Männern anzutreffen, die die Posten als Manager, Direktoren und Geschäftsleiter einnehmen. In den Stellen am Fuss der Hierachie ist dagegen der Frauenanteil viel grösser, wie etwa Verkäuferinnen, Sekretärinnen, Kindergärtnerinnen. Innerhalb derselben Branche ist das Paradebeispiel für die Berufsverteilung nach Geschlecht die Medizin, wo die pf legenden Berufe überwiegend von Frauen ausgeübt werden. Unter den Ärzten ist wiederum der Unterschied in den Spezialisierung zu nennen, so sind beispielsweise mehr Männer Chirurgen und mehr Frauen Kinderärztinnen, die im Vergleich viel weniger verdienen. Zwar ist der Frauenanteil unter den Ärzten mittlerweile gross. Doch die Tatsache, dass die Krankenschwestern nicht im gleichen Masse männliche

Konkurrenz erhielten, zeigt, dass die Geschlechterverteilung innerhalb der Hierarchiestufen nur teilweise aufgeweicht wurde.

Eindeutige Lohnstatistik Ein bestechend simpler Weg, die Ungleichheit nachzuweisen, ist deshalb, die unterschiedliche Entlöhnung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen. Das meist zitierte Verhältnis ist, dass Frauen im Vergleich nur 75.3 Cents jedes von Männern verdienten Dollars verdienen, wie aufgrund einer Volkszählung von 2003 errechnet wurde. Zwar ist dieser Unterschied über die Jahrzehnte immer kleiner geworden. Doch betrug der Durchschnittslohn der Frauen im Jahr 2000 nur 28 820 Dollar, während der Durchschnittslohn der Männer bei 39 020 Dollar lag. Der Unterschied existiert auf allen Stufen der Hierarchie und in allen Berufssparten, seien es handwerkliche Berufe, adminis-

trative oder hochqualifizierte Berufe. Laut dem Buch «Working Women in America» des Autorenteams Sharlene Hesse-Biber und Gregg Lee Carter, sitzen in den Top-Positionen in den grossen amerikanischen Firmen nur 16% Frauen. Noch schwieriger zu messen ist, inwiefern das Glass Ceiling dazu beiträgt, dass gut qualifizierte Frauen sich in grosser Zahl selbständig machen. Zwischen 1997 und 2004 stieg die Anzahl von Geschäften, die von Frauen geführt werden, um 17%, sagt eine Untersuchung des «Center for Women’s Business Research». Die allgemeine Firmengründung stieg während derselben Zeit nur um 9%. Praktisch jede grössere Firma hat ein Programm oder eine Beauftragte für Diversity. Es werden Seminare und Workshops durchgeführt, die zum Ziel haben, die im Finanz- und Anwaltswesen herkömmlichen «Old Boys Networks», das heisst, Geschäftsbeziehungen, die ›››

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September 22nd 2007, 8am Vaporetto to Lido di Venezia Venice

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beim Barbesuch oder beim Golfspielen gepf legt werden, für Frauen zugänglich zu machen, indem sie beispielsweise durch Breakfast Meetings ersetzt werden. Darüber hinaus wird viel darüber spekuliert, dass Frauen anders «sozialisiert» sind und ihren Karriereweg nicht so strategisch planen wie Männer. Oder, dass Frauen eher Prioritäten wie Familie und Gemeinschaft setzen als möglichst viel Geld verdienen. Aus psychologischer Sicht werden auch mangelndes Selbstbewusstsein und

Angst vor Konf likten dafür genannt, dass Frauen im Vergleich zu Männern oft mehr Mühe haben, mehr Lohn zu fordern, oder ihre Talente anzupreisen. Entsprechende Ratschläge zur effizienteren Karriereplanung wurden in den letzten zwanzig Jahren zuhauf formuliert – mit begrenzter Wirkung. Die Abwanderung qualifizierter Frauen, die vom Kampf in einer herkömmlichen Hierarchie abgeschreckt werden, kann den Firmen in Zukunft schaden,

sagt Amy Augustine, die für Diversity Zuständige der Calvert Group. Diversity sei nicht nur gut für das Image oder wichtig für das Gewissen, sondern auch aus rein geschäftlichen Überlegungen sinnvoll. «In Zukunft werden die amerikanischen Arbeitskräfte zunehmend Frauen und Vertreter von Minderheiten umfassen. Im Wettbewerb um die besten Talente wird es sich deshalb auszahlen, wenn eine Firma diesbezüglich einen guten Ruf hat.»

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Männer aus Gier, Frauen aus Not Die Motivation, eine eigene Firma zu gründen sind unterschiedlich und geschlechterspezifisch. Die Zahl der Firmengründerinnen steigt weltweit seit Jahren an, nicht nur in den USA, auch in Europa. Gründe dafür gibt es viele und diese unterscheiden sich über weite Strecken kaum von denen von Männern, die in vielen Wirtschaftsräumen ebenfalls vermehrt auf die Selbst- und Eigenständigkeit setzen. Nur dass Frauen dies weit häufiger tun, da ihnen noch in vielen grossen Firmen der Aufstieg in die oberste Etage verwehrt ist. Männer wie Frauen streben mit der Gründung einer eigenen Firma vor allem nach einer neuen

Herausforderung, und der Wunsch, sein eigener Boss zu sein, wiegt bei beiden Geschlechtern etwa gleich schwer. Eine Untersuchung des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften, Eurostat, hat jüngst für die EU aber gezeigt, dass es durchaus geschlechterspezifische Unterschiede zwischen Firmengründern und Firmengründerinnen gibt: So werten Männer den Wunsch, durch die Selbständigkeit mehr zu verdienen, weit höher als Frauen. Ist es bei den Män-

nern die Gier, überwiegt bei den Frauen oft die Not: Die Zahl der Frauen, die durch die Firmengründung in erster Linie die Arbeitslosigkeit zu überwinden versuchen, ist weit höher als bei den Männern. Der grösste Unterschied in der Motivation zur Gründung einer eigenen Firma liegt aber noch immer bei den Kindern: Fast doppelt so viele Frauen wie Männer gaben in der Umfrage an, sie hätten nun schliesslich eine Firma gegründet, da der Nachwuchs endlich gross genug sei.

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Frauen

67,30

73,68

49,46

22,64

70,62

54,83

38,88

Männer

68,17

75,85

40,47

10,96

73,47

47,63

42,31

Quelle: Eurostat: FOBS (Factors of Business Success Survey), http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/european_business/special_topics/factors_business_success, 24.07.2009

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U N T E R N E H M E N & M Ä R K T E WÖ R T E R S E H V E R L AG

Bücher, die das Leben schreibt Mit ihren Büchern über Lotti Latrous feierte Gabriella Baumann-von Arx grosse Erfolge. Zunächst als Autorin, und dann auch als Verlegerin. Mittlerweile bringt sie Herbst für Herbst fünf neue Bücher auf den Markt, die das Potential zu Bestsellern haben. TEXT: BETTINA WEBER

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s war der Spatz, der den Ausschlag gab. Der über das Café Sprüngli am Zürcher Paradeplatz f log und dabei etwas fallen liess, das auf dem Kopf von Gabriella Baumann-von Arx landete. Sie ärgerte sich nicht. Sondern wusste just in diesem Augenblick: Ich mache es. Und sie gründete den Verlag Wörterseh, der mit den Büchern über Lotti Latrous, Schweizerin des Jahres 2004 und Sterbehelferin in Afrika, Furore machen sollte. Die Erfolgsgeschichte von Wörterseh und damit auch von Gabriella Baumann-von Arx ist eine Geschichte voller Zufälle und glücklicher Fügungen. Sie hat viel mit Bauchgefühl zu tun, mit dem Glauben, dass es gut kommt, und natürlich auch: mit einer Menge Mut und Unerschrockenheit. Vielleicht, wenn man denn das Klischee bemühen möchte, ist es sogar eine typisch weibliche Erfolgsgeschichte, weil es hier nie um Kalkül ging oder darum, das grosse Geld zu verdienen. Sondern um die pure Freude an der Sache, an Geschichten über Menschen, da steckt eine tiefe Überzeugung dahinter. Die

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Zufälle begannen schon vor der Episode mit dem frechen Spatzen. Zum Beispiel damit, wie Baumann-von Arx Lotti Latrous überhaupt entdeckte. Es geschah an einem Sonntagmorgen, ihr Sohn sah gerade fern, – nur dann war es den beiden Kinder erlaubt, den TV einzuschalten –, und in der Sendung, die gerade lief, ging es um eben diese Lotti Latrous. Baumann begriff sofort: Deren Geschichte muss man erzählen. Ein halbes Jahr später, im Juni 2003, genauer: an einem Freitag, dem 13., reiste sie nach Abidjan in der Elfenbeinküste, sah dort Hoffnungslosigkeit, Tod, leere Kinderaugen, und überstand dieses grenzenlose Elend nur dank ihrer Ausbildung als Arzthelferin. Verarbeitet hat sie das Ganze dann schreibenderweise; das Buch «Lotti, La Blanche», erschienen im Werd-Verlag, war wochenlang auf der Bestseller-Liste. Trotz des immensen Erfolges fand der damalige Verlag ihren Vorschlag eines Nachfolgebuches nicht berauschend. Bloss weil das erste Buch ein Beststeller war, fragte der Verleger, soll es das zweite auch werden? Vergessen Sie das, Frau Baumann, so einfach ist das nicht. «Weshalb nicht?», entgegnete sie, reiste

auf eigene Kosten erneut nach Abidjan, und entschloss sich, das Buch dann eben im Eigenverlag herauszugeben. Und wieder spielte ihr der Zufall in die Hände: Latrous wurde zur Schweizerin des Jahres 2004 gewählt, das Medienecho war enorm und trug dazu bei, dass die frisch gebackene Verlegerin kurz entschlossen weitere 10 000 Exemplare der ersten Auf lage von «Madame Lotti» drucken liess, später kamen nochmals 20 000 dazu. Das war riskant, sehr riskant sogar, und sie gibt unumwunden zu: «Wenn das nicht funktioniert hätte – wir wären mit wehenden Fahnen untergegangen.»

Chaos und Leidenschaft An der Wand hinter ihrem Pult kleben fünf A4-Blätter, ein Blatt für jedes Buch, das im Herbst erscheinen wird, und auf dem sie festhält, wie es um den Stand der Dinge bei jedem Buchprojekt steht. Das mag chaotisch wirken, vielleicht gar handgestrickt, was die Verlegerin ohne zu zögern zugeben würde, schliesslich sagt sie auch: «Ich bin eine schlechte Chefin.» Und berichtet zerknirscht, wie sie doch längt mit ihrem einzigen festen Mitarbeiter ein Jahres-

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FOTO: ZVG

Gabriella Baumann-von Arx: «Ich mache einfach, was gemacht werden muss.»

gespräch führen wolle, kürzlich endlich einen Termin vereinbart habe und diesen nun schon wieder verschoben habe. Sie erzählt bildhaft, sprudelnd, mit zahlreichen, witzigen Anekdoten, und es fällt dabei kein einziges Mal das Wort Rendite. Oder Gewinnzone. Oder sonst einer dieser knochentro-

ckenen Begriffe aus dem Fachjargon der Wirtschaftswelt. Vielmehr ist die Rede von Leidenschaft, der Freude an der Arbeit, ihrem Interesse an Menschen. Tatsächlich: Gabriella Baumann-von Arx ist eine Idealistin. Aber eine, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Natürlich war, nebst den

Zufällen, viel Glück dabei beim Aufbau ihres Verlags. Aber es braucht auch die Gabe, das Glück zu erkennen und es am Schopf zu packen, wenn es gerade an einem vorbeispaziert. Vielleicht kommt sie deshalb so leichtfüssig rüber, ihre Begeisterungsfähigkeit lässt sie wie ein junges Mädchen wir- ›››

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UNTERNEHMEN & MÄRKTE

DIE BESTSELLER VOM WÖRTERSEH Der Wörterseh Verlag gehört zur Wörterseh Entertaiment GmbH, die zu gleichen Teilen Gabriella Baumann-von Arx und ihrem Mann Frank gehört. Baumann-von Arx, 48, Mutter von zwei Kindern war als Arzthelferin, Flight Attendant, Journalistin und Autorin tätig, bis sie mit dem Wörterseh die Schweizer Buchszene zünftig aufzumischen begann.

Gabriella Baumannvon Arx

Gabriella Baumannvon Arx

30000 mal verkauft

15000 mal verkauft. Vergriffen.

Madame Lotti. Im Slum von Abidjan zählt nur die Liebe

Susanna Schwager

Susanna Schwager

15000 mal verkauft

40000 mal verkauft

Das volle Leben. Männer über achtzig erzählen

Markus Maeder

Vom Herzchirurgen zum Fernfahrer. 17000 mal verkauft

Evelyne Binsack

Expedition Antarctica. 484 Tage bis ans Ende der Welt 10000 mal verkauft

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Lotti Latrous. Bangen und Hoffen im Slum von Abidjan

Das volle Leben. Frauen über achtzig erzählen

Walter Raaflaub

Tote Hose. Worüber Männer schweigen. Ein Tagebuch. 10000 mal verkauft

Gabriella Baumannvon Arx

Solo. Der Alleingänger Ueli Steck – eine Nahaufnahme 10000 mal verkauft

ken. Ihr Lachen sowieso. Und so sagt sie denn, nach ihrem Alltag gefragt: Ach, ich komme ins Büro und mache einfach, was gemacht werden muss.

«Die Frau von...» Aber da ist ja auch noch ihr Mann, Frank Baumann, eine Bekanntheit aus dem Fernsehen, und ihr erging es wie allen Gattinnen mit Ehemännern, die in der Öffentlichkeit stehen: Sie war «die Frau von». Das, sagt sie, sei früher nicht einfach zu akzeptieren gewesen. «Anfangs dachte ich oft, die Leute würden denken, dass Frank meine Texte verfasst hat und dass ich ohne ihn nicht da wäre, wo ich jetzt bin, weil er seine Kontakte hat spielen lassen.» Und wenn dann noch irgendwo geschrieben stand, «der Verleger Frank Baumann», dann verletzte sie das erst recht. Heute kümmert sie das nicht mehr. Gabriella Baumann-von Arx hat sich freigeschwommen. Aber auf halten konnte sie das nicht, selbstverständlich nicht, eigenständig war sie schon vor ihrer Zeit als Verlegerin, sie arbeitete als Flight Attendant, als Journalistin und Autorin; ihr erstes Buch war eine Biographie über Nella Martinetti. Sie hat also unbeirrt weitergemacht, manchmal, sagt sie, wolle sie schon mit dem Kopf durch die Wand. Überhaupt ist das Motto des Verlags ihr eigenes: «Es ist vieles möglich im Leben, wenn man den Glauben an sich und den an die Machbarkeit der Dinge nicht verliert.» Ihre Bücher handeln immer von Menschen, die eben diesen unerschütterlichen Glauben haben: Lotti Latrous, die ihren Weg trotz ihrer Familie gemacht hat, um in Abidjan den Ärmsten der Armen zu helfen. Markus Studer, der Herzchirurg, der seinen Traum verwirklicht und Fernfahrer wird. Oder Urs Althaus, der schwarze Bub aus der Innerschweiz, der es auf das Cover des Magazins «GQ» schafft und dessen Geschichte «Ich, der Neger» im Herbst erscheint. Sie hat eine untrügliche Nase für gute Geschichten, wehrt jedoch ab: «Es liegt doch auf der Hand, dass dies alles Lebensgeschichten sind, die interessieren.» Schon als Journalistin porträtierte sie lieber den

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Strassenarbeiter, der gerade gegenĂźber mit dem Presslufthammer hantiert als die Prominenz.

BĂźcher nur im Herbst Ein einziges Mal hat sie nicht auf ihren Bauch gehĂśrt. Sondern sich dem Diktat der Branche gebeugt, das da heisst: Ein Verlag, der etwas auf sich hält, bringt zweimal jährlich BĂźcher raus, nämlich im FrĂźhling und im Herbst. Und so schrieb sie 2005 gleich zwei BĂźcher selbst, eines Ăźber den Extrembergsteiger Ueli Steck (ÂŤSoloÂť) und eines Ăźber den ersten schwarzen Mister-SchweizKandidaten, Junior Munizao (ÂŤEin Mann weint nichtÂť). Aber bereits im darauf folgenden FrĂźhling ÂŤhatte ich nichtsÂť, sprich, kein Buch. Sie lancierte in der Folge aus Verlegenheit zwei kleine GeschenkbĂźcher â&#x20AC;&#x201C; und die f loppten: ÂŤWir haben damals viel Geld verloren. Man sollte keine GeschenkbĂźcher herausgeben, wenn man ein Sachbuchverlag ist.Âť Gabriella Baumann-von Arx Ins_Muralto_179x115mm

29.7.2009

reagierte darauf, indem sie sich wieder auf ihre Intuition verlässt. Die ihr sagt: Fßr mich ist das mit diesem Frßhlingund Herbstprogramm nicht richtig, ob das nun in der Branche ßblich ist oder nicht. Seitdem bringt sie nur noch im Herbst Bßcher heraus. Zunächst waren es drei Bßcher, letztes Jahr waren es bereits fßnf. Mehr sollen es indes nicht werden, einerseits, weil so das Risiko klein gehalten werden kann, sollte eines oder zwei der Titel nicht ankommen beim Publikum, und andererseits, weil so

die Betreuung der Projekte gewährleistet ist. Und mit Betreuung meint sie zum Beispiel die Tournee mit acht der zwĂślf portraitierten Frauen aus ÂŤDas volle LebenÂť, mit denen sie in einem Bus quer durch die Schweiz an Lesungen reiste â&#x20AC;&#x201C; auch um zu feiern, dass sich das Buch so gut verkauft. Wie viele Exemplare sie genau verkaufen muss, um keinen Verlust zu machen, weiss sie nicht. ÂŤIch kĂźmmere mich nicht um Zahlen, das macht mein externer Buchhalter.Âť Koketterie? Vielleicht. Aber es wirkt charmant.

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DAS NEUE PROGRAMM Im Herbst erscheinen fĂźnf neue Titel mit Bestseller-Potential: ÂŤKlaus Heer, was ist guter Sex?Âť von Barbara Lukesch, ÂŤDie SchwĂśrers â&#x20AC;&#x201C; Wie die Welt zum Kinderzimmer wurdeÂť, ein Bericht Ăźber die fĂźnfkĂśpfige Weltumsegler-Familie von Marc Zollinger, ÂŤIch, der NegerÂť von Urs Althaus, ÂŤWanna Waki â&#x20AC;&#x201C; Mein Leben bei den LakotaÂť von Isabel Stadnick und ÂŤS.O.S. Belser â&#x20AC;&#x201C; Von den HĂśhenflĂźgen und AbstĂźrzen meines LebensÂť von Edgar Belser, der Ăźber sein turbulentes Leben erzählt, in dem er es vom KĂźchenjungen zum Hoteldirektor brachte.

17:18 Uhr

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U N T E R N E H M E N & M Ä R K T E B I O S U I SS E

Scholle und Laptop Regina Fuhrer ist meist die einzige Frau in einem Metier, das von Männern dominiert wird. Die Präsidentin von Bio Suisse meistert den Spagat zwischen der Arbeit auf dem Hof und dem Verband. TEXT: BIRGITTA WILLMANN FOTO: BEA WEINMANN

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ein Vorteil ist, dass sich jeder garantiert an mich erinner t», sagt die Präsidentin und lächelt fein. Und so hat am Ende alles sein Gutes, denn dort wo sie Akzente setzt, sind Frauen in führenden Positionen nicht etwa rar, sondern schlicht inexistent. Regina Fuhrer präsidiert seit 2001 Bio Suisse. Und ist damit die einzige Frau in der Welt der Bauern in der Schweiz, die wirklich etwas zu sagen hat. Bio, Frau und erst noch keine gebürtige Landwirtin. Etwas Mut habe also schon dazu gehört, die Herausforderung anzunehmen, sich derart zu exponieren, sagt die Bäuerin. 1994 wurde sie in den Vorstand von Bio Suisse gewählt, 2001 zu deren Präsidentin. Dass sie im vergangenen Jahr glanzvoll wieder gewählt wurde, hat sie in ihrer

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Arbeit bestätigt. Die braunen Augen unter dem weit nach oben gezogenen Lidstrich strahlen. Wie muss man sich die Frau vorstellen, die das geschafft hat?

Bäuerin als Herausforderung Eine Tasse Kaffee vor sich, sitzt sie am Tisch vor dem Bio-Bauernhof der Familie beim Weiler Aebnit in Burgisstein. Die Augustsonne knallt erbarmungslos auf den grossen Sonnenschirm, und Hund Johnny liegt schlapp zu ihren Füssen. Keinen Blick hat der Vierbeiner für die Idylle um ihn herum, den alten Hof aus Holz, dessen Fenster knallrote Geranien zieren, den blühenden Bauerngarten oder die satten Wiesen mit dem alten Obstbestand. Eine Postkartenidylle wie aus einer vergangenen Zeit. Regina Fuhrer geniesst den ruhigen Moment. Der August ist im Bauernkalender ein intensiver Arbeitsmonat, und das Gespräch über Bio Suisse ver-

schafft ihr eine willkommene Pause. Denn nebst dem, was auf dem Hof zu tun ist, fordert auch der 50-ProzentJob beim Verband seinen zeitlichen Tribut. So pf legt sie zwischen den Verbandssitzungen in Basel, Vorträgen bei Bauernorganisationen oder Detailhandelsunternehmen, bewaffnet mit Laptop und Handy, und zwischen Pf lug, Melkstuhl und Heugabel zu pendeln. Scheinbar mühelos gelingt ihr das. Vollkommen unterschiedliche, sich scheinbar ausschliessende Welten sind das: hier lebendige Natur, dort Büroalltag, das empfindet Regina Fuhrer als Privileg. Als Herausforderung, die zu meistern ist. «Bäuerinnen» sagt sie in ihrer unaufgeregten Art, «mussten schon immer hohe Ansprüche an Managementfähigkeiten erfüllen.» Und da schimmert er durch, der feministische Touch der 50-Jährigen, die geprägt worden ist durch die letzten Ausläufer der 68er-Bewegung und ihre Jahre in Bern. ›››

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Präsidentin von Bio Suisse: Regina Fuhrer im Spagat zwischen Bäuerin und Managerin. WOMEN IN BUSINESS · SEPTEMBER 2009 | No.01

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UNTERNEHMEN & MÄRKTE

Dass sie dereinst Bäurin werden wollte, war ihr schliesslich nicht in die bildungsbürgerliche Wiege gelegt worden. Mit 17 schmeisst sie das Gymnasium, macht eine Ausbildung als Handweberin. «Damals hatte ich die jugendlich-romantische Vorstellung, einen Landwirt zu heiraten und dann im Winter Tücher zu weben», sagt sie lakonisch. Doch der Bauernprinz lässt auf sich warten. Sie lebt in einer Wohngemeinschaft und lernt ihn dann doch noch kennen, Resu, den Bruder ihrer Mitbewohnerin, «mein Traummann». Dann Heirat, Leben auf dem Hof unter einem Dach mit den Schwiegereltern. Und die harte Landung auf dem Boden der Realität einer durch und durch patriarchalischen Bauernwelt. Sie lernt, dass im Weltbild der Landwirte Frauen in die Küche gehören, die Hühner füttern, Gärten und Kinder pf legen dürfen, aber für schweisstreibende Stallarbeit ungeeignet sind. Sie schüttelt den

Kopf mit dem praktischen Kurzhaarschnitt, als könne sie das heute noch nicht fassen. In dieser für sie neuen Umgebung lernt sie sich trittsicher zu bewegen. Absolviert die Bäurinnenschule in Langenthal, ringt mit den Schwiegereltern, die mit den für sie ungewohnten Vorstellungen der Schwiegertochter zunächst wenig anfangen können. Und Regina Fuhrer findet schliesslich ihren Platz. Ohne sich von ihren Idealen zu trennen. Und sie packt überall mit an, wo Not an, Mann ist – auch im Stall. «Für mich», sagt sie, «war immer klar, dass ich meinen Mann ersetzen können muss.» Als Resu vor über 20 Jahren den Hof des Vaters übernimmt, stellen die beiden auf biologischen Anbau um. Aus Überzeugung. Und das ist so geblieben. Auch heute noch spannen die Fuhrers bei der Feldarbeit lieber die

Freiberger vor den Pf lug, als den Traktor aus der Garage zu holen. Nebst den Rössern gibt es Kühe, Rinder, Hühner, Obst- und Getreideanbau, alles in BioQualität. Neben der Landarbeit ziehen Regina und Resu Fuhrer auch noch vier Kinder gross, zwei eigene und zwei Pf legekinder. «Ohne diese Zeit und ohne meine Arbeit als Bio-Bäuerin wäre es nicht möglich, die Bio Suisse zu präsidieren», sagt sie, «dadurch habe ich ein starkes Rückgrat und ein sicheres Fundament erhalten». Anfang der 90er Jahre engagiert sie sich bei den Berner Bio-Bauern, 1994 wird sie, «eher durch Zufall», in den Vorstand von Bio Suisse gewählt. Und nun ist es vorbei mit dem beschaulichen Leben auf der Scholle. «Zu Hause bestimmten wir die Spielregeln – ich musste lernen, dass ich nun im Fokus stand und auch kritisiert wurde.» Und wird. Zwar macht der Anteil der Biobauern nur einen kleinen Prozentsatz der

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Landwirte in der Schweiz aus, aber das Segment ist lebendig und steht durch seinen Erfolg zunehmend im öffentlichen Scheinwerferlicht. Sie sind etwas unbequem, diese über 5’600 im Verband organisierten Landwirte, die meisten von ihnen Visionäre, die sich genau überlegt haben, warum sie BioLandwirtschaft betreiben. Nicht selten sind sie leidenschaftlich, gelegentlich fundamentalistisch. Bei Bio Suisse wird basisdemokratisch entschieden, und die Prozesse sind mitunter langwierig. Das macht die Arbeit an der Spitze dieser Organisation spannend und anstrengend zugleich.

Offene Verhandlungspartnerin Doch der Erfolg gibt ihnen Recht, allein im Jahr 2008 hat der Biomarkt wieder um über 11 Prozent an Umfang zugelegt. Bio ist bei der Bevölkerung

im Trend, der Markt hat sich in den letzten 10 Jahren so positiv entwickelt, dass es zuweilen sogar zu Engpässen beim Angebot kommt. Bei den Eiern zum Beispiel oder dem Getreide. Mit leuchtenden Augen erzählt Regina Fuhrer von ihren Projekten. Vom Austausch mit den Bauern, den Politikern und dem Fach- und Detailhandel. Und auch davon, dass sie sich mit ihrer Meinung nicht immer beliebt macht. Die Offenheit, mit der sie sich an den Verhandlungstisch rund ums Thema Agrarfreihandel mit der EU setzte, stiess – nicht nur bei den Bio-Bauern – nicht immer auf Verständnis. Und wenn die Grenzen schon fallen, dann muss ihrer Meinung nach die Schweizer Landwirtschaft klar positioniert sein. Dies gilt es gründlich zu diskutieren – im Verband und auch ausserhalb. Sie zuckt die Achseln, «wir können keine Mauer um unser Land ziehen».

Es hat Regina Fuhrer gefreut und bestätigt, dass sie im vergangenen Jahr mit grosser Mehrheit wieder zur Präsidentin gewählt wurde. Dass Bio Suisse eine Frau als Präsidentin hat, ist für sie ein Zeichen der Stärke. «Es zeigt, dass wir nicht rückwärtsgewandt, sondern im Gegenteil, sehr offen sind», sagt sie. Dass die Landwirtschaft zwar in aller Regel von Männern und Frauen gemeinsam getragen wird, aber die Agrar- und Verbandspolitik von den Männern bestimmt wird, fand sie von jeher gewöhnungsbedürftig. Inzwischen hat sie sich damit abgefunden, sich häufig allein unter männlichen Kollegen zu bewegen. Und Begegnungen der dritten Art mit den Herren aus anderen Organisationen findet sie heute amüsant. Zum Beispiel jenen Chef einer Partnerorganisation, der von Bio Suisse eingeladen wurde, sich im Basler Sitzungs- ›››

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UNTERNEHMEN & MÄRKTE

Allein unter Männern: Regina Fuhrer beim symbolischen Spatenstich. zimmer installierte und ganz selbstverständlich, ungeachtet von Regina Fuhrer, die bereits am Tischkopf sass, die Sitzung leiten wollte. 10 Sekunden hat sie gebraucht, um zu verstehen, was da vor sich ging. Dann meldete sie sich zu Wort, sagte: «Hier leite ich die Sitzung.» Diese 10 Sekunden – zu lang ihrer Meinung nach – nerven sie noch heute.

folgt. Das Mittagessen muss in Kürze auf dem Tisch stehen. Ehemann Resu wird entsandt, um Bio-Salat bei der Nachbarin zu kaufen. Vorgewasche-

Frauenpower muss vorgelebt sein, davon ist sie überzeugt. Und es beelendet sie ein wenig, wenn sie sieht, dass ihr Vorbild kaum Nachahmerinnen gefunden hat. «Der Aufwand, an die Frauen zu gelangen und diese aus der Reserve zu locken, ist gross», sagt sie. Und träumt von einer besseren Vernetzung, ähnlich der, wie sie bei den Männern üblich ist. «Männer kennen sich alle von irgendwoher und können immer wieder auf diese Connections zurückgreifen.» Ein Blick auf die Uhr produziert bei ihr ein erschrockenes Gesicht. Ein hektischer Griff nach der Sonnenbrille

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nen, bitte! Kurz nach zwei wird die Präsidentin dann schon wieder im Zug sitzen. Dem nächsten Meeting entgegen.

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BIO SUISSE Der Anteil an Bio-Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz liegt bei knapp 12 Prozent, davon arbeiten 10,8 Prozent, nämlich 5700 Betriebe nach den Richtlinien des Dachverbandes der Schweizer Knospe-Betriebe Bio Suisse. 1981 gegründet, ist Bio Suisse bis heute eine Erfolgsgeschichte: Allein in den acht Jahren von Regina Fuhrers Präsidentschaft ist der Anteil an biologisch bebauter Nutzfläche in der Schweiz von 104 000 auf 121 000 Hektar gestiegen, das sind 11,4 Prozent der Anbaufläche der Schweiz. 2008 wurde 1,44 Milliarden Franken mit Bio-Produkten umgesetzt. Grösster Verteiler mit 722 Millionen Franken Umsatz an Knospe-Produkten war Coop. Knospe-Produkte-Produzenten bekennen sich zu den strengen Richtlinien der Bio Suisse. Nicht nur bei der Herstellung, sondern auch im gesamten Ablauf. Dazu gehört der Verzicht auf Kunstdünger, Pestizide und gentechnologische Eingriffe. In der Viehwirtschaft wird zudem nur Gras und Heu aus eigener Produktion verfüttert, und es werden weder Hormone noch Antibiotika und nur sehr eingeschränkt Kraftfutterzusätze eingesetzt. Über 700 Verarbeitungsund Handelsbetriebe haben mit Bio Suisse einen Lizenzvertrag abgeschlossen. Die Delegiertenversammlung ist das oberste Organ von Bio Suisse. Die auf vier Jahre gewählten 100 Delegierten aus den 32 Mitgliedorganisationen treffen sich zweimal jährlich.

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19.08.2009

16:30 Uhr

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U N T E R N E H M E N & M Ä R K T E KO LU M N E : S I BY L L E H A M A N N

Heimweg für den Krisenmann

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er arbeitende Mann wischt sich Öl und Für den Krisenmann ist das alles wohl schwer zu ertragen. Schweiss von der Stirn. Es geht ihm gar Er repariert den Schuppen, blickt auf die schwieligen Hände, nicht gut, denn es ist Krise. Eben noch die niemanden mehr ernähren können, und fühlt sich nutztrug er Blaumann, Businessanzug oder los. Er könnte depressiv werden in diesem Moment. Doch er Kapitänsuniform, jetzt hat er die in die könnte auch die Gelegenheit ergreifen, sich die männerfreie Tasche geknüllt und trottet mit hän- Zone, in der seine Frau arbeitet, mal ein bisschen genauer anzuschauen. Vielleicht ist die Krise der richtige Zeitpunkt, genden Schultern nach Hause. Man hat ihn heimgeschickt, früher als sonst, er wird nicht in einer krisenfesten Branche Fuss zu fassen? Taugen die schwieligen Hände des Krisenmanns mehr gebraucht. Weder in Dubai, wo womöglich zur Altenpf lege? Oder die Kräne stillstehen, noch in der dazu, mit Hortkindern an heissen Wallstreet, wo er eben noch glaubte, Sommertagen Papierschiffchen zu er bewege mit seinen Fingerspitzen basteln? die Welt. Weder bei Opel in RüsselsEs täte der Gesellschaft gut, wenn heim, noch auf den Frachtschiffen sich Männer für all das zu interesim Stillen Ozean. sieren begännen. Männer werden Der Heimweg ist für manchen Kridringend gebraucht, in den Kindersenmann weit. Er fährt aus einem gärten und in den Krankenhäusern, arabischen Emirat in die philippiniin den Schulen und in der Sozialsche Kleinstadt, in der er einst seiarbeit. Sie könnten dort ihre Erfahne Familie zurückliess, er fährt aus rungen hineintragen, und davon Zentralasien in sein weissrussisches profitieren alle – die Alten, die JunDorf, aus Manhattan in den Mittelgen, die Familien, und alle, die Powesten. Er wundert sich, wie schnell litik machen. Es könnte helfen, dem die Kinder gewachsen sind und wie Bildungs- und Sozialbereich endlich gut der Kürbis gedeiht, er legt seinen jenen öffentlichen Stellenwert zu letzten Lohn auf den Küchentisch, geben, der ihm zusteht. Und, wer schliesst seine Frau in die Arme. weiss, wahrscheinlich stiege in dieUnd dann stellt er verwundert fest: Sibylle Hamann: Autorin sen von Frauen dominierten BranDie Frauen arbeiten ja noch immer. chen mit einem höheren MänneranDie fahren in ihren Friseursalon, in und Journalistin in Wien teil auch das Lohnniveau. die Schule, ins Krankenhaus, so als Aber was tun wir, wenn die Krise sei nichts geschehen. dann vorbei ist, wenn die KonjunkDie Statistik bestätigt, was der tur anspringt und die Banken, AuKrisenmann bloss vage ahnt: In den tokonzerne und Reedereien wieder klassischen Frauenbranchen, bei Dienstleistungen, in Gesundheits- und Sozialberufen und Personal suchen? in der Pädagogik wachsen, trotz Krise, die Aufgaben und die Macht euch keine Sorgen, wir Frauen sind ja auch noch da. Ansprüche. In den USA werden daher am Ende dieses Jahres Wir steuern das Frachtschiff, wir kriegen das schon hin mit mehr Frauen als Männer berufstätig sein, zum ersten Mal in den Hedgefonds. Nicht perfekt, wahrscheinlich. Aber so gut der Geschichte. Zum ersten Mal ist auch die Mehrheit der wie ihr noch allemal. globalen Arbeitsmigranten weiblich: Denn je mehr Frauen in qualifizierten Berufen gebraucht werden, desto grösser Sibylle Hamanns neustes Buch ist unter dem Titel wird der Bedarf an Kinderfrauen, Pf legerinnen, Putzkräf- «Weissbuch Frauen/Schwarzbuch Männer – warum wir ten und Haushaltshilfen. Immer öfter bringen Frauen mit einen neuen Geschlechtervertrag brauchen» 2008 im Deuticke Verlag erschienen. diesen Jobs heute ganze Familien durch.

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Die Welt für einmal von unten

Wie man in ungewohnter Umgebung funktioniert. Bank-Managerin Nicole Tschanz in der Basler Gassenküche... 62

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Das Weiterbildungsprogramm SeitenWechsel ermöglicht es Managerinnen und Managern, ihre Führungskompetenzen zu stärken. Fünf Tage lang lernen sie bei einer sozialen Institution eine andere Realität kennen. Die Erkenntnisse daraus sollen sie in ihre Arbeit einf liessen lassen. Den temporären Wechsel gewagt hat die Bankmanagerin Nicole Tschanz mit einer Arbeitswoche in der Basler Gassenküche. TEXT: BETTINA WEBER

FOTOS: PD

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ie Realität, das wurde Nicole Tschanz bewusst, kann bisweilen knallhart sein. Wesentlich härter zumindest als jene Realität, die sie aus ihrer Welt kennt. Die 29-jährige Kaderfrau der Bâloise Bank SoBa arbeitete im Rahmen des Programms Seitenwechsel fünf Tage lang in der Basler Gassenküche, rüstete, schnetzelte und schöpfte den ganzen Tag lang. Die Gäste: alles Menschen vom untersten Rand der Gesellschaft, Alkoholiker, Drogenabhängige, Obdachlose. Alle mit einer eigenen Geschichte, meist einer traurigen. Manche von ihnen gesprächig und freundlich, andere schweigsam und undankbar. Wie sie in der ungewohnten Umgebung funktioniert, wie der Belastung standhält, vor allem der körperlichen, das wollte Nicole Tschanz wissen, als sie sich im Rahmen des «Management Development Program» für angehende Führungskräfte ihres Arbeitgebers für den Seitenwechsel in der Gassenküche entschieden hatte.

was sie macht, da die Ergebnisse einer Marketingaktion relativ schnell sichtbar sind. Die Entscheidung für den Seitenwechsel fiel bewusst, diejenige für die Gassenküche ebenfalls. Ihre Schwester ist Köchin, da war ein gewisser Bezug zur Gastronomie im weitesten Sinn bereits vorhanden.

Nicole Tschanz’ Karriere verlief bisher geradlinig und sehr erfolgreich. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft begann sie als Assistentin des Konzernchefs bei der Bâloise, heute ist sie die Leiterin des Zielkundenmanagements. Sie mag Zahlen, Datenanalyse und das Marketing. Doch vor allem liebt sie an ihrem Job, dass «direkt spürbar ist»,

Realität statt Workshop

Es gehe, sagt die Programmleiterin des Seitenwechsels, Jacqueline Schärli, darum, durch einen radikalen Perspektivenwechsel grundlegende Führungskompetenzen zu schärfen. Und immer gehe es dabei um Kommunikation, das Zauberwort schlechthin heutzutage, denn da passieren nach wie vor die meisten Fehler. Wie jemand kommuniziert, kann börsenrelevant sein. Oder einfach nur zu Missverständnissen führen oder eine Menge Geschirr zerschlagen. Da die Devise «Handeln statt Zusehen» heisst, werden die Seitenwechsler ins kalte Wasser geworfen, müssen sich in einer für sie fremden Umgebung zurechtfinden, auf Menschen zugehen, die aus einer anderen Welt stammen. Da muss man oft erst einmal eine gemeinsame Sprache finden.

Bei einem Seitenwechsel kann man sich nicht verstecken. Es ist eine Einszu-eins-Weiterbildung auf dem Boden der Realität, nicht in der geschützten Umgebung eines Workshops, bei dem auch die Kollegen dabei sind und einen unterstützen können, wenn es

brenzlig wird. Natürlich werden die Seitenwechsler betreut, eine Person der jeweiligen sozialen Institution steht ihnen zur Seite, zurechtkommen müssen sie dennoch allein. Mit ihrer neuen Arbeit, den neuen Mitarbeitern und den Leuten, die betreut, bekocht oder auch nur begleitet werden. Nur schon der Kontakt mit Häftlingen, psychisch Kranken oder Behinderten kann eine einschneidende Erfahrung sein für Menschen, die sonst alles im Griff haben, zumindest beruf lich gesehen, die sich am Tempo, an der Effizienz oder am Gewinn orientieren. Und so sah sich Nicole Tschanz konfrontiert mit einer Welt, von der sie zwar wusste, dass sie existiert, mit der sie selbst aber noch nie in Berührung gekommen war. Die körperliche Herausforderung, die sie gesucht hatte, war härter, als sie es erwartet hatte. Nach dem Schöpfen von über hundert Mahlzeiten waren die Arme schwer wie Blei, und das trotz Tschanz’ Sportlichkeit. Ansonsten kam sie gut zurecht, was sie nicht überraschte. «Ich kann gut auf Leute zugehen, das muss ich in meiner täglichen Arbeit ohnehin.» Klar geworden ist ihr aber, wie sehr man oft von sich auf andere schliesst. «Ich hatte in der Gassenküche mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun, auf jeden einzelnen muss man sich neu einstellen, schnell die Situation erfassen und sich anpassen.» Frauen, meint sie, die seit ihrem Einstieg ins Berufsleben fast ausschliesslich in einer männerdo- ›››

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....und Wochen sp채ter wieder am Arbeitsplatz.

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minierten Welt tätig sind, seien vielleicht tatsächlich f lexibler als Männer. Aber vor allem hätte sie begriffen, wie sehr gerade auch im Arbeitsalltag andere Denkweisen und Meinungen zu berücksichtigen seien. Bis anhin habe sie das automatisch gemacht, aber es erleichtere den Umgang, wenn man sich dessen so richtig bewusst sei. Der Anteil der weiblichen Seitenwechsler beträgt rund einen Sechstel, und Jacqueline Schärli schätzt, dass dies die Anzahl von Frauen in den Führungsetagen widerspiegelt. Brauchen denn Frauen überhaupt einen Seitenwechsel? Frauen, die gemeinhin als sozialer, umgänglicher, fürsorglicher gelten? Die sozusagen mit den «Soft Skills» ausgerüstet auf die Welt kommen? Schärli winkt ab: «Frauen sind ja nicht à priori die besseren Menschen. Und beim Seitenwechsel geht es um Führungsqualitäten, um Fragen wie: ‹Wie führe ich ein schwieriges Gespräch›? ‹Wie sage ich einem Mitarbeiter, dass er sich besser organisieren muss?› Und diesbezüglich können Frauen genauso viel lernen wie Männer.»

Thrill wie bei einer Camel Trophy Grosse Unterschiede, wie und für welche Institutionen sich Männer und Frauen entscheiden, seien ebenfalls kaum auszumachen, meint Schärli. Frauenhäuser stünden nur den Frauen offen, klar, und Männer bevorzugten das Gefängnis oder das Asylbewerberheim, wo sie sich zwei Tage in der Rolle eines Asylbewerbers befänden, das habe vielleicht etwas «vom Thrill einer Camel Trophy». Und: Altersheime seien nicht sehr beliebt; weder bei Frauen noch bei Männern. Vielleicht weil man sich grundsätzlich nur ungern mit dem Älterwerden befasst, weil das eigene Tempo innert Sekunden von hundert auf null gedrosselt wird. Mit dieser Langsamkeit umgehen zu können, ist anspruchsvoll. Das gilt auch für die Behindertenheime, bei denen zudem stets die Frage auftaucht: «Werden die mich anfassen?» Natürlich werden sie. Sich zu überwinden, auch darum geht es beim Seitenwechsel.

Man kann das Programm auch als Herausforderung ansehen, als eine Woche, die einen an die eigenen Grenzen bringen wird, bei der auch die Gefahr besteht, dass man scheitert. Ein Gefühl, dass die Klientel vom Seitenwechsel im Berufsleben so nicht kennt. Aufgegeben haben in den ganzen Jahres indes nur zwei oder drei Teilnehmer; dennoch ist die Überforderung eine Erfahrung, die bewusst dazugehört. Oder aber man bevorzugt die umgekehrte Variante: man lernt seine Ressourcen zu schonen. Wie man sich einsetzt, ohne auszubrennen. Mitarbeiter von sozialen Institutionen wissen diesbezüglich Bescheid. Denn Behinderte, Alte, Kranke oder Süchtige fordern eine ganz andere Art der Aufmerksamkeit, ihre Geschichten gehen nahe, beschäftigen, da muss man so früh wie möglich lernen, sich abzugrenzen.

Einmalige Erfahrungen Die fünf Tage sollen aber nicht bloss eine Art Ausf lug in eine andere Welt sein, sondern es geht um die sehr konkrete Frage, wie das Gelernte im Alltag umgesetzt werden kann. Ein paar Monate nach dem Einsatz findet deshalb mit dem Seitenwechsel-Team eine Besprechung statt, an der darüber diskutiert wird. Jacqueline Schärli betont, dass ein Seitenwechsel gut begleitet sein muss. Mittels Fragebogen wird ausgewertet, wie nachhaltig der Blick

in die andere Welt Wirkung zeigt. Über siebzig Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben denn auch nach zwei Jahren noch an, sie würden immer noch vom Erlebten profitieren. Einer meinte gar, der Seitenwechsel sei neben Hochzeit und Kind das Prägendste, was in seinem Leben passiert sei. So weit würde Nicole Tschanz nicht gehen, trotzdem würde sie sich jederzeit ein zweites Mal dieser Herausforderung stellen, weil das Eintauchen in eine andere Realität ein einzigartiges Erlebnis und unbezahlbar sei. Übrigens findet einmal jährlich ein Seitenwechsel mit umgekehrten Vorzeichen statt, diesmal kostenlos: Da besuchen Führungskräfte von sozialen Institutionen nicht fünf, aber zwei oder drei Tage lang eine Firma. Das ist nicht unerheblich in einer Branche, die so grossen Umwälzungen ausgesetzt war wie kaum eine andere in den letzten Jahren. Auch bei den sozialen Institutionen mussten die Abläufe professionalisiert werden. Da gipfelt der andere Seitenwechsel dann zum Beispiel in der Einsicht, dass man den Klienten wohl manchmal durchaus etwas mehr zutrauen könnte. Der Seitenwechsel ist ganz klar auf die Verbesserung von Führungsqualitäten ausgerichtet, und doch wird vermutlich mehr zurückbleiben als das. Vielleicht ein wenig Demut und Dankbarkeit, dass man selbst auf der Sonnenseite des Lebens steht.

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BOX Das Projekt Seitenwechsel hat seinen Anfang in der 700-Jahre-Feier zur Schweiz. Damals entstand die Idee, verschiedene Welten der Schweiz miteinander in Kontakt zu bringen, zum Beispiel die Wirtschaft mit dem Sozialbereich. Initiantin war die spätere Zürcher Stadträtin Monika Stocker. Das Ziel von Seitenwechsel ist es, durch einen radikalen Perspektivenwechsel grundlegende Führungskompetenzen zu schärfen. Die Devise heisst «Handeln statt Zuschauen». Oder konkreter: Führungskräfte aus der Wirtschaft arbeiten eine Woche lang in einer sozialen Institution mit (Behinderten-, Alters- und Jugendheime, Gefängnisse, psychiatrische und Sucht-Kliniken, Asylbewerberheime), sind konfrontiert mit neuen Herausforderungen, stossen an ihre Grenzen und lassen diese Erkenntnisse danach in ihre tägliche Arbeit einfliessen. Seit 1994 läuft er nun, der Seitenwechsel, und hat bis heute rund 2400 Personen von Firmen wie ABB, UBS, Migros, Swisscom, Manor oder Skyguide ermöglicht, eine andere Realität kennenzulernen. Das Programm kostet pro Person 2500 Franken, 700 davon Franken gehen an die soziale Institution. www.seitenwechsel.ch

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Gelber Ladenhüter: Rivella reagiert DIE LÖSUNG

Die Geschichte von Rivella ist eine Schweizer Erfolgsge- Neue Produkte eines erfolgsverwöhnten Konzerns werden schichte sondergleichen und vor allem eine, die bis heute von der Presse und dem Handel mit Argusaugen beobachtet. jedes Kind kennt. Als weltweit erstes Getränk auf der Basis Eine lange Bewährungszeit erhält heute kaum mehr ein Provon Milchserum wurde Rivella rot anfangs der 50er-Jahre dukt. Entsprechend hat Rivella-Chef Franz Rieder in einem lanciert und mauserte sich innert Jahren zu einem Schwei- Interview die Lösung für das Problem bereits angedeutet. zer Nationalgetränk. Ende der 50er-Jahre folgte dann eine So haben Rieder und seine Getränkeentwickler bereits den weitere Pioniertat: die Lancierung des ersten Light-Geträn- Geschmack abgeändert, dem Rivella gelb wurden Ecken und kes überhaupt, das Rivella blau war Kanten genommen. geboren. Ende der 90er-Jahre kam Laut Rieder hat das bisherige Gedann das Rivella grün dazu, ein katränk geschmacklich zu stark polalorienarmes Getränk auf der Basis risiert. Auch will Rivella nicht mehr von Tee und natürlich von Milchdie Sojabasis oder das Bio-Label in serum. Ein Produkt, das sich neben den Vordergrund stellen, sondern dem Rivella rot (Marktanteil 55 Prodas Getränk als «leichte Erfrischung» zent) und Rivella blau (30 Prozent) positionieren. Also dort, wo bereits mit einem Marktanteil von zehn die anderen drei Rivella-Variationen Prozent durchsetzen konnte. angesiedelt sind. Dass diese AnpasMit dem Rivella gelb verabschiedete sung alleine nicht reichen wird, den sich der Rothrister Getränkekonzern Ladenhüter aufzupeppen, liegt auf vom Milchserum und lancierte 2008 der Hand. Entsprechend hat der Geeine weitere Weltneuheit, das erste tränkekonzern auch in der Werbung Süssgetränk auf der Basis von Sojasedas Szepter selber in die Hand gerum. Doch trotz aller Vorteile dieses nommen und der bisher damit beGetränkes, vor allem für Leute mit auftragten Werbeagentur gekündigt. einer Milchzuckerintoleranz, konnte Was in der Werbefachpresse für vielsich das Rivella gelb im ersten Jahr fache Aufregung sorgte. seines Bestehens nicht durchsetzen. Kein Wunder, steht doch ein MilliNeuer Geschmack, weniger Der Handel verweigerte teilweise den onenbudget zur Disposition. Eine Kanten: das neue Rivella Vertrieb. Und auch die Gastronomie neue Agentur wird gesucht, das Ausreagierte wenig begeistert. Trotz eiwahlverfahren hat bereits begonnen. gelb ner immensen und für schweizeriAuf die Werber wartet eine schwiesche Verhältnisse einmaligen und rige Aufgabe, denn einer verpatzten millionenschweren Werbekampagne Neulancierung mit Werbemitteln kam Rivella gelb nicht vom Fleck und neuen Wind einzuhauchen, das gehandelte sich binnen kurzem den lingt in den allerwenigsten Fällen. Ruf eines Ladenhüters ein. Was für die Getränkefirma keine Für das gelbe Rivella ist dies jedoch die letzte Chance, wie Tragödie ist, hat sich ihre bisherige Diversifizierungsstrate- der Rivella-Chef im Interview sagte. Einen dritten Anlauf gie doch mehr als ausgezahlt. Immerhin hat das Unterneh- werde es sicher nicht geben. men seinen Getränkeausstoss in den vergangen zehn Jahren um 40 Prozent auf mehr als 154 Millionen Liter gesteigert. Und möglicherweise hat die Vermarktung von Rivella gelb dem Roten, dem Blauen und dem Grünen ja zumindest etwas mehr Aufmerksamkeit beschert.

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DER FALL

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Nostalgisch

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U Zwei Löwen vor der Tür, darüber eine Laterne: klassischer kann der Eingang zu einer Bar nicht sein. Old Fashion Bar heisst sie auch noch und ist alles andere als old fashioned, im Gegenteil, denn drinnen wird klassisches Barfeeling geradezu zelebriert: gewachster dunkler Parkettboden, englischkarierte Stoffe über zierlichen Sesseln, runde Tischchen, gemütliche Eckbänke. Von Anfang an war es Eric Haemmerli, der die stadtbekannte Bar im Herbst 2007 übernahm, ein Anliegen, Frauen für diesen Ort zu gewinnen. Was ihm gelungen ist. Die Idee, zunächst aus der Not des kleinen Werbebudgets geboren, Freundinnen des Wirtepaares einzuladen und dann auf Mundpropaganda zu setzen, hat sich voll ausgezahlt. Mittlerweile ist die Old Fashion Bar das Wohnzimmer mitten in der Stadt, in dem sich Frauen ebenso gerne treffen wie die Geschäftsleute aus den umliegenden Büros. Stets charmant umsorgt von Geschäftsführerin Katalin Burckhard, die mit ihrem Team zur angenehmen Atmosphäre beiträgt. Die nostalgische Bar liegt gerade vis-à-vis des Neumünsters – und verfügt im Sommer über einen Garten, um den sie manch italienisches Restaurant beneidet. bw

U Er hat den süssesten Hintern, ein sympathisches Charaktergesicht und ist immer tip top in Form: Auf der Strasse beneiden uns alle um ihn. Und jetzt das Beste, es gibt ihn neu oben ohne. Ein echter Italiener. Und er ist ab September käuflich zu erwerben. Der Fiat 500C, die Cabrio-Variante des vor zwei Jahren mit grossem Erfolg lancierten Klassikers, wird zweifelsohne die Herzen wieder im Sturm erobern. Das Stofffaltdach lässt sich stufenweise bis 60 km/h Fahrtgeschwindigkeit bequem per Drucktaste öffnen. Und das bei Cabrios übliche Kofferaum-Dachproblem haben die Fiat-Ingenieure ebenfalls elegant gelöst: Deckel öffnen – und das Dach gleitet lautlos etwas nach oben. Ansonsten ist der 500C ganz der Alte, gewohnt stylish. Er ist etwas schmaler in der Silhouette, was der Schönheit seines Hinterns aber keinen Abbruch tut. cp Fiat 500C, drei Modelle, Benziner mit 69, bzw. 100 PS, Diesel mit 75 PS, Basispreis ab 22 000 Franken, lieferbar ab sofort.

Old Fashion Bar, Fraumünsterstrasse 15, 8001 Zürich, Telefon +41 44 211 10 52, www.oldfashionbar.ch

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POUR LE PL AISIR

MANUFAKTUR

FOTOS: PRIVAT, BENY STEINER

Aus einer Hand

Poetische Designerin: Helen von Albertini Links Engadiner Ambiente: Manufaktur in Ardez

U Sie ist eine Geschichtenerzählerin. Voll Poesie, Mythen und Legenden. Und sie hat es geschafft, diese in eine tragbare Form zu bringen. Helen von Albertini macht märchenhafte Handschuhe. So schön, dass man sie am liebsten nicht mehr ausziehen würde. Jeder einzelne von ihr designte Handschuh ein Bijou aus feinstem Leder, verziert mit Stoffbändern, Perlen oder Applikationen, ergänzt mit Strick oder Stoff. Vor zehn Jahren hat die Textildesignerin ihren ersten Laden UNA in Zürich unweit des Bellevues eingerichtet. Ein üppig dekoriertes, liebevoll eingerichtetes kleines Lokal das regelmässig die neuesten Schätze im Schaufenster zeigt. Für Helen von Albertini sind ihre Handschuhe mehr als Wärmegeber, «sie sind Schmuckstücke, Accessoires mit denen sich Kleidung aufwerten und verändern lässt» sagt sie. Bislang liess sie ihre Kollektion aus feinstem Ziegen-, Lamm-, Hirsch, Rentier-, oder Peccaryleder in kleinen speziellen Manufakturen in Italien herstellen. Doch nun geht sie einen Schritt weiter. Ab sofort produziert die Designerin einen Teil ihrer Handschuhe selbst. «Ich habe immer davon geträumt den ganzen Prozess selbst zu machen» sagt sie. Entstanden ist die Idee einer eigenen Handschuhmanufaktur vor zehn Jahren, als sich Helen von Albertini im unterengadinischen Ardez, unweit von Scuol, ein altes Engadinerhaus kaufte. Der Wunsch,

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dort exklusive Einzelstücke und kleine Kollektionen für die Kunden herzustellen, reifte langsam. Doch nun rattern hinter den dicken Mauern bedient von drei Angestellten sieben Porkert-Handschuhnähmaschinen, Raritäten auch sie. Zunächst einen Tag die Woche, dann zwei bis drei Tage soll die Produktion laufen. Die Kleinunternehmerin will sich langsam vortasten und schauen was passiert, «wir sind noch mitten im Lernprozess». Und Zeit an ihren Geschichten weiter zu spinnen braucht sie schliesslich auch… bw Una, Handschuhmanufaktur; Geschäfte in Ardez, St. Moritz, Zürich; www.una-fashion.ch

Extravagant: Lederhandschuhe mit bedruckter Crèpes de Chine

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TOP

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HANDTASCHEN

1. Hermès: New Kelly Bag 2. Fendi: Peekaboo Leder Tote 3. Tommy Hilfiger: Mini-Umhängetasche 4. Chloé: XXL-Shopper 5. Lanvin: Patch Work Abendtasche 6. Kenzo: Shopper 7. Ungaro: Glam-Rock Pochette 8. Prada: Shopper 9. Versace: Patchwork-Handtasche

OBEN 1. HERMÈS MIT TROMP L’OEIL, 2. FENDI UNBEDINGT OFFEN TRAGEN, 3. TOMMY HILFIGER ENDE 60ER JAHRE INSPIRIERT

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MITTE 4. CHLOÉ IN NEUER, REDUZIERTER FORM, 5. LANVIN MIT EDLEM MATERIALMIX UND ARTDECO INSPIRIERT, 6. KENZO IM ANGESAGTEN MUSTER- UND MATERIALMIX

FOTOS: PD; AUSWAHL: WWW.GUSTAVE.CH

UNTEN 7. UNGARO MIT NIETEN BESETZT, 8. PRADA DAS SCHLICHTE NON-PLUS-ULTRA DER SAISON, 9. VERSACE IN ANGESAGTEN BLAUTÖNEN

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POUR LE PL AISIR

OBJET DU DÉSIR U Unentbehrlicher Begleiter: Touche Eclat von Yves Saint Laurent ist der Zauberstab in der Handtasche, der durchzechte oder durchgearbeitete Nächte mühelos verschwinden lässt. Einfach mit dem Pinsel auf die dunklen Stellen auftragen, und der Teint leuchtet wieder.

MUSIK

AUSSTELLUNG

Schöne Künste U Wer fachkundig durch eine Ausstellung geführt wird hat mehr davon. Das wissen die Kunsthistorikerinnen Laurence Frey und Joy Neri und bieten regelmässig über ihre Kunstvermittlungsagentur «Les-beaux-arts» spannende Führungen durch aktuelle Ausstellungen in der Schweiz an. Wer mehr über die derzeit im Joy Neri und Laurence Frey Aargauer Kunsthaus gezeigte umfassendste Ausstellung des amerikanisch-schweizerischen Künstlerduos Teresa Hubbard und Alexander Birchler erfahren möchte, kann sich jetzt unter www.les-beaux-arts.ch anmelden. Angeboten wird die Führung durch die Ausstellung mit Videoinstallationen und Fotoarbeiten am 27. September um 13 Uhr. cp Teresa Hubbard/Alexander Bircher, No Room to Answer, Aargauer Kunsthaus, Aarau, 5. September bis 8. November 2009, www.les-beaux-arts.ch

U In der Mode feiern die 80er-Jahre mit Schulterpolstern und schreienden Neonfarben ein Revival. Jetzt gibt’s den Soundtrack dazu: La Roux, das britische ElektropopDuo mit Sängerin Elly Jackson. Über 500 000 Mal hat La Roux sein gleichnamiges Debutalbum mit der Hit-Single «In For The Kill» in Grossbritannien verkauft und liess die Fachzeitschrift NME schwärmen: «Die 21-jährige aus Brixton hat ein vergessen geglaubtes Genre wiederbelebt und eines der schönsten, zukunftsweisenden Pop-Alben der jüngeren Vergangenheit gemacht.» Verdiente Lorbeeren. Denn La Roux schreiben die Tradition grosser britischer ElektropopDuos wie Eurythmics, Yazoo oder den Pet Shop Boys fort – ohne je wie Kopisten daherzukommen. So erinnert La Roux zwar an 1980, tönt aber wie 2009. Dank Jacksons unnachahmliche Stimme und Synthie-Melodien, die sich im Gehörgang festkrallen. Eine CD, die süchtig macht. cp

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BUCH

Selbstmarketing U Obwohl böse Mädchen ja angeblich überall hinkommen, sind weibliche Führungskräfte weiterhin Mangelware. Das will die Managementtrainerin Barbara Schneider ändern. Mit Tipps aus ihrer Beratungspraxis hält sie berufstätigen Frauen den Spiegel vor. Die Zitate aus dem Arbeitsalltag haben Wiedererkennungswert, besonders die männlichen Gedanken über Kolleginnen kennt man bestens. Aber das Buch hält auch fest, dass zu viele Frauen zu wenig aktiv ihre Beförderung vorantreiben. Für diese hat die Autorin ein Zehn-Schritte-Programm für ein professionelles Selbstmarketing ausgearbeitet: klare Zieldefinitionen, strategische Kontaktpflege und geschickte Selbst-PR. Nichts wirklich Neues, meint getAbstract, aber man kann es nicht oft genug wiederholen. Ein tauglicher Leitfaden für Frauen, die ihre Karriere in die Hand nehmen wollen – egal ob angestellt oder selbstständig. Wie Frauen in Führung gehen von Barbara Schneider, GABAL Verlag getAbstract ist der weltweit grösste Anbieter von Wirtschaftsbuch-Zusammenfassungen www.getabstract.com

Gesamtbewertung Umsetzbarkeit Innovationsgrad Stil

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Neustes Foulard von Sonnhild Kestler, Indische Masken, Seidentwil, 90 x 90 cm, vier Colorits, erhältlich bei Thema Selection, Zürich 360 Franken, www.themaselection.ch

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P O U R L E PL A I S I R

Oui, je veux! Ancle Boots aus Wildleder in der It-Farbe Kastanienbraun, Modell Ettel erh盲ltlich bei Bally, 725 Franken, www.bally.com

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POUR LE PL AISIR

Miss Undercover Zimmermädchen im «Kempinski» in St. Moritz: Hinter jeder Tür lauert ein Raum, der blitzblank poliert sein will. Ist das geschafft, könnte man den Boden küssen. Zimmermädchen erwischen Gäste beim Sex und behalten Haltung. Nur mit ihnen f lirtet keiner. Ein Frontbericht. TEXT: BRITTA STUFF

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osa ist kein Mensch fürs Dramatische. Sie lacht gern und sagt oft «Nicht so schlimm» oder «Passt schon». Sie beklagt sich nicht, und wenn doch, dann nur über Dinge, über die sich auch der sanftmütigste Mensch beschweren würde. Nur nachts, da wird sie theatralisch, manchmal. Im Traum. Dort sieht sie sich in einem langen Gang mit tausend Türen. Hinter jeder Tür lauert ein Zimmer, das sie putzen muss. Und obwohl sie nicht zögert und sofort loslegt, kann sie es nicht schaffen, denn der Gang führt ins Unendliche. Als sie mir von diesem Traum erzählt, würde ich gern abhauen. Das geht aber nicht. Denn ich bin heute Rosas Kollegin. Rosa ist eines der Zimmermädchen des «Kempinski Grand Hotel des Bains» in St. Moritz in den Bergen Graubündens. Sie arbeitet an einem Ort, an dem Staubkörner Feinde sind, die es zu vernichten gilt, und der Gast ein Freund ist, der immer Recht hat. An dem Stifte in bestimmten Winkeln zu liegen haben und das Shampoo selbst im Fall eines nationalen Notstands vor dem Conditioner stehen muss. Rosa ist da, um es den Gästen recht zu machen. Ich soll ihr helfen.

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Das «Kempinski» sieht wunderschön aus an diesem Morgen, die weißen Türme strahlen wie im Märchen, das Hotel könnte die Hauptrolle in einem Werbespot spielen. Doch schön oder nicht, um neun Uhr beginnt die Arbeit. Ich stehe zwischen Zimmermädchen und Etagenportiers in der Wäscherei und warte auf Anweisungen. Etagenportier, das ist die männliche Bezeichnung für Zimmermädchen. Im «Kempinski» in St. Moritz ist es üblich, dass jedes Zimmer von einem Mann und einer Frau gereinigt wird, der Mann entstaubt das Zimmer, die Frau putzt das Bad. Zusammen machen sie das Bett. Heute sind wir zu dritt. Rosa, Luis und ich. Wir bekommen eine Liste in die Hand gedrückt, auf der acht Zimmer stehen: 103, 114, 121, 174, 182, 185, 357, 481. 103: Ich fühle mich fehl am Platz, unbeweglich, wie der sperrige Wagen mit den Putzmitteln, dem Duschgel, der Wäsche, der vor der Tür steht. Rosa lacht, weil ich nicht weiß, wohin mit mir. Sie lacht überhaupt gern, wenn sie nicht gerade putzt. Ich habe Glück, dass es Rosa gibt, denn sie ist die Einzige hier, die Deutsch spricht. 40 der 50 Zimmermädchen des Hotels stammen

aus Portugal. Es ist schwer, jemanden aus der Schweiz zu finden, der diese Arbeit machen möchte. In Portugal hat Rosa Englisch und Deutsch studiert, sie ist Lehrerin, doch sie fand keinen Job. «Sie zahlen hier gut. Und ich war schon alt», sagt sie. Rosa ist 25. Der Tarif für Zimmermädchen liegt in der Schweiz bei 3182 Franken, umgerechnet knapp 2000 Euro. Rosa verdient über Tarif. Wie die meisten kam sie durch persönliche Beziehungen nach St. Moritz: Ihr Freund hatte in der Küche einen Job. Jetzt ist sie in der zweiten Saison in den Bergen. Hier hat sie zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee gesehen. Noch heute friert sie meist in St. Moritz, noch heute sehnt sie sich nach dem Meer, nach der Sonne. All das schien nie ferner als in den Zimmern der Fremden, die sie putzt. Ein Mann wohnt auf 103, auf dem Stuhl liegt eine Motorradjacke, das Bett ist zerwühlt, auf dem Nachttisch f liessen kleine Rinnsale aus fast leeren Flaschen. Das Putzritual beginnt: Kopf kissen abziehen, Bettdecke so straff ziehen, dass keine Falte bleibt, Kissen schütteln, Bett machen, Tagesdecke drüber. Kissen so anordnen, dass die Reissverschlüsse zum Fenster zeigen. Dann geht Rosa ins Bad, Luis

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FOTOS: iSTOCK, PD

Zimmermädchen: Hunde, Pelze, Juwelen, nackte Frauen und Staub, sie sehen alles.

putzt das Zimmer. Im Bad: Dusche und jede einzelne Kachel putzen und polieren, Spiegel putzen und polieren, Waschbecken putzen und polieren, Badewanne putzen und polieren. Duschgel, Shampoo, Bodylotion und Conditioner aufstellen, nein, halt, falsch, das ist die falsche Reihenfolge, das ist nicht der Kempinski-Standard. Denn alles ist festgelegt: Erst das Duschgel oder erst das Shampoo? In welchem Abstand? Und wie wird die typische Klopapier-Nase gefaltet? Beim Wischen des Bodens f lieht ein Haar vor mir und will sich nicht einfangen lassen. Und das geht überhaupt nicht, denn ein

Haar, das weist so eindeutig auf den Vorgänger hin, darauf, dass hier schon gelebt und geschwitzt wurde, dass hier jemand barfuß über die Kacheln lief und vielleicht nackt auf der Tagesdecke lag. Es gibt Gäste, die beschweren sich wegen eines einzigen Haares. Nach 40 Minuten sind wir fertig. Das Zimmer ist so sauber, dass man hier eine Operation am offenen Herzen durchführen könnte. Uns bleibt keine Zeit, stolz zu sein. 114: Ich dusche mich fast ab, da ich den Wasserhahn beim selbstvergessenen Schrubben aufdrehe. 121: Im Mülleimer liegt Damenunter-

wäsche. Manche Frauen tragen die Sachen nur einmal und werfen sie dann weg. 174: Wir machen den Badewannentest, einmal mit der Handf läche über die Innenseite der Wanne: Bei einem quietschenden Geräusch wurde die Wanne nicht benutzt. Es quietscht. Ich bin erleichtert und könnte den Boden von Zimmer 174 küssen. Sauber genug wäre er. 182: Komplett verwüstet. Überall liegen Klamotten. Ich habe längst aufgehört, Rosa Fragen zu stellen, und es ist mir inzwischen auch herzlich egal, ob sie das Meer vermisst oder nicht. ›››

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Kempinski: Blitzblank und poliert, die weissen Türme strahlen wie im Märchen.

Nur noch an die Zimmer denken, an das nächste Wischen. Der Spiegel ist total verschmiert. In einem Glas liegen ertränkte Kippen. In der Toilette: ein brauner Streifen. Als ob der Gast nicht wüsste, dass ein Zimmermädchen die Schweinerei sehen wird. Er weiss es. Es ist ihm egal. Ich bin müde, und zum ersten Mal an diesem Tag betrachte ich mich im Spiegel. Die Uniform macht eine Fremde aus mir. Sie besteht aus einem blauen Hemd, einem gerade geschnittenen Kleid mit Nadelstreifen, einer Schürze und einer hautfarbenen Strumpf hose, die ich selbst mitbringen musste. Da

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sie die erste hautfarbene Strumpf hose meines Lebens ist, habe ich im Regal das falsche Modell gegriffen – «ultraglossy», also mit Extremglanz. Meine Beine sehen aus wie zwei mit Zellophan umwickelte Dönerspieße. Die Spieße enden in schwarzen Halbschuhen. Es gibt diesen Film, er ist nicht besonders gut, aber dennoch muss ich an ihn denken: In ihm verliebt sich ein Politiker in ein Zimmermädchen. Mir fällt auf, dass ich heute keinen einzigen Gast wahrgenommen habe. Ich frage Rosa, ob es ihr genauso geht. Sie sagt, dass noch kein Zimmerbewohner mit

ihr gef lirtet habe. Es mag daran liegen, dass sie auf dem Gang stets die Augen senkt und ihren Rock herunterzieht. Sie sieht aus, als habe sie Angst, etwas falsch zu machen. Am nächsten Tag komme ich zu spät. Ich habe zwölf Stunden traumlos durchgeschlafen. Heute arbeiten wir im Suiten-Trakt. Ein normales Zimmer im «Kempinski» kostet 498 Euro pro Nacht, eine JuniorSuite 1057 Euro und die Präsidentensuite 9000 Euro. Heute soll ein europäischer Geschäftsmann anreisen, der die Präsidentensuite mit seiner «Assistentin» bewohnen wird. Ob Assistentin oder nicht, muss mir egal sein, denn

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P O U R L E PL A I S I R

Diskretion ist in Luxushotels wichtig. Sollte die Assistentin einen Slip oder Ohrring vergessen, dann wird dem Gast nicht hinterher telefoniert. Im «Kempinski» wird alles, was im Zimmer gefunden wird, stillschweigend auf bewahrt. Ein Jahr lang warten die Dinge auf ihre Besitzer, dann darf das Zimmermädchen sie behalten. Es gibt eine Liste: Zimmer 461 hat nie nach der Goldkette gefragt. Zimmer 152 ließ eine Tasche voller Schmuck zurück, die niemand vermisste. Zimmer 548 verzichtete auf Goldringe, Zimmer 140 forderte seine blaue lange Unterhose zurück – kein Verlust. Für den europäischen Geschäftsmann wird nun die eigentlich saubere Präsidentensuite noch einmal geputzt, so wie alle leer stehenden Zimmer vor der Anreise eines Gastes. Rosa atmet aus, Luis bekreuzigt sich, dann klopft er, wie bei jedem Zimmer, an die Tür, egal ob ein Gast da ist oder nicht, steckt die Karte in den Schlitz, öffnet die Tür einen Spalt und ruft «Housekeeping». Niemand da. Die Präsidentensuite ist wie eine kleine Wohnung: Kamin, drei Schlafzimmer, Küche, an den Wänden Reproduktionen von Klimt, van Gogh und Toulouse-Lautrec. Vor dem Balkon breiten sich die Berge aus. Ein Blick, gemacht für die Ewigkeit. «Was für ein Leben, oder?» sagt Rosa. Dann polieren wir weiter. In der Suite 540 ist es noch dunkel. Wir klopfen, Schlüssel rein, «Housekeeping?», keine Antwort, wir gehen rein. Als Rosa das Licht im Schlafzimmer anmacht, regt sich etwas unter der Decke. Wir rufen «Sorry!» und laufen so schnell wir können. Vor der Tür brechen wir in Gekicher aus. Es dringt Geschrei aus dem Zimmer. Russisch. Ein Streit. Wir müssen warten, bis er vorbei ist. Zimmermädchen erwischen die Menschen beim Sex oder unter der Dusche. Luis sagt: «Ich kam mal in ein Zimmer. Mittendrin stand eine Dame. Nackt. Ich sagte: ,Ich komme später’. Und sie sagte: ,Nein, machen Sie nur.’ Ich putzte. Sie blieb stehen.» Jeder Gast hat eine Handschrift. Einmal, da hat ein Mann seine Frau mit

Essen beworfen und verprügelt. Alle Wände waren voller Rotwein. Zimmermädchen sagen, dass die Neureichen besonders schlimm sind. Am Zustand eines Raums sehen sie, wer geerbt hat, und wer vom eigenen Reichtum viel zu schnell überrollt wurde. Zimmermädchen in allen Hotels der Welt wissen so vieles, was sie nicht wissen möchten. Sie finden gebrauchte Kondome, oder vergessene Liebesbriefe. Manche finden ein grosses Geschäft mitten auf dem Teppich oder Lippenstiftherzen auf allen Fenstern und Spiegeln. Nur Trinkgeld finden sie kaum. Wenn ich in ein paar Tagen nach Hause komme, wird mich jeder fragen, ob ich einen reichen Mann abgestaubt habe, oder doch nur Möbel. Könnte man hier den reichen Mann fürs Leben finden? Jetzt, in diesem Moment, in diesem Flur, in dem ich warte, dass der Russe seine Frau nicht mehr anschreit, in dem ich mit rissigen Händen und Döner-Waden stehe, scheint es wahrscheinlicher, dass ich morgen die Relativitätstheorie verstehe oder noch ein paar Zentimeter wachse. Ich fühle mich unsichtbar. Achtundzwanzig Menschen sind mir an diesem Tag begegnet, in diesem Flur. Manche sahen aus wie Geister, im Bademantel unterwegs zur nächsten Massage. Manche Frauen hatten kleine Hunde dabei und grosse Juwelen. Rotwangige Russen trugen Pelze umher, rotlippige Frauen mit trügerisch gestraffter Haut watschelten auf Wanderstiefeln über die dicken Teppiche. Ich habe alle gegrüsst, das wurde mir so gesagt. Je nach Tageszeit: Guten Morgen, Guten Tag, Guten Abend. Zwölf der achtundzwanzig haben zurückgegrüsst. Wenn man den Mann, der einfach nur mit der Zunge geschnalzt hat, abzieht und den, der «Glotz nicht so, hilf mir mal» raunzte, waren es nur zehn. Langsam blicke auch ich den Menschen nicht mehr in die Augen. Am dritten Tag werde ich befördert. Heute bin ich mit Patrizia unterwegs. Sie ist die stellvertretende Hausdame des Hotels. Sie stammt ebenfalls aus Portugal. Acht Jahre lang war sie Zimmermädchen und hat sich hochgearbeitet. Heute, mit 29, sagt sie, dass sie

ihren Job liebt, wie sonst fast nichts auf der Welt. Sie spricht gern von den Gästen. Den Gästen, die alles dürfen. Wenn ein Stammgast wünscht, dass das Zimmer vor der Anreise nach FengShui-Regeln umgestellt wird – bitte. Wenn ein Gast möchte, dass eine Limousine seine Lieblingsschuhe aus Mailand abholt – bitte. Wenn ein Gast eine nette Bekanntschaft machen möchte, dann vergisst der Concierge wie zufällig eine Nummer auf dem Tisch. Wenn ein Gast nicht will, dass seine Frau ihn in gewissen Momenten erwischt, dann rennt der Portier mit der Warnung im Kopf die Treppen rauf, während die Ehefrau den Fahrstuhl nimmt. Alles schon passiert. Patrizia kontrolliert alle bereits geputzten Zimmer. Wie ein Adler kreist sie umher, und sieht sie einen Wasserf leck, dann stürzt sie sich auf ihn und poliert ihn zu Tode. Zahlreiche Kontrollen, immer wieder. Hier liegt ein Stift falsch, dort warten nur fünf statt sechs Blatt Briefpapier in der Ledermappe. Hier fällt der Vorhang nicht richtig, dort steht ein Kissen schief. Auch an Patrizia ist alles gerade. Inzwischen ist die Sonne untergegangen. Bald hören wir auf, denn Tageslicht ist für eine gründliche Kontrolle wichtig. Im letzten Zimmer hängt neben der Tür ein Nerzmantel, weiss wie Schnee. Patrizia, die gerade noch mit eine Flasche Reiniger in der Hand in den Raum stürmen wollte, streift den Mantel zufällig mit der Wange. Sie hält an, klemmt die Flasche unter den Arm und legt die Hände auf das Fell. Sie streichelt den Pelz, vergräbt ihr Gesicht darin. Für einen Moment bleibt die Zeit stehen. «Schön weich», sagt sie und sieht auf. Dann ist der Moment vorbei. Später, während der fallende Schnee die Landschaft putzt, packe ich meinen Koffer. Zum ersten Mal in meinem Leben falte ich jedes Kleidungsstück und ordne alles im rechten Winkel zueinander. Wenn ich nach Hause komme, wird mich jeder fragen, ob ich einen reichen Mann abgestaubt habe oder doch nur Möbel.

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POUR LE PL AISIR A MUSE BOUCHE

Trzesniewski in Wien: «Bitte, gerne, gnä’ Frau»

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FOTO: PD

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ie Damen im Nerz sind in der Über- sie in kleinen Bissen, kaut gut und lange und achtet vor alzahl, wie immer am Samstag, denn lem darauf, dass kein Krümel in den Pelz fällt. nirgendwo sonst lässt sich in der Wie- Das Trzesniewski ist eine seltene Wiener Institution, dem ner Innenstadt in voller Pelz-Pracht schrillen Auftritt der meisten Luxus-Imbisstempeln unauf die Schnelle schöner ein Schlück- prätentiös abhold. Zugang findet nur, wer das Lokal kennt, chen trinken und ein Häppchen essen. denn der Eingang lässt sich kaum finden. Dabei liegt das LoAuch wenn es nur mal ein Pfiff ist, ein kal mitten drin, gleich beim Stephansdom und keine zehn Schritte vom berühmten Kaffeehaus Damen-Bierchen aus dem schmalen, Hawelka entfernt. hohen Gläschen, das gerade mal eiEinige Millionen dieser kleinen nen Deziliter fasst. Und das zu jeder Brötchen verkauft das Unternehmen Tageszeit, schon neun Uhr morgens jährlich, und zwar nicht nur hier, im drängen sich die Wienerinnen im Traditionshaus. Mittlerweile verfügt Trzesniewski, denn die Dame von das Stammhaus auch über zahlreiWelt zeigt sich hier gerne und reche Filialen, acht sind es bereits, gelmässig. Und das nicht nur des über ganz Wien verteilt. Und jede Bierchens wegen, dass man dezent Wienerin und jeder Wiener kommt geniessen kann, ohne gleich scheel auch ausserhalb regelmässig in den angeschaut zu werden. Denn hier Genuss der kleinen Brothäppchen. spürt die Wienerin noch ihre Klasse, Denn die Hälfte der Jahresproduktiauch die wenigen Herren tragen edon liefert die Firma per Taxi an ihre les Tuch und rahmengenähte SchuKundschaft: an Vernissagen, Emphe, gelegentlich geben sie sich aber fänge, Verlobungen oder Firmenfeiauch im urbanisierten Jagdgewand ern. oder im Trachtenjanka die Ehre. Und Ein gutes Jahrhundert schon bevor allem geniesst die Wienerin die herrscht das Trzesniewski den WieDistanz zu den Buffetkellnerinnen, die in ihren adretten Schürzen und Damenbier mit Schnittchen ner Brötchenmarkt, mit drei Zentimeter breiten Schnittchen, für die mit Kellnerinnenhäubchen jedem einst der eingewanderte Krakauer Wunsch ein «bitte, gerne, gnädige Francisek Trzesniewski die einfaFrau» hinterher hauchen. chen Aufstriche entwickelt hat. Nur Ein Hauch nur sind auch die Häppgerade drei der insgesamt 21 Aufstrichen, schmale Brotstreifchen, bestriche sind in den vergangenen hundert chen mit gehackten Pfefferoni, LipJahren dazugekommen. tauer, ein paar Paradeiserwürfelchen Trzesniewksi, das ist Wiener Traditioder auch nur mit Ei. Das Brötchen mit dem Matjes ist da schon das exotischste, zusammen mit on, unkopierbar und einzigartig. Was hier allenfalls wechjenem, das mit schwedischem Hering belegt wird. Nicht Ka- selt, sind die Pelze. Oder deren Begleiter. Dominik Flammer viar macht hier die Klasse aus, sondern die Einfachheit der Speise, die man sich in der richtigen Gesellschaft erlaubt. Wie der Kaiser Franz Josef einst, als er von der Bauernwurst schwärmte, die man ihm während einer Reitpause zum Gabelfrühstück servierte. Ach ja, der Kaiser... Satt wird man von den Häppchen nicht, für Männer sind sie TRZESNIEWSKI, DOROTHEERGASSE 1, 1010 WIEN nicht mal eine Mundration, die Wienerin hingegen geniesst WWW.TRZESNIWSKI.AT WOMEN IN BUSINESS · SEPTEMBER 2009 | No.01

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17.08.2009

17:03 Uhr

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Jenny Holzer 1.11.2009 – 24.1.2010 Henri Rousseau 7.2. – 18.4.2010 Jean-Michel Basquiat 9.5. – 5.9.2010

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Baselstrasse 101, 4125 Riehen /Basel, Switzerland, www.beyeler.com

Foto: Todd Eberle

FONDATION BEYELER WOMEN IN BUSINESS · SEPTEMBER 2009 | No.01

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P O R T F O L I O S C H W E I Z U N D F R AU

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Anne Gabriel-Jürgens, Fotografin nne Gabriel-Jürgens ist in Hamburg geboren und machte vor fünf Jahren dort ihr Diplom bei Ute Mahler und anschliessend ihren Master bei Arno Fischer in Berlin. Seit zwei Jahren ist sie Dozentin für Fotografie an der Universität Lüneburg und lebt und arbeitet in der Schweiz und in Deutschland. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit gesellschaftlichen Themen auseinander, die Kontroversen aufzeigen. Das, was zwischen den Dingen ist, wird wichtig, in scheinbar gewohnten Welten. In diesem Portfolio geht es um die Rolle der Frau in der Gesellschaft, insbesondere der Schweizer Frau. Sie fotografierte starke, selbstständige und innovative Schweizerinnen, und setzte sie zu gefundenen oder inszenierten Bildern, die sich mit dem Vergangenen und der Tradition auseinandersetzen. Die Frauen sind alle mit natürlichem Licht und in der von ihnen selbst gewählten Umgebung aufgenommen, meist an Fenstern. www.gabriel-juergens.net

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STINI ARN, EFHA HILTBRUNNER / KÜNSTLERINNEN

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STINA WERENFELS / REGISSEURIN

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Die Kunsthistorikerin Elisabeth Dalucas leitet seit 2003 das KKL in Luzern. 96

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«Einstimmig für Kultur»

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Diese Frau trägt die Grosszügigkeit grosszügig vor sich her. Grosszügig ist, wie sie ihr Büro abschreitet, raumgreifend und einnehmend in jeder Hinsicht; ihr Schritt weiss, wohin er will und weshalb, er ist es, der ihr Ziel denkt und die Richtung lenkt. Und grosszügig lacht ihr Gesicht, sparsam nur in einem, mit Zurückhaltung. TEXT: DANIELE MUSCIONICO FOTO: MARCEL STUDER

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lisabeth Dalucas, die Geschäftsführerin des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL), im Amt seit März 2003, ist grosszügig in Kultur verstrickt. Kultur ist ihr Lebensmittel und ihr Lebensmittelpunkt, seit sie denken kann. Ausgesucht hat sie sich das nicht. Ausser man hätte die Möglichkeit, sich die Eltern zu wählen. Und das wäre durchaus denkbar im Fall der Baslerin in Luzern, im Fall von Elisabeth Dalucas. Denn es scheint, als habe sie sich die Verhältnisse, Ort, Zeit und Familie just so gewählt, dass sie ihr passgenau entsprechen. 1961 in Basel geboren, ihr Vater ist Cellist und Anglist, ihre Mutter die Schwester eines Mannes, der dabei ist, Schweizer Verlagsgeschichte zu schreiben, Peter Schifferli, Gründer des Arche-Verlags. Es ist der Verlag des damals noch umstrittenen Friedrich Dürrenmatt und von Friedrich Glauser. Das Unternehmen ist eine Familienangelegenheit, und Elisabeths Mutter, Mathilde Widmer, geborene Schifferli, wirkt beim Auf bau ebenso tatkräftig mit wie Elisabeths Pate und zweiter Onkel neben Peter, Camille Schifferli, und ebenso beherzt wie die Grosseltern mütterlicherseits, Fritz und Maria Schifferli-Becker. Die

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Geschicke des Verlags sind Gesprächsthema bei Tisch, die Begegnung mit Autoren Alltag, der Umgang mit Literatur und Musik, der regelmässige Opernbesuch Selbstverständlichkeit. Elisabeth Dalucas absolviert im ArcheVerlag ihre ersten Praktika, sie durchwandert das Verlagshaus vom Lager bis zum Lektorat.

Grenzerfahrungen in Basel Basel ist in Kunstanliegen stets eine aussergewöhnliche Stadt gewesen: 1967 votierte die Bevölkerung in einer Volksabstimmung für den Kauf von zwei Picasso-Bildern, weltweit ein einzigartiger Vorgang. Picasso verfolgte den Abstimmungskampf und schenkte der Stadt aus Freude über den positiven Ausgang vier bedeutende Bilder. Elisabeth Dalucas wächst in Basel der 70er-Jahre auf, eine Zeit öffentlicher kulturpolitischer Debatten und kultureller Innovationen. Am Basler Theater sorgen Werner Düggelin für Aufsehen und ein gewisser Heinz Spoerli, Chefchoreograf und Ballettdirektor. Düggelin, ein FC Basel-Fan, bringt Karl Odermatt ans Theater. Sport und Kultur in derselben Loge? Irritierende Grenzverwischungen und Grenzerfahrungen für einen jungen Menschen. In der Kunsthalle wirkt Jean-Christophe Ammann, ein ehe-

maliger Mitarbeiter von Harald Szeemann. Ammann propagiert, dass die Kunst ihre Substanz aus der Erforschung des Selbst und aus dem Denken der Gegenwart beziehen müsse – provozierende Äusserungen, wegweisend für Elisabeth Dalucas. Sie will Innenarchitektin werden und studiert an der ETH Zürich Architektur. Adolf Max Vogt weckt ihr Interesse für Architekturtheorie und Architekturgeschichte. Doch die ETH scheint bald zu eng: Um ihren persönlichen Spielraum zu erweitern, wechselt sie an die Universität Zürich und belegt Kunstgeschichte und Philosophie. Nun wird Kunstphilosophie ihr Interessensgebiet. Und es wird ihr bald klar, dass die Kulturvermittlung ihr weiterer Weg sein würde. Studienbegleitende Jobs machen sie mit der PR bekannt, Dalucas arbeitet beim Schweizerischen Bankverein als Verantwortliche des «Damenprogramms». Sie hat die Aufgabe, die Begleiterinnen der SBV-Konferenzteilnehmer mit einer kulturellen Tour de Suisse bei Laune zu halten. Fünf Jahre bleibt sie dem Bankverein treu, begleitet Veranstaltungen zu Anfang als Hostess, am Ende organisiert sie ganze Firmenkongresse. Nach dem Studium will die lizensierte Kunsthistorikerin ihren kommunika-

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tiven Bereich theoretisch untermauern und beginnt ein Nachdiplomstudium an der HSG St. Gallen, Kommunikation und Management, ein Intensivstudium. Sie wird Kommunikationsbeauftragte der ETH Zürich, eine gleichfalls intensive Tätigkeit während dreier Jahre. Sie publiziert, kuratiert und baut Privatsammlungen auf, beispielsweise jene der Privatbank Maerki Baumann & Co. All das befähigt sie, 1999 bis 2003 das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zu leiten. Sie hat den Auftrag, das Haus aus dem Dornröschenschlaf zu führen, eine zeitgemässe Struktur für das Museum zu konzipieren – und, als Kulturbeauftragte der Stadt Schaffhausen, gemeinsam mit dem kantonalen Kulturbeauftragten das erste Kulturkonzept für Stadt und Kanton vorzubereiten. Als das Museum zu Allerheiligen nach vier Jahren die Konsolidierungsphase einleiten kann, bewirbt sich Dalucas als CEO des KKL in Luzern. Sie sticht 290 Mitbewerbende aus und wird von der Findungskommission einstimmig gewählt. Frau Dalucas, Sie haben als CEO des KKL Luzern Zeit Ihrer Direktion stets schwarze Zahlen geschrieben, man lobte Sie allenthalben als grosses kommunikatives und ökonomisches Talent. 2009 sieht es anders aus. Was haben Sie falsch gemacht? Das KKL Luzern ist zum heutigen Zeitpunkt auf Kurs, wir gehen per Ende Jahr von einer schwarzen Null aus. Allerdings korreliert die Entwicklung der Umsätze teilweise mit der Finanzkrise. Einzelne Veranstalter, beispielsweise aus der Autozulieferbranche, der Textilindustrie oder auch aus dem Bankensektor, mussten absagen oder verschieben. Im Konzertbereich wurden vereinzelt Konzerte storniert, die im Gegensatz zu etablierten Veranstaltungen eher Mühe haben, sich beim Publikum und bei Sponsoren zu behaupten. Und Ihre Gäste trinken nun Wasser statt Wein? Das Publikum verhält sich in der Tat bescheidener. So ist der Konsum von Champagner deutlich zurückgegangen,

Dalucas: «Da sitze ich, seit ich Kind bin, staunend in den Rängen, und bin begeistert»

im ersten halben Jahr um etwa dreissig Prozent. In der Gastronomie erleiden wir generell Umsatzeinbussen, und das bedeutet auch einen Margenverlust. Wie reagieren Sie darauf? Wir versuchen, den Aufwand zu reduzieren, dort, wo es die Kunden möglichst nicht tangiert. Im Juli haben wir mit einem personellen Mindestbestand gearbeitet. Wir forderten die Mitarbeitenden auf, ihre Überzeiten und Ferienguthaben gezielt abzubauen. In der Seebar haben wir die Öffnungszeiten freitags und samstags um eine Stunde

reduziert. Und das Restaurant RED hielten wir während des «Blue Balls»Festivals zum ersten Mal geschlossen. Gilt diese Defensivstrategie auch für das Kulturprogramm? Wir sind sicher vorsichtiger in der Akquisition von neuen Veranstaltungen und suchen tendenziell die sichere Seite. Neues und Innovatives hatten wir aber schon immer im Programm und möchten dies wenn immer möglich weiter pf legen! Zum Beispiel veranstalten wir im Oktober ein Konzert mit einer noch weniger bekannten ›››

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jungen Schweizerin, Barbara Balzan, die zum ersten Mal im KKL Luzern gemeinsam mit dem Trompeter Paolo Fresu auftreten wird. Und neu mit Migros-Kulturprozent-Jazz, die das Konzert mitträgt, bringen wir erstmalig das Overtone Quartet in die Schweiz. Als Vorgruppe mit dabei ist die Schweizer Band tré. Eine Krise böte Gelegenheit, übernommene Werte in Frage zu stellen. Hätte die Kultur da nicht die Aufgabe, eine Debatte anzuregen? Es gibt das berühmte Beispiel aus Srebrenica. Während des Bosnien-Krieges, sagt man, hat die Musik die Menschen aufrechterhalten. So gesehen stellt sich natürlich die Frage: «Was ist eine Krise»? Wir klagen in der Schweiz auf hohem Niveau, und doch hoffe ich, dass die Wirtschaftslage Anlass ist, sich wieder vermehrt um Inhalte zu kümmern. Zum Beispiel um die Frage, was wirklich wertvoll ist. Ist es für mich wertvoll, an der Börse zu spekulieren, oder wertvoll, ein Konzert zu hören? An der Börse steht ein monetärer Gewinn in Aussicht. Was gewinne ich in einem Konzert? Aus meiner Sicht regt Musik zu einer inneren Auseinandersetzung an, sie bewegt. Man kann Position beziehen, begeistert sein oder auch nicht. Sich zu reiben ist eine der grossen Chancen der Kultur. Sind Manager, die ins Konzert gehen, bessere Menschen? Wieso sollten sie? Weil der Volksmund hoffentlich Recht hat: «Wo man singt, da lasst dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder…» Das kann ich nicht beurteilen. Es gibt kulturinteressierte Menschen, die sich aktiv darum bemühen, ins Konzert zu gehen, und es gibt andere, die sich zum Beispiel für Sport interessieren… Sie setzen die Begeisterung für Sport der Begeisterung für Musik gleich? Es stehen andere innere Interessen dahinter, aber der Enthusiasmus ist durchaus vergleichbar.

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«Sich zu reiben ist eine der grossen Chancen der Kultur»

Was ist für Sie der Wert der Musik? Die Oper zum Beispiel begeistert mich in ihrer Gesamtheit aus Bild, Ton, Komposition und Inszenierung. Da sitze ich, seit ich Kind bin, staunend in den Rängen und bin begeistert. Wozu hat Sie der Umgang mit Musik befähigt? Sie regt mich an, Widerstände, aber auch Zuspruch zu spüren: Was macht jetzt gerade die Geige, welche Sprünge leistet das Piano? Ob ich nun ein Bild sehe, ein Buch lese oder Musik höre, ich setze mich dabei immer auch mit meinem eigenen Leben und mit meinen Werten auseinander. So kann es schon passieren, dass ich im Konzert sitze, die Gedanken weiter f liessen und ich ein Managementproblem, das ich mit mir herumtrage, innerlich lösen kann. Was bedeutet für Sie Kultur? Ich habe einen sehr weiten Kulturbegriff. Für mich ist jegliche Hervorbringung ausserhalb des routinemässigen Alltags, die dem Einzelnen und, das ist wichtig, gleichzeitig der Gemeinschaft eine positive Entwicklungschance bietet, eine kulturelle Äusserung. Auch wenn jemand ein Essen sehr schön zubereitet, hat das für mich einen kulturellen Wert. Nicht dass das einem künstlerischen Anspruch genügen würde, das behaupte ich nicht, aber es stellt eine kulturelle Leistung dar.

Inwiefern ist Kultur wichtig für eine Gesellschaft? Kultur hilft der Gesellschaft, sich permanent zu erneuern. Menschen bleiben im Gespräch durch Kultur, weil sie sich mit dem Anderen, Ungewohnten, vielleicht Schwierigen auseinandersetzen müssen. Kultur dynamisiert den gesellschaftlichen Diskurs. Gegenwärtig sind allerdings die drohenden roten Zahlen intensiver im Diskurs als die kulturellen Inhalte Ihres Hauses. Haben Sie es versäumt, auf dem Höhepunkt abzutreten? Es ist mein Ziel, dass der Diskurs im KKL Luzern stets einer aus der Gesamtperspektive ist und sowohl betriebswirtschaftliche wie auch kulturelle Aspekte umfasst. Gleichzeitig haben wir per 1. Juli eine neue Geschäftsleitung sowie eine neue Organisation etabliert. Die Strukturierungsphase ist weitgehend abgeschlossen, nun folgt eine Phase der Integration. In dieser Phase der Neuaufstellung wäre es der falsche Zeitpunkt, ein Unternehmen zu verlassen. Sicher, man könnte sagen, man geht auf dem finanziellen Höhepunkt. Aber ich fühle mich verantwortlich für das Unternehmen und die Mitarbeitenden. Deshalb möchte ich ein Unternehmen frühestens dann in neue Hände legen, wenn meine Nachfolge attraktive Bedingungen für die Weiterentwicklung vorfindet. Aber Sie haben gewiss einen Zeitplan? Nein, ich fühle mich zurzeit am richtigen Ort und sehe keinen Grund, einen persönlichen Zeitplan zu erstellen. Keine Karriereplanung? Nein, für mich war immer wichtig, das tun zu können, was mich interessiert hat. Und was interessiert Sie an dieser Institution? Sie bietet die Möglichkeit, Kultur in allen ihren Facetten nahe am täglichen Geschehen zu erleben. Konkret heisst das was? Das KKL Luzern hat nicht den Tempelcharakter, den ein Museum manchmal haben kann. Mich fasziniert, dass ›››

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hier die Kultur im Leben steht, es gibt Kongresse, aber genauso Konzerte und Kulinarisches. Oder, ich könnte auch sagen: Ich habe hier einen sechseinhalbjährigen Schnellkursus in Gastronomie gemacht und dabei viel gelernt…

«Mich interessiert Hierarchie nicht, mich interessieren die Inhalte.»

Was ausser Kochen? Gekocht habe ich vorher schon gerne, aber ich bin jemand, der vom Grossen ins Kleine geht. Die Gastronomie hat jedoch einen Wahlspruch: Man fängt jeden Tag neu an. Diese ganz andere Herangehensweise war für jemanden wie mich, die eher strategisch und langfristig denkt, herausfordernd. Eine Weiterbildung in Gastronomie als Leadership Empowerment Training also. Sie haben sich auch jahrelang in Kommunikationspsychologie ausbilden lassen. Mit welcher Einsicht? Das Essentiellste war für mich die Selbstklärung, sich klar zu sein darüber, was man selber beitragen kann und was nicht. Die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen... Also, bitte: Wo liegen Ihre Stärken? Die liegen im Dialog, in der Fähigkeit, mit Menschen zusammen etwas zu bewegen. Menschen zu motivieren, sich einzubringen und mitzugestalten. Und gewiss ist mein Qualitätsanspruch eine meiner Stärken. Und Ihre Schwächen? Für Mitarbeitende ist mein Veränderungswille, mein Drang, vorwärts zu gehen und zu entwickeln sicher nicht immer einfach. Was tun Sie gegen Ihren übergrossen Veränderungswillen? Da hilft nur Selbstbeherrschung und Selbstkritik. Dieses Jahr beispielsweise habe ich mir klar auferlegt, dass es ein Jahr der Konsolidierung und der Integration sein soll. Wir stellen uns marktorientiert neu auf, und das ist das Thema. Und es ist nicht das Thema, schon wieder etwas Neues anzugehen. Mit wem diskutieren Sie solche selbstreflexiven Prozesse?

eher in KMUs oder als selbständig Erwerbende. In grossen Corporates sind Frauen in Führungspositionen noch immer eher selten, und wenn, dann sind es eher Frauen aus dem angelsächsischen oder skandinavischen Raum. Allerdings kann ich gut verstehen, wenn sich Frauen nicht in grosse Hierarchien einreihen möchten, sondern lieber etwas selbst gestalten wollen. Wie halten Sie es mit der Hierarchie? Mich interessiert Hierarchie nicht wirklich, mich interessieren die Inhalte.

Sicher mit meinem Mann, er ist mein Sounding board. Aber auch mit meinem Vorgesetzten, Hans-Peter Aebi, Präsident des Stiftungs- und Verwaltungsrates und mit unserem Strategieberater, der auch mein Coach ist. Gibt es auch Frauen in diesem beratenden Netz? Eher weniger. Und wenn, dann situativ und nicht kontinuerlich. Wichtig ist sicher meine beste Freundin aus Kindheitstagen. Sie ist Buchhändlerin und inspiriert mich mit ihrer grossen Belesenheit. Also keine weiblichen Leaders auf Managementebene im KKL Luzern? Auf Stufe der Abteilungsleiterinnen haben wir relativ viele Frauen, die wir spezifisch gefördert haben. Ein aktiver Austausch mit allen Führungskräften, ob männlich oder weiblich, ist für die Entwicklung des Unternehmens im Sinne von Leadership aber absolut wichtig. Hatten Sie als Frau in Sachen Leadership weibliche Vorbilder? Nein. Dieses Nein klingt entschieden. Meine männlichen Vorgesetzten und meine Professoren an der Universität waren durchaus Vorbilder, aber es gab da kaum Frauen. Heute gibt es natürlich viel mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen, allerdings

Das kann man einfach sagen, wenn man oben ist. Hierarchie steht für mich wirklich nicht im Vordergrund. Mich interessiert die fachliche Kompetenz, und das kann jemand ohne Berufsbildung, der einen guten Job macht und menschlich integer ist, genauso wie jemand mit Studium in einer Geschäftsleitungsposition. Auch Sie sind eine Quereinsteigerin. Im KKL Luzern ist es relativ typisch, dass viele Mitarbeitende, mich eingeschlossen, Generalisten sind. Es gibt keine typische Berufslauf bahn für eine Tätigkeit im KKL Luzern. Der Leiter Operations beispielsweise hat internationale Beziehungen studiert. Das Entscheidende für mich ist der Wille, etwas gestalten zu wollen. Ich hatte immer wieder die Chance, Menschen zu befördern und Ihnen mehr zuzutrauen, als sie im Moment vielleicht können. Zu sehen, wie jemand an seiner Aufgabe wächst, ja über sich hinauswächst, das ist für mich als Vorgesetzte das schönste Erlebnis. Ich bin in solchen Situationen immer wieder richtig gerührt. Was wünschen Sie sich, dass Ihre Mitarbeiter über Sie als Chefin sagen? Dass sie mich für glaubwürdig halten. Und wenn Sie über mich sagen: Sie kann mich motivieren. Was erwarten Sie von sich selbst an der Spitze des KKL Luzern? Es wäre schön, wenn es mir gelingt, den Menschen die Türen zu öff- ›››

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nen; nicht nur in dieses Haus, sondern auch hin zu etwas, was sie noch nicht kennen, zu ungewohnten Klängen, beispielsweise. Zu Erlebnissen und Begegnungen, die sie vielleicht ablehnen, denen sie vielleicht aber nach ihrem Besuch zustimmen oder sich zumindest dafür interessieren. Ihr Glaube an die vermittelnde Position, ihr Selbstverständnis als Heiratsvermittlerin zwischen Publikum und Kultur ist unerschütterlich. Der Diskurs über kulturelle Inhalte gehört zur Tradition meiner Familien. Das Gespräch am Tisch, die Auseinandersetzung mit kulturellen Themen ist Teil unseres Lebens. Zum Beispiel die Gespräche über Architektur und Landschaft mit meinem Mann, das Cello meines Vaters oder die Begegnungen mit Autoren aus dem Verlag meines Onkels. Ich erinnere mich gut an ein von Varlin gemaltes Porträt im Empfangsraum des Arche-Verlages. Als dann Dürrenmatt eines Tages tatsächlich vor mir stand, dieser grosse, schwere Mann, war das für mich als kleines Mädchen doch sehr beeindruckend. Das Aufwachsen in einem solchen Milieu ist ein Glück. Sicher, das ist eine Riesenchance. Aber auch das Milieu in meiner Heimatstadt Basel hat mich geprägt: Man hat in der Stadt öffentlich über Kunst diskutiert. Zum Beispiel in der Angelegenheit der Picasso-Ankäufe. Leider wird dieser öffentliche Diskurs heute weniger geführt. Wo haben Sie das Vertrauen in Ihr Geschmacksurteil in Sachen Kultur das erste Mal wahrgenommen? Zum Beispiel als ich das erste Mal Grafiken von James Turrell an der Art Basel gesehen habe. Turrell war um 1980 in der Schweiz wenig bekannt, aber ich war überzeugt: Das ist innovativ! Ich wollte unbedingt ein Werk kaufen, aber mit Blick auf mein studentisches Konto sah ich ein, dass ich mir das nicht leisten konnte. Und das bedaure ich noch heute, denn damals war Turrell vergleichsweise günstig. Seine Arbeiten sind bis heute beeindruckend.

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Die Courage der Frauen Die Leistung der Frauen in der Kunst und in der Kultur sind unsichtbar und diskret. Das müsste nicht so sein. Keine Trompete wird geblasen, keine Fahne hochgezogen, und doch ist es ein historischer Moment: Zum ersten Mal in der Geschichte des Schauspielhauses Zürich steht am 17. September eine Frau an der Spitze des grössten Schweizer Sprechtheaters, Barbara Frey. Sie führt das Haus, an dem Therese Giehse 1941 erstmals «Mutter Courage» spielte, allen anderen Theater hatten sich geweigert, den Stoff aufzuführen. Frey ist wie die Giehse eine Avantgardistin, doch hoffentlich mit mehr Erfolg als ihre längst ad acta gelegte andere Vorgängerin, die Stuttgarter Dramatikerin und Schauspielerin Charlotte Bircher-Pfeiffer. Die Schriftstellerin leitete ab 1837 das Zürcher Stadttheater, war allein erziehende Mutter einer kleinen Tochter, doch bereits 1843 derart zermürbt von der finanziellen Lage des Hauses und der mangelnden Unterstützung durch die Stadtväter, dass sie demissionierte. Kurze Zeit später berief man Bircher-Pfeiffer an die Königliche Oper unter den Linden in Berlin. Sie war eine grosse Künstlerin, womöglich zu gross für das Zürich des 19. Jahrhunderts. Auch wenn der historische Fall anderes vermuten lässt und der Fall Frey sich noch beweisen muss, im Kulturbereich sind Frauen die wesentlichen Initiatorinnen und Mentorinnen progressiver Leistungen. Als Intendantinnen oder Dirigentinnen stehen sie nicht selten allein, doch in der bildenden Kunst haben sie längst die Führerschaft in Händen. Als Museumsdirektorinnen - wenn auch noch nicht von grossen Häusern –, doch von innovativen Kunsthallen und als

Kuratorinnen beweisen sie den Mut, der Zukunft verspricht. Sie sind die Anwältinnen der Ränder und der Subkultur, in der sich die Kunst immer wieder erneuert und neu erfindet. Und in keinem Umfeld sind ihre Aufstiegschancen so gross wie im Bereich der bildenden Kunst. Weshalb? Weil der persönliche Einsatz äusserst hoch, der Prestigegewinn aber äusserst niedrig ist? Die Leistung der Frauen in der Kunst und der Kultur ist unsichtbar, diskret, öffentlich wenig bekannt, Statistiken existieren nicht, anders als beispielsweise in Deutschland. Und das hat seine Gründe. Kunst und Kultur ist aus volkswirtschaftlicher Sicht kein Faktor, der in ökonomischen Verwertungszusammenhängen gedacht wird und hinsichtlich Wertschöpfung relevant scheint. Ein Irrtum, keine Frage. Soll man auf ein neues Phänomen hoffen? Die Begriffe Kultur- und Kreativwirtschaft sind dabei, den allgemeinen Sprachgebrauch zu besetzen. Im Gegensatz zu Kulturfrauen wissen Wirtschaftsfrauen längst, wie und wo sie Prestigezuwachs und Sichtbarkeit erreichen. Sie organisieren Mentoring-Programme für weibliche Nachwuchskräfte und lassen sich von wirtschaftlichen Spitzenkräften coachen, Verwaltungsratspräsidenten, CEOs und Bundesräten. Ein möglicher Weg auch in der Kunst und Kultur? Nicht solange die Protagonistinnen daran festhalten, dass es keine Brücke zwischen Geld und Geist geben kann. Erst dann kann man ihnen wünschen: Träumt keine kleinen Träume, träumt einen grossen! dm

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Von der Strumpfstickerin zur Strickerkönigin

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ass Frauen Strümpfe stricken konnten, ler Jsaac William Lamb erfunden hatte. Zimmerli zieht zu daran zweifelte zu Lebzeiten von Ida ihrem Stiefsohn nach Basel, beschäftigt sich dort mit der Pauline Zimmerli-Bäurlin wohl nie- neuen Maschine und kehrt damit in die heimische Stube mand. Und auch nicht daran, dass Not zurück. Dort beginnt sie, Strümpfe in Serie zu stricken, erfinderisch macht, was die Frauen auf vorerst allerdings noch mit einer handbetriebenen Maden Schweizer Alpen, den Bauernhöfen schine. Die Nachfrage wächst stetig, so dass Zimmerli bald und selbst in den Städten in Krisen- drei weitere Maschinen anschafft. zeiten doch schon während Jahrhunderten unter Beweis Die Heimarbeiterin expandierte jedoch rasch und entwickelte gar eigene Pläne für eine neue gestellt hatten. Ihre Erfahrung als Strickmaschine, die sie bei Lambs Handarbeitslehrerin und ihre famiFirma in England entwickeln liess. liär bedingte Fähigkeit, in der Not Und dies mit viel Erfolg: Ihre neue zu handeln, machte die Aargauerin Flachstrickmaschine ermöglichte es, unter den Schweizer Frauen dennoch elastische Strickwaren mit Rippzu einer Ausnahmeerscheinung. Sie muster zu fertigen. Damit schuf die dürfte die erste Schweizerin gewesen innovative Unternehmerin gar den sein, die einen ganzen Industriezweig Begriff der «Swiss ribbed goods», initiierte und wesentlich prägen sollohne den so manche behaarte Mänte. Und eine der wenigen Frauen, die nerbrust unter dem gerippten Unin der Literatur der Schweizer Wirtterleibchen wohl nie zur Geltung schaftsgeschichte überhaupt Einzug gekommen wäre. Mit Hilfe ihrer gefunden hat. Ida Pauline ZimmerliSchwestern und ihrer beiden Söhne Bäurlin wurde bereits in den 60erOscar und Adolf entstand aus dem Jahren des 19. Jahrhunderts zur Kleinunternehmen ein veritabler FaBegründerin der modernen schweimilienbetrieb und vor allem ein zerischen Stickerei-Industrie. ganzer Wirtschaftszweig. AngestellBegonnen hatte alles mit der Tageste und ehemalige Partner machten leistung von einem guten Dutzend sich reihenweise selbständig und feingarniger Strümpfe, einer ReZimmerli-Bäurlin: gründeten eigene Unternehmen. Vor kordleistung, brachte es doch eine Erfinderin der «Swiss allem im Aargau und im Kanton erfahrene Handstrickerin zu jener Basel-Land, aber auch in Zürich und Zeit pro Tag gerade mal auf einen ripped goods» in Bern entstanden so rund ein Dutoder zwei Strümpfe. Nach dem früzend direkte Konkurrenten, die sich hen Tod des Vaters wächst Ida Pauwenig um die Patente kümmerten. line Zimmerli-Bäurlin zusammen Überlebt haben davon jedoch die wemit acht Geschwistern bei ihrer nigsten, derweil «Zimmerli of SwitMutter auf und brachte es trotz materieller Not zur Handarbeitslehrerin. Mit 30 Jahren zerland» auch gut eineinhalb Jahrhunderte später noch imheiratet sie den Aarburger Wittwer und Rotfärber Jo- mer ein blühendes und erst noch kultiges Unternehmen ist. hann Jakob Zimmerli und kümmert sich in den Jahren Ida Pauline Zimmerli-Bäurlin zog sich mit sechzig Jahren darauf nicht nur um ihren zweiten Sohn Oscar, sondern aus dem Geschäft zurück und überliess dieses ihren Söhauch noch um die sechs Kinder ihres Mannes. Ihr Mann nen. Socken brauchte sie keine mehr zu stricken und Not hatte geschäftlich wenig Geschick und ging mit seiner hatte ihre Familie auch nicht mehr zu leiden. Sie starb 1914 Färberei Konkurs. Zumindest jedoch regte er seine Frau hochbetagt in Brugg. während der Zeitungslektüre an, sich doch eine neue Strickmaschine anzuschauen, die der englische Entwick- Dominik Flammer

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