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Niklas Ekstedt Matthew Ball

10 2020 OKTOBER € 3.90

Michaela Coel John Oliver Thekla Wilkening Ilaria Venturini Fendi

BIG BEAUTY BOOK

M A K E U P

...und out in Space.


OKT 2020

People 10 24 26 27

Contributors Billi Eilish Thekla Wilkening Niklas Ekstedt

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Matthew Ball Michaela Coel John Oliver Ilaria Venturini Fendi

PARTY HARD Patrick Pierazzoli, Chefredakteur

Wir hätten es bitter nötig. Mal wieder tanzen, den Beat fühlen, den Kopf lüften. Cool an der Bar stehen, der Meute zusehen. Sich in engen Clubs Rücken an Rücken schweißnass tanzen? Zu fünft am selben Hipster-Drink nuckeln? Einander alkoholvernebelte Flirt-Sprüche ins Ohr nuscheln? Tja, Corona hat andere Pläne. Die Lösung: Party daheim, Wohnzimmer statt Dancefloor, Türrahmen statt Bartresen, aber nur mit der richtigen Hardware. Dafür liefert uns Huawei einen Speaker, der das Zuhause zum Vibrieren bringt. Glasklarer HiFi-Sound, zwei Subwoofer, die die Signale in Echtzeit wiedergeben, und Bässe, die wie Miley Cyrus auf der Abrissbirne durch die Wände knallen. Das klingt dann tatsächlich wie im Club, und fürs täuschend echte Erlebnis schmeißen wir einfach für jeden Drink zehn Franken ins Sparschwein. In Zürich oder Genf selbstredend das Doppelte. Den Huawei Sound X gibt’s für ca. 299.– in der Farbe Schwarz.

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Oktober 2020


OKT 2020

Style 12 14 16 18 20 22 32

The Look Beauty The Look Woman The Look Man Print is King Short Trip Gute Gründe Eat & Drink Shortcuts

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Travel Shortcuts Beauty Shortcuts Fashion Shortcuts Insider: Corina Bless Interview: Tanja Bernold, ZAHA 104 Style-O-Meter 111 The Goods

SAUBERMÄNNER Marina Warth, Leitende Redakteurin

Es gibt so viel Böses auf dieser Welt. Räuber und Diebe, Trump und Corona, Nestlé und die AfD, die Liste ist lang. Doch es gibt Widerstand. Regierungen, die es besser machen, Menschen, die sich dem Schlechten entgegenstellen, und Unternehmen, die versuchen, den Anstoß für eine bessere Welt zu geben. Greta natürlich, Jacinda Ardern, Waris Dirie, Bono, der Dalai Lama. Beispiele gibt’s zuhauf. Zum Glück. Das gibt Hoffnung, das schafft Freude. Fortschritt beginnt im Kleinen, das wusste bereits Neil Armstrong. Und so leisten wir unseren Beitrag, verzichten auf Pelz und das seit Jahren, heben den Daumen für Brands, die Gutes tun, und zeigen Produkte, die Nachhaltigkeit zelebrieren wie wir die freche Schnauze. Das tun wir auch an dieser Stelle, in dessen Rampenlicht diesen Monat das Kollektiv Soeder steht. Die Gründe: faire Produktion in Europa, die Kleidung aus recycelten Stoffen und die Kosmetika aus rein organischen Ingredienzen aus der eigenen Zürcher Fabrik. Besser kann man’s kaum machen – sauberer auch nicht. www.soeder.ch

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Oktober 2020


Kollektion ab CHF 35.– pandora.net

Š 2020 Pandora Schweiz AG | Brenden 39 | 9050 Appenzell


OKT 2020

Stories 40

Editorial: Life’s a Playground 84 Editorial: Beton Träume 96 Cool Host: Catherine Cruchon 100 Book Story: Matze spricht mit Christian 130 Last Facts: Space

HAU DRAUF! Marco Rüegg, Rüegg Redakteur

Seinen Wohnsitz nach dem Steuerfuß auszurichten, stelle ich mir mäßig reizend vor. Andererseits hätte ein Leben als Roger Federer durchaus Vorteile: In der Welt rumjetten, in über den Daumen gepeilten 17 Sprachen mit einflussreichen Leuten diskutieren, abkassieren fürs Schlürfen von Kapselkaffee… Vor allem entdecke ich derzeit die befreiende Wirkung davon, volle Pulle mit dem Racket auf ein wehrloses Objekt einzudreschen. Speedminton ist Anger Management in Reinform und erfordert neben dem Einsteiger-Set (ca. 40.– bei speedminton-shop.com) höchstens eine minimale Dosis an Geschicklichkeit und Ausdauer. Nach Wimbledon werden sie mich damit kaum einladen, was mich aber mäßig bedrückt. Als Lieblingscourt habe ich eine Wiese am Obersee bei Rapperswil-Jona auserkoren. Und jetzt raten Sie mal, wo Familie Federer gerade ihre neue Villa baut?

IMPRESSUM

Herausgeber Stefan Berger – berger@faces.ch Patrick Pierazzoli – pierazzoli@faces.ch Chefredakteur Patrick Pierazzoli

Creative Consultants Florian Ribisch Alex Wiederin

Redaktionsleitung Marina Warth – marina@faces.ch

Grafi kleitung Meret Ackermann – grafik@faces.ch Redaktion FACES Bertastrasse 1 CH-8003 Zürich Tel. +41 43 322 05 23 redaktion@faces.ch Redaktion Simona Bieri Lara Meroni Angela Sisca

Design/Layout Irena Srdanović Michèle Stähli

Autoren Matze Hielscher, Marco Rüegg, Angela Sisca, Marina Warth

Fotos & Illustrationen Oliver Beckmann, Michael Dürr, pa picture alliance (dpa), IMAXtree Verlag Fairlane Consulting GmbH Bertastrasse 1 CH-8003 Zürich

Anzeigen Schweiz und international Tel. +41 43 322 05 37 Mirco Ludolini – ludolini@faces.ch Alisa Schmid – schmid@faces.ch

Anzeigen & Kooperationen Deutschland FACES Deutschland Straßburger Straße 6D D-10405 Berlin Tel. (0)30 552 02 383 Director: Julia Gelau – julia@faces.ch Abonnementspreise FACES erscheint 10 Mal im Jahr. Einzelverkaufspreis CHF 5.50 / € 3.90 Jahresabo CHF 55.– / € 39.–

© Copyright 2020 Fairlane Consulting GmbH Der FACES-Schriftzug/-Stern sind eingetragene Markenzeichen der Fairlane Consulting GmbH und dürfen nicht ohne deren Zustimmung verwendet werden. Nachdrucke, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Niklas Ekstedt Matthew Ball

10 2020 OKTOBER CHF 5.50

Michaela Coel John Oliver Thekla Wilkening Ilaria Venturini Fendi

BIG BEAUTY BOOK

M A K E U P

...und out in Space.

COVER

Sabina Karlsson für Christian Siriano. Photography: IMAXtree

FACES wird ausschließlich auf PEFC-zertifiziertes Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gedruckt.

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Oktober 2020


CONTRIBUTORS

Elke Dostal kann anpacken – motivierter als ein Trio Möbelpacker und mit so viel Freude, dass ihr die Herzen ihres Teams nur so zufliegen. Bevor sich Dostal ganz dem Styling widmete, arbeitete sie als Redakteurin und Fashion Director für verschiedene Zeitschriften. Weiterentwicklung soll man nicht stoppen, gute Ideen eben so wenig – deshalb ist Elke Dostal heute ihr eigener Boss und mit ihrer aktuellen Strecke „Life’s a Playground“ auf Seite 40 zu sehen.

Nach jeder Druckabgabe verteilt sie High Fives à go go und sorgt auch sonst mit Geschichten aus dem Leben einer Dreißigjährigen für gute Laune. Letztere wünschen wir auch Ihnen, weshalb Sie unsere Leitende Redakteurin Marina Warth im großen Beauty Report mit allen News und Tipps versorgt (Seite 52). Kümmert sich Marina bei uns nicht um die schönen Dinge des Lebens, feilt sie an ihrer Bucket List oder ihren Kochkünsten, die mittlerweile über die Kreation des perfekten Omeletts hinausgehen.

Paris und Südafrika – zwei schöne Orte, aber auch zwei Städte, für die du Nerven wie Drahtseil brauchst. Oliver Beckmann bleibt über der Pariser Rush Hour genauso gelassen wie während der Hitzewelle in Kapstadt, wo er nach seinem Studium in NYC und seiner Assistenzstelle bei Albert Watson lebt. Viele Geschichten säumen Beckmanns Weg, der mit dem Shooting für „Life’s a Playground“ (Seite 40) eine weitere Stufe nach oben führt.

Aus dem hohen Norden ist Angela Sisca nach Zürich gereist, hat Nordsee und Franzbrötchen hinter sich gelassen und in unserer Redaktion Platz genommen. Während über eines Jahres hat die Hamburgerin für uns als Redaktionspraktikantin die schönsten Beauty-Produkte recherchiert und darüber die Limmatstadt ins Herz geschlossen. Corona-Lockdown: check. Autoprüfung: ebenfalls. Dann kann’s ja jetzt losgehen. Eigentlich. Doch Angela bleibt nach ihrem Einsatz bei uns Zürich treu – und wir freuen uns jetzt schon, unserer liebsten Hamburgerin beim Gang über den Flohmarkt oder dem Schlemmen der stadtbesten Suppe über den Weg zu laufen. Der CV von Michael Dürr liest sich wie die Zukunftsvision eines Zehnjährigen: Geräteturner, Turmspringer, Kurator, Kameramann, Regisseur, Wanderkinobetreiber… die Liste ist lang. Wer so viele Stationen durchlebt hat, weiß heute genau, wofür sein Herz schlägt. In Dürrs Fall ist das die Momentaufnahme, in Bild oder Ton, mal als Film, mal als Foto. In der Branche bekannt als Spezialist für Tagesfotografie buchen ihn für Kampagnen in Mode und Werbung Brands wie Diesel, Mac Cosmetics oder Lena Hoschek, stehen nicht gerade Vivienne Westwood oder David Lynch vor Dürrs Kamera. Dazwischen schießt der Wiener auch richtig tolle Modestrecken, siehe „Beton Träume“, Seite 84. 10

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B E O P L AY H 9 5 KO P F H Ö R E R

NOISE. CANCELLED. 95 Jahre Kl a ng , Ha ndwe rk und D e sig n

Außergewöhnliche Adaptive Active Noise Cancellation Elegante und intuitive Bedienelemente Hervorragende Klangleistung mit Treibern aus Titan

F I N D E N S I E D E N N ÄC H S TG E L E G E N E N H Ä N D L E R U N T E R B A N G - O L U F S E N . D E / F I N D - S TO R E


1 Moët & Chandon, „Moët Ice Impérial Rosé“, 1'000 ml, ca. 55.– 2 Artdeco, Bronzing Blush in „Good Vibes“, ca. 28.– 3 Alessandra Rich, vergoldete Oversized-Ohrclips mit Kunstperlen und Kristallen, ca. 246.– (net-a-porter.com) 4 Fur, „Bath Drops“, Badekugeln mit Pflegeölen, ca. 35.– (beautybay.com) 5 By Terry, Hyaluronic Hydra Foundation in „100C Fair “, pflegend und mit Lichtschutzfaktor 30, ca. 68.– 6 Vanina, „Le Comino“, aus Kunstperlen und goldfarbenen Zierperlen, ca. 320.– (net-a-porter.com) 7 Cire Trudon, „Adb El Kader Room Spray“, Raumduft mit Nuancen aus Apfel, Ingwer und Johannisbeere. 375 ml, ca. 210.– (net-a-porter.com) 8 Caudalie, „Vinosculpt“, liftender und straffender Körperbalsam. 250 ml, ca. 35.– (globus.ch) 9 & Other Stories, „Tender Chamois“, Nagellack, ca. 9.–

NOCH SCHÖNER

Your Highness

Wenn sie bei ihrem täglichen Spaziergang durch die Korridore des Palastes stolziert, beschreibt ihr Look die Würde und den Anmut einer richtigen Dame: Der Rücken immer gerade, der Blick stets geradeaus gerichtet. Das Make-up? Ausdrucksstark und makellos. Dank intensiver Pflege und deckendem Makeup, mit Sonnenschutz, wohlgemerkt, spiegelt ihr Hautbild noble Perfektion wider, neben voluminösen Locken trägt sie ihr Haar hochtoupiert und mit Haarspray fixiert – wer hoch angesehen ist, muss schließlich auch so auftreten! Was aber hinter der königlichen Fassade liegt, zeigen ihr Perlenschmuck, der nach Statement schreit, und schrille Muster auf ihren Kleidern: Diese Königin steht auf Rock’n’Roll statt Mozart.

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Antonio Marras inszeniert seine Models royal. Bei Moschino trifft Barock auf Rock’n’Roll.

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FKA Twigs im royalen Look.

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O CKER DER C RE TE S R

WÄHLE

1.

3.

Charming Collection

LE O

OH

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Ab sofort kannst Du bei THOMAS SABO die neue Charming Collection entdecken! Dich erwartet eine grenzenlose Vielfalt an trendigen Ketten, Armbändern, Ringen, Anhängern und Ohrringen. Lass Dich inspirieren und unterstreiche mit einzigartigen Kombinationen Deinen ganz persönlichen Look.

2.

Kombiniere mit einem oder auch zwei der vielen Ear Charms

MIX &

MATCH

4.

Ergänze nach Lust und Laune

NEVER ENDING EAR PARTY Ohrstecker, Ear Charms, Creolen oder Ear Cuffs – je wilder die Party, desto besser!

Die mit viel Liebe zum Detail handgefertigte Schmuckkollektion von THOMAS SABO ist in unseren Shops und online unter www.thomassabo.com erhältlich. Follow us on Instagram: @thomassabo_charmclub


D A S G E F Ä L LT U N S A N I H R

Good Girl Menschenleer und endlos lang – vor ihr erstreckt sich ihr ganz persönlicher Laufsteg. Nach einem kurzen Kontrollblick heißt es: Let the show begin! Erst zurückhaltend, dann selbstbewusst: Sie bringt den Raum mit ihren Loafern zum Beben! Die Bücher fest umschlossen, tanzt sie umher und befreit ihr vom Haarreif zurückgehaltenes Haar. Die Gedanken, die sie vorhin noch plagten, werden von Glücksgefühlen verdrängt. Erst als die Klingel ertönt, wird sie aus ihrer Welt gerissen, und der zuvor ausgestorben leere Korridor wird von allen Seiten mit Schülern durchströmt. Der Rock glatt gestrichen, die Bluse zurecht gerückt, und schon stolziert sie mit erhobenem Kopf und einem selbstsicheren Lächeln in Richtung Klassenzimmer.

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Gucci

Der Liebling einer ganzen Nation: die pausbackige Shirley Temple 1936.

Dior

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1 Fendi, Baguette Schultertasche aus Leder mit Canvas-Besatz, ca. 877.– 2 Self-Portrait, Bluse aus Baumwollpopeline, ca. 290.– 3 Alessandra Rich, klassischer Choker aus Messing und Glas, ca. 575.– 4 Ebba, Haarreif aus Polyester, ca. 14.– 5 Marciano Guess, Minirock aus Polyester, ca. 149.– 6 Gucci, Handschuhe mit Schleife aus Lammleder, ca. 977.– 7 Raey, durchsichtige Socken aus Seidenmisch-Stretch-Jersey, ca. 40.– 8 Miu Miu, Verzierter Pullover aus Lammwolle, ca. 1'090.– 9 Thomas Sabo, Armband aus 925 Sterlingsilber, ca. 179.– 10 Bally, „Dahlia“, Pumps aus Leder, ca. 560.– 11 Ganni, Kragen aus Lam mleder, ca. 166.–

Oktober 2020


CBD FÜR GESTRESSTE HAUT

Gesichtsöl, CHF 34.95:

Reinigungsmaske, CHF 29.95:

Dieses Gesichtsöl ist angereichert mit einer Mischung aus natürlich gewonnenem CBD und Hanfsamenöl. Die leichte, nicht fettende Formel hilft dabei, den Feuchtigkeitsgehalt Deiner Haut wiederherzustellen und die Beschwerden dehydrierter Haut zu lindern.

Unsere innovative und neue Balsam-Öl-MilchTextur ist mit feuchtigkeitsspendendem Olivenöl, reinigender weisser Tonerde und einer Mischung aus CBD und Hanfsamenöl angereichert. Die Haut wird von Schmutz befreit und gleichzeitig gepflegt.

99.9% Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs & vegan

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D A S G E F Ä L LT U N S A N I H M

Tramp Grelle Lichter, Farben und eine ganze Menge zu sehen: Wir befinden uns auf dem Jahrmarkt. Unsere Aufmerksamkeit gilt jedoch ihm: Geschmeidig huscht er zwischen allen hindurch. Gelächter vermischt sich mit den lauten Sirenen der Attraktionen. Als Profi lässt er sich davon aber nicht beirren. Sein Ziel fest im Blick, bereitet er sich auf seinen großen Auftritt vor. Einen letzten Seitenblick über seinen edlen Blazer, bevor er gezielt über seine schwarzen Lederboots stolpert. Der Aufprall ist hart, die Frau pikiert. Entschuldigend blickt er sie an, richtet seine Melone und verschwindet spurlos in der Menschenmenge. Ein verschmitztes Lächeln macht sich in seinem Gesicht breit, und in der Tasche seiner Seidenhose funkelt das gewonnene Schmuckstück.

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Alexandre Mattiussi

Dior

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Charlie Chaplin sorgte für Lacher – wie das Schausteller eben so tun.

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1 Emporio Armani, Schultertasche aus Leder, ca. 530.– 2 Gucci, Handschuhe, ca. 350.– 3 Paul Smith, „The Kensington“, einreihiger Blazer aus Samt, ca. 881.– 4 Dolce & Gabbana, Hose mit geradem Bein aus Satin, ca. 747.– 5 Ann Demeulemeester, Halskette mit Federanhänger, ca. 142.– 6 Roberto Collina, gestreifter Pullover aus Alpakawolle, ca. 263.– 7 Guidi, Ankle-Boots aus Leder, ca. 1'275.– 8 Saint Laurent, gestreifter Schal aus Wolle, ca. 472.– 9 Thomas Sabo, „Rebel With Karma“, Herrenuhr aus Edelstahl, ca. 319.– 10 Norwegian Rain, Bucket Hat aus recyceltem Polyester, ca. 161.–

Oktober 2020


MEINE WELT, WIE SIE MIR GEFÄLLT. PS &S O H S 150 AURANT REST s Samstag,

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PIK PRINT IS KING Text: Marina Warth

Elegant entspannt Gras, Pot, Mary Jane… für Cannabis gibt’s wohl genauso viele Wörter wie Vorurteile über dessen Konsumenten. Dabei ist das grüne Kraut längst in den Salons angekommen, wo dicke Männer in 18

Anzügen normalerweise Zigarren rauchen. Die Welt im Clinch: legalisieren, ja oder nein? Das Volk im Zwiespalt: konsumieren oder verurteilen? Währenddessen geht

der Kreuzzug von Marihuana weiter, erreicht Redaktionen, die ihm ganze Zeitschriften widmen, und Küchen, die aus der Pflanze Gerichte zaubern, für die es

Kritiker Sterne regnen lassen. Vorbei die Zeiten, wo Joints in Hinterhöfen von einer zur nächsten Hand und von Lippe zu Lippe gingen: Heute zelebriert gestalten die Cannabis-

Kultur in einem 256 Seiten starken Wälzer. gestalten & Santiago Rodriguez Tarditi, „High On Design. The New Cannabis Culture“, Gestalten, Hardcover, 256 Seiten, ca. 40.– Oktober 2020


Party

Bei La Marchigiana gibt’s regionales Handwerk.

SHORT TRIP

einem Kaffee im historischen Caffè Elena auf der Piazza Vittorio Veneto in den Tag. Danach geht’s zum Frühstück in die Torteria Berlicanbarbis, wo die Konditoren jeden Tag leckere Kuchen zaubern (über 50 listet das Sortiment!) und man aus über 100 Teesorten wählen kann. Im Fanfaron Bistrot speist man Piemonteser Spezialitäten wie Ravioli del Plin oder Tajarin, eine Art Teignudel, mit Wurst. Holztische und karierte Tischtücher machen das Barbagusto so sympathisch, das für seine simple Küche bekannt ist, deren Gerichte schmecken wie bei Nonna.

Text: Marina Warth

JETZT SIND WIR IN...

Turin Die Architektur, die eleganten Plätze. Das erinnert an Paris, wenn Turin auch ein anderer Charme umgibt. Turin macht gerade eine Verwandlung durch, vom Teenie zum Erwachsenen, ein Umstand, der uns die Stadt unweigerlich auf die Bucket List treibt. Im Herbst zeigt sich Turin von seiner schönsten Seite, wenn Fresken und Gemäuer in der Abendsonne zum Leben erwachen und uns Geschichten erzählen, die selbst die Gebrüder Grimm nicht besser hätten schreiben können. Eine, die dann ganz aufmerksam zuhört, ist Rosy Cantarino, hier geboren und aufgewachsen, und deshalb die Richtige, um uns diesen Monat ihre Favoriten zu zeigen. 20

Historisches Gemäuer an jeder Ecke.

Wie aus dem Märchen.

Lecker essen bei Barbagusto.

Wohnen

Im Duparc Suite Hotel im Stadtzentrum fühlt man sich sofort zuhause. Neben den Apartments und Junior-Suiten beherbergt das Hotel auch Kunst und ein Spa, dessen Annehmlichkeiten alle Sorgen verpuffen lassen. Im B&B Via Stampatori übernachtet man im historischen Gemäuer, genauer gesagt im ältesten Palast Turins. Das Highlight: das Frühstück auf der blumenüberrank-

ten Terrasse. Wer sein Geld lieber in gutes Essen denn teure Zimmer investiert, ist im Tomato Backpackers richtig, das in seinem Caffè Moderno regelmäßig tolle Events organisiert. Möblierte Apartments für längere Aufenthalte gibt’s in Turin bei Visionapartments in der Corso Massimo d’Azeglio.

Essen

Am besten startet man mit

Shopping

In der Via Roma oder Via Lagrange befinden sich die großen Shops bekannter Marken, kleinere Handwerker sind in San Salvario zuhause. La Marchigiana führt beispielsweise handgemachte Schuhe und Taschen aus Italien. In Sachen Kleidung hat das Atelier Sassi die Nase vorn, das die Kollektionen der Stylistin Alessandra Berardi führt. Souveniers und Objekte zum Mitnachhausenehmen führt La Maison De Wan, eine historische Boutique im Herzen Turins an der Piazza San Carlo. Hier gibt’s italienisches Handwerk, Taschen, Schals und Schmuck zu erstehen.

Den Industrial Chic zelebriert das Edit, eine ehemalige Fabrik, in der es heute abends und am Wochenende zu und hergeht wie im Bienenstock. An der Barz8 stehen die begnadetsten Barkeeper der Stadt, die sich nicht davor scheuen, ganz ausgefallene Kreationen im Schüttelbecher zu mixen.

Quartiere

San Salvario hat sich in den vergangenen Jahren vom Problem- zum Hipster-Viertel gemausert, wo sich Handwerker mit ihren Shops, Designer mit ihren Boutiquen, Baristas mit ihren Cafés und junge Wilde mit ihren Bars, Clubs und Restaurants angesiedelt haben. Dank der 18 Kilometer langen Arkaden lässt sich die Innenstadt Turins übrigens auch bei Regen und zu Fuß wunderbar geschützt erkunden.

Must do

In San Salvario einen Vermouth da Affini genießen.

Events

Cioccolatò 30.10. bis 8.11. Während des jährlichen Schokoladenfests beehren Chocolatiers aus der ganzen Welt die Stadt.

Rosy Cantarino ist Reisebloggerin. liebt Abende mit Freunden. hasst Oberflächlichkeit. sonoinvacanzadaunavita.it

Alle Adressen gibt’s auf faces.ch Oktober 2020


W I T H

S T I C K T H E B E S T

AC C OM MODAT I O N F O R C H A M P I O N S

Book a stay for the upcoming Ice Hockey World Championship May 8th-24th, 2020

ZURICH, LAUSANNE

info@visionapartments.com +41 44 248 34 34


GG GUTE GRÜNDE…

...für und gegen High Heels

Text: Marina Warth

FÜR

GEGEN

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1.

2.

2.

Küssen mit 30 Zentimetern Größenunterschied führt früher oder später zu Nackenstarre. High Heels schaffen Abhilfe.

Das Geld, das wir in Blasenpflaster investieren, wäre in orthopädisch wohlwollenden Schuhen deutlich besser angelegt.

Endlich dem Vordermann beim Konzert über die Schultern linsen, yes!

Kopfsteinpflaster ist der High Heels’ ärgster Feind.

3.

Der Grat zwischen Sexbombe und stöckelndem Storch ist schmal.

3.

Gestreckter Körper, kraftvoller Gang, verlängertes Bein – was Schönheits-OPs und verbissene Gym-Besuche nicht hinkriegen, schaffen hohe Schuhe beim ersten Schritt.

4.

An der Sicherheitskontrolle am Flughafen aus den hohen Hacken schlüpfen zu müssen, kommt einer modischen Amputation gleich.

4.

Frauen in hohen Schuhen machen Kerle richtiggehend willenlos. Billige Biologie.

5.

5.

Pfefferspray oder Taser? Im Ernstfall wird auch der Absatz zur Waffe..

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Der Genickbruch ist nicht weit…

Gebrochene Knöchel, entzündete Blasen, gezerrte Sehnen, Bänderrisse, verdrehte Knie, verbogene Zehen, verkürzte Wadenmuskeln, versteifte Achillessehne, Gelenksarthrose, Hallux Valgus... brauchen Sie noch mehr?

Oktober 2020


International FORUM on Women‘s Brain and Mental Health

Women‘s Brain Project

0. 2 — . 19 0 R 202 SEPTE

MBE

L I V EST

WEBC

A

SAG‘ SEX & GENDER-UNTERSCHIEDEN DEN KAMPF AN

Das Women‘s Brain Project Forum

Das diesjährige WBP-Forum nimmt dich mit auf eine Reise, bei der anhand von Sex- und Gender-Unterschieden das Thema mentale Gesundheit über die gesamte Lebensspanne untersucht wird: Von Alzheimer, über Migräne, Lifestyle-Veränderungen bis hin zu neuen Technologien. Wir heissen dich am 19. und 20. September digital herzlich willkommen! www.forum-wbp.com/register

Was ist Be Brain Powerful®?

Be Brain Powerful® ist eine wissenschaftlich

The Women’s Brain Project (WBP)

Das Women‘s Brain Project (WBP) ist eine internationale Non-Profit-Organisation mit

Sitz in der Schweiz, die sich dem Thema Sex- und Gender-Forschung bei psychischen Erkrankungen als Türöffner zur personalisierten Medizin verschrieben hat.

Wir untersuchen, welchen Einfluss das Thema Sex und Gender auf das Gehirn und die mentale Gesundheit hat und welche Bedeutung das für Diagnosen und Behandlungen mit sich bringt.

Wusstest du? Frauen machen …

fundierte Kampagne, die das Bewusstsein für das Thema psychische Gesundheit stärken möchte. Ein Teil der Kampagne ist eine 30-tägige

2/3 der AlzheimerErkrankten aus

2/3 der Menschen mit Depressionen und Angststörungen aus

3/4 der an Migräne Leidenden aus

4/5 der Menschen mit Multipler Sklerose aus

Gesundheits-Challenge, bei der die Teilnehmerinnen täglich Tipps und einfache Aufgaben erhalten, wie man selber etwas für seine mentale Gesundheit tun kann.

Die Co-Founder des WBP (v.l.n.r.): Dr. Annemarie Schumacher-Dimech (Mitbegründerin & Präsidentin) Dr. Maria Teresa Ferretti (Mitbegründerin & Wissenschaftliche Leiterin) Dr. Antonella Santuccione Chadha (Co-Founder & CEO)

www.womensbrainproject.com

Be Brain Powerful kommt in die Schweiz Tu‘ jetzt etwas für deine mentale Gesundheit

Ursprünglich in den USA von der Global Alliance on Women‘s Brain Health und USAgainstAlzheimer‘s gegründet und erfolgreich umgesetzt, kommt die Kampagne nun auch endlich in die Schweiz! Du kannst dich per E-Mail für die Kampagne anmelden oder die Geras Solutions App herunterladen, die dich unkompliziert durch die 30-tägige Brain Health Challenge führt.

Scanne jetzt den QR-Code und werde Be Brain Powerful-Unterstützerin®! Gesponsert von: Biogen und Lobnek Wealth Management


She’s obviously channeling one person, which is herself. Anna Wintour

Talent wie ihres kommt nicht oft vor. Elton John

BILLIE EILISH

She can no longer go out in the world. She tries, and it’s not been working out too great lately. It’s hard for her to go to more normal teenage places or places in Los Angeles where everyone hangs out. Maggie Baird, Mutter

She just knows exactly what she wants. Finneas O’Connell, Bruder

Ich lasse sie einfach ihr Ding machen, und falls sie mich je braucht, werde ich für sie da sein. Justin Bieber

Amazing, amazing, amazing! Takashi Murakami

Ich liebe Billie! Selena Gomez

We must protect Billie! Beings like her don’t enter our orbit often. Katy Perry

Ich hasse ihre Musik. Simon Cowell

I love Billie Eilish, and I feel like I’ve been waiting for this time in pop-music culture. Landa Del Rey

Billie Eilish giving me all the feels. Alicia Keys

Ich liebe sie, und wer sie nicht mag, der kann gleich aufstehen und rausgehen. Melissa McCarthy

Sweet human.

I think she’s fantastic.

Camilla Cabello

Hailey Bieber Baldwin

I think she’s honest, she’s raw, she’s chill. Jessie Reyez

She’s an artist who is very much herself and also extremely talented – and that’s why it’s working for her. Avril Lavigne

I just want her to keep doing her goddamn thing. Tyler, the Creator

Sie macht ihr Ding. Keiner sagt ihr, was sie zu tun hat. Thom Yorke

This woman does not fuck around. It’s so good. Niall Horan

When I look at someone like Billie Eilish, I’m like... shit man – Rock and Roll is not even close to being dead. Dave Grohl

Die übergroßen Pullis, die farbenfrohen Prints, das grell gefärbte Haar: Billie Eilish provoziert nicht nur mit Musik und Aussagen, sondern auch mit ihren Looks. Wir haben die besten.


HVH

THEKLA WILKENING

©DENYS KARLINSKYY

Die Hamburgerin macht die Welt ein bisschen besser.

Princess of Sustainability Die Modebranche muss umdenken. Schleunigst. Thekla Wilkening hat Fast Fashion längst den Kampf angesagt und stellt sich mit neuen Ideen gegen das immer schneller drehende Modekarussell. Text: Marina Warth

Besitz ist eigentlich scheiße. Er verstopft Gehirn und Kleiderschrank und letzteren irgendwann so, dass selbst Marie Kondos Tipps anmuten wie ein Maßbecher zur Bekämpfung der Überschwemmung. Weshalb nicht einfach leihen, was einen Abend lang glücklich macht, denkt 26

sich die Hamburgerin Thekla Wilkening, und zwar nicht erst heute, wo große Labels mit ein bisschen Greenwashing auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen wollen, sondern tatsächlich schon 2012. Sie gründet im Alter von 25 die Kleiderei, einen Service zum Ausleihen

von Kleidung. Die Nachfrage ist groß – und größer als sie das junge, motivierte Team stemmen könnte. Überschwemmung folgt. Aber das macht nichts, im Gegenteil: Dass die Freude über der nachhaltigen Idee solch weite Kreise schlägt, spornt Wilkening an, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Etwa mit dem temporären Showroom Prepeek, mittels dem sie im Februar 2020 60 Schauspieler und Schauspielerinnen für die Berlinale mit nachhaltiger Mode einkleidet. Oder Stay Awhile, der kleinen Schwester der Kleiderei, die so viele Fans sammelt, dass die Abschiedsmeldung im

August 2020 für Kommentare sorgt, die sich Boybands bei ihrer Auflösung wünschen würden. Corona hinterlässt eben Spuren, und auch ein nachhaltiges Business ist nun mal ein Business. Aufstehen, Staub abklopfen, weitermachen. Denn für Thekla Wilkening gibt es noch viel zu tun. Oktober 2020


NIKLAS EKSTEDT

M AT T H E W B A L L

Außer dem Kühlschrank benötigt Niklas Ekstedt in seinem Restaurant null elektronisches Equipment. Das ist jedoch erst ein Grund, warum die Gourmetgilde den Schweden als heißestes Eisen im Feuer handelt. Text: Marco Rüegg

(ja, die Fleischbälle von Ikea) viel älter sind als der Elektroherd. Wie, fragt Ekstedt, haben die das hingekriegt? 2011 eröffnet sein zweites, nach ihm benanntes Lokal, mitten in der Hipsterzone Östermalm. Schlicht eingerichtet, immer voll. Ofen, Herd, Grill (600 Grad heiß!), alles holzbetrieben. 200 Kilo Birke brennen pro Abend. Mit dem „Wie“ verdient der heute 41-Jährige seinen Michelin-Stern jedoch höchstens am Rande. Weil, im scheinbar Grobschlächtigen entsteht bestechend Raffiniertes. Mittelalterliche Methoden, moderne Molekulargerichte. Da wird pulveri-

siert, fermentiert, grilliert, parfümiert, karamellisiert, mit Aromen experimentiert. Knackpunkt ist das Timing: Die enorme Hitze zwingt Ekstedts Team, Abend für Abend eine streng durchgetaktete Choreografie aufzuführen. Inszeniert mit einer Perfektion, die dem Chefdirigenten höchste Meriten einbringt. Channel 4 beruft ihn zum Juror der Netflix-Show „Crazy Delicious“. 2019 organisiert der zweifache Familienvater das Foodstock-Festival – ratzeputz ausverkauft, obwohl es in der Abgeschiedenheit des SchärenArchipels stattfindet. Dort also, wo alles begann. © D AV I D B A C K

Plötzlich: Sackgasse. Mit 30 gilt Niklas Ekstedt als James Blunt der skandinavischen Haute Cuisine. Ziemlich erfolgreich zwar. Aber eben auch ziemlich weichgegart. In der Sinneskrise flüchtet der Starkoch ins Exil des Schärengartens, der Inseln östlich vor Stockholm. Ruhe, Natur, rustikale Hütte mit Feuerstelle statt Stromanschluss. Dort zündet der Funke: Retour in der City wälzt Ekstedt die Schinken der Königsbibliothek im Humlegarden-Park, wo Kochtechniken der Samen, Spätwikinger und Rentierjäger über Jahrhunderte dokumentiert sind. Er entdeckt etwa, dass Köttbullar

Oktober 2020

©PICTURE ALLIANCE / PHOTOSHOT

Brandstifter

Im Dienste Ihrer Majestät Der Körper, 74 aus Granit gehauene Kilo. Die Konzentration, unerschütterlich wie das Himalaja-Massiv. Wer Balletttänzer für Weichbecher in Tutus hält, ist noch nie einem wie Matthew Ball begegnet. Text: Marco Rüegg

Hockey-Cracks, RugbyRabauken – manche Disziplin behauptet, die härtesten Kerle hervorzubringen. Neben den Helden in Strumpfhosen des Balletts am Royal Opera House in London jedoch können alle einpacken – und Fußball-Divas à la Ronaldo sowieso. Was würde so ein Millionario wohl antworten, müsste er nach einem harten Tag raus ins Schneegestöber, um für andere die Kohlen aus dem Feuer zu holen? An einem Märzabend 2018, draußen tobt der Winter, erhält ein vom Training erschöpfter Matthew Ball einen Anruf. Er müsse sofort antanzen, der Hauptdarsteller von „Giselle“ habe sich verletzt, und er müsse nun den Part übernehmen, den er bis dahin erst einmal aufführte. Übrigens ist der Angeschlagene nicht irgendwer, sondern Weltstar David Hallberg, und das Auditorium seit Wochen ausverkauft. Im Taxi trägt der damals 24-Jährige Make-up auf, bringt die Nummer souverän

über die Bühne. Der Lohn: Standing Ovation und die Beförderung zur Primadonna des königlichen Ensembles. Seinen 34'000 Insta-Followern präsentiert Matthew Ball, der im Palmares von Romeo bis Don Quixote sämtliche ikonischen Rollen führt, ästhetische Leckerbissen von Shootings, aber auch Eindrücke eines Alltags, der viele Athleten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt – physisch wie mental. So drahtig die Muskeln, so fragil die Perspektiven. Der körperliche Verschleiß bedeutet oft das Karriereende mit 35. Die Konkurrenz ist enorm, ein Ausrutscher, ein verstauchter Knöchel – weg vom Fenster! Bald flacht darum der Hype wieder ab, den der Kinohit „Billy Elliot“ 2000 auslöst. Matthew Ball beißt durch. Seit er sechs ist. Jungs hätten ihn übrigens nie gehänselt, höchstens die Girls in seiner Tanzgruppe. Ob sie neidisch waren auf den Spandex-Adonis? Oder eher heimlich verliebt? 27


©PICTURE ALLIANCE / NEWSCOM

JOHN OLIVER

MICHAELA COEL

Die Waffen einer Frau Ein Drink zum Feierabend sollte einen Tag beschließen. Am nächsten Tag erwacht Michaela Coel mit einem Trauma. Es hätte sie auffressen können. Doch stattdessen beißt sie zurück.

© R I C H A R D G O L D S C H M I D T / P I C T U R E A L L I A N C E / W W W. P I Q T U R E D . C O M

Text: Marco Rüegg

She too: 2016 lädt ein Kollege die erfolgreiche Serienautorin und -darstellerin Michaela Coel in eine Bar ein. Stunden später erwacht sie, wie sie später in Interviews erzählt, mit sturmem Schädel und der nebligen Erinnerung daran, wie sie, lahmgelegt von einer ins Glas geschmuggelten K.O.-Substanz, sexuell missbraucht wird. Der Horror hätte sie aus der Bahn werfen können. Doch die seelischen Narben trägt die Ghanastämmige mit dem Stolz einer verwundeten Löwin – und setzt wie eine solche zum Gegenangriff 28

an. Im Juni startet „I May Destroy You“ auf HBO und BBC. Coel – Jahrgang 1987, aufgewachsen in East London – übernimmt Produktion, Regie, Drehbuch und Hauptrolle. Arabella, ein fiktives Social-Media-Starlet, lebt über zwölf Episoden vor, wie das Verarbeiten einer Vergewaltigung nicht (nur) über Trübsal und Selbstmitleid führen muss. Auf die Hinterbeine zu stehen, das lernt die Afro-Britin spätestens, als sie sich 2009 an der Kunstschule Guildhall einschreibt, als erste Woman of Color seit einer halben Dekade. Ihr

Abschlussprojekt liefert die Basis für „Chewing Gum“, zwei Staffeln lang übernimmt die ehemalige Literatur- und Theologiestudentin Script und Hauptrolle der Channel4-Sitcom, für welche die Frontfrau den BAFTAComedy-Award erhält. Kein Vergleich jedoch mit dem Hype, den diesen Sommer ihre Katharsis „I May Destroy You“ auslöst. 2020 führt sie die Vogue in der Liste der einflussreichsten Ladys weltweit. Stellvertretend für eine Generation, die – statt zu schweigen und zu leiden – lieber schreit und kämpft.

Klugscheiß-Supernova Auf Tinder wäre John Oliver der klassische Swipe und in der Schule jener Typ, dem sie Furzkissen und Reißnägel auf den Stuhl legen. Als Latenight-Host jedoch ist er der Highliner der Stunde – auf beiden Seiten des Atlantiks. Text: Marco Rüegg

Dreißig Minuten neunmalkluges Geplapper? Das Format von „Last Week Tonight“ steht heillos quer in Zeiten der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne. Zumal der Redende durch alle Maschen fällt: Spießbürger-Frisur, Allerweltsnamen, 0815-Anzug... Allerdings ersetzt John Oliver die Krawatte regelmäßig durch eine Fliege – wenn er für seine spätsonntägliche Wochenrekapitulation auf HBO einen Award abholt. Wieder einmal. Es müssen Tonnen von Edelmetall sein, die der im Frühling 1977 im Birminghamer Biedermann-Milieu geborene Brite daheim bunkert. Vor der Beförderung zum Chairman fliegt der Cambridge-Absolvent unterm Radar. StandupAuftritte in Clubs, an Comedy-Festivals, ein Emmy als Pointenlieferant für Jon Stuart’s „Daily Show“. Für diese siedelt er 2006 nach New York über, sieben Jahre später

flankiert er Stuart als Gast. Kritiker frohlocken, 2014 startet „Last Week Tonight“. Von all seinen Projekten (unter anderem bespaßt der mit einer Militärärztin verheiratete Oliver 2013 die US-Truppen in Afghanistan) avancieren die messerscharfen Analysen zur Primadonna des 43-Jährigen, mit teils über einer Million Zuschauern. Als im Frühling jemand unter den zwanzig Angestellten an Covid-19 erkrankt, sendet der Host kurzfristig aus dem Homeoffice. Celebrities, CEOs, Regierungschefs, alle kriegen ihr Fett weg. Speziell Donald Trump. Was einmal einen Schock bei der Einreise in die USA zur Folge hat: „Warum“, fragt der Immigrations-Offizier den inzwischen mit einer Green Card gesegneten Comedian, „sollte ich dich reinlassen, wo du dauernd mein Land beleidigst?“ Es ist ein Scherz. Der Beamte outet sich als eingefleischter LWT-Fan. Oktober 2020


ILARIA VENTURINI FENDI

Fuck off, fashion Von der Modemacherin zur Landwirtin: Ilaria Venturini Fendi lässt den Laufsteg hinter sich und kreiert heute höchstens noch Ohrringe oder Taschen aus alten Konservendosen. Text: Marina Warth

Während in Mailand die Models bei Fendi über den Laufsteg stöckeln, kämmt Ilaria Venturini Fendi auf ihrem Bauernhof gerade ein Schaf. Irgendwo neben Rom hat sich die Fendi-Tochter ein Reich aufgebaut, das mit demjenigen ihrer Eltern und Geschwister so gar nichts zu tun hat. Lange Zeit designt Ventu-

rini Fendi Accessoires für die Fendissime-Linie, entwirft Schuhe und Taschen und ärgert sich stetig mehr darüber, dass morgen schon wieder als alt betitelt wird, was sie noch gestern neu kreierte. Sie steigt aus, lässt den Modezirkus hinter sich, zieht aufs Land, das ihr alles bietet, was sie zum Leben braucht. Es ist die Sinnfrage, die damals an

ihr nagt wie ein ausgehungerter Straßenköter an einem weggeworfenen Rippchen. Dann ist alles anders: Das Blöken der Schafe löst das Klatschen der Front Row ab, selbst produzierter Käse die Häppchen an den Events der Fashion Week. Der Konsumwahn, er ist Ilaria Venturini Fendi zu viel, der Familienname zu schwer. Der Tapeten-

wechsel tut ihr gut und rollt auch den Faden neu auf, den Venturini Fendi irgendwo zwischen pelzbestücktem Schlüsselanhänger und Resort Collections losgelassen hat. Es beginnt ihr zu fehlen, das Design. Und so gründet sie 2006 Carmina Campus, ein Label, das alles anders machen soll, besser. Nachhaltig und ressourcenbesorgt.

Aludosen, Flaschendeckel, alte Netze oder Steckdosen werden in Ilaria Venturini Fendis Händen zu neuen Taschen. Gerade mal 10'000 Stück fertigt sie davon jedes Jahr, kein Vergleich zur Massenproduktion des Elternhauses. Venturini Fendi findet ihren eigenen Weg – auch neben dem Mailänder Laufsteg.

©BWM GROUP / CARMINA CAMPUS FOR MINI

Mittlerweile kriegt Ilaria sogar Unterstützung der Familie: Die Schwester beteiligt sich an ihrem Bauernhof.

Oktober 2020

29


EOI

TA M A R A C L A R É N

EYES ON INFLUENCERS J A C Q U E L I N E Z E LW I S

Berlin Babe @whaelse Erlebnisse, Reisen und gutes Essen sind das, worin Jacqueline Zelwis aka Jacky ihr Geld investiert, das sie als Bloggerin und Content Creator verdient. Neun Jahre Bloggen, sechs Jahre Selbständigkeit. Zum eigenen Blog und den Social-Media-Accounts gehören mittlerweile sogar zwei Onlineshops. Was beschäftigt dich gerade am meisten? Aktuell ist natürlich noch immer die globale Pandemie ein großes Thema. Privat und beruflich hat sich mein Alltag dadurch komplett verändert. Auch wenn sich die Situation inzwischen ein wenig beruhigt hat und mehr Klarheit herrscht, ist 30

vieles noch unsicher und nicht wirklich planbar. Es ist noch immer ein sehr präsentes Thema, das mich jeden Tag beschäftigt. Die coolste Einladung, die du je erhalten hast? In den neun Jahren, die ich nun meinen Blog bereits habe, gab es schon so einige coole Einladungen und absolute Highlights. So zum Beispiel die Reise nach Paris zur Haute-CoutureShow von Jean Paul Gaultier, House-Running mit Odlo oder eine Pressereise nach Italien mit Martini. Ohne welches Gadget geht bei dir gar nichts? Müsste ich mich auf eins festlegen, dann wäre es wohl mein Handy. In der Realität geht bei mir nichts ohne meine

Kamera, meinen Laptop und das Handy. Wo möchtest du unbedingt noch hin? In Bezug auf das Reisen steht noch so einiges auf meiner Liste. Ich habe das Glück, in den vergangenen Jahren schon vieles gesehen zu haben. Immer wieder würde ich zum Beispiel nach Bali oder New York reisen. Ein Land, das ich unbedingt noch sehen möchte, ist Japan. Das steht ganz oben auf meiner Bucket List. Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Das Bewusstsein der Menschen im Bezug auf so einige Dinge. Das Bewusstsein dafür, was wir alles haben und wie gut es uns eigentlich geht. Es herrscht viel zu viel Unzufriedenheit und Negativität, dabei haben wir so vieles, für das wir dankbar sein können. Gleichzeitig sehen wir so viele Dinge als selbstverständlich an und vergessen, dass man diese auch pflegen muss. So zum Beispiel die Umwelt. Wie sieht dein normaler Arbeitsalltag aus? Mein normaler Arbeitsalltag ist tatsächlich ziemlich „langweilig“. Wenn keine Events anstehen oder Content produziert werden muss, dann sitze ich die meiste Zeit des Tages im Büro vor dem Laptop. Hier stehen Tasks wie E-Mails, Projektplanung, Konzeptionierung, Bildund Videobearbeitung und administrative Dinge an.

Sonnenschein

@tamaraclaren In Frankfurt am Main träumt Tamara Clarén von einem Leben voller Glück und Liebe, wenn sie ihren Leidenschaften nachgeht, dem Reisen, Shoppen und Fotografieren. Unordnung, Ungerechtigkeit und Lügen haben im Leben der Influencerin keinen Platz, lieber beschäftigt sie sich damit, Instagram mit schönem Content zu füllen, der ihren 110'000 Followers Freude bereitet.

Was beschäftigt dich gerade am meisten? Ich arbeite seit einigen Monaten an einem OfflineProjekt und hoffe, dass ich das Projekt bis zum Frühling 2021 mit der Öffentlichkeit teilen kann. Wie lange feilst du an einem Foto, bevor

du es auf Instagram veröffentlichst? Ich brauche maximal fünf bis zehn Minuten, bis ich mit meinem Bild zufrieden bin und es auf Instagram veröffentliche. In welchen Momenten wünschst du dir mehr Anonymität? Auf Instagram kann ich selbst entscheiden, was ich hochlade und was nicht. Daher betrifft mich dieses Thema kaum. Schlechte Erfahrungen wegen Instagram habe ich in meiner Privatsphäre bislang zum Glück nie erleben müssen. Wen stalkst du selbst auf Instagram? So richtig stalke ich niemanden. Ab und zu gehe ich durch meine Follow-Liste und schaue, was es bei den Bloggern

„Corona beschäftigt mich jeden Tag.“ Oktober 2020


ADRIAN KOZAKIEWICZ

für Neuigkeiten gibt. Was sammelst du? Ich bin nicht der Typ Sammler. Ich bin ein sehr minimalistischer Mensch und sortiere zuhause immer gerne aus. Ich mag es, wenn alles seine Ordnung hat. Welches Erlebnis wirst du nie vergessen? Es gibt einige Erlebnisse, die ich nie vergessen werde, aber einer meiner Lieblingsmomente war der Heiratsantrag meines Mannes am Strand in Aruba.

„Ich mag es, wenn alles seine Ordnung hat.“

Insektenfreund @Insecthaus_adi Zwischen BeautyGurus und FashionAddicts bedient Adrian als Insektenzüchter eine absolute InfluencerNische. Die Natur und ihre Tiere liegen ihm am Herzen, und dürfte er sich was wünschen, so würde er Corona vernichten und wieder nach Asien fliegen, um neue Insektenarten zu entdecken. Bis zur nächsten Entdeckungsreise bleibt Adrian Kozakiewicz in Karlsruhe und postet fröhlich aus seiner Heimat. Wen stalkst du selbst auf Instagram? @Daviddobrik, @Annazak12, @Janariva, @Crispyrob Wie wird man die Oktober 2020

Angst vor Krabbeltieren los? Man wird die Angst am einfachsten durchs bloße Beobachten der Tiere los, alleine das Anschauen von meinen Insektenvideos hilft tausenden Menschen, die Phobie zu beseitigen, es ist auch etwas Psychisches, man muss sich selber klar machen, dass die Tiere einem nichts tun und eigentlich sehr interessant und faszinierend sind, wenn man sie genauer betrachtet. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Skorpione oder Wespen, bei denen einem bewusst ist, dass die einen Stachel haben und zustechen können. Letzteres tun die aber nur bei Bedrohung,

solange man ruhig dasitzt und keine hektischen Bewegungen macht, passiert zu 99 Prozent nichts. Welches ist das am meisten unterschätzte Insekt und weshalb? Ich denke, alle kleinen fliegenden Insekten wie verschiedene Fliegen, Fruchtfliegen und BienenArten, die als Bestäuber extrem wichtig für die Menschheit sind und ohne die es so gut wie nichts auf der Welt gäbe, was wir täglich essen und nutzen. Wovor ekelst du dich? Vor Blutegel. Welches Erlebnis wirst du nie vergessen? Als ich das erste Mal mit 18 nach Thailand geflogen bin und die Tiere

in der Natur gesehen habe, die ich schon seit Jahren zuhause gezüchtet habe. Das war so ein toller und surrealer Moment für mich. Ich fand dort alles toll, es war und ist immer noch wie im Paradies für mich, in den Wäldern Asiens unterwegs zu sein. Man sieht immer etwas Neues, jede Sekunde ist spannend. Ich habe immer noch nicht genug von Asien, auch wenn ich schon so gut wie in jedem Wald Südostasiens war. Auch wenn ich beim Blick auf ein Biotop mittlerweile genau sagen kann, was da lebt, entdecke ich immer wieder was Neues, was ich noch nie zuvor gesehen habe. 31


EDS EAT & DRINK SHORTCUTS Text: Marina Warth

BOOKS

Noblesse

LIEBLING

PLACES

Leckerli „Chocolate is just like an orgasm.“ Britney Spears WE LOVE

Kaum ist der Sommer vorbei, gelüstet es uns nicht mehr nach Eiscreme, sondern nach Keksen. Unsere liebsten sind die knusprigen Gerber Biscuits, deren Geschichte über 100 Jahre zurück geht. Aus Vollkorn hergestellt, gibt’s die Schweizer Traditionskekse mittlerweile in acht unterschiedlichen Sorten – zum Beispiel mit Kokos, Zitrone, Schokolade oder Honig. Dabei verzichtet Gerber Biscuits komplett auf Palmöl und verwendet stattdessen Rapsöl für alle seine biozertifizierten Leckereien. Mit diesen Keksen im Vorratsschrank verkraften wir den Saisonwechsel gleich ein bisschen besser. Gerber Biscuits, diverse Sorten, 2 x 80 g, ca. 6.–

Döner, nur schöner

NICE TO HAVE

Mitbringsel

Menschen sind plötzlich heißer und Luftschlösser greifbar: Geht’s nach Ariel Arce, ist mit Champagner einfach alles besser. Ein Schluck ins Glück. Den Zauber des blubbernden Getränks erklärt Arce in seinem im November erscheinenden Buch „Better with Bubbles“, in dem erklärt, was man beim Champagnerschlürfen tragen sollte und wie man die perfekte Party schmeißt, um dem Sprudel gebührend zu huldigen. Ariel Arce, „Better with Bubbles: An Effervescent Education in Champagnes & Sparkling Wines“, Universe, ca. 45.– 32

Ausgelaufene Suppe im Sportbeutel? Oder kaltes Porridge im Büro? Die Thermobehälter von Chilly’s halten Speisen bis zu sechs Stunden heiß oder kalt. Absolut dicht verschlossen und platzsparend designt, sind wir damit für

jegliche Gelegenheit gerüstet, in der wir unser Selbstgekochtes durch die Gegend tragen wollen. Chilly’s, „Thermobehälter“, in acht Farben und den beiden Größen 300 ml und 500 ml erhältlich, ab ca. 24.–

Fleisch essen? Klar, aber in Maßen. Wenn die Alternativen allerdings so lecker sind wie das pflanzliche Pulled Pork oder Chicken von Planted, dann fällt uns die Entscheidung doppelt leicht. Zum Duo des Schweizer Startups gesellt sich nun auch planted.kebab, der fleischlose Kebab. Aus lediglich vier Zutaten besteht die pflanzliche Alternative zum normalen Kebab, selbstredend aus Wasser, Erbsenprotein, Rapsöl und Erbsenfasern, dazu kommen Salz und Gewürze. Zusatzstoffe suchen Skeptiker vergeblich, und auch im Geschmackstest hält der Pflanzen-Kebab mit dem Original locker mit. Planted, „planted.kebab“, 200 g, ca. 7.–

Charlie’s Chocolate Factory

Schokolade zu naschen macht umso mehr Spaß, je mehr man über die Herkunft ebenselbiger weiß. Im neu eröffneten Lindt Home of Chocolate in Kilchberg dürfen sich Naschkatzen von überallher wie Charlie im Reich von Willy Wonka fühlen – und dafür müssen wir nicht mal auf eine Einladung warten, steht das Zentrum doch jedem offen, dessen Herz für das süße Gold schlägt. Hier darf man den Chocolatiers über die Schultern schauen, die Schauproduktion erleben, Wissen in der interaktiven Ausstellung bunkern oder vor dem neun Meter hohen Schokoladenbrunnen vom Schoko-Koma träumen. Und wenn einem dann so richtig das Wasser im Mund zusammenläuft, dürfen die Leckereien im Degustationsraum auch endlich verputzt werden. Lindt Home of Chocolate, 360 Tage im Jahr geöffnet, 15.– Eintritt für Erwachsene und 10.– für Kinder, www.lindt-homeof-chocolate.com

Oktober 2020


TSC

PLACES

Nachts im Zoo

TRAVEL SHORTCUTS

Drake Bell BOOK

Der Berg ruft

Text: Marina Warth

NICE TO HAVE

No hashtags

Den Insta-Feed hängt man sich nicht an die Wand. Und es macht auch nur halb so viel Spaß, endlos nach unten zu scrollen, wenn man doch im hübsch arrangierten Fotoalbum blättern könnte. Sowieso hat Gedrucktes mehr Charme – aber das müssen wir Ihnen als treue Print-Leser nicht erklären. Um unsere Schnappschüsse direkt und ohne Umschweife vom Smartphone weg ausdrucken zu können, packen wir künftig den neuen Taschendrucker Polaroid Hi-Print mit ein. Über die zugehörige App geht das Drucken bei iOS und Android beinahe leichter von der Hand als das Versehen unserer Insta-Beiträge mit passenden Hashtags. Polaroid, „Hi-Print“, ca. 100.– Oktober 2020

„I’ve been to a lot of places, but I have to say Switzerland was my favorite.“

„Die Kinder vom Bahnhof Zoo“: ein Bestseller, den man gelesen haben muss. Genauso verhält es sich mit dem namensvetter’schen Hotel in Berlin: Das Hotel Zoo ist ein Ort für die Bucket List. Direkt am Kurfürstendamm öffnen sich hier die Türen zu einem der heißesten Luxus-Boutiquehotels der deutschen Hauptstadt. Über 100 Jahre zählen die Mauern dieses Domizils, das heute nicht nur mit seinem stylischen Interieur für Furore sorgt, sondern auch mit seinen Partys. Die besten Geschichten

erzählt das Hotel Zoo übrigens in seinem eigenen Podcast „Then & Now“. Der vertreibt uns auch die Zeit, bis wir unseren Kopf wieder auf die luftigen Kissen des Hotel Zoo betten dürfen. Träume werden in dieser Unterkunft tatsächlich wahr, wo stylische Wannen neben dem Bett

zum mitternächtlichen Bad einladen, oder gemütliche Sessel dafür sorgen, dass wir nach dem Ende des eingangs erwähnten Buches noch eine Weile andächtig sitzen bleiben. Hotel Zoo Berlin, Kurfürstendamm 25, Berlin, Junior Suite ab ca. 550.– pro Nacht, www.hotelzoo.de

Number

7'300'000

Wer reist, postet. Das war nicht immer so, gehört aber mittlerweile zum Standard wie der Rucksack zum Backpacker. Eiffelturm, Kolosseum und Co. sind aber wider Erwarten nicht die beliebtesten Motive, wenn es ums Festhalten im InstaFeed geht. Tatsächlich liegt laut Travelcircus der New Yorker Central Park auf Platz eins und das mit 7.3 Millionen Beiträgen auf Instagram. Der bekannteste Park der Welt verteidigt seinen Treppchenplatz übrigens seit drei Jahren.

Es ist Zeit, die Schuhe zu schnüren und loszugehen. Wohin? Das verrät uns das Buch „Wanderlust Europa“, ein Werk, als würde man im Fotoalbum eines guten Freundes blättern und sich zu Füßen des Weitgereisten scharen, um dessen Abenteuergeschichten zu lauschen. Die handeln dann von nordischen Fjorden, von der Schönheit der Alpen oder dem Tosen des Pazifiks, von Wanderungen entlang der Baumgrenze oder Wegen über Schluchten. In diesem Buch finden Wandervögel 50 Wanderungen, die auf ihr Abkreuzen warten. Dazu gibt’s die passenden Karten, Packund Übernachtungstipps sowie photographische Schmankerl, die für Herzklopfen sorgen. Alex Roddie, „Wanderlust Europa. Die schönsten Wanderwege Europas“, gestalten, ca. 40.–

33


NEW BRAND

Sturm und Drang

Superfood

16arlington

HAIR TREND

Text: Marina Warth

BOOK

The oracle Nichts gibt soviel Zündstoff wie die Diskussion über nötige und unsinnige BeautyRituale. Und ja, wir wollen glauben, dass Tages- und Nachtcreme, Serum und Toner und dazu die schweineteure HypeCreme aus dem Internet eine Haut zaubern, auf die selbst Cinderella neidisch wäre. Caroline Hirons listet 34 Jahre Arbeit in der Beauty-Branche in ihrem CV auf, hat zehn Jahre lang große BeautyBrands beraten und kennt über 100 Marken. Sie weiß, was gut ist und was nicht. Ihr Wissen gibt sie in ihrem Werk „Skincare: The ultimate no-nonsense guide“ an alle weiter, die immer noch glauben, sich schöne Haut erkaufen zu können. Caroline Hirons, „Skincare: The ultimate no-nonsense guide“, Harper Collins Publ. UK, ca. 37.–

1

Sie kommt aus Deutschland, er aus Marokko, verliebt haben sie sich in Zürich, und nun wohnen sie in der Schweiz. Ihr gemeinsames Baby: die Beauty-Marke Stoked About. Das Sortiment ist überschaubar und absichtlich so gewählt, geht für Katja und Sayf doch Qualität vor Quantität. Rein pflanzliche und natürliche Inhaltsstoffe sorgen für strahlende Gesichter und glänzendes Haar. Arganöl und Rosenwasser sind die Perlen des Atlasgebirges und finden sich seit Jahrhunderten in den örtlichen BeautyRitualen. So bringt Stoked About reines Arganöl auf unsere Haut oder in unser Haar, wo es mit seinen ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E und Antioxidantien die Zellproduktion ankurbelt und vor freien Radikalen schützt. Das Öl stammt übrigens von

Arganbäumen aus einem UNESCO geschützten Bioreservat in Marokko, das später in der Schweiz abgefüllt wird. Im Haar angewendet, schützt Arganöl die Haarspitzen oder bringt trockenes Haar zum Glänzen. Stoked About, „Argan Oil “, 100 ml, ca. 76.– (www.stokedabout.com)

NUMBER

1 Balmain Paris Hair Couture,

2

Stundenlang im Bad frisieren, nach draußen hetzen und im Wolkenbruch die Nerven verlieren. Glücklicherweise ist der Wet-Look der HairHype der Stunde – also setzen Sie lieber gleich darauf, als sich in dieser Saison mit Blow Dry und Locken abzumühen. Natürlich zeigt sich das Haar nur vermeintlich

vergoldeter Frisierkamm, ca. 44.– (net-a-porter.com) 2 Rituals, Ritual of Samurai „Gel-wax“, für einen natürlichen Wet-Look. 150 ml, ca. 22.–

nass – Pomaden und entsprechende Gels geben ihm dieses Aussehen, das bei offenem wie bei festgezurrtem Haar funktioniert. Kämmen Sie Ihr Haar gut, bevor Sie mit dem Styling beginnen, und achten Sie auf Präzision, damit Sie zum Schluss der Session nicht aussehen, als hätte Sie gerade der Platzregen überrascht.

52.7 %

Es ist das ewige Spiel, glossy gegen matt, wie Gut gegen Böse, oppositioneller geht’s nicht. In Sachen Lippen hat Gloss gerade die Nase vorn: Tag-walk verzeichnet 52.7 % glossy und nur gerade 23.4 % matt geschminkte Lippen auf dem Laufsteg. Die übrig gebliebenen Prozente gehen an Lippen genauso wie von der Göttin geschaffen.

„Sometimes with mascara, your eye becomes a little too pretty.“ Anja Rubik 34

Oktober 2020


MAKE-UP TREND

WE LOVE

Fleckenteufel

Während des Sommers haben wir die Sonne genossen, ihr gehuldigt, wann immer und so oft wir konnten und darüber unsere Haut komplett vergessen. Nun ja, vorzubeugen ist immer besser, aber zum Glück gibt’s Produkte wie die Cremes von Elure, die uns dabei helfen, die von der Sonne hervorgerufenen Pigmentflecken in den Griff zu kriegen. Auch Akne, Insektenstiche oder Hormonschwankungen können die Melaninproduktion der Haut ankurbeln. Das in den Produkten von Elure enthaltene Enzym Melanozyme wirkt in der obersten Hautschicht und zersetzt dort das

2

Melaninmolekül, das für unschöne Flecken verantwortlich ist. Neben Reinigungs- und Brighteninglotion unser besonderer Held: Die Nachtpflege advanced brightening night cream, die unser Hautbild im Schlaf bessert. Elure, „advanced brightening night cream“, 60 ml, ca. 123.–

UNFUCK THE WORLD

Pucci

Neighbourhood

1

Du Pflaume An Rot haben wir uns sattgesehen. Schön, nehmen wir jetzt eine neue Farbe in unser Repertoire auf, die auch gleich so wunderbar zum Herbst passt wie Kürbissuppe und Esskastanie. Pflaume schmeichelt hellem wie dunklem Teint, wobei

1 Pat McGrath Labs, Mattertrance Lipstick in „Mcmenamy“, mattes Finish, ca. 43.– (niche-beauty.com) 2 Chanel, Le Crayon à Lèvres in „Rouge Intense“, langanhaltend, ca. 34.–

letztere ruhig auf die glossy Variante setzen darf. Wichtig: Die Lippen vor dem Schminken peelen und mit einem Primer glätten. Die Kontur mit einem passenden Liner nachziehen und die Lippe damit ausfüllen, bevor die eigentliche Farbe zum Zug kommt. Dunkler Lippenstift verzeiht nichts, weder Fältchen noch ausgelaufene Konturen.

Jeder tut sein Möglichstes, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Wir kaufen Äpfel auf dem Markt oder holen die Eier beim Bauern, tragen Teile vom Flohmarkt oder verzichten auf Plastikgeschirr. Klar, horchen wir mit diesem Mindset ganz genau, wenn es um regionale Produkte geht, die im Einklang mit der Natur hergestellt werden. Toi Soins Naturels ist so eine Marke, die ihre Produkte ausschließlich in der Schweiz herstellt und dabei auf die Verwertung rein organischer und fair produzierter Inhaltsstoffe achtet.

Haut und Haar werden mit Gletscherwasser aus dem Titlis, Edelweiss aus den Schweizer Alpen und Imperatoria, der Königin der Pflanzen, aus den Walliser Bergen gepflegt. Produziert wird am Genfersee und stets unter Berücksichtigung des Biodiversitätsindex’, der einen Grund mehr dafür darstellt, Toi Soins Naturels an dieser Stelle zu zeigen. www.toi-suisse.com


LIEBLING

I T- P I E C E

Eines für alle

Text: Marina Warth

NICE TO HAVE

nur eine Saison lang erfreuen. Produziert wird in der Schweiz, in Döttingen und Thun, und aus Reststoffbeständen, um Stoffabfälle auf ein Minimum reduzieren zu können. Gedeckte Farben, raffiniert geschnittene Cardigans, Culotte, klassische Kleider und zeitlose Röcke umfasst die aktuelle Kollektion, die an jedem gut aussieht, der gutes Schweizer Handwerk zu schätzen weiß. www.nunodesamis.ch

Etro

Hybrid

Mode darf nicht ausgrenzen. Weder die Großen, noch die Kleinen, die Schmaleren oder die Kurvigeren und schon gar nicht die Jüngeren oder Älteren. Aus diesem Grund gibt’s die Kollektionen des Schweizer Labels NUNO des amis für alle Größen von 34/36 bis 50/52. Im Fokus der Herbstkollektion steht italienisches Jerseymaterial geschneidert in Teile, die uns garantiert nicht

Coolness coach Früher gab’s Übergangsjacken. Dann kam der Klimawandel und beförderte uns vom Hitzesommer fast nahtlos rüber in den tiefsten Winter. Für die wenigen Tage dazwischen gibt’s Westen, die diese Saison dank Perlen, Stickereien oder Kristallen gleich die Halskette ersetzen.

Na, was denn nun? Schal, Kapuze oder Poncho? Genau genommen muss sich das neue Teil von MCM genauso wenig irgendwo einordnen wie unsereins in Geschlechterkategorien. Jeder wie er will. Und wenn wir uns mit diesem Multifunktionsschal (ca. 750.–) in kalten Herbsttagen warmhalten wollen, dann tun wird das ganz ohne Furcht vor Definitionshindernissen. 36

„Let’s be realistic, how many people are buying a $ 2'000 skirt?“ Vera Wang

Rollkragenpulli, Bluse oder das lange Wollkleid kriegen dank der Weste ein Upgrade und bekommen Coolness, wenn die passende Attitüde erst antrainiert werden muss.

2 1 Sacai, Cropped-Weste aus

1

Wolle, ca. 803.– 2 Giambattista Valli, Weste mit Blumenstickerei aus Seide und Polyester, ca. 2'116.–

Oktober 2020


BOOK

TREND

Knallkörper La diva Naomi Campbell ist eine Zicke. Die negativen Schlagzeilen ebben ab, und ja, wir wollen mal nicht so sein – weil Campbell eben nicht nur die Smartphone-schmeißende Furie ist, sondern auch eines der gefragtesten Models der Welt. Der Taschen-Verlag huldigt der Fünfzigjährigen dieses Jahr mit einem Update ihres eigenen Bildbandes. „Naomi. Updated Edition“ zeigt Naomis ikonischsten Shootings und Fotos, die zum Rätselraten anregen. Denn eines muss man der Dame lassen: In den vergangenen zwanzig Jahren ist sie äußerlich um keinen Tag gealtert. Elektronik pfeffert sie allerdings längst nicht mehr in der Gegend rum. Josh Baker, „Naomi. Updated Edition“, Taschen, ca. 140.–

Schwarz wie die Nacht, grau wie das Wetter. Da bekommt uns ein wenig Abwechslung ganz gut, und wenn letztere dann auch noch denselben Effekt aufweist wie ein gut gemixter Espresso Martini, dann sind wir all in. Fuchsia ist die Farbe der Stunde, die uns jetzt ins Auge sticht wie der nächste Mundschutzverweigerer. Die Reaktion auf

Hosen, Röcke oder Blusen in Knallfarbe fällt dann allerdings um einiges erfreulicher aus. Fuchsia hat die Wucht eines Schneeballs und die Wandelbarkeit einer Rihanna. Der Komplettlook funktioniert im Abendkleid besonders gut, und fehlt gerade die Gelegenheit, tragen wir Tasche oder Schuh genauso gerne zu Jeans und Shirt.

1

2

UNFUCK THE WORLD

Babysteps Auch fürs Obermaterial wurden zu 70 Prozent recycelte Materialien verwendet, und durch den Einsatz eines neuen Schnittmusterverfahrens reduziert sich zudem der Materialabfall. Dazu gibt’s Schnürsenkel aus Papier und Einlegesohlen zum Beispiel aus Kork. Ein Anfang, der erste Schritt, es mögen weitere folgen. Die Modelle der Adidas Clean Classics Kollektion sind über www.zalando.com erhältlich. Annakiki

Flasche, Tüte, Sneakers. Alles Plastik. Adidas Originals hat eine Mission: Plastikmüll zu stoppen. Und so haben die Kreativen bei Adidas ordentlich die Hirnzellen angestrengt und für die Adidas Originals Clean Classics Kollektion nachhaltige Varianten beliebter Turnschuh-Klassiker entworfen. Die Sohlen der neuen Lieblinge bestehen etwa zu 90 Prozent aus natürlichem und zu zehn Prozent aus recyceltem Gummi.

3

Andrew Gn

1 Stella McCartney, Strickpullover mit

Oktober 2020

Rollkragen aus Viskose, ca. 582.– 2 Jimmy Choo, „Lyz“, verzierte Pumps aus Leder, ca. 950.– 3 Jacquemus, „Le Chiquito Long“, Tote aus Nubukleder, ca. 551.–

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I N S TA G R A M

#facesbeauty Poste dein Bild mit #FACESBEAUTY und @FACESMAG_BEAUTY auf Instagram.

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MEHR INFOS AUF FACES.CH


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Oktober 2020

MEHR INFOS AUF FACES.CH


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FE’S A PLAYGROUND

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Mode ist nicht bitterer Ernst, Mode ist ein Spiel. Deshalb muss beim Styling Freude mitschwingen, SpaĂ&#x; an der Sache und Lust aufs Kombinieren.

Mantel von

BOTTEGA VENETA .

Photography: Oliver Beckmann @ mn-creative Styling: Elke Dostal @ ninaklein.com Hair & Make-up: Jane Jakobi @ ninaklein.com Model: Eny @ mirrs.com


Look von

DRIES VAN NOTEN .


Oberteil von JOSEPH.


Kleid von WILLIAM FAN . Schuhe von

BIRKENSTOCK X PROENZA SCHOULER.


Look von

ACNE STUDIOS.


Mantel von NOBI TALAI .

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Look von

DRIES VAN NOTEN .


Look von

ACNE STUDIOS.


Look von CHANEL.


Hemd von

ACNE STUDIOS.


BEAUTY REPORT N°2 A/W 2020 Redaktion: Angela Sisca, Marina Warth Bilder: IMAXtree

2020 ist ein turbulentes Jahr und damit eines, in dem wir uns umso lieber auf das Schöne konzentrieren. Wir werfen dafür mal die neusten Beauty-Trends in den Ring; Lippenstifte, deren Farben für leuchtende Augen sorgen, Lidschatten, die haben-wollen schreien, und Frisuren, für die wir gerne etwas länger vor dem Spiegel sitzen. Wir nehmen Sie mit, auf einen Exkurs, während dem Sie Corona, Regen und Co. einfach mal eine Weile vergessen.

ALL A

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Keep your head up high: Egal, was 2020 uns sonst noch so vor die Füße schmeißt.

YOU Oktober 2020

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NEW FRENCH

Nix mit normal. French Tips are back – und wie! Diesmal allerdings mit ordentlich Farbe, angelehnt an den Look bei Moschino, wo die weißen Spitzen mit Pink und Rosa kombiniert werden.

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Alessandro

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Essence

Sally Hansen

Geduld, Geduld. Für lange und schöne Nägel müssen wir uns ins Zeug legen – oder auf aufgeklebte Plastik-Dinger setzen. The choice is yours. Gl

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Essence

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CLAWS

Opi

METALLIC

Kester Black

Kure Bazaar

Alessandro

Nars

Sternschnuppen? Mondschein? Die Reflektion der Straßenlaterne in der Regenpfütze? Wovon Sie sich auch immer inspirieren lassen: Auf die Nägel gehört nun alles von Gold bis Silber.

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zon

BEAUTY


16arlington

THE

NAILS

TO FEEL PRETTY

Halb voll oder halb leer? Bevor wir uns darüber zu sehr den Kopf zerbrechen, pinseln wir einfach drauflos. Dafür nehmen wir uns ein Beispiel an den NagelDesigns bei 16arlington, die die Farbe Rot zelebrieren, jedoch ganz neu und ungewohnt avantgardistisch. Oktober 2020

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THE TOP TRENDS: LIPS 6.8 % Scarlet Red 5.3 % Black Cherry 4.7 % Vermillion Red (Quelle: Tag-walk)


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THEJILL KORTLEVE FACE 26 Jahre, Niederlande, @jilla.tequila, 9 Shows FW 20

Jilla Tequila nennt sich Jill Kortleve auf Instagram. Eine Frau mit Power und einer Energie, die den Front-Row-Sitzern glatt das Make-up aus dem Gesicht pustet. H&M oder Fenty Beauty haben die 26-jährige Holländerin, die in einem Kaff im Süden der Niederlande aufgewachsen ist, bereits 2019 für ihre Kampagnen entdeckt. 2020 winkt dann endlich der Runway. Plus-Size hier, Plus-Size da – das titeln die Zeitschriften und Blogs. Wie unnötig, ist Jill Kortleve doch einfach mal eine normale, hübsche, junge Frau. Sie könnte die beste Freundin sein, die bei Valentino, Mugler, Fendi und Konsorte über den Laufsteg defiliert und danach mit uns Pizza essen und Gin Tonic trinken geht. Der feste Blick, die vollen Lippen, die buschigen Augenbrauen: ein Gesicht, das wir so schnell nicht vergessen und eines, das wir auch kommende Saison sehen wollen.

Oktober 2020

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EYES

TO IMPRESS

Ob Himmel oder Meer, Hauptsache blau. Das kommt jetzt großflächig auf unsere Lider. Sofort.

Mac Dior

GOLD

Nars

BLUE

Baims

THE

BEAUTY

Prada

Mac

Gold auf den Lidern hat folgenden Zweck: Dass wir uns wie Prinzessinnen fühlen, egal ob mit oder ohne Prinz an unserer Seite.

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Bobbi Brown

Bronze in Perfektion: So geht ein Hingucker, den wir auch mit zwei linken Händen hinkriegen.

Wet n wild

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Chanel

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NOTHING

Ein Hauch von nichts, so lässt sich wohl am besten bezeichnen, was wir mit unseren Lidern gerade anstellen sollten. Nachhelfen sei erlaubt, verbessern ebenfalls.

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Mize

EYELINER

Ein Klassiker kriegt eine neue Chance. Mal schauen, wie lange der gute alte Lidstrich diesmal bleibt.

Clinique

Chanel

Benefit

Anastasia Beverly Hills

COLORS

Kind oder Künstler? Vielleicht sind wir ja beides und kombinieren diesen Herbst einfach mal alle Farben, die wir in unserer Palette finden.

Anastasia Beverly Hills

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Tomorrowlabs

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Christian Louboutin

Bobbi Brown

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Jacks Beauty Line 59


GO

BEAUTY

Manchmal ist Applaus nicht genug. Dann stehen wir auf, klatschen im Stehen und schreien aus voller Kehle. Bravo! Hurra! Trallala! Wir gehen noch einen Schritt weiter und zeigen die Looks, für die wir eine ganze Saison lang den Daumen gen Himmel richten.

Pop it like it ’s hot

NO 60

Just b e yourself

Sp a rkling all nig ht long

Nicht alles gelingt, manches geht schief. Gewollt oder nicht, diese Looks verursachen das reine Grauen. Albträume, Schreianfälle, Augenreiben. Wir zeigen mit dem Finger drauf und hoffen, dass Sie es diesen Herbst auf alle Fälle besser machen.

Don’t b e a fo ol

To o much of it all

Pa nd a s are cute, you’re not

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Fo cus!

Shar p en the line

Be creative

No hiding

Attention seeker

Scribbling is for kid s

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GIRLS

THE THAT SPEAK UP VIVIENNE OESCH

@vivienne.oesch

Sunshine mixed with a little hurricane living totally in the – all we have is now. FACES: Auf welchen Trend freust du dich diesen Herbst am meisten? VIVIENNE OESCH: Ich liebe Boots und trage diese schon seit Jahren ab Spätsommer in allen Farben und Formen. Es gibt auch dieses Jahr wieder tolle neue Modelle. F: Welchen Trend lässt du aus? VO: Welchen Trend ich auslasse? Den Trend, mit dem Trend mitzugehen… Ich trage gerne Klassiker kombiniert mit saisonalen Lieblingen, Accessoires oder Einzelstücken. Da ich sehr gerne experimentiere, werde ich bestimmt auch die Short Suits für die kommende Saison probieren, doch diese stehen nicht unbedingt auf meiner Wunschliste. F: Welches Makeup-Produkt ist dein allerliebstes? VO: Auf meiner Topliste steht klar die 62

Wimperntusche, ich schminke mich privat kaum oder sehr natürlich, und da ist Mascara für diesen Look darum ein absolutes Muss. F: Verrate uns deinen besten Make-up-Trick! VO: Weniger ist mehr. Je nach Mood und Tagesaufgaben natürlich, ich betone gerne mal die Augenpartie oder benutze einen speziellen Eyecatcher für die Lippen mit Farbe oder Gloss. F: Welches ist deine neueste BeautyEntdeckung? VO: Ich pflege meine Nägel gerne und habe darum zuhause eine große Nagellack-Farbpallette zur Verfügung. Da es öfters schnell gehen muss für Jobs und Shootings, habe ich für mich den ExpressNagellack entdeckt. So passt’s auf zack – alles gut kombiniert. F: Welches ist das am meisten unterschätzte Beauty-Tool oder BeautyProdukt? VO: Für mich ganz klar das Augenbrauengel. Ich gehe nie ohne dieses aus dem Haus. F: Wie stylst du dein Haar im Herbst und Winter am liebsten? VO: Ich trage seit zwei Jahren einen Bob und im Herbst und Winter dann gerne auch mal mit meinen Naturlocken oder als Wavy Bob. F: Welche drei BeautyProdukte nimmst du mit in die Berge?

BEAUTY

VO: Drei Produkte… mmhh, definitiv meine Feuchtigkeitsgesichtlotion, Sonnen- und Kälteschutz und Lippenbalsam. F: Wie verändert sich deine Beauty-Routine im Winter? VO: Im Winter benutze ich reichhaltige Lotions für Gesicht und auch Körper. Ich benutze gerne Masken von Kopf bis Fuß und nehme öfters ein warmes Bad – das tut Körper und Seele gut.

PRISCILLA SCHÜRCH @ thechicadvocate Ich bin eine überzeugte Entdeckerin, ob auf Reisen oder bei Beautyund Fashiontrends liebe ich es, neue Dinge zu probieren. FACES: Auf welchen Trend freust du dich diesen Herbst am meisten? PRISCILLA SCHÜRCH: In Sachen Beauty-Trends freue ich mich auf kräftige Farbe auf den Lippen wie dunkles Rot oder Violett. Mein FashionHighlight werden coole Fransenjacken. F: Welchen Trend lässt du aus? PS: Den trendigen Wet-Look für die Haare lasse ich aus, da dieser nicht zu meinem Style passt. F: Welches Makeup-Produkt ist dein allerliebstes? PS: Mein wichtigstes Make-up-Produkt ist der Eyeliner, ob in Schwarz, Blau oder in Farbe. F: Verrate uns deinen besten Make-up-Trick! PS: Nicht zu viel Foundation auftragen, um ein maskenhaftes Finish zu verhindern. Dazu die Foundation von der Gesichtsmitte aus verblenden, dabei gilt: Weniger ist mehr. F: Welches ist deine neueste BeautyEntdeckung? PS: Meine neuste Beauty-Entdeckung ist

die FOREO UFO 2 für Power-Masking zuhause. Noch nie hatte ich solche Pflegeergebnisse. F: Welches ist das am meisten unterschätzte Beauty-Tool oder BeautyProdukt? PS: Der Wimpernprimer, viele kennen dieses Wundermittel für den perfekten Wimpernaufschlag nämlich noch gar nicht. Zudem pflegt der Wimpernprimer die Wimpern und verhilft ihnen so zu noch mehr Länge und Volumen. F: Wie stylst du dein Haar im Herbst und Winter am liebsten? PS: Mein liebster Haarstyle, ob Sommer, Herbst oder Winter, sind Locken. F: Welche drei BeautyProdukte nimmst du mit in die Berge? PS: In den Bergen darf ein guter Lippenpflegestift nicht fehlen, dazu eine reichhaltige Tagescreme und natürlich Sonnenschutz. F: Wie verändert sich deine Beauty-Routine im Winter? PS: Meine Pflegeprodukte wähle ich reichhaltiger, und ich lege noch mehr Wert auf Bodylotion.


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KATERINA LEROY @katerina_leroy

Ich bin offen, zielstrebig, hilfsbereit, fleißig und lebensfroh. FACES: Auf welchen Trend freust du dich diesen Herbst am meisten? KATERINA LEROY: Im Herbst stehen dickere Stoffe wie Wolle oder Leder im Mittelpunkt, daher möchte ich mich die Tage nach schönen Cardigans und dünnen Strickpullovern umschauen. Ich freue mich auch auf Tailoring, vor allem auf die Anzüge und Blazer. Ledershorts sind diesen Herbst ein Muss sowie Karohemden aus Flanell in Kombination mit derben Boots. F: Welchen Trend lässt du aus? KL: Diesen Herbst werde ich Fransen und Cord-Stoffe auslassen. F: Welches Makeup-Produkt ist dein allerliebstes? KL: Mein absolutes Lieblingsprodukt ist eine flüssige Foundation von Estée Lauder, Double Wear Stay-in-Place SPF 10. Dieses langhaftende Make-up bleibt trotz Hitze, Feuchtigkeit oder bei einem besonders aktiven Tag frisch und sieht natürlich aus. Ich mag besonders, dass diese Foundation weder die Farbe verändert, noch auf Kleidung abfärbt. Sie fühlt sich leicht und angenehm an. F: Verrate uns deinen besten Make-up-Trick! Oktober 2020

KL: Neulich bei einem Shooting hat mir meine Make-upArtistin einen tollen Trick verraten, nämlich den Cat-Eyes-Look. Für die bessere Haltbarkeit des Lidschattens trägt man zuerst eine Eyeshadow Base auf. Für den CatEyes-Look braucht man zwei Lidschatten, einen hellen und einen dunkleren Ton. Mit einem Lidschatten-Pinsel und dem helleren Lidschatten im Augeninneren Highlights setzen und nach außen verblenden. Das Wichtigste: Für einen Tiefeneffekt den dunklen Lidschatten am äußeren Augenwinkel auftragen. Hierfür in Kreisbewegungen von außen nach innen verblenden. Mit einem Eyeliner eine feine Linie entlang des oberen Wimpernkranzes ziehen. Für den deutlicheren CatEyes-Effekt den Lidstrich vom äußeren Augenwinkel diagonal nach außen verlängern. Am Schluss die Mascara erst unten und dann oben auftragen. F: Welches ist deine neueste BeautyEntdeckung? KL: Neulich habe ich erfahren, dass die Augenbrauen sich sehr leicht mit einem Haarspray fixieren lassen. Ich nutze gerne einen Sprühkleber von Got2be, besprühe die Wimpernpinsel

(erhältlich als 10er Packung in jeder Drogerie) und style die Augenbrauen damit. Das geht sehr schnell und verleiht dem Make-upLook eine besondere Ausdrucksstärke. F: Welches ist das am meisten unterschätzte Beauty-Tool oder BeautyProdukt? KL: Die am meisten unterschätzten Produkte sind die Cremes für die Hautstraffung. Ich bin zum Beispiel begeistert von den Cremes bei skin689 und nutze sie seit Jahren auf Oberschenkeln, Dekolleté und an den Oberarmen. Sie verbessern die Hautstruktur, indem sie die Kollagensynthese im Unterhautgewebe anregen. Dadurch werden Kollagenfasernetz und Bindegewebe gestärkt und die Haut sichtbar straffer und glatter. Die Creme zieht schnell ein und hinterlässt ein seidenweiches Gefühl und einen angenehmen Duft.

F: Wie stylst du dein Haar im Herbst und Winter am liebsten? KL: Ich style die Haare meistens ähnlich – entweder schön glatt, oder ich mache mir leichte Wellen, weil dieses Styling am besten zu meinen Gesichtszügen passt. F: Welche drei BeautyProdukte nimmst du mit in die Berge? KL: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich erst ein paar Mal in den Bergen war und nur zum Fotografieren. Dort hatte meine wunderbare Makeup-Artistin drei Koffer voller Beauty-Produkte mit dabei, worüber ich sehr froh war! Wenn ich mal wandern gehen würde, dann würde ich auf jeden Fall Lippenpflege, ein Deo und eine Kammbürste mitnehmen. F: Wie verändert sich deine BeautyRoutine im Winter? KL: In der kalten Jahreszeit wird

meine Haut trockener und empfindlicher, daher verwende ich eine reichhaltige Creme, versuche, nicht allzu heiß zu duschen und sorge für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit in der Wohnung durch einen Raumdiffuser. Außerdem nehme ich im Dezember und Januar Vitamin D, A und C sowie Biotin zur Verbesserung der Hautelastizität und Stärkung der Haarstruktur zu mir. Eine gute Lippenpflege gehört im Winter definitiv dazu, sei es ein Lippenpflegestift oder ein Lipbalm.


BEAUTY

MIA AUGSBURGER

THE

© S A N D R O B O F FA

@mia_and_the_mouse

Ich bin Bloggerin, Mami, Model und Modeliebhaberin mit einer Vorliebe für Gestaltung und Sport. FACES: Auf welchen Trend freust du dich diesen Herbst am meisten? MIA AUGSBURGER: Am meisten freue ich mich, dass ich gar nicht so viel ändern muss. Denn auch im Herbst soll der „No-Make-up“Look noch voll im Trend sein. Das heißt für mich, dass ich weiterhin meine getönte Tagescreme oder auch mal eine Foundation sowie etwas Puder nutzen kann. Etwas Rouge für die Wangen und eine transparente Wimperntusche, um Brauen und Wimpern in die richtige Richtung zu bürsten, gehören ebenfalls zum natürlichen Look. F: Welchen Trend lässt du aus? MA: Anscheinend soll im Herbst wieder vermehrt der Fokus auf dunkle Lippen gesetzt werden. Das ist definitiv nicht mein Ding, da bleibe ich lieber bei etwas Gloss in Nude oder Rot. F: Welches Makeup-Produkt ist dein allerliebstes? MA: Der Augenbrauenstift mit Bürste ist seit einigen Monaten definitiv mein liebstes Produkt. Augenbrauen machen im Gesicht sehr viel aus. Ich mag den Trend „Messy Brows“, der ja schon 64

länger zu sehen ist. Dazu nur leichtes Make-up, und der natürliche Look ist perfekt. F: Verrate uns deinen besten Make-up-Trick! MA: Der Trick würde heißen: ganz viel Schlaf, dann bräuchte man nämlich kaum Produkte. Doch da dies nicht immer ganz so gut einhaltbar ist, schätze ich, ist es definitiv der Highlighter. Etwas Glanz auf die Wangen. und schon strahlt das Gesicht an den richtigen Stellen. F: Welches ist deine neueste BeautyEntdeckung? MA: Hornhaut entfernen und all das was zur Pediküre gehört, ist so gar nicht mein Ding. Aber seit ich die Produkte von Lova Skin getestet habe, gehört auch dies zu meiner Beauty-Routine. Mit dem Peeling und der speziellen Feile schaffe selbst ich es, in wenigen Minuten weiche Füße zu zaubern! Davon bin ich wirklich überzeugt. F: Welches ist das am meisten unterschätzte Beauty-Tool oder BeautyProdukt? MA: Tockenshampoo ist einfach mega. Ich brauche das Shampoo jedoch nicht als Ersatz fürs Haarewaschen, sondern nutze es vielmehr zum Stylen und um meinem sehr glatten und langen Haar etwas Volumen zu geben. F: Wie stylst du dein Haar im Herbst und Winter am liebsten? MA: Hut auf und fertig! Ich liebe Kopfbedeckungen ja sowieso, wenn man das Tuch aus dem Sommer nicht mehr tragen kann und es für die Mütze noch zu warm ist, dann

passt der Cowboyhut zu ziemlich jedem meiner Outfits. F: Welche drei BeautyProdukte nimmst du mit in die Berge? MA: Sonnenschutz ist das Allerwichtigste für mich. Die getönte Tagescreme von Mesoestetic mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist täglich in Gebrauch. Im Herbst liebe ich auch Handcremes jeglicher Art und die Lippenpflege von Vaseline. F: Wie verändert sich deine Beauty-Routine im Winter? MA: Ich creme mich viel öfters ein. Gesicht, Körper und vor allem die Hände sind im Winter einfach viel trockener und müssen intensiver gepflegt werden.

INSPIRATION

Alles war schon mal da. Irgendwo. Und wo die Designer, Make-up- und Hair-Artists ihre Inspirationen für die Looks der Fall/Winter 2020-Schauen hernahmen? Wir wissen es. a few girls with a hairline hugging feather fringe. Sam McKnight, Hair Artist

A red lipstick is very powerful, but you can dress it or undress it. Tom Pecheux, Make-up-Artist

When you think of black eyeliner, you think of all time periods. Past, present, and future – it’s everything. Pat McGrath, Make-up-Artist

Neon color pops or a head to toe glow. That’s the look at Self Portrait’s Fall 20 show. Lauren Parsons, Make-up Artist

One of the beauty looks at the Carolina Herrera Fall 20 show – „reimaging Spanish baroque in beauty“ with matte pink, red and orange lips. Lauren Parsons, Make-up Artist

We wanted to keep it kind of street cool. Like you’ve done it yourself. Peter Philips, Make-up Artist

One of the looks at the Dries Van Noten show: Just

The beauty look for Rodarte FW20 is inspired by Bram Stoker’s Dracula with Winona Ryder. It’s a very stark, graphic look with a really dark lip, but we kept the skin very pure and luminous. James Kaliardos, Make-up-Artist


„Ein

biss

chen sein Spaß muss !“

BACKSTAGE

BUZZ „Boah ey, das ziiiiiept!“

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THE TOP TRENDS: EYES 16.3 % Pop Colors 14.4 % Artsy 6.8 % Cat (Quelle: Tag-walk)


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BROWS:

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Tweezerman

Wir proklamieren Veränderung, und die braucht Mut. Wer sich nicht überwinden kann, tatsächlich zur Bleiche zu greifen, schummelt mit Concealer.

BLEACHED

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E.l.f. Cosmetics Elf

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Chanel

BIG

Dick und buschig sollen die Brauen sein, akzentuiert und wild, so als hätten wir mit dem Wachstumsserum herumgedoktert. Wenn das nicht reicht, wird mit Farbe und Pinsel nachgeholfen. Sephora

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RevitaLash

Die Mona Lisa im gewöhnlichen Plastikrahmen? Eben. Deshalb geben wir uns bei den Brauen endlich mehr Mühe und geben dem Gesicht die Fassung, die es verdient.

World of Party

PLAY

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&Other Stories

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Aveda

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RefectoCil

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Róen Oktober 2020

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Miaoran

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LOOK

TO NEVER FORGET

Genau hingucken lohnt sich. Auf die Lippen in zwei Farben, den makellos geschminkten Teint, das kurzgeschnittene Haar, das mit Pomade auf wild getrimmt wird. Und auf das Model, dessen Blick bis ins Innerste reicht. 68

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Weleda

Kein Lidschatten, kein Lippenstift, nicht mal Foundation. Einfach mal ich sein. Ohne alles, ungeschminkt. Quasi.

The Gipsy Shrine

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EMBELLISHMENT

Akzentuierung statt Effekthascherei. Verschönern anstelle von zukleistern. Das geht mit Gold, Kristallen oder aufklebbaren Tattoos, geradeso wie es die Stimmung zulässt.

Nyx Professional Makeup

GLITTER

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Unicorn Skin

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NO MAKE-UP Perricone

SKIN:

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Sie müssen Ihr Gesicht nicht in Glitzer tunken – zumindest nicht gänzlich. Sehen Sie das Bild links als Inspiration dafür, in Sachen Schimmer etwas aufzutrumpfen.

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Clove + Hollow

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It cosmetics

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FUCHSIA

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Shiseido

Gucci

DARK Dr. Hauschka

Tom Ford

Bobbi Brown

Kilian

Yves Rocher

Je düsterer die Nacht, desto dunkler malen wir unsere Lippen. Sprüche von Goth und Fledermauskindern müssen Sie sich nicht anhören, fletschen Sie beim bloßen Anflug von Hohn einfach kurz die Zähne.

Barbie wird jubeln, und wir tun es auch. Denn an Fuchsia gibt’s kein Vorbeikommen, weder in der Mode noch in der Welt der Lippenstifte. Einfach annehmen und mitmachen.

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ORANGE

Nyx Professional Makeup

Clarins

Mac

Artdeco

Jetzt wird’s kritisch. Denn je gelber der Hautton, desto geringer die Chance, dass orange geschminkte Lippen tatsächlich gut aussehen. Da gibt’s nur eines: ausprobieren.

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LIPS

TO IMPRESS

Guerlain

Und Gretel (bei Breuninger)

Der Klassiker kommt diesen Herbst etwas weniger hart daher. Verzichten Sie beim Auftragen auf Lipliner, und lassen Sie der Farbe ihren Lauf, genauso wie Sie das mit dem Leben tun sollten.

Baims

RED

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TWO TONED GCDS

Artdeco

Estée Lauder

Clarins

Collistar

Mischen ist angesagt. Dunkel mit hell, Rot und Pink oder Orange mit Violett. Das sorgt für Abwechslung und Spaß, beides Dinge, die wir dieses Jahr bitter nötig haben.

Lippen peelen und akzentuieren. Am besten mit einer großen Portion Glitzer wie hier bei GCDS. Oktober 2020

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Anna Sui

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HAIR

TO IMPRESS

Ein bisschen Amy Winehouse, ein wenig Elvis. Was bei Anna Sui gerade läuft, mag man irgendwie schon gesehen haben, wobei die neue Version des Looks so viel mehr Leichtigkeit zeigt als die pomadierten Tollen aus der Vergangenheit. 72

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BOB Paul Mitchell

Die Frisur einer ganzen Dekade. Nun ja, wer kann es dem Bob verübeln, dass er auch diese Saison ganz vorne mittanzt und nicht in der letzten Reihe sitzt?

Bijou Brigitte

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Marc Weiss

COLORED

Der rote Faden zieht sich durch: Glimmer ist beim Haar angekommen und findet nach dem mit Glanzspray akzentuierten Haar seine Krönung in Accessoires, die mit dem Sternenzelt um die Wetter funkeln.

Mut beweisen und Farbe bekennen. Ob Sie dabei auf eine einzelne Strähne setzen oder wie bei Dries Van Noten den ganzen Haaransatz bearbeiten, sei Ihnen überlassen.

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Goldwell

Claire’s

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Great Lengths

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GLIMMER

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Color Wow

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Happy Birthday Shoppi Tivoli

Am 12. März 1970, um 10 Uhr, wurde in der Schweizer Detailhandelsgeschichte ein Meilenstein gelegt. Damals eröffnete in Spreitenbach das allererste Einkaufscenter der Schweiz nach amerikanischem Vorbild. Rund 50 Geschäfte lockten Schaulustige aus dem ganzen Land in das damalige Bauerndorf im Limmattal. Eine «überdachte und vollklimatisierte Ladenstrasse» war damals das absolute Highlight. Nur wenige Jahre später öffnete auf der gegenüberliegenden Strassenseite das «Tivoli» seine Tore. Einst als Freizeit- und Kongresszentrum gedacht, entwickelte sich der Komplex ebenfalls zu einem Konsumtempel. Über mehrere Jahrzehnte buhlten die beiden Konkurrenten um die Kundschaft. Lediglich die altbekannte «Buggeli-Brugg» verband das «Shoppi» und das «Tivoli» miteinander. Mit dem Bau der CenterMall im Jahr 2007 wurden die beiden autonomen Einkauf Einkaufscenter offiziell zum Shoppi Tivoli zusammengelegt und im Anschluss komplett erneuert. Heute besticht das schweizweit grösste Shoppingparadies mit 150 Shops & Restaurants und einer modernen und lebendingen Atmosphäre. Ob angesagte It-Pieces aus der Fashion-Welt, die neusten Multimedia-Gadgets oder die grösste Auswahl an Einrichtungs- und Deko-Highlights – im Shoppi Tivoli findet man einfach alles, was Shoppingherze höherschlagen lässt.


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Das grosse Jubiläumsjahr Lange dauerten die Vorbereitungen für das grosse Jubiläumsjahr. Man wird ja nur einmal fünfzig und das soll man schliesslich gebührend feiern. Dass ausgerechnet eine Pandemie einen auf Spassbremse macht, mit dem rechnete niemand. Das viertätige Fest, das im März geplant war, musste kurzfristig abgeblasen werden. Glücklicherweise war aber schon zu Beginn der Jahresplanung klar, dass man nicht nur alles auf eine Karte bzw. ein Fest setzen möchte, sondern

dass das ganze Jahr hindurch gefeiert werden soll. So durften und dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf viele besondere Highlights freuen. Der Punktesammelaktion Gimme50, dem riesigen Shoppi Tivoli Heissluftballon, der Glücksfee, die regelmässig Leute im Center beschenkt und vielem mehr konnte Corona keinen Strich durch die Rechnung machen. Und wenn alles gut kommt, wird das grosse Fest vom 22. bis 25. Oktober nachgefeiert.

Alle Infos zum Shoppi Tvioli Jubiläumsjahr gibt›s online: www.shoppitivoli.ch/50-jahre

150 SHOPS & RESTAURANTS MO-SA: 9-20 UHR SHOPPITIVOLI.CH


STYLE INSIDER

Paul’s Angel Corina Bless liebt, was sie tut. Und das sieht man bei jedem Handgriff, blickt man ihr beim Frisieren über die Schulter.


Corina Bless ist sowas wie die gute Seele bei Paul Mitchell. Als Global Education Manager jettet sie um die Welt, um die Kunde vom Haar zu verbreiten, Friseure zu schulen und Trends aufzuspüren. Normalerweise. Aber auch von Corona lässt sich Corina Bless nicht stoppen – und gründet mal eben ihre eigene Akademie. Interview: Marina Warth Fotos: Paul Mitchell Ukraine und Großbritannien

FACES: Wie haben Sie es bei Paul Mitchell zum Global Education Manager geschafft? CORINA BLESS: Ich habe in Chur als Friseurin angefangen und mich schon am ersten Tag im Salon direkt in die Produkte und die Marke Paul Mitchell mit ihrer einzigartigen Philosophie verliebt. Weil mich die Firma so faszinierte, trat ich dem Schweizer Paul-Mitchell-Artistic-Team bei, kam so bei zahlreichen Trainings auch in Kontakt mit dem internationalen Team und fiel wohl positiv auf. Da es schon immer ein Traum von mir war, im Ausland zu arbeiten, sagte ich sofort zu, als Deutschland mich als Trainerin anfragte. So zog ich in unser Nachbarland und arbeitete schon bald als Freelancerin für Paul Mitchell Deutschland, Russland, Türkei und Tschechien. In dieser Zeit wurde das amerikanische Mutterhaus auf mich aufmerksam und wollte mich als Global Education Managerin haben – natürlich habe ich ja gesagt. F: Was genau ist Ihre Position bei Paul Mitchell? CB: Ich unterstütze unsere Vertriebsfirmen in ganz Europa und Asien in verschiedensten Bereichen. Mein Job ist unglaublich vielseitig, und kein Tag gleicht dem anderen. So erstelle ich zum Beispiel Ausbildungs-Konzepte, bin verantwortlich für neue Produkt-Einführungen und mache Aus- und Weiterbildungen für den Außendienst und die Freelancer. Auch Eventmanagement und Social Media gehören zu meinen Aufgaben. F: In Ihrem Job als Global Education Manager bei Paul Mitchell reisen Sie enorm viel. Welches Produkt nehmen Sie dabei immer mit? CB: Der Dry Shampoo Foam aus unserer Luxuslinie Awapuhi Wild Ginger. Haarparfum, Trockenshampoo und Stylingprodukt in einem – was will man mehr. F: Wie haben Sie sich früher Ihren Beruf vorgestellt, und wie ist er tatsächlich? CB: Schon als Kind habe ich immer davon geträumt, einen

„Haare sind das einzige Kleidungsstück, das man nicht ausziehen kann.“ Beruf auszuüben, der es mir ermöglicht, kreativ zu sein und um die Welt zu reisen. Dass es der Friseurberuf wird, war schon sehr früh klar, was zahlreiche kahlgeschorene Barbies und Puppen belegen. Früher kannte ich den Beruf der „Global Education Managerin“ nicht, deshalb kann ich diese Frage so nicht beantworten. Aber ich tue heute genau das, was ich mir früher gewünscht habe: Ich kann meine Kreativität jeden Tag auf der ganzen Welt ausleben. F: Wie groß ist der Druck in Ihrer Branche? CB: In unserer Branche entsteht Druck dann, wenn wir an unseren alltäglichen Gewohnheiten festhalten und resistent sind gegenüber neuer Inspiration und Veränderung. Unsere Kundinnen und Kunden orientieren sich meistens und immer öfter an dem, was in den sozialen Medien zu sehen ist. Umso wichtiger ist es für uns Friseurinnen und Friseure, immer up-to-date zu

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sein. Es gibt nichts Schlimmeres als wenn Kunden mehr wissen als du als Fachperson. F: Wer oder wie ist das perfekte Haar-Modell? CB: Das hängt sehr stark davon ab, ob es um Farbe, Styling oder Haarschnitt geht. Ich persönlich liebe Modelle mit einer tollen Ausstrahlung, die sich auf der Bühne oder vor der Kamera zuhause fühlen. Das ist oft noch wichtiger als das Haar, mit dem wir arbeiten. F: Wie abhängig sind Sie von Trends? CB: Trends sind ein zentrales Thema: So bringt Paul Mitchell Produkte auf den Markt, die die Umsetzung von Haartrends im Salon und zu Hause unterstützen. Nehmen wir zum Beispiel den „beautifully undone Trend“: Mit Invisiblewear hat Paul Mitchell eine ganze Linie kreiert, die Undone-Stylings mit wenigen Handgriffen ermöglicht. Außerdem fragen mich Kundinnen und Friseure ständig nach Trends – es gehört einfach zu meinem Job, mich auf dem Laufenden zu halten. F: Wie unterscheiden sich die von Ihnen besuchten Länder

„Wurzeln zu schlagen, ist normalerweise nicht mein Ding.“ im Hinblick aufs Haar-Styling? CB: In südlicheren Ländern wie Italien, Griechenland, Portugal oder Spanien wird sehr viel Wert auf klassische Blow-DryServices gelegt. Nordische Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland oder Dänemark hingegen bevorzugen schöne, mühelose Undone-Looks. In ost- und zentraleuropäischen Ländern treffe ich auf eine Mischung aus beidem. F: Während Corona haben Sie L’Atelier gegründet. Erklären Sie uns das Konzept dahinter und den Weg dahin? CB: Bevor das Virus kam, bin ich im Schnitt drei Mal pro Woche geflogen. Mit dem Lockdown war damit schlagartig Schluss, und wie viele andere befand ich mich plötzlich im Homeoffice. Zu Hause „eingesperrt“ zu sein und dass ich keine Haare mehr machen durfte, war schlimm für mich, denn diese Arbeit ist auch mein Hobby, und mir fehlte der Ausgleich. Um nicht komplett durchzudrehen und mich trotzdem kreativ ausleben zu können, habe ich das Projekt „L’Atelier“ gestartet. Es vereint zahlreiche Aspekte meiner Arbeit in einem Raum: So ist L’Atelier in erster Linie eine Weiterbildungs-Akademie für Friseurinnen und Friseure. Ich teste dort Produkte, gebe Schulungen als Webinare und Livestreams – und hoffentlich bald auch wieder vor Ort – und arbeite an Charity-Projekten. Schließlich ist „Giving back“ ja ein großer Bestandteil der Firmenphilosophie von Paul Mitchell. Und zu guter Letzt ist L’Atelier auch ein exklusiver Friseursalon. F: Was sind die Herausforderungen dabei, andere Menschen nur online anleiten zu können? CB: Es braucht auf beiden Seiten mehr Konzentration, und es bleibt wenig Zeit, um zwischendurch auszuruhen. Dadurch fallen Interaktionen mit anderen weg, die auf der Live-Bühne einfach dazugehören. Es ist anstrengender. Oft genügen Licht und Internetverbindung nicht den Anforderungen, was das Arbeiten erschwert. Und der persönliche Kontakt fehlt – es macht halt doch einen Unterschied, ob man den Tag „Face to Face“ zusammen verbringt oder nur online für wenige Stunden miteinander verbunden ist.

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F: Was ist der Schlüssel dazu, ein guter Ausbildner zu sein? CB: Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. F: Weshalb leben Sie gerade in Chur? CB: Weil es ganz einfach die schönste Stadt in der Schweiz ist. In Zürich kann ja jeder Weltenbummler wohnen. (lacht) F: Gibt es so etwas wie einen normalen Arbeitsalltag, und wie sieht dieser aus? CB: Nein, mein Job ist extrem abwechslungsreich, und so etwas wie Alltag gibt es in meinem Leben zum Glück nicht. Tatsächlich ist jeder Tag ein neuer (Arbeits-)Tag. F: Können Sie uns die Trends der neuen Saison nennen? CB: Aktuell sehen wir einerseits natürlich fließende Farben, aber auch das krasse Gegenteil: den Streifen-Look. Bei den Schnitten wird der Mullet (Vokuhila) auf coole Art und Weise wiederbelebt, und der Shag Bob ist voll im Trend. Was das Styling angeht, sind hübsche Undone-Looks nach wie vor aktuell und dazu Locken, Locken, Locken. F: Gibt es neue Produkte, die Ihnen gerade besonders am Herzen liegen? CB: Ich bin total hin und weg von der Awapuhi Wild Ginger No Blowout HydroCream. Sie ist die Lösung für Haare, die sich nur schwer lufttrocknen und kontrollieren lassen. F: Was ist das am meisten unterschätzte Haarprodukt? CB: Shampoo! Ein gutes Shampoo ist die halbe Miete. Egal, ob man sich jeden Tag die Haare wäscht oder nur einmal die Woche. Man würde ja auch keinen Ferrari mit Schmierseife waschen, oder? F: Welches Haarprodukt braucht jeder? CB: Ich bleibe dabei: ein richtig gutes Shampoo. Mein aktueller Favorit ist das Tea Tree Lavender Mint Moisturizing Cowash. Es pflegt und beruhigt mein widerspensti-

Ein Must: ein gutes Shampoo. Das neue Cowash von Paul Mitchell reinigt, pflegt und beruhigt das Haar.


Auf der Bühne zu stehen, kommt aktuell leider zu kurz. Aus diesem Grund leitet Bless zurzeit Friseurinnen und Friseure aus der ganzen Welt übers Internet an.

ges Haar sofort und duftet einfach herrlich. F: Ein für allemal: tägliches Haare waschen, ja oder nein? CB: Nein, dafür gibt’s ja Trockenshampoo. F: Welche Frisur funktioniert immer und welche geht nie? CB: Ein straffer Ponytail oder frisch gewaschenes Haar geht immer. Ein No-Go ist ein Half Bun mit Farbflecken am Ansatz. F: Der größte Fehler, den man beim Styling umgehen muss? CB: Zu wenig Geduld und zu starker Luftstrom beim Föhnen (so geht es nicht schneller, sondern eher länger). Dann lieber die Hitze voll aufdrehen, und immer Hitzeschutz benutzen! F: Womit kämpfen Sie bei Ihrem eigenen Haar? CB: Luftfeuchtigkeit! Bei meinem singalesischen Haar darf ich nicht schwitzen, sonst sieht meine Frisur schnell aus wie ein aufgeplatztes Sofakissen. F: Ihr wichtigster Charakterzug? CB: Ich bin lösungsorientiert. F: Was vermissen Sie am Reisen? CB: Einfach alles, vom Cappuccino to go am Lieblingsgate über den Room-Service in Hotels bis hin zu meinen Lieblingsmenschen in den jeweiligen Ländern. F: Ihr Geheimrezept gegen Nervosität und Lampenfieber? CB: Nicht darüber nachzudenken. F: Was ist das Faszinierende an Haaren? CB: Haare sind das einzige Kleidungsstück, das man nicht ausziehen kann. F: Wovon lassen Sie sich für einen Look inspirieren? CB: Von den Haute-Couture-Schauen, aber auch vom Streetstyle in Großstädten wie London, Stockholm, Rom, Kiew, Frank-

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furt und so vielen mehr. Schon seit ich ein kleines Kind bin, fasziniert mich Mode in all ihren Facetten. Das wiederum hilft mir dabei, die Looks oder Shows zu kreieren. F: Wann waren Sie das letzte Mal sprachlos? CB: Als ich kürzlich den Mietvertrag fürs L’Atelier unterschrieben habe: Vor einem Jahr hatte ich noch nicht einmal eine Wohnung und lebte aus dem Koffer. Diese Entscheidung hat mir kurz die Sprache verschlagen, denn Wurzeln zu schlagen, ist normalerweise nicht mein Ding. F: Haben Sie Rituale? CB: Ich trinke jeden Morgen nach dem Aufstehen einen Liter Pfefferminztee, egal, in welchem Land ich gerade bin. Ohne funktioniere ich einfach nicht. F: Welche Aufgaben erledigen Sie nicht so gerne, und für welche schlägt Ihr Herz? CB: Den Haushalt zu führen, fällt mir immer noch nicht leicht, weil ich so lange praktisch nur in Hotels gelebt habe. Mein Herz schlägt für alles, was mit meiner Arbeit zu tun hat. Und für Schuhe. F: Welche ist Ihre Superkraft? CB: Als inoffizielle Nachfolgerin von Indiana Jones besitze ich seine Superkraft, mich in jedes Abenteuer reinzubegeben und auch heil wieder rauszukommen. Ich kann mich an wirklich jede Situation anpassen. F: Welchen Zweck erfüllen Falten? CB: Sie zeigen, dass ein Leben gelebt wurde. F: Was wird besser, je älter Sie werden? CB: Meine Geduld.

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INTERVIEW

Dog days are over Tanja Bernold zelebriert den Minimalismus wie den täglichen Spaziergang mit ihrem Hund. Der treue Begleiter war es auch, der sie auf die Idee brachte, selbst Hundehalsbänder zu entwerfen. Die Liebe, Mut und ein paar Abzweiger haben sie dann zum eigenen Label ZAHA geführt, für das die 34-jährige Glarnerin heute neben Accessoires für den Hund auch Lieblingsstücke fürs Herrchen kreiert.

Vom eigenen Schuhgeschäft zum Concept Store und dem eigenen Label. Das Ergebnis: ZAHA.

Interview: Marina Warth Fotos: Pascal Vögeli

Hundeleinen waren das erste Produkt, das Tanja Bernold für ihr Label ZAHA designte.

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Begleiter, Inspiration, Hommage: Hunde spielen in Tanjas Leben eine besondere Rolle.

FACES: Du hast mit Hundehalsbändern begonnen und bist mittlerweile bei Gürteln und Lederaccessoires aus vegetabil gefärbtem Leder angelangt. Wie kam es dazu? TANJA BERNOLD: Ich habe selber einen Hund und wollte für ihn ein Lederband haben, dass so puristisch und schlicht ist wie ich für mich selbst einen Gürtel gestalten würde. Das Produkt sollte ästhetisch und langlebig sein sowie Saison für Saison überdauern. Über eine Mitarbeiterin in meinem vorherigen Geschäft, dem Schuh-Werk, bin ich dann mit Manufakturen in Italien in Kontakt gekommen, die wir dann auch gemeinsam

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geprüft haben, bis ich meinen heutigen Produzenten in der Toskana gefunden habe. F: Und dann ging es weiter zum Gürtel. TB: Das war nach dem Hundehalsband und der zugehörigen Leine der logische Schritt. Schlichte und minimalistische Gürtel zu finden, ist meiner Meinung nach sehr schwierig. Und so beschloss ich, diesen einfach selber zu entwerfen. F: Wie ging es dann weiter? TB: Auf meine erste Kollektion Bohème bekam ich richtig gutes Feedback. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass das, was

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für mich so untrennbar zusammengehört – der Gürtel und das TB: Ja, mein Hund ist mein ständiger Begleiter, der mich Hundehalsband mitsamt Leine – sich im Geschäft oder beim auch auf Verkaufstermine begleitet. Er ist ein toller Eisbrecher. Kunden nur schwer gemeinsam verkaufen lässt. Nach wie vor (lacht) möchte ich beides behalten, allerdings fokussiere ich mich jetzt F: Liebe und Leidenschaft liefern dir offenbar Inspiration. und in Zukunft auf den Gürtel. Ist die Liebe ein guter Nährboden für Kreativität? F: ...auf einen Klassiker im Kleiderschrank. TB: Ja, das sehe ich so. Liebe ist ein Motor für mich, eine TB: Es ist ein sehr simpler, reduzierter Gürtel, der mit Emotion, die mir ein Hochgefühl gibt und einen Push an Mut. wenig oder ganz ohne Metall auskommt. Je mehr man in knüpft Klar kommt dann auch ab und an der Fall, den brauche ich und bindet, desto schöner und weicher wird das Leder. Es ist wie genauso, denn damit geht das Aufstrebende einher. Die Liebe ist immer in der Mode ein Spiel. wichtig und etwas so schönes. F: Vor der Gründung von ZAHA hattest du aber bereits ein F: Deine Liebe zum Leder ist unübersehbar. Aktuell wird dieeigenes Geschäft, das Schuh-Werk, und später den Concept Store ser Rohstoff allerdings als der neue Pelz verschrien. Ist es zeitKult. Wie kamst du dazu? gemäß, heute noch Echtleder zu verwenden? TB: Ich habe eigentlich schon immer gewusst, dass ich selbTB: Ich verstehe den Vergleich von Leder und Pelz, kann aber ständig sein möchte. Dann hat mich die Liebe nach Lenzburg so extreme Lebensformen und -philosophien nicht nachvollziegeführt, wo ich an der Rathausgasse ein Lokal entdeckt habe. hen. Ich bin für einen bewussten Konsum und verwende aus dieDie Liebe ging, und die Idee blieb. Ich übernahm das Geschäft sem Grund auch nicht einfach das günstigste Leder, das mir den und machte daraus das Schuh-Werk. größten Profit bietet. Es ist mir wichDamit war ich zwar angefressen von tig, dass ich weiß, wo mein Rohstoff dieser Idee, einen eigenen Laden zu herkommt, dass das Leder für meine führen, aber auch davon, darin eigene Accessoires auf natürliche Art Produkte verkaufen zu wollen. gegerbt und pflanzlich gefärbt und Doch wie schafft man das, von A bis zudem in einer Manufaktur in ItaZ ein Produkt zu kreieren, von der lien verarbeitet wird, die in vierter Idee übers Design bis zur Fertigung Generation geführt wird. Ich möchte und dem Verkauf an den Kunden? einen bewussten Konsum fördern. Nun, ich habe mich wieder verliebt, Mir ist wichtig, das Bewusstsein zu dieses Mal in einen Mann, der mir haben, was man kauft, von wem und so viel Wissen zum Einkauf mitgab, wieso. dass ich schlussendlich mein Label F: Veganes Leder wäre also nie gründete: ZAHA. eine Alternative? F: Ein langer Weg, der dir einiTB: Nein, auf keinen Fall. ges an Mut und Nerven abverlangt Solange ich den Unterschied spüre, hat. Weshalb wolltest du stets selbsehe und rieche, ist veganes Leder ständig sein? kein Thema. TB: Ich tue mich etwas schwer F: Woher kommt dein Wille, damit, mir Dinge vorschreiben zu immer weiterzuziehen? Ist das nicht Im eigenen Atelier in Dulliken sitzt Tanja Bernold auch selber an der Nähmaschine. lassen. (lacht) Im Endeffekt geht es auch immer ein Davonlaufen? allerdings um Freiheiten, welche ich TB: Das kann gut sein. (lacht) in der Selbständigkeit gefunden habe. Ich komme tatsächlich nicht zur Ruhe, obwohl in mein Alltag F: Ganz allein bist du aber dennoch nie. Du hast auch sehr ruhig ist. Ich will noch so viel erreichen. Ich renne allerMentoren und Freunde, die dich unterstützen, richtig? dings nicht wirklich davon, denn ich selbst komme ja immer mit. TB: Ich habe in der Tat eine tolle Runde an Menschen, die ich Ich würde eher sagen, es ist meine Neugier, die mich treibt. immer um Rat fragen kann. Junge Schweizer Marken unterstütF: Ein Vorankommen vielleicht? zen einander, indem man sich zum Beispiel an einer Messe einen TB: Mir ist der Moment extrem wichtig. Es muss mir stänStand teilt oder sich für eine Kollektion zusammentut. dig wohl sein. Ich habe den Willen, Unwohlsein sofort zu ändern. F: Und dennoch musst du dich als kleines Label gegen größere F: Warst du schon immer so mutig? beweisen. Wie stark ist der Konkurrenzkampf? TB: Ich bin in einem soliden Zuhause aufgewachsen, einem TB: Mich gegen andere zu beweisen, ist gar nicht mein Ziel. guten Fundament, einer Familie, die mir stets Rückhalt gab. Und Ich möchte kein riesiges Imperium aufbauen, sondern mit den genau dieser Rückhalt hat mich mutig sein lassen. Das Bewusstanderen gemeinsam Freude an Mode verbreiten. Es ist wirklich sein, dass ich scheitern kann und danach aber jederzeit aufgefanein Miteinander. gen werde, hat mir Mut verliehen und Vertrauen in mich selbst. F: Es gibt tatsächlich nicht viele Schweizer Labels, die sich F: Das ist ein extrem wichtiger Charakterzug, besonders auf Lederacccessoires fokussieren. Weshalb gerade Leder? wenn man in der Modebranche arbeitet. TB: Weil es ein edler Rohstoff ist, der sowieso schon da ist. TB: Ich denke, es ist das, was mich von anderen unterscheiEr ist nachhaltig, langlebig und robust. Kurze Wege waren mir det. Ich kann weder besser zeichnen, noch bin ich kreativer. wichtig und damit Fabriken in China kein Thema. Das Leder für Aber ich habe Mut. Und ich kommuniziere leicht mit anderen meine Accessoires ist zudem natürlich gegerbt und vegetabil Menschen. gefärbt. F: Jeder Tag in deinem Leben ist anders. Einen geregelten F: Und dein Hund ist immer dabei. Ablauf gibt es nicht?

„Wir sind zwar nicht alle gleich, aber wir sind alle gleichwertig.“

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TB: Nein, den gibt es nicht. Aber es gibt Rituale. (lacht) Mein Wecker klingelt um 7 Uhr 06. F: Weshalb nicht um fünf nach sieben? TB: Ich mag die Zahl Sechs. (lacht) Danach trinke ich einen Kaffee, während ich der Sonne beim Aufsteigen zusehe. Später gehe ich mit dem Hund raus, spazieren oder joggen, je nachdem, wie ich mich fühle. Duschen, Schminken, alles in aller Ruhe, bevor ich um halb zehn mit der Arbeit beginne. Aktivieren am Morgen, Kreativität am Abend. F: Du genießt als Selbständige extrem viele Freiheiten, entscheidest alles alleine für dein Label und kannst tun und lassen, was du willst. Das ruft bestimmt auch Neider auf den Plan, oder? TB: Ich provoziere das auch ein bisschen. Die Reaktionen der Menschen finde ich extrem spannend. Das ist ein Grund, weshalb ich meine Haare gerne radikal und ständig ändere. F: Von der Glatze bis zur lockigen Pony-Frisur. TB: Ja, genau. Es war spannend zu sehen, wie die Gesellschaft auf mich mit Glatze reagiert hat. Solche Reaktionen sind immer ein Motor für mich. Ich bin gerne ein Teil der Gesellschaft und beobachte nicht nur die Gesellschaft selber, sondern auch mich in ihr. F: Wie blickst du denn auf die Gesellschaft? TB: Ich glaube, wir müssen lernen, in dieser Diversität zu leben und uns gegenseitig akzeptieren und in Ruhe lassen. F: Diversität, Uniformität und unisex sind die aktuellen Schlagworte der Modebranche. Auch du zelebrierst unisex mit deinen Accessoires. Wie bewusst war dir diese Richtung? TB: Ich lebe das, auf Nachhaltigkeit zu setzen und zwar in allen Bereichen. Das betrifft aber nicht nur die Produktion, sondern auch das Produkt und seine Träger dahinter. Wir sind zwar nicht alle gleich, aber wir sind alle gleichwertig. Deshalb möchte ich meine Gürtel auch nicht in Kategorien unterteilen oder diesen Umstand zum Thema machen. Dass wir alle gleichwertig sind, sollte eigentlich unausgesprochen klar sein. Dass alle meine Produkte nachhaltig und genderfree sind, ist für mich selbstverständlich. F: Du stellst Produkte her, die die Zeit überdauern. Gibt es andere Dinge, die du in eine Zeitkapsel packen würdest, auf die du in der Zukunft nicht verzichten wolltest? TB: Roten Lippenstift, einen Stift und Papier. Ich liebe es, meine Gedanken und Beobachtungen zu Papier zu bringen, und wer weiß, vielleicht haben wir diese Gegenstände eines Tages nicht mehr, weil alles nur noch digital läuft. F: Und der Lippenstift? TB: Der gehört einfach zu mir. F: Von der Zukunft kurz zur Vergangenheit. Was war rückblickend früher besser? TB: Meine eigene Naivität. Dass ich mir teilweise keine Sorgen machte. So viele Chancen und Möglichkeiten. Das sind extrem süße Erinnerungen. Wobei mich die Erfahrung gelehrt hat, selektiver zu sein. Ich habe dadurch gelernt, auch einfach mal Nein zu sagen. Und Nein zu sagen ist etwas ganz Schönes. F: Ein Schuhgeschäft, dein eigener Concept Store, dein Label ZAHA. So viele Abenteuer, die du bereits erlebt hast. Welche liegen noch vor dir? TB: Ich träume vom Schreiben und Auswandern nach Paris, vom Verfassen eines Buches und dem Leben und Lieben im Marais in Paris.

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Die Ledergürtel von ZAHA sind zeitlose Stücke, die an Geschichte gewinnen, je länger man sie trägt. Die Kollektionen von ZAHA gibt’s zu kaufen unter www.zaha.online.

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TON TRÄ UME


Beton ist unsere Leinwand, Leder unser Material. Damit treten wir dem Herbst entgegen, in Vollmontur von Kopf bis Fuß, stark und fokussiert darauf, dem Leder seinen rechtmäßigen Platz einzuräumen.

Top von ATIL KUTOGLU. Lederhose von SET (Pkz.ch). Ballerinas von COS.

Photography: Michael Dürr

Styling: Suiqi Luk Hair & Make-up: Bianca Woltsche using Mac Cosmetics Models: Milena @ Wiener Models & Franzi @ M4 Models Produktionsassistenz & Bildretusche: Zuzana Kvassay


Links: Kleid von KARL LAGERFELD . Bustier von WOLFORD. Rechts: Trenchcoat von TIBI. Longsleeve von MARINE SERRE. Handschuhe von ROECKL.


Links: Body von FENDI. Shorts von

SELF-PORTRAIT

(Mytheresa.com). Rechts: Pullover von COS. Rock von BALLY.


Links und rechts: Jumpsuit, Body und Pumps von BOTTEGA VENETA . Ring von XENOX.


Links und rechts: Milena: Trenchcoat von BALLY. Pullover von COS. Franzi: Bluse von NANUSHKA (Mytheresa.com). Rollkragen-Body von WOLFORD. Hose STYLIST’S OWN.


Links und rechts: Bustier von DIOR. Rock von LENA HOSCHEK.


COOL HOST

In vino veritas Weiche Matratzen, poliertes Silberbesteck? Brauchen wir alles nicht. Wir wollen Gastgeber, die auf unsere Meinung mehr geben als auf Michelin-Sterne und Hotel-Awards, die für das leben, was sie in der Pfanne brutzeln oder noch immer jedes Mal stolz die Brust schwellen, wenn sie ihre eigenen Hotelzimmer betreten. Wir zeigen Ihnen die coolen Socken unter den Hoteliers, Küchenchefs und Restaurantbesitzern, deren Rüstung unter Hemd oder Schürze blanker glänzt als der hellste Kronleuchter. Interview: Marina Warth Fotos: Karine + Oliver

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Catherine Cruchon Die Sache mit Gault&Millau sitzt Catherine Cruchon ordentlich im Nacken. Schließlich hat das familiengeführte Weingut Henri Cruchon einen Ruf zu verlieren, listet es sich doch seit Jahren auf der Bestenliste der Schweizer Winzer ein. Die 33-jährige Waadtländerin lässt sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Dafür hat sie zu viel gesehen, in den Burgunder Weinbergen, in Südafrika, Israel oder Argentinien ihre Erfahrungen als Winzerin gemacht. Cruchon weiß, was sie tut – und wollte das schon immer: Wein anbauen, Gäste bewirten, die Liebe zum guten Tropfen weitergeben. Der Vater übergab ihr jüngst das Zepter zum Weingut, das Catherine nun in Richtung biodynamischen Anbau schwenkt.

Wein ist nicht einfach nur alkoholhaltiger Traubensaft. Hinter jeder Flasche steckt eine Geschichte und stehen Menschen wie Catherine Cruchon, die als Winzerin in dritter Generation das Familienweingut Henri Cruchon mitgestaltet. Spätestens beim Thema Biodynamik lodern die Augen der jungen Westschweizerin auf wie bei ihren Gästen nach dem ersten Schluck Pinot Noir. FACES: Wie sind Sie zur Winzerei gekommen? CATHERINE CRUCHON: Zuerst wurde ich von der Ambiance in unserer Cave verführt. Ich habe das Glück, aus

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Wein ist ihr Leben: Catherine Cruchon, Winzerin der Domaine Henri Cruchon.

DAS SAGT CATHERINE CRUCHON ÜBER… SANGRIA: Ich mag sie frisch und nicht zu süß. KORKENSAMMLER: Ist das ein Beruf? Den kenne ich gar nicht... TRINKGELD: Ich bin gerne großzügig mit Trinkgeld. Während meines Studiums habe ich in einer Weinbar gearbeitet. Da habe ich gelernt, wie wichtig Trinkgeld ist. Für den Kunden ändert sich der Preis des Abends damit nicht um viel, während es für die Person, die das Trinkgeld erhält, ein sehr schöner Bonus am Ende des Tages ist. BIERTRINKER: Niemand ist perfekt.

Alle Generationen vereint: die Familie Cruchon.

Das Weingut Henri Cruchon Man könnte sagen, durch die Adern der Familie Cruchon fließt schon seit jeher Wein. 1976 gründet Henri Cruchon als Sprössling einer Winzerdynastie schließlich die eigene Domaine. Die Söhne stoßen hinzu, deren Frauen und irgendwann die Enkel. Und so sprudelt der Wein in der Nähe des Genfersees heute in der dritten Generation und so bewusst umweltschonend, dass die Tropfen der Cruchons gar das Demeter-Siegel tragen. Sechzehn Rebsorten gedeihen hier mosaikartig auf mehreren Rebbergen, mehrheitlich biodynamisch produziert, vor Ort gekeltert und in die Flaschen gefüllt, aus denen Gäste den Wein später genießen dürfen. DOMAINE HENRI CRUCHON, ROUTE DU VILLAGE, 1112 ECHICHENS, SCHWEIZ, WWW.HENRICRUCHON.COM

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WEINE MIT SCHRAUBVERSCHLUSS: Und weg ist er (der Verschluss). Probieren wir den Wein.


einer Winzerfamilie zu stammen, und ich habe die lebhaften Abende und die festliche Atmosphäre, die während der Weinlese im Keller herrschte, immer geliebt. Meine erste Weinlese machte ich im Alter von acht Jahren, als ich meine Schulferien damit verbrachte, mit meinem Vater Wein herzustellen. F: Wie beschreiben Sie die Domaine Henri Cruchon in einem Satz? CC: Eine große Familie mit viel Leidenschaft. F: Von der Idee übers Konzept bis zum Weingut: Wie lange haben Sie für diesen Weg gebraucht? CC: Es dauerte neun Jahre vom Verlassen der Pflichtschule bis zur Rückkehr auf das Gut. Ich begann mit einer Lehre als Kellermeisterin, machte dann während eines Jahres die Berufsreife, danach ein Praktikum und die HES in Önologie, bevor ich ein Jahr auf einem Weingut in Oregon (USA) verbrachte. Danach kehrte ich in die Domaine zurück, reiste allerdings weiterhin während zwei Monaten des Jahres. Danach hatte ich das Vergnügen, in Südafrika, Israel, Burgund und Argentinien zu arbeiten. Das Treffen meiner Frau und ihrer Tochter im Jahr 2015 ermöglichte es mir, mich ein wenig neu zu orientieren. Sie brachten mich dazu, mich niederzulassen und hier etwas aufzubauen. Ich habe dann meine Reisen stark reduziert, obwohl ich noch lange nicht am Ziel angekommen bin. Das Schöne an diesem Beruf ist, dass man nie aufhört zu lernen und sich zu verbessern. Ich habe noch eine Vielzahl von Projekten, auf deren Durchführung ich mich hier freue. F: Weshalb müssen wir unbedingt bei Ihnen Wein kaufen? CC: Sie müssen nicht. Ich ermutige Sie jedoch, uns zu besuchen, unsere Weine zu verkosten und etwas Zeit mit uns zu verbringen. Wenn Sie dann erobert NACHHALTIGKEIT: sind, sollten Sie die Antwort auf die Frage selbst Das ist der Kern meiner gefunden haben. Arbeit: Das Land gehört F: Woran müssen Winzer denken, worüber uns nicht, wir sind nur sich andere keine Gedanken machen? ein Leben lang seine CC: Das Wetter ist ein sehr wichtiger Punkt in bescheidenen Bauern. unserem Geschäft. Wir können es nicht beeinflussen, und die Prognosen sind nicht immer korrekt. WEINGLÄSER: Wir müssen uns also anpassen. Wenn wir zum BeiZalto ist eine spiel geplant hatten, eine Rebe zu ernten, und es bemerkenswerte regnet, müssen wir das Ende des Regens abwarGlasmanufaktur. Ich liebe ten. Deshalb müssen wir stets sehr flexibel bleiben, es, in diesen Gläsern zu denn es ist die Natur, die regiert! degustieren. F: Worüber machen Sie sich zu viele Sorgen? CC: Ich glaube, dass ich mich manchmal zu WEINFÜHRER: sehr darum kümmere, was die Leute denken. Ich Ich liebe dich auch (nicht). bin an der „Geburt“ unserer Weine von der Traube bis zur Flasche beteiligt, ein Weinjahrgang ist ja SCHOKOLADE: immer eine Menge Arbeit... Wenn jemand unseIch bin ein großer ren Wein nicht mag, und man lässt es mich wisSchokoladenfan. Am sen, gebe ich zu, dass mich das oft mehr berührt, liebsten mag ich dunkle als es sollte. Ich nehme es mir zu sehr zu Herzen, Sorten mit Nüssen oder es fühlt sich ein bisschen so an, als werde man als Eis. persönlich kritisiert oder zumindest ein Familienmitglied. Aber ich arbeite daran, und vor allem SPUCKFÄSSER: mag ich Kritik, denn diese ist es, die mich auch Sie sind bei voranbringt. professionellen F: Wie sind Sie als Chefin? Verkostungen CC: Ich mag flache Hierarchien. Dafür umgebe unverzichtbar. ich mich mit Menschen, die leidenschaftlich, kompetent und engagiert sind und mit denen ich KATER: mich gut verstehe. Ich arbeite gerne im Team, um Aua!

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unsere Erfahrungen und Gefühle zu teilen und um gemeinsam Entscheidungen zu treffen. F: Welche Eigenschaften braucht ein guter Winzer? CC: Ich denke, es erfordert Bescheidenheit, und man muss wissen, wie man die Natur und ihr Ökosystem beobachtet. Kreativität und Durchhaltevermögen sind ebenfalls sehr wichtig, genauso wie ein offener Geist. F: Was mögen Sie an Weinliebhabern am meisten? CC: Den Austausch, den wir mit ihnen haben können. Ich sehe es gerne, wenn Gäste und Weinliebhaber bei uns eine gute Zeit haben und sich lächelnd verabschieden. F: Was können Sie bei Gästen nicht leiden? CC: Ich finde es nicht sehr angenehm, wenn uns ein Kunde um einen Rabatt bittet. Ich verbringe gerne Zeit mit Menschen, öffne Flaschen, um ihnen unsere Weine zu zeigen, biete ihnen hin und wieder eine Flasche an, um ihnen für ihre Treue zu danken. Wenn mich andererseits jemand um einen Rabatt bittet, ist mir das unangenehm. F: Was ist Ihr Anspruch an Ihre Produkte und Ihr Weingut, und wie haben sich die Ansprüche Ihrer Gäste in den vergangenen Jahren verändert? CC: Ich stelle fest, dass unsere Kundschaft immer sensibler für ökologische Aspekte wird, was gut so ist, da wir unsere Reben seit mehr als 20 Jahren biologisch-dynamisch bearbeiten. Mein Ziel ist es, in dieser Richtung weiterzugehen und zum Beispiel an unserer Klimaneutralität zu arbeiten. Außerdem will ich Weine anbieten, die Emotionen wecken, und unsere Kunden wissen lassen, dass die Reben, die wir für die Herstellung dieses Weins bearbeitet haben, mit Respekt vor der Natur und ihrer Umwelt bearbeitet werden. F: Als Winzer erleben Sie einen spannenden Alltag. Welche Geschichte müssen Sie uns unbedingt erzählen? CC: Es stimmt, dass wir den Tag oft mit netten Anekdoten abschließen. Heute kam ein Kunde mit seinem Fahrrad vorbei und nutzte die Gelegenheit, um sich auf dem Weg nach Lausanne ein paar Flaschen zu gönnen. Nun, wussten Sie, dass man insgesamt 24 Flaschen Wein auf einem einzigen Fahrrad transportieren kann? Das erinnert mich an einen anderen Kunden, der so genau wusste, wie viele Weinkisten in seinen Wagen passen, dass am Schluss wirklich nur noch für ihn selber Platz war. Sowohl im Kofferraum als auch auf dem Rück- und Beifahrersitz saß jetzt Wein. Mein Großvater erzählt gerne solche Anekdoten, aber sie werden insgesamt seltener, da die große Mehrheit unserer Kunden es heute vorzieht, sich weniger Flaschen auf einmal und dafür regelmäßiger zu gönnen. F: Worauf achten Sie, wenn Sie einen Wein trinken? CC: Ich achte gerne darauf, was mir der Wein erzählt. F: Welches ist der beste Wein der Welt (außer Ihrem eigenen), den Sie selber schon getrunken haben? CC: Ich bin ein Pinot-Noir-Liebhaber, und die besten Weine, die ich je trinken durfte, sind die aus dem Weingut von Lalou Bise-Leroy in Vosne-Romanée (Frankreich). F: Welches Weingut würden Sie neben Ihrem eigenen gerne besitzen? CC: Ich werde es Ihnen nicht sagen können. Es gibt viele Weinbaukollegen, die ich bewundere und für die ich sehr gerne ein Jahr lang arbeiten würde, zum Beispiel als Praktikantin. Aber ich habe nicht den Wunsch, einen anderes als unser Gut zu besitzen. F: Wo steht Ihr Bett? CC: Nicht im Weinberg, aber im Herzen der Region Morges.

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Er ist der Kauz des deutschen TVs, einer, der ausspricht, was ihm auf der Zunge liegt. Das freut Zuschauer wie Sender, und von MTV bis ProSieben fressen sie ihm alle aus der Hand. Christian Ulmen streut fleißig weiter seine Krumen und tut dies auch dann, wenn ihn Matze Hielscher vom Podcast „Hotel Matze“ danach fragt, warum er das Zepter so selten aus der Hand gibt. Text: Matze Hielscher Fotos: Eye Candy

STORY

Matze Hielscher

Matze Hielscher hat sich als Bassist versucht, als Eisverkäufer und Clubbesitzer. Alles mit mäßigem Erfolg. Doch eine Idee zündete, die zum Blog „Mit Vergnügen“, aus dem mittlerweile ein richtiges Unternehmen geworden ist. Hielscher ist bekannt dafür, die Füße nicht stillhalten zu können. Und so kam es zum „Hotel Matze“, einem Podcast, für den Personen des Rampenlichts im Gespräch die Hosen runter lassen. Endlich, peng und pow, der Erfolg schlägt ein! Und zwar so hart, dass der heute 40-jährige Helscher die schönsten Antworten seiner Gäste zu Papier brachte und daraus „Die Schule meines Lebens machte“, das vor Kurzem beim Piper Verlag erschien.

MATZE SPRICHT MIT 100

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© P I C T U R E A L L I A N C E / U N I T E D A R C H I V E S / K PA P U B L I C I T Y

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CHRISTIAN Christian Ulmen

Nur Ulk im Kopf und das eigentlich schon immer. Erst als Radiomoderator, später im TV. Bei MTV lebt der in der Hansestadt aufgewachsene Christian Ulmen aus, was andere heute auf YouTube oder Instagram tun. Zum Glück, hätte Ulmen sonst Theologie studiert. Stattdessen entdeckt ihn ein US-Talentscout und holt den Sprücheklopfer zu MTV Europe nach London. Dort strampelt er sich die Füße wund, bevor es zurück geht in die alte Heimat. Ulmen bleibt MTV treu, gewinnt ProSieben für sich und produziert zahlreiche eigene Shows, darunter „Unter Ulmen“ oder „Mein neuer Freund“. Preise folgen, irgendwann das Angebot des Tatorts, das Ulmen nicht ausschlagen kann. 2017 ein neuer Coup: jerks., eine TVShow ohne richtiges Drehbuch, eine Mischung aus Fiktion und Realität, in der Christian Ulmen sich selbst zu spielen scheint.

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¾CHRISTIAN ULMEN ÜBER STORY

OBJEKTIVITÄT UND DIE FRECHHEIT DER EN Christian Ulmen kann den Zuschauer peinlich berühren wie kaum ein anderer. Er schafft es, unsere Schadenfreude mit seinen Figuren und seinen Geschichten zu aktivieren und gleichzeitig einen Schmerz zu erzeugen, weil uns das Gefühl der Scham und der Peinlichkeit ja auch selbst bekannt ist. Und so zeigen wir beim Betrachten seiner Geschichten mit dem Finger auf den armen Trottel da auf dem Bildschirm und wissen zugleich: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst. Ich habe Christian Ulmen zum ersten Mal als Moderator bei MTV gesehen, das ist gut zwanzig Jahre her. Danach tauchte er immer wieder in Formaten auf, die in meinem Freundeskreis für Gesprächslachstoff sorgten, allen voran Mein neuer Freund. Als Schauspieler hat er alles gespielt, was man in Deutschland so spielen kann. Von der romantischen Komödie über experimentelle Docutainment-Formate bis hin zum Tatort. Ich habe die halbe Nacht vor unserem Gespräch damit verbracht, die neueste Staffel seiner Serie jerks. zu sehen, die so lustig ist, dass es wehtut. Ein paar Stunden später läuft er nun durch die Toreinfahrt ins Hotel. Er trägt die gleiche Mütze wie in der Nacht auf meinem Bildschirm. Und wie er immer näher kommt und größer wird, wird die Figur Ulmen real. Es ist, als würde er aus dem Fernseher heraustreten. Ein ganz merkwürdiges Gefühl der Vertrautheit stellt sich ein. Ich habe von Christian Ulmen gelernt, wie er es schafft, eine losgelöste Atmosphäre zu kreieren, wie er einen objektiven Blick einnimmt und welchen Rausch es auslösen kann, wenn man etwas allein macht.

Die Freude am Zufall

Christians Karriere fing bei MTV in England an. Dort hat er gelernt, was durch Zufälle und Pannen entstehen kann: „Die ganze Visualität von MTV damals, die ja auch wegweisend war, ist entstanden durch Zufälle oder durch Notwendigkeiten. Wir haben eine Sendung gemacht, die hieß MTV HOT. Weil damals keine Studios mehr frei waren, wurde nebenan in einem Häuserkomplex einfach eine Einzimmerwohnung gemietet, die winzig war. Und weil der Raum nicht ins Bild passte, haben sie so eine Fingerkamera hingestellt mit einem Froschauge als Objektiv. Heraus kam ein geiler Look. Die haben oft aus Zwängen heraus einfach etwas geboren und das hat mich geprägt. Obwohl ich sonst eigentlich immer vor allem Möglichen Schiss habe, habe ich nie Angst gehabt vor Pannen oder Zufällen oder unvorhergesehenen Dingen, weil ich gelernt hatte: Das ist das Beste, was dir

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passieren kann. Wenn etwas geschieht, auf das du nicht gefasst bist, dann entsteht etwas, das toller ist als das, was du vorher am Schreibtisch hättest zurechtbasteln können.“

Wie kreierst du eine gute Arbeitsatmosphäre?

Ich habe ein paar Leute getroffen, die bei jerks. mitgespielt oder mitgearbeitet haben. und alle erzählten begeistert von der angenehmen Atmosphäre am Set. Wie macht Christian das? „Eigentlich nur, indem ich alle erst mal in Ruhe lasse und ihnen nicht reinrede. Alle Gewerke, ob es Kostüm ist oder Ausstattung, sind gewohnt, dass sie mit jeder Gießkanne, die im Bild steht, zum Regisseur kommen und sagen: ‚Hey, ist die Kanne hier okay oder soll es lieber eine aus Keramik sein?‘ Und dann sagt der Regisseur: ‚Mhm, zeig noch mal die siebte Kanne von links.‘ Da ist es doch viel besser, dem Ausstatter einfach mal zu sagen: ‚Richte das mal so ein, wie du es dir vorstellst.‘ Und den Kostümleuten zu sagen: ‚Macht mal, wie ihr es euch vorstellt.‘ Ich glaube, das hat viel dazu beigetragen, dass die Stimmung so ist, wie sie ist. Dass alle Gewerke das Gefühl haben: Ich kann hier mal mein Ding machen.“ Das gilt auch für die Schauspieler, denn jerks. ist in großen Teilen improvisiert. Der Handlungsverlauf ist klar, aber die Dialoge sind nicht ausgearbeitet. Und so können Szenen auch mal eine halbe Stunde ununterbrochen gespielt werden. Der Schauspieler wird nicht durch Lichtwechsel (es gibt gar kein gesetztes Licht bei jerks.) und neue Regieanweisungen unterbrochen. Er kann einfach spielen. Kein Wunder also, dass so viele bekannte Gesichter in der Serie dabei sein wollen.

Der Rausch der unbegrenzten Möglichkeiten

Christian führt bei jerks. Regie und spielt die Hauptrolle, eher ungewöhnlich ist, dass er die Serie auch selbst schneidet. Dazu muss man wissen, dass ein Cutter eine wesentlich geringere Gage erhält als ein Regisseur oder ein Schauspieler in der Liga von Christian Ulmen. Warum will er diese Arbeit unbedingt selbst machen? „Ich kann diesem Rausch der unbegrenzten Möglichkeiten nicht widerstehen. Da nachts zu sitzen und das zusammenzuschrauben, das macht mich einfach froh. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Ich muss mit niemanden lange diskutieren. Du musst es noch nicht mal formulieren, das mag ich auch so daran. Die Schwierigkeit beim Drehen ist ja auch oft, anderen

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STORY

eine Idee oder Vision, die man hat, zu vermitteln. Es ist unglaublich schwierig, die richtigen Worte dafür zu finden. Im Schnitt sitzt du allein da und musst keine Sprache finden für das, was du tust. Du kannst einfach deinem Gefühl folgen, ohne dass du dir selber erklären musst, warum du jetzt gerade an dieser Stelle einen Satz rausnimmst und einen anderen Satz einbaust. Du machst es einfach, weil du das Gefühl hast, es ist richtig so.“

DLICHKEIT

Wie schaffst du es, objektiv zu bleiben?

Wenn ich allein an etwas arbeite, dann fehlt mir nach einer Weile die Objektivität. Christian hat einen genialen Trick, um sich die zu bewahren, auch wenn man kein Korrektiv hat: „Ich gucke mir alles zwanzig Mal an, also jede Szene, wenn sie fertig geschnitten ist. Dabei versuche ich immer, sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu gucken. Ich gehe auch manchmal in einen anderen Raum und schaue mir die Szene dort an – das macht was mit einem. Ich stelle mir vor: Wie würde mein Kumpel Benjamin von Stuckrad-Barre das finden? Ich stelle mir vor, Stucki sitzt neben mir, und versuche, die Szene durch seine Augen zu sehen. Dann gucke ich sie durch die Augen von unserer Redakteurin bei Pro7. Was würde sie sagen? Und dieser Kniff funktioniert. Denn wenn ich versuche, durch Stuckis Augen zu gucken, dann fallen mir andere Sachen auf, als wenn ich durch die Augen von Fahri Yardım gucke.“ Wir alle kennen die Blickwinkel unserer Vertrauten. Wenn zum Beispiel unsere Eltern zu Besuch kommen, dann bemerken wir, wie unordentlich unsere Wohnung ist, und räumen auf. Vorher ist uns das gar nicht aufgefallen oder es hat uns nicht gestört. Und genau diese Fähigkeit nutzt Christian für einen objektiven Blick. Dazu passt, dass die letzte Person, durch deren Augen Christian auf eine Szene schaut, seine Mutter ist.

Freu dich nicht über gute Kritiken

„Es gibt einen großartigen Satz von Sven Regener, der hat mal gesagt: Die Welt schuldet dir nichts, und du ihr aber auch nicht. Du darfst dich nicht über gute Kritiken freuen, aber dafür musst du dich auch über schlechte nicht ärgern. Das habe ich mir extrem zu Herzen genommen. Ich freue mich auch ehrlich gesagt nicht über Preise. Weil ich denke: Nächste Woche kriegt den irgendein anderer. Ich freue mich nicht über Hymnen und ich ärgere mich nicht mehr über Kritiken. Ich versuche, diese Aussagen ganz nüchtern als interessante Äußerung über ein Werk zu verstehen.“ Oder als Inspiration. Denn Pöbeleien in YouTubeKommentaren nutzt Christian mitunter für Dialoge bei jerks.

Mehr Offenheit wagen

Was mich an diesem Gespräch überrascht hat, ist Christians Offenheit. Vielleicht liegt es an seinen kauzigen Rollen, dass man denkt, der echte Christian sei vielleicht nicht so zugänglich oder lehne Fragen nach so etwas wie seinem Gefühlszustand ab. Doch das ist nicht so: „Ich habe lange gedacht, man muss so uneinschätzbar wie möglich sein, dann ist man auch gefeit vor Schlägen oder vor Schmerzen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Fahri Yardım ist dabei ein Lehrmeister. Er ist ein offenes Buch. Das ist auch oft die Angst, dass man seine Verletzlichkeit nicht zeigt, weil man denkt: ‚Ich schäme mich, jetzt habe ich eine weiche Seite gezeigt.‘ Fahri ist mir da echt ein Vorbild, weil er auf

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so eine souveräne und würdevolle Art all seine Schwächen offenlegt. Es ist so entwaffnend und heilsam, dass alle am Tisch wissen, wie es ihm gerade geht, und einschätzen können, was er gerade tut und sagt… Das hilft in der Kommunikation mit anderen – die checken dich besser. Und das schützt davor, falsch verstanden zu werden.“

„Der Tod ist eine unverschämtheit und sollte verboten werden“

Am Ende des Gesprächs habe ich meine Standard-Abschlussfrage gestellt und Christian gefragt, was er auf einer Plakatwand schreiben würde, die für alle sichtbar am Alexanderplatz hängt. Christians Antwort: »Der Tod ist eine Unverschämtheit und sollte verboten werden.« Dieser Satz steht bereits auf einem Schild am Hackeschen Markt in Berlin. Christian würde das Schild also im Grunde versetzen. Meistens bedeuten die Plakatsprüche den Schlusspunkt eines Gesprächs, aber in diesem Fall musste ich nachfragen, woher diese überraschende Antwort kommt. Und während Christian die gesamte Zeit über sehr gelassen geantwortet hat, redet er sich jetzt kurz in Rage: »Ich finde es eine Frechheit, dass du auf die Welt gesetzt wirst und dich an all diesen vielen tollen Dingen erfreuen kannst und irgendwann sagt jemand: ‚So, vorbei.‘ Und dann ist es vorbei. Ich finde, dieses Konzept ist eine Frechheit. Der Tod ist echt eine Unverschämtheit – das ist treffend formuliert. Einen hier hinzusetzen und einem nichts zu erklären. Warum sind wir denn jetzt hier? Sag doch bitte mal einer irgendwas. Es erklärt einem ja keiner, was das alles soll. Das ist eine Frechheit.« Was glaubt Christian denn, warum er hier ist? „Ja eben, ich weiß es nicht. Meine Strategie ist, zu akzeptieren, das nicht zu wissen und auch nicht nach einer Antwort zu suchen – sondern sich einfach zufriedenzugeben mit der Gewissheit, dass man die Antwort nicht bekommt. Und dass eine Antwort immer nur Glaube ist. Du kannst an etwas glauben, aber das reicht mir nicht. Ich möchte gern wissen. Also kann ich mich damit nur begnügen und sagen: ‚So ist es, ich habe keine Ahnung.‘ Aber ich habe keine Lust, mir den Sinn des Lebens zurechtzuglauben oder an Gott zu glauben. Das ist ja Teil der Frechheit, dass du hier bist und ständig irgendwas glauben sollst.“ So kann man das auch sehen. Ich bin gespannt, wann sich Christian dem Sinn des Lebens künstlerisch annähert. Das ist ja das Schöne an einem kreativen Leben, dass man Dinge, die Freude, Leid, Unbehagen oder Fragen hervorrufen, aufgreifen und sich aufmachen kann, um sie nach draußen in die Welt zu tragen. Nach unserem Gespräch verschwindet Christian wieder durch die Toreinfahrt zurück in seine Welt. Zu Hause hat er seinen Schnittplatz unterm Dach. Ich frage mich, wie es da wohl aussieht. Ist es ganz ordentlich oder sieht es dort so schlimm aus, dass niemand den Raum betreten darf? Was denkst du?

Matze Hielscher, „Die Schule meines Lebens“, Piper, ca. 22.–

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Beige kann nicht jeder. Die Farbe ist heikel, ein modischer Showdown oder sowas wie der Besuch bei den zukünftigen Schwiegereltern, wo das Händeschütteln mehr ist als reine Begrüßung. Die Herausforderung beginnt bei der Benennung, wo Beige schnell in Richtung Camel abdriftet. So oder so, wer dieses Level schafft, der ist bereit für alles, was modisch sonst noch so auf einen zukommt. Foto: IMAXtree

STYLE-

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Rot kickt Beige ins Rampenlicht, das nur durch die dunkle Oma-Tasche etwas verdunkelt wird.

Kurz über lang, Beige zu Off-White und Eierschale, dazu der Blick, der sagt: Ja, ich trage den Trench unter der Jacke, na und?

Couple Goals? Scheiß Begriff, aber in diesem Fall absolut treffsicher. Nicht kitschig, sondern cool. Besser geht’s nicht.

Zu viele Beige-Töne, zu hohe Stiefel. Das ist Angeln im zu tiefen Gewässer...

Der Beweis, dass Accessoires sehr wohl zählen. Und zwar minus drei Punkte.

Wenn schon aufgeknöpftes Hemd, dann bitte auf nackter Brust. Das Oberteil gehört sowieso in die Mottenkiste, ganz tief nach unten, wo es den Schuhen Gesellschaft leistet.

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TAKE A RISK AND SKIP THE CROWD Der coolste Typ unter der Sonne. Period.

Die Kniesocken täuschen nicht darüber hinweg, dass der Pumps eine Nummer zu groß ist. Beige für die Dame übrigens auch.

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Hot as hell. Punktabzug für den geketteten Pumps…

Lurex! Hilfe! Dazu das überlange Oberteil… igitt.

Ein Mantel, der sprachlos macht und Applaus verdient. Jedes Accessoire mehr wäre fades Beigemüse.

Don’t mess with me. Das sagt dieser Look, der aus Ehrfurcht fünf Punkte kassiert.

So zieht Paris Hilton in den modischen Krieg. Und kassiert dafür gleich mal die erste Ohrfeige.

Ja, das mit den Pumphosen ist nicht jedermanns Sache. Weiße Stiefel sind es genausowenig.

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In Sachen Farbabstimmung macht diesem Typen keiner was vor. Wenn es um die Treter geht, besteht allerding noch Lernbedarf.

Oben Oma, unten Zirkusartistin. In diesem Fall funktioniert der Mix leider gar nicht. Next!

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Oversize in Beige: Ja, das funktioniert. Ein Gürtel drauf und die Clutch weg, bitte.

Der Mantel des Grauens. Dazu die umgeschlagene Hose, nein, bitte nicht.

Minimalismus in persona. Schön!

Für den Fellbesatz kriegt die Dame sowieso null Punkte. Ihre Freundin bekommt für den Strickpullover gnädigerweise einen.

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TAKE A RISK AND SKIP THE CROWD

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Für den gelungenen Material- und Farbenmix gibt’s von uns Standing Ovations.

Großes Kino. Und der Schuh ist wie die erste Hand voll Popcorn.

Für diese Jacke bezahlt man höchstens Schmerzensgeld.

Nope. Zurück nach Hause, umziehen, nochmals versuchen.

Khaki zu Beige ist ein Heimspiel. Über die Größe der Jacke müssen wir allerdings diskutieren: entweder richtig oversize, oder sie muss sitzen. Und zwar wie angegossen.

Sweet as hell und der Beweis, dass Mustermix funktioniert. Die Tasche stuft den Look allerdings ein Podest tiefer.

Wie nackt. Nur schlimmer. Mitleidspunkte gibt’s für die süßen Schuhe.

Die Jacke hat Potential, das der affige Kragen sofort pulverisiert.

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Die telefonische Absprache am Vorabend hat sich gelohnt. Drei Mal Gold.

Langweilig von Kopf bis Fuß. Da helfen auch die 90er-Strähnchen nichts mehr.

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Orange und Beige gegen den Rest der Welt. Was die weißen Treter da allerdings zu suchen haben, ist uns schleierhaft.

Die Frau des Yeti hat angerufen: Sie will ihren Bademantel zurück.

Simplicity is king.

Noch schnell die Überreste des Zelts umgehängt? Und dann der Kragen…

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Die Welt dreht unermüdlich, und wir drehen uns mit. Am liebsten gekleidet in kuschelige Cardigans und behütet mit Bucket Hats, die uns daran erinnern, das alles irgendwann wieder kommt. Das gilt auch für hohe Stiefel und Capes, Concealer und Augenbrauenkits, allerdings nicht für Mundschutzmasken, die 2020 definitiv unvergesslich machen.

„I always thought moms are supposed to wear cardigans.“ Drew Barrymore

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The end is near! Die warmen Sommertage vergehen, und der frische Herbstwind weht uns durchs Haar. Für eine Jacke ist es in der Sonne zu heiß und für nackte Arme im Schatten zu kalt. Ein Problem? Nicht für uns! Denn wir haben ein Ass im Ärmel: Capes! Einfach zum drüberwerfen und stylisch noch dazu!

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1 Marciano Guess, aus Polyester, ca. 268.– 2 Isabel Marant Étoile, aus Wollgemisch, ca. 634.– 3 Stella McCartney, „Robyn“, aus Wolle, ca. 1'400.– 4 REDValentino, aus Wolle und Kaschmir, ca. 980.– 5 Sandro, aus Wolle, ca. 545.– 6 Marc Cain, aus Wolle, ca. 959.– 7 Balmain, aus Acryl und Viskose, ca. 3'918.– 8 Max Mara, aus Kamel, ca. 1'155.– 9 Saint Laurent, aus Seide und Wolle, ca. 2'481.– 10 Gucci, aus Wolle, ca. 3'335.– 11 Le Soleil d'été, „Giulia“, aus Polyester, ca. 298.– 12 Emilio Pucci, aus Schurwolle, ca. 2'065.– 13 Miu Miu, aus Samt und Viskose, ca. 1'970.– 112

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1 4 B l a n c h e , „ F i d e l l a“ , a u s W o l l e u n d r e c y c e l t e m P o l y e s t e r, c a . 559. – Die Schotten sind schuld, schmücken wir uns Saison für Saison mit Tartan, dem gewebten Karomuster, das früher in den Highlands die Clan-Zugehörigkeit symbolisierte. Oktober 2020

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Die Zeiten, in denen Birkenstocks unsere treuen Wegbegleiter sind, gehen langsam zu Ende. Regen, Wind und die gefürchtete Kälte stehen uns bevor! Damit wir nicht frieren müssen, kommen uns Boots gerade gelegen. Egal ob knallig, ausgefallen oder schlicht: Wir werden diesen Herbst garantiert beste Freunde!

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1 MM6 Maison Margiela, aus metallischem Leder, ca. 700.– 2 Vagabond, „Lissie“, aus Leder, ca. 215.– 3 Marc Cain, aus Leder, ca. 599.– 4 Gucci, aus weißem Wildleder und schwarzem Leder, ca. 1'440.– 5 Saint Laurent, „Jane“, aus Leder, ca. 1'500.– 6 Paris Texas, aus Leder, ca. 555.– 7 Oxitaly, „Camelie“, aus Veloursleder, ca. 250.– 8 Jimmy Choo, „Beca OTK“, aus Leder, ca. 1'394.– 9 Pinko, „Laetitia“, aus Leder, ca. 500.– 10 Chie Mihara, „Enis“, aus Leder, ca. 470.– 11 Guess, „Marney“, aus Leder, ca. 188.– 12 Ganni, „Polido Western“, aus Leder, ca. 676.– 13 Iro, „Semeru“, aus Leder, ca. 804.– 114

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Wind und Regen – der End-Gegner unserer gestylten Haare. Wenn der Wind zu unserem größten Feind wird, müssen wir uns mit passenden Accessoires verteidigen! Bucket Hats sind unsere Wahl: Der lästige Wind prallt vor seinen Schutzwänden ab, und der Regen hat keine Chance.

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1 New Era, aus Baumwolle, ca. 52.– 2 Burberry, aus Baumwolle, ca. 320.– 3 Polo Ralph Lauren, aus Baumwolle, ca. 58.– 4 Gcds, aus Acryl, ca. 83.– 5 Gucci, „Off The Grid“, aus Eco-Nylon, ca. 390.– 6 Off-White, aus Baumwolle, ca. 324.– 7 Stetson, aus Polyester, ca. 63.– 8 DUOltd, aus Baumwolle, ca. 140.– 9 Mackintosh, „Barr“, aus Baumwolle, ca. 168.– 10 Casablanca, „Orange Peel“, aus Seide und Baumwolle, ca. 118.– 11 Valentino Garavani, aus Baumwolle, Polyamid und Polyester, ca. 344.– 12 Thom Browne, aus Wolle, ca. 409.– 13 Billionaire Boys Club, aus Baumwolle, ca. 101.– Oktober 2020

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Granpa

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Graue Maus? Nein danke! Diese Cardigans sind im Herbst unsere Retter! Langweiligen Farbtönen drehen wir den Rücken zu, und auffällige Designs begrüßen wir mit offenen Armen. Egal ob Camouflage, im PatchworkLook oder mit Streifen: Dank ihnen starten wir mit voller Farbkraft in den Herbst!

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1 Amiri, aus Kaschmirgemisch, ca. 854.– 2 Doublet, aus Mohairwolle, ca. 1'498.– 3 Zadig & Voltaire, aus Baumwolle und Wolle, ca. 484.– 4 Gucci, „Hawaii“, aus Baumwolle und Wolle, ca. 1'100.– 5 Wooyoungmi, aus Acryl, ca. 887.– 6 Sun68, aus Wolle, ca. 129.– 7 Maison Mihara Yasuhiro, aus Acryl, ca. 651.– 8 Dsquared2, aus Wolle, ca. 742.– 9 Missoni, aus Wolle, ca. 1'194.– 10 Alanui, aus Kaschmir, ca. 1'915.– 11 Pierre–Louis Mascia, aus Schurwolle, ca. 659.– 12 Wacko Maria x Tim Lehi, aus Baumwollmischung, ca. 498.– 13 Alexander McQueen,

„Gothic Skull Intarsia“, aus Wolle, ca. 1'173.– 116

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14 S a n d r o, a u s Wo l l e u n d K a s c h m i r, c a . 2 4 2 . – Hand aufs Herz: Cardigans haben immer irgendwas von introvertiertem Mathe-Lehrer. Bisher vielleicht. Gestylt zu derben Boots oder getragen überm Rollkragenpulli wird selbst aus dem schüchternen Gesellen ein selbstbewusster Aufreißer.

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Buschfeuer

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Augenbrauenkits

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Vor allem mit Mund- und Nasenbedeckung sind Augenbrauen ein wichtiger Bestandteil unserer Mimik und Ausdrucksstärke – also machen wir sie zum Statement! Mit Brow-Kits stylen wir unsere Brauen mit Puder und Pinsel, fixieren sie dann mit einem Gel oder Haarspray und sorgen damit für ein natürliches Finish und einen fluffig-buschigen Look.

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1 Lily Lolo, Eyebrow Duo Light in „Light“, ohne Tierversuche, ca. 13.– 2 Mac, Great Brows in „Taupe“, mit Farbe zum Auffüllen und Highlighten, ca. 44.– 3 Nude by Nature, Natural Definition Brow Palette in „Blonde“, parfümfrei, ca. 34.– (douglas.ch) 4 E.l.f. Cosmetics, Eyebrow Kit in „Medium“, Gel-Textur, ca. 6.– 5 Iconic London, Sculpt and Boost Eyebrow Cushion in „Fair“, wasserfest, ca. 30.– (douglas.ch) 6 Maria Galland,

„Set Sourcil parfaits – Nuances pralinées“, soft-matte Textur, ca. 42.– 7 Chanel, „La Palette Sourcils“, mit Wachs und Puder, ca. 64.– 8 Be Yu, Catwalk Star Eyebrow Powder in „Dark Chocolate“, cremige Pudertextur, ca. 18.– (douglas.ch) 9 Sigma Beauty, Colour and Shape Brow Powder Duo in „Medium“, für ein natürliches Finish, ca. 14.– 10 Kiko, Eyebrow Expert Palette in „Brunette“, enthält ein fixierendes und modellierendes Wachs und Puder in zwei Nuancen, ca. 20.– (zalando.ch) 11 The Body Shop, Augenbrauen- und Eyeliner-Set in „Brunette“, dermatologisch und augenärztlich getestet, ca. 29.– 118

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Concealer

Den individuellen Hautton- und typ zu zelebrieren ist wichtig, jedoch hat jeder von uns mal mit Unreinheiten zu kämpfen – genau dann ist der Concealer unsere Rettung! Allerdings wollen wir damit nicht einfach zukleistern, was uns nicht passt, sondern gleichzeitig akzentuieren, wer wir sind.

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Givenchy, Teint Couture Everwear Concealer in „N12“, wasserfest und hochpigmentiert, ca. 41.– 2 Milani, Conceal + Perfect Longwear Concealer in „Medium Beige“, für einen natürlichen Glow, ca. 17.– 3 Wander Beauty, Dualist Matte and Illuminating Concealer in „Fair“, mit mattem Stift und flüssiger Rezeptur, ca. 36.– (net-a-porter.com) 4 Naj Oleari, Hydra Nude Concealer in „Avorio“, parabenfrei, ca. 22.– 5 Hourglass, Veil Retouching Fluid in „Honey“, mit Hyaluronsäure und Grapefruitextrakt, ca. 39.– 6 Iconic London, Seamless Concealer in „Deepest Nude“, ohne Tierversuche, ca. 30.– 7 Kjaer Weis, Invisible Touch Concealer in „D330“, leichte Textur und hohe Deckkraft, ca. 27.– 8 Fenty Beauty, Pro Filt’r Instant Retouch Concealer in „498“, sanft-mattes Finish, ca. 33.– 9 Perricone MD, No Makeup Concealer Broad Spectrum in „Deep“, mit Lichtschutzfaktor 20, ca. 44.– 10 Sephora Collection, Clear & Cover Corrector in „35 Bronze“, deckend und pflegend, ca. 17.– (manor.ch) 11 Shiseido, Synchro Skin Self-Refreshing Concealer in „Medium 302“, wasser- und wischfest, ca. 36.– 1

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Der Herbst ist dann bei uns angekommen, wenn die Temperaturen fallen und wir die Heizkörper wieder aufdrehen. Für unsere Haut bedeutet das Trockenheit und Stress – darum ist jetzt intensive Pflege angesagt! Um unser Gesicht also rechtzeitig mit reichlich Feuchtigkeit zu versorgen, setzen wir auf hydratisierende Seren, die es in sich haben.

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1 Dr. Barbara Sturm, „Hyaluronic Serum“, mit hochkonzentrierten Hyaluronmolekülen. 30 ml, ca. 300.– (jelmoli.ch) 2 Annemarie Börlind, „Aqua-

nature System Hydro Revitalisierendes Feuchtigkeitsserum“, stärkend und revitalisierend. 50 ml, ca. 43.– 3 Rituals, „Intense Hydrating Serum“, mit indischer Rose und Hyaluronsäure. 30 ml, ca. 40.– 4 Malin + Goetz, „Resurfacing Serum“, mit ausgewählten Aminosäuren und Pflanzenextrakten. 30 ml, ca. 76.– (niche-beauty.com) 5 Chanel, „Hydra Beauty Micro Serum“, mit Mikrokapseln der Kamelie. 30 ml, ca. 124.– 6 Mario Badescu, „Herbal Hydrating Serum“, mit Ginsengextrakten. 29 ml, ca. 35.– (niche-beauty.com) 7 Bioderma, „Hydrabio Serum“, sorgt für eine intensive Hydratisierung der Haut. 40 ml, ca. 15.– 8 Eucerin, „FeuchtigkeitsBooster“, Hyaluron-Filler. 30 ml, ca. 23.– 9 Jacqueline Piotaz, „The Intensive Moisturizing Serum“, für intensive Feuchtigkeit. 30 ml, ca. 69.– 10 Elixseri, „Rescue Diver“, für geschmeidige und strahlende Haut. 30 ml, ca. 106.– 11 Huxley, „Secret of Sahara Grab Water Essence“, mit Kaktusfeigenkernöl. 30 ml, ca. 48.– (zalando.ch) 120

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Fast in jedem Shampoo finden wir Alkohol, Sulfate oder Parabene – diese Inhaltsstoffe trocknen unser Haar jedoch eher aus, als dass sie es pflegen. Die Alternative? In der Dusche lieber zu einem dieser Shampoos greifen und ganz ohne Schnick-Schnack für eine glänzende und gepflegte Mähne sorgen!

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1 Le Labo, „Hinoki“, mit Auszügen der Macadamianuss. 250 ml, ca. 29.– (net-a-porter.com) 2 Biofficina Toscana, klärendes Shampoo-

Konzentrat, reugliert die Talgprodulktion. 150 ml, ca. 10.– (ecco-verde.ch) 3 Nature Girl, „She Shampoos With Green Massoia Bark“, mit brasilianischem Babassu-Öl. 255 ml, ca. 32.– 4 R+Co, „Television Perfect Hair Shampoo“, vegan und ohne Tierversuche. 241 ml, ca. 29.– 5 Weleda, „Aufbau Shampoo“, mit Hafer. 190 ml, ca. 11.– 6 Hanz De Fuko, „Natural Shampoo“, mit natürlichen Pflanzenextrakten und Aminosäuren. 237 ml, ca. 25.– (globus.ch) 7 Rahua, „Voluminous Shampoo“, mit Lavendel- und Eucalyptusöl. 275 ml, ca. 44.– 8 Aveda, Botanical Repair „Strengthening Shampoo“, repariert und schützt. 200 ml, ca. 44.– 9 Shu Uemura, „Cleansing Oil Shampoo“, für ein glänzendes Finish. 400 ml, ca. 57.– 10 WeDo, „Moisture & Shine Shampoo“, pflegt brüchiges Haar. 300 ml, ca. 20.– 11 Nuggela & Sulé, „Shampoo Premium N°1“, mit Zwiebelextrakt und ohne Zwiebelgeruch. 250 ml, ca. 25.– (marionnaud.ch) Oktober 2020

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Wenn das Lachen nicht mehr unser schönstes Accessoire ist, muss ein neues her. Modisch und gleichzeitig schützend: Das sind unsere Face Masks. Blau oder Weiß sind sie allerdings schon lange nicht mehr! Kreativität ist gefragt.

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1 Haculla, „Red Lips“, aus Baumwolle, ca. 110.– 2 Faliero Sarti, aus Baumwolle, ca. 89.– 3 Natasha Zinko, aus Polyester, ca. 33.– 4 Duoltd, aus Baumwolle, ca. 34.– 5 Maja Mencel, aus Baumwolle, ca. 8.– 6 Marni, aus Baumwolle, ca. 81.– 7 Maski, „Bia“, aus Baumwolle, ca. 19.– 8 Gesichtsmode, „Dark Beauty“, aus Polyester, ca. 15.– 9 Vpl, aus Kasuri, ca. 16.– 10 Pinko, aus Baumwolle, ca. 22.– 11 DeeCee style, aus Baumwolle, ca. 149.– 12 Roeckl, aus Seiden und Polyester, ca. 27.– 13 Lulu Berlu Couture, aus Baumwolle, ca. 7.– 14 Roopa Pemmaraju, aus Seidengeorgette und handbestickt, ca. 109.– 15 Michael Ngo, „Cosmic // Spike x Chain“, aus Polyester, ca. 145.– 16 Armed Angels, „Redaav 2.0 TC Protect“, aus Bio-Baumwoll-

Mix, ca. 11.–

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17 O u i , a u s n a c h h a l t i g e r V i s k o s e, ca. 22. – Wer hätte an Silvester gedacht, dass wir unser Geld im Herbst in schicke Mundschutzmasken investieren würden. Tja, die Corona-Ansteckungszahlen gehen wieder hoch, und alles, was wir tun können, ist auf Abstand gehen, in die Armbeuge niesen und verdammt nochmal die Maske tragen.

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Die Zeit rennt! Gerade noch zeigte die Agenda März, und jetzt verabschieden wir uns bereits vom Sommer. Damit wir die Zeit nicht so schnell aus den Augen verlieren, sind diese Uhren unsere Retter. Das knallige Rot zieht alle Aufmerksamkeit auf sich: Somit lassen wir die Zeit nicht mehr aus den Augen!

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1 Junghans, „WM-Edition 1972 Chronoscope“, mit Kalbslederband, ca. 647.– 2 Hermès, „Heure H Automatic“, ca. 3'120.– 3 Tissot, „PRC 200 IIHF 2020“, ca. 435.– 4 Chopard, „Happy Diamonds“, aus , ca. 7'390.– 5 Thomas Sabo, „Karma“, ca. 385.– 6 AL-Time, „Rebel 18-6 Chronograph“, poliertes Aluminium mit Natoband, ca. 295.– 7 Carl F. Bucherer, „Manero AutoDate LOVE“, ca. 5'900.– 8 Swarovski, „Crystalline Glam“, mit Lederband, ca. 379.– 9 Mondaine, „EVO2“, mit Lederband, ca. 269.– 10 Zenith, „DEFY 21 Carl Cox Edition“, ca. 20'112.– 11 Swatch, „Swatchid Suor115“, ca. 80.– 12 Casio, „G-Shock GM-6900B-4“, ca. 298.– 13 Hublot, „Big Bang

MP-11 Red Magic“, ca. 91'757.–

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Abstandhalten ist angesagt. Während körperliche Nähe undenkbar ist, setzen wir auf anhängliche Accessoires. Diese Schmuckstücke lassen den trostlosen Alltag gleich viel lebendiger erscheinen – Glitzer, Gold und Perlen versüßen uns die echt bittere Realität.

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1 Pilgrim, „Nika“, aus vergoldetem Metall, ca. 21.– 2 Off-White, aus Kunststoff, ca. 258.– 3 Bottega Veneta, aus Sterlingsilber, ca. 976.– 4 Ermanno Scervino, aus Messing, ca. 201.– 5 Thomas Sabo, aus vergoldetem Sterlingsilber, ca. 195.– 6 Balmain, aus Kupfer, ca. 635.– 7 Violeta By Mango, aus Zink, ca. 17.– 8 Kenneth Jay Lane, aus Metall, ca. 81.– 9 Oscar de la Renta, mit Kristallen, ca. 647.– 10 Alighieri, „the Fractured Link“, aus vergoldetem Sterlingsilber, ca. 358.– 11 Carolina Bucci, aus 18kt Rotgold, ca. 1'697.– 12 Rosantica, „Canasta“, aus Messing, ca. 166.– 13 Cult Gaia, „Reyes“, aus

Messing, ca. 102.–

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Die bestbezahlten Robot-Influencer

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Roboter, die mehr verdienen als Rockstars und denen mehr Menschen im künstlich kreierten Alltag folgen als die Schweiz Einwohner hat. Verrückte Welt, unglaubliche Zahlen. Hier kommen sie, die aufstrebenden Sterne am AI-Himmel.

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1 @lilmiquela, 2'500'00 Followers, 9.9 Mio. Euro Jahreseinkommen 2 @noonoouri, 362'000, 2,5 Mio. Euro 3 @imma.gram, 237'000, 551'096 Euro 4 @bermudaisbae, 266'000, 468'817 Euro 5 @blawko22, 155'00, 176'206 Euro, 6 @shudu.gram, 205'000, 106'290 Euro 7 @amiyamato, 8'602, 59'058 Euro, 8 @ria_ria_tokyo, 28'600, 38’593 Euro 126

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9 @plusticboy, 35'000, 38'051 Euro 10 @aliona_pole, 18'500, 26'770 Euro 11 @lil_wavi, 16'400, 26'247 Euro 12 @liam_nikuro, 14'800, 19'634 Euro 13 @koffi.gram, 12'000, 3'309 Euro 14 @dagny.gram, 7'595, 2'501 Euro 15 @brenn.gram, 2'659, 1'514 Euro 16 @pergunteprairina, 790, 903 Euro, 17 @idalia.visual, 1'423, 803 Euro 18 @swaincraven, 2'071, 659 Euro 19 @abawils, 951, 247 Euro 20 @mabo.real, 255, 19 Euro Quelle: OnBuy Oktober 2020

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EVENTS Ein bisschen ist nie genug 2.9., Duftstars Schweiz, Hyatt Park Hotel, Zürich Text: Angela Sisca Fotos: Never 0815 GmbH, swiss fragrance award GmbH Am 2. September durften wir Krawatten richten, Abendkleider hervorholen und uns endlich wieder in Schale werfen – dabei ganz wichtig: den Duft nicht vergessen! Die dritte Verleihung des Schweizer Parfumpreises „Duftstars“ im Hyatt Park Hotel in Zürich lieferte uns einen glamourösen Galaabend und lud Persönlichkeiten der Mode- und Beautywelt der ganzen Schweiz ein. Bei leckerem Abendessen, Live-Musik und Champagner wurde, natürlich unter einem akribisch geplanten Hygiene- und Sicherheitskonzept, gelacht, gejubelt und ordentlich Preise verliehen: Im Programm ging es von Kategorien wie Lifestyle und Exklusivität bis hin zum Flacon-Design oder dem Werbespot der Düfte – nominiert waren echte Bestseller! Spätestens Ende des Abends erfüllte sich Estée Lauders Ansicht: „Parfum ist wie die Liebe. Ein bisschen ist nie genug.“ Highlights: Ganz viele Leckereien, wunderschöne Looks und interessante Einblicke in die Welt der Düfte. Fazit: Parfum sagt mehr als tausend Worte!

Model und It-Girl XENIA TCHOUMI matcht Kleid und Tasche zur Augenfarbe.

Blonde Mähne, gemustertes Kleid: LINDA FÄH (links) und DENISE SCHULTES.

Cheers – auf einen tollen Abend! von Vestibule Zürich ist auch dabei. LAURENCE ANTIGLIO

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Eine Ladung Power gefällig? CLAUDIA LÄSSER kennen wir noch als Moderatorin von FACES TV – jetzt leitet sie als Programmchefin die Teams von Teleclub. Oktober 2020


Das Team der Parfümerie Osswald in Zug präsentiert sich in schicken Outfits!

Double trouble: ESTHER FUCHS

(links) von Lalique und ihre Kollegin sind auch dabei!

Hier sind echte Parfum-Kenner dabei: KATJA FOSER von der Schloss Parfumerie in Vaduz.

(links) vom FACES-Team strahlt gemeinsam mit P&I Parfums Marketing Manager SARANDA RECI in die Kamera. MIRCO LUDOLINI

Bitte lächeln! GOETZ WINTER von Sisley mit Begleitung.

Extra aus Deutschland angereist sind

MARTIN RUPPMANN und JELENA KROLO

Elegant und schick zugleich zeigen sich

von der Fragrance Foundation Germany.

DOMINIQUE RINDERKNECHT und SARAH A. SCHÜTZ.

– Zürcher Partykönig und It-Boy. RETO HANSELMANN

ist ein wahres Naturtalent! KEESHEA


LAST FACTS

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Space Die Menschheit, ein Wimpernschlag im Erdenleben und nicht mehr als ein unbedeutender Pups in der Geschichte des Universums, das über 13 Milliarden Lenzen zählt. Die Gedanken an letzteres, die Ergründung des Seins, die Erklärung des Urknalls und die Relativierung der Zeit sorgen bei manchem Zeitgenossen für Herzklopfen, nein mehr, zu Verlustängsten und Ohrensausen. Dabei ist der Weltraum so spannend wie der neuste John-Grisham-Roman und mindestens so faszinierend wie die Tiefen des Ozeans, selbst für Menschen, deren IQ nicht mit demjenigen von Einstein und Hawkings mithalten kann. Wir bringen Licht ins Dunkel, erhellen die Nacht und das Köpfchen, einfach weiterlesen, irgendwann werden Sie verstehen.

Die Raumsonde Voyager 1 ist derzeit etwa 22,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Gestartet ist sie am 5. September 1977. Nach Definition der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) beginnt der Weltraum in einer Höhe von 100 km über der Erdoberfläche, und jeder, der diese Grenze überschritten hat, ist ein Raumfahrer. Aktuell umfasst die Liste der Raumfahrer 575 Personen (davon 64 Frauen, elf Deutsche und einen Schweizer). Der Russe Juri Gagarin war am 12. April 1961 der erste Mensch im Weltraum. 130

Das Universum ist die Gesamtheit von Raum und Zeit und aller Materie und Energie darin. Die klassische Urknalltheorie geht davon aus, dass das Universum in einem bestimmten Augenblick, dem Urknall, aus einer Singularität heraus entstanden ist und sich seitdem ausdehnt. Das Alter des Universums wurde durch das Weltraumteleskop Planck sehr genau gemessen: 13,81 (± 0,04) Milliarden Jahre.

Etwa 6'500 Tonnen Schrott schwirren im All herum, vom Schraubenzieher bis zur ausgebrannten Raketenstufe. Die Wahrscheinlichkeit, auf der Erde von Umweltschrott getroffen zu werden, liegt jedoch nur bei 1 zu 1 Milliarde.

300'000 km/Sek Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht in einem einzigen Jahr zurücklegt. Bei einer Lichtgeschwindigkeit von 300'000 km pro Sekunde entspricht das 9.5 Billionen Kilometer.

Aus der Vereinigung der allgemeinen Relativitätstheorie mit der Quantenphysik soll die Theorie der Quantengravitation entstehen. Von dieser „Theory Of Everything“ (oder auch Weltformel) erhofft man sich, die vier Grundkräfte der Physik einheitlich erklären zu können.

Dark Side In durchschnittlich 27 Tagen und 7 Stunden umkreist der Mond die Erde. In dieser Zeit umrundet er auch sich selbst. Deshalb dauert ein Tag auf dem Mond fast einen ganzen Monat, und wir sehen auf der Erde immer nur eine Seite des Mondes.

In etwa vier Milliarden Jahren wird unsere Galaxie mit der Nachbargalaxie Andromeda zusammenstoßen. Das wird nicht so dramatisch, wie es sich anhört. Die Erde wird wahrscheinlich überleben. Ein Milliardium später ist es dann aber vorbei: In etwa fünf Milliarden Jahren kühlt die Sonne aus.

Das Organigramm: Die Erde ist einer von neun Planeten unseres Sonnensystems. Zusammen mit mindestens 100 Milliarden (eher 300) weiteren Sonnensystemen bilden wir eine Galaxie: die Milchstraße. Das bis heute bekannte Universum umfasst rund zwei Billionen (2'000 Milliarden) Galaxien.

Wenn Sie sich mal ganz klein fühlen wollen, dann suchen Sie auf YouTube „The Known Universe by AMNH“, und gönnen Sie sich eine Reise vom Himalaya bis an den Rand des Universums und zurück in sechseinhalb Minuten.

Das Sonnensystem umfasst die Sonne und alles, was durch die Anziehungskraft an sie gebunden ist. Den inneren Teil des Systems bilden die terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars, den äußeren Teil bilden die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Weitere Begleiter der Sonne sind neben Zwergplaneten auch Millionen von Asteroiden (Planetoiden/ Kleinplaneten) und Kometen. Mit der ganzen Bagage wandert unser Sonnensystem um das Zentrum der Milchstraße herum. Für eine ganze Runde brauchen wir etwa 240 Millionen Jahre. Oktober 2020


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Profile for Fairlane Consulting GmbH

FACES GERMANY, OCTOBER 2020  

Wir zeigen im großen Beauty Report, weshalb wir diesen Herbst wieder mehr Zeit vor dem Spiegel verbringen werden. Street Style: Welche Loo...

FACES GERMANY, OCTOBER 2020  

Wir zeigen im großen Beauty Report, weshalb wir diesen Herbst wieder mehr Zeit vor dem Spiegel verbringen werden. Street Style: Welche Loo...

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