

DerBriefdesAristeas
EINFÜHRUNG
ImBriefdesAristeas,einemderbedeutendstenund ältestenFundedieserSammlung,habenwireinenlangen WegvonAdamundEva,einenlangenWegvonder SintflutzurückgelegtDieserTextschildertdie WiderstandsfähigkeitderMenschheit,diedieErdeneu bevölkerthatundderenmächtigeNationeninPrachtund Glanzleben
HierlesenSievondemerstengroßenBibliophilen–PtolemaiosPhiladelphosErwollteinseinerBibliothekin Alexandria„alleBücherderWelt“sammeln.Schließlich, inseinemEifer,einbedeutendesWerk–diejüdischen Gesetze–zuerwerben,tauschteer100000Gefangene gegendiesesBucheinDiesistvermutlichderhöchste Preis,derjemalsfüreineinzelnesWerkgezahltwurde.Er lieferteinenungewöhnlichenGrundfürdasEndeder GroßenGefangenschaft
DieEreignissedieserErzählungfandenwährendder LebenszeitderberühmtenKöniginArsinoestatt,die270v. Chr.starb.DasgenaueEntstehungsdatumistungewiss.
DieDetailsdesHoflebensunddieDiskussionenüberdie gesellschaftlichenProblemederZeitsindvongrößtem InteresseundwerdenlebendiggeschildertEsist heutzutageeineungewöhnlicheEntdeckung,denKönig undseineGästewährendihresBankettsbeieinemFrageAntwort-Spielzubeobachten
DieStrukturdiesesfesselndenWerkesistwiefolgt: 1WidmungdesBuchesanPhilokrates 2.VorbereitendeMaßnahmen: (a)DerVorschlagdesBibliothekars,diejüdischen GefangenenimAustauschgegeneinBuchfreizulassen b)DieEmanzipation.
(c)DerBriefdesPhiladelphusanEleazar d)DieAntwort
(e)DieNamenderMitgliederdesKomitees,dasmitder ÜbersetzungdesBuchesbeauftragtist
3.BeschreibungderköniglichenGeschenke: (a)DerTisch(wahrscheinlichdasaufwendigste Möbelstück,dasjehergestelltwurde) b)DieanderenGeschenke. 4BeschreibungvonJerusalem (a)DerTempel(unddasWasserversorgungssystem) b)DieZeremonie.
(c)DieZitadelle (d)DieStadt (e)DieländlicheGegend. 5EleazarsAbschied 6EleazarsErklärungdesGesetzes(diesisttiefeWeisheit) 7.DerEmpfang.
8DasBankett(72FragenundAntworten) 9DieÜbersetzungdesBuches
KAPITEL1
ZurZeitderjüdischenGefangenschaftinÄgyptenerweist sichPtolemaiosPhiladelphosalserstergroßer BücherliebhaberErwünschtsich,alleBücherderWeltin seinerBibliothekzuhaben;umdieGesetzedesMosezu erhalten,bieteter100000GefangeneimTauschgegen diesesWerkanundruftaus:„Dasistwahrlicheinkleines Geschenk!“
1DaichMaterialfüreinendenkwürdigenBerichtüber meinenBesuchbeiEleasar,demHohepriesterderJuden, gesammelthabeunddadu,Philokrates,wiedumichbei jederGelegenheitdaranerinnerst,großenWertdarauflegst, einenBerichtüberdieMotiveunddenZweckmeiner Missionzuerhalten,habeichversucht,direineklare DarstellungderAngelegenheitzugeben,dennicherkenne, dassdueinenatürlicheLiebezumLernenbesitzt,eine Eigenschaft,diederhöchsteBesitzdesMenschenist–ständigdanachzustreben,seinenWissensschatzundseine Erwerbungenzumehren,seiesdurchdasStudiumder GeschichteoderdurchdietatsächlicheTeilnahmeanden Ereignissenselbst
2AufdieseWeise,indemsiedieedelstenElementeinsich aufnimmt,wirddieSeelezurReinheitgefestigt,und nachdemsieihrZielaufdieFrömmigkeit,dasedelstealler Ziele,gerichtethat,benutztsiediesealsihrenunfehlbaren RichtschnurunderlangtsoeinenbestimmtenZweck
3MeineHingabeandasStrebennachreligiösemWissen veranlasstemich,dieGesandtschaftzudemMannzu unternehmen,denicherwähnthabeErwurdevonseinen eigenenBürgernundauchvonanderenwegenseiner TugendundseinerMajestätinhöchstemAnsehengehalten undbesaßDokumentevonhöchstemWertfürdieJudenin seinemeigenenLandundinfremdenLändernzur AuslegungdesgöttlichenGesetzes,dennihreGesetzesind aufLederpergamenteninjüdischenSchriftzeichen geschrieben
4DieseGesandtschaftunternahmichalsomit Begeisterung,nachdemichzuvordieGelegenheit gefundenhatte,beimKönigfürdiejüdischenGefangenen zubitten,dievondemVaterdesKönigsausJudäanach Ägyptenverschlepptwordenwaren,alserdieseStadtzum erstenMalinBesitznahmunddasLandÄgypteneroberte 5Eslohntsich,dassicheuchauchdieseGeschichte erzähle,dennichbinüberzeugt,dassihr,miteurer
NeigungzurHeiligkeitundeuremMitgefühlfürMenschen, dienachdemheiligenGesetzleben,demBericht,denich euchnunvortragenwerde,umsobereitwilligerzuhören werdet,daihrselbsterstkürzlichvonderInselzuuns gekommenseidundbegierigdaraufseid,alleszuhören, wasdazubeiträgt,dieSeeleaufzubauen
6AuchbeieinerfrüherenGelegenheithabeichIhneneinen BerichtüberdieTatsachenzukommenlassen,dieichüber dasjüdischeVolkfürberichtenswerthielt–einenBericht, denichvondengelehrtestenHohepriesterndes gelehrtestenLandesÄgyptenerhaltenhatte
7Dadusobegierigdaraufbist,WissenüberDingezu erlangen,diedemGeistnützenkönnen,seheichesals meinePflichtan,diralleInformationenzukommenzu lassen,diemirzurVerfügungstehen
8IchmüsstediegleichePflichtgegenüberallenempfinden, diediegleicheGesinnunghätten,aberichempfindesie besondersgegenüberdir,dadusoedleBestrebungenhast unddadunichtnurmeinemCharakter,sondernauch meinemBlutsverwandtenbist,sondernauchmitmirim StrebennachdemGuteneinsbist
9DennwederdieFreudeamGoldnochanirgendeinem anderenBesitz,dervonoberflächlichenGemütern geschätztwird,bringtdenselbenNutzenwiedasStreben nachKulturunddasStudium,daswirzuihrerErlangung aufwenden
10Damiticheuchabernichtmiteinerallzulangen Einleitunglangweile,kommeichgleichzumeigentlichen ThemameinerErzählung
11DemetriusvonPhaleron,derLeiterderköniglichen Bibliothek,erhielteineriesigeGeldsumme,umsoviele BücherwiemöglichaufderganzenWelt zusammenzutragen
12DurchAnkaufundAbschriftführteernachbesten KräftendenWillendesKönigsaus
13Einmal,alsichanwesendwar,wurdeergefragt:„Wie vieletausendBücherbefindensichinderBibliothek?“Er antwortete:„Mehralszweihunderttausend,oKönig,und ichwerdemichinKürzebemühen,auchdierestlichen zusammenzutragen,sodassdieGesamtzahl fünfhunderttausenderreichtwirdMansagtmir,die GesetzederJudenseieneswert,niedergeschriebenzu werdenundverdienteneinenPlatzindeinerBibliothek!“
14»Washinderteuchdaran?«,erwidertederKönig»Alles NotwendigestehteuchzurVerfügung!«
15»Siemüssenübersetztwerden«,antworteteDemetrius, »dennimLandderJudenbenutztmaneinbesonderes Alphabet(genausowiedieÄgypteraucheinebesondere FormvonBuchstabenhaben)undsprichteinenbesonderen Dialekt«
16EigentlichsolltensiediesyrischeSprachesprechen, aberdasistnichtderFall;ihreSpracheistganzanders.
17AlsderKönigdieganzeSachlagekannte,befahler, einenBriefandenjüdischenHohepriesterzuschreiben, damitseinVorhaben(dasbereitsbeschriebenwordenwar) verwirklichtwürde
18DaichderMeinungwar,dassdieZeitgekommensei, dieForderung,dieichschonoftanSosibiusvonTarent undAndreas,denOberstenderLeibwache,gerichtethatte, aufrechtzuerhalten,nämlichdieFreilassungderJuden,die derVaterdesKönigsausJudäahattedeportierenlassen–dennalserdurcheineKombinationausGlückundMut
seinenAngriffaufdasgesamteGebietvonKoilesyrienund PhönizienerfolgreichabgeschlossenunddabeidasLand terrorisiertundunterworfenhatte,hatteereinigeseiner Feindedeportiertundanderegefangengenommen.
19DieZahlderer,dieerausdemLandderJudennach Ägyptenführte,betrugnichtwenigeralshunderttausend 20Vondiesenbewaffneteerdreißigtausendauserwählte MännerundsiedeltesieinGarnisonenindenländlichen Bezirkenan
21(SchonzuvorwarenzahlreicheJudenmitdenPersern nachÄgyptengekommen,undineinerfrüherenZeitwaren nochanderenachÄgyptengeschicktworden,um PsammetichosinseinemFeldzuggegendenKönigder ÄthiopierzuunterstützenDochdiesewarenbeiWeitem nichtsozahlreichwiedieGefangenen,diePtolemaios,der SohndesLagus,nachÄgyptenführte.)
22Wieichbereitsgesagthabe,wähltePtolemäusdie Bestenunterihnenaus,dieMännerinderBlüteihres Lebens,diesichdurchihrenMutauszeichneten,und bewaffnetesie;diegroßeMassederanderenaber, diejenigen,diezualtoderzujungfürdiesenZweckwaren, undauchdieFrauen,machteersklaven,nichtetwa,weiler diesausfreiemWillentunwollte,sondernweilseine Soldatenihndazuzwangen,dasiesiealsBelohnungfür ihreimKrieggeleistetenDienstebeanspruchten.
23Nachdemich,wiebereitserwähnt,Gelegenheiterhalten hatte,ihreFreilassungzuerwirken,wandteichmichmit folgendenArgumentenandenKönig:„Lasstunsnichtso unvernünftigseinundzulassen,dassunsereTatenunseren Wortenwidersprechen“
24DadasGesetz,daswirnichtnurabschreiben,sondern auchübersetzenwollen,demgesamtenjüdischenVolk gehört,welcheRechtfertigungkönnenwirfürunsere Gesandtschaftfinden,solangesovielevonihnenineurem KönigreichinderSklavereileben?
25IndeinervollkommenenundreichenBarmherzigkeit befreiediejenigen,dieinsolchelenderKnechtschaft gehaltenwerden;denn,wieichmühsamherausgefunden habe,istderGott,derihnenihrGesetzgab,derGott,der deinReicherhält.
26SieverehrendenselbenGott,denHerrnundSchöpfer desUniversums,wiealleanderenMenschen,wieauchwir selbst,oKönig,obwohlwirihnmitverschiedenenNamen nennen,wieZeus1oderDis
27DieserNamewurdeihmvonunserenerstenVorfahren sehrtreffendverliehen,umzuverdeutlichen,dassEr, durchdenalleDingemitLebenerfülltwerdenundins Daseintreten,notwendigerweisederReiterundHerrdes Universumsist
28GebtderganzenMenschheiteinBeispielanGroßmut, indemihrdieGefangenenbefreit
29NacheinerkurzenZeit,währendichinständigzuGott betete,dasserdenSinndesKönigssobeeinflussenmöge, dassalleGefangenenfreigelassenwürden–dennder Mensch,derGottesSchöpfungist,wirdvonihm beeinflusstundbeherrscht
30DarumhabeichmitvielenverschiedenenGebetenden angerufen,derüberdasHerzherrscht,dassderKönig gezwungenseinmöge,meinerBittenachzukommen
31DennichhattegroßeHoffnungenhinsichtlichder RettungderMänner,damirversichertwordenwar,dass GottmeinGebeterfüllenwürde
32DennwennMenschenausreinenMotivenetwasplanen, wasrechtschaffenundedelist,soführtderallmächtige GottihreBemühungenundAbsichtenzumErfolg–Der KönighobdenKopf,blicktemichfreundlichanundfragte: „WievieleTausendeschätztdu,werdensiesein?“
33Andreas,derinderNähestand,antwortete:„Etwas mehralshunderttausend“
34»DasistwahrlicheinekleineGunst«,sagtederKönig, »dieAristeasvonunsverlangt!«
35DasagtenSosibiusundeinigeandere,dieanwesend waren:»Ja,abereswäreeinangemessenesZeichendeiner Großmut,wenndudiesenMännerndasBürgerrechtals AktderHingabeandenhöchstenGottgewährenwürdest.«
36DuwurdestvomallmächtigenGotthochgeehrtund überalledeineVorfahrenanHerrlichkeiterhoben;darum gebührtesdir,IhmdasgrößteDankopferdarzubringen,zu demdufähigbist
37ErwarvondiesenArgumentenäußerstangetanund befahl,dassderSoldderSoldatenumdenBetragder Lösegeldzahlungerhöht,dassdenBesitzernfürjeden SklavenzwanzigDrachmengezahlt,dasseinöffentlicher ErlasserlassenunddiesemeinVerzeichnisderGefangenen beigefügtwerdensollte
38ErzeigtedabeigrößtenEifer,dennGottwares,der unserenPlaninseinerGänzeerfülltundihndazugebracht hatte,nichtnurdiejenigenzuerlösen,diemitdemHeer seinesVatersnachÄgyptengekommenwaren,sondern auchalle,dievordieserZeitgekommenoderspäterindas Königreichgebrachtwordenwaren
39Manwiesihndaraufhin,dassdasLösegeldvierhundert Talenteübersteigenwürde.
40Ichdenke,eswirdnützlichsein,eineAbschriftdes Dekretsbeizufügen,dennaufdieseWeisewirddie GroßmutdesKönigs,dervonGottbevollmächtigtwurde, sovieleMenschenzuretten,deutlicherund offensichtlicherwerden
41DerErlassdesKönigslautetewiefolgt:»Alle,diein derArmeeunseresVatersimFeldzuggegenSyrienund PhönizienundimAngriffaufdasLandderJudengedient habenundindenBesitzjüdischerGefangenergelangten unddieseindieStadtAlexandriaunddasLandÄgypten zurückbrachtenoderanandereverkauften–undebenso alleGefangenen,diesichvordieserZeitinunseremLand befandenoderdanachhierhergebrachtwurden–alle,die solcheGefangenenbesitzen,sindverpflichtet,sie unverzüglichfreizulassenunderhaltendafürzwanzig DrachmenproKopfalsLösegeld«
42DieSoldatenerhaltendiesesGeldalsGeschenk zusätzlichzuihremSold,dieanderenausderköniglichen Schatzkammer
43WirsindderMeinung,dassesgegendenWillen unseresVatersundgegenjedeAnständigkeitwar,dasssie gefangengenommenwurden,unddassdieVerwüstung ihresLandesunddieVerschleppungderJudennach ÄgypteneinAktmilitärischerWillkürwar
44DieBeute,diedenSoldatenaufdemSchlachtfeldzufiel, wardiegesamteKriegsbeute,diesiehättenbeanspruchen sollen
45DarüberhinausdieVersklavungdesVolkeswareinAkt absoluterUngerechtigkeit.
46DawirnunmehrbekanntlichallenMenschen Gerechtigkeitwiderfahrenlassen,insbesonderedenen,die
sichzuUnrechtinKnechtschaftbefinden,unddawiruns bemühen,alleMenschennachdenGebotender GerechtigkeitundFrömmigkeitfairzubehandeln,haben wirhinsichtlichderJuden,diesichinirgendeinemTeil unseresHerrschaftsgebietsinKnechtschaftbefinden, verordnet,dassdiejenigen,diesiebesitzen,dievereinbarte Geldsummeerhaltenundsiefreilassensollenunddass niemandseineVerpflichtungenverspäteterfüllensoll.
47InnerhalbvondreiTagennachVeröffentlichungdieses DekretsmüssensieListenderSklavenfürdieBeamten erstellen,diemitderAusführungunseresWillens beauftragtsind,undunverzüglichdiePersonender Gefangenenvorführen.
48DennwirsindderAnsicht,dassesfürunsundunsere AngelegenheitenvonVorteilist,wenndieAngelegenheit zueinemAbschlussgebrachtwird.
49Jeder,derwill,darfInformationenüberjemanden weitergeben,derdemErlassnichtgehorcht,unterder Bedingung,dassderjenige,wennseineSchuldbewiesen wird,seinSklavewird;seinEigentumjedochwirdder königlichenSchatzkammerübergeben
50AlsderErlassdemKönigzurGenehmigungvorgelegt wurde,enthielteralleanderenBestimmungenaußerdem Satz"alleGefangenen,diesichvordiesemZeitpunktim Landbefandenoderdanachhierhergebrachtwurden".In seinerGroßmutundGütefügtederKönigdieseKlauselein undordnetean,dassderfürdieAuslösungbenötigte GeldbetragvollständigbeidenZahlmeisternder StreitkräfteunddenköniglichenBankiershinterlegt werdensollteSowurdedieAngelegenheitentschieden undderErlassinnerhalbvonsiebenTagenratifiziert.
51DiefürdieAuslösunggewährteSummebetrugmehrals sechshundertsechzigTalente;dennvieleSäuglingewurden zusammenmitihrenMütternfreigelassen.
52AlsdieFrageaufkam,obdieSummevonzwanzig Talentendafürzuzahlensei,befahlderKönig,dasses geschehensolle,undsetztedamitseinenBeschlussauf umfassendsteWeiseum
KAPITEL2
Dieszeigt,wiesorgfältigdieStaatsgeschäftedokumentiert wurdenBürokratieEinsechsköpfigesKomiteewird beauftragt,zumHohepriesternachJerusalemzureisen unddenAustauschzuveranlassenAristeaswirdmitder LeitungderDelegationbetraut.
1Nachdemdiesgeschehenwar,befahlerDemetrius,eine DenkschriftbezüglichderAbschriftderjüdischenBücher zuverfassen
2DennalleStaatsgeschäftewurdenvondiesenägyptischen KönigendurchDekreteundmitgrößterSorgfaltund Genauigkeitgeführt,nichtsgeschahschlampigoder planlos
3UndsohabeichKopienderDenkschriftundderBriefe, dieAnzahldergesendetenGeschenkeunddieArtjedes einzelnenbeigefügt,dajedeseinzelnevonihnensichdurch PrachtundtechnischesKönnenauszeichnete.
4EsfolgteineAbschriftderDenkschriftDieDenkschrift desDemetriusandengroßenKönig„DaIhrmir,oKönig, denAuftragerteilthabt,diezurVervollständigungEurer BibliothekbenötigtenBücherzusammenzutragenunddie beschädigtenzureparieren,habeichmichmitgrößter
SorgfaltderErfüllungEurerWünschegewidmetund möchteEuchnunfolgendenVorschlagunterbreiten.“
5DieBücherdesjüdischenGesetzes(sowieeinigewenige andere)fehleninderBibliothek.
6SiesindinhebräischenSchriftzeichenundinhebräischer SpracheverfasstundwurdennachlässiginterpretiertSie stellennichtdenOriginaltextdar,wiemirKenner mitgeteilthaben;dennsiewurdennievoneinemKönig beschützt
7Esistnotwendig,dassdiesefürIhreBibliothekkorrekt angefertigtwerden,dadasdarinenthalteneGesetz,daes göttlichenUrsprungsist,vollerWeisheitundfreivon jedemMakelist.
8AusdiesemGrundhabensichLiteraten,Dichterunddie MassederGeschichtsschreiberdavorgehütet,aufdiese BücherunddieMännerBezugzunehmen,dienachihnen gelebthabenundleben,weilihreLebensauffassungso heiligundreligiösist,wieHekataiosvonAbderasagt 9Wennesdirgefällt,oKönig,sosolleinBriefanden HohenpriesterinJerusalemgeschriebenwerden,indemer gebetenwird,sechsÄltesteausjedemStammzuentsenden –Männer,dieeinbesondersedelstesLebengeführthaben undinihremGesetzsehrbewandertsind–,damitwir herausfindenkönnen,inwelchenPunktendieMehrheitvon ihnenübereinstimmt,undso,nachdemwireinegenaue Übersetzungerhaltenhaben,dieseaneinergutsichtbaren StelleineinerWeiseaufstellenkönnen,diedemWerk selbstunddeinemZweckwürdigist.
10MögediranhaltenderWohlstandzuteilwerden! 11NachdemdieseDenkschriftvorgelegtwordenwar, befahlderKönig,einenBriefanEleazarzuschreiben,in demerauchüberdieFreilassungderjüdischen Gefangenenberichtete
12UndergabfünfzigTalenteGoldundsiebzigTalente SilbersowieeinegroßeMengeEdelsteinezurHerstellung vonSchalen,Fläschchen,einemTischundTrinkbechern 13Erbefahlauchdenen,dieseineSchatzkammern verwalteten,denHandwerkernzuerlauben,sichalle Materialienauszusuchen,diesiefürdenZweckbenötigten, unddasshundertTalenteGeldgeschicktwerdensollten, umOpfergabenfürdenTempelundfürandereBedürfnisse zufinanzieren
14IchwerdeIhneneinenausführlichenBerichtüberdie Ausführunggeben,nachdemichIhnenAbschriftender BriefevorgelegthabeDerBriefdesKönigslautetewie folgt:
15'KönigPtolemaioslässtdemHohepriesterEleazarGruß undBegrüßungausrichten.'
16DaesinunseremReichvieleJudengibt,dievonden PersernzurZeitihrerHerrschaftausJerusalemverschleppt wurden,undvieleweitere,diemitmeinemVaterals GefangenenachÄgyptenkamen,stellteereinegroße AnzahlvonihnenindieArmeeundzahlteihneneinen höherenSoldalsüblichNachdemerdieTreueihrer Anführerbewiesenhatte,bauteerFestungenundübertrug sieihnen,damitdieeinheimischenÄgyptervonihnen eingeschüchtertwürden.
17Undich,alsichdenThronbestieg,nahmeinegütige HaltunggegenüberallenmeinenUntertanenein, insbesonderegegenüberdenen,dieeureBürgerwaren–ich habemehralshunderttausendGefangenefreigelassenund ihrenBesitzerndenangemessenenMarktpreisfürsie
gezahlt,undwenneuremVolkjemalsdurchdie LeidenschaftendesMobsUnrechtwiderfahrenist,habeich Wiedergutmachunggeleistet
18DerBeweggrundfürmeinHandelnwarderWunsch, frommzuhandelnunddemhöchstenGotteinDankopfer darzubringen,dassermeinKönigreichinFriedenund großerHerrlichkeitaufderganzenWeltbewahrt
19DarüberhinaushabeichdiejenigenauseuremVolk,die imbestenAlterwaren,inmeinHeereingezogenund diejenigen,diegeeignetwaren,mirzudienenunddas VertrauendesHofesverdienten,inoffizielleÄmter eingesetzt
20DaesmirnuneinAnliegenist,diesenMännernundden JudeninallerWeltunddenkommendenGenerationen meineDankbarkeitzuerweisen,habeichbeschlossen,euer GesetzausderhebräischenSprache,diebeieuch gebräuchlichist,insGriechischeübersetzenzulassen, damitdieseBücherzudenanderenköniglichenBüchernin meinerBibliothekhinzugefügtwerdenkönnen.
21EswäreeineGüteeurerseitsundeineBelohnungfür meinenEifer,wennihrausjedemeurerStämmesechs Ältesteauswählt,MännervonedlemLebenswandel,die miteuremRechtvertrautsindundesauslegenkönnen, damitwirinStreitfragenzueinemUrteilgelangen,demdie Mehrheitzustimmt;denndieUntersuchungistvon höchsterWichtigkeit
22Ichhoffe,durchdieVollendungdieserArbeitgroßen Ruhmzuerlangen.
23IchhabeAndreas,denOberstenmeinerLeibwache,und Aristeas–Männer,dieichsehrschätze–zueuchgeschickt, umeuchdieAngelegenheitzuschildernundeuchhundert TalenteSilberzuüberreichen,dieErstlingsgabemeiner OpfergabenfürdenTempelunddieOpfergabenund anderenreligiösenRiten.
24WennSiemirIhreWünscheindiesenAngelegenheiten schriftlichmitteilen,erweisenSiemireinengroßen GefallenundgebenmireinneuesZeichender Freundschaft,dennallIhreWünschewerden schnellstmöglicherfülltwerdenLebtwohl!
25AufdiesenBriefantworteteEleazarpflichtgemäßwie folgt:„Eleazar,derHohepriester,lässtKönigPtolemaios, seinenwahrenFreund,grüßen“
26MeinebestenWünschegeltenIhremWohlergehenund demWohlergehenIhrerSchwester,KöniginArsinoe,und IhrerKinder
27Mirgehtesauchgut.IchhabedeinenBrieferhaltenund freuemichsehrüberdeinVorhabenunddeinenedlenRat 28IchriefdasganzeVolkzusammenundlasihnendies vor,damitsieeureHingabeanunserenGotterkennen
29IchzeigteihnenauchdieBecher,dieihrgesandthattet, zwanzigausGoldunddreißigausSilber,diefünfSchalen unddenTischderWeihesowiediehundertTalenteSilber fürdieOpfergabenunddieBereitstellungderDinge,die derTempelbenötigte
30DieseGabenwurdenmirvonAndreas,einemdeiner angesehenstenDiener,undvonAristeasgebracht,beides guteundaufrichtigeMänner,diesichdurchihre GelehrsamkeitauszeichnetenundinjederHinsichtwürdig waren,deinehohenGrundsätzeundgerechtenZielezu vertreten.
31DieseMännerüberbrachtenmirIhreBotschaftund erhieltenvonmireineAntwort,diemitIhremSchreiben
übereinstimmteIchwerdeallemzustimmen,wasIhnen zumVorteilgereicht,auchwennIhreBittesehr ungewöhnlichist
32DennduhastunserenBürgerninvielerleiHinsicht großeundunvergesseneWohltatenerwiesen.
33SogleichbrachteichOpferdarfürdich,deine Schwester,deineKinderunddeineFreunde,unddasganze Volkbetete,dassdeinePlänestetsgelingenmögenund dassderallmächtigeGottdeinKönigreichinFriedenund EhreerhaltenmögeunddassdieÜbersetzungdesheiligen Gesetzessichfürdichalsvorteilhafterweisenund erfolgreichausgeführtwerdenmöge
34ImBeiseindesganzenVolkeswählteichausjedem StammsechsÄltesteaus,guteundtreueMänner,undich habesiemiteinerAbschriftunseresGesetzeszueuch gesandt.
35EswäreeineGnade,gerechterKönig,wenndu anordnenwürdest,dassdieMänner,sobalddie ÜbersetzungdesGesetzesabgeschlossenist,sicherzuuns zurückkehrenLebtwohl!
36DiessinddieNamenderÄltesten:VomerstenStamm: Josef,Ezechia,Zacharias,Johannes,Ezechia,Elisa.
37VomzweitenStamm:Judas,Simon,Samuel,Adaios, Mattathias,Eschlemias
38VomdrittenStamm:Nehemia,Joseph,Theodosius, Baseas,Ornias,Dakis
39VomviertenStamm:Jonathan,Abraeus,Elisa,Ananias, Chabrias....
40VomfünftenStamm:Isaak,Jakob,Jesus,Sabbatäus, Simon,Levi
41VomsechstenStamm:Judas,Josef,Simon,Zacharias, Samuel,Selemas
42VomsiebtenStamm:Sabbatäus,Zedekia,Jakob,Isaak, Jesias,Natäus.
43VomachtenStamm:Theodosius,Jason,Jesus, Theodotus,Johannes,Jonathan
44VomneuntenStamm:Theophilus,Abraham,Arsamos, Jason,Endemias,Daniel
45VomzehntenStamm:Jeremia,Eleasar,Sacharja, Baneas,Elisa,Dathaeus.
46VomelftenStamm:Samuel,Josef,Judas,Jonathes, Chabu,Dositheus
47VomzwölftenStamm:Isaelus,Johannes,Theodosius, Arsamos,Abietes,Ezechiel
48EswareninsgesamtzweiundsiebzigSolautetedie Antwort,dieEleasarundseineFreundeaufdenBriefdes Königsgaben
KAPITEL3
DarinwirdderwohlschönsteunderlesensteTisch beschrieben,derjegefertigtwurdeEbensowerdenandere kostbareGeschenkeerwähnt,dieangesichtsderjüngsten AusgrabungeninÄgyptenvonInteressesind
1IchwerdenunmeinVersprecheneinlösenundeine BeschreibungderKunstwerkegeben
2SiewurdenmitaußergewöhnlicherGeschicklichkeit gefertigt,dennderKönigscheutekeineKostenund überwachtepersönlichjedeneinzelnenArbeiter
3DaherkonntensiekeinenTeilderArbeitschummeln odersiefahrlässigbeenden
4ZunächstwerdeichIhneneineBeschreibungderTabelle geben.
5DerKöniglegteWertdarauf,dassdiesesWerkvon außergewöhnlichgroßenAusmaßensei,underließunter denJudeninderGegendnachfragen,wiegroßderTisch sei,dersichbereitsimTempelinJerusalembefinde 6UndalssieihmdieMaßebeschriebenhatten,fragteer, obereingrößeresBauwerkerrichtendürfe.
7EinigederPriesterunddieanderenJudenantworteten, dassnichtsihndaranhindere
8Undersagte,erwolleesgernfünfmalsogroßmachen, zögerteaber,damitessichnichtalsnutzlosfürdie Tempeldiensteerweisenkönnte.
9Erwünschte,dassseineGabenichtnurimTempel aufgestelltwürde,sonderndassesihmvielgrößereFreude bereitenwürde,wenndieMänner,derenPflichteswar,die entsprechendenOpferdarzubringen,diesauchangemessen aufdemvonihmangefertigtenTischtunkönnten
10Ernahmnichtan,dassderfrühereTischausMangelan Goldsokleingewesensei,sondernesmüsseeinenGrund dafürgegebenhaben,warumerdieseGrößehatte
11DennwärederBefehlerteiltworden,hätteesanMitteln nichtgemangelt
12DarumdürfenwirdasMaßnichtüberschreitenund nichtüberdasangemesseneMaßhinausgehen.
13Gleichzeitigbefahlerihnen,allevielfältigen KunstformeninGebrauchzunehmen,dennerwarein ManndererhabenstenVorstellungen,unddieNaturhatte ihnmiteinerscharfenFantasieausgestattet,dieesihm ermöglichte,sichdasAussehendesfertigenWerkes vorzustellen.
14Erbefahlauch,dassalles,woesindenjüdischen SchriftenkeineAnweisungengab,soschönwiemöglich gestaltetwerdensollte.
15WennsolcheAnweisungenerlassenwurden,mussten siebuchstabengetreubefolgtwerden
16SiefertigtendenTischzweiEllenlang,eineEllebreit undanderthalbEllenhochanundbearbeitetenihnaus reinem,massivemGold
17Wasichbeschreibe,warnichtdünnesGold,dasaufein anderesFundamentgelegtwurde,sonderndiegesamte StrukturbestandausmassivemGold,dasmiteinander verschweißtwar.
18UndsiemachtenringsumeinenRandvoneiner Handbreite
19UndesgabeinenKranzausWellenmotiven,derandrei SeiteninFormvonkunstvollgearbeitetenSeilenreliefartig eingraviertwar.
20DenneswardreieckigundaufallenSeitengleich gearbeitet,sodassesvonbeidenSeitengleichaussah
21VondenbeidenSeitenunterhalbdesRandeswar diejenige,diezumTischhinabfiel,einsehrschönes Kunstwerk;abereswardieAußenseite,diedenBlickdes Betrachtersaufsichzog
22NunwardieobereKantederbeidenSeitenerhöhtund daherscharf,daderRand,wiewirbereitsgesagthaben, dreiseitigwar,egalvonwelchemBlickwinkelmansich ihmnäherte
23UndinmittendesgeprägtenKordelwerksbefandensich SchichtenvonEdelsteinendarauf,diedurcheine unnachahmlichekünstlerischeTechnikmiteinander verwobenwaren
24ZurSicherungwurdensieallemitgoldenenNadeln befestigt,dieinLöcherindenSteinengestecktwurden.
25AndenSeitenwurdensiedurchBefestigungselemente zusammengeklemmt,umsiefestzuhalten.
26AufdemTeildesRandesumdenTisch,dernachoben geneigtwarunddemBlickentgegenblickte,warein MusterausEiernausEdelsteinengearbeitet,kunstvoll graviertdurcheindurchgehendesStückgeriffelter Reliefarbeit,dasrundumdenganzenTischeng miteinanderverbundenwar
27UnterdenSteinen,dieEierdarstellensollten,fertigten dieKünstlereineKronean,diemitallerleiFrüchten geschmücktwar.ObenwarenTrauben,Ähren,Datteln, Äpfel,GranatäpfelundähnlicheFrüchtedeutlichsichtbar angeordnet
28DieseFrüchtewurdenausEdelsteinengefertigt,diedie gleicheFarbehattenwiedieFrüchteselbst,undman befestigtesiemiteinemgoldenenBandhochkantanallen SeitendesTisches.
29NachdemderFrüchtekranzaufgesetztwordenwar, wurdedaruntereinweiteresMusterausEiernaus EdelsteinensowieweitereKannelierungenund Reliefarbeiteneingefügt,damitbeideSeitendesTisches nachWunschderBesitzergenutztwerdenkonntenAus diesemGrundwurdendasWellenmusterundderRandbis zudenFüßendesTischesverlängert
30SiefertigtenundbefestigtenunterdergesamtenBreite desTischeseinemassivePlattevonvierFingernDicke,in diedieFüßeeingesetztundmitStiften,diein AussparungenunterdemRandpassten,festgeklemmt werdenkonnten,sodassdiejeweilsbevorzugteSeitedes Tischesbenutztwerdenkonnte
31Somitwurdeoffenkundig,dassdasWerkfürbeide Verwendungszweckegedachtwar.
32AufdemTischselbstgraviertensieeinenMäanderein, indessenMitteEdelsteinehervorstachen,Rubineund Smaragde,aberaucheinOnyxundvieleandereArtenvon Steinen,diesichdurchihreSchönheitauszeichnen
33NebendemMäanderbefandsicheinwunderbares Netzgeflecht,dasdieMittedesTischesrautenförmig erscheinenließ;daraufwareinsogenannterKristall-und Bernsteinschmuckgearbeitet,deraufdieBetrachtereinen unvergleichlichenEindruckmachte.
34SiegestaltetendieFüßedesTischesmitlilienförmigen Köpfen,sodasssiewieLilienaussahen,diesichunterdem Tischneigten,unddiesichtbarenTeilestelltenaufrecht stehendeBlätterdar
35DerFuß,deraufdemBodenstand,bestandauseinem RubinundwarrundumeineHandbreithoch
36EssahauswieeinSchuhundwarachtFingerbreit
37DaraufruhtedieganzeFußfläche
38UndsieließendenFußwieEfeuaussehen,derausdem Steinwächst,verwobenmitAkanthusundumgebenvon einerWeinrebe,dieihnumrankte,mitTrauben,diein Steineeingearbeitetwaren,biszurFußspitze
39AllevierFüßewarenimgleichenStilgefertigt,und alleswarsogeschicktgearbeitetundangepasst,undes wurdesobemerkenswertesGeschickundWissen aufgewendet,umesnaturgetreunachzubilden,dass,wenn dieLuftvoneinemWindhauchbewegtwurde,dieBlätter sichbewegtenundallessogestaltetwar,dassesder tatsächlichenRealitätentsprach,dieesdarstellte
40UndsiefertigtendieTischplattedreiteiliganwieein Triptychon;dieTeilewurdensopassgenauundmitZapfen überdiegesamteBreitedesWerkstücksverbunden,dass dieVerbindungsstellenwederzusehennochzuentdecken waren.
41DieDickedesTischesbetrugnichtwenigeralseine halbeElle,sodassdiegesamteArbeitvieleTalente gekostethabenmuss.
42WeilderKönigdieGrößedesTischesnichtvergrößern wollte,gaberfürdieDetailsdieselbeSummeGeldaus,die nötiggewesenwäre,wennderTischgrößerhättesein können
43UndalleswurdenachseinemPlanaufwunderbareund bemerkenswerteWeisevollendet,mitunnachahmlicher KunstfertigkeitundunvergleichlicherSchönheit
44VondenMischschüsselnwarenzweiausGoldgefertigt undvomBodenbiszurMittemitReliefarbeiteninForm vonSchuppenverziert;zwischendenSchuppenwaren EdelsteinemitgroßerkünstlerischerGeschicklichkeit eingefügt
45DanngabeseinenMäander,eineEllehoch,dessen OberflächeausEdelsteinenvielerFarbengefertigtwarund großekünstlerischeMüheundSchönheitzeigte
46DarüberbefandsicheinMosaikinFormeinerRaute, daswieeinNetzaussahundbiszumRandreichte.
47InderMitteerhöhtenkleineSchildeausverschiedenen Edelsteinen,dieabwechselndangeordnetwarenundsichin ihrerArtunterschieden,mindestensvierFingerbreitwaren, dieSchönheitihresErscheinungsbildes
48AufderKrempebefandsicheinOrnamentaus blühendenLilien,undringsumwarenineinander verschlungeneTraubeneingraviert
49SowarendiegoldenenSchalengefertigt;siefassten jeweilsmehralszweiFirkins.
50DiesilbernenSchalenhatteneineglatteOberflächeund warenwunderbargefertigt,alswärensiefürSpiegel bestimmt,sodassalles,wasmaninihreNähebrachte,noch deutlicherreflektiertwurdealsinSpiegeln
51Esistjedochunmöglich,denwirklichenEindruckzu beschreiben,dendieseKunstwerkenachihrer FertigstellungaufdenGeistmachten
52DennalsdieseGefäßefertiggestelltundnebeneinander aufgestelltwaren,zuersteinesilberneSchaleunddanneine goldene,dannwiedereinesilberneunddannnocheine goldene,warihrAnblickunbeschreiblich;unddie,die kamen,umsiezusehen,konntensichnichtvondem strahlendenAnblickunddembezauberndenSchauspiel losreißen.
53DieEindrücke,diedasSchauspielhervorrief,waren vielfältigerArt
54AlsdieMännerdiegoldenenGefäßebetrachtetenund sicheingehendmitjedemDetailihrerArbeit auseinandersetzten,warensievollerBewunderung
55WenneinMannseinenBlickaufdiesilbernenGefäße richtete,dievorihmstanden,schienallesringsumumihn heruminLichtzuerstrahlenundbotdenZuschauerneine nochgrößereFreude.
56Sodasseswirklichunmöglichist,diekünstlerische SchönheitderWerkezubeschreiben
57DiegoldenenPhiolengraviertensieinderMittemit Weinrebenkränzenein
58UndumdieRänderflochtensieeinenKranzausEfeu, MyrteundÖlweideinReliefarbeitundfügtenEdelsteine hinein
59DieübrigenTeilederReliefarbeitenfertigtensiein unterschiedlichenMusternan,daesihneneineEhrewar, allesineinerWeisezuvollenden,diederMajestätdes Königswürdigwar
60Kurzgesagt,esgabwederinderköniglichen Schatzkammernochinirgendeineranderenetwas,das diesenWerkenanKostbarkeitoderkünstlerischer Kunstfertigkeitgleichkam
61DennderKönigmachtesichdarübervieleGedanken, weileresliebte,sichdurchdieVortrefflichkeitseiner PläneRuhmzuverschaffen
62DennoftvernachlässigteerseineAmtsgeschäfteund verbrachteseineZeitmitdenKünstlern,weilersichsorgte, dasssieallesineinerWeisevollendeten,diedesOrtes,an dendieGeschenkegeschicktwerdensollten,würdigwar
63SowurdeallesingroßemStildurchgeführt,wieesdem König,derdieGeschenkegesandthatte,unddem Hohepriester,derderHerrscherdesLandeswar,würdig war.
64AnEdelsteinenmangelteesnicht;eswurdennicht wenigeralsfünftausendverwendet,undsiewarenallevon großerGröße.
65EswurdeaußergewöhnlichsteskünstlerischesGeschick eingesetzt,sodassdieKostenfürdieSteineunddie VerarbeitungfünfmalsohochwarenwiedieKostenfür dasGold
KAPITEL4
LebhafteDetailsdesOpfersDieunfehlbareGenauigkeit derPriesteristbemerkenswert.EinegrausameOrgie.Eine BeschreibungdesTempelsundseinerWasseranlagen 1IchhabeeuchdieseBeschreibungderGeschenke gegeben,weilichesfürnotwendighielt.
2DernächstePunktinderErzählungisteinBerichtüber unsereReisenachEleazar,aberichwerdeIhnenzunächst eineBeschreibungdesgesamtenLandesgeben.
3AlswirindasLandderJudenkamen,sahenwirdieStadt mitteninganzJudäaaufeinemBergvonbeträchtlicher Höheliegen.
4AufdemGipfelwarderTempelinseinerganzenPracht errichtetworden
5EswarvondreiMauernumgeben,diemehralssiebzig EllenhochwarenundderenLängeundBreitederStruktur desGebäudesentsprachen.
6AlleGebäudezeichnetensichdurcheinePrachtund einenReichtumaus,dieindieserFormbeispielloswaren
7Eswaroffensichtlich,dassbeiderTürundden Befestigungen,diesiemitdenTürpfostenverbanden, sowiebeiderStabilitätdesTürsturzeskeineKosten gescheutwordenwaren
8AuchderStildesVorhangsstandinvollkommenem VerhältniszudemdesEingangs
9DurchdenLuftzugwarderStoffständiginBewegung, unddadieseBewegungvonuntenübertragenwurdeund sichderVorhangbiszumhöchstenPunktausdehnte,bot sicheinreizvollerAnblick,vondemsichderMenschkaum losreißenkonnte
10DerBaudesAltarsentsprachdemOrtselbstundden Brandopfern,diedaraufimFeuerverbranntwurden;auch derWegdorthinwarvonähnlichemUmfang
11DorthinführteeinsanftansteigenderHanghinauf,der ausGründenderSittlichkeitzweckmäßigangelegtwar;die dienendenPriestertrugenLeinenkleider,diebiszuden Knöchelnreichten
12DerTempelistnachOstenausgerichtet,seineRückseite zeigtnachWesten
13DerganzeBodenistmitSteinengepflastertundfälltzu dendafürvorgesehenenStellenhinab,damitWasser herbeigebrachtwerdenkann,umdasBlutderOpfertiere abzuwaschen;dennandenFesttagenwerdendortviele tausendTieregeopfert
14UndesgibteinenunerschöpflichenWasservorrat,denn mittenimTempelgeländeentspringteineergiebige natürlicheQuelle
15Darüberhinausgibtes,wiemanmirzeigte,wunderbare undunbeschreiblicheZisternenunterderErde,diesichin einemUmkreisvonfünfStadienrundumdenTempel befinden,undjedevonihnenhatunzähligeRohre,sodass dieverschiedenenWasserströmezusammenlaufen.
16UndalldiesewurdenuntenundandenSeitenwänden mitBleibefestigt,unddarüberwurdeeinegroßeMenge Gipsverteilt,undjederTeilderArbeitwarmitgrößter Sorgfaltausgeführtworden
17AmFußdesAltarsbefindensichvieleÖffnungenfür Wasser,diefüralleaußerdenen,diemitdemDienst beschäftigtsind,unsichtbarsind,sodassdasganzeBlutder Opfertiere,dasingroßenMengengesammeltwird,imNu abgewaschenwird.
18DiesistmeineMeinungüberdieBeschaffenheitder Stauseen,undichwerdeIhnennunzeigen,wiesiebestätigt wurde.
19SieführtenmichmehralsvierStadienvordieStadt hinausundbefahlenmir,zueinerbestimmtenStelle hinunterzuschauenundaufdasGeräuschzuachten,das beimZusammentreffenderWasserentstand,sodassmirdie gewaltigeGrößederStauseendeutlichwurde,wiebereits erwähnt.
20DerDienstderPriesteristinjederHinsicht unübertroffen,sowohlwasseinekörperlicheAusdauerals auchseinenordentlichenundstillenDienstbetrifft.
21Dennsieallearbeitenvonselbst,obwohlesihnenviel Mühebereitet,undjedemisteinebesondereAufgabe zugeteilt.
22DerGottesdienstwirdohneUnterbrechungfortgesetzt–einigebringendasHolz,anderedasÖl,wiederanderedas feineWeizenmehl,wiederanderedieGewürze;andere bringenwiederumdieFleischstückefürdasBrandopfer undzeigendabeieinewunderbareKraft
23DennsienehmenmitbeidenHändendieGliedereines Kalbs,vondenenjedesmehralszweiTalentewiegt,und werfensiemitbeidenHändenaufwunderbareWeiseauf dieHöhedesAltarsundverfehlennie,sieandierichtige Stellezulegen
24EbensosinddieStückevomSchafundauchvonder ZiegesowohlwegenihresGewichtsalsauchwegenihres Fettgehaltswunderbar
25Diejenigen,denenesamHerzenliegt,wählenstetsdie makellosenundbesondersfettenTiereaus,undsowirddas Opfervollzogen,dasichbeschriebenhabe
26EsgibteinenbesonderenOrt,derfürsiezumAusruhen bestimmtist;dortsitzendiejenigen,dievomDienst entbundensind
27Wenndiesgeschieht,stehendiejenigen,diebereits geruhthabenundbereitsind,ihreArbeitwieder aufzunehmen,vonselbstauf,daniemanddaist,der hinsichtlichderOrganisationderOpfergabenBefehle gebenkönnte.
28EsherrschtevollkommeneStille,sodassmanmeinen könnte,esseikeineinzigerMenschanwesend,obwohl tatsächlichsiebenhundertMännermitderArbeit beschäftigtwaren,abgesehenvondergroßenZahlderer, diemitdemHeraufbringenderOpfergabenbeschäftigt waren
29AllesgeschiehtmitEhrfurchtundaufeineWeise,die demgroßenGottwürdigist.
30Wirwarensehrerstaunt,alswirEleasarbeim Gottesdienstsahen,überdieArtseinerKleidungunddie PrachtseinesAussehens,diesichindemGewand,daser trug,unddenEdelsteinenanseinemKörperoffenbarte 31AndemGewand,dasbiszuseinenFüßenreichte, warengoldeneGlöckchen,dieeinebesondereMelodievon sichgaben,undzubeidenSeitenderGlöckchenhingen GranatäpfelmitbuntenBlüteninwunderbarenFarben
32ErwarumgürtetmiteinemGürtelvonauffälliger Schönheit,gewebtindenschönstenFarben
33AufseinerBrusttrugerdassogenannteOrakelGottes, indaszwölfverschiedeneSteineeingelassenwaren,die mitGoldzusammengefügtwarenunddieNamender AnführerderStämmeinihrerursprünglichenReihenfolge enthielten,wobeijederSteinaufunbeschreiblicheWeise seineeigenebesondereFarbehervorbrachte
34AufseinemHaupttrugereinDiadem,wieesgenannt wird,unddarauf,mittenaufseinerStirn,einen unvergleichlichenTurban,dasköniglicheDiademvoller Herrlichkeit,mitdemNamenGottesinheiligen BuchstabenaufeinergoldenenPlatteeingraviertwar…da eralswürdigbefundenwordenwar,dieseInsignienim Dienstzutragen
35IhrAnblickriefsolcheEhrfurchtundVerwirrung hervor,dassmandasGefühlhatte,voreinemMannzu stehen,dereineranderenWeltangehörte
36Ichbinüberzeugt,dassjeder,derandemvonmir beschriebenenSchauspielteilnimmt,vonErstaunenund unbeschreiblichemStaunenerfülltseinundimGeistetief bewegtseinwirdangesichtsderHeiligkeit,diejedem einzelnenDetaildesGottesdienstesinnewohnt
37UmabervollständigeInformationenzuerhalten,stiegen wiraufdenGipfelderbenachbartenZitadelleundsahen unsum
38EsliegtaneinemsehrhochgelegenenOrtundistmit vielenTürmenbefestigt,diebiszurSpitzeausriesigen Steinenerrichtetwurden,um,wieunsmitgeteiltwurde,das Tempelgeländezuschützen,damitimFalleeinesAngriffs, einesAufstandsodereinesÜberfallsdesFeindesniemand inderLagewäre,sicheinenZuganginnerhalbderMauern zuverschaffen,diedenTempelumgeben.
39AufdenTürmenderZitadellewarenKriegsmaschinen undverschiedeneArtenvonMaschinenaufgestellt,unddie PositionwarvielhöheralsderMauerring,denicherwähnt habe
40DieTürmewurdenaußerdemvonäußerst vertrauenswürdigenMännernbewacht,dieihremLandihre TreueaufhöchstemNiveaubewiesenhatten
41DiesenMännernwaresniegestattet,dieZitadellezu verlassen,außeranFesttagen,unddannauchnurin Abteilungen;außerdemerlaubtensiekeinemFremden,sie zubetreten
42Siewarenauchsehrvorsichtig,wennvom OberbefehlshaberderBefehlkam,Besucherzur BesichtigungdesOrteszuzulassen,wieunsunsereeigene Erfahrunggelehrthat
43Siezögertensehr,uns–obwohlwirnurzwei unbewaffneteMännerwaren–zurDarbringungder Opfergabenzuzulassen
44Undsiebeteuerten,dasssiedurcheinenEidgebunden seien,alsihnendasAmtanvertrautwurde;dennsiealle hättengeschworenundseienverpflichtet,denEid buchstabengetreuzubefolgen,dasssie,obwohlsie fünfhundertanderZahlseien,nichtmehralsfünfMänner gleichzeitighineinlassenwürden
45DieZitadelledientedembesonderenSchutzdes Tempels,undihrGründerhattesiesostarkbefestigt,dass sieihnwirksamschützenkonnte
KAPITEL5
EineBeschreibungderStadtunddesLandesVergleiche Vers11mitdenheutigenVerhältnissen.DieVerse89–41 zeigen,wiedieAlteneinenGelehrtenundeinenGentleman einschätzten
1DieStadthateinemoderateGröße.
2DerUmfangbeträgt,soweitmanschätzenkann,etwa vierzigFurlongs
3DieTürmesindinFormeinesTheatersangeordnet, zwischendenenWegeverlaufenDieKreuzungspunkteder unterenTürmesindzwarsichtbar,aberdiederoberen Türmewerdenstärkerfrequentiert.
4DenndieErdesteigtan,weildieStadtaufeinemBerg erbautist
5EsgibtauchStufen,diezuderKreuzunghinaufführen, undmancheLeutegehenimmerhinauf,anderehinunter, undsiehaltenaufdemWegsovielAbstandwiemöglich voneinander,wegenderer,dieandieReinheitsgebote gebundensind,damitsienichtsberühren,wasungesetzlich ist
6EswarnichtohneGrund,dassdieursprünglichen GründerderStadtsieinangemessenenProportionen erbauten,dennsiebesaßeneineklareEinsichtindas,was erforderlichwar
7DenndasLandistweitläufigundwunderschön
8EinigeTeiledavonsindflach,insbesonderedieBezirke, diezuSamariagehören,wieesgenanntwird,unddiean dasLandderIdumäergrenzen;andereTeilesindgebirgig, insbesonderejene,dieandasLandJudäaangrenzen
9DeshalbsinddieMenschenverpflichtet,sichdem AckerbauundderBodenbearbeitungzuwidmen,damitsie aufdieseWeiseeinereicheErnteerzielen.
10AufdieseWeisewirdAckerbauallerArtbetriebenund einereicheErnteaufdemganzenLandeingebracht
11DieStädte,diegroßsindundeinenentsprechenden Wohlstandgenießen,sinddichtbesiedelt;sie vernachlässigenaberdieländlichenGegenden,daalle
MenschenzueinemLebendesGenussesneigen,weiljeder MenscheinenatürlicheNeigungzumStrebennach Vergnügenhat
12DasselbegeschahinAlexandria,dasalleanderenStädte anGrößeundWohlstandübertrifft.
13DurchdieAbwanderungderLandbevölkerungausden ländlichenGebietenundderenAnsiedlunginderStadt wurdedieLandwirtschaftinVerrufgebracht.Umzu verhindern,dasssiesichinderStadtansiedelten,erließder KönigdenBefehl,dasssiesichnichtlängeralszwanzig TageinderStadtaufhaltendürften
14UndebensogaberdenRichternschriftliche Anweisungen,dass,wennesnotwendigsei,eine Vorladunggegenjemanden,derimLandwohnte,zu erlassen,dieSacheinnerhalbvonfünfTagenentschieden werdenmüsse.
15UndweilerdieSachefürsehrwichtighielt,setzteer auchfürjedenBezirkRechtsbeamtemitihrenGehilfenein, damitdieBauernundihreAnwältenichtimInteresseihrer GeschäftedieSpeicherderStadt,dhdieErzeugnisseder Landwirtschaft,plünderten
16IchhabediesenExkurszugelassen,weilesEleazarwar, derdiegenanntenPunktemitgroßerDeutlichkeitdargelegt hat
17DenngroßistdieEnergie,diesiefürdieBearbeitung desAckersaufwenden
18DenndasLandistdichtbepflanztmitunzähligen Olivenbäumen,mitGetreideundHülsenfrüchten,auchmit Weinstöcken,undesgibtHoniginHülleundFülle 19AndereObstbaumartenundDattelsortenzählenim Vergleichdazunicht.
20EsgibtRinderallerArtingroßerZahlundreichlich Weidelandfürsie
21Dahererkennensierichtigerweise,dassdieländlichen GebieteeinegroßeBevölkerungbenötigenunddassdie BeziehungenzwischenStadtundDörfernangemessen geregeltsind.
22EinegroßeMengeanGewürzen,EdelsteinenundGold wirdvondenAraberninsLandgebracht
23DenndasLandeignetsichnichtnurgutfürdie Landwirtschaft,sondernauchfürdenHandel,unddieStadt istreichanKunstundesmangeltihrankeinerderWaren, dieüberdasMeergebrachtwerden.
24EsverfügtübergeeigneteundgeräumigeHäfenin Askalon,JoppaundGazasowieinPtolemais,dasvom KöniggegründetwurdeundimVergleichzudenanderen genanntenOrteneinezentraleStellungeinnimmt,daesvon keinemvonihnenweitentferntist.
25DasLandproduziertallesimÜberfluss,daesvonallen SeitengutbewässertundgutvorStürmengeschütztist
26DerFlussJordan,wieergenanntwird,derniemals austrocknet,fließtdurchdasLand.
27UrsprünglichumfasstedasLandnichtwenigerals60 MillionenMorgenLand–obwohlspäterdiebenachbarten VölkerEinfälleunternahmen–und600000Männer wurdendortaufHöfenvonjeweilshundertMorgen angesiedelt.
28DerFluss,wiederNil,trittzurErntezeitüberdieUfer undbewässerteinengroßenTeildesLandes
29NahedesBezirks,derdemVolkvonPtolemaisgehört, mündeterineinenanderenFluss,derwiederuminsMeer fließt
30AndereGebirgsbäche,wiesiegenanntwerden,fließen indieEbenehinabundumfassendieGebieteumGazaund denBezirkAshdod
31DasLandistvoneinemnatürlichenZaunumgebenund kannaufgrundderengenPässemitihrensteil überhängendenAbgründenundtiefenSchluchtensowie deszerklüftetenCharaktersderdasganzeLand umgebendenGebirgsregionenwedervonengennochvon großenStreitkräftenangegriffenwerden
32Unswurdeberichtet,dassmanfrüherausden benachbartenBergenArabiensKupferundEisen gewonnenhabe
33DieswurdejedochzurZeitderpersischenHerrschaft eingestellt,dadiedamaligenMachthabereinfalsches Gerüchtverbreiteten,wonachderBetriebderBergwerke nutzlosundteuersei,umzuverhindern,dassihrLand durchdenBergbauindiesenGebietenzerstörtundihnen möglicherweiseaufgrundderpersischenHerrschaft entrissenwürde,dasiemithilfediesesfalschenGerüchts einenVorwandfürdasEindringenindasGebietfanden
34MeinlieberBruderPhilokrates,ichhabedirnunalle wesentlichenInformationenzudiesemThemainKurzform mitgeteilt
35ImFolgendenwerdeichdieArbeitdesÜbersetzens beschreiben.
36DerHohepriesterwählteMännervonvorzüglichem CharakterundhöchsterBildungaus,wiemanesvonihrer edlenAbstammungerwartenkonnte.
37EshandeltesichumMänner,diesichnichtnurinder jüdischenLiteraturauskannten,sondernauchdie griechischeLiteratureingehendstudierthatten.
38SiewarendaherbesondersfürdenDienstin BotschaftenqualifiziertundübernahmendieseAufgabe, wannimmeresnötigwar.
39SiebesaßeneingroßesTalentfürKonferenzenunddie DiskussionvonProblemenimZusammenhangmitdem Recht.
40SiebefürwortetendenMittelweg–unddasistimmer derbesteWeg
41SiemiedeneingrobesundunkultiviertesBenehmen, abersiewarengänzlichüberheblichundnahmenniemals einegewisseÜberlegenheitgegenüberanderenan;im GesprächwarensiebereitzuzuhörenundaufjedeFrage eineangemesseneAntwortzugeben
42UndallehieltensichgenauandieseVorschriftund warenmehralsallesanderedaraufbedacht,einanderin ihrerEinhaltungzuübertreffen;undallewarensieihres VorstehersundseinerTugendwürdig.
43Undmankonnteerkennen,wiesehrsieEleazarliebten, daran,dasssiesichnichtvonihmtrennenwolltenundwie sehrersieliebte
44NebendemBrief,denerandenKönigbezüglichihrer sicherenRückkehrschrieb,baterauchAndreas eindringlich,sichfürdasselbeZieleinzusetzen,und drängtemichebenfalls,nachbestenKräftendabeizu helfen
45Undobwohlwirversprochenhatten,unsnachbesten KräftenumdieSachezukümmern,sagteer,erseiimmer nochsehrbetrübt,dennerwisse,dassderKönigesaus seinerGüteherausalsseinhöchstesVorrechtansehe,wann immerervoneinemMannhöre,derseinenMitmenschen
anBildungundWeisheitüberlegensei,ihnanseinenHof zuladen.
46DennichhabevoneinemschönenAusspruchvonihm gehört,derbesagt,dasserdengrößtenSchutzfürsein Königreicherlangenwürde,wennergerechteundkluge Männerumsichschlösse,daihmsolcheFreunde vorbehaltlosdennützlichstenRatgebenwürden
47UnddieMänner,diejetztvonEleasarzuihmgeschickt wurden,besaßenzweifellosdieseEigenschaften
48UnderbeteuertewiederholtunterEid,dasserdie Männerniemalsfreilassenwürde,wennessichlediglich umeinprivatesInteresseseinerseitshandelte,dasihndazu bewegte–sonderndassersiezumgemeinsamenWohl allerBürgerschickte
49Dennererklärte,dasseingutesLebendarinbestehe,die GebotedesGesetzeszubefolgen,unddiesesZielwerde durchHörenvielbessererreichtalsdurchLesen
50AusdieserundanderenähnlichenÄußerungenwurde deutlich,welcheGefühleerihnengegenüberhegte.
KAPITEL6
ErläuterungenderSittendesVolkes,diezeigen,wasmit demWort„unrein“gemeintistWesenundUrsprungdes „Gottesglaubens“.DieVerse48–44gebeneine anschaulicheBeschreibungderGöttlichkeitder Physiologie
1Eslohntsich,kurzdieInformationenzuerwähnen,dieer alsAntwortaufunsereFragengegebenhat
2Dennichnehmean,dassdiemeistenMenschen neugierigaufeinigederBestimmungenimGesetzsind, insbesondereaufjeneüberFleischundGetränkesowie überTiere,diealsunreingelten
3Alswirfragten,warum,daesdochnureine Schöpfungsformgibt,mancheTierealsunreinzumEssen undanderesogaralsunreinzumBerührengelten(denn obwohldasGesetzindenmeistenPunktengewissenhaftist, istesinsolchenAngelegenheitenbesondersgewissenhaft), begannerseineAntwortwiefolgt:
4»Ihrseht«,sagteer,»welchenEinflussunsere LebensweiseundunsereBeziehungenaufunshaben;durch denUmgangmitschlechtenMenschenübernehmendie MenschenderenVerderbtheitenundwerdenihrLebenlang unglücklich;wennsieabermitweisenundklugen Menschenleben,findensiedieMittel,derUnwissenheitzu entkommenundihrLebenzubessern.«
5UnserGesetzgeberhatalserstesdieGrundsätzeder FrömmigkeitundGerechtigkeitfestgelegtundsiePunkt fürPunkteingeprägt,nichtnurdurchVerbote,sondern auchdurchBeispiele,indemerdieschädlichen AuswirkungenderSündeunddievonGottüberdie SchuldigenverhängtenStrafenaufzeigte.
6Dennerhatvorallembewiesen,dassesnureinenGott gibtunddassseineMachtsichimganzenUniversum offenbart,dajederOrtvonseinerHerrschafterfülltistund nichtsvondem,wasdieMenschenimVerborgenenauf Erdentun,seinemWissenentgeht.
7Dennalles,waseinMenschtut,undalles,wasinZukunft geschehenwird,istIhmoffenbar
8ErerarbeitetedieseWahrheitensorgfältigundmachtesie deutlichErzeigte,dassselbstwenneinMenschdaran denkensollte,Böseszutun–geschweigedennes
tatsächlichtunsollte–,ernichtderEntdeckungentgehen würde,dennermachteklar,dassdieMachtGottesdas ganzeGesetzdurchdringt
9AusgehendvonseinemAusgangspunktzeigteer,dass diegesamteMenschheitaußerunsandieExistenzvieler Götterglaubt,obwohldieseselbstvielmächtigersindals dieWesen,diesievergeblichverehren
10DennwennsiesichStatuenausSteinundHolzgemacht haben,sagensie,esseienAbbilderderer,dieetwas NützlicheszumLebenerfundenhaben,undsiebetensiean, obwohlsieklareBeweisedafürhaben,dassdiesekein Gefühlbesitzen
11Denneswärevölligtörichtanzunehmen,dassjemand aufgrundseinerErfindungenzueinemGottwerde
12DenndieErfinderhabeneinfachbereitsgeschaffene GegenständegenommenunddurchderenKombination gezeigt,dassdieseeinenneuenNutzenbesitzen;siehaben dieSubstanzderSachenichtselbstgeschaffenDarumist eseitelundtöricht,dassMenschensichGötteraus Menschenmachen,dieihnenähnlichsind
13DenninunsererZeitgibtesviele,dievielerfinderischer undvielgelehrtersindalsdieMännervergangenerZeiten, dievergöttlichtwurden;unddochwolltensiesieniemals anbeten
14DieSchöpferundVerfasserdieserMythenglauben, dasssiedieweisestenderGriechensind
15WarummüssenwirvonanderenverblendetenVölkern sprechen,denÄgypternundähnlichen,diesichaufwilde TiereunddiemeistenArtenvonKriechtierenundVieh verlassenundsieanbetenundihnensowohlzuLebzeiten alsauchnachihremTodOpferdarbringen?
16UnserGesetzgeberaber,einweiserMann,dervonGott besondersbegabtwar,alleszuverstehen,betrachtetejedes einzelneDetailumfassendundumgabunsmit uneinnehmbarenWällenundeisernenMauern,damitwir unsinkeinerWeisemitanderenVölkernvermischen, sondernreinanLeibundSeelebleiben,freivonallen eitlenEinbildungen,unddeneinenallmächtigenGottüber dieganzeSchöpfungverehren
17DeshalbnennenunsdieführendenägyptischenPriester, nachdemsievieleDingesorgfältiggeprüfthabenundmit unserenAngelegenheitenvertrautsind,„MännerGottes“ 18DiesisteinTitel,dernichtdemRestderMenschheit zusteht,sondernnurdenen,diedenwahrenGottverehren
19DieÜbrigenabersindnichtGottesDiener,sondern DienerdesEssens,derGetränkeundderKleidung.
20DennihreganzeGesinnungführtdazu,dasssieTrostin diesenDingensuchen;siewerdennichtaufetwasgeachtet, sonderninallihrenBesitztümern
21BeiunseremVolkistdieSouveränitätGottesdas obersteGebotimganzenLeben
22DamitwirnunnichtdurchirgendeinenGräuel verdorbenwürdenoderunserLebendurchschlechte Gesprächeverfälschtwürde,haterunsringsummit Reinheitsgebotenumgeben,diegleichermaßenfürdas gelten,waswiressen,trinken,berühren,hörenodersehen 23DennobwohlimAllgemeinenalleDingeinihrem Wesengleichsind,dasieallevoneinundderselbenMacht beherrschtwerden,gibtesdochinjedemEinzelfalleinen triftigenGrunddafür,warumwiraufdenGebrauch mancherDingeverzichtenunddenallgemeinenGebrauch anderergenießen
24ZurVeranschaulichungmöchteicheinoderzwei PunktekurzansprechenundIhnenerläutern.
25DennihrdürftnichtdemschändlichenGedanken verfallen,dassMoseseineGesetzenurausRücksichtauf MäuseundWieselunddergleichenmitsolcher außerordentlicherSorgfaltverfassthabe
26AlledieseVerordnungenwurdenumderGerechtigkeit willenerlassen,umdasStrebennachTugendunddie VervollkommnungdesCharakterszufördern
27DennalleVögel,diewirverwenden,sindzahmund zeichnensichdurchihreSauberkeitausSieernährensich vonverschiedenenGetreide-undHülsenfruchtarten,zum BeispielTauben,Turteltauben,Heuschrecken,Rebhühner, GänseundalleanderenVögeldieserArt
28DieverbotenenVögelaberwerdenwildund fleischfressendsein;sieunterdrückendieanderendurch ihreStärkeunderbeutenaufgrausameWeiseihreNahrung durchRaubderobengenanntenzahmenVögel
29Nichtnurdas,sondernsiereißenauchLämmerund ZiegenböckewegundverletzenauchMenschen,obtot oderlebendigIndemersiealsunreinbezeichnete,gaber durchsieeinZeichen,dassdiejenigen,fürdiedie WennGesetzeerlassenwurden,müssensieinihrenHerzen GerechtigkeitübenundniemandenauseigenerKraft tyrannisierenoderberauben,sondernihrenLebensweg nachGerechtigkeitausrichten,sowiediezahmenVögel, diebereitserwähntwurden,dieverschiedenen Hülsenfrüchteverzehren,dieaufderErdewachsen,und nichtihreeigenenVerwandtentyrannisierenund vernichten
30UnserGesetzgeberlehrteunsdaher,dassdurchsolche MethodendenWeisenHinweisegegebenwerden,dasssie gerechtseinundnichtsmitGewaltbewirkenundsich davorhütensollen,andereaufgrundihrereigenenStärkezu tyrannisieren
31DaesaufgrundderbesonderenGewohnheitender erwähntenunreinenTierealsunschicklichgilt,sieauchnur zuberühren,solltenwirnichtumsomehrVorsichtwalten lassen,damitunsereigenerRufnichtingleichemMaße zerstörtwerde?
32DeshalbhateralleRegeln,dieerhinsichtlichdessen, wasimFalledieserVögelundandererTiereerlaubtist, aufgestellthat,umunseinemoralischeLehrezuerteilen.
33DenndieSpaltungdesHufesunddieTrennungder Klauensollenunslehren,dasswirzwischenunseren einzelnenHandlungenunterscheidenmüssen,umdie Tugendzuüben
34DenndieKraftunseresganzenLeibesundseine AktivitäthängenvonunserenSchulternundGliedernab
35Deshalbzwingterunszuerkennen,dasswirallunser HandelnmitUnterscheidungsvermögenundnachdem MaßstabderGerechtigkeitausführenmüssen,insbesondere weilwirinbesondererWeisevomRestderMenschheit abgesondertwurden
36DenndiemeistenanderenMännerverunreinigensich durchUnzuchtundtreibendadurchgroßeUngerechtigkeit; undganzeLänderundStädterühmensichsolcherLaster.
37DennsiehabennichtnurGeschlechtsverkehrmit Männern,sondernsieverunreinigenauchihreeigenen MütterundsogarihreTöchter.
38WirabersindvorsolchenSündenbewahrtworden
39AuchdieMenschen,dieaufdiezuvorgenannteWeise getrenntwurden,werdenvomGesetzgeberalssolche bezeichnet,diedieGabedesGedächtnissesbesitzen
40DennalleTiere,„diegespalteneFüßehabenund Wiederkäuersind“,stellenfürdieEingeweihtendas SymbolderErinnerungdar
41DenndasWiederkäuenistnichtsanderesalsdie ErinnerungandasLebenunddieExistenz.
42DenndasLebenwirddurchNahrungerhalten;darum ermahnterunsauchinderSchriftmitdiesenWorten:»Du sollstgedenkendesHerrn,derandirdiesegroßenund wunderbarenDingegewirkthat«
43Dennwennsierichtigverstandenwerden,sindsie offenkundiggroßundherrlich;erstensderAufbaudes KörpersunddieArtderNahrungsaufnahmeunddie TrennungdereinzelnenGliederundaußerdemdie OrganisationderSinne,dieTätigkeitundunsichtbare BewegungdesGeistes,dieSchnelligkeitseinereinzelnen HandlungenundseineEntdeckungderKünstezeugenvon unendlichemEinfallsreichtum
44Darummahnteruns,daranzudenken,dassdie genanntenTeiledurchdiegöttlicheMachtmitvollendeter Kunstfertigkeitzusammengehaltenwerden
45DennerhatalleZeitenundOrtebestimmt,damitwir unsimmerwiederandenGotterinnern,derunsregiertund erhält
46DennwasSpeisenundGetränkebetrifft,sogebieteter uns,dasswirzuersteinenTeilalsOpferdarbringenund dannsogleichunsereMahlzeitgenießen
47DarüberhinaushaterunsaufunserenKleidernein ZeichenderErinnerunggegebenundunsingleicherWeise geboten,diegöttlichenWorteanunsereToreundTüren anzubringen,damitwirunsanGotterinnern
48Underbefiehltausdrücklich,dassauchaufunsere HändedasZeichenangebrachtwerdensoll,umdeutlichzu machen,dasswirjedesWerkinGerechtigkeitvollbringen sollen,indemwiranunsereeigeneSchöpfungdenkenund vorallemdieEhrfurchtvorGotthaben
49ErfordertdieMenschenauchauf,beimHinlegenzum SchlafenundbeimAufwachenüberdieWerkeGottes nachzusinnen,nichtnurinWorten,sondernindemsie deutlichbeobachten,welcheVeränderungundwelchen EindrucksiebeimEinschlafenundbeimAufwachen erfahren,wiegöttlichundunbegreiflichderÜbergangvon einemdieserZuständeindenanderenist
50DieVortrefflichkeitderAnalogieinBezugauf UnterscheidungsvermögenundGedächtniswurdeIhnen nungemäßunsererAuslegungvon„demgespaltenenHuf unddemWiederkäuen“aufgezeigt
51DennunsereGesetzesindnichtwillkürlichodernach demerstenGedanken,derdemHerzenkam,verfasst worden,sondernmitBlickaufdieWahrheitundzur ErleuchtungdurchdierechteVernunft
52DenndurchdieAnweisungen,dieerhinsichtlich SpeisenundGetränkenundbestimmterBerührungsarten gibt,ermahnteruns,wedergedankenloszuhandelnnoch zuhören,nochdurchMissbrauchderVernunftzuUnrecht zugreifen
53AuchbeidenwildenTierenlässtsichdasselbePrinzip entdecken.
54DennderCharakterdesWiesels,derMäuseundder genanntenTiereistverderblich
55Mäuseverunreinigenundbeschädigenalles,nichtnur umsichselbstzuernähren,sondernsogarsoweit,dass alles,wasihnenindenWegkommt,fürdenMenschen völligunbrauchbarwird.
56AuchdieWieselklasseisteigenartig;dennnebendem bereitsGesagtenhatsieeineEigenschaft,dieverunreinigt: SieempfängtdurchdieOhrenundgebiertdurchdenMund 57UndausdiesemGrundgilteinesolchePraxisbeiden Männernalsunrein
58Dennindemsiealles,wassiemitdemOhrempfangen, inWortefassen,verstrickensieandereinÜbelund begehenkeinegewöhnlicheUnreinheit,sondernsindselbst ganzundgardurchdieVerunreinigungderGottlosigkeit befleckt
59UndeuerKönighandelt,wiewirerfahrenhaben,völlig richtig,wennersolcheMännervernichtet.
60Dasagteich:»Ichnehmean,SiemeinendieSpitzel, dennersetztsieständigFolterundqualvollenTodesarten aus.«
61»Ja«,antworteteer,»dieseMännermeineich;dennauf dasVerderbenderMenschenzuwarten,isteineunheilige Sache.«
62UndunserGesetzverbietetuns,irgendjemandem Schadenzuzufügen,seiesdurchWorteoderTaten
63MeinkurzerBerichtüberdieseAngelegenheitensollte euchdavonüberzeugthaben,dassalleunsereVorschriften mitBlickaufdieGerechtigkeitverfasstwurdenunddassin derSchriftnichtsgedankenlosoderohnetriftigenGrund erlassenwurde,sondernihrZweckdarinbesteht,unsindie Lagezuversetzen,währendunseresganzenLebensundin allunseremTunGerechtigkeitvorallenMenschenzuüben unddabeidenallmächtigenGottzuehren
64SozieltdasganzeSystemhinsichtlichunreinerSpeisen undunreinerDinge,KriechtiereundwilderTiereauf GerechtigkeitundgerechteBeziehungenzwischenden Menschenab
65Mirschien,erhabeinallenPunkteneinegute Verteidigungvorgebracht;dennauchinBezugaufdie Kälber,WidderundZiegen,diegeopfertwerden,sagteer, esseinotwendig,sieausdenHerdenundSchafherdenzu nehmenundzahmeTierezuopfernundnichtsWildes darzubringen,damitdieOpferndendiesymbolische BedeutungdesGesetzgebersverstehenundnichtunterdem EinflusseinesarrogantenSelbstbewusstseinsstünden
66DennwereinOpferdarbringt,derbringtaucheinOpfer vonseinereigenenSeeleinallihrenStimmungendar.
67Ichdenke,dassdieseEinzelheitenunsererDiskussion eswertsind,erzähltzuwerden,undwegenderHeiligkeit unddesnatürlichenSinnsdesGesetzeshabeichmich veranlasstgesehen,siedir,Philokrates,aufgrunddeiner eigenenHingabeandieGelehrsamkeitklarzuerklären
KAPITEL7
DieAnkunftderGesandtenmitderHandschriftdes kostbarenBuchesunddenGeschenkenVorbereitungenfür einköniglichesBankettDerGastgeberunterhältseine Gäste,sobaldsiePlatzgenommenhaben,mitFragenund AntwortenEinigeklugeBemerkungenzurSoziologie
1UndEleasarbrachtedasOpferdar,wähltedieBotenaus undbereitetevieleGeschenkefürdenKönigvorDann entließerunsingroßerSicherheitaufunsereReise
2UndalswirAlexandriaerreichten,wurdederKönig sogleichüberunsereAnkunftinformiert.
3BeiunsererAnkunftimPalastbegrüßtenAndreasund ichdenKönigherzlichundübergabenihmdenvonEleazar geschriebenenBrief.
4DerKönigwarsehrdaraufbedacht,dieGesandtenzu treffen,undbefahl,alleanderenBeamtenzuentlassenund dieGesandtenunverzüglichzuihmzurufen.
5DiessorgtefürallgemeineÜberraschung,dennesist üblich,dassdiejenigen,dieinwichtigenAngelegenheiten eineAudienzbeimKönigsuchen,amfünftenTagvorihn gelassenwerden,währendGesandtevonKönigenodersehr wichtigenStädtennurschwerinnerhalbvondreißigTagen ZutrittzumHoferhalten–dieseMänneraberhielterfür würdiger,daerihrenHerrnsohochschätzte,undsoentließ erdiejenigen,derenAnwesenheiterfürüberflüssighielt, undgingweiterumher,bissiehereinkamenundersie begrüßenkonnte
6AlssiemitdenmitgebrachtenGeschenkenundden kostbarenPergamenten,aufdenendasGesetzinGoldund jüdischenSchriftzeichengeschriebenwar,hereinkamen–denndasPergamentwarwunderbargefertigtunddie VerbindungzwischendenSeitensoausgeführt,dasssie unsichtbarwar–,begannderKönig,sobaldersiesah,sie nachdenBüchernzubefragen.
7UndalssiedieSchriftrollenausihrenHüllengenommen unddieSeitenentfaltethatten,bliebderKöniglangeZeit stehen,verneigtesichdannetwasiebenmalundsprach: 8»Ichdankeeuch,meineFreunde,undichdankenoch mehrdem,dereuchgesandthat,undvorallemGott, dessenWortediessind.«
9Undalsalle,dieGesandtenundauchdieanderen Anwesenden,gleichzeitigundmiteinerStimmeriefen: „GottschützedenKönig!“,bracherinFreudentränenaus. 10DennseineSeelenhochmutunddasBewusstseinder ihmzuteilgewordenenüberwältigendenEhrezwangenihn, überseinGlückzuweinen.
11Erbefahlihnen,dieSchriftrollenwiederanihrenPlatz zurückzulegen,undnachdemerdieMännergegrüßthatte, sagteer:»Eswarrecht,MännerGottes,dassichzuerstden BüchernmeineEhrerbietungerwies,umderentwillenich euchhierhergerufenhabe,undeuchdann,nachdemich diesgetanhatte,dieHandderFreundschaftreichte.«
12AusdiesemGrundhabeichdieszuerstgetan 13Ichhabeverfügt,dassdieserTag,andemihr angekommenseid,alsgroßerTagbegangenundwährend meinergesamtenLebenszeitjährlichgefeiertwerdensoll 14EsistauchderJahrestagmeinesSeesiegesüber AntigonosDeshalbfreueichmich,heutemiteuchzu feiern
15Alles,wasihrbrauchenwerdet“,sagteer,„solleuch undmirinangemessenerWeisezubereitetwerden.“
16NachdemsieihreFreudezumAusdruckgebrachthatten, befahler,dassihnendiebestenGemächernaheder ZitadellezugewiesenundVorbereitungenfürdasFestmahl getroffenwerdensollten
17UndNikanorriefdenOberhofmeisterDorotheus,der alsbesondererBeamterfürdieBetreuungderJuden zuständigwar,undbefahlihm,fürjedenEinzelnendie notwendigenVorkehrungenzutreffen.
18DenndieseRegelunghattederKöniggetroffen,undihr seht,dasssiebisheuteeingehaltenwird
19InjederStadt,diebesondereGebräucheinBezugauf Trinken,EssenundLiegenhat,sollenbesondereBeamte eingesetztwerden,diesichumderenBedürfnissekümmern 20UndwennsiedieKönigebesuchenkommen,werden VorbereitungennachihreneigenenGebräuchengetroffen, damiteskeineUnannehmlichkeitengibt,diedieFreudean ihremBesuchstörenkönnten
21DiegleicheVorsichtsmaßnahmewurdeauchimFallder jüdischenGesandtengetroffen
22Dorotheusaber,deralsPatroneingesetztwar,umsich umdiejüdischenGästezukümmern,wareinsehr gewissenhafterMann
23AlleVorräte,dieunterseinerKontrollestandenundfür denEmpfangsolcherGästebestimmtwaren,holteerfür dasFestmahlhervor
24ErordnetedieSitzeinzweiReihengemäßden AnweisungendesKönigsan
25Dennerhatteihmbefohlen,dieHälftederMännerzu seinerRechtenunddieübrigenhinterihmzuplatzieren, damiterihnendiehöchstmöglicheEhrenichtvorenthalten konnte
26AlssiePlatzgenommenhatten,wieserDorotheusan, allesnachdenunterseinenjüdischenGästenüblichen Gebräuchendurchzuführen
27DeshalbverzichteteeraufdieDienstederheiligen Herolde,derOpferpriesterundderanderen,diegewöhnlich dieGebeteverrichteten,undriefstattdesseneinenaus unsererMitte,Eleasar,denältestenderjüdischenPriester, dazuauf,dasGebetzuverrichten
28UnderstandaufundspracheinbemerkenswertesGebet:
„DerallmächtigeGottmögedich,oKönig,mitallden gutenDingen,dieergeschaffenhat,reichlichsegnenund dir,deinerFrau,deinenKindernunddeinenGefährtenden ständigenBesitzdavongewähren,solangeihrlebt!“
29BeidiesenWortenbracheinlauterundfreudigerBeifall aus,dereinebeträchtlicheZeitanhielt;dannaberwandten siesichdemGenussdesvorbereitetenFestmahlszu.
30AlleVorkehrungenfürdenServiceamTischwurden gemäßderAnweisungvonDorotheusgetroffen
31UnterdenBegleiternbefandensichdieköniglichen Pagenundandere,dieEhrenplätzeamHofdesKönigs innehatten
32AlssicheinePausebeimBankettbot,fragtederKönig denGesandten,deraufdemEhrenplatzsaß(denndie PlätzewarennachDienstalterangeordnet),wieersein KönigreichbiszumEndeunversehrterhaltenkönne.
33NachdemereinenAugenblicknachgedachthatte, antworteteer:»AmbestenkönntihrseineSicherheit gewährleisten,indemihrdieunaufhörlicheGüteGottes nachahmtDennwennihrBarmherzigkeitübtunddenen, dieesverdienen,mildeStrafenauferlegt,wiesiees verdienthaben,werdetihrsievomBösenabwendenund siezurUmkehrführen«
34DerKöniglobtedieAntwortundfragtedannden nächstenMann,wieerinallseinemHandelnstetsdas Bestetunkönne
35Eraberantwortete:»Werallengegenübergerecht handelt,wirdinjederSituationrichtighandeln,denner weiß,dassGottjedenGedankenkenntWerdie GottesfurchtalsAusgangspunktnimmt,wirdseinZiel niemalsverfehlen«
36DerKöniglobteauchdiesenMannfürseineAntwort undfragteeinenanderen,wieerFreundefindenkönne,die seinerMeinungnachsodachten
37Erantwortete:»Wennsiesehen,dassdudichumdie BelangederVolksmengekümmerst,überdieduherrschst, sotustdugutdaran,daraufzuachten,wieGottden MenschenseineWohltatenerweistundsiemitGesundheit, NahrungundallemanderenzuseinerZeitversorgt.«
38NachdemderKönigderAntwortzugestimmthatte, fragteerdennächstenGast,wieerdurchAudienzenund UrteileauchvondenenLoberlangenkönne,dieinihrem Rechtsstreitunterlegenseien
39Undersprach:»WennihrzuallenMenschengleich freundlichredetundniemalsanmaßendodertyrannischmit Übeltäternumgeht,sowerdetihrdiestun,wennihrdarauf achtet,wieGotthandelt.DieBittenderWürdigenwerden stetserfüllt,währenddenen,derenGebetenichterhört werden,durchTräumeoderEreignisseoffenbartwird,was anihrenBittenschädlichwar,unddassGottsienichtnach ihrenSündenodernachderGrößeseinerMachtbestraft, sondernihnengegenübergeduldighandelt«
40DerKöniglobtedenMannherzlichfürseineAntwort undfragtedenNächsten,wieerinmilitärischen Angelegenheitenunbesiegbarseinkönne
41Eraberantwortete:»Wennernichtalleinaufseine VolksmengeoderseineKriegstruppenvertraute,sondern Gottbeständiganrief,damiterseineUnternehmungenzum Erfolgführe,währenderselbstalleseinePflichtenim GeistederGerechtigkeiterfüllte«
42ErbegrüßtedieseAntwortundfragteeinenanderen, wieerfürseineFeindezueinemObjektdesSchreckens werdenkönne
43Eraberantwortete:»Wenner,obwohlerüberein gewaltigesArsenalanWaffenundStreitkräftenverfügt, bedenke,dassdieseDingemachtlossind,eindauerhaftes undendgültigesErgebniszuerzielenDennselbstGott flößtdenMenschenFurchtein,indemerihnenAufschub gewährtundlediglichdieGrößeseinerMachtzurSchau stellt«
44DiesenMannlobtederKönigundfragtedannden nächsten:„WasistdashöchsteGutimLeben?“
45Underantwortete:»Zuerkennen,dassGottHerrdes UniversumsistunddassbeiunserengrößtenLeistungen nichtwirdenErfolgerlangen,sondernGott,derdurch seineMachtalleszurVollendungbringtundunszumZiel führt.«
46DerKönigriefaus,derMannhabegutgeantwortet,und fragtedanndenNächsten,wieerallseinenBesitz unversehrterhaltenundihnschließlichindemselben ZustandanseineNachfolgerweitergebenkönne
47Eraberantwortete:»BetetbeständigzuGott,dassihrin alleurenUnternehmungenvonhohenMotivenerfüllt werdet,undwarnteureNachkommendavor,sichvon RuhmoderReichtumblendenzulassen;dennGottistes, deralldieseGabenverleiht,undderMenscherlangt niemalsauseigenerKraftdieVorherrschaft«
48DerKönigstimmtederAntwortzuundfragteden nächstenGast,wieeralles,wasihmwiderfahre,mit Gelassenheitertragenkönne
49Undersagte:»Wennihrfestdavonüberzeugtseid,dass alleMenschenvonGottdazubestimmtsind,sowohlam größtenÜbelalsauchamgrößtenGutteilzuhaben,daes
unmöglichist,dasseinMenschdavonausgenommenist Gottaber,zudemwirallezeitbetensollen,gibtunsdie KraftzumAusharren«
50DerKönigwarüberdieAntwortdesManneserfreut undsagte,dassalleihreAntwortengutgewesenseien.„Ich werdenocheinemandereneineFragestellen“,fügteer hinzu,„unddannwillichfürdenMomentaufhören,damit wirunsdemGenussdesFestmahlszuwendenundeine angenehmeZeitverbringenkönnen“
51DaraufhinfragteerdenMann:„WasistdaswahreZiel desMutes?“
52Eraberantwortete:»WenninderStundederGefahrein rechterPlangemäßderursprünglichenAbsichtausgeführt wirdDennallesgeschiehtdurchGottzudeinemVorteil,o König,weildeinRatschlussgutist«
53AlsalledurchihrenBeifallihreZustimmungzur Antwortbekundethatten,sagtederKönigzuden Philosophen(denneswarennichtwenigeanwesend): »MeinerMeinungnachzeichnensichdieseMännerdurch TugendausundbesitzenaußergewöhnlichesWissen,dasie spontanpassendeAntwortenaufdievonmirgestellten FragengegebenundalleGottzumAusgangspunktihrer Wortegemachthaben«
54UndMenedemus,derPhilosophvonEretria,sprach: »Wahrhaftig,oKönig–denndadasUniversumvonder Vorsehunggelenktwirdunddawirrichtigerkennen,dass derMenschGottesSchöpfungist,folgtdaraus,dassalle KraftundSchönheitderRedevonGottstammen.«
55AlsderKönigdiesemVorschlagzustimmte, verstummtedasGespräch,undsievergnügtensichAlsder Abendhereinbrach,endetedasFestmahl.
KAPITEL8
WeitereFragenundAntwortenBeachtenSieVers20mit seinemBezugzumFliegendurchdieLuft,verfasstum150 v.Chr.
1AmfolgendenTagsetztensiesichwiederzuTischund setztendasFestmahlnachdengleichenVereinbarungen fort.
2AlsderKönigmeinte,einegeeigneteGelegenheitsei gekommen,seineGästezubefragen,beganner,den Männern,dienebenihmsaßen,weitereFragenzustellen, nachdemdieseamVortaggeantwortethatten
3ErbeganndasGesprächmitdemelftenMannzu eröffnen,denneswarenzehnMännergewesen,diebeim vorherigenMalbefragtwordenwaren
4AlsStillschweigenherrschte,fragteer,wieerweiterhin reichbleibenkönne
5NachkurzemNachdenkenantwortetederMann,demdie Fragegestelltwordenwar:„Wennernichtstut,wasseiner Stellungunwürdigist,niemalszügelloshandelt,niemals GeldfürleereundeitleBeschäftigungenverschwendet, sonderndurchTatenderGütealleseineUntertanenihm wohlgesinntmachtDennGottistderUrheberallerguten Dinge,undihmmussderMenschgehorchen“
6DerKöniglobteihnundfragtedanneinenanderen,wie erdieWahrheitbewahrenkönne
7AufdieFrageantworteteer:»Indemmanerkennt,dass eineLügegroßeSchandeüberalleMenschenbringt, besondersaberüberKönigeDenndasiedieMachthaben, zutun,wassiewollen,warumsolltensiezuLügengreifen?
Außerdemmusstdu,oKönig,stetsbedenken,dassGottdie Wahrheitliebt.«
8DerKönignahmdieAntwortmitgroßerFreudeentgegen undfragteeinenanderen:„WasistdieLehreder Weisheit?“
9Derandereaberantwortete:»Wieduwillst,dassdirkein Übelwiderfahre,sonderndassduanallemGutenAnteil hast,sosollstduauchgegenüberdeinenUntertanenund ÜbeltäternnachdemselbenPrinziphandelnunddieEdlen undGutensanftermahnenDennGottziehtalleMenschen durchseineGütezusich«
10DerKöniglobteihnundfragtedenNächstenderReihe nach,wieerdenneinFreundderMenschenseinkönne.
11Eraberantwortete:»Daihrseht,dasssichdas MenschengeschlechtvermehrtundmitvielMühsalund großemLeidgeborenwird,dürftihrsienichtleichtfertig bestrafenoderquälen,dennihrwisst,dassdasLebender MenschenausSchmerzenundStrafenbestehtDennwenn ihrallesverstündet,würdetihrMitleidempfinden,denn auchGottisterbarmungswürdig!«
12DerKönignahmdieAntwortanerkennendentgegen undfragtedenNächsten:»Wasistdiewichtigste QualifikationzumRegieren?«
13»Mansollsich«,antworteteer,»nichtbestechenlassen unddengrößtenTeilseinesLebensnüchternleben,die GerechtigkeitüberallesstellenundsichFreundemit solchenMännernmachenDennauchGottliebtdie Gerechtigkeit!«
13NachdemerseineZustimmunggegebenhatte,fragte derKönigeinenanderen:„WasistdaswahreKennzeichen derFrömmigkeit?“
14Eraberantwortete:»Erkennt,dassGottunaufhörlichim Universumwirktundallesweiß,unddasskeinMensch, derungerechthandeltundBösestut,seinemBlickentgeht. WieGottderWohltäterderganzenWeltist,sosolltauch ihrihmnacheifernundfreivonSündensein!«
15DerKöniggabseinEinverständnisundfragteeinen anderen:„WasistdasWesendesKönigtums?“
16Eraberantwortete:»Sichselbstgutzubeherrschenund sichnichtvonReichtumoderRuhmzumaßlosenoder unschicklichenBegierdenverführenzulassen–dasistdie wahreArtzuregieren,wennmandieSachegutdurchdenkt Dennalles,wasihrwirklichbraucht,habtihrbereits,und GottistfreivonBedürftigkeitundgütigSeidsogesinnt, wieessichfüreinenManngeziemt,undbegehrtnichtviel, sondernnurdas,waszumRegierennotwendigist!«
17DerKöniglobteihnundfragteeinenanderenMann, wieseineÜberlegungenzumBestenführenkönnten.
18Eraberantwortete:»Wennerinallemstetsnach GerechtigkeitstrebtundUngerechtigkeitfür gleichbedeutendmitdemTodhältDennGottverheißtden GerechtenstetsdengrößtenSegen!«
19NachdemderKönigihngelobthatte,fragteerden Nächsten,wieerimSchlaffreivonquälendenGedanken seinkönne
20Underantwortete:»DuhastmireineFragegestellt,die sehrschwerzubeantwortenist,dennwirkönnenunser wahresSelbstimSchlafnichtzumVorscheinbringen, sondernsindvonVorstellungengefangen,diesichder Vernunftentziehen.DennunsereSeelenhabendasGefühl, dieDinge,dieimSchlafinunserBewusstseintreten, tatsächlichzusehenWirirrenunsjedoch,wennwir
meinen,wirsegeltentatsächlichaufdemMeerinBooten, flogendurchdieLuft,reisteninandereRegionenoder ÄhnlichesUnddochstellenwirunssolcheDinge tatsächlichvor.«
21Soweitesmirmöglichist,eineEntscheidungzutreffen, binichzufolgendemSchlussgekommen:Dumusst,o König,injederHinsichtdeineWorteundTatennachdem GebotderFrömmigkeitausrichten,damitdudirbewusst bist,dassdudieTugendbewahrstundniemalsdeine eigenenBegierdenaufKostenderVernunftwählstund niemalsdurchMachtmissbrauchdieGerechtigkeit missachtest
22DennderGeististimSchlafmeistmitdenselben DingenbeschäftigtwieimWachzustandWeraberall seineGedankenundseinHandelnaufdieedelstenZiele ausrichtet,gründetsichaufGerechtigkeit,sowohlim WachenalsauchimSchlafDarumseistandhaftinder ständigenSelbstbeherrschung
23DerKöniglobtedenMannundsagtezueinemanderen: »DaduderZehntebist,derantwortet,werdenwiruns, sobalddugesprochenhast,demFestmahlwidmen«Und dannstellteerdieFrage:»Wiekannichvermeiden,etwas zutun,dasmeinerselbstunwürdigist?«
24Eraberantwortete:»AchtestetsaufdeinenRuhmund deineerhabeneStellung,damitdunurdasredestund denkst,wasdamitvereinbarist,dennduweißt,dassalle deineUntertanenüberdichdenkenundredenDudarfst nichtschlechterdastehenalsdieSchauspieler,dieihre RollesorgfältigstudierenundallihrHandelndanach ausrichtenDuspielstkeineRolle,sondernbistwahrhaftig einKönig,daGottdirköniglicheAutoritätverliehenhat, diedeinemWesenentspricht«
25NachdemderKöniglautundlangeaufdieherzlichste WeiseBeifallgespendethatte,wurdendieGäste aufgefordert,sichauszuruhenAlsdasGesprächbeendet war,widmetensiesichdemnächstenGangdesFestmahls 26AmfolgendenTagwurdediegleicheAnordnung eingehalten,undalsderKönigdieGelegenheithatte,den MännernFragenzustellen,fragteerdenerstenvondenen, diefürdasnächsteVerhörübriggebliebenwaren:Wasist diehöchsteRegierungsform?
27Erantwortete:»Sichselbstzubeherrschenundsich nichtvonTriebenhinreißenzulassen.DennalleMenschen habeneinegewissenatürlicheNeigungDiemeisten MenschenneigenwohlzuEssen,TrinkenundVergnügen, KönigehingegenzuGebietsgewinnundgroßemRuhm. Dochesistgut,dassinallenDingenMäßigungherrscht« 28WasGotteuchgibt,dasnehmtanundbehaltetes;aber strebtniemalsnachDingen,dieaußerhalbeurerReichweite sind
29ErfreutüberdieseWortefragtederKönigdenNächsten, wieerfreivonNeidwerdenkönne.
30Underzögertekurzundantwortete:»Wennihrvor allembedenkt,dassGottesist,derallenKönigenEhreund großenReichtumverleihtundniemandauseigenerKraft KönigistAlleMenschenmöchtenandieserEhreteilhaben, könnenesabernicht,dasieeinGeschenkGottesist!«
31DerKöniglobtedenMannineinerlangenRedeund fragtedanneinenanderen:WiekönneerseineFeinde verachten?
32Eraberantwortete:»WennihrallenMenschen freundlichgesinntseidundihreFreundschaftgewinnt,
brauchtihrniemandenzufürchtenDennvonallen Menschenbeliebtzusein,istdasgrößteGeschenk,das manvonGottempfangenkann!«
33NachdemderKönigdieseAntwortgelobthatte,befahl erdemnächstenMann,dieFragezubeantworten,wieer seinengroßenRuhmbewahrenkönne
34Erantwortete:»Wennihrfreigebigundgroßherzigseid undanderenGüteundGnadeerweist,werdetihreuren Ruhmniemalsverlieren;wolltihraber,dasseuchdiese Gnadenweiterhinzuteilwerden,müsstihrGottunablässig anrufen«
35DerKönigbrachteseineZustimmungzumAusdruck undfragtedenNächsten:Wemgegenübersollteein MenschFreigiebigkeitzeigen?
36Eraberantwortete:»AlleMenschensindsicheinig, dasswirdenen,dieunswohlgesinntsind,Freigiebigkeit erweisensollenIchabermeine,dasswirauchdenen,die unsfeindlichgesinntsind,dieselbegroßeGroßzügigkeit entgegenbringensollten,damitwirsieaufdieseWeisefür dasRechteundfürdas,wasunszumVorteilgereicht, gewinnenWirmüssenaberzuGottbeten,dassdies gelinge,dennerlenktdieGedankenallerMenschen.«
37NachdemderKönigseineZustimmungzuderAntwort erklärthatte,baterdensechsten,dieFragezubeantworten: WemgegenübersolltenwirDankbarkeitzeigen?
38Eraberantwortete:»ErehrtunsereElternbeständig, dennGotthatunseinsehrwichtigesGebotgegeben, nämlichdieEhre,diedenElterngebührt.Weiterhinspricht ervonderFreundschaftunterFreunden,dennersagt:»Ein FreundistwiedeineeigeneSeele«Dutustgutdaran,dich zubemühen,alleMenschenzudeinenFreundenzu machen«
39DerKönigredetefreundlichmitihmundfragtedann denNächsten:Wasistes,dasderSchönheitanWert gleicht?
40Undersprach:»FrömmigkeitistdievornehmsteForm derSchönheit,undihreKraftliegtinderLiebe,dieeine GabeGottesistDiesehastdubereitserlangtundmitihr alleSegnungendesLebens«
41DerKöniglobtedieAntwortaufdiegnädigsteWeise undfragteeinenanderen,wieer,fallserscheiternsollte, seinenRufimgleichenMaßewiedererlangenkönne
42Undersprach:»Esistunmöglich,dassduscheiterst, dennduhastinalleMenschendenSamenderDankbarkeit gesät,dereineFruchtdesWohlwollensbringt,unddiese istmächtigeralsdiestärkstenWaffenundgarantiertgrößte SicherheitWennaberjemandscheitert,sollerniewieder dastun,waszuseinemScheiterngeführthat,sondern FreundschaftenschließenundgerechthandelnDennesist GottesGabe,Guteszutun,nichtdasGegenteil«
43DerKönigwarvondiesenWortensoerfreut,dasser einenanderenfragte,wieerdennvonKummerbefreit werdenkönne
44Eraberantwortete:»WennerniemandemUnrechtgetan, sondernallenGutesgetanunddenWegderGerechtigkeit beschrittenhat,sobringtdessenFruchtFreiheitvon Kummer.WirabermüssenzuGottbeten,dassuns unerwarteteÜbelwieTod,Krankheit,Schmerzoder ÄhnlichesnichttreffenundunsschadenDaduaber frommbist,wirddichsolchesUnglückniemalstreffen.« 45DerKöniglobteihnüberschwänglichundfragteden Zehnten:WasistdiehöchsteFormdesRuhms?
46Undersprach:»UmGottzuehren,unddiesgeschieht nichtdurchGabenundOpfer,sonderndurchReinheitdes HerzensundheiligeÜberzeugung,daallesvonGottnach seinemWillengeformtundgelenktwird.Davonseidihr stetsüberzeugt,wiejederaneurenLeistungenin VergangenheitundGegenwartsehenkann«
47MitlauterStimmebegrüßtederKönigalleundsprach freundlichzuihnen,undalleAnwesendenbrachtenihre ZustimmungzumAusdruck,besondersdiePhilosophen Dennsiewarenihnen[denPhilosophen]sowohlim VerhaltenalsauchinderArgumentationweitüberlegen,da sieGottstetsalsAusgangspunktnahmen
48DanachtrankderKönig,umseineguteLaunezuzeigen, aufdasWohlseinerGäste
KAPITEL9
Vers8verdeutlichtdenWertdesWissensVers28die elterlicheZuneigung.BeachtenSiebesondersdieFragein Vers26unddieAntwortBeachtenSieauchdieFragein Vers47unddieAntwortDiesisteinweiserRatfür Geschäftsleute.
1AmfolgendenTagwurdendiegleichenVorkehrungen fürdasFestmahlgetroffen,undsobaldsichdieGelegenheit bot,begannderKönig,denMännern,dienebendenen saßen,diebereitsgeantwortethatten,Fragenzustellen,und ersagtezumersten:„KannWeisheitgelehrtwerden?“
2Undersprach:»DieSeeleistsobeschaffen,dasssie durchgöttlicheKraftallesGuteaufnehmenunddas Gegenteilzurückweisenkann«
3DerKönigzeigtesicheinverstandenundfragteden nächstenMann:Wasistamgesundheitsförderlichsten?
4Undersprach:»Mäßigung,undesistnichtmöglich, diesezuerlangen,esseidenn,GottschaffteineNeigung dazu«
5DerKönigredetefreundlichmitdemMannundsagtezu einemanderen:»WiekanneinMannseinenElternwürdig seineDankbarkeiterweisen?«
6Undersprach:»IndemmanihnenniemalsSchmerz zufügt,unddiesistnichtmöglich,esseidenn,Gottrichtet denGeistaufdasStrebennachdenedelstenZielen«
7DerKönigstimmtezuundfragtedenNächsten,wieer einaufmerksamerZuhörerwerdenkönne.
8Undersagte:»Indemihreuchdaranerinnert,dassalles Wissennützlichist,weileseuchermöglicht,mitGottes HilfeineinerNotlageeinigederDinge,dieihrgelernthabt, auszuwählenundsieaufdieKriseanzuwenden,vorderihr steht.SowerdendieBemühungenderMenschendurch GottesHilfevollendet«
9DerKöniglobteihnundfragtedenNächsten:Wiekönne eresvermeiden,etwaszutun,dasdemGesetzwiderspricht?
10Undersprach:»Wennihrerkennt,dassGottesist,der denGesetzgeberndieGedankeninsHerzgegebenhat,dass dasLebenderMenschengerettetwerdensoll,sowerdetihr ihnenfolgen«
11DerKönignahmdieAntwortdesManneszurKenntnis undfragteeinenanderen:„WasistderVorteilder Verwandtschaft?“
12Eraberantwortete:»Wennwirbedenken,dasswir selbstunterdemUnglückunsererVerwandtenleidenund ihrLeidzuunseremeigenenwird,dannzeigtsichsofort dieStärkederVerwandtschaftDennnurwennwirsolches
Mitgefühlzeigen,gewinnenwirEhreundAnseheninihren Augen.Hilfe,verbundenmitGüte,istansichein unauflöslichesBandUndinZeitenihresWohlergehens dürfenwirnichtnachihremBesitzgieren,sondernmüssen Gottbitten,ihnenallesGutezuschenken.«
13NachdemderKönigihmdasselbeLobausgesprochen hattewiedenanderen,fragteereinenanderen,wieerdie FreiheitvonderFurchterlangenkönne.
14Undersprach:»WennderGeisterkennt,dassernichts Bösesgetanhat,undwennGottihnzuallenedlen Ratschlägenlenkt«
15DerKöniglobteihnundfragteeinenanderen,wiees ihmgelinge,stetseinrichtigesUrteilzufällen.
16Eraberantwortete:»WennersichständigdasUnglück vorAugenführt,dasdieMenschentrifft,underkennt,dass esGottist,dermanchendenWohlstandnimmtundandere zugroßerEhreundHerrlichkeitführt«
17DerKönigempfingdenMannfreundlichundbatihn, ihmdieFragezubeantworten,wieereinLebenin BequemlichkeitundVergnügenvermeidenkönne
18Eraberantwortete:»Wennersichstetsdaranerinnerte, dasserHerrschereinesgroßenReichesundHerrüber unzähligeMenschenseiunddassseinGeistnichtmit anderenDingenbeschäftigtsein,sondernstetsdarüber nachdenkensollte,wieerihrWohlambestenfördern könne,somusserauchzuGottbeten,dasserkeinePflicht vernachlässige«
19NachdemderKönigihngelobthatte,fragteerden Zehnten,wieerdiejenigenerkennenkönne,dietreulos gegenihnvorgingen
20UnderantworteteaufdieFrage:»Wennerdarauf achtete,obdasVerhaltendererumihnherumnatürlichwar undobsiebeiEmpfängenundRatssitzungensowieim allgemeinenUmgangmiteinanderdiegebotene RangordnungeinhieltenundniemalsdieGrenzendes AnstandsbeiGlückwünschenoderanderen Verhaltensweisenüberschritten.AberGottwirddeinen Sinn,oKönig,allemEdlenzuwenden«
21NachdemderKöniglautstarkseineZustimmung kundgetanundjedenEinzelnengelobthatte(unterdem BeifallallerAnwesenden),wandtensiesichdemGenuss desFestmahlszu
22UndamnächstenTag,alssichdieGelegenheitbot, fragtederKönigdenNächsten:WasistdiegröbsteForm derVernachlässigung?
23Eraberantwortete:»WenneinMannsichnichtum seineKinderkümmertundnichtallesfürihreErziehung tut,soistdaseinFehler,denwirbeten,nichtsosehrfür unsselbst,sondernfürunsereKinder,dassihnenjeder SegenzuteilwerdeUnserWunsch,dassunsereKinder Selbstbeherrschungerlangen,wirdnurdurchGottesMacht erfüllt.«
24DerKönigsagte,erhabegutgesprochen,undfragte danneinenanderen,wieerdennpatriotischseinkönne 25»WennihreuchstetsvorAugenhaltet«,erwiderteer, »dassesgutist,imeigenenLandzulebenundzusterben EinAufenthaltimAuslandbringtdenArmenVerachtung unddenReichenSchande,alswärensiewegeneines VerbrechensverbanntwordenWennihrallenGutestut, wieihresbeständigtut,wirdGotteuchbeiallenGunst schenken,undihrwerdetalsPatriotengelten«
26NachdemderKönigdiesemMannzugehörthatte,fragte erdenNächsten,wieermitseinerFraufriedlich zusammenlebenkönne
27Erantwortete:»DadieFrauenvonNaturaus eigensinnigundenergischinderVerfolgungihrereigenen WünschesindunddurchtrügerischesDenkenplötzlichen MeinungsänderungenunterliegenundvonNaturaus schwachsind,istesnotwendig,weisemitihnen umzugehenundkeinenStreitzuprovozierenFürein erfolgreichesLebenmussderSteuermanndasZielkennen, aufdaserseinenKursausrichtensollNurmitGottesHilfe könnendieMenschenjederzeiteinenwahrenLebensweg einschlagen.«
28DerKönigstimmtezuundfragtedenNächsten,wieer fehlerfreibleibenkönne
29Eraberantwortete:»Wenndustetsüberlegthandelst undniemalsVerleumdungenGlaubenschenkst,sondern selbstprüfst,wasdirgesagtwird,undnachdeinemeigenen UrteilüberdieandichgerichtetenBittenentscheidestund allesimLichtedeinesUrteilstust,sowirstdu,oKönig, freivonIrrtumseinDochdieErkenntnisunddie AnwendungdieserDingesinddasWerkgöttlicherMacht.«
30DerKönigwarüberdieseWorteerfreutundfragte einenanderen,wieersichvordemZornGottesbewahren könne.
31UndersprachaufdieFrage:»Wenneranerkennt,dass erMachtüberallehat,sogarübersiedenTodzu verhängen,wennerdemZornnachgibtunddassessinnlos undjämmerlichwäre,wenner,nurweilerHerrist,vielen dasLebennähme«
32WozuZorn,wennalleMenschenihmunterworfen warenundniemandihmfeindlichgesinntwar?Manmuss erkennen,dassGottdieganzeWeltimGeistederGüteund ganzohneZornregiert,unddu“,sagteer,„oKönig,musst seinemBeispielunbedingtfolgen“
33DerKönigsagte,erhabegutgeantwortet,undfragte danndenNächsten:WasisteinguterRat?
34„UmstetsgutundmitgebührenderÜberlegungzu handeln“,erklärteer,„indemwirdasfürunsereeigene PolitikVorteilhaftemitdenschädlichenFolgenabwägen, diesichausderAnnahmedergegenteiligenAnsicht ergebenwürden,damitwirdurchAbwägungallerPunkte gutberatenwerdenundunserZielerreichen.Undvor allemwirddurchdieMachtGottesjedereurerPlänein Erfüllunggehen,weilihrFrömmigkeitübt“
35DerKönigsagte,dieserMannhabegutgeantwortet, undfragteeinenanderen:WasistPhilosophie?
36Undererklärte:»MansollinBezugaufjedeFrage,die sichstellt,gutnachdenkenundsichniemalsvonImpulsen hinreißenlassen,sondernüberdieSchädennachsinnen,die ausdenLeidenschaftenentstehen,unddenUmständen entsprechendhandeln,indemmanMäßigungübt.Wir müssenaberzuGottbeten,dasserunsdieAchtsamkeitfür dieseDingeeinflößt«
37DerKöniggabseinEinverständnisundfragteeinen anderen,wieerbeiReiseninsAuslandAnerkennung findenkönne.
38»IndemichallenMenschengegenübergerechtbin«, antworteteer,»undindemichmichdenen,unterdenenich reiste,untergeordnetstattüberlegenzeige.Dennesistein anerkannterGrundsatz,dassGottvonseinemWesenher
dieDemütigenannimmtUnddieMenschenlieben diejenigen,diebereitsind,sichihnenunterzuordnen.«
39NachdemderKönigseineZustimmungzudieser AntwortzumAusdruckgebrachthatte,fragteereinen weiteren,wieersobauenkönne,dassseineBauwerkeauch nachseinemTodBestandhätten
40UnderantworteteaufdieFrage:»WennseineWerke vongroßemundedlemAusmaßwären,sodassdie BetrachtersiewegenihrerSchönheitverschonten,und wennerniemalseinendererentließe,diesolcheWerke vollbrächten,undniemalsanderezwang,ihmohneLohn zudienen«
41Daergesehenhat,wieGottfürdieMenschensorgtund ihnenGesundheit,geistigeFähigkeitenundalleanderen Gabenschenkt,sollteerselbstseinemBeispielfolgenund denMenschenihrenLohnfürihreMühengeben.Dennes sinddieWerkederGerechtigkeit,dieewigbestehen bleiben!
42DerKönigsagte,dassauchdieserManngutgeantwortet habe,undfragtedenzehnten:WasistdieFruchtder Weisheit?
43Eraberantwortete:»EinMenschsollsichbewusstsein, dassernichtsBösesgetanhatundseinLebeninder WahrheitlebenDenndaraus,omächtigerKönig,erwächst dirdiegrößteFreude,SeelenstärkeundeinstarkerGlaube anGott,wenndudeinReichinFrömmigkeitregierst« 44AlssiedieAntworthörten,jubeltensieallelaut,und danachtrankderKöniginseinerFreudeaufihrWohl.
45UndamnächstenTagverliefdasFestmahlwieschon zuvor,undalssichdieGelegenheitbot,stelltederKönig denverbliebenenGästenFragenundsagtezumersten: »WiekanneinMenschsichvorStolzbewahren?«
46Eraberantwortete:»WennerGleichheitwahrtundsich beijederGelegenheitdaranerinnert,dassereinMenschist, derüberMenschenherrschtUndGottmachtdieStolzen zunichteunderhöhtdieSanftmütigenundDemütigen!«
47DerKönigredetefreundlichmitihmundfragteihnals Nächstes:WensollteeinMannsichalsRatgeber aussuchen?
48Eraberantwortete:»Diejenigen,dieinvielerlei Hinsichtgeprüftwurdenundihmgegenüberungetrübte GütebewahrenundanseinerGesinnungAnteilhabenUnd Gottoffenbartsichdenen,diewürdigsind,damitdiese Zieleerreichtwerden«
49DerKöniglobteihnundfragteeinenanderen:Wasist derwichtigsteBesitzeinesKönigs?
50»DieFreundschaftundLiebeseinerUntertanen«, antworteteer,»denndadurchwirddasBanddesguten WillensunauflöslichUndGottistes,derdafürsorgt,dass diesnacheuremWunschgeschieht«
51DerKöniglobteihnundfragteeinenanderen:„Wasist dasZielderRede?“Underantwortete:„DenGegnerzu überzeugen,indemmanihmseineFehlerineiner wohlgeordnetenReihevonArgumentenaufzeigt“
52DennsogewinnstdudenZuhörer,nichtindemduihm widerstehst,sondernindemduihnlobst,umihnzu überzeugen.UnddieÜberzeugunggeschiehtdurchdie KraftGottes
53DerKönigsagte,erhabeeineguteAntwortgegeben, undfragtedann,wieerdennmitdenvielenverschiedenen Völkern,diedieBevölkerungseinesKönigreichsbildeten, friedlichzusammenlebenkönne
54»Indemihreuchjedemgegenüberangemessen verhaltet«,antworteteer,»unddieGerechtigkeitzueurem Leitfadennehmt,wieihresjetztmitHilfederEinsichttut, dieGotteuchschenkt.«
55DerKönigwarüberdieseAntworterfreutundfragte einenweiteren:»UnterwelchenUmständensollteein MenschKummererleiden?«
56»Wennwirsehen,dassdasUnglückunsererFreunde langwierigundunheilbarist,soerwiderteer:»Die Vernunfterlaubtesunsnicht,umdieVerstorbenenzu trauern,dievomBösenbefreitsindDochalleMenschen trauernumsie,weilsienuransichselbstundihreneigenen Vorteildenken.NurdurchGottesMachtkönnenwirallem Bösenentfliehen!«
57DerKönigsagte,erhabeeineangemesseneAntwort gegeben,undfragteeinenanderen:Wiekannmandenn Ansehenverlieren?
58Eraberantwortete:»WennStolzundmaßloses Selbstvertrauenherrschen,entstehenSchandeund RufverlustDennGottistderHerrüberallenRufund verleihtihn,wemerwill«
59DerKönigbestätigtedieAntwortundfragteden Nächsten:WemsollensichdieMenschenanvertrauen?
60»Denjenigen«,antworteteer,»dieeuchausLiebe dienenundnichtausFurchtoderEigennutz,dienuran ihreneigenenVorteildenkenDenndaseineistein ZeichenderLiebe,dasandereeinZeichenvonBosheitund Vorteilsucht.«
61DennwerimmernurseineneigenenVorteilsucht,ist imHerzeneinVerräterDuabergewinnstdieZuneigung alldeinerUntertanendurchdengutenRat,denGottdir schenkt
62DerKönigsagte,erhabeweisegeantwortet,undfragte einenanderen:WasbewahrteinKönigreichvorSchaden?
63UnderantworteteaufdieFrage:»Sorgteuchdarumund denktvoraus,dasskeinUnheilvondenenangerichtetwird, dieineinerMachtpositionüberdasVolkgesetztsind.Und diestutihrallezeitmitderHilfeGottes,dereuchmit strengemUrteilsvermögenerfüllt«
64DerKönigsprachihmermutigendeWortezuundfragte einenanderen:Wasistes,dasDankbarkeitundEhreerhält?
65Eraberantwortete:»Tugend,dennsieistderSchöpfer guterWerke,unddurchsiewirddasBösevernichtet,so wieihrdurchdieGabe,dieGotteuchschenkt,allen gegenüberEdelmutbeweist«
66DerKönignahmdieAntwortgnädigzurKenntnisund fragtedenelften(daeszweimehralssiebzigwaren),wie erinKriegszeitenSeelenruhebewahrenkönne.
67Eraberantwortete:»Indemsiesichdaranerinnern,dass erkeinemseinerUntertanenBösesgetanhatunddassalle fürihnkämpfenwürden,alsDankfürdieWohltaten,die sieempfangenhaben,dennsiewissen,dassdudichumdie kümmernwirst,dievonihnenabhängigsind,selbstwenn sieihrLebenverlierenDennduversäumstesnie, jemandemWiedergutmachungzuleisten–sogroßistdie Güte,mitderGottdicherfüllthat«
68DerKöniglobtesieallelautstarkundsprachsehr freundlichmitihnenDanntrankereinenlangenSchluck aufdasWohljedesEinzelnen,gabsichdemVergnügenhin undüberschütteteseineGästemitüberausgroßzügigerund herzlicherFreundschaft
KAPITEL10
DieFragenundAntwortenwerdenfortgesetztEswird aufgezeigt,wieOffiziereausgewähltwerdensollten WelcherMannistbewundernswert?Undeswerdenandere ProblemedesAlltagsbehandelt,dieheutegenausoaktuell sindwievor2000JahrenDieVerse15–17sind bemerkenswert,dasiedasTheaterempfehlenDieVerse 21–22beschreibendieWeisheit,einenPräsidentenzu wählenodereinenKönigzuhaben
1AmsiebtenTagwurdenwesentlichumfangreichere Vorbereitungengetroffen,undvieleanderewarenausden verschiedenenStädtenanwesend(daruntereinegroße AnzahlvonGesandten)
2AlssicheineGelegenheitbot,fragtederKönigden erstenderjenigen,dienochnichtbefragtwordenwaren, wieersichdavorschützenkönne,durchtrügerische Argumentationgetäuschtzuwerden
3Erantwortete:»IndemihrgenauaufdenSprecher,das GesagteunddenGegenstandderDiskussionachtetund dieselbenFragennacheinerWeileinandererFormerneut stellt.DocheinenwachenVerstandzubesitzenundin jederSacheeingesundesUrteilfällenzukönnen,isteine dergutenGabenGottes,unddubesitztsie,oKönig«
4DerKöniglobtedieAntwortlautstarkundfragteeine weitere:WarumwerdendiemeistenMenschennie tugendhaft?
5»Denn«,erwiderteer,»sindalleMenschenvonNaturaus maßlosunddemVergnügenzugeneigtDaherrührtdie UngerechtigkeitunddieGierDieTugendhaftigkeitistein Hindernisfürjene,dieeinemLebendesVergnügens verfallensind,dennsiegebietetihnenMäßigungund GerechtigkeitDennGottistderHerrüberdieseDinge« 6DerKönigsagte,erhabegutgeantwortet,undfragte: „WassollenKönigebefolgen?“Erantwortete:„Die Gesetze,damitsiedurchgerechteErlassedasLebender Menschenwiederherstellen.Sowiedudirdurchdein gehorsamesHandelngemäßdemgöttlichenGebotein ewigesAndenkengeschaffenhast“
7DerKönigsagte,dassauchdieserManngutgesprochen habe,undfragtedennächsten:Wensollenwirals Statthaltereinsetzen?
Underantwortete:„Alle,diedasBösehassenunddeinem Beispielfolgen,handelngerecht,damitsiestetseinen gutenRufbewahrenDenndiestustdu,omächtiger König“,sagteer,„undGottistes,derdirdieKroneder Gerechtigkeitverliehenhat“
9DerKönigjubeltelautstarküberdieAntwortundfragte danndennächstenMann:„WensollenwirzuOffizieren überdieStreitkräfteernennen?“
10Undererklärte:»Diejenigen,diesichdurchMutund GerechtigkeitauszeichnenunddenendasWohlihrer MännerwichtigeristalseinSiegdurchleichtsinniges Handeln,sinddieRichtigenDennwieGottallen MenschenGutestut,soseidauchihr,indemihrihm nacheifert,WohltäteralleurerUntertanen«
11DerKönigsagte,erhabeeineguteAntwortgegeben, undfragteeinenanderen:WelcherMenschistder Bewunderungwürdig?
12Eraberantwortete:»DerMann,dermitAnsehen, ReichtumundMachtausgestattetistundeineSeelebesitzt, diealldemebenbürtigistDuselbstzeigstdurchdein
Handeln,dassdudurchdieHilfeGottes,derdichdazu bringt,dichumdieseDingezukümmern,ammeisten Bewunderungverdienst«
113DerKönigbrachteseineZustimmungzumAusdruck undsagtezueinemanderen:»WelchenAngelegenheiten solltenKönigediemeisteZeitwidmen?«
14Erantwortete:»LestundstudiertdieBerichteder offiziellenReisen,dieinBezugaufdieverschiedenen Königreicheverfasstwurden,umdieUntertanenzu reformierenundzubewahrenDurchsolchesTunhabtihr einenRuhmerlangt,dervonkeinemanderenjeerreicht wurde,mitderHilfeGottes,deralleureWünscheerfüllt«
15DerKönigredetebegeistertmitdemMannundfragte einenanderen:WiesollsicheinManninseinenStunden derErholungundFreizeitbeschäftigen?
16Eraberantwortete:»Esistnützlichundangebracht,sich jeneStückeanzusehen,diemitAnstandaufgeführtwerden können,undsichSzenenausdemLebenvorAugenzu führen,diemitWürdeundAnstanddargestelltwerden.«
17DennselbstindiesenVergnügungenfindetsichetwas Erbauliches;oftlehrtunsselbstdasUnbedeutendstedes LebenseinewertvolleLektion.Indemduaberinall deinemTunhöchsteAnstandübst,hastdugezeigt,dassdu einPhilosophbist,undwirstvonGottaufgrunddeiner Tugendgeehrt.
18DerKönig,erfreutüberdiesoebengesprochenenWorte, fragtedenneuntenMann:WiesolltesicheinMannbei Festmahlenverhalten?
19Underantwortete:»DusolltestGelehrteundsolche,die dirnützlicheHinweisefürdieAngelegenheitendeines KönigreichsunddasLebendeinerUntertanengeben können,andeineSeiterufen(denndukonntestkein geeigneteresoderlehrreicheresThemafindenalsdieses), dasolcheMännerGottliebsind,weilsieihrenVerstand daraufgeschulthaben,überdieedelstenThemen nachzudenken–wieduesjaauchselbsttust,daalldein HandelnvonGottgelenktist.«
20ErfreutüberdieAntwortfragtederKönigdennächsten Mann:WasistdasBestefürdasVolk?Dassein PrivatmannzumKönigübersiegemachtwirdoderein MitgliedderköniglichenFamilie?
21Eraberantwortete:»Derjenige,dervonNaturausder Besteist.DennKönigeköniglicherAbstammungsindoft hartundstrengzuihrenUntertanenUnddiesgiltumso mehrfürmanche,dieauseinfachenVerhältnissen aufgestiegensindund,nachdemsieselbstLeiderfahren undArmutertragenhaben,alsHerrscherübergroße Menschenmengengrausamersindalsdiegottlosen Tyrannen«
22Aberwieichschonsagte,eingütigerMensch,der richtiggeschultist,istfähigzuregierenUnddubistein großerKönig,nichtsosehrwegendesRuhmsdeiner HerrschaftunddeinesReichtums,sondernvielmehr,weil dualleMenschenanBarmherzigkeitundNächstenliebe übertroffenhast,dankGott,derdichmitdiesen Eigenschaftenausgestattethat
23DerKöniglobtediesenManneineZeitlangundfragte ihndannalsLetztes:WasistdiegrößteErrungenschaftbei derHerrschaftübereinReich?
24Eraberantwortete:»DassdieUntertanenbeständigin FriedenlebenunddassinStreitfällenschnellRecht gesprochenwird«
25DieseErgebnissewerdendurchdenEinflussdes Herrscherserzielt,wennereinMannist,derdasBösehasst unddasGuteliebtundseineKraftdaraufverwendet,das LebenderMenschenzuretten,sowieduUnrechtalsdie schlimmsteFormdesBösenbetrachtestunddirdurch deinegerechteHerrschafteinenunvergänglichenRuf erworbenhast,daGottdireinenreinenundvonkeinem BösenbeflecktenGeistgeschenkthat.
26Alsergeendethatte,brachlauter,freudigerBeifallaus, dereineganzeWeileanhieltAlserverstummte,nahmder KönigeinenBecherundstießaufalleseineGästeundihre Wortean
27Abschließendsagteer:„IchhabedengrößtenNutzen auseurerAnwesenheitgezogenIchhabevielvonden weisenHinweisenprofitiert,dieihrmirinBezugaufdie KunstdesRegierensgegebenhabt.“
28Dannbefahler,dassjedemvonihnendreiTalente Silberüberreichtwerdensollten,undbestimmteeinen seinerSklaven,dasGeldzuüberbringen.
29Allejubeltengleichzeitig,unddasFestmahlwurdezu einemSchauplatzderFreude,währendsichderKönig einemunaufhörlichenFestgelagehingab.
KAPITEL11
EinenKommentarzurantikenStenographiefindenSiein Vers7DieÜbersetzungwirdzurGenehmigungvorgelegt undalsgelesenangenommen,und(Vers23)eswirdeine aufsteigendeAbstimmungzurZustimmungdurchgeführt undeinstimmigangenommen
1Ichhabeausführlichgeschriebenundmussum Verzeihungbitten,Philokrates
2IchwarmaßloserstauntüberdieMännerunddieArtund Weise,wiesiespontanAntwortengaben,überdieman eigentlichlangenachdenkenmusste
3DennobwohlderFragestellersichüberjedeeinzelne FragegroßeGedankengemachthatte,hattendiejenigen, dienacheinanderantworteten,ihreAntwortensofortparat; undsoerschienensiemirundallenAnwesenden, besondersaberdenPhilosophen,bewundernswert.
4Undichnehmean,dassdieSachedenen,diemeine ErzählunginderZukunftlesenwerden,unglaublich erscheinenwird.
5Esistjedochunschicklich,Tatsachen,dieinöffentlichen Archivenaufgezeichnetsind,falschdarzustellen
6Undeswärenichtrichtigvonmir,ineinersolchen AngelegenheitvomrechtenWegabzuweichenIcherzähle dieGeschichtegenauso,wiesiesichzugetragenhat,und vermeidegewissenhaftjedenFehler
7IchwarsobeeindrucktvonderWuchtihrerÄußerungen, dassichmichbemühte,diejenigenzubefragen,deren Aufgabeeswar,allesaufzuzeichnen,wasbeiden königlichenAudienzenundBankettengeschah
8Dennesist,wieihrwisst,Brauch,dassvomAugenblick an,indemderKönigseineGeschäftetätigt,biszudem Zeitpunkt,andemersichzurRuhezurückzieht,alleseine WorteundTatenaufgezeichnetwerden–eineüberaus ausgezeichneteundnützlicheEinrichtung
9DennamfolgendenTagwerdenvorBeginnder GeschäftedieProtokolledesVortagesverlesen,undfalls Unregelmäßigkeitenvorliegen,werdendiesesofort behoben
10Ichhabedaher,wiebereitserwähnt,genaue InformationenausdenöffentlichenAufzeichnungen erhaltenunddieFakteninderrichtigenReihenfolge dargelegt,daichweiß,wiesehrSiedaraninteressiertsind, nützlicheInformationenzuerhalten.
11DreiTagespäternahmDemetriusdieMännerundging entlangdersiebenStadienlangenSeemauerzurInsel, überquertedieBrückeundmachtesichaufdenWegindie nördlichenBezirkevonPharos
12DortversammelteersieineinemHaus,dasander Küsteerbautwar,vongroßerSchönheitundaneinem abgelegenenOrtlag,undludsieein,die Übersetzungsarbeitauszuführen,daihnenalles,wassie dafürbenötigten,zurVerfügunggestelltwurde
13SomachtensiesichandieArbeit,ihreverschiedenen ErgebnissezuvergleichenundsieinEinklangzubringen, undwasimmersievereinbarthatten,wurdeunterder LeitungdesDemetriusordnungsgemäßabgeschrieben
14UnddieSitzungdauertebiszurneuntenStunde;danach wurdensiefreigelassen,umsichumihrekörperlichen Bedürfnissezukümmern
15Alles,wassiewünschten,wurdeihneningroßem UmfangbereitgestelltDarüberhinaustrafDorotheus täglichdieselbenVorbereitungenfürsie,dieauchfürden Königselbstgetroffenwurden–dennsohatteesihmder Königbefohlen
16FrühamMorgenerschienensietäglichamHof,und nachdemsiedenKöniggegrüßthatten,kehrtensieanihren Wohnortzurück
17UndwieesbeiallenJudenüblichist,wuschensiesich dieHändeimMeer,betetenzuGottundwidmetensich danndemLesenundÜbersetzenderjeweiligenTextstelle, mitdersiesichbefasstenIchfragtesie:Warumwäschtihr euchdieHände,bevorihrbetet?
18Sieerklärtenaber,dassdieseinZeichendafürsei,dass sienichtsBösesgetanhätten(dennjedeTätigkeitwirdmit denHändenvollbracht),dasieinihreredlenundheiligen WeiseallesalseinZeichenderGerechtigkeitundWahrheit ansehen
19Wieichschongesagthabe,trafensiesichtäglichan demOrt,derwegenseinerRuheundseinesLichtssehr angenehmwar,undwidmetensichihrerAufgabe 20Undesgeschah,dassdieÜbersetzungsarbeitin zweiundsiebzigTagenabgeschlossenwar,genauwiees vorherbestimmtgewesenwar 21AlsdieÜbersetzungabgeschlossenwar,versammelte DemetriusdiejüdischeBevölkerungandemOrt,wodie Übersetzungangefertigtwordenwar,undlassieallenvor, inAnwesenheitderÜbersetzer,dievomVolkebenfalls großenBeifallfanden,wegendergroßenWohltaten,diesie denMenschengebrachthatten
22AuchDemetriuswurdevonihnenüberschwänglich gelobtSiedrängtenihn,dasganzeGesetzabschreibenzu lassenundihrenAnführerneineAbschriftvorzulegen
23NachdemdieBüchervorgelesenwordenwaren, erhobensichdiePriester,dieÄltestenderÜbersetzer,die jüdischeGemeindeunddieführendenPersönlichkeitendes Volkesunderklärten,dasses,daeinesoausgezeichnete, heiligeundgenaueÜbersetzungangefertigtwordensei,nur rechtundbilligsei,sieunverändertzulassen.
24AlsdieganzeGemeindeihreZustimmungerklärte, befahlensieihnen,gemäßihrerSitteeinenFluchüber
jedenauszusprechen,derirgendeineÄnderungandem Geschriebenenvornimmt,seiesdurchHinzufügenoderin irgendeinerWeiseÄnderneinesdergeschriebenenWorte oderdurchWeglassen.
25DieswareinesehrklugeVorsichtsmaßnahme,um sicherzustellen,dassdasBuchfürallezukünftigenZeiten unveränderterhaltenbleibt
26AlsdemKönigdavonberichtetwurde,freuteersich sehr,dennerwarderAnsicht,dassseinPlanerfolgreich ausgeführtwordenwar
27ManlasihmdasganzeBuchvor,understauntesehr überdenGeistdesGesetzgebers
28UndersagtezuDemetrius:»Wiekommtes,dasses keinemderHistorikeroderDichterjelohnenswerterschien, aufeinesowunderbareLeistunghinzuweisen?«
29Eraberantwortete:»WeildasGesetzheiligund göttlichenUrsprungsistUndeinigevondenen,diesich vorgenommenhatten,eszubefolgen,sindvonGott geschlagenwordenundhabendeshalbvonihrem Vorhabenabgelassen«
30Ersagte,erhabevonTheopompusgehört,dassdieser mehralsdreißigTagelangdenVerstandverlorenhabe, weilerbeabsichtigte,einigederEreignisseausden früherenundetwasunzuverlässigenÜbersetzungendes GesetzesinseineGeschichteeinzufügen.
31Alsersicheinwenigerholthatte,baterGott,ihmzu offenbaren,warumihndiesesUnglückgetroffenhatte
32UndihmwurdeimTraumoffenbart,dasseraus müßigerNeugierdeheiligeWahrheitendemeinfachen Volkmitteilenwolleunddasser,wennerdavonablasse, seineGesundheitwiedererlangenwerde.
33IchhabeauchvonTheodektes,einemder Tragödiendichter,gehört,dasser,alserimBegriffwar, einigederindemBuchaufgezeichnetenEreignissefür einesseinerStückezubearbeiten,anGrauemStaran beidenAugenerkrankte
34AlseraberdenGrundfürdasUnglückerkannte,dasihn getroffenhatte,beteteervieleTagelangzuGottund wurdedanachwiederhergestellt
35NachdemderKönig,wieichbereitserwähnthabe,die ErklärungdesDemetriusindieserAngelegenheiterhalten hatte,huldigteerundbefahl,dassmitdenBücherngroße Sorgfaltwaltenundsieheiligbewahrtwerdensollten.
36UnderfordertedieÜbersetzerauf,ihnnachihrer RückkehrnachJudäahäufigzubesuchen,dennesseinur rechtundbillig,sagteer,dassersiejetztnachHause schicke
37Wennsieaberzurückkamen,behandelteersiewie Freunde,wieessichgehörte,undsieerhieltenreiche Geschenkevonihm
38Erbefahl,VorbereitungenfürihreHeimkehrzutreffen, undbehandeltesieüberausgroßzügig.
39ErschenktejedemvonihnendreiGewänderder feinstenArt,zweiTalenteGold,einSideboardvoneinem GewichtvoneinemTalentunddiegesamteAusstattungfür dreiLiegen
40UndersandteEleasarmitderEskortezehnLiegenmit silbernenBeinenundallemnötigenZubehör,einen BeistelltischimWertvondreißigTalenten,zehnpurpurne GewänderundeineprächtigeKroneundhundertStücke feinstergewebterLeinwand,außerdemSchüsselnund
TellerundzweigoldeneBecher,dieGottgeweihtwerden sollten.
41IneinemBriefermahnteerihnaußerdem,fallseinerder Männerzuihmzurückkehrenwolle,solleerihnnicht daranhindern.
42DennerbetrachteteesalseingroßesVorrecht,inder GesellschaftsolcherGelehrterzusein,undergabsein VermögenlieberfürsieausalsfürEitelkeiten.
43Undnun,Philokrates,hastdudieganzeGeschichte,wie ichesversprochenhabe
44Ichglaube,dassduandiesenDingenmehrFreude findestalsandenSchriftenderMythologen
45DenndubeschäftigstdicheingehendmitDingen,die derSeelenützen,undverbringstvielZeitdamitIchwill versuchen,dirallesanderezuberichten,waseswertist, erwähntzuwerden,damitdudurchihrStudiumden höchstenLohnfürdeinenEifererlangst