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HEIMATSCHUTZ PATRIMOINE

Verdichten braucht Qualität Pour une densification de qualité

Schweizer heimatschutz patrimoine suisse Heimatschutz svizzera protecziun da la patria


EDITORIAL

2 ZUR SACHE/AU FAIT FORUM 6 Christoph Schläppi Ein Plädoyer für die Dichte Plaidoyer pour la densité 10 Adrian Schmid, Peter Egli Verdichten braucht Qualität Pour une densification de qualité 14 Monique Keller Francesco Della Casa: «Il faut réapprendre à cohabiter» Francesco Della Casa: «Wir müssen lernen, wieder miteinander zu leben» 18 Bruno Marchand, Frédéric Frank Densité, vers la complexité d’une notion Dichte – auf den Spuren eines komplexen Begriffs 22 Martin Huber Konzepte für die Verdichtung Projets de densification du milieu urbanisé 26 RUNDSCHAU/ TOUR D’HORIZON 28 FRISCH GESTRICHEN PEINTURE FRAÎCHE SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ PATRIMOINE SUISSE 30 Wakkerpreis 2012 Prix Wakker 2012 34 90e anniversaire de Rose-Claire Schüle 35 Sessellift Weissenstein 36 Ferien im Baudenkmal Vacances au cœur du patrimoine 38 106 Jahre Verbandsgeschichte online 106 ans d’histoire associative en ligne 40 SEKTIONEN/SECTIONS 4 4 VON MENSCHEN UND HÄUSERN DES MAISONS ET DES HOMMES 46 BÜCHER/LIVRES 48 LEA, LUC & MIRO

∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏ Titelseite: Die Viaduktbögen in Zürich zeigen eine besondere Art des Verdichtens. (Bild Roger Frei) Couverture: Les arches du viaduc ferroviaire de Zurich constituent une forme originale de densification. (photo Roger Frei)

Eine doppelte Freude 1905 publizierte der Schweizer Heimatschutz die erste Ausgabe seiner Zeitschrift. Seither hat sie Format und Gestaltung mehrmals verändert. Heute können wir uns in zweifacher Hinsicht freuen: Einerseits hat der Redaktor Peter Egli mit dem Grafiker Martin Stillhart den Auftritt unserer Zeitschrift sanft weiterentwickelt und klar strukturiert. Heimatschutz/Patrimoine bietet neu zusätzliche acht Seiten Lektüre, bereichert mit Aktualitäten, Kommentaren und Meinungen. Auch die Bilder erhalten einen markant grösseren Stellenwert. Für die Qualität der Zeitschrift bürgt weiterhin die Stämpfli Publikationen AG in Bern. Das Familienunternehmen besteht in der sechsten Generation seit 1799. Andererseits ist unsere Zeitschrift komplett online abruf bar. 106 Jahrgänge wurden digitalisiert. Diese dokumentieren – schnell per Mausklick erreichbar – den Reichtum der Tätigkeiten des Schweizer Heimatschutzes. Auf Seite 38 dieser Ausgabe informieren wir Sie detailliert. Die Ausdehnung des Siedlungsgebiets und damit die Zersiedelung der Schweiz bekämpft der Schweizer Heimatschutz mit der Landschaftsinitiative. Unser aktuelles Positionspapier dokumentiert, wie Qualität in die zukünftigen Verdichtungsprozesse eingebracht werden kann (Seite 10) und die Vergabe des Wakkerpreises an die Gemeinde Köniz (Seite 30) honoriert deren Engagement für die Rückzonung von Bauzonen, den Erhalt geschützter Weiler und die qualitätsvoll verdichteten Neubauquartiere. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

Deux raisons de se réjouir Patrimoine suisse a sorti la première édition de sa revue en 1905. Depuis, celle-ci a changé plusieurs fois de format et de robe. Aujourd’hui, nous avons deux raisons de nous réjouir: en collaboration avec le graphiste Martin Stillhart, notre rédacteur Peter Egli a continué à en perfectionner la présentation et en a clarifié la structure. La revue Heimatschutz/Patrimoine s’est désormais étoffée de huit nouvelles pages proposant articles d’actualité, commentaires et opinions. Elle accorde par ailleurs une place plus importante aux photos. La qualité de l’impression demeure garantie par Stämpfli Publications SA, située à Berne, une entreprise familiale depuis 1799 dirigée par la sixième génération. Autre innovation: notre revue est entièrement accessible en ligne. Ses 106 années de parution ont été numérisées. Un simple clic de souris vous dévoile la richesse des activités de Patrimoine suisse. Plus de détails à la page 38 de cette édition. L’initiative pour le paysage est le moyen par lequel Patrimoine suisse lutte contre l’extension de la surface urbanisée et le mitage des paysages suisses. Notre toute dernière prise de position explique comment intégrer les aspects qualitatifs aux processus de densification (page 10), et l’attribution du Prix Wakker à la commune de Köniz (page 30) honore l’engagement de cette commune qui a déclassé des terrains à bâtir désormais inconstructibles, protégé ses hameaux et réalisé de nouveaux quartiers alliant densité et qualité. Adrian Schmid, secrétaire général de Patrimoine suisse


ZUR SACHE/AU FAIT

(G. Bally/Keystone)

Heimatschutz vor 74 Jahren Altstadtpflege

Wakkerpreis 2012

Ausgezeichnetes Köniz Die Berner Gemeinde Köniz erhält den Wakkerpreis 2012 des Schweizer Heimatschutzes für ihre vorbildliche Siedlungsentwicklung. Diese hat für Agglomerationsgemeinden Modellcharakter. Ihre wichtigsten Vorzüge sind eine klare Abgrenzung zwischen dem Siedlungsgebiet und den Naturräumen, eine Verkehrsplanung, die auf der Koexistenz aufbaut und die Bewahrung der Identität der verschiedenen Ortsteile. Die umgenutzten Vidmarhallen (Bild) sind ein gelungenes Beispiel für den sorgfältigen Umgang mit dem Bestand.

«Heute erfahren wir, dass unser alter Traum von der Wiedererweckung unserer Altstadtviertel nahe daran ist, sich zu erfüllen. Was wir kaum je zu hoffen wagten. Und zwar durch die für Arbeitsbeschaffung bereitgestellten Mittel, die bis jetzt mancher unerfreulichen Überflüssigkeit dienen mussten. Eigentlich hat Zürich damit den Anfang gemacht, hat die Häuser in dem nicht übermässig appetitlichen Niederdorf genau daraufhin untersucht, ob sie sich noch zu guten Wohnungen verwenden lassen, und hat die schlechten zum Abbruch bestimmt. An deren Stelle kommen wieder Gärtchen, Höfe und Plätze, so dass diese Viertel aufgelockert und der Sonne zugänglich gemacht werden. Die im Grunde gesunden Häuser – es sind meistens die ältern, da eigentlicher Schund erst im 19. Jahrhundert nach dem Untergang der Zünfte gebaut wurde – werden wieder instand gesetzt, so dass sie genau so angenehm, wenn nicht besser bewohnbar werden als Neubauten. Damit darf man zufrieden sein; nur ist es ein Wechsel auf etwas längere Sicht.» Auszug aus dem Artikel «Altstadtpflege» von Albert Baur, Zeitschrift Heimatschutz, Nr. 3, 1938

→ Mehr dazu ab Seite 30

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Internettipp

Gelesen

«Gigantismus in Andermatt»

In unserem SHOp DVD: Historische Seilbahnen

Die Andermatt-Surselva Sport AG (ASS) will das Skigebiet Andermatt-Nätschen-Sedrun und Gemsstock massiv ausbauen. Nicht alle haben Freude an den 17 neuen Bahnanlagen, den 100 km neuen Pisten und den Beschneiungs- und Parkierungsanlagen. Der Urner Umweltrat, vertreten durch Alpeninitiative Uri, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Mountain Wilderness, Pro Natura Uri, Tierschutzverein Uri und VCS Uri, hat sich kritisch gegenüber dem Projekt geäussert und zum Teil auch eine Einsprache eingereicht. Der Urner Umweltrat strebt eine transparente und offene Auseinandersetzung mit dem Grossprojekt an. Eine neue Website ermöglicht den Gedankenaustausch.

«Die Könizerinnen und Könizer wissen es spätestens seit Mittwoch: Der Schweizer Heimatschutz belohnt mit seinem prestigeträchtigen Wakkerpreis längst nicht mehr nur sorgfältig sanierte historische Ortsbilder. (...) Aus der Sicht von Gemeindepräsident Luc Mentha ist der Wakkerpreis ‹die bedeutendste Auszeichnung, die Köniz je erhalten hat›. Der Preis sei eine wichtige Bestätigung und eine ‹grossartige Ermutigung›. Köniz sei Stadt und Land zugleich und werde nun in seinem Bestreben unterstützt, seine verschiedenen Identitäten weiter zu schärfen: ‹Wir kämpfen tatsächlich gegen den Siedlungsbrei.› Mindestens so dezidiert kämpfe Köniz auch gegen eine Agglomeration der Anonymität.»

Filmemacher Rolf Günter präsentiert historische Seilbahnen in den Schweizer Alpen: Zingel OW/NW, Brunniswald OW, Flims GR, Gspon VS und Ritom TI. Der Dokumentarfilm (Dauer: 34 Min.) lädt ein zur Reise in die verkehrstechnische Vergangenheit.

→  www.gigantismus-andermatt.ch

«Der Bund» , 19. Januar 2012, Marc Lettau

→ www.heimatschutz.ch/shop

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Die in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Heimatschutz entstandene DVD ist für 20 Franken erhältlich (Preis exkl. Versandkosten).


ZUR SACHE/AU FAIT

Bauen ausserhalb der Bauzone

résidences secondaires

Pro

Contra

Willi Haag Vorsteher des Baudepartementes SG

Raimund Rodewald Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Die von National- und Ständerat als Folge einer St. Galler Standesinitiative beschlossene Änderung von Art. 24c RPG bedeutet in erster Linie die Beseitigung einer seit rund zehn Jahren dauernden Ungleichbehandlung von Eigentümern altrechtlicher Wohnbauten ausserhalb Bauzonen. Benachteiligt waren Besitzer von nicht mehr zonenkonform genutzten Bauernhäusern, welchen ein Ersatz- oder Erweiterungsbau per Dekret verwehrt war. Die Folge war eine Vernachlässigung der Bausubstanz mit frustrierten Hausbesitzern, unbewohnbaren Häusern und einer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Die nun geänderten Vorschriften tragen dazu bei, den besiedelten ländlichen Raum, insbesondere die im Toggenburg, im Appenzell und im St. Galler Rheintal landschaftsprägenden Streusiedlungsgebiete, mit zusätzlichem Leben zu erfüllen, Erweiterungen und Wiederaufbauten zeitgemäss, kostengünstiger und energetisch wirksamer vorzunehmen und so zur Erhaltung der Bausubstanz beizutragen. Den Bedenken des Heimatschutzes, wonach aufgrund der Lockerung der Bauvorschriften in Streusiedlungsgebieten künftig Ferien- statt Bauernhäuser dominieren, ist bei Ersatz- und Erweiterungsbauten mit überzeugenden Projekten mit dem Ziel der Verbesserung der Einpassung ins Landschaftsbild Rechnung zu tragen. Architekten, Heimatschutz und Bewilligungsbehörden werden gleichermassen gefordert sein.

Die St. Galler Standesinitiative droht das Scharnier zwischen Bau- und Nichtbaugebiet weiter auszuhöhlen. Zwar ist es so, dass altrechtliche landwirtschaftliche Wohnbauten betreffend Abbruch/Wiederauf bau gegenüber den vor 1972 umgenutzten Häusern benachteiligt sind. Die von den Räten verabschiedete Lösung ist jedoch unbefriedigend. So sollen alle Wohnbauten, ob landwirtschaftlich genutzt oder nicht, abgebrochen und als Neubau wiederaufgebaut werden können, inklusive Ökonomieteil. Sind damit auch Maiensässe und Alphütten gemeint? Eine solche Baufreigabe wäre für die Kulturlandschaft und Berglandwirtschaft verheerend! Zudem würde damit das zonenwidrige Wohnen in der Landwirtschaftszone gefördert, was raumplanerisch und verkehrsmässig unerwünscht ist. Unbegreiflich ist auch die Bestimmung, dass Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild eines Hauses nur eventuell die Einpassung in die Landschaft verbessern müssen. Denn dies müsste doch immer Pflicht sein. Bundesrätin Doris Leuthard betonte hierzu, dass bei der Umsetzung «schon noch einige Klärungen nötig sind». Doch wie ist die Einpassung eines Neubaus in die Appenzeller Landschaft möglich, wenn zuvor durch den Abriss der charakteristischen Bauernhäuser das Prägende der Siedlungslandschaft entfernt wird? Daher Umnutzung ja, Abbruch/Neubau nein.

Oui à l’initiative (FFW/Derrick Feole)

Im Rahmen der St. Galler Standesinitiative «Bauen ausserhalb der Bauzone» verabschiedeten der Ständerat und der Nationalrat die Änderung von Art. 24c des Raumplanungsgesetzes (RPG). Die Gesetzesänderung sieht vor, dass Bewilligungen für Erneuerungen von Wohnbauten ausserhalb der Bauzone künftig nicht mehr davon abhängen, ob ein Gebäude 1972 landwirtschaftlich oder nichtlandwirtschaftlich genutzt war.

Le 11 mars 2012, les citoyens sont appelés à se prononcer sur l’initiative populaire «Pour en finir avec les constructions envahissantes de résidences secondaires». Le texte d’Helvetia Nostra veut limiter la proportion des résidences secondaires dans les communes à 20 % au maximum. Les résidences secondaires constituent un volet important de l’hébergement dans les régions touristiques. Mais lorsque leur nombre est très élevé dans une région, il en découle de graves problèmes. Les prix surévalués de l’immobilier chassent les autochtones, le paysage est encombré, les infrastructures doivent être dimensionnées pour une occupation maximale, et hors saison les localités se transforment en villages fantômes. Aujourd’hui, la Suisse compte plus de 420 000 résidences secondaires, et l’on en recense 8000 de plus chaque année. L’initiative de Franz Weber soulève donc une problématique d’actualité que la crise des marchés boursiers rend encore plus aiguë. Patrimoine suisse soutient donc l’initiative populaire pour la limitation des résidences secondaires et recommande de l’approuver. Cela afin de préserver le paysage et la qualité de vie dans nos localités, de stabiliser les prix de l’immobilier et de maîtriser l’utilisation du sol. Adrian Schmid, secrétaire général, Patrimoine suisse

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ZUR SACHE/AU FAIT

Seit Ende Januar 2012 liegt der Entscheid des Bundesamts für Verkehr für den Abbruch der historischen Seilbahn vor.

→ Mehr dazu auf Seite 35

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Exposition

Leserbrief

Une périphérie prend forme

Katalogarchitektur

Les villes centre, dans leur mouvement d’extension, procèdent habituellement à la structuration de leurs périphéries afin de mieux les intégrer. L’exception se produit aujourd’hui à l’Ouest lausannois (Prix Wakker 2011 décerné par Patrimoine suisse). A partir d’objets et de documents significatifs – autant de pièces à conviction – l’exposition «Pièces à conviction – Une périphérie prend forme» présentée dans l’espace Archizoom de l’EPFL décrit l’évolution de l’Ouest lausannois et met en évidence les particularités de l’urbanisme telles que mises en œuvre par le bureau du Schéma Directeur de l’Ouest lausannois SDOL. (G. Bally/Keystone)

Sessellift Weissenstein

SCHWYZ Holzhaus aus dem Jahr 1298 Vor kurzer Zeit wurde im Weiler Ried ob Schwyz ein mehrere Jahrhunderte altes Holzhaus entdeckt. Archäologen konnten den Kern des sogenannten Haus Büölti auf das Jahr 1298 datieren. Bisher wurden erst zwei Holzblockbauten entdeckt, die noch älter sind: das Haus Bethlehem von 1287 in Schwyz und das mittlerweile zerlegte und eingelagerte Haus Nideröst von 1176, das ebenfalls in Schwyz stand. Das uralte Holzhaus mit zwei Geschossen über einem gemauerten Sockel und einem flach geneigtem Dach («Tätschdach») ist unter nationalen Schutz gestellt. Gemäss Medienberichten wollen die Besitzer das 714 Jahre alte Haus Büölti in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege restaurieren und anschliessend als Wohnhaus nutzen.

Facebook Gefällt mir Der Schweizer Heimatschutz kann seit einigen Monaten auch auf Facebook besucht werden. Die Facebook-Seite berichtet laufend über die neusten Aktivitäten des Verbandes. Wer auf den «Gefällt mir»-Button klickt, erhält regelmässig Berichte über Projekte, Publikationen, Veranstaltungen und Angebote des Schweizer Heimatschutzes.

→  www.heimatschutz.ch/facebook

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→ «Pièces à conviction – Une périphérie prend

forme», 23 février–12 mai 2012, espace Archizoom de l’EPFL, Lausanne

Nachdem bereits anlässlich des Wakkerpreises 2010 in Fläsch ein Anbau und ein Neubau in Rohbeton hoch gepriesen wurden, kommt nun die Fortsetzung. Das Vorgehen ist wieder gleich: Man nehme Elemente aus dem «zeitgenössischen» Architekturkatalog – quadratische Fenster in verschiedenen Grössen, lange, schmale Fenster, mal quer, mal hoch –, man steche die Fenster aus der Fassade, ohne Umrandung, ohne Verzierung oder Sims und setze dazu ein schräges Dach, möglichst ohne Vorsprung, eventuell auch eine schräge Wand. Zur Rechtfertigung dieser Bauweise folgt jeweils die pauschale Schutzbehauptung «passt sich ein» oder «wird zu einem neuen Ganzen». Beim Bauernhaus in Stansstad (vgl. Heimatschutz/Patrimoine 4/2011) entsteht kein neues Ganzes. Die schmalen, hohen Rechteckfenster sind Fremdkörper und passen nicht zum Altbau. Katalogelemente rechtfertigen alles. Die Architektur ist kaum mehr bereit, auf Bestehendes einzugehen. Jetzt komme «ich», und das ist zeitgemäss. Schade, dass der Heimatschutz eine solche Verschandelung schützt. Richard Limburg-Rüegg, Zürich

Ja-Parole des Schweizer heimatschutzes

Initiative gegen Zweitwohnungen Am 11. März 2012 entscheiden die Stimmberechtigten über die Volksinitiative «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen». Das Volksbegehren von Helvetia Nostra will die Zahl der Zweitwohnungen auf einen Maximalanteil von 20 Prozent pro Gemeinde festlegen. Diese sind in Tourismusregionen ein wichtiger Beherbergungsteil. Der übermässige Anteil an Zweitwohnungen bringt aber auch gravierende Probleme mit sich, die der Attraktivität einer Region abträglich sind: Überhöhte Immobilienpreise verdrängen die Einheimischen, die Landschaft wird verbaut, Infrastrukturen müssen für eine Höchstbelegung ausgebaut werden, Orte werden zu Geisterdörfern ausserhalb der Saison. Heute sind über 420 000 Zweitwohnungen ausgewiesen und jährlich kommen weitere 8000 dazu. Der Schweizer Heimatschutz unterstützt daher die Volksinitiative zur Begrenzung von Zweitwohnungen mit der Ja-Parole. Dies zum Wohl der Landschaft, zur Bewahrung der Wohnlichkeit unserer Ortschaften, zur Stabilisierung der Immobilienpreise und zur Eindämmung des Bodenverbrauchs. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

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ZUR SACHE/AU FAIT

le commentaire

der Kommentar

Une exception fâcheuse

Eine bedauerliche Ausnahme

Das Parlament berät momentan im RahLe Parlement fédéral est en train de démen der Revision des Raumplanungsgebattre d’un contre-projet à notre Initiative setzes über einen Gegenvorschlag zu unpour le paysage, sous la forme d’une révision de la Loi sur l’aménagement du terriserer Landschaftsinitiative. Im September 2010 hat der Ständerat eine Version vertoire. En septembre 2010, le Conseil des abschiedet, die im Hinblick auf den Kampf Etats avait adopté une version plutôt engegen die Zersiedelung erfreuliche Zeicourageante en ce qui concerne la lutte chen setzte, aber nur ein Jahr später hat der contre l’étalement urbain, mais un an plus Nationalrat wieder alles zunichtegemacht. tard le Conseil national a tout bousillé! A Nun müssen die beiden Kammern ihre partir de là, les deux Chambres doivent tenter d’adopter un texte commun. Le Differenzen bereinigen und eine gemeinsame Vorlage verabschieden. Am vergan15 décembre dernier, c’était donc à nouveau genen 15. Dezember war wieder der le tour du Conseil des Etats et, heureuse Philippe Biéler Ständerat an der Reihe, und er hat übersurprise, il a tenu bon sur ses positions Président de Patrimoine suisse raschenderweise auf seiner Position befavorables (cf. p. 34 de ce numéro). Espérons que ce soit lui qui ait le dernier mot! Nous y reviendrons. harrt (vgl. S. 34 in diesem Heft). Hoffen wir, dass er das letzte Mais dans cette révision, les deux Conseils se sont malheureuWort behält! Wir bleiben dran. Ebenfalls im Rahmen dieser Revision haben sich die beiden sement déjà presque mis d’accord pour glisser un article qui Kammern aber auch schon fast auf einen Artikel geeinigt, der für causera un préjudice considérable au patrimoine: ils ont introunser gebautes Erbe massive negative Folgen haben wird: Die duit pour les capteurs solaires une exception au principe Bewilligungspflicht für den Bau von Solaranlagen soll aufgehojusqu’ici général de l’obligation d’obtenir une autorisation de ben werden. construire! Ohne jede Kontrolle steht dem Bau aller möglichen InstallatioEn l’absence de tout contrôle, c’est la porte ouverte au tout et nen auf den Dächern nichts mehr im Weg. Es besteht die grosse n’importe quoi sur les toits de nos régions, avec un risque imGefahr einer raschen Verschandelung der Landschaften. So mense de détérioration rapide des paysages. Ainsi verra-t-on par könnten etwa unpassende Solaranlagen in unmittelbarer Nähe exemple des installations inadéquates se développer dans les von Denkmälern oder schützenswerten Zonen oder auf den Däabords immédiats des monuments historiques ou des sites chern historischer, aber nicht denkmalgeschützter Bauten entdignes de protection, ou sur des bâtiments historiques non prostehen. Wer würde für eine gute Einbettung in die Umgebung tégés. Sans mise à l’enquête des installations, qui vérifiera leur sorgen, wenn niemand diese Vorhaben prüft? Rekurse zum bonne intégration? Et personne ne pourra plus recourir pour Schutz der Landschaft wären ebenfalls nicht mehr möglich … défendre le paysage ... Es ist falsch, die Interessen der Energiepolitik und des HeimatIl est faux de vouloir opposer l’intérêt énergétique à l’intérêt schutzes gegeneinander auszuspielen: Beide sind von grundlepatrimonial: tous deux sont indispensables pour un développegender Wichtigkeit für eine nachhaltige Entwicklung. Geschützment durable. En effet, les biens protégés ou de valeur patrimote oder bauhistorisch bedeutende Objekte machen aber nur einen niale ne constituent qu’une petite partie du parc immobilier, au kleinen Teil aller Bauten aus, maximal zehn Prozent. In den ungrand maximum 10%. Et il existe un potentiel considérable pour zähligen Flachdächern der Fabriken, Einkaufszentren, Geschäftsle solaire sur les innombrables toits plats des usines, des centres und Wohnhäuser liegt hingegen ein enormes Potenzial, das für commerciaux et des immeubles de bureau et d’habitation, qui den Bau von Sonnenkollektoren genutzt werden kann. représentent des surfaces énormes. Wenn man sich bemüht, lassen sich zudem bei historischen BauDe plus, s’agissant des bâtiments historiques, en s’y prenant bien, ten fast immer gute Lösungen finden. Ein Bewilligungsverfahren on trouve presque toujours une bonne solution. C’est préciséist aber genau der Garant dafür, dass überhaupt nach einer qualiment la procédure d’autorisation qui est garante de cette nécestativ hochstehenden Lösung gesucht wird: Schliesslich wird eine saire recherche de qualité: en fin de compte, les autorisations Bewilligung kaum je verweigert. refusées sont rares. N’allumons donc pas une guerre inutile entre énergie solaire et Wir sollten deshalb auf das sinnlose Ausspielen von Sonnenenergie gegen gebautes Erbe verzichten und unsere Energie stattpatrimoine, et utilisons plutôt notre propre énergie à chercher dessen für die gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen ensemble les solutions adéquates. Sans réduire l’une des parties au silence! nutzen, ohne einer der beiden Seiten das Mitspracherecht abzuerkennen. →  www.patrimoinesuisse.ch/commentaire →  www.heimatschutz.ch/kommentar

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FORUM

Von der Altstadt lernen

Ein Plädoyer für die Dichte Viele Vorteile der dichten Bauweise, wie sie die traditionellen europäischen Städte aufweisen, sind erst in den letzten Jahren neu entdeckt worden. Der Kritik der Moderne zum Trotz stellen diese eine überraschende Leistungsfähigkeit unter Beweis. So sind zum Beispiel dicht bebaute Quartiere sicher, weil sie belebt sind, und behaglich, weil sie Nachbarschaft zulassen.

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(M. Ruetschi/Keystone)

FORUM

modernen Menschen machen. Die Altstädte waren in seiner Wahrnehmung der Zuwanderung des industriellen Zeitalters nicht gewachsen, waren betrieblich, räumlich, sozial kollabiert. Rückblickend stellen wir fest, dass Le Corbusier ausgerechnet jenen Stadtteil opfern wollte, wo Walter Benjamin die wunderbaren Pariser Passagen und das Leben des Flaneurs beschrieben hatte. In den traditionellen europäischen Städten hat sich die Dynamik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts so stark beruhigt, dass ein Wachstum in gut dosierten Schritten möglich ist. Der Wandel hat sich in den letzten dreissig Jahren nur teilweise im Baulichen vollzogen – er fand vor allem auch bezüglich der Technologie und der Infrastrukturen statt. Wir besitzen gut funktionierende Verund Entsorgungen. Die Lärm- und Schmutzimmissionen des Verkehrs sind – obwohl diese Erkenntnis im öffentlichen Bewusstsein kaum angekommen ist – erträglich geworden. Eisenbahnlinien durchqueren leise und sauber die Quartiere, Auto-

«Die Berner Altstadt ist in der ganzen Gemeinde der Stadtteil mit der höchsten Dichte» In der Berner Altstadt liegen nicht nur die beliebtesten Orte für Shopping, Freizeit, kulturelle Aktivitäten, sondern auch einige der begehrtesten Wohnlagen. La vieille ville de Berne possède les emplacments les plus appréciés pour le shopping, les loisirs, les activités culturelles et les situations résidentielles les plus recherchées.

K

ein Thema der Architektur ist so von Widersprüchen, Klischees und Halbwahrheiten geprägt wie die Diskussion um die Dichte. Zwar flüchten wir in den Ferien am liebsten in die Grossstädte und in unberührte Landschaften. Wenn es aber um die Gestaltung unserer Lebensumwelt geht, bevorzugen wir die Zersiedelung in Einfamilienhausquartieren, Zwangsmobilität und Verschleiss der nicht erneuerbaren Ressource Landschaft. Das schlechte Image der Stadt hat seine guten Gründe. Als Le Corbusier 1925 in seinem Plan Voisin vorschlug, einen Teil der Altstadt von Paris niederzureissen und mit riesenhaften Hochhäusern und kilometerlangen Häuserzeilen zu ersetzen, wollte er aus den îlots insalubres, den verlebten, vernachlässigten, ungesunden Grossstadtquartieren Wohn- und Lebensraum für einen neuen,

bahnen umfahren die Zentren, daselbst teilen sich die Verkehrsträger die Strassen in einer neuen Koexistenz. Die Beispiele lebbar gewordener Quartiere sind überall zu finden. Der Kritik der Moderne zum Trotz stellen die traditionellen europäischen Städte eine überraschende Leistungsfähigkeit unter Beweis. Nehmen wir das Beispiel der Berner Altstadt: Hier liegen nicht nur die beliebtesten Orte für Shopping, Freizeit, kulturelle Aktivitäten, sondern auch einige der begehrtesten Wohnlagen. Die Berner Altstadt ist in der ganzen Gemeinde der Stadtteil mit dem besten Verhältnis zwischen Grundfläche und Geschossfläche, also der höchsten Dichte. Auf die Frage, warum die Planer vor mehr als 800 Jahren einen Stadtgrundriss entworfen haben, der sich heute allen anderen als überlegen erweist, gibt es keine einfachen Antworten. Wichtig ist jedoch, dass ähnliche Qualitäten in den von den Baumeistern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gebauten Quartieren zu finden sind. Die Immobilienmärkte stützen diese Behauptung. Vorteile der Dichte in der Fachwelt unbestritten Viele Vorteile der dichten Bauweise sind erst in den letzten Jahren neu entdeckt worden. Es sind die Mechanismen, die wohl schon in der mittelalterlichen Gründungswelle im 12. Jahrhundert die Entstehung von Städten begünstigt hatten: Dichte Bebauungen sind sowohl ökologisch wie auch ökonomisch nachhaltig. Dies betrifft nicht nur die Baukosten und die Investitionsdichte, sondern auch jene Fragen, die uns heute umtreiben. Beispielsweise den Energieverbrauch für Heizung und Kühlung: Je grösser ein Haus, desto günstiger das Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen, je dichter eine Bebauung, desto kürzer die Wege zwischen zwei Punkten und so weiter. Die dichte Bauweise zahlt sich auch beim Bau und Unterhalt der Infrastrukturen aus, weil bei kürzeren Distanzen mehr Abnehmer erreicht werden können.

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FORUM

Die Vorteile der Dichte sind heute in Fachkreisen unbestritten. Dichte Bauweisen gelten als der wirksamste Weg, die Gebote einer nachhaltigen Boden- und Energiepolitik umzusetzen (s. auch Metron Dichtebox, rechts). Dieser Gedanke hat in der Politik und im öffentlichen Bewusstsein noch kaum Spuren hinterlassen. Noch immer dient die Vorstellung der Dichte als Projektionsfläche für falsche Ängste und Klischees. Viele Menschen ziehen aufs Land, weil sie von einer Rückzugsmöglichkeit, vom ungestörten und naturnahen Leben träumen. In ihrem Medienkonsum, ihrem Mobilitätsverhalten, ihrem kulturellen Bewusstsein jedoch pflegen sie eine durch und durch am Urbanen ausgerichtete Lebensweise. Angetrieben von den wirtschaftlichen Interessen der Landbesitzer, des Baugewerbes, der Autoindustrie und anderer ist zwischen Einfamilienhaus, Arbeitsplatz und Einkaufszentrum ein Milieu entstanden, das vorgibt, ein ländliches

ser Wissen nicht kochbuchartig anwenden lässt. Vielmehr müssen wir akzeptieren, dass nur Unvoreingenommenheit und die Bereitschaft, ortsspezifisch und empirisch zu reagieren, uns befähigen kann, die Leistungen der alten Städtebauer zu wiederholen. Das Ziel muss sein, mit der Architektur das zu vollbringen, was die Dichtung mit der Sprache macht. Christoph Schläppi, Architekturhistoriker und Bauberater des Schweizer Heimatschutzes, Bern

«Noch immer dient die Vorstellung der Dichte als Projektionsfläche für falsche Ängste und Klischees» Leben zu bieten. Strukturwandel und Mobilität mögen die Agglomerationen hervorgebracht haben, aber sie haben auch die alten Dorfstrukturen zerstört. In den letzten Jahren drängt sich vielerorts der Eindruck auf, der Mythos des ländlichen Privatlebens habe sich in sein Gegenteil verkehrt: Während die Einfamilienhausquartiere veröden, geniesst der Bewohner der dichten Kernstadt das Privileg, sich als Fussgänger frei zu bewegen, die Kinder mit dem Fahrrad in die Schule zu schicken, sich kleinräumig zu versorgen, gleichzeitig über ein breites Angebot an Gütern und Aktivitäten zu verfügen. Dicht bebaute Quartiere sind sicher, weil sie belebt sind, und behaglich, weil sie Nachbarschaft zulassen. Störungen und Brüche notwendig Um dem Irrtum vorzubeugen, Dichte allein genüge, um solche Qualitäten hervorzubringen, schliessen wir mit einem Hinweis auf die Komplexität der Faktoren, auf denen die Entstehung von städtischer Qualität beruht. Beginnen wir mit der Frage der Massstäblichkeit. Dichte funktioniert nur dort, wo Elemente unterschiedlicher Grösse und Körnung koexistieren. Darin liegt die Voraussetzung für Durchmischung. In monofunktionalen Strukturen, beispielsweise Schlafstädten, kommen die Vorteile von Dichte nicht zum Tragen. Statt gleichmässiger Durchmischung ohne ortstypische Ausprägungen bedarf es räumlicher Hierarchien, also Zentren und Subzentren. Weiter braucht es Störungen und Brüche. Städtebauliche Qualität setzt nicht nur funktional, sondern auch formal Vielfalt voraus. Die interessantesten Räume sind jene, in denen sich historische Prozesse und Spuren abgelagert haben. Voraussetzung hierfür ist Kontinuität. Ein letzter, wichtiger Hinweis: Qualität ist nicht proportional zur Fläche des öffentlichen Raums! Dieser muss am richtigen Ort und in der richtigen Dosierung verfügbar sein. Wir stehen heute in einer neuen Phase von Stadtentwicklungen. Zahlreiche nur bedingt gelungene Beispiele zeigen, dass sich un-

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DIE Metron Dichtebox Der Siedlungsraum der Schweiz soll begrenzt und die Entwicklung nach innen gelenkt werden. Doch wie können gleichzeitig Spielräume geöffnet, Qualitäten erhalten und die Einwohnerdichte erhöht werden? Und was heisst das für die Bauformen, die Freiräume, die Erschliessung und die Nachbarschaft im Quartier? Metron ist diesen Fragen in einem internen Labor während rund eines Jahres intensiv und interdisziplinär nachgegangen und hat eine Methode zur Umsetzung der Verdichtung im bestehenden Siedlungsraum entwickelt: die Metron Dichtebox mit ihren sieben Tools. Das Themenheft Nr. 27 stellt sie vor. Siedlungsraum ist kein «weisses Blatt Papier» mehr. Das Überschreiben der bestehenden Texturen erfordert Sensibilität, planerisches Fingerspitzengefühl und greift in die dritte Dimension: Städtebau in Gemeinden. Die Metron Dichtebox enthält entsprechende Instrumente, der Rest bleibt weiterhin planerisch-städtebauliches Handwerk vor Ort.

→  Die Metron Dichtebox kann unter

www.metron.ch für 18 Franken bestellt werden

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FORUM

Ce que les vieilles villes nous enseignent

Plaidoyer pour la densité

E

n architecture, la densité suscite la controverse et de nombreux clichés. Nous aimons passer nos vacances dans des grandes villes et des paysages intacts, mais au quotidien, nous habitons dans des maisons individuelles qui nous imposent une mobilité forcée et faisons une consommation astronomique de paysage. Pourquoi cette mauvaise image de la ville? Le Corbusier considérait les noyaux historiques des villes comme des secteurs urbains comprimés souffrant de conditions d’habitation insalubres. En 1925, il préconisait de raser certains quartiers de Paris (Plan Voisin) pour construire des quartiers aérés, tracés au cordeau et découpés en zones d’activités distinctes. Avec le recul, on observe que Le Corbusier voulait sacrifier les magnifiques passages (galeries marchandes) de Paris décrits par Walter Benjamin. Dans les villes européennes traditionnelles, la dynamique d’expansion des XIXe et XXe siècles s’est ralentie ces trente dernières années. Les principales mutations nouvelles sont liées à la technologie et aux infrastructures: installations d’approvisionnement et d’élimination des déchets, lutte contre le bruit et la pollution du trafic, ... En dépit de la critique des modernes, les villes européennes traditionnelles présentent une étonnante efficacité fonctionnelle. La vieille ville de Berne, par exemple, réunit des fonctions commerciales, culturelles ainsi que des activités de loisirs et de divertissement. Elle reste l’un des quartiers d’habitation les plus convoités avec un excellent rapport entre les surfaces de verdure et les constructions, et avec une densité élevée de constructions. Comment les architectes ont-ils dessiné les plans de cette ville il y a plus de 800 ans de manière aussi visionnaire? Répondre à cette question exigerait une analyse complexe. L’important est que l’on retrouve des qualités analogues dans les quartiers construits aux XIXe et XXe siècles. Les avantages de la densité n’ont été redécouverts que ces dernières années. La densité semble être le moyen le plus efficace de mettre en œuvre une politique foncière et énergétique durable. Les milieux spécialisés en sont convaincus. Pourtant les préjugés contre la densification ont la vie dure, et cette idée n’a pas encore fait son chemin sur le plan politique. La densité continue de faire peur et de susciter des clichés. Les personnes parties habiter à la campagne pour réaliser leur rêve de vie plus

proche de la nature ont adopté un mode de vie citadin et contribué à l’émergence d’un milieu suburbain qui a fait disparaître les structures villageoises historiques. Aujourd’hui, la vie à la campagne a perdu une partie de son attrait. La tendance à venir habiter en ville s’est en revanche renforcée. En effet, la ville réunit toutes les fonctions qui rendent la vie quotidienne agréable. La densité à elle seule ne suffit pas. La qualité urbaine résulte de mécanismes complexes. Tout est question d’échelle. La densité nécessite une hiérarchisation des fonctions (centres, centres secondaires) et une diversité fonctionnelle et formelle, ainsi que le respect des traces du passé. Enfin, la qualité n’est pas proportionnelle à la surface des espaces publics. Ceux-ci doivent être savamment dosés et conçus en fonction du lieu. En résumé, l’expérience montre qu’il n’existe pas une seule recette applicable à toutes les situations. Il faut au contraire s’inspirer du lieu et travailler de façon pragmatique pour parvenir à des prestations de la qualité de celle des bâtisseurs de nos villes médiévales.

(G. Bally/Keystone)

Les maints avantages du mode de construction dense qui caractérise les villes européennes traditionnelles n’ont été redécouverts que ces dernières années. En dépit des critiques de la modernité, nos vieilles villes présentent une formidable efficacité fonctionnelle. Les quartiers denses présentent par exemple un haut niveau de sécurité en raison de l’animation qui y règne, et ils sont également agréables à vivre car ils favorisent les relations de voisinage.

Vieille ville de Berne: la densité des constructions est à la fois écologique et économique, et répond aux critères de durabilité. Berner Altstadt: Dichte Bebauungen sind sowohl ökologisch wie auch ökonomisch nachhaltig.

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Neues Positionspapier des Schweizer Heimatschutzes

Verdichten braucht Qualität Die Ausdehnung des Siedlungsraums soll begrenzt werden, diesbezüglich herrscht zunehmend Konsens. Die Verdichtung des bestehenden Siedlungsgebiets gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Ein neues Positionspapier des Schweizer Heimatschutzes zeigt, wie Qualität in die zukünftigen Verdichtungsprozesse eingebracht werden kann und soll.

D

er Schweizer Heimatschutz setzt sich mit Nachdruck für einen sparsamen und sorgfältigen Umgang mit dem Boden ein. Der ungeheure Bodenverschleiss der letzten Jahrzehnte ist kein taugliches Modell für die Zukunft, weil er kommende Generationen vor unlösbare Probleme stellen wird. Vor diesem Hintergrund lancierte der Schweizer Heimatschutz zusammen mit anderen Umweltverbänden im Sommer 2007 die Landschaftsinitiative. Das Positionspapier Raumplanung vor grossen Herausforderungen vom Herbst 2010 zeigt, auf welche Weise der unerwünschten Entwicklung entgegengewirkt werden kann. Ein zentraler Punkt für eine haushälterische Bodennutzung ist eine bessere Organisation und Ausnutzung des bestehenden Siedlungsgebiets. Ziel ist es, das vorhandene Potenzial zu nutzen und die Ausdehnung des Siedlungsraums zu begrenzen. Der daraus resultierende Prozess der Verdichtung des bestehenden Siedlungsgebietes steckt erst in den Anfängen. Er birgt beachtliche Risiken: Unsorgfältig geplante und vorschnell realisierte Massnahmen bewirken, dass die Bevölkerung die Verdichtung grundsätzlich ablehnt. Diesen unerwünschten Effekt gilt es zu verhindern. Der Schweizer Heimatschutz legt in seinem neuen Positionspapier dar, auf welche Weise Baukultur und Qualität in den zukünftigen Verdichtungsprozessen eingebracht und sichergestellt werden können. Das Positionspapier geht davon aus, dass die Notwendigkeit der Verdichtung erkannt ist. Der Akzent liegt deshalb nicht auf der Forderung nach Verdichtung, sondern auf dem Qualitätsaspekt. Nur so lässt sich das Siedlungsgebiet der Schweiz mit einem gleichzeitigen Gewinn an Lebensqualität umbauen. Zehn Regeln für die qualitätsvolle Verdichtung Das am 26. November 2011 vom Zentralvorstand verabschiedete Papier formuliert die Position des Schweizer Heimatschutzes anhand von zehn Regeln für die qualitätsvolle Verdichtung: 1 Identität ist ortsspezifisch: Die Identität eines Verdichtungsgebietes wird durch viele Faktoren bestimmt. Kein Quartier existiert zweimal. Deshalb ist an jedem Ort neu zu prüfen, welche baukulturellen Qualitäten massgebend und welche Faktoren mit welchem Gewicht zu berücksichtigen sind. Die Menschen stehen im Vordergrund.

2 Inventare berücksichtigen: Das Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS liefert wertvolle Hinweise zur vorhandenen Qualität unserer Ortsbilder. Die Empfehlungen

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des ISOS und weiterer Inventare bilden die erste und wichtigste Grundlage bei der Eruierung von Verdichtungspotenzialen. Nachgeführte Inventare sind eine unentbehrliche Grundlage für jede weitere Planung. 3 Identitätsbildende Elemente sichern: Jedes Grundstück trägt ein Stück Geschichte in sich. Damit Areale oder Quartiere mit Ersatzneubauten nicht zu toten Orten werden, müssen gezielt identitätsbildende Elemente erhalten werden. 4 Optimale Dichte eruieren: Die erstrebenswerte Dichte für ein Quartier oder Häusergeviert muss anhand ortsbaulicher Aspekte sorgfältig eruiert werden. Bewährt haben sich Testplanungen, Studienaufträge oder Architekturwettbewerbe. Auf dieser Basis werden Zielvorstellung entwickelt und Entscheidungsgrundlagen für die Neubebauung oder für die Platzierung von Ergänzungsbauten beschafft. 5 Konsens braucht Zeit: Schnelle und grosse Veränderungen sind schwer zu verkraften. Klar definierte und schrittweise Realisierungen erhöhen die Akzeptanz in der Bevölkerung. Es ist notwendig, für den Wandel eines Quartieres genügend Zeit einzuplanen und die betroffenen Menschen in den Planungsprozess einzubeziehen. 6 Gute Architektur einfordern: Gestalterische Qualität ist ein Schlüsselfaktor im Verdichtungsprozess. Gute Architektur muss im Alltag und im Gebrauch überzeugen. Konkurrenzverfahren (Studienaufträge, Wettbewerbe) sorgen für Varianten und Diskussionen. 7 Passende Nutzungen ansiedeln: Die richtige Nutzung am passenden Ort ist ein weiterer Schlüsselfaktor für die Funktion eines Areals oder Quartiers. Es gilt, realistische Vorstellungen zu entwickeln und die erwünschten Nutzungen öffentlich zu kommunizieren, um potenzielle Interessenten anzuziehen. Zentrale Lagen sind fast immer auch attraktiv für öffentliche Nutzungen. 8 Vielfalt schaffen: Verdichtete Areale sollen verschiedene Nutzungen zulassen. Kurze Wege zwischen Wohnort, Arbeit und Freizeiteinrichtungen tragen zur Lösung von Umweltproblemen bei und schaffen Vielfalt.


(Roger Frei)

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Auch das ist Verdichtung: Der Eisenbahnviadukt im Zürcher Kreis 5 wurde zur aussergewöhnlichen Einkaufsund Gewerbemeile Im Viadukt umgenutzt. EM2N (Architektur) mit Schweingruber Zulauf (Landschaftsarchitektur), 2010 C’est aussi une forme de densification: les arches du viaduc ferroviaire de l’arrondissement 5 de Zurich ont été transformées en une longue artère commerciale Im Viadukt. EM2N (bureau d’architecture) et Schweingruber Zulauf (architectes paysagistes), 2010

9 Freiräume erhalten und schaffen: Auch zentrale Lagen mit hoher Dichte brauchen Freiräume in Form von Wegen, Plätzen, Grünflächen oder Wasser. Es ist Aufgabe der öffentlichen Hand, Lage und Ausprägung von Freiräumen zu definieren. Zu berücksichtigen ist die Zugänglichkeit (öffentlich oder privat). 10 Bodenpolitik nutzen: Eine aktive Bodenpolitik eröffnet viele neue Optionen im Prozess der Verdichtung. Besitzt die öffentliche Hand in wichtigen Verdichtungsgebieten Grundstücke, so kann sie wesentlich mehr Einfluss auf die zukünftige Bebauung nehmen. Das Vorbild der öffentlichen Hand ist wichtig – es beeinflusst das Denken und Handeln der privaten Akteure., Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz, und Peter Egli, Redaktor

POSItIONSPAPIER

Verdichten braucht Qualität

Schweizer Heimatschutz

Die grosszügigen Aussenräume der Arbeitersiedlung aus den 1940er-Jahren bleiben erhalten, neue Mehrfamilienhäuser am Rand des Grundstücks reduzieren den Druck auf den Bestand: Arbeitersiedlung Turmmatt, Altdorf UR, 2009, HTS Architekten

In zentraler Lage wird eine Restparzelle überbaut und dadurch Wohnraum für Studierende geschaffen: Studentenwohnheim, Genf, 2011, Charles Pictet Architecte

Verdichten braucht Qualität Einleitung Der Schweizer Heimatschutz setzt sich mit Nachdruck für einen sparsamen und sorgfältigen Umgang mit dem Boden ein. Der ungeheure Bodenverschleiss der letzten Jahrzehnte ist kein taugliches Modell für die Zukunft, weil er kommende Generationen vor unlösbare Probleme stellen wird. Vor diesem Hintergrund lancierte der Schweizer Heimatschutz zusammen mit andern Umweltverbänden im Sommer 2007 die Landschaftsinitiative. Das Positionspapier «Raumplanung vor grossen Herausforderungen» vom Herbst 2010 zeigt auf, auf welche Weise der unerwünschten Entwicklung entgegengewirkt werden kann. Grundsätzlich sind die Bauzonen zu reduzieren und der Mehrwert abzuschöpfen. Ein zentraler Punkt für die haushälterische Bodennutzung ist eine bessere Organisation und Ausnutzung des bestehenden Siedlungsgebietes. Ziel ist es, das vorhandene Potenzial zu nutzen und die Ausdehnung des Siedlungsraums zu begrenzen. Der daraus resultierende Prozess der Verdichtung des bestehenden Siedlungsgebietes steckt erst in den Anfängen. Er birgt beachtliche Risiken: Unsorgfältig geplante und vorschnell realisierte Massnahmen bewirken, dass die Bevölkerung die Verdichtung grundsätzlich ablehnt. Diesen unerwünschten Effekt gilt es zu verhindern. Der Schweizer Heimatschutz legt in diesem Positionspapier dar, auf welche Weise Baukultur und Qualität in den zukünftigen Verdichtungsprozessen eingebracht und sicher gestellt werden können. Das Positionspapier geht davon aus, dass die Notwendigkeit der Verdichtung erkannt ist. Der Akzent liegt deshalb nicht auf der Forderung nach Verdichtung, sondern auf dem Qualitätsaspekt. Nur so lässt sich das Siedlungsgebiet der Schweiz mit einem gleichzeitigen Gewinn an Lebensqualität umbauen. Dieses Positionspapier richtet sich an alle, die sich für mehr Qualität im Siedlungsgebiet einsetzen, sei es in einer Behörde, in einer lokalen Organisation, als Investor oder als Privatperson. Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, gibt es viele: Die Revision von Richtplänen, Zonen-, Sondernutzungs- oder Gestaltungsplänen, konkrete Bauprojekte (insbesondere Arealüberbauungen), Podiumsdiskussionen, Leserbriefe etc.

Eine der letzten Lücken im Quartier wird durch ein neues Stadthaus geschlossen, die Wohnungen erstrecken sich über Alt- und Neubau: Stadthaus Zurlindenstrasse, Zürich, 2004-2006, Huggenberger Fries Architekten

7 Passende Nutzungen ansiedeln Nicht jede Nutzung, die sich anbietet, ist erwünscht. Und nicht jede erwünschte Nutzung stellt sich da ein, wo man sie gerne hätte. Die Sicht der Investoren deckt sich selten auf Anhieb mit den Bedürfnissen der Öffentlichkeit. Andererseits bringen Idealvorstellungen, welche keine Chance auf Verwirklichung haben, keine brauchbaren Perspektiven. Für jeden Ort ist die zukünftige Nutzung vorausschauend aber dennoch realistisch zu entwickeln. Öffentliche Nutzungen in Zentren können teilweise einen Ersatz für verschwundene Läden sein. Die Gemeinden kommunizieren erwünschte Nutzungen in der Öffentlichkeit, um potenzielle Interessenten für die Ansiedlung zu gewinnen. Die baulichen Strukturen sollen möglichst einfach einen Wechsel der Nutzungen zulassen, beispielsweise mit besonderen Raumhöhen in den Erdgeschossen. Denn wir kennen heute die Bedürfnisse in zwanzig oder mehr Jahren nicht. 8 Vielfalt schaffen Je vielfältiger ein Quartier, desto belebter ist es. Vielfalt entsteht zum Beispiel über gemischte Nutzungen, über Kleinstrukturen mit vielfältiger Eigentümerschaft, über unterschiedliche Altersgruppen, über die Parzellierung grosser Flächen oder über verschiedene Architektur. Kurze Wege zwischen dem Wohn- und Arbeitsort sowie Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangeboten schaffen Lebensqualität und tragen zur Lösung von Umweltproblemen bei. 9 Freiräume erhalten und schaffen Der ideale Anteil von unüberbauten Flächen für ein Verdichtungsareal regelt sich nicht von selbst. Die öffentliche Hand muss Mindestflächen und Grünanteile vor Beginn des Verdichtungsprozesses verbindlich vorsehen. Später

sind Reparaturen kaum mehr möglich oder mit enormen Kosten verbunden. Qualität bedeutet ein ausgewogenes Zusammenspiel öffentlicher und privater Nutzungen. Auf dicht bebauten Arealen sind Rückzugsmöglichkeiten besonders wertvoll. Zu den Freiräumen gehört auch der Strassenraum. Abweisende Fassaden führen zu unbelebten Strassenzügen, zu höheren Fahrgeschwindigkeiten und damit zu einem Qualitätsverlust. An zentralen Lagen sollen die Räume in den Erdgeschossen einen Bezug zum Strassenraum aufweisen. 10 Bodenpolitik nutzen Eine aktive Bodenpolitik der öffentlichen Hand eröffnet neue Möglichkeiten. Besitzt die Gemeinde Land, so ist sie direkt in die zukünftige Lösung eingebunden. Sie kann beispielsweise Hand bieten für den Abtausch von Flächen oder Ansprüche an die Architektur formulieren. Das ist auf diese Weise wesentlich einfacher, als durch die hoheitliche Vorgabe von Rahmenbedingungen. Mit einer aktiven Bodenpolitik lassen sich Parzellengrenzen überwinden. Erst damit öffnen sich wirklich grosse Spielräume im Verdichtungsprozess. Es bieten sich immer wieder Gelegenheiten, Grundstücke zu erwerben. Die guten Gelegenheiten dürfen nicht verpasst werden. Voraussetzung ist, dass die Gemeinden ihre Entscheidstrukturen so ausgestalten, dass sie den Erwerb von Grundstücken innert nützlicher Frist realisieren können. Sonst bleibt nur das Nachsehen. Bodenpolitik ist eine langfristige Sache. Wir kennen die Fragestellungen in einigen Jahren oder gar Jahrzehnten nicht, wollen aber dann Einfluss nehmen können. Auch eine kleine, für sich wertlose Fläche kann über kurz oder lang im Besitz der Gemeinde Grosses bewirken.

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) ist die führende Schweizer Non-Profit-Organisation im Bereich Baukultur. Wir sind ein Verein mit 27 000 Mitgliedern und Gönnern und bestehen seit 1905 als Dachorganisation von 25 kantonalen Sektionen. Wir setzen uns dafür ein, dass Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen vor dem Abbruch bewahrt werden und weiterleben. Wir fördern aber auch zeitgemässe, gute Architektur bei Neubauten. Weiter informieren wir die Bevölkerung mit unseren Publikationen über die Schätze der Schweizer Baukultur. Jährlich verleihen wir einer Gemeinde den Wakkerpreis für ihre vorbildlichen Leistungen in der Siedlungsentwicklung. Mit dem Verkauf des Schoggitalers unterstützen wir seit Jahrzehnten wegweisende Projekte in Heimat- und Naturschutz. www.heimatschutz.ch

Herausgeber: Schweizer Heimatschutz, Postfach 1122, 8032 Zürich T 044 254 57 00, info@heimatschutz.ch www.heimatschutz.ch Layout: Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Druck: Stämpfli Publikationen, Bern Fotos: B. Bühler, T. Dimmler, M. Frietsch, S. Pecorini Verabschiedet durch den Zentralvorstand des Schweizer Heimatschutzes am 26. November 2011

Im Positionspapier Verdichten braucht Qualität werden die zehn Regeln für die qualitätsvolle Verdichtung detailliert erläutert. Es kann unter www.heimatschutz.ch/shop kostenlos bestellt oder unter www.heimatschutz.ch/ politik als PDF bezogen werden.

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Nouvelle prise de position de Patrimoine suisse

Pour une densification de qualité Il faut freiner l’extension des espaces urbanisés. Un consensus se fait progressivement jour autour de cet objectif. La densification du milieu bâti existant prend de plus en plus d’importance. Une nouvelle prise de position de Patrimoine suisse montre comment assurer la qualité requise dans les processus de densification.

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atrimoine suisse s’engage résolument en faveur d’une utilisation judicieuse et mesurée du sol. L’énorme consommation de sol des dernières décennies, dont la poursuite placerait les générations futures face à des problèmes insolubles, n’est pas un modèle viable. Dans ce contexte, Patrimoine suisse a lancé en été 2007, avec d’autres organisations environnementales, l’Initiative pour le paysage. La prise de position L’aménagement du territoire face à de grands défis publiée en automne 2010 présente des pistes permettant de lutter contre cette évolution indésirable. Pour parvenir à une utilisation parcimonieuse du sol, il est primordial d’améliorer l’organisation et l’utilisation du milieu bâti existant. Il s’agit d’exploiter les potentiels disponibles et de limiter l’extension des zones urbanisées. Le processus de densification que cela implique n’en est qu’à ses débuts, et il comporte des risques considérables: des interventions précipitées et mal planifiées sont susceptibles d’amener la population à rejeter le principe même de densification. Il importe de prévenir de tels effets indésirables. Dans sa nouvelle prise de position, Patrimoine suisse décrit comment tenir compte de la culture architecturale et assurer la qualité requise dans les processus de densification. Partant du principe que la nécessité de densifier est reconnue, le document met l’accent sur les aspects qualitatifs de la densification. C’est ainsi seulement que la transformation des zones urbanisées du pays pourra apporter une amélioration de la qualité de vie. Dix règles pour assurer une densification de qualité La prise de position adoptée par le Comité central de Patrimoine suisse le 26 novembre 2011 présente dix principes favorisant une densification de qualité: 1 Respecter l’identité spécifique du lieu: l’identité d’un site à densifier est déterminée par de nombreux facteurs. Chaque quartier est unique. Il est donc nécessaire d’identifier dans chaque cas les qualités architecturales essentielles et de tenir compte des facteurs à pondérer par rapport à chaque situation spécifique. L’être humain doit être au cœur des préoccupations. 2 Tenir compte des inventaires: l’inventaire fédéral des sites construits d’importance nationale à protéger en Suisse (ISOS)

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fournit de précieuses indications sur les qualités des sites répertoriés. Les recommandations de l’ISOS et des autres inventaires constituent une base essentielle pour déterminer le potentiel de densification d’un lieu. La mise à jour de ces inventaires représente un préalable indispensable à toute nouvelle planification. 3  Sauvegarder les éléments générateurs d’identité: chaque parcelle est chargée d’histoire. Pour qu’un site ou un quartier où se déroulent des démolitions-reconstructions ne se transforme pas en un lieu mort, il convient de préserver les éléments constitutifs de son identité. 4 Rechercher la densité optimale: il importe de déterminer avec soin, en se basant sur les caractéristiques bâties du lieu, la densité souhaitée d’un îlot ou d’un quartier. Pour ce faire, les planifications-tests, les mandats d’étude ou les concours d’architecture ont fait leurs preuves. Ces démarches permettent de développer une vision stratégique et des critères de décision relatifs aux nouvelles constructions à réaliser, que ce soit en remplacement ou en complément des bâtiments existants. 5 Prévoir le temps nécessaire pour trouver un consensus: les transformations rapides et massives sont difficiles à gérer. Des réalisations progressives clairement définies sont en général mieux acceptées. Il est donc indispensable de prévoir le temps nécessaire et d’impliquer les personnes concernées dans le processus de planification. 6 Promouvoir une architecture de qualité: en matière de densification, la qualité architecturale est un facteur-clé. L’architecture doit présenter une grande valeur d’usage au quotidien. Les procédures de mise en concurrence (mandats d’étude, concours) permettent de comparer des variantes et de débattre de choix à opérer. 7 Assurer une affectation judicieuse: prévoir la bonne affectation au bon endroit est un autre facteur-clé à même d’assurer le fonctionnement d’un site ou d’un quartier. Il s’agit de développer des objectifs réalistes et de communiquer au public les activi-


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tés recherchées afin d’attirer les acteurs potentiellement intéressés. Les situations centrales se prêtent quasiment toujours à des affectations publiques.

paux secteurs à densifier, les collectivités publiques pourront exercer une influence accrue sur leur transformation. L’exemple des pouvoirs publics joue un rôle important: il influence les réflexions et décisions des acteurs privés.

8 Créer la diversité: les secteurs densifiés doivent pouvoir accueillir des fonctions variées. De courtes distances entre lieux de vie, de travail et de loisirs contribuent à ménager l’environnement et assurent mixité et diversité.

Adrian Schmid, secrétaire général de Patrimoine suisse, et Peter Egli, rédacteur

PrIse De POsItIOn

9 Conserver et créer des espaces libres: même les quartiers très denses dans des situations centrales ont besoin d’espaces non construits, que ce soit sous la forme de chemins, de places, d’espaces verts ou de plans d’eau. Il incombe aux pouvoirs publics de définir la localisation et le caractère de ces espaces. Il faut également tenir compte de leur accessibilité (publique ou privée).

Patrimoine Suisse

Les généreux espaces extérieurs de l’ensemble d’habitat ouvrier des années 1940 sont conservés, les nouveaux immeubles d’habitations sont construits en bordures de la parcelle et réduisent la pression sur l’existant. Ensemble d’habitat ouvrier Turmmatt, Altdorf UR, 2009, HTS Architectes

Un bâtiment de logements pour étudiants vient s’implanter sur une parcelle résiduelle située au centre-ville. Genève, 2011, Charles Pictet Architecte

Il s’agit d’élaborer pour chaque site une programmation à la fois prospective et réaliste. Dans les centres, des affectations publiques pourront en partie remplacer les magasins disparus. Les communes feront bien d’annoncer publiquement les activités qu’elles recherchent, de manière à attirer les acteurs potentiellement intéressés à s’implanter. Les structures bâties doivent pouvoir s’adapter facilement aux changements d’affectation, ce que permettent par exemple des hauteurs de plafond appropriées au niveau des rez-dechaussée. On ignore en effet quels seront les besoins dans vingt ans ou plus.

Patrimoine suisse est la principale organisation sans but lucratif de Suisse dans le domaine de la culture du bâti. Nous sommes une association de 27000 membres et donateurs, créée en 1905 en tant qu’organisation faîtière de 25 sections. Nous nous engageons pour préserver de la démolition des monuments historiques de différentes époques et leur redonner vie. Nous promouvons aussi une architecture contemporaine de qualité pour les nouvelles constructions. Nous informons la population par diverses publications sur les trésors de la culture suisse du bâti. Nous décernons chaque année le Prix Wakker à une commune pour ses réalisations exemplaires de développement de son urbanisme. Et avec la vente de l’Ecu d’Or, nous soutenons depuis des décennies des projets modèles de protection du patrimoine et de la nature.

Introduction Patrimoine suisse s’engage résolument en faveur d’une utilisation judicieuse et mesurée du sol. L’énorme consommation de sol des dernières décennies, dont la poursuite placerait les générations futures face à des problèmes insolubles, n’est pas un modèle viable. Afin de lutter contre cette évolution indésirable, Patrimoine suisse a lancé en été 2007, avec d’autres organisations environnementales, l’Initiative pour le paysage, et publié en automne 2010, sous le titre «L’aménagement du territoire face à de grands enjeux», une prise de position esquissant des pistes de solution concrètes. Fondamentalement, il est nécessaire de réduire les zones à bâtir et de prélever les plus-values résultant des mesures d’aménagement. Pour ramener la consommation de sol à un niveau raisonnable, il est primordial d’améliorer l’organisation et l’utilisation du milieu bâti existant. Il s’agit d’exploiter les potentiels disponibles et de limiter l’étendue des zones urbanisées. Or, le processus de densification que cela implique n’en est qu’à ses débuts, et il comporte des risques considérables: des interventions précipitées et mal planifiées sont susceptibles d’amener la population à rejeter le principe même de la densification. Il convient donc de prévenir ou, à tout le moins, de minimiser de tels effets. Dans la présente prise de position, Patrimoine suisse décrit comment l’on peut, dans les processus de densification, prendre en compte les enjeux de préservation du patrimoine bâti et assurer la qualité requise. On part ici du principe que la nécessité de densifier est admise, l’accent étant mis sur les aspects qualitatifs y afférents. Ainsi seulement la transformation des zones urbanisées du pays pourra-t-elle y apporter une amélioration de la qualité de vie. Le présent document s’adresse à tous les acteurs soucieux de promouvoir une meilleure qualité urbaine, que ce soit en tant que membres d’une autorité publique ou d’une organisation locale, qu’investisseurs ou que particuliers. Depuis les révisions de plans directeurs, de plans de zones ou de plans d’affectation spéciaux jusqu’aux projets concrets (opérations par plans de quartier, etc.), en passant par les débats publics et le courrier des lecteurs de la presse écrite, les possibilités d’influer sur le cours des choses ne manquent pas.

Cet immeuble d’habitation complète le tissu urbain en s’implantant sur une minuscule parcelle libre et en s’accolant contre un bâtiment existant. Les quatre appartements s’étendent sur l’ancien et le nouveau bâti. Immeuble d’habitation Zurlindenstrasse, Zurich, 2004-2006, Huggenberger Fries Architectes

8 créer de la diversité Plus un quartier offre de variété, plus il est vivant. Peuvent par exemple être source de diversité la mixité des affectations, les petites structures regroupant différents propriétaires, la mixité générationnelle, la subdivision des grandes parcelles en lots plus petits, ou encore le contraste entre des architectures différentes. En outre, des distances réduites entre les lieux de vie, de travail et de loisirs contribuent à augmenter la qualité de vie et à ménager l’environnement. 9 conserver et créer des espaces libres Dans un site à densifier, la proportion idéale de surfaces non bâties ne se détermine pas d’ellemême. C’est aux pouvoirs publics qu’il appartient de définir, en amont du processus, des surfaces libres minimales ou des quotas d’espaces verts contraignants. S’ils ne le font pas, il n’est plus guère possible d’y remédier par la suite, sinon à des coûts exorbitants. La qualité d’une opération est liée à un bon équilibre entre affectations publiques et privées. Dans un site densément bâti, les lieux permettant aux individus de se res-

sourcer sont particulièrement bienvenus. Les espaces libres comprennent aussi l’espace-rue. Des façades rébarbatives nuisent à l’animation des rues et encouragent les conducteurs de véhicules à rouler plus vite. Dans les sites bénéficiant d’une localisation centrale, les rez-de-chaussée devraient entretenir une relation directe avec l’espace-rue. 10 Pratiquer une politique foncière active Pour les pouvoirs publics, une politique foncière active élargit le champ des possibles. Si une commune possède des terrains dans un site à densifier, elle sera partie prenante du futur projet. Elle pourra par exemple proposer à d’autres propriétaires d’échanger des terrains ou formuler, pour les siens, des exigences architecturales particulières – ce qui est bien plus aisé de cette manière que par le biais de prescriptions applicables aux biensfonds de tiers. Une politique foncière active permet aux collectivités publiques de transcender les limites du parcellaire et de disposer ainsi d’une marge de manœuvre accrue dans les processus de densification. Il se présente toujours des occasions d’acquérir des terrains. Il s’agit de ne pas les manquer. Cela présuppose que les structures décisionnelles des communes leur permettent de réaliser de telles acquisitions dans les délais utiles. Une politique foncière se développe sur la durée. Même si les communes ne connaissent pas les problèmes auxquels elles seront confrontées dans les années ou décennies à venir, elles ont tout intérêt, si elles veulent pouvoir y répondre, à s’assurer la maîtrise d’un maximum de terrains. Même une parcelle exiguë et a priori sans valeur peut se révéler précieuse à plus ou moins long terme.

www.patrimoinesuisse.ch

Publié par Patrimoine suisse Case postale 1122, 8032 Zurich T 044 254 57 00, info@patrimoinesuisse.ch www.patrimoinesuisse.ch Graphisme : Stillhart Konzept und Gestaltung, Zürich Impression : Stämpfli Publikationen AG, Bern Photos: B. Bühler, T. Dimmler, M. Frietsch, S. Pecorini Adopté par le Comité central de Patrimoine suisse le 26 novembre 2011

La prise de position Pour une densification de qualité donne une présentation détaillée des dix règles pour une densification de qualité. A commander gratuitement sur: www.patrimoinesuisse.ch/ shop ou à télécharger au format PDF sur: www.patrimoinesuisse.ch/ politique

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(Sulzer Immobilien)

10 Pratiquer une politique foncière active: en matière de densification, une politique foncière active élargit le champ des possibles. Si elles sont propriétaires de terrains dans les princi-

Pour une densification de qualité

Pour une densification de qualité

D’anciennes halles industrielles peuvent renforcer l’attractivité des nouvelles constructions voisines. Site Sulzer de Winterthour, Sulzer Immobilien AG, dès 1995 Alte Fabrikhallen vermögen die Attraktivität von benachbarten neuen Immobilien zu steigern. Sulzer-Areal Winterthur, Sulzer Immobilien AG, ab 1995

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(Marion Nitsch)

Francesco Della Casa: «Dans tous les domaines de la vie, nous devons cesser de penser le splendide isolement.» «Wir müssen vom Gedanken einer ‹Splendid Isolation› in allen Lebensbereichen wegkommen», meint Francesco Della Casa.

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FORUM

Interview avec Francesco Della Casa

«Il faut réapprendre à cohabiter» Selon l’architecte cantonal de Genève, l’urbanisme occidental est le résultat d’une volonté d’isolement. Un luxe qui n’est plus possible aujourd’hui, sachant que le territoire n’est pas une ressource inépuisable. Des villes très denses comme Rome, Cordoue ou Damas nous montrent l’exemple de l’art de la cohabitation. Comment faire comprendre la nécessité de la densification, de surcroît avec qualité? Je préfère parler de cohabitation que de densification. Car la densification a forcément une connotation quantitative: on augmente, on intensifie. Par la cohabitation, on fait voisiner des activités, des gens, des cultures différentes, et là on est sur le plan qualitatif. C’est l’idée de rapprocher les choses qu’on avait éloignées. Il en résulte une densification par la force des choses. Je pense qu’un des problèmes de notre société d’après-guerre, c’est qu’on a fui le voisinage avec des répercussions sur l’urbanisme. Le zonage, c’est l’acte de dissocier, avec cette fausse idée que le territoire est une ressource inépuisable. Quand on veut s’isoler de son voisin et qu’on implante sa maison avec une haie de thuya ou une barrière pour être le plus à distance possible de lui, c’est un peu une métaphore de la manière de penser la ville. Dans quel sens? En mettant l’industrie à distance, par exemple. De la même manière qu’on a décidé de périmètres de protection pour le patrimoine. Je trouve cela absurde. C’est typique de la pensée zone villa. Je ne vois pas le problème de faire voisiner un bâtiment historique avec un bâtiment contemporain. Au contraire. Toute la question réside dans l’art de cohabiter. Des villes patrimoniales comme Rome, Cordoue ou Damas, avec de très fortes densités et mixités, maîtrisaient l’art de cohabiter. Le problème, c’est que nous avons perdu cet art. Et ce n’est pas en isolant chacun des éléments qu’on va y arriver. Peut-on vraiment tout faire cohabiter, l’habitat avec les zones industrielles, par exemple? Parfaitement. On peut y trouver des qualités. Il y a des gens qui recherchent cette proximité. Simplement parce que les temps sont différents. Une zone industrielle peut être totalement inactive la nuit, au moment où le logement est occupé et, inversement, active lorsqu’on quitte l’appartement pour la journée. Cela demande de régler les choses finement. Il existe des activités où la proximité est intéressante et peut donner une identité à un quartier.

Comment percevez-vous, à Genève, le débat sur les surélévations, une des solutions prônées pour densifier la ville? L’erreur, c’est de croire que c’est la panacée. L’autre erreur est de penser que c’est intouchable. La surélévation est le problème architectural le plus complexe qui soit parce qu’on modifie les rapports de composition d’un volume et qu’on intervient dans une autre temporalité. Une tâche à confier aux meilleurs architectes. Je déplore qu’à Genève le niveau du débat soit totalement à côté de l’enjeu. Genève à une tradition séculaire de la surélévation. Quand la ville avait des murs d’enceinte et qu’elle a accueilli les huguenots, on s’est serré et on a surélevé. On critique beaucoup les zones villas pour le manque de densité. Présentent-elles un potentiel de densification? Pas vraiment, car on les a mal commencées. Je prétend qu’il faut modifier les règlements, abolir l’interdiction de bâtir aux limites. En revanche, leur laisser la faculté de densifier. Construisez ce dont vous avez besoin d’entente avec vos voisins: le stöckli de la grand-mère, l’atelier du fils, etc. Doit-on densifier les espaces interstitiels dans les centres urbains? Non, je pense plutôt qu’il faut en faire des espaces publics de qualité. Lorsqu’on densifie, la notion d’espace public prend tout son sens. On a d’abord dit de l’espace public que c’est la distance entre le pied des immeubles. Moi je crois que c’est l’espace entre les bâtiments, c’est un volume qui va jusqu’au ciel. On doit soigner tout autant la cinquième façade, celle du toit. Malheureusement les progès techniques font qu’on pose tout et n’importe quoi sur les toits, sans réfléchir à leur organisation spatiale. Comme les panneaux solaires, par exemple. Oui, tout à fait. On soigne les façades, mais pas les toitures. On veut être connecté au monde, or une antenne est une fenêtre sur le monde elle doit être traitée avec autant de soin qu’une fenêtre. C’est cela qui va rester de notre civilisation.

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Dans quelle mesure le thème de la densification joue-t-il un rôle dans l’attribution du Prix Wakker? C’est la manière d’articuler, de faire vivre ensemble le patrimoine et le contemporain. Le soin dans lequel a été pensé le territoire, dense ou pas, mais intense. Ce qui compte, c’est la qualité de l’intention. Le Prix Wakker, c’est la qualité et l’intensité avec lesquelles on fait cohabiter l’histoire, le présent et l’avenir. Ce qui nous amène à la question de l’identité. Comment peut-on la préserver alors que l’urbanisation s’accélère? L’identité, il faut la rechercher très profondément. Elle est liée à l’histoire, mais pas aux pierres. Je crois qu’il n’y a pas d’intelligence dans les pierres. L’identité est liée à la continuité d’une pensée. Les villes qui ont su maintenir une identité culturelle très forte, comme Genève, Bâle ou Berne, sont les plus intéressantes du point de vue du patrimoine. La même chose à plus petite échelle: des communes viticoles comme Fläsch (n. d. l. r.: Prix Wakker 2010), par exemple, ont su maintenir leur activité et continuer à la penser jusque dans la forme de leur bâti. Quelle relation entretenez-vous avec le patrimoine? J’ai commencé comme restaurateur de monuments historiques. Ce qui m’a prodigieusement agacé, c’était le fétichisme envers le patrimoine. On s’accapare un objet, on s’attribue l’œuvre d’un autre. Il ne faut jamais se mettre à la place d’un auteur, il faut rester en dialogue. La notion d’esthétique n’est pas un critère. J’ai fait les beaux-arts et donc je ne discute jamais d’esthétique, car c’est un a priori. Comment objectiver alors la valeur du patrimoine? C’est un témoignage, une archive, mais c’est aussi une fonction, une utilité qui doit continuer. On ne peut pas vider un objet de son sens. L’objet qui m’émeut le plus dans l’histoire du patrimoine c’est la mosquée de Cordoue. Parce qu’on a maintenu au fil des siècles son caractère sacré. On ne l’a jamais interrompu. On y retrouve les strates de toutes les époques, alors qu’on est intervenu dans les périodes historiques les plus brutales: le christia-

«Je pense que l’avenir est dans l’habitat individuel dense» nisme a remplacé le polythéisme romain, a succédé ensuite l’islam, avant la reconquête chrétienne. Malgré tous ces motifs qui auraient pu entraîner une table rase, on a su respecter les traces du passé. C’est exemplaire. Comment, selon vous, habiterons-nous demain? Je pense que l’avenir est dans l’habitat individuel dense. Ce qui n’exclut pas qu’on ait son espace extérieur privé. Cet espace est de qualité lorsqu’il est entouré de son propre logement. C’est le type de la villa romaine, avec l’atrium au cœur de la maison. On est mal parti, mais on peut très bien reprendre cette idée du patio. Il existe un magnifique projet des architectes Graber et Pulver à Aarau (n.d.l.r.: lotissement Neuenhof Härdli) qui reprend des typologies médiévales tout en jouant avec les échelles. Au-

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jourd’hui, les progrès techniques font que les nuisances qui pouvaient être critiquées au Moyen-âge sont surmontées. Le tissu médiéval dense revisité, c’est aussi Halen de l’Atelier 5. Oui exactement. Il ne faut rien inventer, tout est là. Les architectes de l’Atelier 5 ont retenu les leçons du voyage en Orient de Le Corbusier. Il en est alors arrivé à la conclusion que l’urbanisme arabe a raison et l’urbanisme occidental a tort. Mais Halen n’était pas dans son époque parce qu’on ne supportait pas l’idée de la coopérative. Chacun voulait faire pour soi. Comment s’explique ce besoin d’isolement? Le splendide isolement, c’est un confort qu’on a pu se permettre. Un luxe qui n’existe pas dans les villes du tiers-monde. Là-bas, un individu est obligé de s’imaginer dans une solidarité qui peut être conflictuelle, mais il n’a pas le choix. Les trente glorieuses nous ont permis ce luxe. Or, on se trouve à la fin de cette période, car on se rend compte que le territoire est une chose finie. Dans tous les domaines de la vie, nous devons cesser de penser le splendide isolement. Il faut réapprendre à cohabiter. L’art d’articuler les choses, d’assembler les contraires et les semblables. Parce qu’on y trouve des synergies, des complémentarités. C’est un discours assez différent de celui qu’on entend usuellement. Est-ce qu’il fait moins peur que celui de la densification? Non, parce que la cohabitation n’est pas dans les mentalités. Parler avec son voisin, c’est quelque chose qu’il faut réapprendre. Ce n’est pas plus simple de parler de cohabitation que de densification, mais ça permet de mieux faire comprendre les choses. Monique Keller, architecte dipl. EPFL, Patrimoine suisse

Francesco della Casa Originaire du Tessin, Francesco Della Casa a commencé par étudier les beaux-arts. Parallèlement, pendant cinq ans, il a travaillé comme restaurateur de monuments historiques. Il étudie ensuite l’architecture à l’EPFL, obtient son diplôme d’architecte en 1993, ouvre son propre bureau en Valais et fait ses débuts journalistiques au Journal de Genève. Pendant quelques années, il travaille comme porte-parole de la Chambre genevoise immobilière et, en 1999, devient rédacteur en chef de la revue Tracés (bulletin technique de la SIA pour la Suisse romande). Après avoir été le commissaire de la manifestation Lausanne Jardins en 2004 et 2009, il occupe depuis mai 2011, à 49 ans, le poste d’architecte cantonal de Genève, resté vacant depuis 1996. Francesco Della Casa est membre de la Commission Wakker depuis 2010. ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏


Interview mit Francesco della Casa

«Wir müssen lernen, wieder miteinander zu leben»

(Marion Nitsch)

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Der Genfer Kantonsarchitekt sieht den heutigen Städtebau als Resultat unseres Drangs zur Abgrenzung. Ein Luxus, der angesichts des immer knapper werdenden Bodens nicht mehr möglich ist. Dichte Städte wie Rom, Córdoba oder Damaskus führen uns die Kunst des Miteinander-Lebens vor.

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ass der Boden immer knapper wird, ist unbestritten. Wie aber können Behörden und Bevölkerung von der Notwendigkeit einer qualitativ hochstehenden Verdichtung überzeugt werden? Diese Frage beschäftigt auch Francesco Della Casa, der im Mai 2011 den seit 1996 vakanten Posten des Genfer Kantonsarchitekten übernommen hat. Er sieht die Herausforderung darin, dass wir das Miteinander-Leben wieder lernen müssen: dass Aktivitäten, Menschen und Kulturen zusammenrücken und Bereiche angenähert werden, die wir in der Vergangenheit voneinander getrennt haben. Wenn uns dies gelingt, dann ist auch die Verdichtung gelungen. Der Drang, uns von unseren Nachbarn abzugrenzen, ist laut Della Casa ein typisches Phänomen der Nachkriegsgeneration und ein Luxus, den wir uns nur dank den Jahren des Wirtschaftswunders leisten konnten. Eine Folge dieser Denkweise waren städtebauliche Entwicklungen wie isolierte Industriezonen oder die Einrichtung von Schutzzonen rund um historische Bauten. Dabei spricht laut Della Casa, der erst Kunst studierte und einige Jahre als Restaurator tätig war, nichts gegen ein Nebeneinander von Alt und Neu. Extrem dichte historische Städte wie Rom, Córdoba oder Damaskus haben dieses Kunststück geschafft. Auch eine Durchmischung von Industrie und Wohnzonen ist durchaus möglich und kann sogar identitätsstiftend sein. Ein Mittel zur Verdichtung der Stadt, das besonders in Genf rege diskutiert wird, ist die Aufstockung. Sie ist für den Kantonsarchitekten weder ein Patentrezept noch ein Tabu und hat in Genf Tradition: Bereits vor Jahrhunderten, als die Stadt die flüchtenden Hugenotten aufnahm, verschanzte sie sich hinter ihren dicken Mauern und baute in die Höhe. Aufstockungen müssen aber von den besten Architekten geplant werden. Kaum Verdichtungspotenzial bieten hingegen Einfamilienhausquartiere, wo Della Casa für eine Aufhebung von Baubeschränkungen plädiert: So sollte in Absprache mit den Nachbarn auch der Bau eines Stöcklis für die Grosseltern möglich werden. Die Verdichtung ist auch ein Kriterium bei der Vergabe des Wakkerpreises. Dabei ist laut Della Casa, der seit 2010 Mitglied der Wakkerkommission ist, jedoch nicht so sehr die Dichte aus-

Francesco Della Casa, Genfer Kantonsarchitekt und Mitglied der Wakkerpreiskommision des Schweizer Heimatschutzes in Renens Francesco Della Casa, architecte cantonal de Genève et membre de la Commission Wakker de Patrimoine suisse à Renens

schlaggebend, sondern vielmehr, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden werden und die Identität bewahrt wird. Entscheidend ist die Kontinuität: Städte mit einer starken kulturellen Identität wie Genf, Basel oder Bern gehören in baugeschichtlicher Hinsicht zu den interessantesten Orten. Aber auch kleine Dörfer können diese Herausforderung meistern, wie Fläsch, der Wakkerpreisträger 2010, beweist. Und die Zukunft? Della Casa glaubt, dass wir vermehrt in dichten Einfamilienhaussiedlungen wohnen werden, vielleicht mit privatem Atrium oder Innenhof. Ein spannendes Projekt von Graber Pulver Architekten in Aarau (Wohnüberbauung Neuenhof Härdli), das mit verschiedenen Massstäben spielt und mittelalterliche Typologien wieder aufleben lässt, geht in diese Richtung. Und auch die Siedlung Halen von Atelier 5 hat bereits den Weg aufgezeigt. Francesco Della Casas Forderung, dass wir das Miteinander-Leben neu lernen müssen, ist unüblich und entspricht nicht unbedingt unserer Mentalität. Sie zeigt aber, worum es beim Verdichten geht: zusammen reden, Gegensätze und Ähnlichkeiten miteinander vereinbaren und Synergien finden.

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Recherche de traces

Densité, vers la complexité d’une notion La notion de densité s’est passablement complexifiée au cours des cent dernières années. D’une approche purement chiffrée et objective, elle semble devenir de plus en plus sujette à des appréciations qualitatives. Afin d’en comprendre les raisons, cet article propose de retracer son évolution à travers écrits et projets.

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(Frédéric Frank)

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Densifier un ensemble suburbain de faible densité: Sunnige Hof de Burkhalter & Sumi à Zurich-Albisrieden Eine Überbauung mit geringer Dichte wird verdichtet: Sunnige Hof von Burkhalter & Sumi in Zürich-Albisrieden

dans son projet de villes-tours, présenté dans Vers une architecture. Libérées de l’ordre urbain de la ville historique, des tours cruciformes de 220 mètres de haut accueilleraient cinq à dix fois la densité des villes de l’époque tout en minimisant leur impact au sol: «Partant de l’événement constructif capital qu’est le gratteciel américain, il suffirait de rassembler en quelques points rares cette forte densité de population et d’élever là, sur 60 étages, des constructions immenses. […] A partir du 14e étage, c’est le calme absolu, c’est l’air pur. […] Au pied des tours se déroulent des parcs; la verdure s’étend sur toute la ville.3» Tours ou barres de hauteur élevée deviennent les modèles des quartiers denses dont l’efficacité en termes d’ensoleillement et d’emprise au sol est optimisée, à l’instar des célèbres diagrammes réalisés par Walter Gropius. La description qui en est faite est chiffrée, rationnelle et objective: elle tend à expliciter un lien de cause à effet entre la densité et une morphologie qui lui serait idéalement correspondante. En Suisse, le travail du bureau zurichois Marti & Trippel, effectué dans les années 1950, s’inscrit dans la continuité de ces réflexions.4 La corrélation entre densité et morphologie y est établie au travers d’une série de maquettes visant à démontrer qu’au-delà d’un indice d’utilisation du sol de 1,0, seule la tour reste envisageable. Par contre, l’application de cette démonstration diffère de celle préconisée par Gropius. Afin de garantir une certaine diversité morphologique sur la parcelle, Marti & Trippel suggèrent de ne pas dépasser cette valeur: les modèles urbains uniques ne sont plus souhaités. Apport des sciences humaines: subjectivité des perceptions En 1974, l’Association suisse pour l’aménagement national (ASPAN) édite une brochure visant à préciser les différents enjeux prenant place autour de l’indice d’utilisation du sol5. Un argumentaire détaillé est présenté en vue de guider les services communaux dans le choix des densités à adopter lors de l’élaboration des plans de zones. Interrogeant plusieurs exemples réalisés dans le canton de Zurich et dotés d’un indice d’utilisation de 0,1

(Frédéric Frank)

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ortement interrogée par les théories hygiénistes, la question de la densité des milieux bâtis devient incontournable pour les architectes et les urbanistes dès les premières décennies du XXe siècle. La quête d’une densité optimale, principalement dans les quartiers résidentiels dont on cherche à tout prix à éviter l’insalubrité, suscite de nombreuses recherches, notamment dans plusieurs villes européennes1. Le concours du Greater Dublin, remporté par l’architecte Patrick Abercrombie en 1916, met ainsi en évidence une densité visant à «structurer de nouvelles étendues de territoire autour de Dublin comme les parties existantes au centre de la ville»2. Le Mouvement moderne accordera une attention particulière à ces questions, en cherchant à promouvoir un habitat relativement dense qui soit radicalement différent de la morphologie de l’îlot urbain. Les préoccupations hygiénistes trouvent notamment leur prolongement dans les réflexions de Le Corbusier, par exemple

Ensemble Limmatwest à Zurich: vue à travers les cours de l’ensemble Blick in den gemeinsamen Innenhof der Überbauung Limmatwest, Zürich

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à 1,1, la brochure promeut des exemples dont les indices de densité demeurent bas au profit d’une approche très largement quantitative. A la même période, de nouvelles recherches sur la densité voient le jour au niveau international. Elles enrichissent la notion de densité au moyen d’approches développées par les sciences sociales. La contribution de l’architecte et anthropologue Amos Rapoport est déterminante en ce sens. Il met en évidence différents aspects qui conduisent à une «perception différenciée» de densités chiffrées pourtant identiques. Les facteurs culturels, psychologiques et contextuels viennent enrichir considérablement la notion de densité6.

(Paru dans: Sylvain Malfroy, «Schöne Aussicht» in Werk, Bauen+Wohnen, n°12, 1991, p. 33)

Actualité du discours: expérimentation morphologique, contexte, patrimoine Les questions soulevées par le développement durable vont donner une nouvelle orientation au débat sur la densité. Afin de mettre fin à l’étalement urbain et à la migration périurbaine, des périmètres à haute densité vont être planifiés en Suisse, avec des indices d’utilisation doublant ou triplant les valeurs exprimées jusqu’alors. En parallèle, la fin d’un certain dogmatisme en matière de modèles urbains et un souhait d’expérimentation architecturale conduisent architectes et urbanistes à tester des morphologies variées: ils parviennent à démontrer que même audelà d’un indice de 1,0, d’autres morphologies que la tour sont envisageables. Les recherches des années 1970 se diffuseront progressivement au travers d’autres travaux académiques, notamment ceux du géographe Vincent Fouchier. La notion de «densité perçue» se répand progressivement. Elle souligne l’importance de concevoir l’indice d’utilisation du sol en fonction d’autres facteurs influençant la perception. D’une notion objective, la notion de densité s’enrichit de variables subjectives qui présentent de grandes qualités, mais aussi de grandes difficultés dans leur communication et dans leur transmission.

Plusieurs projets d’actualité cherchent à allier les nouvelles exigences en matière de densité à des interventions de qualité. Il peut s’agir d’implanter du logement dans une ancienne friche industrielle, comme c’est le cas dans l’ensemble Limmatwest de Kuhn, Fischer & Partner à Zurich7, ou de densifier un ensemble suburbain de faible densité, comme c’est le cas de l’ensemble Sunnige Hof de Burkhalter & Sumi à Zurich-Albisrieden8. Avec des indices d’utilisation supérieurs à ceux prescrits lors des décennies précédentes, les architectes de ces deux ensembles parviennent à démontrer que la densification d’ensembles existants peut donner lieu à des expériences variées, dans un cadre bâti de qualité, dont la densité perçue est souvent allégée par des dispositifs architecturaux spécifiques ou une arborisation abondante. De plus, en intervenant dans le bâti existant, ils travaillent dans la continuité et le respect du patrimoine, évitant ainsi les regrettables opérations de «table rase». A la Sunnige Hof, les architectes proposent de conserver pour certaines de ses qualités une partie de l’ensemble de logements des années 1940. L’augmentation de l’indice d’utilisation de la parcelle est dès lors assumée par les nouveaux édifices dont les qualités morphologiques et architecturales créent un dialogue fertile avec les bâtiments préexistants. Bruno Marchand, professeur EPFL, et Frédéric Frank, collaborateur scientifique EPFL

∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏ 1 Nicolas Bassand, Densité et logement collectif: innovations architecturales et urbaines dans la Suisse contemporaine, Thèse EPFL, n° 4276, Lausanne, 2009. 2 Ibidem. 3 Le Corbusier, Vers une architecture (1923), Flammarion, Paris, 1995, pp. 43–44. 4 Sylvain Malfroy, «Schöne Aussicht», Werk, Bauen+Wohnen, n° 12, 1991, pp. 30–35. 5 Martin Steiger, Rudolf Stüdeli, L’indice d’utilisation du sol, ASPAN, août 1974. 6 Amos Rapoport, «Toward a redefinition of density», Environment & Behaviour, vol. 7, 1975. 7 Mise en service: 1999 (1re étape); 2000 (2e étape). Indice d’occupation du sol 0,35; indice d’utilisation du sol 1,93. Voir: Nicolas Bassand, Densité et logement collectif: innovations architecturales et urbaines dans la Suisse contemporaine, op. cit., Lausanne, 2009, pp. 219–231. 8 Mise en service: 2010 (1re étape); 2011 (2e étape); 3e étape en cours. Indice d’occupation du sol: 0,2; indice d’utilisation du sol: 1,2. Voir: Frédéric Frank, La densification des espaces urbains interrogée par le logement collectif, Thèse EPFL n° 4526, Lausanne, 2009, pp. 231–246.

Maquettes d’étude de Marti & Trippel pour des indices d’utilisation de 0,5 (colonne de gauche), 0,75 (au centre), 1,0 (colonne de droite) Studienmodelle von Marti & Trippel für Ausnützungsziffern von 0,5 (linke Spalte), 0,75 (Mitte), 1,0 (rechte Spalte)

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FORUM

Spurensuche

Dichte – auf den Spuren eines komplexen Begriffs Der Begriff der Dichte hat sich in den vergangenen 100 Jahren stark verändert und ist heute viel mehr mit qualitativen Aspekten verbunden als zuvor.

nfang des 20. Jahrhunderts zwangen die aufkommenden Theorien zur Hygiene Architekten und Städtebauer dazu, sich intensiv mit der Dichte bebauter Räume zu beschäftigen. Die Suche nach der auch in gesundheitlicher Hinsicht optimalen Dichte vor allem in Wohnquartieren führte zu vielen Forschungsarbeiten in europäischen Städten. Ein Beispiel ist der Wettbewerb für die Region Greater Dublin, der 1916 von Patrick Abercrombie gewonnen wurde. Das Neue Bauen nahm Rücksicht auf diese Anliegen und förderte eine relativ dichte Siedlungsstruktur, die sich radikal von der bisherigen Blockrandbebauung unterschied. Le Corbusier führte dieses Denken weiter, so etwa in seinem Hochhausprojekt VillesTours, das er im Buch Vers une architecture vorstellte. Türme und andere hohe Bauten wurden zum Modell für dichte Quartiere mit optimierter Besonnung und minimalem Bodenverbrauch. Das zeigen etwa die berühmten Diagramme von Walter Gropius, die eine Verbindung zwischen Dichte und idealer Form herstellten. In der Schweiz beschäftigte sich in den 1950er-Jahren das Zürcher Büro Marti & Trippel mit dieser Wechselbeziehung. Dabei kam man zum Schluss, dass bei einer Ausnützungsziffer von über 1,0 nur ein Turm möglich wäre. Da aber einförmige Siedlungsmodelle nicht mehr gefragt waren, wurde empfohlen, diesen Wert nicht zu überschreiten, um eine Vielfalt der Bauformen zu ermöglichen. 1974 gab die Schweizerische Vereinigung für Landesplanung VLP eine Broschüre als Planungshilfe für die Gemeinden heraus. Ihre Empfehlung: eher ausgedehnte Bauzonen mit relativ geringer Ausnützungsziffer. Zur selben Zeit wurden internationale Forschungen zum Thema Dichte realisiert, die neu auch geisteswissenschaftliche Aspekte mit einbezogen. Richtungsweisend war hier zweifellos der Beitrag des Architekten und Anthropologen Amos Rapoport, der den Einfluss kultureller, psychologischer und kontextueller Faktoren aufzeigte, die zu einer «differenzierten Wahrnehmung» des Dichtebegriffs führen. Die aktuelle Debatte ist beeinflusst von den Zielen der nachhaltigen Entwicklung. So werden hierzulande neu sehr dichte Perimeter geplant, um die Zersiedelung zu stoppen. Architekten und Städtebauer zeigen zudem, dass auch bei einer Ausnützungsziffer von über 1,0 nicht nur Hochhäuser denkbar sind. Die Forschungen der 1970er-Jahre werden zudem immer mehr über andere akademische Arbeiten, besonders jene des Geografen

Vincent Fouchier, verbreitet. Das Konzept der «wahrgenommenen Dichte» gewinnt an Popularität, und der objektive Begriff Dichte wird durch wertvolle, wenn auch nur schwer vermittelbare subjektive Variablen ergänzt. Beispiele aktueller Projekte, die diese neuen Anforderungen mit qualitätsvollen Eingriffen verbinden, sind Limmatwest von Kuhn, Fischer & Partner auf einer ehemaligen Industriebrache in Zürich oder auch das Genossenschaftswohnungsprojekt Sunnige Hof von Burkhalter & Sumi in Zürich-Albisrieden. Sie zeigen, dass eine erhöhte Ausnützungsziffer in fruchtbarem Dialog mit den bestehenden Gebäuden zu neuen morphologischen und architektonischen Qualitäten führen kann.

(erschienen in : V. Fouchier, Les densités urbaines et le développement durable, Editions du SVGN, Paris, 1998, p. 50)

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Vincent Fouchier: Einf luss der Umgebung auf die Wahrnehmung der Dichte Vincent Fouchier: inf luence du contexte sur la densité perçue

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(Rafael Garcia, Masterlehrgang Architektur, FHNW)

FORUM

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Projekt einer Wohnbebauung in einem zerhäuselten Umfeld in Aesch BL Projet d’ immeubles de logement dans un territoire mitʝ à Aesch (BL)

Blick in den Kanton Basel-Landschaft

(Stefano di Silvestro, Masterlehrgang Architektur, FHNW)

Konzepte fĂźr die Verdichtung AusgelĂśst durch die 2007 eingereichte Landschaftsinitiative ist Siedlungsentwicklung nach innen das Gebot der Stunde. Gleichzeitig mehren sich aber auch die Stimmen gegen eine Verdichtung um jeden Preis, dies obwohl genĂźgend innere Nutzungsreserven vorhanden sind. Ein Einblick in Ideen und Konzepte des Amts fĂźr Raumplanung Basel-Landschaft fĂźr eine Verdichtung der Siedlungsgebiete.

D

ie Raumentwicklung der Schweiz erfolgt nicht nachhaltig. Als Hauptgrund dafßr ortet das Bundesamt fßr Raumentwicklung (ARE) die ungelenkte Siedlungsentwicklung mit ihren räumlichen, verkehrlichen und finanziellen Auswirkungen. Im Entwurf des Raumkonzepts Schweiz 2011, welches als Antwort auf den Raumentwicklungsbericht zu begreifen ist, wird konstatiert, dass die Qualität der Siedlungen und der Landschaft gefährdet sei. In den urbanen Räumen mßssen die Anstrengungen verstärkt werden, um die Qualität der Umwelt, die landschaftliche und städtebauliche Attraktivität und Vielfalt zu erhalten und zu verbessern. Ohne Gegenmassnahmen breiten sich die Siedlungen weiter in die offene Landschaft aus. Genau da setzt die vom Schweizer Heimatschutz mitinitiierte, 2007 eingereichte Landschaftsinitiative an. Mit ihr streben die Initianten ßber den Weg einer Änderung der Bundesverfassung eine Konkretisierung der Ziele und Aufgaben der Raumplanung in Richtung einer Siedlungsbegrenzung beziehungsweise

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Vision Urban_Network Der Grundgedanke unsere Vision liegt darin, dass man an der unteren Niederterrasse des Birstal, ein Stadtpark fĂźr die Gemeinden macht als Gemeinsame stiftende Identität. Ein Stadtpark fĂźr verschiedene Ă–ffentlichen-NĂźtzungen der von den Gemeinen gut Erschlossen sind. So wird die Hanng-Kante zu einer attraktive Lage mit einer neuen Ausrichtung zum Park. Bauort Der Bauort ist in Arlesheim bei der Haltestelle Stollenrain. Die Erste Haltestelle nach Dornach Richtung Basel. So ist hier die Eingangssituation zur Gemeinde. Es ist schon heute ein Wichtiger Knotenpunkt weil hier die Haupttrasse, Ă–ffentliche Verkehrsmittel, die Historische Strasse und der Zug verkehrt. An dieser Situation stehen heute Einfamilienhäuser, so wirk die Lage Anonym. Städtebau Der Bauplatz ist zwischen der Birseckstrasse und dem Fussgängerweg an der Hangkante. Der Fussgängerweg entlang der Hang-Kante hat eine Wichtige Verbindungsfunktion zur Erschliessung des Parks, so wird dieser weg in Zukunft immer belebt sein. Eine Dichte Baumreihe ist heute der räumliche Abschluss der oberen Terrasse. Volumen Zwischen dieser Zeile habe ich drei WohnbĂścke die die gleiche Architektonische Formensprache und Ausdruck haben aber eine andere Grundgeometrie. Diese drei WohnblĂścke verstehen sich als Geschwister mit einem Anfangs und AbschlussSituation. Die WohnblĂścke gehen entlang der HĂśhenlinie und variieren in der Tiefe zur Hangkante sowie ach in der HĂśhe zu Bestehenden Aussichten und neuen ausrichtungen. Die Gebäudetiefe ist tendenziell schmal da der Verbindungswerg fĂźhrt. Gebäudekonzept Der konzeptionelle Grundgedanke des Gebäude ist diese starke Ausrichtung und somit Schichtung, die ich in der Wohn Typolologie und in der Struktur Aufgenommen habe. Je nach Gebäudetife und Ausrichtung entsteht eine Horizontale oder einer Vertikale Struktur im Gebäude. Das sich wieder in der Fassade Abzeichnet mit der Befensterungsart. Die Typologie richtet sich nach der Tiefe und der Ausrichtung der Geschosse. Grundriss Das Gebäude hat im Erdgeschoss, dass eine HĂśhe von 3.50 Meter und Wohnatelier - Nutzungen die auch zum Park eine Aussenarbeitsbereich haben. Die Haupterschliessung erfolgt durch die Hauptstrasse zum Treppenhaus. Vom Park gibt es auch eine sekundäre Verbindung zum Treppenhaus. Die Dichte Baumreihe Entlang der Kante verhindert den Ausblick zum Birspark. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Wohnungen mit Ăœberhohenraum mit der gleichen Typologie der Schichten. In den oberen Geschosse sind es Geschosswohnungen mit der gleichen horizontale Struktur. Das Wohnen in Zimmer, Service, Wohn und Balkon Schicht. Die Wohnungen Haben Lange Wohn und Balkonschichten da man zum neuen Park Wohnt. Im 7. Obergeschoss wo es eine neue Ausrichtung gibt der Hang. In diesem Geschoss gibt es ein Durchwohnen mit einer Vertikalen Struktur. Beim Tieferen Bereich des Gebäudes ist die Typologie des Durchwohnens mit einer vertikalen Struktur. Fassade / Konstruktion Die Fassade ist mit dem gleichen konzeptionelle Grundgedanke wie die Grundrisse und Struktur Entstanden. Um diese Typologien in ein Gebäude zu Fasse hat es Gurtsimse aus Beton, die Das Gebäude Fassen. Der Sonnenschutz Element die auch als Verkleidung dient geht um das Gebäude. Um diese Typologien zu erkennen Habe ich die Befensterung zur Strassenseite Horizontal oder Vertikal nach Zimmer Proportion Ausgerichtet. Im Prinzip haben die Wohnungen in Schichten liegende Fenster und die Durchwohnen stehende Fenster. Die Horizontalen Holzverkleidung verbindet diese zwei Fenstertypen.

Dachaufsicht 1:500

urban_network Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Architektur, Studiengang Master Prof. Dominique SalathĂŠ, Doz. Anne Marie Wagner, Danko Linder, Adrian Kast FrĂźhjahrssemester Landschaft 2011

Projekt fĂźr drei Wohnbauten auf einem schmalen GrundstĂźck zwischen Bahngleis und Strasse Projet pour trois immeubles de logement sur une bande ĂŠtroite de terrain entre la voie ferrĂŠe et la route

Stefano Di Silvestro


FORUM

(Karin Minder, Masterlehrgang Architektur, FHNW)

Projekt für eine Eventhalle in einer von Industriebauten geprägten Umgebung

SYNAPSIS

Projet pour une halle de congrès et d’exposition dans un secteur plutôt industriel

| KARINE MINDER

FACHHOCHSCHULE NORDWESTSCHWEIZ | INSTITUT ARCHITEKTUR | STUDIENGANG MASTER PROF. DOMINIQUE SALATHÉ | DOZ. ANNE MARIE WAGNER | DANKO LINDER | ADRIAN KAST FRÜHJAHRSSEMESTER | LANDSCHAFT 2011

einer Siedlungsentwicklung nach innen an. Dazu soll neu auch der Bund Raumplanungskompetenz erhalten und – dies ist wohl am einschneidendsten – der Umfang der Bauzonen darf für eine Übergangszeit von 20 Jahren per saldo nicht mehr wachsen. Als Antwort auf die Landschaftsinitiative hat das ARE einen indirekten Gegenvorschlag formuliert, mit dem die Kantone verstärkt in die Pflicht genommen werden sollen, mit dem Boden haushälterisch umzugehen. Zurzeit wird der Gegenvorschlag in den zuständigen Kommissionen des National- und Ständerats intensiv und kontrovers diskutiert. Da es vor diesem Hintergrund voraussichtlich immer schwieriger werden wird, Einzonungen vorzunehmen – aber auch angesichts der Tatsache, dass in der Agglomeration Basel immer häufiger Einzonungen durch den Souverän selbst abgelehnt

«Die bereits bebauten Bauzonen sind im Durchschnitt zu weniger als zwei Dritteln genutzt» werden und viele stadtnahe Gemeinden gemäss ihren kommunalen Leitbildern nicht mehr wachsen wollen – setzt sich das Amt für Raumplanung seit geraumer Zeit intensiv mit den Themen Innenentwicklung und Verdichtung auseinander. Einerseits wurde eine Masterarbeit im Fachbereich Geografie an der Universität Basel auf die Entwicklung einer Methode zur Abschätzung der Nutzungsreserven angesetzt, die auch das weitgehend überbaute Gebiet zum Inhalt hat (Nachhaltiges Siedlungsflächenmanagement – Entwicklung einer Methode zur

Abschätzung der Nutzungsreserven im weitgehend überbauten Gebiet des Kantons Basel-Landschaft, Karin Widler, 2010). Andererseits wurde vom Amt für Raumplanung zusammen mit dem Tief bauamt Basel-Landschaft auf der Basis des Zukunftsbilds des Agglomerationsprogramms Basel beim Büro Nissen & Wentzlaff Architekten die Verdichtungsstudie Baselland – Potenziale und Visionen in Auftrag gegeben. Die Studie soll ermitteln, welche Siedlungsgebiete für eine weitere Verdichtung unter Berücksichtigung von städtebaulichen und infrastrukturellen Kriterien geeignet sind und welchen quantitativen Beitrag die Verdichtung der Siedlungsflächen zur Schaffung des nötigen Wohnraums überhaupt zu leisten vermag. Damit soll den Gemeinden eine Planungsgrundlage zur Verfügung gestellt werden, welche Impulse für die Siedlungsentwicklung nach innen liefert. Erstaunliche Erkenntnisse zu den vorhandenen Nutzungsreserven Die quantitativen Ergebnisse für den Kanton Basel-Landschaft, die sich aus der Masterarbeit ergeben, sind erstaunlich. Theoretisch könnten die Bruttogeschossflächen in den Bauzonen nahezu verdoppelt werden, ohne das Mass der Nutzung zu erhöhen. Auch die bereits bebauten Bauzonen sind im Durchschnitt zu weniger als zwei Dritteln genutzt. Es bestehen starke Unterschiede zwischen den Agglomerationsgemeinden und den ländlichen Gemeinden, wobei der Ausbaugrad im ersten Agglomerationsgürtel in der Regel zwischen 60 und 70 Prozent beträgt, in den ländlichen Gemeinden aber unter 50 Prozent, teilweise sogar unter 30 Prozent fällt. Vergleicht man diese Zahlen mit denen des Kantons Aargau oder Zürich, sind die Ergebnisse durchaus plausibel und sogar repräsentativ für schweizerische Verhältnisse. Dieser Befund wirft jedoch die Frage nach den räumlichen Qualitäten in den Siedlungen auf. Wie sähen die Siedlungen aus, wenn die in den Zonenvorschriften festgelegten Nutzungen zu 80, 90 oder gar 100 Prozent ausgeschöpft wären? Die Frage stellt sich sowohl für die ländlichen Gemeinden als auch für Agglomerationsgemeinden, weil der Impuls für eine Siedlungserneuerung in der Regel eine weitere Erhöhung der Nutzung voraussetzt. Dieser Prozess erfolgt häufig nicht auf der Basis von Siedlungskonzepten, sondern nach dem Opportunitätsprinzip: Der Ort für die Siedlungserneuerung ist abhängig von der Eigentümerschaft, vom Investor und betrifft häufig nur eine oder ganz wenige Parzellen. Mit dem Baselbieter Instrument der Sondernutzungsplanung (Quartierpläne), das erlaubt, Art und Mass der Nutzung völlig unabhängig von der übergeordneten Rahmennutzungsplanung jederzeit und überall neu festzulegen, ist die Abstimmung von Siedlung und Verkehr praktisch nicht mehr gewährleistet. Dies vor allem dann, wenn das neue Nutzungsmass deutlich über dem alten liegt. Auch die siedlungstypologische Einbettung des neuen Baukörpers in die bestehende Siedlung oder die Sicherung und Schaffung von öffentlichen Aussenräumen ist zumindest in Frage gestellt, da jeder Quartierplan häufig ohne Bezug zur Gesamtsiedlung erarbeitet und beurteilt wird. Halböffentliche und insbesondere öffentliche Aussenräume für angrenzende Wohngebiete oder gar einen ganzen Ortsteil werden zum Beispiel selten bis gar nie in einem auf privater Basis initiierten Quartierplan festgelegt.

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FORUM

1846

1909

1932

Analyse historique du développement de la vallée de la Birse Historische Analyse zum Wachstum der «Birsstadt»

Soll Verdichtung und Siedlungserneuerung mehr gelenkt werden, bedarf es übergeordneter Überlegungen der Gemeinden oder Überlegungen über die Gemeindegrenzen hinaus. Die Gemeinden sind gefordert, sich zu überlegen, wo Verdichtungen stattfinden sollen – in Abstimmung mit ihren Nachbargemeinden. Zusammen sind Vorstellungen über maximale Gebäudevolumina und -höhen und über Aussenräume, die freizuhalten sind, zu entwickeln. Gleichzeitig ist auf dieser konzeptuellen Ebene nachzuweisen, dass die Mobilität trotz hoher Mehrnutzung funktionieren kann. Wenn dann in diesen Gebieten Grundeigentümer oder Investoren bereit sind, tatsächlich aktiv zu werden, müssten solche Leitlinien der Planung bereits in den Grundzügen stehen – und zwar verbindlich. Erst dann besteht nämlich die Voraussetzung, die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Siedlungserneuerung zielgerichtet so zu lenken, wie es in quantitativer und qualitativer Hinsicht zweckmässig ist. Dies ist sehr anspruchsvoll – planerisch wie kommunikativ – und benötigt entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen. Studie mit Teilstrategien zur Verdichtung Vor diesem Hintergrund weist die Verdichtungsstudie von Nissen & Wentzlaff wertvolle Ansätze auf. Auf der Grundlage der bestehenden Qualitäten und Charakteristiken des Siedlungsmusters werden Teilstrategien zur Verdichtung formuliert. Die Verdichtung soll nicht ubiquitär und flächig, sondern stets an geeigneten Standorten gezielt vorgenommen werden, was zu einer Akzentuierung und Rhythmisierung des Siedlungskörpers führen soll. Dadurch können bestehende Raumidentitäten verstärkt oder neue Identitäten geschaffen werden. Ein spezielles Augenmerk wird auch den Übergängen vom Siedlungs- zum Landschaftsraum geschenkt. Aufbauend auf den vorhandenen räumlichen Eigenschaften werden in Bezug auf die Verdichtung drei Kategorien unterschieden:

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• Ausschlussgebiete: Areale, die in ihrer bestehenden Struktur erhalten bleiben sollen. Gegebenenfalls ist das Nutzungsmass auf die bestehende Nutzung zurückzunehmen. • Möglichkeitsgebiete: Areale, in denen die bauliche Realisierung der bestehenden Nutzungsreserven im Vordergrund steht. Geringfügige Verdichtungen sollen projektbezogen im Rahmen von Sondernutzungsplanungen möglich sein. • Handlungsgebiete: Areale, in denen ein proaktives, initiatives planerischer Handeln mit dem Ziel einer erheblichen baulichen Verdichtung grundsätzlich wünschenswert ist. Um das Verdichtungspotenzial in den Handlungsgebieten beurteilen zu können, haben Nissen & Wentzlaff einen modularen Katalog von typischen Bebauungsmustern und Siedlungstypologien entwickelt, welche den verschiedenen Handlungsgebieten zugeordnet werden können. Damit tatsächlich eine signifikante Mehrnutzung gegenüber der bestehenden Bauzone entsteht, weisen alle diese «Siedlungsbausteine» mit durchschnittlich 1.5 bis 2.0 eine relativ hohe Ausnutzungsziffer auf. Martin Huber, Stv. Amtsleiter, Amt für Raumplanung Basel-Landschaft

→ Die Masterarbeit von Karin Widler und die Verdichtungsstudie Baselland können unter www.raumplanung.bl.ch eingesehen werden.

Für einzelne der aus der Verdichtungsstudie Baselland hervorgegangenen Handlungsgebiete erarbeiteten Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz im Rahmen des Masterlehrgangs Architektur unter den Dozenten Prof. Dominique Salathé und Anne Marie Wagner im Frühjahr 2011 konkrete Projekte (Abbildungen). Diese zeigen, wie an ausgesuchten Orten in der «Birsstadt» architektonische Qualität geschaffen werden kann. ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏


FORUM

(Anna Bertrand, Elise Moreau, Julien Rey, Masterlehrgang Architektur, FHNW)

2004

canton de Bâle-Campagne

Projets de densification du milieu urbanisé Depuis le dépôt de l’Initiative pour le paysage en 2007, l’heure est au développement de l’urbanisation à l’intérieur du milieu bâti. Parallèlement, des voix de plus en plus nombreuses s’élèvent contre la densification à tout prix même si les réserves à bâtir en milieu urbain sont suffisantes. Aperçu des idées et projets de densification portés par l’Office de l’aménagement du territoire de Bâle-Campagne.

L

e développement territorial de la Suisse n’est pas durable. En cause: le développement non maîtrisé de l’urbanisation qui perpétue le mitage du territoire et l’augmentation des coûts de l’urbanisation, de plus en plus difficiles à assumer pour les collectivités publiques. L’Initiative pour le paysage déposée en 2007 veut contrer cette évolution en luttant contre la dispersion des constructions et l’étalement urbain. L’initiative propose une modification de la Constitution fédérale prévoyant notamment – et c’est la mesure la plus incisive – d’interdire l’extension de la surface totale des zones constructibles durant 20 ans. Le Conseil fédéral lui oppose à titre de contre-projet indirect une révision partielle de la Loi fédérale sur l’aménagement du territoire mettant l’accent sur une utilisation parcimonieuse du sol

et la maîtrise de l’urbanisation par les cantons qui disposent, pour ce faire, de l’instrument stratégique du plan directeur cantonal. Dans l’agglomération bâloise, la population refuse de plus en plus souvent les nouveaux classements en zone constructible, et les communes souhaitent stopper l’extension de leurs territoires urbanisés. L’Office cantonal de l’aménagement du territoire étudie par conséquent des possibilités de densification du tissu urbanisé. Il s’appuie sur diverses recherches, notamment sur les résultats du travail de master en géographie de Karin Widler, de l’Université de Bâle (2010), qui a développé une méthode d’estimation des réserves d’utilisation dans le milieu déjà largement bâti du canton de Bâle-Campagne. Les résultats quantitatifs montrent que l’on pourrait théoriquement (presque) doubler la surface brute de plancher actuellement en zone à bâtir sans relever l’indice d’utilisation. Dans les communes de la première couronne d’agglomération, 60 à 70% des territoires en zone à bâtir sont construits tandis que ce pourcentage descend en dessous de 50%, parfois même 30%, dans les communes rurales. Reste à étudier l’aspect qualitatif des processus de densification, une dimension importante dans les communes rurales comme dans celles de l’agglomération urbaine. Les densifications sont souvent initiées, non pas sur la base de projets d’urbanisation, mais selon les opportunités qui se présentent, sur une parcelle ou deux, selon le volontarisme des propriétaires et d’un investisseur. Dans le canton, les plans de quartier ne permettent pas forcément d’assurer une bonne coordination de l’urbanisation et des transports car ils ne font pas référence à une vision d’ensemble. Pour mieux piloter et maîtriser l’urbanisation, il est nécessaire de favoriser une vison d’ensemble à l’échelle régionale des potentiels à bâtir. Il est par ailleurs indispensable de prévoir une coordination avec les transports. Les propriétaires et les investisseurs doivent pouvoir se référer à des directives contraignantes. Pour préparer le projet d’agglomération de Bâle, l’office cantonal a commandé au bureau d’architectes Nissen & Wentzlaff une étude sur les potentiels de densification de Bâle-Campagne. L’étude identifie les territoires qui se prêtent à une densification et présente des pistes de stratégies en mettant l’accent sur le fait qu’il n’y a pas de recette universelle et qu’il faut toujours analyser chaque situation spécifique pour créer un milieu bâti de qualité. Ce faisant, les territoires de transition ville–campagne méritent une attention particulière. L’étude distingue trois catégories de territoire: ceux où toute densification est exclue, les territoires de densification potentielle et les territoires de densification. Cette dernière catégorie est illustrée par un catalogue d’exemples types. Au printemps 2011, des étudiants en architecture de la HES du Nord-Ouest en ont sélectionné quelquesuns et ont présenté des projets concrets de densification dans la vallée de la Birse.

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RUNDSCHAU/TOUR D’HORIZON

Stadt Luzern

Schweizer Denkmalpreis

Neue Tourismuszone

Preisgekrönte Wohnung

Die Hotels Schweizerhof, Palace, National, Europe, Montana, Hermitage, Seeburg und Gütsch sind für das Image und das Ortsbild von Luzern prägend und für den Tourismus wichtig. Um deren Erhalt zu sichern, werden sie im Rahmen der Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) in die neu eingeführte Tourismuszone umgezont. Dies teilte die Stadt Luzern im Dezember mit, nachdem Stadt und Hoteliers zur Lösungsfindung eine Taskforce eingesetzt hatten.

Die Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger vergab 2011 drei Denkmalpreise. Einer davon ging nach Bern: Die Jury würdigte die Eigentümerschaft der Wohnung am Jägerweg 3 in der Stadt Bern «für ihr kulturelles Engagement, das es ermöglicht hat, die wertvolle und eigenwillige Raumausstattung aus dem Jahr 1904 konsequent in den bauzeitlichen Zustand zurückzuführen». Die 5-Zimmer-Wohnung in einem Dreifamilienhaus im Breitenrainquartier wird heute zu einem Mietzins angeboten, der sich eher unter dem Preis vergleichbarer Objekte bewegt. Dies ist möglich, weil der Renovation eine genaue Abwägung vorausgegangen ist. Auf modische Einbauten oder Anpassungen wurde konsequent verzichtet. Der Architekt André Born, der sich in Bern einen Namen mit der Sanierung historischer Bauten gemacht hat, liess sich bei der Renovation ganz vom originalen Bestand leiten. Die Auszeichnung gilt, so die Jury, einem guten und nachahmenswerten Beispiel für einen nachhaltigen Umgang mit der Baukultur des Alltags.

→  www.stadtluzern.ch

Jubiläum 100 Jahre Jungfraubahn

→  Bildauswahl unter www.andre-born.ch

Im Jahr 1912 wurde die Jungfraubahn eröffnet, ein Pionierwerk unter den Bergbahnen. Die Zahnradbahn befördert Gäste von der Kleinen Scheidegg auf das Jungfraujoch, das sich auf 3454 Meter über Meer befindet. Die Reise führt zum höchstgelegenen Bahnhof Europas. Von der neun Kilometer langen Strecke liegen sieben Kilometer im Tunnel. Bei den Zwischenstationen Eigerwand und Eismeer können die Reisenden durch Aussichtsfenster in die faszinierende Bergwelt hinausblicken. Der Baubeginn der Jungfraubahn war am 27. Juli 1896. 16 Jahre später wurde die Strecke fertiggestellt. Bemerkenswert ist, dass der Streckenabschnitt Eismeer–Jungfraujoch sowohl im Adhäsionsbetrieb als auch im letzten Abschnitt kurz vor dem Jungfraujoch mit Zahnradbetrieb befahren wurde. Daher mussten spezielle Reibungsund Zahnradlokomotiven beschafft werden. Erst 1951 stellte man die ganze Strecke auf durchgehenden Zahnradbetrieb um, dies erleichterte die Betriebsführung.

NEUER SIA-PRÄSIDENT Cadosch folgt auf Kündig Stefan Cadosch ist neuer Präsident des schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA. So haben die Delegierten des SIA anlässlich ihrer Versammlung am 11. November 2011 entschieden. Stefan Cadosch tritt die Nachfolge von Daniel Kündig an, der nach zehn Jahren leidenschaftlichen und prägenden Engagements zurückgetreten ist. Der neue Präsident ist diplomierter Architekt ETH/SIA und Betriebswirtschafter HTA Chur. Er spricht alle vier Schweizer Landessprachen. Zusammen mit seinem Partner Jürg Zimmermann leitet er seit 1999 das Architekturbüro Cadosch & Zimmermann.

→  www.sia.ch

aménagements piétons

Flâneur d’Or 2011

Le «Flâneur d’Or 2011 – prix des aménagements piétons» a récompensé, pour la septième fois déjà, des projets accordant une place importante à la mobilité piétonne. Le prix principal revient cette année à la Commune de Naters (VS) qui a aménagé un axe piétons-vélos sur le tracé désaffecté de l’ancienne ligne Furka-Oberalp traversant le village tel un fil rouge. Ce nouvel axe, dont le concept d’aménagement exploite les références à l’ancienne fonction du tracé, offre des liaisons pratiques pour des déplacements quotidiens, mais aussi un espace de délassement au cœur de la commune. Le bâtiment de la gare, soigneusement rénové, qui abrite désormais un bistrot, et la place aménagée autour du bâtiment invitent à la rencontre et à la détente, pour petits et grands. Ce type de réalisation est particulièrement remarquable de la part d’une petite commune, qui a osé un projet audacieux et s’est donné les moyens financiers pour le réaliser. Le jury composé de neuf personnes – au sein duquel Patrimoine suisse est représenté par Monique Keller – a distingué dix autres projets, parmi lesquels, le réaménagement de la Schlossbergplatz de Baden (AG), les aménagements du tram Bern West, la zone de rencontre «Square des Places» à Fribourg, le projet «Wege als Ziel» (Le chemin comme but) à Mollis (GL) et le Parc des Chaumettes à Genève. →  www.mobilitepietonne.ch

→  www.jungfraubahn.ch ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

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RUNDSCHAU/ TOUR D’HORIZON

Office fédéral de la culture

Améliorer la qualité de vie

Projet EolJoux

Changements

Dix projets urbains

Après de longues discussions, le WWF et les partenaires du projet EolJoux sont parvenus à un accord qui permettra à la vallée de Joux de déployer une politique énergétique durable, combinant un approvisionnement électrique produit par sept éoliennes et la mise en œuvre d’un programme d’économies d’énergie. L’ONG ne s’opposera donc pas au projet EolJoux, et les promoteurs investiront immédiatement dans des mesures concrètes d’efficacité énergétique. Le WWF ne s’opposera donc ni au plan partiel d’affectation ni au permis de construire du parc éolien EolJoux. Il n’interviendra pas non plus par des voies juridiques contre la modification du périmètre du site IFP de la vallée de Joux, mais il reste toutefois libre de prendre position sur ce point dans le cadre d’une éventuelle consultation fédérale. De leur côté, les partenaires s’engagent à mettre en place un concept énergétique communal pour Le Chenit (commune territoriale du parc éolien) dans un délai de trois ans dès l’obtention du permis de construire. Ils débuteront sans délai l’étude et la réalisation du projet d’économies d’énergie dans le Centre sportif de la vallée de Joux. Un investissement de quelque 350 000 francs est prévu pour des économies d’énergie estimées à 1 million de kWh.

Après 20 ans à la tête de la section, le responsable de la section Patrimoine culturel et monuments historiques, Johann Mürner, prendra une retraite partielle à partir du 1er juin 2012. Johann Mürner restera au sein de l’Office fédéral de la culture en tant que senior advisor, assumant des tâches de conseil à la direction de l’Office fédéral de la culture. La direction de l’OFC a désigné Oliver Martin pour lui succéder. Actuel responsable suppléant de la section Patrimoine culturel et monuments historiques, il a repris cette responsabilité au 1er janvier 2012, par intérim dans un premier temps, puis à titre définitif à partir du 1er juin 2012. Nina Mekacher est nommée responsable suppléante de la section et responsable du service Base et finances.

Renforcer la cohésion sociale et améliorer la qualité de vie: dix communes s’appliquent à réaliser ces objectifs dans des zones d’habitation déterminées. Elles ont été sélectionnées après avoir répondu à l’appel à projets de la Confédération et bénéficieront durant les quatre prochaines années d’un soutien technique et financier. Onze communes ont participé à l’actuelle première phase-pilote, durant de 2008 à 2011; pour la seconde phase-pilote, de 2012 à 2015, dix communes seront soutenues par la Confédération et le canton concerné: Aarburg (AG), Olten (SO), Pratteln (BL), Regensdorf (ZH), Rorschach (SG), Schlieren (ZH), Spreitenbach (AG), Vernier (GE), Versoix (GE) et Vevey (VD).

→  www.bak.admin.ch

→  www.projetsurbains.ch

(Mihai Petre)

WWF

→  www.wwf.ch

Projet de transformation

Grand Hôtel de Locarno Le Grand Hôtel de Locarno est fermé depuis près de cinq ans. La Société HRS Real Estate AG Frauenfeld a déposé en tant que promotrice du projet et société d’entreprise générale une demande d’autorisation de transformation et d’agrandissement auprès de la Commune de Muralto, commune d’implantation du projet conçu par l’architecte Ivano Gianola. Selon une information parue dans la HTR Hotel Revue, la Commune de Muralto s’attend à des oppositions au projet de construction de 18 appartements de luxe sur six étages. La grande question qui demeure est celle de trouver des investisseurs à même d’assurer le financement du projet et de l’exploitation de l’hôtel.

Europa Nostra

Concours européen de photos Les résultats du concours de photos «Wiki Loves Monuments» ont été proclamés lors du Colloque DISH (digital strategies for heritage) en décembre à Rotterdam. La photographie gagnante vient de Roumanie. Elle représente le monastère abandonné de Chiajna à la périphérie de Bucarest (photographe: Mihai Petre). Les monuments européens en péril ont constitué l’une des thématiques principales de la sélection des lauréats par un jury européen spécialisé.

→ Toutes les photos des lauréats – dont plusieurs proviennent de Suisse – sont visibles sur: www.wikilovesmonuments.eu ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

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FRISCH GESTRICHEN/PEINTURE FRAÎCHE

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Klangschmiede in Alt St. Johann (SG)

Klang in der Mühle Seit einem halben Jahr ist das Haus «zur Mühle» frisch renoviert und steht Leuten offen, die in eine Klangwelt eintauchen wollen – ein Besuch der Klangschmiede in Alt St. Johann.

Z

ur Begrüssung sagt Nadja Räss: «Ich möchte das Haus beleben.» Die Jodlerin und Gesangslehrerin ist frisch gewählte Intendantin der «Klangwelt Toggenburg». Was vor zehn Jahren mit bescheidenen Klangkursen begonnen hat, ist heute nicht nur ein erfolgreiches Regionalprojekt, sondern auch eine Vermarktungsund Geldbeschaffungsmaschine. Räss bezeichnet die Klangwelt lieber als «Kulturprojekt mit wirtschaftlichem Hintergrund». Es zieht jährlich 40 000 Wanderer an und trägt zu einer Wertschöpfung von 3,5 Millionen Franken bei. Kurse, Klangweg und Naturstimmen-Festival sind die Standbeine. Seit Juli ist die Klangschmiede hinzugekommen – nicht zu verwechseln mit dem Klanghaus, einem geplanten Neubau am Schwendisee der Architekten Marcel Meili und Markus Peter. Im Vergleich zum Wintersport ist auch im Toggenburg die Welt aus Naturjodel,

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Obertongesang und Sennenschellen nur eine Nische. Geschaffen hat sie der Musiker und Komponist Peter Roth, dem es immer auch ein Anliegen war, den Austausch mit verschiedenen Kulturen zu fördern. Roth hat den Stab Räss übergeben, bringt aber seinen Ideensprudel als Stiftungsrat weiter ein. Mühle, Sägerei, Werkstatt, Bäckerei 400 000 Franken hat die Stiftung und der Förderverein für den Kauf des neuen Herzstücks gesammelt. 1,5  Millionen Franken kostete der Umbau der einstigen Mühle in eine Klangschmiede und nochmals 550 000 Franken die Einrichtung. Das Projekt stammt vom erfahrenen Herisauer Architekten Paul Knill, die Bauleitung besorgte der lokale Architekt Bernhard Güttinger. Nach 16-monatiger Umbauzeit sind die Hinter- und Seitenfassade neu geschindelt. Eine Betonrampe

macht das erste Obergeschoss auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Gleich im Erdgeschoss liegt der Hauptraum, die Schmiede. Ein neues Wasserrad aus Metall treibt alte Maschinen an wie zum Beispiel den Schmiedhammer und produziert über einen Generator gleichzeitig Strom. An der Doppelesse können zwei Schmiede gleichzeitig arbeiten. Noch wird nur unregelmässig geschmiedet, doch die neue Leiterin Räss will hier einen neuen Schwerpunkt setzen. Senntumsschellen herzustellen wäre die Königsdisziplin, doch soweit ist man noch nicht in Alt St. Johann. Kurse finden statt, und bei der allwöchigen Hausführung bieten Schmiede eine kleine Schau. Mit eingeladenen Handwerkern aus aller Herren Länder soll das verlorene Wissen und Können wieder ins Toggenburg geholt werden. 1787 wird das stattliche Haus gebaut. «Schon der Neubau muss mächtig Eindruck gemacht haben», schreibt der Historiker Jost Kirchgraber, der 2011 in der kleinen Broschüre «Von der Klostermühle zur Klangschmiede» der Geschichte nachgegangen ist. «Eine Fassade, fünfstöckig, hoch und mit fast vierzig Fenstern darin, angeordnet in Reihen», beschreibt er treffend den ersten Eindruck des spätbarocken Baus. Die Mühle sei zweifellos von Anfang an mit dem nahen Kloster verknüpft gewesen. Sie wechselt in privaten


FRISCH GESTRICHEN/PEINTURE FRAÎCHE

(René Güttinger)

La forge sonore

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Besitz mit dem «Strudel der Auflösung», den Napoleon in der Kirche auslöst. Man richtet eine Säge ein, später eine Werkstatt, in der die Familie Tobler ab 1927 Holzschaufeln herstellt. Am Ende betreibt sie sogar noch eine Bäckerei. Tapeten aus dem Musterbuch Doch wer glaubt, die Initianten der Klangschmiede hätten sich mit einer Schmiede zufriedengegeben, irrt. Im ersten Obergeschoss führt Räss durch einen Kursraum, einen Experimentierraum, eine Holzwerkstatt und ihren liebsten aber leider nur für Kurse zugänglichen Raum, die Klangstube. Es fallen die neuen orangen Linoleumböden auf und die sichtbar montierten Gipskartonplatten, die der Architekt nur grau bemalen liess. Der Umbau ist didaktisch und sorgfältig gemacht: Neues ist sofort erkennbar, Altes ist geflickt. So sind denn auch noch die meisten alten Fenster nicht durch neue ersetzt. Im zweiten Obergeschoss wechselt halbjährlich eine Ausstellung. Noch bis am 28. Mai 2012 ist «Die Zither, altes Instrument – neu entdeckt» zu sehen. Eine prächtige Hausorgel von 1812 steht immer da. Im Tapetenzimmer kann der Besucher mit kleinen Installationen den Klangschwingungen auf die Schliche kommen. Die Wände sind mit vielen kleinen Tapetenstücken geschmückt. Man nimmt an, sie stammen

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Schmiede stellen Schellen, Klangschalen und Gongs her. Des forgerons fabriquent des toupins, des percussions et des gongs. Im Tapetenzimmer wird der Klang sichtbar gemacht. Dans la salle des tapisseries, les sons peuvent être visualisés. Die Klangschmiede war früher eine Mühle. Autrefois, la forge sonore était un moulin.

aus einem Musterbuch. Die Ueli-Ammann-Stube ist einem wunderlichen und genialen Toggenburger Instrumentenbauer gewidmet, der von 1766 bis 1842 lebte und zum Beispiel eine Klarinette als Spazierstock baute. Unter dem Dachboden hat die Klangwelt ihre Büros und daneben zwei Gästezimmer für Kursleiter und Handwerker. Doch nach einem halben Jahr seit der Eröffnung ist ein Gästezimmer bereits zu einem Büro umgenutzt. Ivo Bösch, Architekt und Redaktor Hochparterre

Nouvelle intendante du «Monde sonore» du Toggenburg, berceau du jodel, du chant harmonique et des toupins, la jodleuse Nadja Räss anime un haut lieu culturel auquel est venue s’ajouter depuis le mois de juillet dernier la forge sonore. Installée dans l’ancien moulin d’Alt St Johann, la forge sonore propose des cours de chant et de percussion et un festival de chant a cappella. Le musicien et compositeur Peter Roth qui est l’un des artisans de sa renaissance vient de passer le témoin à Nadja Räss. La forge sonore est une imposante bâtisse néobaroque de cinq étages et quarante fenêtres environ. C’était autrefois un moulin rattaché à un couvent. Sa construction remonte à 1787. La fondation qui en est devenue propriétaire en a fait l’acquisition pour 400 000 francs. Sa transformation a coûté 1,5 million de francs et son aménagement intérieur 550 000 francs. L’architecte Paul Knill en est le concepteur, et les travaux ont été conduits par l’architecte Bernhard Güttinger. La transformation intérieure très minutieuse est mise en évidence de manière pédagogique: tout ce qui est nouveau est immédiatement reconnaissable. Des bardeaux ont été posés sur les façades latérale et arrière. Le premier étage est accessible aux handicapés. La forge située au rez-dechaussée n’est encore utilisée qu’irrégulièrement. La roue du moulin entièrement neuve fait tourner toutes les machines et produit du courant. La nouvelle directrice souhaite mettre l’accent sur la fabrique de toupins et inviter des artisans pour faire revivre ce savoir-faire ancestral. Pour le moment, toutefois, cela reste de la musique d’avenir. Le premier étage accueille des cours, une salle expérimentale, un atelier et une pièce sonore. Le deuxième étage sert de lieu d’expositions. On y admire un orgue de 1812. Dans la salle des tapisseries, de savantes installations permettent de visualiser les sons. Une pièce est dédiée à Ueli Ammann, génial inventeur d’instruments ayant vécu de 1766 à 1842. Les combles abritent des bureaux et deux chambres pour les formateurs de passage.

Dieses Jahr finden jeden Samstag um 14 Uhr Führungen durch die Klangschmiede statt:

→ www.klangwelt.ch/klangschmiede ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

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SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

Auszeichnung

Wakkerpreis 2012 an Köniz Köniz erhält den Wakkerpreis für seine vorbildliche Siedlungsentwicklung, die für Agglomerationsgemeinden Modellcharakter hat. Ihre wichtigsten Vorzüge sind eine klare Abgrenzung zwischen dem Siedlungsgebiet und den Naturräumen, eine Verkehrsplanung, die auf der Koexistenz aufbaut, ebenso wie die Bewahrung der Identität der verschiedenen Ortsteile.

W

Köniz gilt mit einer Fläche von 51 km2 als die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Trotz der hohen Einwohnerzahl (39 600) und ihrer Nähe zu Bern besitzt die Gemeinde nicht nur einen städtischen, sondern in weiten Teilen auch einen dörflichen Charakter. Um ihre nachhaltige Weiterentwicklung zu sichern, erarbeitete die Gemeinde 2007 ein Raumentwicklungskonzept (REK), das sie 2010 durch ein Leitbild und 2011 durch eine «Richtplanung Raumentwicklung» ergänzt hat. Mit diesen Instrumenten will sie ihre zwölf Ortsteile strukturieren und stärken und ihre Siedlungsgebiete klar von den Natur- und Landwirtschaftsräu-

men abgrenzen. Durch die konsequente Förderung einer Siedlungsentwicklung nach innen und einer bemerkenswerten langjährigen Wettbewerbskultur hat es Köniz verstanden, die Siedlungsqualität zu steigern und der Zersiedelung erfolgreich Einhalt zu gebieten. Mit der Revision der Ortsplanung von 1994 wurde ein erster wichtiger Grundstein für diesen Erfolg gelegt: Dabei wurden einerseits 337 ha Bauland ausgezont und als Agrarland freigestellt. Andererseits nahm die Ortsplanung Rücksicht auf das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz ISOS, in dem Weiler wie Herzwil, Liebewil und Mengestorf aufge-

(B. Augsburger)

ie 2011 stellt der Schweizer Heimatschutz auch in diesem Jahr bei der Vergabe des Wakkerpreises das Thema Agglomeration in den Mittelpunkt. Köniz zeichnet sich durch seine langjährige hervorragende Planung aus, die unter Mitwirkung der Bevölkerung entwickelt worden ist. Dabei zeigt die Berner Agglomerationsgemeinde neue Wege auf zur Bewältigung der Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit der Mobilität, der Verdichtung und der Bewahrung der natürlichen Räume stellen. Die geschützten Weiler in Köniz zeigen zudem, wie traditionelle Siedlungsformen bewahrt werden können.

Das dichte Bauen ermöglicht grosszügige Freiräume und Erholungsgebiete. Wohnüberbauung Dreispitz (Rykart Architekten, 2010) und LiebefeldPark (Landschaftsarchitekten Mettler, 2009) La densification des zones bâties permet la création de généreux espaces libres et de détente. Lotissement d’ habitations (Rykart Architekten, 2010) et parc Liebefeld (architectes paysagers Mettler, 2009)

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SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

Habitat collectif dense avec jardin et cour. Siedlung Neumatt/ Weissenstein (GWJ Architekten, 2008)

rungen. Beispiele dafür sind das Areal der ehemaligen Vidmar-Fabrik, das heute unter anderem vom Stadttheater Bern genutzt wird (Rykart Architekten, 2004), oder auch die Sanierung der Schulanlage Steinhölzli (mrh Architekten, 2010). Mit der Verleihung des Wakkerpreises 2012 an Köniz ermuntert der Schweizer Heimatschutz die Behörden, ihre langjährigen Bemühungen fortzusetzen und insbesondere raumplanerisch problematische Sektoren wie etwa die Region Wangental, die von der grossen Transitachse Genf–Zürich durchschnitten wird, aufzu-

werten. Grundsätzlich ruft der Schweizer Heimatschutz alle Agglomerationsgemeinden dazu auf, ihre Entwicklung sorgfältig zu planen, um als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu bleiben. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurden im vergangenen Jahr die neun Gemeinden von Lausanne West, die sich ebenfalls durch eine umsichtige Planung hervortun, mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet. Monique Keller, Schweizer Heimatschutz

→ www.heimatschutz.ch/wakker; die Preisübergabe findet am 23. Juni 2012 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.

(G. Bally, Keystone)

Qualitätsvolle Architektur Mithilfe der erwähnten Planungsinstrumente ist es Köniz gelungen, gezielt qualitätsvolle Architektur zu fördern und die Ortsplanung zu steuern. So wurde zum Beispiel das Ortszentrum schrittweise umgestaltet und aufgewertet. Projekte wie etwa die Überbauung Bläuacker, die auch das Gemeindehaus umfasst (2004), die Umgestaltung der Schwarzenburgstrasse (2004) oder auch der LiebefeldPark (2009) haben das Zentrum gestärkt. Zudem beweisen die Wohnüberbauungen Dreispitz (Rykart Architekten, 2010), Neumatt/Weissenstein (GWJ Architekten, 2008), Buchseeweg (Rast Architekten, 2002) oder auch Ried W2 in Niederwangen (Atelier 5, 1990), dass sich Dichte und Qualität durchaus verbinden lassen. Erwähnenswert sind auch die zahlreichen gelungenen Umbauten oder Restaurie-

Dichtes Wohnen mit Garten und Hof. Siedlung Neumatt/ Weissenstein (GWJ Architekten, 2008)

(G. Bally, Keystone)

nommen sind. Seit 2008 wendet die Gemeinde zudem eine Mehrwertabschöpfung bei Ein- und Umzonungen an, wie dies auch in der vom Schweizer Heimatschutz mitinitiierten Landschaftsinitiative verlangt wird. All diese Massnahmen wurden und werden von der Bevölkerung unterstützt und mitgetragen.

Die Schulanlage Steinhölzli aus den 1950erJahren wurde mit Fingerspitzengefühl saniert (mrh Architekten, 2010) Le collège du Steinhölzli, construit dans les années 1950, a été rénové avec habileté (mrh Architekten, 2010)

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SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

Distinction

Prix Wakker 2012 à Köniz Köniz reçoit le Prix Wakker pour sa stratégie exemplaire en matière de développement urbain, ce qui fait d’elle une commune d’agglomération modèle. Une dissociation claire entre zones urbanisées et paysages naturels, une planification des transports sur le modèle de la cohabitation ainsi que la préservation de l’identité propre des diverses parties de la localité en sont les principales caractéristiques.

C

omme en 2011 déjà, Patrimoine suisse met la problématique de l’agglomération au centre de l’attention. Köniz se distingue par une planification remarquable en concertation avec la population. La commune bernoise montre des pistes inédites en matière de gestion du trafic, de densification urbaine et de protection des espaces naturels. Les hameaux protégés illustrent, par ailleurs, comment des structures d’habitat traditionnel dispersé peuvent être préservées. Avec une superficie de 51 kilomètres carrés, Köniz est la plus grande commune d’agglomération de Suisse. Malgré ses 39  600 habitants et sa proximité avec Berne, la commune présente un caractère rural sur une grande partie de son territoire. Afin de continuer à se développer de manière durable, la commune a élaboré, en 2007, un concept de développement spatial, en 2010, une charte directrice et, en 2011, un plan directeur d’aménagement du territoire. Grâce à ces instruments, elle entend structurer et renforcer les douze localités qui la composent, tout en garantissant une séparation claire entre zones urbanisées, espaces agricoles et naturels. La commune limite avec succès le mitage du territoire en proscrivant le classement de nouveaux terrains en zone à bâtir et en densifiant les zones déjà bâties. La révision du plan d’aménagement local effectuée en 1994 a constitué une première étape importante: 337 ha de terrains à bâtir ont été déclassés pour devenir inconstructibles. L’Inventaire fédéral des sites construits d’importance nationale à protéger en Suisse (ISOS) a par ailleurs été pris en considération: les hameaux de Herzwil, Liebewil et Mengestorf ont été placés sous protection communale. Depuis 2008, la commune applique un système de taxation de la plus-value pour les

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classements et déclassements de terrains, comme le demande l’Initiative pour le paysage dont Patrimoine suisse est co-initiatrice. Toutes ces mesures ont bénéficié et continuent de bénéficier du soutien de la population. Architecture de qualité Grâce à une longue tradition du concours d’architecture et en tirant habilement parti des instruments de planification, Köniz a réussi à coordonner son développement territorial et à miser sur une architecture de qualité. Le centre de la localité, par exemple, a ainsi été successivement transformé et mis en valeur: le quartier Bläuacker avec la maison communale et la restructuration de la Schwarzenburgstrasse, en 2004, ou la réalisation du parc de Liebefeld (2009) sont autant de mesures qui ont donné un visage au centre de Köniz. En outre, plusieurs réalisations d’habitat groupé, comme les projets Dreispitz (Rykart Architekten, 2010), Neumatt/Weissenstein (GWJ Architekten, 2008), Buchseeweg (Rast Architekten, 2002) ou encore Ried W2 Niederwangen (Atelier 5, 1990), montrent que densité peut rimer avec qualité. Des réhabilitations réussies méritent également d’être citées: l’ancienne fabrique Vidmar qui abrite aujourd’hui, entre autres, le Théâtre municipal de la Ville de Berne (Rykart Architekten, 2004) ou la rénovation du collège du Steinhölzli (mrh Architekten, 2010). En décernant le Prix Wakker 2012 à Köniz, Patrimoine suisse incite les autorités à poursuivre leurs efforts entamés depuis de nombreuses années. Il s’agit notamment de requalifier certains secteurs problématiques comme la région du Wangental traversée par les grands axes de transit Genève-Zurich. D’une manière plus générale, Patrimoine suisse encou-

rage toutes les communes d’agglomération à planifier soigneusement leur développement dans le but de maintenir leur attractivité comme lieu d’habitat et de travail. Allant dans ce sens, les huit communes de l’Ouest lausannois avec Lausanne avaient été récompensées par le Prix Wakker en 2011. Monique Keller, Patrimoine suisse

→ www.patrimoinesuisse.ch/wakker; la remise

du Prix Wakker aura lieu le samedi 23 juin 2012 dans le cadre d’une cérémonie festive.

Patrimoine suisse attribue chaque année le Prix Wakker à une commune politique. Doté de 20 000 francs, le prix a un impact surtout symbolique; l’objectif est de mettre publiquement à l’honneur la qualité d’un travail exemplaire. Le Prix Wakker a été décerné pour la première fois en 1972 à la suite du legs fait à Patrimoine suisse par l’homme d’affaires genevois Henri-Louis Wakker. D’autres legs ont permis à Patrimoine suisse de décerner ce prix jusqu’à aujourd’hui. Le Prix Wakker distingue des communes qui peuvent se prévaloir d’un développement urbanistique de qualité. Les communes de Stein am Rhein, Guarda ou Ernen ont été récompensées dans les années 1970 pour la conservation de leur centre historique, un geste qui n’allait alors pas de soi. Aujourd’hui, l’attention est surtout portée aux communes qui poursuivent leur développement selon des critères contemporains: en favorisant la qualité architecturale des nouvelles constructions, en réservant un traitement respectueux à la substance bâtie historique et en se dotant d’un aménagement du territoire exemplaire sur le plan de l’environnement. ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏


(Commune de Köniz)

SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

A Niederwangen, des tours assurent la liaison entre le centre, les quartiers d’ habitation et les zones artisanales séparés par l’autoroute A12 (Clemençon + Ernst Architekten/Bächtold AG, 2010)

(Commune de Köniz)

Erschliessungstürme in Niederwangen verbinden Ortskern, Wohnquartiere und Gewerbegebiete, getrennt durch die A12 (Clemençon + Ernst Architekten/ Bächtold AG, 2010)

La restructuration de la Schwarzenburgstrasse à Köniz en zone 30 permet à 17 000 véhicules/ jour de circuler de manière f luide et aux piétons de traverser librement la route sans passage piétons ni feu de circulation (Oberingenieurkreis II/Metron AG, 2005) Sanierung Schwarzenburgstrasse Köniz: 17 000 Fahrzeuge pro Tag, Tempo 30 und freie Überquerbarkeit (Oberingenieurkreis II/Metron AG, 2005)

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SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

(Archives de Patrimoine suisse)

Initiative pour le paysage

Rose-Claire Schüle et le Conseiller fédéral Hürlimann à Soleure en 1980 Rose-Claire Schüle mit Bundesrat Hürlimann in Solothurn, 1980

Lors de ses délibérations sur la révision partielle de la Loi sur l’aménagement du territoire, le Conseil des Etats a conservé lors de la session d’hiver sans opposition différents éléments essentiels à un contre-projet efficace. Il a maintenu l’obligation de réduire les zones à bâtir surdimensionnées et le principe de compensation des avantages résultant de mesures d’aménagement, deux points auparavant rejetés par le Conseil national. La Chambre haute souhaite en revanche, pour cette compensation, accorder une plus grande marge de manœuvre aux cantons: elle estime que ceux-ci doivent pouvoir soit percevoir une taxe sur la plusvalue, soit faire un usage approprié de l’impôt sur les gains immobiliers. Grâce à ces décisions claires de la Chambre des cantons, le contre-projet à l’Initiative pour le paysage regagne de la substance.

→ Association «Oui à l’Initiative pour le paysage», www.initiative-pour-le-paysage.ch

Rose-Claire Schüle

90e anniversaire Rose-Claire Schüle fut la première et, jusqu’à présent, la seule présidente de Patrimoine suisse. Elle a fêté ses 90 ans le 24 décembre 2011.

L

e 15 mai 1976, l’Assemblée des délégués de Patrimoine suisse a élu à l’unanimité l’ethnologue valaisanne Rose-Claire Schüle pour succéder à Arist Rollier à la tête de l’association. La première et, jusqu’à présent, la seule femme à avoir présidé Patrimoine suisse osa, en collaboration avec une nouvelle équipe dirigeante, apporter des changements, en particulier pour assurer le passage d’une vision purement conservatrice des bâtiments à une vision élargie tenant compte de considérations urbanistiques. Ces changements devaient également signifier un renforcement de l’association et une réorganisation structurelle. Sous l’égide de Rose-Claire Schüle, Patrimoine suisse se donna de nouvelles lignes directrices et de nouveaux statuts. Ses activités dans les domaines de la consultation technique, du service juridique, de l’information, de la sensibilisation des jeunes et de la formation se sont considé-

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rablement développées. Par ailleurs, RoseClaire Schüle a participé à de nombreux travaux de révision ou de création de textes de la législation fédérale et rejoint plusieurs comités d’initiative et d’action dans le domaine de la protection de la nature et du patrimoine. Elle a également fait partie de la Commission fédérale pour la protection de la nature et du paysage et du comité d’une douzaine d’associations en Suisse et à l’étranger (Recherche suisse sur la maison rurale, Europa Nostra, etc.). Après douze années de succès à la tête de Patrimoine suisse, Rose-Claire Schüle a passé le témoin à Ronald Grisard en été 1988. En 1989, l’Assemblée des délégués a nommé son ancienne présidente membre d’honneur de l’association. Rose-Claire Schüle a fêté son 90e anniversaire le 24 décembre 2011. Patrimoine suisse lui adresse toutes ses félicitations! Peter Egli, rédacteur

Landschaftsinitiative Bei seiner Beratung der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes hat der Ständerat im Dezember an verschiedenen zentralen Elementen für einen wirkungsvollen Gegenvorschlag ohne Gegenstimme festgehalten. So hat er die zuvor vom Nationalrat abgelehnte Pflicht zur Redimensionierung zu grosser Bauzonen und den Ausgleich von Planungsvorteilen in der Vorlage belassen. Bei diesem Ausgleich will er den Kantonen hingegen mehr Spielraum einräumen. Die Kantone sollen entweder eine Mehrwertabgabe erheben oder die Grundstückgewinnsteuer entsprechend einsetzen können. Mit diesen deutlichen Beschlüssen des Ständerats gewinnt der Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative wieder an Substanz. «Wir hoffen, dass sich der Nationalrat in der Differenzbereinigung nun dem Ständerat anschliesst», sagt Otto Sieber, Präsident des Trägervereins der Landschaftsinitiative: «Dann könnte das Initiativkomitee ernsthaft über einen Rückzug der Landschaftsinitiative diskutieren.»

→ Verein «Ja zur Landschaftsinitiative»,

www.landschaftsinitiative.ch


Sessellift Weissenstein (SO)

Abbruchentscheid des BAV liegt vor

(Schweizer Heimatschutz)

SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat Ende Januar die Konzession für den Abbruch des historischen Sessellifts sowie für eine neue 6er-Gondelbahn auf den Weissenstein erteilt. Der Schweizer Heimatschutzes wird den Entscheid innerhalb der Rekursfrist von 30 Tagen sehr sorgfältig prüfen und dann entscheiden, ob er eine gerichtliche Überprüfung beim Bundesverwaltungsgericht verlangt.

S

eit Jahren setzt sich der Schweizer Heimatschutz für den Erhalt des historischen Sesselliftes auf den Weissenstein ein. Die Anlage ist die letzte ihrer Art im Seilbahnland Schweiz und ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Dies wird auch durch das Seilbahninventar des Bundesamts für Kultur von 2011 unterstrichen. Das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz hält unmissverständlich fest, dass der Bund bei der Erfüllung seiner Aufgaben den Denkmälern grösstmögliche Schonung zukommen lassen muss.

Eine Konzession für eine neue Bahn wäre nur dann zulässig, wenn entweder nachgewiesen ist, dass der bestehende Sessellift nicht mehr weiter betrieben werden kann oder ein anderes nationales Interesse seine Erhaltung überwiegen würde. Der Schweizer Heimatschutz bedauert, dass gegenwärtig keine Sesselbahnfahrten auf den Weissenstein stattfinden, obschon seit Jahren bekannt ist, dass die Betriebsbewilligung über den Dezember 2009 hinaus für die Seilbahn Weissenstein AG hätte verlängert werden können.

Dass der Entscheid des Bundesamts für Verkehr erst nach zweieinhalb Jahren vorliegt, zeigt wie umstritten das Neubauprojekt innerhalb der verschiedenen Bundesämter ist. Der Schweizer Heimatschutz wird den Entscheid innerhalb der Rekursfrist von 30 Tagen sehr sorgfältig prüfen und entscheiden, ob er eine gerichtliche Überprüfung beim Bundesverwaltungsgericht verlangt. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

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SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

Ferien im Baudenkmal

Haus auf der Kreuzgasse Das Haus auf der Kreuzgasse ist ein regionaltypisches Kleinbauernhaus aus dem 16. Jahrhundert. Es wurde in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege umfassend saniert und zeigt heute, wie ein Baudenkmal auch energetisch auf den neusten Stand gebracht werden kann. Das Haus auf der Kreuzgasse ist das 13. Haus im Angebot von Ferien im Baudenkmal.

D

den Stubenofen oder mit Sonnenkollektoren auf dem Dach erwärmt werden kann. Die Fenster wurden ersetzt und die Wände ja nach Situation innen oder aussen gedämmt. Andererseits boten die Renovationsarbeiten auch die Gelegenheit, einige unschöne Veränderungen aus dem 20. Jahrhundert rückgängig zu machen. So ist die Küche neu wieder zweigeschossig; die oberen Räume sind über eine Galerie erschlossen. Die Möblierung besteht aus einer Mischung aus wertvollen historischen Stücken und qualitätsvollen modernen Möbeln. Das Haus auf der Kreuzgasse konnte nur dank dem Engagement der Eigentümerin, die darin aufgewachsen ist, für Ferien im Baudenkmal realisiert werden. Sie hat es der Stiftung in Form eines Nutzungsrechts für 30 Jahre zur Verfügung gestellt und sich zudem auch an der Renovation

beteiligt. Dank dieser Zusammenarbeit kann die Stiftung heute darin eine Ferienwohnung mit fünf Betten anbieten, in der die Gäste die historische Atmosphäre erleben können ohne auf modernen Komfort zu verzichten. Monika Suter, Geschäftsführerin Ferien im Baudenkmal

Die Stiftung Ferien im Baudenkmal, 2005 durch den Schweizer Heimatschutz gegründet, übernimmt leer stehende Häuser, renoviert sie sanft und vermietet sie als Ferienwohnungen. Ziel ist einerseits die Erhaltung wertvoller Bausubstanz und andererseits die Schaffung eines innovativen touristischen Angebots.

→ www.magnificasa.ch ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

(Christoph Tschanz/Bühler Architekten AG)

er Weiler Schwarzenmatt liegt erhöht über dem Tal auf der linken Hangschulter. An zentraler Lage mitten im Weiler befindet sich das schlichte Haus auf der Kreuzgasse. Errichtet im Jahr 1556 ist es einer der frühesten datierten Bauten Boltigens und ein heute seltenes Beispiel dieses kleinbäuerlichen Typus. 1705 wurde auf der Hinterseite ein Ökonomieteil angebaut. Im 20. Jahrhundert erfolgten noch einige weitere Änderungen, so wurde in der zweigeschossigen Küche eine Decke eingezogen (vgl. Heimatschutz/Patrimoine 4/2011). Die Renovationsarbeiten unter der Leitung des Thuner Architekturbüros Bühler Architekten AG hatten einerseits zum Ziel, das Haus technisch und energetisch auf den neusten Stand zu bringen. Herzstück ist ein kombinierter Heiz- und Warmwasserspeicher, der mit Holz über

Im Haus auf der Kreuzgasse in Boltigen BE können fünf Personen Ferien verbringen. La maison «auf der Kreuzgasse» à Boltigen (BE) peut accueillir cinq personnes pour des vacances.

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(Schweizer Heimatschutz)

(Christoph Tschanz/Bühler Architekten AG)

SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

Dans la petite ferme, les hôtes pourront goûter à l’ambiance historique sans renoncer à un confort moderne.

Im Kleinbauernhaus erleben die Gäste eine historische Atmosphäre, ohne auf modernen Komfort zu verzichten.

Vacances au cœur du Patrimoine

Maison «auf der Kreuzgasse» La maison «auf der Kreuzgasse» est une petite ferme du XVIe siècle typique de la région. Elle a été assainie en profondeur en collaboration avec la Protection des monuments et montre aujourd’hui comment un bâtiment historique très ancien peut parfaitement être remis à niveau, sur le plan énergétique également. La maison «auf der Kreuzgasse» est la treizième maison de la fondation Vacances au cœur du Patrimoine.

L

e hameau Schwarzenmatt est situé sur les hauteurs du flanc gauche de la vallée. La maison «auf der Kreuzgasse» est une ferme paysanne très simple qui se dresse au centre du hameau. Construite en 1556, elle est l’un des bâtiments datés les plus anciens de Boltigen et un exemple aujourd’hui rare de ce type représentatif de la petite paysannerie d’autrefois. Un fenil attenant a été ajouté en 1705 derrière la maison. Quelques modifications ont encore été apportées à l’objet au XXe siècle. La cuisine, autrefois sur deux étages, avait notamment été dotée d’un plafond intermédiaire (cf. Heimatschutz/ Patrimoine 4/2011). Les travaux de rénovation – sous la direction du bureau Bühler Architekten AG de Thoune – visaient d’une part à moderniser parfaitement la maison sur le double plan technique et énergétique. Elle est dotée d’un réservoir combiné chauffage/eau

chaude dont l’eau est chauffée, selon la situation, par le fourneau à bois de la chambre de séjour ou par les collecteurs solaires du toit. Les fenêtres ont été remplacées et les parois isolées, à l’extérieur ou à l’intérieur selon les possibilités. Les travaux de rénovation ont également permis d’éliminer certaines modifications laides du XXe siècle. La cuisine est à nouveau sur deux étages; les locaux supérieurs sont accessibles par une galerie. L’ameublement est mixte: il comporte des pièces historiques de valeur et des meubles modernes de qualité. Il a fallu tout l’engagement de la propriétaire de la maison «auf der Kreuzgasse», qui y avait passé son enfance, pour que puisse se réaliser le projet de Vacances au cœur du Patrimoine. Elle a mis la maison à la disposition de la fondation sous la forme d’un droit de jouissance pour trente ans, et elle a participé aux coûts de la ré-

novation. Grâce à cette collaboration, la fondation est aujourd’hui en mesure de mettre ici en location un logement de vacances de cinq lits dans lequel les hôtes pourront goûter à l’ambiance historique de la maison sans renoncer à un confort moderne. Monika Suter, secrétaire générale, Vacances au cœur du Patrimoine

La fondation Vacances au cœur du Patrimoine, créée en 2005 par Patrimoine suisse, reprend des maisons vides, les rénove en douceur et les loue comme logements de vacances. Le but consiste d’une part à sauvegarder un bâti précieux, d’autre part à créer une offre touristique innovatrice.

→ www.magnificasa.ch ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

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SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

baugedächtnis

106 Jahre Verbandsgeschichte online Die Zeitschrift Heimatschutz/Patrimoine ist seit Kurzem vollständig digitalisiert im Baugedächtnis Schweiz Online greifbar. Sie ergänzt und bereichert dort den bisher verfügbaren Bestand an Fachpublikationen.

1905

1912

S

eit der Gründung 1905 hat der Schweizer Heimatschutz seine Mitgliederzeitschrift durchgängig gepflegt und jedes Jahr mehrere Ausgaben veröffentlicht. Wer sich bislang mit der Verbandsgeschichte und den Anliegen des Heimatschutzes auseinandersetzen wollte, kam trotz eines elektronischen Schlagwortregisters nicht umhin, die Zeitschriften einzeln in die Hand zu nehmen. Bei fast zwei Laufmetern Papier gleicht dies einer Sisyphusarbeit. Mit der vollständigen Digitalisierung des Bestandes und dessen Einbindung in das «Baugedächtnis Schweiz Online» hat sich der Rechercheaufwand seit Ende 2011 radikal reduziert: Jede einzelne Seite kann über retro.seals.ch wortgenau durchsucht werden. Die Artikel lassen sich bequem als PDF-Dateien speichern und ausdrucken. Mit der Veröffentlichung von Heimatschutz/ Patrimoine im Baugedächtnis Schweiz On-

38  Heimatschutz/Patrimoine  1 | 2012

1942

1960

line ergänzt die Verbandszeitschrift die bisher aufgeschalteten Publikationen zur Architektur und dem Ingenieurwesen in der Schweiz. Diese Zeitschriften, von Werk, Bauen + Wohnen über Anthos bis hin zur Schweizerischen Bauzeitung (heute TEC21), ergeben zusammen eine relativ genaue Gesamtsicht des schweizerischen Fachdiskurses der letzten gut hundert Jahre und überraschen mit einer unglaublichen Fülle an Detailinformationen. Die Stimme des Schweizer Heimatschutzes als Beobachter und Mahner erweitert diese Meinungsvielfalt um eine wichtige Facette. Die neue Plattform hat die Arbeit der Architekturhistoriker und Denkmalpflegerinnen in den letzten Jahren radikal verändert: Stiess man bisher beispielsweise auf das Werk eines unbekannten Architekten, der nicht in den gängigen Lexika und Fachpublikationen auftaucht, bedeutete dies entweder das Ende der Fahnenstange

1973

1986

oder der Beginn der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Schnell mehr erfahren Praxisnah lässt sich der Nutzen an einem inventarisierten Einfamilienhaus in Baden AG zeigen, für das 1942 ein Baugesuch eingereicht wurde. Auf den Plänen firmiert Walter Niehus als Architekt. Da es sich um seinen einzigen Bau auf Badener Boden handelte, war dessen Name bei der Stadt nicht weiter geläufig. Eine leise Ahnung, dass sich hinter dem qualitätsvollen Bau ein relevanter Urheber verbergen müsse, bestätigte sich indes rasch nach einem Blick auf retro.seals.ch: Das Haus entstand just in der Zeit, als Walter Niehus seine ersten grossen öffentlichen Bauten wie das Schulhaus Fluntern in Zürich realisieren konnte, die ebenfalls im Zeitstil der Geistigen Landesverteidigung gezeichnet waren. Später machte er sich als visionärer


SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ/PATRIMOINE SUISSE

106 ans d’histoire associative en ligne

2001

2006

2012

Depuis sa fondation en 1905, Patrimoine suisse a toujours eu à cœur de faire paraître chaque année plusieurs éditions de sa revue. Jusqu’à présent, toute recherche sur la vie ou l’histoire de Patrimoine suisse était synonyme de travail de Sisyphe car il fallait se plonger dans la lecture de chaque numéro archivé. La numérisation de tous les numéros parus et leur intégration en décembre 2011 dans la partie Mémoire du bâti online du site de revues numérisées retro.seals.ch facilite désormais le travail des chercheurs. N’importe quelle page d’un ancien numéro peut être consultée par une recherche en texte intégral libre sur le site des revues numérisées. Les articles ainsi que les volumes complets peuvent être téléchargés en version PDF. La numérisation de la revue Heimatschutz/Patrimoine complète la série de périodiques numérisés mis à la disposition du public dans le domaine de l’architecture et du patrimoine bâti et vient rejoindre les titres: Anthos, Hochparterre, INSA, Tec 21, Tracés, etc. mis en ligne. La voix de Patrimoine suisse, observatrice critique de l’évolution du patrimoine bâti depuis plus d’un siècle, vient enrichir la diversité des opinions qui contribuent à l’histoire de la culture architecturale. Ce progrès sonne-t-il la disparition des recherches en architecture? Certainement pas car il facilite les premiers travaux de débroussaillage et ouvre la porte à des recherches plus pointues sur les traces et les vestiges du passé et sur le contexte et l’esprit de chaque période. Les revues donnent un reflet fidèle des courants et de leur évolution, au fil des années. Elles constituent ainsi un trésor inestimable.

→ Vous trouvez la marche à suivre du site sur www.patrimoinesuisse.ch/revue

Planer von Grosssiedlungen einen Namen und war unter anderem Mitglied im Zentralvorstand des BSA. Auf den Kontext achten Das praktische Findmittel wird die Architekturforschung jedoch keineswegs ersetzen. Vielmehr entsteht aus den neuen Möglichkeiten die Verpflichtung, noch mehr Spuren nachzugehen und noch stärker auf den Kontext und den Zeitgeist einzugehen. In den Zeitschriften wurden und werden zwar zahlreiche kontroverse Diskussionen geführt, doch zugleich zeigt es sich, wie sprunghaft Begeisterung und Kritik jeweils sind. Am besten lässt man sich bei der Lektüre dieses riesigen Schatzes von der unumstösslichen Gewissheit leiten, dass Papier geduldig ist – auch wenn man es in digitaler Form am Bildschirm betrachtet.

retro.seals.ch Die Plattform retro.seals.ch versammelt digitalisierte Fachzeitschriften zu unterschiedlichsten Themen. Sind Sie nur an Artikeln zu Architektur und Ingenieurwesen interessiert, klicken Sie in der linken Navigationsleiste «nach Sammlung» und danach unten auf Baugedächtnis Schweiz Online. Das Suchfeld oben in der Mitte liefert die entsprechenden Treffer. Die ausschliessliche Suche nach Inhalten von Heimatschutz/Patrimoine ist etwas aufwendiger: Sie klicken in der linken Navigationsleiste auf «Erweiterte Suche». In der Auswahlliste, die in der Mitte erscheint, wählen Sie «Herausgeber», ins entsprechende Feld füllen Sie «Heimatschutz» ein. Die Eingabe des Suchwortes im Feld «Volltext» liefert die entsprechenden Treffer.

→ www.heimatschutz.ch/zeitschrift ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

Patrick Schoeck-Ritschard, Schweizer Heimatschutz

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Blickpunkt Schaffhausen

Dem Recht zum Durchbruch verholfen

(Caro Stemmler)

SEKTIONEN/SECTIONS

Das Schaffhauser Obergericht stellt sich gegen den Neubau eines Aussichtsturmes im Randengebiet und stellt somit den Landschaftsschutz in den Vordergrund. Der Heimatschutz Schaffhausen hatte gegen das Projekt auf dem Siblinger Randen Einsprache erhoben. Nachdem er bei der Regierung abgeblitzt ist, hat er nun vom Obergericht Recht erhalten.

I

m Juni 2005 wurde der Heimatschutz Schaffhausen vom damaligen Siblinger Gemeindepräsidenten um Bauberatung angefragt. Der alte, eiserne Aussichtsturm auf dem Siblinger Randen ist über 130 Jahre alt und musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. In der Gemeinde wurde eine IG Randenturm (als Verein) gegründet. Lokale Handwerker fertigten mit viel Engagement ein Projekt mit Modell an. Der Gemeindepräsident beurteilte in der Folge richtig, dass es sich zwar um kompetente Handwerker handle, diese jedoch bei der Gestaltungsaufgabe überfordert waren. Unsere Bauberater schlugen einen Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Hochschule Winterthur vor und begleiteten diesen. Zwei Vorschläge wurden ausgewählt und im Dezember 2006, zusammen mit dem Projekt der IG Randenturm, einer ausgewogenen Jury vorgelegt: Sie bestand aus zwei Gemeinderäten, drei Mitgliedern der IG Randenturm, je einem Mitglied der Randenvereinigung und des Heimatschutzes, der Kantonsbaumeisterin und Prof. Gemperle von der Zürcher Hochschule Winterthur. Strenges ENHK-Gutachten Im Januar 2007 wurde das Projekt von Peter Tanner eindeutig ausgewählt (Tanner 10, IG Randenturm 22, Geser 23 Punkte). Im November 2008 erfuhren wir aus der Zeitung, dass ein lokaler Ingenieur das

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Gegen dieses Projekt eines Aussichtsturms auf dem Siblinger Randen hat der Heimatschutz Schaff hausen erfolgreich Einsprache erhoben. La section schaff housoise de Patrimoine suisse s’est opposée au projet de nouvelle tour d’observation du Siblinger Randen et a obtenu gain de cause au tribunal.

Projekt IG Randenturm überarbeitet hatte. Dieses wurde unter einem neuen Gemeindepräsidium zur Bewilligung eingereicht. Für uns war das aber inakzeptabel: Der überdimensionierte (unnötige) Sockelbau, die uneinheitliche Gestaltung des eigentlichen Turmes, die weit auskragende Plattform und das Dach (siehe Bild). Das Gutachten der Kantonalen Naturund Heimatschutzkommission (KNHK) im Auftrag des Regierungsrates hielt fest, dass «(...) die diversen nicht übereinstimmenden Elemente überinstrumentiert und massig wirken und (der Turm) deshalb unsensibel in der Landschaft stehe. Die nicht aufeinander abgestimmten Elemente des Turmes verhinderten eine einheitliche Gesamtwirkung (...)». Im Juli 2009 wurde die Baubewilligung erteilt, worauf der Heimatschutz Rekurs

einreichte. Im September fand ein Augenschein unter Leitung des Rechtsdienstes statt, und im Dezember 2009 wurde der Rekurs abgewiesen. Im Januar 2010 reichte der Heimatschutz den Rekurs ans Obergericht ein, aber erst im November fand eine Begehung mit dem gesamten Obergericht und der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) statt. Im Dezember 2010 verfasste die ENHK ein Gutachten, das noch um einiges strenger mit dem Projekt umging und in der Folge von verschiedenen Seiten sehr emotional und unsachlich torpediert wurde. Kurz vor Weihnachten 2011 hat das Obergericht den Rekurs zu 100 Prozent gestützt. Caro Stemmler, Präsident Schaffhauser Heimatschutz

→  www.heimatschutz-sh.ch


SEKTIONEN/SECTIONS

Bern

Oberwallis

Basel-Landschaft

Tagung für Schindelmacher

Pfründhaus von Guttet

Baselbieter Heimatschutzpreis

Der Raiffeisenpreis 2011 wurde im November an das Pfründhaus von Guttet verliehen. Das Projekt überzeugte den Oberwalliser Heimatschutz aufgrund der vorbildlichen, sachgerechten Renovation mit wenigen äusserlichen Änderungen. Das Pfründhaus, auch als «altes Schulhaus» bekannt, ist ein zweistöckiger Blockbau aus den 1820er-Jahren im Ortskern. Es steht heute meist leer. Das aufgegleiste Projekt besticht vor allem durch die in Zusammenarbeit mit regionalen Institutionen angestrebte neue Nutzung, die auf eine Belebung des Gebäudes im Dorfkern abzielt: Das Gebäude soll einerseits der einheimischen Bevölkerung für verschiedene Anlässe zur Verfügung stehen und andererseits als Gruppenunterkunft dienen.

Seit 1992 verleiht der Baselbieter Heimatschutz einen Heimatschutzpreis. Die Spanne der bisherigen Prämierungen erstreckt sich von Einzelobjekten und Renovationen über Strassenräume bis zu Ortsplanungen. Ende 2011 wurde die Bahnlinie Sissach– Läufelfingen–Olten prämiert. Die Prämierung gilt der Erhaltung der Linie, die einst das Herzstück des schweizerischen Eisenbahnnetzes und ein Pionierwerk des europäischen Eisenbahnbaus darstellte, durch die SBB und den Kanton, sowie der Bemühung um eine substanzerhaltende Renovation der prägenden Bauten und damit dem Engagement der Denkmalpflege der SBB für die Erhaltung einer einmaligen, durch die Eisenbahn geprägten Kulturlandschaft.

→  www.oberwalliserheimatschutz.ch

→  www.heimatschutz-bl.ch

Ende Oktober 2011 fand im Kurszentrum Ballenberg eine Tagung für Schindelmacher statt, an welcher Teilnehmer aus der Schweiz sowie aus Österreich, Frankreich und dem Fürstentum Lichtenstein teilgenommen haben. Bei prächtigem Herbstwetter konnte Obfrau Silvia Kappeler von der Regionalgruppe Interlaken-Oberhasli des Berner Heimatschutzes über siebzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen heissen. Sie durfte dabei auf den grossen Erfolg der Aktion Holzschindeldach im Berner Oberland hinweisen. In den letzten 25 Jahren sind beinahe 2000 Schindelobjekte mit Beiträgen von rund 5,3 Mio. Franken unterstützt worden. Zur Einleitung schilderte Dr. Edwin Huwyler, Co-Direktor des Freilichtmuseums, die Situation auf dem Ballenberg. Von den über hundert Gebäuden des Museums sind rund die Hälfte mit Holzschindeln eingedeckt. Architekturprofessor Gion Caminada von der ETH Zürich sprach sich anschliessend für mehr Einfachheit und Rücksicht für die Landschaft aus und plädierte damit auch für die vermehrte Anwendung von Holz und Holzschindeln. Wie das praktisch geht, erläuterte der Tessiner Forstingenieur Fulvio Giudici am Beispiel der Kastanienholzschindeln. Dieses langlebige und im Südkanton weitverbreitete Material soll vermehrt auch für Dächer und Fassaden eingesetzt werden. Dass man heute auch mit Holz grosse Gebäude erstellen kann, zeigte René Stüdle von der Vereinigung der kantonalen Feuerversicherungen auf. Der nachmittägliche Rundgang im Museum gab viel Gesprächsstoff, und die abschliessende Forumsdiskussion brachte wertvolle Impulse für die weitere Zukunft der Schindelmacher. Ein Film von Olivier Veuve zeigte zum Abschluss mit wunderbaren Bildern aus dem Greyerzerland und dem Pays-d’en-Haut die hohe Schule der dortigen Schindelmacherzunft.

→ Silvio Keller, www.bernerheimatschutz.ch

Stadt Basel

Bautenprämierung Der Heimatschutz Basel zeichnet mit der Bautenprämierung 2011 drei Projekte aus: Der renovierte Ackermannshof konnte nach einer langen Zeit verschiedenster Zwischennutzungen aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. Dank einer subtilen, sorgfältigen Umsetzung gelang es dem Büro LOST Architekten, das altehrwürdige Kulturdenkmal mit neuer Kultur zu beleben. Das Wohnhaus «Zum Roggenburg» (Bild) in der St. Alban-Vorstadt hat eher bescheidene Dimensionen, fällt aber durch eine reizvolle Fassade auf. Dahinter befindet sich ein Wohnhaus, dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Die Hauseigentümer werden für den vorbildlichen Umgang mit der historischen Bausubstanz und die sorgfältige Pflege prämiert. An der Lothringerstrasse 98a ist eine Baulücke durch einen Neubau aufgefüllt worden, der mit seinen ausgeklügelten Details wie ein edles Möbelstück wirkt. Dies liegt nicht nur am Architekten Urs Gramelsbacher, sondern auch am Bauherrn Marc Stutzer, der ein besonderes Verständnis für Architektur hat.

→  www.heimatschutz.ch/basel ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

1 | 2012  Heimatschutz/Patrimoine  41


SEKTIONEN/SECTIONS

Graubünden

SCHWYZ

Innerschweiz

Hotel «Löwe Post» in Mulegns

Kein Neubau auf der Ufnau

Zentralbibliothek Luzern

Im Dezember 2010 gelangte der Verein «Projekt Posthotel Löwe, Mulegns» mit einem Nutzungskonzept an den Bündner Heimatschutz. Er plante, das vor der Schliessung stehende Hotel «Löwe Post» in Mulegns zu übernehmen und dort ein Sozialprojekt zu realisieren, in dessen Rahmen auch der Hotel- und Gastrobetrieb wiederbelebt und dem Haus ein Weiterbestehen ermöglicht werden sollte. Um die Realisierbarkeit der Idee besser abschätzen zu können, initiierte der Bündner Heimatschutz eine Machbarkeitsstudie (Architekturbüro Capaul & Blumenthal). Es kristallisierte sich heraus, dass eine Lösung für das Hotel mit der «Rettung» des Dorfes Mulegns als Ganzes verknüpft werden muss. Vor diesem Hintergrund führt der Bündner Heimatschutz sein Engagement in Mulegns weiter und versucht, für diesen von der Zersiedelung verschont gebliebenen Ort ein Dorfentwicklungsprojekt anzuschieben. In einem ersten Schritt haben sich Architekturstudierende der Universität Liechtenstein unter Professor Conradin Clavout Mulegns und dem Posthotel angenommen. Die Resultate der Studie liegen Ende Februar 2012 vor.

→  www.heimatschutz-gr.ch

Tessin Projet de parc éolien au Gothard Avant de pouvoir construire un parc éolien au col du Gothard, une étude d’impact sur l’environnement est nécessaire – a décidé le Tribunal administratif cantonal en novembre 2011, barrant ainsi la route à la modification du plan de zones proposée par la Commune d’Airolo et approuvée par le Gouvernement tessinois. Le tribunal a donc accepté le recours de Patrimoine suisse et la STAN. →  www.stan-ticino.ch

42  Heimatschutz/Patrimoine  1 | 2012

Kurz vor Weihnachten haben die Bundesrichter in Lausanne die Beschwerde gegen den Neubau eines Restaurants auf der Insel Ufnau gutgeheissen. Sie fanden, die Baubewilligung für das Projekt des Architekten Peter Zumthor widerspreche eindeutig den verfassungsmässigen Schutzvorschriften für die Ufnau: mit ihrer Moorlandschaft von besonderer Schönheit, als schützenswerte Landschaft und auch als schützenswertes Ortsbild – und dies von gesamtschweizerischer Bedeutung. Damit hat das Bundesgericht den Beschwerdeführern Recht gegeben. Allen voran war es der Schwyzer Heimatschutz, der 2007, zusammen mit dem Verein «Ufnau ohne Neubau», die ersten Einsprachen gemacht hat. Ihre weiteren Schritte haben sie konsequent auf das Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) abgestützt. Der Umweltschutzverband «Aqua Viva» hat schliesslich die Anliegen aufgegriffen und erfolgreich vor Bundesgericht getragen. Gewonnen hat in diesem Fall eindeutig diese einmalige Insellandschaft im Zürichsee. Dass es hier aber auch ein Opfer gibt, darf nicht verschwiegen werden: Es ist der Konvent des Klosters Einsiedeln, das seit über tausend Jahren Eigentümerin dieser wunderschönen, paradiesischen Insel ist. Die Benediktiner im Finstern Wald haben in den vergangenen Jahren fast alle Teilprojekte der «Insel der Stille» mit viel Liebe und auch viel finanziellem Aufwand erfolgreich realisiert. Wirklich schade, dass sie für das Teilprojekt Gastronomie juristisch denkbar schlecht beraten waren. Und dass sie auch von den zuständigen Instanzen auf einen Weg geführt wurden, der schlussendlich in einer Sackgasse endete. Das Bundesgerichtsurteil macht nun den Weg frei für eine sinnvolle und schonende Komplettierung des Projekts «Insel der Stille». Wir können nur einmal mehr wiederholen, was die ENHK bereits im Jahr 2007 festgehalten hat: «Bei der Insel Ufnau handelt es sich um einen ganz speziellen, spirituellen Ort, der seit langer Zeit durch die heute vorhandene Bausubstanz gekennzeichnet ist. Es ist ein Ort der Rast und Ruhe, der Demut und Bescheidenheit.» Walter Eigel-Reichlin, Präsident Schwyzer Heimatschutz

Der Innerschweizer Heimatschutz und das Fachgremium der Bauberatung der Sektion Luzern nehmen eine klar ablehnende Haltung zu einer Neuprojektierung des Areals der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB ) ein. Die Situierung in einem grosszügigen und weitherum einzigartigen Freiraum ist von besonderer Wichtigkeit. Das Gebäude ist mit seiner Stellung als «Gebäude im Park» für die sogenannte Neustadt ein prägender Bau. Der kaum 50-jährige, wohlproportionierte Bau ist ein wesentlicher Zeitzeuge der Spätmoderne in der Innerschweiz. Zusammen mit der etwas früher erbauten Maihofkirche ist die Bibliothek ein schutzwürdiges Objekt aus der Hand des Luzerner Architekten Otto Dreyer. Die Maihofkirche wurde 2009 unter Schutz gestellt, die ZHB müsste, wenn sie nicht sowieso unter der Schirmherrschaft des Kantons stünde, ebenso vor Abbruch geschützt sein. Dies war nicht der Fall, weil bisher die Regel galt, dass der Kanton mit seinen Liegenschaften mit grosser Sorgfalt umzugehen verstand. Dass dies im Fall der ZHB sogar bei einem baureif vorliegenden Umbauprojekt nicht umgesetzt wird, ist für den Innerschweizer Heimatschutz nicht nachvollziehbar. Der nun vorgeschlagenen Vorgehensweise wird ein steiniger Weg beschieden sein, denn die Verfahrensfragen werden von der Beschaffung des Auftrages bis hin zur Bewilligungsfähigkeit mit den vorhersehbaren Einsprachen und Beschwerden Jahre in Anspruch nehmen. Dieses leicht nachvollziehbare Szenario ist der ZHB nicht zu wünschen – hinsichtlich Funktionstauglichkeit und Entwicklungsstrategie ist eine rasche Lösung mit dem geplanten Umbau in jedem Fall vorzuziehen. Der Innerschweizer Heimatschutz ruft die zuständigen Behörden und Kommissionen zur Umkehr aus dieser verfahrenen Richtung auf. →  www.innerschweizer-heimatschutz.ch


SEKTIONEN/SECTIONS

Zug

Zürich

Stadt Zürich

Volksabstimmung Perlen-Initiative

Neuer Vorstand

Neujahrsblatt 2012

Mit über 1100 beglaubigten Unterschriften ist die Initiative zum «Erhalt der Perlen in der Stadt Zug» zustande gekommen. Die Vertreter des Initiativkomitees – Stadtzuger Einwohnerinnen und Einwohner und Zuger Heimatschutz – haben im November 2011 die Volksinitiative eingereicht. Die Urnenabstimmung ist am 17. Juni 2012 vorgesehen. Der Begriff der baulichen «Perlen» stammt aus dem Entwicklungskonzept des Zuger Stadtrats, der 2006 zuhanden der Ortsplanungsrevision fünf «Perlen» an einmaliger Lage definierte, als «repräsentative Orte für spezielle Nutzungen mit hohen Anforderungen an die städtebauliche und architektonische Gestaltung reserviert. Ihre Entwicklung unterliegt einem hohen öffentlichen Interesse». Wie dieses Interesse ganz unterschiedlich gewichtet wird, hat das Bauprojekt Salesianum gezeigt, notabene eine der fünf «Perlen», die wegen des aktuellen Referendums nicht in die Initiative aufgenommen wurde. Die verbleibenden vier «Perlen», die noch unbeplanten Areale Oeschwiese am See, Rötelberg, Zurlaubenhof und Meisenberg, sollen für die heutige Generation freigehalten werden. Mit den Worten von Ruedi Zai, Architekt und Vizepräsident des Zuger Heimatschutzes: «Spielen wir für unsere Nachfolgergeneration ein Stück Zug frei, indem wir vier für das Stadtbild und Stadtgefühl wichtige Orte vom Baudruck befreien. Wir wollen diese Orte – so wie sie heute sind – den Generationen nach uns übergeben, die dann aus ihrer Sicht entscheiden sollen, was für die Stadt die richtige Lösung sein wird. Der Blick der heutigen Generation auf die Stadt ist ein momentaner, ein Blick aus einer Zeit des Wachstums, des vielen vermeintlichen Geldes und der Lust auf Hochhäuser. Wir wollen nichts verhindern, nur zusätzliche Stadtbilder und Lebensqualitäten in der Zukunft ermöglichen.»

→ Christine Kamm, www.zugerheimatschutz.ch

An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 21. Januar 2012 in Winterthur hat der Zürcher Heimatschutz mit klaren Mehrheiten mehrere bisherige Mitglieder aus dem Vorstand abgewählt und dafür acht neue in die Verbandsspitze berufen. Der Präsident Ulrich Ruoff wurde in seinem Amt bestätigt. Im Kantonalzürcher Heimatschutz verbleiben aus dem bisherigen Vorstand neben dem Präsidenten Ruoff die beiden Zürcher Markus Fischer und Eduard Guggenheim. Neu gewählt sind Beat Schwengeler, Präsident der Sektion Winterthur, Thomas Boller (Zürich), Christian Coradi (Zürich), Christoph Dubs (Winterthur), Kurt Kübler (Winterthur), Thomas Müller (Zürich), Alexander Proff (Meilen) und Jan Smit (Bonstetten).

Das Neujahrsblatt 2012 des Stadtzürcher Heimatschutzes ist dem kleinen, schmucken Werkstatt- und Ladengebäude am Häldeliweg 8 aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewidmet. Es konnte vor zehn Jahren vor Zerfall und Abbruch gerettet werden, muss aber möglicherweise in näherer Zukunft der Erweiterung des Universitätsspitals weichen.

→  www.heimatschutz-zh.ch

→  www.heimatschutzstadtzh.ch

Bezug: Stadtzürcher Heimatschutz, kontakt@ heimatschutzstadtzh.ch Preis: CHF 10.– (+ Porto und Verpackung)

Unermüdlicher Einsatz für den Schutz der Heimat

Zum Hinschied von Reinhard Möhrle Schon früh engagierte sich Reinhard Möhrle für unsere Natur-und Kulturlandschaft. Seine lebenslange vielseitige ehrenamtliche Tätigkeit wurde über das Reppischtal hinaus wahrgenommen und auch sehr geschätzt. Als Mitglied der Heimatkundlichen Vereinigung Birmensdorf betreute er das dortige Ortsmuseum und gewann so ein zunehmend grosses Wissen über die einstige Lebensweise des bäuerlichen Lebens. Gegenstände aller Art im Besitz des Museums wurden von ihm bearbeitet und sorgfältig inventarisiert. Reinhard Möhrle ist auch durch seinen grossen Einsatz gegen den Bau der N4 durchs Säuliamt bekannt geworden. Nach der Niederlage ging er daran, Wege zu suchen, wie die zukünftige Autobahn möglichst landschaftsverträglich gestaltet werden könne. Im Vorstand der Zürcherischen Vereinigung für Heimatschutz war Reinhard Möhrle jahrzehntelang überaus aktiv. Er agierte sorgfältig und umsichtig, analysierte die jeweilige Situation klar und legte nach reiflichem Überlegen eine zu verfolgende Taktik fest. Dank seinem grossen Wissen und seinen gründlichen historischen Recherchen konnte er immer wieder bemerkenswerte Erfolge verzeichnen. Trotzdem verlor Reinhard Möhrle das Mass nicht, er sah sich nicht als Retter der Welt. Die «Aumüli» war ein Lieblingsobjekt von Reinhard Möhrle. Er gründete den Verein Pro Aumüli, der zusammen mit dem Heimatschutz Geld sammelte, die historische Mühle erwarb und die Bauten nach und nach renovierte. Gross war seine Enttäuschung, dass in der Mühle nicht wieder tagtäglich gemahlt werden konnte, sondern nur hin und wieder zu Schauzwecken. Das Vorhaben scheiterte an der gesetzlich vorgeschriebenen Restwassermenge. Trotz seiner abnehmenden Kräfte hat er bis zum Schluss an seinen Projekten weitergearbeitet. Vieles musste unvollendet bleiben. Es bleibt zu hoffen, dass nun ein würdiger Nachfolger gefunden werden kann, der in Reinhard Möhrles Fusstapfen tritt und in seinem Sinn und Geist sein Werk weiterführt. Anton E. Monn, Zürcher Heimatschutz

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1 | 2012  Heimatschutz/Patrimoine  43


(Marco Guetg)

VON MENSCHEN UND HÄUSERN/DES MAISONS ET DES HOMMES

Klaus Allemann in der Säge im Önztal: «Dieser Platz hier ist für mich ein Kraftort.» Klaus Allemann dans la scierie de la vallée de l’Önz: «Pour moi, cet endroit est un lieu de ressourcement.»

Klaus Allemann und die Sägerei im Önztal

«In einer Sägerei muss man sägen können, sonst ist sie tot» Seit August 1996 wird an der Önz bei Heimenhausen BE wieder gesägt. Möglich gemacht hat dies Klaus Allemann, der die Sägerei aus dem 19. Jahrhundert zusammen mit seiner Frau Ursula gekauft und behutsam restauriert hat und sie nun für den Eigengebrauch nutzt.

K

ein Wegweiser führt an den Ort, und das wird weiterhin so bleiben. Nicht dass Klaus Allemann etwas dagegen hätte, dass Menschen seine Sägerei besuchen würden. Er wünscht sich einfach kein «Gläuf» hin zu diesem Platz am Flüsschen Önz. Zu sehr ist ihm dieser Ort zur Oase des Werkens und der Erholung geworden. Also: Bei der Post im oberaargauischen Heimenhausen aussteigen, die Rainstrasse runtergehen, die Önz überqueren und dann gleich beim Waldeingang links den Weg nehmen, der hinunter an eine Lichtung und zur Sägerei führt. Vor unserem Besuch hat es die ganze Nacht über geschneit und es flöckelt noch,

44  Heimatschutz/Patrimoine  1 | 2012

wie wir durch die wattierte Landschaft der Waldlichtung entgegenlaufen. Aus dem Kamin des Sägerhauses steigt Rauch in den Winterhimmel, links dem Flüsschen entlang steht die lang gezogene Sägerei. Dort empfängt uns Klaus Allemann und führt uns ein in seine Welt. Es ist eine Welt, die wir nur vom Sehen kennen und es fallen Wörter in die Winterfrische, die wir nicht mal vom Hören kennen. «Diese Sagi ist eine klassische Anlage mit Stauwerk, Kanal und Wasserrad, das einen zweistelzigen Einfachgang antreibt», sagt Allemann, und das heisst: Sie habe nur ein Sägeblatt im Gegensatz zu «Vollgatter». Die nämlich sägen mit 10, 15 oder gar 20

Blättern. Wir hören vom Gatter, dem oberen und dem unteren Joch, «wo das Sägeblatt eingespannt wird», angetrieben vom Wasserrad, und erfahren, dass Wasserrad wiederum nur ein Oberbegriff ist. Hier dreht sich ein Zuppinger Niedergefällerad mit dreissig Schaufeln. Es hat einen Durchmesser von 4,5 Metern und ist 1,35 Meter breit. Klaus Allemann kennt sein Kind. Eine alte Liebe Seit wann in dieser idyllischen Lichtung eine Sägerei steht, ist unbekannt. Eine erste Konzession trägt das Datum 1807. Das jetzige Gebäude dürfte um 1880 gebaut worden sein, vermutet Klaus Allemann.


VON MENSCHEN UND HÄUSERN/DES MAISONS ET DES HOMMES

(Marco Guetg)

Im Sägerstöckli lebten über Generationen die Sägerfamilien, bis 1969 der letzte Säger starb und sich fortan niemand mehr um die Anlage kümmerte und sie nach und nach verfiel. Die Wende kam Mitte der 1990er-Jahre, als Pläne bekannt wurden, die Önz durchgehend fischgängig zu machen. Das hätte den Abbruch des Fassungswehrs und somit das Ende der Sägerei bedeutet. «Das war für mich der Startschuss», erinnert sich Klaus Allemann. «Man hätte die Sägerei wohl stehen lassen, doch ohne Wasserzufuhr hätte sie nicht mehr betrieben werden können.» Das aber war nun definitiv nicht mehr in Allemanns Sinn. «In einer Sägerei muss man sägen können», sagt er, «sonst ist sie tot.». Im Mai 1996 kauft Klaus Allemann die Sägerei samt Sägerstöckli und ohne fremde Hilfe und mit dem Ziel, «hier möglichst schnell wieder sägen zu können». Bereits im August 1996 frass sich ein Sägeblatt durch einen Stamm. Und seither sägt sich Klaus Allemann regelmässig Balken, Bretter oder Leisten zurecht, für den Eigengebrauch. Natürlich musste er ein paar Sachen reparieren. Das untere Joch zum Beispiel hat er ersetzt. Hier und dort waren die Originalbalken derart morsch, dass er sie auswechseln musste. Doch Klaus Allemann hat an dieser historischen Anlage möglichst viel belassen, wie es war. Die Geschichte des Gerätes soll am Gerät ablesbar sein.

Seit Mai 1996 besitzt Klaus Allemann eine alte Liebe. «Als ich ein kleiner Junge war», erinnert er sich, «hatte der damalige Sager für mich die Säge in Betrieb gesetzt. Ich sah das Wasserrad, und da muss der Funke gesprungen sein.» Später sei er immer wieder hierhergekommen, um zu sehen, wie es «dem Sageli» gehe – selbst in den 1980er- und 1990er-Jahren, als Allemann als Mechaniker bei der Swissair viel im Ausland unterwegs war. «Dieser Platz hier ist für mich ein Kraftort», sagt der Techniker, der inzwischen Ersatzteile zu Laserschnittmaschinen in alle Welt verkauft und hier nach seinen Bürostunden am Computer werkend Erholung findet. Doch dieser Ort ist noch ein bisschen mehr. Das merkt der Besucher, als ihn Klaus Allemann in die Unterkellerung führt, ihm die Funktion der Transmissionsriemen erklärt, zeigt, wo sich ein Leer- und wo ein Vollrad dreht, ihm demonstriert, wie mit Wasserkraft ein kleiner Generator für die Beleuchtung wie auch für Werkmaschinen Strom produziert, wie hier auf kleinstem Raum «mechanische Energie in elektrische umgewandelt und dann wieder zurückgewandelt wird», wie Allemann in seinem energetisch autarken Kleinreich sagt und strahlt und der Besucher begreift, was diesen Hobbysäger jeweils auch noch in die Waldlichtung am Ufer der Önz lockt. Marco Guetg, Journalist, Zürich

La scierie au bord de l’Önz En achetant une scierie au fil de l’eau, à Heimenhausen, dans le district de Haute-Argovie du canton de Berne, Klaus Allemann a réalisé un rêve d’enfant. La scierie est lovée dans un lieu idyllique au bord de l’Önz, une petite rivière paisible. Ce havre de paix est le monde de Klaus Allemann. La scierie est une installation classique avec un barrage au fil de l’eau, un bief et une roue de Zuppinger avec trente pales. Selon les recherches effectuées, une première concession lui aurait été octroyée en 1807. Le bâtiment actuel date vraisemblablement de 1880. Des générations de scieurs s’y sont succédées jusqu’en 1969, date du décès du dernier scieur. La scierie a été oubliée et abandonnée de longues années jusqu’à ce que le projet de démolition du canal de dérivation fasse réfléchir une certaine personne – Klaus Allemann – qui admirait cet endroit depuis son enfance. Pour Klaus Allemann, une scierie devait pouvoir fonctionner, sinon, ce n’était plus une scierie. En mai 1996, Klaus Allemann se décide à acheter la scierie et son habitation, et les remet en état tout seul. En août 1996, la scierie fonctionnait de nouveau. Klaus Allemann pouvait s’approvisionner en poutres et en planches sciées sur place. Certes, il a dû remplacer quelques poutres d’origine complètement pourries, mais l’histoire du moulin reste parfaitement lisible. Il faut dire que Klaus Allemann s’y connaît en technique: il était mécanicien chez Swissair. La scierie est un lieu de ressourcement pour ce technicien qui vient s’y reposer après ses longues heures de bureau. La machinerie fonctionne parfaitement bien. L’énergie hydraulique produite sur place alimente un petit générateur pour l’éclairage et actionne les machines. Dans un espace relativement restreint, l’énergie mécanique se transforme en énergie électrique: un lieu véritablement magique.

Die Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde führt am 19. Mai 2012 den alljährlichen Mühlentag durch. An diesem kann neben zahlreichen weiteren Mühlen auch die Sägerei im Önztal besichtigt werden:

→  www.sagiheimenhausen.ch und www.muehlenfreunde.ch ∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏∏

1 | 2012  Heimatschutz/Patrimoine  45


BÜCHER/LIVRES

Praktisches HandBuch

Bauernhäuser der Schweiz

Jürgen Klemisch: Maintenance of Historic Buildings – A Practical Handbook. Fraunhofer IRB Verlag, 2011, 220 S., € 42.–

Werner Bellwald: Die Bauernhäuser des Kantons Wallis, Band 3.2 Sägen, Schmieden, Suonenwärterhäuser. Gebäude und Gesellschaft im Wandel. Rotten-Verlag, 2011, 400 S., CHF 67.–

Der Unterhalt von historischen Gebäuden ist das heimliche A und O der Denkmalpflege. Ist der fachgerechte Unterhalt über einen langen Zeitraum sichergestellt, so verringern sich die Eingriffstiefe und die damit verbundenen Probleme bei den periodischen Instandstellungen bedeutend. Bedauerlicherweise wird diesem Punkt auch hierzulande viel zu wenig Beachtung geschenkt. Kaum ein/e Eigentümer/in eines Baudenkmales verfügt über ein Dokument, das sie oder ihn beim laufenden kleinen Unterhalt begleitet und unterstützt. Im Vereinigten Königreich nimmt sich die Society for the Preservation of Ancient Buildings diesem Thema schon seit Jahren erfolgreich an. Sie organisiert jeden November eine National Maintenance Week sowie zahlreiche Kurse für Hauseigentümer. Das vor Kurzem in Englisch erschienene Handbuch Maintenance of Historic Buildings hilft, die eingangs erwähnte Lücke zu füllen. Es ersetzt zwar keine gebäudespezifische Unterhaltsplanung, wartet aber mit vielen praktischen Hinweisen und hoher Fachkompetenz auf. Die Besitzer/innen historischer Gebäude werden ermuntert, ihrem Objekt die notwendige und fachgerechte Pflege zukommen zu lassen. Das Handbuch basiert auf einem einfachen Konzept: Fassade für Fassade und Raum für Raum werden die Massnahmen und die dazugehörigen Zeitintervalle zusammengestellt. Der Autor und sein Team verfügen über viel Erfahrung im Unterhalt historischer Bauten, besonders aus der Tätigkeit für die Brandenburgische Schlösser GmbH. Weiter sind die Erfahrungen aus der holländischen Monumentenwacht, einer engagierten NGO im Bereich Baukultur, in das Buch eingeflossen. Für das Handbuch wurde das Schloss Reichenow (D) als Beispiel gewählt. Das ist für die Schweiz beschränkt repräsentativ, birgt dafür einen reichhaltigen Fundus an Details. Fazit: Das Buch ist ein Steilpass für die Lancierung des Themas in der Schweiz. Philipp Maurer

Der letzte von insgesamt vier Bänden über die «Bauernhäuser des Kantons Wallis» gibt einen Überblick zu zwei zentralen Themen: dem ländlichen Gewerbe mit ihren Sägen, Schmieden und Suonenwärterhäusern und dem Wandel, der mit der Eisenbahn, dem Tourismus, der Industrie und der Hochkonjunktur kam und den Alltag der Bevölkerung grundlegend verändert hat. Die äusserst reichhaltige, durchgehend zweisprachige (d/f) Publikation beschreibt nicht nur die Gebäude im Wallis der letzten 200 Jahre, sondern erzählt auch von den Menschen und ihren Geschichten. Besonders lesenswert ist das Kapitel «Gegenwart», das auf den Strukturwandel und den Generationenwechsel eingeht und entleerte Dorfkerne, Umnutzungen und den zunehmenden Drang nach «künstlicher Ländlichkeit» beleuchtet. Peter Egli

46  Heimatschutz/Patrimoine  1 | 2012

Breite-Lehenmatt Bernard Degen, Pascal Maeder (Hg.): Breite-Lehenmatt Historischer Rundgang durch ein junges Basler Quartier. Neutraler Quartierverein BreiteLehenmatt/Historisches Seminar der Universität Basel, 2011, 108 S. CHF 30.–

In einer sehr ansprechend gestalteten Publikation stellen 22 Autorinnen und Autoren das Quartier Breite-Lehenmatt im Osten der Stadt Basel vor. Sie berichten unter anderem von der über 900-jährigen Siedlung St. Jakob, von Arbeiterhäusern des 19. Jahrhunderts, vom Nasenbach, vom Rheinbad und von der De Bary-Fabrik am St. AlbanTeich. Ergänzende Karten und Bilder laden ein zum aufschlussreichen «Historischen Rundgang durch ein junges Basler Quartier». Peter Egli

Geplante Altstadt Melchior Fischli: Geplante Altstadt. Zürich, 1920–1960. Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Bd. 79. Chronos Verlag, Zürich 2011, 220 S., CHF 58.–

Im diesjährigen Neujahrsblatt der Antiquarischen Gesellschaft Zürich beleuchtet Melchior Fischli die bisher kaum erforschte Altstadtsanierung von Zürich im Zeichen der Geistigen Landesverteidigung. Ausgehend von Planungsvisionen der 1920er-Jahre, die den Abbruch weiter Teile der Altstadt postulierten, zeigt die Publikation, wie sich die Auseinandersetzung mit dem Ortsbild von der Zwischenkriegszeit bis in die späten 1950er-Jahre hinein entwickelte. Ein breiter – auch vom Heimatschutz unterstützter – Konsens besagte zwar, dass die Grundstruktur der Altstadt erhalten bleiben sollte, dass zugleich aber «ungesunde» Häuser und historistische Fassaden im Ortsbild nichts zu suchen hätten. So gingen vorab in den 1930er- und 1940er-Jahren zahlreiche bedeutende Bauwerke verloren und wurden durch eingepasste Neubauten ersetzt. Die Lektüre ist nicht nur lokalhistorisch Interessierten zu empfehlen, sondern hilft mit, wieder einmal darüber nachzudenken, welche Werte mit noch so subtilen Ersatzbauten verloren gehen können, und wie die Ästhetik der gerne eingeforderten «Einordnung ins Ortsbild» vom Zeitgeist geprägt wird. Patrick Schoeck-Ritschard


BÜCHER/LIVRES

Expansion der Moderne

Architecture Alpine

Lux, Rex & Corso

Schweiz. Institut für Kunstwissenschaft (Hg.): Expansion der Moderne. Wirtschaftswunder – Kalter Krieg – Avantgarde – Populärkultur (outlines Bd. 5.). SIKISEA/gta Verlag ETHZ, Zürich 2010, 360 S., CHF 58.–

Reto Furter, AnneLise Head-König, Luigi Lorenzetti, Jon Mathieu (éd.): L’invention de l’architecture alpine. Die Erfindung der alpinen Architektur. Association Internationale pour l’Histoire des Alpes, Chronos Verlag, Zurich 2011, 350 p., CHF 38.–

Simon Edelstein: Lux, Rex & Corso. Les salles de cinéma en Suisse/Die Schweizer Kinosäle. Les Editions d’autre part, 2011, 278 p., CHF 69.–

Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete für Europa einen Neuanfang und zugleich eine Suche nach den abgetrennten Wurzeln der Moderne der Zwischenkriegszeit. Verschonte «Inseln» wie die Schweiz oder Schweden, in denen das Nachdenken über Kunst, Kultur und Gesellschaft nicht vollständig abgebrochen war, dienten in mancherlei Hinsicht als Brückenbauer und Vorbilder. Dank einer erfrischenden und wohldosierten Breite, die von der Politik bis zur Architektur reicht, schafft es der vorliegende Tagungsband, das Bild einer Epoche des Umbruchs, der Popularisierung und zugleich der Rückwärtsgewandtheit zu zeigen.

Qu’est-ce que l’architecture alpine? Existet-il une architecture qui peut être définie «alpine»? A travers un parcours interdisciplinaire impliquant des historiens, des ethnologues et des architectes, les divers contributions illustrent les changement que la culture du bâti dans l’espace alpin a connus au cours de son histoire: de l’architecture vernaculaire et ses rapports avec l’économie paysanne, à l’architecture folklorique relatant les influences des représentations de la culture urbaine, jusqu’à la modernité alternative des utopies du XXe siècle laissant émerger une pluralité de styles et d’approches. Le succès fulgurant de l’incontournable chalet suisse y est également relaté: développé dès la fin du XVIIIe siècle sur la base des idées du romantisme, il était un des types de construction imaginés par les architectes sur leur planche à dessiner. Résultat d’un assemblage de divers éléments de construction empruntés à l’architecture traditionnelle de l’Oberland bernois et des régions voisines du Pays de Vaud, ce nouveau type de construction était fort apprécié dans l’Europe moyenne et du Nord. Au point où, durant la seconde moitié du XXe siècle le chalet est devenu un produit industriel courant. Ce numéro de Histoires des Alpes – Storia delle Alpi – Geschichte der Alpen, dont les textes sont écrits en allemand, français ou italien, est complété par le chapitre Forum qui rassemble six contributions qui jettent de nouveaux regards sur l’histoire des Alpes et enrichissent ses perspectives en élargissant le regard à d’autres espaces montagnards de la planète. Monique Keller

Avec son ouvrage Lux, Rex & Corso, le photographe et réalisateur genevois Simon Edelstein nous emmène visiter les salles de cinéma à travers la Suisse. Partant du constat que les salles à écran unique disparaissent dans l’indifférence générale, l’auteur a souhaité documenter ce qui reste de ces lieux mythiques à l’architecture souvent étonnante. Un texte de Lucie Rihs et Didier Zuchuat retrace l’histoire des salles en Suisse et apporte un complément intéressant aux très belles images de Simon Edelstein. Il souligne le rôle important de l’architecture souvent utilisée pour valoriser l’écran. Ainsi certains cinémas à la pointe de la modernité ont été réalisés par des architectes renommés. On citera parmi eux les cinémas Capitole (1928) et Métropole (1931) à Lausanne, construits par les architectes Charles Thévenaz, puis Alphonse Laverrière. D’autres architectes ont mené une recherche plastique particulière comme Max Bill dans le canton de Schaffhouse (Scala en 1963 et Cinévox en 1957). Le livre rappelle aussi qu’il n’y a jamais existé en Suisse une politique de préservation des salles de cinéma en tant que patrimoine architectural. Ce sont des particuliers et des associations qui se sont mobilisés pour sauver parfois miraculeusement ces lieux d’histoire. Mais les exemples sont plutôt rares, la majorité des anciennes salles sont transformées en dépôts ou en magasins, en habitations ou encore en restaurants branchés. Pour compléter ce véritable travail de mémoire, un inventaire des cinémas choisis ainsi que les sources bibliographiques sont joints en fin de volume.

Patrick Schoeck-Ritschard

Terrassenlandschaften Raimund Rodewald: Ihr schwebt über dem Abgrund. Terrassenlandschaften im Wallis. Rotten-Verlag 2011, 208 S., CHF 39.–

Das Buch zeigt die Entstehung und Entwicklung der rund 1500 Hektaren Rebland in den Walliser Terrassenlandschaften auf, welche vor dem 19. Jahrhundert sehr dürftig dokumentiert wurde. Die Wiederentdeckung der Terrassen im 19. Jahrhundert ist zu einem guten Teil den Künstlern, Literaten, Malern und nicht zuletzt dem «Nationaldichter» Charles Ferdinand Ramuz zu verdanken. Neben der Geschichte ihrer Entstehung präsentieren zudem zwölf Porträts engagierte Menschen von Mörel bis Orsières, die diese Landschaften im Wallis prägten oder von ihnen geprägt wurden. Marco Caminada

Monique Keller

1 | 2012  Heimatschutz/Patrimoine  47


LEA, LUC & MIRO

Nous, les humains, avons besoin de toujours plus de place. Beaucoup de gens souhaitent aujourd’hui habiter dans de grands logements, de préférence dans leur propre maison à la campagne. Quelles en sont les conséquences pour le paysage? Pour en avoir une idée plus précise, Lea, Luc et Miro prennent de la hauteur …

Zählen und gewinnen!

Compte et gagne!

Auf welcher Kugel wohnen mehr Menschen? Zähle die Kreuze und schreibe das Resultat in die entsprechenden Kästchen. Schicke uns die Antwortkarte (nebenan) oder eine E-Mail an info@heimatschutz.ch mit dem Vermerk «Lea, Luc und Miro» bis zum 15. Mai 2012. Vergiss nicht, dein Geburtsjahr und den Absender zu notieren. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir einen Preis.

Sur laquelle des deux planètes vivent le plus de gens? Compte les croix et inscris le résultat dans les cases correspondantes. Envoienous jusqu’au 15 mai 2012 le talon-réponse ci-contre ou un courriel à l’adresse info@patrimoinesuisse.ch, avec la mention «Lea, Luc et Miro». N’oublie pas d’indiquer ton année de naissance et le nom de l’expéditeur. Les participant-e-s qui auront donné la bonne réponse et qui seront tiré-e-s au sort recevront un prix.

→  Alle bisherigen Lea, Luc & Miro-Seiten unter www.heimatschutz.ch/lealucmiro

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Konzept/Conception: Karin Artho, Gabi Berüter / Illustration/Graphisme: Gabi Berüter

Wir Menschen brauchen immer mehr Platz. Viele wohnen heute gerne grosszügig, in mehreren Zimmern, und am liebsten in einem eigenen Haus mitten auf dem Land. Was bedeutet das für unsere Landschaft? Lea, Luc und Miro steigen in die Höhe, um sich davon ein Bild zu machen ...

48  Heimatschutz/Patrimoine  1 | 2012


Bestellen Sie jetzt die Publikation «40 Wakkerpreise – 1972–2011» Commandez maintenant la publication «40 Prix Wakker – 1972–2011» GESCHÄFTSSTELLE/SECRÉTARIAT Schweizer Heimatschutz/Patrimoine suisse Postfach 1122, 8032 Zürich Domizil/Siège: Seefeldstrasse 5a, 8008 Zürich T 044 254 57 00, F 044 252 28 70 info@heimatschutz.ch, www.heimatschutz.ch, info@patrimoinesuisse.ch, www.patrimoinesuisse.ch Geschäftsleiter/Secrétaire général: Adrian Schmid ZENTRALVORSTAND/COMITÉ CENTRAL Geschäftsausschuss/Bureau Präsident/Président: Philippe Biéler, rue du Village 24, 1613 Maracon T 021 907 82 52 philippe.bieler@patrimoinesuisse.ch Vizepräsident(in)/Vice-président(e): Ruth Gisi, Hochwald SO Severin Lenel, St. Gallen Übrige Mitglieder/Autres membres: Christian Bischoff, Genève Denise Lüthy, Bonstetten ZH Daniela Saxer, Zürich Hans Schmid, Lavin GR Geschäftsstellen/Secrétariats Sektionspräsidenten/Présidents de section Aargauer Heimatschutz Präsident: Ruedi Weber, Gipf-Oberfrick Geschäftsstelle: Henri Leuzinger, Kapuzinergasse 18, Postfach 358, 4310 Rheinfelden, G 061 831 70 05, P 061 831 69 67 Heimatschutz Appenzell A.-Rh. Präsident: Heinz Naef, Ober Bendlehn 20, 9042 Speicher, G 071 344 26 44 Heimatschutz Basel Präsident: Robert Schiess, Basel Geschäftsstelle: Paul Dillitz, Hardstrasse 45, Postfach, 4020 Basel, G 061 283 04 60 Baselbieter Heimatschutz Präsident: Markus Jermann, Schlossgasse 2, 4222 Zwingen, G 061 761 38 69, F 061 761 42 38, P 061 761 35 10 Berner Heimatschutz Präsidentin: Dorothée Schindler, Bern Geschäftsstelle: Kramgasse 12, 3011 Bern, G 031 311 38 88, F 031 311 38 89 Bündner Heimatschutz Präsidentin: Inge Beckel, 7413 Fürstenaubruck Geschäftsstelle: Ludmila Seifert-Uherkovich, Lürlibadstrasse 39, 7000 Chur, G 081 250 75 72 Proteziun da la patria d’Engiadina Präsident: Andreas Weisstanner, Via Suot Crasta 38, 7505 Celerina/Schlarigna, P 081 833 81 78, M 076 328 66 88 Patrimoine suisse, section Fribourg Président: Pierre Heegaard, Stalden 20, 1700 Fribourg, B 032 654 91 26, F 032 654 91 08, P 026 322 61 36 Patrimoine suisse, section Genève Président: Robert Cramer, Genève Secrétariat: ruelle du Midi 10, case postale 3660, 1211 Genève 3, B 022 786 70 50, F 022 786 78 07 Glarner Heimatschutz GHS Präsident: Fridolin Beglinger, Oberrütelistrasse 19, 8753 Mollis, G 055 612 22 00, F 055 612 45 36 Patrimoine Gruyère-Veveyse Président: Jean-Pierre Galley, Au village, 1669 Lessoc Secrétariat: Denis Buchs, case postale 161, 1630 Bulle 1, B 026 916 10 10 Innerschweizer Heimatschutz Präsident: Sepp Rothenfluh, Murbacherstrasse 25, 6003 Luzern, G 041 210 87 80 Geschäftsstelle: Andreas Stäuble, Schirmertorweg 6, 6004 Luzern Patrimoine suisse, section Jura Président: Antoine Voisard, Porrentruy Administrateur: Georges Daucourt, CP 2202, 2800 Delémont 2, T/F 032 422 73 89 Patrimoine suisse, section neuchâteloise Présidente: Silvia Rohner, rue de la Côte 64, 2000 Neuchâtel, B 032 724 09 33 Oberwalliser Heimatschutz Präsident: Giuseppe Curcio, Terbinerstrasse 11, 3930 Visp, Tel: 027 946 02 83

Schaffhauser Heimatschutz Präsident: Caro Stemmler, Zum Gelben Haus, Stadthausgasse 21, 8200 Schaffhausen, G 052 624 52 20, P/F 044 836 67 45 Schwyzer Heimatschutz Präsident: Walter Eigel, Zwygarten 11, 6415 Arth, P 041 855 51 66 Solothurner Heimatschutz Präsident: Philipp Gressly, Solothurn Geschäftsstelle: Tanja Baumberger, Ravellenweg 12, 4702 Oensingen, G 032 622 12 26 Heimatschutz St. Gallen/Appenzell I.-Rh. Präsident: Andreas Jung, Rebstein Geschäftsstelle: Natalia Bezzola Rausch, Davidstrasse 40, Postfach 931, 9001 St. Gallen, G/F 071 222 07 20 Thurgauer Heimatschutz Präsident: Uwe Moor, Oberhofen bei Kreuzlingen Geschäftsstelle: Gianni Christen, altes SBB-Stellwerk Weinfelden, Schützenstrasse 28, Postfach 299, 8570 Weinfelden, G 071 620 05 10 Società ticinese per l’arte e la natura (STAN) Presidente: Antonio Pisoni, Ascona STAN: Via Borghese 42, CP 1146, 6601 Locarno, U 091 751 16 25, F 091 751 68 79 Patrimoine suisse, section Valais romand Président: Rafael Matos, rue de la Lombardie 10, 1950 Sion, B 027 455 59 61 Patrimoine suisse, section vaudoise Président: Denis de Techtermann, Morges Secrétariat: chemin des Bulesses 154, 1814 La Tour-de-Peilz, B 021 944 15 20, F 021 944 15 89 Zuger Heimatschutz Präsident: Dr. Alex Briner, Cham Geschäftsstelle: Postfach 4641, 6304 Zug, G 041 711 13 18, F 041 711 13 19 Zürcher Heimatschutz Präsident: Ulrich Ruoff, Zürich Geschäftsstelle: Eichstrasse 29, 8045 Zürich, G 044 340 03 03, F 044 340 03 35 Fachberater/Conseillers Anfragen über die Geschäftsstelle SHS/ Consulter le secrétariat de Patrimoine suisse Bauberatung/Service technique: Christoph Schläppi, Bern (Präsident) Patricia Schibli, Wettingen

IMPRESSUM 1/2012: 107. Jahrgang/107e année Herausgeber/Editeur: Schweizer Heimatschutz/Patrimoine suisse Redaktion/Rédaction: Peter Egli (Leitung) Elisabeth Kopp-Demougeot (traductions) Irène Bisang (Übersetzungen) Redaktionskommission/Commission de rédaction: Gerold Kunz (Vorsitz), Architekt ETH Peter Egli, Architekt FH/Redaktor Adrian Schmid, Geschäftsleiter SHS Christian Bischoff, architecte Ivo Bösch, Architekt ETH/Redaktor Druck/Impression: Stämpfli Publikationen AG, 3001 Bern Gestaltungskonzept/Maquette: Stillhart Konzept und Gestaltung, 8003 Zürich

EHRENMITGLIEDER/MEMBRES D’HONNEUR Marco Badilatti, Denis Blondel, Jaques Bonnard, Ronald Grisard, Dr. Theo Hunziker, Dr. Caspar Hürlimann, Dr. iur. Bruno A. Kläusli, Beate Schnitter, Dr. phil. Rose-Claire Schüle, Dr. Andrea Schuler, Robert Steiner, Hans Weiss

Ich bestelle ___ Ex. «40 Wakkerpreise – 1972–2011» Preis: CHF 19.–/CHF 9.– für Heimatschutz-Mitglieder exkl. Porto Je commande ___ Ex. «40 Prix Wakker – 1972–2011» Prix: CHF 19.–/membres de Patrimoine suisse CHF 9.–, port exclu

Name, Vorname/Nom, prénom Strasse, Nr./Rue, n o PLZ, Ort/NPA, lieu Telefon/Téléphone/E-Mail

Adresse: Redaktion «Heimatschutz/Patrimoine», Postfach 1122, 8032 Zürich, T 044 254 57 00, F 044 252 28 70, redaktion@heimatschutz.ch, redaction@patrimoinesuisse.ch ISSN 0017-9817

Beruf, Geburtsjahr/Profession, année de naissance Datum, Unterschrift/Date, signature

www.heimatschutz.ch/www.patrimoinesuisse.ch/Fax 044 252 28 70 Nächstes Heftthema: Bäder – gestern und heute Redaktionsschluss: 31. März 2012 Thème du prochain numéro: Les bains, hier et aujourd’hui Délai rédactionnel: 31 mars 2012

Zählen und Gewinnen Compte et gagne

Name, Vorname/Nom, prénom Strasse, Nr./Rue, n o PLZ, Ort/NPA, lieu

neutral Drucksache No. 01-12-381086 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership

Lic. iur. Lukas Bühlmann (Schweiz. Vereinigung für Landesplanung, Association suisse pour l’aménagement national) TALERVERKAUF/VENTE DE L’ÉCU D’OR Talerverkauf für Heimat- und Naturschutz Vente de l’Ecu d’or Postfach, 8032 Zürich Domizil/Siège: Seefeldstrasse 5a, 8008 Zürich G 044 262 30 86, F 044 252 28 70 info@schoggitaler.ch, www.schoggitaler.ch, www.ecudor.ch, www.tallero.ch PC 80-4943-5 Leiterin Talerbüro: Iris Strebel

[ ] Je deviens membre de Patrimoine suisse (dès 50 francs par an pour les membres individuels) et je reçois la publication «40 Prix Wakker» comme cadeau!

Auflage/Tirage: 18 000 Ex.

Öffentlichkeitsvertreter/ Représentants des milieux officiels Dr. Raimund Rodewald (Stiftung Landschaftsschutz Schweiz/Fondation suisse pour la protection et l’aménagement du paysage)

Dr. Samuel Rutishauser und Gerold Kunz (Denkmalpflege)

[ ] Ich werde Mitglied beim Schweizer Heimatschutz (50 Franken pro Jahr für Einzelmitglieder) und erhalte als Begrüssungsgeschenk die neue Publikation «40 Wakkerpreise»

Erscheint/Parution: vierteljährlich/trimestrielle

Rechtsdienst/Service juridique: Lic. iur. Rudolf Muggli, Bern

Prof. Dr. Georg Mörsch

188-seitige Publikation, zweisprachig mit rund 400 farbigen Bildern. Publication de 188 pages, en deux langues, avec près de 400 images en couleurs

Telefon/Téléphone/E-Mail Beruf, Geburtsjahr/Profession, année de naissance Datum, Unterschrift/Date, signature

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SIND SIE UMGEZOGEN? Melden Sie uns Ihre neue Adresse per E-Mail: mitglieder@heimatschutz.ch per Post: Schweizer Heimatschutz, Postfach 1122, 8032 Zürich AVEZ-VOUS CHANGÉ D’ADRESSE? Communiquez-nous votre nouvelle adresse par courriel: membres@patrimoinesuisse.ch par courrier postal: Patrimoine suisse, case postale 1122, 8032 Zurich

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Heimatschutz/Patrimoine, 1-2012  

Die Zeitschrift "Heimatschutz/Patrimoine" wird viermal jährlich vom Schweizer Heimatschutz herausgegeben. Sie richtet sich an Mitglieder des...

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