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Florence Thinard

Das Herbarium der Entdecker

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1. Auflage: 2013 Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliografie: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. ISBN: 978-3-258-07818-2 Alle Rechte vorbehalten Für die Originalausgabe: © 2012, Editions Plume de Carotte (Frankreich), erschienen unter dem Titel „L’herbier des explorateurs“. Für die deutsche Ausgabe: © 2013, Haupt Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig. Zahlreiche Institutionen und Personen haben wesentlich zu diesem Buch beigetragen. Ein besonderer Dank geht an die Kew Royal Botanical Gardens und das Botanische Institut der Université de Montpellier sowie an John Harris, Lydia White, Gina Fullerlove, David Goyder, Julia Buckley, Craig Brough, Véronique Bourgarde und Peter Schäfer. Sämtliche Fotografien aus Herbarien (rechte Buchseiten) stammen von den Kew Royal Botanical Gardens. Ausnahmen bilden die Fotografien auf den Seiten 45, 65, 71, 79, 89, 91, 97, 151 und 157, die dem Botanischen Institut der Université de Montpellier gehören. Alle Fotografien aus Herbarien wurden mit ausdrücklicher Genehmigung der Kew Royal Botanical Gardens und des Botanischen Instituts der Université de Montpellier in diesem Buch abgedruckt. Layout: Geneviève Démereau Projektleitung: Laura Puechberty Producing der deutschen Ausgabe: SAW Communications, Redaktionsbüro Dr. Sabine A. Werner, Mainz Übersetzung: SAW Communications, Mainz: Christa Trautner-Suder Satz: SAW Communications, Mainz: Katrin Pfeil Printed in Germany www.haupt.ch

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Florence Thinard

Das Herbarium der Entdecker Humboldt, Darwin & Co. – botanische Forscher und ihre Reisen

Mit Fotografien von Yannick Fourié

Haupt NATUR


Vorwort

Dieses Buch wurde in Zusammenarbeit mit den Royal Botanic Gardens, Kew (Großbritannien), und dem Zentrum für das wissenschaftliche Erbe der Université Montpellier 2 (Frankreich) realisiert. Die Herbarien dieser beiden Institutionen bilden die wesentliche Grundlage dieses Buches. Die Royal Botanic Gardens zählen zu den größten botanischen Gärten der Welt. Ihre historischen Gebäude, berühmten Gewächshäuser und insbesondere ihre Ausstellungen über die Pflanzen aus aller Welt ziehen jährlich über eineinhalb Millionen Besucher an. Die Royal Botanic Gardens sind aber nicht nur touristisch von Bedeutung, sondern spielen auch eine wesentliche Rolle in der Forschung. Neben der Sammlung lebendiger Pflanzen, einem Herbarium und mehreren Forschungslaboren ist vor allem auch die Millennium Seed Bank von großer Bedeutung – in ihren Beständen lagern über zwei Milliarden Pflanzensamen! Die Royal Botanic Gardens wurden aufgrund ihrer herausragenden botanischen Bedeutung 2003 sogar auf die Liste der Welterbestätten der UNESCO gesetzt. Für das vorliegende Buch von großer Bedeutung ist vor allem das Herbarium. Es entstand 1853 aus mehreren Privatsammlungen, insbesondere der Sammlung von Sir William Hooker, der auch der erste Direktor der Royal Botanic Gardens war. Im Laufe der Zeit konnten weitere Sammlung erworben werden, so etwa jene von Charles Darwin, David Livingstone, Ernest Wilson und anderen berühmten Forschern. Heute umfasst das Herbarium rund acht Millionen Herbarblätter, von denen allein 350 000 als sogenannte „Typen“ gelten, also als Blätter, die es ermöglicht haben, eine Pflanze erstmals zu beschreiben und zu benennen. Noch heute wächst das Herbarium der Royal Botanic Gardens jährlich um rund 37 000 neue Blätter. Es gehört somit zu den weltweit bedeutendsten

Herbarien und spielt eine wesentliche Rolle bei der Erforschung der Pflanzenwelt und bei der Entwicklung von Maßnahmen für ihre Erhaltung in der Zukunft. Auch das Herbarium des Zentrums für das wissenschaftliche Erbe der Université Montpellier 2 spielt im vorliegenden Buch eine zentrale Rolle. Es umfasst die Sammlungen von so bedeutenden Forschern wie Philibert Commerçon, Antoine de Bougainville oder Jules Dumont d’Urville, welche in vergangenen Jahrhunderten die damals noch unbekannten Regionen des Südpazifiks, Polynesiens und sogar der Antarktis erforscht haben. Eine Besonderheit des Herbariums der Université Montpellier 2 besteht aber auch darin, dass es eine außergewöhnlich reiche Sammlung einheimischer Arten umfasst. Insbesondere der Begründer des Herbariums, Hippolyte Coste, aber auch Augustin-Pyrame de Candolle, dessen Sohn Alphonse Pyrame de Candolle und Michel Félix Dunal haben unzählige mediterrane Arten gesammelt, fachgerecht konserviert und damit der Nachwelt zugänglich gemacht. Einige ihrer Arbeiten – insbesondere jene von Canolle und Dunal über die mediterranen Pilze – werden noch heute von Mykologen für ihre Forschung genutzt. Auch durch die in Montpellier entwickelten Muster zur Zusammenstellung von Herbarien haben die Väter dieser Forschungsinstitution ein wissenschaftliches Erbe aufgebaut, auf das sich Botaniker noch immer stützen. Heute arbeiten in Montpellier passionierte Amateure und zahlreiche Profis an der Auswertung und Aufbereitung der wertvollen Sammlungen. Dank moderner Technik werden Teile davon digitalisiert und der ganzen Welt zugänglich gemacht. Das Zentrum für das wissenschaftliche Erbe der Université Montpellier 2 präsentiert damit ihr außergewöhnliches Erbe nicht nur einer interessierten Öffentlichkeit, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der botanischen Reichtümer unseres Planeten.


Vorwort

Das vorliegende Buch entführt uns auf einer Zeitreise in „fremde Welten“, beschrieben aus der Sicht von Pflanzenforschern und Entdeckern und dokumentiert durch ihre Sammlungen. Die Geschichten und Illustrationen zeichnen faszinierende Bilder der vielfältigen Lebensräume der Erde und ihrer Pflanzenwelten, zeugen aber auch von der zerstörerischen Kraft der Natur und gleichzeitig von ihrer Zerbrechlichkeit.

Heute beherbergen die über 3000 Botanischen Gärten der Welt als lebende Museen geschätzte sechs Millionen verschiedene Herkünfte (Akzessionen) von Pflanzen; mehr als eine Million davon sind in der Datenbank von Botanic Gardens Conservation International (BGCI Plant Search) dokumentiert. Neben den circa 7000 Pflanzenarten, die der Mensch in geringerem oder stärkerem Ausmaß nutzt, befinden sich darunter auch mehr als 80 000 Wildarten.

Mit ihren Sammeltätigkeiten und ihren Berichten haben Forscher und Reisende unser Wissen über die Pflanzenwelt der Erde kontinuierlich erweitert. Die Herbarien der Entdecker fanden und finden ihre Wege in die Sammlungen der Welt und dienen als Grundlage für die Beschreibung und Benennung der gefundenen Arten. Bis heute werden immer noch um die 2000 Pflanzenarten pro Jahr neu beschrieben. Und dennoch sind erst circa 270 000 der weltweit geschätzten circa 400 000 Arten wissenschaftlich erfasst. Die Zahlen zeigen deutlich die Notwendigkeit, auch weiterhin auf häufig beschwerliche und gefährliche Entdeckungs- und Forschungsreisen zu gehen, um die Pflanzen der Erde zu dokumentieren und zu beschreiben.

Viele dieser Wildarten sind heute stark gefährdet, denn mehr als ein Fünftel aller Pflanzenarten der Erde gelten als vom Aussterben bedroht. Neben dem fortschreitenden Verlust vieler artenreicher Lebensräume ist eine Ursache dafür sicher auch die mangelnde Wahrnehmung der Schönheit und des biologischen Wertes der Pflanzen. Hier leistet das vorliegende Buch einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für Arten- und Naturschutz. Darüber hinaus findet man sich hineingezogen in die Beschreibungen der spannenden oder auch frustrierenden Suche nach wirtschaftlich bedeutenden Pflanzenarten oder kann direkt die Begeisterung nachvollziehen, die sich in den Schilderungen eines Forschers über neue Funde und atemberaubende Landschaften widerspiegelt. Das „Herbarium der Entdecker“ spannt hierbei einen Bogen von der Antike bis zur Jetztzeit. So entsteht ein umfassendes Verständnis dafür, wie gerade heute Pflanzensammler, Entdecker, Botaniker und Botanische Gärten gemeinsame Verantwortung für den Erhalt gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume tragen und in weltweiter Zusammenarbeit und unter Beachtung der Interessen der Heimatländer der Pflanzen Programme entwickeln, die dem Verlust von pflanzlicher Biodiversität entgegenwirken.

Davidia, Incarvillea, Tradescantia oder Thunbergia gehören zu den vielen Gattungen, die zu Ehren von Forschungsreisenden und Pflanzensammlern benannt wurden und die heute in den Gärten der ganzen Welt zu finden sind. Denn die Tätigkeit der Entdecker beschränkt sich nicht auf die Dokumentation der gefundenen Pflanzen in Herbarien, auch unzählige lebende Pflanzen und Samen wurden von den Reisen zurückgebracht und viele davon in der Folgezeit in Botanischen Gärten kultiviert. Erfolgreich etablierte Pflanzen wurden zwischen den Gärten getauscht.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Michael Kiehn, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Wien, Rennweg 14, 1030 Wien

Das Alpinum im Botanischen Garten der Universität Wien ist Spiegelbild der Forschung und nicht nur im Frühjahr ein Genuss für Liebhaber von Gebirgspflanzen.


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG: Reisen zu unbekannten Pflanzen .................8

MYRRHE UND WEIHRAUCH AUS DEM GOLDLAND PUNT: Zum Ruhme Hatschepsuts ................ 18

EXOTISCHE AUSBEUTE  AUF DEN SPUREN ALEXANDERS: Theophrastos von Eresos, ein Botaniker im alten Griechenland.....................................20

DIE BOTANIK ARABIENS ZUR ZEIT DER KREUZZÜGE: Ibn al-Baitar, ein Andalusier im Orient ........ 22

AUF DER SEIDEN UND GEWÜRZSTRASSE: Marco Polo am Hofe des Großkhans .....................................24

KURS WEST, ZU DEN GEWÜRZEN CIPANGOS: Christoph Kolumbus, Bezwinger des Atlantiks ......................26

DIE EROBERUNG EINER NEUEN BOTANISCHEN WELT: Fernández de Oviedo – im Angesicht Amerikas ........28

STERBEN FÜR DIE GEWÜRZNELKE: Magellan auf den Molukken .................................................30

DER NAME DER TULPE: Busbecq im Reich Süleymans des Prächtigen..................................................... 32

DIE LILIEN, DER FLIEDER UND DIE FESTUNGEN DES ORIENTS: Pierre Belon, Naturforscher und Spion ....... 34

VON RUSSLAND NACH ALGERIEN: John Tradescant der Ältere auf der Suche nach seltenen Pflanzen ................................................................. 36

IM DIENSTE DES MULTINATIONALEN GEWÜRZHANDELS: Georg Rumpf, Kaufmann und Botaniker auf den Molukken ......................................... 38

ZEICHNER DER KARIBISCHEN FLORA: Charles Plumier, der Künstlermönch auf den Antillen .......... 40

DIE BLUMEN AUSTRALIENS: William Dampier, der gelehrte Freibeuter..........................................................42

DIE „SCHÖNEN PFLANZEN“ DER LEVANTE: Tournefort auf dem Weg nach Persien...................................44

FLECHTEN UND BLUMEN IM HOHEN NORDEN: Carl von Linné in Lappland ..................................................46

DIE VERLORENEN HERBARIEN DER ANDEN: Joseph de Jussieu, Humanist und Pechvogel ..........................48

IN DEN KAISERLICHEN GÄRTEN: D’Incarville in China ............................................................50

KAMPF DEM GEWÜRZMONOPOL: Pierre Poivre in Ostindien..................................................... 52

IM SCHATTEN DES AFFENBROTBAUMS: Michel Adanson im Senegal .................................................. 54

VON DER BOUGAINVILLEA ZUR HORTENSIE: Philibert Commerson und Jeanne Barret reisen um die Welt .......................................................................... 56

PFLANZEN IN HÜLLE UND FÜLLE: Banks und Solander in der Südsee......................................... 58

ZURÜCK ZU DEN PFLANZEN DES SÜDENS: Vater und Sohn Forster im Südpazifik ...................................62

DIE BLUMEN EINES VERBOTENEN REICHES: Carl Thunberg als Botaniker und Schmuggler in Japan ..........64

IM LAND DES HEIDEKRAUTS UND DER SUKKULENTEN: Francis Masson, ein Gärtner in Südafrika......................................................................... 66

EINE EXPEDITION VERSCHWINDET: La Pérouse und La Martinière im Südpazifik .........................68

IM SCHATTEN NORDAMERIKANISCHER BÄUME: André Michaux, ein französischer Botaniker in den USA ......70

DIE BOUNTY UND DER BROTFRUCHTBAUM: Kapitän Bligh und die Meuterer von Tahiti ............................ 72

IM LAND DER EUKALYPTUSBÄUME: Labillardière auf den Spuren von La Pérouse .........................76

MIT BONAPARTE ZU LOTOS UND PAPYRUS: Alire Raffeneau-Delile und die Ägyptische Expedition ..........78

VON DER MANGROVE ZUM MATESTRAUCH: Humboldt und Bonpland in Lateinamerika .......................... 80

FORSCHERFRIEDEN IN DER AUSTRALISCHEN FLORA: Baudin und Flinders in Australien ..........................84


DER STARTSCHUSS ZUR EROBERUNG DES WESTENS: Meriwether Lewis durchquert Nordamerika........................................................................86

ADONISRÖSCHEN, IRIS UND ENZIAN: Augustin Pyrame de Candolle in den Pyrenäen .....................88

DIE GRÜNEN EDELSTEINE DES NIL: Frédéric Cailliaud, ein Juwelier im Sudan ............................. 90

BOTANISIEREN BEI DEN ABORIGINES: Allan Cunningham, der Erforscher Australiens .....................92

EINE HORTENSIE FÜR DIE LIEBE: Philipp Franz von Siebold in Japan ........................................94

DER TANG DES PAZIFIKS: Jules Dumont d’Urville in Ozeanien ......................................96

DER GEHEIME GARTEN IM BUSCH: Georgiana Molloy, eine Engländerin in Australien .................98

DAS „GEHEIMNIS ALLER GEHEIMNISSE“: Charles Darwin auf den Galapagosinseln ............................ 100

RIESENKRÄUTER UND RHODODENDREN: Joseph Dalton Hooker, vom Südpol zum Himalaja .............. 104

BLÜHENDE FRACHT AUS DEM INDISCHEN OZEAN: Mathurin Jean Armange auf großer Fahrt ............ 108

EXOTISCHE PFLANZEN IM REICH DES WEISSEN RADSCHAS: Hugh Low in Sarawak ...................................110

VON DEN MÜHEN EINES TEEDIEBS: Robert Fortune in China...................................................... 112

DIE SCHÄTZE DES URWALDS: Richard Spruce in Amazonien .............................................114

DER ORCHIDEENKRIEG: Benedict Roezl in Lateinamerika..........................................116

BOTANIKER, NEHME ICH AN? David Livingstone und John Kirk auf dem Sambesi .............. 118

BLUMEN AUS DEM GRAB DES WEISSEN MANNES: Gustav Mann in Kamerun .................................122

DIE SAVANNEN BEI DEN GROSSEN SEEN: James Grant und John Speke in Ostafrika ............................ 124

BOTANIK, DIE HEILIGE PFLICHT EINES MISSIONARS: Armand David in China ............................ 126

KANONENBOOTE AUF DEM MEKONG: Clovis Thorel in Indochina ................................................. 130

DIE PASSIONSBLUMEN: Marianne North – Lady, Malerin und Globetrotterin .................................................132

DER STURM AUF DEN KAUTSCHUKBAUM: Henry Wickham in den Wäldern Brasiliens ..........................134

DIE WELT WAR SEIN GARTEN: David Fairchild, der vielseitige „landwirtschaftliche Forscher“ ............................................................................136

DIE BLUMEN DER GOLDFELDER: Die Familie de Lobel am Klondike .......................................138

AUF DER JAGD NACH DER KÖNIGSLILIE: Ernest Wilson in Sichuan .................................................... 140

PRIMELN  ZUM STERBEN SCHÖN: George Forrest in der Provinz Yunnan ................................ 144

ABENTEUER IM LAND DES BLAUEN MOHNS: Frank Kingdon-Ward im Himalaja ..................................... 146

SAMEN FÜR SAMEN DIE BIODIVERSITÄT RETTEN: Nikolai Wawilow unterwegs auf fünf Kontinenten................................................................ 148

DIE VERLORENE WÜSTENBLUME: Théodore Monod in der Sahara ...........................................150

DIE MONDBLUME VOM AMAZONAS: Margaret Mee in Brasilien....................................................152

DER MANN, DER WIEDER BÄUME PFLANZTE: Tony Kirkham in Ostasien ...................................................154

UNTERWEGS IM KRONENDACH: Francis Hallé auf Madagaskar ..............................................156

VERZEICHNIS DER BOTANIKER ............................... 160

VERZEICHNIS DER PFLANZEN ..................................161

BIBLIOGRAFIE ............................................................... 166

BILDNACHWEIS ............................................................ 168

„Es ist verborgen. Geh und find es. Geh und such jenseits der Berge – Es ist verloren jenseits der Berge. Dort erwartet es dich. Geh!“ Rudyard Kipling, „The Explorer“ (Der Entdecker), 1898


Einleitung

Reisen zu unbekannten Pflanzen

Im Jahr 1875 wiesen Landkarten noch große „weiße Flecken“ auf, dazu gehörten die Polarzonen und ausgedehnte Gebiete im Inneren Südamerikas sowie weite Teile Afrikas und Ozeaniens.

WARUM AUFBRECHEN? „Die Botanik ist keine sesshafte und träge Wissenschaft, bei der man in der Ruhe und im Halbdunkel seines Arbeitszimmers vorankommt. Sie verlangt, dass man Berge überquert und durch Wälder streift, dass man durch zerklüftete Felsen klettert und sich an den Rand von Abgründen begibt.“ Fontenelle, „Lobschrift auf Monsieur de Tournefort“, 1709

Warum sollte man seine Lieben, sein Haus und seinen Garten verlassen und sich über Land und Meer aufmachen, um nach unbekannten Pflanzen zu suchen? Oft war es eine elende Schinderei, Tag für Tag unterwegs zu sein. Aus jedem Jahrhundert sind die Berichte der Abenteurer, die im Dienst der Botanik unterwegs waren, voller bitterer Beschreibungen ihrer Lagerstätten. Anstatt in einem Bett zu schlummern, lagen sie auf feuchtem Stroh, in dem es von Ungeziefer wimmelte, oder auf dem nacktem Boden, im losen Sand, eingehüllt nur in eine Decke. Sie schlotterten vor Kälte, taten kaum ein Auge zu, immer in Erwartung von wilden Tieren oder einfach nur gepeinigt von Ratten und anderen Plagegeistern. Morgens erhoben sie sich erschöpft zu einem neuen Tagesmarsch und waren dabei dem Staub der Straße, eisiger Kälte oder glühender Hitze ausgesetzt. „Man kann sich leicht vorstellen, wie empfindlich ein Europäer reagiert, der aus seiner gemäßigten Zone in wärmeres Klima versetzt wird. Meine Schuhe verhärteten, wurden brüchig und zerfielen schließlich zu Staub (…) alleine schon durch das vom Sand reflektierte Sonnenlicht löste sich die Haut von meinem Gesicht“, berichtete Michel Adanson nach seiner Rückkehr aus dem Senegal im Jahr 1753.

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Gegessen wurde, was man in der Natur fand oder bei Einheimischen erwerben konnte. Hunger war weitaus häufiger als üppige Schwelgerei. Einige Forscher sahen in diesem spartanischen Leben eine heilige Aufgabe. 1894 schreibt der Direktor des Pariser Naturkundemuseums über den Franziskanerpater Armand David, genannt Père David: „Zwei Decken, um auf einem Dielenboden schlafen zu können, und eine Flasche Branntwein als Arznei, das war alles, was er auf eine einjährige Reise mitnahm. Was die Nahrung anbelangt, so war ihm das, was er in einem Mongolenjurte oder in einer chinesischen Hütte bekam, ausreichend.“ Mögen Hunger, Durst und Krankheiten die größten Bedrohungen gewesen sein – gleich danach kam das Ungeziefer, vor allem die Insekten. Flöhe, Läuse, aber auch Würmer und selbst Motten waren eine harte Prüfung in einer Zeit mit dürftiger Hygiene. Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland vergruben sich in Mittelamerika im Sand, um den Moskitos zu entkommen – nur um sich als Beute fleischfressender Ameisen wiederzufinden. George Forrest, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Dschungel Birmas streifte, behielt bei der Beschreibung dieser ständigen Plage seinen Humor, ohne sie zu verniedlichen: „Geschöpfe mit unpassend langen Beinen springen plötzlich in eure Suppe, dicke Raupen in langhaariger Einheitskleidung in fröhlichen Farben, prächtig, jedoch giftig, finden sich in euren Decken ein mit der ernsthaften Miene von Gästen, die zum Schlafen zu bleiben gedenken. Marienkäfer und weitere Exemplare der Käfergattung stürzen sich direkt aus dem Dschungel in euren Hals, während andere Unerwünschte sich zu euren


Der Empfang durch Eingeborene konnte gelegentlich etwas rau sein. Im Jahr 1787 wurden zwölf Mitglieder der Expedition von Jean-François de La Pérouse, darunter der Botaniker Robert de Lamanon, von Samoanern getötet.

intimsten Kleidungsstücken Einlass verschaffen. Das Licht im Zelt zieht eine Heerschar kletternder, summender, kriechender oder stechender Kreaturen an.“ Wer sich aufmachte, blieb oft lange fort. Als Marco Polos Vater im Jahr 1253 von Italien nach China aufbrach, ließ er seine schwangere Frau zurück, und als er heimkehrte, fand er einen 15-jährigen Sohn vor. Reisende waren oft noch zu Fuß unterwegs; wer viel Glück hatte, verfügte über ein Reittier oder ein Packtier. Später reisten sie in einfachen Karren oder Postkutschen auf teilweise unbefahrbaren Straßen. Im Jahr 1815 dauerte die Reise von Paris nach Nantes noch vier und von Paris nach Toulouse acht Tage. Doch die Reisenden waren nicht nur weit weg, sondern auch isoliert von zu Hause. 1735 dauert es zwei lange Jahre, bis Charles Marie de La Condamine auf seinen Brief, den er aus Peru an die Akademie der Wissenschaften in Paris schrieb, die Antwort mit den gewünschten Anweisungen erhielt. Nicht wenige äußerten in ihren Briefen den Schmerz darüber, die Familie verlassen zu haben. Auf dem Meer konnte das Leben mit unzähligen Gefahren noch schlimmer sein als auf den Straßen. Die spärlichen Karten waren ungenau. Ein Riff, ein Windstoß oder Feuer konnten den Tod bedeuten. Auch Angriffe durch Piraten stellten eine große Bedrohung dar. Die Seeleute hatten ganz andere Sorgen, als sich um die Bequemlichkeit von Gelehrten zu kümmern. Sie schoben sie mitsamt ihren Büchern, Materialkisten, Pflanzen und Tierhäuten in feuchte Verschläge ab. Alle an Bord hatten Durst und Hunger. Obwohl es auf Schiffen meist genug zu essen und zu trinken gab, wurde die Nahrung über die Wochen ranzig und verdarb. Im Brot wimmelte es von Getreidekäfern, das Wasser war grün von Algen. Schlechte Ernährung und räumliche Enge hatten tödliche Krankheiten zur Folge: Fleckfieber, Ruhr, Typhus und – der Horror aller Fernreisenden – Skorbut, der dafür sorgte, dass Cooks Mannschaft „nur noch mit Mühe auf Deck herumkriechen konnte“. Bei Zwischenstopps brachten Ratten die Pest und Moskitos die Malaria an Bord. Wie man an Land empfangen wurde, war oft unvorhersehbar. Während sich auf einer Insel Polynesiens den Reisenden sofort einige Frauen anboten, wurden sie auf der nächsten mit Waffengewalt empfangen. Von Ferdinand Magellan bis Jean-François de La Pérouse, von Georg Eberhard Rumpf bis Allan Cunningham – mehr als ein Abenteurer der Botanik wurde Opfer einer Krankheit, eines Schiffbruchs oder eines Angriffs. Nur wenige starben in einem Bett, und noch weniger wurden durch unsterblichen Ruhm oder mit Geld belohnt. Warum also aufbrechen?

Die erste Karte von Timor, die im Jahr 1699 von dem Freibeuter und Gelehrten William Dampier erstellt wurde.

Ein Krieger aus Neuseeland in voller Montur; die Europäer ihrerseits waren mit Säbeln, Gewehren und Diplomatie bewaffnet.

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IN DER FERNE IST DAS GRAS GRÜNER. „Der ursprüngliche Reichtum dieses Landes ist unvorstellbar.“ Ernest Wilson, „China, Mother of Gardens“ (China, Mutter der Gärten), 1929

Um neue Blumen und Bäume zu entdecken, muss man sich aufmachen. Weltweit sind derzeit bereits über 248 000 Pflanzenarten bestimmt. In Europa sind es etwa 12 000, während aus Südamerika 165 000 Arten, aus Ozeanien 45 000, aus China allein 32 000 und aus Indien 21 000 Arten bekannt sind. Warum verzeichnet man diese relative Artenarmut gerade in Europa? Mark Flanagan, Botaniker der Königlichen Gärten in Kew und Wakehurst, kann dieses Rätsel lösen: „Katastrophal für die alten Wälder in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel waren die aufeinanderfolgenden Eiszeiten im Pleistozän. In diesem Erdzeitalter kam es zu vier Eiszeiten, und das letzte Mal begann das Eis sich erst vor 18 000 Jahren nach Norden zurückzuziehen, nach

geologischem Maßstab ist das nur ein Wimpernschlag. Während der Eiszeiten verschlechterten sich die Bedingungen in den hohen geografischen Breiten, und die Pflanzen, die dort wuchsen, zogen sich nach Süden zurück. (…) In Nordamerika gelang den Wäldern dabei sozusagen ein geordneter Rückzug, denn die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirgsketten stellten kein Hindernis dar. Auf dem Höhepunkt der Vergletscherung ,überwinterte‘ die dortige Flora der gemäßigten Zonen in Mittelamerika und konnte in den Phasen der Erwärmung zurückkehren. In Asien deuten die Spuren darauf hin, dass die Gletscher nicht so weit vorankamen und die Wälder der gemäßigten Zone dort ihrem Angriff entgingen. In Europa hingegen war die Vergletscherung nicht nur enorm massiv und ausgedehnt, sondern die Rückzugswege nach Süden waren von Barrieren in Form eines in West-Ost-Richtung ausgerichteten Gebirgssystems versperrt, von den Pyrenäen im Westen bis zu den Alpen und der Hohen Tatra im Osten. Waren diese Hindernisse trotzdem überwunden, fand sich die Vegetation im Angesicht des Mittelmeers im wahrsten Sinn des Wortes vor einem Abgrund. Nur die kräftigsten und anpassungsfähigsten Arten überlebten. Wiederholt rückten die Gletscher vor und zogen sich wieder zurück. Erst nach ihrem endgültigen Rückzug konnte die Rückbesiedlung in Richtung Norden beginnen; diese fand in Europa mit einer stark reduzierten Anzahl von Arten statt, die Schlüsselelemente der voreiszeitlichen Flora waren verschwunden. Es gab keine Magnolien mehr, keine Pekannussbäume, Amber-, Katsura- oder Kuchenbäume, keine Tupelo- oder Trompetenbäume – die Liste der Arten, die diesen Kampf nicht überlebt haben, ist lang und deprimierend.“ Englands Los war noch schlimmer. Die floral verarmte Landfläche wurde aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels zu einer für die zurückkehrende Pflanzenvielfalt fast unerreichbaren Insel. Englands „originale“ Bäume beschränken sich auf etwa 40 Arten. Allerdings machte das feuchtwarme Klima die Insel zu einem bevorzugten Ort, die Flora aus der gemäßigten Zone Asiens zu akklimatisieren. Diese Prädisposition hat bis heute unbestreitbaren Einfluss sowohl auf die Pflanzensammler, deren sich die britische Inselgruppe rühmen kann, als auch auf die Pracht ihrer Gärten.

Der Geograf Alexander von Humboldt und der Botaniker Aimé Bonpland lagern im Herzen des Amazonasdschungels.

1. Plants from the Edge of the World, Mark Flanagan, Tony Kirkham, Timber Press, 2005.

Tropische Wälder, wie dieser auf Jamaika, den Marianne North auf ihrem Gemälde festgehalten hat, sind unerschöpfliche Quellen botanischer Entdeckungen.

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WAS WÄREN UNSERE GÄRTEN OHNE SIE? Ohne die Abenteurer der Botanik wäre die Pflanzenwelt unserer Breiten erheblich ärmer an Fülle, an Farben und Düften. Man stelle sich unseren Frühling ohne Kamelien, ohne Tulpen und Hyazinthen vor, ohne Mimosen, Forsythien und Flieder. Man denke nur an einen Sommer ohne Trompetenblumen, Hortensien, Oleander oder Bougainvillea. Es gäbe auch keine Begonien und keine Rhododendren, vergessen müsste man den Duft von Rosen, Gardenien, Pfingstrosen oder Jasmin. Niemand könnte sich an den strahlend schönen Farben der Dahlien erfreuen, des Mohns und der Prunkwinden. Was wäre unser Herbst ohne die kräftigen Farben des wilden Weins und des Ahorns, was wären unsere Parks ohne Birken und Zedern, unsere Alleen ohne Platanen und unsere Schulhöfe ohne Kastanienbäume?

Ohne die Pflanzensammler wären die spektakulären tropischen Orchideen für uns unerreichbar geblieben.

ESSEN, HEILEN, SICH BEREICHERN „Im Anfang war das Gewürz. Seit die Römer bei ihren Fahrten und Kriegen zum ersten Mal an den brennenden oder betäubenden, den beizenden oder berauschenden Ingredienzien des Morgenlandes Geschmack gefunden, kann und will das Abendland die „especeria“, die indischen Spezereien, in Küche und Keller nicht mehr missen.“

Myrrhe diente im alten Ägypten dem Einbalsamieren der Toten, Weihrauch trug die Gebete der Priester zu den Göttern. Als Hatschepsut ihre Schiffe aussandte,

Stefan Zweig, „Magellan“, 1938

Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte waren Wildpflanzen eine wesentliche Nahrungsquelle. Die nomadisch lebenden Jäger und Sammler machten genießbare Wurzeln ausfindig, folgten dem Wild und pflückten die reifen Früchte. Vermutlich um den Preis größter Leiden entdeckten sie die heilende, toxische oder berauschende Wirkung bestimmter Pflanzenbestandteile und machten sie sich nutzbar. Vor etwa 10 000 Jahren begannen die Menschen, Getreide oder Hülsenfrüchte auszusäen und die Samen für die nächste Saison aufzubewahren. In der Jungsteinzeit entstand so die Landwirtschaft und mit ihr das Bestreben, immer mehr und immer besser zu erzeugen. Hierzu musste Saatgut ausgewählt und Varietäten verbessert, gesucht, getestet und ausgetauscht werden. Die ersten schriftlichen Spuren dieses Austausches stammen aus dem alten Ägypten und berichten, dass sich das Reich der Doppelkrone mithilfe der nubischen Karawanen mit Weihrauch, Gummi, Myrrhe, rotem Pigment und „jedem guten Duftkraut“ versorgte. 15 Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung ließ dabei Ägyptens Herrscherin Hatschepsut als Erste ausdrücklich nach nützlichen neuen Pflanzen suchen.

Zweig eines Kakaobaums mit einer Kakaoschote: Der aus Amerika stammende Baum ist heute eine unverzichtbare Kulturpflanze.

5000 Jahre lang wurde Tee ausschließlich in China angebaut, bis Robert Fortune im Jahr 1851 Teepflanzen nach Indien brachte.

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um lebende Myrrhe- und Weihrauchpflanzen zu beschaffen, dachte sie auch an die Unabhängigkeit Ägyptens von weit entfernten Bezugsquellen. Pflanzen hatten längst wirtschaftliche Bedeutung gewonnen als Nahrungs- oder Arzneimittel oder aufgrund ihrer kulturellen oder liturgischen Verwendung. Damit konnten sie ganzen Völkern Reichtum bringen. Hatschepsut, Marco Polo, Christoph Kolumbus und Ferdinand Magellan, alle hatten sie ein Bestreben: Orte entdecken, an denen begehrte Pflanzen gedeihen, und die Wege dorthin kontrollieren, um die Versorgung zu sichern. Ab dem 13. Jahrhundert trieben die Gewürze immer mehr Abenteurer, Kaufleute oder Krieger erst nach Asien, dann nach Amerika. Pfeffer, Zimt, Muskat und Nelken wurden ungeheuer wertvoll und ließen gierige Nationen zu Konkurrenten oder Feinden werden. Sie förderten die Entstehung eines modernen Kapitalismus und der ersten multinationalen Gesellschaften, wie den Ostindischen Kompanien der Niederländer, Franzosen und Briten. Es war jedoch nicht die Habgier der Kaufleute und Eroberer allein, die Pflanzen zu Gold machte. Sammler und Spekulanten

verpulverten Vermögen für eine Tulpenzwiebel im Holland des 17. Jahrhunderts oder für einen Orchideenzweig bei Versteigerungen im England des 19. Jahrhunderts. Die botanischen Entdecker trugen häufig selbst Säbel oder Weihwasserwedel oder folgten Missionaren und Kolonialheeren. Ebenso wie die europäischen Königreiche zuvor rivalisierten die Staaten der aufstrebenden Moderne um Gebiete und neue Entdeckungen aus der Botanik, dabei war ihr Einsatz gewaltig. Über 80 Prozent der Arzneimittel unserer Zeit stammen aus der Pflanzenwelt, und die entstehenden Industrien waren hinter so lukrativen Kulturpflanzen her wie dem Kaffeestrauch, dem Kakaobaum oder dem Chinarindenbaum. Im 20. Jahrhundert verlagerte sich der Kampf um den Besitz pflanzlicher Reichtümer auf das Feld der lukrativsten agrarindustriell nutzbaren Kulturen. Ziel waren die besten Varietäten von Getreide, Knollenfrüchten, Obstbäumen, Wein oder Baumwolle. Die Staaten und Konzerne des 21. Jahrhundert setzen wiederum neue Schwerpunkte und konkurrieren um gentechnisch veränderte Organismen, exotische Hölzer oder neue Moleküle, die in den Pflanzen der Urwälder zu finden sind.

WISSENSDURST „Ich bin versessen auf die Botanik, es wird täglich schlimmer. Ich habe nur noch Stroh im Kopf, eines Morgens werde ich selbst zur Pflanze geworden sein.“ Jean-Jacques Rousseau

Über die Jahrhunderte hinweg haben sich zahlreiche Männer und einige Frauen auf den Weg gemacht – aus Liebe zu den Pflanzen, aus reiner Abenteuerlust oder um die Welt zu verstehen. In der großen intellektuellen Begeisterung des antiken Griechenland nahm die Botanik einen herausragenden Platz ein. Aristoteles und sein Schüler Theophrastos von Eresos leisteten durch ihre wissenschaftlichen Beschreibungen und genauen Analysen frühe Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik. Ihre Arbeiten gerieten jedoch in Vergessenheit, als der Westen in einem Zeitalter der Ignoranz und des Aberglaubens versank. Das Wissen fand Zuflucht in den Skriptorien der Klöster, wo es jedoch zusehends verkümmerte. Zum Glück übersetzten aber in dieser Zeit arabische Gelehrte in Bagdad, Córdoba und Kairo die griechischen Texte und hielten so das darin festgehaltene Wissen am Leben, gaben es weiter und bereicherten es durch eigene Forschungsergebnisse. Arabische Ärzte experimentierten mit vielen pflanzlichen Substanzen und gewannen so bedeu-

Schon immer waren präzise Zeichnungen hilfreich, um die Merkmale einer Pflanze zu erfassen und darzustellen.

DER NAME DER PFLANZE

Diese künstlerische Darstellung von Pierre-Joseph Redouté zeigt eine Rosa centifolia bipinnata.

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Die durch Carl von Linnés 1753 eingeführte Nomenklatur ersetzte ein System, welches das Gedächtnis von Botanikern und Gärtnern auf eine harte Probe gestellt hatte. Vor Linné bemühte man sich mit dem Namen einer Pflanze, diese möglichst umfassend zu beschreiben. Die Heckenrose war demnach „Rosa sylvestris alba cum rubore, foglio glabro“. Auf Linnés Initiative erhielt fortan jede Pflanze einen aus zwei Wörtern zusammengesetzten Namen. Das erste Wort gibt die Gattung an, zu der sie gehört, und wird großgeschrieben: Rosa. Das zweite Wort bezeichnet die Art und wird kleingeschrieben: Rosa gallica. Dieses System erwies sich als so effizient, dass es auch auf die Welt der Fauna angewendet wurde und bis heute wird, und es ist einer der wenigen Fälle, in denen die

englische Sprache, die als Wissenschaftssprache dominiert, sich bis heute dem Lateinischen beugt. Diese sogenannte binäre Nomenklatur hat sich allerdings weiterentwickelt, um Hybride (Rosa x francofurtana) oder Varietäten (Rosa gallica var. centifolia) berücksichtigen zu können. Auf der Suche nach Gattungsnamen bediente Linné sich bei der Mythologie (Centaurea, Artemisia), aber häufig erweisen die Bezeichnungen auch bedeutenden Forschern Ehre, wie Bougainvillea, Camellia oder Banksia. Die Artnamen bemühen sich häufig, die geografische Herkunft (japonica, alpina), ein physisches Merkmal (minusculus, reptans, ferox) oder eine Farbe zu benennen (azureus, rubens, versicolor) oder erinnern ebenfalls an den Entdecker, wie darwinii oder plumierii.


tende Erkenntnisse für die Pharmazie und die Chirurgie. In der Renaissance wurden die Originaltexte auch in der westlichen Welt wiederentdeckt und nicht mehr aus dem Arabischen rückübersetzt. Sie versorgten die Universitäten und die westliche Gesellschaft mit wertvollem Wissen. Die Botanik entstand als Wissenschaft neu und löste sich langsam von der Medizin. Die Erarbeitung einer Nomenklatur und Klassifizierung der Pflanzen nahm nun ihren Anfang. François Fénelon schrieb über die von Joseph Pitton de Tournefort im Nahen Osten gesammelten Pflanzen: „Es ist nicht leicht zu verstehen, dass die Freude, sie in großer Anzahl, gut erhalten und in schöner Ordnung in großen Büchern auf weißem Papier zu sehen, ihn ausreichend für alles entschädigte, was sie ihn gekostet hatten.“ Das Unterfangen erreichte seinen Höhepunkt mit dem revolutionären Geniestreich Carl von Linnés, der jede Pflanze mit nur zwei Wörtern identifizierbar machte; er gab ihr mit dem botanischen Gattungsnamen und dem Artnamen quasi einen Familiennamen und einen Vornamen. Nachdem Amerika entdeckt war, nahm das Interesse an der Natur zu. Europa erlebte die Mode der Kuriositätenkabinette, Adlige, Gelehrte und reiche Privatleute kauften Muscheln, Gesteine, ausgestopfte Tiere, seltene oder seltsame Objekte und natürlich exotische Pflanzen. Sie stellten ihre Errungenschaften in Vitrinen aus oder widmeten ihnen gleich ganze Räume. Für die Öffentlichkeit wurden die botanischen Gärten zu Orten des Kennenlernens seltener Pflanzen. Als erster wurde im Jahr 1543 der botanische Garten in Pisa eröffnet, der in Montpellier folgte 1593 und der königliche Garten in Paris im Jahr 1635. Ende des 18. Jahrhunderts begannen die reisenden Naturforscher, systematischer vorzugehen. Sie erstellten ein Inventar der bekannten und unbekannten Welt, das die Enzyklopädisten der Aufklärung bearbeiteten. Man forschte nun nicht mehr nur, um sich zu bereichern, sondern um zu entdecken und Wissen zu erlangen. Georges-Louis Leclerc de Buffon, der Intendant der Königlichen Gärten, schuf die Funktion des „Korrespondenten des königlichen Kuriositätenkabinetts“, welcher Frankreich die schönsten Entdeckungen sichern sollte. Dafür sandte er bedeutende Reisende wie Louis-Antoine de Bougainville, Pierre Sonnerat, Joseph Dombey oder Jean-François de La Pérouse in die ganze Welt hinaus. Diese Gelehrten des 18. Jahrhunderts waren noch in der Lage, die wissenschaftlichen Kenntnisse ihrer Zeit beinahe in vollem Umfang zu erfassen. Geografie, Astronomie, Physik, Botanik, Zoologie, Mineralogie, Geologie, Anthropologie – nichts war ihnen fremd und nichts gleichgültig. Ihre Karten, ihre astronomischen Messungen, ihre Beschreibungen von Völkern, Pflanzen und Tieren wurden über Jahrhunderte verwendet und

So sah ein Kuriositätenkabinett des 17. Jahrhunderts aus, in dem ein Sammelsurium aus Tierskeletten, Fellen und allgemein interessanten Gegenständen aus der Neuen Welt gezeigt wurde.

Die Seychellenpalme (Lodoicea maldivica) hat die größten Samen der Welt, die eine botanische Kuriosität darstellen.

sind noch immer unschätzbare Referenzwerke. Diese großen Geister verstanden es, Grenzen zu überwinden und sich zum Wohl der Wissenschaft und der Menschheit zu verbrüdern. Ungeachtet der Kriege, in denen sich ihre Länder oft gegenüberstanden, tauschten französische, englische, preußische oder russische Botaniker Herbarbögen, seltene Exemplare und Briefe aus. Die Reise der Kisten, welche die Ergebnisse der australischen Forschungen von Jacques Julien Houtou de Labillardière enthielten, ist ein schönes Beispiel des wissenschaftlich motivierten Pazifismus. Im Jahr 1793 landeten die Expeditionskisten des französischen Botanikers Labillardière im Kew Garden und wurden Joseph Banks ausgehändigt, einem englischen Royalisten. Dieser Gentleman weigerte sich jedoch, „einem Mann, der sie unter Lebensgefahr erworben hat, auch nur eine einzige seiner botanischen Erkenntnisse wegzunehmen“, und schickte die Kisten ihrem Eigentümer.

Darstellung eines Drachen von Pierre Belon – 16. Jahrhundert. Die ersten Forscher unterschieden kaum zwischen den Naturerscheinungen, die sie selbst gesehen hatten, und solchen, von dennen man ihnen erzählt hatte.

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DER HEIKLE TRANSPORT DER PFLANZEN „Die Kapitäne und Herren der Handelsschiffe aus Nantes, die in fremden Ländern und in den französischen Kolonien Amerikas unterwegs sind, sind gehalten, bei ihrer Rückkehr einige Samen und Pflanzen mitzubringen.“ Anweisung des französischen Königs aus dem Jahr 1726

Nicht nur die Entdeckung einer neuen Pflanze war früher eine Großtat, sondern auch, sie in gutem Zustand nach Europa zu bringen. Bis auf wenige Aus-

nahmen begnügten sich die ersten Reisenden mit Früchten, Samen, Steinen, Knollen, Ablegern und vielleicht noch Pfröpflingen von Obstbäumen. Herbarien mit getrockneten Pflanzen, als „Hortus siccus“ oder „trockener Garten“ bezeichnet, tauchten zuerst im 16. Jahrhundert auf. Sie erlaubten einen guten Überblick über das Erscheinungsbild einer kompletten Pflanze, die man mit anderen vergleichen und einordnen konnte. Allerdings mussten die Herbarien

Im 18. Jahrhundert konnten auch strenge königliche Anweisungen und gut ausgearbeitete Anleitungen zum korrekten Transport nicht verhindern, dass es bei den Pflanzen unterwegs riesige Verluste gab.

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hierzu wohlbehalten ankommen, und ohne Zahl sind die Schiffbrüche, Konfiszierungen, Diebstähle und Brände, die viele Jahre harter Arbeit zunichtemachten. Erst mit den großen Entdeckungsreisen im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Transport von lebenden Pflanzen allgemein üblich. Im Jahr 1753 schreibt Duhamel du Monceau, Generalinspekteur der Marine, eine erste Anleitung zu diesem Zweck: „Bekanntmachung für den Transport von Bäumen und mehrjährigen Pflanzen, von Saatgut und weiteren Kuriositäten der Naturkunde auf dem Seeweg“. Er empfahl, die Pflanzen zu nummerieren, einen Katalog abzufassen mit ihrem französischen Namen, ihrem „wilden oder ausländischen“ Namen sowie ihren „Qualitäten“ und anzugeben, „ob die Frucht essbar oder in der Medizin oder Kunst nutzbar ist“. Neben vielen anderen Schwierigkeiten mussten die Botaniker den Kapitän davon überzeugen, die Pflanzen auf Deck zu lassen – im dunklen Frachtraum vegetierten sie vor sich hin, mit den Wurzeln im salzigen Brackwasser. Denn Süßwasser war auf dem Meer kostbar und knapp. Die Geschichte der Botanik erzählt bis heute voller Hochachtung von Gabriel-Mathieu de Clieu, der seine Wasserration mit einer Kaffeepflanze teilte. Die Pflanzen wurden in Töpfe gesetzt oder in vergitterte Kisten gestellt, wo sie vor den Ratten geschützt waren. Sträucher wurden in hohen Holzkisten mit Luftlöchern verwahrt, die mit Metallwinkeln verstärkt waren. Die Wurzeln waren in eine dicke Schicht Erde und Moos gehüllt. Kleinere Pflanzen oder solche, die auf dem Landweg transportiert wurden, stellte man in Weidenkörbe, die um das Laubwerk eine Art Käfig bildeten. Dieser wurde bei Sturm oder großer Kälte mit Matten abgedeckt, die man regelmäßig abnehmen musste, um den Pflanzen Luft zu verschaffen. Dennoch waren die Verluste gewaltig. Eine Pflanze aus den Tropen hatte nur eine geringe Chance, der Kälte auf dem offenen Meer vor Europa standzuhalten. Kamen sie in der Alten Welt an, wurden die Überlebenden zumindest in Frankreich zunächst in einem der fünf „Hafengärten“ aufgenommen, deren Anlage Georges-Louis Leclerc de Buffon in Nantes, Rochefort,

Lorient, Brest und Toulon in Auftrag gegeben hatte. Die gebeutelten Pflanzen konnten sich dort erholen, bevor sie erneut in Richtung Paris auf die Reise gingen. Eine revolutionäre Entdeckung wurde im Jahr 1830 im Wintergarten eines Londoner Arztes gemacht. Um seine Farne vor dem Smog der Stadt zu schützen, stellte Nathaniel Ward sie in geschlossene Glaskästen und erlebte eine Überraschung: Sie waren dort nicht nur vor der Luftverschmutzung geschützt, sondern gediehen prächtig, praktisch ohne gegossen werden zu müssen. Der Doktor schickte zwei solcher Kästen nach Australien und bat, sie ihm bald mit Pflanzen gefüllt zurückzuschicken. Knapp zwei Jahre später erhielt er so Arten, die den langen Seeweg sonst niemals überlebt hätten. Schon bald wurden die sogenannten Ward’schen Kästen unverzichtbar. Joseph Hooker verwendete sie als Erster in Ozeanien, und Robert Fortune setzte chinesische Teepflanzen hinein, die er in die Vorberge des Himalaja brachte. Heute werden zumindest Samen noch immer gewaschen, getrocknet und mit Anmerkungen versehen. Weiterhin erstellen Botaniker Herbarien mit Pflanzen, die zwischen Zeitungspapier gepresst werden; Théodore Monod hatte dabei übrigens eine Vorliebe für Le Monde und Libération. Musterexemplare von Pflanzen werden inzwischen in eine Mischung konservierender Gele getaucht, in denen die Zellen ausreichend „frisch“ für eine DNA-Analyse bleiben.

Die Ward’schen Kästen, annähernd luftdichte Glasbehälter, revolutionierten den Transport lebender Pflanzen.

Eingepackt in dickes Papier schickte der Jesuitenpater Pierre Nicolas d‘Incarville Tausende von Samen aus China an den Königlichen Garten in Paris.

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„Basalt-Felsen und Kaskade von Regla“ von Alexander von Humboldt, 1810. Die damalige Naturforscher waren oftmals noch universelle Wissenschaftler: Botaniker, Zoologen, Geografen, Geologen und vieles mehr.

ENTDECKEN, STAUNEN, SICH EMPÖREN „Es ist für den Naturforscher die größte Freude, auch wenn gewisse Utilitaristen dies gerne unterschätzen, neue Arten zu entdecken, auf der Karte der Natur neue Inseln aufzuzeigen und gelegentlich gar Kontinente zu bevölkern, die verlassen schienen.“ Richard Spruce, 1851

Weiße Männer überquerten Ozeane, verließen ihre Schiffe und verkündeten die„Entdeckung“ neuartiger Pflanzen. Dabei waren diese der ortsansässigen Bevölkerung natürlich schon immer bekannt. Generationen von Frauen und Männern hatten sich davon ernährt, sie als Arzneimittel, Gift, Werkzeug, Baumaterial oder zum Färben verwendet. Dieser überlieferte Gebrauch stützte sich jedoch nach europäischer Sicht nicht auf eine Beschreibung im wissenschaftlichen Sinne. Unter „entdecken“ hat man also zu verstehen, dass Bericht erstattet wurde über die Existenz einer Pflanze, indem eine wissenschaftliche Beschreibung, eine Zeichnung oder ein Herbarbogen an einen Ort geschickt wurde, wo diese als universelle Referenz aufbewahrt werden konnten. Konsequenterweise achteten daher zum Beispiel viele englische Naturforscher bei ihren Angaben

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auf den Vermerk, dass sie Pflanzen gefunden hatten, die „new to science“, neu für die Wissenschaft, waren. Über den Reiz des Neuen hinaus begeisterten sich Botaniker vor allem für die Schönheit der Natur. Man kann sich heute den kulturellen Schock nur schwer vorstellen, den sie empfunden haben müssen, als sie der exotischen Landschaften auf fernen Inseln und fremden Kontinenten ansichtig wurden. „Der Anblick der Insel Maui ist hinreißend“, schrieb Jean-François de La Pérouse im Jahr 1786, „wir sehen, wie das Wasser in Kaskaden von den Berggipfeln ins Meer stürzt, nachdem es die Behausungen der Indianer bewässert hat. Man muss Seemann und in brennend heißem Klima auf eine Flasche Wasser pro Tag beschränkt sein, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was wir empfunden haben. Die Bäume, von denen die Berge gekrönt wurden, das Grün, die Bananenbäume, die man rund um die Behausungen bemerkte, alles übte auf unsere Sinne einen unaussprechlichen Reiz aus.“ Die Berichte der Forscher sind wahre Oden an die Natur, an die Üppigkeit der Wälder, an die Fülle der Blumen. Wer könnte diesen Zauber besser wiederge-


ben als eine Malerin? Marianne North schrieb, kurz nachdem sie 1871 in Jamaika an Land gegangen war: „Hinter dem Haus gab es ein kleines Tal, ein Wunder an Schönheit; Bananen, Stechäpfel, große Exemplare von Caladium esculentum säumten den Bach, Ipomea bona nox, Passionsblumen, und Tacsonia thunbergii überall auf den Bäumen, Riesenfarnwedel so groß wie ich selbst und kleinere Farne mit jungen Blättern in Rosa und Kupfer, aber auch die Varietäten Silber- und Goldfarn. Ich habe den ganzen Tag gemalt.“ Weiter schrieb sie: „Den Abend habe ich in einer so schmalen Felsspalte verbracht, dass ich die Wände berühren konnte; sie waren mit scharlachroten Flechten bedeckt, zwischen den Moosen wuchsen hübsche grüne und purpurrote Orchideen. Die Pimentbäume trugen Knospen ihrer weißen Blüten, und ihre zerdrückten Blätter verströmten einen köstlichen Duft.“ Als Naturliebhaber erwiesen sich die Botaniker häufig auch als Pazifisten und Humanisten in einer Zeit, in der aggressiv die Überlegenheit der weißen Rasse propagiert wurde. Viele Botaniker, die oft monatelang mit den Eingeborenen lebten, fühlten sich ihnen zutiefst verbunden. So war es bei Joseph de Jussieu und den peruanischen Indianern, bei Michel Adanson und den Bewohnern des Senegal oder bei Carl von Linné, der es den samischen Einwohnern Lapplands verdankte, dass er überhaupt wieder in die „zivilisierte Welt“ zurückkehren konnte. Nicht wenige europäische Forscher beklagten in ihren Schriften die schlechte Behandlung, unter der die Kolonialvölker zu leiden hatten. „In unseren opulenten Städten, in denen der Luxus Produkte aus aller Herren Länder anzieht, genießen wir alle Gaben der Natur, ohne darüber nachzudenken, was es die Menschheit kostet, uns diese zu beschaffen“, schrieb Pierre Poivre im Jahr 1768. Eine Überlegung, die heute nicht weniger aktuell ist als vor über 200 Jahren. Ebenso aktuell sind leider auch die großen Sorgen der Naturforscher wegen der Plünderung der Umwelt. Unter den vielen, die dazu ihre Stimme erhoben, war auch der Franzikanerpater Armand David, der in den 1870er-Jahren Missionar in China war: „Unglücklich fühlt man sich, wenn man sieht, mit welcher Schnelligkeit die Zerstörung der Urwälder voranschreitet, von denen in ganz China nur Bruchstücke bleiben und die niemals mehr ersetzt werden können. Mit den großen Bäumen verschwindet eine Vielzahl von Sträuchern

Der neugierige und aufmerksame Pierre Sonnerat lässt sich in Neuguinea einen Papagei zeigen.

Die außergewöhnliche chinesische Flora wird bereits seit Jahrtausenden durch den Bedarf an kultivierbarem Boden bedrängt.

und weiteren Pflanzen, die sich nur im Schatten ausbreiten können, sowie alle diese kleinen und großen Tiere, die zum Überleben und um ihre Art zu erhalten, diese Wälder bräuchten. Was die Chinesen ihrem Land antun, machen andernorts andere! Es ist wirklich schade, dass sich die allgemeine Erziehung der menschlichen Gattung nicht beizeiten entwickelt hat, um die vielen Lebewesen vor einer unheilbaren Zerstörung zu bewahren. Der Schöpfer hatte sie auf unsere Erde gesetzt, damit sie Seite an Seite mit dem Menschen leben, nicht nur als Zierde für diese Welt, sondern um eine nützliche und relativ notwendige Aufgabe in der allgemeinen Ökonomie zu erfüllen.“ Etwa 100 Jahre später, im Jahr 1984, stellt Margaret Mee in Amazonien dasselbe fest: „Die Landschaft, beziehungsweise was davon noch übrig geblieben ist, ist eine traurige Fläche Ödland, und dort, wo es früher den Urwald gab, befindet sich heute ein rußig-schwarzes Meer großer Skelette.“ Im Jahr 2012 gab es von den Urwäldern, den wunderbarsten Reservaten der Biodiversität, tatsächlich nur noch Bruchstücke. Der Botaniker Francis Hallé schrieb dazu: „Es ist ein unermesslicher Vorrat an biochemischen Molekülen, ein globaler Schatz, der großartige Perspektiven für die pharmazeutische Forschung bietet. Eines Tages wird man diese Moleküle brauchen, und man wird sagen: Wie dumm, wir hatten sie zur Verfügung, und wir haben sie nicht genutzt.“ Im Alter von 95 Jahren schlug Théodore Monod, der sein Leben der Erforschung von Wüsten widmete, eine neue Art der Forschung vor: „Manchmal wäre es nützlich, wenn wir uns unter einen Baum setzten und uns umsähen. Man müsste den Kindern beibringen, die Lebensdetails eines Insekts oder eine Blume zu betrachten. So könnte man die Perspektive anderer Lebewesen einnehmen.“ Wenn wir den Menschen, die uns auf diesem Planeten nachfolgen werden, schon keine unerforschten Flächen hinterlassen können, die es für sie zu entdecken gibt, werden sie zumindest noch die Möglichkeit haben, die Schönheit der bekannten Welt zu genießen?

1. Le Nuage et la Vitrine, Une vie de Monsieur David von Emmanuel Boutan, Éditions R. Chabaud, 1991 2. Interview in Télérama, Oktober 2008 3. Terre et Ciel, Actes Sud, 1997

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Myrrhe und Weihrauch aus dem Goldland Punt Zum Ruhme Hatschepsuts

Hatschepsut, der erste weibliche Pharao und fünfte Herrscher der 18. Dynastie, regierte Ägypten von 1479 bis 1458 v. Chr. Sie war die Tochter von Thutmosis I. und heiratete ihren Halbbruder Thutmosis II., der jedoch jung starb. Dessen Sohn, Thutmosis III., war noch ein Kind, als er unter der Regentschaft seiner Mutter den Thron bestieg. Hatschepsut ließ sich schließlich offiziell zum Pharao krönen, mit dem pharaonischen Kinnbart darstellen und sorgte in Ober- und Unterägypten 20 Jahre lang für Stabilität und Wohlstand. „Beide Länder unterwarfen sich ihrem Willen und dienten ihr“, wie ein hoher Beamter in Theben festhielt. Hatschepsut ließ sich in Deir el-Bahari, im Tal der Könige, einen monumentalen Totentempel erbauen. Nach ihrem Tod wurde ihr Name auf öffentlichen Gebäuden aber weitgehend ausgelöscht, wahrscheinlich auf Anordnung von Thutmosis III.

Theben (Luxor)

Mutmaßliche Lage von Punt

A

mun selbst, König der Götter, „hatte befohlen, Die Ägypter wurden freundlich empfangen, sie dass man ihm die herrlichen Produkte aus übergaben ihre Gastgeschenke und machten die Punt bringe, denn er liebte Hatschepsut noch Bekanntschaft des Königs und der Königin von Punt. mehr als die anderen Herrscher, die über dieses Land Anschließend beluden sie ihre Schiffe „mit reichlichen regiert haben“. So beginnt der Bericht über eine der Mengen der Wunderwerke von Punt, mit allen schösagenhaftesten Reisen der Antike, den man noch heute nen Baumarten des Götterlandes, mit großen Mengen in Form der Reliefs im Tempel von Deir el-Bahari im Gummi und Weihrauch, mit Weihrauchbäumen, Tal der Könige bei Theben betrachten kann. Ebenholz und reinem Elfenbein, mit dem grünen Gold Dass Hatschepsut diesen „göttlichen Befehl“ ver- des Landes von Amun, (...) mit Myrrhe, Weihrauch, nahm, kam nicht von ungefähr, denn Grenzunruhen Bleiglanz, Pavianen und Hunden“. Insgesamt 31 Weihstörten den Karawanenhandel mit dem Osten. Die rauchbäume, eine Boswellia-Varietät, wurden in KörÄgypter waren jedoch auf die Versorgung mit Myrrhe ben transportiert, die mit Erde gefüllt waren. Die und Terebinthe angewiesen, deren Harze zum Einbal- Detailgenauigkeit der Reliefs erlaubt es, ihre massiven samieren verwendet wurden, sowie auf Olibanum, den Stämme, ihre länglich-ovalen Blätter und sogar die unverzichtbaren Weihrauch, der die Gebete zu den unregelmäßigen Harzkügelchen zu erkennen, die aus Göttern trug. Hatschepsut ließ daher fünf Schiffe aus- der Rinde austreten. rüsten, die von Segeln aus weißem Leinen und je 30 Nach der glorreichen Rückkehr der Expedition, Ruderern angetrieben wurden. Zählt man die anderen wurden die Weihrauchbäume vor dem Tempel von Seeleute, Spezialisten und Soldaten dazu, so nahmen Deir el-Bahari eingepflanzt, die anderen Schätze wuran dieser Expedition etwa 1000 Menschen teil, die den Amun und seinen Priestern dargeboten. Dem unter dem Kommando des königlichen Schatzmeis- Volk blieb es vorbehalten, den Ruhm der göttlichen ters Nehesi standen. Sie brachen in Hatschepsuts sieb- Hatschepsut zu besingen. tem oder achtem Regierungsjahr, um 1465 v. Chr., nach Punt, dem „Land der Götter“, auf und durchquerten dabei eine gewaltige Fläche, das „Große Grün“. Wo genau Punt lag, ist bis heute nicht geklärt, Kandidaten sind Somalia, Eritrea, der Sudan, aber auch der Jemen. Es ist noch nicht einmal sicher, ob sich die Expedition auf dem Nil oder dem Roten Meer nach Süden aufmachte. Auf den Reliefs sind die Bewohner von Punt den Ägyptern recht ähnlich, allerdings tragen sie Bärte. Ihre Hütten stehen auf Pfählen und sind von Palmen umgeben, Paviane, Leoparden und eine Relief im Tempel von Deir el-Bahari. Es zeigt eine Ladung Weihrauchbäume, ein Geschenk der Bewohner von Punt, an Bord eines äyptischen Schiffes. Giraffe sind abgebildet.

„Ihre Majestät selbst streckte die Arme aus und verteilte den Weihrauch auf ihrem gesamten Körper. Ein Wohlgeruch wie von einem göttlichen Parfüm stieg auf, ihr Duft mischte sich mit dem von Punt, und ihre Haut, die gülden geworden war wie feinstes Gold, glänzte wie die Sterne im Festpalast.“ Relief im Grabmal von Hatschepsut (ins Französische übersetzt von Sylvie Griffon [Cestas, France] © 2010 Sothis-Égypte)

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EIN IMMERWÄHRENDER GARTEN Nach Hatschepsuts Tod übernahm Thutmosis III. die Macht und unternahm ein Dutzend militärischer Expeditionen, die Ägypten zum Mittelpunkt eines großen Reichs machten. Nach der Rückkehr von einem Feldzug im Nahen Osten im 25. Regierungsjahr ließ er einen virtuellen „botanischen Garten“ mit 275 exotischen oder außergewöhnlichen Pflanzen in Stein meißeln. Iris (Iris albicans, Sektion Oncocyclus), Flockenblume (Centaurea depressa), Abessinische Wolfsmilch (Euphorbia abyssinica), Zitronenmelisse (Melissa officinalis) oder Myrte „erblühten“ im großen AmunTempel in Karnak. Dazu erläuterte der Pharao: „Es geschah, dass ein fruchtbares Land seine Produkte für mich erzeugte. Meine Majestät sorgte dafür, dass sie meinem Vater Amun für immer und ewig zur Verfügung stehen.“

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Boswellia carterii Birdw. Dieses Exemplar von einem Arabischen Weihrauch wurde im Jahr 1875 gesammelt.


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Exotische Ausbeute – Auf den Spuren Alexanders

Theophrastos von Eresos, ein Botaniker im alten Griechenland Theophrastos bedeutet „göttlicher Redner“, aber der Mann, der so bezeichnet wurde, hieß eigentlich Tyrtamos. Geboren wurde er um 372 v. Chr. in Eresos auf der griechischen Insel Lesbos. In der Werkstatt seines Vaters, eines Walkers, lernte er das Färben mit pflanzlichen Farbstoffen und wurde als allgemein guter Schüler auf Platons Akademie nach Athen geschickt. Dort traf er Aristoteles, der ein Weltverständnis lehrte, das auf Beobachtung beruhte. Von 347 bis 343 v. Chr. trugen beide Informationen über Fauna und Flora zusammen. So gewann Theophrastos die Grundlage für seine „Naturgeschichte der Gewächse“, eine Zusammenfassung von Notizen für den Botanikunterricht, den er – inzwischen selbst Lehrer – in Athen einführte. Er wurde der Nachfolger von Aristoteles als Leiter dessen angesehenen Lehrinstituts, dem er bis zu seinem eigenen Tod im Jahr 287 v. Chr. vorstand.

Pella Athen

Babylon

Susa

Alexandria

Ausgangspunkt Besuchte Orte Route Alexanders des Großen

I

m Jahr 334 v. Chr. brach Alexander III., König von Makedonien, mit 30 000 Infanteristen und 5000 Kavalleristen auf, um den „König der Könige“ zu besiegen, den persischen Herrscher Darius. Für den 22-Jährigen begann ein Abenteuer, das zu einem der bedeutendsten Heldenepen der Menschheitsgeschichte werden sollte. Alexanders Heer schlug die Perser und eroberte Syrien sowie Ägypten. 329 v. Chr. unterwarf Alexander persische Provinzen in Zentralasien, in Baktrien, dem heutigen Afghanistan und fiel 327 v. Chr. im indischen Punjab ein. Dank einiger sehr gebildeter Männer, die das Heer begleiteten, wurde der militärische Eroberungzug auch zu einer naturkundlichen Ausnahmexpedition. Unter ihnen waren der Baumeister Aristobulos, der Geschichtsschreiber Kallisthenes, der Biologe Androsthenes von Thassos, aber auch Offiziere der Flotte des Nearchos und Onesikritos. Der intellektuelle Ruf von Theophrastos war zu jener Zeit herausragend, er fühlte sich aber bereits zu alt, um das Heer zu begleiten. Er gab jedoch den Auftrag, die fremden Gegenden, auch hinsichtlich ihrer Fauna und Flora, eingehend zu erforschen. Daher schickten ihm seine „Sammler“ detaillierte Berichte und Exemplare von Samen und Früchten. In Athen stellte Theophrastos ihre Entdeckungen zusammen, er experimentierte, stellte Theorien auf und klassifizierte die Exemplare in einer wissenschaftlich präzisen Vorgehensweise, die in den kommenden 1500 Jahren Ihresgleichen suchte. Aus Ägypten kamen Informationen über Sykomore (Maulbeerfeige), Akazie, Dattelpalme und Mimose, aus Libyen über Jojoba und Zypresse, aus Persien über die Pistazie, und aus Babylon schickte man ihm 331 v. Chr. Kerne der Zitronatzitrone. Als erste Zitrusfrucht im Mittelmeerraum eingeführt, wurde dieser „Baum mit den Goldäpfeln“ dort ungeheuer beliebt. Indien schließlich bedeutete den Höhepunkt exotischer Entdeckungen. Theophrastos begeisterte sich für die Mangrovenbäume, die Banyan-Feige, deren Luftwurzeln „eine Art Zelt bilden, unter dem man seine Zeit verbringen

DIE GÄRTEN VON BABYLON Die berühmten „hängenden Gärten“, deren Anlage im trockenen und heißen Klima des heutigen Irak gelegentlich dem babylonischen Herrscher Nebukadnezar II. (um 640 v. Chr. bis 562 v. Chr.) zugeschrieben wird, gehörten zu den Sieben Weltwundern der Antike. Sie sollen noch Alexander verblüfft haben, der aber auch anordnete, griechische Pflanzen in die eroberten Gebiete zu bringen, insbesondere solche, die dichten Schatten spenden konnten.

GIFTIGE ENTDECKUNGEN

Reproduktion des Deckblatts der „Historia plantarum“ („Geschichte der Gewächse“) in einer Ausgabe von 1651.

kann“, den Bananenbaum „mit dem Straußenfedernblatt“. Er erahnte bereits das wirtschaftliche Potenzial von Baumwolle, Reis und der diversen Aroma- und Gewürzpflanzen: Zimtbaum, Balsambaum oder Narde. Onesikritos hatte mit indischen Brahmanen gesprochen, die ihm den Mangobaum beschrieben, „einen großen Baum mit wunderbar schmackhaften und dicken Früchten, von denen sich die Weisen in Indien ernähren, die keine Kleider tragen“. Im Jahr 325 v. Chr. trat Alexander den Rückweg an und verlor dabei die Hälfte seiner Männer, während Nearchos die Flotte mit großer Mühe zurückbringen konnte. An den Küsten Arabiens machten die Seeleute noch eine letzte, kostbare Entdeckung, nämlich „einen großen Vorrat an Weihrauch und Myrrhe, mit dem sie ihre Schiffe beluden, bevor sie erneut Segel setzten“.

Alexanders Soldaten testeten unbekannte Pflanzen oft auf eigene Gefahr. Aristobulos warnte vor dem Tamarindenbaum, „der Schoten besitzt wie die Saubohne, zehn Finger lang und voller Honig. Es ist aber nicht leicht, jemanden zu retten, der davon gegessen hat.“

RECHTE SEITE

„Man hat gesehen, dass der Efeu in Indien auftauchte, auf dem Berg Meros, von dem, wie es die Legende bekanntlich berichtet, Dionysos stammen soll.“ Theophrastos von Eresos

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Gossypium herbaceum und Gossypium indicum Diese Exemplare wurden in den Jahren 1834 und 1835 gesammelt.

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Die Botanik Arabiens zur Zeit der Kreuzzüge Ibn al-Baitar, ein Andalusier im Orient

Abu Muhammad Abdallah Ibn Ahmed al-Baitar Dhia Ad-Din AlMalaqi wurde um 1190 in Málaga geboren. Die Stadt im Süden Spaniens gehörte damals zum islamischen Kalifat Al-Andalus. Ibn alBaitars Vater war ein angesehener Veterinär. Bereits in sehr jungen Jahren lernte Ibn Al-Baitar bei den berühmten Ärzten und Botanikern von Sevilla. Sie halfen ihm, in Spanien Arzneipflanzen zu sammeln, und lehrten ihn das Beobachten, Experimentieren, Analysieren und Klassifizieren. Ibn al-Baitar reiste später durch Nordafrika und ließ sich in Ägypten im Dienst des Sultans nieder, den er nach Damaskus begleitete, wo Ibn al-Baitar im Jahr 1248 starb.

Malaga

Constantine

Tunis Damaskus Tripolis Kairo

Ausgangspunkt Besuchte Orte Reiseroute

I

m Jahr 1219 verließ der etwa 20-jährige Ibn al-Baitar sein Heimatland Andalusien, um an der Küste Nordafrikas Arzneipflanzen zu sammeln. Seine Reise führte ihn in die heutigen Länder Marokko, Algerien, Tunesien und Ägypten, wo er große Mengen an Pflanzen und Beobachtungen zusammentrug. Er beschrieb vor allem den Arganbaum und die Methode der Extraktion seines Öls und dessen Wirkung. Bei der Ankunft des Botanikers in Ägypten bemühte sich Sultan al-Kamil gerade, christliche Angreifer zurückzudrängen, welche die Stadt Damiette belagerten. Ibn al-Baitar gelang es, die Freundschaft des Sultans zu gewinnen, und er wurde zum Oberaufseher aller Kräutersammler Ägyptens ernannt. Sultan al-Kamil kam schließlich mit den Belagerern überein und überließ ihnen Jerusalem. Er selbst konnte seine Herrschaft über Syrien ausdehnen und richtete im Jahr 1227 seinen Hof in Damaskus ein. Der junge Botaniker unternahm derweil weitere Sammelexpeditionen in Palästina, Kleinasien und auf der Arabischen Halbinsel. Mit seinem umfassenden Wissen gilt er als der Erste, der mit der Kräutermischung namens Hindiba eine Therapie gegen Krebsgeschwüre entdeckte, und er war der Erste, der sich für die sogannnten „Unkräuter“ interessierte, die er entsprechend ihren Einflüssen auf die Landwirtschaft klassifizierte. Außerdem studierte er die chemischen Eigenschaften von Rosen- und Orangenblütenwasser, beschäftigte sich mit der Meeres- und Erdfauna und experimentierte mit Wirkstoffen auf biologischer und metallischer Basis. In Damaskus verfasste Ibn al-Baitar von 1240 bis 1248 sein großes Werk „Kitab al-Gami li mufradat aladwija wa-l-agdiya“ („Abhandlung über die einfachen Drogen und Nahrungsmittel“). Er trug das pharmakologische Wissen seiner Zeit zusammen und zitierte dabei die Arbeiten von circa 150 islamischen Ärzten und etwa 20 griechischen Wissenschaftlern. Außerdem fügte er noch 300 neuartige Pflanzen und all seine Beobachtungen hinzu. Er klassifizierte 1400 Pflanzen

DIE ARABER, HÜTER DES WISSENS

Die Illustration aus dem Buch „De materia medica“ von Dioscurides zeigt zwei Ärzte, die ein Heilmittel zubereiten.

alphabetisch und gab nach Möglichkeit ihre Namen in der Berbersprache, in Arabisch, Griechisch, Persisch, Syrisch, Latein oder kastilischem Spanisch an. Man findet in seinen Aufzeichnungen die Wassermelone, den Kreuzkümmel oder den Schwarzkümmel, ein Allheilmittel „gegen jede Krankheit mit Ausnahme des Todes“. Einzig die Alraune mit ihrer menschenähnlichen Wurzel brachte Ibn al-Baitar dazu, seine wissenschaftliche Strenge zu vergessen: Er erklärte, sie helfe gegen Epilepsie und „alle Krankheiten, die den Menschen durch die Wirkung von Geistern, Dämonen und des Satans“ befallen. Sein wichtiges Werk „Kitab alGami“ wurde erst im Jahr 1758 ins Lateinische übersetzt, es diente arabischsprechenden Gelehrten jedoch bis weit über das Mittelalter hinaus als Referenzwerk.

„Die Samen dieser Karotten sind in Syrien unter dem Namen ,qomaylae‘ und in Jerusalem und Umgebung als ,hasisat al-baragit‘ bekannt, weil die Leute dort die Körner mit Duftöl tränken und auf ihrem Bettzeug verteilen, denn der Geruch der Samen macht die Flöhe benommen und hindert sie am Beißen.“ Abu Muhammad Abdallah Ibn Ahmed al-Baitar Dhia Ad-Din Al-Malaqi

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Während in großen Teilen Europas die Kultur mehr schlecht als recht in den Skriptorien der Klöster konserviert wurde, blühten in der islamischen Welt Wissenschaft und Philosophie. Syrische und arabische Übersetzungen retteten zahlreiche griechische Handschriften, die Gedanken und Arbeiten von Aristoteles, Hippokrates, Galenos und anderen, davor, in Vergessenheit zu geraten. Auch dank der Kommentare von Ibn al-Baitar zu dem Werk „De materia medica“ des griechischen Arztes Dioscurides aus dem 1. Jahrhundert konnte dieses um Pflanzenillustrationen ergänzte, umfangreiche pharmakologische Werk bewahrt werden.

RECHTE SEITE HERBARBOGEN

Argania sideroxylum Röm. et Schult. Dieses Exemplar vom Arganbaum wurde 1823 in einem Garten der Stadt Perpignan (Frankreich) geerntet.


Anhang

159


Verzeichnis der Botaniker Adanson, Michel 54 Armange, Mathurin Jean 108 Banks, Joseph 58 Baudin, Nicolas 84 Belon, Pierre 34 Bligh, William 72 Bonpland, Aimé 80 Busbecq, Ogier Ghislain de 32 Cailliaud, Frédéric 90 Candolle, Augustin-Pyrame de 88 Commerson, Philibert 56 Cunningham, Allan 92 D’Incarville, Pierre Nicolas 50 D’Urville, Jules Dumont 96 Dampier, William 42 Darwin, Charles 100 David, Armand 126 Fairchild, David 136 Flinders, Matthew 84 Forrest, George 144 Forster, Georg 62 Forster, Johann Reinhold 62 Fortune, Robert 112 Grant, James Augustus 123 Hallé, Francis 156 Hatschepsut 18 Hooker, Joseph Dalton 104 Humboldt, Alexander von 80 Ibn Al-Baitar, Abu Muhammad 22 Jussieu, Joseph de 48 Kingdon-Ward, Frank 146 Kirk, John 118 Kirkham, Tony 154 Kolumbus, Christoph 26

160

Labillardière, Jacques Julien Houtou de 76 Lapérouse, Jean-François de 68 Lewis, Meriwether 86 Linné, Carl von 46 Livingstone, David 118 Lobel, Familie de 138 Low, Hugh 110 Magellan, Ferdinand 30 Mann, Gustav 122 Masson, Francis 66 Mee, Margaret 152 Michaux, André 70 Molloy, Georgiana 98 Monod, Théodore 150 North, Marianne 132 Oviedo, Gonzalo Fernández de 28 Plumier, Charles 40 Poivre, Pierre 52 Polo, Marco 24 Raffeneau-Delile, Alire 78 Roezl, Benedict 116 Rumpf, Georg Eberhard 38 Siebold, Philipp Franz von 94 Solander, Daniel 58 Speke, John Hanning 123 Spruce, Richard 114 Theophrastos von Eresos 20 Thorel, Clovis 130 Thunberg, Carl Peter 64 Tournefort, Joseph Pitton de 44 Tradescant, John, der Ältere 36 Wawilow, Nikolai Iwanowitsch 148 Wickham, Henry 134 Wilson, Ernest Henry 140


Verzeichnis der Pflanzen A

Abessinische Wolfsmilch (Euphorbia abyssinica) 18 Acacia nilotica 34 Acacia vera 34 Acanthus ilicifolius L. 108 Adansonia digitata L. s. Afrikanischer Affenbrotbaum Adiantum henslovii 106 Adonis pyrenaica s. Pyrenäen-Adonisröschen Aechmea polyantha 152 Aechmea rodriguesiana 152 Affenbrotbaum 54, 90 Afrikanische Eiche (Haplormosia monophylla) 122 Afrikanische Pflaume (Pygeum africanum) 122 Afrikanischer Affenbrotbaum (Adansonia digitata L.) 58 Agapanthus 66 Ahorn 64, 70, 142, 154 Ailanthus altissima s. Götterbaum Akazie 20, 54, 60, 90, 98, 124 Alexandrinischer Senna (Senna alexandrina) 34 Alge 58, 104 Aloe 24, 26, 124 Aloe dichotoma s. Köcherbaum Aloeholz 24, 26, 154 Alraune 26 Alsophila australis 96 Amaryllis 70, 108 Amberbaum 10 Amorpha fruticosa s. Scheinindigo Anadenanthera peregrina 114 Ananas (Ananas sativus) 26, 28 Ananas sativus s. Ananas Andromeda 46 Anemone 36, 46, 138, 144 Anisotome latifolia 108 Annona squamosa s. Rahmapfel Antarktische Scheinbuche 62 Apfel 20, 28, 36 Apium prostratum 60 Arabischer Weihrauch (Boswellia carterii Birdw.) 22 Araliengewächs 156 Araucaria columnaris 62 Araucaria cunninghamii s. Neuguinea-Araukarie Araukarie 62, 92, 132 Arenga undulatifolia 64 Arganbaum (Argania sideroxylum Röm. et Schult.) 22, 26 Argania sideroxylum Röm. et Schult. s. Arganbaum Aristolochia gigantea s. Große Osterluzei Arnika 138 Aronstab 40, 66 Artocarpus altilis s. Brotfruchtbaum Arum maculatum s. Gefleckte Aronstab Asarum canadense s. Kanadischer Ingwer Astern 36, 144 Astilbe chinensis var. davidii 132 Astragalus s. Tragant Attalea funifera s. Strickpalme Australische Fischschwanzpalme (Caryota rumphiana) 38 Australische Kastanie (Castanospermum australe) 92 Avicennia tomentosa 80 Avocado 136 Azalee 46, 64, 94, 112, 140 Azaroldorn 36 Azobé (Lophira alata) 122

B

Balanites aegyptiaca s. Wüstendattel Baldrian 86 Balsambaum 20, 34 Bambus 52, 90, 106, 110, 126, 136, 146, 156 Banane 16, 17, 20, 24, 28, 36, 80, 108 Banisteriopsis caapi 114 Banksia 68, 14 Banyan-Feige 20 Baobab s. Affenbrotbaum Bärentraube 46, 86, 138 Basilikum 50 Baumwolle 12, 20, 26, 38, 40, 136 Begonie 40 Berberis darwinii 104

Berberitze 106, 136 Bergklematis (Clematis montana) 142 Betelnuss 110 Betula davurica s. Mongolische Birke Bignonia 92 Bingelkraut 36 Birke 46, 138, 154 Bitterwurz 86 Blighia 74 Blighia sapida 74 Bombax 122 Bonsai 94 Boronia molloyae s. Hohe Korallenraute Boswellia carterii Birdw. s. Arabischer Weihrauch Bougainvillea 14, 56 Brasilholz 24 Brechnüsse (Strychnos) 130 Breitblättriges Pfeilkraut (Sagittaria latifolia) 86 Brine 38, 36 Brombeere 50, 98 Bromelie 152 Bromus tibesticus Maire 150 Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis) Brotpalmfarns (Encephalartos altensteinii) Brugmansia 80 Buche 158, 62 Buchs 54 Buddleja 88 Buddleja davidii s. Schmetterlingsflieder Bulbinella rossii 108 Butterblume 46

C

Cadelari 54 Caesalpinia echinata s. Fernambukholz Cajeput 136 Caladenia flava 98 Caladium esculentum 17 Camassia quamash s. Prärielilie Camellia sinensis s. Teepflanze Canavalia rosea 60 Canella alba s. Weißer Zimt Capurodendron 156 Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens) 70 Caryota rumphiana s. Australische Fischschwanzpalme Cassiope wardii C. Marquand 146 Catasetum punctatum 152 Cattleya 116 Cattleya labiata 116 Centaurea depressa 18 Centaurea s. Flockenblume Cephalotaxus harringtonia s. Japanische Kopfeibe Cephalotaxus wilsoniana Hayata s. Cephalotaxus harringtonia Chinarindenbaum 12, 40, 48, 106, 114 Chinesische Hanfpalme 112 Christrose 36 Chrysantheme 50, 112 Chrysobactum rossii s. Bulbinella rossii Cicer arietinum s. Kichererbse Cinchona officinalis s. Gelber Chinarindenbaum Cinchona pubescens s. Roter Chinarindenbaum Cinchona succirubra s. Cinchona pubescens Cinnamomum verum s. Echter Zimtbaum Cladostemon 122 Claytonia lanceolata 86 Clematis montana s. Bergklematis Clutia daphnoides s. Clutia thunbergii Clutia thunbergii 64 Coca 48 Coelogyne 110 Coelogyne rumphii 38 Convolvulus s. Winden Cornus sericea s. Seidiger Hartriegel Corymbia calophylla s. Marribaum Corynocarpus laevigatus s. Karakebaum Cotoneaster s. Zwergmispel Cotyledon 66 Crassula s. Dickblatt Cycas rumphii s. Rumpfs Sagopalmfarn Cypripedium passerinum s. Sperlingsei-Frauenschuh

161


Verzeichnis der Pflanzen D

Dampiera 42 Dampiera brownii 42 Dampiera purpurea R. Br. 42 Dattel 24, 26, 94 Datura s. Stechapfel Davidia involucrata s. Taschentuchbaum delosperma cooperi s. Mittagsblume Deutzie 144, 154 Dickblatt (Crassula) 66 Dilivavia ilicifolia s. Acanthus ilicifolius L. Dilobeia 156 Dipteryx 114 Douglasie 86 Drachenblutpalme 108 Dracula roezlii s. Masdevallia roezlii Drosera s. Sonnentau

E

Ebenholz 18, 24, 90 Ebereschen 154 Echter Zimtbaum (Cinnamomum verum) 24 Edwardsia grandiflora s. Sophora tetraptera Efeu 50, 20 Eibe 154 Eiche 70, 144, 154 Eisenkraut 80 Elaeis guineensis s. Ölpalme Embothrium coccineum 62 Encephalartos altensteinii s. Brotpalmfarn Engelstrompete 82 Enzian 86, 88, 144 Epilobium s. Weidenröschen Erbse 148 Erdbeere 128 Erica pulchella 66 Erle 46 Esche 50, 70, 138 Eucalyptus angustifolius 100 Eucalyptus globulus s. Tasmanischer Blaugummibaum Eugenia caryophyllata s. Syzygium aromaticum Eukalyptus 60, 76, 84, 92, 98 Euphorbia abyssinica s. Abessinische Wolfsmilch Euphorbien 66

Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus) 86 Gewürznelke 24, 30, 38, 52 Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) 30, 38, 52 Ginkgo 64, 94, 142 Gladiole 33, 66 Glockenblume 46, 138 Gloxinie (Incarvillea forrestii) 50 Glycosmis citrifolia (Willd.) Lindl. 130 Glycosmis cochinchinensis Pierre s. Glycosmis citrifolia (Willd.) Lindl. Goldpflaume (Spondias cytherea) 56 Goldregen 122 Gonatopus boivinii 120 Gossypium herbaceum 20 Gossypium indicum s. Gossypium herbaceum Götterbaum (Ailanthus altissima) 50 Grabzypresse 112 Granatapfel 28, 36 Granatapfelbaum (Punica granatum) 36 Großblütige Thunbergia (Thunbergia grandiflora) 64 Große Osterluzei (Aristolochia gigantea) 100 Guajak 28, 90 Gunnera manicata s. Mammutblatt Gurke 44, 148 Gustavia pulchra 114, 152 Gustavia speciosa s. Gustavia pulchra

H

Habichtskraut 88 Hafer 148 Hahnenfuß 88, 122 Hakea 132 Haplormosia monophylla s. Afrikanische Eiche Haselnuss 66 Heckenrose 12, 138 Heidekrautblättrige Banksia (Banksia ericifolia L. f.) 68 Heliconia chartacea 152 Herzblättrige Lilie (Lilium cordifolium) 64 Hevea brasiliensis s. Kautschukbaum Hibiskus 108, 122 Hohe Korallenraute (Boronia molloyae) 98 Hortensie (Hydrangea) 56, 94 Hyazinthe 32, 44, 66 Hydrangea macrophylla s. Gartenhortensie Hydrangea otaksa 94 Hydrangea s. Hortensie

F

Fallopia japonica s. Japanischen Staudenknöterichs Farne 17, 38, 40, 46, 66, 104, 108, 114, 122, 124, 132, 146 , 150 Feige 20, 34, 148, 156 Feigenkaktus 28, 136 Fettpflanzen 78 Feuerranke (Pyrostegia venusta) 100 Fichte 46, 86 Ficus 142 Ficus intermedia 90 Ficus populifolia Vahl. s. Ficus intermedia Flammenbaum 108 Flechten 17, 46, 78, 104, 106 Fleischfressende Pflanzen 98, 102, 110, 132 Flieder 32, 34, 88 Flockenblume (Centaurea) 150, 18 Frangipani (Plumeria) 40 Fuchsia triphylla L. 40 Fuchsie 40, 82, 102 Funkien 94

G

Gartenhortensie (Hydrangea macrophylla) 56 Gefleckter Aronstab (Arum maculatum) 66 Geißblatt 122, 146 Gelber Chinarindenbaum (Cinchona officinalis) 48 Gelbhaariger Scheinmohn (Meconopsis integrifolia) 140, 142 Gelsemium sempervirens s. Carolina-Jasmin Geranie 66, 122 Gerste 148 Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) 86 Gewöhnliche Rosskastanie 32

162

I

Illicium anisatum s. japanischer Sternanis Immergrün 48, 74 Incarvillea forrestii s. Gloxinie Ingwer 24, 86 Ipomea 17, 122 Ipomea bona nox 17 Iris 18, 36, 66, 88, 144 Iris albicans 18 Iris latifolia s. Pyrenäen-Schwertlilie Iris oncocyclus 18 Iris xyphioides s. Iris latifolia Ixora 110

J

Japanische Kirsche 94, 136 Japanische Kopfeibe (Cephalotaxus harringtonia) 154 Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica) 94 Japanischer Sternanis (Illicium anisatum) 64 Jasmin 70, 110, 144, 146 Jojoba 20 Judasbaum 34

K

Kaffee 124, 134, 12, 15 Kakao 11, 12, 40, 52 Kaktus 136, 152, 28 Kamelie 94, 144 Kampfer 110, 152 Kanadischer Ingwer (Asarum canadense) 86 Kandelaberprimel 142


Verzeichnis der Pflanzen Kannenpflanzen 110, 132 Kapokbaum 54, 122 Kapuzinerkresse 48 Karakabaum (Corynocarpus laevigatus) 60 Kartoffel 74, 86, 98, 148, 28 Kassien 34 Kastanie 32, 72, 92, 136 Kasuarienenholz 84 Katsurabaum 10 Kautschuk 48, 100, 106, 110, 114, 134 Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) 48, 100, 106, 110, 114, 134, Kichererbse (Cicer arietinum) 148 Kiefer 62, 70, 86, 138, 144, 154 Kirsche 36, 94, 136, 140 Kiwi 50, 142 Klematis 40, 92, 122, 142 Kochbanane 122 Köcherbaum (Aloe dichotoma) 66 Kohl 50, 148 Konifere 62, 116, 140, 142, 144, 154 Königslilie 140, 142 Königsprotea (Protea cynaroides) 66 Kowhai (Sophora tetraptera) 60 Kreuzdorn 90 Kreuzkümmel 22 Kuchenbaum s. Katsurabaum Kumquat 112 Kürbis 122 Kurume-Azalee 140

L

Lavendel 50 Leandra pulchra Cogn. 82 Lepidium oleraceum 60 Levkojen 50 Liane 40, 82, 90, 114, 122 Licuala rumphii Bl. 38 Lilie 34, 36, 44, 64, 86, 88, 94, 128, 140, 142 Lilium cordifolium s. Herzblättrige Lilie Lilium maculatum 64 Limbaholz 122 Linde 70 Lindera obtusiloba s. Stumpflappiger Fieberstrauch Linnea borealis L. s. Moosglöckchen Lobelie 40 Lophira alata s. Azobé Lorbeer 52, 138 Lotos 78 Lupinen 138

M

Magnolia champaca 110 Magnolia cordata 70 Magnolia tripetala s. Schirm-Magnolie Magnolia wilsonii 142 Magnolie 10, 40, 70, 154 Mahagoni 62, 122 Mahonia aquifolium s. Gewöhnliche Mahonie Mahonie 86, 144 Maiglöckchen 50 Mais 26, 148 Malanga (Xanthosoma sagittifolium) 52 Malve 122 Mammea americana 156 Mammutblatt (Gunnera manicata) 102 Mandeln 34, 72, 98, 148, Mango 20, 52, 132, 136 Mangroven 20, 54, 80, 118 Maranta arundinacea s. Pfeilwurz Margaretta rosea 124 Marginaria urvilliana 96 Marribaum (Corymbia calophylla) 98 Masdevallia roezlii 116 Matestrauch 80, 82 Maulbeerfeige 20, 34 Meconopsis betonicifolia 146 Meconopsis integrifolia s. Gelbhaariger Scheinmohn Meconopsis punicea 140 Meconopsis speciosa 146

Melissa officinalis s. Zitronenmelisse Melone 22, 44, 122 Mimose 26, 34, 50, 54, 60, 84, 124 Mittagsblume (delosperma cooperi) 66 Mohn 140, 142, 146 Mongolische Birke (Betula davurica) 154 Monodiella flexuosa 150 Moose 17, 104, 106, 112, 114, 116, 122, 124, 132, 138, 146, 156 Moosglöckchen (Linnea borealis L.) 46 Muskatnuss 24, 30, 38, 52 Muskatnussbaum (Myristica fragrans) 52 Myristica fragrans s. Muskatnussbaum Myrrhe 11, 12, 18, 20 Myrte 18, 34, 58

N

Nachthyazinthe 44 Narzisse 32, 36, 44 Nelke 12, 36, 50 Neoregelia margaretae 152 Nepenthes decurreus Macfarlane 132 Nepenthes northiana 132 Nepenthes rafflesiana 110 Nepenthes rajah 110 Neuguinea-Araukarie (Araucaria cunninghamii) 92 Nigella s. Schwarzkümmel Northea seychellana 132

O

Odontoglossum cervantesii 116 Oleander 34 Olibanum 18 Olive 28, 34, 148 Ölpalme (Elaeis guineensis) 122, 136 Orange 22, 28, 48, 108, 110, 132, 136, 144 Orchidee 17, 38, 46, 60, 82, 94, 98, 100, 108, 110, 116, 122, 130, 132, 138, 142, 146, 152, 156 Orientalische Platane (Platanus orientalis L.) 34 Osterlilie 64

P

Palaquium gutta 110 Palme 13, 18, 20, 26, 38, 52, 58, 78, 108, 112, 122, 130, 132, 136 Pampelmuse 72 Panicum polygonum 60 Papaya 136 Pappeln 138 Papyrus 78, 90, 124 Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae) 66 Passionsblume 17, 40, 82, 132 Patagonische Zypresse 102 Pavetta 110 Pedicularis davidii 126 Pekannuss 10 Pfeffer 12, 24, 30, 38, 40, 110, 148 Pfeifensträucher 146, 154 Pfeilwurzes (Maranta arundinacea) 86 Pfingstrose 94, 112 Pfirsich 136 Pflaume 34, 56, 122 Pharaofeige s. Maulbeerfeige Philotheca calido 84 Piment 17, 26 Pinus strobus s. Weymouth-Kiefer Pistazie 20, 24, 36, 136 Pleurophyllum hookeri 104 Plumeria s. Frangipani Prärielilie (Camassia quamash) 86 Primel 84, 128, 142, 144, 146 Primula bulleyana 144 Primula forrestii 144 Primula sonchifolia 146 Primula vialii 144 Protea cynaroides s. Königsprotea Proteaceae 156 Prunkwinde 60, 132 Prunus yedoensis Matsum. s. Yoshino-Kirsche

163


Verzeichnis der Pflanzen Pseudotsuga menziesii 86 Punica granatum s. Granatapfelbaum Puya 132 Pygeum africanum s. Afrikanische Pflaume Pyrenäen-Adonisröschen (Adonis pyrenaica) 88 Pyrenäen-Hahnenfuß 88 Pyrenäen-Schwertlilie (Iris latifolia) 88 Pyrenäen-Seifenkraut (Saponaria caespitosa) 88 Pyrostegia venusta s. Feuerranke

Q

Qualea 114 Quercus obtusiloba 70 Quitte 36

R

Rahmapfel (Annona squamosa) 132 Ranunkel 36, 44 Rattan 110 Reis 20, 80, 110, 136, 148 Renealmia mannii 122 Rhabarber 24, 102 Rhizophora mucronata 118 Rhododendron 70, 104, 106, 110, 128, 142, 144, 146, 154 Rhododendron argentum 106 Rhododendron barbatum 104 Rhododendron catawbiense 70 Rhododendron dalhousiae 106 Rhododendron giganteum 144 Rhododendron griersonianum 144 Rhododendron moupinense 142 Riementang 92 Riesenkraut 104 Rittersporn 138 Rosa centifolia bipinnata 12 Rosa fortunei 112 Rosa majalis s. Zimtrose Rosa moscovita 36 Rosa soulieana 128 Rose 12, 22, 36, 46, 72, 86, 94, 106, 112, 128, 138, 146 Rosmarin 50 Rote Zeder 102 Roter Chinarindenbaum (Cinchona pubescens) 114 Rübe 28, 148 Rubus hirsutus 94 Rubus thunbergii s. Rubus hirsutus Rumpfs Sagopalmfarn (Cycas rumphii) 38

S

Saccharum officinarum s. Zuckerrohr Sagittaria latifolia Willd. s. Breitblättriges Pfeilkraut Sagopalme 52, 132 Saintpaulia ionantha s. Usambaraveilchen Salbei 138 Sapindus mukorossi s. Waschnussbaum Saponaria caespitosa s. Pyrenäen-Seifenkraut Sapotaceae 156 Sapotillbaum 136 Sarsaparille s. Stechwinde Sauerdorn 106 Schefflera 156 Scheinindigo (Amorpha fruticosa) 86 Schirm-Magnolie (Magnolia tripetala) 70 Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) 88, 132 Schneeball (Viburnum) 154 Schnurbaum (Sophora) 50 Schoenus filiformis s. Scleria lithosperma Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) 64 Schwarze Johannisbeere 138 Schwarzkümmel (Nigella) 22 Scleria lithosperma 58 Seerose 82, 108 Seidiger Hartriegel (Cornus sericea) 86 Selenicereus wittii 152 Sellerie 60 Semecarpus atra 62 Semper Augustus 32 Senna alexandrina s. Alexandrinischer Senna Sesam 136

164

Seyal-Akazie 34 Seychellenpalme (Lodoicea maldivica) 13 Siphonia brasiliensis s. Hevea brasiliensis Soja 136, 148 Solanum nelsonii 74 Sonnentau (Drosera) 98, 102 Sophora tetraptera s. Kowhai Sophora s. Schnurbaum Sperlingsei-Frauenschuh (Cypripedium passerinum) 138 Spondias cytherea s. Goldpflaume Stechapfel (Datura) 17, 132 Stechwinde 36 Steinbrech 46, 106, 146 Sternklee 36 Strelitzia reginae s. Paradiesvogelblume Strickpalme (Attalea funifera) 122 Strohblume 122 Strophanthus 118 Strophocactus vittii 152 Strychnos s. Brechnüsse Stumpflappiger Fieberstrauch (Lindera obtusiloba) 154 Sukkulenten 66, 78 Sykomore 20, 34 Symphonia globulifera 156 Symphoricarpos albus s. Gewöhnliche Schneebeere Syzygium aromaticum 30

T

Tabak 26, 28, 126, 134 Taiwanesische Birke 154 Tanne 46, 86, 138, 142, 154 Taschentuchbaum (Davidia involucrata) 128, 140 Tasmanischer Blaugummibaum (Eucalyptus globulus) 76 Teak 120, 136 Tee 11, 15, 94, 106, 112, 122, 124, 142 Teepflanze (Camellia sinensis) 112 Telipogon 116 Terebinth-Pistazie s. Terebinthe Terebinthe 18, 26, 36, 92 Thea bohea s. Camellia sinensis Thunbergia 64 Thunbergia alata s. Schwarzäugige Susanne Thunbergia grandiflora s. Großblütige Thunbergia Thuyen 154 Tigerlilie 64 Tomate 148 Tonkabohne 114 Tragant (Astragalus) 138 Traube 136 Tristania albens 92 Trompetenbaum 10 Tulipa alpina 32 Tulipa gesneriana 32 Tulipa montanae 32 Tulipa pumilus 32 Tulpe 12, 32, 34, 36, 50 Tulxipa bononiensis 32 Tupelobaum 10

U

Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha) 118

V

Vanille 40 Veilchen 46, 118, 128 Verbena strigosa Cham. 80 Veronica mannii 122 Vesicaria reticulata 44 Viburnum s. Schneeball Virginischer Tabak (Nicotiana tabacum) 26

W

Walnuss 70, 136 Wapatoo 86 Waschnussbaum (Sapindus mukorossi) 50 Weide 46, 54, 66, 124, 128, 154 Weidenröschen (Epilobium) 138 Weihrauch 11, 12, 18, 20


Verzeichnis der Pflanzen Weiße Mangrove 80 Weißer Zimt (Canella alba) 48 Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) 70 Wildrose 46, 86 Winde (Convolvulus) 106 Würgefeige 156 Wüstendattel (Balanites aegyptiaca) 90

X

Xanthosoma sagittifolium s. Malanga

Y

Ylang-Ylang 110 Yoshino-Kirsche (Prunus yedoensis Matsum.) 136 Yuccas 70

Z

Zamioculas boivinii s. Gonatopus boivinii Zamioculcas 118 Zeder 34, 92, 102, 154 Zimt 12, 20, 24, 26, 30, 38, 48, 52, 110 Zimtrose (Rosa majalis) 36 Zinnie 82 Zistrose 36 Zitronatzitrone 20 Zitrone 26, 48, 136 Zitronenmelisse (Melissa officinalis) 18 Ziziphus spina christi 90 Zuckerrohr (Saccharum officinarum) 26, 52, 148 Zwergbambus 106 Zwergmispel (Cotoneaster) 128, 154 Zwiebel 98, 138, 148 Zypresse 20, 70, 102, 112, 154

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Caillaud, F.: Voyage à Méroé, au Fleuve Blanc au-délà de Fazoql, dans le midi du royaume de Sennâr, à Syouah, et dans cinq autres oasis: fait dans les années 1819, 1820, 1821 et 1822. Paris, 1823–1827. Auguste-Pyrame de Candolle

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Bildnachweis

Sämtliche Herbarbögen ©Yannick Fourié

DIE PORTRÄTS DER BOTANISCHEN FORSCHER: HATSCHEPSUT

JULES DUMONT D’URVILLE

Porträt: Büste der Hatschepsut-Statue und Hauptbild: Reliefs von Deir el-Bahari, die Weihrauchbäume Beide Bilder © Freie Universität Brüssel – digitales Bildarchiv – Ägyptensammlung, Fotograf: Rolland Tefnin

Hauptbild: ©Costa/Leemage

CHARLES DARWIN Bild der Schildkröte: ©The natural History Museum, London

GONZALO FERNÁNDEZ DE OVIEDO Porträt: Fortaleza Ozama – Museo de Armas de Santo Domingo @ Ciudad Colonial Santo Domingo, Dominikanische Republik

MATHURIN JEAN ARMANGE Hauptbild: ©Archives municipales de Nantes – 01 – 16144

DAVID LIVINGSTONE UND JOHN KIRK CHARLES PLUMIER Porträt: ©Bibliothek der Medizinischen Akademie

Hauptbild S. 122: ©the Trustees of the National Library of Scotland

JOSEPH PITTON DE TOURNEFORT

CLOVIS THOREL

Hauptbild: ©Bibliothèque centrale M.N.H.N. Paris

Porträt: ©Société de géographie –SG Portrait – 1573

JOSEPH DE JUSSIEU

ARMAND DAVID

Hauptbild: ©Bibliothèque centrale M.N.H.N. Paris

Fotografie von Père David in chinesischer Tracht: © Société de géographie – SG Portrait – 1670

PIERRE NICOLAS D’INCARVILLE Hauptbild: ©Bibliothèque centrale M.N.H.N. Paris

DAVID FAIRCHILD

PIERRE POIVRE

DR. Fotografien aus dem Buch „The World Was My Garden; Travels Of A Plant Explorer“ („Die Welt war mein Garten; Reisen eines Pflanzenforschers“) von David Fairchild

Porträt: ©BIU Santé (Paris)

PHILIBERT COMMERSON

GEORGE FORREST

Porträt: ©BNF

Porträt und Hauptbild: ©Royal Botanic Garden Edinburgh

JOSEPH BANKS UND DANIEL SOLANDER

FRANK KINGDONWARD

Bild S. 64 oben: ©The natural History Museum, London

Porträt und Hauptbild: ©Royal Geographical Society

FRANCIS MASSON

NIKOLAI IWANOWITSCH WAWILOW

Porträt: © mit freundlicher Genehmigung der Linnean Society of London.

Hauptbild: Aus dem Buch „Five Continents“ („Fünf Kontinente“) von Nikolai Wawilow, mit freundlicher Genehmigung des N. I. Vavilov Institute of Plant Industry

JEANFRANÇOIS DE LA PÉROUSE Hauptbild: © Photo Josse/Leemage

THÉODORE MONOD

WILLIAM BLIGH

Porträt und Hauptbild: DR. Fotografien von Jean-Marc Durou. Es war dem Herausgeber nicht möglich, mit dem Fotografen Kontakt aufzunehmen.

Gemälde der Ausschiffung von Kapitän Bligh: ©National Maritime Museum, Greenwich/Leemage

MARGARET MEE ALIRE RAFFENEAUDELILE Porträt: ©Bibliothèque centrale M.N.H.N. Paris

Porträt: ©South American Pictures/Tony Morrison/ MMXX0467, Margaret Mee auf dem Rio Negro, Amazon 1988

MERIWETHER LEWIS Hauptbild: ©American Philosophical Society

TONY KIRKHAM Porträt und Hauptbild: ©DR. Tony Kirkham

FRÉDÉRIC CAILLIAUD Hauptbild: ©Photo Josse/Leemage

FRANCIS HALLÉ Porträt und Hauptbild: ©Laurent Pyot

EINLEITUNG: REISEN ZU UNBEKANNTEN PFLANZEN Seite 10: Erdkarte von 1875: ©BNF/société de géographie Seite 17: Fotografie der Samen: ©M.N.H.N. Patrick Lafaite

Alle anderen Abbildungen in diesem Buch stammen aus Privatsammlungen oder aus der Bibliothek des Royal Botanic Gardens, Kew, in London.

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Thinard, Das Herbarium der Entdecker  

"Leseprobe aus folgendem Buch, erschienen beim Haupt Verlag: Florence Thinard «Das Herbarium der Entdecker: Humboldt, Darwin & Co. - botanis...

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