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Kleinzschocher Christine Arendt Erinnerungen an mein

16,95 Euro

Dieses Buch ist eine kleine Liebeserklärung – eine Liebeserklärung von Christine Arendt, geborene Richter, Jahrgang 1954, an ihre Heimat Kleinzschocher. Folgen Sie der Autorin auf eine Reise in die Vergangenheit und haben Sie teil an den Erinnerungen an die geliebten Großeltern, an ihre Kindheit und an Geschäftsleute von damals, die aus der heutigen Sicht ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Auf ihrem Rundgang durch Kleinzschocher berichtet Christine Arendt über Sehenswürdigkeiten wie den »Adler« oder den Schloßweg, aber auch über Freunde und Bekannte sowie über Anekdoten und Geschichten aus Kleinzschocher.

Christine Arendt

Erinnerungen an mein

Kleinzschocher

Überarbeitete Ausgabe

ISBN 978-3-944992-19-8

WERBEAGENTUR KOLB

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Impressum © März 2014 bei CREATIV WERBEAGENTUR KOLB GMBH Realisation des Bandes: CREATIV WERBEAGENTUR KOLB GMBH Leipziger Straße 78 04178 Leipzig (Böhlitz-Ehrenberg) Tel. 03 41/ 4 41 85 05 Fax 03 41/ 4 41 85 02 www.böhlitzer-hefte.de info@werbeagenturkolb.de

Leipziger Straße 78 04178 Leipzig (Böhlitz-Ehrenberg) Text/ Bildauswahl: Christine Arendt Lektorat: Denis Achtner Umschlag: Ulrich Kolb, Denis Achtner Layoutkonzept: Ulrich Kolb Satz/Repro/Umbruch: Susan Held Anzeigen: Daniela Milde, Christine Arendt Schlusskorrektur: Ulrich Kolb, Susan Held, Daniela Milde

Druck: FISCHER druck & medien, 04463 Großpösna/Sachsen Nachdruck und jegliche sonstige Verwendung bedürfen der ausdrücklichen, schriftlichen Zustimmung der Creativ Werbeagentur Kolb GmbH

ISBN 978-3-944992-19-8 160


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Christine Arendt

Erinnerungen an mein

Kleinzschocher

WERBEAGENTUR KOLB


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort ................................................................................................ 9 Mein Kleinzschocher ........................................................................... 10 Mein Geburtshaus im Schloßweg ....................................................... 12 Entlang des alten Schloßweges .......................................................... 20 Die »Sperlingsburg« ............................................................................ 32 Blau-Weiß Südwest .............................................................................. 34 Der Volkspark und das ehemalige Rittergut ...................................... 39 Das ehemalige Schloss ........................................................................ 47 Die Taborkirche ................................................................................... 49 Entlang der Windorfer Straße ............................................................. 52 Die Villa der Familie Tauchnitz .......................................................... 54 Die Alfred-Rosch-Kampfbahn ............................................................. 56 Tierliebe ............................................................................................... 57 »Zum Reichsverweser« ....................................................................... 59 »Don Giovanni« ................................................................................... 60 Die Kohlenhandlung Ripke ................................................................. 63 Die alte Brauerei .................................................................................. 68 Kolonialwaren Wirth, Bertels Modellbau und die alte Schule .......... 69 Kohlenhandlung Heiland und Milch-Geidel ....................................... 73 Löfflers »Tempo-Werkstatt« ................................................................ 76 Die Räucherei Arthur Pfeil .................................................................. 77 Margarete Glaser und die Bäckerei Falk ........................................... 79 »Terrasse« und »Bürgergarten« .......................................................... 81 Die Tierarztpraxis Dr. Seidel ............................................................... 84 Die elterliche Wohnung und die Bäckerei Grietsch .......................... 86 Der Kindergarten und die Schmiede .................................................. 90

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Inhaltsverzeichnis

Das Freibad Kleinzschocher .............................................................. 91 An der Antonienstraße ....................................................................... 92 Der »Adler« ......................................................................................... 97 HNO-Arzt Dr. Bühl und die »Schule am Adler« ................................ 100 Entlang der Dieskaustraße ................................................................ 101 Die Schwengelpumpen ...................................................................... 105 Betten-Zeidler ..................................................................................... 107 Das Blumengeschäft Heinrich ........................................................... 110 Die alte Postagentur ........................................................................... 112 Milchgeschäft Schrepel und Modelleisenbahn-Nitsche ................... 113 Die Fleischerei Lanzendorf ................................................................ 118 Das Zoofachgeschäft Wollrath ........................................................... 120 Ananke Bestattungen und Eisenwaren-Fichtner .............................. 122 Süßwaren- und Schokoladengeschäft Enslin ................................... 123 Backhandwerk mit Tradition – die Bäckerei Sperling ..................... 125 Die Körner-Apotheke .......................................................................... 128 Die Gaststätte »Drei Linden« ............................................................. 130 Drogerie John, Schreibwaren-Klose, Herrenausstatter Albert ........ 131 Gemüse-Müller, Bäcker Oehm ........................................................... 133 Kleinzschochers Friedhöfe ................................................................ 135 Meine Schulzeit .................................................................................. 137 Das Kulturhaus »Alfred Frank« ......................................................... 140 Das Lichtspieltheater »Schauburg« ................................................... 146 Oma Schneidenbachs Leckereien ..................................................... 148 Anhang ................................................................................................ 153

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Mein Kleinzschocher

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ein Heimatort liegt ca. 5,5 Kilometer südwestlich des Leipziger Stadtzentrums. Er hat eine ungefähre Größe von 31 Hektar. Das Dorf altsorbischen Ursprungs entstand im 11. Jahrhundert. In Kleinzschocher gibt es eine alte Ortslage, die man noch heute erkennt. Diese alte Ortslage erstreckt sich zwischen der Windorfer Straße, der Dieskaustraße und dem Kantatenweg. Die Besiedlung entlang einer Straße ist typisch für ein sogenanntes Gassendorf, welches Kleinzschocher war. Den Charakter einer Dorfstraße trägt die Windorfer Straße auch heute noch. Viele kleine, alte Häuser gibt es hier. Im

Kantatenweg überwiegt die lockere, niedergeschossige Bebauung mit dem angrenzenden Parkbereich. Überall in Kleinzschocher finden wir »Schlippen«, so zum Beispiel zwischen der Dieskaustraße, der Windorfer Straße und dem Kantatenweg. Kleinzschocher bildet eine der wenigen alten Ortslagen, wo noch heute anhand der Dorfstruktur die Entwicklung des Ortes erkennbar ist. Begonnen hatte die Besiedlung westlich der oft vom Hochwasser heimgesuchten Niederung der Weißen Elster auf einer sicheren Anhöhe – dem Tanzberg, beziehungsweise Kirchberg. Heute steht hier die Taborkirche. Die Eingemeindung von Kleinzschocher zu Leipzig erfolgte im Jahr 1890. 10


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Von den ehemaligen Bauerngütern in der Windorfer Straße stehen heute nur noch einzelne kleine Häuschen. Die erhalten gebliebenen bäuerlichen Grundstücke sind längst verändert worden. Das Schloss und das Rittergut Kleinzschocher wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. Heute sehen wir leider nur noch einen kleinen und verfallenen Teil des einstigen herrlichen Gutshofes.


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salz, damit ja nichts zufror. Tagsüber stellte er eine Kerze in einem großen Steintopf in die Toilette, sodass es dort nicht zu kalt war. An heißen Sommertagen dagegen wurde unser großer Esstisch in den Hof getragen. Hier, unter einem schönen Pflaumenbaum, wurde dann der Mittagstisch gedeckt. Der Tisch blieb bis zum Abend stehen. Hier traf sich die gesamte Familie und es spielte sich vieles im Freien ab – fast so, wie es aus südlichen Gefilden bekannt ist. Ich verbrachte die meiste Zeit bei meinen Großeltern im Schloßweg. Meine Eltern zogen im Jahr 1956 in die Altranstädter Straße 15. Dort habe ich mich aber nie heimisch gefühlt. Mein Zuhause ist und bleibt der Schloßweg! Alljährlich, wenn ich meine Mutter hier in meiner alten Heimat besuche, fallen mir viele kleine Geschichten über Geschäfte, Lokale und deren Besitzer wieder ein. Auf den Streifzügen durch die Straßen werden sie wieder zum Leben erweckt. So erinnere ich mich an Milch-Geidel, Wäscherei Wurl, Fleischerei Rohn, Bäckerei Eisenach, die alte Körner-Apotheke, Kohlenhandlung Lisbeth Heiland, Spielzeug-Nitsche, 18


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Früher bei den Leipzigern ein sehr beliebtes Fotomotiv im Zoo. Im Winter ging es oft auf Skiern durch den Volkspark.

Herrenausstatter Albert, Wäschemangel Ponesky, an das Lokal »Zur Börse«, an das legendäre »Drei Linden«, an den herrlichen Süßwarenladen des Ehepaares Enslin (später Schreibwarengeschäft der Eheleute Frieser) und so weiter und so fort. Gern möchte ich Geschäfte und einzelne Personen auf meinem Spaziergang wieder zum Leben erwecken. 19


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Die Gärtnerei Siebert im Schloßweg Nr. 6.

Ganz bekannt war die Gärtnerei Siebert im Schloßweg Nr. 6. Die Großeltern und viele Kleinzschocher’sche bestellten hier ihre Kränze für den Totensonntag und für Beerdigungen. Im Frühjahr gab es die ersten Jungpflanzen für die Frühbeete. Ich sehe noch heute vor meinem geistigen Auge das Ehepaar Siebert, wie es in seinen Gewächshäusern die prachtvollen Kakteen pikiert. Herr Siebert hat mir immer wieder alles gern erklärt, manchmal hat er Großvater und mir auch einen klitzekleinen Kaktus geschenkt. Der wurde dann voller Stolz nach Hause getragen. Einmal im Jahr besuchte ich abends mit Großvater die »Königin der Nacht«, mit all ihren vielen eindrucksvollen Blüten. Bis heute hat sich diese Blütenpracht eingeprägt. Der Sohn von Fritz und Irmgard Siebert, Gerald (geboren im Jahr 1936), lässt uns an seinen Erinnerungen teilhaben: »Der damalige Schloßweg 6 gehörte um 1900 einem Scherenschleifer mit seiner Familie mit fünf oder sechs Kindern. Es war ein kleines Haus mit Garten. Seit 1932 ist es Eigentum der Familie Siebert. Mein Großvater hatte es gekauft und so wurde es das Zuhause von 24


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Fritz Siebert 1986 im Kakteenhaus und mit seiner Frau im August 1988.

meinen Eltern Fritz und Irmgard Siebert und von mir. 1938 machte sich mein Vater, ein leidenschaftlicher Gärtner, selbstständig. Er legte die ersten Frühbeete im Hausgarten an und zog Topf- und Gemüsepflanzen. Der Krieg machte die guten Fortschritte der kleinen Gärtnerei leider zunichte. Bei einem Bombenangriff auf Kleinzschocher wurde die Gärtnerei und das Wohnhaus getroffen. Zum Glück waren alle noch am Leben, die Schäden konnten repariert werden und ein neuer Anfang wurde gewagt. Mein Vater Fritz pachtete einen Teil der Wiesen auf dem Gelände des heutigen »Stadion der Freundschaft«. Es wurde der Rasen ausgestochen und Beete angelegt, um etwas Essbares anzubauen. Rund um den alten Schloßweg und auf den Wiesen waren viele Bomben25


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Die »Sperlingsburg«

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egenüber dem Grundstück Kantatenweg Nr. 13 steht heute ein Neubau, der in keiner Weise mehr an die alte »Sperlingsburg« erinnert. Diesen Namen erhielt das hier einst stehende Gebäude von den alteingesessenen Bürgern, weil in den Büschen, die zum Grundstück gehörten, unzählige Spatzen nisteten. Ich kenne das Wohnhaus als das Haus der Familie Daux. Erinnern kann ich mich an Herr und Frau Daux. Frau Daux war eine sehr elegante Frau. In ihrem Garten blühten die schönsten und größten Dahlien. Jedes Jahr im September bestellte Großvater bei Frau Daux extra je einen Strauß für den Geburtstag meiner Mutter und meiner Großmutter. Die »Sperlingsburg« wurde im Jahr 1812 errichtet. Zwei Leipziger Kaufherren hatten das Grundstück erworben, um hier eine Wachsbleiche einzurichten. Die Gemeinde Kleinzschocher, durch ihre »feurige« Vergangenheit – hier hatte es öfters gebrannt – vorsichtig geworden, stellte strenge Bedingungen, denn Wachs und Wachskerzen ließen nicht

Die »Sperlingsburg« (links im Bild) im Schloßweg, um 1925.


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viel Gutes erahnen. Die Forderungen lauteten: Ein fester Bau mit dicken Mauern. Zudem musste das Gebäude einen Wassergraben besitzen. Die Kaufherren erfüllten die Auflagen und so wurde die Kerzenfabrikation immerhin 14 Jahre lang betrieben, ohne dass es zu einer Katastrophe kam. Danach wechselte die Wachsbleiche ihren Besitzer und nachdem dieser den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten konnte, erwarb ein Jurist das Gebäude, das er fortan ausschließlich als Wohnhaus nutzte. Bekanntester Besitzer der »Sperlingsburg« war wohl der Leipziger Professor Klotz, der dort als Junggeselle mit seiner Schwester lebte. Diese Konstellation sorgte vermutlich auch für die zahlreichen Spukgeschichten um das Gebäude. Leider wurde das Haus durch die Bomben am 6. April 1945, die im gesamten Schloßweg großen Schaden verursachten, fast völlig zerstört. Aus vielen Erzählungen meiner Großmutter blieb mir im Gedächtnis, dass mein Großvater jedes Jahr den Wein am Haus »Sperlingsburg« verschneiden musste. »Professors Lieschen« nannte meine Großmutter die letzte Besitzerin, die Schwester des Professors Klotz. Als Dankeschön bekam er danach immer einen großen Korb der köstlichen italienischen Trauben. Für die damalige Zeit etwas Kostbares. Das Gebäude in den 1980er Jahren.

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Ein Ereignis aus dem Jahre 1853 glauben wir nicht unerwähnt lassen zu dürfen. In diesem Jahre am 30. Juli fand der feierliche Einzug des Herrn Baron von Tauchnitz in Kleinzschocher statt (...). Wir erwähnen diese Einzugsfeier deshalb, weil Herr Baron von Tauchnitz (...) ein Gönner und hochherziger Wohltäter des Vereins geworden ist. (...) Ferner wurde noch das Schulturnen im Jahre 1862 unter der Leitung des Turnlehrers Karl Stübner eingeführt (...). Das Jahr 1861 brachte uns in unserem Vereinsleben einen besonderen Schritt vorwärts. Der Gesamtvorstand wurde in einer Sitzung beauftragt, bei Herrn Baron von Tauchnitz vorstellig zu werden um Überlassung eines Turnplatzes. Ein solcher wurde uns noch in demselben Jahre von dem hohen Gönner zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung gestellt. Im Winter 1862/63 turnten wir in der Schießhalle des ›Reichsverwesers‹. An dem III. Deutschen Turnfest 1863 zu Leipzig beteiligten sich 48 Mitglieder unseres Vereins. Herr Baron von Tauchnitz schenkte diesen Turnern 48 Thaler, um an dem Festessen teilnehmen zu können (...).


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Der Turnverein im Jahr 1939.

Am 18. Januar 1864 verlas unser Vorsitzender eine Petition von Dr. Fer. Goetz, Geschäftsführer der deutschen Turnerschaft, das Verbot der Waffenübungen betreffend (...). Gleichzeitig verlas der Vereinsvorsitzende die Mitteilung des Herrn Baron von Tauchnitz, dass der Turnplatz solange Vereinseigentum bleibt, als der Verein besteht. Sollte sich der Verein einmal auflösen, was wir nicht hoffen, so fällt der Platz den Tauchnitzschen Erben wieder zu (...). Am 18. September 1864 wurde der Turnrat ermächtigt, den Bau der Turnhalle zu vergeben (...). Anfang November begann man mit dem Baue, und schon am 4. Dezember wurde die neuerbaute Halle eingeweiht (...). Durch die stete Zunahme der Mitglieder erwies sich unsere Halle bald als zu klein und ging es der allseitige Wunsch dahin, dieselbe zu vergrößern oder eine neue zu bauen (...). Endlich, am 24. Juni 1888, fand die öffentliche Einweihung der Turnhalle statt. Es schenkten: Die Jungfrauen die Beleuchtung, bestehend aus 6 Lampen sowie Vorhänge an die Fenster; die Frauen einen Ofen und einen Barren, (...) Karl Bogen die Möbel im Turnratszimmer und 15 Mark, (...) Fräulein Klotz eine Tischdecke in das 37


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aber fast nichts mehr sehen. Ihre beiden Söhne sind im Zweiten Weltkrieg gefallen. Darüber ist sie nie hinweg gekommen. Als kleines Kind von acht Jahren musste ich von meiner Großmutter aus Tante Marta immer das Mittagessen in die erste Etage bringen. Hier kommen mir die alten Malereien im Treppenhaus in Erinnerung. Alle Motive stellten den alten Schloßweg dar. Sie zeigten die Setzerschen Teiche, die Verbindungsgasse vom Schloßweg zur Windorfer Straße und den Blick über die Baronwiese zum Schloss. Ich hatte mich zu DDR-Zeiten und nach der Wende an den Rat der Stadt Leipzig und die Denkmalpflege gewandt, mit der Bitte um Hilfe, diese historischen Gemälde zu retten und zu erhalten – leider ohne Erfolg. Der neue Besitzer hat sie entfernt. So ist wiederum ein Stück Geschichte Kleinzschochers verloren gegangen. Etwas weiter die Straße herunter liegt das Grundstück des Kantatenwegs Nr. 31. Hierbei handelt es sich um die Reste des ehemals weitläufigen Rittergutes Kleinzschocher. Heute stehen leider nur noch Fragmente eines einstmals schönen Gebäudes. Alles ist zerstört, der einstige Glanz lässt sich nicht mehr erkennen. Nur das Wirtschaftsgebäude, das zuletzt als Wohnhaus genutzt wurde, und das Eingangsportal sind als »letzte Zeugnisse« erhalten geblieben. Schloss und Rittergut wurden am 4. Dezember 1943 durch amerikanische Bomben zerstört. Über ein historisches Ereignis, das sich im Jahr 1742 auf dem Rittergut abgespielt hat, erinnert ein weiteres Zeit-

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Die Inschrift an der Eingangspforte des Rittergutes über Bachs Bauernkantate.

zeugnis – eine Inschrift an der Eingangspforte zum ehemaligen Gutshof. Auf dieser heißt es: »In diesem Grundstück führte Joh. Seb. Bach am 30. Aug. 1742 seine Bauernkantate auf.« Anlass für dieses Ereignis war der 36. Geburtstag des Eigentümers, Carl Heinrich von Dieskau – dem neuen Eigentümer des Anwesens. Bach schrieb dazu seine weltberühmte Bauernkantate »Mer hahn en neue Oberkeet«. Ich kenne das Rittergut in einem noch besseren Zustand, damals in den 1970er Jahren war das gesamte Wohnhaus noch bewohnt. Der Hof wurde von dem über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Klaus Felgentreff bewirtschaftet. Er hatte viele Pferdegespanne, die zu allen Festen der Stadt die Bierwagen zogen. Außerdem bot er Fahrten mit Hochzeitskutschen und Kremserfahrten an. Nach seinem Auszug aus dem Gutshof kam dessen Verfall. Das Wohnhaus fiel dem Vandalismus zum Opfer, genauso die ehemaligen Schweineställe. Besonders wütend und traurig bin ich, wenn ich an die beiden schönen Löwenstatuen denke, die die Säulen des Eingangsportals zierten. Bereits 1999 hatte ich der Denkmalpflege in einem Brief meine Hilfe angeboten und wollte mich an der Restaurierung der Löwen und der defekten Sockel finanziell beteiligen. Leider kam seitens der Stadt nie eine Antwort. Drei Jahre später – im Jahr 2002 – bemerkte ich den Diebstahl dieser Löwen und meldete diesen sofort der Denkmalpflege der Stadt Leipzig. In einem Schreiben gab man mir zur Antwort, dass man sich für die Aufmerksamkeit bedankt und dass es dem damaligen Denkmalpfleger selbst noch nicht aufgefallen sei. Aber man wolle der Sache nachgehen, 45


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auch große Verdienste am Bau der Taborkirche. Übrigens – die Namen der Antonienstraße und Klarastraße erinnern noch heute an die beiden Töchter der Familie von Tauchnitz, ebenso die ehemalige Elisabethallee – heute Erich-Zeigner-Allee. Meine Mutter kann sich daran erinnern, dass sie in ihrer Kindheit mit ihrem Vater – es muss so um die Jahre 1928/30 gewesen sein – oft die letzte lebende Bewohnerin des Schlosses besucht hat, um sie mit Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. An den Namen der Bewohnerin konnte sich meine Mutter nicht mehr erinnern, dafür an mehrere große Holzfiguren im Erdgeschoss und an eine schöne Treppe in die erste Etage. Der Schlosspark war mit Gitterzäunen abgegrenzt und die vielen wertvollen exotischen Gehölze waren mit Namensschildern versehen. Mein Großvater durfte als einziger ins Schloss und den damit verbundenen Schlosspark betreten. Auf dem dazugehörigen Rittergut gab es einen Bestand von 25 Milchkühen, deren Milch an die Bevölkerung verkauft wurde. Bei dem Bombenangriff des 4. Dezembers 1943 wurde das Schloss stark in Mitleidenschaft gezogen und schließlich drei Jahre später abgetragen. 48


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Die Taborkirche

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m Ende des Kantatenweges erreichen wir am Eingang zum ehemaligen Schloss die Taborkirche – ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Kleinzschocher und die einzige Kirche mit zwei Türmen in Leipzig. Hier wurde ich getauft, ebenso meine Großmutter Charlotte Schneidenbach und ihre Geschwister. Die evangelisch-lutherische Taborkirche ist ein bedeutendes Bauwerk des späten Historismus und wurde am Sonntag, dem 13. März 1904 nach zweijähriger Bauzeit geweiht. Der Neubau ersetzte die alte, kleine Dorfkiche, die sich bis 1905 an gleicher Stelle auf einem Grauwackehügel befand. Erbaut in der Zeit der Romanik, erhielt die alte Kirche 1688 einen ansehnlichen Turmbau mit barocker Haube und im 18. Jahrhundert kam es zur Errichtung eines Kanzelaltars. In der kleinen, alten Kirche ruhten alleinig die Gebeine der Familie von Dieskau. Alle anderen Toten wurden um die Kirche herum in Gräbern bestattet. Im Jahr 1835 verlegte man den Friedhof an die Ecke Dieskau-/Schwartzestraße. Ein neuer Friedhof in der Schwartzestraße wurde dann schließlich 1892/93 errichtet. Auf den sonntäglichen Spaziergängen mit meinen Großeltern zum Friedhof in der Schwartzestraße führte mich meine Großmutter immer an die Stelle, wo ihre beiden kleinen Geschwister Ida und Richard begraben waren. Beide starben, kaum ein Jahr alt, an Typhus. Erwähnenswert ist auch, dass vor der Kirche in der Windorfer Straße 45 früher die Straßenbahnlinie K der Blauen Gesellschaft endete.

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Die Villa der Familie Tauchnitz

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in weiteres auffallendes Bauwerk in der Windorfer Straße ist die Villa des Buchhändlers und Verlegers Christian Karl Bernhard von Tauchnitz (1841–1921), dem Sohn des Verlagbegründers Christian Bernhard Freiherr von Tauchnitz (1816–1895). Bereits seit 1866 war der Sohn Teilhaber des väterlichen Unternehmens und übernahm den Verlag nach dessen Tod. Die Familie von Tauchnitz gehörte zu den reichsten Familien Leipzigs. Zu ihrem Besitz gehörte auch das Rittergut Kleinzschocher. In dessen Nähe ließ sich der Sohn Christian Karl Bernhard von Tauchnitz eine repräsentative Villa errichten. In meiner Jugend war in der Villa ein Kinderheim untergebracht, später die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB). Zwischen 1960 und 1990 konnte das Gebäude wohl aus finanziellen Interessen nicht ordnungsgemäß unterhalten werden und wurde ohne Rücksicht auf den Denkmalschutz sowohl innen als auch außen radikal verändert. Seit langem steht das herrliche Anwesen nun schon leer und wartet auf die Wiedererweckung aus dem Dornröschenschlaf durch potentielle Investoren mit entsprechender Liebe zum Detail. Dies gilt übrigens auch für die gegenüberliegende »italienische Villa«.

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Die Tauchnitz-Villa von der Gartenseite aus fr端her (oben) und vom Kantatenweg aus gesehen im Jahr 2013 (unten).


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Das Restaurant »Rothenburger Erker« an der Ecke Antonienstraße/Altranstädter Straße im Jahr 1909/10 (oben) und das heutige Gebäude an dieser Stelle.

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An der Ecke Altranstädter Straße/Antonienstraße befand sich früher der »Rothenburger Erker«, ein beliebtes Restaurant und Café. Hinter dem Gebäude war im Zweiten Weltkrieg eine Flakbatterie stationiert. Statt des imposanten Gebäudes mit den schönen Türmen steht hier heute ein modernes Eckgebäude. Geht man auf der Antonienstraße weiter ostwärts, erreicht man auf der linken Seite den Bootsverleih Herold. Das Unternehmen wurde 1888 gegründet und war Leipzigs erste Motorbootstation. Hier kann man die Stadt eigenmächtig mit dem Paddel- oder Ruderboot vom Wasser aus erkunden oder lässt sich auf einer geführten Tour allerhand Wissenswertes erzählen. Wir setzen unseren Spaziergang aber in westlicher Richtung auf der Antonienstraße fort und erreichen nun den Dreh- und Angelpunkt von Kleinzschocher – den »Adler«.

Beim Bootsverleih Herold lässt sich Leipzig vom Wasser aus erkunden.

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Früherer Blick vom Bootsverleih Herold in Richtung »Adler«. Die Fläche des »Goldenen Adlers«, der 1994 abgerissen wurde.

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Der »Adler«

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on hier aus gehen die großen Hauptadern durch Zschocher – die Dieskaustraße, die Windorfer Straße und die Antonienstraße. Der »Adler« ist der Verkehrsknotenpunkt der Straßenbahnlinien 1, 2 und 3 sowie der Buslinie 60. Heutzutage erinnert nichts mehr an den Namensgeber, das ehemalige Restaurant »Zum goldenen Adler«. Markenzeichen des Restaurants war die vergoldete Adlerfigur an der Fassade des Gebäudes. Errichtet wurde das Gebäude im Jahr 1884. Die Namensgebung ist wahrscheinlich auf die Reichsgründung im Jahr 1871 zurückzuführen. Die Gastwirtschaft war bei den Gästen und vielen Anwohnern sehr beliebt und immer wieder ein Treffpunkt für so manche Verabredung. Die Gaststätte wurde von der Familie Stockmann geführt. Meine Großmutter kannte noch Stockmanns Paul. Ich persönlich kann mich noch sehr genau an das Haus und auch das Innere der Gaststätte »Adler« erinnern, schließlich habe ich dort öfter für meinen Vater Zigaretten kaufen müssen. Das Restaurant »Zum goldenen Adler«, rechts die Dieskaustraße.

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Zunächst wurden hier Fahrräder verkauft. Laut Gewerbeschein gründete Alfred Nitsche am 26. Februar 1924 ein Einzelhandelsgeschäft für Fahrräder und Zubehör sowie eine eigene Werkstatt für Fahrradreparaturen. Später kam der Handel mit Nähmaschinen, Grammophonen, Schallplatten, Rundfunkgeräten und Spielwaren hinzu. In der Altranstädter Straße 16 mietete er zwei Lagerräume als Verkaufsraum und Werkstatt. Alfred Nitsche, Jahrgang 1891, stammte aus einer Arbeiterfamilie und absolvierte eine Lehre als Buchdrucker und Schriftsetzer. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg herrschte überall wirtschaftliche Unsicherheit, Inflation und Arbeitslosigkeit. Alfred wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Die ersten beiden Fahrräder, die er von einem Schulfreund in Kommission erhielt, verkaufte er noch in seiner Wohnung. Anfangskapital besaß er keines. Im Jahre 1927 baute und eröffnete er zunächst in der Dieskaustraße 23 einen kleinen Laden, der später erweitert wurde. Das Geschäft und das Wohnhaus in der AltranFamilie Nitsche vor ihrem Geschäft, Altranstädter Straße 44.

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Das Geschäft von Familie Nitsche in der Altranstädter Straße 44 früher…

…und heute als Fachgeschäft für Modelleisenbahnen, Modellbau und Bastelbedarf.

städter Straße 44 entstand 1933. Ostern 1934 begann Sohn Werner im Geschäft seines Vaters eine kaufmännische Lehre und besuchte gleichzeitig die öffentliche Höhere Handelslehranstalt in Leipzig, die er als Kaufmannsgehilfe erfolgreich abschloss. Vater Alfred hatte 1935 die Meisterprüfung im Mechanikerhandwerk absolviert und gründete 1945 mit seinem Sohn eine OHG. Alfred Nitsche starb 1946 im 55. Lebensjahr an den Folgen eines Unfalls. Zeit für einen Urlaub mit der Familie hatte er nie gefunden. Seine Witwe Elisabeth trat als Komplementärin in die OHG ein. Die Firma wurde von Werner und Gertraud Nitsche weitergeführt. Gertraud unterstützte ihren Mann jederzeit tatkräftig, so dass oftmals Familie und Haushalt zu kurz kamen. 1983 übernahm Hans Thiele die Abteilung Fahrrad und Spielwaren in den Geschäftsräumen Dieskaustraße 23. Und die Nitsches spezialisierten sich in der Altranstädter Straße 44 auf Modellbau, Bastelbedarf und Modelleisenbahnen. Nach Beseitigung der Schäden einer Brandkatastrophe und der Wiedereröffnung suchte Werner Nitsche im 70. Lebensjahr einen würdigen 115


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Das ehemalige Apotheken-Gebäude an der Ecke Dieskaustraße/Creuzigerstraße in den 1930er Jahren.

die Apothekenzeitung für meine Mutter. Immer wieder gern schaue ich mir dabei die alten Apothekenmöbel an und freue mich, dass diese restauriert und erhalten wurden.

Die Gaststätte »Drei Linden«

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ort, wo sich heute der Neubaublock mit der Körner-Apotheke befindet, stand bis in die 1980er Jahre ein Gebäude, in dem sich die Gaststätte »Drei Linden« befand. Wenn ich an die Gaststätte denke, entsinne ich mich an meine Spielkameradin Marina Düsel. Ihre Eltern waren die Wirtsleute. Hier wurde ausgezeichnet gekocht. Zur Gaststätte gehörte auch ein schönes Gartenlokal mit Freisitz. Hier standen auf der linken Seite auch die namensgebenden Lindenbäume und spendeten den Gästen Schatten. Düsels hatten drei Kinder – einen Sohn, meine Freundin Marina und noch eine etwas ältere Tochter. Jeden Morgen vor Schulbeginn holte ich Marina hier ab. Eine kleine Treppe führte von der Gaststätte in die oben gelegenen Wohnräume der Familie. Ich kann mich noch an den Hund von Düsels erinnern, einen Rottweiler. Er sah groß und furchterregend aus, war aber das ganze Gegenteil. Wir haben mit ihm die schönsten Spiele gespielt, konnten ihn verkleiden oder mit alten Hüten schmücken. Er ließ alles mit sich in einer Seelenruhe geschehen. Wenn ich heute einen Rottweiler sehe, dann denke ich immer an das »Drei Linden«. Die Gaststätte war schon zu Zeiten meiner Großeltern, also um 1920, eine beliebte Gaststätte. Oft traf man sich hier auf ein Bierchen im Garten oder zum Skat spielen. Später wechselte der Besitzer der »Drei Lin-

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den«. Der neue Wirt, Herr Ihlow, führte hier eine sehr gute Küche. Viele alleinstehende ältere Einwohner aus Zschocher kamen zu ihm. Das Haus der »Drei Linden« gibt es leider nicht mehr. Es musste, wie so vieles, abgerissen werden. Herr Ihlow führt heute die Gaststätte »Zum Nat’l« in der Kurt-Kresse-Straße.

Drogerie John, Schreibwaren-Klose, Herrenausstatter Albert

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eben dem großen Wohnhaus der Glaserei Steyer auf der Dieskaustraße 36 stand bis zum Abriss in den 1990er Jahren ein großes Mietshaus, in dem sich die Drogerie des Ehepaares John befand. Ich kann mich erinnern, dass mir meine Großmutter einmal bei Johns einen Hund aus Seife gekauft hat. Ich habe ihn gehütet, viele viele Jahre, bis er dann leider zerfiel. In der Drogerie trugen Herr und Frau John nur lange, weiße Kittel. Nachdem sich das Ehepaar zur Ruhe gesetzt hatte, stand der Laden leer. In die Ladenräume zog noch das Polstermöbelgeschäft von Rolf Mauersberger ein. Das Haus verfiel aber und musste schließlich abgerissen werden. Rolf Mauersberger zog mit seinem Laden in die Creuzigerstraße. Heute findet man ihn in der Gießerstraße 56.

Die Gebäude von SchreibwarenKlose und der Drogerie John, etwa um 1935.


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gaben hier ihr Gastspiel. Unvergessen sind Fips Fleischer und seine Swing-Veranstaltungen, Günther Fischer und die kleine Stefanie Hertel mit ihrem Vater Eberhard. Ausgebucht waren immer die Veranstaltungen mit dem Titel »Tanz unter dem Weihnachtsbaum«, die am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag stattfanden.

»Mätzschkers Festsäle« wurden zu DDR-Zeiten zuerst in »Kulturzentrum Südwest«, dann in »Kulturhaus Alfred Frank« umbenannt.

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Im Kulturhaus »Alfred Frank«: Walter Ulbricht mit den Genossen Lex Ullmann (1. Sekretär SED-Stadtleitung), Paul Fröhlich (1. Sekretär SED-Bezirksleitung) und Oberbürgermeister Walter Kresse.

Zu diesem Anlass waren das Foyer und der große Saal mit großen Weihnachtsbäumen festlich geschmückt. Es wurde dann die ganze Woche weiter gefeiert, bis zur großen Silvester-Veranstaltung, bei der das neue Jahr mit Böllern und Raketen auf der Gießerstraße eingeläutet wurde. Ich möchte noch erwähnen, dass die gesamten Innenausstattungen, die Farbgebung und Gestaltung zu den Glanz-Zeiten des »Alfred-Frank« von dem bekannten Leipziger Architekten Detlef Lieffertz gestaltet wurden. Was hatten wir damals jeden Mittwoch für schöne Senioren-Nachmittage mit Tanz! Hier haben die Senioren das Tanzbein geschwungen und wollten gar nicht wieder nach Hause. Was war nicht alles zur Frühjahrsund Herbstmesse los! Hier traf sich alles aus Kleinzschocher, was Rang und Namen hatte: das Ehepaar Ripke, unser Polsterer Rolf Mauersberger, der Klavierstimmer Herr Langhammer, Gemüse-Giesler, der gleich nebenan sein kleines Geschäft hatte. Unter den Gästen hatten wir auch viele Handwerker und Gewerke, die man für alle Fälle brauchte: Elektriker, Malermeister, KFZ-Schlosser – alles war vertreten. Schon Monate 143


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BÖHLITZER HEFTE

»Kurs 7: Stadtkurs durch Schleußig & Plagwitz« Erscheint im Frühjahr 2014.

100 S., über 140 Abb., 5 Karten; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-08-2

Üppig illustrierte Bände über Orte und Landschaften sowie Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Leipziger Raum.

96 S., über 170 Abb., 5 Karten; 8,90 @. ISBN 978-3-944992-10-5

116 S., über 160 Abb., 11 Karten; 11,90 @. ISBN 978-3-944992-11-2

100 S., über 200 Abb., 7 Karten; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-05-1

Viele Bilder zeigen Gegenwart und Vergangenheit. Interessante Texte und eine lebendige Buchgestaltung machen die Lektüre kurzweilig. 100 S., über 140 Abb., Pläne+Grafiken; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-03-7

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100 S., über 190 Abb., 5 Karten; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-07-5


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BÖHLITZER HEFTE

100 S., über 200 Abb. und Pläne; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-01-3

Bitte informieren Sie sich online über weitere erhältliche oder in Arbeit befindliche Bände: www.böhlitzerhefte.de

100 S., über 130 historische Abb.; 8,90 @. ISBN 978-3-944992-02-0

100 S., über 200 Abb., mit Ortsplan; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-04-4

130 S., über 160 Abb., Ortsplan; 11,90 @. ISBN 978-3-944992-18-1

100 S., über 250 Abb.und 5 Karten; 9,90 @. ISBN 978-3-944992-06-8

140 S., über 350 Abb., 3 Karten; 11,90 @. ISBN 978-3-944992-09-9

Creativ WERBEAGENTUR KOLB GmbH Leipziger Straße 78 04178 Leipzig (Böhlitz-Ehrenberg) Tel. 03 41/4 41 85 05 Fax 03 41/4 41 85 02 info@werbeagenturkolb.de www.böhlitzer-hefte.de

52 S., über 100 Abb.; 6,90 @. ISBN 978-3-944992-00-6

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EDITION LEIPZIGER WESTEN

48 S., über 50 Abb.; 4,50 @. ISBN 978-3-944992-14-3

Diese Broschüren-Reihe beschäftigt sich mit herausragenden Ereignissen, interessanten Bauwerken und Örtlichkeiten oder berichtet über vergangene Zeiten im Leipziger Westen.

60 S., über 50 Abb.; 4,50 @. ISBN 978-3-944992-15-0

44 S., über 70 Abb.; 4,50 @. ISBN 978-3-944992-13-6

48 S., über 60 Abb.; 4,50 @. ISBN 978-3-944992-17-4

52 S., über 80 Abb.; 4,50 @. ISBN 978-3-944992-16-7

»...des Krieges Elend – die Schlacht von Möckern« Die Auswirkungen der Schlacht bei Möckern auf die Dörfer Hänichen, Quasnitz, Lützschena, Breitenfeld, Lindenthal, Stahmeln, Wahren und Möckern. Dieses Buch berichtet über die Schlacht von Möckern am 16.10.1813, die den Grundstein für den Sieg der Alliierten über Napoleon legte. Es wird jedoch keine Darstellung der schrecklichen Kämpfe mit der

unvorstellbaren Zahl von Toten und Verwundeten gegeben, vielmehr wird an die Leiden und Schrecken der Landbevölkerung in den Dörfern um das Schlachtfeld erinnert, die in zeitgenössischen Berichten überliefert worden sind. Herausgegeben von Professor Dr. Gerhard Graf; 92 Seiten, 29 Abb., 2 Klappkarten, 8,90 @. ISBN 978-3-944992-12-9

Creativ WERBEAGENTUR KOLB GmbH Leipziger Str. 78 • 04178 Leipzig (Böhlitz-Ehrenberg) • Tel. 03 41/4 41 85 05 • Fax 03 41/4 41 85 02 E-Mail: info@werbeagenturkolb.de • Internet: www.böhlitzer-hefte.de

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Kleinzschocher Christine Arendt Erinnerungen an mein

16,95 Euro

Dieses Buch ist eine kleine Liebeserklärung – eine Liebeserklärung von Christine Arendt, geborene Richter, Jahrgang 1954, an ihre Heimat Kleinzschocher. Folgen Sie der Autorin auf eine Reise in die Vergangenheit und haben Sie teil an den Erinnerungen an die geliebten Großeltern, an ihre Kindheit und an Geschäftsleute von damals, die aus der heutigen Sicht ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Auf ihrem Rundgang durch Kleinzschocher berichtet Christine Arendt über Sehenswürdigkeiten wie den »Adler« oder den Schloßweg, aber auch über Freunde und Bekannte sowie über Anekdoten und Geschichten aus Kleinzschocher.

Christine Arendt

Erinnerungen an mein

Kleinzschocher

Überarbeitete Ausgabe

ISBN 978-3-944992-19-8

WERBEAGENTUR KOLB

W ERBEAGENTUR KOLB

Erinnerungen an mein Kleinzschocher  

von Christine Arendt Leseprobe