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FESTIVAL FERRARI ZรœRICH

Nยบ 3 / 2020

MAGAZINE OF THE OFFICIAL FERRARI DEALER ZURICH 3


BENVENUTI oder die von Dior in Auftrag gegebene und extra für die Tokyo Fashion Show 2019 kreierte Skulptur von Hajime Sorayama, wird klar: Diese Marken stehen im engen Dialog mit ihren Kunden, um deren Werte besser zu verstehen. Sie schaffen eine ­Verbindung zur jeweiligen Kultur und entwickeln damit den Luxusbegriff weiter. Ganz neu ist dieser Ansatz aber nicht: Bereits 1899 hat der Ökonom Thorstein Veblen in seinem Werk «The Theory of the Leisure Class» festgestellt, dass sich der Preis eines Luxusobjektes nicht zwingend über die Funktionalität oder Herstellung, sondern viel mehr über die Begehrlichkeit rechnet.

Liebe Leserinnen und Leser Wir haben ein neues Kapitel aufgeschlagen: Seit Jahresbeginn setzen wir auf unserer Verkaufsfläche zu 100% auf die Marke Ferrari. Entsprechend haben wir den Showroom umgebaut und als einer der ersten Ferrari-Händler in Europa das brandneue Ferrari CI umgesetzt. Neu erleben Sie bei uns Ferrari mit internationalem Flair auf 1800 m2. In diesem Schritt haben wir uns auch für einen neuen Namen entschieden: B.I. Collection AG. Mit meinen Initialen möchte ich als Inhaber meinen Qualitätsanspruch und damit mein Versprechen an Sie signalisieren. Der Zusatz «Collection» als Synonym für Sammlung steht für die Ausrichtung und Kompetenz auf FerrariExpertise, Ferrari-Sammlungen auflösen oder aufbauen, verkaufen, handeln, ausstellen, pflegen und reparieren. Am wichtigsten ist uns aber der Austausch mit unseren Kunden. Mit der Marke Ferrari möchten wir mehr sein als eine klassische Garage. Wir möchten ein Begegnungsort für alle Ferraristi sein.

Auch bei Ferrari bildet sich der Preis über die Begehrlichkeit. Ein Ferrari ist kein herkömmlicher Alltagsgegenstand. Der Preis ergibt sich erst nach der persönlichen und wohlüberlegten Konfiguration. Und trotzdem ist er am Ende nur sekundär. Denn das Objekt der Begierde ist die Summe immer wert. Fast ein bisschen heilig ist er uns Gleichgesinnten: der Ferrari.

Zurzeit beschäftige ich mich mit der Frage, wohin sich der Luxusbegriff in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird. Lange stand er für Perfektion in der Herstellung und Manufakturarbeit, Qualität, Klassik und Exklusivität. Welche neuen Ausprägungen kommen hinzu? Betrachten wir die sensationell hohen Preise, die Sneakers von Adidas oder Nike im Aftermarket erzielen,

Herzlich, Beat Imwinkelried CEO

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FESTIVAL FERRARI Nº 3 / 2020

44 CHE CLASSICHE

6 THE SHAPES OF BEAUTY

50 FABIENNE & ANKE ON TOUR

16 LA GRANDE BELLEZZA

54 B.I. COLLECTION & FERRARI EVENTS 2020

24 FERRARI ROMA

60 CIAO CIAO FOITEK

28 FREDY LIENHARD 36 DUO INFERNALE PICHLER GSTAAD

62 AFTERSALES 64 OLD TIMES

40 HAUTE CULTURE

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CONTRIBUTORS

ANKE FISCHER Experience Manager

CHRISTOPHER GRIFFITH Fotograf

Anke Fischer ist Experience Manager bei B.I. Collection Zürich seit Sommer 2018. Sie konzipiert seit Jahren exklusive Events und Kommunikationsstrategien für verschiedene Wirtschaftsbranchen. Was bedeutet Luxus für sie? «Sinn- und stilvolle Erlebnisse mit Liebe zum Detail.»

Christopher Griffith ist ein gefeierter und preisgekrönter Fotograf aus NYC, der sowohl kritische als auch kommerzielle Erfolge für seinen klaren, minimalistischen Ansatz und seine intensive Grafik erzielt hat. Christopher hat die Bildstrecke zum Thema «Classiche» fotografiert. Seine Arbeiten wurden regelmässig in der «Pariser Vogue», «Glamour» und «L’Uomo Vogue» gezeigt, zusammen mit Kampagnen für Trussardi, Etro und Issey Miyake.

FABIENNE DANNER Marketing & Digital Manager

DARYL HEF TI Cinematographer

Fabienne Danner ist Marketing & Digital Manager bei B.I. Collection Zürich. Seit 2006 ist sie der Marke Ferrari treu und eine echte Ferrarista mit detailliertem Hintergrundwissen und Erfahrung. Luxus bedeutet für sie, Individualität zu leben. «Die Ferrari-Welt bietet für mich immer wieder diese faszinierende Inspiration und Uniqueness.»

Daryl Norman Hefti, geboren 1982 in Zürich, begann seine Karriere als DoP im Jahr 2002. Er erhielt sofort ein Praktikum beim Master of Arts in Kinematographie. Unter der Leitung von Michael Ballhaus spezialisierte er sich auf visuelles Geschichtenerzählen und Studioarbeit. Seitdem dreht er internationale Werbespots, Features, Musikvideos und Automobil Clips.

NINA TREML Journalistin Nina Treml ist freie Journalistin und Moderatorin mit dem Schwerpunkt Autos und pendelt zwischen Zürich und Wien. Einen Sportwagen zu fahren, ist für sie kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis. Über das schreiben zu dürfen, was sie am meisten liebt, sieht sie aber durchaus als Privileg.

CHARLES BLUNIER Creative Director Charles Blunier führt ein Designstudio in Zürich, das auf hochwertige Veredelungs-, Premium- und Luxusmarken spez­ialisiert ist. Die Konzeption und Gestaltung dieser neuen Ausgabe hat er mit seinem Team für B.I. Collection umgesetzt.

SVEN GERMANN Fotograf Der in der Schweiz und in Berlin lebende Fotograf Sven Germann hat sich auf Personen- und Porträtfotografie spezialisiert. Er ist international tätig und hat die neue Bildwelt für B.I. Collection fotografiert.

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CLASSIC FUSION FERRARI GT Gehäuse aus 3D Karbon. Manufakturwerk UNICO mit Chronographfunktion. Limitierte Auflage von 500 Exemplaren.

BOUTIQUE ZURICH Bahnhofstraße 44

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An der emotionalen Kraft misst sich der wahre Wert einer Marke. Ferrari steht für Italianità, Ästhetik, Eleganz und stilprägendes Design. B.I. Collection spürt diesen Charakteristiken nach und zeigt sie in einer greifbaren Intensität. Fotografie: Sven Germann

THE SHAPES OF BEAUTY 6


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LA GRANDE BELLEZZA

(Photo by Keystone / Hulton Archive / Getty Images)

Die 1950er und 60er Jahre verkörperten mit ihren Stars und Autos eine Epoche des Glamours und der Euphorie, die bis heute ihre ­Bewunderer findet. Durch nichts drückte man damals deutlicher aus, dass man es ­geschafft hatte, als mit einem chromglänzenden nagelneuen Ferrari. ­Formen, Farben und Features waren extravagant und zeugten von einer enthusiastischen Zukunftsorientierung wie auch Experimentierfreude.

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Belgisches Model und Schauspielerin Claudie Lange in Trastevere, Rom, Italien, am Filmset von ÂŤLove StoryÂť, 1. September 1969.

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Schauspielerin Sophia Loren zeigt ihren Schmuck im Oktober 1969 in Rom, Italien. (Photo by Keystone-France / Gamma-Rapho via Getty Images)

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(Photo by Getty Images, Bettmann / Contributor)

Frisch verliebt. Auto-Gigant Henry Ford II und seine Frau, Cristina Vettore Austin, besuchen die Spanische Treppe in Rom, Italien, 24. März 1965.

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(Photo by Archivio Cicconi / Getty Images)

Adriano Celentano am Herumalbern mit einer unbekannten Schönheit, Rom, Italien, 1967.

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(Photo by Elisabetta Catalano / Condé Nast via Getty Images) (Photo by Keystone-France / Gamma-Rapho via Getty Images)

Prinzessin Marina Wolkonsky posiert für die «Vogue» 1969, fotografiert auf einem unbekannten Balkon in Rom, Italien.


Eine gut gekleidete Touristin entspannt sich neben dem Trevi-Brunnen in Rom, Italien, 1969.

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Die moderne Repräsentation des unbeschwerten, vergnüglichen Lebensstils im Rom der 1950er und 60er Jahre: das neue «Dolce Vita».

ROMA CHE FA TE INNAMORA Text: Anke Fischer

PRIVATE PREVIEW Gerne laden wir Sie dazu ein, den Ferrari Roma bei uns zu erleben. Aufgrund der ausserordentlichen Lage werden neue Termine definiert. Wir informieren Sie so bald wie möglich.

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Fotos: Ferrari SPA

der Kategorie zu garantieren und gleichzeitig die stilistische Reinheit seines «Stammbaums» zu erhalten, wurden verschiedenste moderne Hightech-Lösungen entwickelt. Insbesondere ein in die Heckscheibe integrierter, mobiler Heckspoiler, der darauf abzielt, die Eleganz der Linien zu bewahren und dank der automatischen Öffnung bei hohen Geschwindigkeiten die nötige aerodynamische Last zu liefern. So ist der Ferrari Roma nicht nur eine echte italienische Stilikone, sondern gewährleistet dank seinem V8-Turbomotor auch erstklassige Leistungen. Schliesslich gehört er zu jener Motorenfamilie, die sich 4 Jahre hintereinander den Titel «Engine of the Year» gesichert hat.

Dank seinem unverwechselbaren Stil, einer perfekten Verschmelzung aus harmonischen Formen, zeitloser Eleganz und modernster Technologie, präsentiert der Ferrari Roma auf moderne Weise die typische Lebensweise der italienischen Hauptstadt in den 1950er und 60er Jahren: Als perfekte Verkörperung der Eleganz und Raffinesse dieser aussergewöhnlichen Zeit ist der Wagen der ideale Gefährte, um dem neuen «Dolce Vita» zu frönen – die unbeschwerte und luxuriöse Lebensfreude voller Genuss und italienischem Flair. «La Dolce Vita» heisst, einen Espresso im Café am Marktplatz trinken und dem Treiben zuschauen, mit Freunden gemeinsam ausgehen und warme Sommer­ nächte durchfeiern. Lassen Sie sich ein auf dieses süsse Leben und überzeugen Sie sich von der zeitlosen Eleganz des Ferrari Roma. Er zeichnet sich durch die absolute Synthese seiner Elemente aus, deren harmonische Proportionen auf die grosse Tradition der Ferrari Berlinettas mit Front-Mittelmotor verweisen. Um Leistungen an der Spitze


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Ferrari Roma: die Rückkehr der neuen «Dolce Vita».


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Ein Blick aufs bewegte Leben von Fredy Lienhard: erfolgreicher Unternehmer, passionierter Rennfahrer, Sammler und Gönner sowie auch Familienmensch. Text: Anke Fischer Fotografie: Sven Germann

AM STARTPUNKT WAR EINE SEIFENKISTE Henglin Chair Industry» verkauft. Neben seiner beruflichen Laufbahn nahm Fredy Lienhard aktiv am Rennsport teil. 1968 gründete er das Team «Lista Racing» und fuhr in den darauffolgenden Jahren Formel V, Formel 2 und andere Rennen. Die «Erlebniswelt Autobau» auf einem ehemaligen Industriegelände folgte 2007.

Wir besuchen Fredy Lienhard in seiner «Erlebniswelt Autobau» in Romanshorn und möchten uns mit ihm über seine Leidenschaft für Autos unterhalten – ohne Einschränkungen oder Vorgaben, sondern frei aus seinem Leben heraus erzählt. Und Geschichten erzählen kann Fredy gut: mit viel Herzblut, Charisma und Charme. Dabei hat er die besondere Gabe, den Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Es sind nicht nur seine erlebten und äusserst interessanten Geschichten, sondern auch seine in sich ruhende Persönlichkeit und Vertrautheit, die anziehend wirken. In seiner wertschätzenden Art betont er, dass er auf seinem Lebensweg immer die richtigen Menschen gefunden hat. Darum sind Fredys Erzählungen auch immer Geschichten von seinen bedeutenden Wegbegleitern.

DAS ERFOLGSREZEPT: FLEISS, KLUGHEIT UND GLÜCK Was nach einer abgedroschenen Glückskeks-Weisheit klingt, trifft den Nagel auf den Kopf. So sei es bei seinen unternehmerischen und sportlichen Erfahrungen jedenfalls immer gewesen, lautet Fredys Erklärung. Fleiss und Klugheit könne man zu einem grossen Teil steuern, aber im entscheidenden Moment Glück zu haben – so wie er es oftmals erleben durfte – sei einfach Zufall oder wie man auch sagen kann: Schicksal. Die Geschehnisse im Jahr 1995 zeugen beispielsweise davon: Fredy startete seine nordamerikanische Rennkarriere durch die Rennserie ISMA mit dem von Gianpiero Moretti initiierten Ferrari 333 SP. In einem ereignisreichen Rennen in Atlanta – ­damals fuhren noch mehrere Rennserien gleichzeitig und riskante Überholmanöver waren keine Seltenheit – kollidierte er mit einem Nissan, der aus der Spur herausgezogen

Fredy A. Lienhard wurde 1947 in Herisau geboren. Er über­ nahm im Alter von zweiundzwanzig Jahren die Führung und Verantwortung der «Lista AG» nach dem plötzlichen Tod des Vaters und baute die Firma zu einem internationalen Konzern für Betriebs-, Lager- und Büroeinrichtungen aus. 2006 verkaufte Fredy Lienhard 75 Prozent der «Lista B+L Europa und Amerika» und konzentrierte sich auf «Lista Office», damit das Unternehmen in Familienbesitz bleiben konnte. 2019 wurde die Firma an die «Zhejiang

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pen: Horag CanAm, Ferrari 333 SP, Dallara-Judd, Doran ­Daytona Prototype, Lola B40, Porsche RS Spyder. Fredy ist davon überzeugt, dass das regelmässige Training als Rennfahrer, die Herausforderungen der Rennsituationen, der eingeschworene Teamspirit und die Leidenschaft ihn auch immer persönlich und unternehmerisch weitergebracht haben. Diese Begeisterung möchte er auch bei den Jungen wecken, darum fördert er den Schweizer Rennsport.

hatte, um ein anderes Fahrzeug zu überholen. Fredy streifte die Stützmauer, kam von der Fahrbahn ab und blieb auf dem Seitengelände stehen. Die linke Seite des Ferrari 333 war stark beschädigt. Fredy selber war voller roter Erde und Staub, aber ansonsten unversehrt. Das Rennen wurde abgebrochen. Noch unter Schock und ohne sich vor Ort zu verabschieden, machte er sich auf den Weg zum Flughafen. Im Flugzeug-Shuttle sprachen die Flugpassagiere bereits über den schlimmen Unfall. Er flog von Atlanta nach Zürich und reiste mit der Bahn nach Hause. Damals gab es noch kein Handy, und alle Versuche, seine Frau von einem Münztelefon aus zu erreichen, scheiterten. Es war wie verhext. In der Zwischenzeit hatte seine Frau schon auf anderem Weg vom Unfall erfahren und glaubte, ihr Mann sei in einem amerikanischen Krankenhaus. Als Fredy dann an der Tür klingelte und vor ihr stand, glaubte sie ihren Augen nicht.

RÜCKZUGSORT LÖSCHSTATION Nach dem Rundgang lädt uns Fredy Lienhard in seine private Dependance in die alte Löschstation ein. Hier trifft er sich mit Freunden, der Familie oder auch prominenten Gästen. Der Ort strahlt eine enge Verbundenheit mit F ­ redy Lienhard aus – er ist intimer und noch persönlicher als die Ausstellungshalle. Bücher, Fotos und Andenken zieren den Raum. Fredy deutet auf das eine oder andere Objekt und erzählt kurze Anekdoten dazu – sie handeln meistens von Menschen, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet haben. Wir entdecken dabei auch Fotos vom Besuch des Toyota-Verwaltungsratspräsidenten, aus dem eine Freundschaft hervorgegangen ist. Bald folgt der Gegenbesuch von Fredy in Japan. In dieser ehemaligen Löschstation scheint es, als ob Raum und Zeit stehen geblieben sind. Wir erzählen uns Erlebnisse, trinken und essen in einer wohligen Gemütlichkeit. Fredys Sohn kommt hinzu und bringt seinem Vater den Schlüssel fürs erste Ausprobieren des neuesten Zuwachses in der Sammlung: einen über 7 Meter langen amerikanischen Cadillac. Beim Verabschieden sehen wir Fredy noch zu, wie er strahlend und voller Begeisterung bei warmem Sonnenschein in das gigantische Cabrio einsteigt. Das perfekte Abschlussbild: Fredy Lienhard mitten im glücklichen Rausch der Geschwindigkeit.

Das Glück im Unglück zeigte sich auch hinsichtlich seines äusserst beschädigten Fahrzeugs, denn Ferrari stellte alle erforderlichen Ersatzteile umgehend zur Verfügung. So konnte das Projekt weiterverfolgt werden. Techniker und das ganze Team arbeiteten Tag und Nacht während nur vier Wochen an der Wiederherstellung. Tatsächlich konnte das Team um Fredy so weiter an der Rennserie in Amerika teilnehmen. DIE RENNSTRECKE ALS LEBENSWEG Auf einem alten Industrieareal eröffnete Fredy 2009 die «Erlebniswelt Autobau». Sie zeigt die individuell zusammengestellte und dynamische Sammlung von über 100 Fahrzeugen. Mittlerweile kuratiert sein Sohn die Sammlung weiter, doch Fredy macht weiterhin gerne Führungen für Schulkassen und bewegt seine Fahrzeuge regelmässig auf internationalen Trackdays. Ein Rundgang durch die Ausstellung spiegelt Fredys Rennsport-Leidenschaft wider und lässt den Besucher Kult, Nostalgie und Motorsport hautnah erleben. Die Stationen aus Fredys Leben bilden den roten Faden – angefangen beim 10.-Geburtstag-Geschenk seines Vaters aus dem Jahr 1957: Die Räder für Fredys erste Seifenkiste legten den Grundstein für seine Karriere als Rennfahrer. Für einen anderen Lebensabschnitt steht der Rennwagen Horag HAS 3 Formel V aus dem Jahr 1968, den er gemeinsam mit Markus Hotz, Bruno Wettstein und Oscar Pfister baute und damit das «Lista Racing Team» begründete. Fredys erster Ferrari 333, den er von Piero Ferrari persönlich überreicht erhielt und mit dem er im Team mit Didier Theys, Mauro Baldi und Max Papis das 24-Stunden-­ Rennen von Daytona 2002 gewann, symbolisierte einen weiteren Meilenstein. Jedes einzelne Fahrzeug erzählt eine Geschichte von Fredys Motorsport-Rennen in den verschiedenen, über 40 Jahren, absolvierten Rennserien: Formeln V, Super V, F2, F3000, GT sowie dessen Sport-Prototy-

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Die Erfolgsgeschichte der Traditionsfirma Pichler – oder wie gut zwei ungleiche Brüder zusammenarbeiten.

DUO INFERNALE

Foto: Pierre Khim-Tit

Text: Fabienne Danner & Beat Imwinkelried

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geprägtes handwerkliches Geschick zurückzuführen gewesen seien. Beide lachen heute, wenn sie zugeben, dass sie eigentlich 30 Jahre lang im Clinch lagen.

Fällt der Name Pichler, dann leuchten die Augen von versierten Autoliebhabern. Die Traditionsfirma Pichler GFG AG in Feutersoey, in der Nähe von Gstaad, vertritt offiziell die Marken Mercedes-Benz, Porsche sowie Bugatti und ist für ihr exklusives Angebot weit bekannt. Wer vor Ort die ver­schiedenen, grosszügigen Ausstellungsräume betritt, kriegt einiges zu sehen: Da stehen Nachkriegs-Ikonen wie der Mercedes-Benz 300 SL Flügeltüren von 1955, der Inbegriff des Sportwagens – der Porsche 911 2.7 RS Leichtbau von 1973 – sowie drei der schönsten Ferrari-Modelle aus den 1960er Jahren: der 250 GT SWB (1961), der 250 GT Lusso (1964) und der 275 GTB/2 (1966). Aber auch neuere Modelle wie der brandneue Porsche 911 (991) Speedster, der Ferrari 812 Superfast sowie der Überflieger-Sportwagen, der Bugatti Chiron mit 1'500 PS, sind zu bestaunen.

PICHLER CARS Aus der Tätigkeit der beiden Brüder entstand im Jahr 1986 vorerst die Firma Pichler Cars: eine Doppelgarage in Feutersoey mit einem Fahrzeuglift. Dort reparierte und restaurierte Othmar die schönsten und schnellsten Fahrzeuge der Zeitgeschichte. Dazu gehörten zwei Ferrari 250 GTO (mit Jahrgang 1962 & 1964), der wunderbare Ferrari 330 P aus dem Jahr 1964 und der Ferrari 312 PB von 1972. Für letzteren reiste Othmar damals sogar nach Modena, um gemeinsam mit Spezialisten aus dem Werk Restaurationsarbeiten auszuführen. Der getätigte Aufwand war gerechtfertigt, schliesslich handelte es sich um das Fahrzeug, das in Daytona/ Brands Hatch/Spa/Zeltweg/Monza und am Nürburgring gewonnen hatte. Die Sportwagen-Meisterschaft wurde damals, in den Jahren 1972/1973, von Ferrari und den Fahrern Ickx/Andretti/Regazzoni und Redman dominiert. Zu Pichler Cars Kunden zählte schon bald auch der bekannte Unternehmer und spätere Besitzer des Hotels «Le Grand Bellevue», Thomas Straumann. Er gab den Brüdern seine Porsche-Sammlung in die Hände. Durch den kontinuierlichen Anstieg von weiteren betreuten Fahrzeugen von nationalen und internationalen Kunden erfolgte dann eine Erweiterung der Räumlichkeiten, und zusätzliche Mitarbeiter wurden eingestellt. Die Pichlers schlüpften zudem in die Pionierrolle, indem sie als eine der ersten Garagen mit dem Storage von Fahrzeugen starteten.

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs restaurieren in den modern ausgerüsteten Werkstätten erfahrene Klassikspezialisten einen Ferrari 275 GTB. Daneben steht ein Porsche 356 und wartet auf seine Inspektion. In der Sitzecke, die etwas von einer Bibliothek und einer Gentlemen’s-Club-Zigarrenlounge hat, treffen wir auf die Brüder Erich und Othmar Pichler. Zusammen haben sie das Unternehmen in den 1980er Jahren gegründet und zum heutigen Erfolg geführt. DER «ZAHLENBIEGER» Nach eigenen Aussagen entdeckte Erich Pichler als Jugendlicher seine Vorliebe für Zahlen und füllte bereits mit 13 Jahren die Steuererklärung seiner Eltern aus. Othmar Pichler hingegen interessierte sich weder fürs kleine noch fürs grosse Einmaleins. Er schaute lieber Autos an. Als ­Jugendlicher absolvierte er dann passenderweise eine Ausbildung zum Karosseriespengler.

VON PICASSO BIS ZUM OLYMP Im Jahr 1996 übernahmen die Pichlers die Vertretung der zu einem Konzern gehörenden Marken Chrysler Jeep und wagten damit den Schritt in die moderne Autowelt. Der riesige Merger zwischen Daimler und Chrysler zum Gigan­ten DaimlerChrysler erwies sich dann als Glücksfall. Für den Konzern war der Grössenwahn des damaligen Daimler CEO Jürgen Schrempp zwar ein Flopp, aber für die beiden Brüder ein Segen, denn sie wurden dadurch im Handumdrehen offizieller Mercedes-Benz-Händler. Zeitgleich eröffneten die Brüder zu Beginn des Jahres 2000 das erste grosszügige, moderne Autohaus im Berner Oberland. Hierzu wurde ein damals einzigartiger, futuristischer ­Metallbau erstellt. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die Unterstützung von fünf Kunden, zu welchen ein freundschaftliches Verhältnis bestand. Noch heute sind Othmar und Erich allen Investoren der ersten Stunde dankbar – nicht zuletzt auch Claude Picasso, dem Sohn des Malers Pablo Picasso.

Die beiden Brüder verbrachten viel Zeit im Restaurant Rössli in Feutersoey – schliesslich arbeitet dort ihre Mutter als Serviceangestellte. Othmar Pichler erinnert sich noch heute gerne an den Moment, als er im Rössli per Zufall auf den bekannten Autosammler Albert Obrist traf. Er fasste all seinen Mut zusammen und fragte ihn, ob er einmal seine imposante Autosammlung bestaunen dürfe. Es blieb dann aber nicht nur bei der Besichtigung. Othmar Pichler wurde mit der Pflege und dem technischen Unterhalt sämtlicher Fahrzeuge betraut. Kurze Zeit später übernahm sein Bruder Erich sämtliche kaufmännischen Tätigkeiten für die Fahrzeugsammlung. «Mein Stundenansatz war schon damals höher als der von Othmar», erzählt Erich mit einem schelmischen Lachen. Othmar entgegnet sogleich, dass die ersten gestellten Kundenrechnungen alleine auf sein aus-

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Nach 4 Jahren hartnäckiger Verhandlungen folgten im Jahr 2005 der Porsche-Servicevertrag und einige Jahre darauf der Bentley-Servicevertrag. Im Jahr 2009, als Krönung sozusagen, folgte schliesslich die Vertretung der prestigeträchtigen Automarke Bugatti. Damit waren Erich und Othmar definitiv im Olymp des Autohandels angekommen. NÄCHTLICHE KAUFVERHANDLUNGEN Während unserem Besuch streunen wir eher durch eine Galerie als durch ein Autohaus. Die Wände sind behangen mit Erinnerungsstücken und Zeitzeugnissen aus 30 Jahren Automobilgeschichte. Gerne würden wir mehr über die namhaften Kunden erfahren, aber Erich und Othmar sind verschwiegen. Nach längerem Nachhaken gelingt es uns doch, ihnen wenigstens eine kurze Anekdote zu entlocken: Ein Kunde war Sonntagabend auf dem Nachhauseweg nach Gstaad, nachdem er seine Tochter in ein internationales Internat nach Villars gebracht hatte. Er machte Halt, um im beleuchteten Schaufenster der Pichlers einen wunderbaren ­Ferrari 250 GT Lusso zu betrachten. Der Mann stieg aus, liess den Motor laufen und den Schlüssel stecken. Dummerweise schlug er aber die Fahrertür zu und so stand er nach dem Bestaunen des wunderbaren Fahrzeugs vor seinem laufenden und verschlossenen Jeep Grand Cherokee V8. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als Erich Pichler anzurufen und um Hilfe zu bitten. Dieser erklärte spasseshalber, dass er sich zu dieser späten Stunde nur für ernsthafte Kaufverhandlungen zur Garage begebe. Zu Erichs Erstaunen hielt aber der Anrufer tatsächlich sein Wort und kaufte den Ferrari 250 GT Lusso. Das Fahrzeug befindet sich noch heute im Eigentum des nächtlichen Käufers.

die internationalen Beziehungen sind unverwechselbare Merkmale der Pichler GFG AG. Der Erfolg der Brüder Pichler liegt aber auch in deren Warmherzigkeit und Natürlichkeit begründet, welche aus Kundenbeziehungen langjährige Freundschaften entstehen liessen. Das Fundament dafür bilden die sich ergänzenden, unterschiedlichen Fähig­­keiten der beiden und natürlich auch der familiäre Zusammenhalt – in guten wie auch in harten Zeiten. Erich und Othmar Pichler haben sich entschieden, frühzeitig die Nachfolge zu regeln und die Zukunft ihrer Firma mitzugestalten. Beat Imwinkelried hat mit seiner Firmengruppe die Pichler GFG AG in Feutersoey bei Gstaad rückwirkend auf den 1. Januar 2020 übernommen. Er möchte die Pichler GFG AG im gleichen Stil und mit der gleichen strategischen Ausrichtung wei­terführen – insbesondere in Bezug auf die bisherigen Marken Bugatti, Mercedes-Benz und Porsche sowie das Service-Angebot im Klassikbereich und in der Lagerung von Fahrzeugen.

IM GEGENSÄTZLICHEN LIEGT VIEL ANTRIEBSKRAFT Die tiefen technischen Fahrzeugkenntnisse, die entsprechenden Dienstleistungen, die langjährige Erfahrung und

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Frank Bodin, international preisgekrönter Werber und Gründer von bodin.consulting, im Interview zum Thema Luxus: Visionen, Thesen und persönliche Anekdoten – nicht zuletzt natürlich auch in Bezug aufs Automobil.

HAUTE CULTURE die Gesellschaft sich nicht weiterentwickeln. Daher sehe ich keinen Widerspruch im Streben nach diesem ‹wahren› Luxus, denn die menschliche Entwicklung ist nur möglich durch Innovation – auch in der Klimadiskussion. Um technologische Hürden zu meistern, muss jedes Unternehmen seine Entwicklung vorantreiben, und die Basis ist auch hierfür die Leidenschaft. So steht bei jedem einzelnen FerrariModell, das auf den Markt kommt, neben der Performance und dem Design immer die Innovation im Vordergrund – ein Werteversprechen voller Kontinuität und Zukunftsmission.

BEAT IMWINKELRIED (B.I.): WAS BEDEUTET LUXUS – IM ALLGEMEINEN UND IN DER ZEIT DER KLIMADEBATTE? Frank Bodin (F.B.): Luxus ist immer von seiner Zeit abhängig und steht im engen Kontext mit der gesellschaftlichen Entwicklung. So war Luxus im Mittelalter ausschliesslich den Machthabern vorbehalten. Mit der Französischen Revolution ist dann die breite Bevölkerung nicht nur zu Einfluss gekommen, sondern auch zu Geld. So entstand die Luxusgüterbranche, wie wir sie heute kennen. Im Zeitalter der Industrialisierung wuchs diese Branche weiter und es entwickelte sich die Maxime, dass der Tüchtige sich Luxus leisten kann. Für Fabrikanten und Unternehmer wurde Luxus zu einem Ausdruck ihres Fleisses und Erfolgs. Heute erhält Luxus neue Bedeutungszuschreibungen im Kontext von zwei grossen Megatrends: globale Digitalisierung sowie Zukunfts- und Klimadebatten.

B.I.: WARUM HAT DER MENSCH EIN BEDÜRFNIS, SICH MIT LUXUSPRODUKTEN ZU SCHMÜCKEN? F.B.: Es gibt sicherlich sehr viele und unterschiedliche Phänomene, die die heutige Gesellschaft antreiben. Besonders stark wird der Individualisierungstrend durch die Digitalisierung geprägt. Früher wurden Luxusprodukte für eine gutverdienende Zielgruppe in Form eines hochwertigen, aber einheitlichen Standards hergestellt. Heute möchte sich jeder Mensch individuell wahrnehmen und die Einzigartigkeit seines Wesens ausdrücken. Aussergewöhnliche Güter entsprechen natürlich diesem Bedürfnis und Lebensgefühl. Wenn ich ein aussergewöhnliches personalisiertes Fahrzeug machen lassen kann, ist das auch ein einzigartiger Ausdruck von mir selbst.

B.I.: WAS SIND DIE PERSPEKTIVEN FÜR LUXUSSPORTWAGENHÄNDLER? WIE SCHÄTZT DU DIE WEITERENTWICKLUNG EIN? F.B.: Auch hier sehe ich zwei Richtungen: Beim ‹einfachen› Luxus wird das Label nach aussen getragen, um zu zeigen, was man hat, und um seine Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. Wohingegen der ‹hoch-qualitative› Luxus aus dem Bedürfnis entspringt, sich mit etwas Aussergewöhnlichem auseinanderzusetzen. Dieser entwickelt sich aus einer Leidenschaft heraus und hat seinen Ursprung in der Fähig­keit, etwas geniessen zu können. Diese Form des Luxus nenne ich ‹Haute Culture›, und ohne diese Hochkultur würde

B.I.: GIBT ES FÜR DICH WEITERE BEREICHE FÜR DAS AUSLEBEN DIESER INDIVIDUALISIERUNG? F.B.: Ja, ich denke dabei an das Kunstsammeln. Wenn ich ein Original eines Künstlers erwerbe, hänge ich mir im

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und wir versuchen darum, Kontrapunkte zu schaffen, die sich dieser Rationalität entziehen. Das macht uns genauso aus und sehr lebendig.

rationalen Sinne auch nicht den Kaufpreis an die Wand, sondern drücke meine Leidenschaft aus und reflektiere mich in diesem Kunstwerk. Die Motivation dahinter kann unterschiedlich sein, doch ausgehend von unserem Urinstinkt, dass wir Menschen vergänglich sind, sind Luxusgüter etwas Besonderes. Sie gewährleisten Qualität und drücken Individualität aus, die man an die nächste Generation weitergeben kann. So schafft man Erinnerungen und kann sich selber ein bisschen unsterblich machen.

B.I.: WO SIND DIE PARALLELEN ZWISCHEN DER KUNSTWELT UND UNSERER FERRARI-WELT? F.B.: Der Fortschritt unserer Gesellschaft, unserer Kultur ist nur mit Kreativität möglich. Wir wollen neue Gefühle entdecken. Darin spiegelt sich Sehnsucht – wie beim Kauf eines Kunstwerks oder auch eines Ferraris. Denn auch hier ist es die Marke, die herausragende Eigenschaften besitzt und unsere Persönlichkeit reflektiert. Diese Marke hat eine innere Überzeugung und Passion, die unser Lebensgefühl widerspiegelt. Wie in eurem B.I. Collection Movie, in welchem du, Beat, darüber sprichst, dass Sammeln ‹strukturiert unvernünftig sein› bedeutet. Der Film trifft die Parallelen zwischen der Kunst- und Ferrari-Leidenschaft perfekt und drückt sich in diesem kurzen Statement ­‹Ferrari ist heilig› prägnant aus.

B.I.: GEHT ES UM DEN ÄSTHETISCHEN ASPEKT ODER UM DIE MESSAGE ‹ICH HABE GELD, ICH KANN MIR DAS LEISTEN› – AUCH IN BEZUG AUF DIE STEIGERUNG DER EIGENEN ATTRAKTIVITÄT? F.B.: Das Paarungsverhalten ist ein anderes, auch ganz wichtiges authentisches Verhalten, das in der Natur des Menschen liegt. Wenn ich meinen Stil, mein Niveau zum Ausdruck bringen kann – sei es durch Kunst oder schöne Fahrzeuge – dann ist dies auch ein weiterer Mosaikstein, den meine Partnerin oder mein Partner in mir sieht. Alles eine Form von zwischenmenschlicher Kommunikation.

B.I.: WAS BEDEUTET LUXUS FÜR DICH? F.B.: Luxus ist für mich das Ausleben von Leidenschaften. Ich persönlich sammle in meinem Rahmen und mit meinen Möglichkeiten gerne Kunst. Ebenfalls zähle ich mein Boot auf dem Zürichsee zu meinem Luxus – nicht das Boot per se, sondern die Gelegenheit, innerhalb von wenigen Minuten raus aus meiner Berufswelt in die Natur abzutauchen und somit in die Ruhe. Für mich ist es eine Form von Luxus, Zeit zu haben, respektive sich Zeit zu nehmen für Familie und Freunde. Kurz: Luxus ist für mich Genussfähigkeit.

B.I.: WOHER KOMMT EIGENTLICH DIE FASZINATION DES KUNSTSAMMELNS? F.B.: Für mich liegt der Sinn der Kunst in ihrer vermeintlichen Sinnlosigkeit. In unserer Welt werden ja immer mehr Aspekte berechenbar durch Datenerfassung, Digitalisierung und Tracking. Und als Manager hat man ausschliesslich mit rationalen Entscheidungen zu tun. Aber Rationalität ist nur der kleinere Teil unseres Lebens. Das spüren wir

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«Der Film trifft die Parallelen zwischen der Kunst- und Ferrari-Leidenschaft perfekt und drückt sich in diesem kurzen Statement ‹Ferrari ist heilig› prägnant aus.»

B.I.: WIE HAST DU LUXUS FÜR DICH ENTDECKT? F.B.: Mein grösster Luxus sind eigentlich langgereifte Kinderträume. Ich war schlecht im Zeichnen und quasi traumatisiert von meinen Erfahrungen während der Kindergartenzeit. Mein Onkel schenkte mir zum 8. Geburtstag ein Buch für Kinder von Paul Klee. So entdeckte ich Paul Klee für mich, indem ich versuchte, die Zeichnungen in seinem Stil zu imitieren – mit der Möglichkeit, eine Symbolik in die Bildsprache zu integrieren. Das war der Moment, in welchem der Künstler mir die Augen öffnete. Und dies war auch der Beginn meiner Leidenschaft für bildende Kunst. Ich hatte daher den Wunsch, einmal einen Paul Klee zu besitzen. Schliesslich entdeckte ich zufällig in einer Galerie ein Werk von ihm, in das ich mich sofort verliebte und welches ich mir auch leisten konnte. So erfüllte ich mir innerhalb von 5 Minuten während einer Mittagspause meinen Kindheitstraum – was für mich absoluter Luxus ist. B.I.: HAST DU EINE ‹AUTOMOBILE› LUXUS-PASSION? F.B.: Für meinen ersten Porsche habe ich quasi alles stehen und liegen gelassen: Ich habe damals mein Lieblings-Vintage-­ Modell im Internet gesehen und redete mich beim Lunch aus Kaffee und Dessert heraus, um direkt zum Händler zu gehen. Das Auto habe ich noch über den Mittag ausprobiert und anschliessend gleich mitgenommen. Bis heute fahre ich leidenschaftlich gerne Porsche.

Fotos: Sven Germann

B.I.: WAS IST DEIN GRÖSSTER LUXUS IM LEBEN? F.B.: Den schönsten Luxus habe ich mir während meiner Zeit als Werksstudent geleistet. Damals stellte mir ein Mäzen einen Konzertflügel zur Verfügung. Irgendwann wollte er den Flügel aber wieder zurückhaben, weshalb ich gezwungen war, mir meinen eigenen Konzertflügel anzuschaffen. Als mittelloser Student war dieser Kauf ein unglaublicher Luxus. Ein Luxus, den ich bis heute geniesse – den Konzertflügel bezeichne ich darum auch gerne als meine ‹treueste Geliebte›.

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GUARDA CHE CLASSICHE!

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«Classic Cars» haben ihre ganz eigene Anziehungskraft: Neben der beeindruckenden Handwerkskunst und dem Retro-Design bringen sie auch die Bedeutsamkeit und den Glanz vergangener Zeiten mit sich. Kein Wunder, wird mancher Besitzer zum Sammler. Text: Anke Fischer Foto: Sven Germann

Der Ferrari 365 GTB «Daytona» aus den 1960ern, der Ferrari 512 BB aus den 70ern oder der Porsche 928 aus den 80ern – jedes Jahrzehnt hat charakteristische und einmalige Fahrzeuge hervorgebracht. Sie alle erzählen Geschichten und vermitteln Emotionen. Wer sich hinters Steuer selbiger setzt, reist durch die Zeit und fügt die historischen Attribute des Fahrzeugs als neue Facetten seiner eigenen Persönlichkeit hinzu. Damit sind «Classic Cars» noch viel stärker Ausdruck unseres Selbst als moderne Autos: Ihre Bedeutungszuschreibungen symbolisieren, wer wir sind – respektive wer wir sein wollen – und wie wir denken. EIN PUZZLESPIEL Die Restaurationsarbeiten eines «Classic Car» sind anspruchsvoll und nicht selten auch eine besonders knifflige Aufgabe. Ein Beispiel dafür ist die bei B.I. Collection in Auftrag gegebene Restauration eines Ferrari 330 GT 2+2 aus dem Jahre 1964 – das Fahrzeug bereits zerlegt in seine Einzelteile. Alle bisherigen Versuche anderer Spezialisten, die in Norddeutschland angefangene Restauration fortzuführen und abzuschliessen, scheiterten. Nun kümmert sich unser ClassicheLeiter Peter Furer um den Ferrari. Die sorgfältige und detaillierte Planung sowie die Koordination der Arbeiten nach der Bestandsaufnahme sind das A und O dieser Herausforderung. Dabei ist es besonders wichtig, die Arbeitsschritte passend zu terminieren: Die Einzelteile müssen detailliert ge-

prüft und falls nötig vorausschauend ersetzt werden, denn das Finden und Beschaffen von Originalteilen nimmt viel Zeit in Anspruch. Zudem müssen einzelne Komponenten und defekte Materialien teilweise an externe Spezialisten zur Wiederherstellung gegeben werden. Alle Einzelteile – egal, ob bestehend, repariert oder ersetzt – müssen vor dem Zusammenbau erneut auf Qualität und Originaltreue geprüft werden. Abschliessend folgt das Zusammenfügen der Puzzleteile – in akribisch genauer Reihenfolge, wie Peter Furer erklärt. Die besagte Ferrari-Restauration findet voraussichtlich im Mai 2021 und mit der Ausstellung der «Ferrari Classiche»-Zertifizierung ihren Abschluss. Diese bestätigt dann offiziell, dass alle Fahrzeugteile den originalen Spezifikationen entsprechen: Fahrgestell, Motor, Schaltgetriebe und Getriebe, Federung, Bremsen, Räder, Karosserie sowie auch Innenausstattung. Um dies zu gewährleisten, greift B.I. Collection auf das OriginalArchiv von Ferrari zurück, in welchem die jeweiligen technischen Aufzeichnungen aller seit 1947 produzierten Autos aufbewahrt sind. DER SAMMLER Die Freude an «Classic Cars» wird gerne zu einer Sammel-Leidenschaft: Das systematische Zusammentragen von historischen Fahrzeugen ist ein äusserst spannender und inspirierender Prozess. Er beinhaltet das Entdecken, Erwerben sowie Bewahren einzigartiger Objekte und erfordert ein

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Gespür für Qualität und nicht zuletzt auch ausdauernde Beharrlichkeit. Kapitaleinsatz, Prestigedenken und Vermögensbildung sind dabei zweitrangig. Aber Fachkenntnis und die Fähigkeit, das konkrete Objekt richtig einschätzen zu können, sind wichtige Voraussetzungen beim Aufbau einer Sammlung. So bedingt beispielsweise die Bewertung eines historischen Fahrzeugs profunde Kenntnisse darüber – insbesondere über die Echtheit und den originalgetreuen Zustand. Trotz, aber auch genau wegen der hohen Nachfrage nach seltenen, nicht reproduzierbaren und nicht verfügbaren Modellen, ist der Nachweis über die Authentizität eines Fahrzeugs neben weiteren wertbildenden Kriterien wie Erhaltungszustand, Seltenheit und Provenienz essentiell. Historiker, Experten und Restauratoren widmen sich der wissenschaftlichen Erforschung von solchen Fahrzeugen, wobei sie meist auf ein weitverzweigtes Netzwerk aus Kollegen sowie auch branchenfremden Fachleuten zurückgreifen. Die daraus folgende Expertise ist eine gute Entscheidungshilfe für den Erhalt oder die Steigerung der Qualität einer Sammlung. Zudem braucht es ab einem gewissen Zeitpunkt auch eine klare Strategie, damit die erworbenen Werke eine Sammlung und kein Sammelsurium bilden. Schliesslich ist das Sammeln von Fahrzeugen vergleichbar mit jener von Kunst: Fast alle bedeutenden Kunstsammler hatten oder haben professionelle Berater zur Seite.


ÂŤIch bin nie wirklich auf Reisen gegangen, habe nie Urlaub gemacht. Die besten Ferien verbrachte ich immer mit meinen Workshops. Dann, wenn im Grunde jeder andere im Urlaub ist.Âť

Enzo Ferrari in seiner Werkstatt, Modena, Italien, 1960.

Enzo Ferrari

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«Das braucht Zeit und Erfahrung, um die Liebe zum Detail eines solchen Klassikers gebührend umzusetzen.»

tiert, und Sie erhalten regelmässig professionelle Dokumentationen sowie Video-Sequenzen. Gleichzeitig ist es für uns auch ein absolutes «Muss», Ihr Kostendach einzuhalten. Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick, welche Dienstleistungen der Classic Cars & Collectors Service enthält:

B.I. COLLECTION: CLASSIC CARS & COLLECTORS SERVICE Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Fahrzeugliebhaber denken, Experten seien nur schwer zugänglich. Dem wollen wir gerne entgegentreten und unseren Classic Cars & Collectors Service als zusätzliche Dienstleistung im Bereich Fahrzeugsammlung sowie auch als Plattform für Gleichgesinnte anbieten – für Connaisseurs genauso wie auch für Einsteiger.

Expertise – Versicherungsabklärungen – Steuerliche Abklärungen

Sammlungs-Aufbau, -Ergänzung, -Straffung sowie Schätzung, Vermittlung, Verkauf und Nachlassverwaltung: Wir begleiten Sie gerne bei der massgeschneiderten Handhabung Ihrer Fahrzeugsammlung und stehen Ihnen für Abklärungen jeder Art – auch für spezielle Anliegen und anspruchsvolle Aufgaben – zur Verfügung. Bei unseren Classic Services sind Sie als Kunde von Anfang bis Ende in das Projekt involviert: Sie werden über alle Arbeitsschritte an Ihrem Fahrzeug transparent informiert, Probleme und Lösungsansätze werden vor Ort in der Werkstatt disku-

Pflege – Inventur – Echtheitszertifikation (z.B. «Ferrari Classiche»-Zertifizierung) Nachlassregelung Handel Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme. Gerne dürfen Sie sich per E-Mail an Pascal Juillerat wenden: p.juillerat@ferrari-zurich.ch

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Fotos: Daryl Hefti / Christiopher Griffith / Sergio Del Grande / Mondadori via Getty Images)

Peter Furer


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Fabienne und Anke on Tour: In dieser Artikelserie spüren wir belebenden Geschichten rund ums Thema Genuss und Lifestyle nach. Diesmal entdecken wir vibrierendes Bar-Ambiente und mixen uns einen italienischen Klassiker – mit einem kräftigen Gutsch Zürich.

DUE NEGRONI PER NOI Text: Anke Fischer

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her wie auch Nachteulen ganz nach ihrem Gusto verwöhnen lassen und sich jederzeit feinste Speisen und Snacks bestellen. Ab 18 Uhr sorgt dann jeweils ein DJ für zusätzlichen Genuss zum Hören – passend zu einem stimmungsvollen Ausklang des Tages oder auch für eine erlebnisreiche Nacht. Uns gefällt’s sehr gut und wir sind sicher: Diese Neuentdeckung mausert sich schon bald vom Geheimtipp zum Hot-Spot.

Der brandneue und elegante Ferrari Roma, der mit seinem «La nuova dolce vita»-Spirit verzaubert, lässt uns vom süssen Leben Italiens der 1950er/60er Jahren träumen – von glamourösen Filmstars à la Sophia Loren und Marcello Mastroianni, die diese unbeschreiblichen, unbeschwerten Momente lauer Sommernächte zelebrierten. Eine ebensolche wollen wir uns heraufbeschwören – auch wenn gerade erst der Frühling beginnt. Wir begeben uns auf Entdeckungsfahrt ins «La Réserve Eden au Lac Zurich» und treffen dort das Zürcher Label Turicum Gin zum NegroniWorkshop.

ZÜRCHER WURZELN Beschwingt vom gut kuratierten Set des DJs widmen wir uns einem Italiener: Unter der Anleitung von Oscar Martin, Mitgründer des 2015 lancierten Zürcher Gin Labels Turicum Gin, mixen wir den italienischen Kult-Drink Negroni. Er erklärt uns, dass der Turicum Gin ein Stück Zürcher Geschichte verkörpert. Neben blauem Wacholder und Koriandersamen enthält der Turicum Gin auch Lindenblüten aus dem Lindenhof – dem Zentrum der römischen Siedlung Turicum, aus der schliesslich Zürich hervorging. Hinzu kommen unter anderem handgepflückte Tannenspitzen aus den Zürcher Wäldern sowie Hagebutten aus dem eigenen Garten und eine geheime Zutat, welche für den besonderen Geschmack sorgt. Gebrannt wird der Turicum Gin im Herzen von Zürich. Unser selbst­gemachter Negroni ist darum italienischer Klassiker und Secondo in einem. Und schmecken tut er wunderbar.

GESCHICHTE MIT EINEM NEUEN TWIST Das «La Réserve Eden au Lac Zurich» ist ein stolzes Gebäude. Gelassen und solide steht es seit mehr als hundert Jahren am Ufer des Zürichsees. Aber dies nicht unverändert: Philippe Starck, gefeierter Designer und Architekt, hat dem Hotel im historischen Gemäuer eine künstlerischrebellische Note verliehen. Durch ihn wurde das frühere Hotel Eden au Lac konzeptuell zerlegt, um es dann als La Réserve Eden au Lac Zurich wieder neu zusammenzusetzen. So verschmelzen Gebäude, Standort, Geschichte und Gegenwart zu einem harmonischen Ganzen. Neu ist auch das Konzept der Eden Kitchen & Bar: Dank dem Service fast rund um die Uhr können sich Frühaufste-

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«La Réserve Eden au Lac Zurich is like a timeless cocktail composed of classicism, modernity, intelligence and creativity.» Philippe Starck

TURICUM NEGRONI 3 cl Turicum London Dry Gin 3 cl Vermouth de Gents 2 cl Gran Classico Bitter Garnish: Dried orange slice Method: Stir with ice Glass: Tumbler

WEITERE INFORMATION: turicum-distillery.com lareserve-zurich.com

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B.I. COLLECTION LONGDRINK 4 cl Turicum Wood Barreled Gin Fill up Gents Ginger Ale Garnish: Orange zest Method: Build in glass Glass: Highball

Fotos: Armin Grässel

UNSERE EIGENKREATION «Ein Drink ist nur so gut wie seine ­Geschichte, und darum braucht es einen einfühlsamen Barkeeper, der diese zum Leben erweckt», meint Oscar Martin. Beispielsweise müsse die Garnitur des Drinks immer einen direkten Bezug mit den Inhaltsstoffen haben, damit alle Sinne angesprochen werden. Seine Leidenschaft hat er letztes Jahr mit seinen Partnern weiter ausgebaut und nach mehreren erfolgreichen Pop-up Bars und Experience-Konzepten die Turicum Destillerie eröffnet. In dieser fliesst Gin und Vodka direkt aus den Zapfhähnen und eine gemütliche Lounge lädt zum Verweilen ein. Zudem ist die Destillerie auch Veranstaltungsort für die verschiedenen Workshops, die Turicum Gin anbietet: Die Teilnehmer lernen die Vielzahl an Botanicals sowie die Herstellung von Gin kennen und mischen ihr eigenes Gin-Rezept. Wir durften an unserem Workshop, welchen wir im «La Réserve Eden au Lac Zurich» besuchten, zudem ein eigenes Getränk kreieren: den B.I. Collection Longdrink. Dieser wird mit dem Turicum Wood Barreled Gin, der für mehrere Wochen mit einer Auswahl von Zedern-, Sandelund Eichenholz gelagert und dadurch bernsteinfarben wird sowie Noten von Vanille und Kakao erhält, gemixt. Perfekt für laue Sommernächte.


DIE INTELLIGENTE ALTERNATIVE FÜR FERRARIS VON GESTERN, HEUTE UND MORGEN Making the Most of your Money Ferrari vereint auch bei Finanzdienstleistungen hohe Performance mit innovativen Lösungen. Die Ferrari Financial Services GmbH bietet individuelle, speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Produkte. Transparent, flexibel und abgestimmt auf die aktuelle Ferrari Fahrzeugpalette. Ergänzend zu unseren massgeschneiderten Produkten für Ferrari Neufahrzeuge sind wir exklusiver Ansprechpartner für Ferrari Classic Cars, Ferrari Race Cars und Ferrari pre-owned Fahrzeuge. Dies gilt sowohl beim Erwerb eines Fahrzeuges als auch zur Liquiditätsschaffung aus einer bereits bestehenden Fahrzeugsammlung. Kontaktieren Sie unser Team noch heute, um sich von einem unserer Ansprechpartner persönlich beraten zu lassen. Leasing/Finanzierung Philippe Zuccarella Field Manager philippe.zuccarella@ferrari.com Mobil +41 (0) 78 705 48 60

Leasing/Finanzierung Uwe Haiges Sales Manager uwe.haiges@ferrari.com Mobil +49 (0) 172 636 14 88

Ferrari Financial Services GmbH Wolfratshauser Str. 42 D-82049 Pullach i. Isartal Tel: +49.89.978960-600 Fax: +49.89.978960-609 53


FERRARI TEAM NEWS PETER FURER Classiche Diverse langjährige und wertvolle Stationen bei British Leyland (Land-, Range-, Rover und Jaguar), Stuag Tiefbau, BMW und Aston Martin gaben Peter Furer die Expertise für eine anschliessende 25-jährige Selbständigkeit mit Fokus auf Aston Martin, Ferrari, Lamborghini, Maserati, Lancia und Rennwagen aus den 1960er Jahren. Seine unzähligen Arbeiten unter sorgfältiger Berücksichtigung der Hersteller-Innovationen und Motorkonstruktionen sind zu seinem grossen Erfahrungsschatz herangewachsen. Wir freuen uns, Peter Furer als Classiche-Spezialisten bei B.I. Collection mit an Bord zu haben.

EVELYNE BINGERT Evelyne Bingert ist ursprünglich gelernte Arzthelferin und hat aber auch in vielen anderen Berufsbereichen Erfahrungen gesammelt: beispielsweise als Sekretärin in einem Architekturbüro und als Immobilienbewirtschafterin. Ähnlich viel Abwechslung erfährt sie schon seit 10 Jahren in diversen Positionen bei der AIL Holding AG: als Assistentin von Beat Imwinkelried, als Kommunikationsschnittstelle zwischen der Tochtergesellschaft Grosspeter AG und der FC Basel AG und als unschätzbarer Joker für zahlreiche weitere Aufgabenbereiche bei anderen Tochtergesellschaften der Holding. Seit September 2019 unterstützt sie nun auch den Empfang bei B.I. Collection für Ferrari Zürich.

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Fotos: Sven Germann

Empfang


ANTONIO BANDELLO Disposition Antonio Bandello startete seine Karriere als Automecha­ niker, sammelte dann Erfahrung im Aussendienst einer Versicherung und im Valoren-Bereich eines internationa­len Speditions- und Logistikkonzerns. Daraufhin arbeitet er ganze 18 Jahre bei einer Spedition am Flughafen und übernahm dort die operativen Führungsaufgaben im Bereich Uhren und Schmuck: Zoll-Disposition, ­Zusammenarbeit mit der Edelmetall-Kontrolle und die Organisation des internationalen Transportwesens gehörten zu seinem Aufgabenbereich. Anschliessend zog es Antonio Bandello wieder näher zu seinen Wurzeln – in die Automobilbranche. 8 Jahre leistete er in der Disposition bei Motor Village wertvolle Arbeit bei der Eingabe und Kontrolle von Neuwagenbestellungen und sämtliche anhängenden Verantwortlichkeiten, wie Fakturierung, Leasingabwicklungen, Prämienvergütung und Planung der termingerechten Bereitstellung der Fahrzeuge. Nun dürfen wir sein Engagement in der Disposition bei B.I. Collection schätzen.

PASCAL JUILLERAT Brand Manager Pascal Juillerat war bis 2019 in verschiedenen Führungspositionen erfolgreich im Produkt Management einer Schweizer Grossbank tätig. Mit dem Wechsel zu Ferrari Zürich hat er seine Passion zum Beruf gemacht und bringt neue Perspektiven, aber auch betriebswirtschaftliche Erfahrung sowie Kompetenzen in Digitalisierung und Produkt Marketing bei B.I. Collection ein. Seine Leidenschaft für Autos wurde ihm von seinem Grossvater und seinem Vater in die Wiege gelegt. Als Jugendlicher war Pascal Juillerat im Kartsport tätig und hat damit den Motorsport von der Pike auf kennengelernt. 2014 gründete er mit Swiss Classic & Supercar eine Event Plattform für Fans und Freunde exklusiver Fahrzeuge, die über die Grenzen der Schweiz bekannt ist. Zu seinen Lieblings-Ferrari zählen der 250 GT SWB und der legen­d äre F40. In seiner Position als Brand Manager wird Pascal Juillerat die Umsetzung eines 360-Grad-Beratungserlebnisses rund um die Marke Ferrari gestalten und aufbauen – inklusive der Bereiche «Classic & Collector Cars» sowie «Racing».

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B.I. COLLECTION & PARTNER EVENTS 2020 3. Mai 2020 SEASON OPENING SWISS CLASSIC & SUPERCAR

19. August 2020 ZÜRICH CLASSIC CAR AWARD Concorso d’Eleganza auf

Partnerevent mit Swiss Classic & Supercar in

dem Zürcher Bürkliplatz

Romanshorn

20.–23. August 2020 POLO GSTAAD

21.–24. Mai 2020 24H RENNEN AM NÜRBURGRING

Ferrari Experience in Rahmen des Poloturniers

Partnerevent mit octane126

Oktober 2020 B.I. COLLECTION FACTORY TOUR

Neues Datum noch nicht bekannt. SWISS CLASSIC WORLD LUZERN

Ferrari Werksbesichtigung in Maranello

Classic Car Ausstellung in Luzern

10.–11. Oktober 2020 DYNAMISCHE FERRARI ROMA TESTDRIVES

Juni 2020 FERRARI F8 TRIBUTO & F8 SPIDER TESTDRIVE-EVENT

22.–25. Oktober 2020 TRIBUTE TO MILLE MIGLIA

Hotel Atlantis by Giardino in Zürich

7. Juni 2020 TRIBUTO FERRARI TREFFEN IM SCHLOSS LAUFEN

Rallye durch Italien

19.–20. November 2020 F8 TRIBUTO TESTDRIVE EVENT IN MARBELLA

Partnerevent mit Swiss Classic & Supercar

11.–14. Juni 2020 SWISS TOUR

24.–27. November 2020 FERRARI FINALI MONDIALI

Partnerevent mit Swiss Classic & Supercar

Ferrari Saisonfinale in Abu Dhabi

August 2020 HUBLOT GOLFTURNIER Partner-Event: Golfturnier

Terminliche Verschiebungen aufgrund der ak tuellen Corona-Virus-Situation möglich. Unser Marketingteam steht Ihnen gerne für weitere Informationen zur Ver fügung: Anke Fischer, 044 736 17 69, a.fischer@ferrari-zurich.ch Fabienne Danner, 044 736 17 69, f.danner@ferrari-zurich.ch

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CAVALLINO TRIDENTE CUP Ferrari Zürich bietet mit dem Cavallino Tridente Cup als einziger offizieller Ferrari-Händler eine Serie von internationalen Trackdays mit Zeitmessung und Wertung, jedoch ohne Kampf um Strecken-Platzierungen an. Mit unserer ­Erfahrung aus den «Ferrari Corse Clienti»-Programmen verfügen wir über das Know-how, auch reine Rennfahrzeuge professionell zu betreuen und die Weiterentwicklung der Fahrer individuell zu fördern. Durch die flexible Struktur hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, den ganzen Cup oder ausgewählte Läufe zu bestreiten. Wir freuen uns auf eine spannende Saison!

3./4. Juni SAN MARINO (IT) 7./8. Juli DIJON (FR) 24./25. August MAGNY COURS (FR) 21./22. September VALENCIA (ES) 5./6. Oktober LE CASTELLET (FR) 8./9. Oktober MOST (CZ)

Terminliche Verschiebungen aufgrund der ak tuellen Corona-Virus-Situation möglich. Gian Vito Conigliaro und sein Team freuen sich auf Ihre Anmeldung. 044 736 17 15, gv.conigliaro@ferrari-zurich.ch

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24H RENNEN NÜRBURGRING 21. – 24. Mai 2020 Deutschland

Erleben Sie 24-Stunden-Rennspirit mit mehr als 200 Rennwagen in der atemberaubenden Atmosphäre der «Grünen Hölle» am Nürburgring. octane126 entwickelt seit 2019 gemeinsam mit Ferrari an diesem Projekt, erstmals ein 24-Stunden-Rennen am Nürburgring für Ferrari zu gewinnen. Partnerschaftlich bieten wir Ihnen die einmalige Gelegenheit, hautnah beim octane126 Racing Team mittendrin und dabei zu sein und Teil dieser Erfolgsgeschichte zu werden. Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail für dieses Event als auch für die gesamte VLN Saison 2020: info@ferrari-zurich.ch

FERRARI FACTORY TOUR MARANELLO Maranello

Die Ferrari-Fabrik hat sich in der 71-jährigen Geschichte erheblich weiterentwickelt, wobei die jüngste Ergänzung das neue Centro Stile ist, in dem die Designabteilung und das exklusive Tailor Made-Programm untergebracht sind. Schauen Sie selber hinter die Kulisse und geniessen einen erlebnisreichen Tag in Maranello. Anmeldung bitte an f.danner@ferrari-zurich.ch oder a.fischer@ferrari-zurich.de

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PASSIONE FERRARI CLUB RALLY 2020 Ferrari bietet seit dem letzten Jahr Rallyes im Rahmen der Passione Ferrari Club Rally an. Diese exklusiven Fahrveranstaltungen bieten Ferrari-Besitzern die Möglichkeit, ihre Leidenschaft für Ferrari zu geniessen und einzigartige Momente an den schönsten Orten Europas zu erleben. Die Touren sind in drei unterschiedliche Charaktere unterteilt: GT TOUREN sind ein exklusives Abenteuer, voller Emotionen und Entdeckungslust, die Sie zu den bezauberndsten Orten Europas auf atemberaubenden Reiserouten entführen. ICONIC TOUREN verbinden legendäre Strassen und legendäre Autos – erleben Sie die einzigartige Gelegenheit, Ihren Ferrari auf einigen der legendärsten Strecken der Automobilgeschichte zu fahren und an weltberühmten Rallyes teilzunehmen SPORT TOUREN entfesseln Ihren Rennsportgeist auf Touren zu den prestigeträchtigsten internationalen Renn­strecken. Ein perfektes Gleichgewicht zwischen Lifestyle-­ Erlebnissen und Fahrten auf der Landstrasse, die auf der Rennstrecke gipfeln und Ihren Ferrari bis an seine Grenzen testen. Die Welt von Ferrari zu erleben, bedeutet Exklusivität und Luxus jeden Tag. Alle Touren bieten einzigartige und unvergessliche Erlebnisse, die Ihnen mit einer mehrjährigen Mitgliedschaft zur Auswahl stehen.

PASSIONE FERRARI WEEKEND

Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail für die Broschüre, weitere Informationen und Anmeldung: f.danner@ferrari-zurich.ch oder a.fischer@ferrari-zurich.de

Das offizielle Programm der Streckenveranstaltungen für Ferrari-Besitzer und Sportwagen-Liebhaber. Schliessen Sie sich einer exklusiven Familie von leidenschaftlichen Ferrari-Enthusiasten an und erleben einzigartige Sport- und Lifestyle-Veranstaltungen und andere Privilegien der Ferrari-European-Challenge-Serie 2020. Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail für weitere Informationen und Anmeldung: f.danner@ferrari-zurich.ch oder a.fischer@ferrari-zurich.de Erfahren Sie mehr über die exklusiven Pakete bei uns unter info@ferrari-zurich.ch

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Am 23. Januar 2020 schlug Ferrari Zürich ein neues Kapitel in seiner Firmengeschichte auf und feierte dies mit Kunden, Gästen, Partnern und dem ganzen Team.

CIAO CIAO FOITEK KLARES BEKENNTNIS ZU MARKE & STANDORT Historisch gesehen ist Ferrari seit 1974 in Zürich als Marke offiziell vertreten – als Ferrari-Monobrand-Auftritt aber erst seit Anfang dieses Jahres. Wir fokussieren uns in unserem 1800 m 2 grossen Showroom mit neuem Design und Namen ganz auf das einzigartige Erlebnis rund um das «Cavallino rapante». Wir sind Ferrari Zürich.

lungsreise gehen. Dem neuen Namen folgt auch ein neuer visueller Auftritt: Der in Zusammenarbeit mit dem renommierten Designstudio Charles Blunier & Co. und dem international ausgezeichneten Schweizer Video-Künstler Daryl Hefti kreierte Imagefilm bringt die Markenidentität von B.I. Collection auf den Punkt. Sehen Sie sich das Video an unter: ferrari-zurich.ch/virtual-tour.html

AUS GARAGE FOITEK WIRD B.I. COLLECTION Der neue Name B.I. Collection steht mit den Initialen des Inhabers und Geschäftsführers, Beat Imwinkelried, für die Werteversprechen Qualität, Service, Kompetenz und Integrität. Der Begriff der «Collection» als Synonym für Sammlung steht für die Ausrichtung und Kompetenz auf Ferrari-Expertise, Ferrari-Sammlungen auflösen oder aufbauen, verkaufen, handeln, ausstellen, pflegen und reparieren. Zugleich steht der Zusatz auch für die Objekte, welche wir selbst in Zürich als «Collection» entwickeln und ausstellen: unseren Ferrari 250 GT Lusso, der uns seit jeher auf alle Events und Ausfahrten begleitet. Genauso das Kunstwerk von Marc Ferrero, welches vom Künstler live während eines exklusiven Dinners im vergangenen Jahr auf die Leinwand gezaubert wurde. Das neue Kunstobjekt, der interaktive Motorblock «the one» des 550 Maranello vom Künstler Kizo, wird in und um Zürich auf Ausstel-

LA DOLCE VITA Die Feier zum neuen Markenauftritt bot zum Abend eine vielseitige Mischung aus Inspiration und spannenden Insights dank den Reden «Haute Culture» von Frank Bodin und «How to win the race Ferrari has never won» von Christian Bertschinger, Eigentümer und Teammanager von octane126. Durch den Abend führte die charismatische und charmante Moderatorin Viola Tami, und für eine ausgelassene Stimmung sorgten die Klänge der internationalen Musiker/innen. Bei Negroni und italienischen Köstlichkeiten feierten wir ganz im Stil von «La Dolce Vita». Mit Freude blicken wir auf das neue Kapitel unter dem Namen B.I. Collection: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Ideen und Wünsche rund um die Ferrari-Passion gestalten und verwirklichen. Besuchen Sie uns bei Ferrari Zürich – Wir freuen uns auf Sie.

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Foto: Sven Germann

Text: Anke Fischer


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AFTERSALES

VIP TRANSPORT HOL- UND BRING-SERVICE Nutzen Sie unseren Service für einen geschützten und sauberen Transport Ihres Fahrzeuges im geschlossenen Anhänger. Kontaktieren Sie uns, falls Sie einen Transport Ihres Fahrzeuges benötigen oder allfällige Fragen haben. Lars Kipfer steht Ihnen gerne zur Verfügung: l.kipfer@ferrari-zurich.ch 62


FERRARI GENUINE CAR CARE SET TOURING SET Die Pflegesets für die Innen- und Aussenreinigung sowie das Touring-Set werden exklusiv von Ferrari Genuine entwickelt, um eine hochwertige Pflege Ihres Fahrzeuges zu gewährleisten. Pflege und Politur, welche die Qualität aller Materialien schützen sowie individuell designte Ferrari Düfte und hochwertige Emulsionen bringen Ihren Ferrari in Form für die erste Ausfahrt. Exterior Cleaning Kit: CHF 320.– inkl. MwSt. Interior Cleaning Kit: CHF 322.– inkl. MwSt. Touring Kit: CHF 328.– inkl. MwSt. Gerne steht Ihnen unser Service Team für weitere Auskünfte zur Verfügung.

EXKLUSIVE POSTER KOLLEKTION CLASSIC UND RETRO In Zusammenarbeit mit Charles Blunier & Co. Creative Direction sind zwei limitierte Poster-Kollektionen entstanden. Die stilvollen Schwarz-Weiss-Fotografien der «Classic Collection» bringen Ihnen den Glamour vergangener Zeiten in die eigenen vier Wände. Die «Retro Collection» besticht durch starke Farben und grafische Abstraktion im Sixties-Look. Beide Serien bestehen aus je drei Sujets.

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OLD TIMES

FERRARI 275 GTB/C Der Ferrari 275 GTB folgte 1964 auf den über zehn Jahre lang gebauten 250. Das erneut von Pininfarina entworfene Blechkleid war eine konsequente, der Zeit angepasste Weiterentwicklung und die Konstruktion mit hinterer Einzelradaufhängung sowie Transaxle-Bauweise (Motor vorn, Getriebe direkt an der Hinterachse) durchaus modern. Motorenseitig kam allerdings der Colombo-V12 zum Einsatz, der bei Ferrari schon fast 30 Jahre im Dienst stand. Mit 3286 Kubik und 280 bis 320 PS erreichte das ursprünglich mit 1,5 Litern Zylinderinhalt konzipierte Triebwerk hier sein letztes Entwicklungsstadium.

Bis 1968 wurden rund 800 Exemplare des 275 GTB gebaut. Das Werk setzte ihn nie im Motorsport ein, einige Privatteams – darunter die Amerikaner von NART, die Maranello Concessionaires aus England und die Schweizer der Scuderia Filipinetti – erzielten mit ihm aber Achtungserfolge in den USA und in Le Mans. Besonders konkurrenzfähig war der 275 GTB mit dem Modellzusatz C für Competizione. Für gewöhnlich waren Strassen-Ferrari aus Stahl gefertigt; 1965 entstanden ausnahmsweise vier und im Folgejahr zwölf Exemplare mit superleichter Alu-Karosserie.

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Diverse Komponenten aus Magnesium und Seitenfenster aus Plexiglas taten ihren Rest, um das Fahrzeuggewicht um 150 Kilos zu senken. Als Nachteil erwies sich die Karosserie einzig, was ihre Robustheit anbelangte: Die dünnen Alubleche waren sehr anfällig auf Beulen. Schwerwiegender noch: dass die Räder der Belastung auf der Rennstrecke nicht gewachsen waren und brachen. So war der 275 GTB der letzte Ferrari, der mit den wunderschönen klassischen Speichenrädern ausgeliefert wurde.

(Photo by: GP Library/Universal Images Group via Getty Images)

Text: Nina Tremel


IMPRESSUM Redaktion B.I. COLLECTION Design CHARLES BLUNIER & CO. Druck DRUCKEREI SCHÖB


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