3
49. Jahrgang September 2026 ISSN 0172-6145
Bodenmechanik Erd- und Grundbau Felsmechanik Ingenieurgeologie Geokunststoffe Umweltgeotechnik
ORGAN DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GEOTECHNIK
geotechnik 49. Jahrgang 2026 Heft 3
‐ Zeitweise fließfähige selbstverdichtende Verfüllbaustoffe ‐ Baugrundrisiko in der Geotechnik – Rechtliche Betrachtung ‐ Numerische Untersuchung hochzyklisch belasteter Kaimauern ‐ Baugrube und Gründung im Giessenareal ‐ Neue Einflussgrößendiagramme zu Verschleiß und Verklebung
31/08/26 8:29 PM
© PORR
Fanny-Zobel-Straße in Berlin
HOME OF Besuchen Sie uns auf der Baugrundtagung in Leipzig am Stand B12. PORR Spezialtiefbau GmbH porr.de/spezialtiefbau GETE_49_3_cover.indd 2
Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. (Hrsg.)
-
Bautechnik 103. Jahrgang 2026 Heft 9
Empfehlungen des Arbeitskreises „Baugrunddynamik“ Boden-Bauwerk-Interaktion klar erklärt – verständlich, kompakt, auf dem neuesten Stand Praxis pur: direkte Anleitungen für Ingenieuraufgaben, sofort umsetzbares Know-how Anwendungs- und Berechnungsbeispiele mit Erläuterungen zu Kennwerten, Bodenverformung, Erschütterungen u.v.m.
Die „Empfehlungen des AK Baugrunddynamik“ erläutern die Wellenausbreitung im Untergrund, zeigen wie die Bodenkennwerte für dynamische Berechnungen ermittelt werden und behandeln dynamisch belastete Gründungen, bleibende Verformungen sowie Anforderungen des Erschütterungsschutzes.
3., erw. Auflage, 2026 · 272 Seiten 129 Abbildungen · 24 Tabellen Hardcover 978-3-433-03460-6
Leichter Einstieg und unverzichtbare Arbeitshilfe bei baugrunddynamischen Aufgaben
JETZT BESTELLEN www.ernst-und-sohn.de/3460
* Der €-Preis gilt ausschließlich für Deutschland. Inkl. MwSt.
BATE_103_9_cover.indd 1
€ 89*
© PORR
Fanny-Zobel-Straße in Berlin
ernst-und-sohn.de/bkt2027
HOME OF Besuchen Sie uns auf der Baugrundtagung in Leipzig am Stand B12. PORR Spezialtiefbau GmbH porr.de/spezialtiefbau
BATE_103_9_cover.indd 2
Inhalt geotechnik 3/2026 Zum Titelbild: Bei der Planung von Verkehrswegen müssen Geländesprünge häufig platzsparend und dauerhaft gesichert werden. Neben etablierten Stahlbeton-Winkelstützmauern gewinnen geobaustoffbewehrte Erdkonstruktionen zunehmend an Bedeutung, da sie tragfähige, ressourcenschonende und wirtschaftliche Alternativen darstellen können. Für eine fundierte Bewertung sind neben Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit auch Nachhaltigkeit, Baukosten, Bauzeit sowie die Sicherheit der Ausführung zu berücksichtigen. Der Beitrag vergleicht hierfür ein 100 m langes und 4,0 m hohes Stützbauwerk eines Eisenbahndamms als geogitterbewehrte Stützkonstruktion und als Stahlbeton-Winkelstützmauer (siehe Bericht S. A6–A9). (Foto: NAUE; KI-unterstützt).
EDITORIALS 226
Maik Schüßler, Karsten Beckhaus Dialog
228
Christian Moormann 39. Baugrundtagung 2026 in Leipzig
AUFSÄTZE 230
Thomas Neidhart, Jürgen Quarg-Vonscheidt, Ulrich Trunk Zeitweise fließfähige selbstverdichtende Verfüllbaustoffe
247
Daniel Tetla, Duy Anh Dao, Kacper Cerek, Jürgen Grabe Numerische Untersuchung hochzyklisch belasteter Kaimauern
264
Bastian Fuchs, Andreas Höckmayr, Johannes Schmalzl Baugrundrisiko in der Geotechnik Rechtliche Betrachtung im Kontext geotechnischer Schadensfälle
BERICHTE
272 49. Jahrgang September 2026, Heft 3 ISSN 0172-6145 (print) ISSN 2190-6653 (online) Peer-reviewed journal Die „Aufsätze / Articles“ in geotechnik werden vor der Veröffentlichung von mindestens zwei unabhängigen Fachleuten begutachtet. Die geotechnik ist im Journal Citation Report von Clarivate Analytics (vormals Thomson Reuters) sowie in Scopus von Elsevier gelistet
Martin Feinendegen, Tim Babendererde, Karsten Beckhaus, Petra Drucker, Jörg Holzhäuser, Lars Langmaack, Janek Stein Zwei neue Einflussgrößendiagramme zu Verschleiß und Verklebung
276
Raphael Züger, Daniel Hasler, Daniel Bucher, Andreas Heller Baugrube und Gründung im Giessenareal
283 288 289 290 291
RUBRIKEN DGGT-Mitteilungen Junge DGGT CBTR-Nachrichten Das aktuelle Urteil Termine
A5
Produkte & Objekte 39. BAUGRUNDTAGUNG 2026
Impact Factor 2025: 0,3 0,7 CiteScore 2025:
http://wileyonlinelibrary.com/journal/gete
gete70047.indd 201
27/08/2026 07:42:40
Head of Editorial Board: Prof. Dr.-Ing. habil. Christos Vrettos
Reichen Sie jetzt Ihr Paper für die geotechnik ein! Die Zeitschrift geotechnik ist das Organ der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT) und erscheint seit 2011 beim Verlag Ernst & Sohn. Die Zeitschrift deckt das gesamte Fachgebiet der Geotechnik ab und veröffentlicht wissenschaftliche Fachbeiträge und praxisorientierte Berichte aus den Bereichen:
-
4
Bodenmechanik Erd- und Grundbau Felsmechanik
45. Jahrgang Dezember 2022 ISSN 0172-6145
Ingenieurgeologie Geokunststoffe Umweltgeotechnik
ORGAN DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GEOTECHNIK
Bodenmechanik Erd- und Grundbau Felsmechanik Ingenieurgeologie
- Untersuchungen zur Zellenkonstruktion für monotone Einfachscherversuche - Bruchbedingungen für schauminjizierte Kiese unter Beanspruchung - Factors influencing correlations between CPT and DPH - Suffosionsverlauf in binären granularen Packungen
Kunststoffe in der Geotechnik Umweltgeotechnik
Alle Fachbeiträge werden standardmäßig in einem internetbasierten Peer-review-Prozess begutachtet. Die technischen Berichte werden nicht reviewt, aber redaktionell geprüft. Das von der DGGT eingesetzte Editorial Board gewährleistet eine interessante Themen auswahl und garantiert die Qualität der Inhalte auf hohem technischem und wissenschaftlichem Niveau.
000_GETE_0422_Buch.indb 1
22.11.22 13:57
EINREICHUNGEN Nutzen Sie für die Einreichung Ihres Manuskripts bitte die Online-Plattform „ScholarOne Manuscripts“. mc.manuscriptcentral.com/gete Prof. Dr.-Ing. habil. Christos Vrettos (Head of Editorial Board) geotechnik@wiley.com
1473.indd 11
1215116_hk
12/2022
22.12.2022 15:17:23
/2022
17:23
39. BAUGRUNDTAGUNG 2026
ANZEIGE
Wegweisendes Infrastrukturprojekt: Erster bedeutender Auftritt für Züblin Spezialtiefbau in Australien
BIM einfach machen. Oder BIM einfach machen.
(Quelle: Photography courtesy of Capture Point Media)
Mit uns klappt beides.
Züblin Spezialtiefbau am Bahnprojekt Suburban Rail Loop (SRL) in Melbourne beteiligt
Züblin Spezialtiefbau hat erstmals zusammen mit Strabag Australia einen Auftrag in Australien für sich gewinnen können. Damit beteiligen sich die Strabag-Töchter am Großprojekt Suburban Rail Loop (SRL) in Melbourne und bauen so die Konzern-Präsenz in diesem strategisch wichtigen Markt weiter aus. Der Suburban Rail Loop wird das öffentliche Verkehrsnetz des Bundesstaates Victoria durch den Bau einer 90 km langen Ringbahnlinie grundlegend verändern. Das neue System soll alle wichtigen Zugverbindungen in Melbourne miteinander verknüpfen und den Fahrgästen so eine bessere Anbindung an Arbeitsstätten, Krankenhäuser, Universitäten und das Umland ermöglichen. Züblin wirkt am Bau des ersten Streckenabschnitts SRL East mit, der vollständig unterirdisch verlaufen und Cheltenham und Box Hill durch einen 26 km langen, zweiröhrigen Tunnel verbinden wird. Die Bauarbeiten am SRL East haben 2022 begonnen; die Inbetriebnahme ist für 2035 vorgesehen. Züblin Spezialtiefbau bringt in das Projekt langjährige Erfahrung, umfassendes Know-how sowie technische Spezialausrüstung für den Bau von rund 30 Querverbindungen unter Anwendung von Bodenvereisung ein. Beauftragt mit dem Projekt wurde die Konzerntochter Strabag Australia. Auftraggeber ist das Konsortium Suburban Connect, bestehend aus den Unternehmen CPB, Ghella und Acciona. Strabag Australia wird bei der Durchführung dieser wichtigen Arbeiten für SRL East zudem von seiner Tochtergesellschaft Georgiou Group unterstützt, die über umfassende lokale Kompetenz im Infrastrukturbau verfügt.
Simon Buß
Chef-Entwickler GGU-Software Ich verstehe sehr gut, dass das Thema BIM lieber Schritt für Schritt angegangen wird. Niemand möchte seine Arbeitsweise von heute auf morgen komplett umkrempeln. Doch GGU-Software macht Ihnen den Einstieg leicht und den Nutzen greifbar – mit einheitlichen Datenstrukturen, durchgängigen Arbeitsabläufen ohne Medienbrüche und konsistenten geotechnischen Datenmodellen. Fordern Sie jetzt ein unverbindliches Angebot an: QR-Code scannen oder www.ggu-software.com/jubi25
„Dieser erste Auftrag in Australien markiert einen bedeutenden Meilenstein für den Züblin Spezialtiefbau. Wir freuen uns, hier unsere Expertise in dieses wichtige Infrastrukturvorhaben einzubringen. Gleichzeitig bietet das Projekt eine gute Ausgangs basis, um in Australien weitere Marktchancen im Spezialtiefbau zu erschließen“, erklärt Jörg Löffler, Geschäftsführer Züblin Spezialtiefbau GmbH.
www.zueblin.de
Civilserve GmbH Exklusivvertrieb GGU-Software Weuert 5 · D-49439 Steinfeld Tel. +49 (0) 5492 6099996 info@ggu-software.com
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Nachhaltige Stützkonstruktionen mit Geobaustoffen im Verkehrswegebau Bei der Planung von Verkehrswegen müssen Geländesprünge häufig auf engem Raum gesichert werden. Klassische Bauweisen wie Stahlbeton-Winkelstützmauern sind hierfür etabliert und normativ gut beschrieben. Gleichzeitig gewinnen geobaustoffbewehrte Erdkonstruktionen zunehmend an Bedeutung. Sie können nach dem Stand der Technik ausreichend tragfähig und gebrauchstauglich bemessen werden und stellen zugleich ressourcenschonende sowie wirtschaftliche Alternativen zu konventionellen Bauweisen dar. Für eine fundierte Bewertung reicht ein rein statisch-konstruktiver Vergleich jedoch nicht aus. Neben Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit sind heute insbesondere Nachhaltigkeit, Baukosten, Bauzeit sowie die Sicherheit und Robustheit der Ausführung maßgebend. Im Folgenden werden beide Bauweisen anhand eines beispielhaften Stützbauwerks gegenübergestellt. Grundlage ist eine vergleichende Ökobilanzierung und wirtschaftliche Bewertung für einen neu zu errichtenden Eisenbahndamm. Betrachtet wurde ein 100 m langes Stützbauwerk mit 4,0 m Höhe und einer angesetzten Lebensdauer von mindestens 50 Jahren. Verglichen wurden eine geogitterbewehrte Stützkonstruktion und eine Stahlbeton-Winkelstützmauer, jeweils unter denselben Einwirkungen und unter Berücksichtigung bahnspezifischer Anforderungen. Die Bemessung erfolgte für die geogitterbewehrte Konstruktion nach Ril 836, EBGEO und DIN 1054; für die Winkelstützmauer nach Ril 836, DIN 1054 und DIN 4085. Die vollständigen Randbedingungen und Ergebnisse können Wittl et al. (2024) entnommen werden.
Bild 2
Vergleich der Treibhausgasemissionen und des Primärenergie bedarfs, normiert auf 100 % für die Stahlbeton-Winkelstützmauer
stützmauer können die Treibhausgasemissionen (Global Warming Potential = GWP) um rund 70 % reduziert werden. Auch beim Primärenergiebedarf (erneuerbar: PERT, nicht erneuerbar: PENRT) ergibt sich ein Einsparpotenzial von etwa 60 %.
1. Nachhaltigkeit und Ökologie
Ursächlich ist vor allem der unterschiedliche Materialeinsatz. Bei der Winkelstützmauer werden große Mengen Beton und Bewehrungsstahl benötigt. In der Herstellungsphase entstehen dadurch hohe Treibhausgasemissionen; der Beton verursacht in dieser Phase den größten Anteil der Emissionen. Bei der geogitterbewehrten Konstruktion liegen die wesentlichen Umweltwirkungen stärker im Bereich des mineralischen Verfüllmaterials und der späteren Entsorgung. Insgesamt bleibt die Belastung jedoch deutlich geringer, da auf massive Stahlbetonbauteile weitgehend verzichtet werden kann.
Die ökologische Bewertung erfolgte in Anlehnung an DIN EN ISO 14040, DIN EN ISO 14044 und DIN EN 15804. Bilanziert wurden die Lebenszyklusphasen A1–A3 (Rohstoffbereitstellung, Transport & Herstellung), A4 (Transport zur Baustelle), A5 (Bauausführung) sowie C1–C4 (Rückbau bis Entsorgung). Zusätzlich wurde Modul D berücksichtigt, um Vorteile und Belastungen außerhalb der Systemgrenzen, beispielsweise Recyclingpotenziale oder Energierückgewinnung durch z. B. thermische Verwertung, abzubilden. Die Nutzungsphase B1–B7 wurde nicht gesondert betrachtet, da für beide Varianten bei gleicher Funktion und gleicher angesetzter Lebensdauer keine wesentlichen Unterschiede erwartet wurden.
Ein weiterer Vorteil hinsichtlich der Ressourceneffizienz liegt in der Konstruktionsweise: Geobaustoffbewehrte Erde nutzt Boden als tragenden Baustoff und ergänzt ihn gezielt durch hochzugfeste Bewehrungslagen. Dadurch entsteht eine konstruktiv wirksame Kombination aus lokal verfügbaren mineralischen Baustoffen und vergleichsweise leichten, industriell hergestellten Geobaustoffen. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung ist dieser Materialansatz interessant, da die erforderliche Tragfähigkeit nicht primär über große Betonquerschnitte, sondern über Verbundwirkung zwischen Boden und Geobaustoff-Bewehrungslagen erreicht wird.
Die Ergebnisse zeigen deutliche ökologische Vorteile der geogitterbewehrten Stützkonstruktion. Im Vergleich zur Stahlbeton-Winkel-
Gleichzeitig ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Die Umweltwirkung geobaustoffbewehrter Systeme hängt unter ande-
Bild 1
Regelquerschnitte der beiden untersuchten Varianten: Geogitterbewehrte Stützkonstruktion (links) und Stahlbeton-Winkelstützmauer (rechts)
A6
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
39. Baugrundtagung 2026 rem von Transportentfernungen, verfügbaren Füllböden, Entsorgungskonzepten und der Qualität der Planung ab. Sensitivitäts analysen zeigen jedoch, dass die grundsätzliche ökologische Vorteilhaftigkeit der geogitterbewehrten Bauweise auch bei veränderten Transportentfernungen erhalten bleibt.
2. Kosten und Wirtschaftlichkeit Neben der Ökobilanz wurde eine orientierende Grobkostenschätzung innerhalb der definierten Systemgrenzen durchgeführt. Für das 100 m lange Stützbauwerk ergaben sich Baukosten von rund 350.000 € für die geogitterbewehrte Stützkonstruktion und rund 770.000 € für die Stahlbeton-Winkelstützmauer. Bezogen auf den laufenden Meter entspricht dies etwa 3.500 €/m gegenüber etwa 7.700 €/m. Damit lagen die Baukosten der geogitterbewehrten Variante im betrachteten Beispiel um rund 59 % unter denen der Winkelstützmauer. Die Gründe liegen insbesondere im geringeren Anteil kostenintensiver Baustoffe und Bauprozesse. Bei der Winkelstützmauer fallen hohe Kosten für Beton, Bewehrungsstahl, Schalung, Abdichtung, Schutzlagen sowie für ein größeres Gründungspolster an. Zusätzlich erfordert die massive Bauweise größere Aushub- und Rückverfüllmengen. Die geogitterbewehrte Stützkonstruktion benötigt dagegen vor allem Verfüllmaterial, Geogitter, eine geeignete Außenhaut sowie kleinere Mengen Stahlbauteile, beispielsweise für konstruktive Details oder Absturzsicherungen. Besonders aussagekräftig wird der Vergleich, wenn neben den Baukosten auch Umweltkosten berücksichtigt werden. Auf Basis der Wertfaktoren des Umweltbundesamtes für Treibhausgasemissionen sowie der Umweltkosten für Gütertransporte wurden die Baukosten um monetarisierte Umweltwirkungen ergänzt. Auch in dieser Gesamtkostenbetrachtung bleibt die geogitterbewehrte Stützkonstruktion deutlich günstiger. Bei einer Bewertung mit Fokus auf zukünftige Generationen ergaben sich Gesamtkosten von rund 483.000 € für die geogitterbewehrte Konstruktion gegenüber rund 1,176 Mio. € für die Winkelstützmauer. Die Gesamtkostendifferenz lag damit bei rund 59 %. Die Umweltkosten selbst lagen bei der geogitterbewehrten Variante um etwa 67 % niedriger. Damit zeigt der Vergleich: Die ökologisch günstigere Lösung ist im untersuchten Fall zugleich die wirtschaftlichere Lösung. Dieser Punkt ist für die Praxis wesentlich, da nachhaltigere Bauweisen häufig mit höheren Investitionskosten in Verbindung gebracht werden. Das betrachtete Beispiel zeigt hingegen, dass ressourcenschonende Bauweisen auch bei den direkten Baukosten erhebliche Vorteile bieten können.
ANZEIGE
3. Bauzeit und Sicherheit der Ausführung Auch ausführungstechnisch unterscheiden sich beide Bauweisen deutlich. Stahlbeton-Winkelstützmauern sind material- und prozessintensiv. Sie erfordern Aushub, Gründungspolster, Sauberkeitsschicht, Schalung, Bewehrung, Betonage, Aushärtungszeiten, Abdichtung, Schutzlagen und anschließende Hinterfüllung. Dadurch entstehen mehrere aufeinanderfolgende Arbeitsschritte mit entsprechenden Abhängigkeiten. Witterung, Betonierfenster, Qualitätssicherung des Betons, Schalungsarbeiten und Arbeits sicherheit beim Umgang mit schweren Bauteilen beeinflussen Bauzeit und Ausführungsrisiken. Geogitterbewehrte Stützkonstruktionen werden dagegen lagenweise hergestellt. Der Bauprozess besteht im Wesentlichen aus Planum, Verfüllung, Verdichtung, Einbau der Bewehrungslagen und Ausbildung der Front. Dieser zyklische Ablauf ist gut kontrollierbar, lässt sich mit üblichen Erdbaumaschinen ausführen und kann häufig zügig an den Baufortschritt angepasst werden. Durch den weitgehenden Verzicht auf Schalung, Betonage und lange Aushärtungszeiten können Bauzeit und Bauablauf vereinfacht werden. Dies ist insbesondere bei Verkehrswegeprojekten relevant, bei denen Sperrpausen, Bauphasenplanung und Logistik einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben. Eine vergleichende Abschätzung der Bauzeiten beider Varianten zeigt unter Berücksichtigung sämtlicher Bauphasen einen deutlichen zeitlichen Vorteil der geobaustoffbewehrten Stützkonstruktion. Für deren Herstellung werden einschließlich der Baustelleneinrichtung und -räumung etwa 20 Arbeitstage veranschlagt, während für die konventionelle Betonwinkelstützmauer rund 55 Arbeitstage erforderlich sind. Auf Grundlage dieser Angaben ergibt sich für die Geobaustofflösung eine ca. 64%-ige Verkürzung der Bauzeit. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit den in der Fachliteratur dokumentierten Erfahrungen aus vergleichbaren Bauvorhaben (Al-Rawi, 2017). Der höhere Zeitbedarf der Betonwinkelstützmauer ist insbesondere auf die zusätzlichen, technologisch aufeinander abgestimmten Arbeitsschritte des Stahlbetonbaus zurückzuführen. Hierzu zählen die Herstellung der Bewehrung und Schalung, die abschnittsweise Betonage, die Erhärtung und Nachbehandlung des Betons sowie die anschließende Abdichtung und Hinterfüllung der Konstruktion. Bei der geogitterbewehrten Stützkonstruktion entfallen demgegenüber insbesondere die betonbaubedingten Arbeitsgänge und Wartezeiten. Darüber hinaus weist die Bauzeitenanalyse für die konventionelle Betonwinkelstützmauer im Mittel einen etwa doppelt so hohen Personaleinsatz auf. Die geogitterbewehrte Bauweise ermöglicht somit nicht nur eine Verkürzung der Gesamtbauzeit, sondern auch einen effizienteren Einsatz der personellen Ressourcen auf der Baustelle. Bei der Stahlbeton-Winkelstützmauer führte der Nachweis der Gleitsicherheit zu zusätzlichen Erdarbeiten und daraus resultierend zu einem größeren Gründungspolster. Dieser Mehraufwand wirkt sich sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich ungünstig aus.
Bild 3
Gegenüberstellung der Baukosten und der Gesamtkosten einschließlich monetarisierter Umweltkosten
Aus Sicht der Ausführungssicherheit bietet die geogitterbewehrte Bauweise weitere Vorteile. Die Konstruktion ist vergleichsweise verformungsverträglich und kann Setzungen in vielen Fällen robuster aufnehmen als starre Stahlbetonbauwerke. Gleichzeitig ist die Qualität der Ausführung entscheidend: Verfüllmaterial, Verdichtungsgrad, lagenweiser Einbau, Geogitterausrichtung, Überlappungen, Anschlüsse und Frontausbildung müssen fachgerecht geplant, ausgeschrieben und überwacht werden. Nachhaltigkeit entsteht hier nicht allein durch die Wahl des Baustoffs, sondern durch das Zu-
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A7
39. Baugrundtagung 2026 sammenspiel von Planung, Bemessung, Bauausführung und Qualitätssicherung.
4. Personalaufwand Aufbauend auf der in Kapitel 3 beschriebenen Bauzeitdifferenz lässt sich der Personalaufwand beider Bauweisen auch auf Ebene einzelner Arbeitsphasen abschätzen. Grundlage sind die Mengen aus der zugrunde liegenden Ökobilanzierung sowie in der Baubetriebslehre dokumentierte Aufwandswerte, die den für eine Leistungseinheit erforderlichen Personalaufwand in Stunden angeben (Ahmed, 2022; Weiss, 2010). Bei der geogitterbewehrten Stützkonstruktion entfällt der weit überwiegende Teil des Personalaufwands auf die Herstellung des bewehrten Erdkörpers, also auf Verfüllung, Verdichtung, Geogittereinbau und Frontausbildung, sowie auf die vorgelagerten Erdarbeiten. Zusammen machen diese beiden Arbeitsschritte rund 97 % des Gesamtaufwands aus, während auf die Absturzsicherung mit rund 28 Personenstunden nur ein geringer Anteil entfällt. Dieser Ablauf lässt sich mit üblichen Erdbaumaschinen in einem durchlaufenden Arbeitszyklus mit einer durchgehend besetzten, rund siebenköpfigen Kolonne ausführen. Bei der Winkelstützmauer verteilt sich der Aufwand dagegen auf die drei Bauleistungen Schalung, Bewehrung und Beton. Anders als bei der kostenseitigen Betrachtung, bei der die Schalung den größten Anteil ausmacht, bindet zeitlich vor allem die Bewehrung den größten Personalaufwand, da das Verlegen von Betonstahl vergleichsweise personalintensiv ist (Hofstadler, 2011; Ahmed, 2022). Rechnet man diesen Aufwand mit den in Kapitel 3 genannten Bauzeiten in eine mittlere Kolonnenstärke zurück, ergibt sich für den reinen Betonbauteil ein Wert von rund 7 bis 16 Personen – deutlich mehr als die für den gesamten Bauablauf der geogitterbewehrten Stützkonstruktion. Ursächlich hierfür ist das bei Ortbetonwänden übliche taktversetzte Zusammenwirken mehrerer Kolonnen für Schalung, Bewehrung und Betonage. Für die Praxis bedeutet dies, dass bei der Personal- und Terminplanung von Winkelstützmauern mehrere parallel arbeitende Gewerke zu berücksichtigen sind, während bei geogitterbewehrten Stützkonstruktionen eine kleinere, durchgehend eingesetzte Kolonne ausreicht.
Bauzeit der Betonlösung etwa um 25–30 % reduziert werden, da insbesondere die erforderlichen Aushärtezeiten auf der Baustelle entfallen. Ein Teil des personellen Aufwands verlagert sich dabei in das Fertigteilwerk. Gleichzeitig kann der Gesamtaufwand sinken, da standardisierte Systembauteile eingesetzt werden und aufwendige temporäre Hilfskonstruktionen, insbesondere Schalungen und weitere Baubehelfe, auf der Baustelle weitgehend entfallen. Der Vorteil der Geobaustofflösung hinsichtlich des erforderlichen Personaleinsatzes bleibt jedoch auch gegenüber einer Fertigteilbauweise deutlich bestehen. Bild 4 stellt den Personalaufwand beider Bauweisen je Arbeitsphase gegenüber. Da die zugrunde gelegten Aufwandswerte überwiegend aus dem Hochbau stammen und den bei einem gleichförmigen, 100 m langen Bauwerk zu erwartenden Wiederholungseffekt nicht vollständig abbilden, sind die Werte als Orientierungsgrößen zu verstehen. Sie bestätigen jedoch die in Kapitel 3 beschriebene, deutlich einfachere und personalreduzierende Bauausführung der geogitterbewehrten Stützkonstruktion.
5. Fazit Der Vergleich zeigt, dass geogitterbewehrte Stützkonstruktionen bei geeigneten Randbedingungen eine technisch gleichwertige, ökologisch vorteilhafte und wirtschaftlich attraktive Alternative zu Stahlbeton-Winkelstützmauern darstellen können. Im betrachteten Beispiel wurden gegenüber der Winkelstützmauer ca. 70 % der Treibhausgasemissionen, 60 % des Primärenergiebedarfs, 59 % der Baukosten und 64 % der Bauzeit bei der Geobaustofflösung eingespart. Unter Einbeziehung monetarisierter Umweltkosten verstärkt sich der Vorteil zusätzlich.
Bild 5
Ökologischer und ökonomischer Vergleich der betrachteten Bau weisen
Entscheidend ist jedoch, dass beide Bauweisen projektbezogen bewertet werden. Baugrund, verfügbare Flächen, zulässige Verformungen, Anforderungen an die Frontgestaltung, Verfügbarkeit geeigneter Füllböden, Transportentfernungen und Bauablauf können das Ergebnis beeinflussen. Die vorgestellten Ergebnisse zeigen dennoch deutlich: Geobaustoffbewehrte Erde ist nicht nur eine alternative Lösung zu konventionellen Bauweisen für beengte oder schwierige Situationen, sondern eine leistungsfähige Bauweise, die einen wichtigen Beitrag zu ressourcenschonendem und wirtschaftlichem Bauen im Verkehrswegebau leisten kann.
(Grafiken: Naue)
Dieser Zusammenhang ergänzt die in Kapitel 3 dargestellte Bauzeitanalyse um eine personalwirtschaftliche Perspektive. Wird die Konstruktion alternativ in Fertigteilbauweise ausgeführt, kann die
ANZEIGE
Bild 4
Gegenüberstellung des Personalaufwandes beider Konstruktionsvarianten
A8
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Baukostenstabilität sollten geobaustoffbewehrte Stützkonstruktionen daher frühzeitig in Variantenvergleichen berücksichtigt werden. Nachhaltiges Bauen beginnt nicht
39. Baugrundtagung 2026 erst bei der Baustoffwahl, sondern bereits bei der Entscheidung, welche Konstruktionsweise mit möglichst geringem Ressourceneinsatz eine dauerhaft sichere Funktion erfüllt.
Literaturverzeichnis [1] Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT) Empfehlungen für den Entwurf und die Bewehrung von Erdkörpern mit Bewehrungen aus Geokunststoffen – EBGEO. Berlin: Ernst & Sohn, 2010. [2] Deutsches Institut für Normen e.V. (2021-04) DIN 1054: Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau – Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-1. Berlin: Beuth Verlag GmbH. [3] Deutsches Institut für Normen e.V. (2017-08) DIN 4085: Baugrund – Berechnung des Erddrucks. Berlin: Beuth Verlag GmbH. [4] Deutsches Institut für Normen e.V. (2021a) DIN EN ISO 14040: Umweltmanagement – Ökobilanz – Grundsätze und Rahmen bedingungen (ISO 1404:2006 + Amd 1:2020); Deutsche Fassung EN ISO 14040:2006 + A1:2020. Berlin: Beuth Verlag GmbH. [5] Deutsches Institut für Normen e.V. (2021b) DIN EN ISO 14044: Umweltmanagement – Ökobilanz – Anforderungen und Anleitungen (ISO 14044:2006 + Amd 1:2017 + Amd 2:2020); Deutsche Fassung EN ISO 140144:2006 + A1:2008 + A2:2020. Berlin: Beuth Verlag GmbH. [6] Deutsches Institut für Normen e.V. (2022) DIN EN 15804: Nachhaltigkeit von Bauwerken – Umweltproduktdeklarationen – Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte; Deutsche Fassung EN 15804:2012 + A2:2019 + AC:2021. Berlin: Beuth Verlag GmbH.
ANZEIGE
[7] Göbel, K., Lieberenz, K., Weisemann, U. (Hrsg.) (2022) Handbuch Erdbauwerke der Bahnen. Leverkusen: GRT Global Rail Academy and Media GmbH. [8] DB InfraGO AG (2022) Ril 836: Erdbauwerke und sonstige geotechnische Bauwerke planen, bauen und instand halten. [9] Wittl, T., Klügel, S., Vollmert, L. & Ehrenberg, H. (2024) Vergleichende Ökobilanzierung und wirtschaftliche Bewertung von Stützkonstruktionen am Beispiel eines Eisenbahndammes. Tagungsband zur 38. Baugrundtagung 2024, Bremen. Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT), Essen. [10] Al-Rawi, O. (2017) Cost Evaluation and Management for Adopting Reinforced Earth Retaining Structures in Jordan, Civil & Environmental Research, Volume 9, No. 9, ISSN 2224-5790. [11] Ahmed, F. (2022) Baubetriebliche Rahmenbedingungen, Gegenüberstellung und Wirtschaftlichkeitsanalyse zwischen Betonfertigteilbau und Ortbetonbauweise anhand von Decken- und Wandsystemen im Hochbau. Masterarbeit, Technische Universität Wien. [12] Weiss, M. (2010) Kennzahlen für Stahlbetonarbeiten – Anwendung bei Hochbauprojekten. Diplomarbeit, Technische Universität Graz. [13] Hofstadler, C. (2011) Kalkulation von Stahlbetonarbeiten. Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft, Technische Universität Graz. [14] Lieberenz, K., Großmann, S. & Göbel, C. (2013) Geogitterbewehrte Stützkonstruktionen im Eisenbahnbau. Vortrag, HTW Dresden.
www.naue.com
Menard klopft. Nicht nur Sprüche, sondern Baugrund. Mit unseren 12 Verfahren zur Baugrund-Verbesserung haben wir die Lösung für die Gründung Ihres Projekts. Von CMC® über DYNIV® bis hin zum Trenchmixing – alle Verfahren sind bestens erprobt und für die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und Ihre Anforderungen entwickelt. So können Sie immer auf unsere tatkräftige Unterstützung von der Planung bis zur Projektfertigstellung bauen.
Mehr dazu erfahren Sie unter: www.menard.gmbh Vorbelastung
Eigenverdichtung
Säulen
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Forty4 Berlin: Anspruchsvoller Spezialtiefbau für ein zukunftsweisendes Stadtquartier
Bild 1 Der Porr Spezialtiefbau übernimmt die anspruchsvolle Baugrube des Berliner Forty4 in innerstädtischer Lage und setzt dabei auf eine emissionsarme Bauweise.
Mit dem Mixed-Use-Quartier „Forty4“ entsteht in Berlin-Friedrichshain ein markantes neues Stadtquartier an der Mediaspree. Während die architektonische Gestaltung mit ihrer abwechslungsreichen Fassadenlandschaft bereits viel Aufmerksamkeit erhält, wurde die Grundlage für das spätere Gebäude zunächst im Untergrund geschaffen.
Wasserdichter Bautrog aus kombinierten Verbausystemen Kernstück des Baugrubenkonzepts war ein vollständig dichter Bautrog. Dieser besteht aus einer dreiseitigen, insgesamt 212 m langen Spundwandeinfassung sowie einer rund 1.000 m 2 großen überschnittenen Bohrpfahlwand.
Die Porr Spezialtiefbau Region Ost realisierte gemeinsam mit Meyer Erdbau eine technisch anspruchsvolle Baugrube, die aufgrund ihrer innerstädtischen Lage, schwierigen Randbedingungen und hohen Anforderungen an den Schutz angrenzender Bebauung besondere Ingenieurleistungen erforderte.
Im Zuge der Herstellung wurden rund 20.000 m 3 Boden für die 5,5 m tiefe Baugrube ausgehoben. Teilweise belastete Bodenmassen wurden beprobt und in einer Bodenwaschanlage aufbereitet. Durch die gezielte Trennung und Reinigung konnten Schadstoffe entfernt und die zu deponierenden Mengen deutlich reduziert werden.
Das von der L&L Immobilien GmbH entwickelte Quartier umfasst insgesamt rund 40.000 m 2 Bruttogeschossfläche. Im ersten Bauabschnitt entstehen ein Design-Hotel mit 344 Zimmern sowie ein Apartmentgebäude mit 93 Wohneinheiten. Die enge Verzahnung von Spezialtiefbau, Spezialtiefbau Planung und späterem Hochbau ermöglicht dabei einen effizienten und reibungslosen Projektablauf.
Um den Auftrieb durch das anstehende Grundwasser zu verhindern, wurde zusätzlich eine etwa 3.500 m2 große Dichtsohle im Düsenstrahlverfahren hergestellt. Die DSV-Sohle bildet den unteren Abschluss des Baugrubensystems und gewährleistet gemeinsam mit den Verbauelementen eine dauerhaft wasserundurchlässige Baugrube.
Innerstädtische Randbedingungen prägen die Planung Bereits in der frühen Planungsphase zeigte sich die Komplexität der Bauaufgabe. Das Baufeld befindet sich in dichter innerstädtischer Lage unmittelbar angrenzend an bestehende Bebauung. Besonders herausfordernd war dabei die Nähe zu einem setzungsempfindlichen Baudenkmal. Gleichzeitig erforderte die Grundwassersituation die Herstellung eines dauerhaft dichten Baugrubenverbaus. Um diese Anforderungen zu erfüllen, entwickelte die Porr Spe zialtiefbau Planung ein Baugrubenkonzept aus verschiedenen Sicherungselementen. Ziel war es, Verformungen auf ein Minimum zu reduzieren, die Standsicherheit während aller Bauphasen sicherzustellen und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umgebung so gering wie möglich zu halten.
A10
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
Bild 2
Die Baugrube wird durch eine Kombination aus Spundwand, Bohrpfahlwand und einer DSV-Dichtsohle wasserdicht ausgeführt.
39. Baugrundtagung 2026
(Fotos 1–3: Porr)
(Foto: Tchoban Voss Architekten)
ANZEIGE
Bild 3
Zum Schutz gegen aufsteigendes Grundwasser wird eine rund 3.500 m2 große, wasserundurchlässige Dichtsohle im Düsenstrahlverfahren (DSV) hergestellt.
Die Kombination aus Spundwand, Bohrpfahlwand und DSV-Sohle stellt insbesondere unter den beengten innerstädtischen Verhältnissen eine wirtschaftliche und technisch sichere Lösung dar. Gleichzeitig konnten dadurch die Anforderungen an die spätere Hochbauausführung optimal berücksichtigt werden.
Aussteifung zum Schutz des Baudenkmals Besondere Aufmerksamkeit galt dem Schutz der unmittelbar angrenzenden historischen Bausubstanz. Um Verformungen der Bohrpfahlwand weiter zu reduzieren, entschieden sich die Beteiligten für eine zusätzliche Aussteifung der Konstruktion. Hierfür wurde die Bohrpfahlwand über einen Kopfbalken mit insgesamt 19 Reaktionspfählen, Durchmesser 1.200 mm, gekoppelt. Ergänzt wurde dieses System durch eine Totmannkonstruktion mit vorgespannten Kapselpressen. Durch die aktive Vorspannung konnten mögliche Wandbewegungen bereits im Vorfeld minimiert werden. Da der Schutz des Baudenkmals oberste Priorität hat, fand baubegleitend ein umfangreiches Gebäudemonitoring statt, um Abweichungen und potenzielle
Bild 4
Mit dem Projekt Forty4 entsteht ein zukunftsweisendes Stadtquartier mit individuellen Fassaden mitten in Berlin-Friedrichshain.
Probleme zu erkennen, was zu automatischen Benachrichtigungen und Alarmen führt.
Termingerechte Übergabe an den Hochbau Nach rund sechs Monaten Bauzeit konnte die komplexe Baugrube planmäßig fertiggestellt und an die Kolleginnen und Kollegen des Porr Hochbau übergeben werden. Das Projekt Forty4 zeigt exemplarisch, welche Rolle der Spezialtiefbau bei der Realisierung komplexer innerstädtischer Bauvorhaben spielt. Die Kombination aus wasserdichtem Bautrog, anspruchsvoller Aussteifungstechnik, umfassendem Monitoring und nachhaltigem Bodenmanagement verdeutlicht die hohe ingenieurtechnische Kompetenz, die heute für Bauprojekte in verdichteten urbanen Räumen erforderlich ist. Mit der erfolgreichen Baufeldübergabe wurde die Grundlage für einen der spannendsten Neubauten an der Berliner Mediaspree geschaffen. Der entscheidende Beitrag dazu entstand jedoch zunächst dort, wo man ihn später nicht mehr sieht: im Untergrund. www.porr.de
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A11
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Das flexible GNSS ppm10xx zero in Anwendung bei Boley Geotechnik Ob Abstecken von Bohrpunkten und Grundstücksgrenzen oder Bestandsaufnahme auf Bauprojekten – die Boley Geotechnik GmbH nutzt den ppm10xx zero GNSS-Sensor für die unterschiedlichsten Aufgaben. Alle Mitarbeitenden können die Messungen selbst durchführen und nahtlos in die CAD- oder GIS-Umgebung integrieren. Das sorgt für effizientere Prozesse und eine einfachere Handhabung. Geotechnische Untersuchungen stellen Firmen häufig im Gelände vor Herausforderungen: Hier werden oft Messungen an Stellen notwendig, die schwer zugänglich sind und bei denen andere Messgeräte, wie z.B. Totalstationen schnell an ihre Grenzen stoßen. Die Boley Geotechnik GmbH bietet das gesamte geoingenieurstechnische Leistungsspektrum - von der Beratung und Planung über die Prüfung bis hin zur Bauüberwachung und hat daher in der Praxis vielfältige Erfahrungen mit diesen Herausforderungen gesammelt. Messungen an Böschungen, in tiefen Baugruben oder dichter Vegetation gehören zum Alltag und erfordern besonders flexible Vermessungslösungen, wie den ppm10xx zero. Dabei handelt es sich um ein handliches und intuitiv anwendbares RTK-System, das selbst bei Schräghaltung des Messstabs noch präzise Positionsdaten erfasst.
Kompaktes RTK-System für den Feldeinsatz Kernelement des ppm10xx zero ist ein hochgenauer GNSS-Sensor, der die Signale mehrerer Satellitennavigationssysteme verarbeiten kann, das amerikanische GPS, sowie GALILEO aus Europa, BEIDOU aus China und das russische GLONASS. Insbesondere an ungünstigen Stellen, wie beispielsweise unter dichter Belaubung oder neben Hauswänden, kann der ppm10xx zero noch immer auf genügend Satelliten zurückgreifen, um Messergebnisse im Zentimeterbereich zu liefern. Der GNSS-Sensor wird mit einem Antennenstab kombiniert, an dem sich ein Tablet oder Smartphone als Eingabegerät ergänzen lässt. Das komplette Messsystem wiegt nur 1,3 kg und belastet den Anwender damit auch bei längerem Arbeiten im Gelände nicht. Gleichzeitig ist es maximal ergonomisch gestaltet: Die Antenne am oberen Stabende ist klein und leicht und über ein Kabel, das im Stab verläuft, mit dem GNSS-Empfänger verbunden. Dadurch ist
Bild 1
Die Boley Geotechnik GmbH nutzt den ppm10xx zero GNSS-Sensor u. a. für das Abstecken von Bohrpunkten und Grundstücksgrenzen.
das ganze System optimal ausbalanciert, weil sich die gesamte Last nicht nur auf das Stabende konzentriert.
Zentimetergenaue Vermessung auch bei Schräghaltung Die Stärke des Systems zeigt sich beispielsweise bei der Vermessung von Böschungen. Boley Geotechnik ist regelmäßig mit Projekten beauftragt, bei denen die Standfestigkeit von Böschungen überprüft werden soll. Dafür gilt es unterschiedliche Messpunkte zu erfassen, um beispielsweise die Böschungshöhe sowie den Neigungswinkel zu berechnen. Während früher die Punkte umständlich per Hand aufgenommen wurden, lassen sie sich mit dem ppm10xx schnell vermessen und in ein 3D-Modell überführen. Dies ermöglicht die Generierung eines Lageplans oder von beliebig vielen Querschnitten. Dank einer integrierten IMU (Inertial Measurement Unit) kann das System auch dann Positionsdaten im Zentimeterbereich erfassen, wenn der Messstab schräg gehalten wird. Die IMU kompensiert jeden Neigungswinkel zuverlässig. Lässt sich der Messstab nicht lotrecht ausrichten, beispielsweise weil Bäume oder Büsche im Weg sind, kann er einfach schräg angesetzt werden.
Im
D
Kl H
Der Blick auf die Dosenlibelle zur Überprüfung der exakten Ausrichtung wird überflüssig. Damit lassen sich mehr Messpunkte in kürzerer Zeit erfassen, was die Produktivität im Feld deutlich steigert.
Schnelle Einarbeitung, einfache Nutzung Bei Boley Geotechnik arbeiten Ingenieure, Techniker und Werkstudenten mit dem System. Die Resonanz der Mitarbeitenden von Boley war durchgehend positiv. Sebastian Wallner, CAD-Konstrukteur bei Boley Geotechnik erinnert sich an die Inbetriebnahme: „Als gelernter Vermessungstechniker mit mehr als 15 Jahren Erfahrung war ich während des ersten Einsatzes des Geräts sehr positiv überrascht von dem Gesamtpaket. Das geringe Gewicht, der eingebaute Neigungssensor, die stabile Verbindung und
A12
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
w
Sc
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
die bedienerfreundliche intuitive Software ermöglichen es, sich selbst bei starkem Bewuchs oder schwierigem Gelände auf seine Messung zu konzentrieren und diese ohne große Unterbrechungen durchzuführen.“
(Fotos: ppm GmbH)
Dass jeder nach einer kurzen Schulung Messungen durchführen kann, erweist sich oft als praktischer Vorteil. Früher wurden die Punkte per Hand oder durch Subunternehmer eingemessen. Mit dem ppm10xx zero ist das nicht mehr notwendig. Dadurch wird der gesamte Prozess schneller, wirtschaftlicher und zugleich präziser.
Nahtlose Datenverarbeitung Eine Datenintegration ohne jeden Medienbruch steigert die Genauigkeit des ppm10xx zero zusätzlich. Die ppm Commander Software fungiert dabei als Bindeglied zwischen dem GNSS-Sensor und weiteren Softwarepaketen, wie beispielweise im CAD- oder GIS-Bereich. Die mit dem ppm10xx zero-System erfassten Daten werden bei Boley Geotechnik je nach Anwendungsfall in unterschiedlichen Formaten exportiert, entweder als pdf-Protokoll, als csv-Datei oder im ASCII-Format für Koordinatenlisten. Für die direkte Weiterverarbeitung in QGIS oder AutoCAD Civil 3D steht der Export im dwg- oder dxf-Format zur Verfügung. Damit entfallen die Zwischenschritte, die früher bei der manuellen Aufnahme notwendig waren. Die Punkte liegen nach der Messung strukturiert im Gerät vor und werden direkt in die CAD- oder GIS-Umgebung transferiert.
Bild 2
Der GNSS-Sensor wird mit einem Antennenstab kombiniert, an dem sich ein Tablet oder Smartphone als Eingabegerät ergänzen lässt.
Fazit Mit dem ppm10xx zero hat die Boley Geotechnik GmbH ihre Vermessungsprozesse deutlich vereinfacht und beschleunigt. Messaufgaben lassen sich effizienter, wirtschaftlicher und unabhängig von externen Dienstleistern durchführen, bei gleichzeitig hoher Datenqualität.
www. boleygeotechnik.de www.ppmgmbh.com
Im Baugrund zu Hause – in der Zukunft vernetzt Die vollintegrierten Workflows von Bentley und Seequent
Klare Prozesse. Effiziente Abläufe. Höchste Produktivität.
Erfahren Sie mehr
Besuchen Sie uns auf der 39. Baugrundtagung vom 23. - 26. September 2026 im Congress Center Leipzig
www.baugrundtagung.com Schließen Sie sich den Besten an. Diese Firmen nutzen bereits Leapfrog Works.
Ihr deutschsprachiger Kontakt in der DACH-Region.
Geolink Geotechnik GmbH Michael-Müller-Ring 2 55128 Mainz www.geolink-software.de sales@geolink-software.de
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
(Fotos: Bauer Gruppe)
Bauer Spezialtiefbau schafft Grundlage für neues Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Fürth
Bild 1
Beim Neubau des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums in Fürth wird Platz für rund 1.050 Schülerinnen und Schüler geschaffen.
Mit dem Neubau des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums schafft die Stadt Fürth Platz für künftig rund 1.050 Schülerinnen und Schüler. Die Herstellung der Baugrube, die Gründung des Schulgebäudes sowie Leistungen in den Bereichen Wasserhaltung und Geothermie übernahm eine ARGE, bestehend aus der Bauer Spezialtiefbau GmbH, der Bauer Resources GmbH und der Erdbau M. Reithelshöfer GmbH. Nach rund 15 Monaten wurden die Spezialtiefbauarbeiten planmäßig im Frühjahr 2026 abgeschlossen.
Umfangreiche Spezialtiefbauarbeiten Als besonders aufwendig erwies sich die Koordination der zahlreichen Beteiligten und parallel laufenden Arbeiten auf engem Baufeld. Spezialtiefbau, Erdbau, Geothermie und archäologische Untersuchungen mussten innerhalb der ARGE eng aufeinander abgestimmt werden. „Die größte Herausforderung war, die zahlreichen Gewerke trotz archäologischer Funde und wechselnder Baugrundverhältnisse so zu koordinieren, dass der Terminplan eingehalten werden konnte“, erklärt Maximilian Müller, Bauleiter in der Bauer Spezialtiefbau GmbH.
SPEZIALTIEFBAU Bodenstabilisierung nach dem CSV-Verfahren · Optimierung der Lastabtragung · Vergleichmäßigung der Baugrundeigenschaften
gezielt einsetzbar kostengünstig intelligent
Mikropfähle nach DIN EN 14199: · zur Lastabtragung von Zug- und Druckkraft · flexibel anwendbar bei Sanierung und Neubau Laumer CSV Bodenstabilisierungsund Pfahlgründungs-GmbH
csv.laumer.de
A14
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
Bild 2
Ein eingespieltes Team: Geothermie und Spezialtiefbau gehen hier Hand in Hand.
Zum Leistungsumfang der Bauer Spezialtiefbau gehörten die Herstellung einer temporären rückverankerten Bohrpfahlwand, Gründungsarbeiten, Brunnenbohrungen sowie die begleitende Wasserhaltung. Für die Baugrube wurden insgesamt 331 Pfähle mit Durchmessern von 880 mm gebohrt und 58 Anker mit Längen von bis zu 30 m eingebaut. Darüber hinaus realisierte Bauer 143 Gründungspfähle mit Durchmessern zwischen 750 und 1.180 mm sowie fünf Brunnenbohrungen. Zum Einsatz kamen unter anderem Bauer-Drehbohrgeräte der Typen BG 30 und BG 39 sowie eine K LEMM KR 806. Geothermie und Wasseraufbereitung ergänzen Spezialtiefbauleistungen Ergänzend zu den Spezialtiefbauarbeiten realisierte die Bauer Resources GmbH die geothermische Anlage für die zukünftige Wärmeversorgung des Schulgebäudes. Hierfür wurden insgesamt 129 Erdwärmesonden mit Tiefen zwischen 46 und 60 m installiert, davon 48 außerhalb und 81 unterhalb des Gebäudes. Rund 4,2 km Leitungen verbinden die Sonden mit der späteren Gebäudetechnik. Mit einer geplanten Heizleistung von 316 kW leistet die Geothermieanlage künftig einen wichtigen Beitrag zu einem energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb des Gymnasiums. Darüber hinaus unterstützte die Bauer Resources das Projekt mit einer temporären Wasserreinigungsanlage. Die Anlage bereitet das im Rahmen der Baugrubenwasserhaltung anfallende Wasser auf und ist seit Mai 2025 in Betrieb. Mit einer Leistung von rund 5 bis 10 m³ pro Stunde im Regelbetrieb trägt sie zu einem sicheren und zuverlässigen Baustellenbetrieb bei. Die Spezialtiefbauarbeiten begannen im Dezember 2024 und wurden im März 2026 abgeschlossen. Die Wasserhaltung wird voraussichtlich noch bis September 2027 fortgeführt. Bis zur geplanten Inbetriebnahme der Schule im September 2028 entstehen auf dem Baufeld moderne Lernräume, deren Fundament bereits heute gelegt ist – inklusive geothermischer Anlage, die künftig zu einem energieeffizienten Betrieb des Schulgebäudes beiträgt. www.bauer.de
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Hochschulausbildung – Geobaustoffe haben es schwer Wenn es um Geobaustoffe geht, hat das Bauingenieur-Studium noch einiges aufzuholen. Denn deren Vielseitigkeit wird in der Ausbildung bislang oft nur am Rande behandelt. Ja, es gibt sie, die Hochschulen, die sich schon seit Jahrzehnten in Forschung und Lehre um die Bauweisen mit Geobaustoffen kümmern. Exemplarisch seien hier die TU München und die FH Münster genannt, die nicht nur im Studium, sondern auch mit Fachveranstaltungen die Bauweisen fördern. An vielen anderen Hochschulen dominieren häufig klassische Baustoffe und konventionelle Bauverfahren. Geosynthetische Lösungen werden zwar behandelt, jedoch oft nicht in der Tiefe, die ihrer Bedeutung in der Praxis entspricht. Dadurch entsteht eine Lücke zwischen den Anforderungen moderner Infrastrukturprojekte und den vermittelten Kompetenzen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an nachhaltige und klimaresiliente Bauwerke. Themen wie Ressourceneffizienz, Flächenverbrauch und Anpassung an Extremwetterereignisse gewinnen zunehmend an Bedeutung. Geobaustoffe bieten hierfür bewährte technische Lösungen.
Angebot des IVG: Basis-Präsentation für Vorlesungen In einer engeren Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie steckt viel Potenzial. Praxisnahe Fallstudien, Laborversuche und Gastvorträge können den Wissenstransfer fördern und Studierenden konkrete Anwendungsbeispiele vermitteln. Um die ökonomischen und ökologischen Vorteile der Bauweisen mit Geobaustoffen flächendeckend bekannter zu machen, bietet der IVG seit kurzem eine Basis-Präsentation an. Diese kann entweder vom Fachbereich in die eigene Vorlesung integriert werden oder von einem IVG-Mitarbeiter vor Ort vorgetragen werden. Ausgefeilte Präsentationen zu den einzelnen Einsatzbereichen werden von den IVG-Mitgliedern angeboten. Unser Ziel ist es, dass junge Planer und Behördenvertreter bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit die Kombination aus großen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen der Bauweise mit Geobaustoffen kennen, fördern und fordern.
Nachhaltigkeit macht Schule
Erfahrenen Planern und Anwendern möchten wir Denkanstöße geben, ihre über viele Jahre eingesetzten Bauweisen gegen wesentlich umweltfreundlichere und trotzdem kostengünstige Bauweisen zu ersetzen.
Geobaustoffe – ein wichtiger Bestandteil der BauingenieurAusbildung
Fazit Es ist höchste Zeit, Geobaustoffe in der Ingenieurausbildung stärker zu verankern! Denn Geobaustoffe sind Teil der Zukunft der Infrastruktur. Und darauf sollten unsere zukünftigen Fachkräfte vorbereitet werden. Norbert Wagner, Industrieverband Geobaustoffe e.V. (IVG)
Geobaustoffe. Immer ein guter Grund.
www.ivgeobaustoffe.de
www.ivgeobaustoffe.de
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A15
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Stromtunnel-Projekt Elbquerung „ElbB“: Auftrag für Bauausführung vergeben Die BemoTunneling GmbH hat gemeinsam mit Östu-Stettin den Auftrag für die Elbquerung „ElbB“ erhalten. Mit rund 300 Millionen Euro ist dies ein Leuchtturmprojekt im Rahmen des deutschen Gleichstromprojekts Korridor B.
Mit der Elbquerung ElbB wird ein zentrales Schlüsselprojekt innerhalb von Korridor B umgesetzt. Der Tunnel verläuft in rund 20 Metern Tiefe und wird aus tausenden präzise gefertigten Stahlbetonteilen, sogenannten Tübbingen, hergestellt. Das Projekt gilt aufgrund seiner technischen und logistischen Anforderungen als besonders anspruchsvoll. Nach Fertigstellung sollen über die Schachtbauwerke in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen die Erdkabel für Korridor B eingezogen werden. Die Bauzeit ist derzeit mit rund 6,5 Jahren vorgesehen. Der Planfeststellungsbeschluss wird laut den aktuell veröffentlichten Informationen für Ende 2026 erwartet. Für Östu-Stettin ist dieser Zuschlag ein bedeutender Meilenstein und zeugt von höchster fachlicher Kompetenz des Unternehmens im Bereich komplexer Infrastruktur- und Tunnelbauprojekte. Die Beauftragung unterstreicht das Vertrauen von Amprion in die technische Expertise, die Innovationskraft und die Fähigkeit von Östu-Stettin, Großprojekte in partnerschaftlicher Zusammenarbeit auf höchstem Niveau umzusetzen. Auch die in den bisher veröffentlichten Reaktionen hervorgehobene partnerschaftliche Zusammenarbeit zeigt, wie schwerwiegend die Faktoren Erfahrung, Verlässlichkeit und gemeinsame Projektkultur bei der Vergabe waren. Gemeinsam mit Bemo Tunnelling will Östu-Stettin die Elbquerung ElbB mit höchstem Qualitätsund Sicherheitsanspruch realisieren. Korridor B umfasst die Leitungsbauvorhaben Heide/West–Polsum und Wilhelmshaven–Hamm. Die Vorhaben werden als Erdkabel in Höchstspannungs-Gleichstrom-Technologie umgesetzt und sollen
(Foto: Bemo Tunnelling GmbH)
Dem Vergabeverfahren ging ein mehrstufiger Auswahlprozess voraus, an dem sich führende Bauunternehmen aus der D-A-CHRegion beteiligt haben.
Die Elbquerung ElbB ist ein zentrales Schlüsselprojekt innerhalb des Gleichstromprojekts Korridor B.
klimafreundlich erzeugten Strom aus den Küstenregionen nach Nordrhein-Westfalen transportieren. Nach den aktuell veröffentlichten Informationen kann Korridor B den Bedarf von rund vier Millionen Menschen decken und ist damit ein wesentlicher Baustein für die Energiezukunft Deutschlands. Harald Pacher, Geschäftsführer von Östu-Stettin, betont die Bedeutung des Projekts als außergewöhnliches Vorhaben mit technischer und logistischer Dimension. „Für unser Unternehmen ist der Zuschlag ein besonderer Vertrauensbeweis. Gemeinsam mit unserem Projektpartner werden wir die gebündelten Kompetenzen in die erfolgreiche Umsetzung einbringen. Wir sind bereit und stolz, Teil dieses bedeutenden Infrastrukturprojekts zu sein. ElbB steht für technische Exzellenz, partnerschaftliche Zusammenarbeit und für ein Bauvorhaben, das weit über seine bauliche Leistung hinaus Wirkung entfaltet. Östu-Stettin freut sich darauf, gemeinsam mit allen Projektbeteiligten an einem Vorhaben mitzuwirken, das Verbindung schafft und Zukunft baut“, so Pacher. www.bemo.net www.oestu-stettin.at
Brenner Basistunnel: Wo sich Europa unter den Alpen die Hand reicht Österreich und Italien wachsen beim Eisenbahnprojekt Brenner Basistunnel zusammen. Beide Haupttunnelröhren wurden unter der Staatsgrenze am Brenner zeitgleich durchschlagen.
die Mineure und TechnikerInnen den Tunnelabschnitt auf der anderen Seite der Brennergrenze und reichen ihren italienischen Kolleginnen und Kollegen die Hand.
Nur noch wenig Gestein trennt die beiden Staaten Italien und Österreich tief unter den Alpen: Nach vielen Jahren intensiver Arbeit richtet sich nun der Blick der Mineure auf die Felswände.
Mit dem Durchschlag schloss der österreichische Vortrieb aus dem Baulos H53 Pfons–Brenner an die bereits fertiggestellten Haupttunnelröhren des italienischen Bauloses H61 Mauls 2–3 an. Rund 1.400 Meter unter dem Brennerpass entstand damit eine durchgehende Verbindung zwischen den beiden Staaten.
Nahezu zeitgleich setzen die Meißelbagger in der westlichen und östlichen Haupttunnelröhre des Bauloses H53 Pfons-Brenner zum entscheidenden Abtrag an. Wenig später fällt in beiden Röhren der letzte Fels, Staub steigt auf, Licht dringt durch die neu entstandenen Öffnungen – und in diesem Moment wird beim Brenner Basistunnel Tunnelbaugeschichte geschrieben. Es ist geschafft: Exakt um 10:35 Uhr wurde der historische Durchschlag vollendet. Nur Augenblicke später und unter Jubel, betreten
A16
Die Staatsgrenze tief unter dem Brennerpass ist somit überwunden – Österreich und Italien sind nun auch durch die beiden Eisenbahntunnel des Brenner Basistunnels dauerhaft zusammengeschlossen.
Der Moment, in dem zwei Baustellen eins werden Mit diesem bedeutenden Ereignis sind nicht nur zwei Tunnelabschnitte nun fertig gestellt, sondern es begegnen sich auch zwei
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
26_80
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
(Quelle: Galleria di base del Brennero – Brenner Basistunnel BBT SE
Präzision als Schlüssel zum Erfolg
Die letzten Schläge des Meißelbaggers
Baustellen, die mehrere Jahre unabhängig voneinander vorangetrieben wurden: Das österreichische Baulos H53 Pfons–Brenner und das italienische Baulos H61 Mauls 2–3. Zwei unterschiedliche Tunnelbaumethoden wurden dafür angewendet. Auf italienischer Seite trieben die Tunnelbohrmaschinen Virginia und Flavia die beiden Haupttunnelröhren maschinell bis zur Staatsgrenze vor. Auf österreichischer Seite erfolgte der Vortrieb konventionell im bergmännischen Sprengvortrieb. Der Durchschlag verbindet damit nicht nur zwei Länder und zwei Baustellen, sondern auch zwei bewährte Methoden des modernen Tunnelbaus. Dieses bedeutende Kapitel markiert daher weit mehr als einen bautechnischen Erfolg. Er steht für die enge Zusammenarbeit zweier Staaten, Ingenieurskunst und für den unermüdlichen Einsatz aller Projektbeteiligten, die diese Eisenbahnanlage mit Kompetenz und Leidenschaft verwirklichen.
Dieses außergewöhnliche Ereignis im Tunnelbau wäre ohne höchste vermessungstechnische Präzision nicht möglich gewesen. Der Erkundungsstollen wurde von den Zufahrtstunneln Wolf und Mauls aus mit modernster Messtechnik vorgetrieben. Beim Durchschlag im September 2025 lag die Abweichung im einstelligen Zentimeterbereich. Diese exakten Vermessungsdaten bildeten die Grundlage für den Vortrieb der Haupttunnelröhren.
Erfolg gehört den Menschen im Tunnelbau Die eigentlichen Hauptdarsteller dieses historischen Tages tragen keine Anzüge. Es sind die Mineure, Poliere, Sprengmeister, Maschinisten, Elektriker, Vermesser, Geologinnen und Geologen, Sicherheitsfachkräfte sowie Ingenieurinnen und Ingenieure. Menschen, die über viele Jahre Tag für Tag, Schicht für Schicht und Meter für Meter unter anspruchsvollsten Bedingungen unter dem Gebirge gearbeitet haben. Michael Knapp, Projektleiter des Bauloses H53 Pfons-Brenner: „Tunnelbau bedeutet, jeden Tag aufs Neue mit Herausforderungen zu arbeiten. Das Gebirge hat uns in diesem Baulos immer wieder gefordert und vor unerwartete Aufgaben gestellt. Mein besonderer Dank gilt unserem gesamten Team, der bauausführenden ARGE H53 (PORR und Marti) und der örtlichen Bauaufsicht für ihren großen Einsatz.“
www.bbt-se.com
Seit Jahrzehnten verlässlicher Partner für Bindemittel und Zement im Spezialtiefbau
www.dyckerhoff.com/spezialtiefbau
26_80_491_Anzeige_Dyckenhoff Bindemittel_A5quer_V1.indd 1
11.08.26 15:07
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
GEO5: Vom 3D-Baugrundmodell zur geotechnischen Bemessung
Bild 1 Räumliches Untergrundmodell einer U-Bahn-Station in GEO5 Strati graphie.
Durchgängige Daten, nachvollziehbare Berechnungen und über 30 spezialisierte Programme für Geologie und Geotechnik. Geotechnische Planung beginnt lange vor dem ersten Nachweis. Bohrungen, Feldversuche, Gelände, Grundwasserstände und Schichtgrenzen müssen zusammengeführt, fachlich interpretiert und für die weitere Planung verfügbar gemacht werden. Gleichzeitig sollen Berechnungsmodelle nachvollziehbar bleiben, Varianten effizient untersucht und Ergebnisse verständlich dokumentiert
werden. GEO5 verbindet diese Schritte – von der Baugrunderkundung über das geologische Modell bis zur analytischen oder numerischen Bemessung.
Von Erkundungsdaten zum 3D-Modell Das zentrale Werkzeug für den geologischen Workflow ist GEO5 Stratigraphie. Daten aus Bohrungen und Feldversuchen können eingelesen und gemeinsam mit Karten, Geländedaten und weiteren Projektinformationen bearbeitet werden. Daraus entstehen 2DProfile und 3D-Untergrundmodelle, die auch komplexe Schichtverläufe, Erosionen oder Störungen abbilden. Geologische Schnitte und Bodenprofile lassen sich anschließend in geeignete GEO5-Berechnungsprogramme übergeben. Für die Zusammenarbeit stehen unter anderem IFC-, LandXML-, DWG- und DXF-Schnittstellen zur Verfügung. Das gezeigte Projektbeispiel einer U-Bahn-Station macht diesen Ansatz sichtbar: Gelände, Erkundungsdaten, Schichtgrenzen und Bauwerk werden zunächst in einem räumlichen Untergrundmodell zusammengeführt. Daraus wird ein für die Berechnung relevanter Querschnitt abgeleitet. So bleibt der Zusammenhang zwischen Baugrunderkundung, Modellannahmen und geotechnischem Nachweis erhalten – auch wenn neue Daten hinzukommen oder Varianten untersucht werden.
Analytisch und numerisch bemessen Für komplexe Aufgaben bietet GEO5 FEM eine leistungsfähige Finite-Elemente-Lösung. Baugruben, Tunnel, Böschungen, Setzungen sowie Spund- und Schlitzwände können mit unterschiedlichen Bodenmodellen und Konstruktionselementen untersucht werden. Der Bauablauf wird über Bauphasen abgebildet; je nach Aufgabe lassen sich Verschiebungen, Spannungen, innere Kräfte und plastische Zonen auswerten. Erweiterungsmodule ergänzen unter anderem Tunnelvortriebs-, Grundwasserströmungs-, Konsolidierungsund Erdbebenanalysen.
GEO5
A18
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
Nicht jede Fragestellung erfordert ein umfangreiches numerisches Modell. Deshalb umfasst GEO5 mehr als 30 spezialisierte Programme für klassische Aufgaben des Grundbaus und der Geotechnik – etwa für Fundamente, Pfähle, Stützbauwerke, Verbaukonst-
39. Baugrundtagung 2026
(Grafiken: Fine – Civil Engineering Software)
ANZEIGE
ruktionen und Böschungsstabilität. Analytische Verfahren und FEM können innerhalb derselben Programmfamilie eingesetzt und miteinander verglichen werden. Die einheitliche Bedienlogik verkürzt die Einarbeitung und erleichtert den Wechsel zwischen den Programmen. Im Projektalltag unterstützt GEO5 einen konsistenten digitalen Workflow: Daten können zwischen Programmen weitergegeben, Ausgabeberichte individuell zusammengestellt und in PDF oder Microsoft Word exportiert werden. Die Bemessung nach Eurocodes und nationalen Anhängen unterstützt nationale wie internationale Projekte. Flexible Cloud-Lizen-
Bild 2 Numerische Untersuchung eines ausgewählten Querschnitts in GEO5 FEM.
zen erleichtern die Nutzung an unterschiedlichen Arbeitsplätzen und in Projektteams. GEO5 schafft damit eine gemeinsame Arbeitsumgebung für Geologen und Geotechniker: Erkundungsdaten werden zu einem nachvollziehbaren Baugrundmodell, daraus entstehen belastbare Berechnungsmodelle und am Ende prüfbare Ergebnisse. Das reduziert Medienbrüche, spart Zeit bei Varianten und verbindet geologische Interpretation mit geotechnischer Bemessung.
Mehr erfahren und GEO5 kostenlos testen: www.finesoftware.de
Mehr Infos hier
TRM PFAHLSYSTEME Einfach. Sicher. Schnell. www.trm.at
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A19
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
IDAT-Software-Komplettlösung für den Erd- und Grundbau Die IDAT GmbH mit Sitz in Darmstadt ist ein spezialisierter deutscher Softwareanbieter mit über 40 Jahren Erfahrung in der Bauwirtschaft. Unsere Lösungen im Bereich Erd- und Grundbau unterstützen Sie im gesamten Arbeitsablauf – von der Erfassung der Bohrungen über die Auswertung der Laborversuche bis zur geo technischen Bemessung.
– die Darstellung von Bohrprofilen und Erstellung von Schichtenverzeichnissen (WinBohr) sowie Auswertung von Pumpver suchen – die Auswertung von geotechnischen Laborversuchen (IDATLab) und – komplexe erdstatische Berechnungen (WinGeo). Die Programme werden bei einer Vielzahl von Kunden wie Großfirmen, mittleren und kleinen Ingenieurbüros, Universitäten sowie Bundes- und Landesämtern eingesetzt. IDAT geht auf die Wünsche der einzelnen Kunden ein und setzt deren Anforderungen zum Vorteil aller Anwender um. Es können z. B. bei einigen Labor-Programmen Messdaten in verschiedenen kundenspezifischen Formaten eingelesen und automatisch verarbeitet werden, teilweise mit Zusatzangaben wie Probenoder Projektdaten. Erweiterungen für weitere Messgeräte und Labor-Programme sind jederzeit individuell möglich. Neben den standardmäßigen Export-Varianten bei den Labor- Programmen, wie verschiedene Bildformate (z. B. BMP, JPEG, PNG oder DXF), Excel- und PDF-Export gibt es bei einigen IDATLab-Programmen in Kürze die Möglichkeit, die eingegebenen Versuchsdaten und Auswertungen im SoilRep-Format zu exportieren. SoilRep (Soil Repository) ist eine digitale Plattform für geotechnische Daten, die von der Bundesanstalt für Wasserbau entwickelt wurde. Die Programme der WinBohr-Familie dienen der grafischen und tabellarischen Dokumentation von Bodenaufschlüssen gem. den Vorgaben der aktuellen DIN, ISO und EN. In WinBohr stehen folgende Zeichenelemente, je nach individueller Konfiguration, zur Verfügung: – Bohrsäule – GWM, Brunnenausbau – Erdwärmesonde + tabellarische Ausgabe der Entzugsleistung – Rammsondierung – Drucksondierung – Bohrlogging – Standard-Penetration-Test – Flügelsondierung – Pumpversuch Die einzelnen Zeichenelemente können mit Hilfe der umfangreichen Ausgabemöglichkeiten einzeln oder z. B. mit dem optionalen Längsschnittmodul in maßstäblicher Darstellung ausgegeben werden. Zur besseren Visualisierung können die Schnitte mit frei positionierbaren Bildern in den Formaten BMP, JPG und TIF ergänzt werden. Das Zeichenelement Bohrsäule besitzt als „Highlight“ die Eigenschaft der Darstellung als Schrägbohrung, wobei die Teufenanga-
A20
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
(Quelle: IDAT)
Unsere Produktfamilie umfasst:
Exportmöglichkeiten bei WinBohr
ben als Schrägentfernung zum Ursprung oder als tatsächliche Teufen ausgegeben werden können. Durch die Eingabe eines horizontalen Winkels bei orientierten Bohrungen werden die Bohrungen bei der Projizierung auf eine Schnittebene winkelgerecht ausgegeben. Die Darstellung kann durch umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten auch bzgl. der Sprachausgabe den individuellen Wünschen angepasst werden. Für die Weiterverarbeitung der grafischen Aufschlussdaten in Fremdprogrammen können die Zeichnungen aus WinBohr im DXF-Format exportiert werden. Für den Datenaustausch ist WinBohr in der Lage, die Aufschlussdaten im SEP1- und SEP3-Format zu exportieren und zu importieren. Des Weiteren beherrscht WinBohr auch den Export in das BML-Format speziell für das Bayerisch Landesamt für Umwelt. Das Programm WinSchi ist ergänzend dazu in der Lage, ausgewählte Aufschlussdaten zu exportieren in: – Probenetiketten – Excel-Kurz-Format (Schichtansprache, Lagedaten) – Excel-Lang-Format (Schichtansprache erweitert, Lagedaten und Proben) – Excel-Format für den Import in Civil3d – CSV-Format für den Import in Civil3d – CSV-Format für den Import in ProVICad Dabei besteht die Auswahlmöglichkeit, nur Daten aus einer Projektdatei zu exportieren oder die Daten aus beliebig vielen Projektdateien zusammenzufassen.
Ausblick In Kürze werden für die WinGeo- und IDATLab-Programme statt des bisher verwendeten Software-Schutzes mit USB-Dongle eine Lizensierung über Codemeter möglich sein. Besuchen Sie uns auf der Baugrundtagung im Congress Center Leipzig, Stand D18.
Weitere Informationen und kostenlose Demoversionen unter www.idat.de
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Horizontalbohrtechnik: Strabag übernimmt Spezialisten aus Thüringen
H&E Bohrtechnik verfügt über sieben moderne Horizontalbohrspülanlagen sowie langjährige Erfahrung in anspruchsvollen Bohrund Tiefbauprojekten. Die von H&E seit 2005 eingesetzte Horizontalbohrtechnik ermöglicht die grabenlose Verlegung von Leitungen, ohne Verkehrswege oder sensible Naturflächen großflächig zu beeinträchtigen. Daher spart sie Ressourcen, reduziert Eingriffe in bestehende Infrastrukturen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Einsatz ökologischer Bauverfahren. Mit der Übernahme erweitert die Strabag AG gezielt ihr Portfolio und stärkt ihre Fähigkeit, komplexe Infrastrukturprojekte künftig noch stärker aus eigener Kraft umzusetzen. Die Übernahme unterstreicht unser strategisches Ziel, die Zukunft des Bauens voranzutreiben – ökologisch und innovativ. Wir freuen uns sehr, die Kolleginnen und Kollegen von H&E Bohrtechnik nun bei uns willkommen heißen zu dürfen und durch sie unsere Kom petenzen im Horizontalspülbohren ausbauen zu können“, verdeutlicht Christoph Krieg, Kaufmännischer Direktionsleiter Sachsen/ Thüringen der Strabag AG aus.
(Foto: Strabag AG)
Die Strabag AG stärkt ihre Kompetenzen in der Horizontalbohrtechnik und übernimmt die H&E Bohrtechnik GmbH mit Sitz in Stadtroda (Thüringen). Die Akquisition stellt einen bedeutenden Zugewinn an technischer Kompetenz und Innovationskraft im Bereich der gesteuerten Horizontalbohrtechnik dar – einem Verfahren, das im modernen Leitungs und Tiefbau zunehmend an Bedeutung gewinnt. Alle 33 Mitarbeiter:innen werden übernommen und in die Direktion Sachsen/Thüringen integriert. Die laufenden Projekte werden ohne Unterbrechung fortgeführt.
Strabag hat seine Kompetenzen in der Horizontalbohrtechnik verstärkt.
„Mit Strabag haben wir einen starken und verlässlichen Partner gefunden, der die Kompetenz und das Entwicklungspotenzial von H&E Bohrtechnik schätzt und weiter ausbauen wird. Für unser Team eröffnet sich damit eine hervorragende langfristige Perspektive. Wir sind überzeugt, dass H&E bei Strabag in besten Händen ist“, sagt Thomas Heidler, Geschäftsführer H&E Bohrtechnik GmbH. Der Standort Stadtroda wird gezielt erweitert und zu einem Kompetenzzentrum für Horizontalbohrtechnik von Strabag in Deutschland weiterentwickelt. So stellt sich die Strabag AG für kommende Infrastruktur und Energienetzprojekte noch breiter auf. Zudem werden miterworbene Patente weiterentwickelt und in den kommenden Jahren zur Ausführungsreife gebracht. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. www.strabag.com
■ Baugrundverbesserungen ■ Gründungen ■ Bohrpfahlwände
■ Gründungsberatung
JACBO Pfahlgründungen GmbH
05923 - 96970
Wir stehen seit über 25 Jahren für schnelle und erschütterungsfreie Bohrpfahlgründungen und Baugrundverbesserungen. Unsere Verfahren reichen von Schneckenbohrpfählen mit Durchmessern von 0,30 - 1,20 Meter bis hin zu Baugrundverbesserungen mit Teil- und Vollverdrängern. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!
AUGSBURG ■ KÖLN ■ SCHÜTTORF ■ SCHWERIN
JACOB_181x128mm_4c
W W W.JACB O. D E
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A21
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
(Fotos: Köster GmbH)
Neubau in Jena: Anspruchsvolle Gründungsarbeiten im Überschwemmungsgebiet der Saale
Bild 1
Die besondere Konstruktion des Gebäudes berücksichtigt die Lage im Hochwasserbereich der Saale: Durch die Aufständerung bleibt die Fläche unterhalb des ersten Nutzgeschosses im Überflutungsfall frei durchströmbar und bietet gleichzeitig Platz für überdachte Stellflächen.
Köster hat für den Stammkunden Attica PM GmbH ein modernes Self-Storage-Center der Marke „storemore“ in Jena fertiggestellt. Das Projekt in der Göschwitzer Straße ist bereits das dritte Bauvorhaben, das im Rahmen einer Partnerschaftsvereinbarung realisiert wurde. Trotz anspruchsvoller Gründungsarbeiten im Überschwemmungsgebiet der Saale wurde der Neubau nach nur 12 Monaten Bauzeit schlüsselfertig übergeben. Das viergeschossige Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 8.000 m² bietet auf rund 7.500 m² Nutzfläche Platz für hunderte einzeln vermietbare Lagerabteile. Ein kleiner Büro- und Shop bereich im Erdgeschoss dient als zentrale Anlaufstelle. Der Zugang zu den Boxen ist für Mieter per App rund um die Uhr möglich. Bei dem Projekt handelt es sich um das zweite von vier geplanten Bauvorhaben im Rahmen einer Partnerschaftsvereinbarung. Köster setzte bereits weitere Lager-Gebäude für die Attica PM GmbH in Leipzig und Dortmund um. Köster war bei diesem Projekt tief in den gesamten Prozess involviert. Auf Basis der Entwurfsplanung des Bauherrn erstellte die Köster-Planungsabteilung bereits frühzeitig vor Baubeginn die komplette Ausführungsplanung. Von den komplexen Gründungsarbeiten über den kompletten Rohbau bis zur Installation der Photovoltaikanlage und der Gestaltung der Außenanlagen lag die gesamte Umsetzung in der Hand von Köster als Generalübernehmer.
Bild 2
In nur 12 Monaten entstand in Jena ein modernes Self-Storage- Center der Marke „storemore“, trotz anspruchsvoller Gründungsarbeiten im Saale-Überschwemmungsgebiet.
Das gesamte Gebäude ist aufgeständert, sodass das Wasser unter dem ersten Nutzgeschoss ungehindert durchströmen kann. Das so entstandene, überdachte Erdgeschoss wird vom Betreiber als vermietbare Parkfläche genutzt. Die Gründung selbst erforderte spezielles Know-how. Aufgrund der geringen Tragfähigkeit kam eine Rüttelstopfverdichtung zum Einsatz. Dabei werden durch ein spezielles Bohrverfahren bis zu 7,5 Meter tiefe Betonsäulen ohne Bewehrung ins Erdreich eingebracht, um die Lasten sicher in tragfähige Schichten abzuleiten. Allein die Gründungsarbeiten nahmen zwei Monate in Anspruch. „Die Gründung im nicht tragfähigen Baugrund der Saale-Aue war eine der zentralen Herausforderungen. Gemeinsam mit dem Bauherrn und spezialisierten Nachunternehmern haben wir eine technisch und wirtschaftlich optimale Lösung mit dem CNC-Verfahren entwickelt.“ Andreas Hempel, Projektleiter, Köster GmbH Eine gute Lösung wurde auch für die Platzierung des Baukrans gefunden: Um auf der Baustelle Platz zu sparen, wurde der Kranmast passgenau in einem ohnehin geplanten Entrauchungsschacht im Inneren des Gebäudes positioniert und nach Abschluss der Rohbauarbeiten problemlos wieder demontiert.
Das nächste Projekt ist bereits geplant
Gründung mit Rüttelstopfverdichtung im Hochwassergebiet
Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde das Projekt im Juni 2025 mit einer Feier offiziell eröffnet. Die erfolgreiche Zusammenarbeit soll fortgesetzt werden: Ein weiteres Self Storage-Projekt in Berlin ist geplant.
Die größte Herausforderung des Projekts war die Lage im Überschwemmungsgebiet der nahen Saale. Um das Gebäude im Hochwasserfall zu schützen, wurde eine besondere Bauweise gewählt:
www.koester.de
A22
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Ressourceneffiziente Tiefgründung eines Brückenwiderlagers durch Pfähle mit Fußaufweitung Im Zuge des Neubaus einer Straßenüberführung über eine Bahnstrecke der Deutschen Bahn in Rees-Millingen (Nordrhein-Westfalen) wurde für die Gründung eines Brückenwiderlagers eine technisch und wirtschaftlich optimierte Tiefgründungslösung realisiert. Bauherr des Projektes ist Straßen.NRW.
ten die Ausführungszeit verkürzt und die CO₂-Emissionen deutlich reduziert werden.
Die Bauleistungen wurden durch die HEITKAMP Brückenbau GmbH als Generalunternehmer (GU) ausgeführt, die gleichzeitig Auftraggeber der Spezialtiefbauarbeiten war. Im Rahmen der Ausführungsplanung wurde die Gründung des Widerlagers in Achse 10 optimiert. Die geotechnische Betreuung dieser Gründungsoptimierung erfolgte durch das Ingenieurbüro ELE.
Das Bauvorhaben umfasst die Errichtung einer Straßenüberführung über eine Bahnstrecke der Deutschen Bahn im Bereich ReesMillingen. Für die Brücke sind massive Widerlager vorgesehen, deren Lasten dauerhaft und sicher in den Baugrund eingeleitet werden müssen.
Die Herstellung der Pfahlgründung erfolgte durch die Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG. Zum Einsatz kam ein patentiertes Pfahlsystem mit Fußaufweitung, das eine deutliche Optimierung der ursprünglich vorgesehenen Gründung ermöglichte. Die patentierten Pfähle mit Fußaufweitung zeichnen sich durch eine gezielte Vergrößerung der Pfahlsohle aus. Durch die ver größerte Aufstandsfläche wird die Endauflagertragfähigkeit des Pfahls signifikant erhöht. Hierdurch können die erforderliche Pfahllänge sowie die Anzahl der Pfähle reduziert und gleichzeitig der Materialeinsatz optimiert werden. Die Anwendung dieses Gründungssystems führte neben technischen und wirtschaftlichen Vorteilen zu erheblichen Einsparungen bei Beton, Bewehrungsstahl und Bodenaushub. Gleichzeitig konn-
Bauaufgabe
Aufgrund der Bauwerkslasten sowie der Baugrundverhältnisse wurde eine Tiefgründung mittels Großbohrpfählen vorgesehen.
Ursprüngliche Planung der Tiefgründung Die ursprüngliche Planung sah eine Pfahlgründung mit 22 Großbohrpfählen (D = 150 cm) vor. 8 Pfähle: Länge 20 m 14 Pfähle: Länge 36 m Die Herstellung der Pfähle mit einem Durchmesser von 150 cm hätte den Einsatz größer dimensionierter Bohrgeräte erfordert. Diese Geräte sind mit höherem logistischem Aufwand sowie längeren Herstellungszeiten pro Pfahl verbunden.
Gehry-Bauten im Medienhafen Düsseldorf
SIE STEHEN DRAUF. Gründungen von PAPROTH® – Ihr Partner für den Spezialtiefbau ■ Pfahlgründungen ■ Pfahlwände ■ Baugrubenumschließungen ■ Erdwärmebohrungen
■ Kampfmittelbohrungen ■ Baugrunduntersuchungen ■ Projektberatung
Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG · Diessemer Bruch 54 · 47805 Krefeld Tel. 02151 - 54 10 68 · Fax 02151 - 54 37 53 · www.paproth.eu
P D SIE STEHEN DRAUF.
Gründungen von PAPROTH®
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A23
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Optimierung durch Pfähle mit Fußverbreiterung
• •
Als alternative Lösung wurde das patentierte Pfahlsystem mit Fußaufweitung der Firma Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG eingesetzt.
bei ~ 1,5 cm Setzung im Gebrauchszustand V k = 13,56 MN
Der geringere Durchmesser ermöglichte den Einsatz eines kleineren Bohrgerätes und reduzierte damit den logistischen Aufwand sowie die Herstellungszeiten.
Durch die vergrößerte Pfahlsohle wird die Last über eine größere Fläche in den Baugrund eingeleitet. Dadurch kann die Tragfähigkeit des einzelnen Pfahls deutlich erhöht werden.
Einsparungen
Ausgeführte Lösung
Durch die optimierte Gründungslösung konnten folgende Einsparungen erzielt werden: – ca. 1.000 m3 Beton – ca. 1.000 m3 Bodenaushub/Entsorgung – erhebliche Mengen an Bewehrungsstahl – deutlich verkürzte Bauzeit – ca. 243 t CO₂
Vergleich ursprüngliche Planung – ausgeführte Lösung Parameter
Ursprüngliche Planung
Anzahl Pfähle
22
15
Durchmesser
150 cm
120 cm
(Quelle: Paproth)
Fußverbreiterung –
Die ausgeführte Gründung besteht aus 15 Bohrpfählen mit folgenden Parametern: – Pfahldurchmesser: 120 cm – Fußaufweitung: gemäß Firmenwerten Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG – Pfahllänge: 15 m – Pfahltragfähigkeit: Erfahrungswert des Herstellers bei Absetzen der Pfähle in mind. mitteldicht gelagerten, quartären Kiessanden: • qb,k = gemäß Firmenwerten • Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG
Ausgeführte Lösung
gemäß Firmenwerten Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG
Pfahllängen
20–36 m
15 m
Betonverbrauch
1.200 m3 theoretisch
270 m3 tatsächlich
Bodenaushub
1.200 m3
270 m3
CO₂-Emissionen
313 t
70 t
Fazit Das Projekt zeigt das Potenzial innovativer Pfahlsysteme im Spezialtiefbau. Durch den Einsatz der Pfähle mit Fußaufweitung konnte eine technisch sichere, wirtschaftliche und ressourcenschonende Gründung realisiert werden. Eugen Fartuch, Geschäftsführer Dr.-Ing. PAPROTH® GmbH & Co. KG www.paproth.eu
FALLSTUDIEN FACHVORTRÄGE AUSSTELLUNG ERFAHRUNGSAUSTAUSCH Hybrid-Tagung (Online Teilnahme möglich)
FORUM BAUGRUND UND WINDENERGIE
Baugrunderkundung, Baugrundverbesserung und Gründungen für Windenergieanlagen 27.–28. Oktober 2026, Essen / hdt+ www.hdt.de/VA26-01274 HDT (Haus der Technik e. V.) · Hollestr. 1 · 45127 Essen
HDT-2606-AZ-Forum-Baugrund-Windkraft_2026_181x63mm.indd 1
A24
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
25.06.26 11:16
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
(Grafik: DEGES – Bürgerveranstaltung Dez. 2024)
Tunnel Holstein bei Sontra: Wichtiger Meilenstein beim Ausbau der BAB 44
Bild 1
Übersicht DEGES-Projektabschnitt BAB 44
Der Tunnel Holstein ist ein zentrales Bauwerk im Zuge des Neubaus der Bundesautobahn A44 zwischen den Anschlussstellen SontraWest und SontraMitte. Mit einer Länge von rund 1.664 Metern zählt er zu den größeren Tunnelbauwerken des Projekts und ist Bestandteil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE) Nr. 15. Bauherr ist die DEGES – Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und bau GmbH. Der Tunnel wird mit zwei getrennten Röhren ausgeführt, jeweils eine pro Fahrtrichtung (Kassel und Eisenach). Jede Tunnelröhre erhält zwei 3,50 Meter breite Fahrstreifen und drei Pannenbuchten. Zur Gewährleistung der Tunnelsicherheit werden sieben Querschläge angeordnet, die beide Röhren untereinander verbinden. Die Bauausführung wurde im Frühjahr 2024 nach einer europaweiten Ausschreibung an eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) vergeben. Diese besteht aus BeMo Tunneling GmbH / Subterra GmbH für den Ingenieurbau sowie Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH / Stutz GmbH für die Erdbauarbeiten. Bei der Bauausführung kommt erstmals bei einem Tunnelprojekt Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz. Ende 2024 begannen die vorbereitenden Erdarbeiten, einschließlich umfangreicher Bodenverfestigungsmaßnahmen im Bereich der künftigen Tunnelportale. Dabei kam der Mischbinder VARILITH TF 1 (30 % Kalk / 70 % Zement) aus dem Dyckerhoff Werk Deuna zum Einsatz. Der offizielle Start der Tunnelarbeiten erfolgte schließlich am 20. März 2025 mit einer symbolischen Sprengung. Die geologischen Verhältnisse im Bereich des Tunnel Holstein gelten als anspruchsvoll. Neben festen Gesteinsschichten treten auch stark verwitterte und weiche Lagen auf, die zusätzliche Sicherungsmaßnahmen – etwa Rohrschirme – erforderlich machen. Insgesamt müssen rund 450.000 Tonnen Gestein ausgebrochen und abtransportiert werden. Für den bergmännischen Tunnelvortrieb sind trotz der schwierigen Bedingungen insgesamt 16 Monate veranschlagt, planmäßig wäre er also im August 2026 abgeschlossen. Für die Betonproduktion wurden zwei mobile TransportbetonMischanlagen der Firma BeMo Tunneling etwa 1 km südlich des Tunnelportals errichtet. Eine Anlage dient der Herstellung des Spritzbetons, die zweite ist für den Innenschalenbeton. Insgesamt werden auf der Baustelle rund 250.000 m³ Beton produziert, davon je 125.000 m³ Spritzbeton und 125.000 m³ Innenschalenbeton.
Einsatz lokaler Bindemittel von Dyckerhoff aus Deuna Der Spritzbeton der Festigkeitsklasse C 25/30 dient als 20 – 30 cm starke Sicherungsschicht zur Stabilisierung des Gebirges während
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A25
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
Kalksteinmehl Normal als inaktiver Zusatzstoff Die Tunnelsohle wird in Beton der Festigkeitsklasse C 30/37 her gestellt. Darauf folgt der Verkehrsflächenaufbau für die Belastungsklasse BK 100 (> 32 Millionen äquivalente 10tAchsübergänge) gemäß der Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO 12). Der Aufbau gliedert sich wie folgt:
(Foto: Dyckerhoff)
– 70 cm Frostschutzschicht, – 22 cm Asphalttragschicht, – 9 cm Asphaltbinderschicht sowie – 3 cm Gussasphaltdecke.
Bild 2
Der Tunnel Holstein ist ein zentrales Bauwerk im Zuge des Neubaus der Bundesautobahn A44. Die Verkehrsfreigabe ist für 2030 vor gesehen.
des Vortriebs und des Innenschalenbaus. Die Innenschalen werden in einer Stärke von 40 – 80 cm mit Beton der Festigkeitsklasse C 30/37 ausgeführt. Zwischen Spritzbeton und Innenschale wird eine durchgehende Abdichtung eingebaut, die während der gesamten Nutzungsdauer das Eindringen von Gebirgswasser verhindert. Bereits im Februar 2025 wurden auf der Baustelle umfassende Prüfungen und Mischversuche durchgeführt, um die optimale Rezeptur für den Spritzbeton zu bestimmen. Dabei zeigte sich, dass der Dyckerhoff Spritzzement PZ Dreifach SB (CEM I 52,5 R sb) aus dem Werk Deuna sehr gute Verarbeitungseigenschaften aufweist und mit den gängigen Beschleunigern hervorragend harmoniert – selbst bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. Für die unterschiedlichen Anwendungen liefert das Zementwerk Deuna folgende Produkte: – Spritzzement: Dyckerhoff PZ Dreifach SB – CEM I 52,5 R (sb) – Innenschalenzement: Dyckerhoff COMFORT Doppel – CEM II/A-S 42,5 R – Mischbinder VARILITH TF 1 – 30 % Kalk / 70 % Zement
Damit wird eine langlebige, belastbare Verkehrsfläche geschaffen.
Weitere umfangreiche Bauarbeiten geplant Neben dem Tunnel entstehen im Zuge dieses Bauabschnitts drei Brückenbauwerke und mehrere Stützbauwerke. Das Projekt umfasst weiterhin umfangreiche Erdarbeiten für die Anschlussbereiche der Autobahntrasse. Große Teile der Dammschüttungen und der Parkplatzanlagen an der Anschlussstelle SontraMitte werden dabei aus dem aufbereiteten Tunnelausbruchmaterial hergestellt. Die Rohbauarbeiten sind bis 2028 geplant. Anschließend folgt die betriebs- und verkehrstechnische Ausstattung, sodass die Verkehrsfreigabe für das Jahr 2030 vorgesehen ist. Im Rahmen des gesamten DEGES-Abschnitts der BAB 44 werden auf einer Länge von 29,4 Kilometern insgesamt sieben Tunnelbauwerke mit zusammen 5,8 Kilometern und 8 Talbrücken mit 2,5 Kilometern Gesamtlänge realisiert. Das Projekt schließt eine der letzten verbliebenen Lücken im deutschen Autobahnnetz zwischen der A7 bei Kassel und der A4 bei Wommen und stellt damit einen wichtigen Baustein der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ dar. Außerdem entlastet es das regionale Straßennetz mit den bestehenden Ortsdurchfahrten auf den Hauptverkehrsadern deutlich. Der Tunnel Boyneburg, ein Projekt, für das Dyckerhoff in den Jahren 2020/21 verschiedene Zemente und Betone sowie Bindemittel zur Bodenverbesserung geliefert hatte, gehört ebenfalls zu dieser Gesamtbaumaßnahme. www.dyckerhoff.com
Mit innovativen Lösungen für die Zukunft bauen Bauwerks- und Baugrubenabdichtung
Österreich, ÖBB Infra AG KW Tauernmoos Koaxialspaltinjektionen
London, HS2 Vereisung Querschläge
Injektionen im Tunnelbau Bodenverfestigung Hebungsinjektionen Spritzbetonarbeiten Bohrungen für Injektionen, Vereisungen und Anker Berlin, Elisbeth-Selbert-Haus Einbohrfähige Manschettenrohre
Kraftwerks- und Talsperreninjektionen
Polen, Lodz Injektionen Dichtblock
DMI Injektionstechnik GmbH, Warmensteinacher Str. 60, 12349 Berlin, Tel: +49 30 4174423-40 Fax: +49 30 4174423-44 E-Mail: info@d-m-i.net www.d-m-i.net DMI Spezialinjektionen Süd GmbH, Kaistener Str. 33, 97450 Arnstein, Tel: +49 9728 907026-0 Fax: +49 9728 907026-9 E-Mail: info.sued@d-m-i.net www.d-m-i.net
A26
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
39. Baugrundtagung 2026
ANZEIGE
(Foto: DB AG)
(Foto: Leonhard Weiss)
Bereichsübergreifendes Großprojekt beginnt: Startschuss für die Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke
Bild 1
Die rechte Rheinstrecke wird zwischen Juli und Dezember 2026 saniert.
Nach den Sanierungen der Riedbahn und des Korridors Hamburg– Berlin startet Leonhard Weiss mit der umfassenden Modernisierung der Bahnstrecke am rechten Rheinufer zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Die DB InfraGO bündelt alle geplanten Maßnahmen auf diesem hochbelasteten Korridor in einer fünfmonatigen Vollsperrung vom 10. Juli bis 12. Dezember 2026. Leonhard Weiss verantwortet im Rahmen der Korridorsanierung die Bauabschnitte 3 und 4, die sich von Lahnstein über Neuwied bis nach Unkel erstrecken. In diesen Abschnitten übernimmt das Bauunternehmen sämtliche Arbeiten zur Erneuerung der Gleisinfrastruktur, darunter den Austausch von insgesamt rund 11 Kilometern Gleis und 47 Weichen.
Bild 2
zeigt erneut, wie wir gemeinsam Großes bewegen“, sagt Marcus Herwarth, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Leonhard Weiss. Für die Zeit der Sperrung wird durch die DB InfraGO in Abstimmung mit den Aufgabenträgern und den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen ein leistungsfähiges Ersatzverkehrskonzept bereitgestellt. Die Modernisierung bringt spürbare Verbesserungen für Fahrgäste, Anwohnende und die Logistik entlang des Rheins.
www.leonhard-weiss.de
Darüber hinaus werden zwölf Verkehrsstationen modernisiert: dies umfasst den Abriss und Neubau, sowie die umfassende Sanierung und den barrierefreien Ausbau bestehender Bahnsteige. Ebenso werden zahlreiche Personenunterführungen und Aufzüge neu gebaut oder instandgesetzt. Auch mehrere Brücken und Stützwände entlang der Strecke werden erneuert oder saniert, sodass die Bauwerke künftig noch leistungsfähiger und sicherer sind. Ergänzt werden diese Arbeiten durch umfangreiche Kabeltiefbauarbeiten, die Erneuerung der Signaltechnik mit über 200 neuen Signalen und die Modernisierung der Oberleitungsanlagen. Diese Vielzahl an Leistungen wird im Schichtbetrieb rund um die Uhr erbracht und von einem bereichsübergreifenden, integrierten Projektteam koordiniert.
Nach den erfolgreichen Sanierungen der Riedbahn und des Korridors Hamburg-Berlin startet LEONHARD WEISS mit der Modernisierung der Abschnitte von Lahnstein über Neuwied bis nach Unkel.
Stellenangebot MEHR ALS ENERGIE AUSNUR DER KOHLE. REGION. Die MIBRAG GmbH (MIBRAG) mit Sitz in Zeitz (Sachsen-Anhalt) bei Leipzig steht mit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für verlässliche, vielseitige und verantwortungsvolle Energie aus der Region. MIBRAG befindet sich im Transformationsprozess vom Bergbauunternehmen zu einem modernen Energie- und Industriedienstleister und bringt sich mit Know-how und Projekten für eine zukunftsweisende Energiewende ein. Hierfür suchen wir zur Unterstützung einen:
Fachingenieur (m/w/d) - Bodenmechanik Wir bieten Ihnen:
Insgesamt sind rund 180 technisch und kaufmännische Angestellte und bis zu 500 gewerbliche Mitarbeiter aus den Bereichen Bahntechnik, Gleisbau, Ingenieurbau, Straßenbau, Bauwerksinstandsetzung und Projektmanagement Infrastrukturprojekte von Leonhard Weiss im Einsatz. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise und in enger Abstimmung mit der DB InfraGO sowie allen beteiligten Partnern. „Die rechte Rheinstrecke ist ein Rückgrat des deutschen Schienenverkehrs. Wir freuen uns, dass wir mit unserer bereichsübergreifenden Kompetenz und Erfahrung aus vergleichbaren Großprojekten den nächsten wichtigen Teil zur Sanierung des deutschen Schienennetzes beitragen. Besonders macht dieses Projekt, dass so viele Leonhard Weiss-Bereiche gemeinsam an einem Strang ziehen – das
unbefristetes Arbeitsverhältnis attraktive tarifliche Vergütung inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld eine 37-Stunden-Woche mit Jahresarbeitszeitkonto Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch einen flexiblen Arbeitszeitrahmen 30 Tage Erholungsurlaub im Jahr, zuzüglich sind der 24.12. und der 31.12. arbeitsfrei betriebliche Altersvorsorge sowie erhöhte Einzahlung in die Rentenkasse Gesundheitsprogramme (Gesundheitstage, Sportangebote, Fitnessraum) Entwicklungsmöglichkeiten durch weit gefächerte Weiterbildungsangebote .. und viele weitere Benefits auf: https://www.mibrag.de
Geotechnik 49 (2026), Heft 3
A27
Maik Schüßler, Karsten Beckhaus
EDITORIAL
Dialog Ein Editorial über die Macht der Sprache – im Vertrag, in der Normenwelt und vor allem auf der Baustelle. Über falsch verstandene Regeltreue und die große Chance, die im Dialog liegt. Geschrieben aus der gemeinsamen Perspektive eines Auftraggebers und eines Auftragnehmers. Entstanden mit sprachlicher Unterstützung durch künstliche Intelligenz und ausdrücklich ohne juristische Beratung. Die Basis für den Umgang in einem gemeinsamen Bauprojekt ist der Vertrag. Ein Bauvertrag – denn Vertrag kommt schließlich von vertragen – muss fair, ausgewogen und verständlich sein. Die beste Vereinbarung ist diejenige, die über die gesamte Projektdauer in der Schublade bleiben kann. Dafür muss das Vertragswerk sicherstellen, dass vor, während und nach der Ausführung ein Dialog auf Augenhöhe herrscht. Ziel ist immer das gemeinsame Verständnis des Vereinbarten.
Maik Schüßler
Wir alle wissen im Voraus, dass Unvorhergesehenes passieren wird. Spätestens jetzt führen unterschiedliche Interessen zu einem differenzierten Vertragsverständnis. Diesen Spielraum bietet selbst der beste Vertrag, da Klauseln meist nicht auf den unplanmäßigen Einzelfall ausgelegt sind. Je klarer und verständlicher jedoch die Vertragssprache ist, desto größer ist die Chance auf ein lösungsorientiertes Streitgespräch auf der Basis von Fakten und vereinbarter Risikoverteilung. In technischer Hinsicht sollte ein Vertrag Bezug auf relevante Normen und Regelwerke nehmen. Diese bilden die Grundlage für die Lösungsfindung bei technischen Abweichungen. Daher müssen auch Normen klar und verständlich sein. Zudem sind sie stets im zeitlichen Kontext ihres Erscheinens zu betrachten. Zu diesem Zeitpunkt bilden sie die regulär zu erwartenden Standards ab. Aufgrund des stetigen Fortschritts können Normen jedoch überholt sein und zur Norm abweichende Ausführungen müssen nicht zwingend mangelhaft sein. Karsten Beckhaus
In diesem Kontext ist positiv zu vermerken, dass der Begriff der allgemein anerkannten Regeln der Technik zunehmend aus den Bauordnungen der Länder entfernt wird. In gleicher Weise muss die Kopplung mit dem Mangelbegriff auch aus den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen der VOB/C verschwinden. Maßgebend sollte die absolute Erreichung der vereinbarten Ziele bzw. die nachgewiesene Gleichwertigkeit anderer Lösungen werden (analog zum vieldiskutierten „Gebäudetyp E“ im Hochbau), wobei selbstverständlich jederzeit auch eine anspruchsvollere Qualität oder besondere Toleranz vereinbart werden kann. Für einen gelingenden Dialog sind präzise Begriffsdefinitionen entscheidend. Bei der aktuellen Überarbeitung der Ausführungsnormen im Spezialtiefbau wurde besonderer Wert auf das Kapitel „Begriffe und Definitionen“ gelegt. Bestes Beispiel: „Grout“ ist nicht gleich „Grout“! Eine Suspension aus Wasser und Zement kann für Verpressanker oder Bohrpfähle völlig unterschiedliche Zwecke erfüllen. Das muss im Vorfeld klar definiert sein. Auch die Wasserdichtigkeit von Wänden erfordert im Spezialtiefbau eine eigene Definition, damit der Begriff „dicht“ die technisch zulässige Durchlässigkeit nicht überblendet. So darf selbst eine „Schlitzdichtwand“ nicht als absolut wasserdicht verstanden werden. Eine feuchte Wand kann ein Mangel sein, vielleicht ist sie aber auch nur ein sprachliches Missverständnis. Ebenso sollte ein gemeinsames Verständnis darüber existieren, dass der „Homogenbereich“ im Baugrund eine ausführungstechnisch relevante Homogenität voraussetzt – und keine rein geotechnische für die Bemessung. Daher fordern Ausführungsnormen spezifische Informationen, auch um Bauzeit oder Werkzeugverschleiß beurteilen zu können, etwa zur Abrasivität des Baugrunds oder dessen Neigung zum Verkleben. Wo Normen diesen Anspruch nicht erfüllen, können wissenschaftlich und praktisch fundierte Richtlinien die Lücke schließen.
226
gete70044.indd 226
© 2026 Ernst & Sohn GmbH. geotechnik 49 (2026), Heft 3
27/08/2026 07:47:49
Was macht ein gutes Regelwerk aus? Normen müssen nicht perfekt sein. Sie sollten jedoch so formuliert sein, dass Unklarheiten gar nicht erst auftreten. Das zuständige Technische Komitee für die – zukünftig – 14 europäischen Normen zur Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau hat eine eigene Arbeitsgruppe „Harmonisierung“ eingerichtet. Neben der Harmonisierung der Ausführungsnormen untereinander wird auf eine klare Abgrenzung zum relevanten Eurocode geachtet, ohne auf die ausführungsspezifisch planerischen Anforderungen zu verzichten. An die Regelsetzer geht der dringende Wunsch: Formale Vorgaben dürfen nicht über inhaltlicher Richtigkeit stehen. Gerade Übersetzungen gelingen selten Wort für Wort. Begriffe wie „grout“ erfordern je nach Kontext differenzierte deutsche Begriffe. Fachgremien brauchen das Vertrauen für konsensbasierte, klare Formulierungen. Mehr Mut zum sachlich Richtigen verhindert Missverständnisse. Ein Fokus auf ausgewogene Gremien und zielgerichteten Dialog erhöht die Chance auf gute Normen. Hauptziel bleibt es, Streit zu vermeiden. Auch die Rechtsprechung muss Parteien zum Dialog auf Basis von Standards bewegen. Und nutzen wir verständliche Richtlinien. Damit wir uns verstehen – Auftraggeber und Auftragnehmer im Guten. Maik Schüßler und Karsten Beckhaus
geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70044.indd 227
227
27/08/2026 07:47:49
Christian Moormann
VOM VORSITZENDEN
39. Baugrundtagung 2026 in Leipzig Liebe Mitglieder der DGGT, liebe Leserinnen und Leser der Zeitschrift geotechnik, die vorliegende Ausgabe 3/2026 der Zeitschrift geotechnik erscheint im Vorfeld der 39. Baugrundtagung 2026, die vom 23. bis 27. September 2026 in der Messe Leipzig stattfindet. Die im zweijährigen Turnus von der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT) initiierte und durch deren Fachsektion „Erd- und Grundbau“ gestaltete Baugrundtagung gehört mit zuletzt mehr als 1600 Teilnehmenden zu den führenden deutschsprachigen Fachtagungen des Bauwesens und ist ein exzellenter Branchentreff für die Geotechnik und weit darüber hinaus. In Kombination mit der begleitenden Fachausstellung bietet sie eine hervorragende Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen, jüngste Forschungsergebnisse und interessante Projekte beim Bauen in und mit Boden und Fels auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die 39. Baugrundtagung wird das gesamte Fachgebiet der Geotechnik mit allen seinen Facetten vertreten, was seinen Niederschlag auch in einem vielfältigen, gleichermaßen anwendungsorientierten wie wissenschaftlich anspruchsvollem Tagungsprogramm findet, bei dem folgende Themenschwerpunkte im Fokus stehen:
– – – – – – – – – – –
Forschung und Innovation, Tunnel- und unterirdische Bauten, Risikomanagement und Versicherung, Neue Formen der Vertragsgestaltung, Normung: Eurocodes und neue Entwicklungen, Regionale Projekte, Spezialtiefbau, Künstliche Intelligenz in der Geotechnik, Geotechnische Aspekte im Infrastrukturbau, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit in der Geotechnik, Bauen im Bestand.
Drei Themenschwerpunkte der kommenden Baugrundtagung möchte ich exemplarisch hervorheben: Der Umgang mit Unsicherheiten und Risiken ist eine allgegenwärtige Aufgabe im Bauingenieurwesen und insbesondere in der Geotechnik. Die wesentlichen Merkmale, die die Geotechnik vom Hochbau unterscheiden, sind der natürliche Ursprung des Baugrunds, die hohe Variabilität von Baugrundmodell und -kennwerten sowie oft der Mangel an ausreichenden Daten, um den Baugrund auf Basis stochastischer Methoden zu charakterisieren. Daher ist es insbesondere bei der Planung und Ausführung geotechnischer Bauwerke unerlässlich, Unsicherheiten und Risiken in allen Phasen der Planung zu berücksichtigen – von der Baugrunderkundung, den Feld- und Laborversuchen, der Festlegung von Baugrundmodellen und der Bewertung von Boden- und Felseigenschaften bis hin zur Berechnung unter Verwendung geeigneter empirischer, analytischer oder numerischer Modelle sowie der Ausführung und deren Überwachung. Die Motivation für die Entwicklung von Risikomanagement und Risikobewertung besteht in erster Linie darin, Gefahren für Menschen und Sachwerte zu vermeiden, aber zweifellos auch darin, die finanziellen und sozialen Folgen zu beseitigen, die ein Schadensfall mit sich bringen kann. Diesem Themenkreis widmet sich auf der Baugrundtagung in Leipzig der Schwerpunkt „Risikomanagement und Versicherung“, der neben fachtechnischen Entwicklungen u.a. zur Bewertung von Modellunsicherheiten auch versicherungstechnische Fragen behandeln wird. Die zweite Generation des Eurocode 7 „Geotechnical Design“ (EN 1997) ist nach einer knapp fünfzehnjährigen Entwicklungs- und Bearbeitungsphase im August 2024 mit den Teilen 1 und 2 sowie im April 2025 mit dem Teil 3 veröffentlicht worden. Diese zweite Generation wird das Vorgehen bei der Baugrunderkundung, der Bestimmung von geotechnischen Kennwerten und insbesondere bei der Bemessung von geotechnischen Bauwerken für die nächsten Jahrzehnte in Europa und damit auch in Deutschland prägen. Die aktuelle, seit 2004 in Anwendung befindliche erste Generation des Eurocode 7 hat mit der jetzt vorliegenden Nachfolgefassung eine grundlegende Überarbeitung und teilweise deutliche Ergänzungen erfahren. Der neue Teil 3 „Geotechnische Bauwerke“ der neuen Generation des EC 7 228
gete70048.indd 228
© 2026 Ernst & Sohn GmbH. geotechnik 49 (2026), Heft 3
27/08/2026 11:43:57
ist der maßgebende Part für den Entwurf und die Bemessung aller gängigen Formen geotechnischer Aufgaben und Strukturen: neben den im aktuellen Teil 1 enthaltenen Kapiteln zu Flach- und Tiefgründungen, zu Böschungen und Dämmen, zu Stützbauwerken und Verankerungen wurden zusätzliche Abschnitte z.B. zu Bewehrten Schüttkonstruktionen, Boden- und Felsvernagelungen und zu Baugrundverbesserungen ergänzt. Auf nationaler Ebene müssen alle drei Teile des neuen Eurocode 7 spätestens bis zum 30.09.2027 veröffentlicht werden und zugleich die aktuellen Fassungen zurückgezogen werden. Die bauaufsichtliche Einführung der neuen Generation des EC 7 wird im Anschluss erfolgen. Bis zur 39. Baugrundtagung werden die deutschen Spiegelausschüsse die Erarbeitung der Nationalen Anhänge zu der zweiten Generation des Eurocode 7 im Wesentlichen abgeschlossen haben. Aus diesem Anlass wird auf der Baugrundtagung die Struktur und Konzeption der zweiten Generation der Eurocodes vorgestellt werden und die Grundsätze der Bemessung von wesentlichen Anwendungen wie Flach- und Tiefgründungen, Stützbauwerken und Baugrundverbesserungsmaßnahmen aus erster Hand erläutert werden. Neben der Bemessungsnorm wird auch über die neue Generation der europäischen Ausführungsnormen am Beispiel der Pfahlnormen berichtet werden. Bestandteil des Tagungsprogramms ist – neben entsprechenden Vorträgen – eine Podiumsdiskussion zu dem hochaktuellen Themenschwerpunkt „Künstliche Intelligenz in der Geotechnik“. Es besteht kein Zweifel, dass in der Geotechnik, in der regelmäßig große Mengen an Geodaten, Baugrundinformationen, Herstelldaten und Messergebnissen auszuwerten und zu interpretieren sind, KI-gestützte Werkzeuge und Prozesse deutliche Fortschritte erwarten lassen und das große Potential erkennen lassen, KI, BIM und digitale Zwillinge miteinander in einem dynamischen digitalen Modell zu verknüpfen. Allerdings ergeben sich aus dem Umstand, dass geotechnische Daten oft unscharf und räumlich sehr heterogen sind, hierbei besondere Anforderungen. Vor diesem Hintergrund sollen die derzeit erkennbaren Auswirkungen und Potentiale, aber auch zukünftige Chancen und Risiken beim Einsatz von KI in der Geotechnik aus dem Blickwinkel von Lehre und Forschung, des Consultings und der Bauindustrie beleuchtet und unter Einbeziehung der Teilnehmenden diskutiert werden. Und die Baugrundtagung wartet mit einer weiteren Neuerung auf: Die bewährte Posterausstellung der Geotechnik-Institute und -Lehrstühle der deutschen Universitäten und Hochschulen zu ihren Forschungsvorhaben und Aktivitäten wird dieses Jahr erstmalig durch einen „Poster-Pitch“ im Rahmen der Hauptvortragsveranstaltung begleitet, bei der ausgewählte Poster von den jungen Forschenden im Sinne eines „Science Slams“ in Kurzvorträgen vorgestellt werden. In der anschließenden Kaffeepause stehen die Referenten und alle weiteren Posterverantwortlichen in der Posterausstellung zum Dialog zur Verfügung. Ich freue mich, wenn Sie dieses neue Live-Format nutzen, um den Dialog mit den jungen Forschenden zu intensivieren. Vielleicht ergeben sich auf diesem Wege ja auch neue Kooperationen zwischen Forschung und Ingenieurpraxis und so das Potential für weitere Innovationen. Hinweisen möchte ich schließlich auch auf die der Hauptvortragsveranstaltung vorgeschaltete Spezialsitzung „Forum für junge Geotechnik-Ingenieure und -Ingenieurinnen“, die jungen Nachwuchswissenschaftler/innen, Geotechnik-Ingenieur/innen und Ingenieurgeologen/innen die Gelegenheit bietet, ihre Forschungsergebnisse bzw. ihre Erfahrungen und Entwicklungen aus den ersten Jahren in der Ingenieurpraxis vor einem interessierten Fachpublikum zu präsentieren und so einen exzellenten Überblick über aktuelle Tendenzen in der Forschung, aber auch zum Berufseinstieg in Zeiten eines unverändert großen Nachwuchsmangels liefert. Die 39. Baugrundtagung findet ihren Abschluss mit einer Technischen Exkursion, die am Samstag, 26. September 2026, in den südlich von Leipzig liegenden Braunkohle-Großtagebau „Vereinigtes Schleenhain“ der MIBRAG GmbH führen wird. Im Zentrum der Exkursion steht die Besichtigung des aktiven Braunkohletagebaus mit einem Expeditionsfahrzeug sowie die Erörterung geotechnischer Fragestellungen im Zusammenhang mit dem laufenden Tagebau und der nachbergbaulichen Nutzung ehemaliger Tagebauflächen und Kippen. Freuen Sie sich also auf eine hochinteressante Baugrundtagung, viele inspirierende Vorträge und Eindrücke, anregende Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie auf das Networking mit Kolleginnen und Kollegen. Auf ein Wiedersehen in Leipzig und viele neue Kontakte freut sich Ihr Prof. Dr. Christian Moormann
geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70048.indd 229
229
27/08/2026 11:43:57
Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. (Hrsg.)
Empfehlungen des Arbeitskreises „Baugrunddynamik“
-
Boden-Bauwerk-Interaktion klar erklärt – verständlich, kompakt, auf dem neuesten Stand Praxis pur: direkte Anleitungen für Ingenieur aufgaben, sofort umsetzbares Know-how Anwendungs- und Berechnungsbeispiele mit Erläuterungen zu Kennwerten, Bodenverformung, Erschütterungen u.v.m.
Die „Empfehlungen des AK Baugrunddynamik“ erläutern die Wellenausbreitung im Untergrund, zeigen wie die Bodenkennwerte für dynamische Berechnungen ermittelt werden und behandeln dynamisch belastete Gründungen, bleibende Verformungen sowie Anforderungen des Erschütterungsschutzes.
3., erw. Auflage, 2026 · 272 Seiten 129 Abbildungen · 24 Tabellen Hardcover 978-3-433-03460-6
€ 89*
Leichter Einstieg und unverzichtbare Arbeitshilfe bei baugrunddynamischen Aufgaben
JETZT BESTELLEN www.ernst-und-sohn.de/3460
* Der €-Preis gilt ausschließlich für Deutschland. Inkl. MwSt.
1586.indd 11
01.07.2026 12:46:03
Aus dem Inhalt DGGT-Mitteilungen .............................................................................. 283 Junge DGGT .......................................................................................... 288 CBTR-Nachrichten .............................................................................. 289 Das aktuelle Urteil ............................................................................... 290 Termine .................................................................................................. 291
geotechnik Rubriken 3/26
D G G T- M I T T E I L U N G E N
39. Baugrundtagung 2026 Die 39. Baugrundtagung findet vom 23. bis 26. September 2026 in der Messe Leipzig statt. Anmeldungen sind weiterhin möglich unter: www.baugrundtagung.com. Hier fin den Sie auch das aktuelle Veranstaltungs und Vortragsprogramm. Erleben Sie, was der Nachwuchs der Bran che zu bieten hat und netzwerken Sie mit bekannten Gesichtern und neuen Kollegin nen und Kollegen aus dem Bereich Geo technik und darüber hinaus. Die Bau grundtagung ist dafür das Event des Jahres.
Forum für junge Geotechnik-Ingenieurinnen und -Ingenieure Den Auftakt der Veranstaltung bildet das „Forum für junge GeotechnikIngenieurin nen und Ingenieure“ am 23. Septem ber 2026 mit Forschungsergebnissen und Projekterfahrungen aus Wissenschaft und Praxis.
Im Anschluss an das Forum findet in der Innenstadt von Leipzig, im Gasthaus Barthels Hof (Hainstraße 1, 04109 Leipzig) am 23. September 2026 ab 18:30 Uhr die Informelle Zusammenkunft der jungen GeotechnikIngenieure und Ingenieurin nen statt.
Hauptvortragsveranstaltung Es erwartet Sie ein attraktives, gleicherma ßen praxisnahes wie wissenschaftliches Vortragsprogramm mit 35 Fachvorträgen zu den Themenschwerpunkten:
Im Rahmen der Baugrundtagung wird auch dieses Jahr der CarlRappertGrund baupreis verliehen werden. Der erste Preis träger, bzw. die erste Preisträgerin wird in einem Kurzvortrag das prämierte For schungsthema vorstellen.
– Spezialtiefbau – Tunnel und unterirdisches Bauen – Geotechnische Aspekte im Infrastruk turbau, – Risikomanagement und Versicherung – neue Formen der Vertragsgestaltung – Forschung und Innovation – Künstliche Intelligenz in der Geotechnik – Normung: Eurocodes und neue Ent wicklungen
Neu: Poster-Pitch und Poster-Ausstellung der Universitäten und Hochschulen In bewährter Form werden die Geotech nikInstitute und Lehrstühle der deut schen Universitäten und Hochschulen ihre Forschungsvorhaben und Aktivitäten im Rahmen einer PosterAusstellung präsen tieren. Diese wird im Foyer zwischen Vor tragssaal und Fachausstellung zu finden sein. Auf digitalen Screens im Catering Bereich der Fachausstellung werden die Poster zusätzlich präsentiert.
Das detaillierte Vortragsprogramm ist on line einsehbar. Am 25. September 2026, erwartet Sie im zweiten Vormittagsblock neben entspre
2026 wird diese Ausstellung erstmalig durch einen „PosterPitch“ im Rahmen der Hauptvortragsveranstaltung begleitet, bei der ausgewählte Poster von jungen For schenden im Sinne eines Science Slams in zweiminütigen Kurzvorträgen vorgestellt werden. In der anschließenden Kaffee pause stehen die Vortragenden und alle weiteren Verantwortlichen der Poster in der PosterAusstellung zum Dialog zur Verfügung. Das am Freitagvormittag statt findende neue LiveFormat soll dazu bei tragen, den Dialog zwischen Ingenieur praxis und Forschung zu intensivieren. (Quelle: Stadt Leipzig)
Die drei besten Vorträge des „Forums für junge GeotechnikIngenieure und Inge nieurinnen“ werden mit Preisen von insge samt 2.000 Euro prämiert. Der/die erste Preisträger/in wird darüber hinaus seinen/ ihren Vortrag am Folgetag in einer beson
chenden Vorträgen eine Podiumsdiskus sion zu dem hochaktuellen Themenschwer punkt „KI in der Geotechnik“. Die derzeit erkennbaren Auswirkungen und Poten ziale, aber auch zukünftige Chancen und Risiken sollen aus dem Blickwinkel der Lehre und Forschung, des Consulting und der Bauindustrie beleuchtet und unter Ein beziehung der Teilnehmenden diskutiert werden.
deren Session vor dem gesamten Plenum der Baugrundtagung vorstellen.
Programm Baugrundtagung und Stadtansicht von Leipzig
Begleitende Fachausstellung Die Vortragsveranstaltung wird am 24. und 25. September von einer großen Fachaus stellung begleitet, die sich direkt vor dem Vortragssaal befindet. Auf mehr als geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70050.indd 283
283
26/08/2026 14:55:45
RUBRIKEN 1.500 m² Ausstellungsfläche präsentieren sich Ingenieurbüros, Bauindustrie, Institu tionen und Produkthersteller und freuen sich auf den Dialog mit den Tagungsteil nehmenden.
DGGT-MITTEILUNGEN
6. Fachsektionstage Geotechnik 2027
Get-together in der Ausstellung Am Abend des 24. September findet das Get-together in der Fachausstellung statt, zu dem alle Teilnehmenden herzlich einge laden sind. Lassen Sie sich diese Gelegen heit zu einem intensiven Networking in entspannter Atmosphäre nicht entgehen. Das Get-together beginnt unmittelbar nach der DGGT-Mitgliederversammlung gegen 18:30 Uhr. Es werden Getränke und Fingerfood gereicht. Die Teilnahme ist in der Tagungsgebühr enthalten. Fachexkursion Den Abschluss der Baugrundtagung bildet eine Exkursion in den südlich von Leipzig liegenden Großtagebau „Vereinigtes Schleenhain“ der MIBRAG GmbH. In dem Tagebau werden von neun Tagbau großgeräten jährlich bis zu 10 Mio. Tonnen Rohbraunkohle gefördert, die Abraum menge beträgt bis zu 30 Mio. m³ Kubik meter pro Jahr. Im Zentrum der Exkursion steht die Besichtigung des aktiven Braun kohletagebaus mit einem Expeditionsfahr zeug sowie die Erörterung geotechnischer Fragestellungen im Zusammenhang mit dem laufenden Tagebau und der nachberg baulichen Nutzung ehemaliger Tagebauflä chen und Kippen. Vorgestellt und erörtert werden u.a. Fragen der geotechnischen Er kundung und Bewertung natürlicher und künstlich geschütteter Böden, aber auch Gründungsfragen (Windkraftanlagen auf Kippen) und das Zusammenspiel von auf gehendem Grundwasser und Geotechnik. Die Exkursion wird begleitet von Kolle gen der geotechnischen Abteilung der MIBRAG GmbH und der MIBRAG Consulting Services GmbH. Organisation Alle Infos zur Tagung finden Sie unter www.baugrundtagung.com. Mit der Durch führung und Organisation der 39. Bau grundtagung hat die DGGT die Kongress organisation convivus beauftragt. Bei Fra gen zur Registrierung wenden Sie sich bitte an die Kongressorganisation CONVIVUS unter 0911 39316-73 oder per E-Mail: oezasan@convivus.de. DGGT-Mitgliederversammlung Die ordentliche Mitgliederversammlung der DGGT findet im Rahmen der diesjäh rigen Baugrundtagung am 24. Septem ber 2026 um 17:00 Uhr im Plenum der Messe Leipzig statt. Die Einladung haben ordentliche Mitglieder der DGGT per E-Mail erhalten. 284
gete70050.indd 284
6. Bodenmechanik-Tagung – Numerische Methoden und Stoff modelle – Experimentelle Bodenmechanik – Probabilistik – Mehrskalenbetrachtungen (experimen tell und numerisch) – Thermo-hydro-mechanisch gekoppelte Prozesse – Bio-basierte bzw. -inspirierte Methoden in der Bodenmechanik 27. Symposium Felsmechanik und Tunnelbau – Verkehrsinfrastruktur – Energie – Bemessung und Numerik – Versuchstechnik und Monitoring – Digitalisierung
Die Deutsche Gesellschaft für Geotech nik e.V. und ihre Fachsektionen Boden mechanik, Felsmechanik, Ingenieurgeolo gie, Kunststoffe in der Geotechnik und Umweltgeotechnik haben mit den Vorbe reitungen für die 6. Fachsektionstage Geo technik – Interdisziplinäres Forum begon nen, die vom 21. bis 22. September 2027 in Baden-Baden stattfinden werden. Bestandteil der Veranstaltung sind folgen de Tagungen und Symposien unter einem gemeinsamen Dach: – 25. Tagung für Ingenieurgeologie, – 27. Symposium Felsmechanik und Tunnelbau, – 6. Bodenmechanik-Tagung, – 20. Informations- und Vortragstagung über Kunststoffe in der Geotechnik – – FS-KGEO 2025, – 12. Symposium Umweltgeotechnik. Jedes Symposium und jede der Tagungen wird jeweils als eigenständige, separate Vortragsveranstaltungen im Rahmen der Gesamtveranstaltung durchgeführt. Teil nehmende haben aber Zugang zu allen Vorträgen der einzelnen Tagungen und Symposien. Dadurch entsteht die perfekte Plattform zum fachlichen Austausch mit Fachleuten aus unterschiedlichen geotech nischen Disziplinen und die Gelegenheit zum fachsektionsübergreifenden Networ king. Die Fachsektionsleitungen laden zur Ein reichung von Abstracts ein. Noch bis zum 6. November 2026 können Beitragsanmel dungen zu folgenden Themenschwerpunk ten eingereicht werden:
25. Tagung für Ingenieurgeologie – Tunnelbau / Spezialtiefbau / Groß projekte – KI und BIM in der Ingenieurgeologie / Digitales Baugrundmodell – Oberflächennahe & Tiefe Geothermie – Hangbewegungen / Naturgefahren / Georisiken – Forum Junge Ingenieurgeologie (Vor tragende < 35 Jahre) 20. Informations- und Vortragstagung über Kunststoffe in der Geotechnik F -KGEO 2027 Fallbeispiele für den Einsatz von Geokunststoffen im Bereich: – Bewehrung, – Baugrundverbesserung und -ertüchti gung, – Abdichtung und Deponien, – Filtern, Trennen und Drainieren, – Wasserbau und Hochwasserschutz. Neues zur Bemessung und aus der Nor mung: – Neue Berechnungsansätze, – Neues zur Entwicklung des EC7, – Regelungen und Empfehlungen im Be reich der Geokunststoffe, – Vergleichsrechnungen und numerische Anwendungen. Nachhaltigkeit und Umweltaspekte beim Einsatz von Geokunststoffen: – Bauen mit Recyclingbaustoffen oder belasteten Materialien in Kombination mit Geokunststoffen – Rückbau und Recyclingfähigkeit – Öko- und CO2-Bilanz im Vergleich zu konventionellen Lösungen – Dauerhaftigkeit und Langzeitstabilität – Mikroplastik und Geokunststoffe Neue Produktentwicklungen und Ergeb nisse aus der Forschung: – Schadstoffrückhaltende Geokunststoffe, – Geokunststoffe mit Sensorausstattung, – Labor- und Feldversuche,
geotechnik 49 (2026), Heft 3
26/08/2026 14:55:45
RUBRIKEN – Interaktionsverhalten zwischen Geo kunststoff und Boden.
12. Symposium Umweltgeotechnik – Aktuelle Projekte der Umweltgeotech nik, – Mantelverordnung in der Praxis – Nachhaltigkeit in der Geotechnik: Neue CO2 und LCATools – Kreislaufwirtschaft im Erdbau: Boden aushub und mineralische Ersatzbaustoffe – Nachhaltiger Tunnelbau: Geothermi sche Nutzung, Wiederaufbereitung von Tunnelausbruchmaterial – Deponiebau und sanierung – PFAS in Boden und Grundwasser, neue Anforderungen, Bewertungen und Sanierungsstrategien – Altlastensanierung mit InsituTechnolo gien: Reaktionswände und Stabilisierung – Digitalisierung und KI in der Umwelt geotechnik (KIgestütztes Monitoring, Auswertung und Dokumentation von Messdaten
DGGT-MITTEILUNGEN
thoden nutzen können? Reichen Sie uns gerne Ihre Fragestellung für die Gruppen arbeit bis zum 30. Oktober 2026 ein. Ein kurzer Themenvorschlag reicht, wir kon taktieren Sie dann im Vorfeld des Work shops, der am 26. November von 12:00 bis 18:00 Uhr und am 27. November von 09:00 bis 15:30 Uhr stattfinden wird. Infos und Anmeldung unter www.dggt.de
Save-the-Date: Seminar Spezialtiefbau Am 12. Januar 2027 findet in Hamburg (Hamburg Marriott Hotel, ABCStraße 52) das 3. Seminar „Spezialtiefbau“ statt. Nach den Veranstaltungen in Essen und Leipzig ist der Veranstaltungsort des Seminars nun erstmals im Norden. Die bisherigen Ter mine waren sehr gut besucht. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Weitere Details zur Location und dem ausführlichen Pro gramm versenden wir per Newsletter der DGGTAkademie.
Gratulation an Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Dietmar Adam zur Wahl als Appointed Board Member der ISSMGE durch Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Moormann, Vorsitzender des Vorstandes der DGGT.
(Quelle: BAUER AG_K. Rysavy)
Alle Informationen finden Sie unter https:// www.fachsektionstagegeotechnik.com
DGGT Akademie
Baustelle Spezialtiefbau
4. Workshop des AK 2.15 „Zuverlässigkeitsbasierte Bemessung in der Geotechnik – Von der Theorie in die Praxis“ Am 26. und 27. November 2026 findet im Haus der Technik, Essen, der Workshop als praxisnaher Short Course statt. Teilneh menden wenden unter Anleitung selbst ständig zuverlässigkeitsbasierte Methoden mit Hilfe geeigneter Software an. Ziel ist es, theoretisches Wissen direkt auf ingeni eurpraktische Fragestellungen anzuwenden und das Nachweisformat im Vergleich zum Teilsicherheitskonzept besser verstehen und einordnen zu können.
Internationales 21. ICSMGE in Wien Vom 14. bis 19. Juni 2026 fand die 21. Inter national Conference on Soil Mechanics and Geotechnical Engineering in Wien un ter dem Motto “Geotechnical Challenges
in a Changing Environment” statt. Mit weit mehr als 2150 Teilnehmern aus aller Welt und Proceedings mit mehr als 1250 Papers war die Tagung außerordentlich erfolg reich. Erfreulich groß war auch die Beteili gung durch Mitglieder der DGGT an der Tagung, sei es durch die Tagungsteilnahme oder auch aktiv durch viele Vorträge und Posterbeiträge. Mit drei KeySpeakers, i.e. Prof. Roberto Cudmani, Prof. Christian Moormann und Dr. Karsten Beckhaus war die deutsche Geotechnik auch bei den PlenarSitzungen so sichtbar, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die TerzaghiOration, die Vorträge zum aktuellen Stand der Technik, Gastvorträge und die TCEhrenvorträge deckten ein be eindruckendes Spektrum an Themen ab und unterstreichen die entscheidende Rolle der Geotechnik bei der Bewältigung
Einführende Vorträge erläutern die Philo sophie und den theoretischen Hintergrund zuverlässigkeitsbasierter Methoden. An dem Beispiel einer einfach rückveranker ten, biegeweichen Verbauwand wird die Anwendung der MonteCarloSimulation (MCS) und der First Order Reliability Methode (FORM) als probabilistisches Verfahren vermittelt und der Bezug zu ei ner Bemessung nach dem bekannten Teilsi cherheitskonzept hergestellt. Sie haben ein Projekt und möchten wissen, wie Sie hier zuverlässigkeitsbasierte Me
Eröffnung der 21. ICSMGE durch Prof. Helmut F. Schweiger im Austrain Vienna Center
geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70050.indd 285
285
26/08/2026 14:55:45
RUBRIKEN
DGGT-MITTEILUNGEN
(Quelle: https://www.issmge.org)
der Herausforderungen des Klimawandels. Zum ersten Mal in dieser Konferenzreihe bot eine von der European Federation of Foundation Contractors (EFFC) organi sierte Plenarsitzung Vertretern der Indust rie die Gelegenheit, ihre Bemühungen zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks der Bauindustrie vorzustellen. Ein besonderer Dank gilt der Austrian Geotechnical Socie ty und in persona Herrn Prof. Helmut F. Schweiger mit seinem Team für die äußerst engagierte Vorbereitung und exzellente Durchführung dieser Konferenz. Die 22. International Conference on Soil Mechanics and Geotechnical Engineering wird vom 26. bis 29. November 2029 in Shanghai stattfinden.
Neuer Präsident der ISSMGE: Prof. Lyesse Laloui
Die Vizepräsidenten im Überblick: Africa: Engr. Sebastian Ozoamalu Asia: Dr Anil Joseph Australasia: Prof. Rolando Orense Europe: Prof. Loretta Batali North America: Prof. J. David Frost South America: Daniela Pollak Aguiló Appointed Board Member: Daniele Cazzuffi Appointed Board Member: Prof. Denis Kalumba Appointed Board Member: Prof. Dietmar Adam
286
gete70050.indd 286
Höchste Auszeichnung der ISSMGE: ILAM 2026 Die International Society for Soil Mecha nics and Geotechnical Engineering (ISSMGE) hat die Empfänger der „ISSMGE Lifetime Achievement Medal“ (ILAM) für das Jahr 2026 bekannt gege ben: Professor Samuel Ejezie (Nigeria), Professor Heinz Brandl (Österreich) und Professor Chun Fai Leung (Singapur). Die prestigeträchtige ILAM-Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die im Laufe ih rer Karriere herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Geotechnik geleistet ha ben, für ihr Lebenswerk. Die diesjährigen Preisträger wurden vom ISSMGE-Vor stand in einem zweistufigen Verfahren aus gewählt, dem eine strenge Prüfung durch das ISSMGE-Award-Komitee (AWAC) vorausging. Insgesamt wurden neun Kandi daten aus allen ISSMGE-Regionen nomi niert und auf der Grundlage strenger Kri terien bewertet, die Exzellenz und globale Wirkung widerspiegeln.
technical Engineers Conference (8iYGEC) statt. Die Deutsche Gesellschaft für Geo technik e.V. (DGGT) nominierte Claudia Bräunig (Technische Universität Dresden) und Johannes Stamm (Bergische Universi tät Wuppertal) als deutsche Vertreter für die Teilnahme an der Konferenz. Ziel der Veranstaltung war es, jungen Geotechnike rinnen und Geotechnikern aus den Mit gliedsgesellschaften der ISSMGE eine Plattform für den wissenschaftlichen Aus tausch und die internationale Vernetzung zu bieten. Eindrücke der beiden Nominierten: „Im Rahmen der Konferenz hatten wir die Gelegenheit, unsere Forschungsarbeiten ei nem internationalen Fachpublikum vorzu stellen und mit den anderen Teilnehmen
Den Statuten entsprechend wurden die Medaillen durch den Präsidenten oder den Vizepräsidenten der ISSMGE über reicht. Die DGGT gratuliert besonders herzlich seinem langjährigen Ehrenmitglied Herrn Professor Dipl.-Ing. Dr. techn. Dr.h.c.mult. Heinz Brandl, zu dieser beson deren Auszeichnung seines herausragenden Lebenswerks. Die ISSMGE Lifetime Achievement Medal wurde Herrn Prof. Brandl im Vorfeld der ICSMGE-Kon ferenz in Wien vom scheidenden ISSMGEPräsidenten Dr. Marc Ballouz persönlich überreicht.
8th International Young Geotechnical Engineers Conference (8iYGEC): Nachbericht Vom 11. bis 14. Juni 2026 fand in Graz (Ös terreich) die 8th International Young Geo
(Quelle: Claudia Bräunig und Johannes Stamm)
(Quelle : EPFL)
Neuer Präsident der ISSMGE Professor Lyesse Laloui wurde bei dem Council Meeting der Mitgliederverbände der ISSMGE in Wien zum neuen Präsiden ten der ISSMGE gewählt. Lyesse Laloui ist Professor an der École polytechnique fédé rale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz und leitet dort das Labor für Bodenmecha nik. Er wurde 1963 in Skikda, Algerien, ge boren, studierte Bauingenieurwesen in Al gier und promovierte an der École Centra le Paris. Seit 1994 ist er an der EPFL tätig. Die Wahlperiode dauert bis 2029. Die DGGT gratuliert Prof. Laloui zu seiner Wahl als ISSMGE-Präsident und wird ihn bei der seinen Aufgaben für unsere inter nationale Dachgesellschaft tatkräftig un terstützen.
Johannes Stamm und Claudia Bräunig
geotechnik 49 (2026), Heft 3
26/08/2026 14:55:46
RUBRIKEN den zu diskutieren. Ergänzt wurde das Pro gramm durch Keynote-Vorträge, die den fachlichen Austausch zu aktuellen Frage stellungen der Geotechnik bereicherten. Im Mittelpunkt der Konferenz stand insbe sondere der internationale Austausch mit jungen Geotechnikerinnen und Geotechni kern aus Forschung und Praxis. Die Ge spräche boten wertvolle Einblicke in unter schiedliche Forschungsschwerpunkte und Herangehensweisen und förderten den Aufbau eines internationalen Netzwerks. Abgerundet wurde die Konferenz durch den Besuch des neu eröffneten TerzaghiArchivs an der Technischen Universität Wien. Wir bedanken uns herzlich bei der DGGT für das entgegengebrachte Vertrauen, die Nominierung und die finanzielle Unterstüt zung, die unsere Teilnahme an dieser inter nationalen Nachwuchskonferenz ermög licht hat.“
Zwei neue Technical Committees der ISSMGE: Von der ISSMGE wurden zwei neue Tech nical Committees (TCs) gegründet: Neu: TC 223 Bio-Geotechnical Engineering: TC Chair: Gráinne El Mountassir, United Kingdom TC Vice-Chair: Julian Tao, United States TC Secretary: Rafaela Cardoso, Portugal Das TC 223 will biologische und bio- inspirierte Verfahren von der Forschung in praktisch einsetzbare, nachhaltige geotech nische Technologien und Bemessungs lösungen überführen. Der TC hat sich zunächst folgende vier Ar beitsschwerpunkte gesetzt: – Wissen und Praxis verbreiten: TC 223 möchte Forschungsergebnisse, Erfahrungen und Best Practices im Be reich der Biogeotechnik international zusammenführen und verbreiten. Dazu gehören beispielsweise: natürliche bzw. „lebende“ Böden mit Vegetation, Mik roorganismen oder Pilzen, Biocementa tion von Böden, Biopolymere und ande re biologische Produkte, bioinspirierte geotechnische Verfahren. – Richtlinien und technische Empfehlun gen entwickeln: Ein wichtiges Ziel ist es, aus der noch relativ jungen Forschungslandschaft verlässliche technische Leitlinien für die Anwendung zu entwickeln. Dazu gehö ren insbesondere geeignete Labor- und Feldversuche, Monitoring und Empfeh lungen für die Planung und Bemessung biologischer Bodenbehandlungen.
DGGT-MITTEILUNGEN
– Internationale Zusammenarbeit und Konferenzen fördern: TC 223 möchte Biogeotechnik stär ker in internationale und regionale Fachkonferenzen der ISSMGE inte grieren und eigene Workshops, Sympo sien und Fachveranstaltungen unter stützen. – Zusammenarbeit mit Industrie und an deren Fachbereichen: Ein zentrales Anliegen ist die Verbin dung von Wissenschaft und industrieller Anwendung. Das Komitee will Unter nehmen und andere relevante ISS MGE-Technical-Committees einbinden, damit neue biologische Verfahren tat sächlich in die geotechnische Praxis ge langen. Neu: TC 310 Space Geotechnics and Spaceborne Geo-sensing: TC Chair: Zili Li, Ireland TC Vice Chair: Pooneh Maghoul, Canada TC Secretary: Qi Zhao, Hong Kong TC 310 beschäftigt sich mit der Frage, wie geotechnische Methoden und Erkenntnisse für die Erforschung und Nutzung von Himmelskörpern eingesetzt werden kön nen – und umgekehrt, wie satellitenge stützte und weltraumgestützte Messverfah ren neue Möglichkeiten für die Geo technik auf der Erde eröffnen. Der Arbeitsschwerpunkt wurde wie folgt spezi fiziert: „Wie können wir Böden und Ober flächen außerhalb der Erde verstehen, cha rakterisieren und technisch nutzen – und wie können wir den Weltraum nutzen, um geotechnische Prozesse auf der Erde bes ser zu beobachten?“ Der TC 310 hat folgende Arbeits schwerpunkte definiert: 1. Geotechnik auf Mond, Mars und ande ren Himmelskörpern: Ein Kernbereich ist die Untersuchung der mechanischen und physikalischen Eigenschaften extraterrestrischer Bö den, insbesondere von Regolith. Dabei geht es beispielsweise um: – Festigkeit und Verformbarkeit von Mond- und Mars-Regolith, – Scherfestigkeit und Reibungsverhal ten, – Bodenverdichtung, – Eindringverhalten von Rädern, Boh rern und Werkzeugen, – Tragfähigkeit des Untergrunds, – Hang- und Böschungsstabilität, – Interaktion zwischen Fahrzeugen/ Bauwerken und extraterrestrischem Boden. Diese Aspekte sind entscheidend für zukünftige Mond- und Marsmissionen, insbesondere für Landefahrzeuge, Rover, Habitate und Infrastruktur.
2. Geotechnik für die zukünftige Nutzung des Weltraums: Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie man auf anderen Himmelskörpern Infrastruktur errichten und Ressourcen nutzen kann. Dazu gehören beispiels weise: – Landeflächen und Straßen für Rover, – Fundamente und Verankerungen, – unterirdische Habitate, – Tunnel bzw. Nutzung natürlicher Lavahöhlen, – Schutzstrukturen gegen Strahlung und Meteoriten, – Nutzung von lokal vorhandenem Regolith als Baumaterial, – In-situ Resource Utilization (ISRU). Damit wird klassische Geotechnik auf völlig neue Randbedingungen übertra gen: geringe Gravitation, Vakuum, ext reme Temperaturen und unbekannte Bodenverhältnisse. 3. Spaceborne Geo-sensing: Der zweite große Teil des Namens des TC 310 – „Spaceborne Geo-sensing“ – betrifft die Nutzung von Satelliten und anderen weltraumgestützten Sensoren zur Untersuchung der Erdoberfläche. Diesbezüglich sind insbesondere folgen de Themen relevant: – SAR / InSAR, – optische Satellitenbilder, – Radar- und Mikrowellensensorik, – LiDAR, – hyperspektrale Fernerkundung, – digitale Höhenmodelle, – satellitengestütztes Monitoring von Bodenbewegungen. Damit lassen sich beispielsweise Setzun gen, Hebungen, Hangbewegungen, Erd rutsche, Bodenverformungen und Ver änderungen der Erdoberfläche groß flächig erfassen. 4. Verbindung von Fernerkundung und klassischer Geotechnik: Besonders interessant ist die Kombina tion von Spaceborne Sensing und In- situ-Geotechnik, da sie neue Möglich keiten für großflächiges GeotechnikMonitoring und somit für Frühwarnsys teme und Naturgefahrenanalyse liefert. 5. Entwicklung neuer Methoden und Stan dards: Ein wichtiges langfristiges Ziel soll außerdem sein, Methoden aus der ter restrischen Geotechnik für extra terrestrische Anwendungen anzupassen. Nähere Informationen zu beiden Technical Committees finden sich unter: https://www.issmge.org/committees/techni cal-committees
geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70050.indd 287
287
26/08/2026 14:55:46
RUBRIKEN ISRM 2027
DGGT-MITTEILUNGEN / JUNGE DGGT
schafft, sodass eine breitere internationale Beteiligung möglich ist. Call for Abstracts: Einreichungen werden bis zum 30. November 2026 unter www.isrm2027.com erbeten.
Die 16. Internationale ISRM-Kongress on Rock Mechanics and Rock Engineering (ISRM 2027) findet vom 16. bis 23. Okto ber 2027 im COEX in Seoul, Korea, statt. Der Kongress steht unter dem Motto „Innovations in Rock Mechanics and Rock Engineering for a Sustainable Future,“ und soll als Plattform für den Gedankenaus tausch, die Förderung der Forschung und die Zusammenarbeit von Experten aus al ler Welt dienen. Die bisher gültige Länder quote für den ISRM 2027 wurde abge
10th Conference of the Croatian Geotechnical Society Die 10. Konferenz der Kroatischen Geo technischen Gesellschaft: Geotechnik in weichem Fels und heterogenen Felsmassen – eine ISRM-Spezialkonferenz – wird vom 12. bis 14. November 2026 in Split, Kroati en, stattfinden. Veranstaltungsort ist das Hotel Radisson Blu, Split. Die Konferenzthemen sind: – Ingenieurtechnisches Verhalten von weichem Fels und heterogenen Fels massen,
– Baugrunduntersuchung, Prüfung und ingenieurgeologische Modelle, – Analyse und numerische Modellierung in weichem Fels und komplexem Bau grund, – Böschungen, Baugruben und Gelände stabilität in weichem Fels und verwitter ten Felsmassen, – Unterirdische Bauwerke und Gründun gen in weichem Fels und schwierigen Baugrundverhältnissen, – Baupraxis, Überwachung, Risiko und Fallbeispiele (Case Histories). Weitere Informationen finden Sie unter https://www.hgd-cgs.hr/?lang=en Ihre Julia Große Siestrup und Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Moormann
JUNGE DGGT
Auch für die Zukunft wurden neue Ziele gesteckt. Der Fokus lag bisher stark auf der Förderung von Studierenden, künftig sol len auch Young Professionals stärker un terstützt werden. Die Stellenanzeigen auf der Website sollen neu aufgestellt werden, aufgeteilt in dauerhafte Initiativbewerbun gen und aktuelle, befristete Angebote mit Angaben zu Ort, Tätigkeitsbereich und Sprachniveau. Zusätzlich sollen lokale Netzwerktreffen zu greifbaren Themen entstehen, um den Austausch auch zwi schen den großen Treffen lebendig zu hal ten.
Präsenztreffen der Arbeitsgruppe Junge DGGT in Stuttgart Am 19. Juni 2026 kamen wir als Arbeits kreis Junge DGGT im Institut für Geo technik der Universität Stuttgart zur Prä senzsitzung zusammen. Als Studentin durf te ich live dabei sein, und ich möchte euch gerne mitnehmen, wie ich diesen Tag erlebt habe. Schon bei meiner Ankunft war klar, dass es ein besonderer Tag wird. Draußen kletterte das Thermometer in Stuttgart über 30 Grad, drinnen im Raum war die Stim mung mindestens genauso warm. Von 9 bis 18 Uhr wurde intensiv gearbeitet, diskutiert und gebrainstormt, von interna tionalen Netzwerken über Öffentlichkeits arbeit bis zu neuen Ideen für Young Pro fessionals. Auch für unser leibliches Wohl wurde bestens gesorgt. Mittags gab es eine gemeinsame Grillpause. Im Zentrum des Tages stand die Baugrund tagung 2026 in Leipzig. Wir wurden zu nächst zum aktuellen Stand der Verlosung abgeholt. Anschließend wurden in Klein gruppen die Tagungsformate weitergeplant, etwa das Quiz beim „Jungen Forum“ und die Messeführung samt Messe-Rallye für die Studierenden vor Ort.
288
gete70050.indd 288
AK Junge DGGT: Präsenztreffen am IGS in Stuttgart
Aber auch abseits der Baugrundtagung wurde viel angestoßen: Von internationa len Netzwerken, unter anderem dem J-YMA Symposium in Wien und der 8iYGEC bis zur Wiederbelebung des For mats „Junge Geotechniker*innen stellen sich vor“. Auch unser Social-Media-Auf tritt wurde unter die Lupe genommen. Den Instagram-Kanal der jDGGT gibt es seit rund anderthalb Jahren und er zählt mitt lerweile etwa 110 Followerinnen; unser LinkedIn-Account ist mit rund 1.000 Follo wer*innen bereits deutlich reichweitenstär ker. Um die Kanäle stärker miteinander zu verknüpfen, sollen unter anderem Link trees eingerichtet werden, über die man von Instagram und LinkedIn direkt zur Website findet.
Unternehmen sind herzlich eingeladen, uns ihre aktuellen Stellenangebote zu schicken. Wir freuen uns auf eure Angebote! Mail: junge-dggt@googlegroups.com Nach dem erfolgreichen Tag sind wir ge meinsam im Brauhaus essen gegangen. Zum Abschluss wurden wir auf eine Runde Eis eingeladen und haben den Abend mit einem kleinen Spaziergang ausklingen lassen.
Herzlichen Glückwunsch, Antonia Nitsch! Zum Schluss noch eine schöne Nachricht. Antonia Nitsch von der Ruhr-Universität Bochum hat ihre Dissertation erfolgreich abgeschlossen. Der gesamte Arbeitskreis gratuliert dir von Herzen, Antonia! Viele Grüße im Namen des AK Junge DGGT Elke Marie Zieme
geotechnik 49 (2026), Heft 3
26/08/2026 14:55:46
RUBRIKEN
CBTR-NACHRICHTEN
CBTR-NACHRICHTEN
Jubiläums-Veranstaltung des CBTR in Wiesbaden Führende Vertreter der Geotechnik und des Baurechts feierten am 18. und 19. Juni 2026 in Wiesbaden das Jubiläum des CBTR zum 25-jährigen Bestehen seit der Grün dung. Am „Rückblick-Abend“ zu Beginn der Tagung im wunderschönen Ambiente des französischen Lokals Chez Mamie lies Gründungspräsident Prof. Dr. Klaus Eng lert die Höhepunkte dieses Vierteljahrhun derts seit 2001 kurz und humorvoll Revue passieren. Dazu führte er nicht nur die bis herigen Städte im In- und Ausland auf, die jeweils den eindrücklichen Rahmen der Vorträge und Exkursionen bildeten, ange fangen vom Sitz des CBTR in Schroben hausen über Stuttgart, Tegernsee, Berlin, Hamburg, Dresden, Lübeck, Zürich, Mainz, Regensburg, Köln, Würzburg und Wien. Vielmehr betonte er die einmalige inter disziplinäre Verbundenheit der Vertreter aus Technik und Recht, die sich über die Jahre immer weiter verfestigt habe. Auch die Förderung junger Ingenieure und Juris ten bildete einen Teil der Arbeit des CBTR wie auch die Herausgabe maßgeblicher geotechnischer und baujuristischer Litera tur, u.a. das Handbuch Baugrund- und Tief baurecht, der Großkommentar zur VOB Teil C in den Verlagen C.H.Beck und DIN Media GmbH sowie die Mitwirkung bei der Verständlichmachung des gesamten Kampfmittelrechts. Mit großer Betroffen heit wurde aber auch des völlig unerwarte ten Todes des langjährigen Präsidenten Prof. Dr. Axel Wirth gedacht. Der Freitagvormittag bildete dann nach der Eröffnung durch Präsident Dr. Florian Englert den ersten Schwerpunkt der Ta gung – und das mit Referenten, die in Deutschland führend sind: Univ.-Prof. Dr.Ing. Rolf Katzenbach referierte über „Die große Bedeutung der Wechselwirkung zwi
Dr. Florian Englert
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach
Prof. Dr. Klaus Englert mit Frau Marianne
schen Geotechnik und Baugrund- und Tiefbaurecht anhand von Projektbeispielen aus Wiesbaden und Mainz“ in Co-Arbeit mit Dr.-Ing. Anke Werner der Ingenieurso zietät Prof. Dr. Katzenbach. Dabei zeigte der Vortragende anhand zahlreicher ein drücklicher Bilder nicht nur die Komplexi tät und Kompliziertheit der Probleme, die im Zusammenhang mit Arbeiten in, mit und auf Baugrund entstehen können, son dern gab auch fundierte Lösungswege so verständlich vor, dass auch die anwesenden Baujuristen mit einem großen Wissenszu gewinn an der Tagung teilnehmen konnten. Umgekehrt galt dies für die tiefbaurechtli chen Beiträge: Prof. Dr. Heiko Fuchs von der bekannten Baukanzlei Kapellmann und Partner, amtierender Präsident des Deutschen Baugerichtstages und Autor zahlreicher Kommentare und Lehrbücher, baute für alle Architekten, Tragwerkspla ner und Ingenieure eine nachvollziehbare Brücke zum schwierigen Thema „Bau grund und HOAI – Honorare unterhalb der Geländeoberkante“. Dazu leitete der mit führende Baujurist in Deutschland sei ne Erläuterungen exakt aus den Vorgaben der HOAI und des neuen Bauvertrags rechts von 2018 so eindrücklich ab, dass auch die Geotechniker im Saal das Zusam menspiel von Regelung und Bewertung verstehen konnten. Ein weiteres interdiszi plinäres Thema behandelte sodann Rechts anwalt Dr. Jörn Bosse aus Hamburg. Er zählt zu den Experten auch des Baugrund rechts, ausgewiesen durch eine dazu erfolg te Veröffentlichung. Deshalb wählte er das
Thema „Neues zum Baugrundrisiko“ – eine Materie also, die zum Kernbereich des CBTR seit der Gründung zählt. Mit span nenden Beispielen aus der nicht einheitli chen Rechtsprechung zog der Redner die Zuhörer in seinen Bann, zumal in Wechsel wirkung mit dem Vortrag des CBTR-Vize präsidenten Prof. Johannes Jochem zum Thema: „Rechtsaspekte zur Haverie von Bohrgeräten“. Traditionsgemäß ging es nach den Vorträgen auf ein extra gechar tertes Schiff. Dort wurde nicht nur der Mit tagsimbiss eingenommen, sondern insbe sondere eine geologische Einführung durch Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach zur Entstehung und Bedeutung des Rheingra bens mit den flankierenden Landschaften Taunus und Odenwald zwischen Wiesbaden-Biebrich und dem „Bingener Loch“ vorgenommen. Schließlich endete die Tagung am Freitagabend mit einem Festakt zur Verleihung des Internationen Tiefbaurechtspreises an Prof. Dr.-Ing. Ge org Heerten sowie an Prof. Stefan Leu pertz, den ehemaligen BGH-Richter und Präsidenten des Deutschen Baugerichts tags. Ein weiterer Höhepunkt war die Er nennung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Victor Rizkallah und von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach im Hinblick auf ihre Verdienste um die Entwicklung der Geotechnik sowie die Unterstützung des CBTR seit Anbeginn zu Ehrenmitgliedern des CBTR durch Präsident Dr. Florian Englert und Vizepräsident Prof. Johannes Jochem. Das Schlusswort sprach der 93-jährige Grand Senior der Geotechnik,
Univ.-Prof. Dr. Rolf Katzenbach
Dr. Jörn Bosse
Prof. Johannes Jochem
Prof. Dr. Heiko Fuchs
geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70050.indd 289
289
26/08/2026 14:55:47
RUBRIKEN Prof. Dr. Rizkallah: Er bedankte sich für die unglaublich bereichernde interdiszi plinäre Zeit, die das CBTR ihm ermög licht habe. Ganz besonders hob er dabei den „Gründer und Motor“ des CBTR, Prof. Dr. Klaus Englert, hervor, „ohne dessen Einsatz und Weitblick das CBTR wohl nicht entstanden und zu einer so be deutenden Vereinigung sich entwickelt“ hätte.
CBTR-NACHRICHTEN / § DAS AKTUELLE URTEIL §
Der Bericht zu den Verleihungen der Tief baurechtspreise an Prof. Dr. Georg Heer ten und Prof. Stefan Leupertz sowie der Ehrenmitgliedschaften an die Univ.-Profes soren Dr. Victor Rizkallah und Dr. Rolf Katzenbach erscheint in Heft 4 / 2026 der geotechnik.
Fragen zum CBTR: Julia Miller, Büroleiterin E-Mail: kontakt@cbtr.de; Tel.: +49 (0) 8252 909 742; www.cbtr.de
Kilian Seitle, LL.M. (Baurecht/Marburg) Geschäftsführer
§ DAS AKTUELLE URTEIL §
Leistung fehlt: Wieviel darf der Auftraggeber einbehalten? Die Ausführung der Bauleistungen ist ab geschlossen, die Baustelle geräumt, der Auftragnehmer möchte sein Geld haben. In manchen Fällen beginnt der Auftragge ber jetzt, die berühmte Drittelfinanzierung seines Bauvorhabens umzusetzen – 1/3 Eigenkapital, 1/3 Fremdkapital, 1/3 Mängelansprüche… Nicht selten behält der Auftraggeber von der Schlussrechnung des Bauunternehmens Geld ein, weil er be hauptet, dass er Mängelansprüche hat. Der Bauunternehmer wehrt sich dagegen, be kommt aber erst einmal sein Geld nicht. Das Oberlandesgericht Hamm hat sich in einem Urteil vom 13.03.2026 (12 U 138/25) mit der Frage des Mängeleinbehalts aus einandergesetzt: 1. Ein Anspruch auf Rechnungsberichtigung folgt jedenfalls in den Fällen, in denen eine Rechnung nach Auffassung beider Parteien korrekturbedürftig ist, als Nebenpflicht aus dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Vertrag, soweit der Besteller ein Interesse daran hat, die darin erfassten Leistungen steuerlich absetzen zu können.*) 2. Im Hinblick auf diesen Rechnungsberichtigungsanspruch kann der Besteller ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB geltend machen, das den gesamten Vergütungsanspruch des Werkunternehmers erfasst.*) Wie so oft, helfen die amtlichen Leitsätze aus dem Urteil nicht wirklich für die Praxis weiter. In den Entscheidungsgründen fin den sich dann allerdings entsprechende Hinweise, die für die Praxis wiederum durchaus brauchbar sind. Zunächst geht es um die Frage der Wirksamkeit der Abnah me. Der Auftraggeber hatte in der ersten Instanz vorgetragen, er könne sich nicht mehr erinnern, ob er eine Abnahme erklärt hat. Er hatte allerdings nachweislich das Abnahmeprotokoll unterschrieben. Das ist eine klare Abnahmeerklärung. Übrigens braucht es dazu nicht die Unterschrift des Auftragnehmers auf dem Abnahmeproto koll. Die Abnahme ist eine einseitige,
290
gete70050.indd 290
empfangsbedürftige Willenserklärung des Auftraggebers, die also in dem Augenblick wirksam wird, wenn sie dem Bauunterneh men zugeht. Darf ein Auftraggeber, wenn er Mängel be hauptet, einen Einbehalt von der Schluss rechnung vornehmen? In dem Fall ging es um die Spezialität, dass der Auftraggeber nicht einen Fehler in der Ausführung, son dern ein teilweises Fehlen der Ausführung gerügt hat. Der Auftragnehmer schuldete dem Beklagten unstreitig den hydrauli schen Abgleich der Heizungsanlage, für den im Rahmen des Festpreises ein Betrag in Höhe von 508,43 Euro brutto veran schlagt worden ist. Diese Leistung hat die Klägerin jedoch nicht erbracht. Damit, so das OLG, war die Werkleistung mangel haft, auch wenn die Leistung nicht fehler haft war, sondern fehlte. Der Auftraggeber hatte als Folge prompt die gesamte Schlussrechnung des Unter nehmers in Höhe von rund 11.000 Euro nicht bezahlt. Er war der Überzeugung, dass er einen Anspruch auf eine korrekte Rechnungslegung habe, in der die nicht ausgeführte Position nicht mehr auftaucht. Zurückbehalten kann der Beklagte laut OLG Hamm aber gemäß § 641 Abs. 3 BGB die Vergütung nur in Höhe des Doppelten der für die Mangelbeseitigung erforderli chen Kosten. Das ist keine bahnbrechende Erkenntnis – das steht so genau im Gesetz. Mangels anderer Anhaltspunkte war hier laut Gericht davon auszugehen, dass die Durchführung des hydraulischen Ab gleichs, also die Mangelbeseitigung, die da für veranschlagten Kosten in Höhe von 508,43 Euro brutto verursacht. Das Dop pelte hiervon sind 1.016,86 Euro. Der beklagte Auftraggeber habe sich inso weit auch jedenfalls konkludent auf ein Zurückbehaltungsrecht berufen, da er gel tend gemacht habe, dass aufgrund des feh lenden hydraulischen Abgleichs eine Ab nahme und damit eine Fälligkeit der Rech nung nicht gegeben sei. Auch wenn dies der Sache nach unzutreffend sei, weil die Abnahme tatsächlich erklärt worden sei,
habe er damit zu erkennen gegeben, dass er aufgrund des noch nicht erfolgten hy draulischen Abgleichs zur Zahlung der Rechnung nicht bereit war. Auf den Zeit punkt der Geltendmachung dieses Zurück behaltungsrechts kommt es demnach nicht an. Denn bei einem Zurückbehaltungs recht nach § 320 BGB verhindert laut OLG schon das Bestehen dieses Zurück behaltungsrechts den Eintritt des Verzugs des Auftraggebers mit der Zahlung der Vergütung für die Bauleistung, nicht erst seine Geltendmachung. Der restliche Be trag der Schlussrechnung war allerdings laut OLG Hamm zur Zahlung fällig.
Wann darf der Bauhandwerker eine Sicherung verlangen? Wann kann der Auftragnehmer die Arbei ten einstellen während der Ausführung? Diese Frage beschäftigt viele Baufirmen in der täglichen Praxis. Das Problem liegt im System: Der Bauvertrag ist ein Werkver trag. Der sieht grundsätzlich erst einmal eine theoretisch komplette Vorleistungs pflicht des Unternehmers vor. Erst wenn er den Erfolg erreicht hat – beim Bauvertrag ist das die Herstellung eines mangelfreien Bauwerks – hat er einen Anspruch auf Ver gütung für seine Leistungen. Aufgeweicht wird dieses System zu Gunsten der Baufir men zumindest durch das Recht des Auf tragnehmers, Abschlagszahlungen zu for dern. Während der Bauausführung kommt es nicht selten zu Situationen, in denen ein Bauunternehmen am liebsten den Hammer fallen lassen würde. Sei es, weil der Auftrag geber nicht zahlt auf eine Abschlagsrech nung, weil er eine Anordnung nicht erteilt, obwohl nach Ansicht des Bauunterneh mens eine geänderte oder zusätzliche Leis tung ansteht, oder weil der Auftragnehmer einen Nachtrag verweigert. Die VOB/B sieht zumindest eine Regelung vor, wonach der Bauunternehmer seine Leistung ein stellen darf, wenn der Auftraggeber eine fällige Zahlung nicht leistet. Allerdings schwingt hier das Risiko mit, dass die Zah
geotechnik 49 (2026), Heft 3
26/08/2026 14:55:47
RUBRIKEN lung in dieser Höhe möglicherweise gar nicht fällig war, weil der Bauunternehmer vielleicht zuviel abgerechnet hat. Verwei gert der Auftraggeber einen Nachtrag, ist die Lage aus Sicht der Baufirmen noch schwieriger: § 18 VOB/B sagt klar, dass we gen Streitigkeiten eine Arbeitseinstellung nicht zulässig ist. Die Rechtsprechung stützt das intensiv und gibt einem Auftraggeber sogar ein Kündigungsrecht, wenn ein Bau unternehmer die Leistung verweigert, weil der Bauherr einen Nachtrag nicht freigibt. Dabei gibt es durchaus ein Mittel, das un ter Umständen problemlos zu einem Leis tungsverweigerungsrecht oder sogar Kün digungsrecht des Auftragnehmers führt und das Baufirmen in der Praxis oft über sehen. Das ist die Bauhandwerkersiche rung nach § 650 f BGB (früher § 648 a BGB). So lautet Absatz 1 dieser Regelung: 1 Der Unternehmer kann vom Besteller Sicherheit für die auch in Zusatzaufträgen vereinbarte und noch nicht gezahlte Vergütung einschließlich dazugehöriger Nebenforderungen, die mit 10 Prozent des zu sichernden Vergütungsanspruchs anzusetzen sind, verlangen. 2 Satz 1 gilt in demselben Umfang auch für Ansprüche, die an die Stelle der Vergütung treten. 3 Der Anspruch des Unternehmers auf Sicherheit wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Besteller Erfüllung verlangen kann oder das Werk abgenommen hat. 4 Ansprüche, mit denen der Besteller gegen den Anspruch des Unternehmers auf Vergütung aufrechnen kann, bleiben bei der Berechnung der Vergütung unberücksichtigt, es sei denn, sie sind unstreitig oder rechtskräftig festgestellt. 5Die Sicherheit ist auch dann als ausreichend anzusehen, wenn sich der Sicherungsgeber das Recht vorbehält, sein Versprechen im Falle einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Bestellers mit
TERMINE / § DAS AKTUELLE URTEIL §
Wirkung für Vergütungsansprüche aus Bauleistungen zu widerrufen, die der Unternehmer bei Zugang der Widerrufserklärung noch nicht erbracht hat. Entscheidend ist die weitere Regelung in § 650 f Abs. 5 BGB:
langen muss daher nicht lediglich rechtsmissbräuchlich sein, vielmehr bedarf es für die Unwirksamkeit des Sicherungsverlangens eines offensichtlichen Rechtsmissbrauchs.*)
Das bedeutet, dass ein Bauunternehmer je derzeit die Möglichkeit hat, eine solche Absicherung zu verlangen – und die Kon sequenzen zu ziehen (Leistungsverweige rung oder Kündigung), sollte der Auftrag geber dieser Anforderung nicht fristgerecht nachkommen. Wichtig zu wissen ist noch, dass die Bauhandwerkersicherung nicht greift, wenn der Auftraggeber eine juristi sche Person des öffentlichen Rechts ist (also beispielsweise eine Stadt oder Ge meinde) oder ein Verbraucher und es sich um einen Verbraucherbauvertrag oder um einen Bauträgervertrag handelt. Ansonsten lässt auch die Rechtsprechung den Bauun ternehmen sehr viel Freiraum, wie ein ak tuelles Urteil des OLG Naumburg vom 08.09.2025 (12 U 26/25) zeigt:
In dem entschiedenen Fall hatte der Bau unternehmer eine Bauhandwerkersiche rung gefordert und den Vertrag gekündigt, nachdem der Auftraggeber diese nicht ge stellt hatte. Im nachfolgenden Prozess, mit dem der Bauunternehmer seinen Werk lohn eingeklagt hatte, verlangte er klage weise auch die Stellung einer Sicherheit nach § 650 f BGB. Der Auftraggeber wand te dagegen ein, dass es rechtsmissbräuch lich sei, wenn der Bauunternehmer nach der Kündigung noch eine solche Sicherheit verlange. Das allerdings sah das OLG Naumburg anders. Auch nach einer Kündi gung des Bauvertrags bestehe die Vergü tungsforderung weiterhin, und es sei nicht ersichtlich, warum der Auftragnehmer nicht eine Sicherheit dafür verlangen kön nen soll. Das OLG verwies auch auf die Rechtsprechung des BGH, der mehrfach klargestellt hatte, dass das Bestehen eines Anspruchs auf eine Sicherheit nach § 650 f BGB nicht davon abhängig sei, ob der Bauunternehmer mit diesem Anspruch möglicherweise noch andere Interessen verfolgt. Der Bauherr hatte im vorliegen den Fall moniert, dass die Baufirma die Bauhandwerkersicherheit nur gefordert habe, um sich eine Kündigungsmöglichkeit zu erkämpfen. Das hielt das OLG aller dings für legitim und hielt das Gericht nicht davon ab, den Anspruch nach § 650 f BGB trotzdem zu Gunsten der Baufirma durch zuwinken.
Eine ausnahmsweise Versagung der Rechte aus § 650f BGB kommt allenfalls in Fällen des groben Rechtsmissbrauchs nach § 242 BGB in Betracht. Das Sicherungsver-
RA Prof. Dr. jur. Günther Schalk schalk@topjus.de FA für Bau- und Architektenrecht TOPJUS Rechtsanwälte
Themen – Brenner Basistunnel: Bisherige Erfah rungen – Nachhaltigkeit in der Geotechnik? – Monitoring in Bau und Betrieb – Infrastruktur: Betreiben, Erhalten, Er neuern
Themen u. a. – Earthquake Engineering Geology – A prestigious project: the Einstein Tele scope – Prestigious Construction Projects and Technological Advances in China – Aggregates for Building the Future – Women in Engineering Geology – Young Engineering Geology group
1 Hat der Unternehmer dem Besteller erfolglos eine angemessene Frist zur Leistung der Sicherheit nach Absatz 1 bestimmt, so kann der Unternehmer die Leistung verweigern oder den Vertrag kündigen. 2 Kündigt er den Vertrag, ist der Unternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrages an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder böswillig zu erwerben unterlässt.
TERMINE
15. Österreichischer Tunneltag Salzburg, Österreich 7. Oktober 2026 Themen – Kraftwerksbau – Internationale Bauverträge – Internationale Großprojekte – Digitalisierung im Tunnelbau www.geomechanics-congress.com/de/ programm
www.geomechanics-congress.com/de/ programm
https://www.iaeg2026.org
75. Geomechanik Kolloquium
XV IAEG 2026 World Congress – Engineering Geology in a Rapidly Changing World
Salzburg, Österreich 8. und 9. Oktober 2026
Delf, Niederlande 30. Oktober bis 6. November 2026
2. Leipziger Geotechnik-Symposium Leipzig 12. und 13. November 2026
geotechnik 49 (2026), Heft 3
gete70050.indd 291
291
26/08/2026 14:55:47
RUBRIKEN Themen – Messen und Messverfahren in der Geo technik – Innovative Laborverfahren – Datenfusion und Echtzeitfähige Sys teme – Datengetriebene Methoden zur Bestim mung von repräsentativen Kennwerten – Automatische Protokollierung und Datenkontrolle – Algorithmen zur Parameterbestimmung und Auswertung tabellarischer, räumli cher und zeitlich verteilter Daten – Zuverlässigkeitsbasierte Bemessung – Räumliche Interpretation von Felddaten – Simulation, Surrogate Modelling und Inverse Modellierung – Integration und Nutzung des Building Information Modelling – Digitale Zwillinge und Structural Health Monitoring – Digitale Tools zur Datenverarbeitung und Prozessführung – Einsatz von Large Language Modells (LLM) zur Berichtlegung https://www.leigs2026.org
10. Conference of the Croatian Geotechnical Society Split, Kroatien 12. bis 14. November 2026 – Ingenieurtechnisches Verhalten von weichem Fels und heterogenen Fels massen, – Baugrunduntersuchung, Prüfung und ingenieurgeologische Modelle, – Analyse und numerische Modellierung in weichem Fels und komplexem Bau grund, – Böschungen, Baugruben und Gelände stabilität in weichem Fels und verwitter ten Felsmassen, – Unterirdische Bauwerke und Gründun gen in weichem Fels und schwierigen Baugrundverhältnissen, – Baupraxis, Überwachung, Risiko und Fallbeispiele (Case Histories). https://www.hgd-cgs.hr/?lang=en
55. Geomechanik-Kolloquium Freiberg 13. November 2026 https://tu-freiberg.de/55-geomechanik- kolloquium
292
gete70050.indd 292
TERMINE
Fachsektionstage Geotechnik 2027 Baden-Baden 21. und 22. September 2027 Symposien: 6. Bodenmechanik-Tagung – Numerische Methoden und Stoff modelle – Experimentelle Bodenmechanik – Probabilistik – Mehrskalenbetrachtungen (experimen tell und numerisch) – Thermo-hydro-mechanisch gekoppelte Prozesse – Bio-basierte bzw. -inspirierte Methoden in der Bodenmechanik 27. Symposium Felsmechanik und Tunnelbau – Verkehrsinfrastruktur – Energie – Bemessung und Numerik – Versuchstechnik und Monitoring – Digitalisierung 25. Tagung für Ingenieurgeologie – Tunnelbau / Spezialtiefbau / Großpro jekte – KI und BIM in der Ingenieurgeologie / Digitales Baugrundmodell – Oberflächennahe & Tiefe Geothermie – Hangbewegungen / Naturgefahren / Georisiken – Forum Junge Ingenieurgeologie (Vor tragende < 35 Jahre) 20. Informations- und Vortragstagung über Kunststoffe in der Geotechnik F -KGEO 2027 Fallbeispiele für den Einsatz von Geo kunststoffen im Bereich: – Bewehrung, – Baugrundverbesserung und -ertüchti gung, – Abdichtung und Deponien, – Filtern, Trennen und Drainieren, – Wasserbau und Hochwasserschutz. Neues zur Bemessung und aus der Nor mung: – Neue Berechnungsansätze, – Neues zur Entwicklung des EC7, – Regelungen und Empfehlungen im Be reich der Geokunststoffe, – Vergleichsrechnungen und numerische Anwendungen. Nachhaltigkeit und Umweltaspekte beim Einsatz von Geokunststoffen: – Bauen mit Recyclingbaustoffen oder belasteten Materialien in Kombination mit Geokunststoffen
– Rückbau und Recyclingfähigkeit – Öko- und CO2-Bilanz im Vergleich zu konventionellen Lösungen – Dauerhaftigkeit und Langzeitstabilität – Mikroplastik und Geokunststoffe Neue Produktentwicklungen und Ergeb nisse aus der Forschung: – Schadstoffrückhaltende Geokunst stoffe, – Geokunststoffe mit Sensorausstattung, – Labor- und Feldversuche, – Interaktionsverhalten zwischen Geo kunststoff und Boden. 12. Symposium Umweltgeotechnik – Aktuelle Projekte der Umweltgeotech nik, – Mantelverordnung in der Praxis – Nachhaltigkeit in der Geotechnik: Neue CO2- und LCA-Tools – Kreislaufwirtschaft im Erdbau: Boden aushub und mineralische Ersatzbau stoffe – Nachhaltiger Tunnelbau: Geothermi sche Nutzung, Wiederaufbereitung von Tunnelausbruchmaterial – Deponiebau und -sanierung – PFAS in Boden und Grundwasser, neue Anforderungen, Bewertungen und Sanierungsstrategien – Altlastensanierung mit In-situ-Techno logien: Reaktionswände und Stabilisie rung – Digitalisierung und KI in der Umwelt geotechnik https://www.fachsektionstage-geotechnik. com/
ISRM 2027 Seoul, Korea 16. bis 23. Oktober 2027 – Innovations in rock mechanics and rock engineering for a sustainable future www.isrm2027.com
10th International Congress on Environmental Geotechnics Kyoto, Japan 1. November 2027 https://10iceg.org/
geotechnik 49 (2026), Heft 3
26/08/2026 14:55:47
Jürgen Suda, Konrad Bergmeister, Bernhard Gems, Robert Hofmann, Johannes Hübl, Johannes Kammerlander, Markus Moser Florian Rudolf-Miklau, Alfred Strauss, Magdalena von der Thannen
Schutzbauwerke gegen Wildbachgefahren
Grundlagen, Entwurf und Bemessung, Beispiele Alle Grundlagen und Regeln der Wildbachverbauung kompakt in einem Standardwerk Praxisorientiert durch klare Systematik, Bautypenübersicht und ausgeführte Beispiele
2. Auflage
Schutzbauwerke gegen Wildbachgefahren Grundlagen, Entwurf und Bemessung, Beispiele
Unverzichtbare Planungshilfe für sichere, wirksame Schutzbauwerke in Risikogebieten
In diesem Buch werden die Grundlagen und Regeln für die Planung, Konstruktion, Bemessung und Errichtung von Schutzbauwerken der Wildbachverbauung zusammengefasst. Es enthält eine funktionale und konstruktive Systematik der wichtigsten Bautypen und ausgeführte Beispiele.
vorl. Abb.
-
Jürgen Suda Konrad Bergmeister Bernhard Gems Robert Hofmann Johannes Hübl
Johannes Kammerlander Markus Moser Florian Rudolf-Miklau Alfred Strauss Magdalena von der Thannen
3 / 2027 · ca. 800 Seiten ca. 400 Abbildungen · ca. 105 Tabellen Hardcover 978-3-433-03462-0
Einzigartig: die komplexen, multidisziplinären Grundlagen und der aktuelle Stand der Technik aus einer Hand
ca. € 109*
Bereits vorbestellbar.
JETZT BESTELLEN www.ernst-und-sohn.de/3462
* Der €-Preis gilt ausschließlich für Deutschland. Inkl. MwSt.
1590.indd 11
22.06.2026 15:31:20
Barbara Nilkens, Moritz Menge
Baukommunikation Praxiswissen für Planung, Besprechungen und gute Zusammenarbeit in Bauprojekten Direkt umsetzbare Handlungsanweisungen für die Kommunikation und Steuerung komplexer Bauprojekte Einzigartige Verbindung von Baupraxis und Kommunikation
Baukommunikation Praxiswissen für Planung, Besprechungen und gute Zusammenarbeit in Bauprojekten
Geeignet für Bauherren, Planer, Ingenieurbüros, Architekten und Ausführende – unabhängig von Erfahrungsstand und Rolle
In der Baubranche werden intensiv Wege gesucht, weniger zu streiten und mehr gemeinsam zu bauen. Dieses Buch gibt praxisnahe Handlungsanleitungen für die tägliche Kommunikation in Bauprojekten. Es hilft allen am Bau Beteiligten, miteinander zu arbeiten und Konflikte zu vermeiden.
Barbara Nilkens Moritz Menge
vorl. Abb.
-
11 / 2026 · ca. 224 Seiten · ca. 190 Abbildungen Hardcover 978-3-433-03500-9
ca. € 39,90*
Bereits vorbestellbar.
„Effiziente Kommunikation ist kein ,Soft Factor‘, sondern ein harter Erfolgsfaktor.“ Aus dem Geleitwort von Dr.-Ing. Joachim von Lukowicz, HOCHTIEF PPP Operations GmbH
JETZT BESTELLEN www.ernst-und-sohn.de/3500
* Der €-Preis gilt ausschließlich für Deutschland. Inkl. MwSt.
1591.indd 11
24.06.2026 11:16:00
Impressum „geotechnik“ – Fachzeitschrift für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau, Felsmechanik, Ingenieurgeologie, Geokunststoffe und Umweltgeotechnik. Organ: Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. (DGGT), Hollestr. 1 g, D-45127 Essen Tel.: (02 01) 78 27 23, Fax: (02 01) 78 27 43 service@dggt.de, www.dggt.de Herausgeber: Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Moormann, Universität Stuttgart, DGGT-Vorsitzender N. N., DGGT-Geschäftsführer Editorial Board: • Prof. Dr.-Ing. habil. Christos Vrettos, TU Kaiserslautern (Head of Editorial Board), vrettos@rhrk.uni-kl.de • Dr.-Ing. Karsten Beckhaus, Bauer Spezialtiefbau GmbH, Schrobenhausen, karsten.beckhaus@bauer.de • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Grabe, TU Hamburg-Harburg, grabe@tu-harburg.de • Prof. Dr.-Ing. habil. Achim Hettler, vormals TU Dortmund, achim.hettler@tu-dortmund.de • Prof. Dr.-Ing. Thomas Richter, GuD Consult GmbH, Berlin, richter@gudconsult.de
lassen. Aufsätze, die ganz oder teilweise an anderer Stelle bereits veröffentlicht worden sind, oder Referate über solche Aufsätze können mit Quellenangabe für den Abschnitt Berichte angenommen werden. Für das Verhältnis zwischen Verfasser und Redaktion oder Verlag und für die Abfassung von Aufsätzen sind die „Hinweise für Autoren“ maßgebend. Diese können beim Verlag angefordert oder aus dem Internet geladen werden. Die in der Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsanlagen, verwendbare Sprache übertragen werden. Auch die Rechte der Wiedergabe durch Vortrag, Funk oder Fernsehsendung bleiben vorbehalten. Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder Gebrauchsnamen, die in der Zeitschrift veröffent licht werden, sind nicht als frei im Sinne der Markenschutz- und Warenzeichen-Gesetze zu betrachten, auch wenn sie nicht eigens als geschützte Bezeichnungen gekennzeichnet sind. Manuskripte sind über das webbasierte Einreichungs- und Begutachtungssystem ScholarOneManuscripts einzureichen: www.ernst-und-sohn.de/gete/for_authors
Scientific Advisory Board: • Prof. Dr.-Ing. Martin Achmus (Universität Hannover) • Prof. Dr.-Ing. Conrad Boley (Universität der Bundeswehr München) • Prof. Dr.-Ing. habil. Ivo Herle (TU Dresden) • Dipl.-Ing. Karsten Lühmann (Implenia Spezialtiefbau GmbH, Hamburg) • Prof. Dr.-Ing. Antje Müller-Kirchenbauer (MKP Müller-Kirchenbauer Ingenieurgesellschaft mbH, Neustadt) • Dipl.-Ing. Thomas Nendza (ELE Beratende Ingenieure GmbH, Essen) • Dr.-Ing. Peter Ruland (Ramboll Deutschland GmbH, Hamburg) • Prof. Dr.-Ing. Joachim Stahlmann (TU Braunschweig) • Prof. Dr. habil. Kurosch Thuro (TU München) • Dr.-Ing. Lutz Vogt (Baugrund Dresden Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden) • Dr.-Ing. Thomas Voigt (Ed. Züblin AG, Stuttgart) • Prof. Dr.-Ing. Martin Ziegler (vormals RWTH Aachen University)
Aktuelle Bezugspreise Die Zeitschrift „geotechnik“ erscheint mit vier Ausgaben pro Jahr. Neben „geotechnik print“ steht „geotechnik online“ im PDF-Format über den Online-Dienst Wiley Online Library im Abonnement zur Verfügung.
Verlag: Ernst & Sohn GmbH Rotherstraße 21, D-10245 Berlin Tel.: +49 (0)30/47031-200 info@ernst-und-sohn.de, www.ernst-und-sohn.de
Studentenpreise, Staffelpreise, Mitgliederpreise und Preise in anderen Währungen auf Anfrage.
Amtsgericht Charlottenburg HRB 237294 B Geschäftsführung: Dr. Guido F. Herrmann, Franka Stürmer Steuernummer: 47020/34142, Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 813496225 Redaktion: Verantwortlich i.S.d § 7 Abs. 2, S. 1 Berliner Pressegesetz: Ernst & Sohn GmbH (Adresse s. oben) Dr.-Ing. Dirk Jesse Tel.: +49 (0)30/47031-275, dirk.jesse@wiley.com Giulia Fumagalli Tel.: +49 (0)30/47031-269, giulia.fumagalli@wiley.com Verantwortlicher Redakteur Produkte und Objekte: Fabian Hesse Ernst & Sohn GmbH (Adresse s. oben) presse@ernst-und-sohn.de Sandra Berhold Savage Types Media Goltzstraße 51, D-13587 Berlin Anzeigenleiterin: Sigrid Elgner Tel.: +49 (0)30/47031-254, sigrid.elgner@wiley.com Ernst & Sohn GmbH (Adresse s. oben) Verantwortliche i.S.d § 7 Abs. 2, S. 3 Berliner Pressegesetz
Jahresabonnement (print) 119 €
Jahresabonnement (print + online) 148 €
Persönliche Abonnements dürfen nicht an Bibliotheken verkauft oder als Bibliotheks-Exemplare benutzt werden. Das Abonnement gilt zunächst für ein Kalenderjahr. Es kann jederzeit mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf des Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. Ohne schriftliche Mitteilung verlängert sich das Abonnement um ein weiteres Kalenderjahr.
Die Preise sind gültig bis 31. August 2027. Alle Preise sind Nettopreise. Bei Änderung der Anschrift eines Abonnenten sendet die Post die Lie ferung nach und informiert den Verlag über die neue Anschrift. Wir weisen auf das dagegen bestehende Widerspruchsrecht hin. Wenn der Bezieher nicht innerhalb von 2 Monaten widersprochen hat, wird Einverständnis mit dieser Vorgehensweise vorausgesetzt. geotechnik, ISSN 0172-6145, is published quarterly. US mailing agent: SPP, PO Box 437, Emigsville, PA 17318. Periodicals postage paid at Emigsville PA. Postmaster: Send all address changes to geotechnik, John Wiley & Sons Inc., C/O The Sheridan Press, PO Box 465, Hanover, PA 17331.
Kunden-/Leserservice:
WILEY-VCH Kundenservice für Ernst & Sohn Boschstraße 12, D-69469 Weinheim Tel.: +49 (0)800 1800 536 (innerhalb Deutschlands) Tel.: +44 (0)1865476721 (außerhalb Deutschlands) Fax: +49 (0)6201 606184 cs-germany@wiley.com Schnelleinstieg: www.wileycustomerhelp.com Satz: Aptara, A-37, Sector-60, Noida, Uttar Pradesh - 201301, India Druck: Westermann Druck GmbH Georg-Westermann-Allee 66 D-38104 Braunschweig Gedruckt auf säurefreiem Papier. © 2026 Ernst & Sohn GmbH, 10245 Berlin
Mit der Annahme eines Manuskriptes erwirbt der Verlag Ernst & Sohn das ausschließliche Verlagsrecht. Grundsätzlich werden nur Arbeiten zur Veröffentlichung angenommen, deren Inhalt weder im In- noch im Ausland zuvor erschienen ist. Das Veröffentlichungsrecht für die zur Verfügung gestellten Bilder und Zeichnungen ist vom Verfasser einzu holen. Der Verfasser verpflichtet sich, seinen Aufsatz nicht ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlages Ernst & Sohn nachdrucken zu
Beilagenhinweis: Diese Ausgabe enthält folgende Beilage(n): VÖBU Vereinigung Österr. Bohr-, Brunnenbau- und Spezialtiefbauunternehmungen, A-1010 Wien; Ernst und Sohn GmbH, 10245 Berlin
geotechnik 49 (2026), Heft 3
GETE.INF.3-Impressum.indd 295
27/08/2026 11:30:01
Vorschau 4/26 Der Nachweis der Standsicherheit geotechnischer Bauwerke unter Grundwassereinfluss stellt insbesondere bei teilgesättigten Bodenverhältnissen eine anspruchsvolle Aufgabe der geotechnischen Bemessung dar. Im Beitrag von Jan Machaček, Herbert Walter, Eugen Perau, Johannes Otte, Oliver Reul wird die geohydromechanische Kopplung bei stationären und instationären Strömungsprozessen anhand zweier Anwendungsbeispiele untersucht: einer hinterfüllten Winkelstützwand mit Grundwasserumströmung (Bild oben) sowie einer Reservoirböschung unter schneller beziehungsweise langsamer Wasserspiegelabsenkung.
Jan Machaček, Herbert Walter, Eugen Perau, Johannes Otte, Oliver Reul Zum Einfluss der Teilsättigung in numerischen Stabilitäts analysen geotechnischer Bauwerke Philipp Stein Erfahrungswerte der Tragfähigkeit von Verpressankern und Mikropfählen in Geschiebemergel Duncan Nicholson, Fadi Haddad Anwendung der Beobachtungsmethode zur Bereitstellung wirtschaftlicher geotechnischer Lösungen während der Bauausführung Christoph Budach, Naima von Taschitzki, Danka Katrakova-Krüger, Peter Erdmann Ergebnisse des LCPC-Ringversuchs zur Ermittlung der Abrasivität von Lockergestein (Änderungen vorbehalten)
gete70045.indd 296
26/08/2026 15:09:25
© PORR
Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e. V.
Taschenbuch für den Tunnelbau 2027
-
Dokumentiert den aktuellen Stand der Technik im Tunnelbau Aktuelle Branchenthemen und innovative Lösungen für die Praxis Ausgewählte Fachbeiträge führender Expert:innen
Das Taschenbuch für den Tunnelbau ist das Kompendium des Tunnelbaus. Als praxisnaher Ratgeber für alle Beteiligten in Auftraggebung, Planung und Bauausführung greift es aktuelle Entwicklungen und Problemstellungen auf und zeigt innovative Lösungen. Die Beiträge in 2027 behandeln die Themen konventioneller bergmännischer Tunnelbau, maschineller Tunnelbau, Digitalisierung und Monitoring, Baustoffe und Bauteile, Tunnelbetrieb und Sicherheit, Forschung und Entwicklung und Nachhaltigkeit.
10 / 2026 · ca. 350 Seiten · ca. 150 Abbildungen Hardcover 978-3-433-03496-5
Zeigt die Ingenieurleistung hinter dem Tunnelbau – praxisnah, aktuell und fundiert.
ca. € 44,90*
Bereits vorbestellbar.
JETZT BESTELLEN www.ernst-und-sohn.de/3496
* Der €-Preis gilt ausschließlich für Deutschland. Inkl. MwSt.
31/08/26 8:29 PM
Theodoros Triantafyllidis
Practical guidance from design through to execution Quality assurance from the very start of the planning phase
Design and Construction of Diaphragm Walls and Cut-off Walls
Diaphragm walls and cut-off walls are widely used in ground engineering. The book provides practical guidance from design through to construction and cost control. It promotes mutual understanding among planners, contractors and clients, thereby contributing to quality assurance.
Theodoros Triantafyllidis
Design and Construction of Diaphragm Walls and Cut-off Walls
12 / 2026 · approx. 408 pages · approx. 300 · approx. 10 figures Softcover
Designing and constructing diaphragm walls and cut-off walls safely and cost-effectively
ORDER www.ernst-und-sohn.de/en/3481
* All book prices inclusive VAT.
GETE_49_3_cover.indd 1
978-3-433-03481-1 Available for pre-order.
approx. € 139*
49. Jahrgang 2026 Heft 3
Practical presentation of the fundamentals
Theodoros Triantafyllidis
-
geotechnik
Design and Construction of Diaphragm Walls and Cut-off Walls