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Das Magazin des Vereins „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“

Miteinander ... Ausgabe 11 - November 2016

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... Hoch hinaus FremdenFREUNDlichkeit

Ein interaktiver Workshop für ein besseres Miteinander  Seite 10

10 Bilder - 10 Stunden - 10 Begegnungen Sprachpaten der Zukunft  Seite 12

Kinder erleben Kulturen

Eine andere Welt mal ganz nah  Seite 14


Vorstellung GLL

Wer sind wir? Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Passau, der sich für Bildung und Soziales auf regionaler und europäischer Ebene engagiert. Durch unsere Aktivitäten und Projekte wollen wir dazu beitragen, Diskriminierungen und Ungleichheiten in Gesellschaft, Bildung und Arbeitswelt zu beseitigen. Darüber hinaus möchten wir das gegenseitige Verstehen und Lernen der Menschen in Europa fördern. Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in Ostbayern.

Was tun wir? Zu folgenden Themenbereichen führen wir Projekte und Aktionen durch:

Ehrenamtliches Engagement Wir lieben und leben freiwilliges Engagement. Deshalb unterhalten wir die Online-Plattform „Tatennetz“ zur Vermittlung von Ehrenämtern, bieten persönliche Ehrenamtsberatungen an und führen Schulungen und Messen durch.

Toleranz und Vielfalt Unsere Vision ist eine bunte Gesellschaft voller Respekt und Toleranz vor dem Nächsten. Wir ermöglichen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Alter und Geschlecht, sich gegenseitig kennenzulernen und so Vorurteile abzubauen.

Chancengleichheit Eine gerechte Gesellschaft lebt davon, dass sie jedem Menschen die gleichen Chancen bietet, seine Vorstellungen vom Leben zu verwirklichen. Bestehenden Unterschieden zwischen den Geschlechtern in Gesellschaft und Arbeitswelt setzen wir unser Engagement entgegen.

Integration von Benachteiligten Mit unseren Aktivitäten sorgen wir dafür, dass Menschen am Rande der Gesellschaft wie sozial benachteiligte Jugendliche, Ältere, MigrantInnen, Menschen mit Behinderungen, Langzeitarbeitslose und gering Qualifizierte in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden.

Miteinander in Europa Ein vereintes Europa braucht Menschen, die sich kennen und zusammenarbeiten. Wir fördern das Kennenlernen und Verstehen über Grenzen hinweg. Für ein besseres Miteinander in Europa.

Impressum Miteinander. Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V. Ausgabe 11 - November 2016 Herausgeber: Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V. (GLL), Leopoldstr. 9, 94032 Passau Tel. +49 (0)851/2132740, Fax +49 (0)851/2132739, info@gemeinsam-in-europa.de, gemeinsam-in-europa.de Chefredaktion: Perdita Wingerter (pw), Yannik Stefani (ys); Redaktion: Martin Görgens (mg), Maritta Steinmeier (ms), Layout und Design: Yannik Stefani V.i.S.d.P.: Perdita Wingerter, Geschäftsführerin GLL / Bilder: vereinseigenes Bildmaterial, pixabay.com „Miteinander“ erscheint in unregelmäßigen Abständen online unter www.issuu.com. Alle Rechte vorbehalten. Text- und Bildkopien nur mit Genehmigung. Die Bildrechte liegen bei GLL, sofern nicht anders angegeben.

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Miteinander. Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.


Editorial

Editorial Endlich gibt´s eine neue Ausgabe unserer Vereinszeitschrift „Miteinander“, die jetzt schon elf Monate auf sich warten ließ. Lange genug ist´s also her und deshalb geht´s dieses Mal gleich „Hoch hinaus“. Mit unkonventionellen Methoden wollen wir gemäß unseres Mottos „gemeinsam mehr erreichen“. Hier in unserem Verein schaffen wir etwas Besonderes: Toleranz, Vielfalt und Chancengleichheit. Dabei geben wir uns nie zufrieden und versuchen aus allem immer noch mehr herauszuholen. Wie wir das hinbekommen? Gemeinsam! Egal, ob unser Sprachpatenprojekt, „FremdenFREUNDlichkeit“ oder das neue „10 Bilder – 10 Stunden – 10 Begegnungen“: Jedes unserer Projekte wird größer und besser. Genau das soll diese Ausgabe verdeutlichen. Mittlerweile sind 41 Schulen und mehr als 450 Kinder im Sprachpatenprojekt registriert. Laufend werden Sprachpaten vermittelt und ausgebildet, sodass sich ihre derzeitige Anzahl auf über 330 beläuft! Aber dem noch nicht genug: „Sprachpaten für Flüchtlinge“ ist ein zusätzliches Programm, das sich erwachsenen Asylbewerbern widmet, die kaum oder gar keine Deutschkenntnisse haben. Mit „FremdenFREUNDlichkeit“ haben wir ein präventives Projekt entwickelt, das Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass verringern, und zugleich Toleranz, Offenheit und interkulturelle Sensibilität fördern soll. Dabei gehen zwei unserer Bufdis mit anderen Freiwilligen und einem Flüchtling

an Schulen und vermitteln den Schülern alles, was rund um dasThema „Flüchtlinge“ und die momentane Situation wichtig ist. Dieser interaktive Workshop stellt die Fakten objektiv dar, es gibt Spiele, ein Quiz, Fragerunden und Geschichten von Flüchtlingen, die vom Bürgerkrieg, ihrer Reise und den Gefahren, Heimweh und den Erfahrungen mit der neuen Welt erzählen. Die Resonanz war so gut, dass wir das, was an einem Passauer Gymnasium anfing, auf die Universität und Berufsschulen ausweiten konnten. Für dieses Schuljahr werden wir auch an Mittel- und Realschulen gehen. Ganz neu ist das Projekt „10 Bilder – 10 Stunden – 10 Begegnungen“. Hier besorgen sich junge Asylbewerber Bilder von Sachen, für die sie sich interessieren und über die sie auf Deutsch sprechen wollen. Anschließend treffen sie sich mit jungen Sprachpaten. Im 1:1 Sprachunterricht können sie eigene Ideen einfließen lassen und auf persönliche Interessen eingehen. Das sorgt vor allem für ein besseres Miteinander und Verständnis für die andere Lebenswelt.

Yannik Stefani Chefredaktion

Man kann also sehen: Der Verein und seine Projekte wachsen. Wie genau, dafür gibt es kein Geheimrezept und schon gar keinen Königsweg. Jedes Projekt ist etwas Besonderes. Aber das Ziel steht fest: „Gemeinsam mehr erreichen“. Und damit wollen wir ganz hoch hinaus.

Yannik Stefani

Ausgabe 11 - Oktober 2016

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Inhalt

Inhalt

Bayrisch für Flüchtlinge

Nicht nur „Miteinander“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, über dieses neue, sehr tolle Projekt zu berichten. Die Passauer Woche, unser Radio, die PNP und der BR haben es bereits getan. Man darf also gespannt sein.

Unser Motto: Im Ehrenamt gemeinsam mehr erreichen! Kinder erleben Kulturen

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Egal, welches Alter, welcher Abschluss, welcher Beruf, welche Religion, welche Hautfarbe oder welche Herkunft: Unsere Ziele sind Toleranz, Vielfalt und Chancengleichheit, und um das zu erreichen, müssen wir auch etwas MACHEN.

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Wissen 6

EMPOWER: Engagierte Migrante Potenziale offenlegen - Wege ins Ehrenamt realisieren: Ein Überblick über Veranstaltungen im letzten Jahr

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Engagementberatung: Unser Tatennetz nun auch für Flüchtlinge

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Bayrisch für Flüchtlinge: Die Innovation des Jahres

Machen 10

FremdenFREUNDlichkeit: Ein interaktiver Workshop für ein besseres Miteinander

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10 - 10 - 10: Peer to Peer - Sprachpaten der Zukunft

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Kinder erleben Kulturen: Eine andere Welt mal ganz nah

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Die Fotostrecke zu den Workshops

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Inhalt

Vermischtes 18

Rede mit mir: Das Praxishandbuch für ehrenamtliche Sprachpaten

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Ayaz in Griechenland: Unser syrischer Bufdi erlebte die Zustände an den Grenzen hautnah

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Ehrenamtskongress: Ein Erfahrungsbericht

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Von Homöopathie über Theater bis nach Spanien und Rumänien: Ein Rückblick auf den Frauentreff 2016

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Zwei Bufdis gehen: Luisa und Sophia sagen „Servus“

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Die Zwei Neuen: Männer- statt Frauenpower

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Stimmen zum Verein: Che Gueavara war so bekannt und auch beliebt bei vielen Menschen, weil er das, was er dachte, nicht nur wie die meisten sagte, sondern auch machte. Und diese Stimmigkeit von Denken, Sagen und Handeln habe ich bei GLL ziemlich schnell gesehen. Und alle, die hier sind, wollen eins: Hoch hinaus und gemeinsam mehr erreichen! - Yannik Stefani

Equality! - Luca Scholz

Wir sind EIN Europa. Gemeinschaft und Solidarität ist das erste, was mir zu GLL einfällt. - Yasemin Körpe

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Leute motivieren, sich zu engagieren und sich innerhalb dieses Engagements zu unterstützen. Ganz viele Projekte selbst machen und gründsätzlich offen für alles sein. Egal, ob Behinderung, andere Herkunft, berufstätig oder nicht: Jeder kann etwas machen und sich gegenseitig unterstützen. - Perdita Wingerter

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AusgabeAusgabe 11 - November 9 - Juli 2014 2016

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EMPOWER: Überblick über die Veranstaltungen

Engagierte Migranten: Potenziale offenlegen - Wege ins Ehrenamt realisieren

EMPOWER

Wie schon unser Vereinsname „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ deutlich macht, ist eines unserer Hauptanliegen, ein besseres Miteinander in unserer Gesellschaft zu schaffen. Dabei ist es ganz egal, aus welchem Land man kommt, welche Sprache man spricht, welchen Bildungsstand man hat, welchen Beruf man ausübt oder wie alt man ist. Wir wollen Menschen dazu motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren und jedem die Chance geben, durch Integration und Inklusion, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Unter unserem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ setzen wir Projekte um, die Toleranz, Vielfalt und Chancengleichheit fördern. Eines dieser Projekte ist „EMPOWER“. Startschuss dazu war die Ausschreibung von „Miteinander leben – Ehrenamt verbindet“, die die Lagfa Bayern (Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Bayern) für das Bayrische Staatsministerium organisiert. Damit konnte genau das gefördert werden, was wir seit Jahren fast ausschließlich ehrenamtlich machen. Außerdem konnten bestimmte Angebote ausgebaut und neue Ideen verwirklicht werden. Für die Ausschreibung konnten sich dieses Mal neben kommunalen Trägern auch andere Organisationen bewerben, wobei sich die besten Ideen durchsetzten. Wir haben gewonnen und sind damit eins der 23 Projekte in ganz Bayern. Im Rahmen unseres Projektes recherchieren wir, wo es in der Region lokale Engagement-Möglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund gibt, um parallel einen Pool von ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten aufzubauen. Dabei dürfen natürlich auch eigene Ehrenamtsprojekte nicht fehlen. Ein tolles Beispiel dafür ist die wöchentliche Stunde „Bayrisch für

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Flüchtlinge“ unserer schwer behinderten Bundesfreiwilligendienstleistenden Daniela Uhrmann, über die auf Seite 9 ausführlicher berichtet wird. Zusätzlich haben wir mit unserer „EngagementBeratung“ eine Art Ehrenamts-Vermittlungsstelle ausgebaut, um Migranten und Flüchtlingen eine gute Übersicht und Auskunft über eigene sowie externe ehrenamtliche Einsatzstellen zu geben. Um neu ankommende Flüchtlinge bzw. Migranten bei den ersten Schritten zu unterstützen, organisierten wir auch eine Ausbildungsreihe „Informationslotsen in der Integrationsarbeit“. Informationslotsen sind Ehrenamtliche, die Neuankömmlingen als Navigator für das Leben in Deutschland dienen. Sie informieren sie über wichtige Themen wie beispielsweise das deutsche Gesundheitswesen, Wohnungs- und Arbeitssuche oder aber auch Freizeitangebote und vermitteln Kontakte zu den verschiedenen Anlaufstellen. Die Themen bei der Schulungsreihe waren sehr vielfältig und auf die Interessen der Teilnehmer angepasst. Zwei konkrete Beispiele für die Module im Zuge dieser Ausbildungsreihe sind die Themen „Wohnen“ und „Liebe, Sexualität und Partnerschaft“. Im Modul „Wohnen“ bekam man wichtige Tipps zur Wohnungssuche, zu Hilfen beim Umzug oder zum Thema „Möbel- und Ausstattungsspenden“. Zudem erfuhr man wie die Unterbringung von Asylsuchenden geregelt ist. Bei dem Modul mit dem Schwerpunkt „Liebe, Sexualität und Partnerschaft in Deutschland“ war das Interesse besonders groß. Denn spätestens seit der Sylvesternacht in Köln ist dieses Thema in Bezug auf Flüchtlinge sehr negativ behaftet. Die Ängste werden größer, dass man als Frau in Deutschland nicht mehr sicher sei und Männer mit Migrationshintergrund stehen sehr häufig unter Generalverdacht. Außerdem wird der Ruf

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Unser syrischer Bufdi Ayaz beim ersten Modul der Schulungsreihe für Informationslotsen in der Integrationsarbeit. Das Thema: Integration

Ayaz Manala Ali ist ein syrischer Flüchtling aus Aleppo, der seit März 2016 bei uns als Bufdi tätig ist. Er bereichert uns täglich mit seiner offenen Art und guten Laune, die uns alle ansteckt. Ayaz kennt „Gott und die Welt“, was uns in vielen unseren Projekten enorm zu Gute kommt. Egal, ob Syrien, die Türkei, Griechenland, Rumänien, Polen, Frankreich, Deutschland oder sogar China: Er hat überall Freunde. Seit seiner Flucht aus Syrien hat er vielerlei Erfahrungen gemacht, gute und schlechte. Er weiß also, was Migranten und Asylsuchende in einem neuen Land erwartet. Auch deshalb war er ein sehr wichtiger Baustein in unserem Projekt „EMPOWER“.


EMPOWER: Überblick über die Veranstaltungen immer lauter, dass die Flüchtlinge lernen müssten, wie man sich „anständig“ benimmt und dass es ein Burka-Verbot geben müsste. Es herrschen Unverständnis und Missverständnisse auf beiden Seiten, da weder die Deutschen wirklich Bescheid darüber wissen, welche Vorstellungen von Beziehung, Sexualität und Familie Migranten und Flüchtlinge mitgebracht haben, noch verstehen diese, was es mit den Gewohnheiten der Deutschen auf sich hat. Warum heiraten die Leute so spät oder sogar gar nicht? Warum gibt es so viele Alleinerziehende? Wie gehe ich auf das andere Geschlecht zu? Was bedeuten bestimmte Körpersignale und Blickkontakte? Die Schulung sollte helfen, wie man diese Missverständnisse abbauen kann. Unsere Geschäftsführerin Perdita Wingerter referierte über die Rolle von Mann und Frau im Islam und gab auch Einblicke in kulturelle Unterschiede. Im Anschluss gaben Thoralf Fricke von pro familia und Sylvia Seider vom Gesundheitsamt praktische Tipps dazu, wie man sensibel mit der Thematik umgeht, Aufklärungsarbeit betreibt sowie offene Fragen anspricht. Zum Schluss gaben die beiden Referenten auch einen Überblick über professionelle Angebote vor Ort. Vor kurzem fand auch eine Schulungsreihe Arbeitslose mit und ohne Migrationshintergrund zum Thema Ehrenamt statt. Der Anteil von Migranten lag immer bei mindestens 50%, was

uns wirklich sehr freute. Um die Teilnehmer mehr fürs Ehrenamt zu begeistern, organisierten wir u.a. ehrenamtliche Aktionen im Tierheim sowie im Altenheim. Im Tierheim durften die Teilnehmer bei Gartenarbeiten helfen, Hunde ausführen oder Unkraut jäten. Im Seniorenheim wiederum konnten sie mit den Bewohnern kochen, malen, basteln und singen. Die Resonanz zu diesen Aktivitäten war so gut, dass das Tierheim und das Altenheim begeistert fragten: „Wann macht ihr denn die nächsten Aktionen mit uns?“ Im Rahmen des Projektes führen wir auch Vernetzungstreffen durch bzw. beteiligen uns an solchen. So gaben wir gemeinnützigen und ehrenamtlichen Anbietern von Kultur- und Freizeitangeboten für Menschen mit Migrationshintergrund eine tolle Plattform, um sich auszutauschen. Zu guter Letzt machen wir auch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B. Kampagnen, Infoveranstaltungen und -angebote oder interkulturelle Filmreihen: Keine Gelegenheit wird ausgelassen, um es vielen engagierten Migranten und Flüchtlinge möglich zu machen, ihre Potenziale offenzulegen und ihre Wege ins Ehrenamt zu realisieren. EMPOWER! ys

Hier das damalige Team um Perdita Wingerter, Daniela Uhrmann, Luisa Gruber, Sophia Cramer und Ayaz Manala Ali (v.links) mit Vanessa Körner, (3. v. links) Leiterin des Projekts „Ehrenamt verbindet“ von der lagfa beim Start der Informationsreihe.

Von links nach rechts: Barbara Meyerhofer (Agentur für Arbeit), Angela Sedlmaier (Handwerkskammer Niederbayern), Jakob Schreiner (Wirtschaftsforum Passau), Perdita Wingerter (GLL), Hannah Fürstenwerth (Chancen gestalten)

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EMPOWER: Engagementberatung

Danke für die Unterstützung! „Zeit schenken. Man bekommt kein Geld dafür, sondern glückliche und fröhliche Gesichter. Was gibt es Schöneres?!“ - Daniela Uhrmann, Zuständige des Tatennetzes und der Engagement-Beratung

„Jeder kann kommen. Man muss keinen Intzernetzugang haben oder wissen, wie das alles funktioniert. Einfach mal im Verein vorbeischauen und den Rest erledigen wir.“ - Luca Scholz, Hauptverantwortlicher des Sprachpatenprojektes

„Ein Gegenüber, das sich mit einem unterhält und die Stärken und Interessen aus einem herauskitzelt, hilft enorm weiter. In diesem 1:1 Gespräch bekommt man genau das.

Engagement-Beratung: Unser Tatennetz nun auch für Migranten und Flüchtlinge Seit 2010 betreiben wir unser Tatennetz, eine Online-Plattform für ehrenamtliches Engagement, das Interessenten einen Überblick über ehrenamtliche Einsatzmöglichkeiten gibt. Im Zuge dessen stellen gemeinnützige Organisationen Gesuche ein, wofür sie Ehrenamtliche brauchen. Aktuell recherchieren wir auch, wo es in der Region Engagement-Möglichkeiten für Migranten und Flüchtlinge gibt und analysieren diese. Ziel ist es letztendlich, einen Pool von Einsatzstellen aufzubauen, der es jedem ermöglicht, in seinen Interessensgebieten eine Aufgabe im Ehrenamt zu finden, egal aus welchem Land jemand kommt. Die persönliche Engagement-Beratung des Tatennetztes öffnet nun auch ganz gezielt für Migranten und Flüchtlinge die Türen ins Ehrenamt. Der Vorteil dabei ist enorm.

Sie können nicht nur ihre Deutschkenntnisse spielerisch und ganz praxisorientiert verbessern, sondern auch Anschluss an die Gesellschaft finden und neue Kontakte knüpfen. Einen großen Reiz zum Mitmachen bieten unsere internen Projekte um „FRemdenFREUNDlichkeit“ und „Kinder erleben Kulturen“ (mehr auf den Seiten 10 und 20). Zuständig für die Beratung ist unsere Bundesfreiwilligendienstleistende Daniela Uhrmann, die ihre Beratung bei Messen und Integrationskursen stets anbietet, und nun mittwochs zwischen 8:30 Uhr und 11:30 Uhr ebenso eine offene Sprechstunde hat. Sollte es da nicht klappen, kann man auch jederzeit einen Termin vereinbaren. Dabei kann man ganz sicher sein, dass wir etwas Passendes finden! ys

- Perdita Wingerter, Geschäftsführerin

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EMPOWER: Bayrisch für Flüchtlinge

Bayrisch für Flüchtlinge - Die Innovation des Jahres

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alid und Sinan aus Syrien können schon gut Deutsch sprechen und viel verstehen. Aber was hilft einem Deutsch, wenn man in Bayern lebt? Da, wo nicht nur Lederhosen, Bier und Schweinebraten regieren, sondern auch extravagant betonte Vokale schon ein ganzes Wort bilden. Um in dieser Welt leichter Fuß zu fassen, hilft es, die bayerische Sprache und Kultur zu kennen und sich selbst auf bayrisch ausdrücken zu können. Das dachte sich auch Daniela Uhrmann und startete ihr Projekt „Bayrisch für Flüchtlinge“.

Sie arbeitet jetzt schon seit April in unserem Verein und macht hier ihren Bundesfreiwilligendienst, wobei sie seit neuestem im Rahmen der Engagementberatung Flüchtlingen zeigt, wo und wie man sich ehrenamtlich betätigen kann. Dabei kam sie auch mit den beiden Syrern Walid und Sinan ins Gespräch: „Ich war erstaunt, wie gut die beiden jungen Männer schon Deutsch sprechen und wie wissbegierig die zwei sind. Aber es dauerte nicht lange, bis sie mir erzählten, dass sie kaum bis gar nicht Bayrisch verstehen und ihnen das oft Probleme bereitet.“ Daraufhin wurde Daniela gleich aufmerksam und startete ihr Projekt „Bayrisch für Flüchtlinge“, das nun neben der Engagementbera-

tung zusätzlich läuft. Bisher ein voller Erfolg: „Die gemeinsame Stunde ist wirklich entspannt, da nur gesprochen wird. Jeder lernt etwas auf seine Art dazu, denn Walid und Sinan bringen mir auch ein paar Fetzen Arabisch bei. Es macht richtig Spaß und wir lachen alle ziemlich viel.“ Mehr als bestätigt wurde Daniela mit ihrem Projekt, als vom Bayrischen Rundfunk eine Anfrage kam, eine Stunde zu begleiten und einen Beitrag darüber zu machen. Am 14. Oktober war es dann soweit: Martin Gruber von Bayern 1 kam nach Passau, um die Bayrisch-Stunde hautnah mitzuerleben und er war begeistert. Auch Walid und Sinan waren keineswegs aufgeregt, sondern nur glücklich, ihre Kenntnisse zeigen zu können. Bei Daniela sah dass ein bisschen anders aus: „Es war sehr spannend und eine komplett neue Erfahrung für mich, aber die anfängliche Anspannung war doch schnell weg. Eigentlich hat´s total viel Spaß gemacht, fast noch mehr wie sonst!“ Ein kleines, aber mehr als feines Projekt, das unsere Daniela da auf die Beine gestellt hat. Es zeigt, wie viel Freude ehrenamtliche Arbeit und gelungene Integration machen. Und wenn sogar die Olympiasiegerin Barbara Engleder sagt: „Mit Englisch, Bayrisch und Deutsch kommt man in der Welt schon sehr gut aus.“, muss ja wohl was dran sein. ys

Unsere Bufdi Daniela mit ihren Schülern Walid (23, links) und Sinan (27, rechts). Seit ungefähr 5 Monaten lernen sie jetzt schon von- und miteinander und verstehen sich einfach super. „Das Wichtigste ist das Verstehen, nicht unbedingt, dass sie auch Bayrisch reden können.“, ist sich Daniela sicher.

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FremdenFREUNDlichkeit

Schüler bei einem Workshop in der Karl-Peter-Obermaier Berufsschule

Ein interaktiver Workshop für ein besseres Miteinander

FremdenFREUNDlichkeit Gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass und für mehr Offenheit, Toleranz und Liebe. Dieses Projekt soll Unwissen und Missverständnissen ein Ende bereiten und eine Lücke schließen, die größer nicht mehr werden darf.

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Ein heißer Sommertag im Schwimmbad: „Kerze! Arschbombe! Rückwärtssalto! Los geht´s!“ Munter spielt ein junger Afghane mit einem gleichaltrigen Deutschen, als ob es das Normalste der Welt wäre. Beide so um die 13 Jahre alt, machen keinen Hehl daraus, dass es eigentlich ganz egal ist, woher man kommt, welche Sprache man spricht und welche Hautfarbe man hat, denn Freude an Arschbomben, die hat man überall auf der Welt. Und wenn man schon einmal im Freibad war, weiß man auch, dass es zu zweit gleich doppelt so viel Spaß macht.

merksamkeit der anderen zu Teil wird, beginnt sie mit wilden und völlig unbegründeten Behauptungen: „Der Afghane ist drogenabhängig. Der ist ein Krimineller, so wie alle von da.“ Sofort werden die Augen der Kinder größer und alle scharen sich nun um das Mädchen. Als die beiden Jungs dann wieder aus dem Wasser auftauchen, merken beide, dass die Situation auf einmal eine völlig andere ist. Die Gruppe wendet sich immer mehr vom Afghanen ab. Dadurch wird der andere Junge, mit dem er die ganze Zeit gespielt hat, auch immer unsicherer, wie er jetzt reagieren soll.

Aber plötzlich kippt die Stimmung.

Schließlich kann man genau sehen, wie unangenehm die Situation für alle Beteiligten, aber vor allem für den Jungen aus Afghanistan ist. Dieser versucht vergeblich irgendwie wieder zum unbeschwerten Rumtollen mit den anderen zurückzukommen, aber steht letztendlich niedergeschlagen und ganz alleine am Beckenrand.

Eine größere Gruppe von Kindern - alle zwischen 10 und 13 Jahre alt - steht abwechselnd bei den zwei Jungs und einem ungefähr 14-jährigen Mädchen, das sich auf dem Springblock dauernd in Pose bringt. Als das Mädchen merkt, dass ihr nicht die volle Auf-

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FremdenFREUNDlichkeit

Um solche Szenarien zu verhindern, haben wir das Projekt „FremdenFREUNDlichkeit“ (FF) ins Leben gerufen. Schluss mit Halbwissen, Vorurteilen und Ausgrenzung. Im Rahmen von FF gehen zwei unserer Bundesfreiwilligendienstleistenden zusammen mit einem Studenten und einem Flüchtling an Schulen und vermitteln den Schülern in einem interaktiven Workshop alles, was rund um das Thema „Flüchtlinge“ wichtig ist. Dabei erklären sie nicht nur momentane Fakten, sondern machen Spiele zur interkulturellen Sensibilisierung und geben den Schülern die Möglichkeit, ganz locker und einfach mit einem Flüchtling zu sprechen. Der erzählt von seiner Reise und Gefahren, denen er ausgesetzt war, Heimweh, dem Bürgerkrieg und anderen schlimmen Erfahrungen, die er bisher gemacht hat. Ziel ist es also auf spielerische und praxisorientierte Weise Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass vorzubeugen und Toleranz sowie Eigeninitiative zu fördern. Dadurch, dass wir den Teilnehmern unsere aktuellen Projekte vorstellen, bekommen sie auch einen Eindruck, was man ganz praktisch und in konkreten Situationen machen kann, wenn Menschen diskriminiert und ausgegrenzt werden. Zusätzlich gibt es auch ein Quiz. Dazu bekommt jeder Schüler mehrere Karten sowie Antwortmöglichkeiten, um bei jeder Frage die für sie persönlich plausibelste Antwort zu zeigen. Im Endeffekt ist also wirklich jeder mit dabei und Teil vom Workshop. Die Erfahrung zeigt: Viele – egal, ob Mittelschüler oder Gymnasiast - wissen gar nicht, was diese Menschen durchmachen müssen und haben kaum bis gar kein Faktenwissen. Sie saugen Halbwahrheiten aus den Medien auf und hören oft Dinge aus ihrer Umgebung, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Die Kinder und Jugendlichen wissen dann nicht, was sie glauben sollen oder können, weil sie sich einfach überfordert fühlen. Dem wollen wir mit FF entgegenwirken. Gestartet hat dieses Projekt unsere Bundesfreiwilligendienstleistende Sabrina Kanski 2015 an einem Passauer Gymnasium und an der Uni. Mittlerweile arbeiten wir auch schon an Berufsschulen und wollen für kommendes Jahr das volle Pensum nutzen und auch an Mittel- und Realschulen unsere Workshops halten. Das Feedback der Schulen und – noch wichtiger – der Schüler ist sehr gut. Sie sind unglaublich interessiert und wissbegierig. Hält man diesen Workshop, ist eine ganz besondere Atmosphäre im Raum: Man kann spüren, dass die Schüler „wollen.“. Sie wollen mehr wissen, sie wollen mehr sagen und sie wollen mehr machen. Letztendlich sollen die Kinder im Bad merken, dass nicht alles stimmt, was gesagt wird, sondern ihrem eigenen Gefühl folgen, und mit jedem Arschbomben machen, der ihnen nett erscheint. Ein interessantes Detail zum Schluss: Die diesjährige Arschbomben-Weltmeisterschaft stand unter dem Motto „Say no to racism“. Zufall oder Schicksal? ys

Maxi, Student an der Uni Passau, erklärt den Schülern gerade, waus welchen Gründen die Asylbewerber geflogen sind und wie die momentane Lage in deren Heimat ist.

„Aus welchen Ländern kommen eigentlich die meisten Flüchtlinge?“ Diese und ähnliche Fragen werden beim Fragequiz gestellt. Die Antworten dazu sind oft sehr unterschiedlich.

„Handy, Ladekabel, Geld, Decke, Ausweis.“ Die Antworten auf die Frage, welche drei Sachan man auf die Flucht mitnehmen würde, sind vielfältig.

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10 Bilder - 10 Stunden - 10 Begegnungen

10 Bilder - 10 Stunden - 10 Begegnungen

10 - 10 - 10 In unserem neusten Projekt geht es um die Sprachpaten der Zukunft. Von „Peer to peer - Lernen auf Augenhöhe“ bis hin zu Freundschaften: „10 - 10 - 10“ und seine Vorzüge

Peer-Lernen heißt das Lehren oder Teilen von Informationen, Werten und Verhaltensweisen durch Menschen gleichen Alters (Peers). Das Erlernen findet zwischen den Lernenden auf Augenhöhe statt: Beide lernen voneinander. Und genau DAS ist das Ziel dieser Methode. Dadurch, dass Gleichaltrige als Lernhelfer in Erscheinung treten und so schwierige und wichtige Themen vermitteln, ist die Atmosphäre viel ungezwungener, lockerer und entspannter. In Zuge dessen wird auch der Lernerfolg um ein Vielfaches erhöht und auf beiden Seiten eine Freude am Lernen geschaffen. Warum ich das alles erzähle? Ganz einfach: Eine große Anzahl an Flüchtlingen in unserem Land sind minderjährig oder noch junge Erwachsene. Für sie ist es besonders schwierig, ohne Familie und Freunde in einem fremden Land mit fremder Kultur und Sprache Fuß zu fassen. Um diesem Ziel aber doch näher

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zu kommen, haben wir auf das Prinzip der „Peer to peer“- Methode zurückgegriffen. Bei unseren bisherigen Sprachpatenprojekten gibt es für die Sprachpaten nur eine Altersbegrenzung: Man muss volljährig sein. So kann es auch sein, dass ein zehnjähriges syrisches Mädchen mit einer 76 Jahre alten Deutschen zusammenkommt. Im Rahmen unseres neuen Projektes „10 Bilder - 10 Stunden - 10 Begegnungen“ kurz „10 - 10 - 10“ treffen junge Asylsuchende unter 25 auf junge, deutsche Sprachpaten unter 25. Die Idee des Projektes ist, dass die jungen Flüchtlinge Fotos über zehn Themen sammeln, für die sie sich interessieren und über die sie reden und mehr wissen wollen. Danach treffen sie sich mit den gleichaltrigen Deutschen zehn Mal und jeweils eine Stunde lang, um sich darüber auszutauschen. Dabei sollen die Flüchtlinge nicht nur ihre Deutschkenntnisse verbessern und unsere Kultur näher kennenlernen, sondern auch die deutschen Teilnehmer die andere

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10 Bilder - 10 Stunden - 10 Begegnungen Aufgrund von Nicht- bzw. Halbwissen entstehen in Bezug auf andere Kulturen, Traditionen und Bräuche oft Missverständnisse. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, sich für mehr Toleranz und mehr Offenheit einzusetzen. Dabei sollte man sich die Motive für bestimmte Denk- und Verhaltensweisen vor Augen führen und untereinander ungezwungen kommunizieren. Das trägt dazu bei, die verschiedenen Kulturen zu vernetzen.

auf die Frage, ob es für sie besser ist, wenn die Deutschen zu ihnen ins Flüchtlingsheim kommen. Azim war bei jedem Treffen und schenkt mir sofort ein Lächeln, auf meine Frage, ob es ihm denn gefallen habe. „Ich beginne jetzt meine Ausbildung im Metallbau. Ich freu mich schon richtig darauf, aber deshalb ist es für mich in Zukunft wahrscheinlich schwierig zu solchen Treffen zu kommen.“, erzählt er mir mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Das P-Seminar Deutsch des Leopoldinums in Passau hat im Rahmen von „10 - 10 - 10“ unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus dem Haus Pax in Vilshofen getroffen. Die Erfahrungen der Schüler waren dabei sehr verschieden, weil ja auch jeder Mensch unterschiedlich ist. Der eine ist interessiert und wissbegierig, der andere widerum eher unmotiviert und will sich nicht engagieren. Dann gibt es wieder einige, die unglaublich fleißig sind, aber sich schwer tun zu lernen. Vor allem in jungen Jahren prägen sich diese Merkmale heraus und stellen einen Sprachpaten entweder vor größere oder geringere Schwierigkeiten. „Mein Partner hat sich schon die ganze Woche auf unser Treffen gefreut und war super interessiert.“ kann man von einer Schülerin hören, während eine andere sagt: „Ich bin zu acht Treffen gekommen, aber habe sechs Mal umsonst gewartet.“ Von äußerst positiv bis ziemlich unzufrieden sind also alle Erlebnisse dabei. Was man aber wissen muss, ist, dass der negative Fall, der einzige aus neun war, und alle anderen wirklich zufrieden waren.

Unsere bisherigen Projekterfahrungen sind überwiegend positiv und stimmen einen sehr zuversichtlich für die anstehenden Projekte. Allein dadurch, dass jeder von ihnen wieder Lust hätte, nochmal beim Projekt dabei zu sein, spiegelt den Erfolg wieder. In Zukunft wollen wir „10 - 10 - 10“ in neuen Formaten ausprobieren. So soll es ab nächstes Jahr sowohl ein schulbezogenes als auch ein offenes Programm geben. Die Teilnehmer können einfach zusammen in Kontalt kommen und ganz individuell im 1:1 Verhältnis miteinander reden. Der Optimalfall wäre natürlich, dass der Kontakt über das Projekt hinweg bestehen bleibt und vielleicht sogar Freundschaften entstehen. Beziehungen mit Gleichaltrigen sind einfach von enormer Bedeutung, vor allem für junge Flüchtlinge, die hier keine Familie und kaum bis gar keine Freunde haben.

„Wir sind diejenigen, die Deutsch lernen wollen. Also müssen wir auch auf sie zugehen und zu ihnen kommen.“ antwortet Juma blitzschnell

Abschließend fällt mir ein Zitat von Anja Schöner ein. Sie ist Deutsch- und Französisch-Lehrerin am Leopoldinum und war die Betreuerin des P-Seminars. „Bin ich froh, dass ich schon Deutsch kann!“ Ich glaube wir würden uns auch schwer tun, Arabsich zu lernen. ys

Vom ersten Matchingtreffen im Haus Pax

Über das zweite Treffen am Leopoldinum

Bis hin zum gemeinsamen Gruppenfoto

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Kinder erleben Kulturen

Eine andere Welt mal ganz nah

Kinder erleben Kulturen „Ein Flüchtling ist jemand, der sein Land verlässt weil „Das ist Schnitzel mit Pommes – mein Lieblingsessen!“ Krieg ist.“ „In Syrien ist Krieg. Die Leute haben nichts erklärte der fünfjährige Felix. „Das esse ich auch gerne, mehr zu essen. Und viele haben kein Geld mehr, weil mindestens einmal pro Woche“, bestätigte ihm Ayaz. sie es für die Reise ausgegeben haben.“ „In Aleppo ist Dann ging es nach draußen und die Kinder lernten ein alles kaputt und die Kinder haben Hunger.“ Ayaz Ma- Ballspiel, das Ayaz mit seinen Freunden oft nach der nala Ali, selbst Flüchtling aus Aleppo in Syrien, war Schule gespielt hatte. Krönender Abschluss war das überrascht, wie viel die Kinder über die aktuelle Situ- gemeinsame Kochen von „Lahma b ajin“, eine Art araation in seinem Land wussten. 13 Kinder im Alter von bische Pizza. Die Kinder waren am Ende begeistert: 5 bis 8 Jahren haben seinen interkulturellen Workshop „Es war toll, was wir alles erfahren haben, zum Beiüber Syrien im Rahmen der „Ferien am Schloss“ be- spiel wie lang man von Syrien nach Deutschland sucht, um mehr über Syrien zu erfahren. braucht und dass die Kinder in der Schule das Gleiche „Ihr kommt immer mit jemanden aus einem anderen tragen müssen“, sagt Anna 8. Die Flucht hatte auch Land, der uns dann erklärt, wie es dort in dem Land ist, am meisten Felix (5 Jahre) beeindruckt: „Ayaz mussman lernt, wie die dort reden, was die dort essen und te durch viele Länder gehen. Aber am besten hat mir wie die Kinder dort leben,“ erklärt Vincent (8 Jahre) das das Pizzamachen Spaß gemacht!“ Johanna hingegen Konzept der Workshops „Kinder – Erleben – Kulturen“, fand es am spannesten etwas auf Arabisch gelernt zu die der gemeinnützige Verein haben und ihren Namen nun „Gemeinsam leben & lernen in auf Arabisch schreiben zu könEuropa“ schon seit 8 Jahren or- „Sowohl für die Kinder als auch für nen. „Es gefällt mir, andere ganisiert. Und Vincent nimmt Menschen kennenzulernen.“ im Ferienprogramm schon im uns selbst waren die Workshops ein Vincent und Antoni, beide 8, dritten Jahr teil, weil ihm die großer Erfolg und eine spannende sind nun zum dritten Mal daletzten Workshops über Tsche- Erfahrung.“ - Julia, Praktikantin bei. „Ich habe jetzt viel über chien, Holland und Polen so und Mitorganisatorin des Syrien- Syrien gelernt.“ Und Antonia gut gefallen haben. sieht die Workshops schon Workshops Und Ayaz nahm die Kinder als Vorbereitung auf ihren zuauf eine interkulturelle Reise künftigen Traumberuf, sie will mit. Erst einmal mussten sie auf der Weltkarte Sy- nämlich im Hotel arbeiten. „Wenn man in einem Hotel rien finden. Dann fragte ein Kind, wie er denn nach arbeitet, muss man viele Sprachen sprechen. Und auDeutschland gekommen sei und so verfolgten die Kin- ßerdem will ich mal viel reisen und da möchte ich auch der gemeinsam auf der Karte, wie er über die Türkei, mit vielen Menschen sprechen können.“ Bulgarien, Serbien, Ungarn und Österreich schließlich Das freut die Organisatorin und Initiatorin der interan der Grenze in Passau landete und seit einem Jahr kulturellen Workshops für Kinder, Perdita Wingerter. und 4 Monaten nun hier lebt. Dann lernen die Kinder, „Nun gehen die Kinder nach Hause und verbinden wie man sich auf Arabisch begrüßt und ihren Namen mit Syrien nicht nur Krieg, Hunger, Elend und Gewalt, schreibt. Dann gab es ganz viele Bilder über Deutsch- sondern sie verbinden damit nun auch positive Erinneland und Syrien und die Kinder mussten zuordnen, rungen an schöne Landschaften, großartige Bauten, welches Bild zu welchem Land gehört. Ein Bild von spielende Kinder, leckeres Essen und nette Menschen Ayaz Geburtsort Afrin hatten sie Deutschland zuge- wie Ayaz. Das ist uns wichtig.“ Und Ayaz selbst war ordnet, auch ein typisches Bohnengericht kam ihnen am Ende sehr gerührt. „Die Kinder haben eine reine bekannt vor. Seele. Sie sind so offen und so neugierig und ohne Vor„So was gibt es auch bei uns zu Hause.“ Anhand der behalte. Das hat mich tief beeindruckt und bewegt.“ Bilder erzählte Ayaz den Kindern von seiner Heimat, Nächste Woche geht es weiter. Dann lernen die Kleidass zum Beispiel Kinder Uniformen an der Schule nen die Türkei kennen und Ayaz bietet erneut einen anziehen müssen und dass Jungs und Mädchen spä- Workshop an, diesmal für die größeren Kinder. testens mit 10 Jahren getrennt voneinander unterrichtet werden. Dann erklärten die Kinder wiederum Ayaz was auf den Bildern über Deutschland abgebildet war. pw

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Ausgabe 9 - Juli 2014

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Kinder erleben Kulturen

Frankreich mit allen 5 Sinnen - Ein Erfahrungsbericht

Vom 9.11. bis 11.3. war Joanne Sanlaville hier bei GLL Praktikantin und stellte im Rahmen von „Kinder erleben Kulturen“ ihre Heimat Frankreich vor. Ihre Eindrücke und Erlebnisse hielt Sie in einem Erfahrungsbericht fest:

Joanne

K

inder – Erleben – Kulturen: Mit einem solchen Thema hat man so viele Möglichkeiten! Ich und Jessica waren dieses Mal im Kindergarten St. Stephan um den Kindern Frankreich näher zu bringen. Damit die Kinder nicht einschlafen, muss das Projekt aus zwei Stunden Spannung, Spaß und Spiel bestehen – das war aber kein Problem, denn die Kinder haben begeistert mitgemacht. Als ich die Kleinen im Alter von vier bis sechs Jahren so durch den Raum springen sah, war ich zunächst ein bisschen unsicher. Ich hab mich gefragt, wie ich sie dazu bringen könnte, sich für mich zu interessieren? Ich brauchte ein Wunder und dieses kam in Form von Frau Monika Roth: Ein kleines „Psst…“ von ihr und die Kinder haben keinen Mucks mehr gemacht. An dieser Stelle wollen wir uns selbstverständlich ganz herzlich bei ihr bedanken – nicht nur für die Möglichkeit der Durchführung des Projektes sondern auch für den warmen Empfang! Wir haben mit einer kleinen Frage angefangen: Wo komme ich her? Der Gewinner durfte die ganze Zeit typisch französische Kleidung tragen. Auch wenn der Hut vielleicht ein klein wenig zu groß war, sah der kleine Lukas fantastisch aus! Als nächstes haben wir mit den Kindern französische Flaggen gebastelt. Und während sie die Flaggen-Vorlage mit den richtigen Farben ausgemalt haben, haben wir ihre Namen „französisiert“ – aus Julia wurde Julie, aus Lukas wurde Luca und aus Maria wurde Marie – da habe ich mich wieder wie in Frankreich gefühlt! Und um die Flaggen an den von uns mitgebachten Stöcken zu befestigen haben wir mit Sicherheit mehr Tesafilm benutzt als in unserem ganzen bisherigen Leben. „Wo liegt Frankreich?“ war die nächste Fra-

ge, die wir gestellt haben. Eine mutige Freiwillige musste mithilfe der anderen Kinder mit verbundenen Augen ein Bild der Umrisse Frankreichs auf einer Weltkarte platzieren – und hat das mit Bravour gemeistert! Wir haben den Kindern gezeigt, dass Frankreich gar nicht weit weg ist und dann durften sie raten, wie ich nach Deutschland gereist bin – es wurde das Fahrrad vorgeschlagen, aber ich habe nicht so ausgefallene Verkehrsmittel benutzt, sondern das Auto, das Flugzeug und den Bus. Die Ohrringe von Sethi II aus dem Louvre, der Kampf zwischen der Bretagne und der Normandie, der Schatz in der hohlen Felsnadel in Etretat… die Geschichte Frankreichs kann sehr spannend sein und ich war begeistert als ich bemerkt habe, dass die Kinder gespannt zugehört haben! Um die Kinder noch mehr miteinzubeziehen haben wir zusammen Tier-Memory gespielt. Und da die Tiere in Frankreich natürlich auch Französisch sprechen mussten die Kinder, immer wenn sie ein richtiges Tier-Paar gefunden haben, den französischen Laut des Tiers machen! Das hat ihnen sehr gut gefallen. Nachdem wir den Raum zum Zoo gemacht hatten, haben wir ein französisches Kinderlied gesungen: Ainsi font font font les marionnettes (dt. So machen die kleinen Marionetten) – hier durften sich auch ein wenig tanzen und sich im Kreis drehen. Da es noch nicht allzu lange her ist, dass auch ich im Kindergarten und in der Schule war, habe ich zwei meiner Klassenfotos mitgebracht. Und auch wenn es nicht einfach war, haben die Kinder mich ganz schnell gefunden. Zum Schluss haben alle Kinder zugestimmt, mich in Frankreich zu besuchen – denn die Croissants sind super lecker!

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Kinder erleben Kulturen: Fotostrecke

Von Frankreich über die Türkei nach Syrien - Die Fotostrecke zu den Workshops 2016

Frankreich Türkei

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Im März fand ein Workshop zum Thema „Frankreich“ statt. Die Kinder im Kindergrten St. Stephan waren von Joanne und ihrem Programm begeistert. Gülin Tunali brachte Kindern zwischen 5 und 8 Jahren die Türkei näher und zeigte ihnen, wie man leckeres Börek backt. Vor allem für die Mädchen gab es kein Halten mehr.

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Kinder erleben Kulturen


Kinder erleben Kulturen : Fotostrecke

Alle schauen gespannt auf die Landkarte: Wo ist denn Syrien? „Da ist Deutschland, und DA ist Syrien. Das ist aber ganz schön weit weg.“

Kinder erleben Kulturen B I L D E R

Im August machten Ayaz und Julia einen Workshop zu Syrien. Ayaz zeigte den Kindern, wo Syrien liegt, wie es dort aussieht und versuchte ihnen seine Heimat etwas näher zu bringen.

E S S E N

SYRIEN

Was sind denn das für Bilder? Ist das Deutschland oder Syrien?

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„Rede mit mir“ : Praxishandbuch für ehrenamtliuche Sprachpaten

„Rede mit mir“:

Praxishandbuch für ehrenamtliche Sprachpaten Mit diesem Handbuch sollen die vielen ehrenamtlichen Sprachpaten unterstützt werden. Wichtig ist, dass man auch praxisorientiert arbeitet. Mit seinen ganzen Materialien ist dieser Ratgeber, kein einfaches Handbuch, sondern mehr. Ein Workshop auf Papier.

Seit 4 Jahren organisiert der gemeinnützige Verein ehrenamtliche Sprachpaten-Projekte, eines für Kinder aus aller Welt an Schulen, eines für erwachsene Flüchtlinge und seit neustem auch für junge Ehrenamtliche und junge Flüchtlinge. Um sie in ihrem Engagement zu unterstützen stellt der Verein von Anfang an seinen Ehrenamtlichen Lehrmaterialien zu Verfügung: eine Sprachpatenkiste mit Materialien für die Kinder und eine Sprachpatenbox für die Ehrenamtlichen, die mit Flüchtlingen arbeiten. Eine erste Version hatte die ehemalige Praktikantin und Ehrenamtliche Sybille Holz entwickelt. Es gibt zwar eine Unmenge an guten Deutschbüchern, in denen Grammatik und Wortschatz vermittelt werden, aber wenig Material, mit denen Ehrenamtliche, die keine Lehrer sind, ohne Probleme arbeiten können. Dass man Deutsch spricht, heißt noch

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nicht, dass man jemandem auch ohne Probleme Deutsch vermitteln kann. Außerdem können viele Flüchtlinge unsere lateinischen Buchstaben nicht und manche können gar nicht lesen und schreiben. Und einige Ehrenamtliche und Flüchtlinge können mit grammatikalischen Begriffen und Regeln wenig anfangen. Aus diesem Grund enthielt die erste Sprachpatenbox Vorschläge für Alltagsdialoge, Anleitungen für spielerische Übungen und Bildmaterialien. Bei Austauschtreffen im Rahmen des bayerischen Förderprogramms „Sprache schafft Chancen“ wurde dieser Prototyp der Sprachpatenbox vorgestellt und viele Ehrenamtliche wollten diese Box käuflich erwerben. Mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch und der Robert Bosch Stiftung entwickelte der Verein den Prototyp der Box weiter: Wir haben Sprachpaten und Flüchtlinge ein halbes Jahr lang befragt,

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„Rede mit mir“ : Praxishandbuch für ehrenamtliuche

welche Themen für die Flüchtlinge sind die interkulturellen Hinweise, die im Alltag wichtig sind, was sich in der jedem Gesprächsanlass vorgeschaltet Praxis bewährt und welche Fotokar- sind. Wenn wir sensibler sind, wo kulten vielleicht noch nötig sind. Basie- turelle Unterschiede bestehen könrend auf den praktischen Erfahrungen nen, kann man interkulturelle Konentwickelte ich zusammen mit eini- flikte und Missverständnisse besser gen Ehrenamtvermeiden und lichen, allen einander bes„Es hat mir wirklich sehr viel Freude ser verstehen voran Martin Görgens, nun bereitet und es war eine besondere bzw. erklären. ein Handbuch Erfahrung, einen Ratgeber für ein so Daher enthält mit 15 Ge- wichtiges Projekt mitzugestalten.“ das Handbuch sprächsanläs- - Martin Görgens auch viele praksen. Dort fintische Tipps den sich nun und Hinweise, Musterdialoge wie man neben und Übungen zu Themen wie sich be- Sprachkenntnisse seinem Gegenüber grüßen und vorstellen, Uhrzeiten und auch kulturelles Wissen vermitteln Verabredungen, Unterwegs sein, Ein- kann. kaufen, Kranksein und Arztbesuche, Um die Kosten für Ehrenamtliche geÄmter und Behörden, Arbeit und Be- ring zu halten, hat der Verein nun eine ruf, Schule, Geld und Bank, Deutsch- günstige Sprachpatenbox zum Selland sowie Kultur, Traditionen und berbasteln inklusive des Handbuchs Feste feiern. Auf Grammatikübungen produziert. Sie kann ab sofort direkt haben die Autoren völlig verzichtet. beim Verein gekauft bzw. bestellt Was das Handbuch einzigartig macht, werden. pw

Das Handbuch wird zusammen mit verschiedensten Materialien verkauft und kann durch das Zusammenbasteln perfekt in den Unterricht eingebaut werden.

Ausgabe 11 11 -- November Dezember 2016 Ausgabe

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Ayaz in Griechenland Themengebiet

14 Tage griechisches Grenzgebiet festgehalten auf Bild und Papier

Ayaz in Griechenland Unser syrischer Bundesfreiwilligendienstleistender Ayaz war im Februar in verschiedenen Grenzgebieten in Griechenland, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen, wie es den Flüchtlingen geht und wie sie behandelt werden. Dabei wurde er zu einem wichtigen Puzzleteil und half den Leuten. Er übersetzte viel, unterstützte Kranke mit medizinischer Versorgung und hielt all seine Erfahrungen auf Bild und Papier fest, damit wir den Leuten zeigen können, wie es den Flüchtlingen an den Grenzen ergeht.

An diesem Tag hat Ayaz mit 500 anderen Menschen, darunter 200 italienische Freiwille, in den Straßen von Tessaloniki eine große Demonstration veranstaltet und ist mit ihnen zur türkischen und deutschen Botschaft gegangen. Ziel war, die Grenzen zu öffnen und den Flüchtlingen zu ermöglichen, sich frei zu bewegen.

Just imagine yourself living without food, hot water, a roof to sleep under, a bed to sleep in, clothes to wear, certainty about your future: The only difference betweeen staying in Syria and going to Greece is the way of dying: Whether your body or your soul. - Ayaz

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ThemengebietAyaz in entsprechender Farbe in Griechenland

Diesen eineinhalb Jahre alten Jungen hat Ayaz ins Krankenhaus von Chios gebracht und dort als Übersetzer fungiert. Der Junge war unglaublich krank und in den neun Stunden, die Ayaz vor Ort war, blieb sein Herz 6 Mal stehen. Nachdem die Ärzte ihn jedes Mal mit Elektroschocks wiederbelebten, wurde sein Zustand etwas stabiler und er wurde zusammen mit seiner Mutter ins Athener Krankenhaus geflogen. Seine drei Geschwister warteten derweil in Chios und hofften, zu ihrem Bruder und ihrer Mutter zu kommen. Die medizinische Versorgung für die Flüchtlinge in Chios war katastrophal.

Pain, waiting, hope, hunger, cold and struggle. That´s what I´ve seen and shared in Greece for two weeks with more than 60,000 refugees. They were waiting for politicians to decide about their future while thinking: „Dont´t give up!“ - Ayaz

Sie ist die Nichte eines Freundes von Ayaz. Zusammen mit ihm hat Ayaz viele Demonstrationen in Syrien gemacht. In Edomeni war es aber Rita, die - wie Ayaz sagt - bei jeder Demo wie eine „Heldin“ dabei war und sich nicht wie ein Kind verhielt, sondern viel mehr war als nur das.

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Vermischtes: Ehrenamtskongress

Ehrenamtskongress 2016 - Ein Erfahrungsbericht Anfang Juli besuchten neben Perdita auch Luisa, Sophia, Ayaz und Martin den Ehrenamtskongress in Nürnberg. Letzterer ist Student an der Uni Passau und arbeitet seit April bei GLL. Er war vom Ausflug begeistert und hat seine Eindrücke festgehalten:

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Am 1. und 2. Juli fand in Nürnberg der Ehrenamtskongress statt. Perdita hat allen interessierten Mitarbeitern angeboten, ebenfalls daran teilzunehmen und so kam es, dass auch ich zu diesem Kongress ging. Bisher war ich selten bis gar nicht auf „offiziellen Anlässen“ wie diesem und ich hatte schon befürchtet, dass ich dort möglicherweise fehl am Platz bin, da ich doch nur ein normaler Student bin, der sich nebenbei etwas engagiert. Dann hat es mich aber doch überrascht, wie angenehm und familiär die Atmosphäre beim Kongress war. Als Veranstaltungsort diente der historische Rathaussaal, der dem Ganzen die Krone aufsetzte. Schon beim Betreten wurden wir von Studierenden begrüßt, die über die „Hochschulkooperation Ehrenamt“ der TH Nürnberg als Servicekräfte mithalfen. So hatte ich also sofort mit Gleichaltrigen zu tun und dadurch nicht das Gefühl, ein potenzieller Fremdkörper unter den vielen Erfahrenen zu sein. Die Organisatoren des Kongresses haben über die zwei Tage ein breites Programm geboten, das nicht alleine um das Thema Ehrenamt kreiste, sondern z.B. auch eine Stadtbesichtigung beinhaltete. Im Zentrum standen jedoch die Vorträge und Workshops, die über unterschiedlichste Themen informierten. Perdita bot zusammen mit ihren europäischen Partnerinnen und Partnern einen Workshop zum Projekt „Professional Volunteering“ (ProVol) an, bei dem ich James aus Großbritannien unterstützte, z.B. mit Übersetzungen, falls Teilnehmer/innen Probleme

mit Englisch haben. Seine Übung betraf das Thema „Kommunikation“: In Zweiergruppen musste einer dem anderen den Inhalt eines Bildes mitteilen, wobei dieser nur aufgrund der mündlichen Beschreibung versuchen musste, das Bild möglichst originalgetreu auf einem Blatt Papier nachzubilden. Am Ende wurden die Bilder verglichen, um über Schwierigkeiten bei der Kommunikation und Tipps dafür zu sprechen. Die Übung machte allen viel Spaß. Zwischen den verschiedenen Programmpunkten gab es immer wieder Kaffee und Kuchen. Die Versorgung der Teilnehmer kam allgemein nie zu kurz. Abends gab es dann sogar ein Unterhaltungsprogramm mit Big Band, die uns mit alten Jazz-Klassikern unterhielt. Fast wichtiger als die Wissensvermittlung über Vorträge und Workshops war mir jedoch der persönliche und unkomplizierte Austausch zwischen den Ehrenamtlichen. Obwohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichsten Bereichen des Ehrenamts kamen, verband sie doch der gemeinsame Gedanke, in der Gesellschaft etwas Gutes bewirken zu wollen und die Bereitschaft, sich unentgeltlich dafür einzusetzen. Die wichtige Bestätigung, die Ehrenamtliche bei diesen Kontakten erhalten, kann neue Motivation und Energie geben, die ehrenamtliche Arbeit weiter zu vertiefen. Außerdem können die Workshops und Vorträge ihrerseits dazu verhelfen, neue kreative Wege zu gehen. Somit kann ich nur hoffen, dass es den Ehrenamtskongress auch in Zukunft noch lange geben wird. mg

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Vermischtes: Frauentreff

Internationaler Frauentreff 2016 von „Gemeinsam leben & lernen in Europa“

Von Homöopathie über Theater bis nach Spanien und Rumänien

Ein Land präsentiert seine Kultur für Frauen aus aller Welt: Mit diesem Erfolgsrezept ging der internationale Frauentreff 2016 in seine 9. Runde. Organisatorin Maritta Steinmeier schreibt in Miteinander, welche Aktivitäten in diesem Jahr auf die Teilnehmerinnen gewartet haben und immer noch warten.

Der internationale Frauentreff ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung in Passau geworden. Viele Frauen aus vielen Ländern, die nun in Passau leben, beteiligen sich daran. Ziel ist es, Kulturen zu verbinden, Kontakte aufzubauen, Fremdes kennenzulernen und vielleicht sogar Freundschaften zu schließen. Wer fremde Kulturen versteht, der kann angstfrei und aufgeschlossen mit ihnen umgehen. Der Frauentreff hilft dabei Kontakte zwischen Frauen aus verschiedensten Ländern, unter anderem aus Polen, Russland, Rumänien, Ungarn, Spanien, Portugal und USA herzustellen. An insgesamt 8 Abenden im Jahr 2016 organisieren Ankie Visschers und Maritta Steinmeier vielseitige Abende, die sich mit interessanten Themen befassen, aufklären, unterhalten und auch amüsieren. Dabei können sie auf die tatkräftige Unterstützung und Förderung durch das bfz Passau zurückgreifen, in dessen Räumen der Frauentreff überwiegend stattfindet. Der Start war im Februar mit einem sehr aufschlussreichen Vortrag über Homöopathie, bei dem der Apotheker Herr Kreutner einen kleinen, sehr interessierten Kreis durch das Thema „Sanfte Heilung durch Homöopathie“ führte. Im März konnten die Teilnehmer mehr über die Europabücherei erfahren, die deren Leiter Uwe Kollmorgen vorstellte. Diese wichtige, städtische Einrichtung wurde in den 1950er Jahren mit der sich entwickelnden Idee eines vereinten Europas gegründet, woher auch der Name rührt. Der erste Kulturabend 2016 fand im April statt. Dabei stellten die Frauen der vor

kurzem gegründeten „Hora - Deutsch-Rumänische Kulturgesellschaft Passau e.V.“ ihr wunderbares Land Rumänien vor. Allein schon durch die Donau fühlt sich Passau mit Rumänien verbunden, aber auch durch den gemeinsamen europäischen Gedanken: Seit 2007 ist auch Rumänien Mitglied der EU. Das Land in Südosteuropa ist voller Vielfalt. Die einzigartiger Natur, historische Denkmäler oder auch moderne Großstädte laden zum Entdecken ein. . Im Mai organisierte der Frauentreff eine Führung durch das “Fürstbischöfliche Theater“ in Passau, das 1645 errichtet wurde und somit auf eine lange Tradition zurückblickt. Die Teilnehmer wurden durch die Musikdramaturgin des Theaters, Swantje Schmidt-Bundschuh, „auf die Bretter, die die Welt bedeuten“ geführt. Schließlich machten die sehr tiefgründigen Informationen und geduldigen Antworten auf so viele Fragen auch diesen Abend zu etwas Besonderem. Die letzte Veranstaltung vor der Sommerpause im Juni war wieder ein Kulturabend unter dem Motto „Wie viele Spanien gibt es auf der iberischen Halbinsel?“ Mit einem tollen Vortrag, der sowohl auf die lange Geschichte Spaniens, als auch die sprachliche, kulturelle und geografische Vielfalt des Landes einging, sowie kulinarischen Köstlichkeiten brachten die Mitglieder der „Deutsch-SpanischenGesellschaft“ den teilnehmenden Frauen ein weiteres Stück Europas näher. Im September, beim ersten Frauentreff nach der Sommerpause, begeisterte Christiane Öttl, gebürtige Passauer Sängerin und Multi-Instrumentalistin, bei

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Vermischtes: Frauentreff

einem wunderbaren Musikabend mit ihrem pädagogischen Geschick, ihrer großen Professionalität, mit ihrer Fröhlichkeit und ihrem unnachahmlichen Humor. Dank ihres großartigen Auftritts konnten die Teilnehmerinnen am Frauentreff ungehemmt Spaß haben. Der letzte Kulturabend im Jahr fand im Oktober statt, bei dem der „Deutsch-Ungarischen Freundeskreis Passau-Veszprém eV“ die Städtepartnerschaft auf vielfältigen Ebenen aufgriff. Das Ziel war eine innigere Beziehung zwischen Deutschen und Ungarn sowie der beiden Städte Passau und Veszprém zu schaffen. Im November beendete der Frauentreff sein Jahresprogramm mit dem gemeinsamen Basteln von Schmuck. „Perlendesign Enzbrunner“ lieferte dabei rege Unterstützung und machte Stimmung für die Vorweihnachtszeit.

Der Frauentreff Im Februar mit dem Thema: „Sanfte Heilung durch Homöopathie“

Ein aufregendes Jahr, mit vielen Highlights liegt dann hinter uns. Wir, Ankie und ich, hoffen, dass wir mit der Themenwahl und der Organisation die Wünsche und Erwartungen erfüllen konnten. Uns hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und wir sind sehr dankbar für die vielen positiven Rückmeldungen. Daher haben wir auch schon sehr viele Pläne für das Jahr 2017 und hoffen, dass noch viel mehr Frauen den Weg zu uns finden. ms Im April wurde beim ersten Kulturabend Rumänien genauer unter die Lupe genommen.

Anekdote aus dem Hause Wingerter: An einem schönen Sommertag ging Perdita in der Fußgängerzone an einem Café vorbei, wo eine Russin, Rumänin, Türkin und Deutsche gemeinsam an einem Tisch saßen. Alle vier haben sich beim Frauentreff kennengelernt, wurden Freundinnen und waren mittlerweile schon zusammen in der Türkei. Gerade in dem Moment planten sie die Reise nach Rumänien. Dieses Beispiel zeigt, welche Reichweite der Frauentreff hat und was er alles bewirken kann. Er ist sowohl eine perfekte Initialzündung, Kontakt zu Frauen und Kulturen aus unterschiedlichsten Ländern herzustellen, als auch zu vertiefen und geradewegs Freundschaften zu ermöglichen.

Nach der Sommerpause ging´s im September bei einem Musikabend mit Christiane Öttl weiter. ys

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Vermischtes: Zwei Bufdis gehen

Zwei Bufdis gehen Luisa und Sophia sagen „Servus“

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ach ziemlich genau einem Jahr haben sich Luisa und Sophia, unsere zwei Vorgängerinnen, im August diesen Jahres verabschiedet. Sie blicken mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf ihre Zeit hier zurück, aber freuen sich auch schon auf ihre neuen Aufgaben. Luisa studiert Soziale Arbeit in Coburg und Sophia Psychologie in Tübingen. Sie haben natürlich nicht vergessen, sich noch bei euch zu verabschieden, und folgenden Bericht über ihre Zeit bei GLL geschrieben:

Sophia

Luisa

Viele Schüler stehen im Moment unter Druck: Sie haben gerade ihren Schulabschluss geschafft und müssen nun entscheiden, was sie machen werden. Und die Wege, die sie einschlagen können, sind unglaublich zahlreich: Work and Travel in einem fremden Land, Au Pair, Ausbildung, Studium oder doch einfach noch ein Jahr irgendwo arbeiten und sich darüber klar werden, was man wirklich will? Luisa Gruber aus Neureichenau und Sophia Cramer aus Wasserburg am Inn standen letztes Jahr vor dieser Entscheidung. „Ich persönlich hätte mich nach dem Abitur niemals für einen Studiengang entscheiden können“, erzählt Luisa Gruber. „Es gab einfach viel zu viel interessante Angebote zur Auswahl für mich und genau vorstellen konnte ich mir keinen einzigen. Außerdem wollte ich nicht gleich wieder hinter einem Berg Bücher verschwinden und ohne Pause durchlernen.“ Ähnlich ging es auch Sophia Cramer, die selbst nach einem Jahr Au-Pair in Frankreich immer noch nicht wusste, was sie studieren sollte. Deshalb entschieden sich beide für einen Bundesfreiwilligendienst bei dem gemeinnützigen Verein ‚Gemeinsam leben und lernen in Europa‘. „Ich wählte genau diese Stelle, weil ich in möglichst viele soziale Bereiche reinschnuppern und nach jahrelangem Lernen endlich einmal erste praktische und berufliche Erfahrungen sammeln wollte.“, erklärt Sophia Cramer ihre Entscheidung. Viele verschiedene Eindrücke bekamen die

beiden in dem Jahr auf jeden Fall. Und auch das Gefühl, wirklich aktiv ihren Teil zur Gesellschaft beisteuern zu können. „Wir kamen mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen: mit Arbeitslosen, Studenten, Behinderten, Flüchtlingen, Senioren, Schülern und Leuten aus ganz Europa. Das hat mir wirklich neue Welten eröffnet.“, ist Sophia Cramer ganz begeistert. Aber bekanntlich ist jedoch aller Anfang schwer und so war es vor allem für Luisa Gruber am Anfang nicht leicht. „Die ersten zwei Wochen war ich mit der Vielzahl an Projekten und auch mit meinen eigenen Aufgaben etwas überfordert, doch das legte sich ziemlich schnell. Das ganze Jahr hindurch begleitete mich das Sprachpatenprojekt für Kinder, in dem ich zusammen mit Sophia für die Organisation und Koordinierung zuständig war. Der Kontakt mit den Schulen und Sprachpaten war wirklich toll!“ Und beide wurden selbst zu Sprachpaten und brachten Kindern in der Haidenhofschule auf ganz individuelle Weise Deutsch bei, wie zum Beispiel durch Memory spielen oder zeichnen. „Ich muss wirklich sagen, dass ich mich jede Woche auf diese Stunden gefreut und somit auch gemerkt habe, dass ich entgegen meiner ursprünglichen Einschätzung sehr gern mit Kindern zusammenarbeite und auch generell gerne den direkten Kontakt zu Menschen habe. In diesem Zusammenhang habe ich auch gemerkt, dass ein purer Bürojob und Projektmanagement mich nicht unbedingt erfüllt.“, berichtet Luisa Gruber. Das war hingegen für Sophia Cramer anders: „Ich mag eigentlich Verwaltungsarbeiten und bringe Dinge gerne in Ordnung und bin sehr strukturiert. Das konnte ich hier voll ausleben.“ Und stolz können die beiden auf ihre Arbeit sein. Im letzten Schuljahr haben sie 134 Kinder an Sprachpaten vermittelt. Vor allem der direkte Kontakt mit den Sprachpaten bei Austauschtreffen war wichtig, weil sie dann auch mitbekommen, wie viel Freude den Ehrenamtlichen ihre Tätigkeit bringt. Aber auch in viele andere Projekte durften

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Vermischtes: Zwei Bufdis gehen

die beiden reinschnuppern oder an Aktionen teilnehmen, wie z.B. bei den Seminarwochen in Spiegelau, Spanien oder Tschechien, der Organisation des interkulturellen Weihnachtsfestes, der Weihnachtshütte auf dem Christkindlmarkt, bei den Sprachpatenprojekten für Erwachsene und Jugendliche oder beim Besuch der Lebenshilfe mit Langzeitarbeitslosen im Rahmen einer Ehrenamtsschulung. „Das alles waren Erfahrungen, die uns Eindrücke vermittelt haben, die wir sonst niemals bekommen hätten.“, sind beide überzeugt. „Die Menschen denen ich in diesem Jahr begegnet bin, aber auch die vielseitigen Tätigkeiten, sowie die ganzen internationalen Begegnungen haben sowohl zu meiner persönlichen, als auch zu meiner beruflichen Entwicklung erheblich

beigetragen. Außerdem hatte ich in diesem Jahr auch Zeit zu überlegen und Meinungen von vielen verschiedenen Menschen einzuholen, was logischerweise tatsächlich dazu geführt hat, dass ich jetzt genauer weiß, was ich in meiner Zukunft – zumindest in der näheren – erreichen will.“ Luisa wird nun soziale Arbeit in Coburg und Sophia Psychologie in Tübingen studieren. Und ihre beiden Nachfolger Luca Scholz und Yannik Stefani haben sie auch schon eingearbeitet, damit ihre Arbeit erfolgreich weitergeführt werden kann. „Alles in allem ist der Bundesfreiwilligendienst ein Jahr, das ich wirklich allen empfehlen kann, die mal eine kleine Auszeit von den ganzen Büchern und theoretischem Wissen brauchen, denn hier lernt man auch – nur eben praktisch!“

Ein Jahr Bufdi bei GLL: Momente und Erinnerungen

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Vermischtes: Die Neuen

Die zwei Neuen: Männer - statt Frauenpower

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„Mir ist es wichtig, dass ich Menschen helfen kann. Gerade Sprache ist der Schlüssel zur Integration.“

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ch heiße Yannik Stefani und komme aus Vilshofen. Nach meinem Abitur im Juni war meine Entscheidung, was ich denn in Zukunft machen will, noch nicht gefallen. Studium, Ausbildung, Auslandsjahr, Freiwilligenarbeit. Die Liste der Möglichkeiten war lang, aber am Schluss war es doch ganz einfach: Der Bundesfreiwilligendienst bei GLL gibt mir die Möglichkeit, praxisorientiert zu arbeiten, viele neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben und sich für bedürftige Menschen zu engagieren. Ich war schon immer sehr an der Flüchtlingsthematik interessiert und die Arbeit mit Migranten ist hier

ein Name ist Luca Scholz und ich komme ursprünglich aus Bad Oeynhausen bei Bielefeld. Ich bin nach Passau gezogen, um meinen Bundesfreiwilligendienst bei GLL zu machen. Da hier eine besonders große Zahl an Flüchtlingen angekommen ist, wollte ich mich gerne an diesem Ort aktiv für diese Menschen einsetzen. Es ist außerdem eine tolle Möglichkeit, um erste Einblicke in die Büroarbeit, Verwaltung und Kooperation mit anderen Organisationen zu gewinnen. Seit ungefähr 3 Monaten arbeite ich nun für unseren Verein

im Verein einer der Schwerpunkte. Zudem bekommt man die Chance, unglaublich viele und nette Menschen kennenzulernen und auch engeren Kontakt zu knüpfen. So durften wir schon im Oktober auf eine Konferenz in Nantes, Frankreich, die vor Internationalität und Vernetzung nur so sprudelte. Wenn ich mal nicht im Büro sitze oder Workshops mache, laufe ich mir gern beim Fußball die Lunge aus dem Leib, sitz hinter meinem Schlagzeug oder reise in ein anderes Land. Bisher macht mir die Arbeit sehr viel Spaß und ich bin mehr als gespannt, was noch alles auf mich zukommt.

und bin hauptverantwortlich für das Sprachpatenprojekt. Diese Arbeit stellt mich durchgehend vor größere Herausforderungen, aber macht richtig Spaß. Besonders die enge, persönliche Zusammenarbeit mit den Sprachpaten ist sehr schön. Außerdem bereiten mir natürlich auch die allgemeinen Vereinstätigkeiten viel Freude. In meiner Freizeit höre ich gerne Musik oder gehe auf Konzerte, treffe mich mit Freunden und koche gerne. Alles in Allem bin ich sehr froh, dieses Jahr hier bei GLL in Passau verbringen zu können.

„Ich lerne einfach unglaublich gerne Menschen kennen. Ich will mehr über sie wissen und die verschiedenen Persönlichkeiten verstehen.“

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Š by Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V., MMXIV

Mitkommen lohnt sich

Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V. Leopoldstr. 9 - 94032 Passau Tel. 0049 (0)851 2132740 - Fax 0049 (0)851 2132739 info@gemeinsam-in-europa.de

www.gemeinsam-in-europa.de

Miteinander Ausgabe 11 / Hoch hinaus  

Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.

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