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Editorial

Liebe Leser und Leserinnen, wozu bitte braucht man Brauchtum? Ist das nicht Gefühlsduselei mit verdächtig braunem Schimmer auf lodengrünem Gewand? Muss endlich von selbsternannten Ökojägern der Muff aus den Jagdrechts- Talaren gebürstet werden? Nein- Brauchtum ist das was uns Jäger vom kühlen Wildtiermanager unterscheidet. Es ist das fassbare Gerüst unserer sinnlichen Empfindungen bei dem Naturerlebnis Jagd. Im Unterschied zum Wanderer nimmt der Jäger jedes Detail der Natur wahr um es in sich aufzusaugen und zu interpretieren. Und dabei geht es nicht nur um das Nachstellen, Aufsuchen und Erlegen. Nein, Jagd ist der Zugang zu einem Naturverständnis mit allen Sinnen. Begriffe wie Hege, Bräuche wie das Reichen des Erlegerbruches und des Strecke Legens sind wichtig um der Kreatur den Respekt zu erweisen, der notwendig ist wenn man sie erlegt. Auch die Jagdbekleidung gehört ein Stück weit dazu. Ob man sich in modernsten High Tec Camo kleidet oder aus geliebter Gewohnheit im alten Tweed- oder Lodenstück, auch diese Vorbereitung gehört zum unbeschreiblichen Gefühl der Vorfreude auf die Jagd dazu. Der Jäger tut dies in uralter Tradition der Menschen, die die Natur nutzen um sich zu ernähren. Alle jagenden Völker haben in Reflektion auf den Tot der Beute ihre Bräuche, warum sollten wir dann in Deutschland die ersten sein die sich davon „befreien“? Daher haben wir in diesem Heft einen Schwerpunkt auf das jagdliche Brauchtum gelegt und es von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Immer wieder sind Grambower Alumni in den Spitzenrängen des jagdlichen Schießens zu finden. In dieser Ausgabe berichteten wir über Gordon Gosch, der an der Universiade – den olympischen Spielen für Studierende – in Shenzhen, China teilgenommen hat und dabei die Bronzemedaille gewinnen konnte. Ein Anreiz für unsere zahlreichen Jugendjagdscheinabsolventen wieder mal den Schießstand aufzusuchen und das in Grambow gelernte zu vertiefen!

Der Förderverein Grambower Moor e.V. feiert sein 20 jähriges Bestehen. Dazu haben wir einen Beitrag in diesem Heft. Zu diesem Anlass haben wir gemeinsam mit dem Förderverein ein Sonderheft als Bildband mit wunderbaren Naturfotografien herausgebracht das Sie gerne über die Jagdschule beziehen können.

Herzliche Grüße und Weidmannsheil!

International haben wir uns in Schweden, England und Amerika umgeschaut und dabei nicht nur jagdlich wunderbare Ziele entdeckt, denn wer reist, der bildet sich. Da die Saison der Jagdeinladungen und Geschenkverpflichtungen regelmäßig, aber dennoch völlig überraschend kommt, haben wir in diesem Heft ein großes Lifestyle Special gemeinsam mit dem „ Klüngelkram“ verfasst. Damit wird der Wunschzettel oder wahlweise die Fantasie des Schenkers angeregt, denn es kann, muss aber nicht die Krawatte oder das Duftwasser sein, das den Gabentisch ziert. Die dieser Ausgabe beigelegte CD von Clemens von Ramin mit wunderbaren Jagdgeschichten ist unser Geschenk an die Grambow Alumni und Abonnenten von Grambow – Jagd Aktuell.

Ihr Hans Martin Lösch Grambow, im Oktober 2012

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Inhalt

S. 96

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Editorial Grambow Aktuell Das Beutehaus Ein Jägerevent mitten auf der Hütte in Frankfurt/Main Fotowettbewerb: Der perfekte Schuss

Jägerbildung & Jagdpraxis Der Jagdteckel – Kleine Helden auf der Jagd Fotostrecke Rotwildbrunft Hubert Saunus wird Landesmeister in der Mannschaft Gut Grambow wieder Gastgeber von Jagdhundeprüfungen Prüfung zum Revierjagdmeister in Springe erfolgreich abgelegt

Schwerpunktthema: Jagdliches brauchtum

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Sprechen Sie Jäger? Wenn das Wild auf der Strecke bleibt Jagd-Gedanken Jagdliches Brauchtum im südlichen Afrika Die Stimme der Jagd – Clemens von Ramin

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Das Leben nach dem Tod Wir lieben Waffen Ein Stück Jägerlatein Cartoon – Clemens von Ramin Bodo Meier malt Afrika

S. 76

Unterhaltung & Jagdkunst

S. 50

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Inhalt

S. 90

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Nachhaltigkeit Der letzte Schrei Das Grambower Moor und sein Förderverein

Nach der Jägerprüfung In guter Jagdgesellschaft Gordon Gosch

Grambow International

S. 80

Hinter schwedischen Jagdverbandsgardinen Jagd in den Salisbury Plains - Very High british Pheasants Der Traum vom Big Sky Country

Grambow Empfiehlt Coole Bilder Dressed To Kill Auf geht´s Jagdverlockungen

Mode & Lifestyle

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Sylvia von Braunschweig Das ist IN – Outdoor Outfits Hunt Sweet Home

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Vorschau

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Impressum

Grambow People – Jagdfotos Jagdgericht

S. 52

S. 8

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Grambow Aktuell

Die Jagdbeute bringt man am besten gleich zum Beutehaus

Das Beutehaus

Wie die neue Wildbörse dafür sorgt, dass Jäger ihre unden treffen und alle glücklich sind: Mit Fleisch aus erster Hand. Text: Klaus Gummersbach

Die Jagdschule Gut Grambow zeichnet ja nicht nur für viele unglaublich gut ausgebildete Jäger verantwortlich. Nein, einige von unseren ehemaligen Schülern haben sogar so viel Schweiß geleckt, dass sie sich auch beruflich der Jagd verschreiben. Klaus Gummersbach ist so ein Kandidat. Vor vier Jahren hat der renommierte Kreative die Jägerprüfung bei uns gemacht und danach ließ ihm die neue Passion keine Ruhe. Schon beim ersten Tottrinken unter Jagdfreunden wurde er mit dem Problem der Wildbretvermarktung konfrontiert. Beim dritten Bier wurde – wie an vielen anderen Stammtischen auch – die Feststellung getroffen, dass da „mal jemand was machen muss“. Viele Biere später, im Mai 2011, tat er das, was andere am nächsten Morgen vergessen hatten: Er schrieb ein Konzept zur Wildbretvermarktung über das Internet, das keine Wünsche offenlassen sollte. Und einen Namen hatte das Kind auch schon: das Beutehaus. Die Idee ist so, wie gute Ideen sein sollen: Sie ist simpel. Jeder Jäger kann sich registrieren und seine Beute einstellen und zur Vermarktung freigeben. Auf der anderen Seite stehen die Endverbraucher, die ein Wildprodukt suchen. Finden sie die Rehkeule, legen sie diese in einen Warenkorb. Entscheiden sie sich zum Kauf dieses Produkts, wird der Kauf per Klick verbindlich abgeschlossen. Der Jäger erhält eine E-Mail und eine SMS und kann sich sofort mit seinem Käufer in Verbindung setzen. Der Unterschied zu anderen Wildbörsen erschließt sich vielleicht erst auf den zweiten Blick. Denn im Beutehaus weiß man als hungriger Kunde ganz genau, was tatsächlich zu verkaufen ist, und muss, um den Kauf abzuschließen, nicht erst E-Mails hin- und herbewegen oder herumtelefonieren. 4

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Insgesamt wartet das Beutehaus mit vielen interessanten Leistungen für Jäger, Endverbraucher und Gastronomen auf. Besonders hervorzuheben ist die Stammkundenpflege und die damit verknüpfte Wildkammer, die man per Link auf die eigene Website integrieren oder versenden kann. Bequemer geht’s kaum. Vieles ist schon realisiert und viele Dinge werden dieses Jahr noch umgesetzt, um tatsächlich zu einer Wildbörse zu werden, die nicht mehr wegzudenken ist. Unterstützt wird das Beutehaus durch die Werbeagentur Gummersbach+Hennings, um sicherzustellen, dass Angebot und Nachfrage zusammenkommen. Die hohen Entwicklungskosten der Wildbörse werden getreu dem Motto „Was nichts kostet, ist nichts wert“ über eine Jahrespauschale in Höhe von 30 Euro und eine Provision in Höhe von 7 % auf jedes erfolgreich vermittelte Wild aufgefangen. Natürlich können Sie als Leser unseres schönen Magazins günstiger ausprobieren, was andere gerne hätten. Mit dem nachfolgenden PromotionCode kostet Sie die Jahresgebühr nur 15€! Wir wünschen dem Beutehaus viel Erfolg und natürlich fette Beute! Komm Sie zum S en Ihr Prom chuss! otion-Co de lautet: 5B4079D 2-7 (gültig bis 9F9 zu 31.12.201 m 2)

Kontakt & weitere Infos unter: Wenn Sie Klaus Gummersbach direkt ansprechen wollen, freut er sich auf Ihren Anruf unter 040 386 422-40 oder Ihre E-Mail an info@beutehaus.de und im Internet unter www.Beutehaus.de oder facebook.com/Beutehaus.


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Grambow Aktuell

Ein Jägeradvent auf der Hütte Mitten in Frankfurt/Main

Dass Jäger mit Ihren Partnern stilvoll den Advent feiern können und auch der fachliche Austausch zur Jagd dabei nicht zu kurz kommt bewiesen ca. 130 durchweg interessante wie illustre Gäste eines Text: HML "Jägeradvents" mitten in Frankfurt.

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Adventslichter mal ganz anders – im Hintergund die Stadtlichter von Frankfurt/Main

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Grambow Aktuell

Dass Jäger mit Ihren Partnern stilvoll den Advent feiern können und auch der fachliche Austausch zur Jagd dabei nicht zu kurz kommt bewiesen ca. 130 durchweg interessante wie illustre Gäste eines "Jägeradvents" mitten in Frankfurt. Drei passionierte Jäger und dabei allesamt "Grambow Alumni" hatten am 27.11.2011 in die Almhütte des Steigenberger Hotels Frankfurter Hof geladen. Der Termin war klug gewählt, da keiner der Jäger auf "seine Drückjagd" am Samstag davor verzichten musste um an diesem Abend mit dabei zu sein. Sind sonst die jagdlichen Freuden meist nur einem Familienmitglied vorbehalten, war dieser Abend für die Jäger(innen) und deren Partner(innen) gleichermaßen stimmungsvoll und unterhaltsam. Nicht nur die wunderbare und zünftige Almhütte, die mitten in Frankfurt direkt vor dem Hotel wie zufällig "gelandet" und höchst einladend wirkte, sondern auch der musikalische Empfang der Gäste durch einen Alphornbläserchor (www.freigerichter-alphornisten.de) setzte dabei Maßstäbe für weitere Veranstaltungen dieser Art. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Gastgeber folgte ein Beitrag durch den hessischen Landtagsabgeordneten Dr. Walter Arnold, der einer der Verfasser des reformierten hessi-

Immer rein in die gute Stube – besonders wenn die Jagdfreunde rufen Hüttencharme und andere Jäger mit denen man sich austauschen kann sind jedem Jäger stets willkommen

schen Jagdgesetzes einige hochinteressante Ausführungen zu diesem Thema gab. Kulinarisch wurden die Gäste durch das Team des Steigenbergerhotels Frankfurter Hof verwöhnt, so dass es den Gästen insgesamt sichtlich schwer fiel, sich zu trennen, trotz des montäglich drohenden Weckerklingelns. Ein solcher Abend verdient es wiederholt, aber auch nachgeahmt zu werden! Die Grambow Alumni würden sich jedenfalls freuen... Mords-Gaudi Jäger schießen nicht nur im Wald den Vogel ab, sondern auch beim Feiern mitten in Frankfurt Grambow • Jadg Aktuell

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Fotowettbewerb

Mittendrin und schon dabei – wir suchen den perfekten Schuss für den Grambow Fotowettbewerb die besten Bilder aus der sicht der Jäger. Text: Heiko Schwartz

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Ein Foto braucht nicht nur eine gute Vorbereitung, sondern auch ein eigene Geschichte

Als Jäger, Landwirt oder Förster erleben wir die Natur intensiver, als das ein normaler Spaziergänger tut. Wir wissen um die Vorgänge in Wald und Flur, wissen um die Bodenbeschaffenheit, wenn wir bestimmte Pflanzen sehen, können Spuren deuten und Fährten lesen. Wer könnte also die Natur besser Fotografieren, als wir. Daher startet Grambow den großen Fotowettbewerb 2012. Schickt uns per email an info@gutgrambow.de eure schönsten Erlebnisfotos auf der Jagd. Das kann der heimliche Rote sein, auf den Ihr schon seit Jahren weidwerkt, das kann die Maus sein, die in eurem Hochsitz wohnt, euer Jagdhund, der euch zu neuenJagdabenteuern begleitet oder einfach der Sommerwind, der über die Felder streicht. Die besten eingesandten Bilder werden mit hochwertigen Preisen prämiert.

Zu gewinnen gibt es: 1. Preis: Eine Minox Wildkamera 2. Preis: Ein Vixen-Fernglas 8x42 3. Preis: Ein hochwertiges Messer aus dem Hause PUMA 4.-10. Preis: Ein Jahresabo des Magazins JAGDZEIT 11.-99. Preis: erhalten je einen Neumann-Neudamm Fotokalender Außerdem werden die schönsten Bilder in Grambow veröffentlicht und haben die Chance, in einem Kalenderprojekt einzufließen. Der Einsendeschluss ist am 1. Januar 2013. Für eingesandte Fotos wird keine Haftung übernommen. Alle Bilder können durch den Verlag unter Nennung des Fotografen honorarfrei veröffentlicht werden. Eingesandte CDs, USB Sticks oder andere Speichermedien können nicht zurückgegeben werden. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt. Infokasten mit Bildern.

Die Jury: Hans-Martin Lösch, Gut Grambow Dr. Helmut Herbold, Jagdschule Gut Grambow Bernd Kamphuis, Redaktion Jagdzeit Florian Gartler, Redaktion Wilderleben.at Heiko Schwartz, Verleger

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

Der Jagdteckel

Kleine Helden auf der Jagd

Dackel, das löst diverse Assoziationen aus. Wackeldackel auf der Hutablage des Opels Vor einem im Stau auf der A7, HausmeisterKrause – alles für Den Dackel - alles für den Klub! alte Omis mit undefinierbaren, wurstförmigen, krumbeinigen Hunden. Text: HML

Aber zum Glück sind wir ja Jäger und wissen es besser. Man unterscheidet zwischen Hunden und Dackeln. Ein Jagdhund reagiert, wenn er gut abgeführt wurde prompt und zuverlässig, ist der beste Freund und verlängerte Arm des Jägers. Ein Dackel, oder besser Teckel hingegen denkt mit. Auch der gehorsamste Teckel hinterfragt erst einmal jede Anweisung und interpretiert sie dann in passender Form. Bei drakonischen Erziehungsmethoden schmollt ein Teckel unvergleichlich konsequent und der Dackelblick ist nicht umsonst berüchtigt. Hier sollte man sich aber nicht verleiten lassen dem Junghund dennoch Frechheiten durchgehen zu lassen. Gerade ein Teckel wird die anfängliche Konsequenzschwäche seines Führers dann ein Leben lang schamlos ausnutzen. Der Dackelblick Diese leicht mit Starrsinn und Schwererziehbarkeit verwechkommt wie Teckelfreunde immer wieder feststellen selte Eigenschaft begründet sich aber auf der Tatsache, dass der können nicht von ungefähr Teckel eben kein Hund im klassischen Sinne ist der bedingungsloses Gehorsam über den eigenen Instinkt stellt. Versteht der Hundeführer aber diese Eigenschaft zu nutzen wird sich der kleine eigensinnige Kerl zu einem intelligenten Jagdhelfer mit ungeheurem Jagdverstand und Mut entwickeln. Und gerade diese Intelligenz und sichere Nutzung seiner Instinkte braucht ein Teckel bei der Bauarbeit wo er völlig auf sich gestellt am „Feind“ arbeiten muss. Aber auch bei der StöVersteht der Hundeführer diese berarbeit zeigt der Teckel erstaunlichen Eigenschaft zu nutzen wird sich der kleine Einsatz und Ausdauer. Bei der Arbeit auf eigensinnige Kerl zu einem intelligenten der Wundfährte ist der Finderwille und Jagdhelfer mit ungeheurem der Mut am gestellten Stück beeindruJagdverstand und Mut entwickeln. ckend. Natürlich ist beim Nachsucheneinsatz zu beachten, dass ein Teckel nur über begrenzte Kraft verfügt ein Stück zu binden. Daher bleibt sein Einsatz auf Totsuchen beschränkt, oder man nimmt Verstärkung in Form eines größeren Loshundes mit. Erstaunlich für mich ist immer wieder, wie gut die Sinne des kleinen Helden sind. Praktisch ist dabei die transportgünstige Form des Teckels, der unter dem Arm, oder im Jagdrucksack leicht auf den Hochsitz mitgenommen werden kann und jedes

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

anwechselnde Stück schon lange bevor der Jäger es bemerkt hat anzeigt. So hat man mit einem Teckel einen hervorragenden Begleiter sowohl im Niederwildrevier für die klassische Erdhundarbeit wie auch im Hochwildrevier. Dabei ist er voll familientauglich und platzsparend auf Reisen. Es gibt heute die Schläge Rauhhaarteckel mit der kleineren Form des Kaninchenteckels und Zwergteckels, Kurzhaar- und Langhaarteckel. Welchen Schlag man bevorzugt ist schlicht Abhängig vom eigenen Geschmack, wobei der Rauhhaarteckel am häufigsten zu finden ist und für mich wie kein zweiter Schlag den Typ des eigenwilligen Minioberförsters verkörpert. Wie alles in Deutschland, ist natürlich auch die Zucht der 14

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Teckel über Zuchtvereine klar geregelt. Dies macht aber auch Sinn, denn die Eigenschaften der kleinen Jagdhelfer müssen überwacht werden. Nur die volle körperliche Gesundheit der Zucht gewährleistet über die Generationen hinweg den leistungsstarken Einsatz unserer Jagdhunde. Woher bekomme ich nun meinen Teckel? Natürlich vom Zuchtverband. Verwirrenderweise für den Teckelinteressenten gibt es zwei Zuchtverbände mit ähnlichem Namen. Eine gewisse Ähnlich mit dem Monty Python Film - „Das Leben des Brian“ - drängt sich auf, der Gedanke ist aber respektlos, denn beide Vereine verfolgen ein wichtiges Anliegen, die Zucht von Teckeln für den Jagdgebrauch und sind Mitglied im JGHV.


Jägerfortbildung & Jägerpraxis

Die Teckel-Clubs sind besonders nach dem Zusammenschluss der alten und neuen Bundesländer kontinuierlich gewachsen

Todsuche Keine Angst - der Teckel lebt noch!

Im Juni 1888 gegründet ist der DTK mit seinen fast 25.000 Mitgliedern, die in mehr als 300 Gruppen/Sektionen integriert sind, zweitältester Hundezuchtverein in Deutschland. (www. dtk1888.de ) Der DTK führt seit über 110 Jahren ein Zuchtbuch, in dem alle von Mitgliedern des Klubs gezüchteten Teckel eingetragen sind. Der Deutsche Teckel, auch Dackel oder Dachshund genannt, ist seit dem Mittelalter bekannt. Aus Bracken wurden fortlaufend Züchtungen von Hunden geschaffen, die besonders für die Jagd immer wieder verbessert wurden. Aus diesen niederläufigen Hunden kristallisierten sich die heutigen Teckel heraus. Als spurlauter und spurwilliger Jäger ist er ein ausgezeichneter Stö-

berhund für die laute Jagd. Hierbei unterstützt ihn seine hervorragende Nase, die auch Grundlage seiner besonderen Eignung für die Arbeit auf der Wundfährte ist. Der zweite Verein, der sich ausschließlich um die jagdliche Zucht verdient macht ist der Verein für Jagd-Teckel e.V. Um der Jägerschaft brauchbare Teckel zur Verfügung zu stellen, die waidgerechtes Jagen ermöglichen und damit der Jagd und dem Wild dienen sowie um dem immer größer werdenden Einfluss der reinen Schönheitszüchter auf die Jagdhundrasse Teckel entgegen zu wirken, wurde am 16.09.1989 in der "Loosenau" in Wermelskirchen von Jägern aus dem gesamten Bundesgebiet der Verein für Jagd-Teckel e.V. (VJT) gegründet. Die Wiedervereinigung brachte es mit sich, dass sich die beiden "jagdlichen Teckelvereine" aus den neuen und den alten Bundesländern anlässlich einer Gründungsversammlung am 27.04.1991 vereinigten. Durch diesen Zusammenschluss erhöhte sich die Mitgliederzahl von zunächst 17 Gründungsmitgliedern im Westen auf mittlerweile über 1000 Mitglieder. Der VJT unterhält eine jagdliche Beistandskasse und gewährt daraus seinen Mitgliedern eine finanzielle Beihilfe wegen eines während der befugten Jagdausübung, der Junghundausbildung bis zum Alter von drei Jahren oder der Teilnahme an einer Prüfung eingetretenen Jagdunfalls, der den Tod, die Nottötung oder die tierärztliche Behandlung eines Teckels zur Folge hat. Welchem Zuchtverband man nun den Vorzug bei der Anschaffung seines Jagdteckels gibt ist letztendlich jedem Interessenten selber überlassen. Wichtig ist aber darauf zu achten, dass beide Teckeleltern jagdlich geführt werden und die erforderlichen Prüfungen abgelegt haben. Nur dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass man einen gesundheitlich den Anforderungen eines Jagdhundes gewachsenen kleinen Helden als unverzichtbaren Begleiter für viele Jagdjahre hat. Grambow • Jadg Aktuell

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

Sternstunden der Jagd

Text: HML

Wer das Glück hat einen Brunftmorgen im Rotwildrevier zu erleben, wird diesen Eindruck nie wieder vergessen. Eine Fotopirsch in unserem Revier Redefin.

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

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1. Aus dem Schilf zieht ein starker Hirsch mit tiefem Träger. 2. Jung ist der ungerade 14ender nicht mehr, aber ist er reif ? Ist er mindestens vom 10ten Kopf ? 3. Einiges spricht dafür, aber sobald sich der Zweifel zeigt, ist es eigentlich gewiss4. Beim Melden wird es klarer. Der Hirsch ist ca. vom 7ten, maximal 8ten, Kopf. 5. Er steht beim Kalhwirldrudel und kann dieses mit seiner Kraft und seiner Aggessivität gegen die Nebenbuhler verteidigen. 6. Bei gutem Licht es ist klar. Der Träger und der Vorschlag ist noch nicht so stark und die Rosenstöcke noch nicht so flach wie beim wirklich alten, reifen Hirsch. 18

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

1. Der Beihirsch ist leichter anzusprechen. Der gerade 14ender zeigt alle Zeichen des mittelalten Hirsches. 2. Der Träger ist schon kräftig, wird aber hoch getragen. 3. Aber der Platzhirsch lasst sich nicht beeindrucken. 4. Der Hirsch ca. vom 5ten maximal 6ten Kopf versucht hartnäckig dem Platzhirsch doch noch ein Stück Kahlwird abzujagen. 5. Donnernd schickt er dem Rivalen seinen Kampfruf entgegen. 6. Ein paar Jahre noch, dann erst kommt seine Zeit. Das starke Geweih darf den Jäger nicht täuschen, es wäre schade um einen solchen Zukunftshirsch!

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1. Wenn die Ritter beschäftig sind, traut sich das Jungvolk. Ein gerader Achter vom zweiten bis dritten Kopf. 2. Von der Seite gut zu erkennen: Die dreieckige Form des Geweihes verrät deutlich den Abschusshirsch. 3. Dieser junge Recke, ein ungerader 12er vom dritten bis vierten Kopf kann hingegen geschont werden. 4. Frech meldet sich ein schwacher Sechser vom zweiten Kopf zu Wort. Der traut sich was! 5. Abschiedsgruß vom Pascha. Deutlich macht der Platzhirsch klar, dass er keinen Beihirsch duldet, zieht mit seinem Rudel zurück in das Schilf und lässt uns fröhlich und tief beeindruckt Richtung Frühstück abbaumen.

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

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Hubert Saunus wird Landesmeister in der Mannschaft Text: HML

Die stolzen Gewinner und ihre Trophäen

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Bei der Landesmeisterschaft im jagdlichen Schießen am 15./ 16. Juni in Grimmen hat Hubert Saunus wieder sein Können bewiesen. Die Mannschaft des Kreisjagdverbandes Güstrow, H. Saunus, T. Schuldt, D. Heyden, J. Zmijewski und J. Weidner bewiesen ihre Überlegenheit im kombinierten Schießen mit 1.323 Punkten vor dem KJV Ludwigslust mit 1.311 Punkten und dem KJV Rostock mit 1.255 Punkten. Herzlichen Glückwunsch und Weidmannsheil für diese Leistung!

Gut Grambow wieder Gastgeber von Jagdhundeprüfungen Text: HML


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Treuer Gefährte auch bei der Fährtensuche

Auch in diesem Jahr war das Gut Grambow wieder Gastgeber von Jagdhundeprüfungen, da die Hundearbeit für uns ein zentraler Bestandteil der Jagdkultur und Jagdpraxis ist. Revierjagdmeister Uwe Büttner hat die Prüfungen und Übungstage mit großer Passion und Fachkenntnis vorbereitet. Den Auftakt im August machte der VJT (Verein der Jagdteckel), Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern mit einem Vorbereitungstag zur Eignungsprüfung (Schweiß und Gehorsam). Die Bauhundtage in den Revieren des Gutes Grambow waren sehr erfolgreich. Jedes Jahr kommen Teckel- und deutsch Jagdterrierführer und jagen an den Kunst- und Naturbauten um für Ihre Hunde das Leistungszeichen Natur- oder Kunstbau zu erlangen. Alle Teckel des VJT, die an den Übungstagen teilgenommen haben, haben am 13.10.2012 die GP (Gebrauchsprüfung) mit den Noten „sehr gut“ bestanden. Nach den Übungstagen folgte am 08. September eine HZP (Herbstzuchtprüfung) mit 16 Hunden (deutsch Drahthaar, deutsch Kurzhaar und deutsch Langhaar). Suchensieger war Silvio Liebers mit einem Deutsch Kurzhaar mit 186 Punkten.

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Gut zu wissen: Die diesjährige VGP (Verbandsgebrauchsprüfung) mit Bringtreueprüfung wird am 27. und 28. Oktober stattfinden. Weitere Info’s finden Sie unter www.jagdschule-gutgrambow.de/veranstaltungen

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Jägerfortbildung & Jägerpraxis

Uwe Büttner hat die Prüfung zum Revierjagdmeister erfolgreich abgelegt 14 weitere Teilnehmer erhalten nach zweijähriger Vorbereitung den Meisterbrief

Die glücklichen Absolventen (erste Reihe von links nach rechts): Sebastian Bayer, Lorenz Teranski, David Fuchs, Jab-Philipp Rehn, Michael Oschlies, Sven Kleiser, (zweite Reihe von links nach rechts): Dirk Grabow, Martin Stern, Karlheinz Fremd, Uwe Büttner, Alexander Osmers, (dritte Reihe von links): Jens Raschke, Thomas Köhrer, Jan Kegel, Christian Lintow

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit stellten sich vom 25. bis 27. Juni 2012 22 Revierjäger im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe der praktischen und mündlichen Prüfung zum Revierjagdmeister: 15 Teilnehmer haben bestanden. Die schriftliche Prüfung hatten die Teilnehmer bereits im April absolviert. Das beste Gesamtergebnis erzielte Thomas Köhrer aus Rheinböllen, Rheinland-Pfalz. Zulassungsvoraussetzung zur Meisterprüfung ist eine mindestens zweijährige Berufspraxis als Revierjäger und die Vorlage einer schriftlichen Meisterarbeit zu einem berufsbezogenen Thema. Damit sich die Prüflinge auf die vielen Bereiche der Meisterprüfung vorbereiten konnten, hatte der DJV in enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Bundesverband Deutscher Berufsjäger drei 14-tä26

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gige Lehrgänge im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe durchgeführt und diese auch finanziell unterstützt. Der DJV sowie der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger, Wildmeister Bernd Bahr gratulieren den Revierjagdmeistern zur bestandenen Prüfung und wünschen für den weiteren Berufsweg alles Gute.


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Jagdliches Brauchtum

Sprechen Sie

Jäger?

Die Jägersprache oder Waidmannssprache ist ein Jargon, der sich aus Fachwörtern aus dem jagdlichen Brauchtum zusammensetzt. Aber wer Spricht Heute schon noch Jäger?

Antworten von Gert G. v. Harling und Angelika Glock

Was glauben Sie, welche Rolle spielt die Jägersprache für die Jägerschaft? (Gert G. von Harling) Die Weidmannssprache, der Sprachwissenschafter Jacob Grimm nennt sie «poetisch und episch», ist eine bildhafte, kraftvolle und lebendige Zunftsprache die zum besseren Verständnis unter Jägern, aber auch Falknern und Hundeführern, entwickelt wurde. Zweifelsohne spielt sie heute noch eine große Rolle – wenn man sie perfekt beherrscht. Es ist immerhin ein ungeheurer Unterschied zwischen verenden und eingehen, Schweiß und Blut, liegen und ruhen, Behang und Feld, um nur einige Begriffe zu nennen. (A. Glock) Die Jägersprache ist über mehrere Jahrhunderte gewachsen, von ihren Anfängen im 7. Jahrhundert über ihre Blütezeit im 17./18. Jahrhundert bis heute. Im Vergleich mit anderen Zunftsprachen ist die Jägersprache die worthaltigste, ausgebildetste und facettenreichste Sprache. Ihr Sprachrepertoire, und das kennzeichnet sie in besonderem Maße, ist lebendig, klar und farbig wie kein anderes – man denke dabei nur einmal an die vielen lautmalerischen und ebenso bedeutungsrelevanten Verben wie „verblatten“, „verblasen“, „verblenden“, „verfärben“, „verhitzen“, „verhauben“, „verhoffen“ oder auch „verfrischen“. Die Jägersprache bietet ein Sprachpotenzial ungeahnten Maßes, auch für die nicht jagende Gesellschaft. Was wäre es für eine bereichernde Entwicklung, würde wenigstens ein Teil der „farbenprächtigsten“ Begriffe ihren Weg in die allgemeine Standardsprache finden!

Ist die Jägersprache überhaupt sinnvoll oder überholt? (A. Glock) Jeder, der diese Sprache spricht oder sie wie ich als angehende Jungjägerin im Begriff ist zu erlernen, klar und umfassend in Kenntnis gesetzt. So ist es doch ein himmelweiter 28

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Unterschied, ob ich von der „Hand“ des Falken, der „Brante“ des Fuchses oder Dachses, dem „Latschen“ der Wasservögel, dem „Fuß“ der Waldhühner oder der „Pfote“ des Hundes spreche – und doch meine ich damit ein und dieselbe Gliedmaße! (Gert G. von Harling) Selbstverständlich ist sie sinnvoll und keineswegs überholt. Beispielsweise werden je nach Tierart analoge Körperteile unterschiedlich bezeichnet. Spreche ich von Fahne, Rute oder Lunte, weiß der Eingeweihte, es ist der Schwanz eines lang- oder kurzhaarigen Jagdhundes beziehungsweise des Raubwildes gemeint, man erspart sich lange Erklärungen.

Gibt es eine ähnlich umfangreiche Fachsprache?

Platz

(Gert G. von Harling) Dieses Kommando ist eines der ersten Ja. Zünfte entwickelten immer ihre eigene Handzeichen, Sprache, auch heute noch, man denke an die ein Hund lernt die Computersprache. Wer die Sprache seiner Zunft nicht beherrschte, konnte ihr nicht vollgültig angehören. Einst nutzten Jäger mehr als 6.000 Begriffe, heute sind nur noch wenig über 100 Ausdrücke im Gebrauch. Sie zu verwenden, gehörte und gehört nicht nur zum besseren Verständnis sondern zum jagdlichen Brauchtum. (A. Glock) Dass sicher auch die Jägersprache für Nichtjäger in der Regel nicht so einfach nachvollziehbar ist, liegt klar auf der Hand,


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Sitz, Aus, Fein! Das ist für den gut trainierten Vierbeiner kein Problem

aber so wünschenswert die Übersetzung von (jagdlichen) Fachbegriffen in allgemein verständliche auch sein mag, sie birgt – neben einigen anderen Aspekten – auch Gefahren. So schreibt Dr. Werner Schäfke – in einem zugegeben nicht jagdlichen Kontext – in seinem Buch „Englische Kathedralen. Eine Reise zu den Höhepunkten englischer Architektur von 1066 bis heute“ (Köln, DuMont-Verlag, 1983): „... der lästige Versuch, das dem Autor zu geläufige Fachchinesisch umständlich in (un-)verständliches Hochdeutsch zu übersetzen, wobei das Übersetzen, wie bei der Fähre über den Kanal, die Gefahr von Seekrankheit und Gepäckverlusten mit sich bringt.“ Treffender, oder zumindest bildhafter, kann man dies eigentlich nicht auf den Punkt bringen!

Sollen wir weiterhin an der Jägersprache festhalten oder sollen wir nur noch einige wesentliche Grundbegriffe pflegen? (A. Glock) Jede Sprache lebt durch und von ihrem regen Gebrauch sowie durch ihre Tradierung über Generationen hinweg. Sonst würde sie zur „toten Sprache“ geraten – wie beispielsweise das Lateinisch oder das Altgriechisch. Daher ist es auch für die Jägersprache essenziell, dass sie ganzheitlich angewendet wird, und zwar von einer möglichst großen Anzahl an Jägern – im Sinne der Sprache, aber auch im Sinne der spezifischen Verständigung untereinander. Und das lässt sich selbstredend nicht auf ein paar wenige Grundbegriffe reduzieren, sondern betrifft die Sprache in ihrer umfassenden Komplexität.

Wie wird man als Jäger von Nichtjägern verstanden, wenn man Worte aus dieser Sondersprache verwendet? (Gert G. von Harling) Wahrscheinlich wird man als Exot angesehen, aber Sprache ist Information. Nicht-Jägern gegenüber sollte sie vermieden werden, es entsteht sonst der Eindruck einer Abgrenzung. Im Gespräch mit meiner Großmutter würde ich auch keine „Spezialausdrücke“ der modernen Computersprache verwenGrambow • Jadg Aktuell

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den, sondern die Begriffe für sie verständlich „übersetzen“. (A. Glock) Wie bereits ausgeführt, dient die Jägersprache als Zunftsprache nicht nur der besseren Verständigung, sondern stärkt auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der entsprechenden „Sprachgruppe“. So wird ein Jungjäger, der nicht bereit ist, sich diese Sprache zu eigen zu machen, sicher auch als ein Individuum betrachtet, das sich allem Anschein nach nicht hundertprozentig der Gemeinschaft zugehörig fühlt bzw. sich in sie zu integrieren in der Lage sieht. Ich denke nicht, dass sich Jungjäger damit einen Gefallen tun, wenn sie die Jägersprache negieren. Schade drum, oder?

Wie nimmt ein erfahrener Jäger einen Jungjäger wahr, der nicht bereit ist, an der Jägersprache festzuhalten? (Gert G. von Harling) Leider wird über unzureichende Kenntnisse heute oft großzügig hinweggesehen, für mich ist jemand der die Jägersprache nicht beherrscht und anwendet kein vollwertiges Mitglied unserer Zunft.

Und was macht der Jungjäger, wenn er gerade mal nicht googeln kann? (A. Glock) Sie oder er hat keine Möglichkeit, zu googeln? Na, dann nimmt sie oder er doch einfach einmal wieder ein gutes (Fach-)Buch in die Hand und beliest sich! Oder sie bzw. er trifft sich zu einem persönlichen Gespräch (vielleicht verbunden mit einem guten Gläschen Wein?) mit einem anderen Jungjäger oder besser noch mit einem erfahrenen Jäger, um sich mit ihm unter anderem über das eine oder andere jägerfachsprachliche Idiom auszutauschen und dabei etwas dazuzulernen.

Hut ab Mit Schmuck und Kleidung drückt ein Jäger vor allem eines aus: seine Liebe zur Jagd

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Denken Sie, dass es sich bei der Jägersprache um ein Kulturgut handelt? (Gert G. von Harling) Ohne Zweifel, sie ist immerhin bis ins 7. Jahrhundert zurück nachweisbar. Die Jagd, damit ihre Ausübung und ihre Sprache sind so alt wie die Menschheit selbst. Keine andere Gruppe von Menschen kann auf eine so ausgeprägte und lange Kontinuität ihres Tuns verweisen. Zahlreiche Redewendungen haben ihren Ursprung in der Jagd – so ist die Frage bereits beantwortet.

Vorausgesetzt Sie sind bereit, an dieser Sprache festzuhalten, was tun Sie, um dazuzulernen? (Gert G. von Harling) Man kann das Rad nicht neu erfinden. Die Jägersprache ist in Jahrhunderten gewachsen, man braucht nicht dazuzulernen, es genügt, die alten Begriffe zu beherrschen.

Welche Redewendungen, die in der Alltagssprache Eingang gefunden haben und aus der Jägersprache kommen, fallen Ihnen ein? (Gert G. von Harling) Viele Ausdrücke aus der Jägersprache wurden als Redensarten in die deutsche Umgangssprache übernommen und helfen auch Nicht-Jägern, sich prägnant auszudrücken, darunter das sprichwörtliche Sauwetter, auf den Busch klopfen, sich in die Büsche schlagen, die Flinte ins Korn werfen u.v.a.m. .Spitzt etwa ein Dieb die Löffel, dann horcht er angestrengt auf seine Umgebung, um nicht von der Polizei erwischt zu werden. Der Urvater aller Löffelspitzer aber ist und bleibt der Hase: Bei drohender Gefahr richten Mümmelmänner ihre Ohren auf und lauschen in alle Richtungen, um bei Bedarf schnell die Flucht zu ergreifen. Scherzhaft sagt man: Er schöpft damit Verdacht. Manchem geht hin und wieder etwas durch die Lappen. Der Ausdruck stammt aus dem 17. Jahrhundert. Damals wurden an kilometerlangen Leinen Lappen aufgehängt mit denen eine Art Zwangswechsel gebildet wurde an denen die Schützen das Wild erwarteten. Hatten die Jäger Pech, ließ sich das Wild nicht von den Lappen irritieren und entwischte. (A. Glock) Zum Beispiel „von Tuten und Blasen keine Ahnung haben“, „etwas abblasen“, „jmd. auf die Schliche kommen“, „alter Hase“, „jmd. auf den Leim gehen“, „durch die Maschen schlüpfen“, „auf der Strecke bleiben“, „jmd. auf der Fährte sein“, „einen Bock schießen“, „alle viere von sich strecken“, „sich (vor etwas) drücken“, „auffliegen“, „ sich ins Gehege kommen“, „auf die Sprünge helfen“ oder auch „aufs Korn nehmen“. Wenn jemand zum Beispiel „faselt“, dann redet er ziellos und ohne jede nachvollziehbaren roten Faden. Wer hätte gedacht, dass diese Redewendung der Jägersprache entstammt? Es „faselt“ nämlich der Jagdhund, der unsicher umhersucht, ohne die Fährte bzw. die Spur zu finden! Und wenn man sich „in die Wolle kriegt“,


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T i e r p r ä pa r aT i o n e n TT ii ee r r pp r rä ä pp a ar ra a TT ii o on n ee n n

Und Schuss Diese Handbewegung kennt jeder Jäger. Der Finger am Abzug – bereit zum abdrücken

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dann streitet man mehr oder weniger heftig miteinander. Doch eigentlich bekommen sich die Feldhasen „in die Wolle“, die als Folge ihres Brunftverhaltens im Kampf mit ihren Kontrahenten schon mal ein wenig „Wolle lassen“ müssen. Eine etwas pikantere Redewendung wäre „auf den Strich gehen“: Der Schnepfenstrich oder kurz der Strich ist in der Jägersprache der Balzflug der Schnepfe im Frühjahr. Der Schnepfenstrich bot dem Jäger die Möglichkeit, Jagd auf die Schnepfe auszuüben. Der Jäger wartete im Anstand in guter Deckung auf die anstreichenden Vögel.

Und zum Abschluss: was ist für Sie das witzigste Wort aus der Jägersprache? (A. Glock) Mich begeistern Begriffe wie „Kirchgang“, „Lecklein“, „Schlosstritt“, „Scheibchen“, „Näslein“, „Himmelsleiter“, „Fädlein“ und „Burgstall“, und ich möchte gern den Hintergrund ihres Entstehens und deren Semantik erfassen. Denn – bekommt man bei diesen „Wortklängen“ nicht auch als Nichtjäger Lust darauf, zu erfahren, was es damit wohl auf sich haben mag? (Gert G. von Harling) Die Damen mögen weghören, nicht unbedingt witzig, aber ich finde es zumindest skurril: „Kurzwildpret“.

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Wenn Das

Wild

Text: Hilmar Freiherr von Münchhausen

bleibt

Zwischen Lodengrün und Camouflage kamen mir Gedanken zur Zukunft der Jäger und der Jagd. Und mit Aufgang der Bockjagd war sie wieder da – die Passion.


Jagdliches Brauchtum

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Deshalb ist es richtig, Nachtzielgeräte zu verbieten. Wer meint, ohne diese Hilfsmittel nicht auszukommen, sollte die Büchse an den Nagel hängen.

Das Gefühl jetzt sofort durch Wald und Feldflur pirschen zu müssen, den Morgen lieber auf dem Hochsitz statt hinter der Zeitung zu verbringen und am Abend den Schreibtisch eine Stunde früher im Stich zu lassen. Die Passion ist das, was uns nach draußen treibt, Regen und Hitze, Mücken und Zecken ertragen lässt. Die Passion lässt unseren Puls beim Anblick von Wild schneller schlagen und sie löst das Glücksgefühl aus, wenn der geringe Jährling mit sauberen Schuss zusammenbricht. Heute Morgen habe ich im Wald meine Gedanken schweifen lassen und mir vorgestellt, wie das eigentlich war, als ich vor über 25 Jahren begann zu jagen und wie es in 25 Jahren wohl sein wird. Ich erinnerte mich an den Vortrag von Professor Dr. Werner Beutelmeyer zur Jagd 2030, den ich im Herbst 2011 in Wien anlässlich der „Zukunftskonferenz für eine nachhaltige Jagd“, veranstaltet von der Universität für Bodenkultur, hörte. Der demographische Wandel hat die Jäger fest im Griff ! Wir werden älter, wir haben immer weniger Zeit (oder nehmen sie uns!) und wir ersetzen Wissen, Erfahrung und Gespür durch Technik. Aber es gibt noch andere Aspekte, wenn wir nach vorn denken. Unsere Gesellschaft wird nicht nur älter, sondern auch „bunter“. Hat sich irgendein jagdpolitischer Funktionär schon mal Gedanken darüber gemacht, wie sich der steigende Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auf die Jagd und die Jäger und ihr Verständnis vom Umgang mit der Natur auswirken werden? Und unsere Gesellschaft wird immer anspruchsvoller: so sollen Jäger nicht nur schnell und sicher das richtige Stück Wild zur Strecke bringen, sie müssen es auch fachgerecht versorgen, sie sollen sich um Naturschutz und Landschaftspflege kümmern, sie sollen die neuesten wildbiologischen Erkenntnisse inhalieren, sie haben zu kommunizieren mit Landwirten und Waldbesitzern, mit Reitern, Joggern und Hundehaltern. Der Jäger der Zukunft – ein Multitalent?! Ja, das werden wir wohl sein müssen. Denn nur dann wird es den Jägern gelingen, über ihr Schicksal – zumindest teilweise – noch selbst bestimmen zu können. Die Tradition wahren und die Zukunft gestalten. Das meint der schöne Spruch: Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers. Wir müssen unseren Begriff von Jagdkultur, Ethik, Passion, Waidgerechtigkeit weiter geben. Und das wird nur gelingen, wenn wir uns modernisieren ohne unsere Grundlagen zu vergessen. Dabei ist es gar nicht so einfach, darüber zu entscheiden, was denn für die Zukunft wichtig ist und was nicht. In den Untersuchungen von Beutelmeyer wird deutlich, dass das jagdliche

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Brauchtum mit Blick auf das Legen der Strecke, die Brüche, die Jägersprache, Jagdsignale und Jagdmusik nur noch von weniger als der Hälfte der Jäger (die Befragung fand in Österreich statt) für wichtig empfunden wurde. Und bei den Jüngeren und Hochqualifizierte – den zukünftigen Meinungsbildnern – ist der Wert sogar noch niedriger. Lohnt es dafür zu kämpfen, dass die Strecke gelegt und verblasen wird, dass Jägersprache gepflegt und Jagdsignale verstanden werden. Dass das Wild einen „letzten Bissen“ erhält? Vieles davon ist nüchtern betrachtet nicht wirklich wichtig, manches wird sogar kritisch beäugt wie z.B. das Legen der Strecke. Ist das erlegte Wild im Kühlwagen und –kammer nicht viel besser aufgehoben, als es nun noch auf den Streckenplatz zu bringen und dort schlecht belüftet liegen zu lassen? Da paaren sich Bequemlichkeit - das Verteilen der Brüche dauert ja ach so lange mit den Anforderungen der Wildbrethygiene und – schwupp - ist das Legen der Strecke Vergangenheit. Ich bekenne mich: ich lege Strecke – selbst dann, wenn ich allein bin und nur ein Stück Wild geschossen habe. Das Wild auf die rechte Seite zu legen und einen Moment innezuhalten, das gehört für mich zur Jagd. Das Innehalten, der Respekt vor der Kreatur, das kommt im Legen der Strecke zum Ausdruck und unterscheidet den Jäger vom Schlachter. Der eine tötet aus Passion, der andere aus Profession. Daher sollten wir aus meiner Sicht am Legen der Strecke festhalten und es unseren Jungjägern vermitteln, dass es vielleicht weniger wichtig ist, sich einen Bruch an den Hut zu stecken, aber der Respekt vor dem Töten ist eine Grundvoraussetzung für uns Jäger. Wie gehen wir mit dem technischen Fortschritt um? Diese Frage trennt Traditionalisten und Fortschrittsgläubige, die sich zudem meist unter Zeitdruck wähnen. Technischer Fortschritt ist wichtig und sinnvoll – vor allem da, wo Schussqualität und Tötungswirkung verbessert werden. Fernglas und Zielfernrohr, modernste Geschosse und ein leuchtender Punkt im Absehen helfen, das Wild sicher anzusprechen und sauber zu strecken. Wo jedoch die Nacht zum Tag gemacht wird, verläuft die Grenzlinie zwischen hilfreichem technischen Fortschritt und einem Fortschritt, der jagdliches Handeln komplett verändert und schwerwiegenden Einfluss auf die Lebensgewohnheiten unseres Wildes auslöst. Deshalb ist es richtig, Nachtzielgeräte zu verbieten. Wer meint, ohne diese Hilfsmittel nicht auszukommen, sollte die Büchse an den Nagel hängen. Jagd soll nicht dann stattfinden, wenn es gerade in den Terminkalender passt! Die Bereitschaft und der Wunsch nachts zu jagen, Nachtzielgeräte und Scheinwerfer einzusetzen und vom Auto aus zu schießen Grambow • Jadg Aktuell

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war bei den jungen und hochqualifizierten Jägern in der Befragung von Professor Beutelmeyer fast doppelt so hoch wie beim Durchschnitt der Jäger. Deshalb ist es so wichtig, den jungen Jägern zu vermitteln, welche Auswirkungen ihre meist mit mangelnder Zeit begründeten Wünsche haben: Wild, dass bei jedem Auto vor Panik flieht, Wild, das selbst nachts nicht mehr in Ruhe Nahrung aufnehmen und wiederkäuen kann – unser Wild quittiert unsere jagdlichen Methoden mit verändertem Verhalten. Konsequenz: je höher der Jagddruck, je scheuer und schwieriger zu bejagen wird das Wild und je höher der Jagddruck, je höher der Energie- und damit Nahrungsbedarf, der aus Scheu nicht im Offenland, sondern in der Fichtendickung gestillt wird. So setzen wir Teufelskreise in Gang! Und wie soll der Freizeitjäger der Zukunft, zwar hochgerüstet, aber unter Zeitdruck den Anspruch erfüllen, sich nicht nur um die Jagd, sondern um das Revier, um Natur- und Artenschutz, Lebensraumgestaltung und Landschaftspflege zu kümmern. Wann hat er Zeit mit Wanderern zu sprechen und bei Reitern,

Joggern und Hundebesitzern für die Sache der Jagd und der Wildtiere zu werben? Vom ehrenamtlichem Engagement in Verbänden, Vereinen und Hegegemeinschaften ganz zu schweigen. Dieser Jäger der Zukunft wird der Totengräber der Jagd. Daher müssen wir jetzt handeln: Der Jäger der Zukunft muss über drei Qualifikationen verfügen - er muss „handwerklich“ top sein, er muss sich als Anwalt der Wildtiere und Gestalter von Lebensräumen verstehen und er muss mit der Öffentlichkeit kommunizieren können. Nur so lässt sich das Bild des Jägers in der Öffentlichkeit auf ein sicheres Fundament stellen. Drei anspruchsvolle Aufgaben, verlangen sie ein „Lebenslanges Lernen“ ebenso wie eine ganzheitliche Verantwortung. Wenn wir Jäger der Zukunft anerkannt sein wollen, dürfen wir uns nicht allein um Reh und Wildschwein kümmern. Wir müssen uns – ob im Jagdrecht oder nicht – um Wolf und Biber ebenso bemühen wie um Luchs und Schreiadler. Nur so gewinnen wir Terrain zurück und laufen nicht in Gefahr einzig als Schalenwildregulator angesehen zu werden. Und bei der Kommunikation ist jeder einzelne Jäger ebenso gefragt wie die jagdlichen Interessenverbände. Wir müssen weg vom Image des Bambimörders und hin zum kompetenten Ansprechpartner für Fragen rund um Wildtiere. Unser Wissen, unsere Freude an Wild und Waidwerk, unsere Verantwortung für Natur und Landschaft um uns herum werden uns Jäger zu einem Allrounder in Sachen Natur machen. Und unser Revier gibt uns Bodenhaftung und Glaubwürdigkeit – wir müssen die „Macher in Sachen Natur“ werden. Das bedingt ein neues Selbstverständnis beim einzelnen Jäger, einen starken Verband und medial vermarktbare Produkte. Der Jäger der Zukunft darf weder der lodengrüne Traditionalist sein, der am liebsten im Wald verschwindet und nicht der Camouflage bedresste Freizeitjäger für den Natur und Jagd mehr Entertainment als Passion sind. Wenn wir Jäger es schaffen, Anwälte der Wildtiere zu sein und unsere Stimme für sie zu erheben, dann wird kein Mensch uns das Beutemachen im Sinne einer nachhaltigen Nutzung verübeln. Große Herausforderungen liegen vor der Jagd. Wenn wir die Zukunft gestalten wollen statt gestaltet zu werden, müssen wir jetzt beginnen, unser Selbstverständnis zu verändern. Für die Jagd in 25 Jahren und dafür, dass wir unsere Passion weiter leben können.

Leidenschaftlich zu jagen kann man niemandem anerziehen – man wird dafür geboren 34

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Die Zeit geht auch an der Jagd nicht spurlos vorrüber – vieles ändert sich, aber die Freude an der Jagd ist immer geblieben

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Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers.

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Jagd-Gedanken

„Das wär kein Jäger, der vergisst, dass er der Schöpfung Arm nur iast. Das wär kein Jäger, der vermessen sich könnt’ auf Kurz hin nur vergessen dass er trotz aller Allmacht nur ein kleines Stück ist der Natur.“ Text: Bertram Graf v. Quadt

So schreibt es Czernin in der „Jagdfibel“, ein kurzweiliges und hen und dort wissentlich und willentlich über Tod und Leben gutes Büchlein. Leider wird es nicht mehr verlegt, aber antiqua- der Kreatur zu entscheiden, mehr noch: diese Entscheidung akrisch ist es noch zu bekommen – und sehr zu empfehlen. Aber: tiv in die Tat umzusetzen! Wir haben uns dieses Privileg durch da sitzt man als - zwar allmächtiger -aber dennoch nur Be- eine anspruchsvolle Ausbildung erworben, an deren Ende eine standteil des großen Ganzen und hält den Tod in Händen. Bei nicht geringe Prüfung steht. allem, und besonders bei der Jagd, zu der das willentliche Töten Aber wie gehen wir mit de Privileg des waidgerechten Jagens unverbrüchlich gehört, stellt sich die Frage nach dem Was und um? Ist es beispielsweise waidgerecht, auf das Rehwild krummnach dem Wie. zumachen ohn Ansehen der Rolle des einzelnen Lebewesen in Zum Wie, zur Frage: „Wie jage ich, wie handle ich?“ sagt das seinem Umfeld? Oder das Rotwild als „große rotbraune SchälBundesjagdgesetz im ersten Paragraphen: „Bei der Ausübung maschine“ zu klassifizieren und ebenfalls außerhalb der winzider Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher gen ihm zugestandenen Gebiete ohn Ansehen mit Geschossen Waidgerechtigkeit zu beachten.“ Nur leider lassen sich diese zu bepflastern? Ist es waidgerecht, auf eine Drückjagd zu gehen, angeblich allgemein anerauf der 80 Schützen in den kannten Grundsätze nirWald gekart werden, dieser gendwo verbindlich nachWald dann auf mehreren schlagen. Dieser Umstand hundert Hektar von links Wir sind privilegiert! wird immer wieder heftig nach rechts gekrempelt Wir haben das Privileg, kritisiert, damit das ganze wird, und dann liegen bei in die Natur hinauszugehen Bundesjagdgesetz – und massivstem Stress für das und dort wissentlich es gibt, wie traurigerweise Wild drei oder vier Kreatuund willentlich über bekannt – bereits Bundesren zur Strecke? Tod und Leben der Kreatur länder, die so weit gehen, Ist es weiter waidgerecht, zu entscheiden. dass sie diesen vermeintlidie Einladung zu einer Jagd chen Gummiparagraphen anzunehmen, weil ich sonst abschaffen, die Waidgerechtigkeit aus dem Jagdgesetz streichen. halt keine Gelegenheit habe, ich aber von der zu bejagenden Denn da könnte ja jeder selbst interpretieren. Da ist wäre ja je- Wildart wenig bis keinerlei Ahnung habe? dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Und das darf nicht sein! Oder eine Einladung auf Niederwild beispielsweise anzunehABER: mit dieser Forderung, sich an etwas allgemein Aner- men, obwohl ich ganz genau weiß, dass ich mit der Flinte mankanntes, aber nicht schriftlich Festgelegtes rechtsverbindlich zu gels Übung das sprichwörtliche Scheunentor auch bei aufgehalten, damit könnte das entstehen, was so mancher Politiker setztem Nahschuss nur im seltenen Glücksfall treffe? ebenso zu fürchten scheint wie der Teufel das Weihwasser: der Wenn ich in Diskussionen mit anderen Jägern Fragen wie die denkende, alleinverantwortlich handelnde, mithin der mündi- bisher gestellten vorbringe: Das erste Gegenargument, was da ge Bürger, der noch dazu ganz legal Waffen besitzt und führt. kommt, ist meist dies: woher soll ich denn das Wissen bekomUnd das darf wohl auch nicht sein! Wir Jäger müssen uns bei men, wenn nicht von der Jagd? der Lektüre des §1 Abs. 3 Bundesjagdgesetz eines immer wieder Jagd ist Handwerk. Welcher Handwerksmeister lässt einen klarmachen – und das dürfen wie niemals vergessen: Wir sind Lehrling sofort auf ein teures und wertvolles Werkstück los, privilegiert! Wir haben das Privileg, in die Natur hinauszuge- von dem noch dazu viel abhängt? Welcher freigesprochene

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Die letzte Ruhe Das gestreckte Wild wird ein letztes Mal geehrt

Zimmermann lässt einen Anfänger die Balken zum Dachstuhl aussuchen und behauen, wenn er weiß, dass davon die Statik des ganzen Daches abhängt? Als ich selbst meine Jagdprüfung ablegte, überreichte mir der damalige Landesjägermeister des Saarlandes mein Zeugnis mit den Worten: „Bilden sie sich bitte nicht ein, sie könnten jetzt jagen. Sie haben sich lediglich das Recht erworben, die Jagd aktiv zu erlernen.“ Zum Lernen gehört es, Fehler zu machen. Und es wird unweigerlich geschehen, dass der Lernende den selben Fehler zwei oder mehrere Male macht. Leidtragend wird immer die Schöpfung sein. Und aus genau diesem Grund darf eines nie passieren: das der Fehler weggeleugnet, versteckt und verlogen wird. Denn dann wird er zur Lässlichkeit, und gelernt ist daraus im Endeffekt nur das Falsche. Zum Lernen gehört die Übung. Und wenn unser Wild schon totgeschossen wird, so hat es zumindest verdient, dass dies sauber, schnell und geübt geschieht. So ist der regelmäßige Besuch des Schießstandes, des Jagdparcours, des Schießkinos nichts weniger als eine Pflicht, die uns das Privileg des waidgerechten Jagens auferlegt. Und ebenso ist die Vorbereitung auf die Jagd, mithin auf das Töten, eine Pflicht: es geht nicht an, dass man mangelhaft gerüstet und gekleidet am Stand friert und daher nicht sauber trifft. Es geht nicht an, dass der Abend vorher die Sinne so benebelt hat, dass man am nächsten Tag nicht in voller Konzentration dem Jagdhandwerk nachgehen kann. Wir wollen jagen, wir sollen jagen. Wir müssen das – dazu verpflichtet uns der Gesetzgeber – in Anstand und Verantwortung und Respekt gegenüber der Schöpfung tun. Das ist auch die nirgends fest- aber dennoch vorgeschriebene Waidgerechtigkeit. Doch ist dabei eines wichtig: wir Jäger werden uns unser Privileg nicht erhalten können, wenn wir uns nicht klar dazu stellen

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Wir wollen jagen, wir sollen jagen. Wir müssen das!

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und bekennen. In unserer vom Fluch der „political correctness“ geprägten Zeit gilt Zivilcourage häufig nicht als Positivum: wer sich festgefügte Prinzipien erworben hat und diese offen verteidigt, der wird im günstigsten Falle verlacht und im häufigsten Falle gemieden. Doch wir als Jäger, wir als Entscheider über Leben und Tod eines Geschöpfes, wir dürfen uns dem nicht hingeben. Wir müssen zu unserer Waidgerechtigkeit stehen: da, wo wir sie verletzt sehen, müssen wir das ansprechen, da müssen wir unbequem sein und unbequeme Fragen stellen. Denn nur dann kann sich ein Diskurs ergeben, an dessen Ende eine bessere Antwort steht. Diesen Diskurs gilt es zu führen, überall da, wo wir gemeinsam als Jäger uns finden: an der Strecke, auf dem Hochstand, in der Hütte und auf jedem Forum, das sich uns bietet. Machen Sie sich bitte täglich Ihre eigenen Gedanken über die Jagd. Denn nur dann können Sie Ihr Tun, Handeln und Jagen auch nach außen hin vertreten und verteidigen. Das ist letzten Endes eine Frage der eigenen Ehre. Und wenn ich bei diesem Begriff angelangt bin: irgendwo liegt oder hängt der Vers bei jedem von uns herum. Es lohnt, ihn hervorzuholen, abzustauben, zu lesen und zu verstehen, denn er ist in jedem Wort wahr: „Das ist des Jägers Ehrenschild, das er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.“

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Afrika

im südlichen Text: Gert G. v. Harling

Wie erleben heute, was vor zwanzig Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte – eine Renaissance und Rückbesinnung auf alte, überkommene Werte. Mag es Protest gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit oder die damit einhergehende Beliebigkeit von Werten sein, fest steht: Brauchtum steht wieder hoch im Kurs.

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Jagdliches Brauchtum

Eine Elefantenherde auf dem Weg zum nächsten Wasserloch auf den Pfaden, die schon ihre Vorfahren nutzten

Das Wort „Brauch“ besaß im Mittelalter den allgemeinen Wortsinn von „Nutzen“, später beschränkte sich die Bedeutung auf „Sitte – Gewohnheit einer Gemeinschaft“. In ihrer ursprünglichen Bedeutung sind Bräuche lebensnotwendig wie das Essen. Beide befriedigen Grundbedürfnisse des Menschen. Das Substantiv „Brauchtum“ beinhaltet das Zeitwort „brauchen“ (Mhd.: bruchen) und ist verwandt mit dem lateinischen Ausdruck für „genießen“ (frui). Die Grundbedeutung ist „Nahrung aufnehmen“. Daraus entwickelte sich „in Genuss von etwas sein“, „an etwas teilhaben“, „anwenden“ beziehungsweise „verwenden“. „Es muss feste Bräuche geben“, meinte der kleine Prinz von Saint-Exupéry und spricht damit eines der Grundbedürfnisse der Menschen nach seelischem Halt und Gleichgewicht an. Diese Grundbedürfnisse erstrecken sich auch auf Regeln, die das Zusammenleben gestalten (Gesetze) oder Ausdruck von Freude sind (Feste). Jäger pflegen zudem Bräuche, um die Ehrerbietung gegenüber dem Schöpfer und dem Geschöpf auszudrücken (allgemeine Regeln der Waidgerechtigkeit, letzter Bissen, Totenwacht, Verblasen der Strecke, Hubertusmessen). Weiterhin bestimmt der Brauch, wie Tätigkeiten des jagdlichen Lebens (Schießen, Aufbrechen etc.) ausgeübt werden sollen. Das hat auch praktische Gründe: Jagen ist weitgehend geblieben, was es immer war: Zu ihm gehört Verständnis für die Kreatur, gehören Gerätschaften und Waffen, wie sie – mit Ausnahme der Erfindung von Pulver und Blei – wenig Veränderungen erlebt haben. Der jagende Mensch blieb gleich, das Wild auch, die Art und Weise, wie es mit Hilfe der Kenntnis seiner Gewohnheiten und Eigenheiten zu erlegen war, ebenfalls. So verwundert es nicht, dass das Waidwerk gleichfalls – ausgenommen kleine Ausnahmen - gleich und sich treu blieb. Zünfte entwickelten immer ihre eigene Sprache, auch heute noch, man denke an die Computersprache, wer die Sprache seiner Zunft nicht beherrschte, konnte ihr nicht vollgültig angehören. Auch Jäger haben ihre eigene Sprache. Einst waren es mehr als 3000 Begriffe, heute sind nur noch wenig über 100 Ausdrücke im Gebrauch. Sie zu verwenden, gehörte und gehört ebenfalls zum jagdlichen Brauchtum. Auch auf anderen Gebieten, zum Beispiel bei den Bruchzeichen sowie beim Jagdhornblasen, ist ein gewisser Schwund an Tradition zu bemerken. Jäger sind in der Regel konservativ und halten auf Etikette. Weil diese Etikette von Sinn erfüllt, nicht sinnleeres Ritual ist, besteht sie noch heute. Dort, wo Sinn und Handlung übereinstimmen, lebt es als Brauchtum weiter. Beim 42

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Waidwerk ist das der Fall. Deshalb braucht man um den Bestand des Brauchtums nicht zu fürchten. Brauchtum und Jagd gehören zusammen. Die Passage stammt aus dem Vorwort meines Buches „Jagdliches Brauchtum im Wandel der Zeit“, eine Arbeit über Sinn und Unsinn sowie die Entwicklung jagdlicher Bräuche; welche sind noch zeitgemäß, was ist überholt? Wie verhält sich ein traditionsbewusster, deutscher Jäger aber im Ausland? Ist es zweckmäßig, auch im südlichen Afrika deutsches Gedankengut zu pflegen?? Ist es berechtigt, auch dort Sitten zu propagieren, die wir von unseren Vorfahren übernommen haben? Oder trifft der Spruch „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ zu, wenn man den Jagdgast nach der Erlegung einer Antilope darauf aufmerksam macht, den Schützenbruch an die rechte statt linke Seite des Hutes zu stecken?

Hunting Customs? Ethics? Mein schwarzer Begleiter Johannes vom Stamm der Hereros, mit dem ich viele Jahre gemeinsam gejagt habe und der immerhin eine Schule besucht hat, schaute mich aus seinen dunklen Augen verständnislos an. Dann schüttelte er ratlos mit dem Kopf, diese Begriffe waren ihm fremd. Brauchtum? Jagdliches Brauchtum? Jan, ein PH (professional hunter), der seine Berufsjägerprüfung in Südafrika abgelegt hat, mit ihm habe ich ebenfalls zahlreiche Safaris durchgeführt, verstand meine Frage. „Wir (white hunter) jagen nach einem selbst

Das südliche Afrika

Namibia

Botsuana Mozambique

Republik Südafrika


Jagdliches Brauchtum

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Wir (white hunter) jagen nach einem selbst aufgelegten ‚code of ethics‘ – einfach so, wie es zivilisierte Menschen eben tun.

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Jagdliches Brauchtum

Immer auf der Hut müssen die Bewohner Afrikas sein, denn sie werden nicht nur von natürlichen Fressfeinden gejagt

Der Mund einer Giraffe hat eine innere, harte Oberfläche, damit sie sich beim äsen von dornigen Zweigen nicht verletzt

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Jagdliches Brauchtum

aufgelegten ‚code of ethics‘, das heißt: die optimale Waffe benutzen, damit sich das Wild nicht quält, keine führenden Stücke schießen, Nachhaltigkeit beachten – das ist schließlich in unserem eigenen Sinn – einfach so, wie es zivilisierte Menschen eben tun“, ist seine Antwort. Jagdliches Brauchtum hat auch im südlichen Afrika historische Wurzeln. Wohl alle Naturvölker vollziehen oder vollzogen Jägerrituale. Eine bevorstehende Jagd galt als aussichtslos, sogar lebensbedrohend, wenn nicht vorangegangene Zeremonien einen glückhaften und erfolgreichen Ausgang versprachen. In spirituellem Versenken beschwor man zukünftiges Geschehen, ja, erlebte es geradezu vorweg. Jagdszenen, in denen sich Tiere wie auch Jäger gleichermaßen in rituellen Tänzen und Gebärden identifizierten, leiteten in stundenlang anhaltenden magischen Beschwörungen und Verzauberungen den Aufbruch zu jeder Jagd ein. Magisch-religiöse Motive spielten dabei eine große Rolle, denn im Grunde basiert die Religion der meisten Naturvölker vornehmlich auf der Jagd. So, wie sie vorbereitet wurde, beendeten auch entsprechende Rituale, die den Gott des erlegten Tieres gnädig stimmen sollten, jede Jagd. Erst danach kehrten die Jäger mit ihrer Beute zu ihren Familien zurück. Felszeichnungen aus grauer Vorzeit, fast ausschließlich mit jagdlichen Motiven, belegen, welche überragende Bedeutung die Jagd bei den Ureinwohnern hatte. Dieses Bewusstsein ist noch heute bei vielen vorhanden. In der Literatur finden sich immer wieder Behauptungen, viele Jäger unter den Naturvölkern würden ein führendes oder ganz junges Stück Wild „pardonnieren“. Das entspricht allerdings nicht immer den Tatsachen. Eine solche „Jagdethik“ war und ist vielen unbekannt, wäre auch nicht nachvollziehbar. Bot sich die Gelegenheit ein Tier zu erbeuten, musste man sie ergreifen und das Stück, egal ob alt oder jung, führend oder nicht führend, töten. Jede andere Überlegung hätte Hunger und Not für die gesamte Sippe bedeutet. Das strapaziöse, oft viele Tage dauernde und Kräfte zehrende Verfolgen, Anpirschen und Töten mit einfachen, primitiven Waffen ließ keine Gefühle wie Mitleid oder Erbarmen aufkommen. Man musste froh sein, überhaupt etwas für den Kochtopf zu bekommen, damit die Sippe satt wurde. Ein alter Buschmann, mit dem ich viel gemeinsam jagte, hierauf angesprochen, meinte einmal zu mir: „Mitleid ist ein Begriff, den Ihr Weißen erst zu uns gebracht habt, wer in der Wildnis Mitleid zeigt, hätte keine Chance zu überleben.“ Mit einer uralten Sitte wurde ich im Caprivizipfel auf der Elefantenjagd konfrontiert. Kaum war der Dickhäuter gefallen, wurde ihm der Schwanz abgesäbelt, pardon abgeschärft. Die einen sagten, der Schütze müsse sich die Trophäe als Glücksbringer an den Gürtel hängen, damit der Elefant nicht mehr aufsteht, die anderen meinten, es sei ein alter Brauch der Inbesitznahme durch den Jäger. Sei es, wie es sei, es zeigt, dass sich auch die Naturvölker Gedanken über Brauchtum machen.

Die Jagd in Afrika ist meistenteils noch ursprünglicher, natürlicher, nicht in dem Maße „kultiviert“ wie in Europa, wo das Jagen vorrangig nicht mehr ausschließlich als Lebensnotwendigkeit gilt. Deshalb legt man in der Wildnis auf bestimmte „Zeremonien“, die das deutsche jagdliche Brauchtum heute begleiten, wenig Wert. Die moderne Trophäenjagd in Afrika wird heute allerdings auch von einem Kodex „waidgerecht durchgeführter Jagd“ bestimmt. Dieser Kodex ist in Anlehnung an die Grundsätze deutscher Jagdethik verfasst worden, und die hierin verankerten jagdethischen Richtlinien setzen ebenfalls verantwortungsvolles Verhalten des Jägers gegenüber der Natur, dem Wild und der einheimischen Bevölkerung voraus. Zumindest für die Jagd hat 1990 die Entlassung Südwestafrikas in die Unabhängigkeit einen erfreulichen Aspekt mit sich gebracht. Die Nutzung der natürlichen, nachwachsenden Ressourcen, dazu zählen auch die Wildbestände, wurde in der neuen Verfassung Namibias festgeschrieben! Es heißt dort wörtlich: „Zum Wohle ihrer eigenen Erhaltung!“ Das war, wie bereits erwähnt, nicht immer so. Als ich Anfang der sechziger Jahre in Südwestafrika, wie das Land damals noch hieß, lebte, hätte ich bei meinem Arbeitgeber, einem Farmer, gewiss Unverständnis geerntet, wenn ich ein Stück Wild geschossen hatte und, wie es in Deutschland alter Brauch ist, meinen „Anspruch“ auf das Kleine und Große Jägerrecht angemeldet hätte, eben weil ich das Stück erlegt und aufgebrochen hatte. Hätte ich mir nach erfolgreicher Jagd einen Erlegerbruch an den Hut gesteckt, hätte man mich wahrscheinlich für verrückt erklärt. Brüche waren höchstens aus Erzählungen bekannt. Oft findet man in den trockenen, baum- und strauchlosen Steppen auch kein Gewächs, das einen halbwegs ansprechenden Zweig hierfür geliefert hätte, oder man müsste dafür bei glühender Hitze erst weit laufen. Der Schuss vom Auto aus auf einen starken Kudubullen war durchaus nicht verpönt, Hauptsache, er hatte einen „Küchenschuss“, also einen guten Treffer. Perlhühner oder Frankoline schoss man nur für den Kochtopf, aus Bequemlichkeit sowie Kostengründen mit dem Kleinkaliber. Kaum ein Farmer besaß eine Flinte und „waidwerkte“ auf Flugwild, geschweige denn, schoss auf Vögel in der Luft, die schließlich schwerer zu treffen waren (und eher angebleit wurden!). Die „sportliche“ Flugwildjagd (ob der unsichere Schuss auf ein bewegliches Ziel waidgerechter ist als der sichere auf ein verharrendes Stück Wild?) kam erst mit den Jagdtouristen ins Land. Man jagte eben ausschließlich des Fleisches wegen, die Trophäe und der sportliche Aspekt waren Nebensache. Der Ausdruck „potten“ ist mir noch in guter Erinnerung. „Du solltest noch ein Hartebeest potten“, sagte die Frau meines Arbeitgebers stets, wenn ich für die Küche, also den Kochtopf, eine Antilope erlegen sollte.

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Jagdliches Brauchtum

Andere Länder, andere Sitten! Erst in den Jahren 1973/74, als vermehrt ausländische, vor allem deutsche Jäger das Sonnenland für die Trophäenjagd entdeckten, als sich die Jagd im „Land unter dem Wendekreis des Krebses“ immer mehr als Einnahmequelle entwickelte, übernahmen einheimische Jäger, nicht nur in Namibia, auch in anderen Regionen, typisch deutsche Bräuche, die bis dahin in Afrika fremd waren. Der aus Deutschland ausgewanderte passionierte Jäger, Farmer und Buchautor, Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen

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ckene Luft, zahlreiche Dornen, eine Vielzahl stechender und beißender Insekten, Skorpione und Schlangen erschweren die Bemühungen und machen sie immer wieder zunichte. Das aber sollte niemanden davon abhalten, in Afrika zu jagen. Einheimische Jäger stehen, so unwahrscheinlich es auch für manchen Europäer klingen mag, unseren vierläufigen Jagdhelfern auf der Nachsuche unter erschwerten Bedingungen in einer mitunter menschenfeindlichen Landschaft in nichts nach. Zwar können sich Jagdgäste nach erfolgreicher Jagd Zeit für eine Totenwacht nehmen, Großwild allerdings zu diesem Zweck auf

Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen gilt als der Pionier für die Annahme des deutschen jagdlichen Brauchtums durch Farmer und Jagdführer in Südwestafrika.

gilt als der Pionier für die Annahme des deutschen jagdlichen Brauchtums durch Farmer und Jagdführer in Südwestafrika. Er hielt Anfang der siebziger Jahre Vorträge, produzierte Radiosendungen, publizierte Zeitungsartikel, schrieb Bücher, führte sogar Schulungen durch, manches Brauchtum wurde den Jagdführern vertraut, und allmählich setzten sich alte Bräuche aus seiner Heimat Deutschland auch auf der Jagd in Namibia durch. Hierzu zählt auch die deutsche Jägersprache. Heute ist es im Süden Afrikas nicht nur unter deutschstämmigen Farmern und Berufsjägern üblich, waidmännische Ausdrücke zu benutzen. Der „Halsschuss“ wurde durch den „Trägerschuss“ abgelöst, man spricht bei Großwild von „Haupt“ und nicht mehr von „Kopf “, und kaum jemand wundert sich mehr, wenn ein deutscher Jäger dem erlegten Stück Wild einen letzten Bissen in den Äser und sich selber einen Schützenbruch an den Hut steckt. Die Sitte, dem Wild den letzten Bissen zu geben und einen Erlegerbruch zu überreichen, ist übrigens auch in Deutschland früher nicht überall üblich gewesen, sondern hat sich erst im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts allgemein durchgesetzt. Die zahlreichen in Deutschland üblichen Bräuche um die Ausbildung und Führung von Jagdhunden, vor allem um die berühmten Leithunde und ihren Einsatz bei der Jagd in Namibia, war ein besonderes Anliegen des Grafen Castell. Er war einer der ersten, der dort Hannoversche Schweißhunde führte. Später führte auch der Ungar Dr. Andreas v. Nagy am Fuße des Meru in Tansania Hannoversche Schweißhunde und schulte seine einheimischen Angestellten in Sachen „Deutsches Brauchtum“. Der Versuch, in Namibia europäische Jagdhunde einzugewöhnen, steckt aber immer noch in den Kinderschuhen. Die tro-

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Zebarherden können leicht aus mehr als tausend Zebras bestehen


Jagdliches Brauchtum

die rechte Seite zu legen, um es nach altem deutschen Brauch gerecht zu strecken, ist aber mühsam und würde bei den einheimischen Begleitern, genauso wie brauchtumsgerechtes Verblasen (in Deutschland erst seit knapp hundert Jahren üblich, zählt es keineswegs zum uralten Brauchtum) Unverständnis hervorrufen. Wegen der Gefahr des schnellen Verhitzens durch hohe Temperaturen, Staub und Trockenheit wird man immer darauf drängen, das Wild schnell aufzubrechen und zum Kühlen zur Farm zu bringen oder an Ort und Stelle zerwirken. Und wer die „rote Arbeit“ übernimmt (fast immer macht es ein Jagdhel-

fer), ist letztendlich egal, Hauptsache sie wird fachgerecht und schnell durchgeführt. Wie bereits erwähnt: Andere (Jagd-)Länder, andere (Jagd-)Sitten. Trotzdem sollten sich Jäger aus Deutschland nicht wundern, wenn Sie nach erfolgreicher Jagd von einem Schwarzen mit einem fröhlichen „Waidmannsheil, Mister!“ beglückwünscht oder begrüßt werden.

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Jagdliches Brauchtum

Die Stimme der Jagd

Jagdgeschichten von Clemens von Ramin Text: Hans-Fabian von Bassewitz

Lesung Auf seiner neuen CD kann man die Jagdgeschichten von Clemens von Ramin jetzt auch hören

Jagdgeschichten

clemens von Ramin stoRybook

von Clemens von Ramin

Jagd – Die mystische Verbindung mit dem Tier Beobachtungen und Begegnungen von José Ortega y Gasset, Herman Löns, Ludwig Ganghofer, Börries von Münchhausen, Walter Hulverscheidt, Ludwig Uhland

1. Prolog 2. Jagd als Flucht aus der Gegenwart – J. O. y Gasset 3. Der Grenzbock – H. Löns 4. Pirsch auf den Feisthirsch – L. Ganghofer 5. Widu – H. Löns 6. Die Enten an der Schnur – B. von Münchhausen 7. Wehmütige Geschichten vom Jägerlatein – W. Hulverscheidt 8. Lederhosen-Saga – B. v. Münchhausen 9. Der weiße Hirsch – L. Uhland

00:43 min 08:59 min 09:49 min 09:59 min 16:47 min 12:01 min 06:02 min 02:46 min 01:17 min

www.gutgrambow.de

Gesamt: 69:08 min

Erzähler: Clemens von Ramin Regie: Michael Esser Sounddesign: Volker Zeigermann Musik: Ben Esser

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Die Strecke wird verblasen, da fällt mir der baumlange Kerl mit dem Taschenhorn und dem Fürst-Pless-Hut auf. Zum zweiten Mal heute. Das erste Mal war es in der Mittagspause, in der wir alle unsere Schüsse beim Jagdherren zu melden hatten. Vier Schüsse, vier Sauen hörte ich. Später sehe ich den Nimrod am Feuer seine Erbsensuppe löffeln. Er sitzt allein und sieht zufrieden aus. Eine alte Mauser, Modell 98, lehnt neben ihm an einem Baum. Ein herrlich winterlicher Jagdtag ist zu Ende. Die Jagdgesellschaft findet sich im kleinen Jagdanzug beim Schüsseltreiben in der alten Backsteinkate im Wald zusammen. Der Jagdkönig wird ernannt, Clemens v. Ramin. So heißt er also. Fünf Sauen, ein Fuchs. Er sitzt mir gegenüber, unterhält sich angeregt mit seiner Tischdame - soweit ich mitbekomme - über Literatur. Dann steht er auf, wartet gelassen bis Ruhe eintritt und fängt an, sich im Namen aller Jäger für den schönen Jagdtag zu bedanken. Er tut das mit einer auffallend so48

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noren und angenehmen Stimme. Zitiert Ortega y Gasset, lässt kurz und amüsant den Jagdtag noch einmal Revue passieren und bringt zum Schluss noch mal souverän und sehr gekonnt die „Lederhosensaga“ von Münchhausen. Neugierig geworden, was dieser Kerl denn sonst so treibt, spreche ich ihn an. Schnell sind wir vertieft in ein Gespräch über Tradition, Heimat, Jagd und Kultur. Er erzählt mir, dass er mit der Jagd groß geworden ist; unter einem Großvater und Vater, die zwei Sätze immer wieder gepredigt haben. „Du sollst den Schöpfer im Geschöpfe ehren“ und „Ist die Kugel aus dem Lauf, hält kein Teufel sie mehr auf “. Auf die Frage nach seinem Beruf, bekomme ich „Vorleser und Sprecher“ zur Antwort. Dabei leuchten seine Augen und er erzählt begeistert von der Freude, Menschen mit guten Geschichten zu unterhalten, sie zu rühren, zum Schmunzeln und Nachdenken zu bringen, ihnen vom Leben zu erzählen, wie früher die Alten am Kamin. Nur, dass er das heute eben für Unternehmen,


Jagdliches Brauchtum

Ende gut – alles gut? Nicht jede Geschichte hat ein Happy End für beide Seiten

in Theatern, Schlössern und überall dort tut, wo anspruchsvolle Unterhaltung ein Zuhause findet. Oft geschieht das in Begleitung klassischer Musik, wie zum Beispiel seit vielen Jahren beim Musikfestival Mecklenburg-Vorpommern. Ach, und vor kurzem hätte er noch ein Hörbuch zum Thema Jagd gesprochen. Da muss ich dann doch einmal unterbrechen. Ein Hörbuch mit Jagdgeschichten??? Und so geht es weiter, bis wir nur noch in kleiner und geselliger Runde zusammen sitzen. Zum Abschluss gibt Ramin noch einmal ein köstliches Gedicht vom Forstmeister Walther Hulverscheidt zum Besten. Er ist unter einem GroSSvater Draußen am Auto drückt und Vater, groSSgeworden, die zwei Sätze er mir die CD in die gepredigt haben. ´Du sollst Hand und sagt: „Für die den Schöpfer im Geschöpfe ehren´ und Heimfahrt – viel Freude ´ Ist die Kugel aus dem Lauf, beim Hören! " hält kein Teufel sie mehr auf.´

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Unterhaltung

Perfekte Täuschungen gelingen nur den besten Präparatoren 50

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Das Leben nach dem Tod

Credits: Foto – Otto Martin

Aus einem toten Tier wird ein Kunstwerk geschaffen. Das Ziel ist nicht das Tier "auszustopfen", sondern den Körer des Tieres mit neuem leben zu befüllen. Nur dieses Mal fast für die Ewigkeit. Text: Heiko Schwartz und Roland Zobel

Früher hieß es „Ausgestopfte Tiere“, heute sind es Dermoplastiken. Im Prinzip ist der Versuch Tierkörper oder Teile davon nach der Erlegung durch den Jäger in ihrem natürlichen Urzustand zu erhalten so alt wie die Jagd selbst. Galt der getrocknete Wolfs- oder Bärenschädel unseren frühen Vorfahren als Statussymbol oder Hommage an den Geist des im gefährlichen Kräftemess en zur Strecke gebrachten Raubtieres, so entwickelte sich daraus in späterer Zeit der jagdliche Trophäenkult und natürlich entdeckte auch die Zoologie Vorteile darin, ihre Studienobjekte quasi im Original für ihre Studenten jederzeit zur Verfügung zu haben. Erstaunlicherweise fand

man jedoch erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein Mittel, die damals noch wie Kopfkissen ausgestopften Tierhäute länger haltbar zu machen. Bis dahin bedrohten Fäulnis, Motten und anderes Ungeziefer die Präparate und ließen sie nur wenige Jahre überdauern. Bedauerlicherweise verlängerte das neue Konservierungsmittel nicht nur die Haltbarkeit der Präparate, es gefährdete durch seinen hohen Arsengehalt gleichzeitig die Gesundheit ihrer Besitzer, was bis heute noch gelegentlich zu Problemen mit älteren Präparaten zum Beispiel aus Nachlässen oder solchen aus historischen Museumsbeständen führt. Gegen Mitte des 19. Jhr. änderte sich die Tierpräparation grundleGrambow • Jadg Aktuell

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Gefundenes Fressen für Präparations-Fans ist dieses Prachexemplar an Präparationskunst Jäger und Gejagter werden gern zusammen ausgestellt, um die Illusion noch zu perfektionieren

gend, als man, wie bis heute üblich, dazu überging die gegerbten Tierhäute auf vorgefertigte Grundkörper auf zu bringen. Vom Handwerker zum Künstler. Für den Präparator ging es fortan nicht mehr nur darum eine vorhandene Haut wieder in einen dreidimensionalen Körper um zu wandeln, die Anfertigung eines passenden Grundkörpers erfordert eines hohes Maß an anatomischen Kenntnissen des jeweiligen Körpers und vor allem das Einfühlungsvermögen in den natürlichen Muskeltonus im Bewegungsablauf des lebenden Tieres. Die Notwendigkeit das Tier selbst zu studieren, es in seinem Lebensraum zu beob52

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achten oder sich anhand von Filmaufnahmen und Fotoserien in die vitale Dynamik eines anderen Wesens hinein zu fühlen, gehört heute neben den handwerklichen Fähigkeiten eines Gerbers und Bildhauers zu dem, was ein Präparator als Grundvoraussetzung braucht. Weit darüber hinaus muss seine dramaturgische Phantasie und Vorstellungskraft gehen, denn das Publikum gibt sich heute nicht mehr nur mit einem nach Maß und Proportion akkurat rekonstruierten Körper zufrieden. Ein Präparat muss zusätzlich eine Aussage haben, eine Aktion oder Situation abbilden die den Schauenden eine Lebenssituation des Tieres vermittelt. Hier wird die Grenze zwischen Handwerk und Kunst zum fließenden Grat der den Meister vom Gesellen trennt. Wie ein zweites Leben. Herausforderung und Meisterschaft in der Tierpräparation liegen in der Fähigkeit der konservierten Haut wieder den Anblick von Lebendigkeit ein zu hauchen und das Tier in einem Augenblick höchster Vitalität in Szene zu setzen. Nur wenigen Tierpräparatoren gelingt es diesen hohen Anspruch immer oder überhaupt zu erfüllen. Einige haben dabei bestimmte Tiere die ihnen besonders gut liegen, andere können sich auf ganze Arten spezialisieren. Es ist das Streben, dem handwerklich gelungenen Präparat einen emotionalen Ausdruck zu verleihen, das die Illusion des lebendigen vermittelt. Dieser uralte Traum, den Impetus des Lebendigen in der Plastik zu fixieren, kann naturgemäß nie ganz in Erfüllung gehen, doch schaffen es einige zeitgenössische Tierpräparatoren diesem Ziel schon recht nahe zu kommen.

Credits: Foto – Otto Martin

Unterhaltung


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staatlich garantierten Einspeisetarif in Höhe von 7,3 US-Cent pro kWh vergütet werden. Die restlichen 50 % werden dem Basisszenario zufolge zum Marktpreis verkauft, wodurch höhere Renditen erzielt werden können. Hintergrundinfo: In der Türkei lagen die Strompreise seit Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2005 meist oberhalb der staatlichen Vergütung. Auch die Abnahme des produzierten Stroms ist gesichert, da die Türkei eine immense Binnennachfrage nach Strom hat. Aktuell müssen rund 80 % der benötigten Energierohstoffe importiert werden, um den Bedarf zu decken – und die Nachfrage nach Energie wird aufgrund des Wirtschaftswachstums (12 % in 2011) weiter steigen. Darüber hinaus besteht durch die Anbindung an den westeuropäischen Strommarkt die Möglichkeit, den produzierten Strom auch über die Landesgrenzen hinweg zu verkaufen. Neben all den ökonomischen Werttreibern erhöht ein weiterer Aspekt die Attraktivität des Aquila® HydropowerINVEST IV: Bei den zuständigen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland wurde eine Staatsgarantie zur Absicherung des Eigenkapitals gegen politische Risiken beantragt. Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

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Wir lieben

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Es ist pure Mordlust, die die Die Jäger sollten endlich einsehen, Jäger antreibt, diese armen dass der neue Deutsche viel Wert auf Tiere zu erlegen. Und die wisgesunde Ernährung legt und deswegen senschaftlichen Statistiken, die lieber das Geflügel aus dem Kühlregal das Jagen rechtfertigen sollen, von Wiesenhof wählt. sind auch nur Halbwahrheiten, die sie benutzen, um ihre Taten zu legitimieren. Wildschweine bringen zwar durchschnittlich 8 Jungen zur Welt, aber die haben bekanntlich in den Garten, in dem Fall in den Braten. Demnach ja bei den bitterkalten, langen und harten Wintern, die wir jedes sollten wir lieber weiterhin die Tiere sterben lassen, die ohnehin Jahr erleben, kaum Überlebenschancen. Außerdem, wen stört kein Leben haben. Außerdem spart man sich mit dem Verzehr von gezüchteten schon eine kleine Horde süßer Wildschweine im eigenen Garten? Man könnte zwar dann weder Kinder noch Hunde alleine raus Tieren auch mindestens einen Arztbesuch. Denn die viele lassen, geschweige denn selbst vor die Tür gehen, aber dafür le- notwendige Medizin, mit denen die Tiere gefüttert werden, ben dann die unschuldigen Schweinchen so lange, wie sie leben damit sie groß, stark und gesund werden, macht auch die Mensollen. Schließlich soll hier niemand den Schöpfer spielen und schen gesund. Es ist auch ein Gerücht, von der Obst- und Geüber Leben und Tot entscheiden. Und außerdem brauchen wir müse Lobby initiiert, dass wir damit die Viren resistent gegen auch gar kein Fleisch vom Wild. Im Supermarkt gibt es doch Antibiotika machen. Die Jäger sollten endlich einsehen, dass genug Auswahl an schuldigen Tieren, die es wirklich verdient der neue Deutsche viel Wert auf gesunde Ernährung legt und haben, zu sterben. Weil die Tiere so unartig waren, werden sie deswegen lieber das Geflügel aus dem Kühlregal von Wiesenauch in fensterlose sogenannte Ställe gesteckt, in denen sie sich hof wählt. Zuletzt auch wegen der positiven Berichte über die teilweise gegenseitig tot treten. Aber nur die harten kommen ja tierliebe und respektvolle Behandlung der Tiere. Das Leben

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Warum nicht die gesamte Jagd verbieten? Seien wir doch ehrlich! Jäger sind doch nur altmodische, konservative Menschen, die an der Tradition festhalten! Die Tiere im Wald sind nämlich alle sehr friedlich. Text: Melissa Margaux Mundt

des neuen Deutschen soll absolut widerspruchsfrei sein. Deswegen geht Massentierzuchthaltung vor frei lebendem Wild, deswegen wird in H&M Klamotten und mit iPhone gegen Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit demonstriert. Deswegen ist es sicherer, wenn Waffen zentral gelagert werden, und nicht einzeln in Safes in Häusern, die nicht als Waffenhaus gekennzeichnet sind. Die Forderung nach einem Jagdverbot und einer absoluten Entwaffnung eines jeden gemeldeten Bürgers ist also gerechtfertigt. Dann muss man auch keine Angst mehr vor unkontrollierten Schießereien haben! (Wobei man sich fragen muss, wovor die Menschen so viel Angst haben. Das ihnen ihr Nachbar mal in das Bein schießt, weil er das ewige Gemecker nicht mehr aushält?) Schließlich sind ja auch sämtliche Waffen der hiesigen Kriminellen gemeldet und legal gekauft worden. Die geben sicherlich ebenfalls freiwillig alle ihre Schusswaffen ab, immerhin halten sie sich auch in ihrem Berufsleben an Recht und Ordnung. Das Jagd und das damit verbundene Waffenverbot wäre also mehr als effektiv! Kein in Deutschland lebender Mensch wäre mehr bewaffnet. Und die konfiszierten Waffen könnte der Staat dann nach Syrien an Assads Anhänger verkaufen. Oder den Kindersoldaten von Kony schenken.

Bilder in Originalgröße an-


Unterhaltung

Ein Stück Jägerlatein oder Schwein gehabt?

(K)

(Szene: Anfang Dezember, eiskalt, regnerisch)

Es tönt das Horn, es bellt die Meute und ca. fünfundvierzig Leute, sollen erfüllen den Abschlussplan. Im Revier Elnhausen wird alles getan, um die Bauern zu befrieden, denn es ist ganz klar entschieden, dass die Rehe und die Schweine sollten vermehrt „an die Leine“! Da der Nachwuchs munter kommt, was dem Menschen nicht so frommt.

Als frischgebackene Jägersfrau ist Ele geladen, aber – schlau – verweigert sie noch, ein Gewehr zu tragen. Möchte vorerst – wie auch früher – sich plagen Durch Bäche, Dornen, Gestrüpp sich schlagen. Mit Gebrüll und lautem Gerufe Soll das Wild flüchtend auf die Hufe, damit aus berufenerer Büchse ein erfahrener Jäger nütze dem Abschussplan, dem Abschussplan. `S war wohlgetan: Heraus die Sauen, juchhe, juchhei! Seltsamerweise fiel diesmal kein Schuss dabei. Doch plötzlich im Dickicht geifert ein Hund. Wahrscheinlich 1 Minute - gefühlt `ne Viertelstund. Und plötzlich stieben ein Dutzend kleine Schweine zwischen unsere Beine. Sie sind so fix, man kriegt keins zu fassen und sollte es sowieso auch bleiben lassen…

Doch der jüngste Frischling ist nicht so schnell und plötzlich endet das Gebell: Das Schweinchen wird säuberlich apportiert, zappelt, quiekt, es gelingt die Flucht! Doch der Hund fühlt sich blamiert und also wird es wieder apportiert. Dem Hundeführer wird’s jetzt bang Er schreit mich – in der Nähe stehend – an: „Achtung – Fang!!“ Und ehe ich mich’s versehe bin ich dran. Und trage für die nächsten drei Stunden durch den Regen, wohlbehütet unter der Warnkotze – welch ein Segen – das Schweinchen - erst ein paar Tage alt. Es quiekt und zappelt mit erstaunlicher Vehemenz. Ich grunz wie ne alte (Sau) und schon pennt’s. Zwischendurch wird’s dem Ferkelchen doch zu toll Und es piescht mich von oben bis unten voll. Wieso frischen Sauen um diese Zeit? Mit Fachsimpelei kommt man nicht weit. Was machen mit diesem kleinen Schwein? Alle sind am Ende mit ihrem Latein. Kondensmilch, Fläschchen, Kiste zum Einrollen und es piescht noch einmal „aus den Vollen“. Schließlich nimmt ein Jäger es mit heim, seine Frau liebt tierische Gäste und weiß für diese stets das Beste. In Kürze ist Rosalie stubenrein, tobt herum, ist aber ansonsten fein. Wühlt unterm Teppich, galoppiert durch’s Haus, schläft auf dem Sofa, geht mit den Hunden aus. Es wird nichts verdreckt, nichts geht entzwei! Besuch nach einem knappen halben Jahr: Elegant , intelligent – einfach wunderbar! Demnächst wird ein Gehege-Versuch gemacht Doch – ob es klappt??

Text: Ele Grau

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Credits: Zeichnung – Clemens von Ramin

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Unterhaltung

Bodo Meier Malt Afrika Mitte der 90er Jahre, kurz nach meiner ersten Reise nach Tansania, machte ich die Bekanntschaft von Rolf Baldus, der damals fĂźr ein oder zwei Jahre in Deutschland weilte. Text: Bodo Meier

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Credits: Malerei – Bodo Meier

Die Mal-Reise von Bodo Meier

Er hatte viele Jahre in Dar es Salaam für die GTZ gearbeitet und zu seinem Aufgabenbereich gehörte es, das Selous Game Reserve in Süd-Tansania mit Hilfe des Selous Conservation Programms auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen. Zum Verständnis sollte man wissen, dass der „Selous“ das größte Wildschutzgebiet Afrikas ist, rund 50.000 km² groß, größer als die Schweiz. Jetzt war Rolf wieder auf dem Sprung für neue Aufgaben in Tansania. Ich traf ihn auf einer Ausstellung meiner Bilder, und da diese ihm gut gefielen, bat er mich, ihm einige Bilder für seinen SelousReiseführer zur Verfügung zu stellen. Einige Jahre später, ich war inzwischen einige Male in der Serengeti gewesen, traf ich Rolf wieder, der mit seiner Familie „auf Heimaturlaub“ war. Ich fragte ihn, ob es nicht möglich sei, den Selous zu besuchen. Für einen offiziellen Aufenthalt waren meine finanziellen Mittel der limitierende Faktor, um auch nur im Entferntesten dies in Erwägung zu ziehen. Man muss wissen, dass der touristisch erschlossene Teil des Selous von nur wenigen, aber sehr teuren Lodges aufgeteilt ist. Rolf machte den Vorschlag, mir eine Genehmigung der Parkverwaltung ausstellen zu lassen, die es mir erlaubte, einige Wochen mit den Wildhütern zu arbeiten und dort in einem

Zelt zu wohnen. Das sei zwar sehr abenteuerlich, aber zeige mir den wahren Selous, so Rolf. Im Juli traf ich im Selous, mit dem Flugzeug von Sansibar kommend ein. Zunächst blieb ich mit einem befreundeten Schweizer Ehepaar eine Nacht im Mbuyu Camp am Manze See, einem der taschenartigen Einbuchtungen des Rufiji. Schon vom Flieger hatte ich die weitläufige Flusslandschaft mit dem sich zwischen den weißen Sandplatten windenden Fluss unter mir gesehen. Am nächsten Morgen brachte man mich im Boot flussaufwärts zum Rangerposten von Kidai. Die Landschaft, die an uns vorüberglitt war geprägt durch lockeren Flusssaumwald, bestehend aus hohen Borassus-Palmen, charakteristisch für den Unterlauf des Rufiji. Dieser Wildhüter-Posten liegt einige Kilometer flussaufwärts auf steilen Klippen, die den Fluss überragen und von hier oben einen herrlichen Blick über die weite Wildnis des Miombo-Waldes gewähren. Die Arbeit bei den Wildhütern war anstrengend; tägliche, oft stundenlange Fußmärsche durch das unwegsame Gelände, Begegnungen mit Löwen, Büffeln, Elefanten und Schlangen machten einerseits den Reiz aus, andererseits fühlte ich mich einsam und verloren. Hier war Afrika in seiner reinsten Form, unberührt, aber spröde. Grambow • Jadg Aktuell

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Unterhaltung

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Die Arbeit bei den Wildhütern war anstrengend; tägliche, oft stundenlange FuSSmärsche durch das unwegsame Gelände, Begegnungen mit Löwen, Büffeln, Elefanten und Schlangen machten einerseits den Reiz aus, andererseits fühlte ich mich einsam und verloren. Hier war Afrika in seiner reinsten Form, unberührt, aber spröde.

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Die Unwirtlichkeit des Dornbuschdickichts schien mich mit blühenden Cassiasträuchern und Trichterwinden zu verhöhnen: Im harten Gras darunter lagen die ausgebleichten Knochen von Wildtieren, die Raubtieren zum Opfer gefallen waren. Im Laufe der Zeit bekam ich beinahe alle Tiere des Selous zu Gesicht, sogar die seltenen Wildhunde, am Fluss Krokodile, Flusspferde, Schreiseeadler und die paradiesische Vielfalt der Vögel, Insekten und Pflanzen. Die Erfahrungen hier im Selous waren für meine weiter Arbeit der wichtigste Impuls; im Englischen sagt man: „I learned it the hard way“. Das andere Afrika, das ich kennengelernt hatte, war der Norden Tansanias. Die eher liebliche Akaziensavanne der Serengeti mit ihrer Fülle an Großtieren, allen voran Gnus, Zebras, Giraffen, Gazellen und Antilopen, ebenso die hohe Anzahl an Raubtieren, begeisterten mich immer wieder. Auch wenn die nördlichen Parks im Vergleich zum Selous recht zahm erscheinen, fand ich hier „das Land meiner Modelle“. Im Gästehaus der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt gewährte mir Markus Borner immer wieder Unterschlupf, so dass ich 60

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ungestört arbeiten konnte. Im Schatten der alten Akazien, die so charakteristisch sind für die Landschaft am Seronera-Fluss saß ich oft zum Malen und Skizzieren. Es waren auch die kleinen Motive, die Nektarvögel an den Aloen, die bunte Schar der Webervögel oder die Zebramangusten, die an die Tränke vor Markus‘ Terrasse kamen. Aus den vielen Jahren der Serengeti-Erfahrungen entstanden fünf umfangreiche Skizzenbücher. Im vergangenen Jahr hatte das Englisch Label im Christophorus Verlag das Wagnis unternommen, meine gemalten Afrika-Erlebnisse in einer Art Werkschau herauszugeben. Das erste Buch „Mal Reise in die Serengeti“ erschien im Januar 2012 und umfasst den Weg vom Arusha Nationalpark, Tarangire, Lake Manyara und Ngorongoro. Das zweite ist für den Sommer geplant und führt in die unterschiedlichen Landschaften der Serengeti. Meine „Selous-Aquarelle“ durfte ich in Rolf Baldus‘ Standardwerk „Wildes Herz von Afrika“(Kosmos), (engl. „Wild Heart of Africa“ bei Rowland Ward) unterbringen.

Credits: Malerei – Bodo Meier

Der König der Löwen auf Papier eingefangen ohne etwas von seinem Ausdruck zu verlieren


Unterhaltung

Das Rudel wie es in der offenen Savanne anzutreffen ist – entspannt und aufmerksam

Großartig Giraffen verkörpern die Schönheit der Savanne Schön stark Elefanten erinnern sich an alles – Gutes und Schlachtes

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Nachhaltigkeit

Der letzte Schrei

Unser kleinster Adler stürzt ab. Der Brutvogelbestand des Schreiadlers, auch Pommernadler genannt, ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Text: Dr. Andreas Kinser, Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Deutsche Wildtier Stiftung

Aufwind für den Pommernadler wünschen sich nicht nur die Naturschützer

Nur noch knapp 100 Paare brüten in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs. Grund genug für die Deutsche Wildtier Stiftung, sich in besonderer Weise für den Schreiadler zu engagieren. Die Deutsche Wildtier Stiftung ist den meisten Jägern durch ihre Arbeit rund um das Rotwild bekannt. Diese Wildtierart zu fördern, ihr ein artgerechteres Leben zu ermöglichen und sie auch für Nicht-Jäger erlebbar zu machen ist eines der Hauptanliegen der Stiftung. Einen Überblick über das Engagement der Stiftung zum Rotwild bietet die Seite www.Rothirsch.org. Trotzdem stehen neben dem Rothirsch auch weitere Wildtierarten im Fokus der Schutzprojekte. In besonderer Weise gilt dies auch für unsere kleinste heimische Adlerart, den Schreiadler. Er ist unser einziger Vertreter der Gattung „Aquila“, der „echten Adler“ in Norddeutschland. Mit einer Länge von 61 bis 66 Zentimeter ist er nur wenig grö62

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ßer als ein Mäusebussard. Sein Gefieder ist dunkelbraun. Im Gegensatz zu Stein- und Seeadlern verbringen Schreiadler den Winter im südlichen Afrika. Ab September ziehen die Vögel 10.000 Kilometer bis in ihr Winterquartier und kehren erst im April in ihre Brutgebiete in Nordostdeutschland, Polen und dem Baltikum zurück. Nach kurzer Balz werden gegen Ende April zwei Eier gelegt. Von den geschlüpften Jungen wird aber nur eines aufgezogen, da das Zweitgeborene durch die Attacken des älteren und kräftigeren Geschwistervogels getötet wird. Dieses angeborene Verhalten wird als „Kainismus“ bezeichnet.

Versteckte Brut Die Brutwälder des Schreiadlers kennzeichnet hohe Holzvorräte, dichter Unterwuchs und eine große Anzahl ver-


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schiedener Baum- und Straucharten. Oft handelt es sich um grundwasser-nahe Waldbereiche wie alte Erlenbrüche, deren forstliche Nutzung in der Vergangenheit ver-nachlässigt wurde. Um die besonderen Strukturen im Schreiadler-Wald zu schützen, haben die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sogenannte Horstschutz-Richtlinien erlassen, die ein totales Nutzungsverbot in einer ersten Schutzzone im Umkreis von 100 Metern um einen Horst vorsehen. In der anschließenden zweiten Schutzzone (100 - 300 m-Radius) darf während der Anwesenheit der Schreiadler im Brutgebiet keine land- oder forstwirtschaftliche Maßnahme erfolgen. Die Jagd ist in beiden Schutzzonen vor allem zeitlich eingeschränkt. Von den Vorgaben zum Horstschutz sind neben den bereits vorhandenen auch neu entstehende Horste sowie seine so genannten Wechselhorste betroffen. Letztere werden vom Schreiadler benötigt, falls nach seiner Rückkehr aus dem Süden der eigentliche Horst bereits vom Mäusebussard oder anderen Greifvögeln besetzt ist. Über die Horstschutzzone hinaus stehen die Brutwälder der Schreiadler jedoch zunehmend unter Druck. Die verstärkte Nachfrage nach Holz hat den Holzmarkt in den letzten Jahren stark verändert. Steigende Preise für den Rohstoff führten auch zu einer Änderung der Wald-bewirtschaftung, häufig leider zum Nachteil der Schreiadler-Lebensräume. Besser als die Ausweisung von Horstschutzzonen ist daher die Einrichtung so genannter Waldschutzareale. Darunter sind alle verbliebenen Bereiche im Brutwald eines Schreiadlerpaares zu verstehen, die potentiell zum Horstbau geeignet sind. In den meisten Fällen müsste ein Waldschutzareal etwa 50 Hektar groß sein.

Jagdreviere vor dem Aus Während die Brutplätze der Schreiadler in dichten Wäldern liegen, findet er seine Beutetiere im Offenland. Hier verbringen sie die meiste Zeit der Nahrungssuche in einem Radius von bis zu drei Kilometer um den Horst. Da der Schreiadler gern zu Fuß jagt, sind vor allem Grünland- und Stilllegungsflächen geeignete Nahrungshabitate. Neben Mäusen und weiteren Kleinsäugern fressen sie vor allem Reptilien und Amphibien. Der steigende Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen und die hohen Getreidepreise haben jedoch dazu geführt, dass die Stillle-gungsverpflichtung für landwirtschaftliche Betriebe im Jahr 2007 aufgehoben wurde. Die Umwandlung von Stilllegungen und zum Teil auch Grünland in Ackerflächen hat die bisherigen Jagdgebiete der Schreiadler an vielen Stellen zerstört. Der rasante Anstieg des Anbaus von Mais für Biogasanlagen hat diesen Trend weiter verschlimmert.

Schutz in Mecklenburg-Vorpommern Etwa 80 % der deutschen Schreiadler-Population lebt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ver-breitungsschwerpunkte sind die Regionen Nordvorpommern und die Feldberger Seenland-schaft. Damit der „Pommernadler“ in MecklenburgVorpommern eine Zukunft hat, hat die Deutsche Wildtier Stiftung im Jahr 2010 ein Projekt zur modellhaften Sicherung von fünf Schreiadler-Lebensräumen gestartet. Mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Klara SamariterStiftung wer-den Maßnahmen zur Verbesserung der Brut- und Nahrungshabitate durchgeführt. Die Maß-nahmen im Offenland betreffen dabei in erster Linie die Schaffung und Sicherung extensiv bewirtschafteter Grünlandflächen. Außerdem werden Brachstreifen angelegt und Kleingewäs-ser renaturiert, um den Beutetieren des Schreiadlers gute Lebensbedingungen zu schaffen. In den Brutwäldern der fünf Untersuchungsgebiete wurden Waldschutzareale ausgewiesen. Die Maßnahmen, die in diesen Arealen von einem kompletten Nutzungsverzicht bis zu eingeschränkter Pflege wertvoller Edellaubholzbestände reichen, garantieren die langfristige Eig-nung dieser Wälder als Bruthabitat für den Schreiadler. Abgesichert werden die Maßnahmen durch einen Vertrag zwischen der Deutschen Wildtier Stiftung und den Grundeigentümern. Mit der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern wurde bereits eine entsprechende Vereinbarung geschlossen, um drei Waldschutzareale zu sichern. Um den Rückgang unserer kleinsten Adlerart aufzuhalten, müssen geeignete Instrumente entwickelt werden, die in Zusammenarbeit mit den Landnutzern eine schreiadlergerechte Nutzung von Wald und Offenland ermöglichen. Die Ergebnisse aus dem laufenden Projekt sollen daher in die Agrarumweltpolitik einfließen und sind ein Modell für alle noch verbliebenen Brutgebiete in Deutschland.

Jagd und Jäger können helfen Neben den Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft spielt der illegale Abschuss auf dem Winterzug eine zentrale Rolle als Rückgangsursache der Schreiadler. Der Thermiksegler fliegt während seines ca. 65tägigen Zugs nicht über das offene Wasser des Mittelmeeres, sondern über den Bosporus und über die Länder des Nahen Ostens. Vor allem in der Türkei, dem Libanon und in Syrien droht ihm dabei Gefahr durch Abschuss. Aber auch auf Malta, ei-nem Mitgliedstaat der Europäischen Union, wurde 2007 ein in Deutschland beringter Jungadler von Wilderern abgeschossen. Für die Deutsche Wildtier Stiftung ist ein Eingreifen in inter-nationale Schutzbemühungen nicht einfach. Daher versucht sie das Sekretariat der „Bonner Konvention“ (CMS) zu unterstützen und international agierende JagdGrambow • Jadg Aktuell

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organisationen wie den Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) zu sensibilisieren. Ein erster Schritt ist die Ratifizierung des Afrikanisch-Eurasischen Greifvogelabkommens durch Deutschland. In Deutschland gehören Schreiadler zu den so genannten Doppelrechtlern, das heißt sie un-terliegen sowohl dem Jagdrecht als auch dem Naturschutzrecht. Als bejagbare Tierart sind sie ganzjährig geschont. Mit der mit dem Jagdrecht verbundenen Hegepflicht liegt der Schutz der Schreiadler auch in den Händen der Jägerschaft. Aus diesem Grund sollte in Revieren, in de-nen auch der Schreiadler jagt, besondere Rücksicht genommen werden. Eine gesetzliche Verpflichtung ergibt sich bereits aus den Vorgaben der Horstschutzrichtlinie:

Nestbau Ein Pommernadler braucht Platz – vor allem einen ruhigen Beobachtung Es wäre schade, den Pommernadler irgendwann nicht mehr beim jagen zusehen zu können

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In der Horstschutzzone ist im Wald wie im Offenland vom 1. März bis zum 31. August die Jagdaus-übung untersagt. Auch das Vorhandensein stationärer jagdlicher Einrichtungen, wie z.B. Hochsitzen ist hier verboten. Darüber hinaus gilt es, die Jagdausübung auch jenseits der 300 m-Schutzzone zu reduzieren. Vor allem eine intensive Bockjagd im Mai kann die zeitglei-


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che Brut beim Schreiadler stören. In Schreiadler-Revieren kann die Bockjagd im Mai die Brut der Schreiadler stören (Foto: M.Begander). Auf der anderen Seite aber stimmen die Interessen des Schreiadlers gut mit denen der Jäger überein. Wildäsungsflächen im Wald oder am Waldrand und die Gestaltung von Hecken, Waldrändern und Feuchtbiotopen erleichtern dem Schreiadler die Nahrungssuche. Die jährli-che Mahd von Waldwiesen, Grünland und Stilllegungsflächen ist eine weitere Möglichkeit für Jäger, ihrer Hegepflicht nachzukommen. Auf diese Weise werden Jagdausübung und Wild-schadensverhütung erleichtert und gleichzeitig dem Schreiadler geeignete Nahrungshabitate zur Verfügung gestellt.

Gut zu wissen Im September 2011 hat die Deutsche Wildtier Stiftung ein Symposium rund um den Schreiadler veranstaltet. Den Tagungsband, der im Frühjahr 2012 veröffentlicht wird und weitere Informationen zum Thema „Pommernadler“ erhalten Sie unter Tel. 040 73339 - 1876 oder per Mail: A.Kinser@DeWist.de.

Credits: Foto – Martina Begander

Der Adler ist ein stolzes Tier und aus MecklenburgVorpommern nur schwer weg zu denken.

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Das Grambower Moor und sein Förderverein Das Grambower Moor liegt etwa acht km westlich von Schwerin in einem deutlich ausgeprägten, ursprünglich abflusslosen Becken im unmittelbaren Rückland der Hauptmoräne des Frankfurter Stadiums der Weichselkaltzeit.

Text: Walter Thiel

Das Grambower Moor war ursprünglich ein See mit vielen Untiefen, der allmählich verlandete. Es bildete sich ein Verlandungsmoor. Der Übergang vom Verlandungsmoor.

Das Grambower Moor (Niedermoor) zum Regenmoor (Hochmoor) setzte vor etwa 6 000 Jahren vor heute ein und führte zur Bildung des so genannten Schwarztorfes (stark zersetzter Wollgras-Torfmoostorf ). Vor ca. 2 500 Jahren vor heute setzte die Weißtorfbildung ein. Der höchste Punkt des einstmals urglasförmig aufgewölbten Regenmoores erreichte am Ende seiner ungestörten Entwicklung südlich des Großen Moorsees etwas mehr als 50 m über NN. Damit betrug die Höhendifferenz zwischen Moorrand und Moorzentrum ca. 2 bis 3 m. Heute muss man davon ausgehen, dass die natürliche Oberfläche des Moores nur noch an sehr wenigen isolierten Punkten vorhanden ist und die ausgeprägte von Nord nach Süd gerichtete Neigung der gegenwärtigen Mooroberfläche ursprünglich nicht oder nur in sehr abgeschwächter Form vorhanden war. Das Einzugsgebiet des Grambower Moores war ursprünglich ein echtes Binneneinzugsgebiet von ca. 46 km² ohne natürliche oberirdische Abflüsse. Mit dem Bau des Ottergrabens und der Zare wurde das Grambower Moor an die Vorflut angeschlossen und entwässert seitdem in die Sude. Neben der Entwässerungsfunktion hatten die Zare und der Ottergraben im Mittelalter auch die Aufgabe, die Wasserversorgung der an der Sude liegenden Wassermühlen bei Walsmühlen zu verbessern. Auf Grund dieser Situation muss davon ausgegangen werden, dass sich der relativ geringe natürliche Abfluss aus dem Grambower Moor während des Mittelalters sogar in einem das Moorwachs66

Grambow • Jadg Aktuell

tum begünstigenden oberflächlichen Wasserzufluss wandelte. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts ist die natürliche hydrologische Situation durch vielfältige wasserbauliche Maßnahmen nachhaltig verändert worden. Jetzt erfolgte eine schnelle und intensive Moorentwässerung, um günstige Voraussetzungen für die Brenntorfgewinnung zu schaffen. Das gegenwärtige Entwässerungssystem für das Grambower Moor wurde in seinen Grundzügen bereits zwischen 1800 und 1840 angelegt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren das Bett der Zare und des Ottergrabens durchgehend vorhanden und die Trockenlegung endgültig eingeleitet. Von diesem Zeitpunkt an kam das Torfwachstum im Grambower Moor endgültig zum Stillstand und es setzte eine massive Bewaldung durch natürliche Sukzession ein. Trotzdem wurde von 1986 – 1988 der Ottergraben noch einmal um über einen Meter vertieft.

Das Grambower Moor


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Ein einmaliges Schauspiel für Auge und Ohren ist die der Balztanz der Kraniche im ersten Morgenlicht.

Morgenstimmung Großen Moorsee im Morgennebel

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Die Aufgaben sind in der Fördervereins-Satzung § 2 wie folgt formuliert: Der Verein hat die Aufgaben: - die Wiedervernässung des Grambower Moores zu fördern, - die Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes zu unterstützen - Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Grambower Moor zu betreiben, - pädagogisch wirkenden Einrichtungen und anderen interessierten Gruppen die Wahrung der natürlichen Umwelt am Beispiel des Grambower Moores durch praxisbezogene Vermittlung nahe zu bringen Kraniche auf den wiedervernässten Frästorfflächen

Nutzungsgeschichte des Grambower Moores Die letzte Glashütte, die hier bis 1837 gearbeitet hat, heizte nur noch mit Torf. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Schwerin von hier mit Brenntorf versorgt, auch nach dem ersten Weltkrieg und dem zweiten Weltkrieg war es so. Während des zweiten Weltkrieges wurden in einem Teil des Moores sogar Kartoffeln und Rüben angepflanzt. Danach wurde Torf hauptsächlich für gärtnerische Zwecke abgebaut. In den 1970er Jahren wurde Schwarztorf dann von der NATO zu einem strategischen Rohstoff erklärt und auf die Embargo-Liste gesetzt. Fortan durfte die BRD keinen Schwarztorf mehr an die DDR liefern. Hintergrund war die Tatsache, dass die aus Schwarztorf hergestellte Aktivkohle um ein vielfaches wirksamer ist alle andere Aktivkohle und somit nicht nur eine große Bedeutung für die pharmazeutische und chemische Industrie sondern gerade deswegen auch für die Erzeugung von Raketentreibstoff erlangte. Dazu musste der Torfabbau kurzfristig auf den Abbau von Schwarztorf umgestellt werden. 1990 kam das Grambower Moor dann als Bergwerkseigentum an die Treuhandanstalt, und die plante den Abbau von ca. 4 Mill. m³ Torf auf einer Fläche von über 200 ha. Das konnte zum Glück verhindert werden. Gegenwärtig wird im Grambower Moor nur noch auf fünf Hektar Torf für medizinische Zwecke abgebaut. Übrigens die Stubben, die dabei zu Tage treten, sind mehr als 4000 Jahre alt und zeigen uns, dass das Moor damals schon einmal ausgetrocknet und Zweimal hat es in jüngerer Zeit aufgrund der Austrocknung auch schon größere Moorbrände gegeben: In den 1950er Jahren auf den Flächen am Großherzogdamm im 68

Grambow • Jadg Aktuell

Bereich der ehemaligen Zülower Landwirtschaftsflächen und dann im Zentrum des Moores im Jahre 1970. Im Ergebnis der Nutzungsgeschichte und der Moorbrände präsentierte sich das mit fast 600 ha zweitgrößte Regenmoor in MecklenburgVorpommern mit einer Vielzahl unterschiedlich großer Torfstiche, verteilt im gesamten Moor sowie ein viele Kilometer betragendes Grabennetz, dass das Wasser auf dem schnellsten Wege in die umgebenden Vorfluter 7. Bild vom Grambower Moor nach 200 Jahre Torfabbau ableitete. Der Rest, das ist hochstämmiger Birken- und Kiefernwald. Oberflächige Zuflüsse in das Grambower Moor können derzeit ausgeschlossen werden, da sie vollständig durch Randgräben abgefangen und wieder nach außen abgeleitet werden. Somit wird das gesamte Moor heute fast ausschließlich durch Regenwasser versorgt, das größtenteils wieder durch Transpiration der Pflanzendecke (insbesondere der Gehölze) und Abfluss dem Moor verloren ging.

Gründung des Fördervereins Der geplante Torfabbau im großen Stile war auch die Veranlassung gewesen, dass sich im Herbst 1992 im Grambower Schloss (damals war es noch benutzbar) Naturschützer und einfach nur Menschen zusammenfanden, die mitwirken wollten, um dem Moor wieder auf die Beine zu helfen und gründeten den Förderverein Grambower Moor e.V.. Dabei war allen Beteiligten von Anbeginn klar, Moorschutz ist neben dem Schutz von besonderen Lebensräumen auch Schutz unseres Klimas durch verringerte Freisetzung von Kohlendioxid.


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Förderung der Wiedervernässung Nach dem Motto: „Mutig sind nur die Ahnungslosen“, machten sich die Vereinsmitglieder sofort an die Aufgabe und traten als Träger einer 15-köpfigen ABM auf, um das vorliegende Projekt von Dr. Voigtländer umzusetzen, soweit die Flächen entweder durch die Landesforst oder durch die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V verfügbar gemacht werden konnten. Von den Mitarbeitern der ABM wurden von 1994 - 1998 über 100 Staue in das Grabensystem des Moores gebaut, um dem Wasser den Weg von innen nach außen zu verwehren, oder vorsichtig optimistisch ausgedrückt, ihm doch wenigstens das Abfließen deutlich zu erschweren. Ein kleiner Rest musste leider ausgelassen werden und die Vorflut konnte auch nicht angefasst werden. Daran wird gegenwärtig unter Regie der Landgesellschaft MV gearbeitet. Parallel dazu wurde das Moor mit 567 ha nun bereits zum dritten Mal unter Naturschutz gestellt. 1939 wurden schon einmal 313 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen, aber trotzdem nach dem II. Weltkrieg wieder Torf abgebaut. 1982 wurden abermals 123 ha unter Naturschutz gestellt, ohne den Torfabbau zu beenden und auch ohne auf die Unterschutzstellung von 1939 Bezug zu nehmen. Das Grambower Moor ist wirklich in allen Belangen ein besonderes Gebiet. Deswegen ist es wohl auch zu Recht zusätzlich als FFH-Gebiet ausgewiesen worden.

brüten 40 – 50 Kranichpaare. Ab Ende August streben die Brutpaare der Umgebung mit ihren flüggen Jungen ebenfalls zum Schlafen ins Moor. Der Schlafplatz füllt sich dann allabendlich mit über 300 Kranichen. Während des Herbstzuges im Oktober und November können es kurzzeitig auch bis zu 850 Kraniche werden. In diesem Frühjahr waren es gar schon einmal 1.800. Ihre Nahrung suchen sie am Tage auf den Feldern der Umgebung. Mit Vorliebe werden Mais und Weizen verzehrt.

Die beiden Moorseen Aber das Grambower Moor verfügt trotz aller Eingriffe immer noch über zwei natürliche Moorseen, umgeben von Schwingmoorbereichen, die sich nach wissenschaftlichen Untersuchungen durch BIOTA als die naturnahesten Regenmoorflächen in Mecklenburg-Vorpommern entpuppten. Danach kommt das hier festgestellte Artenspektrum an regenmoortypischen Insekten dem naturnaher Regenmoore von allen Regenmooren in MeckPomm am nächsten. Es handelt sich um eng angepasste und meist konkurrenzschwache Insektenarten, die vornehmlich zentrale Bereiche des Ökosystems besiedeln. Die besondere Anpassung dieser Arten besteht jedoch nicht darin, dass sie besonders robust und unempfindlich gegenüber extremen Umweltbedingungen sind. Ihre Anpassung an diesen Naturraum

Die Torfstiche nach der Wiedervernässung Erstaunlich schnell wurden die großen Torfstiche entlang des Großherzog-Dammes von einer Schwimmdecke überzogen. Auffällig ist auch die Ausbreitung des Sumpfporstes im gesamten Moor. Gemeinsam mit dem Schmalblättrigen und dem Scheidigen Wollgras prägt er jedes Jahr Ende Mai/Anfang Juni großflächig das Bild im Moor. Auch die kläglichen Reste bunter Tormoosrasen haben sich seither deutlich ausgebreitet. Welche Bedeutung für die Insektenwelt selbst ein stark in Mitleidenschaft gezogenes Regenmoor in unsere durch und durch genutzte Umwelt hat, zeigt auch die Tatsache, dass unsere Entomologen bisher über 830 Schmetterlingsarten nachweisen konnten. Die allermeisten davon sind Kleinschmetterlinge, die manch einer gar nicht als Schmetterlinge wahrnimmt, eher für so eine Art Mücken hält. Apropos Mücken, die freuen sich wirklich über jeden Moorbesucher.

Augenschmaus Rundblättriger Sonnentau mit Weißling

Moosbeerenblüte mit Fliege

Die Reaktion der Kraniche Die ehemaligen Frästorfflächen haben die einheimischen Kraniche sofort als ihren Schlafplatz erkoren. Im Sommer schlafen im Grambower Moor ca. 150 Nichtbrüter. Nur 2 – 3 Kranichpaare ziehen ihre Jungen unmittelbar im Moor auf. Doch in den Waldmooren der näheren und weiteren Umgebung des Moores Grambow • Jadg Aktuell

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besteht darin, dass sie sehr geschickt und aktiv die für sie geeigneten Temperaturbereiche aufsuchen, wie sie sich im Verlaufe des Tages in den Moorschlenken, zwischen den Bulten sowie in den unterschiedlichen Höhen der Strauch- und Baumvegetation herausbilden. Grundvoraussetzung für die Existenz dieser Arten ist damit vor allem eine ausgeprägte Strukturvielfalt der Mooroberfläche. Genau das ist auf den Schwingmoorflächen des Grambower Moores noch weitestgehend der Fall. Das ist aber auch der entscheidende Grund dafür, dass viele dieser Arten in anderen Bereichen des Moores sowie in anderen Regenmooren im Lande fehlen. Die regenmoortypische Vegetation breitet sich nach den Renaturierungsmaßnahmen in aller Regel sehr schnell wieder aus, aber bevor die typischen Strukturen aus Schlenken und Bulten wieder entstanden sind, vergehen oft Jahrhunderte. Belege dafür liefern uns die gleichen Untersuchungen auf bereits seit fast hundert Jahren renaturierten Regenmooren in Mecklenburg-Vorpommern, wo diese Arten zu einem erheblichen Teil noch immer fehlen. Spätestens hier müssen wir uns bei unseren Moorführungen jedes Mal fragen lassen, wozu dann der ganze Aufwand, wo wir doch die „wahren“ Erfolge gar nicht mehr erleben. Unser Vorschlag auf den Exkursionen, uns doch in 300 Jahren wieder im Moor zu treffen, lässt dann jedes Mal ein verklärtes Lächeln auf den Gesichtern der Exkursionsteilnehmer aufleuchten. Die Vorstellung ist verlockend. Leider fehlen uns trotz aller Behauptungen die Belege dafür, dass es schon jemandem geglückt ist. Moor-Renaturierung erfordert eben einen langen Atem, den ein Menschenleben alleine nicht aufbringen kann. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, die noch vorhandenen naturnahen Inseln im Moor über eine durchdachte Renaturierung zu stabilisieren und möglichst großen Teilen des arg geschundenen Moores eine naturnahe Zukunft zu eröffnen.

Zur Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes Der Förderverein hat einen Betreuungsvertrag mit dem STAUN jetzt STALU Schwerin für das Naturschutzgebiet Grambower Moor (567 ha). Jedes Jahr ist dazu ein Tätigkeitsbericht abzugeben zu: - aufgetretenen Schäden - durchgeführten Maßnahmen - Öffentlichkeitsarbeit - naturkundliche Beobachtungen - notwendigen Schutz- und Pflegemaßnahmen Um die Wirkung der Staue zu überprüfen wurden 16 Moorwasser-Maßstellen installiert, die die Wasserbewegungen im Niedermoortorf und im Regenmoortorf monatlich registrieren. Die Ablesung erfolgt durch ein Fördervereinsmitglied. Die 70

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Daten werden mit den Grundwasserdaten der Wasserwirtschaft und den meteorologischen Daten per Computerprogramm von Dr. Precker verschnitten.

Die Ausstellung Aber auch die hiesige Bevölkerung weiß die kleine „Wildnis“ vor der Haustür inzwischen zu schätzen. Sieben Dörfer grenzen unmittelbar an das Moor, und die Landeshauptstadt ist auch nur zehn Straßenkilometer entfernt. Es ist auf vielen ehemaligen Wegen aufgrund der 200-jährigen Nutzung leicht passierbar, allerdings nicht durchgängig, da einige Wegabschnitte nach der Renaturierung überflutet sind. Außerhalb der Wege ist es teils sogar gefährlich, weil sich überall im Moorwald verlandende Torfstiche unterschiedlicher Größe verstecken. Um der Wissbegierde und dem Andrang gerecht zu werden, wurde im Vorfeld der Wiedervernässung eine Ausstellung durch die Vereinsmitglieder und Finanzierung durch das UM M-V auf Tafeln gestaltet zur Entwicklung des Moores von der Eiszeit bis heute, zur Nutzungsgeschichte, zu den jetzt anzutreffenden Lebensräumen im Moor und zum

Augenschmaus Rundblättriger Sonnentau mit Weißling


Wiedervernässungs-Konzept. Diese Ausstellung wurde in den letzten Jahren mit Hilfe von BINGO und LUNG, Landesjagdverband, Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V, Round Tabler und vielen Spenden noch erweitert durch Großraum-Vitrinen zu Lebensräumen außerhalb des Moores wie: Wald, Feldweg und Hecke, Ackersoll, Waldrand und Siedlungsraum sowie Jahreslebensraum von Kranich und Rotwild und Lebensraum Totholz sowie eine Kinderecke mit Grabbelkiste, große und kleine Puzzle auch als Pyramide zur Darstellung von Nahrungsketten, Schülermikroskopen, und Bestimmungs-Literatur sowie einigen anderen Dingen. Im Jahr 2010 wurde mit Hilfe von BINGO auch noch eine Besucherlenkungs-Anlage mit Audio Guides installiert. Die Ausstellung kann ganzjährig genutzt werden über das Büro der Jagdschule, worüber auch die vielen Anmeldungen zu erwünschten Führungen einlaufen und an den Förderverein weiter geleitet werden. Während des Weihnachtsmarktes auf dem Gut – einem Wochenende Anfang Dezember - wird die Ausstellung sogar im Schichtbetrieb von den Vereinsmitgliedern betreut. Da kommen dann noch einmal weit über Tausend Besucher hinzu.


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Moorerwachen Kleiner Moosjungfer im Morgentau

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Nestbau Kranich mit Jungvogel

Der Lehrpfad Gestaltet wurde auch ein Lehrpfad als Rundweg, ausgestattet mit Info-Tafeln, finanziell unterstützt durch die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V. Dadurch kann ein Teil des Moores von den Moorbesuchern auf eigene Faust gefahrlos und trotzdem informativ erkundet werden. Die Pflege des Lehrpfades erfolgt durch die Revierförsterei auf Vereinbarung mit der Stiftung für Umwelt- und Naturschutz M-V und in Abstimmung mit dem Förderverein in Bezug auf die konkreten Maßnahmen. Außerdem wurde mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für Umwelt- und Naturschutz M-V ein Informationsheft zur Renaturierung des Grambower Moores sowie ein Faltblatt und ein Flyer gestaltet. In all diesen Dingen stecken mehr als 10.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Exkursionen Der Förderverein bietet gemeinsam mit der Stiftung für Umwelt- und Naturschutz M-V über die Amtsblätter der AnliegerGemeinden und die SVZ jährlich 2 Exkursionen Ende Mai/ Anfang Juni an –also zur schönsten Zeit in einem Regenmoor - die bisher sehr zahlreich wahrgenommen wurden (sogar auf plattdeutsch). Zusätzlich werden jedes Jahr 40 - 50 Moorführungen auf Anfragen durchgeführt. Darunter sind Kindergärten, Schulen und Seniorengruppen aus der Umgebung aber auch aus größerer Entfernung und sogar aus dem Ausland. Auch Kranichführungen werden immer wieder nachgefragt, obwohl es dazu vor Tau und Tag hinausgeht. Wobei sich bisher 13 Mitglieder als Exkursionsführer betätigten. Die Durchführung erfolgt im Stationsbetrieb mit Erläuterungen an markanten PUMA_Anz.Grambow6-12_Layout 1 26.06.12 16:31 Seite 1

Standorten. Damit das auch gut klappt, wurde ein Exkursionsführer ausgearbeitet und während eines gemeinsamen Moorbesuches ausführlich diskutiert. Insgesamt werden jährlich um die Tausend Teilnehmer an den Exkursionen gezählt. Für die Exkursionen mit Kindergärten hat uns unser neues Mitglied Sebastian Christ, ein Student aus Eberswalde einiges ausgearbeitet. In den Kinderseiten des Landkreises NWM und der Hansestadt Wismar sind das Moor und der Förderverein als Anlauf-Adresse verzeichnet.

Dia-Vorträge Des Weiteren werden jährlich mehrere Dia-Vorträge über das Grambower Moor in den Anlieger-Gemeinden und in Schwerin gehalten. Auch hier kommen zwischen 200 und 400 Teilnehmer zusammen.

Gehen Sie auf die Jagd

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In guter Jagdgesellschaft Als passionierter Niederwildj채ger ist die Ehemaligenjagd auf Gut Grambow ein Ereigniss, auf das ich mich jedes Jahr erneut freue. Text: Alexander Stolle


Nach der Jägerprüfung

Glückliche Jäger mit ihrer Trophäe, die sie immer an den Schrecken und das gute Ende danach erinnern wird

Schon auf der Hinfahrt kommen die Erinnerungen an die Lehrzeit auf dem Gut zutage und wenn ich die Straße durch die Dörfer Richtung Grambow fahre, dann ist es irgendwie als wenn man nach Hause kommt. Im Büro der Jagdschule wurde ich begrüßt und bekam auch gleich meinen Zimmerschlüssel. Ein Zimmer in der Alten Försterei. Volltreffer! Der erste Abend wurde in geselliger Runde in einem Dorfkrug verbracht. Man lernte die Mitjäger kennen, trank das eine oder andere Bier und erzählte aus dem Jägerleben.

Der Jagdtag An Jagdtagen fällt es mir komischer Weise nicht schwer früh auf den Beinen zu sein. Das Aufstehen läuft quasi wie geschmiert und das Frühstück auf dem Gut war lecker und reichlich. Nach der Anfahrt ins Revier und der Ansprache des Forstamtsleiters wurden wir angesetzt. Doch mein Wunsch, Schwarzwild zu sehen bzw. ein Stück zu erlegen ging leider nicht in Erfüllung.

Außer 2 Rehböcken, die auch noch hoch flüchtig meinen Stand passierten, konnte ich leider kein weiteres Wild in Augenschein nehmen. Und Böcke haben ab Mitte Oktober bekanntlich Schonzeit! Nach gut 2 Stunden war das erste Treiben an diesem Tag vorbei und wir fuhren in ein ca. 30 Minuten entferntes Revier. Mein Ansteller brachte mich zu meinem Stand. Eine Leiter! Verdammter Mist, dachte ich mir. Was soll ich auf einer Leiter bei einer Drückjagd? Mein Stand war direkt an einem Graben, der in ein Wasserloch mündete. Hinter mir dichtes Stangenholz, vor mir Altholzbestand. Also alle wichtigen Utensilien in der Jacke verstaut, Gewehr auf den Rücken, Rucksack unter die Leiter gelegt und dann hoch. 5 Minuten habe ich gesessen und dann habe ich auch schon Anblick gehabt. Ein Fuchs. Im heimischen Revier habe ich noch nie das Glück gehabt einen Fuchs zu erlegen und hier kommt er nach 5 Minuten. Der Schuss aus meiner Heym SR 30 ließ ihn sofort verenden. Mein Stimmungsbarometer stieg merklich, doch irgendetwas stimmte nicht. Es wurde unGrambow • Jadg Aktuell

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Es knackte im Gehölz und ein Blick hinter mich lieSS mich fast aufhören zu atmen. Eine einzelne Sau – groSS – sehr groSS wie ich fand! Bache oder Keiler?

ruhig hinter mir und ein Blick hinter mich ließ meinen Puls auf 150 steigen. Sauen! Eine ganze Rotte von ca. 12 Stücken wechselten mich an. Was tun auf der Leiter? Ich hatte nur eine Chance. Die Rückenlehne der Leiter musste als Auflage für die Waffe herhalten und die Sprossen der Leiter als Stand. Die Rotte wechselte ins Stangenholz in einer gemäßigten Geschwindigkeit. Für mich gab ein nur eine Chance. Ich musste mir eine Lücke im Stangenholz suchen und warten, dass die Sauen ins Glas laufen. An „mitschwingen“ war nicht zu denken auf meinem „Drückjagdbock“. Die Rotte war gut aufgestellt und auch deutlich ansprechbar. Leitbache, Überläufer und Frischlinge. Ein Frischling sollte es sein und die Rotte lief auch direkt in die von mir gewählte Schneise im Stangenholz. Der Schuss brach und ich sah wie das Stück im Feuer lag. Für mich ist es immer wieder ein irres Gefühl wie das Adrenalin in die Blutbahn schieß. Ob das wohl auch 20 Jahren nach der Jägerprüfung noch so sein wird? Die Rotte zog nun weiter in das Stangenholz und an einen zweiten Schuss war nicht zu denken. Für mich war es zu diesem Zeitpunkt eh schon ein toller Jagdtag. Fuchs und Frischling. Eine schöne Kombination wie ich dachte. Nachdem ich mein Magazin wieder aufgefüllt hatte gönnte ich mir ein Zigarillo und ließ die letzten 10 Minuten in Gedanken an mir vorbei ziehen, doch die Entspannung 76

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Saubere Arbeit Nach dem Vergnügen kommt dann doch die Arbeit

mit dem Zigarillo wurde mir nicht gegönnt. Es knackte im Gehölz und ein Blick hinter mich ließ mich fast aufhören zu atmen. Eine einzelne Sau – groß – sehr groß wie ich fand! Bache oder Keiler? Eine einzelne Bache in der Größe so kurz hinter der Rotte? Unwahrscheinlich wie ich dachte, aber denken ist ja nicht wissen. Doch der Blick auf das Gewaff gab Gewissheit. Ein Keiler! Die Fragen schossen mir durch den Kopf. Darfst du ihn schießen, Alexander? Ja. Frei, aber kostenpflichtig. Ich trug ihm die RWS Evolution im Kal. 30-06 an und auch er lag im Feuer. What a day! Der


Nach der Jägerprüfung

Wunsch den Keiler nach dem Schuss in Augenschein zu nehmen war mehr als groß. Nur das Verbot, den Stand nicht zu verlassen, hatte Bestand. Zu meinem Glück kam kurze Zeit später die Treiberkette und ich bat einen der Forstmitarbeiter den Keiler zu bestätigen. Seine Worte waren: KEILER! Und was für einer! Das Ende der Jagd konnte ich wirklich nicht erwarten, aber als ich ihn dann vor mir liegen sah, war ich wirklich mehr als beeindruckt. Den Abend ließen wir in der Cafeteria auf dem Gut ausklingen. Jeder hatte Anblick oder Waidmannsheil gehabt und reihum erzählte jeder seine Eindrücke vom Tag.

Der Ruhm will gerecht verteilt werden auch wenn jeder seine ganz eigene Erinnerung mit nach Hause nehmen wird

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Nach der Jägerprüfung

Go rdon

Go sch

Viele Sportler müssen auf dem Weg an Die internationale Spitze eine Entscheidung für die sportliche Karriere und gegen Das Studium treffen.

Kann man während seiner aktiven Laufbahn den Grundstein für die finanzielle Absicherung treffen, fällt diese Entscheidung oft nicht schwer. Mit dem Wissen, dass man in seiner Sportart auf das große Geld vergeblich wartet, müssen jedoch viele den Spagat zwischen ihrer beruflichen und sportlichen Karriere meistern und bringen auf beiden Spielfeldern Höchstleistungen unter erschwerten Bedingungen. Gorden Gosch ist einer dieser Fälle. Als Sportschütze ist er für jede finanzielle Unterstützung für seinen kostenintensiven Sport dankbar. Als Student der Agrarwissenschaften ist für ihn jede freie Stunde, die er trainieren kann, wertvoll. Doch das Studium hat für ihn die höchste Priorität, denn darauf kann er sich auch nach der sportlichen Karriere verlassen. Gorden ist Kaderathlet und außerdem der einzige Student der Universität Göttingen, der im Sommer 2011 an der Universiade – den olympischen Spielen für Studierende – in Shenzhen, China teilgenommen hat und dabei die Bronzemedaille gewinnen konnte. Im Interview erzählt er von seinem Werdegang in einer außergewöhnlichen Sportart und seinen Eindrücken aus China. Gorden, du bist Sportschütze und damit eher ein Exot in Göttingen. Wie kommt man zu so einem ungewöhnlichen Sport? (G. Gosch) Das Tontaubenschießen ist eine Disziplin in der Jagdscheinprüfung und da mein Vater Jäger ist, hat mich der Sohn eines befreundeten Jägers da mal mitgenommen. Ich fand das mit meinen 13 Jahren sofort sehr beeindruckend, man schießt dabei nicht mit einem normalen Gewehr auf Scheiben, sondern mit einer Schrotflinte auf Tontauben. 78

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Text: Heiko Schwartz/Roland Zobel

Tontaubenschießen, worauf kommt es da an? (G. Gosch) Das ist eine Sportart, bei der es auf Schnelligkeit und Konzentration ankommt. Die Tontauben werden aus Häusern abgeschossen und innerhalb von 0,5 bis 1,1 Sekunden fällt dann der Schuss. Früher waren es wirklich Tonscheiben, heute sind es Kunstharzscheiben. Was macht einen guten Schützen aus? (G. Gosch) Das Wichtigste ist, dass ich auf den Punkt genau konzentriert bin. Ich muss zwar mein Sportgerät ziemlich oft im Wettkampf hochheben und anschlagen, aber mit Athletik oder Kraft hat das bei 3,75 kg natürlich nicht viel zu tun. Das Schwierigste ist einfach über die Dauer des Wettkampfes die Konzentration zu halten und auf den Punkt Leistung zu bringen. Du trainierst neben dem Schießen fleißig, merkst du denn selbst, dass dir der Ausgleichssport bei deiner Konzentrationsfähigkeit hilft? (G. Gosch) Ja, auf jeden Fall. Sport nebenbei muss sein, wenn ich die ganze Zeit nur rumhänge, habe ich auch im Wettkampf so ein träges Gefühl. Deswegen gehe ich drei- bis fünfmal pro Woche ins Fitnessstudio und laufe. Hast du den Eindruck, dass die Konzentrationsfähigkeit, die dir dein Sport abverlangt, dir auch im Studium zugutekommt?


Nach der Jägerprüfung

(G. Gosch) Ich denke schon, denn die Fähigkeit sich beim Schießen durch einen Wettkampf zu beißen, ist bei der Vorbereitung auf Klausuren auch wichtig. Man muss sich zusammenreißen und zwingen, Leistung zu bringen, auch wenn es einem mal schwerfällt. Das kann man schon miteinander vergleichen. Man sagt ja immer, dass Wettkampfsituationen auch mit Prüfungssituationen vergleichbar sind, kannst du da Parallelen erkennen? (G. Gosch) Ich bin da vor Prüfungen und Wettkämpfen eher die Ruhe selbst, da ich die Situation kenne, auf den Punkt meine Leistung erbringen zu müssen. Manche Leute haben Prüfungsangst – das kenne ich zum Glück nicht, da bin ich schon eher vor Wettkämpfen angespannt. Ich kann mir aber schon vorstellen,

dass der Sport einen da abhärtet und dies dann bei Prüfungen an der Uni positiv zur Geltung kommt. Was hast du beim Sport gelernt, dass dir in der Uni hilft? (G. Gosch) Auf jeden Fall die Zähne zusammenzubeißen. Im Trainingslager hat man irgendwann auch keine Lust mehr, muss da aber durch. Man hält sich einfach vor Augen, wofür man das macht – genau wie beim Lernen. Uni und Leistungssport sind oft schwer zu vereinen, wie würdest du deine Trainingsbelastung bewerten? (G. Gosch) Wir bekommen Trainingspläne vom Bundestrainer. Leider habe ich hier in Göttingen nicht die Möglichkeit unter

Volltreffer Nach der Jägerprüfung 2004 auf Gut Grambow schießt sich Gordon Gosch in die Weltelite

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Manche Leute haben Prüfungsangst – das kenne ich zum Glück nicht, da bin ich schon eher vor Wettkämpfen angespannt. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass der Sport einen da abhärtet.

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Hartes Training Im Winter wie im Sommer muss ein Schütze seine Fähigkeiten gut trainieren

der Woche sportartspezifisch zu trainieren und nutze die Zeit dann zum Kraft- und Ausdauertraining. Dafür trainiere ich dann am Wochenende sehr intensiv. In den Semesterferien oder der direkten Vorbereitung zu Wettkämpfen geht es dann zwei- bis dreimal die Woche auf die Anlage. Du warst in letzten Sommer bei der Universiade in Shenzhen, die mit ca. 11.000 Athleten das größte Multisportevent nach den Olympischen Spielen ist. Was waren da die Eindrücke? (G. Gosch) So ein großer Wettkampf ist natürlich eine perfekte Vorbereitung auf eine WM oder Ähnliches. Die Dimension der Universiade ist gigantisch und hat mich völlig überrascht. Das Leistungsniveau ist fast mit einer WM zu vergleichen und das Zusammenleben mit den verschiedenen Athleten aller Nationen im Dorf war einfach grandios und erweitert den Horizont. Was hat dich am meisten beeindruckt? (G. Gosch) Auf jeden Fall das Ansehen in der Bevölkerung. Da war einfach die Hölle los, überall Plakate, Werbung und wenn man in 80

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der Teamkleidung rumgelaufen ist, musste man ständig Autogramme geben, einfach unfassbar. Das kennt man in Deutschland nicht. Dann noch dieses riesige Dorf mit freiwilligen Helfern überall, die Sportstätten waren einfach gigantisch, viele extra für die Universiade gebaut, und auf den Autobahnen gab es eine „Universiade Lane“. Es gab extra ein Kulturprogramm und einen Vergnügungspark für die Athleten. Aber in einer 18-Millionen-Stadt wie Shenzhen gibt es auch sonst genug zu sehen.

Und sportlich gesehen, was hast du da mitgenommen? (G. Gosch) In so einem starken Teilnehmerfeld zu schießen, ist etwas Besonderes. Dann hatte ich mich nicht optimal auf den Wettkampf vorbereiten können und trotzdem bei den extremen klimatischen Bedingungen meine Bestleistung eingestellt. Das war einfach unglaublich und ist perfekt gelaufen.


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Hinter Schwedischen

Jagdverbandsgardinen Der schwedische Jagdverband geht neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit und hat sein Aus- unD Fortbildungszentrum auf Gut Öster Malma für alle Naturliebhaber zugänglich gemacht. Text: Roland Zobel

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Original schwedisch Alles was die Schweden lieben, kann für deutsche Jäger nicht schlecht sein

Man glaubt es kaum, doch auch in Schweden stehen Jagd und Jäger einer zunehmend kritischen Bevölkerung gegenüber. Mit rund 290 Tsd Jägerinnen und Jägern sind zwar 3,2% der 9 Mio Schweden an der Jagd beteiligt (bei uns sind es nur 0,4 % der Deutschen), jedoch ist auch im hohen Norden Europas der Trend zur Verstädterung der Bevölkerung eindeutig und zunehmend erkennbar. Wie auch bei uns führt das naturferne Alltagsleben in den Städten zu einer Entfremdung von den natürlichen Abläufen und Zusammenhängen in Land- und Forstwirtschaft sowie im Jagdwesen. Daher müssen auch die schwedischen Jäger darauf bedacht sein ihre gesellschaftliche Rolle in der Natur zu definieren und Befürworter der Jagd in der Bevölkerung zu finden und zu fördern. Das Konzept des schwedischen „Jägareforbundet“ ist dabei so aufwendig wie auch bestechend einfach: Erleben, lernen, schmecken könnten die Schlüsselbegriffe in diesem Zusammenhang sein, denn die Schweden haben den Stammsitz ihres Verbandes auf Gut Öster Malma nicht nur um einen großzügigen Wildpark erweitert, sie haben darüber hinaus auch gleich ihre Seminar und Schulungsräume erweitert und an eine angemessene Gastronomie gedacht, die selbstredend eine sehr wildlastige Speisekarte zu bieten hat. Ganze 2,9 Mio SEK hat der Verband in die neue Wildparkanlage investiert und sie damit gleichzeitig zu einer Besucherattraktion etwa eine Autostunde südlich von 84

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Stockholm ausgebaut. So lockt Öster Malma seit dem 1. Mai diesen Jahres nicht mehr nur mit einem vorzüglichen Gastronomieangebot und dem historischen Jagdschloss, sondern hat mit seinen artgerecht angelegten Wildgehegen und Volieren für zahlreiche Besucher aus allen Altergruppen etwas zu bieten. Neben Rot-, Dam- und Muffelwild gibt es auch zwei Paare der prominentesten Vertreter der schwedischen Wildbahn zu bestaunen. Die Elche sind – auch wenn sie in Schweden häufig vorkommen – die absoluten Besucherlieblinge. Eine Besonderheit von Öster Malma sind die Wildvögel, die in den zahlreichen Volieren nicht nur zu bestaunen sind, sondern größtenteils in gezielte Brutprogramme zur Arterhaltung eingebunden werden. Neben den Weisswangengänsen, Birk- und Auerhühnern wird vor allem versucht den in Schweden stark bedrohten Zwerggänsen mit einem aufwändigen Brutprogramm zu helfen. „Wildhege und Ausbildung“, so Ulf Sterler, der verantwortliche Leiter von Öster Malma, waren bereits 1947 mit dafür ausschlaggebende Gründe den Verband na ch Gut Öster Malma um zu siedeln, denn hier hat man genügend Platz alles Notwendige unter zu bringen und vor allem ist man hier draußen mitten in der Jagd und kann jagdliches Wissen auch sofort praktisch nachvollziehen. Annelie Karlsson-Lenksjö, die für die wirtschaftliche Seite des schwedischen Jägergutes zuständig ist, sieht in der Lage und den Möglichkeiten von Öster Malma

Credits: Foto (linke Seite) – Roland Zobel

Die Tierwelt Schwedens ist einzigartig und für jeden Jäger ein wahrgewordener Traum


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Vollkommene Ruhe findet man in Schweden genauso wie perfekte Jagdbedingungen

Im Auftrag von Wild und Mensch – Der Schwedische Jagdverband Der im Jahr 1830 gegründete Jagdverband zählt heute ca. 200 000 Mitglieder. Schon die Gründung des Verbandes war von der Erkenntnis motiviert, das die seit König Gustav III chaotische Bejagung der Wildbestände zu deren Ausrottung führen wird. So leitet der Verband heute in staatlichem Auftrag das Wildmanagement mit dem Ziel das in Schweden heimische Wild nachhaltig jagdlich zu nutzen und die Artenvielfalt in gesunden Beständen zu erhalten. Die Geschäftsstelle des Jägareforbundet befindet sich heute auf Gut Öster Malma. Weitere Informationen sind auch in deutscher Sprache unter www.jagareforbundet.se zu finden. Grambow • Jadg Aktuell

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Je mehr theoretisches Wissen mit tatsächlichem Erleben verknüpft werden kann, umso leichter lassen sich die zusammenhänge in unseren Naturräumen verdeutlichen.

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große Chancen für die Jägerschaft eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und für die Jagd zu begeistern. Damit will die passionierte Jägerin und Hundeführerin nicht in erster Linie mehr Menschen zu Jägern machen, sondern sie vielmehr für die Sache der Jagd, den Artschutz und eine gesunde, schmackhafte Ernährung mit Wildprodukten begeistern. Deshalb bietet das neue Öster Malma nun auch verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten von der Jugendherberge in den historischen Flügelgebäuden des Schlosses bis zu den komfortablen Hotelzimmern direkt gegenüber der liebevoll restaurierten Scheune aus dem 18. Jhr., die heute den Souvenirladen und das Café des Wildparks sowie einen ausgebauten Dachstuhl für wechselnde Kunstausstellungen beherbergt. Das heimische Wild so natürlich wie möglich erlebbar zu machen, so Annelie Karlsson-Lenksjö, ist einer der Wege die wir hier auf Öster Malma in der Naturpädagogik umsetzen wollen. Je mehr theoretisches Wissen mit tatsächlichem Erleben verknüpft werden kann, umso leichter lassen sich die Zusammenhänge in unseren Naturräumen und die nutzbringende Notwendigkeit unseres Wildmanagements auch Nicht-Jägern und Menschen aus urbanen Ballungsräumen verdeutlichen. Annelie und Ulf schlagen mit diesem Konzept quasi zwei Fliegen mit einer Klappe: Als Leiter des jagdlichen Lehrbetriebes auf Öster Malma muss Ulf Sterler immer darauf bedacht sein ein hochwertiges Aus- und Fortbildungsprogramm sowohl für private Jäger als auch für die Ausbildung der Berufsjäger an zu bieten. Als politischer Lobbyverband und repräsentatives Aushängeschild der schwedischen Jägerschaft bedeutet dies immer auf dem aktuellen Stand der Ausbildungstechniken sein zu müssen und auch die Verpflichtung die Inhalte permanent nach den letzten Richtlinien und Forschungsergebnissen zu aktualisieren. Von Annelie Karlsson-Lenksjö, die die Außenwirkung des Jägergutes im Blick behalten muss, fordern die Aufgaben des Verbandes einen gut organisierten und attraktiven Gastronomie und Übernachtungsbetrieb. Mit der Öffnung Öster Malmas für alle Naturliebhaber zahlen sich die Anstrengungen und Investitionen nun doppelt aus. 86

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Ein Besuch auf Öster Malma

Gehen Sie auf die Jagd

Öffnungszeiten Wildgehege 1. Mai – 31. August: tägl. 10 – 16 Uhr (Im September geschl.) Die restlichen Monate: Montag - Freitag 10 – 16 Uhr Jägarboden Café und Hofladen Öffnungszeiten 1. Mai – 30. Juni: tägl. 10 – 16 Uhr (Mittsommerwochenende geschl.) 1. Juli – 31. August: täglich 10 – 17 Uhr Weitere Informationen sind auch in deutscher Sprache unter www.jagareforbundet.se zu finden.


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Bewegliche Ziele zu treffen ist die Hohe Kunst bei der Fasanenjagd

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Salisbury Plains? Nie gehört, wird der Leser sagen – Stonehenge – dass ist aber ein bekannter, mystisch belegter Begriff und UNESCO Weltkulturerbe. Text: HML

Salisbury Plains? Nie gehört, wird der Leser sagen – Stonehenge – dass ist aber ein bekannter, mystisch belegter Begriff und UNESCO Weltkulturerbe. Schon in der früheren Bronzezeit war die Region um Salisbury im heutigen Wiltshire ein bedeutender Siedlungsplatz und viele andere interessante Orte mit großer historischer Bedeutung kann man dort heute noch bewundern. Interessant ist, dass viele Ausgrabungsergebnisse dafür sprechen, dass die Funde der Region in Zusammenhang mit dem deutschen Siedlungsraum stehen und damit bewiesen ist, dass schon zu dieser frühen Zeit ein reger Austausch der Kulturen aus dem germanischen Raum, den in Deutschland siedelnden Kelten und der Region um Salisbury bestand. So konnte man in der Times vor Jahren die Überschrift lesen: Bavarians builded Stonehenge! Aber auch aus späteren Jahrhunderten findet man herausragende Bauwerke, wie z.B. die Winchester Cathedral, eines der bedeutendsten Beispiele der englischen Stabgotik. In wie weit auch hier Bayern am Werk waren ist historisch aber nicht belegt. Grambow • Jadg Aktuell

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Weite Felder, viele Lebensräume für große und kleine Tierarten, die im Wylye Valley bis zum letzten Schuss Schutz finden

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Geographie

Ein typisch englischer Flugwildjagdtag

Aber wir wollen nicht als Indiana Jones die Landschaft erkunden, sondern über die Jagd in dieser faszinierenden Landschaft berichten. Obwohl Plains für Ebene steht ist die Landschaft keineswegs eben. Weite Hügellandschaften, unterbrochen von steilen, schmalen Tälern mit Wiesen machen den Reiz der Salisbury Plains aus. Viele kleine Wälder mit verwunschener Vegetation unterbrechen die großen Felder. Typisch für den Boden ist der hohe Anteil an Kalkstein und Flintstein, so dass der interessierte Landwirt sich wundert, wie das die Bodenbearbeitungmaschinen verdauen können. Können sie aber und die Landwirtschaft auf diesen Böden ist sehr ertragreich. Gute Nährstoffversorgung, bindige Böden mit hohem Kalkgehalt und englandtypisch reichliche Niederschläge aber dennoch schnelle Bodenerwärmung machen die Gegend zu einer wichtigen Agrarregion für England.

beginnt mit einem gemütlichen, reichhaltigen Frühstück – full english- : Eier, gebratener Speck, baked Beans, seltsame Würstchen, ein großer gebratener Pilz- nicht giftig-, Grilltomate, Toast mit Konfitüren und natürlich Tee stärken für den langen Tag an der meist sehr frischen Luft. Denn während der Jagdsaison kann man mit quasi jedem denkbaren Wetter rechnen. So kann man an einem Tag sowohl gemütlich im leichten Pullover in der Sonne stehen, am Nachmittag dann aber schon in fiesem kalten Regen aus allen Richtungen schlottern. Flexibilität in der Kleidung ist hier also gefragt, ein Schlips in allen jagdlichen Lebens-Wetter- und Bekleidungslagen aber ein absolutes Muss. Dann erfolgt die Einteilung der Schützen per Verlosung der Stände und es geht auf in den „Gunbus“ zum ersten Treiben. Die Jagd wird als Vorstehtreiben organisiert. Je nach Gruppengröße gibt es auch Durchgehschützen, die aber nur auf nach hinten abstreichendes Wild schießen dürfen. Klassischerweise besteht eine Jagdpartie aus 6 bis 10 Schützen, 15 Treibern (Beater) und 3 bis 4 Hundeführern (Pickers Up) mit Springer Spaniels und Labradors, wobei die Hunde nicht stöbern, sondern nur für das Apportieren da sind. Zusätzlich fahren noch einige Helfer die Jagd- und Wildwagen und sorgen für das Aufsammeln der Patronenhülsen. Diese Helfer zählen listig die abgelieferten Patronenhülsen und die erlegten Stücke, so dass am Ende des Jagdtages eine recht genaue Statistik den ein oder anderen Schützen zurück in die Realität und damit zum baldigen Schießstandbesuchswunsch befördert. Gejagt wird in 5 bis 6 Treiben über den Tag, unterbrochen vom traditionellen „Elevenses“ – einer Pause nach dem zweiten Vormittagstreiben zur Stärkung mit Kaffee, Tee, Sloe Gin, Suppe, Snacks und Pie, einer köstlichen Pastete im Blätterteigmantel. So beschwingt jagt sich es völlig entspannt bis zum Mittag welches herrlich zubereitet in der Scheune des Manor Houses von

Stockton Manor - Spannende Jagd im Wylye Valley Anders als in den klassischen Ackerbauregionen in Deutschland wird hier aber traditionell die Niederwildhege groß geschrieben und so bietet die Landschaft trotz der großen Strukturen hervorragende Lebensräume für Reb- und Rothühner, Fasanen, Tauben, Hasen, Muntiaks und sehr starkes Rehwild. Integriert in die landwirtschaftlichen Flächen liegen viele kleine und mittelgroße Wildäcker, Hecken und Feldgehölze, die dem Wild über das ganze Jahr Schutz und Äsung bieten. Die Jagd ist ein Teil des englischen Lebensstils und somit in der gesamten ländlichen Bevölkerung breit verwurzelt. Die Treiber und Hundeführer haben mindestens so viel Spaß wie die Jäger, die von dieser lustigen Truppe eigentlich als die Dienstleister für ihr Hobby angesehen werden. Häufig sind die Treiber und Hundeführer denn dann auch besser in Tweed gekleidet als die Jagdgäste. Einer der besten Gutsbetriebe dieser Region ist Stockton Manor in der Nähe von Winchester. Mit über 140 Niederwild-Jagdtagen auf über 2.830 Hektar in der Saison ist Stockton Manor einer der größten Jagdbetriebe in Südengland. Die Saison auf Rothühner beginnt am ersten September, für Fasan am ersten Oktober und endet für beide Flugwildarten am ersten Februar. 5 Berufsjäger (Gamekeeper) um den Inhaber das Jagdbetriebes Barney Stratton kümmern sich ganzjährig um das Niederwildrevier. Ein großer Teil der Rothühner und Fasanen wird in den betriebseigenen Fasanerien aufgezogen und vor der Jagdsaison im Juli/August frei gelassen wobei auch ein großer Teil Naturbruten zu beobachten ist.

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Weiter Informationen & Buchung Barney Stratton: www.stocktonshoot.co.uk/ Lamb at Hindon www.boisdale.co.uk/lamb-at-hindon/

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Stockton gereicht wird. Nach dem Mittag geht es wieder fröhlich ins Revier und am Ende des Tages liegt, je nach Wunsch und Schießfertigkeit der Gruppe eine Tagesstrecke zwischen 50 und 250 Kreaturen auf der Strecke, wobei die Regel eher die hohen um die 200 Vögel als Streckenzahlen zu erwarten sind. Die Jagd endet in der Regel gegen 16.00 Uhr mit Tee und Gebäck. Die Gamekeeper bereiten das Wild küchenfertig vor und übergeben, wenn gewünscht jedem Schützen zwei Stück (one brace) Flugwild für die heimische Küche mit. Der Schütze bedankt sich artig und honoriert die Leistung der Gamekeeper mit einem passenden Trinkgeld in Höhe von 10% der Tagesstrecke in Pfund.Ausklingen wird der Tag dann typischerweise im nahegelegenen gemütlichen Pub „Lamb at Hindon“ beim Abendessen und diversen Drinks vor dem großen Kamin. Wer einmal einen solchen Flugwildjagdtag mit phänomenal fliegenden Vögeln, herrlicher Landschaft und herzlicher Gastfreundschaft miterlebt hat, den wird diese Art der Jagd nie mehr loslassen. Nebenbei ist noch zu erwähnen, dass es in Wiltshire enorm starke Rehböcke gibt. Die englischen Jäger schenken der Jagd auf Rehwild kaum Beachtung, so dass es viele alte und starke Tröphäenträger gibt. Gejagt wird überwiegend auf der Pirsch entlang der Waldränder und Hecken. Die Jagdsaison beginnt hier schon im April und endet im August. Die Blattjagd ist in England und Schottland nahezu unbekannt und daher ein besonders großer Spaß, da der Jagdführer einen erst einmal für komplett verrückt erklärt, die Böcke aber sehr gut springen. Wer es ungewöhnlich liebt, dem bietet die Pirsch auf die Wolpertinger Englands, die Muntiaks (kleine Rehverwandte aus Asien) in den dichten Wäldern eine sehr reizvolle Jagd. Jagd als Naturschutz und lokaler ländlicher Wirtschaftsfaktor. In England gibt es mindestens die gleichen Strukturprobleme wie in Deutschland in den ländlichen Gebieten. Die professionell geführten Jagdbetriebe sind so ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Region. Ein Jagdbetrieb wie Stockton Manor zahlt ca. 300.000,- Pfund Löhne und Aushilfsgelder, Hotelaufenthalte der Jäger, Verpflegung, Vögelaufzucht, etc. jährlich. Mit ca. 15 solchen Jagdbetrieben in der unmittelbaren Umgebung entsteht dadurch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die lokale

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Mit über 140 Niederwild-Jagdtagen auf über 2.830 Hektar in der Saison ist Stockton Manor einer der gröSSten Jagdbetriebe in Südengland.

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Bevölkerung, die Hotels und Gaststätten mit allen daraus resultierenden Struktureffekten. Natürlich wird auch in England die Aufzucht von Fasanen und Rothühnern für die Jagd von Naturund Tierschützern kritisch betrachtet. Der Game and Wildlife Conservation Trust konnte aber über eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen belegen, dass dort wo die Niederwildjagd- und Hege intensiv betrieben wird, die Landschaftsstruktur in ihrer Vielfältigkeit geschützt wird und somit auch


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Gruppenfoto Nach der gemeinsamen Jagd ist die Gruppe zusammengewachsen Hochspannend & weltberühmt Die Jagd auf kapitale Rehböcke in Südengland

und gerade die Singvögel, Reptilien, Amphibien, Insekten und seltenen Pflanzen erheblich artenreicher und zahlreicher vorkommen, als in Gegenden, in denen die Jagd aufgegeben wurde und nur noch intensive Landwirtschaft betrieben wird. Somit ist die Niederwildjagd als Naturschutz nachweisbar und vorerst gesichert – ein Ergebnis was auch in Deutschland beachtet und gehört werden sollte.

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Oben angekommen Richard Gere war auch schon hier

Atemberaubend Schรถne Aussichten

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Der Traum vom Big Sky Country Credits: Fotos – Michael Chilcoat

Text: HML

Amerika ist als Jagdland in Deutschland kaum bekannt. Eher für Sonne, Baywatch und Bikinigirls in Florida, oder den Big Apple "New York" mit der First Avenue, Central Park und Hochhausschluchten, die jede bayrische Klamm eifersüchtig werden lassen.

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Dem Himmel noch ein Stück näher ist man auf dem Rücken der Pferde

Den Himmel auf Erden findet man in Montana auch unter Wasser – beim Fischen

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Gehen Sie auf die Jagd

Credits: Fotos (Diese und nächste Seite) – Michael Chilcoat

Kontakt & weitere Infos unter: www.TheRanchAtRockCreek.com Ihre Anfragen beantwortet gern Maja Kilgore, erreichbar unter: Tel: +1 406 2741624 (Zeitverschiebung -8 Stunden) oder: kilgore@theranchatrockcreek.com. Stichwort: Grambow Magazin

Es gibt in unserem klassisch deutschen Bild von Amerika noch die werbe- und hollywoodgepflegten Stereotypen. wie der Marlboro Mann, die glorreichen Sieben und die anderen heroischen Westernhelden wie Old Shatterhand und dessen Freunde. Bekannt ist Amerika hierzulande natürlich auch dafür, dass die Träume auf der anderen Seite des Großen Wassers manchmal etwas größer sind und schon des öfteren mit viel Energie, Willen und Gründergeist wahr geworden sind. James Manley hatte einen Traum. Aufgewachsen in dem Ostküstenstaat New Jersey, nahe New York, war das regelmäßige Ferienziel seiner Familie zwar amerikanisch, jedoch für US-Ostküstenbewohner ähnlich exotisch wie für uns – Ranches im klassischen amerikanischen Westen. Nach den meist zweiwöchigen sommerlichen Familienurlauben in Montana, Wyoming, Idaho und Colorado wurde dem jungen James mit 10 Jahren klar: 'Wenn ich mal groß bin, bau ich mir eine Ranch'. „Als Kind lebte ich komplett in der Vorstellung von Pferden, Waffen und weiten, offenen Landschaften." Klar ... und was wollten wir so alles mit 10 Jahren? Ist einer von uns Lokomotivführer, Feuerwehrmann oder Pilot geworden? Nun - Amerika ist nicht Deutschland und James Manley nicht Hans Maier. In der neuen Welt kämpft man für seine Träume. Als James seinen Traum mit ernster Miene seinem Vater vortrug, schüttelte sich dieser vor Lachen, war doch die Vorstellung für einen gestandenen Ostküstenbewohner eher absurd. Für James Manley hingegen lebte dieser Traum immer fort -

auch wenn Ihn sein Weg vorerst in eine ganz andere Richtung führte. Nach einer Bilderbuchkarriere in großen amerikanischen Geldinstituten und an der Wall Street gründete James Manley 1995 die Atlantic-Pacific Capital (www.apcap.com) in der er bis heute Vorstandsvorsitzender ist. Innerhalb von nur 15 Jahren entwickelte er APCAP zu weltgrößten unabhängigen Gesellschaft für Kapitalbeschaffung, Investmentplatzierung und Beratung im Bereich Alternative Investments. Der Erfolg von APCAP ermöglichte es James nun seinen Traum in die Realität unzusetzen. Und er hatte seine Vorstellungen sehr konkret reifen lassen. Seine Ranch sollte umgeben von Bergen mit moderatem, fruchtbaren Klima, satten Weiden, einem Fluss, aber ohne giftige Schlangen und lästige Grizzlys sein, möglichst in der Nähe eines Skigebietes und einer verlassenen Goldgräberstadt. Wilder Westen pur hieß das Programm. Nach der Besichtigung von über 700 Ranches fand er dann endlich in Montana seinen Traum – The Ranch at Rock Creek. Das Schöne ist, diesen Traum können wir mit James Manley teilen ohne gleich eine Ranch kaufen zu müssen. Denn die Ranch mit den deutschen Gastgebern Maja & Thomas Kilgore empfängt die Leser des Grambow Magazins gern als ihre Gäste. Nördlich des Yellowstone Nationalparkes schlängelt sich der Rock Creek malerisch durch die rund 2.700 Hektar große Ranch. Rinderzucht, Pferdezucht und Weidewirtschaft prägen die Landbewirtschaftung. Für Jäger, Fliegenfischer und Reiter Grambow • Jadg Aktuell

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Auf dem Rücken der Pferde von Montana findet man nahezu alles, außer Entspannung

lockt die weite abwechslungsreiche Landschaft. Wapiti, Weißwedelhirsche, Elch, Coyote, Berglöwe und zahlreiche Enten versprechen spannende Jagderlebnisse und der Rock Creek gilt als eines des besten Forellengewässer Montanas überhaupt. Ein besonderes Schmankerl ist der große Tontaubenparcour auf dem geübte Flintenschützen genauso wie völlige Greenhorns ohne Limit unter professioneller Anleitung mit modernsten Krieghoff Waffen oder historischen Gewehren schießen können - Old Shatterhand läßt grüßen. Für Bogenjäger und angehende Bogenschützen bietet ein sehr realistischer 3D Parcours auf Wildtierattrappen beste Bedingungen. Wer hier jagen möchte sollte im Vorfeld unter http://fwp.mt.gov/hunting/ licencenses/availableLicenses.html einen Antrag stellen. In den USA gilt ein Lizenzsystem auf Zuteilung. Für einen Familienurlaub ist die Ranch schlichtweg ein Traum. Was kann man mehr erwarten als Reiten, Jagen, Fischen, Wellness und Gourmetküche nach bekannt hohen Relais & Chateau Standards und ohne steife Attitüde. Die wundervolle Granite Logde im modern-edel-lässigem Western Style empfängt ihre Gäste mit authentisch-herzlichem Charme. Die Unterbringung erfolgt in luxuriösen Private Homes, in der Lodge oder in Zelten im Glamping-Style direkt am Rock Creek. Noch nichts von Glamping gehört? Dann fragen sie mal Kate Moss, Jamie Oliver und Co. Das ist der neueste Trend. Camping de Luxe - Einschlafen mit dem Gesang der Vögel, Aufwachen ohne Mückensticke, Schnupfen und Kreuzschmerz. Die Bilder sprechen hier für sich.

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Wandern auf den Spuren von Hemingway Beim Stöbern auf Wachteln kann man den Lärm der Welt um sich herum vergessen


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Coole Bilder

Der Neue Tausendsassa aus dem Hause Nikon vereint die besten eigenschaften eines wahren jägers – Blitzschnell und hart im nehmen: Die Nikon Coolpix AW 100 Text: Heiko Schwartz

Der erste Eindruck Der erste Eindruck des Gehäuses erweckt nicht den Eindruck einer Outdoor-Kamera. Erst die Tarnoptik verleiht ihr ein entsprechendes Aussehen. Die Frontblenden sind in verschiedenen Farben erhältlich. Das Tarnoutfit ist für den Outdoor-Einsatz ansprechend und für jagdliche Zwecke anzuraten. Die Blenden sind aufgeklebt und können sich lösen. Dies ist wohl von Nikon so nicht angedacht. Sie wirkt fast wie ein Wechselcover. Die Kunststoff-Bedienelemente auf der Rückseite sind übersichtlich, könnten jedoch etwas liebevoller gestaltet sein. Die Bedienung An der Bedienung gibt es dagegen wenig auszusetzen: Alle Tasten verfügen über einen festen Druckpunkt, besonders der geriffelte Auslöser überzeugt mit präziser Mechanik. Nikon hat

Automatik/Outdoor Kameraklasse Maximale Auflösung................... 15,9 Megapixel Bildgröße....................................4.608 x 3.456 Pixel Video-Auflösung..........................1.920 x 1.080 Pixel Display.......................................3,0 Zoll Display-Auflösung.......................460.000 Subpixel Display schwenkbar..................... Display-Helligkeit anpassbar........auto. Sucher........................................ Bildsensor-Typ............................ CMOS Bildsensor-Größe.........................1/2,3 Zoll Optisches Zoom...........................5,0fach Minimale Brennweite..................28 mm Maximale Brennweite.................140 mm Optischer Bildstabilisator.............Linse beweglich gelagert Mindestabstand Makro............... 1 cm Lichtstärke Objektiv (W, T).........1:3.9 - 1:4.8 Aufnahme-Modi.........................Automatik, Programm Aufnahme-Programme................ 25 Motivprogr., auto. Pr.-wahl Panorama-Programm..................Schwenkpanorama Minimale Verschlusszeit (A).........1/1.500 s Maximale Verschlusszeit (A).........1,00 s 100 Grambow • Jadg Aktuell

die AW100 als Automatik-Kamera konzipiert, wie die Einstellmöglichkeiten zeigen: Einige Blitzvarianten, Belichtungskorrektur, und das war‘s schon. Manuelle Eingriffe bei der Blende oder Belichtungszeit sind nicht möglich. Das 3-Zoll-Display beinhaltet eine ausreichend hohe Auflösung. Das Kunststoffgehäuse soll sehr hohe Stoßenergien aufnehmen können, ohne sich dabei dauerhaft zu verformen bzw. zu zerbrechen. Die Stoßfestigkeit nach Herstellerangabe bis zu einer Fallhöhe von 1,5 m und einer Temperatur bis – 10°C ist für den Outdoor-Einsatz ausreichend. Da der Unterwassereinsatz bei Nikon bis jetzt unbekannt war, möchte man wohl hier neue Wege beschreiten. Über Wasser bietet die Kompaktkamera jedoch alle Merkmale, die man von einer OutdoorKamera erwarten darf. Die Abdeckung des Batterie- und Speicherkartenfaches (SDHC-Karte) ist robust ausgelegt und mit einem Drehmechanismus versehen. Ebenfalls erscheint die Dichtung am Deckel für den angegebenen Wasserdruck ausreichend. Das Umklappen des Deckels beim Öffnen ist etwas

Minimale Verschlusszeit (M)........ Maximale Verschlusszeit (M).......4 s Blende (A)................................. 3,9 - 7,8 Blende (M)................................ Einstellb. Blendenstufen (A, M)....... Min. Empfindl. (ISO min).............ISO 100 Max. Empfindl. (ISO max).............ISO 3.200 Weißabgleich..............................5 Presets, manueller Weißpunkt Auflösung bei ISO min.................1.347 Linienpaare Auflösung bei ISO 400.................1.208 Linienpaare Auflösung bei ISO 800.................1.041 Linienpaare Auflösung bei ISO 1600...............951 Linienpaare Textur- / DT bei ISO min...............70 Punkte / 40 Prozent Textur- / DT bei ISO 400................65 Punkte / 30 Prozent Textur- / DT bei ISO 800................75 Punkte / 25 Prozent Textur-/ DT bei ISO 1.600...............85 Punkte / 20 Prozent EB: DT bei ISO min....................sehr gut (1,0) EB: DT bei ISO 400....................befriedigend (2,7) EB: DTbei ISO 800.....................ausreichend (3,5) EB: DT bei ISO 1600..................mangelhaft (5,2) Rauschen bei ISO min..................2,11 VN (2,2 VN1; 1,3 VN3) Rauschen bei ISO 400..................3,07 VN (3,20 VN1; 1,90 VN3)


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gewöhnungsbedürftig. Da er nach unten klappt und somit ein Stellen der Kamera bei der Verbindung zum Computer über das Überspielkabel erschwert. Die Batterieaufladung reicht nach Angabe des Herstellers für ca. 150 bis 480 Bilder in unterschiedlicher Qualität, Belichtung und Ausleuchtung oder ca. zwei Stunden Videoaufnahme. Die Qualität Die Bedienung über die Bedienknöpfe ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist jedoch leicht verständlich, die einzelnen Programmmöglichkeiten einzustellen. Die Einstellungen sind einzeln anwählbar und sehr gut auf dem 7,5 cm Display ersichtlich beschrieben. Qualität, Verarbeitung und Handling spricht für den Hersteller. Das ins Gehäuse integrierte 5fach-Zoom (28140mm, entsprechend Kleinbild) ist so in das Gehäuse verbaut, dass im Betrieb keine beweglichen Teile hervorstehen. Ein Bildstabilisator sorgt für scharfe Fotos ohne Verwacklungen. Das Fach für Akku hat Nikon mit einem Drehmechanismus gesichert. Unter allen Outdoor-Kameras erreicht die AW100 die beste Wertung bei der Bildqualität: 82 Punkte bringen ihr die Note „gut“ ein. 16 Megapixel löst der CMOS-Sensor auf. Die Auflösung ist bis ISO 800 gut – allerdings nur in der Bildmitte. Wie so oft bei Kameras mit innenliegendem Objektiv fällt die Schärfe zum Bildrand hin stark ab. Leichtes Rauschen sehen Sie am Monitor schon ab ISO min, im DIN-A3-Druck ist bis ISO 400 alles bestens. Bei der visueller Prüfung durch die Kameraexperten zeigt die AW100 eine bessere Detailtreue,

Rauschen bei ISO 800..................2,92 VN (3,00 VN1; 2,20 VN3) Rauschen bei ISO 1600................3,80 VN (3,90 VN1; 2,90 VN3) Dynamikumf. bei ISO min..........10,0 Blendenstufen Dynamikumf. bei ISO 400..........9,0 Blendenstufen Dynamikumf.bei ISO 800...........9,0 Blendenstufen Dynamikumf. bei ISO 1600........8,3 Blendenstufen Farbabweichung bei Tageslicht......9,4 DeltaE Max. Chrom. Aberration (W, T)......0,64 / 0,69 Pixel Vignettierung (W, T)...................0,8 / 0,6 Blendenstufen Verzeichnung (W, T)....................-0,1 / 0,0 Prozent Bildformate................................ JPEG Einschaltzeit (bis 1. Bild).............1,4 s Auslöse-Verz. W. (mit AF)............0,18 s Auslöse-Verz. T. (mit AF).............0,42 s Auslöse-Verz. (ohne Fokussieren)......0,04 s Zeitraum zwischen zwei Bildern......1,8 s Serienbild-Geschw. JPEG............ 6,7 Bilder/s Serienbild-Folge JPEG.................3 Bilder Akku-Bezeichnung......................EN-EL12 Preis Ersatz-Akku........................30 Euro Aufnahmen (max.)......................480 Fotos Akku aufladen............................Ladegerät

als die Messwerte vermuten lassen. Bei der Auslöseverzögerung überzeugt die Nikon voll und ganz: 0,18 Sekunden im Weitwinkel und 0,42 Sekunden im Tele eignen sich auch für Schnappschüsse. Serienbilder schießt die AW100 schnell (6,7 Fotos/Sekunde), allerdings dauert die Serie nur eine halbe Sekunde. Videofilmern stellt Nikon eine gut nutzbare FullHD-Funktion bereit: Fokus und Zoom sind auch während der Aufnahme nutzbar, zudem können Sie bei der Aufnahme das AF-Hilfslicht als Filmlicht verwenden. Das kleine Extra Neben einem Kompass besitzt die AW100 auch einen GPS-Empfänger mit Karten- und Tracking-Funktion. Die GPS-Funktion überzeugt: Unter freiem Himmel erkennt die Kamera die aktuelle Position binnen 30 Sekunden und zeigt sie auf einer Karte an. Das Fazit Die AW100 platziert sich mit Sicherheit unter den besten Outdoor-Digitalkameras. Die Kamera bietet eine insgesamt gute Bildqualität, unter den robusten Kameras sogar die beste. Die Videofunktion gefällt ebenfalls. Für den Außen- und Unterwassereinsatz scheint die AW100 ausreichend geschützt. Die Kamera reagiert für Schnappschüsse ausreichend schnell und verfügt auch über genügend Motivprogramme. Manuelle Einstellungen sind jedoch nicht vorgesehen.

Video: max. Akkulaufzeit............1:52 Stunden Video: Container-Formate.......... MOV Video: Codecs..............................H.264 Video: max. Länge.......................29 Minuten Video: Kontinuierlicher Fokus..... ja (geräuschlos) Video: Ton................................. internes Mikrofon (Stereo) Video: Optisches Zoom.................möglich (leises Zoomgeräusch) Video: Ausgänge..........................HDMI (1.080i), AV-Out Speicherkarte..............................SD-HC-/XC-Karte Interner Speicher.........................83 MByte Blitzschuh.................................. GPS-Empfänger......................... ja Wasserwaage............................... Wasserdicht................................ bis 10 Meter Abmessungen..............................110 x 65 x 23 mm Gewicht..................................... 180 Gramm Legende W - Weitwinkel T - Tele A - Automatik

M DT EB AF -

Manuell Detailtreue Experten-Beurteilung Autofokus

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Lifestyle

Die Gründerin des Blogs "Klüngelkram" kennt sich mit den Stilfragen aus

Sylvia von Braunschweig

Jagen und Sammeln ist nicht nur im Wald ein groSSes Vergnügen. Sylvia von Braunschweig stellt auf Ihrem Blog die Begehrtesten Objekte für sie zusammen. Sylvia von Braunschweig lebt mit Ihrem Mann und ihren drei Söhnen im Kindergarten- und Grundschulalter an der mecklenburgischen Ostseeküste. Die Betriebswirtin und Verlagskauffrau mit großer Marketing-, PR-, und Texter-Affinität sammelt schon lange Internetadressen von besonders schönen Internetshops, in denen man Dinge kaufen kann, die man sonst nur in eleganten urbanen Ballungszentren, auf klassischen Landhaus-Messen oder als Geschenk von Menschen mit "streng geheimen" Quellen bekommt. Ihre Linkliste sprach sich im Freundes- und Familienkreis herum und irgendwann lag die Idee auf der Hand, diese einmal zu veröffentlichen. Gemeinsam mit Ihrem Mann gründete sie 2010 Klüngelkram - den klassischen Lifestyleblog. Was zunächst als "Nebenher"-Beschäftigung zum üblichen Familienwahnsinn, dem Teilzeitjob im Startup-Unternehmen ihres Mannes und dem ein oder anderen Ehrenamt gedacht war wuchs sich nicht zuletzt dank der enormen Nachfrage und Ideen der Leser schnell zu einer gestandenen Fulltime-Aufgabe aus. Im Juni 2012 wurde gemeinsam mit einer weiteren Gesellschafterin die Mercatado GmbH gegründet, die seitdem Betreiberin von Klüngelkram und deren Geschäftsführerin Sylvia von Braunschweig ist.

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Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet. Pipi Langstrumpf

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Klüngelkram ist ein Blog (ein Internetmagazin) für Menschen, die Freude an schönen, eleganten Dingen haben. Die Redaktion berichtet über klassisch inspirierte Internetseiten und Produkte wie Mode, Schmuck, Dekoration, Dienstleistungen, Spielzeug, wichtige Termine für Events mit hoher "Klüngelkramdichte" und führt mit dem KlüngelkramBranchenbuch das größte Verzeichnis von klassisch-schicken Dienstleister und Online-Shops in Deutschland. Im Herbst 2012 ist auf Leserwunsch der Klüngelkram-Shop geplant!

weitere Infos unter: www.kluengelkram.de und auf Seite xxx


Lifestyle

Klassische Schießweste, leicht tailliert,Tweed mit Alcantarabesätzen, verstellbarem Rückenriegel, mit zwei Patronentaschen, 100% Schurwolle, Futter aus 100% Viscosetwill, 298,00 €, Hut, aus Schurwolle mit Fasanenfedern, 59,90 €, Schottische Highlandstrümpfe, 49,99 €, Allrounder-Tasche, exklusive Handarbeit für "Die Fasanerie", aus Canvas, Leder, Messing, ca. 23 cm Durchmesser, 95,90 €, Flintenfutteral, Einschubfutteral, mit Teddyfutter ausgeschlagen, abschließbar, längenverstellbarer Schulterriemen, exklusive Handarbeit für "Die Fasanerie", aus Canvas, Leder, Polyester, ca. 120 cm Länge, gesehen auf www.diefasanerie.de, 189,00 € 108 Grambow • Jadg Aktuell


Lifestyle

präsentiert

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Lifestyle

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Die Jägerin von heute ist durchaus modebewuSSt! Mangels befriedigtem Eigenbedarf und dank excellenter Quellen haben Christina Scheerer und Nina Stankus vor knapp einem Jahr mit “Die Fasanerie” einen sehr hübschen Online-Shop für die elegante Jägerin eröffnet.

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Lifestyle

Umschlagtuch, aus Loden in Hellgrünmelange mit lilafarbenem Einfaß, 199,00 €, Hut, aus Schurwolle mit Fasanenfedern, 59,90 €, Schal, aus moosgrünem Loden und violetter Seide mit durchgehendem Jagdmotiv, gesehen auf www.diefasanerie.de, 79,00 €

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Lifestyle

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Es ist ja kein wildes Geballere. Die Jagd hat Hand und FuSS. Es gibt Gesetze. Der Staat schreibt vor, auf was wie oft geschossen werden darf. Jäger sind Heger. Die Natur kann sich ja schlecht selbst regulieren. Dafür ist der Mensch da. Ralf Schumacher

Blätter-Camouflage-Set " Northern" SWEDTEAM, bestehend aus einer Jacke mit Reißverschluss und zwei geräumigen Seitentaschen, für die perfekte Anpassung sorgen Gummizüge an Kapuze und Jacke, aus 100% Polyester, gesehen auf gutgrambow-fieldsports.de, 89,99 €

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Lifestyle

"Ghillie Forest" oder "Der laufende Komposthaufen", bestehend aus Jacke mit Kapuze, Hose und Gewehrüberzug, staubabweisend, gegen Feuerfunken behandelt, geräuschlos, aus 100% Ployester, gesehen auf gutgrambow-fieldsports.de, 134,99 €

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Erlesene Mode, Schmuck & Accessoires, geprägt von Qualität, Eleganz und Alltagstauglichkeit auSSergewöhnliche Stücke aus kleinen Serien. Die Fasanerie ist ein Label für die Jägerin und für Frauen, die das nicht Alltägliche suchen. Unserer Favoriten: die Umschlagtücher, abgepaspelt und zum Teil farblich zu den Highlandstrümpfen und Seidenloops passend…

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Umschlagtuch, aus Loden in Olivmelange mit rotem Einfaß, 199,00 €, Hut, Schurwolle mit Fasanenfedern, 59,90 €, Schottische Highlandstrümpfe, in verschiedenen Farben, gesehen auf www.diefasanerie.de, 49,99 € 114 Grambow • Jadg Aktuell


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Lifestyle

JackeWoodland realtree Outfox, wasser-, windund wetterfest durch Xbrane, ErgoTarn und Realtree® AP™, atmungsaktiv, geräuscharm, ausgestattet mit geruchsadsorbierendem, auszippbarem ERGOTARN-Filter, besondere Bewegungsfreiheit und Leichtigkeit, gesehen auf gutgrambowfieldsports.de, 399,00 €

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Zu Hause ist es doch immer am schönsten – Wenn man von den DIngen umgeben ist, die einen an die besten Augenblicke im Leben erinnern. Diese und viele weitere Produkte finden Sie unter :www.gutgrambow-fieldsports.de und www.kluengelkram.de

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Die Fotoausbeute 2012

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Lifestyle

Das Jagdgericht "Rebhuhn auf Paprikagemüse"

von Jens Christoph aus "Niedersächsisches Wildkochbuch"

Die Zubereitung (Den Ofen auf 220°C vorheizen.) Die Rebhühner innen und außen mit Knoblauch, Salz und Pfeffer einreiben und mit zerlassener Butter bepinseln. Die Schinkenscheiben auf die Brustseite und über Flügel und Schenkel legen, mit Küchengarn gut zusammenbinden. Die restliche zerlassene Butter in einer Kasserolle verteilen, die Rebhühner mit der Brustseite nach oben hineinlegen und 30 Minuten im Ofen braten. Inzwischen Olivenöl und Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin kurz anschwitzen. 124 Grambow • Jadg Aktuell

Die Paprikaschoten zugeben und unter Rühren ganz leicht anbraten. Die Hitze reduzieren, Thymian, Pfeffer und Cayennepfeffer untermischen und bei nicht ganz geschlossenem Topf fast weich dünsten. Ab und zu umrühren. Rosinen und Apfelwürfel unterrühren. Das Paprikagemüse zu den Rebhühnern geben und die Crème frâiche darüber verteilen. Weiter 10 - 15 Minuten braten und dabei einige Male mit der Sauce begießen. Hierzu passt Reis.


Lifestyle

Gehen ie fd Sie au d g Ja

Zutaten

•2 Rebhühner •1 Knoblauchzehe •Salz und Pfeffer •3 EL zerlassene Butter •2 Scheiben roher, geräucherter Schinken •3 EL Olivenöl •2 EL Butter •1 Zwiebel •1 grüne Paprikaschote •1 rote Paprikaschote •1 TL Thymian •Pfeffer •Cayennepfeffer nach belieben •4 TL Rosinen •1 säuerlicher Apfel •1 Becher Crème frâiche


Vorschau

In der nächsten ausgabe… Grambow Aktuell Heft 07 Juni 2013

Bioenergie und ihre Auswirkungen auf die Landschaft

Wildschaden: Recht oder Gentleman's Agreement

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Impressum

GRAMBOW JAGD AKTUELL Herausgeber Jagdschule Gut Grambow Lange Straße 16 19071 Grambow Telefon: +49 (0)358 666 642 2 Fax: +49 (0) 385 666 642 3 www.jagdschule-gutgrambow.de info@gutgrambow.de

Redaktion, Fotografie & Anzeigenleitung Jagdschule Gut Grambow

Layout, Design & Umsetzung Avantage corporate communications www.avantage.cc welcome@avantage.cc

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PLZ Wohnort Die Belieferung verlängert sich um ein weiteres Jahr, wenn nicht 6 Wochen vor Ende der einjährigen Bezugszeit gekündigt wird. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann ich innerhalb von zwei Wochen nach Absenden der Bestellung ohne Begründung bei der Jagdschule Gut Grambow, Lange Str. 16, 19071 Grambow, in Textform (z.B. Brief oder E-Mail) oder durch Rücksendung des Magazins widerrufen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung.

Datum Unterschrift 128 Grambow • Jadg Aktuell

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Grambow Aktuell - Ausgabe Oktober 2012