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G R A M B OW JAG D  A K T U E L L

Grambow Jagd A ktuell . Heft 11 . Ausgabe Herbst 2015 . 9.90 EUR

Das Jagd und Lifestyle-Magazin

JAGDPRAXIS SPEZIAL DRÜCKJAGDTIPPS VOM GRAMBOW TEAM SCHALENWILD IM ÖKOSYSTEM CIC STELLUNGSPAPIER

JAGDGESCHICHTEN DER GÄNSEHAUTHIRSCH

JAGD & KUNST NOBLESSE OBLIGE


BRANDMARK

© 2015


EDITORIAL

NICHTS IST SO STETIG WIE DER WANDEL, HEISST ES... So wandelt sich auch unsere Welt derzeit radikal.

War es vor wenigen Jahren noch selbstverständlich, in einer sicheren Welt zu leben und unbekümmert reisen zu können, beherrschen nun regelmäßig erschütternde Nachrichten unsere Gedankenwelt. Vor diesem Hintergrund habe ich mir das Jagdtagebuch meines Großvaters aus dem Regal genommen und aufmerksam gelesen. Von Oktober 1936 bis März 1945 hat er dort akribisch seine Erlebnisse rund um das Jagdhaus und seine Jagd im Dillenburger Land eingetragen. Aus diesen Berichten lassen sich zwei wesentliche Lehren ziehen. Die Jagd und das Jagdhaus waren für die Familie in diesen bewegten und unsicheren Zeiten ein wichtiger Fix- und Ruhepunkt. Dort fand man sich zusammen und konnte unbeschwerte Momente genießen trotz aller Wirren und Sorgen rund herum. Heute würde man das wahrscheinlich Cocooning nennen und hipp finden. Auch und gerade heute ist die Jagd also nicht mehr nur der Platz für die männliche Flucht aus dem Familienleben wie in den Nachkriegswirtschaftswunderjahren, sondern im Gegenteil, sie wird wieder fester Bestandteil des Familienlebens, denn der Frauenanteil der Jagdscheininhaber wächst stark und stetig, und die Kinder werden so früh wie möglich in die Natur und zur Jagd mitgenommen. Zum anderen spricht aus den Berichten nie eine Heldentat, kein Kaliber, keine große Schussentfernung oder große Trophäe wird erwähnt. Auch wenn mein Großvater erfolgreicher Wettkampfschütze war und ihm ein besonderer Ruf der Treffsicherheit vorauseilte, steht in seinem Jagdtagebuch der ein oder andere Fehlschuss notiert. Einfach ging er dem Waidwerk nach, jagte vornehmlich Fuchs, mal einen Fasan oder Hasen, mal einen Bock, Auerhahn, Birkhahn oder Brunfthirsch in seinem Revier. Die allermeisten seiner Einträge aber widmete er einfach nur den Naturerlebnissen gemeinsam mit seiner Familie.

Es wurde bescheiden und ohne Blick auf Rekordtrophäen oder Rekordstrecken gejagt. Der Schnepfenstrich war mehr Meditation als Jagd. Wenn tatsächlich dann eine Schnepfe zur Strecke kam, war das Erlebnis der Natur und die Apportierarbeit des Hundes die wesentliche Freude an der Jagd. Das sollten wir uns auch heute wieder gemein machen. Wir Jäger müssen geschlossen auftreten und unser Tun und unsere Passion positiv gegenüber den Nichtjägern darstellen. In dieser Richtung haben wir in Grambow einiges gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband und weiteren Partnern unternommen. So gab es in 2015 sehr positive Berichte über die Jagd und Jagdausbildung, u.a. in der FAZ Sonntagsausgabe und dem ZDF Morgenmagazin. Auch die Aktion – Gemeinsam Jagd erleben – in Zusammenarbeit mit dem DJV, dem DLV sowie Sauer & Sohn ist gut angekommen, und der daraus entstandene Filmbeitrag findet große Verbreitung im Netz. Wir rund 360.000 Jäger sollten uns aber immer wieder klar machen: Über 79.640.000 Millionen Deutsche sprechen kein Jägerlatein! Seien wir also nachsichtig mit dieser großen Zahl an jagdlich ungebildeten Menschen und helfen diesen dabei, uns und die Kulturlandschaft zu verstehen. Gerne bilden wir sie dann in Grambow zum Jäger aus! Viel Spaß beim Lesen! Ihr Hans Martin Lösch

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EDITORIAL GRAMBOW AKTUELL Grambow Newsticker Mit Leica und Sauer in den Vogesen Gemeinsam jagen Janis erster Bock Auf Gams

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GRAMBOW NATUR Kraniche im Grambower Moor Wilde Lachse in Deutschen Flüssen? Greifvögel – Jäger der Lüfte

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SCHWERPUNKTTHEMA JAGDPRAXIS Drückjagdtipps vom Grambow Team Wem gehört der entlaufene Hund? Die Sache mit dem Bleifrei Schalenwild im Ökosystem Der Rothirsch und der CIC

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JAGDGESCHICHTEN Der Gänsehauthirsch Wer könnte das vergessen?

KUNST & JAGD Noblesse oblige – das holländische Jagdstilleben im 17. Jahrhundert

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GRAMBOW INTERNATIONAL Der Berg ruft CIC Markhor Projekt Schwedische Sportarten

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GRAMBOW FIELDSPORT TIPPS Zauber der Hirschbrunft Tiere essen dürfen Class Nowak - Kalender 2016 Die Grambow Fieldsports Tipps

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GRAMBOW GOURMET Henrik Elbers Jagdgericht

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GRAMBOW PEOPLE

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DER SMARTE WEG ZUM JAGDSCHEIN Die App Jagdprüfung Gut Grambow beinhaltet Jägerprüfungsfragen und Antworten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, wie diese bei der schriftlichen Prüfung gestellt werden. Die App wird von der Jagdschule Gut Grambow betreut. Die Fragen sind nach Fachbereichen aufzurufen. Die Antworten werden zum Teil im Multiplechoiceverfahren vorgelegt, vom Anwender durch Ankreuzen beantwortet, gleich im Anschluss erfolgt die Lösung. Ein anderer Teil der Fragen ist frei zu formulieren.

WEITERE INFOS UNTER:

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Feine Jagdbekleidung und Zubehör

Erhältlich im Jagdfachhandel. Händlernachweis Tel. +45 4018 0776 oder +45 8742 1000 Kataloganforderung: mc@morehouse.nu 6

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+++ DER GUT GRAMBOW NEWSTICKER +++ DER GUT GRAMBOW NEWSTICKER +++

ENDLICH: DER EIGENE SCHIESSSTAND AUF GUT GRAMBOW +++ Ab Mai 2016 wird das Ausbildungsangebot auf Gut Grambow durch ein Indoor Schießausbildungszentrum abgerundet. Zwischen dem ehemaligen Schweinestall, wo aktuell noch Büroräume und Schülerwohnungen untergebracht sind, und der Freifläche linker Hand dazu haben die Arbeiten für den eigenen Schießstand bereits begonnen. +++ Nach Fertigstellung kann in unserer modernsten norddeutschen Indoor-Schießanlage auf zwei jeweils 100 Meter Bahnen mit der Büchse bis zu einem Gasdruck von 10.000 Joule geschossen werden. +++ Des Weiteren gibt es ein hochmodernes Schießkino für Kurz- und Langwaffen, in welchem auf Distanzen zwischen 50 Metern und drei Metern geschossen werden kann. +++ Komplettiert wird diese Anlage mit einem Indoor-Flintenstand für Kipphase, Rollhase und Wurftaube. +++ Das Ladengeschäft von Gut Grambow Fieldsports mit angeschlossener Büchsenmacherwerkstatt wird in diese Anlage umziehen und auf über 300 m2 sein Angebot präsentieren. +++

NEU IN DER JAGDSCHULE GUT GRAMBOW: JONAS SCHÜTT Der leidenschaftliche Hundeführer VITA • • • • • •

Ausbildung zum Fischwirt für Fluss- und Seenfischerei in Schleswig Holstein tätig in diesem Bereich für die Fischerei Reese und später für das Institut für angewandte Ökologie 2004: Jagdschein 2009: Ausbildung zum Revierjäger 2014: Prüfung zum Revierjagdmeister tätig in der Jungjägerausbildung sowohl in Langzeit- als auch in Kompaktkursen, sowie Schießausbildung an Büchse und Flinte Persönliche Leidenschaft ist die Ausbildung und das Führen von Vorstehhunden und auch die Ausbildung von Gasthunden Fachvorträge zu sämtlichen jagdlichen Themen gehören zum Repertoire genauso wie Praxisseminare

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Moment der Andacht. Von dieser erhöhten Position aus beherrschten deutsche Verbände die Region um 1915. 8

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MIT LEICA UND SAUER IN DEN VOGESEN

Text: Oliver Dorn | Fotos: Michael Agel, Philippe Jaeger, Florian Maack

Dichte Wälder, durch die sich enge Täler schlängeln, prägen das Landschaftsbild der Vogesen. In der gesamten Region Lothringen finden sich markante Erhebungen von 800 Höhenmetern und mehr. So auch im Gemeindegebiet des 1000-SeelenOrtes Celles-sur-Plaine. Der dort gelegene Pain de Sucre erzählt eine bewegte Geschichte. Deutsche, belgische und französische Jung jägerinnen und Jung jäger treffen sich an diesem Ort zum Austausch und zur Jagd.

Es ist der 1. August 1915. Am frühen Vormittag sammeln sich mehrere Hundert junge Franzosen unter Führung ihres Capitaines am Fuß eines Berges, um eine deutsche Stellung zu stürmen. Aber der Pain de Sucre ist steil und auf seiner Kuppe gut befestigt. So kommt es, dass der Angriff in einer Katastrophe endet – in weniger als nur einer Stunde ist der Pain de Sucre mit toten und verwundeten Franzosen übersät. Nur ein Kapitel aus vielen Kriegen Europas, in denen sich Deutsche, Franzosen und Belgier blutige Kämpfe lieferten. Heute, 100 Jahre später, erinnern hier nur noch Überbleibsel aus Stein, Beton, Eisen und Stahl an diese Zeit. Als die deutschen, französischen und belgischen Jungjägerinnen und Jungjäger vor dem Mahnmal des Angriffs von 1915 stehen, gedenken sie der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, indem sie sich über die traurigen Ereignisse unserer gemeinsamen Geschichte austauschen. Eine Erfahrung, die viele andere junge Menschen so nie machen werden.

Unter dem Motto „Hunting Experience“ hatte Cyril Thomas, Global Director von Leica Sport Optik angeregt, Jungjägerinnen und Jungjäger aus verschiedenen Ländern Europas einzuladen und mit ihnen in verschiedenen Regionen bzw. Ländern zu jagen. Die deutschen Teilnehmer sind Absolventen der Jagdschule Gut Grambow, die das internationale Projekt an diesem Wochenende im August unterstützt. Je ein erfahrener Jäger begleitet dabei einen Neuling, der seinen Jagdschein in den vergangenen drei Jahren gemacht hat. Das Ziel der Initiative: von den Erfahrungen der „Alten“ zu lernen. Die erforderliche Ausrüstung, wie Waffe und Optik, wird von den Industriepartnern gestellt. Zwei Printmedien aus Frankreich und Deutschland begleiten die Eventreihe: die Jagdzeitschrift „Grand Gibier“ des Verlags Mondadori France aus Paris und für Deutschland die „HALALI“. Das in den Vogesen im August stattfindende Projekt ist der Auftakt, weitere sollen folgen.

Wild in Anblick! Jungjägerin Kerstin wird von Philippe Jaeger, Revierpächter und Mitglied des Leica Pro Hunter Teams, begleitet. Er hilft ihr beim Ansprechen. Die Distanz muss dank der Leica Geovid Optik nicht mehr nur geschätzt werden. GRAMBOW • JAGD AKTUELL

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INFO Cyril Thomas, Global Director der Leica Sport Optik, ist der Initiator der deutschfranzösischen „Leica Hunting Experience“ (LHE). Die Medienpartner sind „HALALI“ und „Grand Gibier“. Diese Ausrüstungs- und Industriepartner trugen zum Erfolg der Veranstaltung bei: Waffe: Sauer & Sohn Munition: RWS Pirschstock: Stable Stick Jungjäger: Jagdschule Gut Grambow

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Am Freitag gegen Mittag treffen sämtliche Teilnehmer auf einem Schießstand der lokalen Jägervereinigung ein, um sich mit Waffe, Optik und Zielstock (es soll gepirscht werden) vertraut zu machen. Anschließend zieht die Kolonne zum Hotel in Celles, in dem Leica für Teilnehmer und Partner Zimmer reserviert hat. Später, nach Abendessen und Ansprache des Jagdleiters, wartet der Wald. Freigegeben ist Reh- und Schwarzwild. Das reine Waldrevier wirkt unberührt und wenig beunruhigt von Erholung suchenden oder Sport treibenden Anwohnern. So fällt schon am ersten Abend das erste Stück Wild. Die erfahrenen Jäger unterstützen die jungen Erleger beim Versorgen des Wildes – nachdem die in Frankreich obligatorischen Markierungen am Wild angebracht worden sind. An der Bar plaudert man über die Höhepunkte der Jagd bis tief in die Nacht hinein. Am nächsten Morgen bricht die Gruppe schon früh auf. Der Abend war lang, die Nacht kurz. Es wird gepirscht. Sammelpunkt ist abermals das Mahnmal am Fuße des Pain de Sucre. Schweigend gehen Jagdführer und Jungjäger ihres Wegs.


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1 Der Revierpächter begleitet Jungjägerin Kerstin auf der Pirsch. Philippe erläutert die Handhabung des Schießstocks von Stable Stick. 2 Florian Maack, Mitglied des Leica Pro Hunter Teams, auf der Pirsch mit dem französischen Jungjäger Julio. 3 Ein großer Morgen: Florian führt den jungen Robin zu seinem ersten Waidmannsheil. 4 Leica Pressesprecher Michael Agel erklärt einer Jungjägerin das Geovid Entfernungsmesser-Fernglas.

Auch der steile Aufstieg zum Rücken des Pain de Sucre gehört zum Programm. Um neun Uhr sollen sich hier alle wieder einfinden. Schon bald sind erste Schüsse im Wald zu hören, und die Jagdführer informieren sich über Walkie-Talkie gegenseitig über das Waidmannsheil ihrer Schützlinge. Aufgebrochen wird abseits der Wege nach Anbringung der offiziellen Markierungen. Zwei Jungjäger erlegen an diesem Morgen ihr erstes Stück Schalenwild: große Momente für Jagdführer und Schützen. Gemeinsam wird das Wild in Besitz genommen und geborgen. Man sitzt bei dem Stück zusammen und genießt den Morgen. Bis alle zurück im Hotel sind, vergeht einige Zeit. Jetzt schmeckt das Frühstück doppelt so gut. Während einige der Teilnehmer noch etwas „Augenpflege“ betreiben, zieht es die meisten doch wieder hinaus auf den Ansitz. Schließlich sollen die Jungjäger ja auch in der Kunst des Blattens unterwiesen werden. Aber leider will es tagsüber nicht so recht klappen, und die Böcke springen nicht aufs Blatt. Und so treffen sich die Jäger wieder am frühen Abend zur Vesper. Beim Carpaccio vom Vogesen-Reh tauschen sich die Mitglieder der mehrsprachigen Gruppe über ihre ersten Blatt-Versuche aus. Am Abend hocken dann alle Jägerinnen und Jäger allein auf Hochsitzen oder Leitern. Der Wunsch, noch einmal Strecke zu machen, gelingt.

Vier Stück Rehwild fallen, die später an der gemütlichen Hotelbar gebührend gefeiert werden. Allen ist die Freude an der gemeinsamen Jagd, am geteilten Erlebnis anzumerken. Gestikulierende Hände helfen da, wo die Sprache versagt, und so lichten sich die Reihen der Jagdgäste an diesem Abend erst spät. Nicht alle jungen Jägerinnen und Jäger kommen am frühen Morgen des nächsten Tages rechtzeitig aus den Federn. Was sie spätestens beim gemeinsamen Frühstück bedauern, denn es gibt einiges zu erzählen: Ein dem Jagdfieber geschuldeter Fehlschuss, eine Begegnung mit einem starken Keiler und ein BockDebüt machen die Runde. Und während die letzten Jägerinnen und Jäger aus den dicht bewaldeten Hügeln um Celles-surPlaine zurückkehren, sieht man, wie die ersten bereits ihre Sachen in den Fahrzeugen verstauen. Ein ereignisreiches Jagdwochenende geht an diesem Vormittag zu Ende. Sicher kann die Jagdindustrie nicht jeder Jungjägerin und jedem Jungjäger auf diese Art helfen, den eigenen jagdlichen Weg zu finden. Aber es ist schön zu sehen, dass Verantwortung übernommen wird, um die Ausbildung auch nach bestandener Jagdprüfung zu begleiten. Prädikat: to be continued! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 11


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GEMEINSAM JAGD ERLEBEN Vom Schießstand über Jagd bis zum Rotwild-Carpaccio Die Jagdschule Gut Grambow veranstaltete vom 16. bis 18. Oktober zusammen mit der Firma J. P. Sauer & Sohn und dem dlv-Fachmedien-Verlag drei spannende Tage für die Sieger des Gewinnspiels „gemeinsam Jagd erleben”. Der Deutsche Jagdverband begleitete die Aktion mit der Kamera. Sechs Paare, zusammengesetzt aus je einem Jäger und einem Nichtjäger, wurden von der Jury aus über 600 Bewerbern ausgelost. Am Freitag stand zuerst ein Schießstandbesuch unter Anleitung der Ausbilder der Jagdschule Gut Grambow und Sebastian Woestmeyer von Sauer & Sohn auf dem Programm. Die für die jagenden Teilnehmer von Sauer & Sohn zur Verfügung gestellten Waffen konnten hier Probe geschossen werden. Auch die Nichtjäger konnten sich an den Waffen versuchen und hatten großen Spaß dabei.

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Abends ging es dann gemeinsam auf den von den Grambower Berufsjägern Wesley Henn und Jonas Schütt vorbereiteten Entenstrich. Am Samstagmorgen und -abend wurde gemeinsam auf Schalenwild angesessen. Unter der Anleitung von Spitzenkoch Stefan Liebler wurde die Jagdstrecke zerwirkt und zubereitet. Spätestens beim 5 Gänge Menu am Samstagabend war auch jedem Nichtjäger klar, dass Wildbret in jeder Zubereitungsform ein großartiges Lebensmittel ist und Jagd viele spannende Facetten hat. Wir danken allen Teilnehmern und den Mitorganisatoren für das äußerst runde Wochenende und freuen uns auf ein

Wiedersehen!


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... DASS WILDBRET IN JEDER ZUBEREITUNGSFORM EIN GROSSARTIGES LEBENSMITTEL IST UND JAGD VIELE SPANNENDE FACETTEN HAT ...

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ALUMNI AUF JAGD

JANIS ERSTER BOCK Guten Abend Herr Herbold! Ich wollte mich nochmal ganz herzlich für den super Kurs bedanken! Ich hatte keine Zeit, vorher zu lernen und habe es doch geschafft, es war hart, aber gleichzeitig auch eine sehr schöne Zeit! Sehr empfehlenswert! Zur Krönung der erfolgreichen Woche habe ich gestern Morgen meinen Jagdschein gelöst. Anschließend bin ich mit meinem Vater nach Hessen gefahren und war mit ihm auf dem Ansitz. Und das Glück war auf meiner Seite, nach 40 Minuten sitzen zeigte sich ein Bock, der wohl vorher im Weizen gelegen hat. Er stand super auf 130 Meter.

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So habe ich also meinen ersten Bock zur Strecke gebracht! Ein perfekter Schuss. Anschließend brauchtumsgemäß verbrochen und verblasen. Aufgebrochen habe ich ihn unter Anweisung meines Vaters selbst! Anbei schicke ich ihnen 2 Bilder und sage damit noch einmal vielen Dank Ihnen! Ich bin sehr glücklich und werde vielleicht am nächsten Wochenende auf Schwarzwild warten! Viele Grüße aus dem Sauerland, auch von der ganzen Familie Jannis Wilmes


ALUMNI AUF JAGD

AUF GAMS

Text: Björn Moeller

Am letzten Augustwochenende reiste ich voller Tatendrang nach Österreich ins Gasteiner-Tal, um auf die Murmeljagd zu gehen. Am Anreiseabend bot mir der Jagdpächter kurzfristig an, am kommenden Morgen auch auf die Gamsjagd mitzugehen! Dieses Angebot musste ich natürlich annehmen! Nach einer kurzen Nacht trafen wir uns in aller Herrgottsfrühe im Seitental an einer tief im Wald gelegenen Jagdhütte. Die aufgehende Sonne versprach Kaiserwetter für den Jagdtag. Mit einem Jeep fuhren wir auf 1.800 Meter Höhe. Von dort konnten wir ein großes Gamsrudel auf der anderen Seite des Tales durch unsere Ferngläser ansprechen. Die enorme Entfernung bis dorthin versprach einen Fußmarsch von mindestens drei Stunden. Der Marsch bei Sonnenaufgang oberhalb der Baumgrenze war eine Offenbarung - das Lichterspiel und der Weitblick waren einzigartig. Diverse Murmel- und Fuchsbauten säumten unseren Weg. Nach zwei Stunden sprachen wir die ersten drei Stück Gamswild in großer Entfernung an. Von nun an war das Marschieren mit besonderer Sorgfalt zu absolvieren - unsere größte Sorge war, dass wir das Rudel aufscheuchen und die Pirsch umsonst war. Als wir dem bereits am Morgen angesprochenen Rudel näher kamen, bewegten wir uns sehr vorsichtig und die letzten Meter nur noch auf allen vieren bis zu einem Vorsprung, um mög-

lichst wenig aufzufallen. Und dann der Blick über die Felskante auf 2.300 Meter: ungefähr 110 Meter unter uns standen über 90 Stück Gamswild in einer Senke. Vor allem führende Geißen mit Kitzen und einige junge Böcke. Nach 15 Minuten konnten wir eine nicht führende, alte

... EIN KRACHENDER SCHUSS BRACH DIE MORGENDLICHE STILLE ... Gams in 154 Meter Entfernung ansprechen. Ein krachender Schuss brach die morgendliche Stille, und das Rudel stob in alle Richtungen auseinander. Die angesprochene Geiß sprang ab, ohne zu zeichnen - allerdings verlangsamte sie ihr Tempo nach ca. 200 Metern und ging ins Wundbett. Ein schusshartes Stück. Nach 10 Minuten war es verendet. Die Krucken der Geiß wiesen ein Alter von 14 Jahren auf. Der anstrengendste Teil des Jagdtages kam aber erst noch - die Gams musste per Kraxe den langen Weg durch alpines Gelände zurückgetragen werden – ein echter Kraftakt (Gewicht 32 kg). Ein traumhafter Jagdtag mit tief eingebrannten Bildern und Szenen bleibt ewig in Erinnerung, ebenso wie die unvergleichliche Schönheit der Natur und der Respekt vor Wild und alpiner Landschaft. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 15


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DIE KRANICHE UND DAS GRAMBOWER MOOR Text & Fotos: Walter Thiel

Das gesamte Geschehen um die Kraniche herum, sowohl das der Brutpaare wie auch das der durchziehenden und rastenden Kraniche wird seit dem Jahre 1977 von der Arbeitsgruppe Kranichschutz der DDR und seit 1990 von der Arbeitsgruppe Kranichschutz Deutschland – einem Zusammenschluss vom Naturschutzbund Deutschland, der Umweltstiftung WWF Deutschland und der Lufthansa Umweltförderung – beobachtet und überwacht. Im Jahr 1996 wurde dann noch ein Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund eröffnet und mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt. Von hier aus wird jetzt die Forschung am Kranich gesteuert und intensiviert. Ich war von Anfang an dabei. Kraniche legen ihr Nest mit Vorliebe im Wasser an, um vor unliebsamen Nesträubern wie den Wildschweinen einigermaßen geschützt zu sein. Sie verstecken der eigenen Übersicht wegen ihr Nest aber nicht im dichten Pflanzenwuchs, sondern legen es in spärlichem Bewuchs, offen auf den Wurzeltellern von Erlen oder gar in freien Wasserstellen an. Dafür legen sie allergrößten Wert darauf, dass der Brutplatz von Wald, zumindest von Bäumen, umgeben ist. Alles Dinge, die im Grambower Moor reichlich vorhanden sind. Trotzdem brüten im Grambo16

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wer Moor selbst nur 2 Brutpaare. Die Torfstiche sind ihnen zu tief, oder sie verlanden zu schnell, und die Vernässungsflächen liegen zu offen da. Dagegen brüten 7-8 Brutpaare in den kleinen Waldmooren der Wälder in unmittelbarer Nachbarschaft des Grambower Moores, dem Rabenhorn, dem Söring, dem Grasmoor, dem Hohen Holz auf der Gemarkung Grambow, dem Zarenmoor, dem Hohen Holz auf der Gemarkung Zülow und nicht zu vergessen, in dem Ackersoll „Swienegelkuhl“ bei Grambow.

DAS KRANICHPAAR VOM SWIENEGELKUHL Am Beispiel des Paares, das in der Swienegelkuhl brütet, möchte ich aufzeigen, wie flexibel die Kraniche bei der Wahl des Brutplatzes sein können. Dieses Paar brütete in den 1970er und 1980er Jahren in einem verlandeten Torfstich bei den Maschinenkuhlen. Durch eine Einleitung des Regenwassers der Hühnerfarm Ende der 1980er Jahre erfolgte eine starke Vernässung des Moorwaldes in diesem Bereich, und das Paar zog sofort dorthin um. Nach einigen Jahren wurde die Regenwassereinleitung wegen der Nährstoffeinträge gestoppt, und das Paar brütete zwei Jahre in den Maschinenkuhlen auf einer


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kleinen Insel. Als vom Gut Grambow der Wasserstand in der Swienegelkuhl stabilisiert wurde, zog das Paar sofort dorthin um.

graben nicht mit einbezogen werden, sodass die Vorflut weiterhin voll wirksam ist. Das heißt, dass Regenwasser aus dem Moorkörper abfließt.

Während der Brutzeit und der Zeit der Jungenaufzucht verhalten sich die Kraniche äußerst vorsichtig, sodass sie sich selbst den Blicken eines aufmerksamen Beobachters entziehen. Nur Jägern gelingen während ihres Ansitzes in dieser Zeit immer mal wieder interessante Beobachtungen. Ein Grund dafür ist der Umstand, dass die Altvögel alle zwei bis drei Jahre in dieser Zeit mausern, indem sie in wenigen Stunden ihr gesamtes Großgefieder abwerfen und folglich wochenlang nicht fliegen können. Erst wenn die Jungen flügge geworden sind, tauchen die Paare wieder auf.

DIE ZAHL WAR ABER NIE HÖHER ALS 100. Kraniche am Vorsammelplatz

Dass im Grambower Moor während des Herbstes Kraniche übernachten, ist seit Langem bekannt. Die Zahl war aber nie höher als 100. Wie die Beobachtungen des Schlafplatzverhaltens der Kraniche im Grambower Moor zeigen, sind auch sie bei der Wahl des Schlafplatzes sehr flexibel. Wenn eine ruhige und störungsarme Lage geboten wird, vermögen sie auch mit relativ kleinen Flächen auszukommen. Festzustellen ist aber auch, dass sich durch den Nährstoffeintrag (Exkremente) sehr bald Flatterbinse und vereinzelt auch Rohrkolben auf Regenmoor einfinden. Mit zunehmendem Bewuchs wird dann die gewählte Fläche immer unattraktiver für die Kraniche, und sie nutzen die erstbeste Gelegenheit, um den Schlafplatz zu verlegen.

Im Januar 1994 begannen die Renaturierungsarbeiten im Grambower Moor, und als Erstes wurden die Abflüsse des Großen Moorsees und der Abbauflächen abgedichtet. Als Ergebnis entstand eine über 6 ha große freie Flachwasserfläche, die das ganze Jahr über hielt. Sofort wurde die Fläche zum neuen Schlafplatz durch die Kraniche erkoren. Die Zahl der übernachtenden Kraniche erreichte noch im selben Herbst 200. Mit 750 übernachtenden Kranichen im Herbst 2001 und 1.800 im Frühjahr 2011 wurden bisher die Höchstzahlen erreicht. Ende Februar kommen schon die Brutpaare aus den Winterquartieren zurück, um sich ihre Brutplätze zu sichern. Im März ziehen dann die Skandinavier durch, und es kommt kurzzeitig zur Übernachtung von über 1.000 Kranichen. Im April erscheinen schließlich unsere einheimischen Nichtbrüter, die dann den ganzen Sommer mit Stückzahlen von 100150 im Moor übernachten. Schon Ende Juli gesellen sich die ersten Brutpaare dazu. Im Laufe des Herbstes rücken dann die Kraniche aus Skandinavien und dem Osten heran, und die einfliegenden Trupps werden zahlenmäßig stärker. In den letzten Jahren verschiebt sich das Rastgeschehen wegen des fehlenden Wassers am Schlafplatz immer weiter in den Herbst hinein.

NEUGIERIG WAR ICH AUCH, WIE SIE MIT STÖRUNGEN UMGEHEN. Kraniche im Schnee am Schlafplatz 13.03.2006

Bei der relativen Größe des jetzigen Schlafplatzes ist mit einer weiteren Verlegung nicht so schnell zu rechnen. Allerdings zeigen sich auf dieser Fläche schon die ersten Anzeichen des Nährstoffeintrages in der schnellen Zunahme der Flatterbinsenbestände. Gefördert wird dieser Vorgang zusätzlich durch den von Jahr zu Jahr sinkenden Wasserstand im Moor. Leider konnte bei den Renaturierungsarbeiten 1994-1998 der Otter-

Mitte März 2006 überraschte ein Kälteeinbruch mit bis zu minus 16° C die Kraniche. Zeitweilig standen über 200 Kraniche jede Nacht auf dem Eis. Aber sie wichen nicht aus. Mit der Erfahrung dieses Märzes blieben die Kraniche die nächsten drei Winter gleich komplett hier. Selbst in dem schneereichen und kalten Winter 2010 waren den ganzen Winter über 500 Kraniche am Schaalsee, allerdings nicht im Grambower Moor. Neugierig war ich auch, wie sie mit Störungen umgehen. Ich GRAMBOW • JAGD AKTUELL 17


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habe deshalb gut getarnt gegenüber Mensch und Tier dort immer mal wieder einen Abend bis tief in die Nacht hinein verbracht. Gerade in trockenen Sommern wird doch manch ein Besucher an Stellen im Moor angetroffen, wo sonst keiner herumkriecht. Damit können die Kraniche aber inzwischen ganz gut umgehen, habe ich den Eindruck gewonnen. Sie können sehr gut unterscheiden, ob man gezielt nach ihnen Ausschau hält, oder ob man nur zufällig in ihre Nähe geraten ist. Sie verstummen augenblicklich und beobachten den Störenfried, notfalls ziehen sie sich auch etwas zurück oder verlassen kurzzeitig das Moor, wenn sie den Eindruck gewinnen, der will etwas von ihnen. Mehrmals überflog ein Hubschrauber den Schlafplatz. Das wurde nur interessiert von einigen Kranichen beobachtet, während der Rest sich sogar weiter mit der Gefiederpflege befasste. Das Auftauchen von zwei motorisierten Drachenfliegern machte sie schon etwas nervöser, aber da keiner dieser knatternden Fluggeräte direkt über den Schlafplatz flog, sondern vorher abdrehte, blieb es bei einigen auffliegenden Vögeln. Dann knatterte ein Motorradfahrer bei einbrechender Dunkelheit quer durch das Moor vom Torfwerk nach Grambow und fuhr sich trotz Trockenheit auch noch einige Male mit heulendem Motor nicht weit vom Schlafplatz entfernt

Kranichnest in einem Torfstich am Großherzogdamm 18

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fest. Sofort waren alle Kraniche aus dem Moor verschwunden. Sie kamen aber bei völliger Dunkelheit wieder zurück. Extrem bedroht fühlten sie sich jedes Mal, wenn am Horizont ein Heißluftballon auftauchte. Wenn der auch noch auf den Schlafplatz zuhielt, verließen die Kraniche panikartig das Moor, kamen aber ebenfalls in stockdunkler Nacht wieder zurück, einige auch wohl nicht. Dieses stille, aber kontinuierliche Näherkommen erinnert sie doch zu sehr an einen anschleichenden Beutegreifer. Schließlich zerrissen an einem Abend ganz in der Nähe zwei Schüsse die abendliche Stille. Ich fuhr ordentlich zusammen, so nahe waren sie. Und die Kraniche? Sie hielten es nicht einmal für erforderlich, die Gefiederpflege zu unterbrechen. Das war vor wenigen Jahren auch noch anders. Mit der einen oder anderen Störung lernen sie offensichtlich umzugehen.

UND DIE KRANICHE? SIE HIELTEN ES NICHT EINMAL FÜR ERFORDERLICH, DIE GEFIEDERPFLEGE ZU UNTERBRECHEN. Nach meinen Beobachtungen suchen die Kraniche, die im Grambower Moor schlafen, zum Äsen das Gebiet im Südosten bis Warsow, im Süden bis zur Autobahn A 24 und bis


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Wittenburg im Südwesten sowie bis Gadebusch im Nordwesten auf. Nicht ganz ungefährlich, wie sich im Frühjahr 2004 herausstellen sollte. Am 28.03.2004 fanden Kinder drei tote Kraniche im Grambower Moor. Am Ende wurden 40 tote Kraniche im und um das Grambower Moor geborgen, sowie einige tote Eulen und Greifvögel. Die Untersuchungen des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ergaben eine Vergiftung durch Zinkphosphid, wie es im Giftweizen gegen Mäuse zum Einsatz kommt. Obwohl der Staatsanwalt das Verfahren sofort an sich zog, konnte der Verursacher nie ermittelt werden, so auch nicht, ob absichtlich oder fahrlässig gehandelt worden ist. Doch trotz dieses Unfalls sind die Kraniche noch nicht gefährdet. Ganz

DA SAG EINER, DIE NATUR IST GEFÄHRDET. im Gegenteil, ihr Brutbestand hat sich von 1977 bis heute von 410 Brutpaaren in Deutschland auf fast 8.000 Brutpaare 2014 erhöht, davon die Hälfte allein in Mecklenburg-Vorpommern. Da sag einer, die Natur ist gefährdet. Leider ein fataler Irrtum, denn schon mehren sich die Anzeichen für einen Rückgang der Nachwuchsrate. Denn die Jungen brauchen Insektennahrung, und daran mangelt es zunehmend. Da die Kraniche über 20 Jahre alt werden, macht sich das nicht gleich in den Bestandszahlen bemerkbar. Noch alarmierender ist die Tatsache, dass sich gleichzeitig der Bestand von den meisten Vogelarten stark verringert hat, bei 27 Kleinvogelarten in nur 10 Jahren von 1998-2009 sogar um mehr als 70 %, wie die Kartierergebnisse von Mecklenburg-Vorpommern zeigen. Darunter sind so bekannte Arten wie die beiden Sperlingsarten, die Feldlerche, der Stieglitz, der Wiesen- und der Baumpieper, der Fitis und der Buchfink, um nur einige zu nennen.

Wie passt das zusammen? Der geradezu drastische Rückgang der meisten Vogelarten und die gleichzeitige explosionsartige Bestandsentwicklung ganz weniger Vogelarten sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Die Kosaken haben da ein treffendes Sprichwort: „Selbst an einem räudigen Hund ist noch ‘ne Handvoll Wolle.“ Doch selbst die steht zur Disposition, wenn die einseitige Entwicklung in der Landnutzung hin zu einem Energieproduzenten mit Mais- und Rapsfeldern bis zum Horizont so weitergeht. Immer wieder stellt sich dabei die Frage, warum wir so ein Geschrei um ganz gewöhnliche Vogelarten machen? Das ist ganz einfach, weil gerade die ganz gewöhnlichen Vogelarten sehr gut zu beobachten sind, und weil wir ihre Lebensweise und damit ihre Stellung im Gesamtstoffkreislauf gut kennen. Somit spiegelt die Entwicklung ihrer Bestände auch sehr gut den Zustand unserer Umwelt und damit die Belastung für uns Menschen wider. Anmerkung: Mir bleibt unbegreiflich, wie die Politik unter Mitwirkung der Wissenschaft immer wieder mit enormem Fördermittelaufwand Entwicklungen vorantreiben kann, deren Nebenwirkungen völlig unzureichend oder gar nicht erforscht sind. Vielleicht weil Tierversuche verpönt sind? Da testet man gleich am Menschen und braucht sich für die Forschungsmethoden nicht zu rechtfertigen. Denn die Beweislast liegt jetzt bei den Betroffenen. Die müssen jetzt vor Gericht beweisen, wie die eingesetzten Mittel auf sie gewirkt haben. Und dann kann man sich ganz gelassen zurücklehnen und alles anzweifeln, denn genau weiß es ja keiner. Es ist ja nicht erforscht.

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WILDE LACHSE IN DEUTSCHEN FLÜSSEN? Text: Armin Weinbrenner

Ein Bär, der mit geschicktem Prankenhieb einen springenden Lachs ergreift – Myriaden von Fischen mit roten Rücken im flachen Wasser auf dem Weg zum Laichplatz – mächtige Lachse, die wild tosende Stromschnellen mit unbändiger Kraft überwinden.

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Wir alle kennen diese Bilder und wissen, dass die Schauplätze in Kanada und in Norwegen zu suchen sind. Wenige Menschen wissen jedoch, dass die deutschen Flüsse noch vor hundert Jahren mit reichen Lachsvorkommen gesegnet waren und dass Deutschland im Zentrum des europäischen Verbreitungsgebiets des Atlantischen Lachses liegt. Die Verbesserung der Wasserqualität der deutschen und europäischen Flüsse ermöglicht nun die Rückkehr des „Königs der Fische“ in seine ursprüngliche Heimat.


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erreichen manche Exemplare. Irgendwann machen sie sich alle auf den Weg, um den Ort ihrer Geburt mit einer Genauigkeit von 50 m wiederzufinden.

DER RHEIN – EINER DER BESTEN LACHSFLÜSSE ALLER ZEITEN! Der legendäre Rheinsalm, wie man die im Rhein zum Laichen aufsteigenden Lachse auch nannte, zeichnete sich durch besondere Größe aus. Der mächtige und lange Strom brachte besonders viele Fische hervor. Geschichten über meuternde Hausangestellte, die sich weigerten mehr als zweimal die Woche Lachs zu essen, lassen ahnen, welcher Überfluss damals noch anzutreffen war. Ende des 19. Jahrhunderts wurden allein auf dem Fischmarkt in Rotterdam jährlich bis zu 85.000 Lachse verkauft, ohne dass es den Bestand merklich verringern oder gar gefährden konnte. Man schätzt den Bestand an Lachsen im Rhein vor der Rheinbegradigung durch den Ingenieur Johann Gottfried Tulla im 19. Jahrhundert auf eine Größenordnung von 9 Millionen Stück. Ungefähr 1 Million stiegen jedes Jahr zum Laichen auf. Viele davon Fische, mit mehr als einem Meter Länge. Die Fische laichten im Hauptstrom selbst und in den zahlreichen Nebenflüssen vom Niederrhein bis hinauf in den Schwarzwald und in die Flüsse der Schweizer Alpen. Der Rheinfall in Schaffhausen stellte die natürliche Grenze für den Aufstieg der Lachse dar. Nicht nur im Rhein, auch in allen anderen Flusssystemen, die in Nord- oder Ostsee münden, war der Lachs vertreten. Elbe, Weser, Oder und die meisten Nebenflüsse beherbergten eine stattliche Lachspopulation.

LACHS AUSGESTORBEN!

DER ATLANTISCHE LACHS – EIN LANGDISTANZ WANDERFISCH Ein Lachs Brütling schlüpft im Schutz der Kieselsteine seines Heimatbachs, die von klarem und sauerstoffreichem Wasser durchströmt werden, aus dem Ei. Er verbringt dort seine ersten Wochen, ernährt sich von Kleinlebewesen und sieht aus wie eine kleine Bachforelle. Nach 2 Jahren verwandelt er sich in einen silbernen „Smolt“ und begibt sich auf seine lange Reise in den Nordatlantik. Auf hoher See findet er genug wertvolle Nahrung in Form kleiner Fische und Garnelen, um bereits nach einem Jahr zu einem „Grils“ herangewachsen zu sein. Manche Fische machen sich dann schon wieder auf zu ihrem Fluss, andere bleiben länger im Meer. Diejenigen, die länger bleiben, werden größer. Bis zu 30 kg Gewicht und 1,3 m Länge

Um das Jahr 1950 hatte der Mensch es dann geschafft, den Lachs in Deutschland zu vernichten. Verseuchtes Wasser und die Ingenieurskunst der Wasserbauer hatten den stolzen Fisch von seinen Laichgründen abgeschnitten und der Möglichkeit beraubt, sich natürlich zu vermehren. Wanderhindernisse in Form von Schleusen und Dämmen konnten von den Fischen nicht mehr überwunden werden. Mangelnder Sauerstoff und eine hohe Konzentration an Giftstoffen ließen ein Überleben der anspruchsvollen Art nicht mehr zu.

WIEDERANSIEDLUNG Die Katastrophe der Gewässerverschmutzung scheint in Deutschland und den Nachbarländern nun überwunden. Es gibt noch Verbesserungsbedarf, aber im Großen und Ganzen sind die Gewässer in punkto Wasserqualität wieder bereit, dem Lachs und seinem Gefolge von Wanderfischen und anderen Wasserlebewesen einen Lebensraum zu bieten. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 21


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Vor 35 Jahren begannen Angelvereine mit viel Enthusiasmus aktiven Naturschutz zu betreiben und erbrüteten Lachse, um sie in den ehemaligen Lachsflüssen zu besetzen. Dabei musste man auf Lachsstämme skandinavischer, irischer und französischer Herkunft ausweichen, denn die deutschen Lachsstämme waren ausgestorben.

pass bei der natürlichen Vermehrung der Großsalmoniden wie dem Atlantischen Lachs.

KULTURLANDSCHAFT FLUSS Ursprüngliche, vom Menschen nicht veränderte Flüsse gibt es in Deutschland fast nicht mehr. Kleine Teile der oberen Isar in den Alpen können beispielsweise noch als solche gelten, aber im Wesentlichen sind alle Fließgewässer in Deutschland als mehr oder weniger stark vom Menschen beeinflusste Kulturlandschaften zu betrachten. Die ursprünglichen Flüsse waren breit und flach. Sie teilten sich oft in viele Arme und boten durch ihre Vielfalt an Strukturen einer großen Zahl von Tierund Pflanzenarten einen idealen Lebensraum. Die Kulturlandschaft der Äcker und Felder konnte teilweise, abhängig von der Bewirtschaftungsweise, größere Zahlen an Arten hervorbringen, als der ursprünglich in Deutschland vorhandene Urwald. Bei den Gewässern ist dies nicht der Fall. Menschliche Eingriffe führen dort fast immer zu einer Verarmung an Artenund Individuenzahl. Die Begradigung der Flüsse verringerte ihre Fläche, und sie schnitten sich tiefer in die Landschaft ein. Strukturen gingen verloren und mit ihnen die Arten, die dort lebten.

Rückkehrer

Viele Millionen von kleinen Lachsen wurden bis heute in die Flüsse entlassen. Unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit und hohe Summen an finanziellen Mitteln wurden aufgewandt. Auch staatliche Institutionen arbeiten für die Wiederansiedlung der Lachse und anderer Wanderfische in Deutschland und Mitteleuropa. Der Erfolg lässt jedoch auf sich warten. Das Ziel einer nachhaltigen Ansiedlung des Atlantischen Lachses in selbsttragenden Beständen ist noch lange nicht erreicht. Die Zahlen der zum Laichen aufsteigenden rückkehrenden Fische sind erschreckend gering.

GRÜNDE FÜR DEN AUSBLEIBENDEN ERFOLG Trotz der verbesserten Wasserqualität deutscher Flüsse gibt es leider weiter Ursachen, die der nachhaltigen Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses entgegenstehen. Die freie Durchwanderbarkeit der Wanderwege flussauf und flussab ist für alle Fische, besonders jedoch für die Langdistanzwanderer wie den Atlantischen Lachs von entscheidender Bedeutung. Lachse sind sogenannte Kieslaicher. Sie benötigen zur Vermehrung Laichplätze mit grobem Kies als Gewässersohle, der von sauerstoffreichem Wasser durchströmt wird. Die Verfügbarkeit solcher Laichsubstrate ist ein weiterer Eng22

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Wasserkraftwerk

Der Bau von Stauwehren zur Schiffbarmachung und die Errichtung von Wasserkraftwerken verwandelten viele Bereiche der Flüsse in quasi stehende Gewässer mit verschlammten, sauerstoffarmen Stauzonen, die den strömungsliebenden Tier- und Pflanzenarten keinen Lebensraum mehr boten. Durch Wehre, Schleusen, Turbinen und sauerstoffarme Zonen wurden den Fischen ihre Wanderwege versperrt. Zu all dem kam dann noch die Einleitung von Schadstoffen durch den Menschen.So wurde die „Kulturlandschaft Fluss“ zu einer unermesslichen Katastrophe für die ehemals reiche Flora


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und Fauna im und am Gewässer. Weil sich das Leben unter Wasser weitgehend im Verborgenen abspielt, ist der Mehrzahl der in Deutschland lebenden Menschen nicht klar, was der Natur und uns selbst durch die „Kultivierung“ der Fließgewässer verloren gegangen ist.

NACHHALTIGE ENERGIEGEWINNUNG DURCH WASSERKRAFTWERKE? Im Rahmen der Energiewende kommt der Nutzung der Wasserkraft eine wachsende Bedeutung zu. Dabei wird der Eindruck vermittelt, dass sie klimaneutral, nachhaltig und umweltfreundlich ist. Leider stimmt das so nicht. Mit dem Bau von Wasserkraftwerken ist die Anlage von Stauhaltungen und somit die Versperrung der Fischwanderwege verbunden. Die flussabwärts wandernden Fische, wie beispielsweise kleine Lachse (Smolts) auf dem Weg ins Meer, werden in den Turbinen der Kraftwerke häufig verletzt oder gar getötet. Bis heute gibt es für größere Flüsse keine geeigneten technischen Einrichtungen, um dieses Problem zu verhindern. Zum Laichen aufsteigende Lachse können die Stauwehre nicht überwinden und ihre Laichgründe nicht erreichen. Fischwanderhilfen in Form von Fischpässen, die die Staumauer umgehen, können eine Lösung dafür sein. Allerdings funktionieren in der Praxis viele Fischwanderhilfen nicht ausreichend. Der Eingang zu den Fischtreppen ist manchmal schlecht positioniert und die notwendige Lockströmung zu schwach. Einige der Einrichtungen sind einfach zu klein dimensioniert. An einigen wichtigen Wanderkorridoren, wie beispielsweise im Oberrhein, gibt es bis heute Wasserkraftanlagen, die keinerlei Fischwanderhilfe besitzen. In den Stauhaltungen der Wasserkraftanlagen kommt es durch die geringe Fließgeschwindigkeit zur Verschlammung des Gewässergrundes. Durch Umsetzungsprozesse entsteht im Schlamm das Klimagas Methan. Methan ist stärker klimawirksam als CO2, und die Mengen, die freigesetzt werden, sind nicht zu vernachlässigen. Fazit ist, dass die Nutzung von Wasserkraftanlagen keine nach-

Der Fluss - die Stepenitz.

haltige, klimaneutrale und damit umweltfreundliche Form der Gewinnung von elektrischer Energie darstellt. Insbesondere bei der staatlich geförderten Errichtung von Kleinwasserkraftanlagen stehen der Schaden für das Gewässer und an seinen Lebewesen in keinem Verhältnis zu dem vergleichsweise geringen Ertrag an elektrischer Energie.

DIE STEPENITZ Ungefähr 50 km südöstlich von Grambow fließt das kleine Flüsschen Stepenitz durch den Ort Putlitz und schlängelt sich von dort malerisch durch Wiesen und Weiden nach Süden, um bei Wittenberge in die Elbe zu münden. Die Stepenitz ist ein Lachsfluss! Jedes Jahr steigen Lachse und Meerforellen in die Stepenitz zum Laichen auf. Im Mittel sind es 20 Lachse und 48 Meerforellen, die den Weg zurück zu ihren Geburtsorten finden. Mit wissenschaftlicher Begleitung des Instituts für Binnenfischerei in Potsdam führten gebietsspezifische Arbeitsgemeinschaften unter der Trägerschaft des Landesanglerverbands Brandenburg (LAVB) in der Stepenitz 1999 den ersten Besatz nach dem Aussterben der Lachse durch. Bis 2014 wurden in der Stepenitz ca. 940.000 Lachse verschiedener Altersstufen vom Brütling bis zum Smolt und mehr als 1,1 Mio. Meerforellen Brütlinge besetzt. Zu Beginn des Projekts war in der Stepenitz die Durchwanderbarkeit aufgrund zahlreicher Wehre nicht gegeGRAMBOW • JAGD AKTUELL 23


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ben. Durch das Lachsprojekt konnten 11 Wehre in der Stepenitz um- oder zurückgebaut werden und eine Wasserkraftanlage in Perleberg im Jahr 2013 stillgelegt werden. Damit wurde der Fluss auf einer Länge von 55 km für Wanderfische erreichbar. Nach wie vor gibt es jedoch Wanderhindernisse, die vom Projekt bearbeitet werden. Unter anderem eine Wasserkraftanlage in Pritzwalk, sowie Wehre in Putlitz und Perleberg.

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Im Rahmen des Projekts wurde ein eigenes Bruthaus zur Vermehrung von Lachsen und Meerforellen gebaut. Allein 2014 wurden dort 14.000 Lachse und 85.000 Meerforellen aus Eiern erbrütet. Inzwischen laicht der Lachs auch schon natürlich in der Stepenitz ab. Ulrich Thiel vom Landesanglerverband Brandenburg beziffert den Anteil von Jungfischen aus natürlicher Vermehrung auf 10 Prozent des Gesamtaufkommens. Die Bedingungen für das Aufwachsen der Fische im Gewässer sind gut, und die Abwanderungsrate, das heißt der Anteil der kleinen Lachse, die sich tatsächlich auf die Wanderung ins Meer begeben, liegt zwischen 15 und 28 Prozent.

DIE RÜCKKEHRRATE BEI DEN LACHSEN IST MIT 0,1 - 0,3 % NOCH DEUTLICH ZU NIEDRIG. Anderen Fisch- und Neunaugenarten kommen die erzielten Verbesserungen der Gewässerstruktur ebenfalls zugute. So laichen unter anderem jährlich mehrere tausend Flussneunaugen in der Stepenitz. Neben den Erfolgen der Arbeit des Projekts gibt es laut Ulrich Thiel allerdings eine ganze Reihe von Gefährdungen und Problemen. So ist die Rückkehrrate bei den Lachsen mit 0,1 - 0,3 % noch deutlich zu niedrig. Vom Selbsterhalt einer Population kann man erst ab einer Rate von 3 Prozent ausgehen. Als Gründe für die zu geringen Zahlen kommen neben eventuellen marinen Ursachen die Fischerei in der Unterelbe und die Wirkung der KKW Kühlwasser Einläufe in diesem Gebiet infrage. Gerade in der Aufstiegsphase werden die Fische durch geringe Wassermengen und Bereiche mit zu geringem Sauerstoffgehalt in der Unterelbe bedroht. Eine weitere Bedrohung für die Stepenitz sind Gülle Havarien bei Biogasanlagen. Allein an der Stepenitz gibt es bereits 2 solche Ereignisse zu verzeichnen. Der bestehende Mangel an Laichhabitaten in der Stepenitz wird durch die steigende Belastung mit Feinsedimenten, verursacht durch gewässernahen Maisanbau, Meliorationen und Dränagen, verschärft. Nach wie vor wird die Gewässer Streckenunterhaltung in klassischer Weise, oftmals von ungeschulten Fremdfirmen durchgeführt. Die EU Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL), die FFH-Richtlinie und die Bundesartenschutzverordnung


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(BArtSchV) werden dabei kaum berücksichtigt. Andererseits werden durch den Totalschutz des Bibers wichtige natürliche Fließgewässer-Lebensräume zerstört.

WANDERFISCHE OHNE GRENZEN – NASF DEUTSCHLAND E.V. Im April 2015 gründeten einige engagierte Lachsschützer den Verein „Wanderfische ohne Grenzen e.V.“. Die Organisation bildet die deutsche Sektion des North Atlantic Salmon Fund (NASF) mit Sitz in Reykjavik/Island. Der Chairman und Gründer des NASF, Orri Vigfússon, kämpft seit 25 Jahren für den Schutz der Wildlachsbestände im Nordatlantik. Rund 85 Prozent der Lachsfangquoten in den Küstengewässern des Verbreitungsgebietes konnte er bereits aufkaufen und damit die Grundlage für alle Wiederansiedlungsbestrebungen in den Anrainerstaaten des Nordatlantiks schaffen. Die nachhaltige Wiederansiedlung von in Deutschland ehemals ausgestorbenen Fischarten wie Lachs und Stör ist möglich. Als „König der Fische“ ist der Lachs die Galionsfigur, in deren Gefolge eine große Zahl von Fischen und anderen Wasserlebewesen die Gewässer wieder besiedeln können. Es gilt, die Kulturlandschaft Gewässer wiederzubeleben und die Flüsse wieder zu funktionierenden Lebensräumen für Wanderfische und alle anderen Wasserbewohner zu machen.

Mitte: Chairman und Gründer der NASF: Orri Vigfússon, Rechts: Vorsitzender der NASF Deutschland, A.Weinbrenner

„Wanderfische ohne Grenzen e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die Situation der Gewässer und ihrer Bewohner zu lenken. Die zahlreichen Initiativen, die sich in Deutschland mit dem Schutz und der Wiedereinbürgerung von Wanderfischen beschäftigen, will der Verein vernetzen und ihnen auf politischer Ebene im deutschen und europäischen Raum eine Stimme geben. Im Dialog mit allen Interessengruppen sollen Wege gefunden werden, das Ziel der Wiederherstellung der aquatischen Lebensräume und der Bestände ihrer zahlreichen Lebewesen zu erreichen.

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GREIFVÖGEL – DIE JÄGER DER LÜFTE Text & Fotos: Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Deutsche Wildtier Stiftung

Sie hocken stundenlang auf einer erhöhten Position, sie schlagen blitzschnell zu, sie laufen durch ihr Revier – nein, die Rede ist nicht von den zweibeinigen, sondern von den gefiederten Jägern. Greif und Mensch haben mit Blick auf ihre Jagdstrategien vieles gemein. Der Mensch hat sie über die letzten Jahrhunderte kombiniert und optimiert, während die Greifvögel sich spezialisiert haben. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat drei Greifvogelarten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Faszinierend ist, welche großen Unterschiede sich zwischen Rotmilan, Wiesenweihe und Schreiadler im Laufe der Evolution entwickelt haben. Die einen brüten am Boden, die anderen bauen ihren Horst auf Bäumen. Die einen ziehen bis in das südafrikanische Winterquartier, andere begnügen sich mit Westafrika, den südlichen Nachbarländern Deutschlands oder bleiben gleich ganz hier. Auch Jagdverhalten und Beutespektrum unterscheiden sich

sehr: Der Rotmilan – früher fälschlicherweise als „Gabelweihe“ der Gattung der Weihen zugeordnet – ist ein Nahrungsopportunist. Er frisst jede Art von Fleisch inklusive Aas. Seine Beute erspäht er aus großer Höhe und stürzt pfeilschnell zu Boden, um von der Maus bis zum Feldhamster alles zu ergreifen. Die Wiesenweihe ist dagegen auf Mäuse spezialisiert und segelt mit ihren v-förmigen Flügeln oft nur wenige Meter über dem Boden. Eine besonders ausgeklügelte Jagdstrategie hat der Schreiadler entwickelt. Diese kleine, in Deutschland mit noch rund 100 Paaren brütende Adlerart jagt zu Fuß. Auf Wiesen und Brachen oder am Rand von Feuchtgebieten marschiert er über den Boden und fängt Mäuse, Frösche und Reptilien. Damit ist er wohl die einzige Greifvogelart, die – wie wir Jäger – auf die Pirsch geht.

„PRECISION FARMING“ LÄSST KEINE FEHLSTELLEN AUF DEN SCHLÄGEN MEHR ZU. Bei aller Verschiedenheit im Jagdverhalten sind alle Greifvogelarten mit einem für sie lebensbedrohenden Problem konfrontiert: Die Landwirtschaft. Die bewirtschafteten Schläge werden immer größer und erreichen im Nordosten Deutschlands nicht selten Größenordnungen von 100 Hektar und mehr. Das Getreide und der Raps stehen dicht; „Precision Farming“ lässt keine Fehlstellen auf den Schlägen mehr zu. Die Fruchtfolgen sind eng und auf Wintergetreide und -raps sowie Mais konzentriert. Aus der Vogelperspektive ist die Agrarlandschaft von heute mit ihren intensiv gedüngten und eng stehenden Kulturpflanzen wie zubetoniert. Da ist es fast egal, ob die Mäusejahre gut oder schlecht sind: Wenn die Beute auf den Feldern nicht zu erobern ist, wird der Hunger groß. Besonders prekär ist es, dass die Beute gerade dann unerreichbar ist, wenn während der Brutzeit und den ersten Lebenswochen der Jungvögel der Nahrungsbedarf besonders hoch ist. Erst wenn Mitte Juli die ersten Felder wieder gedroschen werden, verbessert sich die Nahrungsverfügbarkeit. Doch dann ist es für viele Bruten und Jungvögel schon längst zu spät.

UND DA LAUERN HABICHT UND WASCHBÄR GLEICHERMASSEN. Je schwieriger es ist, Nahrung zu finden, umso größer wird der Aktionsradius der Elternvögel bei der Versorgung der Jungvögel. Und je weiter Elternvögel fliegen müssen, um Nahrung für die Brut zu erobern, desto mehr Energie verbrauchen sie selbst und umso länger sind sie vom Nest entfernt. Und da lauern Habicht und Waschbär gleichermaßen. So ist ein Horst oft 26

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leer, wenn die Altvögel mit den Mäusen zurückkehren. Hilfsmaßnahmen für Greifvögel dürfen sich daher nicht nur darauf konzentrieren, die Brutplätze zu sichern, sondern sie müssen auch Nahrungshabitate in der Nähe der Horste schaffen. Brachflächen, Grünland oder zumindest Kleegras und Luzerne statt Winterweizen oder -raps. Greifvogelschutz bedarf daher der engen Zusammenarbeit zwischen Ornithologen und Landwirten. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt bei ihren Projekten auf Kooperation statt Bevormundung, auf Honorierung statt Ordnungsrecht. Der Schutz der Greife in unserer Kulturlandschaft wird nur so auch zu einem Anliegen der Landwirte, die letztendlich von Greifvögeln als Mäusevertilger sogar profitieren. So wird in den laufenden Projekten der Stiftung mit den Landwirten gemeinsam überlegt, wie die Ansprüche von Greifvögeln in den jeweiligen Betrieb integriert werden können. Große Effekte zu möglichst geringen Kosten bzw. Ernteausfällen. Die Honorierung der Landwirte erfolgt aus Eigenmitteln der Stiftung oder über Vertragsnaturschutzprogramme der Länder. Gemeinsam werden so Nahrungsflächen für Rotmilan und Schreiadler geschaffen oder die Nester der am Boden brütenden Wiesenweihe geschützt.

• • •

Kein Neubau von Windkraftanlagen in den für Greifvögel bedeutsamen Regionen. Kein Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten. Berücksichtigung des Greifvogelschutzes in Gebieten mit bestehenden Anlagen.

In bestehenden Windparks muss die Landnutzung unter den Windkraftanlagen so gestaltet werden, dass es für die Greifvögel unattraktiv ist, hier zu jagen. Dies bezieht sich auf die Agrarflächen und auch auf die Bereiche rund um die Mastfüße der Windkraftanlagen. Der oftmals dort schüttere Bewuchs verleitet die Greifvögel dazu, in diesem für sie so gefährlichen Bereich nach Beute zu suchen. Greifvogelschutz in der Zukunft ist und bleibt daher eine Herkulesaufgabe. Und auch wenn wir uns am Aufschwung einzelner Arten wie derjenigen des Seeadlers erfreuen können, dürfen wir die Augen nicht davor verschließen, dass viele Greifvogelarten sich in einem Negativtrend befinden. Sie werden nur dann eine Zukunft in Deutschland haben, wenn wir bei der Landnutzung in ihrem Lebensraum Rücksicht auf die „Jäger der Lüfte“ nehmen.

WINDKRAFTANLAGEN SCHIESSEN WIE DIE PILZE AUS DEM BODEN. Mit der „Energiewende“ hat sich für den Greifvogelschutz eine neue Herausforderung ergeben. Windkraftanlagen schießen wie die Pilze aus dem Boden. Wie viele Greifvögel durch Windkraftanlagen getötet werden, ist schwer abzuschätzen. Viele Kollisionsopfer werden nicht gefunden, da sie sofort zur Beute von Fuchs und Wildsau werden. Studien weisen darauf hin, dass insbesondere der Rotmilan, der mit über 50 % seines weltweiten Bestandes in Deutschland brütet, durch Windkraftanlagen „Federn lassen“ muss. Auch für den Schreiadlerbestand stellt die Windkraft eine große Gefahr dar, denn bei nur noch rund 100 Brutpaaren in Deutschland zählt jeder Vogel. Die Vogelschutzwarten der Bundesländer appellieren daher in ihrem „Helgoländer-Papier“, die Sperrzonen für Windkraftanlagen rund um Schreiadler-Horste von drei auf sechs Kilometer zu erweitern. Dass dieser Vorschlag die Windkraftlobby und die mit ihr verquickten Bereiche der Umweltpolitik erheblich stört, zeigt sich daran, dass das Papier lange als Verschlusssache behandelt wurde. Nimmt man den SechsKilometer Radius ernst, würde dies auch das Aus für diverse neue Windeignungsgebiete bedeuten, die gerade in Vorpommern ausgewiesen werden sollen. Einer Region, in der sich die letzten Schreiadlervorkommen Deutschlands befinden. Um die Energiewende mit dem Greifvogelschutz zu verknüpfen, muss daher Folgendes geschehen: GRAMBOW • JAGD AKTUELL 27


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Foto: Marco Schütte

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Them Jagdpr a a Spezia xis l

TITELTHEMA JAGDPRAXIS SPEZIAL

42 DRÜCKJAGDTIPPS VOM GRAMBOW TEAM

49 WEM GEHÖRT DER ENTLAUFENE HUND?

52 DIE SACHE MIT DEM BLEIFREI? 55 SCHALENWILD IM ÖKOSYSTEM 64 CIC STELLUNGSPAPIER

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The Jagdp ma ra Spezi xis al

DRÜCKJAGDTIPPS VOM GRAMBOW TEAM REHWILD–DRÜCKJAGD von Helmut Herbold In Waldrevieren wird es ab Mitte Oktober auf der Einzeljagd immer schwieriger, Rehwild effektiv zu bejagen. Wollen wir es dann waid- und tierschutzgerecht tun, kommt nur eine gut organisierte Ansitzdrückjagd in Frage. Dadurch schaffen wir es auch, den Jagddruck zu senken. Für den Jagdgast stellt dabei gerade diese Wildart große Anforderungen. Oft kommt Rehwild auf Drückjagden einzeln. Ist es dann ein weibliches Stück, handelt es sich i.d.R. um eine Ricke, die sich kurzfristig aufgrund der Beunruhigung durch Treiber/Hunde vom Kitz/ von den Kitzen getrennt hat. Genau diese Stücke (Ricken) liegen dann auf der Strecke, was aus wildbiologischer Sicht meiner Meinung nach verkehrt ist, werden die Kitze erst im 30

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Fotos: Marco Schütte, Martin Lösch

April/Mai von der Ricke abgeschlagen. Hier muss also genau angesprochen werden, im Zweifel bleibt der Finger gerade. Zu Beginn des Jagdtages, wenn die Jagdgäste auf ihre Stände gebracht werden, entsteht eine leichte Beunruhigung; in dieser Phase (Treiber/Hunde noch nicht in den Einständen) kommen die Ricken oft noch zusammen mit den Kitzen. Dann ist es deutlich einfacher, aufgrund des Vergleichs, anzusprechen und das richtige Reh zu erlegen. Das heißt gleichzeitig, dass man von der ersten Minute an aufmerksam sein muss. Zur Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Rehen genügt ein schneller Blick: Weibliches Rehwild hat im Winterhalbjahr eine Schürze, Böcke haben keine Schür-


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ze. Diese Differenzierung ist sehr wichtig, weil Böcke in den meisten Bundesländern ab 16. Oktober Schonzeit haben. Versetzen Sie sich bitte auch einfach in folgende Situation: Der Jagdherr hat viel Zeit (Tage) in die Vorbereitung dieser Drückjagd investiert. Deshalb kann man vom Jagdgast erwarten, dass er für die Dauer des Treibens (2 – 3 Stunden) aufmerksam und konzentriert bleibt. Handys lenken ungemein ab und bleiben deshalb in der Tasche. Was beachte ich als Jäger noch? Nichts ist verräterischer als hektische Bewegungen auf dem Stand, auch wenn das Wild selbst in Bewegung ist! Deshalb müssen alle Bewegungen sehr behutsam, praktisch im Zeitlupentempo geschehen. Die Waffe ist im Vorfeld schon parat. Oft kommen die Rehe ohne Vorankündigung und verhoffen nur für kurze Zeit, um dann weiter zu flüchten. Genau dieser kurze Moment des Verhoffens kann die einzige Chance gewesen sein.

Unsere Hauptwildart wird auf Drückjagden oft stiefmütterlich behandelt. Entweder wird es von Jagdgästen generell nicht bejagt (es war „nur ein Reh“), oder es wird von der Jagdleitung ein Vernichtungsfeldzug durchgeführt: Nur ein totes Reh ist ein gutes Reh. Beide Ansätze sind traurig. Wer sich mit Rehwild näher beschäftigt, erkennt schnell den Reiz dieser Wildart. Schließlich sollten die beiden ungeschriebenen Gesetze bei der Bejagung von Rehwild auf Drückjagden nie vergessen werden: • •

Rehwild wird nur erlegt, wenn es verhofft. Pro Jagdtag werden nur 2 Rehe/Jagdgast erlegt (Ausnahmen verkündet der Jagdleiter).

Außerdem sollte man sich als Jagdgast immer im Klaren darüber sein, dass es keinen schlechten Stand gibt!

Klassische Drückjagdszene - flüchtendes Rehwild. Geschossen wird dann nicht!

DAMWILD – DRÜCKJAGD von Jonas Schütt Die Bewegungsjagd auf Damwild wird dann zur Herausforderung, wenn es sich um eine offene Geländestruktur handelt. Bei Beunruhigung rudelt das Wild gerne mittig auf Freiflächen und hat scheinbar ein Gespür für nicht vorhandenen Kugelfang, zudem sichern und äugen die Tiere sehr aufmerksam. Also möglichst sitzenbleiben und die Bewegungen auf

ein absolutes Minimum reduzieren. Da sich die Wildkörper dann noch permanent verschieben und die Kälber sehr dicht an den Alttieren bleiben, ist hier höchste Konzentration und auch Entschlossenheit gefragt, wenn man seinen Stand erfolgreich verteidigen will. Kommt ein Rudel in Anblick, so selektieren wir bereits beim Anwechseln ein Kalb mit Hilfe der Zieloptik und saugen uns regelrecht darauf fest. Unter Beachtung der gegebenen SicherGRAMBOW • JAGD AKTUELL 31


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heit bleiben wir auf dem Stück, bis dies frei und breit steht. Diese Technik führt uns unterm Strich öfter zum Erfolg, als ständig zwischen den Kälbern hin und her zu schwenken, in der Hoffnung ein anderes steht gerade günstiger. Für die Drückjagd auf Damwild sind daher auch Zielfernrohre mit etwas höheren Vergrößerungen den klassischen Drückjagdgläsern vorzuziehen. Ein 1,7 - 10 x 42 beispielsweise ist das ideale Handwerkszeug, da dann auch sicheres Ansprechen und etwas weitere Schüsse auf (verhoffendes!) Wild möglich sind. Der Fokus und die Freigabe sollten sich auf Kälber konzentrieren und Kalb-Tierdoubletten wirklich nur dann angestrebt werden, wenn sie nicht als Rudel in Anblick kommen.

und Fluchteinständen, die vom Rotwild aufgesucht werden, wenn der Haupteinstand beunruhigt wird. Drückjagdstände direkt am Waldrand sind daher eher aussichtslos, da Rotwild erst weit auf dem freien Feld verhoffen wird. Ein dort gedeckt aufgestellter Sitz ist dagegen für den erfahrenen Rotwildjäger keine Strafkolonie abseits des Haupttreibens, sondern verspricht vielmehr einen guten Anblick. In größeren Waldrevieren sind auch Drückjagdstände in Stangenhölzern in der Nähe von Wegen fängisch. Dort verhofft das Rotwild gerne in lockerer Formation, um die Lage zu sondieren, bevor es dann in rascher Flucht unerreichbar für einen sauberen Schuss den Weg überfällt.

ROTWILD-DRÜCKJAGD von Martin Lösch Wird bei einer Drückjagd auf Rotwild gejagt, herrscht beim morgendlichen Sammeln vor der Drückjagd immer eine besondere Stimmung. Verkündet der Jagdherr dann noch großzügigerweise die Freigabe von Trophäenträgern, ist das ein spezielles Salz in der Suppe des Jagdtages. Damit die Gäste die Suppe aber sich selbst oder auch dem Jagdherren nicht versalzen, ist besondere Sorgfalt nicht nur beim Ansprechen, sondern auch beim Verhalten der gesamten Jagdpartie gefragt. Rotwild reagiert auf Störungen meist mit dem großräumigen Verlassen des Einstandes. Dabei verlässt es zügig kleinere Waldpartien, um im Feld eine bessere Übersicht zu bekommen. Schneisen werden in schneller Flucht überfallen, und bei Verhoffen rudelt sich das Rotwild eng zusammen. Kälber suchen dabei den direkten Körperkontakt zu den Alttieren. Einzelne Hirsche sind da deutlich dickfelliger, lassen sich teilweise sogar von der Treiberwehr überlaufen, um dann im Troll das Treiben zu verlassen. Diese Verhaltensmuster stellen an die Jagdorganisation eine große Herausforderung dar. Rotwild lässt sich nur auf einer großräumigen, am besten revierübergreifend angelegten Gemeinschaftsjagd sinnvoll bejagen. Die Jäger müssen mit absoluter Ruhe die Stände beziehen. Dabei muss zwingend ringförmig gegen den Wind von außen nach innen abgestellt werden. Sobald die Jäger des äußeren Ringes abgesetzt sind, müssen sie sich bereit machen. Denn wenn die Stände in der Nähe des Einstandes erst angegangen oder angefahren werden, macht sich das Rotwild sofort auf den Weg, um das Treiben zu verlassen. Soll gezielt Rotwild bejagt werden, sollten frühe Schüsse auf Rehwild oder Fuchs unterlassen werden, da das auf diese Weise gewarnte Rotwild hochflüchtig an den Ständen vorbeirauschen wird, ohne dem Jäger eine Chance auf Ansprechen oder gar einen sauberen Schuss zu geben. Vielversprechende Drückjagdstände liegen an Fernwechseln

Rotwild in flottem Troll

Beim Schuss auf Rotwild ist zu beachten, dass der Kugelfang kritisch sein kann. Durch die große Schulterhöhe ist ein Schuss vom Bodensitz im Flachland meist fahrlässig. Bei gängigen Drückjagdböcken sollte man, wenn man Rotwild anwechseln hört, bevor das Wild in Anblick kommt, vorsichtig aufstehen, um einen besseren Winkel für den Kugelfang zu bekommen. Auch ist das Rotwild schon im Troll erstaunlich schnell. Nur stehend ist man dann noch in der Lage, entsprechend gut mitzuschwingen, um einen guten Schuss zu platzieren. Hier empfiehlt es sich dringend, im Schießkino zu trainieren, denn bei mittlerem Troll liegt der Haltepunkt auf 50 Meter bereits vor dem Wildkörper. Wer hier unsicher ist, lässt den Finger besser gerade und wartet auf die Chance bei einem verhoffenden Stück. Abschussregel Nummer eins: Kalb vor Tier! Nicht das Kalb vom Leittier strecken. Ein Tipp zum Schluss bei Trophäenträgern: Wer nicht in drei Sekunden sicher bis sechs Enden (nein - nicht pro Seite) zählen kann, lässt auch hier den Finger besser gerade. Ansonsten wird dem Jagdherrn die Suppe am Streckenplatz reichlich versalzen. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 33


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DRÜCKJAGD LEITFADEN „SCHWARZWILD“ von Alexander Pinnau

Was ist zu beachten bei einer Drückjagd auf Hochwild, im Speziellen auf Schwarzwild? •

Es ist auf absolute Ruhe und Umsicht schon beim Angehen zum Stand und bei der Einnahme des Standes zu achten! Das bedeutet, dass ich soweit „präpariert“ bin, wenn ich das Ansteller-Auto verlasse, dass ich nur noch das Gewehr laden muss, wenn ich auf dem Drückjagdbock angekommen bin.

Häufig heißt es bei der morgendlichen Ansprache des Jagdleiters: "Wenn der Stand bezogen wurde… usw., darf geschossen werden…“. Gerade die erfahrene Bache versucht in der ersten halben Stunde, wenn die Schützen noch auf dem Weg zu ihren Ständen sind, sich und ihren Anhang in Sicherheit zu bringen, und passiert dabei viele Jäger, die noch mit dem „Einrichten“ ihres Standes beschäftigt sind. Aus diesem Grund verhalte ich mich, nach Erreichen des Standes, bis auf Weiteres komplett ruhig, und alle Sinne arbeiten auf Hochtouren. Das Auspacken von Thermoskanne und Butterbrot kann warten.

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Diese Phase der absoluten Anspannung und Ruhe wird genutzt, um sich die Umgebung einzuprägen und zu beurteilen: Wo habe ich Kugelfang, habe ich Sichtkontakt zu Nachbarschützen, wie ist der Wind, woher wird das Wild bevorzugt anwechseln. Wo sind Lücken im Bestand, wie wird getrieben, sind gar Zwangswechsel vorhanden, häufig lasere ich mir neue Stände aus und präge mir bei 50 Metern einen prägnanten Punkt ein, um zu weite Schüsse zu vermeiden usw.! GRAMBOW • JAGD AKTUELL

Ebenso wichtig ist, dass ich verinnerlicht habe, wie die Freigabe lautet. Sind nur Frischlinge frei oder auch Überläufer und DER Keiler, oder heißt es gar „Alles, außer führenden Bachen“?! Am wenigsten kann schiefgehen, wenn nur Frischlinge freigegeben werden. Frischlinge unterscheiden sich zum einen in der Größe von mehrjährigen Stücken und in der Regel auch in der Färbung. Mehrjährige Stücke sind dunkel bis schwarz gefärbt, Frischlinge bräunlich und haben einen kurzen, quastenlosen Pürzel.

Bei anwechselnden Sauen nicht hektisch werden! Ruhe bewahren und auf den richtigen Moment warten. Ist der Druck durch Treiber und Hunde nicht zu hoch auf das Schwarzwild, ist es nicht selten, dass die Rotte im lichten Bestand immer wieder verhofft. Dann kann man das erste Stück ähnlich wie auf dem Ansitz erlegen. Ist abzusehen, dass eine Rotte auf gute Schussentfernung eine Schneise überqueren wird, dann bloß nicht zu früh irgendwie in den Bestand schießen, sondern die Sauen kommen lassen…, zu frühes Schießen hat ein Abdrehen auf Nimmerwiedersehen zur Folge.

Jeder Anschuss muss kontrolliert und markiert werden. Oft zeichnet beschossenes Schwarzwild kaum oder für den Schützen nicht sichtbar. Auch kommt es regelmäßig vor, dass erst nach einigen Metern der erste Schweißtropfen zu finden ist und am vermeintlichen Anschuss nichts zu finden ist. Also: alle Schüsse melden und im Zweifel eine Kontrollsuche durch den Schweißhundeführer durchführen lassen.


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FUCHSBEJAGUNG BEI EINER DRÜCKJAGD von Wesley Henn

Jeder von uns kennt es. Du kommst an dem Dir zugewiesenen Drückjagdsitz an und triffst routinemäßig erst mal alle Vorbereitungen. Wenn Du schließlich den Drückjagdsitz auf Sicherheit überprüft, den Boden von Laub, Ästen oder auch Schnee befreit hast, den Kontakt zum Nachbarn gesichert und einmal rundherum geschaut hast, wird erwartungsvoll die Büchse geladen. Natürlich werden alle Vorbereitungen in absoluter Ruhe getroffen. Dann fange ich an, mich an die morgendliche Begrüßung zu erinnern. Was war erlaubt und was nicht?! Darf ich sofort jagen, sobald ich meinen Stand übernommen habe? Wie lange geht das Drückjagdtreiben? Welche Sicherheitsvorkehrungen wurden genannt bzw. sind zu beachten? Und natürlich: Was war überhaupt die Freigabe? Nicht bei jeder Drückjagd wird der Fuchs freigegeben. Bei Stadtforstdrückjagdtagen ist der Fuchs meistens nicht freigegeben. Bei den Waldschutzjagden, wie die Drückjagd etwa in NRW umbenannt wurde, dürfen keine Füchse gejagt werden, da der Fuchs schließlich die Mäuse frisst, die ansonsten die Bäume beschädigen würden etc. Oft wird der Fuchs nicht mit freigegeben, da Fehl- oder Falschschüsse ihm in die Schuhe geschoben werden. Denn leider wird ein Fuchs oft nicht nachgesucht. So hat schon mancher Jäger einen falschen Abschuss oder angeschossenes Wild zurückgelassen und bei der Frage nach dem Schuss angegeben, es wäre ein Fuchs im Treiben gewesen. Wenn der Fuchs freigegeben ist, brauchst Du nicht so viel Zeit, ihn anzusprechen wie bei Hochwild oder Rehwild. Denn ein Fuchs ist und bleibt ein Fuchs!

Trotzdem sollte man genau hinschauen, denn auch unsere Jagdhunde können in der Dickung wie ein Fuchs aussehen. Was ist zu beachten, wenn der Fuchs dann endlich zuwechselt? Ein erfolgversprechender Fuchs ist natürlich einer, der nicht weit entfernt stehen bleibt oder sich nur langsam fortbewegt. Wenn er sich hinter einem Baum oder in einer Dickung versteckt, kann ich meine Büchse vorbereiten und mich in die richtige Schussposition bringen. In Ruhe und ohne Hektik kann ich so auf den richtigen Moment warten. Um einen Fuchs, der langsam zuwechselt, zum Halten zu bringen, gebe ich einen Pfiff ab oder rufe ein halblautes Hallo. Das lässt ihn nach meiner Erfahrung für einen Moment stillstehen. Wenn ich gut vorbereitet bin, also den Fuchs bereits im Zielfernrohr habe, bringt es mir meistens ein Waidmannsheil. Bei einem schnell wechselnden Fuchs funktioniert dieser Trick allerdings eher selten. Eine Sache noch liegt mir besonders am Herzen: Auch wenn der Fuchs zum Raubzeug gehört, sollte der Schuss sauber und waidmännisch ausgeführt sein. Denn kein vernünftiger Jäger würde leichtsinnig einen Schuss auf Schalenwild abgeben, wenn er das Tier nicht sauber treffen kann. Warum also sollte es beim Fuchs anders sein? Daher sollte auch ein krankgeschossener Fuchs unbedingt gemeldet und nachgesucht werden. In meiner Ausrüstung habe ich für den Fall eines erlegten Fuchses immer ein Paar Einweghandschuhe, damit ich nach dem Erlegen den Fuchs nicht ungeschützt anfassen muss. Noch ein letzter Tipp: Beim Jagdleiter kommt es immer gut, den erlegten Fuchs selbst mitzunehmen, damit der Jagdleiter diesen nicht entsorgen muss.

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Natürlich ist es ein großer Anreiz, auf der Strecke Trophäenträger liegen zu haben, die in großer Runde bestaunt werden, und der stolze bzw. glückliche Schütze genauso bejubelt wie beneidet wird. Aber es ist eben auch eine große Quelle jagdlicher Fehltritte aus Leichtsinn, Unwissenheit und Pech.

DRÜCKJAGD OHNE TROPHÄEN

H. M. Lösch

Freudig erregt schaue ich auf den Freigabezettel, den mir einer der Ansteller in die Hand drückt. Donnerwetter – Rothirsche bis zum Eissprossenzehner, Damhirsche bis zum Knieper sind frei und reife Keiler! Aufmerksam lausche ich der Ansprache des Jagdherrn. Nach 15 Minuten lässt meine schwindende Aufmerksamkeit allerdings seine umfangreichen Worte zu brandigen Enden, Krebsscheren, Zigarettenschachtelmaßen und so weiter und so fort immer mehr verschwimmen, und ich beschließe, doch lieber den einfachen Weg zu gehen und mich auf weibliches Wild, Kälber und Frischlinge zu beschränken. Zwar gehöre ich wahrscheinlich zu einer privilegierten Gruppe mit sehr viel jagdlichen Möglichkeiten und daraus resultierender Erfahrung, aber für die sichere Ansprache von Trophäenträgern innerhalb von Sekunden auf einer engen Schneise bei der Drückjagd fühle ich mich doch eher nicht berufen. Ich bin mir gerne sicher, auf was ich schieße, und brauche nicht das Herzklopfen, ob dem Hirsch im Tode doch noch ein Ende in der Spitze gewachsen ist, oder der vermeintlich reife Keiler sich beim Herantreten leider als die alte kapitale Leitbache des Reviers entpuppt.

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Was wollen wir eigentlich mit einer am besten revierübergreifenden Bewegungsjagd erreichen? Es sollen möglichst effektiv und störungsarm der Zuwachs und die Zuwachsträger abgeschöpft werden. An einem einzigen Jagdtag will ich bei uns im Waldrevier möglichst den gesamten Abschuss an weiblichem Rehwild und Kitzen erfüllen, und das gelingt Jahr für Jahr durch eine überlegte Beunruhigung der Einstände sowie eine gute Auswahl an Schützen. Beim Schwarzwild halte ich es für absolut sinnvoll, sich auf die Freigabe von Frischlingen und maximal schwachen Überläufern zu beschränken, um nicht einen eklatanten Anteil an Bachen auf der Strecke zu haben. Auch beobachte ich immer wieder, dass bei Freigabe von reifen Keilern schlaue Drückjagdschützen erst die ganze Rotte durchlassen, da sich der reife Keiler gern am Schluss der Rotte bewegt. Hier wird also gezielt auf das Strecke machen verzichtet, um den erhofften Trophäenträger nicht durch vorherige Schüsse auf Frischlinge zu vergrämen. Wenn dann doch eine dicke Bache am Ende der Rotte zieht, rums, liegt halt diese auf der Schneise. Daher mein Fazit: Drückjagden sollten der effektiven Bejagung von Zuwachsträgern dienen, unter Verzicht auf die Freigabe von Trophäenträgern.

P.S.: Kaum hatte ich diesen Artikel verfasst, ereilte mich selbst das Schicksal. Auf der Drückjagd im eigenen Forst gab ich Hirsche bis zum 8er frei, und am Ende des Tages lagen dann 4 völlig falsche Hirsche, durch erfahrene Gäste voreilig erlegt, auf dem Streckenplatz. Hätte ich mal auf mich selbst gehört.


GEWEIHT, GEHEGT, GEÄCHTET. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert: • die Jagdzeit auf Rotwild am 31.12. zu beenden, • Jagdruhezonen in den Kerngebieten der Rotwildvorkommen auszuweisen, • Hegegemeinschaften zu stärken und • die vor allem in den südlichen Bundesländern existierenden Rotwildbezirke abzuschaffen.

Gestresst, Verwaist und Eingesperrt

Ethik und Moral unterscheiden den menschlichen Jäger vom tierischen Fressfeind. Um den ethischen und moralischen Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, müssen die Jäger wie alle anderen die Natur nutzenden Menschen bei ihren Entscheidungen ihre Verantwortung für das Wohlbefinden der Wildtiere gegen ihre Handlungsmotive abwägen. Eine besondere Verantwortung hat der Gesetzgeber, der den Rahmen für die Handlungen des Menschen vorgibt. Doch die Messlatte für „gutes“ Handeln wird in Deutschland je nach Wildtier unterschiedlich angesetzt. Wie wäre es sonst möglich, dass die Ausbreitung von Wolf und Biber begrüßt, die des Rothirsches aber vor allem in den südlichen Bundesländern verboten wird? Und wieso glauben wir, Igel füttern zu müssen, Rothirsche jedoch nicht? Ist damit nicht George Orwells „Farm der Tiere“, auf der alle Tiere gleich, aber manche gleicher sind, in unserem Land allgegenwärtig? Das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung stellte die Frage nach der Gleichheit der Wildtiere. Die in diesem Band zusammengestellten Tagungsbeiträge schlagen einen Bogen über die verschiedenen Facetten eines ethischen und moralischen Umgangs mit unseren großen Wildtieren und beleuchten die jagdpraktischen Aspekte des Tier- und Artenschutzes, die „richtiges“ oder „gutes“ Handeln ausmachen. Themen sind dabei u.a. der Muttertierschutz, das Nachsuchenwesen oder die natürlichen Verhaltensweisen des Rotwildes.

Das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung fand vom 25. bis 28. September 2014 an der Ostsee in Warnemünde statt und wurde durch die Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern und das Land MecklenburgVorpommern gefördert.

Gestresst, Verwaist und Eingesperrt – der ethische Umgang mit unseren großen Wildtieren in Politik und Jagd

M TAGUNGSBAND ZUM 7. ROTWILDSYMPOSIU DER DEUTSCHEN WILDTIER STIFTUNG

2015

Seit Jahrhunderten steht der Rothirsch zwischen den Fronten von Jägern, Landwirten und Förstern. Doch der Rothirsch ist mehr als Waldschädling oder Jagdbeute – er ist vor allem ein faszinierendes Wildtier. Um dem Rothirsch in unserer Kulturlandschaft eine Zukunft zu geben, engagiert sich die Deutsche Wildtier Stiftung für eine rotwildgerechte Jagd und einen Ausgleich der Interessen von Wald und Wild.

ISBN 978-3-936802-18-4

Titel-Foto: I. Arndt

Foto: Ingo Arndt

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Die „Jagdethik“ stand im Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung. Der vor kurzem veröffentlichte Tagungsband zeigt, dass beim Umgang mit unseren großen Wildtieren manchmal eine Doppelmoral herrscht. Er unterstreicht aber auch die Verantwortung jedes einzelnen Jägers für unsere Wildtiere. Den Tagungsband erhalten Sie gegen eine Schutzgebühr unter www.Rothirsch.org. Mehr zur Deutschen Wildtier Stiftung erfahren Sie auf www.DeutscheWildtierStiftung.de.

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WEM GEHÖRT DER ENTLAUFENE HUND?

von Rechtsanwältin Kristina Trahms

Im Jagdalltag ist es nicht unüblich, dass Jagdhunde verloren gehen und der Halter am Ende der Jagd ohne seinen Vierbeiner dasteht. In den meisten Fällen finden die Hunde alleine nach Hause zurück oder werden von dritten Personen oder der Polizei dem Herrchen wieder übergeben.

Mittels vorgeschriebener Kennzeichnung (Chip oder Tätowierung) lässt sich jeder Jagdhund einem Besitzer zuordnen. Oftmals haben Privatpersonen, die den Hund finden und mitnehmen, keine Erfahrung mit der Haltererkennung und geben den Hund im Tierheim ab. Es gab in der Praxis auch schon Fälle, in denen der Finder der Ansicht war, dem „armen Jagdhund“ geht es im Tierheim besser als bei seinem Herrchen. Ist der Hund erstmal im Tierheim oder in den Händen dritter Personen gelandet, stellt sich die Frage: und nun? So einfach wie Viele oft meinen, stellt sich die Situation rechtlich nicht dar. Und auch die praktischen Erfahrungen zeigen, dass die Ansichten darüber, wem der Hund nach dessen Alleingang denn nun gehört, auseinandergehen.

EIGENTÜMER - HUND - FINDER Rechtlich stellt sich das Verhältnis zwischen dem Eigentümer, dem Hund und dem Finder als ein Fund gemäß § 965 ff Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) dar. Wird der Hund in einem Tierheim abgegeben, übernimmt dieses die Rolle des Finders. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, den Eigentümer des gefundenen Hundes unverzüglich über den Fund zu informieren. In der Regel ist der Eigentümer über die Identifizierungsmerkmale (Chip oder Tätowierung) zu ermitteln, aber eben auch nicht immer. Derartige Merkmale helfen nur dann, wenn der Hund darunter auch registriert ist, z.B. bei TASSO. Ist eine Identifizierung des Hundes auf diesem Wege allerdings nicht möglich, ist der Finder verpflichtet, sich an die zuständige Behörde zu wenden und den Fund dort anzuzeigen. Dies ist in der Regel die örtliche Polizeioder Ordnungsbehörde, an die sich der Halter des Hundes im Zweifel auch schon gewandt hat. Oft kann es einige Zeit dauern, bis Hund und Herrchen wieder zueinanderfinden.

PFLICHTEN DES FINDERS Gemäß § 966 BGB ist der Finder verpflichtet, den Hund in der Zwischenzeit zu füttern, zu pflegen und auszuführen. Ist der Hund verletzt, ist er zudem verpflichtet, diesen notfalls auch tierärztlich behandeln zu lassen. Wird der Hund beispielsweise schwer verletzt aufgefunden, muss ihn der Finder umgehend zu einem Tierarzt bringen. Aber auch kleinere Verletzungen, die einer Versorgung bedürfen, müssen vorgenommen werden. Derartige Aufwendungen kann der Finder später dem 40

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Eigentümer in Rechnung stellen. Weigert sich der Halter des Hundes, diese zu erstatten, steht dem Finder ein Zurückbehaltungsrecht an dem Hund zu, §§ 972, 1000 BGB. Dies bedeutet, er kann die Herausgabe des Hundes so lange verweigern, bis die getätigten Zahlungen erstattet wurden.

KASTRATION DES GEFUNDENEN HUNDES? Der Finder darf an dem gefundenen Tier aber nur solche gesundheitlichen Maßnahmen vornehmen, die zur Erhaltung der Gesundheit des Tieres zwingend erforderlich sind. In einem erst jüngst entschiedenen Fall hatte ein Tierheim einen bei ihnen abgegebenen Jagdhund kastriert, ohne dass hierfür eine tiermedizinische Indikation vorlag. Das Tierheim war der fehlerhaften Auffassung, es könne den Hund nur kastriert erfolgreich weitervermitteln und sah sich im Anschluss erheblichen Schadensersatzforderungen des Eigentümers ausgesetzt, da es sich bei dem Hund um eine Zuchthündin von einigem Wert handelte.

FUNDHUND – HERRENLOSER HUND Eine ganz andere Frage ist die des Eigentums an dem entlaufenen Jagdhund. Grundsätzlich ist in solchen Fällen zwischen Fundtieren und herrenlosen Tieren zu unterscheiden. Ein Fundtier ist ein Tier, das besitz- aber nicht herrenlos ist. Fundtiere sind demnach Tiere, die einem Eigentümer ohne dessen Willen abhanden gekommen sind.


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Herrenlos ist ein Tier gemäß §§ 959, 960 BGB dann, wenn der (bisherige) Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz am Tier aufgibt. Unter herrenlosen Tieren sind nach dem Gesetz also Tiere zu verstehen, an denen kein Eigentum besteht. Dies können sowohl ausgesetzte als auch freilebende bzw. verwilderte Haustiere oder Wildtiere sein.

ellen Erwerbers nichts. Das Gesetz schützt in der Regel den Erwerber in seinem guten Glauben daran, dass er das Eigentum an einer Sache rechtmäßig erwirbt. Eine Ausnahme besteht lediglich bei Bösgläubigkeit des Erwerbers, also immer dann, wenn er wusste, dass der Veräußerer kein rechtmäßiger Eigentümer ist. Darüber hinaus schützt das Gesetz den Eigentümer einer Sache aber auch vor dem Eigentumsverlust durch Abhandenkommen der Sache. §935 BGB bestimmt, dass ein gutgläubiger Erwerb von abhandengekommenen Sachen nicht möglich ist.

Ein entlaufener bzw. auf der Jagd abhanden gekommener Hund ist folglich nicht herrenlos geworden, da der Eigentümer nicht wissentlich und willentlich den Besitz am ... DAS EIGENTUM IST EIN STARKES RECHT, Tier aufgegeben hat. Etwaige Finder können MIT DEM DER VERLUSTIGE HUND den Hund also nicht einfach mitnehmen und IMMER ZURÜCKGEFORDERT WERDEN KANN. ... behalten, sie müssen sich vielmehr, wie oben beschrieben, bemühen, den Halter zu ermitteln. Dieser behält trotz vorübergehender Abwesenheit seines Hun- An einem während der Jagd weggelaufenen oder sonst wie abdes Eigentum an diesem gemäß §§ 903, 90a BGB und kann handengekommenem Hund kann damit kein Eigentum erworinfolgedessen die Herausgabe des Tieres vom Tierheim oder ben werden. Der Hundeführer hat vielmehr gegen jeden Dritten und gegen den Finder selbst einen Anspruch auf Herausgabe einem sonstigen Finder verlangen. des Hundes.

6-MONATS-FRIST BEACHTEN

Dies gilt jedoch nicht unbegrenzt! Kann der abhandengekommene und gefundene Hund nicht innerhalb einer Frist von sechs Monaten seinem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden, verliert dieser das Eigentum an dem Hund, § 973 BGB, und der Finder erwirbt per Gesetz das Eigentum an dem Tier. Ein gut ausgebildeter Rassehund hat einigen Wert, so dass es sich für manchen Finder lohnen mag, den Hund zu veräußern oder auch selber zu behalten. Fand die Jagd, auf der der Vierbeiner verlorenging, nicht im heimischen Revier sondern auf Einladung unter Umständen weiter entfernt statt, ist das Risiko eines derartigen Verlustes noch größer. Der Eigentumserwerb per Gesetz setzt jedoch immer voraus, dass der Fund des Hundes der zuständigen Behörde von dem Finder ordnungsgemäß angezeigt wurde. Wurde dies seitens des Finders versäumt oder veräußert er das Tier vor Ablauf der sechsmonatigen Wartefrist, stellt sich erneut die Frage nach dem Eigentum am Hund.

WEITERVERÄUSSERUNG MÖGLICH? Eine wirksame Eigentumsübertragung auf Dritte oder ein wirksamer Eigentumserwerb des Finders selbst kann dann nicht stattfinden, da der Hund seinem Eigentümer – wie oben schon angeführt – abhandengekommen ist. Der Finder in Form einer natürlichen Person oder des Tierheims hat vor Ablauf der 6-Monats-Frist oder auch länger (bei unterlassener Anzeige des Fundes) kein rechtmäßiges Eigentum an dem Hund erworben. Infolgedessen kann er auch nicht wirksam das Eigentum an dem Hund auf Dritte übertragen, z.B. durch Veräußerung des Hundes. Daran ändert auch eine sogenannte Gutgläubigkeit des potenti-

FAZIT Das Abhandenkommen eines Hundes während der Jagd bedeutet also zunächst nicht automatisch den Verlust des Eigentums an dem Hund. Das Eigentum ist ein starkes Recht, mit dem der verlustige Hund immer zurückgefordert werden kann. Es ist allerdings auf die 6-Monats-Frist zu achten, nach deren Ablauf tritt der Verlust am Hund automatisch per Gesetz ein. Auch wenn sich der bisherige Eigentümer als solcher legitimieren kann, verhindert es dann nicht mehr den endgültigen Verlust des Hundes. Es empfiehlt sich von daher, darauf zu achten, dass der vierbeinige Jagdhelfer gekennzeichnet und registriert ist. Am besten trägt er während der Jagd zusätzliche und gut sichtbare Halsungen oder Geschirre, auf denen die Kontaktdaten des Eigentümers vermerkt sind. Ist der Hund dann abhandengekommen, sollte umgehend die örtliche Polizeibehörde und auch das örtliche Tierheim benachrichtigt werden, damit der Hundeführer am Ende nicht doch das Nachsehen hat. Rechtsanwältin Kristina Trahms www.kanzlei-trahms.de www.hundekanzlei.de

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DIE SACHE MIT DEM „BLEIFREI“ Was man beachten sollte. Wundkanal in ballistischer Seife, Beschuss mit bleifreier .223 Rem Hornady GMX

BLEIFREIE JAGDMUNITION UND DAS FÜR UND WIEDER SIND ZUR ZEIT IN ALLER JÄGER MUNDE.

EIN PAAR GRUNDSÄTZLICHE BETRACHTUNGEN VORWEG.

Die Meinungen hierzu sind vielfältig, daher möchte ich nachfolgend gar nicht weiter auf diese Grundsatzdebatte eingehen. Fakt ist jedoch, der ein oder andere ist künftig mehr oder weniger gezwungen, mit bleifreier Munition zu jagen. Andere möchten künftig aus freien Stücken heraus bleifrei jagen.

Zuallererst ist das Thema Präzision zu behandeln. Diese ist kurzum gesagt Grundvoraussetzung für ein sauberes Waidwerken und sollte an erster Stelle stehen. Nicht jede Waffe schießt mit jeder Patrone gleich gut. Geschossgewicht, Ladung, Dralllänge, Freiflug etc. müssen zusammenpassen. Vereinfacht ausgedrückt, es nutzt das beste Geschoss nichts, wenn mit diesem keine ausreichende Präzision zu erreichen ist. Ein Streukreisdurchmesser von max. 5cm bis 6cm auf 100m sollte mind. angestrebt werden, denn sitzt die Kugel mit der nötigen Energie an der richtigen Stelle, ist Geschossaufbau und das Geschossmaterial schon fast zweitrangig. Ich selbst bin der Meinung, dass 90 Prozent der Trefferwirkung einer hochwildtauglichen Patrone im üblichen Entfernungsbereich bis max. 300 m in erster Linie von einem ordentlichen Treffersitz abhängig sind. Erst mit zunehmender Verschlechterung der Treffpunktlage, gewinnen die zielballistische Wirkungsweise und der Geschossaufbau mehr und mehr an Bedeutung.

Wer also künftig mit bleifreier Büchsenmunition waidwerken möchte, sollte daher vorab das ein oder andere bedenken und beachten. Die nachfolgenden Erläuterungen sollen daher bei der Entscheidungsfindung nach der richtigen Patrone behilflich sein. Eine Empfehlung für Hersteller X oder Y werde ich sicher nicht geben, denn diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen, je nachdem was individuell vom Benutzer einer Patrone erwartet wird.

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(diese gelten übrigens auch für bleihaltige Geschosse)


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Das Ziel aller modernen Jagdgeschosse ist es, einen möglichst hohen Energietransfer in den Wildkörper zu erreichen und das Ganze bei möglichst geringer Wildbretzerstörung. Zwei Vorgaben, die sich eigentlich entgegenstehen.

BLEIFREIGESCHOSSE AM MARKT Betrachten wir nun die verschiedenen Bleifreigeschosse am Markt, ergeben sich grundsätzlich zwei "konkurrierende“ Konstruktionsansätze. Dies sind zum einen die klassischen Mantelgeschosse mit Kern aus einem möglichst weichen, aber schweren Metall wie Zinn etc., welches das bisherige Blei ersetzt. Zum anderen die monolithischen Geschosse, die aus einem einzigen Vollmaterial bestehen und meist in spanabhebenden oder Press-Verfahren hergestellt werden. Die Ansätze zur Wirkungsweise der bleifreien Geschosse entsprechen weitestgehend denen bisheriger Teilmantelgeschosse mit Bleikern, also einer pilzförmigen Deformation und mehr oder weniger starken Splitterbildung, ggf. mit einem massiven Geschossrestkörper, der wiederum für eine hohe Durchschlagsleistung und einen sicheren Ausschuss steht. Die derzeit auf dem Markt befindlichen Geschosse lassen sich grob in folgende Gruppen einteilen: a. Monolithische, masse- und formstabile Geschosse (z.B. Impala, div. Solids) hierzu im Allgemeinen: • eher schlechte Augenblickswirkung • verhältnismäßig geringe Energieabgabe im Wildkörper • keine Splitter • sehr hohe Durchschlagsleistung • geringe Wildbretzerstörung • In unseren Breiten wenig bis ungeeignet • für die Jagd auf gefährliches Wild und Dickhäuter, z.B. in Afrika seit vielen Jahren jedoch üblich b. Monolithische, massestabile Deformationsgeschosse (z.B. Hornady GMX, Barnes (T)TSX, Lapua Naturalis) hierzu im Allgemeinen: • gute Augenblickswirkung • recht gute Energieabgabe im Wildkörper • normalerweise keine Splitter • hohe Durchschlagsleistung und sicherer Ausschuss • geringe Wildbretzerstörung

c. Monolithische Deformationsgeschosse (Teilzerleger) mit Splitterwirkung (z.B. HDB, Bionic Yellow, Möller MJG) hierzu im Allgemeinen: • gute Augenblickswirkung • recht gute Energieabgabe im Wildkörper • oft größere Splitter • hohe Durchschlagsleistung des Geschossrestes und • sicherer Ausschuss, höhere Wildbretzerstörung als b) d. Manteldeformationsgeschosse (Teilzerleger) mit Bleiersatzstoff (z.B. TUG Nature, Evo green …) hierzu im Allgemeinen: • gute Augenblickswirkung • recht gute Energieabgabe im Wildkörper • oft viele Splitter unterschiedlicher Größe • geringere Durchschlagsleistung des Geschossrestes, meist jedoch etwas höhere Wildbretzerstörung als a,b und c.

FÜR FAST ALLE BLEIFREIEN GESCHOSSE GILT JEDOCH: Aufgrund des geringeren spezifischen Gewichtes müssen diese im Vergleich zu herkömmlichen Bleigeschossen, bei gleichem Gewicht länger sein, was ggf. zu Präzisionsproblemen führen kann. Dies ist aber nur bedingt problematisch und lässt sich kompensieren. Bei den bisherigen bleihaltigen Geschossen war möglichst schwer und nicht zu schnell oft das richtige Mittel der Wahl, um ein möglichst hohes Geschossrestgewicht und somit einen sicheren Ausschuss zu gewährleisten. Dies gilt bedingt auch für bleifreie Geschosse, sofern es sich um Teilzerleger handelt (c, d).

Div. bleifreie Geschosse von klein bis groß von links nach rechts: .223 Rem. Hornady GMX, .243Win. Barnes TTSX, .308Win. Barnes TSX, .308Win. Hornady GMX, .458Win. Mag. Woodleigh Solid, .416 Wby. Mag. Woodleigh Solid GRAMBOW • JAGD AKTUELL 43


GOOD Y N A P M O C is never out of season

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Massestabile Geschosse (a, b) kann man getrost etwas leichter wählen und hat so ggf. weniger Präzisionsprobleme. Denn diese Geschosse verlieren beim Zieldurchgang kein Gewicht. Zudem benötigen v.a. die monolithischen bleifreien Deformationsgeschosse meist eine möglichst hohe Vo/Vz, um im Ziel ein ordentliches Deformationsverhalten zu zeigen, was wiederum mit leichteren Geschossen besser zu bewerkstelligen ist. Zugegeben, hier waren die bei uns recht

sen, u.a. aufgrund der geringeren Splitterbildung durchaus der Fall sein kann. Das lässt sich teils dadurch leicht kompensieren, indem man die Trefferlage von hinter dem Blatt nach „aufs Blatt“ verlegt. Der Bewegungsapparat wird so stark beeinträchtigt, und die Fluchten fallen dadurch schon deutlich kürzer aus. Diese Feststellung trifft übrigens oft auch auf so manches bleihaltige Geschoss zu, wenn diese recht hart sind und ein hohes Restgewicht liefern.

ES GIBT GUTE UND ES GIBT WENIGER GUTE BLEIFREIE GESCHOSSE AM MARKT. GLEICHES GILT ABER AUCH FÜR BLEIHALTIGE GESCHOSSE. beliebten, aber recht langsamen deutschen Klassiker (8X57I(R)S, 9,3X62, 3X74R) etwas im Nachteil. Auch waren die klassischen metrischen Kal. benachteiligt, da die führende US-Industrie aufgrund der geringen weltweiten Nachfrage bisher wenig in dieser Richtung unternommen hat. Diese Situation verbessert sich momentan aber zusehends. Ich selbst bin z.B. bei der .308 Win. von 180 Gramm Blei TM auf 165 Gramm Bleifrei (GMX) umgestiegen und bin damit bisher sehr zufrieden.

SHELDON

Oft werden beim Thema bleifreie Munition längere Fluchten als Kritikpunkt angeführt, was auch bei den massestabilen Geschos-

Sicherlich wird hier die Minimierung der Fluchtdistanz mit einer ewas höheren Wildbretentwertung erkauft, was aber insoweit weniger dramatisch erscheint, als gerade die entsprechenden Bleifreigeschosse sowieso eine recht geringe Zerstörungswirkung haben und z.B. der Wildhandel in der Regel bei Schüssen aufs Blatt kaum Preisabschläge macht.

RESÜMEE Abschließend möchte ich folgendes Resümee festhalten. Es gibt gute und es gibt weniger gute bleifreie Geschosse am Markt. Gleiches gilt aber auch für bleihaltige Geschosse.

Bereit für die Jagd in der schneidenden Kälte. Sheldon ist ein extrem warmes Set für die Ansitzjagd. Ausgestattet mit der brandneuen optimierten Thinsulate™Fütterung und der wind- und wasserdichten SEETEX®-Membran schützt dieses Set von innen heraus vor Nässe. Waidmannsheil.

Erhältlich im Jagdfachhandel. Kataloganforderung + Händlernachweis Tel. +49 (0)8152 999 53 60 44 GRAMBOW • JAGD AKTUELL oder office-germany@seeland.com www.seelandinternational.com

Reichlich Schweiß am Anschuss etwa 90 m. Schussdistanz mit .308 GMX auf Jährlingsbock


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Suhlende Hirsche

SCHALENWILD IM ÖKOSYSTEM Verbeißer? Schäler? – Gestalter!!! Text und Bild: Burkhard Stöcker

Märkische Heide Juli 2002 – ich sitze im brandenburgischen Sandrevier an einer der nur spärlich vorhandenen Suhlen: in einem inzwischen völlig zugewachsenen ehemaligen Toteisloch halten die Sauen und das Rotwild seit Jahrzehnten eine Suhle auf ca. 100 qm vegetationsfrei. Die beiden Großsäuger sehe ich heute Abend nicht, doch in der späten Dämmerung fliegt eine Singdrossel ein und sucht auf den einzigen im weiten Umkreis vegetationslosen Flächen nach Regenwürmern. Sekunden später wirbeln helle Flügel auf: ein Trauerschnäpperweibchen sitzt am Rande der Suhle und fliegt ein ums andere Mal auf, um die hier zahlreichen Mücken zu erbeuten ...

Unser Schalenwild ist uns allen als Ökosystemgestalter ein Begriff: Schälender Waldschädling, verbeißender Verjüngungssfrevler, fegender- und schlagender Jungbaumvernichter – Schalenwild ist ein Schädling im Ökosystem, basta! So oder ähnlich schallt es seit Jahren durch den forstlich geprägten Blätterwald – und allmählich schwillt einem bei dem seit Jahrzehnten anhaltenden Schalenwildgejammer aber arg der Kamm. Wir hatten früher vielerorts forstlich unverträgliche Schalenwilddichten – doch seit Horst Stern hat sich viel getan, und nur noch mancherorts geht es zu wie in der Serengeti – es wird immer einige vom Stamme „Hirsch vor Holz“ geben. Doch großflächig haben wir inzwischen Dichten mit denen man leben kann – das Gejammer möge also mal ein wenig abklingen, es langweilt langsam! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 45


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zu einer Veränderung der Baumartenanteile und zu einer Verschiebung der Konkurrenzverhältnisse führen bis hin zu einer „Entmischung“ der Bestände. Verzögertes Höhenwachstum und Entmischung sind in der Regel forstlich unerwünschte Erscheinungen. Aus ökologischer Sicht ist aber beispielsweise die Verbuschung erst einmal anders zu bewerten: Buschige, dicht wachsende Buchen oder Eichen sind für Buschbrüter unter den Vogelarten bevorzugte Nistplätze. Zilpzalp, Fitis, Grasmücken und Zaunkönige nutzen gerne derartige Strukturen. Bestimmte Insekten bevorzugen den inneren Bereich stark verbissener Jungbäume wegen des speziellen Innenklimas (ausgesprochene Windruhe, geringe Verdunstung, geringe Temperaturschwankungen).

... EIN SCHADEN ENTSTEHT HIER ERST EINMAL NUR AUS SICHT DER FORSTWIRTSCHAFT! Durch Sauen gebrochene Flächen im Laubwald

"Schwarzwild sorgt durch seine Wühltätigkeit nicht nur für eine Belüftung und Durchmischung des Bodens. Durch die Schaffung von Rohboden verbessert sich das Keimbett für viele konkurrenzschwache Pflanzenarten und für zahlreiche Bäume." Inzwischen wissen wir auch ein wenig mehr über die Rolle von Schalenwild in heimischen Ökosystemen. Und dieses Wissen relativiert die Rolle unserer großen pflanzenfressenden Vierbeiner in heimischen Ökosystemen mächtig – von wegen Ökosystemschädling! Die eingefleischsten Schalenwilddifamierer vom Ökologischen Jagdverband oder der Arbeitsgemeischaft Naturnaher Waldwirtschaft denken nun natürlich wieder: so nen Hirschzüchter, der mit neuen Argumenten alte Trophäenwände neu vertäfeln will – denkste: Schalenwild schadet in großen Mengen unzweifelhaft dem Forst, sprich dem zu nutzenden Wald und darf und soll daher scharf bejagt werden. Lösen wir uns aber mal aus der Umklammerung der forstlichen Perspektive, gestaltet Schalenwild erst einmal ganz neutral Ökosysteme mit - Punkt! Betrachten wir also den Einfluss von Schalenwild auf den Wald ganz neutral und führen uns vor Augen, was da alles so „abgeht“: Verbiss, Schäle, Fegen, Schlagen, Suhlen, Sandbäder, Plätzen, Wühlen, Liegeplätze (Kotplätze), Wechsel, Malbäume, Samentransport in Fell, Schalen und Kot.

VERBISS, SCHÄLE UND VEGETATION Der Verbiss von Bäumen oder Sträuchern verändert deren Wachstum, hat aber in kaum einem der Fälle tödliche Folgen. In der Regel führt Verbiss zu einem verzögerten Höhenwachstum und bei reger Wiederholung zur Verbuschung des „Verbissenen“. Bei starker Bevorzugung bestimmter Arten kann dies 46

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Der Große Eisvogel bevorzugt zur Eiablage den Innenraum buschig wachsender Zitterpappeln – Zitterpappeln erwachsen im Regelfall eher schlank und schütter, buschig meist nur unter starkem Wildeinfluss! Nach Frühjahrsverbiss an Buchen treten an den frischen Verbissstellen Pflanzensäfte auf. Aufgrund ihres hohen Zuckergehaltes sind sie eine ausgesprochen wertvolle Nahrung für einige Arten von Blattläusen und von Waldameisen. In durch Schälschäden kernfaulen Fichtenbeständen nehmen auch die Siedlungsdichten der holzbewohnenden Rossameisen stark zu – kernfaules Holz wird von dieser Art zur Bauanlage benötigt. Verbiss führt also zu Strukturen, die von hochspezialisierten anderen Gliedern des Ökosystems genutzt werden können – ein Schaden entsteht hier erst einmal nur aus Sicht der Forstwirtschaft! Schäle oder Verbiss ist in standortfremden Fichten oder Kiefernmonokulturen ohne Zweifel ein wirtschaftlicher Schaden – und genauso unzweifelhaft ein ökologischer Segen! Denn alles, was die naturwidrigen Fichten oder Kiefern zurückwirft und Platz für mehr eigenständige, natürliche Entwicklung schafft, kann aus Sicht des Ökosystems nur positiv sein. Die berühmt-berüchtigte Schäle des Rotwildes induziert in der Forstwirtschaft eine Wertminderung des Holzes – nur in sehr seltenen Fällen ein komplettes Absterben. Unter dem Blickwinkel des Urwalds ist jedoch auch die Schäle ein strukturförderndes Mittel. Spechte nutzen oft Schälschäden als Ausgangspunkt für ihre Zimmermannstätigkeit – in den durch Schälschäden und Spechte entstandenen Höhlen sitzen häufig Fledermäuse. In einem südthüringischen Revier wurden die „Schälspechthöhlen“ von mehreren Fledermausarten genutzt. Bechsteinfledermaus und Kleiner Abendsegler waren in den Schälhöhlen zu


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finden. Durch Schäle geförderte Höhlen stellten hier einen Großteil der „Fledermauseigenheime“. Doch nicht nur Fledermäuse: Auch Hornissen gehörten zu den Nutznießern der Schälspechthöhlen. Nach der Schäle können jedoch auch Überwallungswunden entstehen, die wieder Mikrohabitat sind für bestimmte Insekten – Pilze und Bakterien können den Baum besiedeln – letztlich kann er langsam absterben und

... DER ÖKOLOGISCHE SCHADEN, DER UNTER DEM EINFLUSS VON SCHALENWILD IM FORST STÄNDIG GEPREDIGT WIRD – IST KEINER! bietet dadurch wieder zahlreichen Käfern, anderen Insekten und Spechten Lebensraum – es entsteht eine Lücke im Bestand, in der neues Waldleben keimen kann. Unter dem langen Atem des Urwalds oder des natürlichen Ökosystems sind Verbiss und Schäle primär strukturgebende und gestaltende Einflüsse – der ökologische Schaden, der unter dem Einfluss von Schalenwild im Forst ständig gepredigt wird – ist keiner! Die Forstpartie versucht hier ständig, ihren wirtschaftlichen Schaden, den es unzweifelhaft geben kann, als ökologischen Schaden zu verkaufen. Ökologischer Schaden zieht ja auch in der Öffentlichkeit viel mehr und hat den Schalenwilddiffamierern auch unter dem Naturschutz zahlreiche Anhänger gebracht.

BEISPIELE FÜR VERBISS BUCHENWALDÖKOSYSTEM Auf vielen Mittelgebirgsstandorten Deutschlands wäre die Buche, glaubt man der Vegetationskunde, von Natur aus die dominierende und konkurrenzstärkste Baumart. In frühen Stadien der Buchenwaldentwicklung und nach Standort spielen auch andere Laubbaumarten eine Rolle. Die für Schalenwild attraktiveren Arten (Esche, Eiche, Ahorn) werden deutlich stärker verbissen und wachsen somit oft nicht in die herrschenden Baumschichten (Kronen) ein. Hier führt der

"Urwälder haben einen viel längeren Atem als Forstleute: bei einem Eichenwaldalter von beispielsweise 600-800 Jahren ist es dem Wald leidlich egal, ob darunter auch zeitweilig mal höhere Schalenwilddichten "toben" – er trägt es gelassen. Irgendwann kommen dann im Laufe der Waldentwicklung Zeitfenster mit geringen Schalenwildbeständen, in dem Waldverjüngungen problemlos möglich sind."

Eichenwald in Bialowieza

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Schalenwildeinfluss offensichtlich zu einer Entmischung hin zum „reinrassigen“ Buchenwald. Es stellt sich allerdings die Frage: Wenn die Buche dauerhaft ohnehin die konkurrenzstärkste Baumart ist (und auch ohne Schalenwild manchmal zu natürlichen Monokulturen heranwächst!), ob das Schalenwild nicht den Prozess hin zur „natürlichen Monokultur“ Buchenwald nur beschleunigt – sozusagen als „Katalysator“ für den reinen Buchenwald fungiert?!

FLACHLANDURWALD BIALOWIEZA Inmitten des Großen Flachlandwaldes Bialowieza (150.000 Hektar) im Grenzraum Ostpolen/Weißrussland liegt das 5.000 Hektar große Reservat des Altnationalparkes (inzwischen auf über 10.000 Hektar vergrößert), in dem seit Jahrzehnten nicht gejagt wird. Die Rotwilddichten liegen hier trotz Wolf und Luchs bei 6-9 Tieren pro 100 Hektar. Der Urwald nimmt‘s gelassen: Eine Baumartenentmischung oder gar Vernichtung durch Rotwild gibt es nicht. Der Urwald hat zwei grundsätzliche Strategien entwickelt, um des Verbisses Herr zu werden: 1. Nach Samenjahren wachsen manche Verjüngungshorste so dicht auf, dass sich zumindest im Kern ein paar Bäume durchschieben können und nach Jahren dem Äser entwachsen.

2. Nach flächigem Sturmwurf sind durch die „Mikadostruktur“ der umgestürzten Bäume (wie beim Gesellschaftspiel Mikado!) die inneren Bereiche dieser Flächen so gut vor Verbiss geschützt, dass hier neue Baumgenerationen heranwachsen können. Der Urwald hat übrigens auch ein wenig mehr Zeit als der auf Ertrag wirtschaftende, in Relation zum Urwald geradezu hektisch agierende Forstmann: In Bialowieza schiebt sich pro ha alle fünfzig Jahre eine Eiche in die herrschende Baumschicht. Gehen wir von zwanzig alten, starkkronigen Eichen pro Hektar aus, ist dies ein natürlicher Verjüngungszeitraum von „läppischen“ tausend Jahren – fragen Sie mal Forstleute, wie lange dieselben für die Verjüngung eines Eichenbestandes veranschlagen!

SCHWEIZER NATIONALPARK Hier wird seit Jahrzehnten nicht gejagt, und im Sommer versammeln sich hier auf knapp 15.000 Hektar bis zu 2.000 Stück Rotwild mit Dichten von bis zu 40 Tieren pro 100 Hektar! Hier gibt es die wohl ältesten und längsten Vegetationsstudien, die auch den Einfluss von Schalenwild berücksichtigen: Hier wurde im Laufe von neunzig (!) Jahren eindrucksvoll belegt, dass mit zunehmendem Hirschbestand auch die Artenanzahl an Krautpflanzen auf den ehemaligen Almweiden und Matten anstieg.

"Brechen Wälder durch Katastrophen oder altersbedingt zusammen, entstehen häufig undurchdringliche Verhaue (sogenannte "Mikadostrukturen", wie beim Gesellschaftspiel "Mikado") - dies ist wie ein natürlicher Zaunschutz, in dem sich neues Waldleben fast unbehelligt vom Schalenwildäser entwickeln kann." 48

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Rotwild im abendlichen Ried, Foto HML

Ein zuerst einmal erstaunliches Phänomen – jedoch: Der Beweidungsdruck durch Rothirsche führte offensichtlich zu einem veränderten Konkurrenzverhältnis zwischen den Pflanzenarten und ermöglichte es einigen Arten überhaupt zu überleben – einige an sich dominante Arten wurden verbissen, und es entstand Raum für kleinere, unscheinbare Kräuter – Rothirsche als Förderer von Artenvielfalt und Strukturreichtum im Ökosystem! Der Wald im Nationalpark hat ebenfalls offenbar unter den hohen Rotwilddichten im Verlaufe mehrer Jahrzehnte nicht gelitten. Der Einfluss von Rotwild und Gemsen ist beispielsweise in einem Bergföhrenwald bestehend aus Lärche, Fichte, Berg- und Zirbelkiefer verschwindend gering und hat auf die zukünftigen kaum einen Einfluss. Mehrjährige Zäunungsexperimente ergaben keine deutlichen Unterschiede in der Vegetation, der Artenvielfalt oder der Baumverjüngung zwischen Zaun- und Nichtzaunflächen. Diese Ergebnisse decken sich allerdings nicht mit zahlreichen Zaun-Nichtzaunexperimenten aus vielen anderen Regionen und Forsten Europas – die allerdings fast alle nur wenige Jahre und nicht fast ein Jahrhundert umfassen!

SUHLEN UND STAUBBÄDER In vielen trockenen Revieren sind die manchmal über Jahrzehnte genutzten Suhlen oft die einzigen freien Wasserstellen. Viele sind wahrscheinlich erst durch die anhaltende Verdichtung durch die Körper des Wildes überhaupt dauerhaft wasser-

dicht geworden. Sie sind oft Schöpfstelle für zahlreiche Säuger und Vögel und werden von Letzteren gerne als Badestelle genutzt. Untersuchungen über die ganz spezielle Lebewelt verschiedener Suhlen stehen noch aus. Fest steht, dass sie Lebensraum einer großen Anzahl von Wasserinsekten sind, vom Wasserläufer bis hin zu Libellenlarven. Gerade zu Letzteren gibt es eine hochinteressante Untersuchung aus einem Moor in Mecklenburg-Vorpommern: Hier wuchsen die Eiablageplätze der hochgefährdeten Hochmoormosaikjungfer (Aeshna subarctica) im Rahmen der Sukzession innerhalb von vier Jahren zu, und die Art verschwand. Durch die Wühl-, Suhl-, und Schlagtätigkeit von Rotwild und Wildschwein wurden einige Eiablageplätze in ihrer Vegetationsentwicklung so gestoppt, dass für die Mosaikjungfer wieder günstige Lebensräume entstanden. Die beiden Großsäuger ermöglichten somit in diesem Moor durch ihren gestaltenden Einfluss eine dauerhafte Reproduktion dieser hochgradig gefährdeten Libellenart. Auch einige Amphibienarten kommen mit den vegetationsarmen, trübwässrigen und flachen Feuchtgebieten gut zurecht. Zu nennen wären hier die Kreuzkröte und die beiden Unkenarten, die im Tiefland vorkommende Rotbauch- und die im Bergland vorkommende Gelbbauchunke. In den Ostkarpaten fand ich in einer stark frequentierten Rotwildsuhle zahlreiche Exemplare der Gelbbauchunke, die dort ablaichten. Außer den Suhlen des Schalenwildes sind in den dortigen Wäldern GRAMBOW • JAGD AKTUELL 49


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nur noch aufgeklappte Wurzelteller als geeignete natürliche Feuchtbiotope für die Gelbbauchunke denkbar.

SAMENTRANSPORT DURCH FELL, SCHALEN UND KOT

Durch eine unterschiedliche Intensität in der Suhlennutzung entstehen wahrscheinlich oft verschiedenste Lebensgemeinschaften von Insekten und Kleintieren. Hierüber wissen wir jedoch bisher kaum etwas. Ähnliches wird für die Vegetationsentwicklung in der Nähe von Suhlen gelten: Durch den regelmäßigen Tritt und die höhere Eutrophierung entstehen hier sicherlich auch Vegetationsformen, die sich von der sonstigen Flora deutlich abheben.

Zahlreiche Untersuchungen aus neuerer Zeit belegen die besondere Bedeutung der Pflanzenverbreitung durch Tiere – „Zoochorie“ nennt der Biologe diesen Vorgang. Bestimmte Pflanzenarten haben Samen mit kleinen Häkchen entwickelt, die im Fell vorbeilaufender Säuger, ob nun Maus oder Rothirsch, hängen bleiben und so mehr oder minder weit transportiert werden. Die allseits bekannten Kletten, mit denen man so gerne fremde Kleidungsstücke bewirft, sind dafür das beste Beispiel. Manchmal werden aber auch kleine Samen zwischen den Schalen transportiert – sie bleiben zusammen mit Erd- oder Lehmklumpen während des Laufens kleben.

Durch die intensive, lange Nutzung von Malbäumen können diese sogar absterben, und es entstehen kleine Lichtungen, die wiederum zur Strukturvielfalt im Wald beitragen können. Das Absterben von Malbäumen kann das Licht- und Verdunstungsregime der Suhlen vielleicht sogar derartig ändern, dass die Suhlen unattraktiv werden und wieder zuwachsen – hier sind im Ökosystem etliche interessante Möglichkeiten und unterschiedliche Entwicklungsprozesse denkbar. Dort, wo vom Schalenwild regelmäßig Staubbäder genommen werden, nutzen wärmeliebende Insekten, die sich rasch aufheizenden Sandpartien. Auch nach der Aufgabe dieser Staubbäder können hier ganz eigene Vegetationsentwicklungen ablaufen.

PLÄTZSTELLEN, RUHESTELLEN, WECHSEL Rehböcke plätzen an manchen Stellen und legen dort den Rohboden frei – dies sind wiederum ideale Wuchsplätze für typische Rohbodenkeimer, beispielsweise keimte in einem süddeutschen Wald die Tanne nur dort, wo Rehböcke geplätzt hatten – an anderen Stellen war die Humusdecke so dicht, dass es für die Tannensamen kein Durchkommen gab! Plätzstellen und Ruheplätze von Schalenwild sind typische Rohbodenstandorte, auf denen ganz eigene Vegetationsentwicklungen ablaufen können und die die Strukturvielfalt in einem Waldökosystem immer wieder aufs Neue beleben. Gerade an den Ruheplätzen kann durch die verstärkte Abgabe von Kot eine Nährstoffanreicherung stattfinden, die eine andersartige Vegetationsentwicklung bedingen kann. In den großen Seggensümpfen am östlichen Ufer der Müritz keimten Birken überwiegend in den alten Ablagerungen von Schwarzwildkesseln. Nur dort war das Substrat so trocken, dass junge Birken Fuß fassen konnten – ringsherum stand fast ganzjährig das Wasser. So förderten die Sauen den Gehölzaufwuchs in einer an sich waldfeindlichen Umgebung. Der Frauenschuh, die schönste Orchideenart heimischer Wälder, bevorzugt Waldränder oder Lichtungen und ist relativ häufig in der Nähe von Wildwechseln zu finden.

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.... AM BEDEUTENDSTEN SCHEINT ALLERDINGS IN MITTELEUROPA DIE SAMENVERBREITUNG DURCH DEN KOT DES SCHALENWILDES ZU SEIN. ... Am bedeutendsten scheint allerdings in Mitteleuropa die Samenverbreitung durch den Kot des Schalenwildes zu sein. Während des Äsens werden auch zahlreiche reife Samen mit genascht und überstehen schadlos den Gang durch den Magen/Darmtrakt. Sie werden zusammen mit nährstoffreichem Kot wieder ausgeschieden und erhalten durch die „Nährstoffummantelung“ sogar manchmal noch einen Startvorteil vor nicht geästen Samen. Typische Arten, die durch diesen Schachzug der Natur gefördert werden, sind beispielsweise die Brennnessel (die wiederum eine äußerst beliebte Äsungspflanze ist) oder auch die Knotige Braunwurz – eine häufige Art feuchter Laubwälder.
 In einem brandenburgischen Moor wuchsen z.B. Acker-Veilchen und Acker-Vergissmeinnicht direkt aus dem Kot von Schalenwild. Sie wurden offenbar auf Flächen in der Nachbarschaft des Moores geäst und dann im Einstand Moor abgesetzt. So werden Arten nicht nur durch Wind und Vögel transportiert und ihre Verbreitung gefördert, sondern auch durch Großsäuger. All diese Phänomene sind für uns Hinweise darauf, dass die saloppe Formulierung „Schalenwild schadet dem Wald“ wohl endgültig der Vergangenheit angehört und einem wesentlich differenzierterem Bild weichen muss. Wir müssen uns in diesem Zusammenhang auch vor Augen führen, dass in natürlichen Waldökosystemen Mitteleuropas, außer Rot-, Reh-, und Schwarzwild auch noch Auerochse, Wisent, Wildpferd und Elch ihre Fährte ziehen würden – diese vier Arten sind nachweislich durch den Einfluss des Menschen aus Mitteleuropa verschwunden. Natürlich ebenso wie Wolf, Bär und Luchs, die im System dann auch noch mitspielen würden.


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Wie würde wohl eine natürliche Waldentwicklung aussehen, in der neben unserem heimischen Schalenwild noch zusätzlich die vier großen Pflanzenfresser mitgestalten würden – diese Waldentwicklung wäre unzweifelhaft ökologischer und natürlicher als das, was derzeit in unseren Wäldern so passiert. In diesem Zusammenhang ist es auch ausgesprochen verwunderlich, dass der ansonsten sehr rührige ökologische Jagdverband bisher noch mit keiner Silbe die Wiedereinbürgerung der „Vier Großen“ gefordert hat, obwohl dies unzweifelhaft mehr Ökologie im Wald bedeuten würde! Ob nun mit viel oder mit wenig Schalenwild. Entscheidend ist vor allem auch, dass kein Mensch weiß, wie viel Schalenwild, über welche Zeiträume und mit wie auch immer gearteten Aufs und Abs der Bestände wirklich natürlich ist. Die immer wieder zitierten ominösen Zahlen mit 1-2 Stück Rotwild auf tausend Hektar aus den Karpaten sind aus den verschiedensten Gründen völlig unbrauchbar. Je mehr wir diesen Fragen im Verlaufe der nächsten Jahre nachgehen, desto mehr werden wir wahrscheinlich merken, dass Schalenwild im Wald keineswegs der schlichtweg entbehrliche Schädling ist, sondern ein genauso unverzichtbarer Bestandteil wie Krautpflanzen, Insekten, Pilze oder Mikrolebewesen. Ja, sie sind sogar gestaltende und strukturfördernde Elemente, von denen zahlreiche andere Tiere und Pflanzen des Ökosystems profitieren.

Dort, wo baumartenreiche Forstwirtschaft betrieben wird und wo vielerorts naturferne Nadelholzbestände in Mischwälder umgebaut werden, kann dies nur mit geringen Schalenwildbeständen gelingen – hier haben geringe Schalenwildbestände auch mit mehr Natur im Forst viel zu tun. In großen Schutzgebieten allerdings, in denen natürliche Entwicklungen ungestört ablaufen, sollen und müssen wir die Rolle von Schalenwild neu definieren. Hier können sie ebenso neue Rollen übernehmen wie bei der Freihaltung von naturschutzfachlich wertvollen Offenlandschaften. Forst- und Holzwirtschaft zeitgemäßer Prägung kommen mit viel Schalenwild im Moment nicht zurecht. Naturwälder, natürliche Ökosysteme und Offenlandlebensräume haben mit Schalenwild jedoch kaum ein Problem, ja profitieren sogar, wie wir zeigen konnten, von der Anwesenheit der Struktur und Vielfalt fördernden „Verbeißer, Zertreter, Schäler, Schläger und Mahler“. Der Winter 2002/2003 war einer der längsten und vor allem trockendsten der vergangenen Jahrzehnte. Am 27. März saß ich bei strömendem Regen an einer Suhle. Ricke und Kitz kamen zum Schöpfen. Auf einem Truppenübungsplatz in Brandenburg lebt eine hochgradig gefährdete Käferart!, die auf Rehwildlosung spezialisiert ist.

Es soll hier aber keineswegs der Eindruck entstehen, es wäre zielführend, wieder viel Schalenwild in heimischen Wäldern zu haben – mitnichten!

Idealer Rotwildeinstand

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Mitmachen lohnt sich!

10 gute Gründe für die Mitgliedschaft in einem Jagdverband Gemeinschaft leben und erleben, das ist mit einer Mitgliedschaft in einem Jagdverband möglich. Was haben die Jägerschaften unter dem Dach des Deutschen Jagdverband (DJV) zu bieten? Ein kurzer Überblick:

Politische Interessenvertretung Landesjagdgesetz, Tierschutz, Agrarpolitik, Waffenrecht, kommunale Satzungen oder Jagdpachtverträge: Viele Themen betreffen Jäger, die Reviere und die uns anvertraute Natur direkt oder indirekt. Jagdverbände und Jägervereinigungen vor Ort begleiten politische Prozesse aktiv auf allen Ebenen, tauschen Erfahrungen aus und agieren gemeinsam.

Jagd ist praktizierter Artenschutz Jäger wissen, ohne eine intakte Natur ist Jagd nicht möglich. Der Natur- und Artenschutz ist daher ein wichtiger Teil des Waidwerks. Die organisierte Jägerschaft finanziert Forschungs- und Schutzprojekte und sucht Hände, die vor Ort mit anpacken. Davon profitieren nicht nur jagdbare Arten!

Die Leistungen der einzelnen Landesjagdverbände für ihre Mitglieder sind vielfältig. Nehmen Sie Kontakt auf und werden Sie Mitglied, es lohnt sich!

http://www.jagdverband.de/landesjagdverbände

Die Landesjagdverbände

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Jagd in die Öffentlichkeit bringen Mitglieder geben der Jagd ein Gesicht: ob auf Stadtfesten, regionalen Messen oder beim Tag der offenen Tür. Viele junge Menschen nutzen die Online-Angebote wie Facebook, Twitter und YouTube. Mit moderner Kommunikation sorgen Jagdverbände für Transparenz. Neue Ideen sind willkommen. Informationen aus der Region bis hin zu bundesweiten Themen veröffentlichen die Verbände in Newslettern oder Mitgliederzeitschriften.


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Jäger machen Schule In einer digitalen Welt mit Fernseher, Spielekonsole und Handy wird Natur immer seltener hautnah erlebt. Mit der Bildungsinitiative „Lernort Natur“ bieten die Jagdverbände gerade Heranwachsenden zahlreiche Möglichkeiten, die Natur wieder zu entdecken. Der DJV und die Landesjagdverbände schulen Mitglieder für die ehrenamtliche Aufgabe mit Seminaren. Mitmachen lohnt sich!

Brauchtum leben Jägervereinigungen organisieren regelmäßig Wettbewerbe im jagdlichen Schießen und Jagdhornblasen. Das fördert das Wir-Gefühl und die Sicherheit bei der Jagd. Jagdverbände bieten außerdem die Möglichkeit, auf Ihren Schießständen kostengünstig zu üben.

Service für Mitglieder Die DJV-Service und Marketing GmbH (DSM) und mehrere Jagdverbände handeln attraktive Rabatte für Mitglieder aus – etwa für Neuwagen oder die Jagdhaftpflichtversicherung. Zudem gibt es eine große Auswahl an Produkten rund um Jagdpraxis, Wildbret und Umweltbildung zu attraktiven Preisen.

Jagd ohne Hund ist Schund Der Hund ist für viele ein unverzichtbarer Partner auf der Jagd. Dessen fachgerechte Ausbildung sowie die sichere Jagd mit ihm fördern die Jagdverbände: Sie führen Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde durch, fördern Schliefenanlagen und Schwarzwildübungsgatter, unterstützen Schweißhundeführer oder helfen Hundeführern bei der Anschaffung von Schutzwesten.

Guter Rat ist nicht teuer DJV und Landesjagdverbände beraten Mitglieder in jagdlichen und jagdrechtlichen Angelegenheiten, sie bieten zudem kompetente Aus- und Weiterbildung . Viele Landesjagdverbände unterhalten ebenfalls Lehrreviere und geben Tipps bei jagdpraktischen Fragen oder zur Reviergestaltung.

Auf dem Laufenden bleiben Jagd- und Naturschutzthemen entwickeln sich ständig weiter. Die Jagdverbände bieten ihren Mitgliedern professionelle und kostengünstige Fortbildungen – beispielsweise zur Fallenjagd und Falknerei, Zerwirk- und Kochkurse oder Presseseminare.

Junge Jägerinnen und Jäger Einige Jagdverbände bieten über Jugendorganisationen eine Plattform für gemeinsame Aktionen.

LANDESJAGDVERBAND

SACHSEN - ANHALT

GRAMBOW • JAGD AKTUELL 53


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DER ROTHIRSCH UND DER CIC Text: Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Ulrich Maushake und Hilmar Freiherr von Münchhausen, Fotos: HML 54

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Die meisten Jäger in Deutschland verbinden mit dem CIC die Auszeichnung von Trophäen über die „CIC-Punkte“. Doch der CIC ist mehr als ein Trophäenbewerter. Er ist eine weltweit handelnde Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich für Jagd und die Erhaltung des Wildes einsetzt. So auch mit Blick auf das Rotwild.


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mit Rotwild, der über gesetzliche Regelungen weit hinausgeht. Wo der Rothirsch vorkommt, soll er in den Revieren die jagdliche Leitart darstellen, an deren biologischen und ökologischen Bedürfnissen sich die Jagdstrategien und -methoden so weit wie möglich ausrichten sollen. Aufbauend auf den Positionspapieren zum Rotwild planen CIC und Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam gezielte Aktivitäten zur Unterstützung dieser charismatischen Tierart. Ziel ist es, sowohl politische Rahmenbedingungen zu verbessern als auch an der Erarbeitung konkreter praktischer Leitlinien für das Management der Art mitzuwirken. Dazu werden u.a. auf der Ebene der Bundesländer Gesprächsrunden mit Vertretern von Landespolitik, Verbänden und Rotwildexperten organisiert. Die in Konflikt stehenden unterschiedlichen Nutzungsinteressen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sollen so untereinander und mit den Interessen des Rotwildes, insbesondere seinem Lebensraum- und Nahrungsbedarf, in Einklang gebracht werden.

FREIHEIT FÜR DEN ROTHIRSCH Der Lebensraum des Rotwildes ist in vielen Bundesländern Deutschlands auf staatlich ausgewiesene Rotwildbezirke beschränkt. Dies bedeutet auch, dass zahlreiche potentielle Rotwildlebensräume von dieser Art nicht besiedelt werden können. Gesetzlich rotwildfrei zu haltende Räume wirken damit wie Barrieren gegen Ausbreitung und Wanderung und dürften die negativen Auswirkungen von Verkehrswegen noch weit übertreffen. Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung wird vor allem durch politisch verordnete Beschränkungen der Lebensraum für Rotwild in Deutschland auf rund 25 Prozent der Fläche reduziert. Verlässt das Wild die ihm zugewiesenen Rotwildbezirke, verhindern sehr freigiebige oder gar völlig fehlende Bejagungsplanung oder sogar die Abschussverpflichtung die weitere Ausbreitung der Tiere in für sie geeignete Lebensräume.

Nachdem bereits 2006 das von der Deutschen Wildtier Stiftung herausgegebene „Leitbild Rotwild“ auch vom CIC mitgetragen wurde, verabschiedete die Deutsche Delegation im CIC nun ein eigenes Positionspapier zum „Rotwild in Deutschland“. Darin werden die im Leitbild aufgeworfenen Forderungen an Politik und Jagdpraxis präzisiert. Gleichzeitig – und das ist für eine große NGO bislang eher selten – verpflichten sich die Mitglieder in der Deutschen Delegation des CIC zu einem vorbildlichen und waidgerechten Umgang

Der Hintergrund der Rotwildbezirke ist die Sorge der Landnutzer vor den Fraßeinwirkungen des Rotwildes. Aus Sicht des CIC ist jedoch eine ertragsorientierte Land- und Forstwirtschaft auch mit Rotwild möglich. Dies zeigen verschiedene Beispielbetriebe, und auch in Bundesländern wie Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, die auf Rotwildbezirke verzichten, wird erfolgreich eine Forstwirtschaft mit Rotwild betrieben. Der CIC hält es wie die Deutsche Wildtier Stiftung für nicht mehr zeitgemäß, das Rotwild in seinem Lebensraum zu beschränken, und fordert, dass sich der Rothirsch – wie andere in unserer Kulturlandschaft freilebende Tiere auch – seinen Lebensraum selbst suchen darf. Die Rotwildbezirke in Deutschland sind aufzuheben. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 55


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schen Waldgesetz verankerte Dogma von „Wald vor Wild“ ist nicht zeitgemäß. Im Sinne der Nachhaltigkeit darf Rotwild nicht länger ausschließlich als Schadfaktor begriffen werden. Das Leitbild zukünftiger Waldbewirtschaftung sollte „Wald mit Wild“ heißen!

ROTWILD STÖRUNGSARM BEJAGEN

Um die Ausbreitung des Rotwildes in Deutschland weiter zu fördern und um langfristig einen ausreichenden genetischen Austausch zu erreichen, muss das Rotwild wandern können. Doch die der Art eigenen Wanderbewegungen werden durch gezäunte Autobahnen, Bahntrassen und Kanäle oft unterbunden. Daher fordert der CIC, dass Querungshilfen u.a. über Autobahnen an den wichtigen und tradierten Wanderrouten dieser großräumig lebenden Wildart Wanderbewegungen ermöglichen.

Rotwild ist eine Wildart, die extrem empfindlich auf Störungen durch den Menschen reagiert. Vor allem dann, wenn diese Störungen für die Tiere unkalkulierbar und unerwartet sind. Der Holzeinschlag durch den Harvester über mehrere Tage, das Übungsschießen auf einem Truppenübungsplatz oder eine regelmäßig befahrene Straße sind Störquellen, mit denen die Tiere meist sehr gelassen umgehen. Das unerwartete Auftauchen eines Jägers und permanente Ansitzen sind für Rothirsche dagegen Störungen, auf die sie mit zunehmender Scheu und dem Rückzug in Einstände reagieren.

DIE JAGDZEITEN IN DEUTSCHLAND SIND IM EUROPÄISCHEN VERGLEICH JEDOCH SEHR LANG. ...

WALD MIT WILD Das Rotwild ist ein Bestandteil des Waldökosystems. Die wirtschaftliche Nutzung des Waldes muss daher auch dem öffentlichen Interesse an einem gesunden und artenreichen Wildbestand Rechnung tragen. Neben den negativen Auswirkungen von Rotwild auf die Waldvegetation sind auch die positiven Effekte, die das Schalenwild auf die Artenvielfalt im Wald auslöst, anzuerkennen. Neben dem Verbreiten von Samen über Fell und Losung, schafft Wild durch das Verbeißen von Pflanzen sowie das Scharren und Suhlen Mikrohabitate im Wald, die für die Artenvielfalt von Bedeutung sind. Der CIC ist davon überzeugt, dass einer rein ökonomisch ausgerichteten Waldnutzung kein Vorrang vor dem Lebensrecht des Rotwildes eingeräumt werden darf. Das u.a. im bayeri56

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Hoher Jagddruck führt dazu, dass das Wild immer scheuer wird und die Bejagung immer schwieriger. Schäden an der Waldvegetation steigen, Abschusspläne sind immer schwieriger zu erfüllen: ein Teufelskreis, aus dem Jäger nur ausbrechen können, wenn sie so störungsarm wie möglich jagen. Dazu gehört u.a. die Jagd zur Nachtzeit zu unterlassen und die Jagdzeit so kurz wie möglich zu gestalten. Die Jagdzeiten in Deutschland sind im europäischen Vergleich jedoch sehr lang. Die Jagd in den Wintermonaten Januar und Februar ist besonders problematisch, da die Beunruhigung des Wildes einen hohen Energiebedarf auslöst, der meist durch das Äsen von Waldvegetation kompensiert werden muss. Damit werden Wildschäden provoziert, die vermeidbar sind. Dies gilt auch für die Jagd auf Schmaltiere und -spießer im Frühsommer, die zudem das Risiko birgt, dass Alttiere erlegt werden.


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Kein Eigenjagdbesitzer oder Jagdpächter ist jedoch gezwungen, die möglichen gesetzlichen Jagdzeiten voll auszuschöpfen. Gemeinsam fordern CIC und Deutsche Wildtier Stiftung die Bundesländer auf, die Nachtjagd auf Rotwild generell nicht länger zuzulassen sowie die Jagdzeit auf fünf Monate zu begrenzen und sie am 31.12. eines Jahres enden zu lassen. Zu einer störungsarmen Jagd gehört es auch, an Flächen, die besonders in den großen Waldrevieren speziell zu Äsungszwecken angelegt werden, nicht zu jagen und Ruhezonen im Revier einzurichten, in denen die Jagd komplett oder zumindest ganz überwiegend ruht. Sind Ruhezonen groß genug und konsequent organisiert, werden sie schnell angenommen, und das Rotwild hält sich dort bevorzugt auf. Bei geringer Reviergröße sollten sie revierübergreifend umgesetzt werden.

FÜTTERN NUR IN NOTZEITEN Das Füttern von Rotwild außerhalb von Notzeiten zum Zwecke des Anlockens und Konzentrierens der Tiere ist in vielen Regionen Deutschlands verbreitet. Dabei werden auch ungeeignete Futtermittel verwendet. Durch Missbrauch und falsche Handhabung ist die Fütterung des Rotwildes in der Öffentlichkeit und in der Politik in Misskredit geraten. Aus Sicht des CIC ist eine sachgerechte Fütterung beim Rotwild in Notzeiten jedoch unverzichtbar, um fehlende Winterlebensräume und Energieverluste durch menschliche Störungen zu kompensieren sowie Schäden an der Waldvegetation zu begrenzen.

ROTWILD ERLEBBAR MACHEN Obwohl Rotwild in vielen Bundesländern Deutschlands nicht selten ist, hat kaum ein Naturfreund die Chance, Rotwild in freier Wildbahn zu beobachten. Entweder sind die Gebiete per Gesetz rotwildfrei oder das Rotwild ist durch die Störungen des Menschen und hohen Jagddruck extrem scheu geworden. Doch Rotwild ist mehr als Waldschädling oder Jagdbeute – es ist eine faszinierende Wildart, deren Beobachtung Menschen für die Natur und ihre Erhaltung begeistert. Dass dies möglich ist, zeigen Beispiele einiger Forst- und Nationalparkverwaltungen und auch privater Modellprojekte wie Wildtierland Gut Klepelshagen der Deutschen Wildtier Stiftung. Der öffentlichen Hand kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Der CIC und die Deutsche Wildtier Stiftung fordern daher die Bundesländer auf, geeignete Landesflächen zur Verfügung zu stellen, um Rotwild in freier Wildbahn für Naturfreunde erlebbar zu machen. Das Positionspapier des CIC „Rotwild in Deutschland“ wurde von der AG Rotwild im CIC (u.a. Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, HansMartin Lösch, Ulrich Maushake, Joachim Menzel, Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Johann H. Mohr, Carlo von Opel, Joachim Wadsack) erarbeitet und kann von der Website www.cic-wildlife.de heruntergeladen werden.

Sieht aus wie Fleece, ist es aber nicht! Lodenfleece-Jacken „Urs“ und „Adele“ aus doppelt vernähtem, flauschig-weichem Doubleface-Loden aus reiner Schurwolle. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 57


JAGDGESCHICHTEN

H O R N A D Y

RÜCKSTOSSREDUZIERTE JAGDMUNITION

Kaliber

Geschoss

243 Win.

5,6 g/87 gr. SST

853

1.889

Nur für Niederwild

270 Win.

7,8 g/120 gr. SST

815

2.178

Hochwildtauglich

7mm-08

7,8 g/120 gr. SST

815

2.142

Hochwildtauglich

7mm Rem. Mag. 9,0 g/139 gr. SST

853

2.860

Hochwildtauglich

9,7 g/150 gr. RN IL 640

1.311

Nur für Niederwild

.30-30

v 0 m/s E100 Joule Bemerkung

.308 Win.

8,1 g/125 gr. SST

815

2.141

Hochwildtauglich

.30-06

8,1 g/125 gr. SST

823

2.183

Hochwildtauglich

.300 Win. Mag.

9,7 g/150 gr. SST

853

2.985

Hochwildtauglich

25- 40%

W ENIGER RÜCKS TOSS S A L S S TA N DA R D - PAT R O N E N

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JAGDGESCHICHTEN

DER GÄNSEHAUTHIRSCH Text: Martin Lösch, Fotos: Mathias Keltsch

Langsam steigt der Nebel aus dem Schilf, die sinkende Sonne färbt den Himmel gold und rot. Das Seeadlerpaar, das am Rand des angrenzenden Holzes seinen Horst seit Jahren bewohnt, streicht über mich mit melancholischem Ruf. Intensiv steigt mir der Geruch von Rotwild entgegen.

Vor einigen Jahren hatte ich das Glück, ein sehr gutes Rotwildrevier zu übernehmen. Seitdem streife ich mit Büchse und Kamera durch die parkartige Landschaft in Südwestmecklenburg und dokumentiere die dort lebenden Tiere im Allgemeinen und die dort stehenden oder durchziehenden Rothirsche im Speziellen. Zusammen mit den Nachbarrevieren kann so anhand der Fotos und Abwurfstangen gut die Entwicklung des Rotwildbestandes beobachtet werden. Dennoch gibt es immer wieder Hirsche, die überraschen.

So machte ich im vergangenen Jahr einige Fotos eines ungewöhnlichen Hirsches mit geteilten Augsprossen. Von Ferne betrachtet, wirkte der Hirsch nicht wirklich alt. Relativ schwach im Wildbret, zwar stark im Träger, aber aufrecht ziehend und sich immer fernab des Hauptrudels haltend, wirkte er nicht wirklich jagdbar. Die Stangenlänge war im Vergleich mit den anderen Hirschen in diesem Jahr nicht beeindruckend. So blieb es bei einigen Fotos. Erst beim Betrachten der Bilder fiel mir auf, dass die Rosen sehr stark waren und der Hirsch auch vom Haupt bullig und alt wirkte. Die vermeidlichen Äste über der Augsprosse entpuppten sich als seltsam gewundene Eissprossen. Aber ich war auf einen anderen Hirsch aus. Auf der Wildkamera zeigte sich der Hirsch einmal undeutlich, aber es wurde klar, dass es sich hier um einen spannenden, abnormen Hirsch handelte. Auch wurden Abwurfstangen dieses Hirsches gefunden. Danach blieb er aber verschwunden. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 59


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Am 15. August am Mittag klingelte das Telefon. Revierjäger Keltsch klang ganz aufgeregt und berichtete von seiner Begegnung mit einem ungewöhnlichen Hirsch. Auf der Morgenpirsch hatte er an einer Schadensfläche nach Sauen Ausschau gehalten, eine auch schon im Zielfernrohr, hatte aber dann nicht abgedrückt. Intuitiv spürte er, dass da noch etwas anderes kam.

... INTUITIV SPÜRTE ER, DASS DA NOCH ETWAS ANDERES KAM ... Ein starker, abnormer Hirsch zog aus dem Holz in das hohe Schilfgras. Schnell konnte er noch ein Foto im goldenen Morgenlicht schießen, bevor sich der Hirsch niedertat. Auf dem Handybildschirm betrachtete ich nun den Hirsch, der im unwirklich goldenen Licht wie ein Fabelwesen wirkte. Starke Stangen und undefinierbare Enden im unteren Bereich zeigten sich verschwommen, aber verheißungsvoll. Da der Hirsch bis zum späten Vormittag das Schilfgras der Wiese nicht verlassen hatte, war es gut möglich, dass ein Ansitz dort lohnen könnte. 60

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Da in diesem Jahr eigentlich Christian, mit dem ich mir das Revier teile, an der Reihe war mit einem starken Hirsch, rief ich ihn an und beschrieb die Situation. Theoretisch könnte er bis zum Nachmittag da sein und die Pirsch versuchen. Leider konnte er sich aber nicht losreißen von der Arbeit und gab mir den Hirsch frei. Also nichts wie rein in den Landrover und ab ins Revier! Als Keltsch und ich dann auf flinken, aber leisen Sohlen Richtung Kanzel unterwegs waren, standen schon einige junge Hirsche auf dem ca. 300 Meter entfernten Grabendamm und ästen friedlich. Es war also schon allerhöchste Eisenbahn! Auf der Kanzel angekommen, dauerte es auch nicht lange, bis wir lautes Knacken und Rauschen hören konnten. Im Schilf vor uns war aber keine Bewegung zu erkennen. Die Erklärung zeigte sich nun im Glas. Zu den jungen Hirschen auf dem Damm hatten sich weitere Hirsche jeder Art und Stärke gesellt und machten sich an den Weidenbüschen zu schaffen. Als sich ein starker Wildkörper ins Licht schob und deutlich abnorme Stangen zu erkennen waren, hatte auch ich spontan Gänsehaut, wie Revierjäger Keltsch am Morgen! Das war wirklich ein außergewöhnlicher Hirsch, aber von


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unserer Position aus eigentlich nicht zu erreichen. Das Rudel steht erhöht mit gutem Ausblick über die ganze Wiese zwischen uns und dem Damm. Das Schilfgras ist zwischen hüftund knöchelhoch und bietet wenig Deckung zum Angehen. Dennoch muss ich es versuchen. Der Platz liegt in einem 4 Länder Eck mit drei unmittelbar angrenzenden Revieren, und die Chance, diesen Hirsch noch einmal passend vor uns zu bekommen, ist nicht groß. Also runter vom Sitz, rein in Alberichs Tarnkappe, ein hässliches, aber sehr effektives, leichtes Bekleidungsstück von Chevallier für die Sommerjagd mit grünem Schilfcamo Druck und Kapuze mit Mückenvorhang. Eine weite Brusttasche nimmt das Fernglas schützend auf. So

gut getarnt und mit dem Pirschstock in der Hand werde ich mein Glück versuchen.

... ALSO RUNTER VOM SITZ, REIN IN ALBERICHS TARNKAPPE ... Von den afrikanischen Trackern habe ich gelernt, dass man Wild über freie Flächen niemals direkt angeht, sondern immer so schräg umschlägt, dass, wenn man doch wahrgenommen wird, die Distanzverringerung nicht direkt offensichtlich wird. In niedrigster Gangart krabbele und robbe ich durch

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den nassen Bewuchs. Mit jedem Schritt wird meine Tarnung besser, sammle ich doch ungewollt gefühlte tausend Spinnen mit ihren Netzen auf. Das Mückennetz hält mir die Passagiere zumindest vom Gesicht fern. Unter der Tarnkappe wird es merklich warm, und ich bin gut gedünstet, bis ich am Damm rund 120 Meter unterhalb der Stelle, an der wir die Hirsche bestätigt hatten, ankomme. Das Rudel war schon langsam weiter äsend von der Dammkrone heruntergezogen, als ich vorsichtig über die Kuppe schaue, scheint mich aber tatsächlich nicht mitbekommen zu haben.

... ALS WIR AUF 10 METER HERAN SIND, KOMMT PLÖTZLICH BEWEGUNG IN DEN WILDKÖRPER ... Ein schwerer Hirsch zieht gerade durch den Graben, fast verdeckt durch eine gestürzte Weidenkrone. Es ist der Abnorme! Nun muss es schnell gehen, denn nach wenigen Metern wäre er auf der anderen Uferseite verschwunden. Ich muss ihn zum Verhoffen und mich in Position für einen schnellen Schuss zwischen den Ästen der Baumkrone hindurchbringen. Das versuche ich, indem ich mich mit dem Dreibein in der Hand aufrichte und so eine diffuse Figur am Horizont für den Hirsch abgebe. Dieser verhofft daraufhin tatsächlich am Grabenhang und dreht sein Haupt sichernd zu mir. Deutlich sehe ich die Stangen im Zielfernrohr. Der dreibeinige Pirschstock steht nur recht locker auf zwei Beinen schräg am Hang, aber jetzt gilt’s. Das Blatt ist frei durch eine Lücke zu sehen, das Absehen steht für einen Augenblick still, und der Schuss bricht. Im Glas sehe ich den Hirsch augenblicklich wie vom Blitz getroffen in den Brennnesseln verschwinden. Für einen gefühlten langen Moment schaue ich weiter durch das Zielfernrohr im Anschlag, um sicherzugehen, dass ich den Hirsch nicht gekrellt habe. Keine Regung ist mehr im Bewuchs zu erkennen. Der Hirsch liegt. Was für eine Freude und Erleichterung man als Jäger in so einem Moment empfindet, kann kein Nichtjäger nachvollziehen. Keltsch, der von der Kanzel aus den Krimi verfolgt hat, gebe ich ein Zeichen, dass der Hirsch liegt in Form von einem spontanen Freudensprung. Wir treffen uns am Auto und fahren einen weiten Bogen bis zum Erlegungsort, da wir den Graben großräumig umfahren müssen. So kommen wir ca. 20 Minuten später dort an. Beim Aussteigen nehme ich das Glas von der Doppelbüchse und

Unwirklich aber wahr - die abnormen Stangen 62

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lade erneut. Auch eine weitere Weisheit habe ich in Afrika gelernt. Jagt man auf schweres Wild, hat man es erst sicher erbeutet, wenn es in der Wildkammer hängt. Langsam nähern wir uns der Stelle, an der der Hirsch liegen muss. Schon sehen wir eine dunkle Stange reglos aus dem Bewuchs aufragen. Als wir auf 10 Meter heran sind, kommt plötzlich Bewegung in den Wildkörper, und der Hirsch hebt Haupt und Träger! Ein schneller Schuss über die offene Visierung auf das Herz beendet die Jagd auf den Gänsehauthirsch. Die erste Kugel aus der Krieghoff Doppelbüchse, Kaliber 8x57 IRS hatte den Recken auf zurückgemessen 134 Meter gut, aber Hochblatt gefällt. Daher hatte er sich bis zu unserem Eintreffen nicht mehr gerührt, war aber noch nicht verendet. Revierjäger Keltsch fährt zum Jagdhof, um die Bergung zu organisieren, und ich setze mich zum Hirsch, um die Jagd mit Andacht zu beschließen. Langsam steigt der Nebel aus dem Schilf, die sinkende Sonne färbt den Himmel gold und rot. Das Seeadlerpaar, das am Rand des angrenzenden Holzes seinen Horst seit Jahren bewohnt, streicht über mich mit melancholischem Ruf. Intensiv steigt mir der Geruch von Rotwild entgegen. Der Tag endet mit dem Zauber des Nebels, mit dem er begonnen hat. Der Gänsehauthirsch liegt nun vor mir, und ich fasse immer wieder um die unwirklichen Stangen.


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WER KÖNNTE DAS VERGESSEN? Text: Gert v. Kunhardt

Es gibt Geschichten, die man immer wieder gern erzählt, weil sie spannend, komisch oder kurios sind. Und dann jene, die man immer im Herzen mit sich rumträgt. Von einer solchen soll jetzt die Rede sein.

Es war kurz nach meiner Jägerprüfung, als ich von meinem großzügigen Lehrprinzen und Jagdherrn zur Jagd auf Sauen eingeladen worden bin. Wohlgemerkt als Einzeljäger an einer Stelle, wo Sauen zu erwarten waren. Ich hatte bisher noch keine Sauen gejagt und war entsprechend aufgeregt. Dazu muss ich sagen, dass es der 23. Dezember, Vollmond, sternenklar und saukalt war. Minus zwanzig Grad! Ausgestattet mit einer kleinen handlichen Büchse, .308 Winchester, einem klobigen Fernglas, langen Unterhosen etc. und in einen alten Fahrpelz der russischen Großmutter eingehüllt sowie mit einer Decke für die Füße versorgt. So bestieg ich dann wegen des Mondes gegen 21.00 Uhr über die vereiste Leiter die offene Kanzel und richtete mich ein. Vor mir sah ich trotz noch geringen Mondes mitten auf dem hellen Schnee auf hundert Meter quer eine Rübenmiete, an der sich etwa zwanzig Rehe versammelt hatten und sich an den Rüben gütlich taten. Ein herrlicher Nachtansitz. Absolute Stille. Sterne funkelten. Die Kälte machte mir nichts aus, weil ich ja in Erwartung von Sauen war. Der Atemhauch vereiste die Haare des Pelzes zu einer harten Kruste. Ich vermied, den Kopf zu bewegen, um der eisigen Reibung im Gesicht zu entgehen. Nach eineinhalb Stunden geschah es, dass die Rehe plötzlich inne hielten und sich in meine Richtung drehten. Da musste irgend etwas kommen. Ich nahm vorsorglich die schon entsicherte Büchse auf, denn das leise Klicken wäre meilenweit zu hören gewesen. Und da sah ich ihn, ein Fuchs, der schräg von rechts nach links Richtung Rübenmiete zog. Der Fuchs verhoffte, zog weiter. Ich hatte die Büchse leise über den Rand der Kanzel geschoben, atmete heftig, zweifelte, ob schießen oder nicht. Fuchs schießen oder weiter auf Sauen warten. Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach! Was würde der Jagdherr sagen!? Also ließ ich den Finger gerade und versuchte, den Fuchs durchs Fernglas zu verfolgen. Ich wollte auch wissen, was die Rehe machten. 64

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Aber jetzt hatte ich plötzlich ein Problem. Ich konnte nichts sehen. Die Optik war vom Atem beschlagen und vereist. Weil die Handschuhe zu dick und unhandlich waren, klappte es nicht, die Optik frei zu reiben. Also Handschuhe aus. War das kalt! Ich wischte und rieb an der Optik und bekam mit Mühe eine kleine Öffnung zur Durchsicht frei. Ich war so konzentriert mit der Wiederherstellung des Nachtglases, dass ich völlig überrascht war, als direkt unter meinem Hochsitz mit krachendem Geräusch eine Sau hervorbrach und ungestüm durch den hohen Schnee auf die Rübenmiete zu hielt. Das war er. Ein Keiler! Auf den hatte ich gewartet. Jetzt schnell. Die Büchse hoch. Wieder vereiste die Optik in Sekunden. Zum Verrücktwerden! Handschuh aus, Optik mit dem Daumen gerieben. Ziel erfasst. Korrigiert. Schuss! Repetieren. Wo war die Sau? Sie lag! Die Rehe waren auseinander gestoben. Der Schuss hallte in den Nachthimmel - und dann begannen die Kirchenglocken vom nahen Dorf her just in diesem Augenblick den Heiligen Abend einzuläuten - Eine heiße Freude erfasste mich. Du hast ihn! Den ersten Keiler. Doch halt, stopp, war es wirklich ein Keiler? Ich fasste mich, ordnete meine Sachen, entsicherte die Waffe und stieg vorsichtig hinunter. Da fiel mir ein: Niemals bei einer gerade geschossenen Sau unbewaffnet sein. Gewehr runter, durchrepetiert, im Anschlag. Den Rucksack ließ ich am Fuße der Leiter. Vorsichtig stapfte ich durch den Schnee Richtung Sau. Sie muckte nicht. Ordentliches Stück, dachte ich mir. Ich hatte noch nie eine gestreckte Sau gesehen. Trotzdem traute ich dem Frieden nicht und stieß mit dem Fuß und zielgerichteter Waffe in die Keulen. Nichts. Tot. Gestreckt! „Waidmannsheil“, sagte ich mir und umlief die Sau, deren Haupt im Schnee steckte. Ach halt: Erstmal die Waffe sichern und entladen. Dann zog ich das Gebräch an den Tellern hoch und tatsächlich: Es war ein Keiler. Das Gewaff leuchtete gefährlich im Mondlicht. Donnerwetter! Was für ein Glück! Was tun? Er lag mitten auf dem Feld. Zum Weg waren es vielleicht achtzig Meter. Kein Problem dachte ich, den zieh ich einfach im Schnee hinter mir her. Aber das ging nicht. Zu schwer. Ich bekam ihn nur mit großer Mühe ein paar Meter weit und gab auf.


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Ich stapfte zu meinem Auto. Es war nicht weit. Dennoch war ich schweißgebadet. Schnell startete ich und fuhr zum Jagdherrn, der zusammen mit meiner Frau und einem Freund im Raucherzimmer auf mich wartete und Whisky trank. Ich meldete meinen Erfolg und bat um „Abschlepp-Hilfe.“ Und dann kam es. „Wie“, fragte der Jagdherr, „wie schwer ist er denn?“ Ich antwortete: „Na ja, so hundert Kilo.“ „Was, so schwer?“ Und dann verstummte er und kam sofort mit. Er fuhr mit seinem Auto, weil das eine größere Ladefläche hatte. Das Weitere ist schnell gesagt. Gemeinsam zogen wir den Keiler an den Weg, verluden ihn mit Mühe, fuhren zurück. Der Jagdherr fragte mich: „Hast Du schon mal eine Sau aufgebrochen?“ „Nein, nicht.“ Er nahm sein Waidblatt und sagte: „So geht das!“ Schnell brach er das Stück auf. Gemeinsam hängten wir den Keiler in der Wildküche an den Haken. Er wog 90 kg!

„Dann wollen wir mal,“ sagte der Jagdherr, der die ganze Zeit schweigsam gehandelt hatte. Wir setzten uns - es war inzwischen Heilig Abend 01.00 Uhr morgens. Eine Flasche Champagner wurde geholt. Der Jagdherr hielt eine kleine Rede und versprach, mir das Gewaff herauspräparieren zu lassen. So endete der Abend in fröhlicher Runde, und ich war glücklich. Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Am nächsten Tag erzählte ich natürlich von meinem Jagderlebnis und hörte zu meinem Erstaunen, dass in diesem Hegering für Schwarzwild ein Gewichtslimit vereinbart und beschlossen worden war: 25 kg! Ich hätte den Keiler nie und nimmer schießen dürfen. Und der Hegeringsleiter war - der Jagdherr selbst! Eine Katastrophe! Als ich mich tagsdrauf bei ihm meldete, sagte er nur: „Mach Dir keine Sorgen. Es war mein Fehler. Ich hätte Dich auf das Limit hinweisen müssen. Ich habe bereits eine Selbstanzeige gemacht und eine Geldbuße bezahlt.“ Ich war sprachlos. Das war wirklicher Großmut. Verstehen Sie jetzt, weshalb ich diese Geschichte einfach nicht vergessen kann?

Foto: Marco Schütte

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JAGDGESCHICHTEN

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Nr. 1000 03.01. - 22.01.16

Nr. 1004 23.04. - 13.05.16

Kompaktkurs Schüler/Studenten Nr. 1035 03.01. - 22.01.16

Kompaktkurs Schüler/Studenten Nr. 1039 23.04. - 13.05.16

Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1012 06.01. - 22.06.16

Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1016 27.04. - 13.05.16

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Nr. 1025 03.01. - 18.01.16

Nr. 1029 23.04. - 09.05.16

JÄGERPRÜFUNG 2 (Januar / Februar 2016)

JÄGERPRÜFUNG 6 (Mai / Juni 2016)

Kompaktkurs

Kompaktkurs

Nr. 1001 30.01. - 19.02.16

Nr. 1005 21.05. - 10.06.16

Kompaktkurs Schüler/Studenten Nr. 1036 30.01. - 19.01.16

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Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1013 03.02. - 19.02.16

Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1017 25.05. - 10.06.16

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Blockkurs*

Nr. 1026 30.01. - 15.02.16

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JÄGERPRÜFUNG 3 (Februar / März 2016)

JÄGERPRÜFUNG 7 (Juni / Juli 2016)

Kompaktkurs

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Nr. 1006 25.06. - 07.07.16

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Nr. 1027 27.02. - 14.03.16

JÄGERPRÜFUNG 4 (März / April 2016) Kompaktkurs

Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1015 30.03. - 15.04.16 Blockkurs*

Nr. 1028 26.03. - 11.04.16

Wochenendkurs

Nr. 1023 27.02. - 15.04.16

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Kompaktkurs

Nr. 1007 30.07. - 21.08.16

Ferienkurs Schüler/Studenten 2

Nr. 1022 30.07. - 21.08.16

Nr. 1003 26.03. - 15.04.16

Kompaktkurs Schüler/Studenten Nr. 1038 26.03. - 15.04.16

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JÄGERPRÜFUNG 8 (Juli / August 2016)

1) Ferien in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen 2) Ferien in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein *) zweiter Teil nach Wahl innerhalb von 12 Monaten Änderungen vorbehalten! Bitte beachten Sie, dass der Tag für die mündliche Prüfung 1 bis 2 Tage nach vorn oder hinten verlegt werden kann.


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» Kurstermine 2016 JÄGERPRÜFUNG 9 (August / September 2016)

JÄGERPRÜFUNG 11 (Oktober / November 2016)

Kompaktkurs

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Nr. 1008 27.08. - 16.09.16

Nr. 1010 29.10. - 18.11.16

Kompaktkurs Schüler/Studenten Nr. 1041 27.08. - 16.09.16

Kompaktkurs Schüler/Studenten Nr. 1043 29.10. - 18.11.16

Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1018 31.08. - 16.09.16

Intensivkurs für Führungskräfte Nr. 1020 02.11. - 18.11.16

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KUNST UND JAGD

NOBLESSE OBLIGE: DAS HOLLÄNDISCHE JAGDSTILLLEBEN IM 17. JAHRHUNDERT

Text: Dr. Barbara Palmbach

Tote Tiere, Falkenhauben, Jagdhorn, samtene Jagdtasche, Lockflöte, Armbrust, Flintenschaft und Früchte vor einer Landschaft mit antikisierender Ruinenarchitektur in der Abenddämmerung. Was könnte das sein? Ein Jagdstillleben? Volltreffer.

Was versteht man eigentlich unter einem Stillleben? Ein Stillleben zeigt die Darstellung von toten oder zum Mindesten reglosen Dingen, die still für sich da sind und vom Künstler nach ästhetischen und inhaltlichen Gesichtspunkten zusammengestellt werden. Dabei werden folgende Untergattungen differenziert, je nachdem welche Gegenstände im Bild überwiegen, so z.B. Blumen-, Früchte oder Tierstillleben, wobei die Grenzen zwischen den verschiedenen Untergattungen oft fließend sind. Die Gegenwart lebender und beweglicher Wesen ist nicht ausgeschlossen, bleibt aber von untergeordneter Bedeutung: wie etwa ein Hund, der nach der Jagdbeute schnuppert, oder Insekten, die auf einem Blumenstrauß umherkriechen. Erste Stillleben weist bereits die spätantike Malerei in Pompeji und Rom auf, während die mittelalterliche Malerei das Stillleben so gut wie gar nicht kannte, da sie sich ausschließlich für die Darstellung des Menschen in Bezug auf das Heilsgeschehen interessierte. Die Wiedergabe von Dingen um ihrer selbst willen findet sich erst im späten 14. Jahrhundert wieder, so etwa auf Bildern niederländischer und deutscher Meister ( Jan van Eyck, Konrad Witz, Meister von Flémalle). Auch bei Albrecht Dürer und Lucas von Cranach finden sich Ansätze zu Stillleben, aber noch nicht im Sinne eines autonomen Gemäldes. Als wirklich selbstständige und vielseitig gepflegte Bildgattung tritt das Stillleben erst bei den Niederländern des 17. Jahrhunderts hervor und findet sogleich eine Anzahl von Spezialisten für die jeweiligen Gegenstände und Untergattungen. Im Folgenden widmen wir uns anhand von drei Beispielen dem holländischen Jagdstillleben, das im 17. Jahrhundert eine besondere Blüte erlebte. Den Haag und Amsterdam waren hierbei die produktivsten Zentren, was auch damit zu tun haben darf, dass diese Städte häufig von hohen Würdenträgern frequentiert wurden, die ein Interesse an der Jagd und dem dazugehörigen Status hatten. So 68

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spielen auch die Maler mit ihren Jagdstillleben auf den Luxus und das Privileg der Jagd an. Sie inszenieren die Jagdbeute in prachtvollen Kompositionen, kombinieren sie mit kostbaren Gegenständen und Mobiliar, auf dem die Trophäen kunstvoll drapiert sind. In den Niederlanden durften Landbesitzer, der Adel wie auch Bürger auf ihrem eigenen Land jagen. Dem höheren Adel und den Fürsten war dies im gesamten Gerichtsbezirk gestattet. Das einfache Volk hingegen, das kein Land besaß, war folglich von der Jagd ausgeschlossen. Neben standesbewusster Repräsentation dienten die Jagdstillleben den Malern außerdem als Experimentierfeld für die Erprobung ihrer malerischen Mittel und Ausdrucksmöglichkeiten, wenn es dabei etwa um die Wiedergabe verschiedener Stofflichkeiten ging, wie z.B. der Schimmer und Glanz von Fell und Gefieder oder die Darstellung unterschiedlicher Materialien wie Metall, Holz, Samt oder Leder.

... DIE FASZINATION FÜR DIE AMBIVALENZ DIESER BEGRIFFE BEMERKT BEREITS 1774 DER JUNGE GOETHE ... Wie aktuell das Thema bis in die heutige Zeit ist, macht zweifellos die 2012 in der Karlsruher Kunsthalle veranstaltete Ausstellung über Tierstillleben von der Renaissance bis zur Moderne mit dem bezeichnenden Titel „Von Schönheit und Tod“ deutlich. Die Faszination für die Ambivalenz dieser Begriffe bemerkte bereits 1774 der junge Goethe anlässlich seines Besuches auf Schloss Bensberg (Dichtung und Wahrheit, 14. Buch), wenn er zu den großformatigen Jagdgemälden des holländischen Malers Jan Weenix schreibt: „[…] Wohlgeordnet lagen alle Thiere, welche die Jagd nur liefern kann, rings umher wie auf dem Sockel einer großen Säulenhalle[…] Jene entlebten Geschöpfe zu beleben, hatte der außerordentliche Mann sein gan-


KUNST UND JAGD

Abb.1: Jan Weenix: Jagdstillleben vor einer Landschaft mit Schloss Bensberg // bpk | Bayerische Staatsgemäldesammlungen

zes Talent erschöpft, und in Darstellung des mannichfaltigsten thierischen Überkleides, der Borsten, der Haare, der Federn, des Geweihes, der Klauen, sich der Natur gleichgestellt, in Absicht auf Wirkung sie übertroffen“. Goethe deutet hier an, mit welcher Virtuosität der Maler mit seinem Pinsel die toten Tiere zum Leben erweckt. Und tatsächlich gilt Jan Weenix (16401719) in den 1670er Jahren als der Jagdstilllebenmaler des 17. Jahrhunderts.

WILLEM VAN AELST: STILLLEBEN MIT ERLEGTEN VÖGELN UND JAGDGERÄTEN

Gefieder eines Eisvogels sowie zwei lederne Falkenhauben als Zubehör für die Beizjagd, die seit dem Mittelalter von jeher vornehmste Form der Jagd. In der Bildmitte zeigt der Maler die Öffnung eines Jagdhorns, um das diverse Jagdutensilien angeordnet sind: eine mit Fransen besetzte blaue samtene Jagdtasche, ein italienisches Radschlossgewehr sowie einen mit gold-silbern glänzender Borte und ebensolchen Knöpfen geschmückter Jagdrock. Der abgerissene Knopf könnte ein Hinweis auf die Vergänglichkeit irdischer Pracht sein. An einem blauen Band in der rechten unteren Bildhälfte baumelt der zum Radschloss passende Vierkantschlüssel.

Wie kaum ein anderes Beispiel zeigt das Berliner Meisterstück Stillleben mit erlegten Vögeln und Jagdgeräten (Abb. 2) mit welcher Hingabe und Akribie Van Aelst hier sowohl das Federkleid der Vögel als auch die unterschiedlichen Materialien der dargestellten Jagdutensilien wiedergibt.

Das Gemälde vermittelt sowohl durch die Wahl der Gegenstände als auch die meisterhafte Darstellung vollendeter Feinmalerei eine noble Exklusivität und zeugt von adligem Standesbewusstsein. Die Jagdbeute wird mit Stolz vorgeführt und erfährt durch das künstliche Arrangement diverser Jagdgeräte noch eine ästhetische Aufwertung.

Das Gemälde ist 1660 entstanden, rund vier Jahre nach der Rückkehr des Malers aus Italien. Der Künstler wählt nur wenige höchst differenziert eingesetzte Farben und eine effektvolle Beleuchtung. Der Hintergrund eines Vorhanges ist bewusst dunkel gehalten, während im Vordergrund links das prächtige Federkleid eines hängenden weißen Hahns und rechts eines liegenden Rebhuhns aufleuchten. Erst beim zweiten Hinsehen entdeckt der Betrachter links ein weiteres Rebhuhn, das blaue

Die Noblesse der Werke von Van Aelst wirkt in den Arbeiten des Malers Jan Weenix noch weiter. Der 1641 in Amsterdam geborene Künstler war Schüler seines Vaters Jan Baptist (16211659) und arbeitete, wie bereits erwähnt, 1702-14 als Hofmaler für Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, für den er eine Folge monumentaler Jagdstillleben für Schloss Bensberg schuf. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn entstanden vor allem Gemälde mit italianisierenden Landschafts- und Gen GRAMBOW • JAGD AKTUELL 69


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haltenen Stillleben von Jan Weenix mit einem toten Hasen als zentralem Motiv. Das Londoner Gemälde Toter Hase und Rebhuhn (Abb.3) zeigt nahansichtige Trophäen vor einer Parklandschaft in der Abenddämmerung. Der Betrachter stößt hier förmlich auf einen an den Hinterläufen an einem Ast aufgehängten und wunderbar fein gemalten Hasen, dessen Textur geradezu fühlbar zu sein scheint. Diagonal und hell ausgeleuchtet ragt er in den Bildvordergrund hinein. Sein auf der Erde ruhender Oberkörper ist von einer Jagdtasche links und einem erbeuteten Singvogel rechts umgeben. Von demselben Ast hängt kopfüber ein Rebhuhn mit hell ausgeleuchtetem herunterhängenden Flügel herab, dessen Oberflächenstruktur der Maler ebenso gekonnt in all seiner Weichheit und Detailgenauigkeit auf die Leinwand bannt. Die Dämmerung taucht den Schauplatz in ein goldenes, Wärme und Frieden suggeAbb. 2: Willem Van Aelst: Stillleben mit erlegten Vögeln und Jagdgeräten // bpk / Gemäldegalerie, rierendes Licht. In der linken Staatliche Museen zu Berlin, Kaiser Friedrich-Museums-Verein / Jörg P. Anders Bildhälfte spielt der Maler mit Hell- und Dunkelkontrethemen im Stil seines Vaters. Erst in den 1670er Jahren, nach rasten und lässt den Hasen vor dunklem Hintergrund bühnenseinem Umzug von Utrecht nach Amsterdam konzentrierte er artig aufleuchten, ein Clair-Obscur-Effekt, der die Dramatik sich auf Tier- und Jagdstillleben vor parkartiger Landschaft, der Darstellung noch betont und dem Vanitas-Charakter, d.h. meist in der Abenddämmerung, mit Skulpturen, Urnen und der Vergänglichkeit irdischer Dinge bzw. der Endlichkeit des antiken Architekturelementen. Charakteristisch für seine Lebens, einen zusätzlichen Akzent verleiht. Arbeiten sind eine besondere Naturnähe und Präzision in der zeichnerischen Wiedergabe von Details sowie ein ausgepräg- Wie kaum eine andere Untergattung des Stilllebens macht das Jagdstillleben unzweifelhaft deutlich, wie nahe Leben und Tod ter Sinn für dekorative Wirkungen. beieinanderliegen, wie bezaubernd und anmutig die Natur ist, zu der fraglos auch der Tod gehört. JAN WEENIX: TOTER HASE UND REBHUHN Und wie nahe kam Goethe mit seinen eingangs zitierten WorEinen Höhepunkt holländischer Jagdstillebenmalerei im ten über Jan Weenix doch der Wahrheit, wenn er die größte Goldenen Zeitalter bilden diesbezüglich zweifellos die mit Leistung des Malers darin sah, „jene entlebten Geschöpfe zu grandioser Theatralik inszenierten und in Variationen festge- beleben.“ 70

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Der Betrachter stößt hier förmlich auf einen

an den Hinterläufen an einem Ast aufgehängten und

wunderbar fein gemalten Hasen, dessen Textur

geradezu fühlbar zu sein scheint.

Abb.3: Jan Weenix: Toter Hase und Rebhuhn // bpk | Trustees of the Wallace Collection, London GRAMBOW • JAGD AKTUELL 71


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„DER BERG RUFT“ Jagd im Erongo mit Kai-Uwe Denker Text & Fotos: Steffen Koch

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Sigrid Denker hatte mich und meinen Sohn in Omaruru abgeholt und zur Farm Ameib gebracht. In seinem Büro saß er dann, der bereits legendäre Afrika-Jäger Kai-Uwe Denker. Als er uns sah, erhob er sich und streckte mir die Hand entgegen „Ich bin der Kai-Uwe“, und seine Hand schloss sich wie ein Schraubstock um die meine. Gegenwehr aussichtslos, wie ich nach einem kurzen Versuch schnell einsehen musste. In den vergangenen Jahren hatte ich Kai-Uwe Denker regelmäßig auf seinem Stand bei der Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund besucht, alle seine Bücher verschlungen und auch seine beiden sehr authentischen DVD's mit großer Freude geschaut. Im letzten Sommer vereinbarten wir dann eine 3-tägige Jagd auf seiner Farm im Erongo auf Bergzebra und Klippspringer. Darauf freute ich mich in der Zwischenzeit wie ein kleines Kind.

Und nun stand er vor mir, mittlerweile vollständig ergraut, ein paar Jahre älter als ich, aber sehnig und drahtig wie eh und je. Schnell luden wir Koffer und Gewehrkoffer auf einen uralten Landrover und fuhren los. Ich auf dem Beifahrersitz, mein Sohn auf einem Sitzbrett auf der Ladefläche, nebst Hund und zwei Benzinkanistern, von denen einer etwas leckte. Nach gut 15 Minuten halsbrecherischer Fahrt gab der Motor – obwohl gerade aus der Inspektion kommend – seinen Geist auf und ließ sich auch nicht mehr starten. Kai-Uwe stieß ein paar herzhafte Flüche aus und telefonierte mit seiner Frau Siggi, um den Weg mit einem weiteren uralten Landrover dann fortzusetzen. Nach einer Stunde über Stock und Stein, die der Landrover souverän meisterte, erreichten wir die Farm. Jetzt erkannten wir auch, wozu die beiden Benzinkanister mitgebracht worden waren: Treibstoff für den GRAMBOW • JAGD AKTUELL 73


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Stromgenerator, der täglich für zwei Stunden Strom liefert. Wir bezogen unser kleines Gästehaus, welches aus Granitsteinen gemauert und einfach, aber sehr stilvoll eingerichtet war. Das Bad war von außen durch eine weitere Tür zugänglich und wurde wie der Schlafraum durch zwei Kerzen erhellt. Warmes Wasser zum Duschen lieferte abends ein kleiner Ofen hinter dem Gästehaus, der zuvor von den Buschmännern angeheizt worden war.

... VOLLER ERLESENER TROPHÄEN,

VOR DENEN WIR FAST EHRFÜRCHTIG OFT UND LANGE STANDEN. ...

Siggi hatte für uns drei die Mahlzeiten vorbereitet, welche KaiUwe allabendlich vor dem Kamin im Farmhaus zubereitete. Auch das Farmhaus war schlicht, aber sehr stilvoll eingerichtet und voller erlesener Trophäen, vor denen wir fast ehrfürchtig oft und lange standen. Gerade wenn man seine Bücher gelesen hat, kennt man zu fast allen die entsprechende Jagdgeschichte, sei es nun das Paar Elefantenstoßzähne, die Büffelschädel, die Kudu-Gehörne oder die Springbock-Trophäen – um nur einige zu nennen. Schon an diesem ersten Abend fühlten wir uns angekommen und sehr angenehm und ehrlich aufgenommen. Dieses schöne Gefühl begleitete uns die nächsten Tage, die neben der Jagd angefüllt waren mit vielen guten Gesprächen über das Leben im Allgemeinen und die Jagd im Besonderen. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 4.30 Uhr, und um 5.00 Uhr gab es Kekse und Kaffee in der Wohnhalle, bevor wir zur ersten Erkundungspirsch aufbrachen. Kai-Uwe schritt erwartungsgemäß zügig voraus, mein Sohn und ich immer ein paar Schritte dahinter. Den Schluss bildete Quashe-Willi, einer seiner Buschmann-Fährtenleser. Dann glasten wir von einem Hügel aus zwei Stunden die Umgebung ab und konnten dabei unter Kai-Uwes Anleitung Bergzebras, Oryx und Giraffen erspähen. Gegen 9.00 Uhr ging es zurück zur Farm, wo uns Kai-Uwe ein kerniges Frühstück mit Spiegelei und Zebra-Rauchfleisch bereitete. Anschließend war Siesta bis 14.30 Uhr verordnet. Nach dem Kaffee und Kuchen ging es um 15.00 Uhr zur Nachmittagspirsch. Wieder legte Kai-Uwe ein ordentliches Tempo vor. Zunächst sahen wir auf ca. 90 Meter einen Bergzebra-Hengst, der aber weder reif noch alt war und daher nicht in Frage kam. Wir pirschten weiter und liefen auf ein kleines Kahlwild-Rudel Kudus auf, die sogleich absprangen und den Gegenhang hinaufzogen. Ein wunderschöner Anblick! Oberhalb einer Schlucht legten wir uns auf die Lauer, sahen 74

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aber „nur“ eine Herde Schwarznasen-Impalas, eine hochtragende Oryx-Kuh sowie einen Trupp Kudus, angeführt von einem starken, aber noch jungen Bullen. Wir genossen alle den Anblick! Nach ungefähr 30 Minuten pirschten wir weiter. Dann näherten wir uns einer größeren Sandfläche, als KaiUwe plötzlich in die Knie ging – wir natürlich auch. Jetzt sah ich die Bergzebras auch, die langsam auf die Fläche zogen. Kai-Uwe flüsterte, ich solle eine Patrone (RWS .404 TM) in den Lauf repetieren, was mir fast geräuschlos gelang. Der Leithengst stand gut 130 Meter von uns entfernt, sicherte intensiv zu uns herüber und schnaubte. Er wurde aus der Sache nicht schlau, zumal wir den Wind im Gesicht hatten. Kai-Uwe flüsterte mir zu, ich solle mich fertig machen, und nach seiner Freigabe auf den Leithengst fliegen lassen. Das Jagdfieber ergriff mich. Nun drehte der Hengst, um den Rückzug anzutreten, sodass Kai-Uwe ihn auch von der Seite ansprechen konnte. Auf sein „Schieß!“ legte ich hinter ihm sitzend auf seiner Schulter auf und spannte meine M 03. Leider hatte ich von den Probeschüssen am Mittag die Vergrößerung meines Swarovski 6i (1-6x24 EE) noch auf 6-fach stehen, sodass ich noch einmal absetzen und mich orientieren musste. Dann hatte ich ihn im Absehen, aber nun war er von ein paar Dornenbüschen leicht verdeckt. Dennoch ließ ich beherzt auf den halbspitz wegziehenden alten Recken fliegen. Der Hengst ruckte und machte noch gut 30 Schritte, bevor er zusammenbrach. Die restlichen Hengste – es waren drei weitere – gingen hochflüchtig ab. Kai-Uwe erhob sich und wir marschierten zum erlegten Hengst. Ein uralter Hengst ohne Schweif und voller Narben in der wunderschönen Decke. Kai-Uwe wünschte mir Waidmannsheil – ich war glücklich und stolz. Ein traumhaftes Jagderlebnis in karger, aber doch wildreicher und imposanter Umgebung. Das Erongo-Gebirge ist allein schon einen Abstecher wert!

... KAI-UWE WÜNSCHTE MIR

WAIDMANNSHEIL – ICH WAR GLÜCKLICH UND STOLZ ... Das Geschoss war hinter dem Blatt „quer“ eingeschlagen und auf der gegenüberliegenden Seite mit dem Heck noch durch die Decke gegangen, aber nicht ausgetreten, da die aufgepilzte Geschossspitze die Decke nicht mehr durchdringen konnte. Der Anschuss war voller Lungenschweiß, und die 30 Meter lange Schweißfährte hätte jeder blutige Anfänger verfolgen können, so reichlich war der Boden rot gefärbt. Schnell hatten wir auch die Ursache des „Querschlägers“ herausgefunden: zwei daumendicke Äste eines Dornbusches


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... WEIT GING DER BLICK ÜBER DAS LAND, DASS IN SEINER KARGHEIT SO EINDRÜCKLICH IST UND DAS ICH SO ÜBERWÄLTIGEND SCHÖN FAND. ... hatte das Woodleigh-Teilmantel-Geschoss (26 g) glatt durchtrennt, ohne aus der Bahn geworfen zu werden – es hatte sich lediglich etwas „quer“ gestellt. Der alte Ruark-Spruch: „Use enough gun!“ hatte sich bewahrheitet. Mit einem schwächeren Kaliber wäre das Ergebnis mit Sicherheit weniger überzeugend gewesen. Schnell versorgten wir den Hengst und verteilten Kleidungsstücke in der Nähe, um Hyänen und Schakale sowie Leoparden fernzuhalten. Dann machten wir uns zufrieden und dankbar auf den Heimweg, während die Abenddämmerung schnell über uns hereinbrach. Am nächsten Morgen fuhren wir um 6.00 Uhr mit seinem uralten Landrover und seinen fünf Buschmännern wieder zum Hengst. Auf dem Weg dorthin sahen wir frische Fährten von Hyänen und sorgten uns schon um das Fleisch und die Trophäe. Zum Glück hatten aber unsere Jacken und Hemden die Aasfresser ferngehalten. Der Hengst wurde aus der Decke geschlagen und komplett zer wirkt.

Die Buschmänner freuten sich auf frisches Fleisch, und ich mich über die schöne, vernarbte Decke. Zurück blieb nur der Aufbruch und die Erinnerung an eine unvergessliche Jagd mit einem meiner großen Vorbilder der Afrika-Jagd in „seinem“ Erongo-Gebirge in Namibia.

Am Nachmittag erklommen wir wieder einen Felsen, diesmal auf der anderen Seite der Schlucht gelegen, und glasten die Umgebung ab. Weit ging der Blick über das Land, das in seiner Kargheit so eindrücklich ist und das ich so überwältigend schön fand. Wir sahen Kudus, Giraffen, Paviane und eines der mittlerweile im Erongo wieder heimischen SpitzmaulNashörner. Wir blieben bis die Sonne hinter den gegenüberliegenden Gebirgszug versunken war und genossen das Farbenspiel. Zufrieden ging es zurück zur Farm, zu Bier am Kamin und anschließendem Ragout vom Oryx, begleitet von guten Gesprächen oder einfach auch mal wohligem Schweigen.

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Am nächsten Morgen um 5.00 Uhr gab es wieder Kekse und Kaffee. Um 5.30 Uhr war dann Aufbruch zur Jagd auf einen Klippspringer-Bock. Wieder im Kai-Uwe-Denker-Tempo – mein Sohn und ich wieder mehrere Schritte dahinter, gefolgt von Quashe-Willi. Wir zwängten uns durch Dornbüsche, kletterten über bizarre Felsformationen, bis wir schließlich am Fuße eines großen Felsmassivs angelangt waren. Er ging steil bergauf, und Kai-Uwe machte wie immer ordentlich Tempo. Nur anfangs konnten wir gut folgen, denn der Anstieg mit ca. 10 Prozent Steigung nahm kein Ende. Ich merkte, wie mein Puls hoch- und meine Geschwindigkeit runterging. Nach 30 Minuten Bergaufmarsch musste ich Kai-Uwe ziehen lassen und erreichte den Gipfel ein paar Minuten nach ihm, völlig ausgepumpt und verschwitzt, hatte ich ja auch noch die ca. fünf Kilogramm schwere Mauser M 03 Africa inklusive Zweibein zu tragen. Bei Kai-Uwe war kein Schweiß zu erkennen, und er glaste bereits das unter uns liegende idyllische Tal im Licht der aufgehenden Sonne ab, auf der Suche nach einem reifen Klippspringer Bock, der namibischen Klein-Variante der Gams. Wir setzten uns ebenfalls und genossen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, während wir durch unsere Ferngläser spähten.

... ER GLASTE BEREITS DAS UNTER UNS LIEGENDE TAL IM LICHT DER AUFGEHENDEN SONNE AB ... Nach einer halben Stunde verabschiedete sich Kai-Uwe mit seiner üblichen Begründung „Ich schau' mich noch mal um“. Wir genossen die Stille und die Schönheit der uns umgebenden Gebirgslandschaft und lagen faul auf dem Felsplateau in der Sonne. Nach einer weiteren halben Stunde kam Kai-Uwe zurück und berichtete, dass er auf der anderen Seite des Bergrückens einen passenden Bock erspäht hätte. Sofort ging es los, und nach kurzer Zeit konnten wir auf einer riesigen Felsplatte Bock und Ricke in der Sonne lagern sehen. Die Entfernung betrug gut 1.000 Meter, und wir hatten den Wind im Rücken. Mein Sohn und Quashe-Willi blieben zurück, während Kai-Uwe und ich das Klippspringer-Päarchen umschlagen wollten. Wir kletterten über Felsen und marschierten in einem großen Bogen Richtung des KlippspringerBocks.

Ich erhob mich langsam, legte auf den Neopren-Gewehrriemen auf. Kai-Uwe zischte: „Du bist viel zu weit rechts, der Bock wird hoch, gleich springt er ab“. Da hatte ich den Bock formatfüllend im Leuchtabsehen! Er stand halbspitz und sicherte zu uns hin. Rrrrumms war die .404 aus dem Lauf, und der Bock ging noch wenige Schritte, bevor er verendete. Wir gingen zu dem erlegten Stück, und Kai-Uwe wünschte mir Waidmannsheil. Ich freute mich über den sauberen Schuss und wir setzten uns neben den erlegten reifen Klippspringer-Bock, um auf meinen Sohn (der die Erlegung durch das Spektiv live beobachtet hatte) und Quashe-Willi zu warten. Wir philosophierten über den Sinn des Lebens und der Jagd im Speziellen und waren einfach nur erfüllt vom soeben Erlebten. Kurz darauf hatten uns mein Sohn und Quashe -Willi erreicht. Das Wild wurde versorgt, und wir machten uns auf den einstündigen Rückweg zur Farm, um ausgiebig zu frühstücken. Nach der Siesta und Kaffee und Kuchen ging es zu einem anderen Bergrücken. Wieder war das Tempo sehr sportlich, und wie schon am Morgen hatten wir Mühe, Schritt zu halten. Oben angekommen, genossen wir mal wieder die atemberaubende Landschaft und erspähten Kudus, Giraffen und Bergzebras in der unter uns sich ausbreitenden Ebene. Nach Sonnenuntergang ging es wieder zurück auf die Farm zu einem kühlen Windhoek-Lager und guten Gesprächen vor dem knisternden Kaminfeuer und anschließendem leckeren Essen. Eine letzte Nacht in unserem gemütlichen Gästehaus und am nächsten Morgen ging es zurück nach Farm Ameib und von dort weiter nach Omaruru. Hier verabschiedeten wir uns herzlich von Kai-Uwe und machten uns auf den Weg zum Rest der Familie auf die Farm Okapunja von Stephan v. Seydlitz.

Drei fantastische ( Jagd-) Tage waren vorbei, aber wir kommen zurück, lieber Kai-Uwe, um mit Dir auf Springbock in der Namib zu jagen hart und fair!

Nach ca. 15 Minuten bedeutete mir Kai-Uwe, eine Patrone in den Lauf zu repetieren, bevor wir uns geduckt hinter einen großen Felsen schlichen. Vorsichtig spähte er um den Felsen herum und flüsterte, „näher kommen wir nicht ran“. Ich solle mich langsam erheben und auf dem Felsen auflegen, um dann den Bock zu erlegen. Die Entfernung betrug gut 130 Meter. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 77


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MIT DORFJÄGERN IM PAMIR AUF BERGWILD JAGEN:

JAGDGENOSSENSCHAFTEN AUS TADSCHIKISTAN ZU GAST AUF DER JAGDMESSE „JAGD UND HUND“ IN DORTMUND Vertreter von Jagdgenossenschaften aus der Pamir-Region Tadschikistans werden auf der „Jagd und Hund“ in Dortmund ihr Jagdangebot präsentieren. Seit Jahren schützen sie ihr Wild. Im Gegenzug dürfen sie einige wenige reife Steinböcke und Schwarzwild sowie Markhor-Schraubenziegen von Gastjägern erlegen lassen. Im nächsten Jahr können einige Dörfer möglicherweise auch Marco Polo Schafe bejagen. Die Wildbestände entwickeln sich Dank des Schutzes in den Dorfgebieten sehr gut. Wilderei ist selten geworden. Sogar die Bestände des seltenen Markhor haben sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. IUCN hat deshalb inzwischen den Markhor in seinem Gefährdungsgrad heruntersetzen können. Die Jagdpreise auf Steinbock und Sau sind moderat. Die Einnahmen aus der Jagd bleiben nach Abzug der staatlichen

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Lizenzgebühren vor Ort in den Dörfern. Jagd bedeutet hier praktischer Artenschutz. Der Internationale Rat für die Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hat deshalb diesen Dörfern auf der UN-Artenschutzkonferenz (CBD) im Jahre 2014 seinen renommierten Markhor-Preis verliehen. „Dorfjäger führen die Gäste auf Steinböcke, Keiler oder gar auf kapitale Markhor. Man erlebt ein Jagdabenteuer und hilft gleichzeitig den Bergbewohnern beim Schutz ihrer Wildtiere“, sagt Wilhelm von Trott, der Leiter der deutschen CIC-Delegation. Der CIC unterstützt die Dorfgenossenschaften finanziell bei Organisationsaufbau und Ausbildung und hilft so auch gegen die Wilderei. Die Pamir-Jäger sind in Dortmund auf dem Stand der Jagdschule Gut Grambow in Halle 7, Stand C 42 zu finden.


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ÜBER DEN CIC Der CIC ist ein beratendes Organ und tritt als politisch unabhängiger, transkontinentaler und globaler Vertreter der Jägerschaft auf. Er wurde 1928 gegründet und ist in 82 Ländern der Erde mit Sitz in Wien und einem Hauptquartier in Budapest tätig. Zu seinen rund 1.500 Mitgliedern zählen Staaten, staatliche Institutionen, Universitäten und andere Forschungseinrichtungen, Firmen, Persönlichkeiten sowie Jagdverbände. Auf nationaler Ebene sind die Mitglieder in nationalen Delegationen organisiert. Der CIC positioniert sich im Gefüge der internationalen Gemeinschaft, um bestmöglich die Belange der nachhaltigen Nutzung der Wildtiere als natürliche Ressource einzubringen und diese zu vertreten.

KONTAKT Kontakt: Dr. Wilhelm von Trott zu Solz Leiter der Deutschen Delegation im CIC E-Mail: headofdelegation-germay@cic-wildlife.de

Die Überreichung des CIC-Markhorpreises an die tadschikischen Dorfvertreter auf der CBD-Weltkonferenz am 16.10.2014 in Süd-Korea.  Den Preis überreichte der Umweltminister Namibias.

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In Schweden werden die Autos während des Winters an eine Steckdose angeschlossen. Nicht etwa, um die Batterie wieder aufzuladen, sondern um zu verhindern, dass sie die extreme Kälte entlädt. Also müssen wir erst den Stecker ziehen, bevor wir mit unserem Auto über von einer dicken Eisschicht überzogene Straßen aufbrechen können. Und es gibt dort eine weitere Besonderheit: das größte europäische Huftier, das bis in die Vororte der Großstädte hinein anzutreffen ist.

IM LAND DER MUSHER Wir haben gerade erst die Autobahn verlassen, als sich ein großer, dunkler Schatten am Straßenrand bewegt: ein Elch! Das Tier beobachtet, wie wir vorbeifahren, dann überquert es in aller Ruhe die Straße. Verblüffend! Nach einigen Kilometern verlassen wir Östersund, und nun gibt es nur noch ganz vereinzelt Behausungen. Uns umgibt dichter Wald, bedeckt von Raureif und Schnee, glitzernd wie ein Sternenhimmel. Das Autothermometer zeigt Minus 25 Grad an. Wir fotografieren diese Zahl, ohne zu ahnen, was uns später noch erwarten wird. Unsere Führerin, Evelina, gibt klare Anweisungen. Nach 34 Kilometern, kurz bevor wir einen kleinen Fluss durchqueren, biegen wir links in einen schmalen Forstweg ab, der uns zum Camp Dannevall führt. Noch ein Kilometer und dann sind wir da. Nina, die Camp-Chefin empfängt uns. Sie ist eine „Hundefrau“, sogar eine mit ganz vielen Hunden, denn Nina ist Musherin, sie betreibt Schlittenhundesport auf Wettkampfniveau. Das bedeutet, dass sie 15 Siberian Huskies dirigieren kann, die für ihr sanftes Wesen bekannt sind. Beim gemeinsamen Abendessen stellt uns Evelina das Programm für die kommenden drei Tage vor. Frühstück um Acht. Aufbruch zur Jagd um Neun. Mittagessen im Freien. Rückkehr ins Camp um 16.30 Uhr, also bei Einbruch der Dämmerung.

AUF SKIERN IN EIN METER HOHEM SCHNEE

müssen wir hinaus in diesen Freiluft-Kühlschrank. Die Unterwäsche aus Merino-Wolle, die wir in einer lokalen Fabrik (siehe Info-Kasten) erworben haben, leistet gute Dienste. Zu unserer großen Überraschung verkraften wir den Thermoschock ohne Probleme. Unsere Kleidung wärmt nicht nur den Körper, sondern verhindert auch das Schwitzen, was bei diesem Klima ein lebensgefährlicher Aspekt sein kann.

Wir sind in der Provinz Jämtland. Mitten im Herzen Schwedens. Und auch wenn die Tage im Januar wieder länger werden, Nach drei Schüssen auf die Zielscheibe, die uns mit Evelinas 6,5 sind sie noch sehr kurz im Vergleich zu Frankreich. Doch das x 55-Karabiner vertraut machen, folgen wir – mehr schlecht spielt keine Rolle, denn es erfordert bereits eine stabile körper- als recht – ihren Loipen durch den Schnee. Die ersten Kiloliche und psychische Kondition, um sechs bis sieben Stunden meter verlaufen recht zögerlich, doch die Tipps unserer Fühbei diesen eisigen Temperaturen draußen zu „DIE EISSCHICHT, DIE DIE SCHNEEDECKE WIE EINE KNACKIGE sein. Zumal wir auch KRUSTE ÜBERZIEHT, VERURSACHT EIN GERÄUSCH, noch auf Langlauf-SkiDAS DIE AUERHÄHNE VON WEITHER VERNEHMEN.“ ern jagen, weil sie die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit in diesem tiefen Schnee rerin helfen, unsere Technik recht schnell zu verbessern. Es ist sind. Frühmorgens zeigt das Thermometer Minus 34 Grad im schon richtig, dass uns die Biathlon-Championesse sicherlich Schatten. Der Rekord vom Vortag ist somit gebrochen, und nun als recht ungeschickt empfindet. Aber wir haben auch keine

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Aufmerksamkeit auf sich zieht. Fünf Hähne fliegen von einer Pinie auf und geben uns keine Chance, auf sie zu zielen. Wir verfolgen sie nicht, weil die Temperatur zu niedrig ist. Man darf die Vögel bei diesen Temperaturen nicht wiederholt ansprechen, weil dies zu einem übermäßigen Energieverlust bei ihnen führen würde. Als wir ein großes Torfmoor erreichen, beginnt die Sonne schon unterzugehen. Hier gibt es viele Birken, und Evelina stellt in Aussicht, dass wir Birkhühner sehen werden. Am Rand des Torfmoores ist die Landschaft hügelig, was das Vorankommen auf den Skiern erschwert. Die gekrümmte Körperposition ist anstrengend, doch unsere Mühen werden belohnt. Vor uns, in etwa 110 Metern Entfernung, zeichnen sich fünf Federkugeln vom Eis ab. Drei Hennen und zwei Hähne fressen Birkenfrüchte, und sie sind so darauf konzentriert, dass sie unsere AnweEile, denn das Quecksilber ist noch sehr niedrig, und somit sind die Bedingungen für eine erfolgreiche Auerhahn-Jagd ohnehin schlecht. Die dünne Eisschicht, die die Schneedecke überzieht, verursacht ein Geräusch, das die Vögel von Weitem hören. Im Winter hocken die Vögel in den Pinien, deren Zapfen sie fressen. Somit besteht die Kunst darin, sich von ihnen unbemerkt, in Deckung vorwärtszubewegen, um die Vögel auf den Wipfeln auszumachen. Wir entdecken Vogelkot und Spuren im Schnee, aber offensichtlich sind die Vögel schneller als wir. Der Auerhahn-Population geht es gut in Schweden, obwohl viel gejagt wird und man durchaus auch Wild für die Küche schätzt. Denn es gibt ein freiwilliges Limit von zwei Vögeln pro Jäger und Jagdtag, wovon wir nur träumen können.

KLEINE FEDERKUGELN Am frühen Nachmittag, nach einem mittäglichen Picknick am Lagerfeuerplatz, gleitet Evelina circa zehn Meter weit vor uns durch den Schnee, als plötzlich ein dumpfes Geräusch unsere

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„SCHNEEHÜHNER WERDEN MIT EINEM 22ER KALIBER AUF DISTANZEN ZWISCHEN 80 UND 100 METERN GESCHOSSEN.“

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senheit nicht bemerken. Zugegeben: Wir tragen Tarnanzüge im Schnee-Look, überaus wirksam bei dieser Art der Jagd. Der Rucksack dient als Ablage beim Schuss, achtfache Vergrößerung und schon durchdringt das Mantelgeschoss den Hahn, der frontal seine Brust präsentiert.

UNGEWÖHNLICHE SCHÜSSE Einen am Boden kauernden Vogel mit einem Mantelgeschoss zu schießen, erscheint eher ungewöhnlich, aber ein Gespräch über mögliche Risiken mit Evelina klärt uns auf. Sie lacht uns aus und fragt, wie viele Bäume sich denn innerhalb der Geschossbahn der Munition befänden, bevor sie zu Boden fällt. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 83


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Limit in zwei Stunden erreicht Der erste Tag neigt sich dem Ende zu. Bilanz: ein schöner kleiner Hahn und 15 Kilometer Ski in den Beinen. Dank des GPS erreichen wir das Auto, es wäre verwegen, sich ohne dieses Hilfsmittel in dieser Eislandschaft orientieren zu wollen. Am nächsten Tag kehren wir in dasselbe Revier zurück, das sich auf insgesamt 2.800 Hektar erstreckt, aber im Gegensatz zu einigen Rentierherden, sind die Auerhähne heute nicht zugegen. Abgesehen von einem Vogel, der laut Telemeter, das für diese Form der Jagd äußerst hilfreich ist (vor allem, wenn es mit einem Fernglas kombiniert wird), in circa 920 Metern Distanz auf einem Tannenwipfel kauert. Wir entdecken noch ein zweites Birkhuhn – eine schöne Belohnung für die ganzen Mühen. Für den dritten und letzten Tag schlägt uns Evelina vor, Schneehühner mit Vorstehhunden zu jagen. Wieder auf Langlauf-Skiern. Dieses Mal geht es in Richtung Westen, in die Berge – in ein Privatrevier mit 1.000 Hektar Gesamtfläche. Die Unterbringung wird noch spartanischer, die Jagd rauer in diesem unebenen Gelände. Doch es ist eine Freude, die Setter über den Schnee flitzen und beim Anblick der Vögel vorstehen zu sehen. Und wieder erleben wir eine für uns ungewöhnliche Form der Jagd auf Niederwild mit Karabinern. Schneehühner werden mit einem 22er Kaliber auf Distanzen zwischen 80 und 100 Metern geschossen. Genau wie auch bei der Jagd auf den Auerhahn, haben sich die Jäger eine freiwillige Selbstkontrolle auferlegt – maximal fünf Vögel pro Jäger und Tag. Ein Limit, das wir innerhalb von zwei Stunden erreichten. Wir kehren in die Jagdhütte am Seerand zurück, wo uns ein wohltuender Saunagang erwartet, der unserer von der Anstrengung übersäuerten Beinmuskulatur unendlich gut tut.

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INFOS & KONTAKTE Camp Dannevall Nur eine halbe Stunde vom Flughafen in Östersund entfernt, liegt Camp Dannevall. Mehrere kreisförmig angelegte Chalets bieten den Kunden der Agentur Joy Event während der Auerhahnjagd ein uriges Zuhause. Mitten im Herzen verschiedener Reviere gelegen, ist das Camp der ideale Ausgangspunkt für die Gäste, die von Nina und Kjell umsorgt werden. Letzterer hat übrigens alle Chalets selbst gebaut, reine Handarbeit mit lokalen Materialien. Abgesehen von der Jagd gibt es die Möglichkeit, Schlittenhundesport hautnah zu erleben. Nina und Kjell besitzen eine Meute mit rund 30 Siberian Huskies, die auf einer 42-Kilometer-Strecke trainiert wird. Eine Erfahrung, die man nicht missen sollte! › www.dannevall.com Woolpower Man kann Östersund keinesfalls verlassen, ohne zuvor den Fabrikverkauf von Woolpower besucht zu haben. Der Ort, an dem hochwertigste Thermo-Unterwäsche hergestellt wird, die sogar bei der französischen Armee zum Einsatz kommt. Sie können dann direkt von den Vorteilen dieser Wäsche profitieren und selbst erleben, wie Ihnen die Merinowolle hilft, dem lokalen Klima zu trotzen. › www.woolpower.de Die Agentur für sportliche Jäger Eines vorab: Wer mit Evelina Äslund, der Direktorin der Agentur Joy Event, auf die Jagd gehen will, sollte keinesfalls zwei Packungen Zigaretten pro Tag rauchen und abends starken Alkohol konsumieren wollen. Aber wer das totale Naturerlebnis in Schweden sucht, eine Jagd, die einem – trotz der Kälte – dicke Schweißtropfen über die Stirn perlen lässt, perfekt ausgebildeten Vorstehhunden bei der Arbeit zusehen möchte, der ist bei dieser Agentur genau richtig. Als Special gibt es auch Angebote, die exklusiv auf Jägerinnen zugeschnitten sind und die Jagdtage mit Yoga ausklingen lassen. Winterliche Jagd auf Schneehühner: 1.11. bis 28. 02. Winterliche Jagd auf Auerhähne: 1.12. bis 31.01. › www.joyevent.se

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ZAUBER DER HIRSCHBRUNFT Gerd G. v. Harling: Zauber der Hirschbrunft

MEIN ERSTER ALTER HIRSCH – WAS TUN? aus: Gerd G. v. Harling: Zauber der Hirschbrunft

Nachdem ich mit fünfzehn Jahren die Jägerprüfung bestanden hatte, bekam ich meinen ersten Rothirsch frei. Damals waren die Hirsche in der Lüneburger Heide längst nicht so stark wie heute, Geweihgewichte über fünf Kilogramm waren eine Sensation. Als in unserem Revier in der Brunft ein Hirsch fiel, der aufgebrochen 136 Kilogramm wog, kamen Jäger von weither, um diesen „Koloss“ zu bewundern. Ich erinnere mich an eine herbstliche Hasenjagd bei einem Nachbarn, wo auf die Frage, was denn frei sei, der Jagdherr antwortete: „Alles was der Jagdschein erlaubt.“ In dem Revier kam Rotwild, wenn überhaupt, nur alle Jubeljahre einmal als Wechselwild vor. Am Ende des letzten Treibens lag ein dünnstangiger, kaum vereckter ungerader Zehner auf der Strecke. Die Jägerschaft der Umgebung geriet ob des falschen Abschusses in Aufruhr, der Unglücksschütze wurde vor eine Kommission zitiert und musste eine empfindliche Strafe zahlen. Viele Jahre später saß ich mit ihm zusammen, und wir schwelgten in Erinnerungen an die gute alte Zeit. Da zeigte er mir das Geweih von damals, ein kümmerlicher sieben- bis achtjähriger Hirsch, der nach jetzigen Hegerichtlinien bereits als Zweijähriger hätte geschossen werden dürfen. Am Schädel prangte immer noch der große rote Punkt – so ändern sich die Zeiten. Ich hatte einen 2c-Hirsch frei. Mein erster Hirsch durfte also maximal ein ungerader Achter sein. Im jugendlichen Übermut und übertriebenen Selbstvertrauen auf die eigenen jagdlichen

Fähigkeiten stand für mich fest: Ein Gabler oder gar Spießer waren auf jeden Fall tabu. Als ich in den besagten Herbstferien abends aus dem Park des elterlichen Hauses schlich und verhörte, herrschte im Moor reger Brunftbetrieb. Der Wind stand günstig, ich war überzeugt: Dort schieße ich morgen einen, meinen Achter. ...

IN KÜRZE

ZUM WEITERLESEN DER LESEPROBE:

Zauber der Hirschbrunft Autor: Gert G. von Harling ISBN: 978-3-7888-1675-9 Hardcover, 144 Seiten 53 farbige Abbildungen Format: 16,8 x 23,5 cm Preis: 34,99 €

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TIERE ESSEN DÜRFEN Ethik für Fleischfresser Florian Asche

In den Märchen unserer Kinderzeit wurden Ochsen noch am Spieß gegrillt, der Jäger war Schneewittchens Lebensretter, und im Schlaraffenland flogen den Menschen die gebratenen Tauben direkt in den Mund. Noch vor wenigen Jahren betonte man die Lebenskraft von einem Stück Fleisch und verglich einen Kinderquark mit einem kleinen Steak. Und heute? Die Bücherregale quellen über von Ratgebern zur veganen Ernährung, Models gehen „lieber nackt als im Pelz!“, und Tierschutzorganisationen mahnen an, ihren Schützlingen Rechte zuzuerkennen. Tiere werden vermenschlicht, Menschen verteufelt. Florian Asche stellt in diesem Buch Behauptungen der veganen „Heilsbringer“ auf den Prüfstand, hinterfragt die Lehre von der Gleichheit aller Lebewesen, streitet für mehr Sachlichkeit im Umgang mit Tieren und greift eine übersteigerte Tierliebe an, die doch nur Ausdruck des menschlichen Selbsthasses ist. Mit diesem Buch kommt endlich die Bestätigung für alle, denen schon lange klar ist, dass Veganismus nicht das Paradies auf Erden schaffen, sondern nur zur Hölle in unseren Köpfen führen kann.

IN KÜRZE

ZUM AUTOR:

TIERE ESSEN DÜRFEN Ethik für Fleischfresser Autor: Florian Asche

Dr. Florian Asche ist aktiver Jäger und erfolgreicher Anwalt. Er ist Vorstandsmitglied mehrerer Stiftungen, darunter der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern. In der Öffentlichkeit ist er bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um jagdliche Themen geht.

ISBN: 978-3-7888-1717-6 Klappenbroschur, Format: 12,5 x 19 cm, 224 Seiten Preis: 16,95 €

JETZT REINHÖREN: https://youtu.be/duMndouDUT0

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JAGD NACH MOTIVEN Der Tag bricht an, die Sonne kämpft sich durch den Nebel, und auf einer taunassen Wiese äst ruhig ein Rehbock, als die Stille plötzlich durchbrochen wird. Jedoch nicht von einem Schuss, sondern vom Klicken meiner Kamera.

Gut getarnt bin ich, Naturund Jagdfotograf Claas Nowak, häufig früh morgens auf der Jagd nach dem perfekten Motiv unterwegs. Viele Unterschiede gibt es nicht zur Jagd mit der Waffe, nur fällt am Ende kein Schuss. Auch ich stehe vor Tagesanbruch auf, studiere das Verhalten des Wildes, pirsche mich an und beweise oft sehr viel Ausdauer, um das erhoffte Motiv vor die Linse zu bekommen. Die Stimmungen, Anblicke und Erlebnisse, die wohl auch jeder Jäger vom Ansitz kennt, halte ich im Bild fest. Auf meiner Suche nach neuen Motiven arbeite ich Hand in Hand mit Jägern und Revierinhabern und tausche Erlebnisse und Bilder gegen die Möglichkeit zu fotografieren. Aus einem Hobby ist eine Leidenschaft geworden, die ich durch Veröffentlichungen in Jagdzeitschriften und Büchern mit anderen teilen kann. Als Jagdfotograf begleite ich außerdem Gesellschaftsjagden und fertige dazu individuelle Fotobücher an, welche den Tag mit all seinen Facetten in Bildern erzählen und Momente festhalten.

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Mai

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Mehr Informationen Sollte ich Sie neugierig auf meine Bilder und meine Arbeit als Jagdfotograf gemacht haben, schauen Sie doch einmal auf meiner Homepage www.naturundjagdfotografie.de oder meiner Facebook-Seite www. facebook.com/naturfotoclaasnowak vorbei. › www.naturundjagdfotografie.de › www.facebook.com/naturfotoclaasnowak

Suchen Sie noch das passende Weihnachtsgeschenk oder etwas für Ihr Jagdzimmer? Dann ist vielleicht mein Kalender „Naturimpressionen 2016“ etwas für Sie. Der Kalender im Format DIN A3 zeigt 13 ausgewählte Naturfotos, auf exklusivem 250g/qm Hochglanzpapier gedruckt. Sie können ihn zum Preis von 30,00 Euro (zzgl. Versand) per Mail (claasnowak@gmx.de) bei mir bestellen.

› claasnowak@gmx.de

September

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CASTOR LADY JACKE Eine Jacke für Damen, die sich gerne in Wald und Flur aufhalten, aber dabei dennoch nicht unbedingt wie der gemeine Waldschrat aussehen wollen.

empfiehlt

Die süße Thinsulate Jacke mit femininem Schnitt und pinkem Innenfutter besticht auch durch ihre Leichtigkeit, welche Jägerinnen, Hundeführerinnen und Reiterinnen begeistern wird. Gleichermaßen praktisch als Übergangsjacke oder Unterschicht in der kalten Jahreszeit.

99,00 €

COLE WESTE Wie immer bei Seeland überzeugt auch diese lässige, warme Daunenweste aus 50 % echten Daunen und 50 % echten Federn mit ihrem Preis-Leistungs Verhältnis. Mit zwei Stecktaschen und einer Innentasche ausgestattet. Hauptmaterial: 55 % Polyamid / 45 % Polyester, Toplon, Teflon Futter: 100% Polyester Lieferbar ab September

129,00 €

FIELD ZIP-OFF JACKE Praktische und attraktive Sommerjacke mit abnehmbaren Ärmeln – durch die Materialmischung aus Polyester und gewachster Baumwolle ist diese Jacke widerstandsfähig und stark wasserabweisend – ideal für die Pirsch und den Ansitz bei sommerlichem Regenwetter.

129,00 €

ZIP-OFF HOSE SEELAND Praktische Sommerhose mit abnehmbaren Hosenbeinen – so wird aus der langen Regenhose im Nu eine Shorts, wenn die Sonne wieder scheint. Durch die Materialmischung aus Polyester und gewachster Baumwolle ist diese Jacke widerstandsfähig und stark wasserabweisend – ideal für die Pirsch und den Ansitz bei sommerlichem Regenwetter. Lieferbar ab September

79,00 €

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GLYN LADY JACKE Besonders warmes und figurbetontes Jagdset (Hose seperat erhältlich), das sich für die Ansitzjagd und die aktive Jagd in eisiger Kälte eignet. Diese Jacke führt eine neue Generation einer optimierten ThinsulateIsolierung ein, während die wasser- und winddichte SEETEX-Membran Sie von innen nach außen trocken hält. Glyn Lady bietet ein weiches, gebürstetes Außenmaterial.

empfiehlt

Material: 100% Polyester Kontrast: 55% Polyester, 45% Polyamid Futter: 100% Polyester Farbe: Faun brown

199,00 €

REGENPONCHO Mit dem unisex one size Regenponcho von Seeland bleibt man selbst im heftigsten Regenguss trocken! Nicht unbedingt ein Style Highlight aber dafür widerstandsfähig und 100% Wasserdicht! Material: 90 % Polyester, 10 % Nylon Futter: Primaloft Sport 60 g

69,95 €

DRÜCKJAGDJACKE „POLAR”

VICK THERMOHEMD Kräftiges Thermohemd aus Fleece aus 100% Baumwolle, das sich als Außen- oder Zwischenschicht anwenden lässt. Material: 100% Baumwolle Futter: 100% Polyester

49,95 €

Die Drückjagdjacke „Polar” aus dem Hause Seeland macht Ihrem Namen alle Ehre - dank Ihrer dicken Fütterung sorgt sie auch bei polarartigen Temperaturen für angenehme Wärme. Ausgestattet mit der wasser- und winddichten sowie atmungsaktiven Seetex-Membran schützt sie den Träger selbst bei widrigsten Wetterverhältnissen optimal. Zusätzlich bleibt auch der empfindliche Halsbereich durch den hohen, gefütterten Kragen gewärmt. Material: 100% Polyester, Tricot Futter: Thinsulate

199,00 €

Erhältlich unter www.gutgrambow-fieldsports.de oder 0385 / 647 05 77. Alex Pinnau berät Sie gern! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 93


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TWEED FLACHMANN Ein wirklich todschicker Flachmann mit Holland & Holland´s original Signature Tweed und braunem Leder bezogen. Stilvoller kann man sich keinen Schluck gönnen!

D&H

O

D

OL

LONDON

LLAN

LAN

empfiehlt

Material: Rostfreier Stahl

269,00 €

H

GONE SHOOTING PLAQUE Lassen Sie Ihre Gäste mit diesem Holland & Holland Holzschild wissen, wo sie Sie im Zweifelsfall finden können.

114,00 €

WACHS CAP ANTIQUE LABEL SEIDENTUCH

Absolut wetterfest! Grünes Holland & Holland Cap aus gewachster Baumwolle – ideal für Jagd, Sport und Freizeit!

Wunderschönes Holland & Holland Silk Square mit antikem Waffenlabel bedruckt. Material: 100 % Seide

30,00 €

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360,00 €

GRINNING FOX TIE

SILENT POINTER TIE

Traumhafte Krawatte aus dem Hause der renommierten Büchsenmacherei Holland & Holland.

Traumhafte Krawatte aus dem Hause der renommierten Büchsenmacherei Holland & Holland.

Aus 100% Seide, in Italien geschneidert. Für Gewicht und Volumen mit Wolle unterlegt.

Aus 100% Seide, in Italien geschneidert. Für Gewicht und Volumen mit Wolle unterlegt.

139,00 €

139,00 €


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JOHANN FLEECE JACKE Charakterstarkes Design mit Funktion. Die komfortable FleeceJacke punktet mit wasser- und schmutzabweisender Ausrüstung und Besätzen aus ArgaliOberstoff mit Teflon-Finish. Flauschige Innenseite.

empfiehlt

Material: 100% Polyester Besätze: 55% Polyamid, 45% Polyester Wattierung: 100% Polyester Farbe: schlamm

179,95 €

RAMSHELL TOUCH HANDSCHUH Atmungsaktiver, winddichter Funktionshandschuh mit Spezialgewebe an Daumen und Zeigefinger zur Bedienung von Touchscreen-Geräten. Mit Fleece-Futter.

ARGALI KAPPE BASIC Wetterunempfindlicher Kälteschutz mit flauschiger FleeceInnenseite und Ohrenklappen in Orange. Material: 55% Polyamide, 45% Polyester Futter: 100% Polyester Besätze: 100% Polyester Membrane: 100% Polyester RAMBRANE Füllung: 100% Polyester

Material: 100% Polyester RAMshell Futter: 100% Polyester Besätze: Lammnappaleder Füllung: 100% Polyester 3M Thinsulate Farbe: dunkelbraun

49,95 €

Farbe: braun mélange

49,95 €

ARGALI JACKE WATTIERT

RAM HANDSCHUHE WINTER Wasser- und winddicht sowie atmungsaktiv durch RAMBRANE, 3M Thinsulate-Wärmeisolierung, Strapazierfähiger Stoff in Canvas-Optik, Innenhand aus weichem Leder, Wärmendes Futter Material: 90 % Polyester, 10 % Polyamide, Futter: 100% Polyester Besätze: Lammnappaleder Membrane (100% Polyester RAMBRANE) Farbe: braun

Komfortable Funktionsjacke für anspruchsvolle Jagdeinsätze. Schutz vor Wind und Nässe durch RAMBRANE und Teflon-Ausrüstung des Argali²-Oberstoffs, der auch bei Kälte geräuscharmes Fortbewegen garantiert. Die PRIMALOFT-Wattierung bietet optimale Wärmewirkung. Mit umfangreicher Taschenausstattung. Material: 55% Polyamid, 45% Polyester Futter: 100% Polyester Farbe: oliv mélange

399,95 €

79,95 €

Erhältlich unter www.gutgrambow-fieldsports.de oder 0385 / 647 05 77. Alex Pinnau berät Sie gern! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 95


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REV PAVON DAMEN HANDTASCHE Wunderschöne Damen Handtasche aus Rindsleder. Die Tasche ist mit rotem Baumwollstoff gefüttert und mit einer Handy - und einer Reißverschlusstasche versehen. Die Produkte der spanischen Firma Rey Pavon werden in liebevoller Handarbeit gefertigt und sind von dauerhafter Qualität. Schlicht und klassisch besticht diese Tasche durch zeitlosen Stil und ist mit den Maßen von ca. 30 x 30 x 21cm nicht nur schick, sondern auch geräumig und praktisch.

REISETASCHE »WAX COTTON« Die neue Tasche aus dem Hause Beretta besticht durch die gelungene Mischung aus Eleganz und Funktionalität! Durch das aus dem Militär stammende Material hält sie Ihre Ausrüstung selbst bei regnerischem Wetter trocken und sauber! Das Material besteht aus leicht mit Wachs beschichteter Baumwolle.

229,00 €

Maße: 60 x 30 x 32 cm; Grundfarbe: braun

130,00 €

JAGDTASCHE »RINONERA« Mit dieser Tasche sollte man sowohl für die Flintenjagd als auch für den Stadtbummel optimal gerüstet sein. Mit klassischem Budapester Muster aus elegantem Glattleder ist diese Tasche zeitlos schön und wird Sie dank ihrer Qualität ein Leben lang begleiten. Durchdacht bis ins kleinste Detail und gefertigt in einer der besten Ledermanufakturen Spaniens, bietet diese Jagdtasche Platz für jagdliche Kleinigkeiten oder die Unverzichtbarkeiten des Alltags. Material: feinstes Rindsleder mit Knebelverschluss Farbe: rotbraun Maße: 20 x 14 x 3,4 cm

79,00 €

GUT GRAMBOW FLACHMANN Ein stilvoller Begleiter für das zweite Frühstück. Echtlederummantelung mit Prägelogo, Stainless Steel und gut für 170 ml edelstem Tropfen. Zeit vergeht, guter Stil bleibt!

37,00 €

EDLES FLASCHEN-ETUI Ein Muss in jedem gut sortiertem Jagdgefährt. Kein Klappern bei der Fahrt aus den hinteren Regionen, da die Flaschen gut verpackt in ihrem wunderschönen Lederbehältnis stecken. Abends in der Jagdhütte sind Sie ganz weit vorn mit Ihrem guten Wein aus dem perfekten Transportetui.

159,00 € PICADO BUDAPESTER Unser Klassiker aus Spanien jetzt neu aufgelegt in einem traumhaften Cognac braun! Ein Budapester aus spanischer Manufaktur. Saubequem, elegant und mit einer robusten Gummiprofilsohle ausgerüstet. Ein Muss in jedem Schuhschrank. Material: Schuh aus reinem Leder, Laufsohle mit Gummiprofil

189,00 €

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CANVAS BOLSO TASCHE Handlich und dafür dennoch erstaunlich geräumig, bietet die Tasche Platz für s Notebook,Dokumente und was der Mann von Welt heute noch so braucht. Innen ist sie mit einer kleineren Tasche für z.B. Kreditkarten und einem Schlüsselanhänger ausgestattet. Auf der Rückseite befindet sich eine Reißverschlußtasche und auf der Vorderseite zusätzlich noch eine offene Einstecktasche. Der Tragegurt aus Baumwolle ist längenverstellbar. Maße: 30 x 26 x 7 cm Farben: grün und sand

129,00 €

»BECHERSACK«

OHRENSCHÜTZER ETUI Wer kennt das nicht - Nach Jagd oder Schießstand fliegen die Ohrenschützer ins Auto oder in irgendeine Tasche und bleiben dort ungeschützt liegen - gerade bei den neuen, technischen Ohrenschützern kann dies natürlich nicht nur zu Verschleiss sondern auch Beschädigung führen.

Endlich ein Sack mit nützlichem Inhalt! 6 stilvolle Metallbecher in einem handschuhweichen Ledersack sind ein unersetzliches Utensil für jeden Jagdrucksack und als Geschenk. Becher aus Stainless Steel, handgearbeiteter Ledersack, braun

69,00 €

Das Etui ist in den Farben grün/cognac, grün/dunkelbraun und weinrot/dunkelbraun erhältlich.

BUSCHHUT »JOHNSON« Scottisch Blackface Wool versehen mit einer Schelllackappretur machen diesen Hut wasserabweisend und pflegeleicht. Wir offerieren Ihnen diesen Klassiker auch in british green.

79,00 €

Material: 100% Wolle

75,00 €

PATRONENSCHNAPSGLÄSER 10 Patronen in der richtigen Größe, die immer wiederzuladen sind. Und zwar mit dem Kaliber, welches Sie selbst bestimmen! Ob Single Malt, Port oder Brandy, alles lässt sich hieraus genießen! Handgearbeitete Lederbox mit Wildleder ausgeschlagen, 10 Patronengläser mit massivem Patronenboden. Kauf auch ohne waffenrechtliche Erwerbserlaubnis jederzeit möglich!

PATRONENHALTER COVER POCKET

Farbe: braun

499,00 €

Praktisch, edel und bestens verarbeitet. Das zeichnet dieses Gürteletui aus. Mit Schlaufen am Gürtel zu befestigen bietet es Platz für 7 Patronen in Standardkalibern mit praktischer Klappe zum Schutz dergleichen. Material: 100% feinstes Rindsleder; Farbe: braun

56,00 €

Erhältlich unter www.gutgrambow-fieldsports.de oder 0385 / 647 05 77. Alex Pinnau berät Sie gern! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 97


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SANDRINGHAM HERREN COUNTRY STRUMPF Der Farbtupfer in der ansonsten so grünen Welt der Jagdtextilien. Merinowollstrümpfe von House of Cheviot sind nicht nur saubequem, warm und praktisch, sondern das Highlight jedes Jagdoutfits. maschinenwaschbar bei 40 Grad Material: 85% Merino/Acrylic, 10% Nylon, 5% Lycra Farben: Autumn Glow, Scotspine, Wildbroom, Heather

TAYSIDE Farben: Bracken, Brick Red, St. Martins Blus, Dark Loden, Moss, Mustard

79,00 €

Material: 85% Merino/Acrylic, 10% Nylon, 5% Lycra waschbar bei 30° im Wollwaschgang

WINDSOR HAND KNITTED COUNTRY STRÜMPFE

nicht Trockner geeignet

Wer einmal diese komplett handgestrickten Strümpfe getragen hat, wird sich standhaft weigern Sie jemals wieder auszuziehen. Ein unvergleichlicher Tragekomfort gepaart mit Handarbeit bis ins kleinste Detail machen diesen Jagdstrumpf zu mehr als einem Schmuckstück jeder Jägerbekleidung.

65,00 €

maschinenwaschbar bei 40 Grad Farben: Bison, Dark Loden, Moss, Purple

119,00 €

LOMOND

Farben: Dark Loden, Claret

Farben: Bracken & Claret, Brick Red & Dark Loden, Claret & Bracken, Dark Loden & New Mustard & Dark Loden

Material: 85% Merino/Acrylic, 10% Nylon, 5% Lycra

Material: 85% Merino/Acrylic, 10% Nylon, 5% Lycra

waschbar bei 30° im Wollwaschgang

waschbar bei 30° im Wollwaschgang nicht Trocknergeeignet

30,00 €

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HARRIS HERREN STRÜMPFE

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nicht trocknergeeignet

59,00 €


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YELLOWSTONE PULLOVER VON LAKSEN Aus feinster und luxuriös weicher italienischer Lammwolle. Sehr smart kombinierbar mit den Laksen Hemden und in folgenden Farben verfügbar: Red Grenadine (Abb.), Camel, Green Leaf und Britisch Racing Green. Wollwaschprogramm!

119,00 €

MANSCHETTENKNÖPFE Hochwertige & geschmackvolle Manschettenknöpfe in verschiedenen Anfertigungen und unterschiedlichen jagdlichen Motiven aus dem Hause Laksen

49,00 €

MORGAN TWO PLY PILL SHIRT Elegant, sportliches Hemd aus erstklassigem, 100% zweilagigen Baumwoll-Twill. Dezent gemustert, mit Brusttasche und passend zu den Manschettenknöpfen ;-)

99,00 €

PULLOVER HELENA Aus feinster, luxuriös weicher italienischer Lammwolle und in vielen Farben verfügbar: Red Grenadine, Camel (Abb.), Green Leaf und Britisch Racing Green. Maschinenwaschbar im Wollwaschprogramm.

109,00 €

Erhältlich unter www.gutgrambow-fieldsports.de oder 0385 / 647 05 77. Alex Pinnau berät Sie gern! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 99


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ROUND FLASK Very british!

DACKEL FUSSMATTE

Für ein Schlückchen unterwegs in – hoffentlich – guter Gesellschaft erfreut uns die britische Qualitätsmarke Holland & Holland; mit diesem edlen Fläschchen aus rostfreiem Stahl mit integrierten Bechern und wahlweise mit Tweed oder Leder bezogen.

Saubere Schuhe - egal wer da auch angedackelt kommt! Material: Kokos.

25,00 €

219,00 € STANLEY ONE HAND VAKUUM BECHER

STANLEY GIFT SET Ein echter Hingucker aus der Stanley Adventure Serie. Ideal zum Begießen der mit Freunden überstandenen Abenteuer. Das Set beinhaltet eine aus rostfreiem 18/8 Edelstahl gefertigte Taschenflasche mit einem Fassungsvermögen von 236 ml. Der Verschluss ist gesichert und geht so auch beim »Abenteurern« nicht verloren. Das Pintchen-Set besteht aus 4 Edelstahl-Pintchen mit einem Fassungsvermögen von je 59 ml und einem Behälter zum Verstauen und Transportieren der Pintchen. Technische Daten Fassungsvermögen: 236 ml Höhe: 15 cm Leergewicht: 130 g

Es gibt Legenden aus Fleisch und Blut und dann gibt es noch welche aus Edelstahl. Letztere kann man sogar kaufen. Der Stanley Thermosbecher hat zwar noch keine Jungfrauen aus den Klauen böser Drachen befreit, aber schon oft das Herz und die Seele eines frierenden Jägers erwärmt. Hinzu kommt, dass er "wie es sich für einen anständigen Helden gehört" unverwundbar ist. Mit dem Stanley Thermosbecher kaufen Sie den letzten Thermosbecher in Ihrem Leben, der Ihnen an kalten wie an warmen Tagen ein treuer Begleiter sein wird. Thermosbecher Stahl 473 ml (auch mit 354 ml erhätlich)

36,99 €

45,00 € STANLEY CLASSIC VACUUM FLASCHE 750 ML STANLEY CLASSIC MUG Der Becher für raue Tage. Dieser große, robuste Becher nimmt genug Kaffee auf, um einen langen Morgen im Büro zu überleben. Der Klappdeckel hält wichtige Papiere trocken, ohne dass der Kaffee kalt wird. Der "Splash-proof" Klappdeckel lässt den Kaffee dort wo es hingehört. Doppelwandig isoliert, hält er Getränke wahlweise warm oder kalt. Der große seitliche Griff lässt sich sogar mit Arbeitshandschuhen bedienen.Die doppelwandige Stahlkonstruktion macht den Becher zu einem robusten Gefährten! Die breite Basis sorgt für stabilen Stand.

28,00 €

Es gibt Legenden aus Fleisch und Blut und dann gibt es noch welche aus Edelstahl. Letztere kann man sogar kaufen. Die Stanley Thermoskanne hat zwar noch keine Jungfrauen aus den Klauen böser Drachen befreit, aber schon oft das Herz und die Seele eines frierenden Jägers erwärmt. Hinzu kommt, dass sie "wie es sich für einen anständigen Helden gehört" unverwundbar ist. Mit der Stanley Thermoskanne kaufen Sie die letzte Thermoskanne in Ihrem Leben, die Ihnen an kalten wie an warmen Tagen ein treuer Begleiter sein wird. Thermoskanne Stahl 750 ml (auch in der Größe mit 500 ml erhältlich) Höhe 30 cm

46,95 €

100 GRAMBOW • JAGD AKTUELL


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THE RETRIEVER SHOOTING STICK JAMES KEYSER PRODUCTS Der etwas andere Sitzstock! Zum einen haben wir hier einen bequemen, in der Höhe verstellbaren Sitzstock und zum anderen einen Magneten am Fuße des Sitzstockes mit dem man bequem ohne sich zu Bücken, bis zu 30 Patronenhülsen aufsammeln kann. Nie mehr mühsames Aufsammeln von Patronenhülsen bei Dunkelheit in hoher Vegetation.

179,00 €

WILDTÖTER / HUMANE BIRD DISPATCHER Maun

JAGDTASCHE DRÜCKERCHEN WALDKAUZ

WILDGALGEN & BERGEHILFE Wildgalgen.de Mit dem Wildgalgen und Bergehilfe können Sie nun auch den dicksten Keiler aus dem Graben ziehen und kopfüber hängend aufbrechen.

Handgefertigt aus grauem Wollfilz und Nubukleder, verfügt sie über ein Fach mit einem Innenmaß von ca. 20 x 15 x 4 cm. Der Tragriemen ist aus dem gleichen Leder und lässt sich über eine Doppelstegschnalle in der Länge verstellen.

84,00 €

99,00 €

EKA SWINGBLADE MESSER

SKANE BÜCHSENFUTTERAL

EKA

HÄRKILA

Endlich ein Messer aus der Praxis für die Praxis. Klinge aus hochwertigem rostfreiem Sandvik Stahl 12C27. Mit Lösen der Sperre kann man anstelle der Droppointklinge eine Aufbrechklinge arretieren. Der gummierte Kratongriff liegt bei allen Wetterverhältnissen immer sicher in der Hand und in orange kann man das Messer im Herbstlaub nicht verlieren.

Groß genug für extra lange Waffen mit montierten Zielfernrohr und Zweibein. Taschen für Fernglas, Munition und leichte Bekleidung sind vorhanden. An der Innenseite befindet sich ein Karabinerhaken für Schlüssel.

Grifflänge: 11,8 cm Klingenlänge: 9,2 cm Schwarze Nylonscheide

Grifflänge: 11,8 cm Klingenlänge: 9,2 cm Schwarze Nylonscheide

99,00 €

139,00 €

Durch zwei gepolsterte Schulterriemen kann das Futteral auch bequem als Rucksack getragen werden.

Der Bird Dispatcher/ Wildtöter hilft ihnen dabei Waidgerecht und schnell, krangeschossenes Federwild ab zu fangen. Dafür wird die „Zange“ geöffnet, das Federwild am Hals umschlossen und fest zugedrückt. Somit brechen sie schnell und einfach die Wirbelsäule, ohne den Kopf des Wildes abzutrennen.

45,90 €

GEHÖRSCHUTZ MSA SORDIN SUPREME PRO MSA SORDIN Wir empfehlen Ihnen den MSA Sordin Supreme Pro mit elektronischer Geräuschregulierung. Dank dieser Elektronik wird plötzlicher Impulslärm, wie er beim Mündungsknall entsteht, auf gesundheitlich unbedenkliche 82 dB begrenzt. Trotzdem können normale Umgebungsgeräusche ungestört wahrgenommen werden und eine Kommunikation mit dem Schießausbilder ist auch mit aufgesetztem Gehörschutz problemlos möglich. Gewicht: 310 g

205,00 €

Erhältlich unter www.gutgrambow-fieldsports.de oder 0385 / 647 05 77. Alex Pinnau berät Sie gern! GRAMBOW • JAGD AKTUELL 101


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MINOX BL 8 x 52

MINOX HG 8 x 56 BR

MINOX BL 8 x 56

Als perfekten Begleiter für die Wild- und Naturbeobachtung im Mondschein oder Morgengrauen. Gering im Gewicht, kompromisslos in Sachen Optik-Qualität und attraktiv im Preis. Trotz der extremen Dämmerungsstärke bringt das MINOX BL 8x52 nur knapp über 1.000 Gramm auf die Waage.

Formschön, ergonomisch und mit allen bekannten Designmerkmalen versehen! Die bei allen MINOXFerngläsern üblichen drehbaren Augenmuscheln für Brillenträger lassen sich in vier Stufen rastbar einstellen. Das MINOX HG 8x56 wird mit einer exklusiven Tasche sowie einem Neopren-Trageriemen ausgeliefert.

Formschön, ergonomisch und mit allen bekannten Designmerkmalen versehen, passt sich das BL 8x56 harmonisch in die MINOX High-Grade-Serie ein. Die bei allen MINOX-Ferngläsern üblichen drehbaren Augenmuscheln für Brillenträger lassen sich in vier Stufen rastbar einstellen. Das MINOX BL 8x56 wird mit einer exklusiven Tasche sowie einem NeoprenTrageriemen ausgeliefert.

Großes Sehfeld; wasserdicht: bis 5 m Tiefe und Argon-Gasfüllung gegen Beschlagen von innen.

695,00 €

Vergrößerung 8-fach; Objektdurchmesser 56 mm; Austrittspupille 7,0 mm; Sehfeld (auf 1.000 m) 6,2° / 108 m

1.149,00 €

HD-Optik für verbesserte Farbkorrektur und höhere Transmission, M* Linsenvergütung für ein noch helleres Bild, großes Sehfeld Wasserdicht: bis 5 m Tiefe und Argon-Gasfüllung gegen Beschlagen von innen

749,00 €

MINOX WILDKAMERA DTC 1000

SWAROVSKI Z6I 2-12 x 50 SR

Die Spitzenmodelle der MINOX DTC Wildkamera-Serie senden Bilder direkt auf den PC oder das Smartphone. Die innovative Mobilfunk-Funktion mit sofortiger Datenübertragung der Aufnahmen per MMS oder E-Mail machen die DTC 1000 und DTC 1100 zu idealen Werkzeugen für das Revier, aber auch für den Objektschutz und die persönliche Sicherheit.

Ein zuverlässiges Dämmerungsglas, das die Bewegungsjagd im Wald ebenso meistert wie den Weitschuss im Feld oder in der Steppe. Vergrößerung: 2-12x; wirksamer Objektiv-ø (mm): 19,3-50; Austrittspupillen-ø (mm): 9,6-4,2; Dioptrienausgleich (dpt): -3 bis +2; Lichttransmission (%): 90; Dämmerungszahl nach DIN ISO 14490-1: 5,7-24,6

479,00 € 2.580,00 € 2.299,00 €

ZIELFERNROHR LEICA MAGNUS 1-6,3 x 24, ABS. L-3D MIT SCHIENE Alle Magnus Modelle verfügen über einen äußerst scharfen und brillant abgebildeten Leuchtpunkt mit einer 60-stufigen Intensitätseinstellung. Ein vorwählbarer Tag-Nacht-Modus sorgt in Verbindung mit der feinstufig einstellbaren Helligkeit jederzeit für eine optimale Beleuchtung. Die genauen technischen Daten finden Sie auf unserer Website www.gutgrambow-fieldsports.de!

2.010,00 € 1.769,00 €

In unserer Büchsenmacherei nehmen wir gern die Montage vor. Suchen sie noch die Waffe zur Optik? 102 GRAMBOW • JAGD AKTUELL


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LEICA GEOVID 8 x 56 HD-R (TYP 502)

LEICA GEOVID 8 x 42 HD-B

LEICA GEOVID 8 x 56 HD

Die Leica Geovid HD-R Modelle vereinen die ergonomischen Vorzüge des Geovid HD-B mit der ballistischen Basisfunktion der ebenengleichen Entfernung. Sie bieten neben der präzisen Messreichweite bis zu 1.825 m und der schnellen Messzeit von einem Sekundenbruckteil auch die ergonomische Brückenform für eine ausdauernde Handhabung.

Mit seinem richtungsweisenden Ballistiksystem ABC liefern die Leica Entfernungsmesser Geovid HD-B alle relevanten Informationen, die Sie für den präzisen Schuss brauchen. Und das auf Knopfdruck in nur 0,3 Sekunden. Mithilfe der microSD-Karte können Sie Ihre individuellen ballistischen Daten einspeisen. Je nach Jagdart erhalten Sie neben der linearen Entfernung: Haltepunktkorrektur, ebenengleiche Entfernung oder Absehen-Klickverstellung.

Die HD-Serie hat die Leistung der Geovid noch gesteigert: Verbesserung in Schärfe, Brillanz und Kontrast.

Messreichweite bis zu 1.825m

2.360,00 € 2.099,00 €

2.800,00 € 2.520,00 €

Vergrößerung: 8x; Objektiv Ø: 56 mm; Austrittspupille: 7 mm; Dämmerungszahl: 21,2; Sehfeld auf 1000m: 118 m; Nahdistanz: ca. 5,6 m; Distanzmessung Reichweite: 10 bis ca. 1.300 m; Maße: 135x182x68mm; Gewicht: ca.1.100g inkl. Batterie

Im Lieferumfang enthalten: konturförmiger NeoprenTrageriemen, Objektivschutzdeckel, Okularschutzdeckel, Corduratasche, Batterie

2.850,00 € 2.565,00 €

ZIELFERNROHR LEICA MAGNUS 1,5-10 x 42, ABS. 4A MIT SCHIENE

ZIELFERNROHR LEICA MAGNUS 2,4-16 x 56, ABS. 4A MIT SCHIENE

Objektivdurchmesser: 42 mm; Vergrößerungsbereich: 11,5-10x; Zoomfaktor: 6,7; Sehfeld bei max. Vergrößerung: 4,1 m; Sehfeld bei min. Vergrößerung: 26,0 m; Augenabstand: 90 mm; Durchmesser Austrittspupille: 12,4-4,2 mm; Parallaxe: 100 m; Dioptrienausgleich: -4/+3; Aqua-Dura Vergütung; Länge: 317 mm; Gewicht: 620 g; Wasserdicht bis 4 m; Beleuchtetes Punktabsehen

Exzellente Transmissionswerte von ca. 91% und der außerordentliche Kontrast ermöglichen selbst bei schwierigsten Lichtverhältnissen ein verlässliches Anvisieren bis zum letzten Büchsenlicht.

2.310,00 €

2.039,00 €

LEICA RANGEMASTER 1000-R Ideales Einsteigermodell mit integrierter Ballistikfunktionalität bis 550 m (600 yds) Ausgabe der linearen und ebenengleichen Entfernung 7 x 24-mm-Präzisionsoptik mit integriertem Dioptrienausgleich.

Das sehr große Sehfeld gewährleistet den optimalen Überblick, während der bis zu 6,7fache Zoomfaktor dafür Sorge trägt, dass Sie maximal flexibel bleiben.

Ballistikprogramm: ja; Anzeigen: Entfernung; Vergrößerung: 7x; Objektivdurchmesser: 24 mm; Messbereich: 10 bis 915 m; Sehfeld auf 100 m: 115 m Lieferumfang: Corduratasche, Trageschnur und Batterie

2.610,00 € 2.299,00 €

580,00 € 499,00 €

Alex Pinnau berät Sie gern! Erhältlich unter www.gutgrambow-fieldsports.de oder 0385 / 647 05 77. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 103


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DAS JAGDGERICHT

von Henrik Elbers

„Hirschsteak auf Lauchgemüse“ ZUBEREITUNG

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN:

Die Hirschsteaks in einer Pfanne mit hitzebeständigem Fett kräftig anbraten und mit Salz sowie Pfeffer würzen. Bei schwacher Hitze etwa zwei bis drei Minuten von jeder Seite langsam weiterbraten. Das Bratfett abgießen und die Steaks in der Hälfte der Butter nachbraten. Lauch putzen und feinblättrig schneiden. In einem Topf mit etwas Pflanzenöl anschwitzen, ohne Farbe zu geben. Butter dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Lauch zugedeckt kurz garen. In der Zwischenzeit den Cognac zusammen mit dem Wildfond einkochen lassen. Mit der Sahne auffüllen, aufkochen und mit der angerührten Stärke binden. Zum Schluss die Pfefferkörner dazugeben und kurz mitkochen, damit sich der Geschmack in der Sauce entfalten kann. Deftige Bratkartoffeln zu diesem Gericht passen ebenso wie ein feines Kartoffelpüree. Guten Appetit!

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4 Hirschsteaks à 200 g aus der Oberschale 2 Stangen Lauch 2 TL grünen Pfeffer 50 ml Cognac 250 ml brauner Wildfond 250 ml Sahne 1 TL Stärke 75 g Butter 1 Bund Kerbel Salz Pfeffer Pflanzenöl Lecker! Grambow kocht

DER KOCH Geboren 1969, wuchs er als ältestes von drei Kindern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in der Lüneburger Heide auf. Das Leben in und mit der freien Natur bestimmte seine Kindheit, denn ein großer Teil familiärer Traditionen wurde durch die Jagd geprägt. So ist es kein Wunder, dass er schon mit 17 Jahren die Jägerprüfung ablegte. Gleichzeitig begann er die Ausbildung zum Koch, seiner zweiten großen Passion. Sein Können führte ihn hinter die Herde bekannter Kochgrößen. Schon früh wurde er stellvertretender Küchenchef bei DorisKatharina Hessler im gleichnamigen Restaurant in Maintal bei Frankfurt und bei Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach. 1995 bestand er die Meisterprüfung mit Auszeichnung

und erhielt 1996 als Jahrgangsbester den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. In der Folgezeit leitete er fast eine Dekade lang die Küche des 5-Sterne-Hotels Waldhaus Reinbek bei Hamburg, die er entscheidend prägte. In dieser Zeit begann er, seine Leidenschaft des Kochens mit der Jagd zu verbinden und ist seit nunmehr 2004 auch als Autor für Jagdzeitschriften tätig, für die er regelmäßig Rezepte und Fachberichte schreibt. Henrik Elbers lebt heute wieder in der Lüneburger Heide. Seine beruflichen Zelte hat er im Tagungshotel Jesteburg, einem Tochterunternehmen der Basler Versicherungsgruppe, aufgeschlagen, wo er als Küchenchef und F&B-Manager seiner Kreativität freien Lauf lässt. GRAMBOW • JAGD AKTUELL 105


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Staatsbesuch auf Gut Grambow: Der Parlamentspräsident Von Saskatchewan The Hon, Dan D'Autremont

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LEKTORAT Dr. Barbara Palmbach Freies Lektorat Schießstättstr. 2 82319 Starnberg

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Ergebnis des 1-Jahres-Praxistestbericht der (Ausgabe 5/2015) Fazit: Vielseitig einsetzbar, stark in der Wirkung, wildbretschonend und präzise: Auf so ein Deformationsgeschoss haben viele gewartet.

rws-munition.de RWS is a registered trademark of RUAG Ammotec, a RUAG Group Company


Grambow Jagd Aktuell - Ausgabe 11  

mit dem Sonderthema Jagdpraxis, Drückjagdtipps vom Grambow Team, Jagdgeschichten und großen Fieldsports Teil.

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