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Speaking in Tongues - Aernout Mik im Haus der Kulturen der Welt

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(Einspieldatum: 18.11.2013)

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Speaking in Tongues - Aernout Mik im Haus der Kulturen der Welt

Berlin Daily 25.11.2013 Buchvorstellung und Lesung 20 Uhr: Aufbrüche in die Moderne. Archivpublikation. Lesung von C. M. Antoni /A. Lang aus Briefen /Berichten u.a. von Walter Benjamin, Bruno Taut, Robert Gilbert, Caspar Neher, Werner Richard Heymann und Regine Lutz. Akademie der Künste | Pariser Platz 4 | 10117 Berlin

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AERNOUT MIK: SPEAKING IN TONGUES, Foto: Florian Braun, © Aernout Mik

Der Boden des Konferenzraums ist vollständig bedeckt mit leblosen Menschen. Sie alle sind im Business-Look gekleidet: Frauen im Kostüm, Männer im Anzug. Alle halten die Augen geschlossen. Anzeige Spontan werden unangenehme Erinnerungen geweckt, tief verwurzelt im kollektiven Bewusstsein. Medienbilder kommen hoch. Der Massenselbstmord einer Sekte in Texas, in Uganda, Südamerika, der Schweiz... Doch dann bewegt sich ein Fuß im hochhackigen Schuh, deutlich heben und senken sich Brustkörbe. Ein Coach geht durch die Menge, kontrolliert die Körpersprache sowie die Mimik der liegenden Teilnehmer. Dabei sind die Assoziationen zu religiösen Gruppenerfahrungen nicht zufälliger Natur, sondern vom niederländischen Videokünstler Aernout Mik gezielt evoziert. „ Mich interessiert vor allem die Parallelität zwischen der geschäftlichen und der sakralen Welt“, so Mik. Die obigen Szenen stammen aus einer Videoinstallation „Speaking with Tongues“, die seit dem 15. November 2013 im Haus der Kulturen der Welt (HKW) zu besichtigen ist. Genius Loci

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Im Konferenzraum sowie im Versammlungsraum des Gebäudes hat Mik die Szenen gedreht – unterstützt von den Schauspielern Lars Eidinger, Burghardt Klaußner sowie von ca. 200 Statisten. Sie ahmen die Motivationstrainings in großen Unternehmen nach. Ihr Spiel wird auf fünf Bildwände projiziert. Den Genius Loci – ein ehemaliges Kongresscentrum, das architektonisch durchaus an eine Kirche erinnert – macht sich der Künstler dabei zunutze. Szenenwechsel: Im Konzertsaal des HKW steigen Luftballons auf, Jubelgesten sind zu sehen. Mimik und Körperhaltung der Geschäftsleute lassen Euphorie erkennen. Man meint sie zu hören, doch der Film bleibt stumm. Mik verzichtet auf akustische Untermalung: „Ich

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setze auf die Kraft des Visuellen“. Dies tut er auch im zweiten, dem dokumentarischen Teil seiner Videoarbeit: Zwei Jahre lang hat er Pfingstgemeinden in Rio de Janeiro, Belo Horizonte und in Lagos aufgesucht und deren religiöse Veranstaltungen in meist gigantischen Hallen dokumentiert. So bezieht sich auch der Titel „Speaking with Tongues“ auf die im Neuen Testament geschilderte Erfüllung durch den Heiligen Geist, die zur pfingstlichen Vielsprachigkeit unter den Menschen führte. „Wer glaubt, wird reich“ „Speaking with Tongues“ spürt Momente der religiösen Ekstase auf, aber auch die Konzessionen der Gemeinden an die zeitgenössische, neoliberale Gesellschaft, frei nach der Devise „Wer glaubt, wird reich.“ Dabei betont Mik, dass die Pfingstgemeinden nicht

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nur in den Entwicklungs- und Schwellenländern der südlichen Hemisphäre einen immensen Boom erlebten, sondern längst etwa auch die Vororte von Berlin erreicht hätten. Wohlstand und positives Denken – Kommerz und Erlösung. Mik deckt die Analogien zwischen zwei scheinbar autonomen Welten auf. Mit subtilen Bildern. Und durchgehend tonlos. Bis 12. Januar 2014 ÖFFNUNGZEITEN Täglich 10 – 19 Uhr Ausstellungen Mi – Mo 11 – 19 Uhr Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin hkw.de

Dr. Inge Pett

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Anmerkung der Redaktion zu Aernout Mik: Aernout Mik ist bzw. war unter anderem vertreten bei der:

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- Aichi Trienniale 2013; - Art Basel 2013; - Shanghai Biennale 2012;

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- Sammlung MMK, Frankfurt; - Sammlung DZ Bank, Frankfurt;

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- MoMA Collection; - Hartware MedienKunstVerein (HMKV); Kataloge/Medien zum Thema: Aernout Mik

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Ausstellungsbesprechung: Der Boden des Konferenzraums ist vollständig bedeckt mit leblosen Menschen. Sie alle sind im Business-Look gekleidet: Frauen im Kostüm, Männer im Anzug. Alle halten die Augen geschlossen.

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