Limmat Verlag, Vorschau Frühjahr 2023

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Limmat Verlag

Frühjahr 2023

«Man nimmt diese Anfänge zur Kenntnis und dass es, alles in allem, bis Ende Juli keine aussergewöhnlichen Anzeichen gegeben hatte. Draussen noch nichts als Trockenheit und grosse Hitze, das Thermometer stieg zur Mittagsstunde auf 30 Grad, dann auf 32, 34 Grad. Ein wenig litt man schon, aber es war auszuhalten, denn da war diese Schönheit des Himmels, und dann sind wir hier an einem See.»

Foto KEYSTONE
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Erstmals in deutscher Übersetzung

«Eine echte Trouvaille, das beste Beispiel für die Kraft der Literatur: Mit Sprache und Imagination schafft Ramuz eine eigene Welt und leuchtet ins Wesen der Menschen hinein.» Claudia Mäder, NZZ

Am Anfang steht eine wissenschaftliche Entdeckung: Wegen eines Unfalls im Gravitationssystem stürzt die Erde in die Sonne zurück. «Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben», schreibt C. F. Ramuz lakonisch dazu. Die Menschen am Ufer des Genfersees wollen das erst nicht glauben und erfreuen sich am schönen Wetter. Aber dann wird klar, dass es vor der Hitze kein Entkommen gibt, die Freude schlägt um in Angst, als die Gletscher schmelzen, die Flüsse austrocknen, die Bäume verdorren.   1922, als der Roman erstmals erschien, wusste C. F. Ramuz noch nichts von der Bedrohung der globalen Erwärmung, der wir heute gegenüberstehen. Doch das düstere Bild, das er in diesem visionären Text in seiner einzigartig verdichteten Sprache zeichnet, liest sich wie eine Prophezeiung.

Charles Ferdinand Ramuz Sturz in die Sonne Roman

Aus dem Französischen von Steven Wyss

Titel der Originalausgabe: «Présence de la mort» ca. 200 Seiten, Leinen bedruckt ca. sFr. 30.– / € 26.–ISBN 978-3-03926-055-3 WG 1 111 Mai

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Der Übersetzer steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Steven Wyss, geboren 1992 in Thun, studierte Angewandte Sprachen und Übersetzen in Winterthur und Genf. Aktuell studiert er an der HKB in Bern Literarisches Schreiben und Übersetzen. 2021 nahm er am GoldschmidtProgramm für junge Literaturübersetzer:innen teil. Er lebt und arbeitet als freier Übersetzer in Zürich.

Plakat (A3)

Ramuz, Sturz in die Sonne 978-3-03926-900-6

Charles Ferdinand Ramuz (1878–1947), geboren und aufgewachsen in Lausanne. Studium in Lausanne und Paris, wo er 1905 anstelle einer Dissertation den Roman «Aline» vorlegte. Seine Bücher wurden mehrfach verfilmt. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizerischen stiftung. Im Limmat Verlag sind seine Romane «Farinet oder das falsche Geld», «Aline» und «Derborence»

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Foto
Theo Frey
Foto Raffael Thielmann
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«Der Heiler beugt sich über das Kind auf der Liege und starrt ihm in die Augen. Das Kind starrt dem Heiler ebenfalls in die Augen. Im Bauch rumoren Zweifel.

Es hat dem Heiler vom fehlenden Gefühl berichtet, als sie sich noch auf Stühlen gegenübersassen. Der Heiler hat genickt hinter dem Schreibtisch und alles mitgeschrieben, das hat dem Kind gutgetan. Doch auf der Liege fühlt es sich anders an. Das Gefühl fehlt zu sehr, es ist ein Loch, in das der Blick des Heilers ungebremst hineinfällt.

Er werde die Information des Fehlens jetzt deprogrammieren, erklärt der Heiler dem Kind. Und zwar allein durch intensiven Blickkontakt. Das Kind verschliesst sich instinktiv. Will der Heiler den Engel auslöschen? Das Kind wird ihn nicht hergeben.»

Foto
Laura Stevens
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Ein sprachlich virtuoses Debüt

Bildstark, wortgewandt und ohne Vorwürfe gibt die Autorin eine kindliche Wirklichkeit, Missbrauchserfahrungen und das Unvermögen, sich zu verständigen, wieder. → Bestellen Sie Ihr Leseexemplar

Die Eltern des Mädchens misstrauen dem Fernsehen, aber beim medienaffinen Nachbarn Ege darf es so lange schauen, wie es will. Eges Wohnung steht voller Geräte, und er dreht Videos, die nie jemand sehen will.   Das Mädchen darf in Eges Filmen mitspielen. Hinter der Kamera steht Gisela, seine Partnerin. Aber meist sitzt Ege in seiner verdunkelten Wohnung, verachtet die Welt und trinkt. Gisela wohnt im oberen Stock und entsorgt die leeren Weinflaschen.

Die Eltern sind überfordert mit dem Kind, das sein Bett nässt und kaum spricht. Der Vater ist Biologe und wendet sich lieber bedrohten Tierarten zu. Die Mutter bildhauert und ist mit ihrer Kunst beschäftigt. Ein Heiler soll helfen. Das Mädchen sucht Zuflucht bei einem Engel, den es auf einer Videokassette von Ege entdeckt hat. Und wirklich, der Engel hält zu ihm.   Durch dieses Kabinett der Hilf­ und Sprachlosigkeit nähert sich Sarah Elena Müller dem Trauma einer Familie, die weder den Engel noch die Gefährdung zu sehen imstande ist. Und von der Grossmutter bis zum Kind entsteht ein Panorama weiblicher Biografien seit dem grossen Aufbruch der Sechzigerjahre.

Plakat (A3)

Müller, Bild ohne Mädchen

978-3-03926-901-3

Sarah Elena Müller Bild ohne Mädchen Roman 208 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 30.– / € 26.–ISBN 978-3-03926-051-5 WG 1 112

1. Februar

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Die Autorin steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Sarah Elena Müller, geboren 1990, arbeitet multimedial in Literatur, Musik, Virtual Reality, Hörspiel und Theater. Sie tritt im Mundart­Pop­Duo Cruise Ship Misery als Ghostwriterin und Musikerin auf und leitet das Virtual­RealityProjekt «Meine Sprache und ich», eine Annäherung an Ilse Aichingers Sprachkritik. 2019 erschien ihr Szenenband «Culturestress. Endziit isch immer scho inbegriffe» beim Verlag Der gesunde Menschenversand. 2015 erschien die Erzählung «Fucking God» beim Verlag Büro für Problem. Als Mitbegründerin des Kollektivs RAUF engagiert sie sich für die Anliegen feministischer Autor*innen in der Schweiz. Ihre Arbeit wird ab und an mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

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Foto Laura Stevens
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«Ich habe Blumenzwiebeln gesetzt. Sie werden blühen, wenn das Baby geboren wird. Man weiss nicht genau, wann.

Ich betrachte Storchen in ihren Nestern, klettre den Baum hoch, setze ein Nest auf meinen Kopf und spaziere weiter.

Zunehmend freue ich mich auf das Kind. Ich besuche die gepflanzten Blumenzwiebeln. Gern würde ich nachsehen, ob sie spriessen. Diese Ungeduld kenne ich bereits.»

Foto Ayṣe Yavaṣ Limmat Verlag 6

«Anna Ospelt liest die Welt, und ich lese mit: Jede Zeile ein Kern, ein Gehäuse, ein Trieb, ein Kelch.» Dorothee Elmiger

«Einnisten möchte ich mich: in Anna Ospelts Wortwelten, die aus ihrem Schreiben treiben und spriessen. ‹Frühe Pflanzung› ist ein eindringlicher, bildglimmender Text übers Mutter- und Nichtmutterwerden.» Simone Scharbert

Ein Setzling wird in die Erde gepflanzt, man giesst vorsichtig und wartet. Ein Kind wächst während der Schwangerschaft im Bauch der Mutter heran und kommt zur Welt.   Diese elementaren Vorgänge beschreibt Anna Ospelt in ihrer unnachahmlich poetischen Weise. Erkundungen zum Kind, zum Garten, zu den Bäumen und Vögeln verflechten sich zu einem starken Text über den Beginn des Lebens. Und immer ist die gesellschaftliche Frage präsent: Was bedeutet Mutter werden heute für eine Frau, ihre Arbeit, im Fall der Autorin: ihr Schreiben?   «Frühe Pflanzung» ist eine feinfühlige Untersuchung von Elternschaft und eine eigenwillige Auslegeordnung von Naturbeobachtungen.

Anna Ospelt Frühe Pflanzung ca. 120 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ca. 8 Fotos ca. sFr. 28.– / € 24.–ISBN 978-3-03926-052-2 WG 1 112

Plakat (A3) Ospelt, Frühe Pflanzung 978-3-03926-902-0

«Anna Ospelts literarischer Erstling ‹Wurzelstudien› ist eines der eigenwilligsten Bücher der letzten Zeit: poetisch flirrend zwischen Prosa, Essay, Lyrik sowie Text und Fotografie.» Daniel Graf, Republik

Anna Ospelt Wurzelstudien

128 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 40 Fotos sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-893-3

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Die Autorin steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Anna Ospelt, geboren 1987 in Vaduz. Studium der Soziologie, Medien­ und Erziehungswissenschaften in Basel. Sie publiziert Lyrik und Kurzgeschichten in Literatur magazinen und Anthologien. Für «Wurzelstudien» erhielt sie u. a. ein Stipendium der Stiftung Nantesbuch im Rahmen des Deutschen Preises für Nature Writing und sie war für den Clemens­BrentanoPreis nominiert. Anna Ospelt lebt in Vaduz.

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März
Foto Ayṣe
Yavaṣ
Lieferbar
Limmat Verlag

«Das Dorf ist das höchstgelegene des Tales. Von seinem Kirchturm aus ist die Strasse zu überblicken, wie sie sich nach Osten über die Bargada zum See hinunterwindet und nach Westen sanft fallend in einer halben Stunde die Grenze erreicht. Dem Dorf schlägt keine Stunde. Seit Jahren geht die Kirchenuhr nicht mehr. Ihre Zeiger sind abgebrochen. Nutzlos liegt der Kranz der Ziffern um die leere Scheibe. Die Zeit steht hier still.»

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Ein Tessiner Dorf im Zweiten Weltkrieg

«Was draussen, in der grossen Welt geschieht, verändert auch die kleine Welt und erschüttert die soziale Ordnung. Partisanen, Schmuggler, Flüchtlinge kommen ins Dorf, dessen Bewohner sich bald entscheiden müssen, mit wem sie es halten. Davon erzählt Aline Valangin mit psychologischem Feingespür.» Karl-Markus Gauss, FAZ

Nah der schweizerisch­italienischen Grenze, im hintersten Dorf des Onsernonetals, verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Es sei Krieg ausgebrochen. Schon tauchen die ersten Menschen, die vor den italienischen Faschisten fliehen, im Dorf auf. Entgegen den Befehlen der Regierung in Bern nimmt man sie auf. Indessen halten die Grenzwächter nicht nur Ausschau nach Flüchtlingen, denn auch Schmuggler passieren unentdeckt die Grenze und tragen Safran, Käse und Reis über die Berge. Sie machen Geschäfte mit den Dorfbewohnern und verstecken sich in ihren Ställen. Und sie verkehren auf der Bargada, dem Gut unweit des Dorfes, das Orsanna Armini, ihre Tochter Zoe und die junge Claretta bewohnen.   Im zweiten Teil ihrer Chronik schreibt Aline Valangin die Geschichte der ArminiFrauen fort und verarbeitet die Ereignisse im Tessiner Dorf an der Grenze während des Zweiten Weltkriegs.

«Unbeschönigt und prägnant erzählt Aline Valangin in diesem Roman von der langsamen Aufweichung des Patriarchats durch die kriegs- oder arbeitsbedingte Abwesenheit der Männer.» WOZ

Aline Valangin Dorf an der Grenze Roman

224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ca. sFr. 30.– / € 26.–ISBN 978-3-03926-050-8 WG 1 111

März

→ Plakat (A3) Valangin, Dorf an der Grenze 978-3-03926-903-7

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Aline Valangin

Die Bargada Roman

224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-047-8

Aline Valangin (1889–1986), aufgewachsen in Bern. Ausbildung zur Pianistin. Verheiratet mit dem Anwalt Wladimir Rosenbaum, in zweiter Ehe mit dem Komponisten Wladimir Vogel. Im Zürich der Dreissigerjahre empfing und betreute sie Emigranten und Künstler. Tätigkeit als Psychoanalytikerin, Publizistin und Schriftstellerin. Ab 1936 lebte sie in Comologno im Onsernonetal und in Ascona. 1944 erschienen die beiden Romane «Casa Conti» und «Die Bargada». Im Limmat Verlag sind zudem die «Tessiner Erzählungen» lieferbar.

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Lieferbar
Limmat Verlag

«In der Allee der berühmten Männer setzten Annie und ich uns auf eine Bank. Eine hundertjährige Platane spendete uns und einem zweifelsohne berühmten, aber nasenlosen Bischof Schatten und Kühle, vielleicht hatte ihn jemand aus Übermut, im Zorn oder Glücksrausch gesteinigt. Gogol fiel mir ein (‹Und Sie müssen zugeben, dass es sich für mich nicht gehört, so ohne Nase herumzulaufen …›), aber dann dachte ich auch an das sizilianische Sprichwort ‹In hundert Jahren haben wir alle keine Nase mehr› und daran, dass es in dieser Gegend fast unvermeidlich ist, in Sprichwörtern zu denken.»

Foto PierreAntoine
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Grisoni

Eine poetische Verschränkung von Erinnerung und Erfindung, Familiengeschichte und Geschichte des 20. Jahrhunderts

In diesem Erzählband erinnert sich Pietro De Marchi an Gesichter, Orte und Begegnungen. Er reflektiert über die Geschichte seiner Familie in den Wirren und Verheerungen des letzten Jahrhunderts, über Freundschaft, Liebe und Literatur. Ihn interessieren nicht die grossen Schlachten, ihn interessieren die kleinen Geschichten, die vermeintlich banalen; die Bilder, die seine Kindheit und Jugend in Mailand prägten, die Farben, Stimmen, Gerüche, mal nach Weihrauch, mal nach Formalin.   Durch Reisen und in der Imagination stellt sich De Marchi der Vergangenheit. Er folgt dem Grossvater, der als 22­Jähriger nach Amerika aufbrach, vertieft sich in die Kriegstagebücher seiner Vorväter und in Zeitungsartikel, aber er misstraut dem Faktischen.   In allem sucht der Autor nach dem, was im Schatten geblieben ist oder ausserhalb der Sichtweite, und er findet es in den Splittern der Wahrnehmung, in den «Falten der Zeit».   De Marchi lässt die Dinge sprechen und fügt sie zu einem lyrischen Kosmos. Wo die Grenze zum wirklich Erlebten verläuft, bleibt auf faszinierende Weise ungreifbar, es ist gelebte Poesie.

Pietro De Marchi Denk an die Tage und Nächte Erzählungen Aus dem Italienischen von Julia Dengg, Christoph Ferber und Barbara Sauser Aus «Ritratti levati dall’ombra» und «Con il foglio sulle ginocchia», Edizioni Casagrande, Bellinzona 2013 und 2020 ca. 180 Seiten, gebunden ca. sFr. 28.– / € 24.–ISBN 978-3-03926-053-9 WG 1 112

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Der Autor und Barbara Sauser stehen gern für Ver anstaltungen zur Verfügung.

Julia Dengg, geboren 1986 in Steyr (Österreich), studierte Übersetzen und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien, Genua und Tiflis.

Pietro De Marchi Das Orangenpapier / La carta delle arance Gedichte Italienisch und Deutsch 160 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag sFr. 38.– / € 38.–978-3-85791-798-1

Pietro De Marchi, geboren 1958 in Seregno (Mailand), lebt seit 1984 in Zürich und lehrt dort italienische Literatur an der Universität. Er schreibt Gedichte und Kurzprosa. 1999 erschien der Gedichtband «Parabole smorzate e altri versi» mit einem Vorwort von Giorgio Orelli. Für seinen Band mit Gedichten und Prosastücken «Replica» erhielt er den Schillerpreis und eine kulturelle Auszeichnung des Kantons Zürich.

Christoph Ferber, geboren 1954, wohnhaft auf Sizilien, übersetzt Lyrik aus dem Italienischen, Französischen und Russischen.

Barbara Sauser, geboren 1974 in Bern, lebt in Bellinzona. Studium der Slawistik und Musikwissenschaft in Fribourg. Sie arbeitet seit 2009 als freiberufliche Übersetzerin aus dem Italienischen, Französischen, Russischen und Polnischen.

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Lieferbar → Gottfried-Keller-Preis
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«Eine kluge Erzählerin, die mit einer selbstverständlichen Handbewegung an den üppig und zärtlich gedeckten Tisch bittet und ohne Aufebens zu reden beginnt.»

WOZ

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b13 Limmat Verlag 12
Melinda Nadj Abonji, Foto Urs Walder; SLA
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Bern. Archiv Mehr,
C

«Skurrile Tragödie von antiker Konsequenz und elementarer Gefühlsgewalt, von Mariella Mehr mit bärbeissigem Gelächter inszeniert.» Beat Mazenauer, Viceversa Literatur

Zeus, Oberpatriarch im Olymp und Dichter, begibt sich in die Heil­ und Pflegeanstalt Narrenwald, um die ihm überdrüssige Unsterblichkeit loszuwerden. Dort trifft er auf die verstummte Psychiatriepatientin Rosa Zwiebelbuch, Vergewaltigungsopfer und Kindsmörderin, die durch die Götter in weissen Kitteln, die Anstaltsärzte Abderhalden und Wasserfallen, mit zweifelhaften Methoden ruhiggestellt wurde. Während bei der verstummten Rosa durch die Begegnung mit Zeus ein Zorn angefacht wird, der sie in einem Emanzipationsprozess bei sich ankommen lässt, verfällt der Göttervater zunehmend in Wahnsinn.

Der Roman ist ein Spottgesang auf die pseudowissenschaftlichen Zuschreibungen durch selbst ernannte Seelenärzte, welche Mehr am eigenen Leib erfahren musste, und beschwört zornig das Ende des Mythos, den Untergang des Patriarchats.

Mariella Mehr Zeus oder der Zwillingston Roman

Erstausgabe Edition Ruth Mayer, Zürich 1994 ca. 272 Seiten, gebunden ca. sFr. 30.– / € 26.–ISBN 978-3-03926-057-7 WG 1 112 April

«Die präzise Schilderung des Grauens lässt uns in Abgründe schauen, aber durch ihre Wortkunst wölbt sich der Text zu einem Dach, unter dem das Unfassbare Zuflucht findet.»

Thomas Emmenegger

Mariella Mehr

Von Mäusen und Menschen

Von Wissenschaft, Gutachtern und ihren Akten 56 Seiten, gebunden sFr. 22.– / € 18.–978-3-03926-028-7

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Mariella Mehr, geboren 1947 in Zürich, wuchs in Heimen, bei Pflegeeltern, in Erziehungsanstalten auf und wurde ein Opfer des sogenannten «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse». Die Universität Basel verlieh ihr die Ehrendoktorwürde für ihr publizistisches Engagement für unterdrückte Minderheiten.

Zudem erhielt Mariella Mehr den Anna­ Göldi­Menschenrechtspreis. Als Schriftstellerin wurde sie u. a. mit dem Bündner Literaturpreis, dem ProLitteris­Preis und mit dem Anerkennungspreis der Stadt Zürich gewürdigt. Mariella Mehr starb am 5. September 2022.

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Foto Ayṣe
Yavaṣ
Lieferbar
Limmat Verlag

«Mein Leben war bereits vor dieser Tat kein einfaches. Wegen all den Dingen, die mir früher schon angetan wurden. Seine Anwältin hat vor Gericht übrigens fein säuberlich ausgebreitet, dass ich schon als Kind missbraucht wurde, und stellte infrage, ob ich vielleicht deshalb sensibler als andere auf solche Übergriffe reagieren würde und sie nicht richtig einordnen könnte. Das muss man sich einmal vorstellen. Aber ich werde weiterkämpfen. Ich will nicht, dass andere Frauen das Gleiche erleben müssen. Ich will, dass sich endlich etwas ändert. Die Gesellschaft, das Gesetz.» Lena*

*Pseudonym
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Illustration Jacek Piotrowski

Erscheint zum Internationalen Frauentag am 8. März

«MeToo hat das Problem der sexualisierten Gewalt gegen Frauen in eine breite Öffentlichkeit getragen. Die öffentliche Aufmerksamkeit allein reicht aber nicht, um verkrustete Strukturen aufzubrechen. Dieses Buch zeigt, welche konkreten Veränderungen es in Institutionen und nicht zuletzt im Strafrecht braucht.»

Franziska

Jede fünfte Frau in der Schweiz ist von sexualisierter Gewalt betroffen, aber nur acht Prozent der Fälle werden zur Anzeige gebracht. Während das Sexualstrafrecht in der Schweiz eine Reform durchläuft, nehmen die beiden Journalistinnen die Praxis unserer Justiz, Polizei und Beratungsstellen unter die Lupe.   Ausgehend von den Geschichten dreier Frauen, deren Erfahrungen stellvertretend für viele andere stehen, werden Abläufe und Ansprechpersonen dargestellt, die Betroffenen ebenso zum Verhängnis wie zur Hilfe werden können.

Interviews mit Corina Elmer, Tamara Funiciello, Marcus Kradolfer, Agota Lavoyer, Karin Keller­Sutter und Bettina Steinbach erläutern für die Debatte wichtige Konzepte und Hintergründe.

Illustrationen von Jacek Piotrowski

ca. 120 Seiten, Broschur, ca. 6 Illustrationen ca. sFr. 25.– / € 25.–ISBN 978-3-03926-054-6 WG 1 970

Februar →

Die Autorinnen stehen gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Miriam Suter, geboren 1988 in Brugg, aufgewachsen im Fricktal, lebt und arbeitet in Aarau und Zürich. Sie ist Journalistin (elleXX , annabelle, WOZ, Republik, Surprise Strassenmagazin, Medienwoche) und produziert zusammen mit der Slam­Poetin Lisa Christ den feministischen Podcast «Faust & Kupfer». Sie ist Co­Autorin des Buchs «Ich bin Sexarbeiterin», das 2020 im Limmat Verlag erschien.

Natalia Widla, geboren 1993 in Cham, wohnt und arbeitet seit 2014 in Zürich. Sie ist freischaffende Journalistin (Magazin das Lamm, WOZ, Fabrikzeitung, an.schläge) und arbeitet als Gewerkschaftssekretärin im Bereich Medien. Sie hat Politikwissenschaften und Gender Studies in Zürich studiert und moderiert Anlässe zu feministischen Themen.

15 Foto Rachel Buehlmann →
Foto Claude Hurni
Miriam Suter, Natalia Widla Hast du Nein gesagt? Vom Umgang mit sexualisierter Gewalt Mit einem Vorwort von Franziska Schutzbach
Limmat Verlag
Foto May Freigang
«Ich muss immer entscheiden, ob ich meine Energie und meine Zeit in meinen behinderten Körper investiere oder in meinen gesunden Kopf.»
Foto Dominik Meier Limmat Verlag 16
Foto May Freigang

Islam Alijaj ins Parlament wählen?

Ja! – Damit sich endlich eine inklusive Gesellschaft entwickeln kann.

«Es gibt ja nicht umsonst das Wort ‹invalid›, was so viel wie ‹ungültig› oder ‹unnütz› bedeutet. Christoph Keller, mit dem ich ab und zu maile, regt sich darüber immer grausam auf. Und ich gebe ihm recht. Aber im Prinzip steht dieses Wort nur dafür, wie ihr Nichtbehinderte uns Behinderte einschätzt.» Islam Alijaj interviewt von Frank Heer, NZZ Folio

Islam Alijaj hat mit der Zerebralparese eine schwere, gut sicht­ und hörbare Behinderung. Er ist ein Secondo mit Wurzeln im Kosovo. Und er heisst ausgerechnet Islam. Das sind alles Eigenschaften, die ein erfolgreicher Politiker nicht haben sollte. Dennoch will er in der Schweiz Nationalrat werden. Eigentlich eine Mission Impossible – wenn Islam Alijaj nicht Islam Alijaj wäre. Und die Zeit nicht reif für einen wie ihn. 2022 wurde Alijaj überraschend in den Zürcher Gemeinderat gewählt. Der 36 ­jährige Politiker beweist nicht nur Intelligenz und Charme, er ist ausgesprochen hartnäckig, ehrgeizig, machtbewusst und manchmal sogar «grössenwahnsinnig». Sein Ziel: das Behindertenwesen in der Schweiz umkrempeln, als Behinderter die Führung übernehmen, damit diejenigen zu Wort kommen, die wissen, wovon sie sprechen. «Nicht über uns ohne uns» soll die Gesellschaft künftig Politik machen können.   Am 22. Oktober 2023 sind die Wahlen des Schweizer Parlaments. Wird es Islam Alijaj ins Bundeshaus schaffen?   Dieses Buch ist eine Biografie, ein Manifest und ein Diskussionsbeitrag.

Plakat (A3)

Alijaj, Wir müssen reden 978-3-03926-904-4

Islam Alijaj Wir müssen reden Ein biografisches Manifest In Zusammenarbeit mit Christine Loriol Mit einem Essay von Christoph Keller ca. 200 Seiten, Broschur, ca. 60 Fotos ca. sFr. 29.– / € 29.–ISBN 978-3-03926-056-0 WG 1 971

Mai

Die Autor:innen stehen gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Christine Loriol, geboren 1960, schrieb mit «Damit wir auch in Zukunft eine Zukunft haben» eine Biografie über den Schweizer Biopionier Ernst Frischknecht (elfundzehn) und wirkte als Journalistin, Co­Autorin und Konzepterin an zahlreichen Publikationen mit, z. B. «Inklusion. Wenn anders sein normal ist» über das Basler Wohnwerk (Christoph Merian Verlag). Loriol kommt ursprünglich vom Radio und bezeichnet denken, schreiben, reden als ihr Metier.

Christoph Keller, geboren 1963, ist Autor zahlreicher preisgekrönter Romane. Zuletzt erschien im Limmat Verlag «Solange die Löwen nicht schreiben lernen». «Jeder Krüppel ein Superheld» ist seit 2022 in Englisch (Penguin Random House) erhältlich. Keller lebte über zwanzig Jahre in New York und schreibt auf Deutsch und Englisch.

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Foto Ay Ș e Yava Ș
Foto Dominik Meier
Limmat Verlag

Adeline Favre I H d d

Neuauflage des Erfolgstitels

«Adeline Favre bewies Durchsetzungsvermögen und Mut – Tugenden, die heute mehr denn je gefragt sind.» Silvia Steiner, Regierungspräsidentin und Bildungsdirektorin des Kantons Zürich

Ich, Adeline, Hebamme aus dem Val d’Anniviers

Adeline Favre

Ich, Adeline, Hebamme aus dem Val d’Anniviers Erinnerungen, herausgegeben von Yvonne Preiswerk nach Aufzeichnungen von Gesprächen Adelines mit ihren Nichten Marie-Noëlle Bovier und Pierrette Mabillard Mit einer Einführung von Susanne Perren Aus dem Französischen von Maja Spiess-Schaad Titel der Originalausgabe: «Moi, Adeline, accoucheuse», Les Editions Monographic SA , Sierre 1981 ca. 208 Seiten, gebunden, ca. 19 Abbildungen ca. sFr. 32.– / € 32.–ISBN 978-3-85791-581-9 WG 1 941

April

Susanne Perren steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Adeline Salamin war zwanzigjährig, als sie 1928 mit einem Hebammenköfferchen aus Leder und modernen Ansichten über Geburtshilfe aus Genf ins Val d’Anniviers zurückkehrte. In ihrer Heimat wollte sie anwenden, was sie gelernt hatte. Mit ihrer Herzlichkeit gewann sie rasch das Vertrauen der Wöchnerinnen, anfangs in den Häusern der Familien, später im Spital von Sierre. 8000 Kinder kamen mit ihrer Hilfe auf die Welt.   Lebendig und konkret erzählt Adeline Favre (1908–1983) von ihrer Jugend, ihrer Ausbildung und vor allem von ihrer fünfzigjährigen Arbeit als Hebamme, die oft über diejenige einer Geburtshelferin hinausging; vom Kampf gegen Widerstände, alte Traditionen und Bräuche. Zwar ist auch von den Vätern die Rede, doch immer steht das Schicksal der Frauen und ihrer Kinder im Vordergrund, ihre Sorgen, Nöte und Freuden.   In ihrem Vorwort beleuchtet Susanne Perren die Entwicklung des Hebammenberufs und blickt auf die lebendige Geschichte des Val d’Anniviers.

Adeline Favre (1908–1983), geboren in St­Luc im Val d’Anniviers als achtes von vierzehn Kindern. Gegen den Willen ihrer Eltern besuchte sie in Genf die Hebammenschule. Als kaum Zwanzigjährige kehrte sie ins Wallis zurück und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung als Hebamme.

Susanne Perren, geboren 1969 in St. Niklaus. Die Journalistin BR lebt als freie Autorin und PR­Fachfrau in Luzern. Sie berät und betreut vorwiegend Institutionen aus den Bereichen öffentlicher Verkehr und Tourismus sowie Unter nehmen aus der Konsumgüterindustrie.

Yvonne Preiswerk (1938–1999), Studium der Anthropologie. Studienaufenthalte in Südamerika und Spanien.

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Limma t
Limmat Verlag
sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-871-1 sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-439-3 → C. F. Ramuz sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-047-8 → Aline Valangin sFr. 38.– / € 38.–978-3-85791-798-1 sFr. 38.– / € 38.–978-3-85791-580-2 sFr. 38.– / € 38.–978-3-85791-461-4 → Pietro De Marchi sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-893-3 → Anna Ospelt sFr. 28.– / € 24.–978-3-03926-003-4 sFr. 28.– / € 24.–978-3-03926-022-5 sFr. 29.– / € 26.–978-3-85791-880-3 →
Weiterlesen, vertiefen, eintauchen sFr. 36.50 / € 36.50 978-3-85791-849-0 sFr. 34.– / € 29.–978-3-03926-040-9 sFr. 48.– / € 48.–978-3-85791-850-6 sFr. 48.– / € 44.–978-3-85791-899-5 sFr. 32.– / € 32.–978-3-85791-835-3 sFr. 22.– / € 18.–978-3-03926-028-7 sFr. 32.– / € 29.–978-3-03926-006-5 sFr. 38.– / € 38 .–978-3-85791-834-6 → Mariella Mehr → Miriam Suter Limmat Verlag 19
Christoph Keller

978-3-03926-041-6

978-3-03926-042-3

978-3-03926-049-2

Verlag

Limmat Verlag Quellenstrasse 25 8031 Zürich Telefon 0041 44 445 80 80 vertrieb@limmatverlag.ch presse@limmatverlag.ch lektorat@limmatverlag.ch www.limmatverlag.ch

«Das Buch ist radikal persönlich und erzählt sehr offen von den Gefühlen einer werdenden Mutter. Absolut mutig und lesenswert.» Barbara Geschwinde, WDR 5

«Was die Lektüre so inspirierend macht, ist die Bewegung der Form: die Weichheit, die Wellen aus Sprache, denen man beim Entstehen zuschauen kann. Als Leser wird man Zeuge eines Ertastens, der Suche nach einer Sprache für eine Erfahrung, die hier, so scheint es, in einem bisher unerreichten Mass literarisch ausgelotet wird.» Christine Lötscher, Republik

«Ein Geflüchteter findet im Exil einen Weg aus Isolation und Verlorenheit – dank dem Wandern, der Zwiesprache mit Bäumen und der Literatur. Ein Buch zur Stunde.» Felix Münger, SRF

«In seinem dritten Roman erkundet Usama Al Shahmani das Gewicht des Exils mit poetischen Mitteln. Er erzählt einprägsam und mit Sinn fürs Menschliche.» Martina Läubli, NZZ am Sonntag Bücher

«In ihren Porträts versuchte die Autorin den Überlebenden mit hoher Empathie zu begegnen. Es ist ihr eindrucksvoll gelungen.» Ulrich Schneider, ND aktuell

«Ein eindringliches Buch über eine Zeit, die für viele von uns kaum mehr greifbar ist, aber dank Geschichten wie diesen erhalten bleibt.» Christian Bucher, Zentralplus

Schweiz

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Vertreterin Deutschland Jessica Reitz c/o buchArt Cotheniusstrasse 4 10407 Berlin reitz@buchart.org Telefon 0049 30 447 32 180

Vertreterin Österreich Anna Güll Telefon 0043 699 19 47 12 37 anna.guell@pimk.at

Bildnachweis: Für den Umschlag dieser Vorschau und den Roman «Bild ohne Mädchen» wurde «Influx 1» von Giacomo Santiago Rogado verwendet. Für «Sturz in die Sonne» wurde «Bausch» von Otto Piene verwendet (© 2022, ProLitteris, Zürich, Courtesy More Sky AG, Zug). Auf dem Cover «Frühe Pflanzung» ist die Zeichnung «gros détails» von Mireille Gros abgebildet. Camille Deschiens hat die Illustration für den Umschlag «Dorf an der Grenze» gefertigt. Die Fotografie für den Umschlag «Denk an die Tage und Nächte» stammt von Giuseppe Croci. Das Werk «Die alte Schlange Natur» auf dem Umschlag «Zeus oder der Zwillingston» stammt von Meret Oppenheim (© 2022, ProLitteris, Zürich; Foto Leonardo Bezzola, Bätterkinden, © 2022, Nachlass Leonardo Bezzola). Die Coverillustration des Titels «Hast du Nein gesagt?» stammt von Jacek Piotrowski. Das Porträt auf dem Umschlag «Wir müssen reden» stammt von Dominik Meier.

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