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Eine Reihe über didaktische Innovationen an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur


Inhalt Nr. 4

FOKUS INTERNATIONALISIERUNG VORNEWEG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 AM PULS

Hinter dem Horizont geht’s weiter .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

EINBLICKE MIT EINSICHTEN

Teaching in English . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Studying in English . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Unser Solarhaus im globalen Wettbewerb .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Swiss Watching . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

IM GESPRÄCH

Internationalisierung auf Kurs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

«Ein wichtiger Türöffner» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

STANDPUNKT!

Industrie: We are local – worldwide . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Hochschulleitung Hochschule Luzern:

Internationalisierung zwischen Pflicht und Kür . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

Hochschuldidaktik: Lernen und Lehren weltweit im Gespräch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

DAS SAGT DIE THEORIE

Die Hochschule im interkulturellen Austausch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

POST-IT

Abschluss hoch zwei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

DA MACHTE ES KLICK

Lernen, feiern, reisen… . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

WISSEN KOMPAKT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 MEHR ÜBER UNS

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER Ein Grossteil der Schweizer Firmen ist für den globalisierten Markt tätig und exportiert mehr als 50% ihrer Produkte und Leistungen ins Ausland. Die Vorbereitung der Studierenden auf diese Situation ist eine der Hauptaufgaben unserer Hochschule. Die Strategie dazu heisst «Internationalization@home»  – oder: wie können wir unseren Campus in der Zentralschweiz internationaler gestalten. In diesem Heft erfahren Sie, wie wir dies konkret tun. Zum Beispiel indem wir Summer und Winter Schools veranstalten, zu denen wir Studierende von Hochschul-Kooperationspartnern aus dem Ausland einladen, die dann gemeinsam mit unseren Studierenden arbeiten. Oder indem wir englischsprachige Lehrangebote durchführen, die sowohl den einheimischen Studierenden die Möglichkeit bieten, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen aufzubauen, als auch fremdsprachige Austauschstudierende zu uns nach Horw locken.

Im Kontext des Ingenieurmangels und der Förderung der MINT-Ausbildungen  (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) rückt eine zweite Strategie in den Fokus: «Brain Gain»  . Wir möchten begabte und interessierte ausländische Studierende und Mitarbeitende für unsere Hochschule gewinnen. Dafür haben wir in der

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Ausbildung die neue englische Studienrichtung «Business Engineering Sustainable Energy Systems» entwickelt, die ausländische Studierende im sehr aktuellen Fokus der führt unter anderem auch dazu, dass wir zunehmend mehr internationale Studierende auf dem Campus haben, was die Strategie «Internationalization@home» ebenfalls unterstützt. Ausländische Mitarbeitende bewerben sich immer häufiger bei unserer Hochschule, einerseits für Tätigkeiten in der neuen englischen Studienrichtung und in anderen Lehrmodulen, andererseits für Tätigkeiten in der Forschung. Forschung ist per Definition international und hält sich nicht an Landesgrenzen. Die internationale Zusammenarbeit in der Forschung wird angetrieben durch attraktive Fördermöglichkeiten in der EU und spezifische Ausschreibungen, die die Zusammenarbeit mit einzelnen Ländern fördert und fordert. Unsere Hochschule hat den Einstieg in die EU-Forschung vor mehreren Jahren geschafft und arbeitet zurzeit an acht laufenden EU-Projekten. Neben der Projektzusammenarbeit ist der informelle Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Konferenzen und in der Scientific Community Alltag. Internationalisierung ist keine Option, sondern ein Muss für eine Hochschule. So auch für das Departement Technik & Architektur, das in Lehre und Forschung Zeichen setzen will.

Andrea Weber Marin Vizedirektorin Ressortleiterin Forschung Hochschule Luzern – Technik & Architektur

Das 

verweist auf Erläuterungen in «Wissen kompakt», S. 23 – 24.

VORNEWEG

nachhaltigen Energiesysteme für den Schweizer Markt ausbildet. Diese Massnahme


Internationalisierung auf Kurs Internationalisierung zu Hause und Studierendenmobilität sind für Uwe Schulz notwendig, will man angehende Ingenieurinnen und Ingenieure für den globalisierten Arbeitsmarkt fit machen. Der Leiter des International Office am Departement Technik & Architektur erklärt im Interview, worin die Herausforderungen einer Internationalisierungs-Strategie liegen und wie die neue englische Studienrichtung und der kulturelle Austausch innovatives Denken fördern.

Uwe Schulz, was unternimmt die Hochschule Luzern, und insbesondere das Departement Technik & Architektur, damit die Studierenden auf eine Tätigkeit im globalisierten Arbeitsmarkt vorbereitet sind?

IM GESPRÄCH

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Die Internationalisierung  im Hochschulumfeld ist in der eher traditionell ausgerichteten Zentralschweiz ein noch relativ «junger» Zweig. Die Stimmen aus dem Industrie­ umfeld sind aber ganz klar: der ständig wachsende Exportanteil und somit immer stärker global ausgerichtete Arbeitsmarkt bedingt zwingend einen gewissen Grad der Internationalisierung. Die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure müssen gerüstet sein für die Herausforderungen ausserhalb der eigenen Landesgrenze. Dies verfolgt die Hochschule Luzern mittels der Strategie Internationales in all ihren Bereichen, primär aber in der Ausbildung. Worauf liegt der Fokus der Strategie Internationales 2010 – 2015 des Departements Technik & Architektur? Wie schon erwähnt liegt der Fokus auf den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren, mit den Zielen Kompetenzaufbau für den globalisierten Arbeitsmarkt und Brain Gain  durch ausländische Studierende. Für unsere Studierenden kann dieser Kompetenzaufbau mittels eines Auslandsemesters erfolgen, wodurch sie sehr wertvolle Erfahrungen erwerben und eine einmalige Chance nutzen, den Horizont zu erweitern. Für die «zuhause» gebliebenen Studierenden kann eine solche Erfahrung zwar nicht in gleichem Masse auf dem Campus ermöglicht werden, dennoch bieten einerseits Teamprojekte und anderseits unser Buddy-System  eine gute Möglichkeit, mittels Coaching eines incoming Studierenden wertvolle interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Der Brain Gain wird in erster Linie über forschende Masterstudierende in den Kompetenzzentren gewonnen. Eng damit verknüpft sind auch die Ziele, den Mittelbau zunehmend international zusammenzusetzen sowie aktiv mit den Key-Hochschulpartnern in der Forschung und der Ausbildung tätig zu sein. Wie werden diese wichtigen Partnerschaften aufgebaut und was gilt es dabei besonders zu beachten ? Der Aufbau von Partnerschaften und der gezielte Ausbau auf die Märkte im angelsächsischen Sprachraum als auch

Für Uwe Schulz bieten Auslandssemester eine einmalige Chance, den Horizont zu erweitern. (Foto Patrick Kälin)

in aufstrebenden Ländern wie China und Russland sind sehr aufwändig und zeitintensiv. Es braucht jeweils viel Überzeugungsarbeit und einen «Türöffner». Oft gilt hier «in the right place at the right time». Der Fokus bei der Auswahl liegt einerseits auf der geografischen Lage der Hochschule, primär dem angelsächsischen Raum, aber auch auf dem Renommee der Schule. So pflegt das Departement Technik & Architektur Partnerschaften mit renommierten Hochschulen in Boston, West Lafayette und Kalifornien aber auch in Shanghai, Stockholm und Dublin. Zudem sollte die Partnerschule ein ähnliches didaktisches Modell anwenden wie wir und ähnliche Forschungsschwerpunkte verfolgen, um auch in der Forschung gemeinsame Projekte erarbeiten zu können. Obwohl der Aufbau von Key-Partnerschaften sehr aufwändig ist und regelmässige Kontaktpflege bedingt, was auch immer mit viel Reisen verbunden ist, lohnt sich die Mühe. Im Herbstsemester 2013 haben 58 Studierende unseres Departements an mehr als 28 Partner-Hochschulen ein Auslandssemester absolviert.


Wo sehen Sie die Herausforderungen bei dieser Zusammenarbeit? Als Fachhochschule sind wir nicht in einem internationalen Ranking vertreten und daher von universitären Hochschulen schwer einzuordnen. Zudem ist potentiellen Partnern das Prinzip Fachhochschule oft nur ungenügend bekannt. Ein weiterer Knackpunkt ist das Durchschnittsalter der Studierenden, welches im angelsächsischen Raum bedingt durch ein anderes Schulmodell viel tiefer liegt. Das kann für Austauschstudierende beider Seiten ein Problem darstellen. Zudem ist die Anzahl an outgoing und incoming Studierenden zur Zeit noch unausgeglichen. Mangels englisch­ sprachiger Angebote ist unser Departement für ausländische Studierende noch nicht so attraktiv, wie wir das gerne hätten. Bedingt durch die angestrebte Kostenneutralität ist ein erfolgreicher Studierenden-Austausch zwischen zwei Hochschulen jedoch nur dann nachhaltig, wenn die Anzahl der incoming und outgoing Studierenden sich die Waage hält, da sie ihre Studiengebühren jeweils in ihrem Heimat-

Einfluss auf die Motivation und somit auch auf die Innovationskraft hat. Dies bedeutet für Studierende im internationalen Austausch somit immer auch einen Lerngewinn.

land entrichten. Deshalb definiert die Strategie Internationales hier klare Massnahmen, wie z.B. den sukzessiven Aufbau weiterer englischsprachiger Fachmodule und internationaler Blockwochen, sowie den Austausch von Dozierenden.

verfassen sowie den Unterricht in Englisch abhalten. Für die seit letztem Herbst laufende neue englischsprachige Studienrichtung werden zudem internationale Gastdozierende engagiert, die ihre eigene Perspektive und länderspezifischen Energiefragen und -themen einbringen, um so den Horizont der Studierenden zu erweitern.

Englischsprachiger Bachelor Business Engineering Sustainable Energy Systems ist ein auf die Energiethematik ausgerichtetes Bachelor-Studium in Englisch. Der Fokus liegt auf der ganzheitlichen Be­trachtung der Nachhaltig­­keitsDimensionen Wirtschaftlichkeit, soziale Verträglichkeit und Ökologie. Mit inter­nationaler Perspektive und interdisziplinären Ansätzen werden globale Fra­gen zur Energietechnik, Energiewirtschaft, Umwelt, Unternehmensethik und Energiepolitik bearbeitet und bestehende Systemgrenzen hinterfragt. Studie­­rende aus allen Kontinenten der Erde arbeiten und lernen gemeinsam in Laborübungen und an Pro­-

Sie leiten diese neue englischsprachige Studienrichtung. Welche Idee liegt ihr zugrunde und was ist der innovative Ansatz? Die Idee dahinter ist klar die Internationalisierung zu Hause und Brain Gain durch ausländische Vollzeit-Studieren­de diverser Studiengänge. Dazu bietet die neue Studienrichtung mit ihrer breiten Themen-Verflechtung ein geeignetes Gefäss. Die Themen Energie und Nachhaltigkeit sind von einer derart globalen Bedeutung für die heutige Menschheit, dass dieses Thema für eine internationale Ausrichtung prädestiniert ist. Innovativ am neuen Angebot ist unter anderem auch der interdisziplinäre Ansatz. Neue Entwicklungen und das Weiten des eigenen Hori‑ zonts bedeutet immer auch Konfrontation mit Ängsten und Widerständen. Wie erleben Sie diesen Prozess? Es gibt immer Widerstand zur Veränderung des Gewohnten. Ich erlebe diese Widerstände und Ängste aber nicht stärker als ich es mit jeder Art von Veränderung erfahren habe. Nebst allgemein kritischen Stimmen von Dozierenden-Kollegen gibt es auch kritische Stimmen von Studierenden bezüglich reinen Fachmodulangeboten in Englisch. Diese beruhen teilweise auf der Unwissenheit über die Wichtigkeit der internationalen Ausrichtung: Die PraxisAnwendungen der gelernten Grundlagen sind in zunehmendem Mass von globaler Reichweite, weshalb Englisch als unverzichtbare Universalsprache eingesetzt wird. Mittels Studienberatung können diese Vorbehalte gegenüber den englischsprachigen Fachmodulen aber oft minimiert, und deren Notwendigkeit den Studierenden plausibel gemacht werden.

jekten, immer mit Blick auf die relevante Industrie und die inter­national tätige Forschung.

Interview: Franziska Mattle Schaffhauser

3 IM GESPRÄCH

Inwieweit bedeutet Internationalisierung auch Innovation? Internationalisierung bedeutet immer auch interkultureller Austausch, welcher wiederum ein fruchtbarer Boden für innovative Ideen ist. Zudem fördert der interkulturelle Austausch auch die Sozialkompetenzen der Studierenden, indem sie lernen müssen, in internationalen Teams zu funktionieren, Themen zu erarbeiten und das gegenseitige Anderssein zu respektieren. Diese Offenheit gegenüber dem Anderen und Neuen ist neben Methodenkenntnissen und Techniken mitunter die wichtigste Voraussetzung für die Entstehung und Förderung von Innovation. Die Rückmeldungen von Dozierenden zeigen klar, dass der Austausch in internationalen Teams einen stark positiven

Welche Rolle kommt den Dozierenden bei der Internationalisierung zu? Die Dozierenden spielen eine wichtige Rolle gerade auch bei der Kontaktpflege zu den Partnerschulen. Hier soll für eine langfristige Zusammenarbeit und die gegenseitige Wertschätzung die Verbindung vermehrt auch über die Dozierenden bestehen. Neben gemeinsamen Forschungsaktivitäten sind die zweiwöchigen Kurzsabbaticals ein weiteres geeignetes Gefäss für einen solchen Austausch. Dieses Gefäss können Dozierende seit kurzem neben dem Sabbatical ebenfalls zur Weiterbildung nutzen. Die Dozierenden werden aber auch vor neue Herausforderungen gestellt, da vermehrt englische Angebote, welche bis anhin nur auf Deutsch angeboten wurden, auf dem Lehrplan stehen. Dies bedeutet: Unterlagen und Skripts in Englisch


Teaching in English EMI (English-Medium Instruction) ist im Zuge der Internationa­ lisierung auf tertiärer Stufe weit verbreitet, so auch am Departement Technik & Architektur. Für Dozierende ist das eine Herausforderung und zwar sowohl sprachlich als auch methodisch. Wird diese angenommen, hat ihr Fachunterricht einen klaren Mehrwert und fördert sowohl Fachkompetenzen als auch die kommunikativen Fähigkeiten der Studierenden. Beatrice Hunziker und Irene Dietrichs

einblicke mit einsichten

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Typischerweise ist Englisch für die an EMI beteiligten Dozierenden und für die Studierenden Fremdsprache. «Home students» lernen mit Kolleginnen und Kollegen diverser

Sind nun Dozierende englischer Muttersprache im Vorteil? Kaum! Jeder muss seinen Unterricht den Lernenden anpassen, wenn er ihn nicht in deren Muttersprache erteilt

sprachlicher und kultureller Hintergründe und Kompetenzen. Behindert diese Heterogenität nicht das Lernen? Diverse Untersuchungen belegen das Gegenteil (DaltonPuffer, 2008). Kommunikation in der Fremdsprache und Konfrontation mit fremden Sichtweisen erfordern komplexere kognitive Prozesse: Die Lernenden befassen sich intensiver mit den Inhalten und verknüpfen neues Wissen bewusster, vielfältiger und nachhaltiger.

(Dafouz & Nunez, 2009). Zwar werden «Native Speakers» kaum an Aussprache oder Grammatik feilen, hingegen Sprechtempo und Formulierung justieren. Um Inhalte in der Fremdsprache zugänglich zu machen, vereinfachen sie Sätze, sind vorsichtiger mit umgangssprachlichen Redewendungen, betonen und wiederholen Schlüsselbegriffe, gestalten den Unterricht bewusst interaktiver. Die Forschung hat noch nicht völlig geklärt, inwieweit mangelnde Sprachkenntnisse durch Methodik kompensiert werden können (Klaassen, 2001). Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der didaktisch kluge Unterricht einer Dozentin mit starkem Akzent effektiver sein kann als die flüssige Vorlesung eines Experten aus Übersee.

«All teachers are teachers of language» Welche Rolle spielt Sprache beim Vermitteln von Fachwissen, im Umgang mit Lernenden? Dozierende verwenden Sprache im Allgemeinen äusserst vielfältig (vgl. Abb. 1). Unzureichende Sprachkompetenz kann sich negativ auf das Ansehen einer Lehrkraft auswirken. Aber ausgezeichnete Englischkenntnisse, in Jahren betrieblicher oder forschender Tätigkeit erworben, reichen allein nicht. Nebst der Sprache der Forschung, der Fach- und Verhandlungssprache, benötigen Lehrpersonen «Unterrichtssprache» zur Betreuung, Formulierung von Aufgaben, Meinungs­ äusserung und Bewertung.

Muttersprachige und fremdsprachige Lehrpersonen müssen die enge Verknüpfung von Lernprozessen mit sprach­ licher Kommunikation verstehen und ihren Unterricht (nicht nur in Englisch) klar strukturiert, mit angemessener Redundanz und mit Interaktions-, Verarbeitungs- und Kontrollphasen aufbauen.

Input

Interaktion

Reaktion

mündlich

– Vortrag – Instruktion

– Frage stellen – Aktivität initiieren – Individuen/Gruppen betreuen

– Reaktion auf Frage/ Anreiz – Feedback

schriftlich

– Folientext – Skript – Lektüre – Textkommentar

– Mailaustausch – Aufgaben – Leitfragen – Prüfungsaufgaben

– Kommentar zu Arbeit – Bewertung

Abb. 1: Beispiele wie Dozierende Sprache im Umgang mit Studierenden verwenden.


Task design

Pedagogical situation Students:

Lecturer: Abb. 2: English-Medium Instruction Umgebung. (Klaassen, 2008, S. 35)

– Language proficiency – Cultural background – Study skills

– Language proficiency – Cultural background – Pedagogical skills

Vielfältige Aufgabentypen «holen» diverse Lerntypen ab. Leseaufgaben, Übungen und Gruppenarbeiten müssen sorgfältig formuliert sein. Wichtige Texte erschliessen sich leichter mit einem Glossar und geschickter Progression von Verständnis- und Anwendungsaufgaben. In der sprachlich heterogenen EMI-Klasse ist Lernen in der Peergroup (Osterwalder/Volk, 2012) mehrfach fruchtbar: Während Lernende Konzepte klären und Lösungen verhandeln, erwerben sie neben fachlichem Wissen auch Sozialund Sprachkompetenzen.

Literatur Dafouz, E. & Nunez, B. (2009): CLIL in higher education: devising a new learning landscape. In: E. Dafouz, & M. Guerrini, (Hrsg.), CLIL across educational levels. Madrid: Richmond Publishing, S. 101–112. Dalton-Puffer, C. (2008): Outcomes and processes in Content and Language Integrated Learning (CLIL): current research from Europe. In: W. Delanoy & L. Volkmann (Hrsg.), Future Perspectives for English Language Teaching. Heidelberg: Carl Winter. Klaassen, R. (2001): The International University Curriculum: Challenges in English-Medium Engineering Education. Delft: Delft University of Technology. Klaassen, R. (2008): Preparing lecturers for English-medium instruction. In: R.Wilkinson & V. Zegers (Hrsg.), Realizing Content and Language Integration. In: Higher Education. Maastricht. Maastricht University Language Centre, S. 32–42. Osterwalder, K. & Volk, B. (2012): «Sozialer Lernraum Hochschule» – Interaktionsformen in der tertiären Bildungsstufe. In: Hochschule Luzern – Technik & Architektur (Hrsg.), Hochschullehre Neu Denken: Eine Reihe über didaktische Innovationen an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. Heft 1/4. Fokus Interaktion, S. 10 –12.

einblicke mit einsichten

5 Dozierendenweiterbildung für EMI Das Departement Technik & Architektur führte 2011 und 2012 auf die Bedürfnisse der Dozierenden zugeschnittene mehrtägige Workshops durch. Im Zentrum standen die Ansprüche von EMI und sprachliche und didaktische Mittel zur Aktivierung von Lernprozessen, sowie eine Sensibili­ sierung für Faktoren, welche im fremdsprachigen Unterrichten eine Rolle spielen (vgl. Abb. 2). In Vorlesungen beispielsweise achtet man – noch bewusster als in der Mutter­sprache – darauf, ans Vorwissen der Lernenden anzuknüpfen, Inhalt zuhörergerecht zu portionieren, Schlüsselbegriffe einzuführen und Wesentliches zu veranschaulichen. Mit rhetorischen Mitteln und Diskursmarkern hebt man Wichtiges hervor und zeigt inhaltliche Bezüge auf.


Studying in English Englisch ist die internationale Verkehrssprache. Wer ein Austausch­ semester plant oder im Ausland arbeiten will, muss sich dafür wappnen. Das Departement Technik & Architektur bietet Studieren­ den ein mehrstufiges Angebot. Es reicht vom Sprachtraining bis zum Fachmodul in Englischer Sprache. Gregor Imhof

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6 Sie sehen sich wie zwei Tandem-Fahrerinnen: Natalie Plagaro Cowee sitzt vorne am Lenkrad, Irene Dietrichs auf dem Rücksitz, und beide treten kräftig in die Pedale. Vor Augen haben sie ein gemeinsames Ziel: Sie sind verantwortlich für die englische Durchführung des Moduls «Architektur & Tektonik». Die Architektin Natalie Plagaro Cowee begleitet den Entwurf, Irene Dietrichs unterstützt die Studierenden, damit sie das Projekt erfolgreich in Englisch durchführen können. Wer eine Anstellung in einem international tätigen Architekturbüro anpeilt, kann sich am Departement Technik & Architektur fit dafür machen. Denn dieses und andere Module sind Teil eines Angebots, das eine sukzessive Erweiterung der Englischkompetenzen ermöglicht. Unterschiedliche Lehrgefässe Zu diesem Angebot gehören drei unterschiedliche Kategorien von Modulen: Reine Sprachmodule, Fachmodule in Kombination mit einem massgeschneiderten Englischteil und reine Fachmodule, die in englischer Sprache abgehalten werden. Konkrete Beispiele aus dem Bereich Architektur sollen diese drei Kategorien veranschaulichen. Ein reines Sprachmodul ist «English for Building Professions». Auf der Agenda stehen verschiedene Themenblöcke wie «shapes & dimensions», «building materials» oder «sustainable architecture». Die Studierenden lesen und schreiben dazu Fachtexte, erarbeiten das Fachvokabular und üben sich im Präsentieren und Diskutieren.

Zu einer Verknüpfung von Fach- und Sprachinhalten kommt es im eingangs vorgestellten Modul «Architektur & Tektonik». Englisch-Dozentin Irene Dietrichs betreut die Studierenden beim Verfassen der Projekttexte und bei der Vorbereitung auf die Präsentationen. Wichtig ist ihr, dass die Studierenden sorgfältig planen, einen Probelauf durchspielen können, und nach der Zwischenkritik die eigene Leistung reflektieren. Das ist ihr deshalb wichtig, weil das Agieren in der Fremdsprache viel weniger Spontaneität zulässt. Gewöhnungszeit nötig Genau diese Erfahrung haben die Studierenden Iris Amman und Severin Walpen gemacht. Sie stehen kurz vor dem Bachelor-Abschluss. Da man in der Fremdsprache mehr überlegen müsse und oft das Fachvokabular fehle, könne man nicht so leicht improvisieren wie im Deutschen, stellen die beiden fest. Durch die enge Betreuung von Irene Dietrichs mussten sie im Entwurf sehr genau werden. Sie fühlten sich gut vorbereitet für den Unterricht mit Architektin Natalie Plagaro Cowee. Aber für die fremde Sprache brauche es eine gewisse Gewöhnungszeit, meint Iris Amman. Ihr Fazit ist klar: «Wer’s probiert, wird belohnt». Sie wollte auf keinen Fall ihr Englisch verlieren, das sie in Australien gelernt hatte. Bücher und Filme liest und schaut die Studentin immer auf Englisch. Mit diesem Modul war ein ganzer Tag in der Woche für diese Sprache reserviert. Da einige Austauschstudierende das Modul belegten, gab es in der Pause keinen Wechsel ins Deutsche.


«This project is about the creation of a bridge…» Architekturstudent Severin Walpen präsentiert seinen Entwurf in Englisch. (Foto Patrick Kälin)

Attraktiv für ausländische Studierende Fehlt noch die dritte Kategorie der Module. «achtung: die schweiz» ist ein Fachmodul, das in Englischer Sprache gehalten wird. Der Modulname geht auf einen Essay von Max Frisch zurück, den er 1955 herausgegeben hat. Und der Titel ist Programm. Denn ein Schwerpunkt dieser Lehrveranstaltung bildet die Schweizer Architektur der Kriegsund Nachkriegszeit. Diese Zeitspanne dürfte gerade für ausländische Studierende eine Entdeckung sein. Dozent Dieter Geissbühler möchte mit diesem Fokus aufzeigen, wo die aktuelle, international bekannte Schweizer Architektur ihre Wurzeln hat. Dabei sollen Aspekte des Städtebaus, der Raumkomposition und der Konstruktion angesprochen werden. Dieter Geissbühler hat selber in den USA studiert und bestreitet zusammen mit Gästen die englischen Vorlesungen. Viele Bauten aus dieser Zeit können die Studierenden vor Ort besichtigen, da es in der Innerschweiz einige prominente Vertreter gibt. Im kommenden Herbst findet die erste Durchführung statt.

Weitere Module in Englisch English for Interior Designers and Architects Gemeinsam mit den Studierenden werden am Anfang die Inhalte festgelegt. Ralph Stoian, Dozent Innenarchitektur, und Englisch-Dozent Franz Hagmann bereiten dann das Programm vor. Die Studierenden lesen Fachtexte, erweitern die Sprachkompetenz oder üben die Präsentation am Modell. Im angeleiteten Selbststudium vertiefen sie individuelle Themen. Alpine Survival Dieses Modul wir von Architekturdozentin Natalie Plagaro Cowee geleitet. Ausgehend vom kultu­ rellen Erbe des alpinen Raums entwickeln die Stu­dierenden zeitgemässe Konzepte nachhaltiger Architektur. Schwerpunkte sind: Alpiner Raum, Klima, Materialkunde und Tektonik. Zudem geht es um die Frage, wie gesellschaftliche Rahmen­ bedingungen die Architektur einer Region prägen. Studierende im letzten Ausbildungsjahr und Aus­tauschstudierende können dieses Modul belegen.

einblicke mit einsichten

7 Auch die Schlusskritik haben beide in guter Erinnerung. Severin Walpen betont, dass alle Experten ihre Feedbacks langsam und sorgfältig formuliert hätten. Das sei die Grundlage für einen konstruktiven Austausch gewesen.


Hinter dem Horizont geht's weiter Während der Summer School 2013 hat sich nicht nur Papier in Luft aufgelöst, sondern auch das eine oder andere Denkmuster von angehenden Innenarchitektinnen und Innenarchitekten. Ein Einblick in die temporäre Zusammenarbeit von vier europäischen Hochschulen, bei der auch die Dozierenden einiges dazulernten. Mirella Wepf

AM PULS

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Der Scherenschnitt, den Charlotte Madgwick geschaffen hat, sieht aus wie eine Mischung aus Mobile und Ikea-Lampenschirm. Es ist der neunte Tag der Summer School/Inte-

als in der traditionell touristisch geprägten Umgebung Luzerns», meint Ulrich Nether, Gastdozent aus Detmold.

rior Design und Teilnehmerin Charlotte ist im Endspurt. Morgen wird sie das filigrane Kunstwerk im Rahmen ihrer Schlusspräsentation zerstören. «Ich lasse Wasser von oben auf die Papiergirlanden tropfen, bis sie sich teilweise auflösen», erklärt sie. Parallel dazu soll auf I-Pad- oder I-Phone-Bildschirmen, welche die Zuschauer in Richtung Scherenschnitt halten, die Projektion einer dreidimensionalen Figur erscheinen und die Lücke, die das aufgelöste Papier in der Luft hinterlässt, auffüllen.

Virtuelle Realität bei den Türken Charlotte Madgwick, die in Plymouth studiert, hat sich der Gruppe von Frederico Fialho Teixeira und Muge Belek, die in Istanbul unterrichten, angeschlossen. Die beiden arbeiten stark mit computergestützten Erweiterungen der Sinneswahrnehmung, im neudeutschen Fachjargon wird diese relativ neue Technik als «augmented reality» bezeichnet. Beispiele für solche zusätzlichen Realitätselemente sind: Smartphone-Apps, welche die Namen von Sternbildern oder Satelliten anzeigen, wenn man den Himmel durch sie betrachtet, oder Tourismus-Apps, welche Informationen zu Sehenswürdigkeiten einblenden. – Oder eben die abs-

Die Summer School ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hochschule Luzern, der University of Plymouth (England), der Istanbul Technical University (Türkei) und der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Deutschland). Insgesamt drei Summer Schools sind geplant. Die erste fand 2012 in Detmold statt, dieses Mal sind die Schweizer die Gastgeber. Die 40 Studierenden stammen aus allen vier Ländern und jede Hochschule stellt zwei Lehrkräfte. Gearbeitet wird in vier Gruppen, die jeweils von zwei Dozierenden begleitet werden. Unterrichtssprache ist Englisch. Das Thema dieses Jahr: «Perception of Space in Architecture & Culture: Sensory Living». Frei übersetzt: «Die Wahrnehmung von Raum in Architektur und Kultur. Sinnliches Erleben und qualitätvolle Gestaltung von räumlichen Situationen.» Das erste Drittel des 10-tägigen Kurses stand ganz im Zeichen von Einführungsreferaten, Einstimmungsübungen und Exkursionen. «Wir sind durch die Aareschlucht gewandert, haben eine Fahrt mit dem Schiff gemacht, die Badeanstalt von Sarnen besucht und das Hotel Pax Montana in Flühli Ranft besichtigt», erzählt Markus Reisinger, Leiter des Kompetenzzentrums Innenarchitektur der Hochschule Luzern und Hauptorganisator der Summer School. Dabei ging es nicht darum, den ausländischen Gästen ein nettes touristisches Rahmenprogramm zu bieten. Vielmehr sollten die Studierenden sehr bewusst und aufmerksam Sinneseindrücke wahrnehmen, sammeln und dokumentieren. «In Plymouth oder in Detmold wären in den anschliessenden Gruppenarbeiten ganz andere Resultate herausgekommen,

Zuviel Pragmatismus kann gestal­ terische Prozesse ausbremsen. (Thomas Plüss) trakte Figur, die Charlotte in den letzten Tagen entworfen hat, um ihre Installation zu ergänzen. Auf diese Weise versucht sie, die Veränderung der Aareschlucht, die sich für das menschliche Auge unsichtbar über Jahrmillionen vollzieht, in abstrakter Form darzustellen. «Nächstes Jahr schreibe ich meine Abschlussarbeit und möchte darin auch ‹augmented reality›-Elemente einbauen», erzählt sie. Die Summer School sei für sie eine prima Gelegenheit, die verschiedenen Computerprogramme erstmals anzuwenden. «Die vier Hochschulen beschäftigen sich zwar alle stark mit der Wahrnehmung von Räumen, aber sie haben recht unterschiedliche Stärken und Arbeitsweisen», sagt Markus Reisinger. «Das gibt den Studierenden die Möglichkeit, in der Summer School ganz neue Inputs abzuholen.» Sein deutscher Kollege, Ulrich Nether, bestätigt dies: «Die Briten und die Türken arbeiten zum Beispiel viel stärker mit neuen Medien als die Schweizer und wir.» Letztendlich gehe es in der Innenarchitektur darum, Raumsituationen zu schaffen, in denen sich Menschen wohlfühlen. Um dieses Phänomen zu verstehen, gebe es sehr unterschiedliche Herangehensweisen: wissenschaftlich-empirische, aber auch künstlerisch-experimentelle. Markus Reisinger ist un-


Nicht in Stein gemeisselt: Die britische Studentin Charlotte Madgwick zeigt mit ihrer Installation auf, dass auch die Aareschlucht vergänglich ist. Das Computerbild symbolisiert den Luftraum der Schlucht, ohne Felswände. Es wird später als 3-D-Projektion in einer App zur Anwendung kommen. (Fotos Patrick Kälin)

ter anderem auf psychologische Methoden spezialisiert. So lässt sich beispielsweise das menschliche Verhalten in unterschiedlichen Raumanordungen oder bei verschiedenen Lichtsituationen beobachten. Bei der Summer School, die übrigens durch die EU gefördert wird (vgl. Box), geht es jedoch nicht nur um das Zusammenbringen verschiedener Kompetenzen, es geht auch um die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur. Absolute Stille und totalen Hall erfahren In Bezug auf die sinnliche Wahrnehmung von Räumen hat das Departement Technik & Architektur zwei besondere Labors zu bieten: Zum einen gibt es in Horw einen so genannten schalltoten Raum, der praktisch jedes Geräusch schluckt, und sein pures Gegenteil, den Hallraum. Er ist so aufgebaut, dass der Schall an allen Wänden zu einem sehr hohen Anteil reflektiert wird und sich im Raum gleichmässig verteilt. So wird ein sehr starker Nachhall erreicht. In Hallräumen kann einerseits die Schalleistung von Motoren etc. gemessen werden und andererseits der Schallabsorptionsgrad von Materialien wie Akustikdecken oder Lärmschutzwänden. Diese Räume konnten die Studierenden im Verlaufe der Woche ausprobieren. Doch auch die

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Räume können den Menschen auch zu bestimmten Bewegungen zwingen. Dies soll eine begehbare Installation demonstrieren. Eine studentische Gruppe baut sie so auf, dass an deren Ausgang ein Schriftzug sichtbar wird.

Aareschlucht hat in Bezug auf Schall bleibende Eindrücke hinterlassen. «Wer diese mit offenen Sinnen begeht, merkt rasch, dass es lauter wird, sobald der Raum enger wird, und leiser, wenn die Wände weiter auseinander stehen», erklärt Thomas Plüss, Studiengangleiter Innenarchitektur an der Hochschule Luzern. Er hat bei der Vorbereitung der Summer School ebenfalls mitgewirkt. Um das Thema Akustik zu vertiefen, stand am zweiten Kurstag auch ein Besuch bei der Firma Topakustik in Lungern an. Und bei der Glas Trösch AG gab es Einblicke in die Produktion und Verarbeitung von Glas. «Es ist für die berufliche Zukunft hilfreich zu wissen, wie sich Glas kleben oder bedrucken lässt, oder zu erkennen, dass Baumaterialien unterschiedliche Akustikqualitäten aufweisen», erklärt Plüss. «Die Studierenden werden durch diese Erfahrungen noch nicht zu Experten, aber sie wissen so besser, wann sie einen Profi beiziehen müssen. Sie entwickeln also interdisziplinäre Kompetenzen.» Im Studium sei es wichtig einen guten Mix zwischen dem Kennenlernen von heutigen Lösungen und freiem Experiment zu finden. «Zuviel Pragmatismus kann gestalterische Prozesse ausbremsen», meint Plüss. Es sei deshalb auch eine Aufgabe der Summer School, Grenzen zu überschreiten und neue, möglicherweise nicht ganz zielgerichtete Erfahrungen zu machen. «Im Experiment können die Lösungen für morgen entstehen.»


leine». Seine Gruppenkollegin aus der Türkei, Ceylin Ulusel, ergänzt: «Mit einer Gruppe von zehn Personen zu arbeiten, ist eine besondere Herausforderung.» Anna Ohlig aus Deutschland grinst: «Oh ja, wir waren eine seeeeehr, aktive Gruppe». Aber es sei lehrreich gewesen. Für sie als Deutsche sei es zudem eine besondere Knacknuss gewesen, sich in einer fremden Sprache exakt auszudrücken. Denn: Wie ums Himmelswillen bezeichnet man «Leitsystem» auf Englisch? Und genau ein solches will die Gruppe bis am Ende des Nachmittags für die Installation, die sie im Innenhof des Campus bauen, noch erstellen.

Bild im Raum – Raum im Bild: Die Gruppe von Ulrich Nether und Dominic Haag hat einen Bereich des Hochschulcampus analysiert. Hier eine Impression aus der Schlusspräsentation.

AM PULS

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Gemischtes Doppel Einem Experiment haben sich auch vier Dozierende unterzogen. Die Luzerner Gastgeber hatten vorgeschlagen, dass dieses Jahr nicht nur die Studierenden länderübergreifend zusammenarbeiten sollten. Auch die Dozierenden könnten binationale Teams bilden. Die Schweizer und die Deutschen haben dies nun gewagt. Ulrich Nether leitet seine Gruppe gemeinsam mit dem Luzerner Dozenten Dominic Haag, Markus Reisinger hat sich mit Eva Filter, Professorin in Detmold zusammengetan. «Es sollen nicht nur die Studierenden voneinander etwas lernen, sondern auch die Dozierenden», erklärt Ulrich Nether. Dies sei eine klare Forderung dieser EU-Austauschprogramme, es gehe darum, lebenslang dazuzulernen. Auf die Frage, was nun sein Profit aus der Zusammenarbeit mit Dominic Haag gewesen sei, meint er: «Unter anderem schätze ich seine sehr präzise Herangehensweise. Ich bin eher der Generalist.» Auch sei die Vorbereitung der Summer School dieses Mal viel intensiver gewesen. «Wenn man sich nicht schon lange kennt, muss man anders vorgehen. Auch dies hatte seine Vorteile.»

Auch solche Erfahrungen sind für die berufliche Zukunft wichtig. Markus Reisinger: «Sich in Teamarbeit zu erproben ist das Eine. Für viele Innenarchitekten werden jedoch auch internationale Teamzusammensetzungen immer mehr zur Realität, deshalb sind solche Übungsfelder wie sie die Summer School bietet, wichtig.»

Internationale Zusammenarbeit Das Kompetenzzentrum Innenarchitektur der Hochschule Luzern – Technik & Architektur ist relativ jung. Es besteht seit 2009. Die Verantwortlichen haben jedoch von Anfang an intensiv die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen gesucht. Die Summer School gehört zu den sogenannten Intensivprogrammen der EU (IP) und findet unter dem Dach des ERASMUS-Programms statt. ERASMUS will neben der Förderung der Individualmobilität auch attraktive Kurzzeitmassnahmen zur

Dominic Haag wiederum erklärt, dass er stark vom kulturtheoretischen Hintergrund seines Kollegen profitiert habe. «Die Detmolder Schule ist etwa sieben Mal grösser als Luzern, deshalb hat sie viel mehr Dozierende und kann so ein grösseres Themenspektrum anbieten.»

fachlichen und interkulturellen Kompetenzerweiterung von Studierenden und Dozierenden bieten. Ein IP ist ein kompaktes Studienprogramm von zwei bis maximal sechs Wochen Dauer, z. B. in Form einer Sommerschule oder eines Blocksemi-

Kulturaustausch Auch für die Kursteilnehmer ist die internationale Zusammensetzung ihrer Gruppen eine spannende Erfahrung. Charlotte Madgwick: «Wir haben unsere Modelle indi­ viduell gebaut, die Ideen haben wir jedoch gemeinsam entwickelt». Der Engländer James Grieg meint, dass für ihn die Gruppenarbeit an sich eine spannende Erfahrung gewesen sei. «Zuhause arbeiten wir zu 99% für uns al-

nars, wobei jeweils mindestens drei ERASMUS-Partnerhochschulen aus zwei verschiedenen Ländern zusammenarbeiten. Der Studiengang Innenarchitektur am Departement Technik & Architektur kooperiert jedoch auch intensiv mit anderen Partnerhochschulen. Dazu gehören bisher: Shanghai, Stuttgart, Barcelona und Oslo.


Die Hochschule im interkulturellen Austausch «Higher Education is in a state of turmoil», so bezeichnete Jane Knight , eine führende Internationalisierungsforscherin, die aktuellen Veränderungen in der globalen Hochschullandschaft. Um der damit einhergehenden Zunahme sprachlicher und kultureller Diversität in der Lehre Rechnung zu tragen, ist «interkulturelle Kompetenz» von grosser Bedeutung für Hochschulen. Gundula Gwenn Hiller 1

Weiterbildungen, die interkulturelles Lernen zum Ziel haben, setzen hier an. Die Fallgeschichte in Kasten 1 schildert eine authentische kritische Interaktionssituation (Cri-

internationaler Studierender von 13% zu Beginn des Jahrzehnts auf 17%, wie die letzte grosse Erhebung in der Schweiz 2008 schon zeigte2. Beeindruckend sind auch die Zahlen des internationalen Personals an den Schweizer Hochschulen, so sind 28% der Lehrenden ausländischer Herkunft, in der Administration sind es 19% der Mitarbeitenden. Die daraus folgende sprachliche und kulturelle Diversifizierung der Akteure in Studium, Lehre und Verwaltung bringt komplexe Herausforderungen mit sich, die allen Beteiligten neue Kompetenzen abverlangen. Im Folgenden soll der Blick auf die Art dieser Herausforderungen und die entsprechenden Schlussfolgerungen gerichtet sein: Was könnte interkulturelles Lernen für Studierende, Mitarbeitende in der Administration und insbesondere für Lehrende im internationalisierten Hochschulkontext heissen?

tical Incident) zwischen einem Lehrenden und einer Studentin im internationalisierten Hochschulkontext. Die involvierten Personen haben sowohl kulturell als auch sprachlich diverse Hintergründe. Es wird offenbar, dass hier unterschiedliche Verhaltenserwartungen sowie Lehrund Lerngewohnheiten aufeinander treffen. Auch die Problematik sprachlicher Diversität kommt hier zum Tragen. Die Analyse von Critical Incidents kann aufzeigen, wie Irritationen auf kulturell bedingte Faktoren zurückgeführt werden können (Erklärung vgl. Kasten 2).

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Wenn Personen, die in unterschiedlichen Hochschulkul­ turen sozialisiert wurden, sich in einem gemeinsamen Lehr-Lernkontext wiederfinden, können Soziale Praktiken kollidieren und für Irritation sorgen (Fallgeschichte, vgl. Kasten 1).

nen» sei ein Thema für die Studierenden. Hierbei wird jedoch übersehen, dass interkulturelle Missverständnisse

n

tik befassen sich mit den Unterschieden in Lehr- und Lernkulturen, die sich auf verschiedenen Ebenen manifestieren können. Grundannahme ist hierbei, dass Hochschulkulturen von spezifischen Rahmenbedingungen geprägt sind, wie etwa Gesetzgebung, Bildungsidealen, institutionellen Rahmenbedingungen, ökonomischen und politischen Faktoren. Diese Faktoren bilden bestimmte Lehr- und Lernkulturen heraus, die sich wiederum durch gewisse Soziale Praktiken (Bourdieu, 1972)3 manifestieren. Soziale Praktiken innerhalb der hochschulischen Lehr- und Lernkultur sind z.B. Lern- und Lehrgewohnheiten, Betreuungsstrukturen, Rollenverständnisse, Formen der Leistungserbringung und kommunikative Routinen.

Bildu ngs ide ale

2. Unterschiede in den Hochschulkulturen als Herausforderung Forschungszweige wie die interkulturelle Bildungsforschung, aber auch die Sprachwissenschaften oder Didak-

Solche Fälle verdeutlichen, dass (inter)kulturelle Aspekte bei der Internationalisierung an Hochschulen auf verschiedenen Ebenen relevant werden können. Diverse jüngere Studien aus dem deutschsprachigen Hochschulkontext zeigen, dass sowohl Studierende als auch deren Lehrende im Umgang mit der in internationalen Strukturen vorhandenen kulturellen und sprachlichen Vielfalt oft überfordert sind5. Dennoch tun sich gerade Lehrende schwer damit, sich hier individuellen Lernbedarf einzugestehen. So begegnet man häufig der Auffassung, «interkulturelles Ler-

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DAS SAGT DIE THEORIE

1. Internationalisierung in der Schweiz Auch die Schweizer Hochschulen zeugen von einer zunehmenden Internationalisierung, so wuchs etwa der Anteil

tn

e iss

Abb. 1: Lehr-Lernkultur – Soziale Praktiken und Rahmenbedingungen. (Grafik Gundula Gwenn Hiller)


HANDLUNGSKOMPETENZ – Umfassendes kulturelles Wissen – Kommunikations­fähig­ keiten (z.B. Fragen und «Nichtwissen» offenbaren) – Konfliktlösungsfähigkeit + Kreativität + Verhaltensflexibilität

interne wirkung :

REFLEXIONSKOMPETENZ

LERNBER

EITSCH

– Relativierung von Refernzrahmen – Empathiefähigkeit + Bewusstheit über Komplexität von Interaktion und möglichen Einflüssen + Fähigkeit zu Perspektivenwechsel + Bereitschaft, scheinbar alltägliche Dinge und erworbene Kenntnisse immer wieder in Frage zu stellen und zu erneuern

AFT

HALTUNGEN & EINSTELLUNGEN Abb. 2: Lernspirale «Interkulturelle Kompetenz» von Deardorff (2006), ergänzt um die mit einem «+»-versehenen Aspekte. (Grafik Jan Hoffmann)

EXTERNE WIRKUNG:

KONSTRUKTIVE INTERAKTION

– Wertschätzung von Vielfalt – Ambiguitätstoleranz + Akzeptanz, Toleranz, Respekt für das/den «Andere/n» + Respektieren eigener Grenzen + «open-mindedness»

– Vermeidung von Regelverletzungen – Zielerreichung – Erfolgreiches «Teamwork»

*LERNBEREITSCHAFT bildet die Basis im Sinne einer expansiven Lernmotivation (Holzkamp 1995)

nicht nur den Studienerfolg der Studierenden beeinträchtigen, sondern auch für die Lehrenden hohes Frustrationspotential bergen können.

DAS SAGT DIE THEORIE

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So setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die strukturellen Internationalisierungsprozesse mit einer Förderung der interkulturellen Kompetenz  von allen Mitgliedern der Organisation Hochschule, also den Studierenden, aber auch der Mitarbeitenden (z.B. in der Verwaltung) und Lehrenden einhergehen müssen. 3. Was ist eigentlich «interkulturelle Kompetenz»? Es gibt eine grosse Anzahl unterschiedlicher Konzepte von «interkulturellem Lernen», bzw. «interkultureller Kompetenz». Im Folgenden wird die Lernspirale für «interkulturelle Kompetenz» erörtert, die sowohl das Prozesshafte des Lernens als auch das Ineinandergreifen einzelner zu erwerbender Teilkompetenzen gut zum Ausdruck bringt. Das dem Modell zugrunde liegende Kulturverständnis geht davon aus, dass Menschen innerhalb bestimmter kultureller Kollektive (Regionen, Sprachgemeinschaften, Institutionen etc.) ein gemeinsames Wissen und gemeinsame soziale Praktiken teilen. Beim Aufeinandertreffen von Personen verschiedener kultureller Prägung können Störungen auftreten, etwa durch kulturspezifische Kommunika­ tionsstile und Handlungspräferenzen, Erwartungen, Wahrnehmungen oder Interpretationen und Beurteilungen von Situationen. Grundvoraussetzung für interkulturelles Lernen ist eine Bewusstheit über (inter)kulturelle Unterschie­de. Die interkulturell kompetente Person verfügt über ein Set an Fertigkeiten (skills), Handlungs- und Reflexionskompetenzen, Wissen und Einstellungen, die sie befähigt, in einer angemessen und effektiven Weise in interkulturellen Begegnungen zu handeln. Darüber hinaus verfügt sie über die Bereitschaft, interkulturelles Lernen als anhaltenden Lernprozess zu sehen und in neuen Situationen immer wieder ihre Fähigkeiten in formellen und informellen Kontexten zu erweitern. Sie hat den Willen, die eigene kommunikative und soziale Kompetenz zu trainieren und mit den Interaktionspartnern Situationen zu kreieren, die adäquat, gesichtswahrend und effektiv sind. Die Lernspirale verbild-

licht, dass interkulturelles Lernen bzw. der Erwerb interkultureller Kompetenz ein fortdauernder Prozess ist. Bezüglich des in Kasten 1 und 2 geschilderten Falles wäre es sowohl für die Studentin als auch für den Professor hilfreich zu wissen, wie unterschiedlich die soziale Praxis «Umgang mit Entwürfen» im Fachbereich Architektur sein kann, und dass auch Kritik in verschiedenen Kulturen auf sehr unterschiedliche Weise geäussert wird. Hätte der Professor gewusst, dass in vielen asiatischen Kulturen, so z.B. in China öffentliche Kritik sehr heikel ist und das Prinzip der Gesichtswahrung (Mianzi) sozial besonders wichtig ist (vgl. Weidemann, 2004)6, hätte er die Studentin vielleicht zunächst durch Metakommunikation in einem Zwie­ gespräch «vorwarnen» können, indem er ihr die an seiner Institution gängige soziale Praxis der Entwurfskritik erklärt. Zwar bemüht sich der Professor, sprachlich auf die Studierenden zuzugehen, jedoch verletzt er in diesem Fall das Gesicht der Studentin vermutlich auch dadurch, dass er ihren Deutschkenntnissen wenig Wertschätzung zollt. Beide Interaktanten könnten die Irritation sicherlich auch

Kasten 1: Fallgeschichte

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Eine chinesische Studentin stellt in einem Architekturseminar einer deutschsprachigen Universität einen Entwurf vor. In der sich anschliessenden Diskussion macht der Dozent auf einige Schwachstellen im Entwurf aufmerksam und erwartet, dass die Studentin ihre Herangehensweise begründet. Als sich die Studentin nicht dazu äussert, bittet er sie um Überarbeitung des Entwurfs und verweist dabei auf seine wöchentliche Entwurf-Sprechstunde, die er auch auf Englisch anbietet. Die Studentin ist darüber sehr verunsichert und fühlt sich öffentlich blossgestellt. Die Kritik an ihrem Entwurf versteht sie nicht, denn der Dozent hat keine Hinweise gegeben, was sie genau verbessern soll. Sie spricht sehr gut Deutsch, Englisch dagegen kaum. Sie geht dem Lehrenden daraufhin aus dem Weg, und dieser weiss nicht, warum.


4. Interkulturelle Trainings als wichtiger Schritt zur «interkulturell kompetenten Hochschule» Zunehmend werden an Hochschulen zielgruppenspezifische interkulturelle Trainings angeboten. Die Teilnehmenden erwerben kontextspezifisches Handlungswissen und sensibilisieren sich für (inter)kulturelle Unterschiede und Herausforderungen. So bietet sich für ein Training für Lehrende die Ausrichtung auf folgende Inhalte, Kompetenzen, bzw. Methodiken an: – Wissen über die Schwierigkeiten internationaler Studierender im spezifischen Hochschulsystem – Wissen über andere Hochschulsysteme – Wissen über unterschiedliche Lehr- und Lernstile – Wissen über unterschiedliche Kommunikations­ konventionen und Rollenerwartungen – Verständnis für Schwierigkeiten in der Interaktion Studierende-Lehrende (z.B. Case Studies, Transkripte von Lehrver­ anstaltungen, Sprechstundengesprächen) – Reflexion der eigenen Kommunikationsstrategien – Training von Kompetenzen in Kommunikation, Didaktik, Beratung, insbesondere Perspektivwechsel – Umgang mit Normverletzungen (anhand authentischer Beispiele, z.B. Plagiaten, oder in der E-Mailkommunikation7).

die interkulturelle Qualifizierung an Hochschulen ( http://www. daad-akademie.de) unter der Leitung von Gundula Gwenn Hiller und Elke Bosse entstanden ist. 5 Vgl. z.B. House, J. (2003): Misunderstanding in Intercultural University Encounters. In: House, J.; Kasper G. & Ross, S. (Hrsg.): Misunderstanding in Social Life. Discourse Approaches to Problematic Talk. London: Longman. S. 22–56; Knapp, A. & Schumann, A. (2008): Mehrsprachigkeit und Multikulturalität im Studium. Frankfurt am Main: Lang; Schumann, A. (2012): Interkulturelle Kommunikation in der Hochschule: Zur Integration internationaler Studierender und Förderung Interkultureller Kompetenz. Transcript: Bielefeld; Casper-Hehne, H. (2005): Handlungs- und Beziehungsaspekte in der Wissenschaftskommunikation ausländischer Studierender. Probleme – Perspektiven. In: Casper-Hehne, H. & Ehlich, K. (Hrsg.): Kommunikation in der Wissenschaft. (Materialien Deutsch als Fremdsprache). Regensburg: Fachverband Deutsch als Fremdsprache. S. 57–73. 6 Weidemann, D. (2004): Interkulturelles Lernen. Erfahrungen mit dem chinesischen «Gesicht»: Deutsche in Taiwan. Bielefeld: transcript.

Hiller, G. G.: Kulturelle und sprachliche Diversität in der Hochschule – Am Beispiel von E-Mail-Kommunikation. Moosmüller, A. & Möller-Kiero, J. (Hrsg.): Interkulturalität und kulturelle Diversität. Münster u.a.: Waxmann. In Vorbereitung. 7

13 Kasten 2: Hintergründe für die Irritation in der Fallgeschichte aus der Perspektive der Akteure 1. Es ist im Fachbereich Architektur dieser Universität üblich,

5. Ausblick Wie oben bereits angedeutet wurde, kann die Hochschule nur dann «interkulturell kompetent» sein, wenn alle Beteiligten bereit sind für interkulturelles Lernen und die Anpassungsleistung nicht nur als Bringschuld der Studierenden angesehen wird. Anspruchsvolle interkulturelle Trainings bieten kein Rezeptwissen an, das alle Probleme sofort beseitigen könnte. Sie zielen, wie die Lernspirale zeigt, sowohl auf den Erwerb von Wissen und kommunikativen

dass die Entwürfe der Studierenden gemeinsam kritisch

Fähigkeiten, als auch auf Reflexions- und Handlungskompetenzen. Auch die Bedeutung von Haltungen und Einstellungen ist zu thematisieren. Dies kann die Mitglieder der Hochschule befähigen, mit den Herausforderungen einer zunehmend komplexer und internationaler werdenden Gesellschaft, Studien- und Berufswelt zurechtzukommen.

Entwurf-Sprechstunde kann für Detailfragen und Hinweise

diskutiert werden. Gute Ideen, aber auch Schwachstellen und Verbesserungspotential werden im Plenum klar benannt und diskutiert. Die Studierenden haben dabei die Chance, ihre Herangehensweise zu erklären und zu verteidigen. Zur Verbesserung der Entwürfe werden von den Dozierenden nur wenig konkrete Vorgaben gemacht, um Raum für eigene Ideen und Kreativität zu lassen, da die Studierenden ja lernen sollen, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln. Die genutzt werden. Da der Dozent auch zahlreiche ErasmusStudierende mit nur sehr wenig Deutschkenntnissen betreut, bietet er seine Sprechstunde auch in Englisch an. Er kann sich oft schlecht erinnern, wer welche Sprachkenntnisse hat. 2. Die Studentin fühlt sich von dem Dozenten blossgestellt, weil sie vor den Augen ihrer Kommilitonen und Kommilito-

Literatur

ninnen auf Probleme in ihrem Entwurf hingewiesen wurde.

Knight, J. (2008): Higher Education in Turmoil. The Changing World of Internationalization. In: Global Perspectives on Higher Education, Vol. 13. Online-Quelle: https://www.sensepublishers. com/media/475-higher-education-in-turmoil.pdf; letzter Zugriff: 22.06.2013.

Bisher war sie es gewohnt, dass die Dozierenden Vorschläge

1

www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/15/22/publ. html?publicationID=3937; gelesen am 12.06.2013. 2

machen und die Studierenden daraufhin damit arbeiten. Für sie ist es ein Ausdruck des Respekts, die Tipps des Dozenten anzunehmen und umzusetzen. Sie ist verunsichert, weil der Dozent keine Lösungen anbietet, sondern nur sagt, dass sie in die Sprechstunde kommen soll. Den Hinweis auf die englischsprachige Sprechstunde empfindet sie als Gering-

Bourdieu, P. (1972): Esquisse d'une théorie de la pratique précédée de Trois études d'ethnologie kabyle. Genève: Droz.

schätzung ihrer deutschen Sprachkenntnisse. Sie hat sehr

Die Fallgeschichte und ihre Deutung stammen aus einer Abschlussarbeit, die im Rahmen der Ausbildung zum Trainer für

das Architekturstudium (DSH 2 Prüfung) zu bestehen.

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lange Deutsch gelernt, um die Zugangsvoraussetzung für

DAS SAGT DIE THEORIE

besser einordnen, wenn sie wüssten, welche unterschied­ lichen Rollenverständnisse von Studierenden und Lehrenden vorherrschen. Auf Basis dieses Bewusstseins könnten beide die Situation neu gestalten.


Unser Solarhaus im globalen Wettbewerb Das Departement Technik & Architektur wurde für den Solar Decathlon Europe 2014 qualifiziert. Studierende entwickeln zusammen mit Dozie­renden in einem interdisziplinären Team ein architektonisch und technisch inno­vatives, energieeffizientes Solarhaus. Die Prä­sentation in Versailles findet in einem internationalen Umfeld statt. Der verantwortliche Dozent und Studie­rende berichten über diese einmalige Lernchance. 1. Das Projekt Solar Decathlon wird in einem internationalen Kontext präsentiert. Was bedeutet das für Sie?

mit starken Ideen und offenem Geist. Das Eigene und das Andere werden sichtbar, diskutierbar, transformierbar.

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einblicke mit einsichten

Ein internationales Umfeld bietet vielfältigen Kulturaustausch und schafft, wenn wir uns mit offenen Sinnen darauf einlassen, neue Perspektiven. Wir verlassen die alpenländische Beschaulichkeit, stellen uns dem globalen Diskurs

2. Wie berück­sichtigen Sie in Ihrer Arbeit die Tatsache, dass Fachleute aus verschiedenen Kulturen Ihr Ergebnis beurteilen werden?

Unser Projekt soll eine grosse Eigenständigkeit ausstrahlen. Wir suchen eine aus dem spezifischen Ort entwickelte Architektur, eingebettet in eine authen­ tische Geschichte, konkretisiert für unsere Region. Wir hoffen jedoch, dass Ideen, Erkenntnisse und generelle Prinzipien globaler verstanden und weiter entwickelt werden – und damit das Inte­ resse der Fachleute angeregt wird.

Am meisten freue ich mich auf den Wissens- und Erfahrungsaustausch. Natürlich erhoffe ich mir auch, dass der Solar Decathlon nach dem Sommer 2014 in der Schweiz ein Begriff ist.

Patrick Baschnagel, Gebäudetechnik Bachelor 6. Semester

Die Physik hat weltweit die gleichen Gesetze und bei der Elektrizität müssen wir uns alle an die französischen Normen anpassen. Die kulturellen Unterschiede werden vor allem im Designing und in der Installation ersichtlich. Für die Beur­teilung ist somit eine einfache und übersichtliche Installation wichtig.

Interdisziplinäres Arbeiten verlangt, die eigenen Positionen präzise zu vertreten und gleichzeitig auch zu hinterfragen, um im Team nach den optimierten Lösungen zu suchen. Es setzt eine gemeinsame Sprache voraus, braucht Zeit und auch Lust. Ich bin sehr beeindruckt, wie sich die Studierenden im Atelier Solar Decathlon kreativ und prozesshaft über ihren Disziplinrand hinaus engagieren.

der Technik dem Rest der Welt zu zeigen. Somit können wir uns im Wettbewerb mit der Konkurrenz «eins zu eins» vergleichen und feststellen, wo die Stärken und Schwächen liegen. Ein Bauobjekt zu realisieren, das für unseren Kontext konzipiert wird, jedoch in einem internationalen Umfeld funktionieren und verstanden werden soll, ist eine grosse Herausforderung. Das Projekt muss einerseits viele ­Anforderungen erfüllen aber anderseits auch für jederman verständlich sein. Dies bedeutet, dass die Komplexität des Projektes auf das Wesentliche reduziert werden muss.

Patrick Heller, Architektur Bachelor 6. Semester

Hanspeter Bürgi, Architekt Leiter Atelier Solar Decathlon

3. Sie arbeiten in einem inter­disziplinären Team. Welche Erfahrungen machen Sie diesbezüglich?

Es ist eine grosse Ehre für mich, an einem Projekt zu arbeiten, welches die Schweizer-Architektur im Ausland repräsentiert. Dieser Event bietet unter anderem die Möglichkeit, unsere Kultur, Bautradition und unseren Stand

Bei keiner interdisziplinären Arbeit war die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen so intensiv wie jetzt. Die besten Ideen haben sich immer dann ergeben, wenn alle nach einer Lösung gesucht haben. Dafür braucht es Motivation, Kompromissbereitschaft und fachspezifische Systemkenntnisse.

In einem interdisziplinären Team zu arbeiten, ist nicht immer ganz einfach. Die Sichtweisen und Meinungen unterscheiden sich zum Teil stark. Diese tägliche Herausforderung motiviert uns immer wieder von Neuem. Gemeinsam an ein Problem heranzugehen und es von verschiedenen Standpunkten zu betrachten, verleiht dem Projekt hohe Qualitäten.


Industrie: We are local – worldwide Christiane Leister

Entsprechend diesem Leitmotiv bearbeiten wir bei Leister den Weltmarkt bereits seit Jahrzehnten. In der Vergangenheit erwies sich der Anfang der Globalisierung als vorteilhafte Einbahnstrasse, ausgehend von den Industrie­ nationen in Richtung aufstrebende Länder im Westen und Osten, insbesondere Asien. Wir Schweizer Exporteure sind sehr innovativ – doch das allein ist heute nicht mehr aus-

die einzelnen Ergebnisse schluss­endlich umso vielfältigere Ansätze aufweisen.

reichend. Die Globalisierung hat im Verlauf ihrer Entwicklung auch einen Gegenverkehr gebildet. Die Unternehmen der Emerging Markets haben sich technologisch weiter entwickelt und werden mehr und mehr ernst zu nehmende Konkurrenten auf dem Weltmarkt.

Die Präsentation unserer Arbeit in einem internationalen Umfeld ist sicherlich ein Grund, warum ich beim Solar Decathlon mit dabei bin. Ich stelle mir vor, dass es sehr spannend und bereichernd sein wird, mit Studierenden und Fachpersonen aus verschiedenen Kulturen über die einzelnen Projekte zu diskutieren. Momentan sind wir nun daran, unser Konzept so klar wie möglich auszuformulieren, damit es dann für alle Besucher und Fachpersonen in Versailles verständlich und erkennbar wird.

Susanne Schmid, Innenarchitektur Bachelor 6. Semester

Die Zusammenarbeit schafft Vertrauen. Beim Solar Decathlon lerne ich das Denken und die Vorgehensweise der anderen Disziplinen vertiefter kennen. So kann ich die Schnittstellen von der Innenarchitektur zur Architektur oder zur Gebäudetechnik weiter denken und meine Wirkungsfeld als zukünftige Innenarchitektin vergrössern. Fragen: Brigitta Pfäffli Tanner

Weitere Informationen unter: www.hslu.ch/solardecathlon www.solardecathlon.ch

Um in den Emerging Markets auch weiterhin unsere Markt­position zu verteidigen und auszubauen, braucht es nicht nur Sprachenkenntnisse zur Verständigung. Gefragt sind Einblicke in unterschiedliche Markt- und Lebensbedingungen, Verständnis für uns fremde Unternehmenskulturen, Denk- und Verhaltensweisen. In den Emerging Markets bilden sich neue, bisher unbekannte Marktsegmente, deren Anforderungen wir verstehen müssen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Erwähnen möchte ich hier die neu in Erscheinung tretenden funktionalen Güter, welche sich an den Kriterien «simple – good – affordable» ausrichten. Dies jeweils angepasst an die länderspezifischen Anforderungen und grösstenteils verbunden mit erheblichen Skalierungseffekten. Wie können wir uns auf diese anspruchsvollen Herausforderungen vorbereiten? Was bedeutet das für die Ausbildung, welchen Weg müssen wir konsequent beschreiten? Internet, Social Networks und Methoden wie E-Learning sind der erste Schritt, aber heutzutage nicht mehr ausreichend. Internationale Netzwerke, direkter Erfahrungsaustausch von Mensch zu Mensch, Arbeitseinsätze in Form von Praktika, Auslandsaufenthalte mit Einbindung in die dort ansässigen Unternehmen und das tägliche Leben vor Ort, sowie auch ein Auslandsstudium geben Chancen, sowohl die Menschen als auch ihre Lebensumstände und Bedürfnisse für neue Produkte zu verstehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei den Herausforderungen der fortschreitenden Globalisierung.

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STANDPUNKT!

Für unser Projekt gehen wir vom Kontext Schweiz/Luzern aus. Die anderen Teams nehmen als Hintergrund ihre lokalen Bedürfnisse und Problematiken auf. Dies macht die Präsentation in Versailles umso spannender. Ich stelle mir vor, dass all die Teams unterschiedlich auf die Herausforderung reagieren und


Für Christian Hohmann (l.) und Sascha Götte (r.) hat sich die Aufbauarbeit gelohnt. Die Nachfrage nach Plätzen in der Winter School steigt stetig. (Foto Patrick Kälin)

«Ein wichtiger Türöffner»

IM GESPRÄCH

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Mit der «International Winter School Lucerne» ist dem Wirtschaftsingenieur-Studiengang der Hochschule Luzern der Brückenschlag zu zahlreichen ausländischen Partnerschulen gelungen. An dieser Blockwoche nehmen jeweils 40 Studierende aus über 15 Ländern teil.

Sascha Götte hat die erste Winter School durchgeführt. Gemeinsam mit dem heutigen Projektleiter, Christian Hohmann, erläutert er dieses interdisziplinäre Projekt. Welche Bedeutung hat die «International Winter School Lucerne» für das Departement Technik & Architektur? Sascha Götte: Die Winter School war die erste englischsprachige Blockwoche, die an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur durchgeführt wurde. Sie war ein wichtiger Türöffner, um die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerschulen zu intensivieren. Wenn wir Studierende ins Ausland schicken möchten, müssen wir auch spannende Angebote für ausländische Studierende be­ reithalten. Nur so können wir unseren Studierenden die Möglichkeit eines Auslandssemesters oder eines Dual Degrees  bieten. (Mehr zu Dual Degrees S. 20) Christian Hohmann: Unseren angehenden Wirtschafts­ ingenieuren und -ingenieurinnen bietet die Winter School die Möglichkeit, an ihrer Heimathochschule internationale Luft zu schnuppern. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch von Internationalisierung zu Hause. Es geht darum, unseren Studierenden aufzuzeigen, wie bereichernd ein Auslandsaufenthalt für sie sein könnte. Viele nutzen dabei die Chance, sich mit Gaststudierenden aus ihrer Wunschdestination zu vernetzen.

Welche Erfahrungen haben Sie beim Aufbau der Winter School gemacht? (SG) Wir hofften, mit der Winterdestination Schweiz zu punkten. Damals gab es in der Schweiz noch kein vergleichbares Angebot. Im Rückblick lagen wir mit dieser Ausrichtung genau richtig. Bei der ersten Durchführung ist jedoch noch nicht alles rund gelaufen. Wir haben die Teilnehmenden zu Beginn überfordert und ihnen kaum Zeit gelassen, die Region kennenzulernen. Daran haben wir nun einiges geändert. Auch den Aufwand für die Durchführung eines solchen Moduls hatten wir etwas unterschätzt. Die Winter School findet immer im Februar statt. Was steht jeweils auf dem Programm? (SG) Seit 2012 erlernen die Studierenden die Methode des «Design Thinking» eine spezielle Kreativ- und Problemlösungsmethodik. Dieses Thema hat sich sehr bewährt. (Mehr zu «Design Thinking» im Inter-Heft 3, S. 2ff) (CH) Vorläufig bleiben wir auch bei diesem Thema. Die Studierenden entwerfen in dieser Woche Produkte und Services für reale Firmen. 2012 haben wir mit Trisa und Logitech zusammengearbeitet. Der Unterricht unterscheidet sich stark von anderen Modulen. Es sind definitiv keine Stunden, in denen die Studierenden ein wenig berieselt werden. Sie arbeiten intensiv in unseren Ateliers an der


Problemlösung. Im Rahmen des «Design Thinking» sollen sie sich vom Papier lösen und handwerklich tätig werden. Sie bauen zahlreichen Modelle, um ihren Ideen Form zu geben. Für unsere Gaststudierenden ist diese Woche je nach Herkunft und Studienrichtung sehr ungewohnt. Sie finden sich üblicherweise aber schnell damit zurecht und arbeiten begeistert mit. Welche Voraussetzungen müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfüllen? (CH) Die Winter School richtet sich an Wirtschaftsin­ genieur-Studierende im zweiten Studienjahr, wobei wir auch Studierende aus den Studiengängen Maschinentechnik, Elektrotechnik und Informatik aufnehmen. Uns ist wichtig, dass es sich um Leute handelt, die «open minded» und bereit sind, herkömmliche Denkweisen zu durchbrechen. Etwa ein Drittel der Teilnehmenden studiert an unserem Departement, zwei Drittel kommen aus dem Ausland. Bei den ausländischen Gaststudierenden ist die He-

(SG) Die Studienrichtungen der ausländischen Teilnehmenden sind ebenfalls sehr unterschiedlich, was sich sehr positiv auf die Kreativität der Teams auswirkt. Aus Dublin kommen beispielsweise Leute aus dem Studiengang Industriedesign, aus Valencia Informatiker, aus St. Petersburg angehende Betriebsökonomen, aus Coventry Studierende der Luftfahrt und aus Edinburgh Bauingenieure. (CH) Auch die kulturellen Unterschiede sind spannend. Wenn in unserem Kurs ein Schweizer mit einer Russin etwas entwickelt, prallen unterschiedliche Denkweisen aufeinander, und es entstehen ganz neue und sehr spannende Lösungswege. Das interdisziplinäre Arbeiten im internationalen Kontext gehört heute vielfach zur Berufsrealität, die Winter School bietet ein Übungsfeld. (SG) In diesem Zusammenhang hat die Hochschule Luzern – Technik & Architektur unserem Vize-Direktor Beat Mugglin sehr viel zu verdanken. Er hat ein Sabbatical genutzt, um zahlreiche Hochschulen in der ganzen Welt zu besuchen. Danach hat er die Internationalisierung unseres Departements mit viel Herzblut vorangetrieben. Was bietet die Winterschool den Studierenden ausser Unterricht sonst noch? (CH) Wir organisieren Unterkunft und Verpflegung, einen Begrüssungsapéro in Luzern und am ersten Schultag einen Abholservice, damit alle den Weg finden. Ferner gibt es einen Fondueabend in einer Berghütte, sowie einen Abschlussabend. Das klingt nach viel Aufwand. Wie gross ist das Organisationskomitee? (SG) (lacht) Das OK heisst Christian Hohmann.

(CH) Stimmt. Die meisten Fäden laufen bei mir zusammen. So etwa die Akquisition der Firmenpartner oder die Auswahl der Studierenden. Einzig bei der Administration habe ich Unterstützung durch Assistierende. Den Abschlussabend organisieren die Luzerner Studierenden. Alles in allem ist der Aufwand ziemlich gross. Deshalb beginnt die Vorbereitungsarbeit jeweils bereits im Frühsommer. Werden auch ausländische Gastdozentinnen und -dozenten eingesetzt? (CH) Insgesamt sind wir drei Dozierende. Das Departement Technik & Architektur arbeitet im Bereich «Design Thinking» eng mit der Stanford University zusammen. Wir haben das grosse Glück, dass wir von dort einen der Begründer der Methodik, Larry Leifer, als Dozent gewinnen konnten. (SG) Larry Leifer und die Stanford University haben international einen exzellenten Ruf. Davon profitieren wir natürlich. Nicht zuletzt veranlasst dies unsere Partnerschulen die besten Studierenden für die Teilnahme zu nominieren. Mit anderen Worten: Die Winter School ist ein Erfolg. (SG) Ja, auf ganz verschiedenen Ebenen. Wir haben ein gutes Medienecho und die Beziehungen zu unseren Partnerschulen sind intensiver geworden. Die Nachfrage nach Teilnahmeplätzen steigt stetig und diverse Studierende sind für ein ganzes Semester nach Luzern zurückgekommen. Werden Sie das Programm erweitern? (CH) (lacht) Das könnten wir tatsächlich. Aber wir wollen bewusst nicht grösser werden. Bei grösseren Gruppen besteht die Gefahr, dass die Studierenden sich weniger durchmischen, sondern mit Leuten aus ihren Herkunftsländern zusammenkleben. Eine doppelte Durchführung des Moduls wollen wir auch nicht. Es ist gut, so wie es ist. Interview: Mirella Wepf

17 IM GESPRÄCH

terogenität recht gross, zum Beispiel was das Alter angeht. Die französischen Studierenden sind meist noch unter 20, andere eher erfahrener.

Internationaler Kontext: Begeisterte Studierende und konkrete Problem­ lösungen. (Fotos Christian Hohmann)


Swiss Watching Für viele ausländische Studierende ist die Schweiz zunächst ein Buch mit sieben Siegeln: Wie ist das mit der Pünktlichkeit? Was heisst direkte Demokratie? Im Modul «Swissness» lernen sie Land und Leute kennen. Dazu bringen sie eine grosse Bereitschaft mit, sich landesüblich bewegen zu können. Eva Schümperli-Keller und Gregor Imhof

einblicke mit einsichten

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Am Anfang des Moduls «Swissness – Swiss Culture» steht immer ein Rückblick. Was ist in der vergangenen Woche in der Schweiz passiert? Im Mai war das beispielsweise der Besuch des chinesischen Premierministers Li Keqiang. Dieses Thema wird kontrovers diskutiert, denn im Modul sind Austauschstudierende aus China. Sie bringen ihre eigene Optik mit ein. «Swiss watching» nennt Dozentin Nina Zim-

und es seien auch schon Studierende durchgefallen, sagt Nina Zimnik. «Ich erwarte, dass sie ihre Präsentationen und Arbeiten gewissenhaft vorbereiten und fristgerecht einreichen. Die Studierenden sollen auch die Bedeutung von Verbindlichkeit kennenlernen, die erst das gute Zusammenleben in der Schweiz ermöglicht.»

nik diesen Teil des Unterrichts. Sind die wichtigsten Aktualitäten besprochen, werden verschiedene Aspekte des Gastgeberlandes genauer beleuchtet. Etwa die Struktur der Schweizer Wirtschaft, kulturelle Phänomene wie der «Röstigraben», die Bedeutung des Tourismus oder die verschiedenen Parteien und ihre Programme. «Im Kurs lernen die Studierenden das Gastgeberland kennen und können mit diesem Wissen ihr Leben und ihr Studium hier besser bewältigen», erklärt die Kulturwissenschaftlerin. «Sie interessieren sich beispielsweise sehr dafür, welche Hobbys die Schweizerinnen und Schweizer betreiben. Und sie sind froh, wenn sie bei einer Einladung in einen Schweizer Haushalt schon wissen, dass man vor dem Essen miteinander anstösst.»

Der Kenianer Henry Wittmer wohnt mit seiner Schweizer Frau in Lenzburg und pendelt dreimal wöchentlich nach Horw zum Studium, das er berufsbegleitend absolviert. Als eindrücklich empfindet er das Vertrauen, das die Leute in der Schweiz einander entgegenbringen, etwa in der Sendung «Arena», in der sich die Politikerinnen und Politiker ohne Leibwächter auf hitzige Debatten einlassen. Nina Zimnik bekräftigt, dass dieses Vertrauen in die Redlichkeit der Mitmenschen, auf dem letztlich das ganze System der direkten Demokratie basiere, die ausländischen Studierenden immer wieder erstaune.

Themen selbst erarbeiten Der in Englisch angebotene Kurs steht allen Studierenden der Hochschule Luzern offen. Ausländische Studierende aus dem Departement Technik & Architektur bekommen sogar drei Kreditpunkte angerechnet, wenn sie die mündliche Prüfung bestehen. Leicht verdient seien diese nicht

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Im Modul «Swissness» werden verschiedene Aspekte des Gastgeberlandes Schweiz besprochen. (Illustration Patrick Kälin)

Im Verlaufe des Semesters müssen sich alle ein helvetisches Thema einarbeiten, und es den Mitstudierenden präsentieren. Da gäbe es durchaus Vorlieben, hat Nina Zimnik festgestellt. Studierende aus südamerikanischen Ländern etwa würden sich stark für das Militär in der Schweiz interessieren. Studierende aus dem In- und Ausland profitieren Randy Cotten aus San Diego sind schon viele helvetische Gewohnheiten ans Herz gewachsen, denn er hat eine Schweizer Freundin. Diese hatte bei ihm in den USA bereits ein neues Zuhause gefunden. Doch weil Cotten auf der Website der Hochschule Luzern mit dem englischsprachigen Studiengang in Wirtschaftsingenieurwesen sein Traumstudium entdeckt hatte, zogen die beiden in die Schweiz. «Dank dem Swissness-Kurs kenne ich jetzt nicht nur die wichtigsten Fakten zur Schweizer Politik, Geschichte und Wirtschaft, sondern weiss auch etwas über Alberto Giacometti und Le Corbusier, die mir», so schmunzelt er, «ab und zu im Portemonnaie begegnen.» Hin und wieder komme es vor, dass auch Schweizer Studierende das Modul besuchen wollten, erzählt Kursleiterin Zimnik. Sie begrüsst das, denn die Studierenden erhielten eine neue Sichtweise auf ihr Land. Ausserdem übten sie sich im Englischen, wenn sie sich mit den ausländischen Kursteilnehmenden austauschten. Und damit werde die «Internationalisierung zu Hause»  gefördert, meint Nina Zimnik abschliessend.


HOCHSCHULLEITUNG Hochschuldidaktik: HOCHSCHULE LUZERN: Lernen und Lehren International­i­ weltweit im Gespräch sierung zwischen Pflicht und Kür Der Diskurs über Lernen und Lehren ist international. Das bringt lokal BeMonika Wyss

Xaver Büeler

stätigung, regt zum Austauschen an und bringt Inspiration aus allen Ecken der Welt.

Wie sieht die Welt aus, in der sich Studierende später zu bewähren haben? Auf welche Herausforderungen werden sie treffen? Welche Kompetenzen werden sie benötigen? Fragen dieser Art müssen sich Hochschulen immer wieder stellen.

Soeben ist ein «epochales Werk» erschienen. Gemeint ist die deutsche Übersetzung von John Hatties «Visible learning for teachers. Maximizing impact on learning». Und: Im kalifornischen Silicon Valley startet «The next big thing». Gemeint sind Massive Open Online Courses (MOOCs).

Man muss kein Zukunftsforscher sein, um vorauszusehen, dass die künftige Lebens- und Arbeitswelt in hohem Mass globali-

Der Bildungsforscher John Hattie aus Neuseeland sucht nach Faktoren, welche erfolgreiches Lernen unterstützen.1 Dafür analysierte er Daten von 250 Millionen Lernenden und extrahierte 138 Schlüsselfaktoren zu Lehren-

Diese Entwicklung löst auch Ängste und Widerstände aus. Die Verhaltensforschung zeigt, dass menschliche Individuen nicht per se auf eine globalisierte Welt vorbereitet sind. Vererbte menschliche Verhaltensprogramme sind primär auf überschaubare soziale Systeme wie Familien ausgerichtet. Erst durch Aus- und Weiterbildung erwirbt sich der Mensch die Fähigkeit, sich in fremden, anonymen und veränderlichen Umwelten sicher bewegen zu können. Neben der Familie als primärer Soziali­sations­ins­tanz kommt hier den Bildungsinstitutionen eine zunehmende Bedeutung zu. Der Werkplatz Zentralschweiz verfügt über ein hohes Internationalisierungspotenzial, man denke nur an Unternehmen wie Schindler, Glencore, Victorinox oder Pilatus. Die Vermittlung von Kompetenzen zur Bewältigung beruflicher Aufgaben in einem internationalen Umfeld stellt für die Hochschule Luzern eine zentrale Aufgabe dar. Unsere Curricula berücksichtigen neben Fach-, Sprach- und Sozialkompetenzen denn auch zunehmend interkulturelle Kompetenzen. Durch vielfältige Partnerschaften mit Hochschulen, Unternehmen und Institutionen auf der ganzen Welt schaffen wir die Voraussetzungen, damit Studierende internationale Erfahrungen sammeln können, beispielsweise im Rahmen von Austauschprogrammen, Summer Schools oder Forschungsaufenthalten. Dabei lässt sich das Nützliche zwanglos mit dem Angenehmen verbinden: Die Möglichkeit, fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen, trägt massgeblich zu einem attraktiven Studienangebot bei. Die Globalisierung stellt für alle eine Herausforderung dar. Es ist an uns, die damit verbundenen Chancen für den Denk- und Werkplatz Zentralschweiz mit Offenheit, Neugier und Kreativität zu nutzen.

den, Lernenden, Unterricht, Elternhaus, Institution und Curriculum. Mit seinem Buch will er Lehrenden ein Barometer in die Hand geben. Dieses zeigt an, was im Kontext von Lernen und Lehren am besten funktioniert. Und er erklärt evidenzbasiert, warum. Klar, die Rangliste der Faktoren im Anhang des Werkes verleitet zu vorschnellen Interpretationen. Klar, die Ergebnisse sind von kulturellen Spezifika geprägt und müssen mit Vorsicht auf die eigene Lehre übertragen werden. Trotzdem kann Hattie zeigen: Das Wirkpotential der Lehrenden ist dann gross, wenn sie mit den Augen der Lernenden lehren, wenn sie wissen wollen, warum und wo das Lernen schwer fällt, oder ob die Lernenden bei der Sache bleiben konnten. Sie initiieren Kurztests und Lernende wagen, Fehler zu machen. Gemeinsam wird besprochen, wie das Ziel erreicht werden kann.

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STANDPUNKT!

siert sein wird. Grenzen verschwinden zwar nicht, aber sie verlieren an Bedeutung – seien es nun Grenzen in Bezug auf Nationalstaaten, Sprachen oder Kulturen. Mit Ausnahme des Bodens zirkulieren alle Produktionsfaktoren (Kapital, Arbeit, Wissen) weitgehend frei. Die rohstoffarme Schweiz kann von diesem Trend profitieren und sich als einer der weltweit innovations- und wertschöpfungsstärksten Standorte profilieren.

Massiv Open Online-Kurse sind darauf ausgelegt, dass Tausende von Studierenden gemeinsam aber nicht zwingend gleichzeitig lernen. Einmal an einer renommierten Universität nach Wahl eingeschrieben, kann die Vorlesung so lange angeschaut, an Kontrollfragen so lange geknobelt werden, bis die Inhalte verstanden sind. Studierende benoten Studierende in anderen Ecken der Welt (Peer-Grading), weil die Dozierenden dies nicht mehr bewältigen können. Mit den MOOCs kommt Wissen mit Uni-Qualität ins Internet. Studierende und Dozierende profitieren von den unterschiedlichen fachlichen, sozialen und kulturellen Hintergründen, ohne das eigene Land zu verlassen. Dozierende können den Erfolg von Tausenden von Studierenden beobachten und wenn nötig fragen, warum Hunderte dieselbe Frage falsch beantworten. Oder ob und wie Peer-Grading funktioniert. Erste Antworten liegen vor: offenbar gut.2 Ob MOOCs oder Hatties Buch, aus allen Ecken der Welt kommen neue Fragen und evidenzbasierte Begründungen. Das beflügelt die Lehre und das Lernen vor Ort und macht Lust auf internationalen Austausch. Literatur Hattie, J. (2013): Lernen sichtbar machen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von «Visible Learning», besorgt von Wolfgang Beywl & Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren Verlag. 1 2

Interview mit John Hattie: «Schaut hin!» In: ZEIT Nr. 19, 2.5.2013, auf www.zeit.de. Koller, D. What we're learning from online education. http://www.youtube.com/watch?v=U6FvJ6jMGHU (Ted-Talk), gelesen am 18.6.2013.


Abschluss hoch zwei Durch die enge Zusammenarbeit mit drei Partneruniversitäten im englischsprachigen Raum können sehr gute Bachelor-Studierende vom Departement Technik & Architektur das dritte Studienjahr an diesen Partneruniversitäten absolvieren und einen zweiten BachelorAbschluss erwerben. Diese sogenannten Dual Degree Programme sind für Bachelor-Studierende an Schweizer Fachhochschulen sehr innovativ und bieten besondere Chancen für eine spätere Karriere im internationalen Umfeld. Sascha Götte

post-it

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Die Hochschule Luzern – Technik & Architektur pflegt seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit der Coven-

Gewinn für Studierende und Hochschule Durch die Teilnahme an einem der Dual Degree Pro-

try University in England, der Edinburgh Napier University in Schottland und der University of the Sunshine Coast in Australien. Im Rahmen dieser etablierten Dual Degree Programme verbringen unsere Studierenden das letzte Studienjahr als Gaststudierende an einer der drei Partner­ universitäten.

gramme erhalten die Studierenden einen umfangreichen Einblick in die englische, schottische bzw. australische Kultur, Geschichte und Wirtschaft. Alle bisher aus diesen Programmen zurückgekehrten Studierenden haben das Studienjahr mit einem sehr guten Bachelor of Engineering (Honours) von der Coventry University oder der Edinburgh Napier University bzw. Bachelor of Business von der University of the Sunshine Coast abschliessen können. Einige der studentischen Projektarbeiten sind an unseren Partner­ universitäten mit Bestpreisen ausgezeichnet worden. Die Studierenden können ihre Fremdsprachenkompetenzen deutlich erweitern und wirken an unseren Partneruniversitäten als Botschafter, indem sie für einen Studienaufenthalt an unserer Hochschule werben. Gerade auch deswegen hat in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Austauschplätzen in Luzern bei den Studierenden von der Coventry University stetig zugenommen, wodurch die Internationalisierung zu Hause gestärkt werden konnte.

Auswahl- und Abstimmungsprozesse Die Vergabe der Austauschplätze findet über ein Auswahlverfahren statt, in dem die interessierten Studierenden ihre Motivation für die Teilnahme erläutern müssen. Des Weiteren berücksichtigt die Auswahlkommission bei ihrer Entscheidung auch die bisherigen Studienleistungen, die Fremdsprachenkompetenzen und das sonstige Engagement an der Hochschule. Für die für ein Dual Degree Programm nominierten Studierenden erfolgt die Festlegung der zu belegenden Kern- und Wahlmodule in enger Abstimmung mit dem Studiengangleiter von der ausländischen Partneruniversität, wobei sichergestellt wird, dass sowohl die Bedingungen für die Diplomierung an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur als auch für den zweiten Bachelorabschluss an der ausländischen Partneruniversität erfüllt werden. Eine besondere Herausforderung ist die frühzeitige Abstimmung der Aufgabenstellung der Bachelor-Diplomarbeit. In diesem Projektmodul werden die Studierenden sowohl von einem Dozierenden der ausländischen Partneruniversität als auch von einem Dozierenden des Departements Technik & Architektur betreut und ihre Leistungen werden von beiden separat bewertet. Die Modulwahl und die vorgesehene Anrechnung der im Ausland erbrachten Studienleistungen werden im Rahmen einer Lernvereinbarung festgelegt.

Den Absolventinnen und Absolventen der Dual Degree Programme bieten sich durch ihr spezielles Absolventenprofil besondere Chancen beim Berufseinstieg in international tätige Unternehmen im In- und Ausland. Zudem hat es sich gezeigt, dass hierdurch der Zugang zu Master-Studiengängen an renommierten ausländischen Hochschulen und Universitäten erleichtert wird. Die Möglichkeit der Teilnahme an diesen Dual Degree Programmen wirkt sich auch auf die Akquisition neuer Studierender an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur aus. Für einige sehr gute und international ausgerichtete Studieninteressierte sind diese Programme von wesentlicher Bedeutung für die Entscheidung zum Eintritt in das Bachelor-Studium am Departement Technik & Architektur.


Michaela Rackova und Erich Schmid sind sich einig: Der Austausch im internationalen Umfeld löst wichtige fachliche und persönliche Lernprozesse aus. (Foto Patrick Kälin)

Lernen, feiern, reisen…

Erich Schmid, was hat Sie bewogen, in Dresden ein Auslandsemester zu absolvieren? Ich bin ist Ostdeutschland geboren. In Dresden konnte ich das Studium mit einem Aufenthalt in meiner alten Heimat verknüpfen. Ausserdem wusste ich, dass das Studium in Dresden mehr technisch ausgerichtet ist und im Bereich Städtebau vieles zu bieten hat. Michaela Rackova, warum haben Sie die Hochschule Luzern gewählt? Ich kann hier neue Erfahrungen machen. Die Schweiz ist ein hochentwickeltes Land, ihre Hochschulen haben bei uns einen guten Namen. Wir konnten zwischen der Fachhochschule Bern und Luzern wählen. Luzern ist die schönere Stadt. Was lern(t)en Sie während des Auslandstudiums? (ES) Ehrlich gesagt habe ich in Dresden in fachlicher Hinsicht nicht wirklich Neues erfahren, konnte jedoch mein Wissen über Städtebau vertiefen und ergänzen. Diesbezüglich hat man in Dresden sehr viel Erfahrung, weil ja die ganze Stadt nach dem zweiten Weltkrieg neu aufgebaut werden musste. Wir hatten einen ausgezeichneten Dozenten, der sein Leben lang Städtebau machte. Er geht diesen Sommer in Pension, war aber noch mit Leib und Seele dabei. (MR) In Brünn studieren wir mehr Mathematik, Technisches Zeichnen und Statik. In Horw lerne ich, neben den technischen auch die künstlerischen Aspekte des Bauens

zu reflektieren. Wir lernen hier die Farbnuancierung zu beachten und Farbkonzepte zu entwickeln. Das ist gut für mich. In Brünn habe ich mich mehr mit Materialien und technischen Details befasst. Welche Unterschiede sind Ihnen aufgefallen? (MR) In Horw ist der Umgang miteinander weniger formell. Ich kenne die Titel der Professoren nicht. Wir sagen Hallo und Du zueinander. In Brünn muss ich die Professoren mit ihren Titeln ansprechen. Ausserdem machen wir in Horw mehr Gruppenarbeiten. Das ist ganz neu für mich. (ES) Das sehe ich ähnlich. Auch das Studium in Dresden gleicht noch stark einer klassischen Berufsausbildung, wie ich sie in der Bauzeichnerlehre erlebt haben. Es besteht vorwiegend aus frontaler Wissensvermittlung. Bei den seltenen Gruppenarbeiten muss man hinter den Kommilitonen her rennen. Diesbezüglich waren sie sehr unbeholfen. Sie hatten Schwierigkeiten, sich zu organisieren und Ergebnisse zu koordinieren. Überhaupt hat mich die mangelnde Motivation beschäftigt. Sie ist ob der schlechten Berufsaussichten schon verständlich. In Deutschland ist man nach einem Bachelorabschluss ein besserer Praktikant. Hier wartet man auf uns. Vermissen Sie etwas in Horw? (MR) Das Studentenleben. Hier gibt es nur eine Party während des Semesters. Bei uns feiern wir viele Feste, sind viel zusammen. Wir brauchen das.

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da machte es klick

Erich Schmid und Michaela Rackova studier(t)en Architektur im Aus­land. Sie berichten über ihre Eindrücke und Erfahrungen. Es zeigt sich, dass der Gewinn nicht in erster Linie im fachlichen Bereich, sondern in persönlich bedeutsamen Lebenserfahrungen liegt.


(ES) Das ist mir in Dresden auch aufgefallen. Es werden viele Reisen und Feste für die Studierenden organisiert. Man könnte jedes Wochenende etwas unternehmen. Gab es Überraschungen? (MR) Das Vertrauen, das alle einander entgegenbringen hat mich total überrascht. Ich kann meine Sachen an meinem Atelierplatz liegen lassen und am nächsten Tag ist alles noch da. Wenn ich eine Kamera ausleihe, will niemand eine Unterschrift. Das macht das Studieren angenehm. Die Menschen hier wirken zufriedener. Das sehe ich schon morgens im Bus. Viele lächeln. (ES) Ein schulisches Aha-Erlebnis hatte ich nicht. Ich nahm die kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern intensiv war und merkte für mich persönlich, dass ich, obwohl in Deutschland geboren, doch eher Schweizer bin. Wir haben hier ein sehr hohes Niveau in Bezug auf Qualität und Leistung und übernehmen viel Eigenverantwortung. Über-

da machte es klick

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gene, ganze andere Ansichten und man muss lernen, zuzuhören und Rücksicht zu nehmen. Man denkt allzu rasch, das kenne ich schon. Das habe ich auch in Dresden stark erfahren. Wir arbeiten hier und dort zwar mit ähnlichen Techniken und machen gewisse Dinge doch ganz anders. Ich musste über vieles neu nachdenken. International zusammengesetzte Gruppen zwingen einen, Festgefahrenes aufzubrechen. Das tut schon gut, sich selber immer wieder zu überprüfen. Das führt auch zu mehr Toleranz. Und man kann vieles mitnehmen. Was bedeutet das Auslandstudium für Ihre künftige Berufstätigkeit als Architektin, als Architekt ? (MR) Schwer zu beurteilen. Eines ist mir aber klar: Wenn ich künftig in Tschechien normale Familienhäuser bauen werde, sind vermutlich die technischen Inhalte immer noch wichtiger als die künstlerischen. (ES) Der Beruf des Architekten ist sehr vielseitig. Die Anfor-

rascht war ich auch über das allgemein grosse Interesse an der Schweiz, insbesondere aber auch an der schweizerischen Architektur.

derungen an jeden Auftrag sind komplett verschieden. Man muss sich umsehen. Jede Erfahrung tut diesem Beruf gut.

Wie hat sich das gezeigt? (ES) Herr Brey, der bereits erwähnte Professor in Städtebau war sehr nett und liebevoll, und besonders begeistert, wenn jemand aus einem anderen Land kommt. Er war interessiert an der Architektur in der Schweiz. Wenn ich mit einer Idee kam, war er immer Feuer und Flamme. Die Situation war offen, persönlich, fast familiär, wir arbeiteten halt auch in kleinen Klassen.

Woran werden Sie sich auch mit Vierzig noch erinnern? (MR) Das Vertrauensklima an der Hochschule werde ich nie vergessen. (ES) Die Erfahrungen mit meiner Familie waren für mich das Schönste. Interview: Brigitta Pfäffli Tanner

Gibt es etwas, was man nur durch ein Studium im Ausland lernen kann? (MR) Ich lerne viel über mich selbst, dass ich auch ohne Familie und Freunde etwas schaffen kann. Hier lerne ich auch in Gruppen zu arbeiten, das ist manchmal schwer. Doch es ist wichtig, mit anderen zu kooperieren und zu erkennen, dass jeder etwas anderes einbringt und etwas anderes gut kann. (ES) Es ist wichtig, weg zu gehen, mit den Menschen im Ausland zu leben, Miete zu bezahlen und den Bus zu benützen. Man spürt, wir sind so nah und doch so verschieden.

Michaela Rackova 22, ist in Brünn, Tschechien geboren, hat das Gymnasium absolviert und studiert Architektur, zur

Was haben Sie über den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen erkannt? (MR) Zwischen Personen aus der Schweiz und aus Tschechien habe ich keine allzu grossen Unterschiede festgestellt. Wir studieren aber auch mit Chinesen, die kommen aus einer total anderen Welt. Ich fühlte mich zuerst etwas unbehaglich und war überrascht, dass wir in Bezug auf Architektur viel miteinander auszutauschen haben. Auch über politische Themen hatten wir viel zu besprechen. Es stellte sich heraus, der Umgang mit Ausländern ist überhaupt kein Problem.

Zeit an der Hochschule Luzern im 6. Semester. Sie wohnt in einer Wohngemeinschaft in Kriens, kocht und wandert gerne. Mit Pilates hält sie sich fit.

Eric Schmid 28, ist in Dresden geboren und lebt seit 20 Jahren in der Schweiz, aktuell in einem Bauernhaus in Willisau. Er arbeitete vor dem Architekturstudium als Bauzeichner. Während eines Semesters studierte er an der Technischen Hochschule in

(ES) Nur schon wenn ich bei uns in Gruppen mit Wallisern und Zürchern arbeite, fühle ich mich manchmal als «Innerschweizer aus Dresden» wie ein Ausländer. Alle haben ei-

Dresden. In der Freizeit gilt sein Interesse dem Film und der Fotografie.


WISSEN KOMPAKT Brigitta Pfäffli Tanner

Cross Border Education Der Begriff steht für die Hochschulbildung über nationale Grenzen hinweg und bezeichnet entsprechend die Mobilität von Personen, Programmen, Wissen, Ideen, Projekten und Diensten.

Dual Degree

Der Europarat hat sich im Jahr 1997 in Lissabon zu einem europäischen Hochschulraum bekannt. Die daraus folgende Erklärung der Europäischen Bildungsminister vom 19. Juni 1999 in Bologna zielt auf: – Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse zur Förderung von arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulsystems. – Einführung von Bachelor und Master. Der Bachelor attestiert eine arbeitsmarktrelevante Qualifikationsebene. – Einführung eines Leistungspunktesystems (ECTS) zur Förderung grösstmöglicher Mobilität der Studierenden. – Förderung der Mobilität für Studierende, Lehrende, Wissenschaftler und Verwaltungspersonal. – Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung im Hinblick auf die Erarbeitung vergleichbarer Kriterien und Methoden. – Förderung der erforderlichen europäischen Dimensionen im Hochschulbereich, insbesondere in Bezug auf Curriculum-Entwicklung, Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Mobilitätsprojekte und integrierte Studien-, Ausbildungsund Forschungsprogramme.

Brain Gain und Brain Drain Die beiden englischen Begriffe Brain Gain und Brain Drain stehen für Wanderbewegungen, die Spitzenkräfte machen beispielsweise von einem Land zu einem anderen oder von einer Region in eine andere. Brain Gain ist der positive Fall, durch die Zuwanderung fachkompetenter Personen können Gewinne erwirtschaftet werden. Brain Drain ist der negative Fall, Wissen geht durch die Emigration verloren. Das wird auch deutlich aus der wörtlichen deutschen Übersetzung: «Brain» bedeutet «Gehirn», «Drain» bedeutet Abfluss und «Gain» Gewinn. http://www.wirtschaftundschule.de/lehrerservice/ lexikon/b/brain-gain/; gelesen am 20.6.13.

Buddy-System Ein Buddy betreut ausländische Studierende und unterstützt deren Integration in die Schweiz und in das Studium im Rahmen des Moduls «Social Project» an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. Dieses Modul zielt auf Lernen durch Erfahrung und Engagement (service learning). Einheimische Studierende sollen so lernen, wie man sich in einer Gemeinschaft engagiert und wie man sich sozial und verantwortlich einbringen kann.

Interkulturelle Kompetenz Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, sich in kulturellen Überschneidungssituationen angemessen orientieren und verhalten zu können. Dies erfordert Einsicht in eine mögliche Relativität und globale Abhängigkeit von Werten, Wissen über eigene und fremde kulturelle Werte, sowie Einsicht in die Beeinflussung des eigenen Denkens und Handelns durch die eigenen kulturellen Werte. Auf der Ebene des Handelns geht es darum, Empathie für Menschen aus anderen Kulturen zu entwickeln, Fremdbegegnung in beruflichen und privaten Zusammen­ hängen bewusst zu gestalten und Konflikte kultur­adäquat auszutragen (Kiel, 2001, S. 13ff.).

Interkulturelles Lernen Interkulturelles Lernen ist die Bereitschaft und Fähigkeit, Menschen aus verschiedenen Kulturen zu verstehen und die eigenen Deutungs- und Handlungsmuster zu hinterfragen und zu erweitern.

Internationalisierung zu Hause Internationalisation at Home: Begrifflichkeit auf IRUAS, http://www.iruas.ch/ index.cfm?nav=5& /; Internationalization@home: Begrifflichkeit am Departements Technik & Architektur Damit sind Aktivitäten gemeint, welche die Internationalisierung einer Hochschule fördern: Internationalisierung der Studienprogramme und Lehrinhalte, Entwicklung der interkulturellen Kompetenzen und Sprachkenntnisse von Mitgliedern der Hochschule, die internationale Ausrichtung der Hochschule, als auch die Einbindung von Aspekten der Internationalisierung auf strategischer Ebene der Hochschule. In diesem Heft wird in der Regel der Begriff Internationalisierung zu Hause verwendet.

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WISSEN KOMPAKT

Bolognaerklärung

Bei einem Dual Degree Programm sind die Studierenden an einer Hochschule in einem Studiengang eingeschrieben und absolvieren im letzten Teil ihres Studiums einen mindestens zweisemestrigen Auslandsaufenthalt an einer ausländischen Partnerhochschule. Beide beteiligten Hochschulen erkennen die Studienleistungen gegenseitig an, ohne dass die beiden Studiengänge jeweils vollständig absolviert werden müssen. Bei erfolgreichem Abschluss werden den Studierenden zwei separate akademische Abschlüsse verliehen. Während Dual Degree Programme besonders im englischsprachigen Ausland verbreitet sind, werden sie an Schweizer Hochschulen und Universitäten bisher noch kaum angeboten. (Text Sascha Götte)


WISSEN KOMPAKT

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Internationalisierung von Hochschulen

Literatur

Die Internationalisierung von Hochschulen umfasst alle Aktivitäten zur Integration globaler und interkultureller Dimensionen in die Strategie, die Aufgaben und die Ziele sowie die entsprechenden Prozesse. Sie bezieht sich auf alle Interessenten der Hochschule (vgl. Knight 2004, S. 9).

Domenig, D. (2007): Transkulturelle Kompetenz. Bern: Huber Verlag.

Joint Degree

Schröder, T. & Sehl, I. (Hrsg.): Internationalisierung von Hochschulen. HIS Hochschul-Informations-System; www.his.de; Juni 2010; gelesen am 14.6.13.

Ein Joint Degree ist ein Master- oder Doktoratsstudium, das von zwei oder mehreren internationalen Universitäten gemeinsam entwickelt wurde (Tauch & Rauhvagers, 2002): – Es besteht aus einem Konsortium, das sich aus mehreren internationalen Partneruniversitäten zusammensetzt. – Den Studierenden stehen die Einrichtungen und die Fachkenntnisse aller Partneruniversitäten des Konsortiums zur Verfügung. – Die Lehrenden sind internationale Dozentinnen und Dozenten. – Studierende wählen eine Universität der Zulassung und mindestens eine (abhängig vom Curriculum des Joint Degree Programms) Mobilitätsuniversität. – Ein organisierter Mobilitätsaufenthalt bildet das Kernstück des Studienprogramms. – Module und Kurse, welche die Studierenden an der Mobilitätsuniversität absolviert haben, werden automatisch anerkannt. – Studierende erhalten entweder den nationalen Abschluss der einzelnen Institutionen oder einen gemeinsam verliehenen Abschluss. – Das Joint Diploma – ein internationaler Abschluss – ist bei allen titelverleihenden Partneruniversitäten offiziell anerkannt.

Tauch, Ch. & Rauhvagers, A. (2002): Joint Degree. www.eua.be/eua/jsp/en/upload/Survey_Master_ Joint_degrees_en.1068806054837.pdf; gelesen am 11.6.13.

Schröder, T. & Sehl, I. (2010): Benchmarking als Instrument der Hochschulentwicklung für den Bereich Internationalisierung. In: Schröder, T. & Sehl, I. (Hrsg.): Internationalisierung von Hochschulen. HIS Hochschul-Informations-System GmbH; www.his.de; Juni 2010; S. 1–49; gelesen am 14.6.13. My Hanh Derungs-Ruhier, I.; Gabriel-Schärer, P. & Wandeler, B. (2009): Werkstattheft: Interkulturelles Lernen – Transkulturelle Kompetenz. Interact Verlag: Luzern, S. 38. Kiel, E. (2001): Dialog zwischen den Kulturen und Pädagogik. Die Entwicklung interkultureller Kompetenz als ein zentrales Ziel globalen Lehrens und Lernens. In: forum der unescoprojektschulen 1/2001, S. 13f. http://www.kompetenz-interkulturell.de/userfiles/ Grundsatzartikel/Interkulturelles%20Lernen.pdf; gelesen am 11.6.13. Knight, J. (2004): Internationalization Remodeled: Rationales, Strategies and Approaches. Journal for Studies in International Education. Jg. 8, Heft 1, S. 5–31.

MINT Ausbildungen Ausbildungen in den Fächern: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. MINT ist ein Initialwort für diese Fachgebiete.

Konferenz der Fachhochschulen: Grundsatzposition KFH Internationalisierung der Fachhochschulen – Support durch die KFH. 3. Mai 2012, Bern. www. kfh.ch.

Transkulturelle Kompetenz Transkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, individuelle Lebenswelten in der besonderen Situation und in unterschiedlichen Kontexten zu erfassen, zu verstehen und entsprechende, angepasste Handlungsweisen daraus abzuleiten (vgl. Domenig, 2007).

Gemeinsame Erklärung der Europäischen Bildungsminister; 19. Juni 1999, Bologna. http://europa.eu/ legislation_summaries/education_training_youth/ lifelong_learning/c11088_de.htm; gelesen am 14.6.13. http://www.iruas.ch/index.cfm?nav=5& / IRUAS Plattform Die Website der «International Relations, Universities of Applied Sciences of Switzerland» kurz IRUAS ist eine Informationsplattform für Angehörige der International Offices der Schweizer Fachhochschulen und weiterer Bildungseinrichtungen, die im internationalen Bereich agieren. Die Website dient als Austauschportal und bietet wesentliche Informationen aus dem Bereich der Internationalisierung der Hochschulen, Mobilitätsprogramme sowie wichtige Termine.


Mehr über uns Prof. Dr. Xaver Büeler

Prof. Hanspeter Bürgi

Hochschule Luzern – Wirtschaft Direktor Leiter des Bereichs Internationales der Hochschule Luzern

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Architektur Leiter Atelier Solar Decathlon Dozent

– Bildungswissenschaften – Bildungsmanagement – Bildungsökonomie   041 228 41 33

hanspeter.buergi@hslu.ch 

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Prof. Irene Dietrichs

Prof. Dieter Geissbühler

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Grundlagen Dozentin

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Architektur Dozent

– Englische Sprache – Internationalisierung – Integration Kommunikationskompetenzen im Fachunterricht irene.dietrichs@hslu.ch 

– Material, Struktur, Energie – Einsatz von Textilien für den Hochbau – Leitung Materialbibliothek dieter.geissbuehler@hslu.ch 

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  041 349 39 10

Prof. Dr. Sascha Götte

Dr. Gundula Gwenn Hiller

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Wirtschaftsingenieur | Innovation Abteilungsleiter Dozent

Leiterin des Zentrums für Interkulturelles Lernen der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt

– Marketing Management – Strategisches Management – Internationales Management sascha.goette@hslu.ch 

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– Interkulturelle Kommunikation an Hochschulen – Interkulturelle Hochschuldidaktik & Trainings – Forschung zu Hochschulinternationalisierung/ Lehr-Lernkulturen hiller@europa-uni.de 

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Dominic Haag

Christian Hohmann

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Innenarchitektur Dozent

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Wirtschaftsingenieur | Innovation Oberassistent

– Multisensorial Design – Räumliche Markenbildung – Wohnen im Alter dominic.haag@hslu.ch 

– International Winter School Lucerne – Praktikumsverantwortlicher der Abteilung christian.hohmann@hslu.ch 

  041 349 35 03

  041 349 34 29

Prof. Beatrice Hunziker

Prof. Gregor Imhof

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Grundlagen Dozentin

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Grundlagen Dozent

– Wirksamkeit von Unterricht – Englisch als Unterrichtssprache an Hochschulen – Coaching beatrice.hunziker@hslu.ch 

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– Kommunikation und akademisches Schreiben – Filmgeschichte – Literatur gregor.imhof@hslu.ch 

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Patrick Kälin

Christiane Leister

Selbstständig Grafiker & Fotograf

Chairman of the Board, Group CEO Leister AG

– Gestalterische Arbeiten im Bereich Publikationen und Broschüren – Entwicklung von dynamic identities – Corporate- und Event-Fotografie patrick.kaelin@nuevo.ch 

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– Strategie Leister Konzern – Operative Umsetzung der Strategie – Innovationskultur christiane.leister@leister.com 

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mehr über uns

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– Lehre im Master Architektur mit Fokus Architektur und Energie – Forschung zu Ort, Klima und Komfort – Praxis mit Büro in Bern


Dr. Franziska Mattle Schaffhauser

Prof. Dr. Brigitta Pfäffli Tanner

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Leitung Bachelor & Master

Selbstständig Bildung und Beratung in «Hochschuldidaktik und mehr»

– Hochschulentwicklung in der Lehre – Nachwuchsförderung – Projektmanagement franziska.mattle@hslu.ch 

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  062 927 15 05

Thomas Plüss

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Architektur Dozentin

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Innenarchitektur Leiter Studiengang Dozent

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MEHR ÜBER UNS

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Natalie Plagaro Cowee

– Design and Construction – Alpine Survival. Thinking tectonics – Forschung am Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur

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– Lernen – Hochschuldidaktik – Curriculumsentwicklung

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– Planungsgrundlagen – Raumwahrnehmung thomas.pluess@hslu.ch 

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Markus Reisinger

Prof. Dr. Uwe W. Schulz

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Innenarchitektur Leiter Kompetenzzentrum Innenarchitektur Dozent

Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Wirtschaftsingenieur | Innovation Leiter Studienrichtung Business Engineering Verantwortlicher Internationales Hochschule Luzern – Technik & Architektur Dozent

– Raumgestaltung – Empirische Studien – Bauherrenberatung bezüglich räumlicher Qualitäten markus.reisinger@hslu.ch 

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– Angewandte Thermodynamik – Nutzerzentrierte Produkte & Systeme – Globale Wertschöpfung & Nachhaltigkeit uwe.schulz@hslu.ch 

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Eva Schümperli-Keller

Prof. Dr. Andrea Weber Marin

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Hochschule Luzern – Technik & Architektur Vizedirektorin Leiterin Forschung Dozentin

– Texte – Medienarbeit – Printprodukte eva.schuemperli@hslu.ch 

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– Forschungsmanagement – Textilforschung – Energieforschung andrea.webermarin@hslu.ch 

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Mirella Wepf

Monika Wyss

Texte & Kommunikationskonzepte Journalistin

Hochschule Luzern Rektorat Mitarbeiterin Zentrum für Lernen und Lehren Leiterin Studiengänge

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– Hochschuldidaktik – Lernen und Lehren monika.wyss@hslu.ch 

Dr. Nina Zimnik Hochschule Luzern – Technik & Architektur Abteilung Grundlagen Dozentin

– Kommunikation – «Swissness» – Film nina.zimnik@hslu.ch 

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Impressum Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Herausgeberin Hochschule Luzern – Technik & Architektur Departementsleitung Technikumstrasse 21 CH-6048 Horw T +41 41 349 33 11 technik-architektur@hslu.ch www.hslu.ch/technik-architektur

Redaktion und Konzept Brigitta Pfäffli Tanner

Redaktionsgruppe Gregor Imhof, Franziska Mattle Schaffhauser, Annette Stüdli

Gestaltung Patrick Kälin, nuevo – creative office

Fotos Patrick Kälin, Christian Hohmann

Produktion Gamma-Print AG, Luzern

Auflage Viertes und letztes Heft 1500 © 2013 interact Verlag Luzern Hochschule Luzern www.hslu.ch/interact Bezug kostenlos als Download via www.hslu.ch/interact oder www.hslu.ch/technik-architektur Kostenlose Printversionen können bei der Hochschule Luzern – Technik & Architektur bezogen werden: bachelor.technik-architektur@hslu.ch. ISBN 978-3-906036-05-2


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Hochschullehre neu denken Heft 4  

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