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Ausgabe 1 / 2011

GrundtvigLernpartnerschaft: "volunteer to learn" Lern- und Bildungschancen für Freiwillige

Miteinander

Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

„Gender Gap Scanning Techniques“ - ein Projekt für Gleichberechtigung EU-Abgeordneter im Portrait: Ismail Ertuk - Für Niederbayern in Brüssel Interreg-IVa-Projekt „Unternehmerinnen schaffen mehr Wert“ Integration leicht gemacht: Internationaler Frauentreff des Vereins auf Erfolgskurs Alter bewegt „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ organisierte Filmreihe über aktive Senioren Fachtagung: „MigrantInnen in der Freiwilligenarbeit Analysen – Trends – Best Practice“ in Linz Deutsch-Tschechischer Stammtisch: Interkulturelle Begegnungen in Passau

Grundtvig öffnet Türen nach Europa Niederbayrischer Regierungspräsident verleiht EFI-Zertifikate

Kinder ­ Erleben ­ Kulturen:

Interkulturelles Projekt tritt an bei "Ideen Initiative Zukunft"


• Regional handeln -

Inhaltsverzeichnis

• "Volunteer to Learn"

Europa steht vor der Tür dank Grundtvig-Förderung

Europäisch denken

Seite 3 Seite 5

• Ungleichheiten aufspüren und bekämpfen

Seite 8

• "Social Web Skills"

Seite 11

• "New Horizons for active Seniors"

Seite 13

Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ erhält Zuschlag für vier EU-Projekte. Im Rahmen des Grundtvig-Programmes für Lebens-

• Für Niederbayern in Brüssel

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Für ein Europa der Vielfalt, der Bewegung und der starken Regionen

• Mit kompetenter Unterstützung in die berufliche Selbstständigkeit

Im Portrait: Ismail Ertug (SPD), Vorstandsmitglied des Vereins und Parlamentarier in Brüssel erzählt von seiner Arbeit für das EU-Parlament, Seit Juni 2009 vertritt er die Oberpfalz und Niederbayern im Europäischen Parlament. Als Mitglied der Türkei- und der Israel-Delegation wirkt er für Verständigung zwischen den Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum. Zudem setzt er sich für die Anbindung Ostbayerns an die großen europäischen Infrastrukturachsen und fördert im Rahmen der „Goldenen Straße“ die Regionen zwischen Nürnberg und Prag. Mehr zu seiner Arbeit und dem Wechsel zwischen seinem Beruf und Privatleben auf Seite 15

Seite 17

• Kinder - Erleben - Kulturen

Seite 19

• Integration leicht gemacht

• Alter bewegt

Seite 21

Seite 23

• MigrantInnen in der Freiwilligenarbeit

Seite 25

• Grenzenlos erfolgreich

Seite 27

• Begegnung von Deut-

schen und Tschechen in Europa Seite 29

Ausgabe 1 / 2011

langes Lernen in Europa erhält die Passauer Netzwerk-Organisation die Möglichkeit zum internationalen Erfahrungsaustausch zu den Themen „Lernchancen durch Freiwilligenengagement, „Erfolgreiche Strategien zum Abbau von Geschlechterdiskriminierung“ und „Wege für Ältere in die sozialen Netzwerke im Internet. Das vierte Projekt ermöglicht den Austausch von älteren Freiwilligen mit Tschechien. Erfahren Sie mehr über die interessanten europäischen Projekte des Vereins auf Seite 3

Grenzenlos erfolgreich Unternehmerinnen-Netzwerk Grenzüberschreitendes Netzwerk für Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen in Niederbayern und Oberösterreich . Soziale Netzwerke sind in aller Munde und zwar nicht erst, seitdem facebook auch im deutschsprachigen Raum immer mehr genutzt wird. Ebenso wichtig wie die sozialen Netzwerke im Internet sind reale Netzwerke, vor allem für kleine Unternehmen und Selbständige. Während Netzwerke für viele Männer und männlich geführte Unternehmen alltäglich sind, müssen sich viele Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen erst mühsam ihre Netzwerke aufbauen. Mehr Erfolg durch weibliche Netzwerke, zu lesen auf Seite 27

Impressum:

Miteinander - das Vereinsmagazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Herausgeber: Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V., Leopoldstraße 9, 94032 Passau; Telefon: 0851 - 213 2740, Fax: 0851 - 213 2739; Mail: sekretariat@gemeinsam-in-europa.de; Chefredaktion: Arne Pozo Freire; Redaktion: Estella Kermici, Perdita Wingerter. Grafik: Arne Pozo Freire, Franz Szabo; V. i. S. d. P.: Perdita Wingerter, Geschäftsführerin GLL; Miteinander erscheint unregelmäßig. Text- und Bildkopien nur mit Genehmigung.

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Miteinander ­ das Magazin von


Editorial

Ein neues Netzwerk entsteht

Neue Ideen aus Europa für die Arbeit in der Region

verknüpft eine kulturelle Basis, unser tägliches Dasein in einem regionalen Kontext, mit der Fähigkeit, neue Perspektiven, neue Aspekte aufzunehmen. Dieses Dazulernen gelingt umso besser, wenn wir dabei tolerant, offen und neugierig auf andere Menschen zugehen. „Verstehen" und „Verständigung" liegen nahe beieinander. Es ist daher wohl auch kein Wunder, dass zahlreiche Projekte des Vereins „Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V." mit dem Medium Film arbeiten - so wie jüngst in der Reihe „Alter bewegt". Der Film kann - bewusst eingesetzt - ein Abbild unserer (Alltags-)Kultur sein, ein Spiegel, der eigene Probleme oder Situationen nicht nur aufzeigt, sondern auch aus einer gewissen Distanz betrachten lässt. Wer erkennt, dass er mit seiner Angst nicht allein ist, wer sieht, wie schmerzhaft es ist, ausgegrenzt, benachteiligt oder verachtet zu werden, wird dies in sein Leben, in sein Handeln einfließen lassen.

ben oder die wir von der Gesellschaft vermittelt bekamen und die wir als Kinder noch nicht kannten: Bildung, Herkunft, Besitz, Hautfarbe.

Internationale Netzwerke und Kontakte aufbauen „Gemeinsam leben & lernen in Europa e. V." will dazu beitragen, diese negativen Schubladen zu öffnen, Vorurteille und Resentiments abzubauen. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass wir gleich vier EU-Förderungen

Arne Pozo Freire, Chefredakteur von Miteinander.

Rumänien und in der Türkei bedeuten für uns auch neue Perspektiven, neue Ideen, neue Anregungen, die unser Leben bereichern. Die Vielfalt wird

uns nicht nur ideell voranbringen, sondern auch ganz konkret im Alltag helfen, un-

seren Zielen näher zu kommen: zum Beispiel andere Organisationen in der Region von diesem Wissen profitieren zu lassen.

Wie sehr sich der Verein weiterentwickelt hat, wie sehr er seine Organisation und seine regionale Verbindungen gefestigt hat, wurde beim „Jahrmarkt des im Rahmen des GrundtvigEhrenamtes" sichtbar, den wir Programmes erhalten haben. Ende September im Cineplex Beim genaueren Hinsehen ist es Denn diese ermöglichen unserem Passau ausrichteten. Ein großer wirklich paradox: Wir müssen an kleinen Verein, den europäiErfolg - nicht nur für GLL, uns selbst arbeiten, keine Vorur- schen, grenzenlosen Gedanken sondern für alle, die sich beteiligt teile zu haben. Wir müssen dafür in die Tat umzusetzen. Neue Part- haben. kämpfen, Barrieren zu überwinner in England, Portugal, Italien, den, die wir selbst aufgebaut ha- Österreich, Tschechien, Ungarn,

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

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Gemeinsam leben & lernen in Europa - unser Leitmotiv

Leben und lernen - diese zwei Wörter verbindet mehr, als es auf den ersten Blick erscheint. Leben und lernen


Stichwort Europäische Kooperation

Weitere Informationen Das GRUNDTVIG Programm:

Regional handeln– europäisch denken Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ erhält Zuschlag für vier EUProjekte

In Deutschland wird dieses Programm von „Bildung für Europa - Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung“ koordiniert. www...

Schon einen Förderantrag bei der EU durchzusetzen, ist ein Erfolg. Doch gleich viermal innerhalb weniger Wochen Unterstützung aus Brüssel zu erhalten - darüber kann sich der Verein „Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V.“ wirklich freuen. Im Rahmen des Grundtvig-Programmes für Lebenslanges Lernen in Europa erhält die Passauer Netzwerk-Organisation die Möglichkeit zum internationalen Erfahrungsaustausch zu den Themen „Lernchancen durch Freiwilligenengagement, „Erfolgreiche Strategien zum Abbau von Geschlechterdiskriminierung“ und „Wege für Ältere in die sozialen Netzwerke im Internet. Das vierte Projekt ermöglicht den Austausch von älteren Freiwilligen mit Tschechien. „Wir haben uns zum ersten Mal an sechs persönlichen Treffen der dieser Ausschreibung beteiligt – Organisationen, Honorare werden und dann gleich solch ein Erfolg!“, keine bezahlt. Doch schon so ist freut sich die ehrenamtliche Gees eine große Hilfe: „Solche perschäftsführerin des Vereines, sönlichen Kontakte und gemeinPerdita Wingerter. Von deutschsamen Workshops könnten sich landweit nur 1 67 Förderungen aus kleinere Vereine wie wir sonst gar einem 3,4 Mio.-Topf für EU-Lernnicht leisten“, erklärt Perdita Winpartnerschaften gehen gleich drei gerter. „Bei größeren EU-Projekan den Verein in der Leopoldstra- ten muss man nämlich immer ße. Großbritanni- „Wir werden erfahren, Eigenmittel bzw. en, Italien, Öster- welche Projekte gibt so genannte Kofireich, Portugal, nanzierung eines in den anderen Rumänien, Slobringen und das Ländern, was können wakei, Slowenien, wir von ihnen lernen, ist für kleine OrTschechien, Türganisation meist was sie von uns“ kei, Ungarn nicht leistbar.“ zehn Partner aus ganz Europa ko- Die Lernpartnerschaften selbst operieren nun über zwei Jahre tragen die EU-typischen sperrigen lang mit Gemeinsam Leben und Namen: „Lernchancen durch FreiLernen in Europa e.V. willigenengagement, „Erfolgreiche Perdita Wingerter freut sich auf Strategien zum Abbau von Geden kommenden Gedankenausschlechterdiskriminierung“ und tausch. Die EU übernimmt die „Wege für Ältere in die sozialen Fahrt- und Aufenthaltskosten für Netzwerke im Internet. Doch daden persönlichen Austausch bei je hinter verbergen sich ganz kon-

Das Programm wurde nach dem Dänen Nikolai Frederick Severin Grundtvig (1 783-1 872), dem Gründer der Heimvolkshochschul-Bewegung und Vorreiter der Erwachsenenbildung, benannt.

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Miteinander ­ das Magazin von


krete Problemfelder, von denen langfristig viele Bürger vor Ort profitieren: Wie unterstützen Organisationen in anderen Ländern ehrenamtliche Mitarbeiter, wie werden sie weitergebildet? Wie gelingt es, ältere Menschen in soziale Internet-Netzwerke wie z.B. Facebook zu integrieren, dass sie ihren großen Erfahrungsschatz an Jüngere weitergeben können? Wie gehen andere Länder den Kampf gegen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zum Beispiel am Arbeitsplatz an? Durch das Programm „Freiwilligenprojekte älterer Menschen“ können ältere ehrenamtlich engagierte Menschen 3 Wochen lang in einer Organisation in Tschechien hospitieren, die in einem ähnlichen Umfeld ehrenamtlichen Engagements tätig ist. „Wenn Sie sich z.B. hier vor Ort für den Kinderschutz oder z.B. den Umweltschutz engagieren und über 55 Jahre alt sind, könnten Sie die Arbeit einer Kinderschutz- oder Naturschutzorganisation näher kennenlernen“, erklärt Frau Wingerter. Die

Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten werden über das EU-Programm finanziert. Auch ein Tschechischkurs und ein interkulturelles Training werden über das Programm ermöglicht. Im Austausch wiederum können ältere tschechische Freiwillige hier vor Ort die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen kennenlernen. „Als Netzwerk-Verein nehmen wir die Erfahrungen auf – und geben sie dann an unsere hiesigen Partner weiter“, sagt Perdita Wingerter, die den „Jahrmarkt des Ehrenamtes“ mit zahlreichen anderen Vereinen am 25. September 201 0 organisierte und mit dem Kurs „Erfahrungswissen für Initiativen“ ältere Freiwillige für eine effektive ehrenamtliche Arbeit schult. Unter ihren neuen Kontakten sind auch hochkarätige Organisationen wie die nationale Freiwilligenorganisation CSV aus England, die dieses Jahr, dem „Europäischen Jahr der Freiwilligenarbeit“ das Europasekretariat leitet. Wie kam es dazu, dass sich die Europakarte der

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Kooperationspartner gefüllt hat? „Wir haben uns z.B. für unser Projekt „Lernchancen für Freiwilligenengagement“ gezielt Partner gesucht und angesprochen – und dann kam praktisch eine Lawine ins Rollen“, erklärt Perdita Wingerter. „Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V.“ wurde von einer Organisation der nächsten weiterempfohlen und als Partner ausgesucht. „Bei den anderen Lernpartnerschaften wurden wir von europäischen Partnern, mit denen wir schon auf informeller Ebene kooperieren, empfohlen.“ Zwei Jahre lang wird der Verein nun die Gelegenheit haben, seinem Namen gerecht zu werden, nämlich gemeinsam in Europa zu leben und zu lernen. Und nächste Woche werden schon die ersten europäischen Gäste erwartet: Neun Vertreter von Freiwilligenorganisationen aus England, Tschechien, Rumänien und Italien werden sich hier vor Ort über die Qualifizierungsprogramm für Freiwillige aus den Bereichen Sport, Rettung & Sicherheit, Soziales und gesellschaftliches Engagement verschiedener Passauer Organisationen informieren und die Stadt etwas näher kennenlernen. 4

Europäische Projekte

Die ehrenamtliche Geschäftsführerin Perdita Wingerter freut sich über die Bewilligung von vier EU­Anträgen


Stichwort: Europäische Kooperation

„Voluntee Lernpartnerschaft über Lern- und

Die Projektpartner: CSV Community Service Volunteers, London

EU­Delegation vor einem Einsatzwagen der Malteser in Hacklberg

www.csv.org/uk

HESTIA National Volunteer Centre, Prag http://www.hest.cz

Roswitha Mühl­ berger, Malteser (links außen); Perdita Wingerter (2.v.links)

CSV Centro Servizi per il Volontariato, Neapel www.csvnapoli.it

Centrul de Volontariat, Cluj-Napoca

konnten die nationale britische Freiwilligenorganisation CSV gewonnen werden, die diese Jahr auch das europäische Sekretariat für das „Europäische Jahr der Freiwilligenarbeit“ inne haben. Weitere Kooperationspartner wurde die nationale tschechische Freiwilligenorganisati„Es ist unglaublich, on „HESTIA“ aus Prag, die rumäniwenn eine Vision sche Freiwilligenorganisation Realität wird,“ Centrul de Volontariat Cluj-Napoca begrüßte Perdita Wingerter die eu- und die italienische Freiwilligenorropäischen Partner bei ihrer Anganisation CSV aus Napoli. Als bekunft in Passau. Sie hatte den sonderer Erfolg ist zu werten, dass Wunsch gehabt, sich mit anderen alle Projektpartner von ihren NatioOrganisationen aus Europa darüber nalagenturen bewilligt wurden, d.h. auszutauschen, welche Fort- und gemeinsam starten konnten. Weiterbildungsangebote es für Eh- Als Antragssteller lud unser Verein renamtliche gibt, wie diese organidie Partner als erstes ein. Die ehsiert und finanziert werden. renamtliche Praktikantin Evelyn Außerdem wollte sie wissen, inwie- Grünberger half tatkräftig bei der weit man die Lernchancen und den Organisation eines interessanten Erwerb von Kompetenzen und Fä- Begleitprogramms. higkeiten durch das Ehrenamt mar- Die neun Gäste aus Napoli/Italien, ketingmäßig nutzen kann, um neue London/England, Prag/Tschechien Freiwillige für das Ehrenamt zu ge- und Cluj/Rumänien waren vom 26. winnen. bis 29.1 0.1 0 in Passau zu Gast, um Bei ihrer Suche nach Kooperations- einander in drei Tagen kennen zu partner in ganz Europa nutzte sie lernen und eine gemeinsame Stradas Internet und alte Kontakte zu tegie zur Förderung und Qualifizieehemaligen europäischen Koopera- rung von Ehrenamtlichen zu tionspartnern. Und die Suche war erarbeiten. Der Einstand der geerfolgreich: als Kooperationspartner meinsamen Woche wurde am

Vom 26.10.10 – 29.10.10 trafen sich die Partnerorganisationen aus England, Tschechien, Italien und Rumänien zur Auftaktveranstaltung und Studienreise in Passau

http://www.centruldevoluntariat.ro

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Miteinander ­ das Magazin von


Gästen ihre Maßnahmen zur Qualifizierung Freiwilliger näher. Durch speziell trainierte Ehrenamtliche gelingt es dem Kinderhort St.Anton, Kinder mit schulischen Problemen gezielt zu fördern. Im „grünen Baum“ konnte die Gruppe den Tag ausklingen lassen und dabei niederbayerische Bioküche kennen lernen. Am Mittwoch wurden die Malteser in Hacklberg besucht. Frau Roswitha Mühlberger erzählte den interessierten Zuhören von der traditionsbehafteten Organisation der Malteser, seinen Einsatzbereichen und den Lehrgängen und Trainings, in denen Ehrenamtliche geschult werden. Dabei verschwieg sie aber auch nicht bestehende Nachwuchssorgen. Junge Leute lassen sich durch die erhöhte Mobilität durch Studium und Arbeitsplatzwechsel kaum mehr für längere Zeit an eine Organisation binden. Dieses Problem ist auch

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

den Verantwortlichen für die Koordinationsstelle Ehrenamt der Stadt Passau bekannt. Diese noch sehr junge Abteilung der Stadt Passau möchte als Anlaufs- und Koordinationsstelle für ehrenamtliche Arbeit fungieren. Dabei soll jedoch kein Alleingang der Stadt gemacht werden: betonte der Leiter der Stelle, Herr Peter Kratzer gegenüber Frau Wingerter. Wie weit die Vernetzung

„Wir werden in jeder Hinsicht mit ihnen kooperieren“

von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ bereits gediehen ist, zeigte der folgende Referent. Herr Toni Fischer, Vorsitzender von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“, kam in seiner Funktion als Geschäftsführender Weiter auf der nächsten Seite... 6

Grundtvig Lernpartnerschaft

Dienstag mit einem gemeinsamen Abendessen im „Bayerischen Löwen“ gefeiert. Das bayerische Essen fand bei allen großen Anklang. Am nächsten Tag wurde es wieder ernst: Nach einem ersten einführenden Workshop im Büro des Vereins „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ hielt die Vorsitzende des Bayerischen Landes-Sportverbunds, Frau Gerlinde Kaupa in ihrem Fitnessclub Mrs. Sporty einen Vortrag über die Qualifizierung von Ehrenamtlichen im Bereich Sport. Die Zahl von 4.4 Millionen Mitgliedern und an die 300 000 Ehrenamtlichen beeindruckte die Zuhörer und verdeutlichte den Wert ehrenamtlicher Förderung für das bayerische Sportwesen. Im Kinderhort St.Anton brachten Herr Peter Oberleitner, der Leiter des Caritasverbands der Diözese Passau und die Erzieherin Frau Sabine Zillner den

"Volunteer to learn"

erBildungschancen to learn“ durch Freiwilligenarbeit


Erlebnis Bayern: die Teilnehmer/innen sind begeistert vom bayerischen Essen und dem Bier in einem Passauer Tradtions­ lokal

"Volunteer to learn"

Vorstand der Joblinge aAG Bayerwald in das Passauer Rathaus. Er berichtete von seiner Organisation, die ehrenamtliche Mentoren für die Arbeit mit Jugendlichen ohne Schulabschluss trainiert. Die persönliche Betreuung durch ihren Mentor ist dabei so erfolgreich, dass nahezu 70% der betroffenen Jugendlichen eine Ausbildungsstelle erhalten. Eine Vertreterin der britischen Freiwilligenorganisation war davon so beeindruckt, dass sie dieses Mentorenprogramm gerne auch in ihrer Heimat aufbauen möchte. So kann es sein, dass bereits in Kürze ein niederbayerisches Pilotprojekt zur Berufsvermittlung von benachteiligten Jungendlichen in England „Schule macht“. Die vielen neuen Erfahrungen und Eindrücke wurden bei einer abendli-

chen Stadtführung verdaut. Die gesamte Delegation war vom „Bayerischen Venedig“ und seinem goldenen Herbst begeistert. Am Freitag endete das Arbeitstreffen mit einem abschließenden Workshop, in dem vor allem das nächste Treffen in Prag, im Frühjahr 2011 , geplant wurde. Im Laufe des Tages reisten die internationalen Gäste ab, viele neue Erfahrungen, neues Wissen und auch neue Freunde im Gepäck und hinterließen die Gewissheit eines erfolgreichen ersten Arbeitstreffens, das vor allem vom „gemeinsamen, vonund miteinander lernen“ geprägt war.

Perdita Wingerter, Geschäftsführerin, „Gemeinsam leben und lernen in Europa“, Deutschland

Evelyn Grünberger, Praktikantin Europa“, Deutschland

„Gemeinsam leben und lernen in

Grundtvig Lernpartnerschaft

Piotr Sadowski , Leiter Bereich Europäische Entwicklung, CSV, England Kay Curtis , Freiwillige, CSV, England Sarah Boycott, Projektleiter, CSV, England Michaela Jandová, Projektkoordinatorin, HESTIA, o.s., Tschechien Hana Kusková, Projektkoordinatorin, HESTIA, o.s., Tschechien Gabriele Gesso, Projektleiter, CSV Napoli, Italien Eleni Katsarou , Promotion, CSV Napoli, Italien Nicoleta Chis-Racolta, Leiterin, Centrul de Volontariat Cluj­Napoca, Rumänien

Oana Raluca Ticle, Projektkoordinatorin, Centrul de Volontariat Cluj­ Napoca, Rumänien

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Miteinander ­ das Magazin von


Stichwort Chancengleichheit

Ungleichheiten aufspüren und bekämpfen EU-Lernpartnerschaft sucht erfolgreiche In allen europäischen Ländern kann man nicht davon sprechen, dass eine absolute Chancengleichheit von Männern und Frauen erreicht sei.

Noch immer verdienen Frauen in der Regel weniger als Männer in vergleichbaren Jobs, sind weniger in Führungspositionen vertreten.

Gleichzeitig sind die Bedingungen für Männer, Familie und Beruf zu vereinbaren – z.B. durch Teilzeitarbeit – noch schlechter als bei Frauen. Auch sind Männer in sozialen und erzieherischen Berufen völlig unterrepräsentiert. Solchen Ungleichheiten ist die Grundtvig-Lernpartnerschaft „Gender Gap Scanning Techniques“ auf der Spur, die die ungarische Projektleiterin Olgi Kiss initiiert hat. Partner aus Ungarn, Portugal, Türkei und Österreich sind gemeinsam mit „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ auf der Suche

nach Projekten, Ansätzen und Methoden, die erfolgreich solche Ungleichheiten überwinden. So unterschiedlich der Stand der Chancengleichheit in den fünf Ländern ist, so vielfältig und divers sind die beteiligten Partner, ihre Aktivitäten und ihre Expertise im Bereich Gender Mainstreaming: Die ungarische Organisation „West Hungary Humán Szolgáltató Közhasznú Nonprofit Kft“ ist ein regionaler Bildungsträger in Szombathely, der neben Qualifizierungskursen für Langzeitarbeitslose u. a. auch Kurse für Berufswiedereinsteigerinnen anbietet. Die österreichische Beratungsfirma eb projektmanagement hingegen hat viele Gender-Projekte in ganz Österreich erfolgreich begleitet und beraten und bringt sehr viel Expertise in diese Partnerschaft. Die portugiesische gemeinnützige Organisation „ANJAF - Associação Nacional para a Acção Familiar” setzt sich auf Bundesebene für Familienfragen ein. Sie

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

bieten Beratungen und Unterstützung für Familien an, organisieren Integrationskurse für benachteiligte Menschen oder Besuchsdienste für Menschen in Not, ANJAF ist Mitglied in vielen nationalen und international Organisationen und Netzwerken, wie z.B. die WFO - World Family Organisation und WINNET EUROPE—European Association of Women Resource Centres. Die türkische Organisation „Karabuk Olgi Kiss Yaygin Egitim Dernegi” hat sich der Volksbildung verschrieben und bietet als Bildungsträger in Karbük allgemeinbildende Kurse (z.B. im Kunsthandwerk, Sprachen, Kunst & Kultur) an. Zusätzlich werden Vorträge, Kulturveranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen organisiert.

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EU-Lernpartnerschaft

Methoden und Projekte zur Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen


Infos zu den beteiligten Partnern:

beim kulturellen Rahmenprogramm wird Kenan aus der Türkei vom örtli­ chen historischen Verein neu einge­ kleidet

West Hungary Humàn Szolgáltató Közhasznú Nonprofit Kft, Ungarn

Auf „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ wurde die ungarische Koordinatorin Olgi Kiss durch den österreichischen Partner aufmerksam gemacht. Dabei stieß vor allem das Engagement unseres Vereins in der Männer- und Jungenarbeit auf großes Interesse.

Die gemeinnützige Organisation bietet v. a. Kurse, Fort- und Weiterbildungen zur beruflichen Integration von benachteiligten Personen in Szombathely, Györ und Zalaegerszeg an.

Treffen in Szombathely, Ungarn

Mehr Infos: www.humankht.hu

Beim ersten Arbeitstreffen in Szombathely vom 1 0.-1 2.1 0.201 0 stellte sich die Vielfältigkeit der Partnerorganisationen und die unterschiedlichen länderspezifische Situation in Bezug auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau als Herausforderung heraus: der Wissensstand und die Erwartungshaltungen der Partner unterschieden sich deutlich. „Die meisten unserer Kursteilnehmer sind Frauen. In unseren Kursen bekommen wir immer wieder sehr viele familiäre Probleme mit. Wir interessieren uns daZybeye Yazici her dafür, wie andere Partner mit solchen Problemen umgehen und wie man den Frauen vielleicht helfen kann,“ erklärt die Türkin und Englischlehrerin Zybeye Yazici. „Wir haben in den letzten 1 5 Jahren sehr viele Gender-Projekte realisiert, wobei unser Fokus fast

Associação Nacional para a Acção Familiar (ANJAF), Portugal

Die „Nationale Vereinigung für Familie“ setzt sich für die Förderung der Solidarität zwischen der jungen Generation, deren Familien und der Gemeinschaft ein, um Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Fortschritt für alle, aber insbesondere der Familien zu fördern. Sie bieten Kurse, Beratung und Unterstützung für Familien und benachteiligte Personengruppen an. Mehr Infos unter: www.anjaf.pt

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immer auf den Frauen lag. Daher finden wir es sehr spannend, über die genderspezifischen Angebote von GLL für Jungen und Männer zu erfahren. Auch ein Know-HowAustausch von Gleichstellungsbeauftragten wäre sehr interessant,“ wünscht sich hingegen die Österreicherin Elke Beneke. Olgi Kiss erhofft sich durch den Austausch mit den Partnern Ideen und Inspiration für neue Kurs- und Bildungsangebote für Männer und Frauen, z.B. Kurse für Alleinerziehende. ANJAF hingegen möchte gerne wissen, auf welche Angebote und Unterstützung Familien in den jeweiligen Ländern zurückgreifen können, wenn sie in Not geraten. „Mir ist aufgefallen, wie unterschiedlich das Verständnis von Gender Mainstreaming und der Wissensstand über die Situation von Männern und Frauen in den Gudrun Peters jeweiligen Ländern ist“, bemerkt Gudrun Peters, die als Vereinsmitglied und in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende der Mitgliedsorganisation pro familia zum Auftaktworkshop nach Ungarn mitgefahren ist. „Als Vorsitzende des Arbeitskreises sozialdemokratischer Frauen und durch mein Wissen als Kreisrätin und ehemalige LandtagsabMiteinander ­ das Magazin von


geordnete hätte ich viel über die Situation von Frauen in Deutschland erzählen können. Aber um einen wirklichen Erfahrungsaustausch zu haben, sollte jeder auch fundiert über die Situation in seinem Land sprechen können. Um das tun zu können, müssten wir uns vorher darauf einigen, welche Daten wir näher beleuchten, damit die Zahlen auch vergleichbar sind!“ Aus diesem Grund einig-

ten sich die Partner darauf, bis zum nächsten Treffen einen Bericht über den Stand der Chancengleichheit von Männern und Frauen im eigenen Land vorzubereiten. Das vergangene Treffen fand vom 1 3.-1 5.3.2011 in Passau statt. Die europäischen Partner interessierten sich vor allem dafür, welche Beratungs- und Bildungsangebote es speziell für Männer und alleinerziehende Mütter gibt.

Völlig neu ist für die Partner ist der Jungenzukunftstag „Boys’ Day“, der darauf abzielt, Jungs für soziale, pflegerische und erzieherische Berufe als zukünftiges Beschäftigungsfeld zu entdecken. Daher sind sie schon ganz gespannt darauf, wie wir im April unseren „Aktionstag für Jungs“ organisieren. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, wie eine gute Aktion von uns Nachahmer in Europa findet!

EB Projektmanagement, Österreichreich

Karabuk Yaygin Egitim Dernegi, Türkei

EB Projektmanagement ist ein überregional täti­ ges Beratungsunternehmen mit Büros in Villach und Wien. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Unternehmenstätigkeit sind Europäische Pro­ gramme, Gleichstellung, regionale Entwicklung, Finanzverwaltung ovn EU­Projekten, Beschäfti­ gung und Arbeitsmarkt. Das Unternehmen bie­ tet hierfür professionelle Beratung und Unterstützung in allen Projektphasen an, von der Analyse, über die Planung und Umsetzung bis hin zur Evaluation.

Das nicht­staatliche Institut ist eine Einrichtung zur Erwachsenenbildung und allgemeinen Bil­ dung. Es bietet ein umfangreiches Angebot von Kursen und Veranstaltungen zur Allge­ mein­ sowie zur beruflichen Fort­ und Weiter­ bildung an (z.B. Computer­ oder Sprachkurse, Kunst und Kultur).

Mehr Infos unter: www.eb­projektmanagement.at

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Mehr Infos unter: www.karyayder.org

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EU-Lernpartnerschaft

Alle beteiligten Partner


Stichwort: Europä

Infos zu den Partnern:

„Social web skills“

INTEGRA

betreibt u. a. ein Rehabilitationszentrum für psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen und bietet Bildungsmaßnahmen zur Reintegration und einen Seniorentreff an.

Die EU-Lernpartnerschaft „Social web skills“ hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam Wege und Methoden zu entwickeln, wie jüngere Menschen Ältere dabei unterstützen können, sich die Welten der sozialen Netzwerke im Internet zu erschließen und dadurch auch den Dialog der Generationen zu fördern.

Mehr Infos unter: www.eu-integra.eu

ben & lernen in Europa ist noch die gemeinnützige Organisation INTEGRA aus Ljubljana, Slowenien an der Partnerschaft beteiligt.

Lernen, an sozialen Netzwerken zu partizipieren

Hauptziel der Lernpartnerschaft ist die Entwicklung eines Lernund Lehrkonzeptes, wie jüngeUrsprünglich sollte die Grundt- re Menschen Älteren Praxiswisvig-Lernpartnerschaft aus fünf sen über die neuen InformaPartnern bestehen, doch leider tions- und Kommunikationsmewurden weder die Antrag-steldien und –technologien (IuK) lende portugiesische Organisati- vermitteln können, vor allem im on, nämlich das Polytechnische Bereich Web 2.0. Institut für Verwaltung und FiDie älteren Menschen sollen nanzmanagement ISCAP, noch also lernen, bestimmte Anwendie slowakische Organisation dungen im Internet zu nutzen, QUALED aus Bratislawa bewil- um insbesondere an den sozialigt. So übernahm die österreilen Netzwerken, Blogs, Wiki, dichische Organisation gitalen Bild- und FilmplattforAHAPunkt Institut für Erlebnis- men etc. zu partizipieren. Sie training & Projektconsulting sollen im Laufe des Projekts Schroeder-Danninger KG die selber digitale Produkte (z.B. Facebook-Profil, Wikis) erstellen können und über ihre Lernerfahrungen berichten. Diese Berichte werden dann auf einer Projektwebseite in Form von Blogs bereitgestellt. Während die Älteren durch das Projekt lernen, das Web 2.0. zu nutzen und sich sicher in den Silia Schroeder­ digitalen sozialen Netzwerken Danninger zu bewegen, eröffnet das ProRolle der koordinierenden Orga- jekt Jüngeren ebenfalls neue nisation. Neben Gemeinsam le- Lernchancen: sie übernehmen

AHAPunkt

AHAPunkt ist ein privates Institut für Erlebnistraining & Projektconsulting, dass sich in den Trainings, Beratungen und Coachings u. a. auf folgende Themen spezialisiert hat: soziales Kompetenztraining, Teamentwicklung & Balance of Competences, Diversity, Gender, erlebnisorientierte Naturerfahrung, Kreativitätstraining, Gesundheits-Mentoring, arbeitsmarktbezogene Themen, wie z.B. Berufscoaching, Train-theTrainer Programme sowie Projektconsulting im In- und Ausland, insbesondere für EU-Projekte.

Mehr Infos unter: www.ahapunkt.at 11

Miteinander ­ das Magazin von


äische Kooperation

Das Kernteam plant die kommenden zwei Jahre

Lernen, Vorbehalte und Ängste gegenüber dem Internet abzubauen

Verantwortung, indem sie als Trainer/Lehrer fungieren und erfahren somit aber auch viel über die sozialen und historischen Hintergründe und Potentiale älterer Menschen. Damit trägt das Projekt dazu bei, den Dialog und das Verständnis zwischen der älteren und jüngeren Generation zu fördern. So können Vorurteile zwischen Jung und Alt abgebaut und die Toleranz zwischen den Generationen gefördert werden. Die

verantwortlichen Koordinatoren, Perdita Wingerter (GLL), Wolfgang Eisenreich von „INTEGRA“ sowie Silvia SchroederDanninger und Jürgen Schroeder von „AHAPunkt“ sind sich einig: „Die jüngere Generation bewegt sich auch im Alltag ganz selbstverständlich in den sozialen Netzwerken. Viele verbringen z.B. mehrere Stunden am Tag in Facebook und pflegen dort ihre Freundschaften und sozialen Kontakte. Wenn das Projekt dazu beitragen kann, dass ältere Menschen mit Hilfe und Unterstützung von jüngeren Internetnutzern ihre Vorbe-

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

halte und Ängste gegenüber dem Internet und Web 2.0. überwinden und die Kommunikationsmöglichkeiten, die das Netz bietet, nutzen, dann erhöht das die Chance, dass die unterschiedlichen Generationen sich wieder viel mehr zu sagen haben. Unsere Utopie ist es, dass die Großeltern sich ganz selbstverständlich über Facebook und Co. mit ihren Enkelkindern unterhalten und so ihr Erfahrungswissen weitergeben können, während sie gleichzeitig durch ihre Enkel immer „up-to-date“ bleiben!“ 12

Grundtvig-Lernpartnerschaft: "Social web skills“

oder: “Wie motiviere ich Ältere, sich an den sozialen Netzwerken im Internet zu beteiligen?"


Stichwort Freiwilliges Engagement

„Ich will mal was Neues und Ungewohntes wagen, Offenheit wirklich praktizieren, aber auch Ängste abbauen. In Tschechien möchte ich neue Formen des Miteinanders kennenlernen. Das werde ich wahrscheinlich nicht über die Sprache schaffen, Tschechisch ist wirklich schwer und daher wird das Sprachliche wahrscheinlich zu einer „Behinderung“. Aber auch mit der eigenen „Behinderung“ umzugehen, wird eine neue Erfahrung sein.“

„New Horizons for Active Seniors“

Deutsch-Tschechisches Austauschprojekt für ältere Freiwillige „Man ist doch nie zu alt, um was Neues auszuprobieren,“ lächelt Karl-Heinz Krüger aus Traitsching bei Cham. „Ist doch eine super Gelegenheit, neue Leute zu treffen, Kontakte zu knüpfen, eine neue Sprache zu lernen und Tschechien besser kennenzulernen!“ Karl-Heinz Krüger nimmt zusammen mit 5 anderen älteren Menschen aus der Region am europäischen Austauschprogramm „Freiwilligenprojekte ältere Menschen“ teil, das Teil des europäischen Programms für Lebenslanges Lernen ist.

Jochen Peters, Teilnehmer

Das EU-Programm für Lebenslanges Lernen zielt auf die Schaffung von unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten für Menschen aller Altersgruppen ab. Zielgruppe der „Freiwilligenprojekte älterer Menschen“ sind freiwillig oder ehrenamtlich tätige Menschen ab 50 Jahren. Der Begriff „Freiwilligenarbeit“ bezieht sich dabei auf alle Formen der ehrenamtlichen, nicht gewinnorientierten Tätigkeit. Durch die Teilnahme am Projekt sollen sie die Möglichkeit erhalten, zum einen ihr Erfahrungswissen an andere Menschen in Europa weiterzugeben: Zugleich sollen sie jedoch durch den Besuch anderer europäischen Partnerorganisationen selber Impulse für ihre Freiwilligenarbeit erhalten und neue Lernerfahrungen machen. Der Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ hat sich zusammen mit HESTIA, der nationalen Freiwilligenagentur Tschechiens mit Sitz in Prag, erfolgreich für die Teilnahme an diesem Programm beworben. Die EU finanziert nun

„Unsere Gemeinde hat eine tschechische Partnergemeinde, wo es auch regelmäßige Treffen gibt. Da ist es sinnvoll auch Tschechisch sprechen zu können. Es sind ja kurze Entfernungen nach Tschechien, da kann man öfters hinfahren und sein Tschechisch anwenden. In dem Austauschprojekt selbst hoffe ich, mehr über demokratische Strukturen in Tschechien zu erfahren, wie z.B. der Gemeinderat oder ein Bürgermeisteramt funktioniert, wie Entscheidungen laufen und welche Formen direkter Demokratie es gibt. Darüber würde ich mich gerne mit aktiven Bürgern aus Tschechien austauschen.“ Mike Bauer, Teilnehmer

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den Aufenthalt von jeweils 6 älteren Freiwilligen für mindestens drei Wochen im jeweiligen Gastgeberland. Das heißt, für die Teilnehmer/innen entstehen keine Ausgaben, da die Kosten für Anreise, Reiseversicherung, ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr sowie einfache Unterkunft und Verpflegung übernommen werden.

Wie wird das Programm umgesetzt?

„Als erstes müssen wir natürlich Freiwillige gewinnen, die sich darauf einlassen, Tschechisch zu lernen, um 3 Wochen lang in Prag in einer gemeinnützigen Organisation zu hospitieren,“ erklärt Perdita Wingerter, die das Projekt leitet. „Glücklicherweise war das für unseren Netzwerkverein kein Problem. Wir haben jetzt schon mehr Interessenten als Plätze.“ Dann wird ermittelt, in welchen Bereichen die Teilnehmer/innen bisher ehrenamtlich tätig waren und in welchen Bereichen sie Miteinander ­ das Magazin von


und Europäische Kooperation

Sarka Maresova führt die Teilnehmer durch die Hürden der tsche­ chischen Sprache

leiterin auf tschechischer Seite sucht nun in Prag geeignete Einsatzstellen für die Teilnehmerinnen und organisiert auch vor Ort die Unterbringung und Verpflegung sowie ein auf die Teilnehmerinteressen zugeschnittenes Freizeit- und Kulturprogramm während des Aufenthaltes. Als Vorbereitung auf den Aufenthalt in Tschechien im Mai erhalten die Teilnehmer/innen Tschechisch-Unterricht und interkulturelle Schulungen, damit sie sich möglichst einfach und selbständig in Tschechien bewegen und integrieren können. Die terminliche Gestaltung der Schulung bzw. des Unterrichts wurden mit den Teilnehmer/innen abgesprochen, um deren Bedürfnisse weitestgehend zu berücksichtigen. Ein bisschen mulmig ist Mike Bauer trotz der Vorbereitungen dennoch: „Tschechisch ist doch wirklich eine schwierige Sprache. Ich glaube nicht, dass man trotz Sprachkurs in der Lage ist, sich zum Beispiel über Kommunalpolitik zu unterhalten.“ „Der

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Sprachkurs soll die Teilnehmer/innen zumindest in die Lage versetzen, simple Alltagsgespräche führen zu können. Und bei Bedarf organisieren wir noch zusätzlichen Tschechischunterricht vor Ort,“ ergänzt Perdita Wingerter. „Ach, das schaffen wir schon,“ ist der Teilnehmer Jochen Peters überzeugt. „In Tschechien sprechen so viele Menschen Deutsch. Und wenn es mit der Sprache gar nicht klappt, dann helfen wir uns halt mit Zeichensprache.“

"New Horizons for Active Seniors"

gerne Neues kennenlernen möchten. „Die Interessen der Teilnehmer/innen könnten nicht unterschiedlicher sein. Herr Krüger z.B. möchte als langjähriger Jugendleiter die Jugendarbeit tschechischer Fußballvereine kennenlernen und gerne Kontakte knüpfen, um gemeinsame internationale Jugendfußballturniere auszurichten. Eine andere Teilnehmerin möchte gerne mehr über die Arbeit von Selbsthilfegruppen für ältere Menschen und Menschen mit Depressionen erfahren. Ein anderer Teilnehmer interessiert sich für ehrenamtliche Arbeit auf kommunalpolitischer Ebene, ein anderer für die Arbeit mit jugendlichen Straftätern. Ein Teilnehmer würde gerne bei unserem Partner, der Freiwilligenorganisation HESTIA hospitieren. Ein anderer Teilnehmer wiederum möchte mehr über die Arbeit mit Behinderten wissen, da er selbst als ehrenamtlicher Berater in Sachen Barrierefreiheit unterwegs ist,“ berichtet Perdita Wingerter. Hana Kusova, die Projekt-

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Stichwort: Mitglieder im Fokus

Für Niederba

Wanderzirkus der EU-Abgeordneten

Der Ortswechsel ist fast allen Parlamentariern lästig: er kostet Zeit und Geld, wenn mal wieder ein Schneesturm einsetzt auch Nerven. Warum also so ein Aufwand? Nach dem 2. Weltkrieg, als die EU entstand, wollte keiner mehr ein Land zu „Großmachtsphantasien“ anregen. Also verteilte man die Sitzungsorte der Institutionen, das Parlament kam nach Straßburg und Brüssel, dort siedelte man auch die EU-Kommission an. Die Verwaltung von allem kam nach Luxemburg. Um sich auf einen einzigen Sitzungsort zu einigen, müssten die Verträge der EU einstimmig geändert werden. Dass das jemals klappt, ist utopisch, denn der ganze Zirkus ist für die beteiligten Länder längst ein Wirtschaftsfaktor geworden, den keiner mehr hergeben möchte.

von Ism

Die Spezies Europaparlamentarier ist so selten, dass die meisten mit ihr nicht viel anfangen können. Und Europa? Weit weg und wenn man hinsieht: Undurchsichtig. Dabei ist es gar nicht so schlimm: Insgesamt gibt es von uns 736 Stück und wir sind die Vertreter von insgesamt 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern aus 27 Ländern. Wir haben 43 Sitzungswochen im Jahr an zwei verschiedenen Arbeitsplätzen: In der belgischen Millionenstadt Brüssel erarbeiten wir während der aufeinander folgenden Ausschuss- und Fraktionswochen unsere politischen Inhalte.

Zur Person:

Ismail Ertug (SPD), geboren und aufgewachsen in Amberg in der Oberpfalz, vertritt seit Juni 2009 die Oberpfalz und Niederbayern im Europäischen Parlament. Sein Motto: „Für ein Europa der Vielfalt, der Bewegung und der starken Regionen“. Die Eltern des 35-Jährigen gelernten Krankenkassenbetriebswirts kamen 1 972 als Gastarbeiter aus Izmir in der Türkei nach Deutschland. Ismail Ertug hat sich im Verkehrsausschuss auf das Thema Schienen- und Straßenverkehr spezialisiert. Im Agrarausschuss setzt er sich für eine faire und effiziente Politik für landwirtschaftliche Betriebe ein. Als Mitglied der Türkei- und der Israel-Delegation wirkt er für Verständigung zwischen den Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum. In seiner Heimat setzt er sich für den Schutz der freifließenden Donau ein, unterstützt die Anbindung Ostbayerns an die großen europäischen Infrastrukturachsen und fördert im Rahmen der „Goldenen Straße“ die Regionen zwischen Nürnberg und Prag. Ein gutes bayerischböhmisches Miteinander ist ihm ein Anliegen.

partner sprechen wir deutsch (wobei mein deutsch ein Oberpfälzisch ist und ich aufpassen muss, dass meine Kollegen mich verstehen), türkisch (die Sprache meiner Mutter) oder englisch. Die erarbeiteten Positionen stimmen wir im Plenum in Straßburg ab, einer Kleinstadt in Frankreich nahe der deutschen Grenze.

Die EU macht Sinn, selbst wenn sie manchmal Unsinn macht

An Montagvormittagen, Freitagnachmittagen sowie Samstagen und häufig auch Sonntagen Arbeitsplatz Europa versuche ich in der Oberpfalz und Ich bin einer von 99 Parlamentari- Niederbayern möglichst viele Geern aus Deutschland, einer von 23 spräche zu führen. Mir ist wichtig, deutschen Sozialdemokraten und dass Europa in Bayern präsent ist, eines von 1 84 Mitgliedern der Sozi- denn 80 Prozent der deutschen aldemokratischen Fraktion. Wir Gesetzgebung basieren direkt treffen uns mit Lobbyisten, die uns oder indirekt auf Entscheidungen jeweils mehr oder weniger drama- in Brüssel. Leider kommt das in tisch ihre Sicht der Dinge darlegen. Sie haben gezuckt beim Wort Lobbyist? Ich anfangs auch, weil es nach düsteren Hinterzimmern und Bestechung klingt. Aber es geht um Infos zum Beispiel von der Deutschen Bahn oder der Französischen. Meine Aufgabe ist, aus verschiedenen Interessen eine in Ismail Ertug bei der der Sache plausible und politisch durchsetzbare Lösung herauszufil- Abstimmung im Plenum in tern, und dafür einzutreten: im per- Straßburg... sönlichen Gespräch mit Kollegen, den Medien noch zu kurz, so dass durch Wortmeldung im Ausschuss, vieles aus Europa entweder gar durch Anmerkungen zu Gesetzes- nicht oder verzerrt dargestellt wird. vorschlägen, einen eigenen BeVerdenken kann man es kaum: richt oder durch eine Rede im Das Zusammenspiel von 27 NatioPlenum. Je nach Gesprächsnen ist kompliziert, häufig langat15

Miteinander ­ das Magazin von


yern in Brüssel mig und zum Schluss kommt statt des großen Wurfs nur ein Kompromiss heraus – aber das ist mir lieber als die Anfeindungen des alten Europas, das in Bürgerkriege und zwei Weltkriege verwickelt war. Wie nah diese Gefahr noch ist, hat der KosovoKonflikt 1 998 gezeigt. Zudem können unsere Nationalstaaten auf dem Weltmarkt längst nicht mehr allein bestehen – zu stark sind die aufstrebenden Länder Brasilien, Indien, China und Türkei.

Für günstige Zugtickets und Milch aus der Region

Um Europa in der Region zu etablieren, bin ich viel unterwegs, informiere aber auch mit einem Newsletter regelmäßig über meine Ausschussarbeit und große Themen. Aktuell sind dies natürlich die Finanzhilfen für Griechenland und Irland. Ich halte es für sinnvoll, den Euro mit aller Kraft zu stützen, weil er das Herzstück des Europäischen Binnenmarktes ist, von dem das Exportland Deutschland profitiert. Finanzspritzen sind aber nur kurzfristig wirksam, langfristig notwendig ist eine gemeinsame Wirtschafts-

Bahn für Verbraucher und Unternehmer eine attraktive Alternative zu PKW, LKW und Flugzeug wird: Sie ist umweltverträglicher und könnte durch bessere Vernetzung an den Schnittstellen – sprich an den Grenzen der Länder und an den Schnittpunkten mit Straßen, Flughäfen und Flüssen – rasch verbessert werden. Aktuell hake ich auch bei der … und zu Besuch in Kommission nach, warum Passau (mit Perdita sie mit 1 6,5 Millionen Euro eine Studie zum DonauWingerter). ausbau fördert, die entgeund Finanzpolitik der Mit- gen der Vorgaben nicht gliedstaaten. unabhängig ist: die beaufLeider bekräftigen Frau tragte Rhein-Main-Donau Merkel und ihre Kollegen AG würde selbst vom Ausdas in Brüssel auf dem Pa- bau profitieren. Das halte pier, stellen sich dann aber ich für ein Unding – und quer, wenn Währungskom- Brüssel ist der richtige Ort, missar Olli Rehn konkrete um darauf hinzuweisen. Maßnahmen vorschlägt. Zwei weitere aktuelle Bei- Für Ihre Fragen, Anregunspiele aus den Ausschüs- gen und Wünsche bin ich sen: Im Landwirtschaftsoffen. ausschuss setze ich mich für eine Mengenregulierung der Milch ein, um unseren kleinen und mittle- Kontakt: ren Landwirten, die unsere Mail: Heimat prägen, am Markt ismail.ertug@europarl.europa.eu eine Chance zu lassen – die sie aber auch nutzen Homepage: müssen. Im Verkehrsauswww.ertug.eu schuss setze ich mich für den Ausbau und die besseSPD-Europabüro re Verknüpfung des euroNiederbayern: päischen Schienennetzes Tel: 0991 379 11 64 ein. Ich möchte, dass die

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

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Ismail Ertug - Für Niederbayern in Brüssel

mail Ertug


Stichwort Chancengleichheit

Die beteiligten Partner:

Von der Idee zum eigen

Mit kompetenter in die berufliche Der stetig steigende Anteil der von Frauen gegründeten Einpersonenunternehmen und der Trend hin zur beruflichen Selbstständigkeit erfordern lösungsorientierte Strategien, damit Frauen erfolgreich werden und auch bleiben. So wie Maria Moser, die seit 2006 ihr eigenes Unternehmen führt: „Jahrelang habe ich für unteschiedliche Unternehmen als Buchhalterin gearbeitet und dabei stets mein Bestes gegeben. Meine Kompetenz und Erfahrung wurden von

Projekt wird gefördert durch:

meinen Dienstgeber/innen angenommen, jedoch wurde ich nie entsprechend für meinen Einsatz entlohnt. Eines Tages hatte ich diese Ungerechtigkeit satt und entschloss mich zum Schritt in die berufliche Selbstständigkeit – für mich die absolut richtige Entscheidung.“ Unterstützt wurde sie von Frau & Arbeit bei der Entwicklung ihres Unternehmenskonzeptes ebenso wie beim weiteren Aufbau des neu gegründeten Betriebes. Eine Vielzahl von Angeboten stehen Gründerinnen und Jungunternehmerinnen zur Verfügung:

1 ) Selbstständigkeit: eine Perspektive für mich?

In der Erstberatung können Frauen, die gründen wollen, ihre Motivation abklären sowie die persönliche Ausgangslage und erste Schritte konkretisieren.

Projektleiterin Andrea Kirchtag

2) Von der Idee zum Unternehmenskonzept

Unsere Erfahrung zeigt, dass Frauen den Weg in die berufliche Selbstständigkeit am kostengünstigsten und erfolgreichsten antreten, wenn sie kompetente Unterstützung in Anspruch nehmen, rechtzeitig das erforderliche Wissen erwerben und ihr Unternehmen mit einem fundierten Konzept starten können. Im Spezialseminar „Selbstständig mit Konzept“ erarbeiten Gründerinnen ihren Businessplan.

Kontakt: Andrea Kirchtag Projektleitung

3) Wie steht es um meine unternehmerischen Kompetenzen?

Will Frau erfolgreich selbstständig sein, reicht es nicht aus, eine Fachfrau auf ihrem Gebiet zu sein. Zusätzlich gefragt sind unternehmerisches Denken und Handeln. Im Workshop „Meine Kompetenzen als Unternehmerin“ erstellen die Teilnehmerinnen ihr Kompetenzprofil und definieren Entwicklungsfelder.

Claudia Weiß, Öffentlichkeitsarbeit Interreg-IVa-Projekt „Unternehmerinnen schaffen mehr Wert“ Frau & Arbeit Franz-Josef-Straße 1 6 5020 Salzburg Tel: +43 (0) 662 880723-1 8 office@frau-und-arbeit.at

4) Kund/innen finden, Kund/innen binden

Aller Anfang ist schwer – oder doch nicht? Dieser Workshop vermittelt lösungsorientiertes, praxiserprobtes Wissen zu Akquisition sowie Kundenorientierung. Verschiedene Marketingstrategien, angepasst an die Realität von Kleinstunternehmen werden ebenfalls erarbeitet.

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Miteinander ­ das Magazin von


Männer und Frauen

en Unternehmen

Unterstützung Selbstständigkeit

Informationen zur kostenlosen Werbung auf dem Marktplatz, zu Workshops, Seminaren und Vernetzungsangeboten von „Unternehmerinnen schaffen mehr Wert“ finden interessierte Frauen auf www.die­unternehmerinnen.info

Alle Angebote sind kostenlos! 5) Vernetzen, verbinden, verbünden – grenzübergreifend erfolgreich

6) Sichtbar werden als Unternehmerin

Selbstständige Frauen wollen ihre Produkte und Dienstleistungen auch erfolgreich präsentieren. Dafür steht ihnen der virtuelle Marktplatz auf www.die-unternehmerinnen.info zur Verfügung – das optimale Umfeld, um die Marktpräsenz zu steigern. Die Präsentation ist kostenlos, der Rahmen ist auf die Zielgruppe ausgerichtet und bietet einen Branchenmix, der zum virtuellen Schaufensterbummel einlädt.

Hinter diesen Angeboten stehen drei Institutionen, die über langjährige Erfahrung mit Frauen in der beruflichen Selbstständigkeit verfügen: Frau & Arbeit Salzburg, Frau und Beruf, München sowie ChiB, Passau und ein gemeinsames, grenzübergreifendes Interreg-IVa-Projekt: „Unternehmerinnen schaffen

mehr Wert“. Projektleiterin Andrea Kirchtag: „Im Laufe der Jahre, in denen ich Frauen auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit begleite, habe ich festgestellt, dass (angehende) Unternehmerinnen verstärkt themenspezifische Workshops, Beratungen sowie Vernetzungs- und

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Präsentationsmöglichkeiten nachfragen. Um dem Rechnung zu tragen, ist der virtuelle Marktplatz ein Kernbereich des Projektes“. Damit der Mehrwert mehr Wert bleibt – für die Unternehmerinnen, ihre gegründeten Unternehmen und die Region.

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Unternehmerinnen schaffen mehr Wert

So das Motto von Kommunikationsforum und Erfolgsteams. Auf der Website www.die-unternehmerinnen.info bieten Informations- und Diskussionsforum Raum zur virtuellen Vernetzung, in Erfolgsteams tauschen sich Unternehmerinnen in kleinen Gruppen aus und unterstützen sich wechselseitig. Denn ein erfolgreiches Netzwerk erleichtert den Arbeitsalltag und beugt Isolation vor – wovon weibliche Einpersonenunternehmen häufig betroffen sind. Vertrauen, gesundes Konkurrenzdenken und ein ausgewogenes Verhältnis von Geben und Nehmen sind Grundlage für den erfolgreichen Aufbau von Businesskontakten.


Stichwort: Toleranz fördern

Kinder - Erleb

eine Idee für

Heute schon an Morgen denken

Jeder kann auch mit kleinen Ideen Großes bewirken. Damit möglichst viele davon umgesetzt werden können, rufen dm-drogerie markt und die Deutsche UNESCO-Kommission zum Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft” auf.

ersten 1 0 Jahre meines Lebens dort gewohnt habe.“ Dies sind nur einige Erfahrungen, ist Christoph überrascht. Zusamdie Kinder und Jugendliche in den men mit anderen Kindern hat er tür- interkulturellen Workshops „Kinder kische gefüllte Weinbergblätter – Erleben – Kulturen“ des Vereins selbst gemacht und anschließend gemacht haben. Der Verein, der gegessen. Die Türkin Meral Tekin sich für Toleranz und Vielfalt engahatte mit ihm und anderen Kinder giert, organisiert diese Workshops, einer Hortgruppe zusammen türum schon frühzeitig bei den Kinkisch gekocht, nachdem sie den dern Vorurteile und Rassismus zu Kindern zuerst etwas über die Tür- verhindern und interkulturelles Verkei erzählt und gezeigt hatte. ständnis zu fördern. „Die Musik und die Moves sind ja „Man kann gar nicht echt cool“, ist die Jugendliche früh genug anfangen“ Ester überrascht. Sie hat gerade einen Musikclip über die aktuelle Nummer 3 in Kasachstan gesehen. ist Perdita Wingerter, die Initiatorin, Ester, die ursprünglich aus Ungarn überzeugt. „Zudem bieten unsere kommt, hat mit 1 7 anderen Kindern Workshops erwachsenen Menmit Migrationshintergrund einen in- schen mit Migrationshintergrund terkulturellen Workshop des gedie Möglichkeit, ihr Land und ihre meinnützigen Vereins „Gemeinsam Kultur vorzustellen und selbst aktiv leben und lernen in Europa“ (GLL) zu einem besseren Miteinander mitgemacht. In einem Tagesworkbeizutragen. Zusammen mit intershop haben die Kinder viel über ih- essierten Migranten entwickeln die re Herkunftsländer bzw. die Organisatoren von GLL ein WorkHerkunftsländer ihrer Eltern recher- shop-Konzept, um deren Herchiert und gelernt. „Ich habe mir ei- kunftsland zu präsentieren. Dabei gentlich nie Gedanken über sollen alle 5 Sinne angesprochen Kasachstan gemacht,“ erklärt Alex- werden: es werden z.B. Bilder geander. „Aber ich bin echt überzeigt, Lieder im Original gesungen, rascht, wie viel ich heute darüber Sitten erklärt, typisches Essen gegelernt habe, obwohl ich da ja die kocht und Geschichten erzählt.

„Die schmecken ja echt lecker!“

Die Nominierungs­ urkunde

Kontakt:

Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ Leopoldstr. 9 94032 Passau Tel. 0851 -21 32740 info@gemeinsam-in-europa.de

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Miteinander ­ das Magazin von


ben - Kulturen

r die Zukunft

über die bessere Idee in dem jeweiligen dm-Markt ab. Den jeweiligen Gewinner erwartete ein Preisgeld für die Projektarbeit. Die Abstimmung lief vom 1 3.-26.11 . Das Projekt „Kinder-Erleben-Kulturen“ durfVon UNESCO als te sich im dm-Markt in zukunftsweisende Lindau vorstellen. Idee nominiert Filialleiterin Kathrin Mittelhof unterstützt die ganze Deutschlandweit wurden in- Aktion: „Der dm-Markt genovative Ideen und Projek- nerell, aber wir auch als Fite nominiert, die sich nun liale unterstützen zukunftsin einem dm-Markt vor Ort weisende Ideen. Gerne präsentieren können. Die stellen wir unsere Filiale Kunden stimmten dann als Plattform zu Verfügung, um unseren Kunden innovative Ideen näher zu bringen.“

man mehr Informationen aus verschiedenen Ländern bekommt und so mehr über die Kultur und die unterschiedlichen Lebensweisen zu bekommen.“

Migrantenförderung ist wichtig

Am Montag, den 17.1. wurde das Projekt im dm­Markt in Lin­ dau/Passau vorge­ stellt

Ihre Mitarbeiterin Beate Graf-Neudorfer ergänzt: „Wir machen diese Aktion in dieser Form zum ersten Mal, also auch für uns ist das Ganze etwas Neues. Und Migrantenförderung ist wichtig. Es sollte wirklich gefördert werden, dass

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Weitere Informationen unter:

www.gemeinsam­in­europa.de

Wer mehr wissen will, kann natürlich auch direkt mit dem Verein Kontakt aufnehmen. 20

Kinder - Erleben - Kulturen

Diese Idee überzeugte auch die Jury des Wettbewerbs „Ideen Initiative Zukunft“, die die Deutsche UNESCO-Kommission in Kooperation mit dem dmMarkt organisiert.


Stichwort Integration

Integration leicht gemacht

Hannelore Stobinski und Ankie Visschers, die Organisatorinnen des Jahresprogramms

Hannelore Stobinski und Ankie Visschers organisiere

Kontakt:

„Durch den internationalen Frauentreff habe ich schon so viele nette Frauen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen“, freut sich Meral Tekin aus der Türkei, die zusammen mit der Kanadierin Tammy Hendrickx den Internationalen Frauentreff „Frauen – Erleben – Kulturen“ betreut. Die seit knapp zwei Jahren bestehenden lockeren Frühstücksrunden, die einmal im Monat stattfinden, sind für viele Frauen aus aller Welt eine wichtige Anlaufstelle geworden. Hier können sie unkompliziert einfach hinkommen, mit neuen und bekannten Frauen reden und sich austauschen und viel über andere Kulturen erfahren. Für einige Frauen war es der erste Schritt aus der Isolation, viele haben so neue Kontakte gewonnen. Aber der Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ bietet ih-

können sich so gemeinsam verabreden. Sechs Frauen aus dem Frauentreff nahmen auch die Möglichkeit des Vereins in Anspruch, sich zu ehrenamtlichen Projektberatern bzw. -entwicklern ausbilden zu lassen und machen

Der Verein als Infound Kontaktbörse

jetzt selbst neue ehrenamtliche Projekte. Josephina M. aus Holland hat z.B. eine Selbsthilfegruppe für ältere Menschen mit Depressionen ins Leben gerufen. Angelika B. und Krassimira S. aus Bulgarien organisieren ein interkulturelles Fest. Und Hannelore

nen auch noch andere Möglichkeiten zur Integration. Regelmäßig erhalten die Frauen Informationen über Veranstaltungen, Tagungen und Vorträge in der Region und

Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ Leopoldstr. 9 94032 Passau Tel. 0851 -21 32740 21

Besuch des interkulturellen Fr

Miteinander ­ das Magazin von


fördern

Internationaler Frauentreff des Vereins Gemeinsam leben & lernen in Europa auf Erfolgskurs

Stobinski und Ankie Vischers organisieren für den internationalen Frauentreff ein Jahresprogramm mit vielfältigen Veranstaltungen. „Durch ein vielseitiges kulturelles Programm

meinsam im Museum oder besuchte den interkulturellen Frauentreff in Linz. Die Frauen bekamen die Stadt durch eine interkulturelle Führerin gezeigt, man traf sich zu Kaffee und Kuchen im Franckviertler Eltern-Kind-Zentrum.

Gemeinsam unternehmen und neue Kontakte knüpfen

rauentreffs in Linz

das ganze Jahr über wollen wir interessierten Frauen die Gelegenheit bieten, gemeinsam etwas zu unternehmen und neue Kontakte zu knüpfen“, erläutert Ankie Visschers ihre Intention. Man war schon ge-

Es gab viel zu bereden. Hier und da wurden auch private Freundschaften geschlossen. Die Frauen aus Linz waren von diesem Treffen so begeistert, dass sie nun zum zweiten Mal am 3. Dezember zum internationalen Frauentreff nach Passau kamen. Sie besuchten auch den Passauer Christkindlmarkt. Der Besuch eines Christkindlmarktes stand zusätzlich auf dem Jahresprogramm des Passauer internationalen Frauentreffs. Am 8. Dezember fuhr man gemeinsam zum

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Tollwood-Weihnachtsmarkt nach München. Für 2011 sind ebenfalls tolle Events geplant: ein gemeinsames Italiensch-Kochen, ein Ausflug nach Schärding, eine Bootsfahrt, eine Radeltour und ein Sommerfest. „Wer mitfahren bzw. auch bei den anderen Veranstaltungen teilnehmen möchte, soll sich kurz beim Verein melden. Wir melden uns dann persönlich und teilen die Details mit“, erklärt Hannelore Stobinski das Procedere. Oder interessierte Frauen kommen zum nächsten internationalen Frauentreff. Der findet immer am ersten Freitag im Monat ab 9 Uhr im Café Greindl in der Wittgasse 6 in Passau statt.

Weitere Informationen unter: www.gemeinsam­in­europa.de info@gemeinsam­in­europa.de wingerter@gemeinsam­in­ europa.de

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Internationaler Frauentreff

en Freizeitveranstaltungen des internationalen Frauentreffs


Stichwort: Bürgerschaftliches

„Alter bewegt“ Unsere Gesellschaft wird immer älter, wir sind alle vom demografischen Wandels (weniger, älter, bunter) betroffen. Alter und Altern sind daher aktuelle Zukunftsthemen. Diesem Thema widmet sich auch der Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“. Der Verein bildet u. a. ältere Bürger/innen zu ehrenamtlichen Projektberatern und -entwicklern aus. In dem letzten Kurs „Erfahrungswissen für Initiativen“ entstand die Idee, eine Filmreihe zum Thema Alter im Wandel in Kooperation mit dem Scharfrichterkino zu zeigen. „Mit unserer Filmreihe 'Alter bewegt' zeigen wir Menschen jenseits der 60, die sich engagieren, das Leben genießen, kritisch sind, Neues wagen“, beschreibt Perdita Wingerter, Projektleiterin, das Ziel dieser Aktion. Die Kursteilnehmerinnen Hannelore Schimmer und Josephina Murk-Jansen erklärten sich bereit, aktiv an der Auswahl der Filme und der Gestaltung des Rahmenprogramms mitzuwirken. Herausgekommen ist ein interessantes und vielseitiges Programm. „Bei unseren Recherchen zu passenden Filmen und zum Rahmenprogramm ist mir aufgefallen, dass das Thema Alter meist in Verbindung mit Krankheit, Tod und

Gezeigte Filme: - Mittendrin

22. September 201 0

- Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus! 30. September 201 0

- Die Herbstzeitlosen 07. Oktober 201 0

- Young @ heart

1 4. Oktober 201 0

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Problemen bzw. schwermütig und traurig behandelt wird. Daher haben wir bewusst drei Komödien ausgewählt. „Es gibt so viel Spaß im Leben – auch im Alter“, erzählt Josephina Murk-Jansen. „Alter bewegt und ist ein brandaktuelles Thema. In den ausgesuchten Fil-

Die Organisatorinnen der Fimrei rechts): Irmgard Sedlmayr, Perd Murk­Jansen, Hannelore Schimm

men und den Aktionen steckt überall ein positiver Gedanke. Wir wollten nichts dabei haben, was einen runterzieht, sondern Filme und Aktionen, die einem zum Lächeln bringen“, ergänzt ihre Mitstreiterin Josephina Murk-Jansen. Die Kinobetreiberin Susanne Vesper unterstützt die Aktion gerne: Miteinander ­ das Magazin von


Engagement fördern

„Wir bieten ja auch einmal im Monat das Seniorencafé an, wo wir flotte Filme zeigen. Das ist auch ein positive Aktion, um ältere Menschen ins Leben reinzubringen.“ Anlässlich der bundesweiten Woche des Bürgerschaftlichen Engagements startete die Filmreihe am Mittwoch den 22.9. um 1 9 Uhr mit dem Film „Miteinander“. Nach einer kurzen Einführung zu den The-

Es gibt so viel Spaß im Leben – auch im Alter

täten und Projekte gezeigt, die von älteren Freiwilligen im Bezirk Berlin Mitte realisiert werden. Auf sehr einfühlsame Weise zeigt der Film die Wünsche und Erwartungen, aber auch die Ängste und Sorgen, die mit dem Gedanken anas Altern verbunden sind. Nach einer anschließenden Diskussion zum Vortrag und zum Film lud der Verein die Besucher zu einem kleinen Eröffnungsfest mit Gitarrenbegleitung durch Matthias Auer in der Scharfrichtergalerie ein. Am 30.9. ging es mit dem Film „Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus!“ weiter. Der mit allen Wassern gewaschene und hoch betagte Filou Johann Schneider verliebt sich in seine neue, schüchterne Nachbarin im Seniorenheim Lena, die von einem skrupellosen Bankmenschen um ihihe (von links nach re Bleibe und ihrem dita Wingerter, Josephina mer, Susanne Vesper Vermögen gebracht wurde. Gemeinsam mit einimen Demographischer gen Altersgenossen und Wandel und Alter im Wan- einem ausgeklügelten del durch Prof. Kleinhenz Plan gelingt es den beivon der Universität Passau den, das verlorene Geld zeigte der Film „Miteinan- dutzendfach zurück zu geder“ die Vielseitigkeit des winnen. Anschließend wurÄlterwerdens in Berlin Mit- de in der Scharfrichterte. In dem Dokumentarfilm galerie die Ausstellung werden interessante Aktivi- „Aktiv im Alter“ mit einem Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Sektempfang gezeigt. Der Film „Die Herbstzeitlosen“, der am 7.1 0. startete, machte deutlich, dass es nie zu spät ist, seine Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen. Nicht mit 66, sondern gar erst mit 80 kann das Leben neu anfangen. In der Komödie geht es um vier ältere Damen, die mit einer Dessous-Boutique das verschlafene Dorfleben im schweizerischen Ort Trub auf Trab bringen. Anschließend durften sich die Besucher auf eine Lyrik-Lesung zum Thema Alter in der Scharfrichtergalerie freuen. Den Abschluss der Filmreihe bildete die Dokumentation “Young at Heart”. Sehr sensibel begleitet der Film den amerikanischen Chor „Young@heart“, dessen Sänger im Durchschnitt 81 Jahre alt sind. Mit Klassikern aus Pop, Rock, Soul, Funk und Punk rocken die Oldies auf der Bühne. Dass der Film eine Ode an das Leben ist, wird spätestens dann klar, wenn die 93-jährige Eileen Hall begeistert ihr Solo von Should I stay or Should I go singt. So beschwingt endete dann auch die Filmreihe mit einem Abschlussfest im Kino.

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Filmreihe "Alter bewegt"

„Gemeinsam leben & lernen in Europa“ organisiert Filmreihe über aktive Senioren


Was braucht es, um Migranten und Migrantinnen für freiwilliges Engagement in der neuen Heimat zu gewinnen?

Stichwort: Europäische Kooperation &

Gemeinsam leben und lernen in Europa österreichischen

„MigrantInnen in d Vom 22.-23.4.2010 fand in Linz die Fachtagung „MigrantInnen in der Freiwilligenarbeit: Analysen – Trends – Best Practice“ statt, die die Interessensgemeinschaft der Freiwilligenzentren Österreich organisiert hat. Ziel dieser Tagung war es, „bestehende Barrieren und Lösungsansätze aufzuzeigen, um einerseits die Teilhabe(-chancen) von MigrantInnen in diesem Bereich zu fördern und andererseits das Potenzial zu erkennen, sowie sichtbar und nutzbar zu machen.“ Auf Einladung des Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrums Oberösterreich durfte sich dort unser Verein den 69 Freiwilligenorganisationen aus ganz Österreich präsentieren, und zwar als Best Practice für erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Freiwilligenarbeit. Vorstandsmitglied Tammy Hendrickx und Perdita Wingerter stellten den internationalen Frauentreff „Frauen erleben Kulturen“ vor. Tammy Hendrickx, die selbst aus Kanada statt, kennt die Sorgen und Schwierigkeiten von Migrantinnen aus erster Hand: „Es ist nicht immer leicht, sich in einem frem-

„Ehrliches, wirkliches Interesse an den Menschen und an der Sache – man muss davon selbst vollkommen überzeugt sein!“ Perdita Wingerter, Gemeinsam leben & lernen in Europa

„Man benötigt viel Geduld und Ausdauer - auch Rückschläge gehören dazu.“ Anne Janssen, Initiative "Leben im Franckviertel", Linz

Dokumentation zur Tagung

www.ulf­ooe.at/spool/upload/ TAGUNGSBERICHT.pdf

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den Land zurechtzufinden: die Sprache an sich, die Kommunikation, das Verhalten, der Umgang miteinander, das Essen - einfach alles ist anders und fremd. Es fällt schwer, sich zurechtzufinden, Freundschaften zu schließen und Menschen zu finden, mit denen man reden kann. In den ersten Jahren ist man viel allein, redet wenig und kommt selten raus.“

„Es ist nicht immer leicht, sich in einem fremden Land zurechtzufinden“ Aus diesem Grund regte sie an, einen internationalen Frauentreff zu organisieren. Mit anfänglicher Unterstützung von Meral Tekin und Estella Kermeci und seit neustem von der Holländerin Ankie Visschers organisiert sie die lockeren regelmäßigen Treffen. Zusätzlich finden Ausflüge, gemeinsame Besuche von Veranstaltungen statt. Einige der Frauen haben auch eine Fortbildung des Vereins besucht und wurden zu ehrenamtlichen Projektberaterinnen und –managerinnen ausgebildet und machen nun selbst ehrenamtliche Projekte. Die gemeinsame Bearbeitung von

Miteinander ­ das Magazin von


& Förderung bürgerschaftlichen Engagements

als „Best Practice“ auf einer Fachtagung der Freiwilligenagenturen

der Freiwilligenarbeit“ lieber von den „Lerncafès“, Anne Janssen von „1 001 Geschichte aus dem Franckviertel“, Christina Pürgy vom „Stadtteilgarten Itzling“, Sabina Dudakovic vom Verein Gemma und der Referent Wolfgang Gulis vom „Zebra Graz“. Das Leitthema der Diskussion war folgende Frage: Was sind die Erfolgsfaktoren, die maßgeblich zum Gelingen der vorgestellten BestPractice-Projekte beigetragen haben? Alle Teilnehmer waren sich einig, dass für die Arbeit mit Freiwilligen Empathie, Vertrauen in deren Fähigkeiten und im Falle von MigrantInnen - auch kulturelles Einfühlungsvermögen gefragt ist. Für den ersten Tag wurde darüber hinaus eine historische Stadtführung organisiert. Und abends ging

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

man gemeinsam türkisch essen.

„Es war toll, sich mit anderen Organisationen aus Österreich auszutauschen“

erklärte Perdita Wingerter. Tammy Hendrickx war vor allem von dem Projekt aus dem Franckviertel begeistert, die ebenfalls einen interkulturellen Frauentreff organisieren. „Wir müssen uns unbedingt mal gegenseitig besuchen! Habt ihr nicht mal Lust zu kommen?“ fragte sie die Projektleiterin Anne Janssen. Diese war gleich angetan von der Idee und versprach beim nächsten Frauentreff mit ein paar Frauen nach Passau zu fahren.

Die Tagung bot vielfältige Möglichkeiten zum Austausch und zur Dis­ kussion

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Europäischer Austausch

Fragestellungen bot nach den Fachvorträgen den nächsten Schwerpunkt des ersten Tages dar. Fragen der Gruppenarbeiten waren z.B.: Warum wollen wir MigrantInnen einbinden? Wie gewinnen wir Migranten als Freiwillige? Gibt es bestimmte Bedürfnisse, die zu beachten sind? Die Fishbowl-Diskussion am zweiten Tag stellte den letzten Programmpunkt der Fachtagung dar. Die Moderation übernahm Martin Lesky, Bereichsleiter für Regional- und Freiwilligenarbeit der Caritas Tirol. Die DiskussionsteilnehmerInnen waren VertreterInnen der vorgestellten Best-Practice-Bespiele: Perdita Wingerter von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“, Julia Bretterk-


Stichwort Chancengleichheit

Infos zu den Partnern:

Grenzenlos erfolgreich

www.frau­und­arbeit.at

Soziale Netzwerke sind in aller Munde und zwar nicht erst, seitdem facebook auch im deutschsprachigen Raum immer mehr genutzt wird. Ebenso wichtig wie die sozialen Netzwerke im Internet sind reale Netzwerke, vor allem für kleine Unternehmen und Selbständige. Während Netzwerke für viele Männer und männlich geführte Unternehmen alltäglich sind, müssen sich viele Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen erst mühsam ihre Netzwerke aufbauen.

www.beratung­frauen.de

platz kostenfrei anzubieten. Bei ihren Recherchen auf der bayerischen Seite stieß Frau Kirchtag dann auf den Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ (GLL) und schlug vor, Das sagen einige kritische Stim- zukünftig enger zusammen zu men. Vielen sind die Vorteile arbeiten. „Als Netzwerkverein, des Netzwerkens gar nicht beder sich u. a. für eine bessere wusst. „Das Arbeiten in Netzen Zusammenarbeit und den Erist ein geeignetes Instrument, fahrungsaustausch zwischen um wichtige informelle Kontakte Menschen in Europa einsetzt, aufzubauen, Informationen aus- haben wir dieses Angebot gerzutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und so wiederum persönlich und/oder beruflich zu profitieren. Gerade Unternehmerinnen sind oftmals mit „Vereinsamung“ konfrontiert und dagegen lässt sich erfolgreich mit einem gut ausgebauten Netzwerk steuern,“ ist die Salzburgerin Andrea Kirchtag überzeugt. Sie ist Projektleiterin des grenzüberschreitenden bayerisch-österreichischen Netzwerkes www.die-unternehmerinnen.info. Ziel des EU-geförderten Projektes ist es, Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen im Grenzgebiet Bayern-Oberöster- (v.li nach re): Andrea Kirchtag (Frau & Arbeit), Al reich besser zu vernetzen und (Beratungsstelle für Frauen, Bildung & Beruf), Ro Wingerter (GLL), Katja Kurzke (Regionalmanagem ihnen einen virtuellen Markt-

„Wofür brauche ich ein Netzwerk als Unternehmerin? Da unterstütze ich doch meine Konkurrenz!“

www.ah­ unternehmensberaterin.de

www.wildundweiblich.com

www.keh­nexa.net

www.stranexa.mixxt.net

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Miteinander ­ das Magazin von


Männer und Frauen

ne angenommen,“ erklärt Perdita Wingerter, Geschäftsführerin von GLL. Als erster Schritt wurde eine gemeinsame Netzwerkveranstaltung geplant: Wie Unternehmerinnen grenzenlos erfolgreich netzwerken, was dafür nötig ist, welche ersten Schritte zu setzen sind und wie die Pflege des Netzwerks funktio-

lexandra Horsch, Gabrielle Zacher oswitha Prasser (wild & weiblich), Perdita ment), Birgit Bauer (Kehnexa)

niert, erfuhren interessierte Frauen am Abend des 1 . Februar 2011 ab 1 8.30 Uhr in Passau und am 1 0.2. in Schärding bei der Veranstaltung mit dem Titel „Grenzenlos erfolgreich“.

Networking als wichtige Strategie für Unternehmerinnen

kehnexa/ Landkreis Kelheim und stranexa/Landkreis Straubing-Bogen (Birgit Bauer), Frau & Arbeit, grenzübergreifendes Interreg-Projekt „Unternehmerinnen schaffen mehr Wert“ (Andrea Kirchtag) und das Wirtschaftsforum der Region Passau (Katja Kurzke). Anschließend nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, Visitenkartensammeln und Netzwerken für sich. „Über Grenzen hinauszusehen, mit Frauen anderer Länder zu kooperieren sind wichtige Schritte zur Internationalisierung, grenzenlosen Vernetzung und erfolgreichen beruflichen Selbstständigkeit,“ sind Perdita Wingerter und Andrea Kirchtag überzeugt.

Perdita Wingerter eröffnete den Abend mit einem Fachinput zum Thema „Networking als wichtige Strategie für Unternehmerinnen“, im Anschluss stellten sich folgende Netzwerke mit Schwerpunktthemen für beruflich selbstständige Frauen vor: Beratungsstelle für Frauen - Bildung & Beruf (Gabriele Zacher), Unternehmerinnenabend in der Region Passau (Alexandra Horsch), wild & weiblich – Unternehmerin- Weitere Informationen nen im Dreiländereck Bayern–Böhmen–Oberös- unter: terreich (Roswitha Praswww.die­unternehmerinnen.info ser), Frauennetzwerke

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

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Unternehmerinnen schaffen mehr Wert

Grenzüberschreitendes Netzwerk für Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen in Niederbayern und Oberösterreich


Stichwort Interkulturelle

Begegnung von Deutschen und Tschechen in Europa DeutschTschechischer Stammtisch Passau

Durchgeführte Unternehmungen: Jahr 201 0

• Besuch des Films über Atelier Seidel in Krumau „Včely letěly nízko“ im Scharfrichterkino • 1 5.03.201 0 DVD- Projektion des tschechischen Spielfilms „Vesničko má středisková“ • 11 .04.201 0 „SalzStadtführung“ in Passau im Rahmen des Jubiläumsjahrs „1 000 Jahre Goldener Steig“ mit Vermittlung von wichtigsten tschechischen Begriffen (ca. 30 Teilnehmer aus der ganzen Region) • 1 2.06.201 0 „4. Mitteleuropäischer Stammtisch“ in Regensburg • 11 .1 2.201 0 „5. Mitteleuropäischer Stammtisch“ in Deggendorf

„Ich arbeite seit einigen Jahren als Tschechisch-Lehrerin an verschiedenen Institutionen in Passau und Umgebung. Es ist und war meine Absicht, die aktuellen und ehemaligen Tschechisch- Lernenden und die Interessenten für das Nachbarland aus der Region zu verbinden, die die gleichen Interessen haben an Sprache, Kultur des Nachbarlandes, den Menschen, die von dort stammen oder dort leben.“ Und so gründete vor über 3 Jahren die Tschechin Šárka Marešová den Deutsch-TschechischenStammtisch in Passau. „Die (geographische) Nähe beider Länder und Kulturen einerseits und die oft nicht ausreichende gegenseitige Kenntnis andererseits, war für mich die Triebfeder zu dieser Tätigkeit“, erklärt sie. Die Bezeichnung „Stammtisch“ wählte sie, um deutlich zu machen, dass die Begegnungen in zwangloser und geselliger Atmosphäre stattfinden sollten. Ziel war es, Personen und Organisationen, vor allem der Tschechisch-Lernenden aus der Region mit den in Passau für kürzeren oder längeren Zeitraum lebenden Tschechen (Bsp. Erasmus- und andere Austauschstudenten, Euregio-Schüler an bayerischen Gymnasien in der Region und ihre Gasteltern, in der Region Passau ansässige Tschechen) und allen anderen Interessenten zu vernetzen. Damit bietet der Stammtisch die Möglichkeit, in der jeweiligen Fremdsprache mteinander zu kommunizieren (in Deutsch, Tschechisch aber

Kontakt: Wer mehr wissen will bzw. am nächsten Treffen teilnehmen möchte, informiert sich auf der Webseite

www.stammtischpassau.bplaced.net

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auch in Slowakisch). Der Stammtisch versteht sich darüber hinaus auch als Plattform für Information, Begegnung und Gedanken-Austausch. So besteht auch der Kontakt zu weiteren Vereinen und Organisationen, die mit Tschechien zu tun haben, wie z.B. zu der 3-Länder-Gesellschaft, zum Böhmerwaldmmuseum. Die Teilnehmer/innen erhalten regelmäßig

Stammtisch­Treffen in Passau 2010

Informationen über Veranstaltungen in Ostbayern und Südböhmen, insbesondere kultureller Art, an denen beide Nationen gemeinsam beteiligt sind (Filme, Ausstellungen, Konzerte, Vorträge u.ä.).

Miteinander ­ das Magazin von


Diese Informationen werden über die Homepage, per Email oder Internet verbreitet. Einmal im Monat finden auch persönliche Treffen in geselliger Runde statt, wo man sich begegnen kann, um Gedanken auszutauschen. Darüberhinaus werden gemeinsame Unternehmungen organisiert, wie beispielsweise

der Besuch von Veranstaltungen, vor allem mit Bezug zu Tschechien (z.B. Kinobesuche und Projektionen von Perspektive Osteuropa,Kunstaustellungen, Konzerte wie z.B. Festspiele Europäische Wochen Pasau), Ausflügen, Besichtigungen – abhängig von den Ideen und Anregungen aus der Gruppe. Bisher kamen schon 80

„Ich komme aus dem Nachbarland Tschechien, aus Südböhmen. Am Herzen liegt mir, die Nachbarländer und ihre Bewohner näher zu bringen und in diese Richtung gehen auch alle meine Aktivitäten. Im Herbst 2007 habe ich den "Deutsch-Tschechischen Stammtisch Passau" ins Leben gerufen, der sich seitdem regelmäßig monatlich trifft. Nach einiger Erfahrung im Tourismusbereich bin ich in der Erwachsenenbildung und im internationalen Jugendaustausch tätig, wo ich mich der interkulturellen Pädagogik und dem interkulturellen Lernen widme. Seit 2004 unterrichte ich Tschechisch in Kursen an der VHS Passau und arbeite als Sprachanimateurin im deutschtschechischen Jugendaustausch. Außerdem übersetze und dolmetsche ich Deutsch und Tschechisch, vor allem in den Bereichen Tourismus, Kunst u. Kultur, Bildung, Management, Projekte u. Kooperationen. Ich bin bei „Gemeinsam leben & lernen in Europa Mitglied, bin beim Internationalen Frauentreff dabei und habe 201 0 an der EFI- Ausbildung erfolgreich teilgenommen.“ Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Leuten zu den Treffen. Und der Stammtisch ist auch vernetzt: es gibt regelmäßige Treffen bei den sog. „Mitteleuropäischen Stammtischen“ mit anderen D-CZ Stammtischen und Organisationen (Regensburg, Pilsen, Deggendorf, Pisek).

Šárka Marešová Initiatorin des Stammtischs, Tschechisch­Lehrerin und ­Übersetzerin

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Deutsch-Tschechischer Stammtisch Passau

Begegnungen

Miteinander Ausgabe 2 (März 2011)  

Miteinander - Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.

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