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Deutsch–Evangelisch in Finnland Nachrichten der Deutschen Gemeinde

96. Jahrgang

Mai 2011

Nr. 5


GEISTLICHES WORT

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Monatsspruch für den Mai; Römer 15,13.

Liebe Leserin und lieber Leser! Hoffnungslos? Hoffnungslos zerstritten? Hoffnungslos krank? Hoffnungslos traurig? Sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen – so wie einst der Baron von Münchhausen – geht leider nicht. Hoffnungslosigkeit ist wie ein Sumpf, der einen in sich hineinzieht, herunterzieht. Da braucht man Hilfe von außen: Etwa einen Zuspruch, ein tröstendes, stärkendes Wort. Eine helfende Hand, die einen hochzieht, oder die einem beruhigend auf den Rücken gelegt wird. Oder einen, der sich einfach nur still zu einem setzt und da ist. Unser Monatsspruch für den Mai stammt aus einem Abschnitt des Römerbriefes, durch den Paulus einen Streit unter Gemeindegliedern schlichten möchte. Es geht darum, was erlaubt ist und was verboten ist. Es geht um Schwache und Starke im Glauben. Die Parteien stehen hart gegeneinander. Ein hoffnungsloser Sumpf. Da richtet Paulus den Blick der Kontrahenten auf Gott. Da lenkt er die Gedanken auf das Heilsame. Da zeigt er die Hand, die aus dem Schlammassel herauszieht. Das Reich Gottes ist nicht das, worüber ihr streitet, sagt er, sondern das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Frieden und Freude in dem Heiligen Geist (Römer 14,17). Endlich rückt einer die Dinge zurecht. Das, was ihr erlebt, worüber ihr streitet, worüber du trauerst, was dich niederdrückt, deine Not, das Leid in deiner Familie, Unfrieden in der Gemeinde, Umweltkatastrophen in Japan, Kriege in Nordafrika, was dich hoffnungslos macht, ..., das ist nicht das Reich Gottes. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Frieden und Freude. Darauf sollst du schauen. Darauf darfst du hoffen! Weil es kommt. Hoffnung verändert nicht die Situation – aber den Menschen. Wie ein Kind am Vorabend seines Geburtstages vor freudiger Aufregung „hüpft und zappelig ist“ – dies die mögliche Herkunft des Wortes „hoffen“ (schwedisch: hoppas) – versetzt uns die Hoffnung auf Gott in einen leichteren, wenn nicht einen fröhlichen Zustand. Hoffnung erfüllt mit innerem Frieden, mit innerer Ruhe und Freiheit, und mit einer tiefen, manchmal auch ausgelassenen Freude. Ostern besiegte Gott nicht allein den Tod, sondern auch alle Hoffnungslosigkeit. Und Gott, der eine unerschöpfliche Quelle der Hoffnung ist, lässt unsere Hoffnung immer reicher werden durch die Kraft des Heiligen Geistes. Und wo mehr Hoffnung ist, da ist mehr Freude! Am Ende seines Briefabschnitts wird Paulus nicht moralisch und sagt: „vertragt euch mal wieder“; er versucht nicht zu ermutigen: „Kopf hoch, das Leben geht weiter“; auch verurteilt er nicht: „da seht ihr, was ihr davon habt“. Sondern mit dem Blick allein auf das Heilsame schließt er mit einem Gebet, einem Zuspruch, voll Vertrauen darauf, dass wachsen wird, was Gott in uns anstößt: Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Mit herzlichen Grüßen Ihr und Euer

Hans–Martin Röker

ABKÜNDIGUNGEN AUS DEN KIRCHENBÜCHERN

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Taufen Luukas Matti Arved Jokinen, am 2.4.2011. Meeri Aurora Levo, am 3.4.2011. Trauungen Ludwig Hans Kraus, Deutsche Gemeinde, und Alexandra Kraus, geb. Tsaplina.

Beerdigungen Hans Heinz Hollo, geboren am 21.11.1937 in Helsinki (Helsingfors), gestorben am 3.3.2011 in Helsinki (Helsingfors). Pentti Vainikkala, geboren am 26.8.1931 in Helsinki (Helsingfors), gestorben am 4.4.2011 in Helsinki (Helsingfors). Deutsch–Evangelisch im Mai 2011


AKTUELLES

Diakonievorstand

Kylvetään tulevaisuutta Heinolan tilalla, 22. toukokuuta 2011 – ter Der Hof Heinola lädt zur Teilnahme an der internationalen Aktion „Zukunft säen!“ ein. Der Termin ist Sonntag, der 22.5.2011 um 14:30 Uhr, der Ausweichtermin bei schlechtem Wetter der 12.6.2011. Die Felder liegen zwischen Järvenpää und Mäntsälä unmittelbar an der alten Staatstrasse nach Lahti, Eteläinen pikatie 540, 04480 Haarajoki. Der Hof stellt einen saatfertigen Acker von 20 – 30 Ar zur Verfügung. Als Saatgut werden wenn möglich Sorten aus biologischer Züchtung verwendet. Der Hof pflegt die Kultur bis zur Ernte und organisiert, sofern möglich, eine separate Ernte. Der Hof mobilisiert aus seinem Umkreis ca. 100 SäerInnen. Der Hof versucht eine Person des öffentlichen Lebens zur aktiven Teilnahme zu verpflichten. Vor dem Säen wird eine einführende und erklärende Ansprache gehalten. Zukunft säen! erfolgt mit allen SäerInnen gemeinsam und gleichzeitig. Im Anschluss werden Kaffee und Pulla angeboten und es besteht die Möglichkeit, den Hof kennenzulernen. Weitere Auskünfte geben in finnisch Kirsi Keltti, Telefon 040– 547568, oder E–Mail kkeltti@gmail. com, und in deutsch Niklas Wawrzyniak, Telefon 044–9648795, E–Mail niklas-bela@gmx.de. Weitere Informationen zur internationalen Aktvion „Zukunft Säen“ im Internet unter http://08.avenirsem.ch/index. php?article_id=258&clang=0 Winfried Schäfer

Titelbild: Stefanie Voß und die Kinder des Kindergartens.

Richard Altemeier Anna–Maria Mende Elisabeth Morand–Löfving Katja Röker (Vorsitz) Tuulikki Schreiber Karin Sentzke Traute Stude Peter Wagner Britta Zillikens Almut Zobel–Lahtinen

DSWH Geschäftsleitung Katja Röker Marjatta Kiljunen–Schugk Katharina von Fircks Eila Javanainen Carola Lindroos Tuulikki Schreiber (Vorsitz) Timo Sentzke

Ein Fehler im letzten Gemeindeblatt … Wir haben übersehen, dass auch Alexander Sannemann in den DSWH Fond gewählt worden ist, und bitten höflichst, diesen Lapsus zu entschuldigen.

Die Deutsche Evangelisch–Lutherische Gemeinde in Finnland sucht zum 1. Juli 2011 einen

Küster / Hausmeister Profil – umsichtige Ausführung des Küsterdienstes in der Deutschen Kirche Helsinki zu allen anfallenden geistlichen Anlässen und zu den besonderen Veranstaltungen der Deutschen Gemeinde – sachgemäße Wartung und Reparatur der Gebäudetechnik in der Deutschen Kirche und in den angrenzenden Gebäuden in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachfirmen – freundlicher Ansprechpartner für Tauf–, Trau– und Traueranfragen in deutscher, schwedischer und finnischer Sprache – zuverlässige Organisation der Reinigung der Deutschen Kirche, der angrenzenden Gebäude und des Geländes – verantwortungsvolle Verwaltung der Immobilien und Mietwohnungen der Deutschen Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Finanzausschuss – grundsätzliche Bereitschaft zu einer flexiblen Arbeitszeit an Abenden und an Wochenenden, zur Zusammenarbeit mit den anderen Mitarbeitern/ innen der Deutschen Gemeinde und ggf. die Betreuung von Zivildienstleistenden – eigenständige Organisation von Einkäufen für die Deutsche Gemeinde (Führerschein Klasse B vorteilhaft / ein Dienstwagen ist vorhanden) – Gehalt gemäß Angestelltentarif der EVL (501) – Mitgliedschaft in der Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland (wünschenswert) Bewerbung Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 16. Mai 2011 um 12 Uhr an die Verwaltung der Deutschen Gemeinde: Deutsche Evangelisch–Lutherische Gemeinde in Finnland Bernhardinkatu (Bernhardsgatan) 4 00130 Helsinki (Helsingfors) E–Mail: dg.sekretariat@evl.fi Telefonische Rückfragen richten Sie gegebenenfalls bitte an Personalverwalter Ensio Erä–Esko, Telefon (09) 6869 8515.

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Die Konfirmanden 2011 stellen sich vor Auf dieser Doppelseite stellen sich die aktuellen Konfirmandinnen und Konfirmanden vor. Ihre Konfirmation feiern wir am 5. Juni in einem Festgottesdienst in der Deutschen Kirche in Helsinki. Vorher fahren sie vom 20. bis zum 25. Mai zusammen mit den Isoset und Hauptpastor Erik Panzig auf die von allen schon sehnsüchtig erwartete Konfirmandenfreizeit nach Janakkala. Ich heisse Aleksander von Renteln und bin 14 Jahre alt. Ich wohne seit über zehn Jahren in Finnland. Mein Hobby ist Tennis. Ich gehe an die Schwedische Schule. Ich heisse Emma Rantanen und ich bin 14 Jahre alt. Ich bin in London geboren und habe danach in Muenchen fuer ungefähr 7 Jahre gewohnt. Jetzt wohne ich mit meiner Mutter in Helsinki und gehe in die Deutsche Schule. Meine Hobbys sind Tennis und Klavier spielen.

Ich heisse Carlo Kestilä. Ich bin 14 Jahre alt und gehe an die Deutsche Schule Helsinki. Ich wohne in Kauniainen mit meinem Vater. Mein Hobby ist boxen. Ich finde den Konfirmationsunterricht klasse und die Leute sind auch super. Ich habe zwei Chihuahuas, die manchmal ein bisschen nervig sind. Ich heisse Lea Väisänen und bin 15 Jahre alt. Ich bin Schülerin an der Deutschen Schule. Ich bin in Hamburg geboren und habe danach in Mittelfinnland und Südschweden gelebt. Jetzt wohne ich seit acht Jahren in Helsinki. Meine Hobbys sind Synchroneiskunstlauf und Rhythmische Sportgymnastik. Ich freue mich schon sehr auf das Konfilager.

Hallo, ich bin Hannah Goerke. Ich bin 14 Jahre alt und wohne mit meinem Brunder und meinen Eltern in Espoo. In meiner Freizeit laufe ich sehr gerne Schlittschuh und spiele Geige. Ich möchte mich konfirmieren lassen, weil es für mich einfach ein wichtiger Teil meines Lebens ist! Ohne Konfirmation wäre da so eine Lücke in meinem Leben. Ausserdem ist es ein Ereignis, das ich bestimmt nicht vergessen werde! Ich bin Mara Feick. Ich bin 14 Jahre alt und wohne seit 5 Jahren hier in Finnland. Ich bin ganz Deutsche und habe vorher in Deutschland gelebt. Meine Hobbys sind Jazzdance, Flöte und Klavier spielen. Ich gehe in die 8a der DSH. Meine 2 Geschwister sind 7 und 11 Jahre alt.

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Guten Tag! Ich bin Julius Jäämaa und bin 13 Jahre alt. Meine Hobbys sind Golf und Tennis. Ich wohne in Helsinki und habe davor 9 Jahre am Bodensee in Deutschland gelebt. Ich habe zwei ältere Schwestern. Regenwürmer züchten ist eine meiner grössten Leidenschaften. Der Konfirmationsunterricht gefällt mir sehr gut und ich freue mich schon darauf selbst Isonen zu sein, der Papst ist meiner Meinung nach spitze, aber ich möchte nicht schleimen. Ich heisse Sebastian König und werde im Oktober 15 Jahre alt. Ich wohne in Kauniainen und gehe an die Deutsche Schule Helsinki. Zu meinen Hobbys gehören Gitarre spielen und boxen. Kickerspielen ist auch eine meiner Leidenschaften. Ich habe auch noch einen Hund, sie heisst Sindy. Ich freue mich schon sehr auf das Konfirmationslager.

Hallo ich bin Lukas. Ich bin 13 Jahre alt, spiele Schlagzeug und trainiere Leichtathletik. Ich wohne seit fast 5 Jahren in Finnland, bin aber ganz Deutscher. Ich habe ausserdem noch drei jüngere Geschwister. Astronomie ist mein Leben, ohne jeden Tag die Sterne zu beobachten würde ich mich sehr traurig und verletzt fühlen. Diese Leidenschaft teile ich mit meiner Schildkröte Ville. Hallo, ich bin Aleksi Suominen. Meine Hobbys sind Judo und Skifahren und Ballett. Ich wohne in Helsinki und habe früher auch in Deutschland und Österreich gewohnt aber am liebsten würde ich in Zimbabwe wohnen um von den Ureinwohnern den Regentanz zu lernen. Insgesamt beträgt meine Zeit im Ausland ungefähr 11 Jahre. Ich habe eine Schwester und zwei Brüder und bin 13 Jahre alt.

Hey ich bin Oliver Nummi und bin 14 Jahre alt und gehe in die 8. Klasse. Mein Hobby ist Salibandy spielen. Ich wohne in Helsinki, habe aber auch schon in Deutschland in Krefeld gelebt. Ich habe einen älteren Bruder, eine kleine Schwester und einen jüngeren Bruder. Als Haustier habe ich einen Pinguin namens Peter und er ist leider noch nicht stubenrein. Ich heisse Iris Vilenius und gehe zur Deutschen Schule Helsinki. Ich bin 14 Jahre alt und bin jetzt in der 8. Klasse. Ich wohne schon mein ganzes Leben lang in Finnland. Zu meiner Familie gehören meine zwei Schwestern und meine Eltern. Hallo ich heisse Joel Sapienza und bin 14 Jahre alt. Ich wohne seit 5 Jahren in Finnland und wohnte davor in der nähe von München. Mein Vater ist Italiener und meine Mutter Finnin.

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Herzlich willkommen zum Gemeindetreffausflug nach Mustio am Mittwoch, dem 18. Mai 2011

HELSINKI

DSWH zurück auf Nuottapolku Anfang Februar 2010 war’s endlich so weit – die langersehnten Fahrstühle sollten im Deutschen Seniorenwohnheim, Notstigen (Nuottapolku) gebaut werden. Aber wir Bewohnerinnen mussten während der Bauarbeiten alle ausziehen! Wohin mit uns? Glücklicherweise konnten wir in dem Altersheim Munksnäshemmet gar nicht weit von uns untergebracht werden. Jede bekam ein eigenes kleines Zimmer, das Essen war ausgezeichnet– aber wie „zu Hause“ war es doch nicht. Mittlerweile, in Nuottapolku, wurden die Fahrstühle fertiggestellt, aber unsere Wiederkehr verzögerte sich durch neue Brandschutzvorschriften – Sprinkler mussten nämlich eingebaut werde, was in alten Häusern gar nicht so leicht ist. Und allmählich sehnte man sich immer mehr nach der eigenen kleinen Wohnung im eigenen Seniorenwohnheim. Am 15. Dezember durften wir dann endlich zurückziehen. Nun sind wir mehrmals gefragt worden, wie wir den Umzug überstanden haben und ob wir uns in dem renovierten Heim und mit Fahrstühlen zufrieden fühlen. – Ja, die eleganten Fahrstühle, die ziemlich unauffällig und wirklich gut in die Umgebung hereinpassen!! Zuerst fühlten wir eine gewisse Scheu, sie überhaupt zu gebrauchen! Aber nach einigen Anfangsschwierigkeiten werden sie jetzt fleissig benutzt, sie bringen uns sicher und leise zu unserem Ziel, wenn wir nur auf den richtigen Knopf drücken, und sie sind sehr nötig für alte Beine und schwere Einkaufstaschen oder –karren. Hier einige Stimmen der Bewohner: –– Schön, wieder in gewohnter Umgebung zu sein! –– Die Luft ist hier viel frischer zu atmen! 6

Text: Berit Schetelig; Illustration: Inge Löök.

Abfahrt ist um 9.30 Uhr vom Deutschen Seniorenwohnheim, Nuottapolku (Notstigen) 2, Helsinki (Helsingfors). Gegen 11 Uhr erwartet uns ein warmes Essen (Pataruoka), Salat, Brot, Getränke und Kaffee im Café Ekborg. Um 12 Uhr erhalten wir eine deutsche Führung durch das historische Schlossmuseum Mustio und ab 13 Uhr wird ein Spaziergang mit deutscher Führung im idyllischen Schlosspark angeboten. Rückfahrt um 14.15 Uhr. Gegen 15.30 Uhr sind wir wieder im Seniorenwohnheim. Ein Eigenanteil in Höhe von 30 € wird erhoben. Eine finanzielle Unterstützung kann bei der Gemeindeschwester erbeten werden. Anmeldungen bei Anne–Maria Jaatinen, Telefon 050–594 24 98. Bitte informieren Sie uns auch über Ihre Nahrungsmittelallergien. Anmeldeschluss ist am Montag, den 9. Mai 2011.

Rückblicke zur Gemeinsamen Verantwortung 2011 Das Konzert war am Freitag, den 8.4.2011 um 19 Uhr mit Händel–Fauré–Kaski: Annette Hänninen/Gesang, Antje Wilkening/Flöte, Riitta Laine/ Orgel. Kaffeebuffet mit belegten Broten und Kuchen vor und nach dem Konzert war sehr gut angenommen. Erlös 284 €.

FILMABEND

Unser Film im Mai: „Goethe!“ am 19. Mai um 19 Uhr In Rudolph Stölzls Film Goethe! lernen wir den jungen Goethe (Alexander Fehling) kennen, der noch keinen Erfolg als Dichter und Schriftsteller gefunden hat und seinem bürgerlichen Schicksal als angehender Jurist nur widerwillig nachstrebt. Aus dem Affekt heraus entsendet sein Vater (Henry Hübchen) ihn in die Provinz, wo Goethe sich am Reichskammergericht verdingen soll. Doch das Dorfleben hält eine Attraktion ungeahnter Liebesleiden bereit in Gestalt einer jungen Frau – Lotte (Miriam Stein). Goethes Liebe entflammt für sie, zumal sie ihm Mut macht, der Karriere des Dichters nachzueifern. Was Goethe allerdings nicht weiß: Lotte ist seinem Vorgesetzten Kestner (Moritz Bleibtreu) schon versprochen, und die zarte Liebe von Goethe und Lotte ist unweigerlich zum Scheitern verurteilt. 99 min. / FSK ab 6 Jahren / Deutschland 2010.

Neues vom Frauentreff Herzlichen Dank auch an alle, die am Gemeindelunch am Palmsonntag teilgenommen haben. Bei allerschönstem Frühlingswetter wurde im fast überfüllten Gemeindesaal Hackfleisch– oder Bohnensuppe gegessen und Kaffee getrunken, geplaudert und gelacht. Als ein Highlight galt in diesem Jahr die Versteigerung der frischen Sonnenblumenbrote. Neben dem Team des Diakonievorstandes unter Leitung von Anne Breiling und Anne–Maria Jaatinen waren auch die Konfirmanden voll im Einsatz und haben beim Eindecken und Essenkochen tolle Arbeit geleistet. Der Erlös des Gemeindelunches war 667,28 €. So kann unsere Gemeinde den einsamen Jugendlichen in Finnland und in Mosambik helfen.

Erst einmal nochmals vielen Dank an Winfried Schäfer für den Vortrag über das Leben auf dem Lande. Dieser war sehr interessant. Auch einen lieben Dank an die Frauen, die den Abend so liebevoll gestalteten. Nächster Frauentreff ist am 2.5.2011 um 18 Uhr. Wir werden dann mit Ilse Jakobsson–Hack eine Stadtwanderung vornehmen. Anschliessend kehren wir zum Kaminzimmer zurück. Bitte beachten: dieser Frauentreff wird auch der letzte vor der Sommerpause sein. Nach den Ferien treffen wir uns am 5.9.2011. Allen einen schönen Sommer! Eure Marion. Deutsch–Evangelisch im Mai 2011


GEMEINDEGRUPPEN IN FINNLAND

Kotka Kotka wurde im Jahre 1879 als Industrie– und Hafenstadt gegründet, also vor 132 Jahren. Die letzten 50 Jahre durfte ich intensiv miterleben und wurde dabei zu einem begeisterten „Kotkalainen“. Kein Wunder, denn diese Stadt bietet ihren Bewohnern und Besuchern trotz ihrer bescheidenen Größe mit nur 55.000 Einwohnern viel Erlebenswertes. Der Freizeitwert der Stadt wird unterstrichen durch ihre Lage in der Mündung des Kymijoki in die Ostsee. Wassersport jeglicher Art, ja sogar das Eisschwimmen wird leidenschaftlich betrieben und ein zweifacher Welt– und vierfacher finnischer Meister in dieser Sportart ist hier zu Hause. Da erscheint es nur als natürlich, dass das finnische Seefahrtsmuseum in einem eigens dafür erbauten und architektonisch interessanten Gebäude namens „Wellamo“ an exponierter Stelle im alten Hafen von Kotka zu finden ist. Zusammen mit dem dort ebenfalls vorhandenen Heimatmuseum zieht es jährlich zigtausende Besucher an. Auch das Maretarium, welches neben dem Anleger der Boote des Schärenverkehrs am Rande des Sportboothafens und im Schatten der Werke von Kotka Mills, früher Enso–Gutzeit, liegt, zieht viele Besucher an. Die im Maretarium lebenden Fische kommen ausschließlich aus heimischen Wassern und geben Groß und Klein einen guten Einblick in die heimische Unterwasserwelt. Die Fischerhütte an den Stromschnellen von Langinkoski aus dem Jahre 1889, erbaut für Alexander III. und seine Zarin Maria Feodorovna, liegt in einem großen Naturschutzgebiet und bildet auch heute noch eine große Anziehungskraft für geschichtsinteressierte und naturliebende Besucher.

In der Innenstadt mit Schwerpunkt entlang der Keskuskatu entstand in den letzten Jahren eine sehenswerte Skulpturensammlung mit Werken namhafter Künstler. Dazu sollen die Parkanlagen der Stadt nicht unerwähnt bleiben, denn diese haben über Finnland hinaus viel Anerkennung bekommen. Es ist wohl hauptsächlich dem verdienstvollen und kundigen Schaffen des seit vielen Jahren aktiven städtischen Gärtnermeisters zu verdanken, dass das Image Kotkas sich wandelte von einer Industrie– und Hafenstadt zu einer offenen und lebenswerten Stadt. Aber lebenswert kann eine Stadt nicht sein, hätte sie nicht entsprechende Erwerbsgrundlagen für ihre Bevölkerung zu bieten. Da ist noch immer die hier angesiedelte Industrie wichtig, aber der Hafen besonders unterstreicht durch seine ständige positive Entwicklung Kotkas Position im globalen Miteinander. Die im Stadtzentrum liegende Hauptkirche wurde schon 19 Jahre nach der Stadtgründung im Jahre 1898 geweiht und ist ein auffälliger Blickfang bei der Einfahrt auf die Insel Kotka, das Stadtzentrum. Die im Großen Park, ebenfalls auf der Insel Kotka gelegene, orthodoxe Kirche St. Nikolaus wurde sogar schon 1801 erbaut. Sie ist damit das älteste Bauwerk der Stadt. Der Kotka Finnisch–Deutsche Verein e.V., ursprünglich gegründet als Kotka Lübeck– Gesellschaft, erfreut sich in diesem Jahre einer 25jährigen Tätigkeit. Mit Ausnahme der Sommermonate trifft man sich regelmäßig zu Vorträgen und Diskussionsrunden. Aber auch der gesellschaftliche Teil kommt nicht zu kurz, wobei das alljährliche Grünkohlessen in der Villa Kärkisaari auch vereinsfremde Menschen anlockt, damit also auch eine werbende Wirkung hat. Die Vereinsarbeit wird dankenswert von der Deutschen Gemeinde Finnlands in Helsinki unterstützt. Alle dort in der Zeit unseres Bestehens aktiv gewesenen Reisepastoren waren uns herzlich willkommen und bereicherten unser Vereinsleben.

Frau Röker findet in ihrem vollen Terminkalender immer Platz, um unsere Wünsche zu erfüllen. Die Mitglieder unserer kleinen Gemeinde, vergrößert durch die Vereinsmitglieder, sind alle integrierte Mitglieder des finnischen Lebens und könnten bzw. besuchen auch finnischsprachige Gottesdienste. Aber die uns durch die deutsche Gemeinde gegebene Möglichkeit Gottesdienste in der eigenen Muttersprache zu feiern und dabei altbekannte Kirchenlieder zu singen erwärmt das Herz. – Obwohl mir persönlich die wirklich aus meiner Jugendzeit bekannten Kirchenlieder scheinbar durch andere ersetzt wurden. Mit unseren Gottesdiensten sind wir dankbare Gäste der Langinkoski Gemeinde in Metsola, die uns auch für die musikalische Umrahmung bestens versorgt. Und neben unserer Pastorin Katja Röker sind Ulla und Ernst Welp unersetzlich bei der Vorbereitung und Durchführung der Gottesdienste, vor Allem bezüglich des abschließenden Kirchkaffees. Hartmut Zimmermann

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Kotka–Tourismus–Zentrale, Fotograf Mikko Nikkinen; www.visitkotka.fi.

Turku Rhododendron–Zucht in Finnland Für den Lese– und Gesprächskreis im Mai konnten wir Osmo Jussila gewinnen. Er ist der Verfasser eines Buches über Rhododendron–Zucht in Finnland und wird uns anhand von Bildern ein wenig von seinem Hobby erzählen. Der Termin ist Donnerstag, der 12.5. um 18.30 und wie immer in den Gemeinderäumen in der Kaskenkatu 1. Herzlich willkommen! Feriencamp der Kapellengemeinde vom 8.–12. August „Theater am Ostseestrand“ Es sind noch einige Plätze frei. Informationen in der Kapellengemeinde oder bei Bernd Oldendorff, Telefon 045– 2659226).

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KINDERSEITE

Wir laden ein zur Kinderkirche Sonntag, 8. Mai um 11 Uhr; Sonntag, 22. Mai um 11 Uhr; Sonntag, 5. Juni um 11 Uhr.

Hallo! Die ABC Vorschule braucht Eure Hilfe! Wir suchen Verkleidungssachen, damit wir Zirkus, Schneewittchen, Cowboy und Indianer, Prinzessin und noch vieles mehr spielen können. Falls ihr Sachen habt, die wir dafür gebrauchen können, gebt sie doch einfach im Kindergarten ab. Ganz lieben Dank, Eure Vorschule.

Wie die weiße Tulpenblüte grün wird Dirk und Ulrike haben ihr kleines Gartenbeet fertiggemacht. Dirk hat das Beet umgegraben und geharkt, und Ulrike hat Kresse und Salat gesät. Vorsichtig haben sie die Erde wieder festgedrückt. Dirk hat die Harke an eine hohe Birke gestellt. „Ulrike“, sagt er, „guck mal! Hier um die Birke herum sieht das Gras ganz grau aus. Weiter hinten ist es richtig schön grün.“ Vater kommt in den Garten. „Ja, da könnt ihr mal sehen, dass die Birke ganz, ganz viel Wasser trinkt“, sagt er. „Da bleibt für das Gras nicht mehr genügend übrig. Ungefähr fünfhundert Liter Wasser braucht die Birke täglich in einem heißen Sommer.“ – „Wie trinkt sie denn das viele Wasser?“ fragt Ulrike ganz erstaunt. „Die Wurzeln holen sich das Wasser aus der Erde. Es wird durch den Stamm bis in die Blätter geleitet“, erklärt der Vater. „Das kann ich mir gar nicht vorstellen“, meint Dirk. „Nachher werde ich es dir beweisen“, lacht der Vater. Er pflückt eine weiße Tulpe ab und stellt sie in ein mit Wasser gefülltes Glas. „Hol mir mal die grüne Lebensmittelfarbe her“, sagt er, „die braucht Mutter doch immer für den grünen Zuckerguß beim Backen.“ Vater schüttet etwas Farbe in das Glas. Den Wasserstand kennzeichnet er mit einem Strich. Nach einer Stunde kommen die Kinder wieder. „Schau her, jetzt steht das Wasser viel tiefer“, sagt Ulrike. „Und die weißen Tulpenblätter haben grüne Streifen bekommen!“ – „Du hast Recht gehabt,Vater“, lacht Dirk, das Wasser ist wirklich durch den Stengel hochgestiegen. Toll, Vati!“

Weißt du, was das auf unserem Titelbild ist? Ich hätte es bestimmt nicht gleich erkannt. Von diesem Baum kenne ich im Sommer große Blätter, die aussehen als hätten sie Finger und im Herbst kenne ich von diesem Baum stachelige, grüne Bälle in denen sich braune, glänzende Früchte verstecken. Na, hast du es erraten? Es sind Äste einer Kastanie. Vor einigen Wochen wurde im Park an der Kirche eine alte Kastanie gefällt und wir haben einige Zweige mit rein genommen und ins Wasser gestellt. Seitdem konnten wir zuschauen wie aus klebrigen Knospen weiche, mit einer Art weißer Watte überzogene Blattansätze hervorkommen. Auch von den Kastanienblüten ist schon was zu sehen. Nur im Herbst, da müssen wir zum Kastaniensammeln wohl woanders hingehen.

Grün, grüner, am grünsten … Du brauchst: –– 3 Marmeladengläser, sauber gewaschen –– Trinkwasser aus der Leitung –– Teichwasser (aus der Natur) –– 1 alten Teelöffel –– destilliertes Wasser (aus der Apotheke) –– flüssigen Dünger –– Haushaltsetiketten und Filzstift

Und so wird‘s gemacht: Fülle ein Glas mit Trinkwasser. In das zweite Glas fülle destilliertes Wasser, in das dritte Teichwasser. „Beimpfe“das Trinkwasser und das destillierte Wasser, indem du einen Teelöffel voll mit Teichwasser dazuschüttest. Giesse in zwei Gläser, nämlich in das mit Teichwasser und das mit Trinkwasser gefüllte, einige Tropfen Flüssigdünger. Das dritte Glas mit destilliertem Wasser wird nicht gedüngt. Beschrifte die drei Gläser aussen mit Haushaltsetiketten. Stelle alle drei Gläser auf eine Fensterbank in das pralle Sonnenlicht. Was wird geschehen? Schon nach wenigen Tagen wird sich das gedüngte Teichwasser, später auch das gedüngte Trinkwasser grün verfärben. Nur das destillierte Wasser bleibt klar.

Warum denn das? In nährstoffreichem Wasser vermehren sich bei Sonnenlicht winzige Algen, die den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll enthalten. Sie färben das Wasser grün. Da destilliertes Wasser nährstoffarm ist, kann hier keine Pflanze wachsen und somit auch keine Alge.

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MUSIKSEITE

Lied des Monats: Köstlich! (EG 284) In unserem Gesangbuch sind zwei schöne Loblieder, die zum Psalm 92 gedichtet wurden. Diese sind auf einer Doppelseite unter den Nummern 284 und 285 im Gesangbuch zu finden. Köstlich ist nach Psalm 92, dem Herrn zu danken und ihn zu loben. In dem Lob werden die schönsten Instrumente mitgezogen. Der Psalmist freut sich morgens über die Gnade und nachts über die leuchtende Wahrheit. Die ältere Interpretation des Psalms, Lied 284, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat einen suggestiven, tänzerischen Rhythmus, der viermal in einer Strophe vorkommt. Das gleichbleibende rhythmische Muster zusammen mit der phrygischen Tonart verleiht dem Lied eine fortschreitende Spannung, gleichzeitig modernen und mittelalterlichen Klang. Das Lied ist wieder ein Beispiel des ungarischen Liedguts. Der Verfasser des Textes, Mihály Sztárai (gestorben um 1575), war ursprünglich ein Franziskanermönch, hat sich aber der Reformation angeschlossen und danach im südlichen Ungarn viele evangelische Gemeinden gegründet. Die Weise kommt vermutlich aus der Stadt Leutschau, die in der Slowakei liegt, aber einst die drittgrösste Stadt des Königsreichs Ungarn war.

Wichtiger Hinweis auf den Jazzabend am 6. Mai Ein herzliches Willkommen, Allen, zum Jazzabend am 6.5.2011 ab 19 Uhr im Gemeindesaal. Wie immer „Live on Stage: Die Nikkilä All Stars“.

Ludwig Güttler – nicht nur ein Musiker Ludwig Güttler, 1943 im erzgebirgischen Sosa geboren, genoss von Kindesbeinen an eine musikalische Ausbildung. Nach Ziehharmonika, Akkordeon, Blockflöte, Klavier, Orgel und Violoncello interessierten ihn vor allem die Blechblasinstrumente und von diesen insbesondere die Trompete. So wurde der bis dato bestehende Berufswunsch „Architekt“ von „Trompeter“ verdrängt. Sein Studium absolvierte Ludwig Güttler an der Leipziger Musikhochschule. Neben dem intensiven Üben nährte er sein weit über die Trompete hinausreichendes musikalisches Interesse durch Besuche des Leipziger Grassimuseums mit seiner faszinierenden Musikinstrumentensammlung und durch Hospitationen bei Hochschullehrern für Oboe, Violine, anderen Blechblasinstrumenten, besonders jedoch bei Sängern und Kirchenmusikern. Erste Engagements hatte Güttler als Solotrompeter des Händel–Festspiel–Orchesters Halle und von 1969 bis 1980 in gleicher Position bei der Dresdner Philharmonie inne. Schon während dieser Zeit begann seine Karriere als Solist. Er wurde zu ungezählten Oratorienaufführungen als „Bachtrompeter“ verpflichtet, zudem als Interpret diverser Trompetenkonzerte, vor allem jener des Barock. Der junge Musiker gründete ein studentisches Kammerorchester und ein Vokal– ensemble, den „Sächsischen Singkreis“. Während er seiner Leidenschaft für das Singen durch die Mitgliedschaft in der „Meißner Kantorei 1961“ und durch die Übernahme der Leitung der Leipziger Studentenkantorei frönen konnte, avancierte er zunehmend zum Organisator und künstlerischen Leiter von Chorkonzerten und Kantatenaufführungen in der Leipziger Nikolai– und Universitätskirche. Heute zählt Ludwig Güttler zu den berühmtesten Meistern seines Fachs und hat sich ebenso als Kammermusiker und Dirigent einen bedeutenden Ruf erworben. Lehraufträge führten ihn an das Internationale Musikseminar Weimar und als Professor an die Dresdner Musikhochschule. Güttler leitet Opernproduktionen und Meisterkurse und ist regelmäßig Juror bei bedeutenden Wettbewerben. Er kann auf mehr als fünfzig hochgelobte Tonträger verweisen.

Sein besonderes Interesse gilt seit den frühen 1980er Jahren der Wiederbelebung der sächsischen Hofmusik des 18. Jahrhunderts. Seinen Forschungen und seiner Suche in Bibliotheken, Archiven etc. ist es zu verdanken, dass die Konzertliteratur durch zahlreiche vergessene oder bisher unbekannte Werke dieser Epoche reicher wurde. Maßgeblich hat Ludwig Güttler an der Neuentwicklung des Corno da caccia mitgewirkt. Von der Beschäftigung mit historischen Instrumenten profitierte er genauso für sein Spiel auf modernen Ventiltrompeten. Gemeinsam mit dem 2006 verstorbenen Dresdner Musikwissenschaftler Prof. Wolfram Steude fand Güttler die silbernen Blechblasinstrumente der einstigen Dresdner Hoftrompeter. Ludwig Güttler gründete mehrere Ensembles, deren Leiter und Solist er ist: das „Leipziger Bach–Collegium“ (bestehend seit 1976), das „Blechbläserensemble Ludwig Güttler“ (1978)

sowie das Kammerorchester „Virtuosi Saxoniae“ (1985). Mit ihnen sowie in der Besetzung Trompete und Orgel bestreitet Güttler jährlich rund 110 Konzerte. Die Leitung u.a. von chorsinfonischen Konzerten sowie Gastdirigate bei anderen Orchestern komplettieren sein großes Arbeitspensum. Für seine künstlerischen Leistungen, seine Forschungstätigkeit und für sein gesellschaftliches Engagement – u.a. für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche oder für die Förderung des musikalischen Nachwuchses – wurde Ludwig Güttler mehrfach ausgezeichnet. © www.guettler.com

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Herzliche Einladung zur Seniorenfreizeit 2011

130 Jahre jung – die Deutsche Bibliothek Helsinki feiert Geburtstag

Viele haben schon darauf gewartet – nun steht der Termin fest. Wir laden herzlich ein zur Seniorenfreizeit, die in diesem Jahr vom 9.–16. September 2011 in Ratzeburg stattfindet. Von Domprobst Gert–Axel Reuss erhielten wir folgende Zeilen: „Die Gemeinde freut sich auf euren Besuch und den gemeinsamen Gottesdienst im Dom. Ab dem 12.9. sind wir in einem sehr, sehr schönen Tagungshaus … wenige Kilometer von Flensburg entfernt“ in einer der schönsten Landschaften Schleswig–Holsteins im Ort Oeversee. Das Haus ist ein Tagungszentrum und heißt „Sankelmark“ (siehe auch www. akademie-sankelmark.de). Es gibt Einzel– und Doppelzimmer. Die Freizeit steht unter dem Motto des Psalmwortes „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Für uns stehen 8 Plätze zur Verfügung. Der Eigenanteil für die Flugkosten wird sich auf ca. 300 Euro belaufen. (Wer das nicht alleine aufbringen kann, bleibt bitte nicht zuhause, sondern wendet sich vertrauensvoll an unsere Diakonisse Anne–Maria Jaatinen.) Anmeldungen erbitten wir bis zum 15. Juli bei Anne–Maria Jaatinen, Telefon 050–59 42 498, oder Hans–Martin Röker, Telefon 040–54 08 504.

Am 4. Mai 1881 erhielt der Kirchenrat der deutschen Gemeinde in Helsinki ein Bücherpaket und zugleich eine neue Aufgabe: 12 deutschsprachige Familien übergaben der Gemeinde die Bücher, die ihr privater Lesekreis in den vergangenen fünf Jahren angeschafft hatte, als Grundstock für eine Bücherei. Mit eigenen Statuten, einem jährlichen Zuschuss für Neuanschaffungen aus dem Etat der Gemeinde und einigen Dutzend Büchern begann die Tätigkeit der Bibliothek, die zunächst nur Gemeindemitgliedern offen stand. Bescheidene Anfänge, langsames Wachstum, zunehmende Öffnung nach außen, inhaltliche Spezialisierung und organisatorische Verselbständigung – bei nach wie vor enger Verbindung mit der Gemeinde – kennzeichnen die Geschichte der Bibliothek, die seit 1955 vom Verein „Saksalainen kirjastoyhdistys r.y.” getragen wird. Wer hierzu Genaueres nachlesen möchte, dem sei die Untersuchung von Annette Forsén in der Festschrift zum 125–jährigen Jubiläum der Bibliothek empfohlen.* Heute bietet die Deutsche Bibliothek in ihren Räumen im Herzen Helsinkis rund 36.000 Bücher – literaturwissenschaftliche Werke, Belletristik aus allen deutschsprachigen Ländern, Kinder– und Jugendbücher, deutschsprachige Bücher über Finnland und vieles mehr. Die Bestände sind im Online–Katalog der Bibliothek** verzeichnet und können sowohl vor Ort als auch – außerhalb der Hauptstadtregion – per Fernleihe über die eigene Kommunal–, Stadt– oder Universitätsbibliothek ausgeliehen werden. Außerdem veranstaltet die Bibliothek Lesungen und Vortragsabende, häufig in Zusammenarbeit mit anderen in Helsinki tätigen deutschsprachigen Institutionen, bietet Führungen für Klein und Groß an und stellt ihren Lesesaal nach Absprache für Sitzun-

gen und andere Zusammenkünfte zur Verfügung. Unter anderen waren der Bastelkreis, der Frauenkreis und der Kindergarten der deutschen Gemeinde in den letzten Jahren gern gesehene Gäste. 130 Jahre jung, das bedeutet einerseits Verankerung in der Tradition, Pflege und Bewahrung des Alten, es bedeutet andererseits aber auch Streben nach Aktualität, Offenheit für Neues, aktive Suche nach neuen Tätigkeitsformen. Angesichts der rasanten Entwicklung neuer Medien und des Rückgangs der Ausleihzahlen in allen Bibliotheken Finnlands steht auch die Deutsche Bibliothek vor neuen Herausforderungen. Das Bibliotheksteam hat ein offenes Ohr für Anschaffungsvorschläge und Veranstaltungswünsche. Zu ihrem 130. Geburtstag wünscht sich die Deutsche Bibliothek Helsinki viele neue Leser (und die fortwährende Treue derjenigen, die den Weg in die Pohjoinen Makasiinikatu 7 bereits gefunden haben) und auch neue Mitglieder im Bibliotheksverein sowie Sponsoren und Mäzene – ohne privates Engagement geht es heute so wenig voran wie 1881.

Deutsche Bibliothek, Pohjoinen Makasiinikatu 7, 00130 Helsinki (Helsingfors). Geöffnet montags 10–18 Uhr, dientags–freitags 10–16 Uhr, am letzten Samstag des Monats 10–15 Uhr. Die Benutzung ist kostenlos. Mitgliedschaft im Förderverein: Jahresbeitrag 35 € (Rentner + Studenten 17,50 €), Familientarif 50 €, Firmen und Institutionen 120 € *„…geräuschlos unberechenbare Zinsen spenden”. 125 Jahre Deutsche Bibliothek 1881–2006. Helsinki 2006. (Veröffentlichungen der Aue–Stiftung 18) **www.deutsche-bibliothek.org Gabriele Schrey-Vasara

10 Deutsch–Evangelisch im Mai 2011


ANZEIGEN

Netzwerkkunde in der Deutschen Gemeinde Wer hat Fragen zum Internet heute, zu den bekannten und unbekannten sozialen Netzwerken, beim E–Mailen oder auch zum Fernsehen und Radio über‘s Internet und will mehr wissen? Anmeldung im Sekretariat.

Spieleabend im Mai Am Mittwoch, 11.5.2011 treffen sich um 18:30 Uhr wieder spielfreudige Erwachsene im Restaurant Zinnkeller, Meritullinkatu 25 in Helsinki zu fröhlichen Gesellschaftsspielen. Alle Spiele – Freunde sind herzlich Willkommen! Weitere Informationen unter 044–3111680 Katja & Steffi

Zwei Wohnungen zu vermieten

Herzlichen Dank von Moritz, Franz und Felix! Moritz und Franz Wilkening und Felix Feick bedanken sich bei der Gemeinde für ihre Spenden. Sie haben bei 2 Gemeindeveranstaltungen insgesamt 90 Euro für Japan gesammelt.

Neue Wohnungen im Deutschen Seniorenwohnheim, Nuottapolku (Notstigen) 2, Helsinki: 1 Zimmer + Küchennische, 35,5 m2 3 Zimmer + Küchennische + Terasse 59,5 m2 Die Wohnungen werden erst gebaut, planmässige Fertigstellung Juli/Juli 2011. Mehr Informationen zu den Wohnungen bei der Heimleiterin Eila Javanainen, per E–Mail dswh@welho.com oder Telefon 044–2199 586.

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Kalender im Mai 2011 REGELMÄSSIGE VERANSTALTUNGEN IN HELSINKI (HELSINGFORS)

Montags: 10 Uhr Krabbelgruppe 17 Uhr Spielgruppe Dienstags: 11 Uhr Bastelkreis 18 Uhr Posaunenchor Mittwochs: 18 Uhr Dt.–Finn. Chor Donnerstags: 16 Uhr Kinderchor So 1.5. Mo 2.5. Do 5.5. Fr 6.5.

11 Uhr Quasimodogeniti: Abendmahlsgottesdienst (Panzig) 18 Uhr Frauentreff 19 Uhr Konzert „Trompete&Orgel“ mit Professor Ludwig Güttler und Friedrich Kircheis, siehe Seite 9 19 Uhr Jazzabend

So 8.5. 11 Uhr Miserikordia Domini: Gottesdienst (Hans–Martin Röker), Kinderchor Mo 9.5. 18.15 Uhr Bibelkreis im DSWH Mi 11.5. 14.30 Uhr Seniorentreff im DSWH, Thema: „Franz Liszt“ (Riitta Laine); 18.30 Uhr Öffentliche Sitzung der Kirchenbevollmächtigten (KBV) Do 12.5. 18.15 Uhr Ökumenekreis im DSWH, Thema: „Das Heilige Abendmahl“ (Hans–Martin Röker) Fr 13.5. – So 15.5. Familienfreizeit in Janakkala So 15.5. 11 Uhr Jubilate: Gottesdienst (Hans–Martin Röker) Di 17.5. 9.30 Uhr Ausflug des Bastelkreises Mi 18.5. 10 Uhr Gemeindetreffausflug, mehr dazu auf Seite 6; 19 Uhr Männerkreis Do 19.5. 18 Uhr Taizé–Andacht; 19 Uhr Filmabend „Goethe“, weitere Informationen siehe Seite 6 Fr 20.5. – Mi 25.5. Konfirmandenfreizeit in Janakkala Sa 21.5. 11.30 Uhr Gottesdienst im DSWH (Katja Röker)

THEMEN DER KREISE IM APRIL

Frauentreff 2.5.: Frühlingsausflug: Stadtwanderung durch Eira mit Führung von Ilse Jakobson–Hack, Treffpunkt im Gemeindehaus um 18 Uhr Bastelkreis 17.5.: Ausflug nach Inkoo und Ekenäs Bibelkreis 9.5.: Hebräerbrief 10–13 Ökumenekreis 12.5.: Das Heilige Abendmahl Männerkreis 18.5.: Grillfest

GEMEINDEGRUPPEN IN FINNLAND LAPPEENRANTA (VILLMANSTRAND)

Mi 4.5.

18 Uhr Gottesdienst im Rippi- koulusali des Seurakuntakeskus, Koulukatu 10 (Katja Röker); anschließend Kirchkaffee

TAMPERE (TAMMERFORS)

So 8.5. 15 Uhr Gottesdienst in der Krypta des Doms (Hans–Martin Röker); anschließend Kirchkaffee TURKU (ÅBO)

So 22.5. 14.30 Uhr Gottesdienst in der Scharfschützenkapelle des Doms (Katja Röker); anschließend Kirchkaffee in der Kaskenkatu 1 Do 26.5. 18.30 Uhr Gemeindeabend in der Kaskenkatu 1, Thema: „Nichts kann dir die Seele rauben – ein Gespräch über die Taufe“ (Katja Röker) LAHTI (LAHTIS)

Mi 1.6.

18 Uhr Gottesdienst im Jalkarannan seurakuntakoti, Sarvikatu 9 (Katja Röker); anschließend Kirchkaffee

Hauptpastor Erik A. Panzig, täglich außer freitags, Telefon: (09) 6869 8511 und 050–5942 485, E–Mail: dg.hauptpastor@evl.fi Kanzlei und Gemeindesekretariat: Merja Viiri und Anne Breiling, montags bis freitags 10–13 Uhr, Telefon: (09) 6869 8510 und (09) 6869 8513, Fax: (09) 6869 8555, E–Mail: dg.kanzlei@evl.fi und dg.sekretariat@evl.fi Reisepastoren Katja und Hans–Martin Röker, täglich außer montags, Telefon: (09) 8026 764 und 040–54 08 504, E–Mail: dg.reisepastor@evl.fi Finanzverwalter Ensio Erä–Esko, dienstags bis donnerstags, Telefon: (09) 6869 8515, E–Mail: dg.finanzverwaltung@evl.fi Küsterdienst: Tobias Petruzelka, dienstags bis freitags 11–13 Uhr, Telefon: 050–32 39 598, E–Mail: dg.hausmeister@evl.fi Gemeindeschwester Anne–Maria Jaatinen Mo, Di, Mi, Fr 9–10 Uhr, Do 10–11 Uhr, Telefon: (09) 6869 8516 und 050–5942 498, E–Mail: dg.diakonie@evl.fi Kindergarten und Vorschule: Stefanie Voß, montags bis freitags 8–8.30 Uhr, Telefon: (09) 6869 8517, E–Mail: dg.ki-ga@evl.fi Seniorenwohnheim: Eila Javanainen, Telefon: 044–21 99 586, Nuottapolku (Notstigen) 2, 00330 Helsinki (Helsingfors), E–Mail: dswh@welho.com Kantorin Riitta Laine, täglich außer montags und dienstags, Telefon: 050–33 06 495, E–Mail: dg.kantor@evl.fi Kapellengemeinde Turku (Åbo), Telefon: (02) 2304 539, Kaskenkatu (Kaskisgatan) 1, 20700 Turku (Åbo), E–Mail: dg.turku@evl.fi

So 22.5. 11 Uhr Kantate: Gottesdienst (Katja Röker) So 29.5. 11 Uhr Rogate: Gottesdienst (Erik A. Panzig) Mi 1.6.– So 5.6. Gemeindefahrt zum Kirchentag in Dresden Sa 2.6. 11.30 Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt im Deutschen Seniorenwohnheim (Katja Röker)

Deutsche Evangelisch–Lutherische Gemeinde in Finnland / DELGiF www.deutschegemeinde.fi

IMPRESSUM

KINDERKIRCHE

Sonntag, 8. Mai um 11 Uhr; Sonntag, 22. Mai um 11 Uhr; Sonntag, 5. Juni um 11 Uhr.

So 5.6. 11 Uhr Exaudi: Konfirmationsgottesdienst (Erik A. Panzig)

DEUTSCH–EVANGELISCH in Finnland Gemeindebrief der Deutschen Evangelisch– Lutherischen Gemeinde in Finnland Verantwortlich: Erik A. Panzig Gestaltung: Michael Diedrichs Der Jahrgang kostet 15 Euro. Nordea–Bankkonten der Gemeinde: 157230–322016 Amtsscheine 157230–322024 Deutsch–Evangelisch 157230–322032 Kindergarten 200138–558883 Anderes Druckerei: Viestipaino, Tampere Deutsche Evangelisch–Lutherische Gemeinde, Bernhardinkatu (Bernhardsgatan) 4, PL 153 PB, 00131 Helsinki (Helsingfors)

BH2 1

ISSN 1456–1042

Deutsch-Evangelisch in Finnland im Mai 2011  

Gemeindebrief im Mai 2011 der Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland. 96. Jahrgang, Mai 2011, Nr. 5 – Originalformat Din A4...

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