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Im Heft: Verbesserte Förderung der Kinder- und Jugendverbände und des Landesjugendrings Junge Biosphäre aktiv für Nachhaltigkeit Landesjugendnetzwerk Vielfalt gegründet Aus den Mitgliedsverbänden

Fotos: Synagogengemeinde Saar

1.000 TeilnehmerInnen setzten am 9. November 2018 anlässlich des 80.Jahrestags der Reichspogromnacht in Saarbrücken ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus. Auch 2019 soll gelten: Wir sind mehr!


Einstieg

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Liebe LeserInnen , s ist viel passiert seit der letzten Ausgabe unseres

zuletzt wieder in der so wichtigen Erinnerungsarbeit für

Info-Aktuell. Wir freuen uns, euch ein pickepacke-

das Saarland. So sind wir seit kurzem im Sprecherrat

volles Magazin mit zahlreichen positiven Beispie-

der „LAG Erinnerungsarbeit“ vertreten und haben aktiv

len aus den Bereichen Jugendarbeit und Jugendpolitik

an der Aktion zum Gedenken an den 80. Jahrestag der

präsentieren zu können.

Reichspogromnacht mitgewirkt. Mit über 1000 Teilneh-

Mit die größte Strahlkraft hat sicherlich die endlich

menden aus Gesellschaft und Politik, darunter viele junge

geschaffte auskömmliche finanzielle Förderung des

Menschen aus den verschiedensten Verbänden, haben wir

Landesjugendrings Saar. Im kommenden Doppelhaushalt

am 9. November ein klares Zeichen gesetzt: „Nie wieder

2019/2020 wird der Arbeitsgemeinschaft aus derzeit 25

Faschismus!“. Schaut man dabei auf die Rechtspopulisten

Kinder- und Jugendverbänden erstmals seit vielen Jahren

und Rechtsextremisten, die im deutschen Bundestag und

genau die Förderung zugesprochen, die sie tatsächlich

mittlerweile allen Landesparlamenten sitzen, zeigt sich,

benötigt. Ein Erfolg auf ganzer Linie und ein markanter

dass es genau jetzt an der Zeit ist, nicht Teil der schwei-

Meilenstein für ein auch in der Zukunft jugendfreundliches

genden Mehrheit zu sein. Wir müssen klare Kante zeigen,

Saarland. Daher gilt hier der Dank allen Menschen, die

für unser Grundgesetz und unsere demokratischen

dazu beigetragen haben, egal ob in der Politik, in den

Werte eintreten und das auch zu jederzeit an jeder Stelle

Jugendverbänden, aber auch in befreundeten Netzwer-

kundtun. Denn in der Jugendarbeit finden wir sie überall:

ken. Am Ende konnte der Landtag gar keine andere

Werkstätten der Demokratie!

Entscheidung mehr treffen. Zwei weitere JugendbildungsreferentInnen-Stellen (nach der bereits ersten geschaffenen in 2018) und die auskömmliche Förderung unseres Jugendserver-Saar komplettieren diese tolle Entwicklung!

Tobias Wolfanger

Einen wichtigen Beitrag leistet der Landesjugendring auch

Vorsitzender

Impressum

Hrsg.: Landesjugendring Saar Stengelstraße 8 66117 Saarbrücken Tel.: 0681/63331; Fax: 0681/63344 E-mail: info@landesjugendring-saar.de Gefördert vom:

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V.i.S.d.P.: Tobias Wolfanger Redaktion: Georg Vogel, Nicole Lammerz (Jugendserver-Saar) Layout: Georg Vogel


Dankeschön-Fahrt in den Europa-Park Ehrenamt braucht Anerkennung und ab und zu auch mal ein Dankeschön! Am Freitag, dem 07.12.18 war es wieder soweit, der Landesjugendring führte seine jährliche Dankeschön-Fahrt für Juleica-Inhaber und -Inhaberinnen in den Europapark durch. 32 Jugendliche und junge Erwachsene sind am Freitagmorgen um kurz vor 8 Uhr gemeinsam in Richtung Rust gestartet. Nachdem man auf den Ein oder Anderen etwas warten musste, packte die Schönstattjugend einen Beamer und einen Laptop aus und spielte kurzer Hand das berühmte Mario Kart im Bus. Am weihnachtlich geschmückten Europapark angekommen ging es dann direkt auch schon los mit Achter-

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Anstehen musste man dank der Jahreszeit kaum und so wurden fast alle Attraktionen des Parks ausprobiert. Gegen halb 8 ging es dann zurück in Richtung Saarland, wo uns unser Busfahrer Achim auch wohlbehalten ablieferte.

bahnen fahren. Obwohl für den Tag eigentlich Regen gemeldet war, hielt das Wetter und es nieselte lediglich zweimal kurz. Am Rest des Tages kam ab und zu sogar die Sonne heraus.

Ein Dankeschön geht an das Sozialministerium und die Sozialministerin Frau Bachmann, die durch Totomittel den Bustransfer finanziert hat, sowie an den Europapark Rust, der den Juleica-Inhaber*innen den Eintritt erstattet hat und an den Landesjugendring Baden Württemberg, der uns die Kooperation mit dem Europapark vermittelt hat.

VSK-Jugend führte Ausgezeichnet! Peter-Pan auf Ehrenamtsnadel für Erik Meisberger Der LJR-Vorstand durfte Gast sein und gratulierte der VSKJugend herzlich zur herausragenden Leistung bei Aufführung ihres Musicals Peter Pan Fliege deinen Traum! (Foto rechts) Es wurden sechs Aufführungen in zwei Besetzungen am 12. bis 14.Oktober in der Stadthalle Dillingen präsentiert. Das Ensemble mit an die 70 Personen von sechs bis 27 Jahren, ein Orga-Team von 20 Leuten sowie ein 30-köpfiger Chor zeigten vollen Einsatz! Ein Paradeprojekt des LJRMitgliedsverbands und beispielhaft für grandiose Jugendarbeit.

Ein herzlicher Glückwunsch gilt Erik Meisberger (auf dem Foto rechts), der im September für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement von Sozialministerin Bachmann die Saarländische Ehrenamtsnadel verliehen bekam. Der Geehrte engagiert sich seit seinem 15. Lebensjahr in einer Vielzahl von Ehrenämtern. Er leitete die Jugendgruppe des Ortsverbandes über fast fünf Jahre hinweg. Als Fachhelfer für Wasserschäden und Pumpen ließ er sich ausbilden und fungiert derzeit als Auslandsspezialist im HCP-Modul (High-Capacity-Pumping) Hessen,

Rheinland-Pfalz, Saarland. Nur ein Jahr nach seinem Antritt als Jugendleiter im Ortsverband wurde Meisberger zum Landesjugendleiter der THW-Jugend im Saarland gewählt und übte diese Tätigkeit zehn Jahre lang aus. Hinzu kamen später die Mitgliedschaft im Vorstand des Netzwerkes für Demokratie und Courage Saar und beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Saar. „Für mich war es schon immer wichtig, dass Kinder, Jugendliche und natürlich alle junge Menschen eine Stimme bekommen, gehört werden und vielleicht auch etwas ernster genommen werden. Dafür habe ich mich immer schon gerne eingesetzt und sicherlich manchmal unbeliebt gemacht“, sagte Meisberger der SZ. Und so ist es folgerichtig dass er sich nun im Landesjugendring und im Landesjugendhilfeausschuss engagiert.

Fantastisch, wie die Truppe um Markus Thoms und Florian Rzehak mit 15 fleißigen Helferinen und Helfern der THW-Jugend Saarbrücken an zwei Tagen im Oktober anpackte und den vorläufig letzten Bauabschnitt der Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm“ zu Ende brachten! Sie verteilten rund 40 Tonnen Schotter, so dass weitere Häftlingsbaracken sichtbar gemacht wurden. Auch sonst sind sie regelmäßig bei den Workcamps dabei und informieren sich dabei auch aufmerksam, welche schrecklichen Taten sich in der Nazi-Zeit hier in ihrer Stadt ereigneten.

Ihr habt einen tollen Beitrag zur Erinnerungsarbeit geleistet. Wir sagen allen Freiwilligen ganz herzlich Dankeschön! Übrigens das nächste Workcamp findet am Samstag 4. Mai 2019 statt.

kurz berichtet

Danke THW-Jugend Saarbrücken!


kurz berichtet

Treffen des LJR-Vorstandes mit Ministerpräsident Hans Der Vorstand freute sich ganz besonders, am 15. Oktober mit dem neuen Ministerpräsidenten Tobias Hans ein Gespräch zu führen. Schon als jugendpolitischer Sprecher arbeitete er vertrauensvoll mit den Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände zusammen und auch in seiner Funktion als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion gab es immer wieder gute Kontakte. In diesem ersten Gespräch mit ihm als Ministerpräsidenten ging es insbesondere um den Engagement- und Kompetenznachweis. Der Vorstand will damit ein saarlandweites Gütesiegel für gute ehrenamtliche Arbeit

auch mit der LAG Pro Ehrenamt kooperiert. Nicht zuletzt durch den Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten kam es dabei zu Verzögerungen in der Realisierung. Der Vorstand ist nun nach klaren Zusagen von Ministerpräsident Tobias Hans zuversichtlich, das Projekt in den kommenden Wochen umsetzen zu können.

schaffen, welches einen hohen Wiedererkennungswert hat und das man auch im Rahmen von Bewerbungen verwenden kann. Dabei wird

Eom weiteres wichtiges Thema war die künftige Förderung der Jugendverbände und des Landesjugendrings. Hier sagte Hans zu, entsprechende Kontakte herzustellen und sich für die Anliegen der Jugendverbände auch in seiner neuen Aufgabe zu verwenden.

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Anhörung bei den Linken

Neue Richtlinien!

Im Zuge der Anhörungen zum Landeshaushalt war der LJR-Vorstand nicht nur bei den Koalitionsfraktionen eingeladen sondern auch bei der Fraktion „Die Linken“ und somit bei

Nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe erreichte uns noch die Nachricht dass, die neuen Richtlinien des Landes zur Förderung der Jugendarbeit in Kraft getreten und veröffentlicht sind. Die Anwendung erfolgt auf alle Maßnahmen, die ab dem 22.06.2018 begonnen haben bzw. nach dem 22.06.2018 stattfinden werden/stattgefunden haben.

der Opposition. Ausführlich konnten Erik Meisberger, Tobias Wolfanger und Georg Vogel die Forderungen der Jugendverbände zum Landeshaushalt 2019/2020 erläutern und stießen auf positive Resonanz. Insbesondere die Aufstockung der Zahl der bezuschussten BildungsreferentInnen sowie die Verbesserung bei der Förderung des Landesjugendrings wurden befürwortet. Der parlamentarische Geschäftsführer Jochen Flackus und der jugendpolitische Sprecher Dennis Lander sagten zu, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Forderungen der Jugendverbände einzusetzen.

Der LJR begrüßt die neuen Regelungen sehr. Ab sofort sind nun auf Landesebene u.a. die Beantragung und Nachweisführung per E-Mail und eine beigelegte Belegliste statt der Belegkopien möglich. Gleichzeitig ist die Förderung eines Tagessatzes bei Bildungsmaßnahmen und Mitarbeiterschulungen schon ab zwei Stunden möglich. Wir veröffentlichen alle notwendigen Infos dazu ab dem 16.01. unter www.jugendserver-saar.de

LAG Erinnerungsarbeit gegründet Am 6. September, wurde in einer Gründungsversammlung die „Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland“ gegründet. Über 80 Organisationen und Einzelakteurinnen und -akteure aus dem Bereich der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit zur NS-Zeit sind Mitglied geworden.

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In dem neunköpfigen Sprecherrat wurde Hannah Meuler für den Landesjugendring Saar gewählt. In einer ersten Sitzung des Leitungsorgans wurde Frank-Matthias Hofmann zum Sprecher, sowie Sabine Geith und Jörn Didas zu StellvertreterInnen gewählt. Schriftführerin ist Dr. Eva Kell.

Die Landesarbeitsgemeinschaft soll der gesamten Erinnerungslandschaft im Saarland eine zusätzliche gesellschaftliche Breitenwirkung verleihen und wichtige Impulse in die öffentlichen Erinnerungsdiskurse einbringen. Darüber hinaus soll sie mit dem Aufbau dauerhafter Informations- und Kommunikationsstrukturen dazu beitragen, dass sich Erinnerungsexpertinnen und -experten aus allen Bildungs- und Gesellschaftsbereichen sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger noch gezielter über die vielen verschiedenen Angebote der saarländischen Erinnerungsund Gedenkstättenarbeit informieren können. Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit von der

Landeszentrale für politische Bildung in Form einer Koordinierungsstelle. Mitglieder des Sprecherrats: Didas, Jörn (Adolf-Bender-Zentrum e.V.); Geith, Sabine (Saarländischer Museumsverband e.V.); Groß, Rafael (Gymnasium Wendalinum, St. Wendel); Hirsch, Dr. Frank (Arbeitskammer des Saarlandes/Dokumentationszentrum); Hofmann, Frank-Matthias (Evangelisches Büro Saarland); Jellonnek, Dr. Burkhard (Initiative Neue Bremm); Kell, Dr. Eva; Klauck, Hans-Peter (Landesverband der historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes); Meuler, Hannah (Landesjugendring Saar e.V.)


Koalitionsfraktionen setzen starkes Zeichen für Jugendarbeit im Saarland Pressemitteilung von CDU- und SPD-Landtagsfraktion vom 30.11.2018: Am kommenden Sonntag (2. Dezember) treffen sich die Koalitionsfraktionen zu ihrer Haushaltsklausurtagung am Bostalsee. Die Sozialpolitiker von CDU und SPD haben sich bereits im Vorfeld darauf verständigt, mehr Geld für die Jugendarbeit im Saarland bereitzustellen. „Die Jugendverbände leisten eine großartige Arbeit im Saarland. Weil es aber nicht reicht, dafür nur Danke zu sagen, wollen wir durch die zusätzlichen finanziellen Mittel ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung setzen“, erklären die sozialpolitischen Sprecher Hermann Scharf (CDU) und Dr. Magnus Jung (SPD), sowie die jugendpolitischen Sprecher Alexander Zeyer (CDU) und Sebastian Thul (SPD). Jugendarbeit: Politik für die Zukunft Bereits im Vorfeld haben die Landtagsfraktionen viele interne und externe Gespräche und Anhörungen geführt. Ein Ergebnis: Im Vergleich zum Haushalt 2018 (141.000 Euro) soll der Landesjugendring mehr Geld bekommen. „Uns ist wichtig, dass sich die Jugendverbände keine Sorgen über ihre Finanzierung machen müssen. Deshalb wollen wir die Mittel für den Landesjugendring erhöhen. Wir wollen 2019 157.000 Euro und 2020 167.500 Euro einstellen.“ Darüber hinaus wollen die Koalitionsfraktionen auch das Internetportal für Jugendliche und Jugendhilfe im Saarland besser ausstatten: „Wir dürfen nicht nur predigen, wie wichtig die Digitalisierung ist, sondern müssen auch entsprechend handeln. Wir wollen aus diesem Grund mehr Geld für den Jugendserver-Saar bereitstellen.“ Geplant ist eine Erhöhung der Mittel von 43.000 Euro (2018) auf 49.000 Euro (2019) bzw. 50.500 Euro (2020). Damit werden exakt die Forderungen des Landesjugendrings umgesetzt. Die Fraktionen würdigen damit die Arbeit des Landesjugendrings und seiner Mitgliedsverbände und wollen mit diesen

partnerschaftlich an der Weiterentwicklung guter Angebote für Kinder und Jugendliche im Saarland zusammenarbeiten. Im Koalitionsvertrag haben sich die Partner darauf geeinigt, in der laufenden Legislaturperiode die Kosten für mehr hauptamtliche Jugendbildungsreferenten zu bestreiten. Dieses Versprechen wollen die Landtagsfraktionen von CDU und SPD jetzt einlösen und 2019 sowie 2021 jeweils eine weitere Stelle finanzieren. Zur Sicherstellung wollen die Koalitionsfraktionen bereits im Haushalt 2020 eine entsprechende Verpflichtungsermächtigung einstellen, die die Realisierung in 2021 garantiert und damit Planungssicherheit schafft. „Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: das Saarland für junge Menschen attraktiv zu machen! Die Jugendverbände leisten einen sehr wichtigen Beitrag dazu. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, ihnen im Doppelhaushalt mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Die Jugend ist unsere Zukunft und die Große Koalition im Saarland macht Politik für die Zukunft!“

Erzielte große Aufmerksamkeit: Facebook-Post im Vorfeld der Haushaltsanhörungen im Landtag

Der Vorstand des Landesjugendrings Saar freut sich sehr über den Beschluss der Koalitionsfraktionen im saarländischen Landtag, die Förderung der Jugendarbeit in den nächsten drei Jahren an drei zentralen Stellschrauben zu verbessern. Nach einem intensiven Dialog mit der CDU- und SPD-Fraktion, mit Sozialministerin Monika Bachmann und nicht zuletzt dem Ministerpräsidenten Tobias Hans folgen nun wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der saarländischen Jugendarbeit.

„Zwei weitere ganze BildungsreferentInnen-Stellen für Jugendverbände und eine auskömmliche Finanzierung des Landesjugendrings sowie des Jugendserver-Saar sind deutliche und positive Schritte für eine gute Jugendpolitik im Land“, betont Tobias Wolfanger, Vorsitzender des Landesjugendrings Saar. Für ihn steht fest: „Die Koalition hat gemeinsam mit uns einen markanten Meilenstein für die saarländische Jugendpolitik gesetzt!“ Mit der Förderung der BildungsreferentInnen-Stellen wird besonders die Beratung und Qualifizierung der ehrenamtlichen JugendleiterInnen in Kinder- und Jugendverbänden unterstützt. „Dabei haben sich unsere Mitgliedsverbände in einem beispielhaften solidarischen Votum dafür ausgespro-

Landesjugendring

LJR-Vorstand freut sich über „markante Meilensteine“ Große Koalition beschließt bessere Förderung der Jugendarbeit in Jugendverbänden und beim Landesjugendring

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Landesjugendring

chen, dass nun Organisationen zum Zuge kommen sollen, deren Bildungsarbeit durch das Land bisher noch nicht mit einer hauptamtlichen Kraft gefördert wird“, so Wolfanger. „Es ist klasse, wie die Politik unsere Vorstellungen hier

aufgreift und den Versprechen im Koalitionsvertrag Taten folgen lässt.“ Auch nimmt der Vorstand sehr erfreut den Koalitionsbeschluss zur Kenntnis, den Landesjugendring Saar als das jugendpolitische, zentrale Netzwerk der Selbstorganisation und Interessensvertretung der Jugendverbände im Saarland 2019 und 2020 in seiner Handlungsfähigkeit zu sichern. Seine Leistungen in der Qualifizierung, Beratung, politischen Bildung, demokratischen Beteiligung, Erinnerungsarbeit, Vielfalt, Integration, Inklusion, regionaler Entwicklung, interregionaler Zusammenarbeit und kultureller Bildung sind somit für die nächsten beiden Jahre auskömmlich gesichert. Das gleiche gilt für die wertvollen Leistungen des Jugendserver-Saar in der digitalen Bildung, der Medienkompetenz und der Informationsarbeit für junge, engagierte Menschen. „Bei der Sicherung der Handlungsfähigkeit des Landesjugendrings sind wir ganz besonders für die sehr breite Unterstützung der Fachkräfte, der freien und öffentlichen Träger sowie der demokratischen Parteien im Landesjugendhilfeausschuss dankbar“, hebt Tobias Wolfanger schließlich hervor. „Gemeinsam werden wir auch in den folgenden Jahren die Jugendpolitik im Land nach vorne bringen und das Saarland zukunftssicher machen.“

Welche Förderung braucht die Jugendarbeit? PraktikerInnen wurden befragt „Was wir wirklich brauchen“: Unter dieser Fragestellung trafen sich am Freitagabend, dem 10. August, 14 PraktikerInnen aus der saarländischen Kinder- und Jugendarbeit in Saarbrücken in einem Workshop zur zeitgemäßen Förderung der Kinder- und Jugendarbeit. „Ob klassische Gruppentreffen, offene Jugendtreffs, erlebnisorientierte Fahrten oder andere Angebotsformen: Diese Teilnehmenden sorgen für zukunftsfähige und attraktive Jugendarbeit, ohne die Gemeinschaftserlebnisse und soziale Bildung für junge Menschen viel zu kurz kämen“ ist sich Georg Vogel, Geschäftsführer des Landesjugendrings Saar sicher. „Entscheidend ist nun“, so Erik Meisberger vom Vorstand des Landesjugendrings, „dass die Förderung durch das Land und die Kreise bei dieser ständigen Modernisierung der Formen und Inhalte Schritt hält und angepasst wird.“

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Ganz oben standen für die Teilnehmenden nach wie vor die Vereinheitlichung der Zuschusskriterien und Fördersummen, sowie eine deutliche Entbürokratisierung bei der Antragstellung. Sieben unterschiedliche Richtlinien der Kreise und des Landes seien einfach zu viel und blockierten ehrenamtliches Engagement mit unnötigen Verwaltungstätigkeiten, so die einhellige Meinung. „Ich hoffe hier auf baldige erste Schritte des Sozialministeriums, das z.B. die Beantragung per E-Mail ermöglichen will“, berichtete Erik Meisberger aus Gesprächen mit der zuständigen Abteilung im Sozialministerium. Aber die Bedarfe reichen weiter und machen grundlegende Reformen notwendig: Erwartet werden von den PraktikerInnen die Anerkennung niedrigschwelliger Gemeinschaftserlebnisse und offenerer sozialer Bildungsangebote. „Beim gemeinschaftlichen Pizza-Backen einer Jugendgruppe am

Abend werden soziale Kompetenzen vermittelt, deren Bildungswert zurzeit – auch in der Förderung – nicht ausreichend anerkannt wird“, so eine der vielen Wortmeldungen zu diesem Thema. Mindestens genauso wichtig seien die bessere Versorgung mit Raumangeboten sowie mehr Unterstützung in der Mobilität, damit sich Kinder und Jugendliche besser treffen können. Auch möchten die Verantwortlichen sich bei der Verpflegung und dem Materialverbrauch in Jugendarbeitsangeboten nachhaltiger und ökologischer verhalten. Dem stehen allerdings zu knappe Zuschüsse dafür oft entgegen. Gefordert wurden an dem Abend zudem eine ausreichende Sockelfinanzierung der Gruppierungen und Verbände, ausreichendes Personal, das neben der pädagogischen Kompetenz auch zum Beispiel auf rechtliches und betriebswirtschaftliches Knowhow zurückgreifen kann. Erik Meisberger freute sich schließlich über die Vielfalt der Teilnehmenden: „Die Expertise und die Anregungen kamen heute von PraktikerInnen vor Ort sowie auf Landesebene, von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, von klassischen Jugendverbänden und neuen Gruppierungen, von Verantwortlichen mit und ohne Migrationshintergrund. Es tut gut zu beobachten, wie kreativ Jugendarbeit auf den gesellschaftlichen Wandel reagiert und sich ständig modernisiert. Wir haben ihnen deshalb versichert, dass wir die Anregungen des Workshops in unsere politische Lobbyarbeit einbringen und sie über den Diskussionsprozess auf dem Laufenden halten.“


Erlebnis in freier Natur

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Beim zweiten Wochenend-Forum der ‚Jungen Biosphäre‘ wurde gebaut, gezeltet und diskutiert Vom 25.-26. August sind Jugendliche aus dem Bliesgau zum zweiten Mal im Rahmen des Projekts „Junge Biosphäre“ zusammengekommen um zu diskutieren, sich zu vernetzten und um bei Workshops die Biosphäre kennenzulernen. Zu Gast beim Obst- und Gartenbauverein Kirrberg bot das Wochenend-Forum in diesem Jahr ein besonderes Highlight: Die TeilnehmerInnen konnten nämlich mitten in der Biosphäre im Zelt übernachten. Bei der zentralen Plenums-Diskussion nutzten die Jugendlichen die Chance, mit Landrat Dr. Theophil Gallo und Helga May-Didion, Abteilungsleiterin Naturschutz im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, ins Gespräch zu kommen. Dabei wurden den PolitikerInnen Projekte vorgestellt, die im Rahmen der Jungen Biosphäre initiiert worden sind. „Es ist besonders schön zu sehen, dass die Probleme der Jugendgruppe ‚Moonshiner‘ des Obst- und Gartenbauvereins Kirrberg, die beim Wochenend-Forum des vergangenen

Jahres angesprochen wurden, mit Hilfe des Umweltministeriums und der Stadt Homburg behoben werden konnten“, freut sich Helga May-Didion. Das marode Brennerei-Haus der Kirrberger konnte so saniert und direkt als Ausrichtungsort der diesjährigen Diskussion genutzt werden. „So etwas ist natürlich nur durch das große Engagement und die Arbeit der Jugendlichen und Ehrenamtlichen im Verein möglich und zeigt einmal wieder, wie wichtig es ist, im Rahmen solcher Veranstaltungen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Lösungswege zu finden“, so May-Didion weiter. Auch die Arbeit der AG Prima-Klima-Kids der GeschwisterScholl-Gemeinschaftsschule Blieskastel wurde gelobt. „Mit Hilfe von Technik und Experimenten werden den jungen Menschen in der AG die Themen Umwelt und Klimaschutz näher gebracht. Das ist ein wichtiger und schöner Ansatz, um den Nachhaltigkeitsgedanken früh zu verankern“, erklärt Landrat Dr. Gallo. „Auf die Ergebnisse des Klimakoffers, den die AG als Teil eines Kleinprojekts der ‚Jungen Biosphäre‘ zusammengestellt hat, bin ich schon sehr gespannt.“ Auch das bunte Workshop-Programm, das am Nachmittag angeboten wurde, fand großen Anklang bei den TeilnehmerInnen. Bei strahlendem Sonnenschein gingen die Jugendlichen mit Renate Schütz auf eine Kräuterwanderung und stellten aus den gesammelten Blättern anschließend ein leckeres Kräuter-Pesto her. Zeitgleich wurde im „WaldWerken-Workshop“ mit Lothar Wilhelm ein kleiner Rekord aufgestellt: Noch nie wurden so viele Holzschemel in so kurzer Zeit gebaut wie in diesem Kurs. Und den TeilnehmerInnen hat es sichtbar Spaß gemacht – denn obwohl das Abendessen schon auf dem Grill lag, wurde der Workshop kurzerhand um eine Stunde verlängert, sodass auch jeder Hocker fertig wurde. Projektleiterin Carmen John zieht ein positives Fazit für die Veranstaltung: „Wir haben an den beiden Tagen ein gutes Maß zwischen „Lernen“ und vor allem auch dem Spaß ge-

Landesjugendring


Landesjugendring

funden. Gerade durch den Erlebnischarakter der Workshops wurden Themen wie „Nachhaltigkeit“ lebendig und für die jungen Menschen greifbar gemacht.“ Auch die Beteiligung der Jugendgruppe Moonshiner und des gesamten Obst-und Gartenbauvereins Kirrberg in der Vorbereitung und Umsetzung des Forums habe zu einem Gelingen der Veranstaltung beigetragen. „Die Kirrberger haben eine entspannte und schöne Atmosphäre für unser 2. Wochenend-Forum geschaffen. Und das ist natürlich für das Gelingen einer Veranstaltung genauso wichtig wie die Inhalte, die bei einem solchen Forum herübergebracht werden sollten“, so Carmen John weiter. Das Wochenend-Forum war das zweite von drei solcher Foren, die im Rahmen der Jungen Biosphäre, stattfinden werden. Im Oktober 2016 ist das Kooperationsprojekt des Landesjugendrings Saar mit dem Biosphärenzweckverband Blies-

gau, dem ökologischen Schullandheim Spohns Haus und dem Jugendamt des Saarpfalz-Kreises gestartet. Die „Junge Biosphäre“ will in den nächsten drei Jahren Jugendliche aus der Region in die Entwicklung des Biosphärenreservates einbinden. In Kleinprojekten und Workshops rund um das Thema nachhaltige Entwicklung erhalten junge Menschen Anstöße, was sie selbst in ihrer Region beitragen können. Das dreijährige Vorhaben "Junge Biosphäre" wurde im Rahmen des Förderprogramms LEADER mit 110.976 €, davon 75% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 25% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, unterstützt.

Jugendleiterausbildung „Grüne JuLeiCa“ mit Fokus auf Natur- und Klimaschutz Wie können sich Kinder und Jugendliche für den Naturund Klimaschutz einsetzen? Am 15. und 16. September 2018 hat im ökologischen Schullandheim Spohns Haus in Gersheim das vom LEADERProjekt „Junge Biosphäre“ unterstützte Jugendleiterseminar

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der Naturschutzjugend Saarland (NAJU) stattgefunden. Ein spezieller Fokus lag bei diesem letzten Seminar der dreiteiligen Ausbildung auf dem Thema der Nachhaltigkeit. Insgesamt drei Module mussten die zehn zukünftigen Kinder- und JugendgruppenleiterInnen demnach belegen, um die „Grüne Jugendleiter-Card“ (JuLeiCa) endlich in den Händen halten zu dürfen. Anfang des Jahres gab es hierzu bereits ein Pflichtmodul unter anderem zu den Themen Kinderschutz und Rechtsfragen, bevor es zum zweitägigen „Naturpädagogik“-Seminar ging. Bei der letzten Station

in Gersheim setzten sich die TeilnehmerInnen zunächst kritisch mit ihrem eigenen Verhalten auseinander, um der Frage „Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit?“ auf den Grund zu gehen. Sie beschäftigten sich mit den Auswirkungen unseres Konsums und unserer Ernährung und lernten bei einer Wanderung durch den Bliesgau den ökologischen Rucksack kennen. Zum Abschluss gab es eine Upcycling-Werkstatt, bei der sie selbst kreativ werden konnten und aus alten Dingen neue Produkte entwickelten. „Ziel des Seminars ist es, über die JugendleiterInnen die Kinder und Jugendlichen für den Natur- und Klimaschutz zu sensibilisieren und zu begeistern, um sie an die Natur und einen verantwortungs- und rücksichtsvollen Umgang mit ihr heranzuführen“, so Isabel Bätzold und Lukas Ohm vom NAJU-Landesvorstand, die das Seminar leiteten. Mit Abschluss des Seminars sind die TeilnehmerInnen nun berechtigt, die JugendleiterIn-Card, ein bundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit, zu beantragen. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber. Zusätzlich soll die JuLeiCa auch die gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck bringen. Auch im nächsten Jahr soll die Grüne Jugendleiterausbildung wieder die Themen Natur- und Klimaschutz beinhalten. Interessenten können sich bei der NAJU Saarland (www.naju-saar.de) informieren und anmelden. Das dreijährige Vorhaben "Junge Biosphäre" wurde im Rahmen des Förderprogramms LEADER mit 110.976 €, davon 75% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 25% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, unterstützt.


Landesjugendnetzwerk Vielfalt nimmt seine Arbeit auf!

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Akteure der Kinder - und Jugendarbeit vernetzen sich Um eine gute Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Migrantengruppierungen und den etablierten Verbänden in der Kinder- und Jugendarbeit voran zu treiben, besprach der Sprecherkreis des Landesnetzwerks Vielfalt am 13.08.2018 gemeinsam mit Herrn Georg Vogel, dem Geschäftsführer des Landesjugendrings Saar, und Herrn Boneah Camara, Mitarbeiter des Landesjugendrings, die Anforderungen für eine Anschlussmitgliedschaft beim Landesjugendring. Alle Vorrausetzungen für einen Antrag auf Anschlussmitgliedschaft sind erfüllt. Das Landesnetzwerk Vielfalt wird nun seinen Antrag vorbereiten und einreichen. Das Landesnetzwerk Vielfalt – Arbeitsgemeinschaft für saarländische Jugendgruppierungen mit und ohne Migrationshintergrund und Fluchterfahrung wurde am Mittwoch den 20.06.2018 in Saarbrücken in den Räumlichkeiten von Haus Afrika e.V. gegründet. Das Landesjugendnetzwerk Vielfalt setzt sich mit seiner Arbeit für eine offene, vielfältige Gesellschaft und einen respektvollen und toleranten Umgang aller Menschen miteinander ein. Die gesellschaftliche und politische Teilhabe und Anerkennung junger Menschen, insbesondere junger Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung, soll durch die Arbeit des Landesjugendnetzwerknetzwerks Vielfalt gestärkt werden. Durch die Organisation eines Runden Tisches von MigrantInnen - Jugendgruppierungen durch den Landesjugendring Saar kamen Akteure aus dem ganzen Saarland zusammen. Sie beschlossen, ihre Arbeit mit und für Kinder- und Jugendliche durch die Gründung eines Netzwerks zu stärken. An der Gründungsversammlung nahmen neben dem Landesjugendnetzwerk Saar VertreterInnen folgender Organisationen teil: Haus Afrika e.V.-Verband interkulturell aktiver Organisationen, DAJC - Verein zur Förderung und Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und ihren Familien e.V., Die Jungen Denker e.V., die Yezidische Jugend Saar e.V., der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Saar-

land, isaar – Islam im Saarland – saarländischer Islam?, Haus Hazara Saar e.V., Flüchtlingshilfe Neunkirchen. Als Sprecher wurden Frau Rajka Habel von die jungen Denkern e.V, Herr Lamine Conté von Haus Afrika e.V. und Herr Omar Al Durra von isaar gewählt. Die Koordinierungsstelle wurde bei Haus Afrika e.V. in Saarbrücken angesiedelt. Am 23.03.2019 lädt das Landesjugendnetzwerk Vielfalt alle Mitglieder, Freunde und Neugierige zu einer Kennenlernveranstaltung ein. Wer die Arbeit der einzelnen Akteure besser kennenlernen möchte, sollte sich diesen Termin schon notieren. Uhrzeit und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft im Landesjugendnetzwerk Vielfalt kontaktieren Sie uns bitte unter Landesjugendnetzwerk Vielfalt c/o Haus Afrika e.V. Großherzog-Friedrich-Straße 37 66111 Saarbrücken Tel.: 0681-940 32 58 Wir freuen uns auf weitere Mitglieder!

Landesjugendring


Mitgliedsverbände

Jugendlichen Raum geben – Jugendzentren von XS bis XXL Ein Kooperationsprojekt von juz-united mit der Schule für Architektur Das Saarland ist gut aufgestellt, was die Anzahl an Jugendclubs und deren räumliche Ausstattung betrifft – aber, es gibt trotzdem noch viel Luft nach oben. Viele Jugendräume sind zu klein oder sanierungsbedürftig. Gerade in der letzten Zeit müssen manche Gemeinden ihre Immobilien – und damit auch Räume für Jugendclubs - verkaufen, weil die Instandsetzung und der Unterhalt zu teuer werden.

2017/18 ein Projekt zum Entwerfen und Bauen von Jugendclubs. Masterstudierende der Architektur besuchten die Jugendclubs in St. Arnual,

Neunkirchen, St. Ingbert, Kirkel-Limbach und Kirkel-Neuhäusel, schauten sich dort um und setzten sich intensiv mit den Wünschen und Bedürfnissen der JuzlerInnen vor Ort auseinander.

Um all dem etwas entgegenzusetzen, kooperierte juz-united mit der Schule für Architektur Saar (SAS) und startete im Wintersemester

Links: Beispiel Sportlerheim in Ittersdorf (Wallerfangen), das als Jugendclub umgewidmet werden könnte. Foto: Alexandra Groß Oben: Beispiel für eine visionäre Collage. Freda Jautz bearbeitet den Standort in Ittersdorf und entwickelt Ideen, wie dort ein Jugendclub realisiert werden könnte.

In vielen Gesprächen und mehreren Treffen zwischen jungen Menschen aus den Jugendclubs, Fachkräften der Jugendarbeit und den Studierenden der Architektur, wurde so immer deutlicher, was gut gestaltete Räume und Gebäude für Jugendliche ausmacht. Am Ende gab es insgesamt sechs Entwürfe und Modelle für große urbane Jugend(-kultur)zentren

Modellfoto eines kleinen modularen Jugendclubs für den ländlichen Raum von Svenja Sauerbrey

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und fünf Entwürfe für kleine Jugendclubs in Dörfern und Stadtteilen. Auch wenn die großen mehrgeschossigen Jugendkulturzentren wahrscheinlich zu teuer für das Saarland sind und wohl nie gebaut werden,

so ist eine Realisierung der kleinen Jugendclubs gar nicht so unmöglich. Zurzeit arbeitet juz-united daran, dass tatsächlich an einem Standort ein partizipativ entworfener Jugendclub gebaut werden kann. Das wäre eine sehr schöne Bestä-

In einer Zwischenpräsentation auf dem Campus in Göttelborn werden die Umrisse der kleinen Jugendclubs auf dem Boden abgeklebt. Die imaginären Räume können so möbliert und begangen werden. Foto: Alexandra Groß

Entwurf urbanes fünfgeschossiges Jugendkulturzentrum von Aysen Gök.

tigung für die Studierenden der Schule für Architektur und für alle Jugendlichen, die ihr Wissen und ihre Ideen in das Projekt eingebracht haben.

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Alexandra Groß

Gebäudefotografie und Gruppeninterview im Juz Kirkel-Limbach. Foto: Studierendengruppe SAS

Gebäudefotografie Juz St. Ingbert. Foto: Studierendengruppe SAS

Entwurf eines modularen Jugendclubs nach Vorlage eines historischen „Langhauses“ von Freda Jautz

mitgliedsverbände


Mitgliedsverbände

Landesjugendausschuss der THW-Jugend Saarland wählte neuen Vorstand Am 25.11.2018 fand in der Illipse in Illingen der Landesjugendausschuss der THW-Jugend Saarland statt. Knapp 150 Delegierte, Mitarbeiter_innen, ehrenamtlich Engagierte und Gäste aus der Politik und anderen Vereinen nahmen an der Veranstaltung teil. Highlight der einmal im Jahr stattfindenden Veranstaltung war die Verabschiedung des langjährigen Landesjugendleiters Erik Meisberger und die damit verbundene Wahl der neuen Landesjugendleitung, zu der sich vorab sechs Kandidat_innen vorgestellt hatten. Thomas Kilian wurde mit fast 100 Prozent der Stimmen zum neuen Landesjugendleiter ge-wählt. Er war zuvor auch bereits Vorstandsmitglied und die rechte Hand des scheidenden Landesjugendleiters. Auch wiedergewählt wurden Werner Gelzleichter und Evelyn KröperEven – beide auch alte Vorstandshasen, die, wie Kilian, bereits die THW-Jugend Saarland in den letzten Jahren mitgeprägt haben. Neu im Vorstand sind Melanie Kröper, Patrizia Stutz und

Melanie Kröper, Thomas Kilian, Patrizia Stutz, Werner Gelzleichter und Evelyn Kröper-Even (v.l.) Markus Thoms, die den neuen Landesjugendleiter tatkräftig unterstützen wollen. Wir wünschen dem neuen Vorstand der THWJugend Saarland viel Erfolg in ihrem Schaffen

und vor allem viel Spaß in der Gestaltung der Jugendarbeit und allem was dazu gehört.

Start frei für das Kinderflämmchen Die Auszeichnung für die jüngsten Feuerwehrleute im Saarland Die Mädchen und Jungs der Kinderfeuerwehr Überherrn sind saarlandweit die Ersten, die sich über die Auszeichnung mit dem Kinderflämmchen freuen können. „Das habt Ihr alle wirklich ganz großartig gemacht!“, lobt Landesjugendleiter Markus Klein die Gruppe und blickt dabei in

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strahlende Kinderaugen. Alle Mitglieder der Kinderfeuerwehr bekommen von Klein eine bunte Urkunde und das lachende Kinderflämmchen mit der orangenen Eins. Die kleinen Floriansjünger im Alter zwischen sechs und zehn Jahren haben zuvor alle Auf-

gaben des Kinderflämmchens mit viel Spaß gemeistert: Schuhe zuknoten, eine Kerze mit einem Streichholz sicher anzünden, ein Strahlrohr, einen Feuerwehrhelm oder eine Taschenlampe unter einer Decke ertasten und einen Notruf absetzten. „In den letzten Gruppenstunden haben wir das alles mit den Kindern immer wieder geübt.“, berichtet die Chefin der Kinderfeuerwehr Kathrin Klein. Seit drei Jahren begeistert Sie zusammen mit Ihrer Kameradin Beikert Mädchen und Jungen für das brandheiße Hobby Feuerwehr. Viele Eltern hätten bedenken, den Kindern den sicheren Umgang mit Streichhölzern beizubringen. Der Umgang mit Feuer bekäme so den Reiz des Verbotenen. „Wir erklären den Kindern, was gutes und was schlechtes Feuer ist und auf was sie alles achten müssen, wenn Sie ein Streichholz benutzen. Unsere Minis wissen, dass man mit Streichhölzern auf keinen Fall spielen darf!“, antwortet Leiterin Beikert auf die Frage, warum Kinder heutzutage überhaupt lernen müssen, wie man eine Kerze anzündet. „Seit 2011 haben wir in der Saarländischen

Jugendfeuerwehr einen Arbeitskreis, der sich intensiv mit dem Thema Kinder von sechs bis neun Jahren in der Feuerwehr beschäftigt. Fast alle Mädchen und Jungs haben den Wunsch Feuerwehrmann zu werden. Diesen Wunsch konnten wir den Kindern erst mit acht Jahren erfüllen, da man vorher nicht in eine Jugendfeuerwehr eintreten konnte. Der Gesetzgeber hat 2015 den Weg für die Kinderfeuerwehren frei gemacht und seitdem sind über 20 Gruppen im Saarland gegründet worden. Und es kommen noch weitere hinzu!“, freut sich Landesjugendleiter Klein über den Erfolg des Konzepts. Da es mit der Jugendflamme und der Leistungsspange einheitliche Auszeichnungen für die Jugendfeuerwehr gebe, sei es wichtig gewesen mit dem Kinderflämmchen eine ähnliche Auszeichnung für die jüngsten Mitglieder der Feuerwehrfamilie zu schaffen. Es entstand die Idee des Kinderflämmchens. Den Erfindern im Arbeitskreis sei es besonders wichtig, dass die Kinder mit Spaß, Spiel und Freude an die Fragen und Aufgaben des Flämmchens herangeführt werden und stolz auf die erbrachte Leistung sein können. „Großes entsteht immer im Kleinen! Dafür sind die Kinderfeuerwehren im Saarland der beste Beweis.“, stellt Landesjugendleiter Klein abschließend zufrieden fest. Florian Kann


Interkulturelle Kochabende des Landesjugendwerks der AWO

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Weil Vielfalt verbindet

Der Internationale Tag gegen Rassismus - ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung und Hass. Aber wie? Wir im Landesjugendwerk der AWO Saarland entschieden uns für einen interkulturellen Kochabend. Ein Abend mit Gerichten aus verschiedenen Ländern, unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Geschmäckern, außergewöhnlichen und unbekannten Zutaten, aber trotzdessen ein gemeinsames Kochen und Beisammensein. Vielfalt darstellen, aber eben nicht als ausgrenzenden, sondern als verbindenden, bereichernden Teil, war das Ziel dieses Abends. Und die Resonanz gab uns Recht: Gerade das Positive in den Mittelpunkt zu stellen, statt gegen Etwas zu sein, wurde positiv aufgenommen. Es entstand ein Abend, an dem die Herkunft, das Aussehen oder die Religion keine Rolle spielte. Wichtig war, dass er*sie da war. Aber ein interkultureller Kochabend und das war es? Warum nicht regelmäßig eigene kleine

Abende gegen Rassismus gestalten? Regelmäßige Abende, an dem Vielfalt als Bereicherung deutlich wird. Gesagt, getan. Insgesamt blicken wir in diesem Jahr auf sechs Abende mit jeweils 15-30 Teilnehmenden zurück. Von Russland über Ungarn, die Türkei, Syrien und Brasilien: Alles unterschiedliche Kulturen mit eigenen bereichernden Besonderheiten. Es wurde aber nicht nur gemeinsam gekocht und gegessen. Auch die kulturellen und sprachlichen Besonderheiten wurden näher betrachtet und vorgestellt. Denn klar ist auch: Jedes Land, jede Kultur ist anders als die unsrige. Aber ist anders immer schlecht? Wäre es nicht total langweilig, wenn alles gleich wäre? Sich der Bereicherung der Unterschiede bewusst werden und Ressentiments abbauen. Hass und Ausgrenzung findet immer dort ihren Nährboden, wo wenig über die anderen Kulturen bekannt ist, wo kein Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund besteht, wo kein Austausch stattfindet.

Dem wollten wir etwas entgegensetzen. Etwas Verbindendes, etwas Aufklärendes, etwas

Vielfältiges. Weil Vielfalt verbindet! Und genau deshalb werden wir auch im Jahr 2019 genau damit weitermachen und das 2018 ins Leben gerufene Projekt der InKAs weiterführen! Christoph Flecken

mitgliedsverbände


Mitgliedsverbände

Helden der Menschlichkeit JRK Landesforum 2018 Vom 09.-11.11. fand wie jedes Jahr das JRKLandesforum im Schullandheim Oberthal statt, dieses Mal für die Altersgruppe der sechs bis 12 Jährigen mit ihren Gruppenleiter/innen. Das

Wochenende stand - angelehnt an die derzeit aktuelle JRK-Kampagne #wasgehtmitMenschlichkeit - unter dem Motto „Helden der Menschlichkeit“.

Direkt freitags starteten die Kids und ihre Gruppenleiter/innen in das Programm. Es wurden einige Stationen vorbereitet an denen sich die Kinder kreativ ausleben durften. Es wurden Helden Steckbriefe ausgefüllt, Bügelperlenbilder gestaltet, Taschen designet und Laternen für den Martinsumzug gebastelt. Am Samstag wurden die Kinder in ihre Workshops eingeteilt. Morgens gab es HipHop, Slime und einen Zauberworkshop und nachmittags drehte sich alles um Karate, Wellness und Hunde. Am Abend wurde es dann wieder etwas gemütlicher. Bei Film und einer Vorleserunde ging ein spannender Tag langsam zu Ende. Am letzten Tag durften die Teilnehmer/innen sich ihren eigenen Helden bauen. Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und haben gemeinsam aus allen möglichen Gegenständen ihren Helden erschaffen. Danach ging ein heldenhaftes Landesforum zu Ende und wir freuen uns schon auf das Forum im nächsten Jahr!

„Daumen Hoch für Menschlichkeit“ Eine Aktion des JRK Saarland zur JRK-Kampagne #wasgehtmitMenschlichkeit

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Die aktuelle JRK-Kampagne startete Anfang Juni 2017 beim Supercamp und läuft bis Ende 2019. In den drei Jahren will das Jugendrotkreuz gemeinsam forschen, was Menschlichkeit für einen selbst, unsere Gemeinschaft und die Welt bedeutet. Dabei ist die JRK-Kampagne als Mitmachkampagne konzipiert und fragt: „Was geht mit Menschlichkeit?“ Das JRK-Saarland nutzte die DRK Landesversammlung am 17. November 2018 für kleinere Aktionen zur Kampagne. Bereits vor Betreten des Saales „stolperten“ die Anwesenden über die drei Kampagnen-Plakate, um beim Innehalten und Lesen der Plakate direkt am Eingang vom JRK in Beschlag genommen zu werden. Alle Delegierten und Gäste wurden dazu aufgefordert ihren Dau-

men mit Stempelfarbe zu benetzen und auf einem Plakat zu hinterlassen – denn die Aktion hieß „Daumen hoch für Menschlichkeit“. Das ließ sich niemand nehmen. Und so sind neben Menschen von der Rotkreuz-Basis auch Kreisbereitschaftsleiter/innen, JRK Leiter/ innen auf Kreisebene, der DRK Präsident des Landesverbands und viele mehr mit ihrem Daumen verewigt. Auch der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, machte bei der Aktion mit und informierte sich kurz vor Beginn der Versammlung über die Kampagne. Dass die Aktion einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterließ, war deutlich zu erkennen. Er begann seine Grußworte nämlich mit den Worten „Daumen hoch für Menschlichkeit“. Neben dieser tollen Mitmachaktion konnten die Delegierten sich natürlich über die Kampagne informieren und in einer Sprechblase ihre eigene Interpretation von Menschlichkeit hinterlassen. Mehr Infos zur JRK-Kampagne: www.wasgehtmitMenschlichkeit.de


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o b A m u z s Info

info@ -saar.de g n i r d n e landesjug

mitgliedsverbände


Unter dem Motto „Frieden braucht Vielfalt – zusammen für eine tolerante Gesellschaft“ brachten die saarländischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder bereits zum 25. Mal das Friedenslicht traditionell am 3. Advent nach Saarbrücken und durch das ganze Saarland. Diesem Wunsch schließen wir uns an:

Frieden braucht Vielfalt! Auf ein gutes Jahr 2019!

Der Vorstand und die Geschäftsstelle des Landesjugendrings Saar

Ministerpräsident Tobias Hans

ZEICHEN SETZEN

Ihr wollt ein Zeichen setzen für Demokratie, Toleranz und Mitmenschlichkeit, und Flagge zeigen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz? Dann macht mit bei

„ERINNERT EUCH!“

einer filmischen Spurensuche bei Euch vor Ort. Vor mehr als 80 Jahren sind die Nazis an die Macht gekommen, haben den zweiten Weltkrieg angezettelt und Millionen Menschen ermordet. Die Überlebenden von damals werden immer weniger. Jetzt seid Ihr an der Reihe: Helft mit, die Geschichten von damals weiter zu erzählen, lasst sie nicht in Vergessenheit geraten. Dreht euren ganz eigenen Film.

Was Ihr dafür braucht?

Eine gute Portion Neugier, euer Handy und ein Thema: Die besten Ideen dafür liegen auf der Straße.

Was wir suchen?

Eure Geschichten: Ihr könnt in eurer eigenen Familie schauen, ob dort noch jemand die Nazizeit selbst miterlebt hat? Fragt ihn doch mal, an was er sich noch erinnert. Vielleicht gab es eure Schule schon zur Nazizeit? Wie war das damals so, Schule unter dem Hakenkreuz? Schaut aber auch nach vorn, dorthin wo sich Menschen heute gegen neue Nazis engagieren, vielleicht jungen Geflüchteten Nachhilfe geben, den geflüchteten Eltern bei der ganzen Bürokratie helfen. Auch sie haben eine Geschichte. Erzählt Sie uns, wir sind gespannt. Setzt ein Zeichen für Demokratie!

Erinnert Euch! ist ein Projekt im Rahmen der Aktivitäten der Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit im Saarland. Weitere Infos findet Ihr unter: www.arbeitskammer.de/erinnert-euch

Was Ihr noch über den Wettbewerb wissen müsst:

Teilnehmen dürfen alle bis 26 Jahre – einzeln, als Klasse oder Gruppe. Die Videos dürfen maximal 8 Minuten lang sein. Was Ihr macht, ist Euch überlassen – Doku, Fiktion, Drama, Interview, Porträt. Abgabe bitte bis zum 15.7.2019

Profile for Georg Vogel

Info-aktuell  

Mitgliederzeitschrift des Landesjugendring Saar

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