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deutschestheater.de

Spielzeit 18  /  19

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DEUTSCHES THEATER BERLIN


Spielzeit 18 / 19


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Ulrich Khuon im Gespräch

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Wer macht die Revolution von Antje Schrupp

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Wer repräsentiert wen von Volker Weiß

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Ensemble 22 Premierenübersicht und Repertoire

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Die Premieren und Texte von Claus Caesar, Christoph Dieckmann, Helene Hegemann, Alexander Karschnia, Gertrud Koch, Birthe Mühlhoff September Oktober November Dezember Januar Februar März April

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Junges DT 124 Mitarbeiter_innen 138 Service 146


„Wir haben uns vielleicht zu sehr daran gewöhnt, die Demokratie als etwas Unzerstörbares anzusehen.ˮ Ulrich Khuon im Gespräch mit Wolfgang Höbel Herr Khuon, 50 Jahre nach dem Aufbruch von 1968 behaupten gerade ältere Menschen gern, dass das Theater in den Jahren seither kontinuierlich an Bedeutung verloren habe, was die Beschäftigung mit den großen politischen und gesellschaftlichen Fragen angeht. Stimmen Sie in diese Klage ein? Überhaupt nicht. Sicher, das Theater war damals wichtig. Aber das ist es heute ebenso. Es gab in den Jahren nach 1968 Zeiten, in denen die Künste viel unwichtiger waren als in der Gegenwart. Die Neunzigerjahre zum Beispiel. In denen schien es vielen so, als ob es mit der Welt stetig bergauf ginge. Ein paar Leute verkündeten damals sogar das Ende der Geschichte. Es war eine Zeit, in der die zentralen Konflikte unserer Welt vielleicht wirklich gar nicht mehr sichtbar waren. Damals hatte es ein Theater, das politisch wirken wollte, sehr schwer. Heute dagegen sind in Berlin die Theater voll, auch andere wichtige Häuser wie das Haus der Kulturen der Welt – und das trotz Internet und trotz der Konkurrenz durch alle möglichen anderen Medien. Weil es ein Bedürfnis danach gibt, über wichtige Fragen zu reden und nachzudenken. Etwa über die, wie wir mit dem Nationalismus in Europa umgehen. Ist dieser Nationalismus wirklich eine anthropologische Konstante, wie ein früher interessanter Autor wie Rüdiger Safranski behauptet? Oder sind solche Thesen reaktionärer Unsinn? 7


Um über solche Fragen zu streiten, ist die Kunst, ist das Theater heute ein guter Ort. Durch welche Art von Theaterkunst will das Deutsche Theater da mitmischen? Zum Beispiel dadurch, dass der Regisseur Andres Veiel mit seiner Produktion „Let Them Eat Money“ vom Jahr 2028 aus fragt, was im Jahr 2018 falsch gemacht wurde. Oder dadurch, dass der Regisseur Armin Petras mit dem Autor Clemens Meyer in „Die stillen Trabanten“ jene einsamen Menschen beobachtet, die mit der deutschen Wiedervereinigung abgestürzt sind und seither oft furchtbare Vereinzelungserfahrungen gemacht haben. Und natürlich mit den neuen Arbeiten „Cry Baby“ und „Black Maria“ von René Pollesch, die sich an der Gegenwartsgesellschaft reiben. Auch mit Ferdinand Schmalz, der in „der tempelherr“ fast besessen scheint von dem Gedanken, dass unsere Welt dabei ist kaputtzugehen. Ich finde, es sind die Gegenwartsautoren, die das Theater lebendig erhalten, deshalb spielen wir auch neue Arbeiten von Moritz Rinke und Ewald Palmetshofer. Warum gibt sich das Deutsche Theater ein Spielzeitmotto? Es lautete in der letzten Spielzeit „Welche Zukunft“ und heißt in dieser Spielzeit nun „Wer Wen“. Ist so ein Motto mehr als eine Mode, der viele andere Theater inzwischen folgen? Theater ist immer eine gemeinsame Anstrengung. Ich finde es richtig, für diese Anstrengung ein Leitmotiv vorzugeben. Man muss ihm nicht sklavisch folgen, aber es bietet ein Geländer, eine thematische Festlegung. Man kann auch dagegen rebellieren. Ich glaube, dass es in einer großen Stadt wie Berlin gut ist, wenn man als Theater mit einer klaren Botschaft antritt. Mit einer Ansage: Welche Fragestellung treibt uns an in einer Gesellschaft, die zunehmend reizbar ist? Wir haben uns vor drei Jahren das Spielzeitmotto „Der leere Himmel“ gegeben, weil wir uns mit dem Verlust von Sinn und Orientierung, den heute viele Menschen empfinden, 8


beschäftigen wollten. Darauf folgte das Motto „Keine Angst vor Niemand“, weil man sich in unserer deutschen Gesellschaft immer gegen Ängste verhalten muss – gegen die der anderen und gegen die eigenen. Das Motto des letzten Jahres hieß dann „Welche Zukunft“ und war persönlicher und gesellschaftlicher Zukunftsangst gewidmet. Im Zeitalter von Trump, Orbán, Macron und Theresa May scheint es uns jetzt an der Zeit, dass wir darüber nachdenken, wie stark über unsere Zukunft tatsächlich von Einzelpersonen entschieden wird. Oder ob es sich bei dieser Vorstellung vielleicht nur um eine platte Komplexitätsreduktion handelt. Wie kommt es, dass ein Mann wie Macron plötzlich angeblich für Europa steht? Warum verkörpert Trump scheinbar eindeutig eine Philosophie, die der Regel „Macht vor Recht“ folgt, die für eine Gegenbewegung zur Globalisierung und zur Internationalisierung steht? Mir scheint, dass eine immer kompliziertere Welt durch solche Personalisierungen für viele Menschen greifbarer wird. Wenn das DT die Spielzeit unter das Motto „Wer Wen“ stellt, soll das also den Zuschauerinnen und Zuschauern dazu dienen, sich über die Fragwürdigkeit solcher Personalisierungen klar zu werden? Gerade in der Politik nimmt die Personalisierung bizarre Ausmaße an. Wir wollen im Theater die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit, Reich und Arm schildern, und dazu ist es oft besser, sich Problemen mit dem Blick aufs Strukturelle statt aufs Personelle zu nähern. Ob unsere Arbeit mit dem jeweiligen Spielzeitmotto richtig beschrieben ist, ob dieses Motto evident ist, das muss letztlich der Besucher beantworten. Wenn wir von „Welche Zukunft“ und unserem Spielplan in der vergangenen Saison reden, dann hat sich dieses Motto sicher deutlicher abgebildet in einer Aufführung wie „Rom“ als zum Beispiel in „Ulysses“. In einer Arbeit wie „Amerika“ kann man in der Erfahrung des Karl Roßmann, der in eine ferne Welt reist und dort unbedingt dazugehören möchte, 9


eine aktuelle Zerrissenheit sehen. Roßmann will um jeden Preis mitmachen in einem System, dessen Zugang ihm versperrt ist und das er nicht versteht. Dabei ringt er geradezu verzweifelt darum, das System zu verstehen. Ich sehe darin eine Spiegelung und eine paradoxe Zuspitzung des modernen Kreativitätsdiktums, das uns ständig auffordert, uns möglichst täglich neu zu erfinden – und uns gleichzeitig in einer Welt voller Sachzwänge für diese Neuerfindung gar keinen Raum lässt. Fast jedes Theater, das auf sich hält, nimmt heute für sich in Anspruch, auf der Bühne aktuelle politische und gesellschaftliche Konflikte zu verhandeln. Wie will das Deutsche Theater Berlin da die Einzigartigkeit der eigenen Arbeit herausstellen? Meiner Meinung nach pendelt gutes Theater stets hin und her zwischen der Wirklichkeitsdurchdringungsbessenheit einerseits, für die man beispielhaft Georg Büchner nennen kann, der jeden Fall von innen kennenlernen wollte, und der Analyse andererseits, für die Autoren wie Ödön von Horváth oder Anton Tschechow stehen. Die beherrschen den Blick von außen, der sich immer bewusst ist, dass kein Mensch ist wie der andere. Die Rolle, die Niklas Luhmann dem beobachteten Beobachter zugeschrieben hat, gibt ihm die Chance, nicht Teil des Geschehens zu sein. Zugleich interessiert mich das partizipative Element, das zum Beispiel bei unserer Arbeit mit Schüler_innen und Student_innen eine wichtige Rolle spielt, aber auch den ganzen Spielplan beeinflusst – weil es jungen Menschen die Möglichkeit gibt, die Bühne als soziales Labor zu nutzen. Ist es in unserer auf Markenbranding und Verkäuflichkeit fixierten Zeit nicht auch für ein Theater nötig, dass sich dessen Chefs und Vordenker klar entscheiden zwischen verschiedenen künstlerischen Darstellungsmöglichkeiten? Darf sich ein Haus wie das Deutsche Theater viele Handschriften leisten statt einer prägenden? 10


Ich finde entschieden ja. Ich würde zugrunde gehen, wenn ich mein Leben lang immer nur dokumentarische Recherchestücke zeigen müsste. Und ich kann durchaus verstehen, wenn ein Regisseur wie Milo Rau sagt, die zweihundertste Inszenierung eines bestimmten Stücks von Anton Tschechow wolle er sich nicht unbedingt ansehen. Das Theater hat verschiedene Pole, und das ist gut so. Ich arbeite mit Regisseurinnen und Regisseuren, die jede und jeder für sich eine klare Handschrift haben, ob Karin Henkel oder Jette S ­ teckel, Stephan Kimmig oder René Pollesch. Ich finde jede dieser Handschriften toll. Das kann man zu wenig entschieden finden. Aber mir sind bei jedem Regisseur, bei jeder Arbeit eben deren Genauigkeit und innere Stimmigkeit wichtig. Und Sie halten es aus, wenn Kritikerinnen oder Kritiker behaupten, die eine oder andere dieser Handschriften habe im Deutschen Theater nichts verloren, wenn ein Rezensent beklagt, es gebe an Ihrem Haus zu viele verschiedene Stile? Mir ist wichtig, an einem Theater zu arbeiten, das nicht nur seine Mittel reflektiert, sondern auch seine Inhalte. Und ich finde, diese Reflektionsarbeit kann man bei uns erkennen. Wir suchen mit unserer Kunst die Gesellschaftlichkeit, die historisch informierte Zeitgenossenschaft. Dazu gehört es zu zeigen, dass wir ein Theater im Osten Deutschlands sind. Das bildet sich ab, wenn Jürgen Kuttner „Die Umsiedlerin“ inszeniert oder Karin Henkel den „Revisor“, in unserer kritischen Nähe zur Geschichte des Hauses und zu dem, was die DDR ausmachte, aber auch im Engagement für den russischen Regisseur Kirill Serebrennikov. Lässt sich die Tatsache, dass René Pollesch und Sophie Rois von nun an am Deutschen Theater arbeiten, auch als Versuch deuten, an die Arbeit von Frank Castorfs Volksbühne anzuknüpfen, die lange den Schriftzug „OST“ auf dem Dach trug? Für mich ist die Arbeit mit René Pollesch eine Wiederbegegnung, wir haben schon in Hamburg am Thalia Theater miteinander gearbeitet. Mit Sophie Rois gab es vorher 11


keine künstlerische Beziehung, umso mehr freue ich mich auf ihre Arbeit. Ich finde es wichtig, dass Künstler wie Sophie Rois und René Pollesch in Berlin eine Bühne haben. Und ich bin sicher, dass sie sehr gut zum Deutschen Theater passen. Viele Theatermenschen, die der Castorfschen Volksbühne verbunden sind, preisen das angeblich Schmutzige und Subversive der Kunst, die dort stattfand. Dagegen wird der Kunst, die im DT zu sehen ist, von manchen Kritikerinnen oder Kritikern vorgeworfen, dass sie clean sei und, wenn nicht affirmativ, so doch ein bisschen brav. Möchten Sie auch gern schmutzig und subversiv sein? Jeder Theatermensch sucht die Zuspitzung und verabscheut das Mittelmaß. Das Theater ist eine höfliche Kunst, die den Zuschauer_innen die Distanz erlaubt, selbst zu entscheiden, was er denkt und wie er urteilt. Einerseits bin ich davon überzeugt, dass die Kunst von Christopher Rüping oder Sebastian Hartmann, die an unserem Haus zu sehen ist und sich auf sehr direkte und ästhetisch entschiedene Weise auseinandersetzt mit einer blutigen, kaputten Welt, keineswegs unschmutziger ist als vieles, was an anderen Berliner Theatern zu sehen ist. Andererseits ist die Idee ­einer schmutzigen Kunst auch ein Popanz, hinter dem sich oft nur der Stolz auf die eigene Asozialität einzelner Künstler_ innen verbirgt. So ähnlich verhält es sich mit dem ­Popanz der Subversion. Wir haben uns vielleicht zu sehr daran ­gewöhnt, die Demokratie als etwas Unzerstörbares anzusehen. Als eine Institution, gegen die man agitieren, auf der man rumhacken kann, die man dekonstruieren muss. Das ist häufig ein billiges Bashing. Es ist leichtfertig, jede Art von Ordnung zur Zerstörung preiszugeben mit der Begründung, alle Systeme müssten flüssiger werden. Verstehen Sie mich recht: Ich glaube nicht, dass es die Aufgabe von Künstler_innen ist, vorhandene Systeme zu affirmieren oder zu stabilisieren. Aber Dekonstruktion ist kein Wert an sich. Das Bekenntnis dazu, dass die Demokratie, dass die Idee 12


von Europa gefährdete und erhaltenswerte Errungenschaften sind, mag auf manche Menschen proper wirken. Aber zu diesem Bekenntnis stehe ich.

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WER WEN

Wer macht die Revolution von Antje Schrupp In ihrem kürzlich erstmals veröffentlichten Text „Die Freiheit, frei zu sein“, der wohl um 1966 oder 1967 entstand, schreibt Hannah Arendt über Revolutionen und die Frage, von wem und warum sie gemacht werden. Dabei wählt sie auffällig oft eine bestimmte Formulierung: „Die Männer der Revolution“. Arendt meint das nicht ironisch, sondern weist auf ein wichtiges Detail hin: Es ist kein Zufall, dass die „Männer der Revolution“ Männer waren. Die Französische Revolution, schreibt Arendt, scheiterte, weil die Männer der Revolution mit ihrer Idee von der Gleichheit aller Menschen sehr viel mehr eingeläutet hatten als nur, wie sie dachten, einen Wandel der Regierungsform. Dass die Französische Revolution unseren Begriff von Politik auf ein neues Level hob, sei allerdings nicht ihnen zu verdanken, sondern „le peuple“, verkörpert im legendären Marsch der Frauen nach Versailles: Die Frauen, schreibt Arendt, bestanden darauf, dass Freiheit nur möglich ist, wenn Menschen auch die Freiheit haben, frei zu sein. Es reicht nicht, keine Furcht (vor denen da oben) zu haben. Man braucht auch was zum Essen. An der Größe dieser Aufgabe, nämlich aus der politischen auch eine soziale Revolution zu machen, ist die Französische Revolution bekanntlich gescheitert. Sie endete in Terror und Restauration, wie so viele Revolutionen nach ihr. Aber die Idee von einem Zusammenleben, in dem die Gleichheit aller Menschen mehr ist als eine theoretische Formel, war in der Welt. Wegen dieses Sprungs auf eine neue Ebene, schreibt Arendt, wurde die Französische Revolution trotz ihres Scheiterns zur Blaupause für weitere Revolutionen. Ganz anders die Amerikanische Revolution: Sie war zwar erfolgreich, denn sie mündete in einer stabilen Demokratie. Aber sie blieb nur eine lokale Angelegenheit. Denn die Amerikanische Revolution stellte die 14


soziale Frage nicht. Arendts Erklärung dafür ist bedenkenswert: Die revolutionäre Gleichheitsidee habe sich in Europa auf alle Menschen bezogen, was die bittere Not der Armen zum demokratischen Skandal machte (die Frauen wurden erst im 19. Jahrhundert explizit aus dem männlichen Gleichheitskonzept ausgeschlossen). In Amerika hingegen gab es die Sklaverei. Der Bereich des Elends menschlicher Ausbeutung wurde sozusagen ausgelagert auf die Versklavten, die aufgrund des Rassismus nicht als Gleiche galten – ihr Elend musste die Revolution also nicht weiter beschäftigen. Wer macht nun die Revolution? Wen bringt sie ins Rampenlicht? Wer bleibt weiterhin marginalisiert? Es ist augenfällig, dass heute die großen Proteste gegen nationalistische, rassistische und ausbeuterische Politik nicht von „Männern“, sondern von „Anderen“ angeführt werden: Die Women’s Marches nach der Inauguration von Donald Trump als Präsident waren die größten Demonstrationen, die es in den USA jemals gegeben hat. Jugendliche organisierten kürzlich die Demonstrationen gegen die absurden Waffengesetze der USA. In Spanien riefen Feministinnen am 8. März zu einem Generalstreik auf, an dem sich Hunderttausende beteiligten. In der Türkei ist die Frauenbewegung die einzige, die sich trotz Ausnahmezustand und Verboten mit großen Demonstrationen dem Regime Erdoğan entgegen stellt. In Polen hat sich aus den feministischen Protesten gegen eine weitere Verschärfung des Abtreibungsverbotes eine Bewegung gegen die nationale Regierung generell entwickelt. Auch im Iran und in Russland sind es Frauen, die die jeweiligen Regime am klarsten herausfordern. Und vielleicht begann es schon mit der arabischen Rebellion, wo 2011 so erstaunlich viele Frauen in den ersten Reihen marschierten. Früher war die Frauenbewegung ein Teil der Linken. Heute, könnte man sagen, ist die Linke ein Teil der Frauenbewegung. Freilich nicht jener Bewegung weißer, bürgerlicher Frauen, deren Forderungen sich darauf beschränken, für sich die gleichen Rechte einzufordern wie sie die weißen Männer bereits besitzen. Das Projekt des Gleichstellungsfeminismus ist schon länger erlahmt, aber spätestens seit der Niederlage von Hillary Clinton gegen 15


Donald Trump auch symbolisch gescheitert. Nicht, weil Clinton die Wahl verloren hat; wer kämpft, kann immer auch verlieren. Sondern weil klar wurde, dass Clinton keine Kandidatin der Revolution ist, sondern eine des Establishments. Feministinnen, die das Erbe der Arbeiterinnen antreten wollen, die nach Versailles zogen, um von der Revolution Brot für sich und ihre Familien einzufordern, können sich nicht auf ihre Emanzipation „als Frauen“ beschränken, sondern müssen die menschliche Differenz generell aufgreifen. Das ist der Sinn davon, Frauen* mit einem Sternchen zu schreiben: Frauen* bezeichnet kein Geschlecht, sondern eine politische Position – Frauen und andere „Andere“. Es geht nicht darum, der männlichen Identität eine eigene, weibliche Identität gegenüber zu stellen, sondern darum, den Raum des Politischen für das NichtIdentische zu öffnen: für die unterschiedlichsten Geschlechter und Queers, für feministische und unmännliche Männer, für alle, die, aus welchen Gründen auch immer, aus der Norm des Menschseins hinausdefiniert wurden und werden, aus rassistischen, kapitalistischen, religiösen oder sonstigen Motiven. Das ist nicht leicht, denn eine Koalition der „Anderen“ führt unweigerlich zu Konflikten. Frauen* lassen sich nicht auf ein gemeinsames Programm einschwören, und die alten politischen Formen der Befriedung – Abstimmung und Parteiräson – funktionieren nicht. Wie geht man mit Antisemitinnen in den eigenen Reihen um? Was machen wir mit dem innerfeministischen Konflikt rund um das Thema Sexarbeit? Wann ist Solidarität gefragt und wann harte Auseinandersetzung? Wie bleiben wir in den Analysen radikal, ohne Bündnisse unmöglich zu machen und in tausend kleine Sekten zu zerfallen? Auf diese Fragen müssen in der Praxis erst noch Antworten gefunden werden. Dass es nicht mehr die „Männer der Revolution“ sind, die heute Revolutionen machen, sondern „Frauen und andere Andere“ wird politisch noch fast gar nicht diskutiert. Der mediale Blick der öffentlichen Debatten sucht noch immer nach tradi­ tionellen Kategorien. Viele männliche Linke finden zwar den Aufbruch, die Aktionen und die Demos sympathisch, erkennen jedoch in den Akteur*innen nicht die Anderen, sondern nur Varianten 16


von sich selbst – sind wir denn nicht alle Menschen? Das Potenzial des Neuen wird so übersehen. Andere wehren sich gegen den Autoritätsverlust der „alten weißen Männer“, fühlen sich von den Frauen* ungerecht behandelt und schreiben über ihre bedauernswerte Lage lange Jammerartikel in den Feuilletons. Wer hingegen sehr genau verstanden hat, entlang welcher Linien die revolutionären Auseinandersetzungen heute verlaufen, sind die neuen Rechten und ganz Rechten. Ob Trump, Putin oder Erdoğan, ob AfD oder Alt-Right: Was sie eint, ist das offene Bekenntnis zu Rassismus und Antifeminismus. Der Anspruch auf patriarchale, herrenmenschliche Privilegien wird rechtsaußen nicht mehr hinter jovialen Lippenbekenntnissen zur Gleichberechtigung versteckt, sondern ist zum Markenkern geworden: Frauen und andere Andere haben nur dann eine Existenzberechtigung und einen Anspruch auf würdevolles Leben, wenn sie tun, was ihnen von den machthabenden Männern als Lebenssinn zugewiesen wird. Vertreten sie eine eigene, abweichende Meinung, werden sie bekämpft. Wer macht also die Revolution? In einer Welt, die so, wie sie heute ist, nicht bleiben kann, s­ tehen sich im Jahr 2018 zwei politische Kräfte gegenüber: Feminis­tische, intersektionale Bewegungen auf der einen Seite, faschistische, nationalistische, rechtspopulistische auf der anderen. Die „Männer der Revolution“ müssen sich entscheiden, wo sie sich einreihen wollen.

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WER WEN

Wer repräsentiert wen von Volker Weiß „Darauf läuft der ganze gegenwärtige Krieg heraus: Wer wird siegen, wer wird die Lage schneller ausnutzen?“ In seinen Ausführungen über die Neue Ökonomische Politik bewies Lenin 1921 einen bemerkenswerten Pragmatismus. Nicht die richtige Weltanschauung sei in diesem Moment entscheidend, sondern eine simple Machtfrage: „Man muss diese Dinge nüchtern betrachten: Wer – wen?“ Für die Sicherung der Herrschaft war auch ein Ideologieverzicht akzeptabel. Schließlich galt es, die wirtschaftliche Überflügelung des revolutionären Russland zu verhindern – und damit die Macht zu sichern. Die Warnungen des Exils und aus den eigenen Reihen vor dem drohenden Verlust der Freiheit im Sowjetreich waren ihm „Räsonnements“ … „Von diesen Phrasen muss man sich frei zu machen wissen.“ Das Zitat reduziert Politik und Repräsentation auf das Moment der Dominanz. Wer – wen? Die Kunst kann dieses unterlaufen, daher sind Theater bevorzugte Stätten der politischen Auseinandersetzung. Das weiß man spätestens seit der Kündigung der Kaiserloge am Deutschen Theater durch Wilhelm II. 1894. An Gerhart Hauptmanns „Die Weber“ prallten hier schon damals gesellschaftliche wie ­ästhetische Vorstellungen aufeinander. Seither wird um die angemessene Repräsentation der Welt gestritten. Der eine will das Erhabene inszeniert wissen und schimpft auf die „Gossenkunst“ an den Bühnen. Der andere spürt im Schauspiel der gesellschaftlichen Realität mitsamt ihren Brüchen nach. Das gilt bis heute. Nicht etwa, weil das Theater noch so viel Aufmerksamkeit ­genießt. Als symbolischer Heimatort der Hochkultur einerseits und Subventionsempfänger andererseits ist es das perfekte Feld für den Kampf um die kulturelle Deutungsmacht. „Wer – wen?“ 18


Vor diesem Hintergrund mutet es wie eine seltsame Wiederholung an, wenn der gescheiterte Philosoph und kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion Marc Jongen mehr als ein Jahrhundert nach Wilhelm II. die „Entsiffung des Kulturbetriebs“ ankündigt. Die „thymotische Wende“, wie der bürgerliche Wutanfall im Jargon des Sloterdijk-Epigonen genannt wird, soll auch die Kunst erfassen. Jongens Partei AfD ließ keinen Zweifel daran, wie sie aus der dominanten Position zu verfahren gedenkt. Letztes Jahr forderte sie im Berliner Senat, mit dem Gorki Theater, dem Friedrichstadtpalast und dem Deutschen Theater drei Spielstätten die Zuschüsse zu kürzen. Stoßen sie selbst jedoch auf Gegenwind, ist das Wehklagen groß, etwa als Schweizer Theatermacher_innen Jongen einmal aus Solidarität mit den Kolleg_innen ganz thymotisch gestimmt den Zugang verwehrten. „Wer – wen?“ Betrachtet man die politischen Anfänge einer Beatrix von Storch (AfD) in den neunziger Jahren, so stößt man auf eine Lobby­organisation, die sich für die Rückgabe enteigneter Adelsgüter einsetzte. Mit einem Studentenverein orchestrierte Storch erfolglos den Widerspruch gegen die Vertragsgrundlagen der Wiedervereinigung. Eine erste Kollision des späteren AfD-Rammbocks mit dem bürgerlichen Konservatismus. Heute spielt diese Frage offiziell keine Rolle mehr. Wie viele andere Inhalte wurde auch die Lobbyarbeit für den Hochadel von der Agitation gegen Flüchtlinge ersetzt. Interessant wäre zu sehen, wie sich die Partei positioniert, wenn ihr gesetzgeberischer Einfluss einmal gewachsen ist. Gut möglich, dass manch wütender AfD-Wähler, der heute auf ehemaligen Gütern derer von Schwerin-Krosigk sitzt, einmal staunen wird. „Wer – wen?“ Der Populismus ist nicht einfach ein Produkt der politischen Repräsentationskrise, er organisiert sie zugleich. „Wir gegen die“, „Wir sind das (einzig wahre) Volk“, „Lügenpresse“, „Eliten“, „Bilderberger“, „Gutmenschen“, „globalistische Eliten“ … die Kampfbegriffe sind vielfältig. Jan-Werner Müller schreibt, dass Populisten „immer Vorbehalte gegen Parlamente als unvermeidlich pluralistische Institutionen haben. Worüber soll man denn groß reden oder streiten? Der angeblich wahre Volkswille liegt schließlich offen zu Tage.“ Im Kern ist der Populismus durch seine 19


­ eschwörung des „gesunden Menschenverstandes“ illiberal – B mit diesem Begriff definiert auch Victor Orbán das neue ungarische Staatsverständnis und wird damit zum Idol westeuropäischer Rechtspopulisten. „Wer – wen?“ Die Krise der Repräsentation ist jedoch auch eine Krise des Liberalismus. Die liberale Demokratie ist keineswegs vom populistischen Sündenfall freizusprechen. Die rein ökonomisch ausgerichtete Struktur der Europäischen Union, mit der der Nationalismus überwunden werden sollte, hat zu seiner Wiedergeburt geführt. Die innere Logik des Populismus ist selbst nah an einem Gegner, den er zu bekämpfen vorgibt: die technokratische Herrschaft. Dazu wieder Jan-Werner Müller: „Sowohl Technokratie als auch Populismus sind ihrer inneren Logik nach antipluralistisch.“ So hat die fatale Rhetorik der „Alternativlosigkeit“ jenen den Weg gebahnt, deren Politik noch alternativloser sein wird. Auch die „Alternativlosigkeit“ kannte keine Parteien mehr. „Wer – wen?“ Hillary Clinton war Teil des Problems, dessen Ergebnis Donald Trump heißt. Ihr Mann Bill wurde als erster „postideologischer“ Politiker gelobt, als Vorreiter von Gerhard Schröder und Tony Blair. Der Deal war einfach: Während der Präsidentschaft Bill Clintons wurde die kulturelle Liberalisierung zur offiziellen Agenda. Der Kampf gegen Diskriminierung von Minderheiten wurde nicht mehr von Bürgerbewegungen, sondern durch das Weiße Haus selbst geführt. Nach rassistischen Anschlägen ließ sich der US-Präsident beim Wiederaufbau abgebrannter Kirchen schwarzer Gemeinden fotografieren: mit Akkuschrauber auf der Leiter. Die Kampagne für eine geeinte multikulturelle Gesellschaft war überfällig und wurde zudem flankiert von einem wirtschaftlichen Boom. Die Botschaft dabei: Der Klassenkampf ist zu Ende. Die Ideologien sind tot, es gibt nur noch freie Subjekte und freie Märkte. Identität stellte sich nicht mehr ökonomisch her, sondern kulturell. Doch wer, fragt auch Didier Eribon, tritt an die Stelle der einstmals linken Repräsentanten des „kleinen Mannes“? „Wer trägt der Tatsache Rechnung, dass sie existieren, dass sie leben, dass sie etwas denken und wollen?“ In den USA machte sich viele Jahre und zwei Amtsperioden eines ­ersten 20


schwarzen Präsidenten später das „Volk“ einen eigenen Reim auf die Clinton-Ära. „Wer – wen?“ Mittels neuer Formen der digitalen Agitation und gut orchestrierter Netzwerke der extremen US-Rechten ließen sich die ­Ressentiments des „kleinen weißen Mannes“ gezielt triggern. So konnte man den Arbeitern der US-amerikanischen Stahl- und Autoindustrie verkaufen, ihre Arbeitsplätze seien nicht nach China verlagert worden, sondern Gender-Toiletten zum Opfer gefallen. Wenn die Liberalen uns ökonomisch vergessen haben, lautete das Fazit, wollen wir auch ihre kulturellen Segnungen nicht. Kein Multikulti, keine Homoehe, keine Gleichstellungsbeauftragte und kein „Obama Care“, keine New York Times und keine GenderTheorie aus Berkeley. Das Modell machte Schule, dabei wird niemand glauben, dass das Geld wirklich bei ihm landet, wenn es nicht an Flüchtlinge geht. Aber wenn man schon selbst nichts kriegt, soll der andere erst recht nichts haben. Faschistische Agitation bedient diesen Reflex, das hatte schon Leo Löwenthal in den vierziger Jahren erkannt. Der Frankfurter Emigrant fasste zusammen, was der Faschist seinem Publikum versprach: „Anstatt mit den Unterdrückten und Leidenden gemeinsame Sache zu ­machen, schließt euch mir an. Ich verspreche euch weder Frieden noch Sicherheit, noch Glück. Ich erzähle euch nichts von ­Individualität, was immer das Wort bedeuten mag. Ich verachte solche Schlagworte, wenn ich sie auch gelegentlich, wenn’s passt, selbst verwende. Wenn ihr euch mir anschließt, verbindet ihr euch mit Kraft, Stärke und Macht – den Waffen, die am Ende alle Streitigkeiten entscheiden. […] In der Hölle meiner Erbarmungslosigkeit winkt euch ein trautes Heim.“ „Wer – wen?“

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Ensemble


Helmut Mooshammer


Maren Eggert


Benjamin Lillie


Jรถrg Pose


Katrin Wichmann


Sophie Rois


Regine Zimmermann


Edgar Eckert


Christoph Franken


Caner Sunar


Kathleen Morgeneyer


Bernd Moss


Jeremy Mockridge


Judith Hofmann


Wiebke Mollenhauer


Linda Pรถppel


Camill Jammal


Maike Knirsch


Michael Goldberg


Ulrich Matthes


Linn Reusse


Franziska Machens


Manuel Harder


Alexander Khuon


Anja Schneider


Lisa Hrdina


Elias Arens


Bernd Stempel


Felix Goeser


Almut Zilcher


BoĹžidar Kocevski


Timo Weisschnur


Paul Grill


Katrin Klein


Markwart MĂźller-Elmau


Natali Seelig


Thorsten Hierse


Harald Baumgartner


Marcel Kohler


Birgit Unterweger


Das Ensemble des Deutschen Theaters wurde für die Spielzeit 2018 / 19 von Katja Strempel fotografiert.

Vielen Dank den Mitarbeiter_innen der Abteilung Maske sowie den Ankleider_innen! Danke an Susanne und Lena (für die Logistik), Sabine und Julia (für die Gestaltung), Johann Hausstätter (für die Lithografie), Foto Braune und Foto Günther. Und Dank allen Schauspieler_innen und dem Deutschen Theater für das Vertrauen! Katja Strempel

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Ensemble


* Feste Gäste

Elias Arens Harald Baumgartner Margit Bendokat * Edgar Eckert Maren Eggert Samuel Finzi* Christoph Franken Michael Gerber * Felix Goeser Michael Goldberg Christian Grashof * Paul Grill Manuel Harder Corinna Harfouch * Gabriele Heinz Thorsten Hierse Judith Hofmann Lisa Hrdina Jürgen Huth* Camill Jammal Alexander Khuon Katrin Klein Maike Knirsch Božidar Kocevski Wolfram Koch * Marcel Kohler Benjamin Lillie Franziska Machens

Dagmar Manzel * Ulrich Matthes Katharina Matz * Jeremy Mockridge Wiebke Mollenhauer Helmut Mooshammer Kathleen Morgeneyer Bernd Moss Markwart Müller-Elmau Linda Pöppel Jörg Pose Linn Reusse Sophie Rois Anja Schneider Barbara Schnitzler * Michael Schweighöfer * Natali Seelig Bernd Stempel Caner Sunar Birgit Unterweger Timo Weisschnur Katrin Wichmann Simone von Zglinicki* Almut Zilcher Regine Zimmermann

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Gäste


Nadim Jarrar Johanna Kolberg Steffi Kühnert Peter Kurth Jürgen Kuttner Ole Lagerpusch Josephine Lange Karin Lithman Hans Löw Peter-René Lüdicke Charlotte Mednansky Wolfgang Menardi Julia Nachtmann Thomas Neumann Martin Otting Peter Pagel Milan Peschel Elke Petri Andreas Pietschmann Daniele Pintaudi Lisa Quarg Thea Rasche Gudrun Ritter Alexander Rohde Nele Rosetz Katharina Schenk Elena Schmidt Mascha Schneider Christine Schorn Frank Seppeler Nikolay Sidorenko Alexander Simon Holger Stockhaus Oliver Stokowski

Javeh Asefdjah Claes Bang Constanze Becker Lea Beie Natalia Belitski Manolo Bertling Antonia Bill Linda Blümchen Heiner Bomhard Martin Bruchmann Frank Büttner Rahul Chakraborty Ben Clark Ruby Commey Andreas Döhler Meike Droste Aylin Esener Alexandra Finder Tabitha Frehner Sven Fricke Sascha Göpel Laura Goldfarb Olivia Gräser Olivia Grigolli Christine Groß Moritz Grove Sebastian Grünewald Nina Gummich Jens Harzer Barbara Heynen Esther Maria Hilsemer Mavie Hörbiger Daniel Hoevels Nina Hoss 67


Kate Strong Jonas Vietzke Anita Vulesica Jutta Wachowiak Sabine Waibel Cordelia Wege Susanne Wolff Susanne Marie Wrage Marof Yaghoubi Kotti Yun Jirka Zett Przemek Zybowski sowie Studierende der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Buschˮ Berlin, der Universität der Künste Berlin und Darsteller_innen des Jungen DT

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Premieren


PREMIEREN 2018 / 19

Cry Baby

von René Pollesch Regie: René Pollesch Uraufführung: 8. September 2018, Deutsches Theater

Vor Sonnenaufgang

von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann Regie: Jette Steckel Deutsche Erstaufführung Berlin-Premiere: 9. September 2018, Kammerspiele Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Alte Meister

nach Thomas Bernhard Regie: Thom Luz Premiere: 14. September 2018, Kammerspiele

Welche Zukunft?! Let Them Eat Money

von Andres Veiel in Zusammenarbeit mit Jutta Doberstein Regie: Andres Veiel Uraufführung: 28. September 2018, Deutsches Theater Koproduktion Deutsches Theater Berlin mit der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Publikumsbeschimpfung

von Peter Handke Regie: Martin Laberenz Berlin-Premiere: 6. Oktober 2018, Kammerspiele Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart

Hunger. Peer

nach Hamsun / Ibsen Regie: Sebastian Hartmann Premiere: 19. Oktober 2018, Deutsches Theater 70


Jutta Wachowiak erzählt Jurassic Park

Ein Abend von Jutta Wachowiak, Eberhard Petschinka und Rafael Sanchez Regie: Rafael Sanchez Uraufführung: 21. Oktober 2018, Box

Der Revisor

nach Nikolai Gogol Regie: Karin Henkel Premiere: 9. November 2018, Deutsches Theater

Die stillen Trabanten

von Clemens Meyer Regie: Armin Petras Uraufführung: 11. November 2018, Kammerspiele

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Showcase Beat Le Mot nach den Gebrüdern Grimm Für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene Berlin-Premiere: 16. November 2018, Kammerspiele

Eine Koproduktion von Showcase Beat Le Mot mit dem Deutschen Theater Berlin, Theater Freiburg, FFT Düsseldorf und Kampnagel Hamburg. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Persona

von Ingmar Bergman Regie: Anna Bergmann Berlin-Premiere: 30. November 2018, Kammerspiele Koproduktion mit dem Malmö Stadsteater

Eine Inszenierung des Jungen DT

Hool

von Philipp Winkler Regie: Adrian Figueroa Premiere: 1. Dezember 2018, Box 71


Westend. Vier Tage im Sommer

von Moritz Rinke Regie: Stephan Kimmig Uraufführung: 21. Dezember 2018, Deutsches Theater

In der Sache J. Robert Oppenheimer

von Heinar Kipphardt Regie: Christopher Rüping Premiere: 20. Januar 2019, Deutsches Theater

Black Maria

von René Pollesch Regie: René Pollesch Uraufführung: 30. Januar 2019, Kammerspiele Eine Inszenierung des Jungen DT

Der Plan von der Abschaffung des Dunkels von Peter Høeg Regie: Nora Schlocker Premiere: 12. Februar 2019, Kammerspiele

Fabian. Die Geschichte eines Moralisten nach dem Roman von Erich Kästner Regie: Alexander Riemenschneider Premiere: 23. Februar 2019, Box

der tempelherr

von Ferdinand Schmalz Regie: Lilja Rupprecht Uraufführung: 3. März 2019, Kammerspiele Ein Werkauftrag für die Frankfurter Positionen 2019 – eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung

Der Menschenfeind

von Molière Regie: Anne Lenk Premiere: 29. März 2019, Deutsches Theater 72


Eine Inszenierung des Jungen DT

Verirrten sich im Wald

nach „Hänsel und Gretelˮ der Gebrüder Grimm Regie: Robert Lehniger Premiere: 30. März 2019, Box

Die Umsiedlerin

von Heiner Müller Regie: Tom Kühnel und Jürgen Kuttner Premiere: 6. April 2019, Kammerspiele

Der Hals der Giraffe

von Judith Schalansky Regie: Philipp Arnold Premiere: 18. April 2019, Box

ugly duckling

von Bastian Kraft nach Hans Christian Andersen Regie: Bastian Kraft Uraufführung: 25. April 2019, Kammerspiele

Leonce und Lena

von Georg Büchner Regie: Ulrich Rasche Premiere: 26. April 2019, Deutsches Theater

Kommt ein Pferd in die Bar von David Grossman Regie: Dušan David Pařízek Berlin-Premiere: 2018 / 19

Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Burgtheater Wien

Autorentheatertage

Mai / Juni 2019 Deutsches Theater, Kammerspiele, Box + Bar Außerdem Inszenierungen von Jette Steckel und András Dömötör 73


Repertoire


Deutsches Theater Am Königsweg von Elfriede Jelinek Amerika nach dem Roman „Der Verschollene“ von Franz Kafka Berlin Alexanderplatz nach dem Roman von Alfred Döblin Das Spiel ist aus von Jean-Paul Sartre Demokratie von Michael Frayn Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt Der Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer Die Glasmenagerie von Tennessee Williams Die Möwe von Anton Tschechow Diebe von Dea Loher Die Zofen von Jean Genet Ein Käfig ging einen Vogel suchen von Franz Kafka Kleist. Geschichte einer Seele Szenische Lesung Gespenster nach August Strindberg / Henrik Ibsen / Heinrich Heine Gift von Lot Vekemans Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing Onkel Wanja von Anton Tschechow Phädra von Jean Racine Rom nach William Shakespeare Schiller-Balladen Szenische Lesung Sommergäste von Maxim Gorki Terror von Ferdinand von Schirach Tod eines Handlungs­reisenden von Arthur Miller Ulysses nach James Joyce Warten auf Godot von Samuel Beckett

Kammerspiele 100 Sekunden (wofür leben) Eine Versuchsanordnung Auerhaus nach dem Roman von Bov Bjerg Biographie: Ein Spiel von Max Frisch Das Fest von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov Das Feuerschiff nach der Erzählung von Siegfried Lenz Das Missverständnis von Albert Camus Der Geizige von Molière Der Tag, als ich nicht ich mehr war von Roland Schimmelpfennig Eisler on the Beach Eine kom­munistische Familienaufstellung mit Musik Endspiel von Samuel Beckett Feminista, Baby! nach dem „SCUM-Mani­festo“ von Valerie Solanas Gertrud von Einar Schleef In Stanniol­papier von Björn SC Deigner Ismene. Schwester von von Lot Vekemans It Can’t Happen Here nach dem Roman 75


von Sinclair Lewis Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht von Rosa von Praunheim Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder Klassenbuch nach dem Roman von John von Düffel König Ubu von Alfred Jarry Medea. Stimmen von Christa Wolf Muttersprache Mameloschn von Sasha Marianna Salzmann Tagebuch eines Wahnsinnigen von Nikolai Gogol Tape von Stephen Belber Tschick nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Väter und Söhne von Brian Friel nach dem Roman von Iwan Turgenjew Versetzung von Thomas Melle WUT von Elfriede Jelinek

Box Antwort aus der Stille nach der Erzählung von Max Frisch Das Mädchen mit dem Fingerhut von Michael Köhlmeier Drauf­gängerinnen. All Adventurous Women Do von Tanja Šljivar Geschichten von hier: Glaube Liebe Hoffnung Ein Projekt von Frank Abt Hundeherz nach Michail Bulgakow Solaris nach dem Roman von Stanisław Lem Tigermilch nach dem Roman von Stefanie de Velasco Transit von Anna Seghers Tropfen auf heiße Steine von Rainer Werner Fassbinder Vater von Dietrich Brüggemann Vier Tage im Juli – Blackbox G20 Ein Projekt von Gernot Grünewald und Ensemble Wodka-Käfer von Anne Jelena Schulte nach „Berliner Mietshaus“ von Irina Liebmann

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September


September

Cry Baby

Uraufführung: 8. September 2018, Deutsches Theater

von René Pollesch Regie: René Pollesch Sie haben alles richtig gemacht! Der Versuch, „besser zu werden“, möchte nur noch allen diesbezüglichen Vorwürfen aus dem Weg gehen. „Man hat doch alles richtig gemacht!“ „Da kann mir keiner mehr einen Vorwurf machen.“ Gut oder schlecht läuft dann auf das Gleiche hinaus. Wie beim Schlaf. Einer der schläft, ist soviel wert, wie ein anderer, der schläft. Alle fallen in denselben einförmigen Schlaf. Der ist nur mehr oder weniger. Und Unruhen und Zwischenfälle gehören ihm ja eigentlich nicht an. Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Die Verbesserung, auch der Welt, ist nach innen gewandert. In eine Nacht, in der man nichts mehr sieht. #HowIwillchange. Durch Bewusstseinspolitik. Aber „Mich interessiert, wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, das Theater mehr als die Veränderung der Welt“ von Bertolt Brecht, ist dann im Moment wieder ein überaus politischer Satz. Man hat alles richtig gemacht. Man ist mit allem herausgerückt. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst. Unerträglich eigentlich, die Rückseite seiner Lider ansehen müssen, die ganze Zeit bis zum Einschlafen. Den Vorhang. Die Wimpern, die die Welt nach unten drücken. 78


September

Vor Sonnenaufgang von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann Regie: Jette Steckel

Berlin-Premiere: 9. September 2018, Kammerspiele

„Erschütternd, dass es für das Leben, wie es ist, / nicht bessre Gründe gibt“ Noch versprechen der neue Tag und das Licht der aufgehenden Sonne eine hoffnungsvolle Zukunft. Doch in der ausgekühlten Welt, in der Familie Krause auf die Geburt eines Babys wartet, stehen die Menschen vereinzelt und entwurzelt, bahnt sich eine neue Liebe an und erlischt, sehen sich zwei Studienfreunde nach langer Zeit wieder und stellen fest, dass eine unüberwindbare Kluft sie und ihre Weltanschauungen nun trennt. „Vor Sonnenaufgangˮ – schon der Titel des 1889 urauf­ geführten Dramendebüts von Gerhart Hauptmann deutet eine transitorische Situation, einen Schwellenzustand an. Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer seziert in seiner Neubearbeitung die Bruchstellen unserer Gegenwart und macht am Beispiel einer Familie und ihrer Konflikte größere gesellschaftliche Zusammen­hänge sichtbar, zeigt die Beschädigungen und Entmenschlich­ungen hinter einer bürgerlichen Fassade und die Erosionserscheinungen eines demokratischen politischen Systems. In einer scheinbar einfachen Geschichte und profanen Alltagsschilderungen entwickelt der luzide Text eine tragische Wucht. Deutsche Erstaufführung Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

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September

Alte Meister

Premiere: 14. September 2018, Kammerspiele

nach Thomas Bernhard Regie: Thom Luz

Ich hasse die Menschen, aber sie sind gleichzeitig mein einziger Lebenszweck. 80


WER WEN

Abneigung, Unverständnis, Ekel von Helene Hegemann Stadtrand von Berlin, Mai, saukalt draußen, man liest abwechselnd in „Alte Meister“ von Thomas Bernhard und, wie jeder andere FAS-Abonnent an diesem Morgen, einen verstörenden Zeitungsartikel zum kürzlich in China entwickelten Sozialkreditsystem, das spätestens im Jahr 2020 künstliche Intelligenz dazu benutzen wird, die Vertrauenswürdigkeit und Aufrichtigkeit der Bürger anhand von aus Datenbänken gezogenen Informationen zu beurteilen. Das Lieblingsbeispiel: Hilft ein Chinese einer alten Frau über die Straße, gibt es dafür Punkte. Bezahlt er seine Handyrechnung nicht, eine für mich typische Missetat: Punktabzug. Hält sich jemand mit Leuten auf, die „reputationˮ akkumuliert haben, bedeutet das Punktezuwachs – lässt er sich vorrangig mit welchen ein, die weniger Punkte haben als er selbst, Abzug. Wenig Punkte bedeuten Kreditunwürdigkeit, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit bis hin zu Reiseverbot und die unumstößliche, öffentliche Aburteilung zum schlechten Menschen. Offenbar werden zu diesem Zweck auch Helme für Fabrikarbeiter entwickelt, die ihre Gehirntätigkeit messen und ihren Chef rechtzeitig auf potenziell geschäftsschädigende Gefühle seiner Untergebenen hinweisen können, Angst, Wut, Liebeskummer, Abneigung, Unverständnis, Ekel, also alles, in das man sich aus Langeweile an einem chinesischen Fließband so reinsteigern kann. Das Gute soll das Schlechte dank dieses Systems endgültig eliminieren, oder eher: Totaler Überwachungsstaat zugunsten einer computergesteuerten Planwirtschaft, computergesteuert im Sinne von: Der Computer hat Zugriff auf deine Sexfantasien. In so einer Welt stellt sich nicht mehr die „Wer gegen wen?“– Frage, nur noch die Frage danach, wann man für sich selbst und 81


wann man gegen sich selbst ist. Und die Frage, was mit der Kunst passiert. Die wird dann entweder abgeschafft. Oder als Gegengewicht ausgebaut. Als Künstler ein Politiker zu sein gelingt einem nur in einer Gesellschaft, die Fäkalien auf der Bühne nicht als systembestätigende Modeerscheinung wahrnimmt, sondern als etwas, über das man eine Strafe verhängen muss. Max Frisch hat mal von der „durchschlagenden Wirkungslosigkeit der Klassiker“ gesprochen, seit ich das gelesen habe, komme ich nicht mehr umhin, die Werke aller vor meiner Geburt gestorbenen Autoren, (die, dagegen kann ich nichts tun, vor meinem geistigen TeenagerAuge zu einer Art elitärem, anonymen Brei aus Männerfleisch verkocht waren, aus dem mit der Zeit immer mehr zu Umrissen mit Gesichtern verschärfte Individuen hervorstiegen, und von denen verkörperten manche dann auch wirklich nur durchschlagende Wirkungslosigkeit, andere, wie Thomas Bernhard, aber eben nicht) darauf zu überprüfen, ob ich sie für einen Klassiker halte. Thomas Bernhard hat sein Land gehasst, nach seinem Tod darüber verfügt, dass keines seiner Stücke je wieder in Österreich gespielt werden dürfe (was nicht ganz geklappt hat wegen Inkonsequenz seiner Universalerben). „Alte Meister“ ist auf den ersten Blick eine antipathische, wirklich angeekelte Abrechnung mit so gut wie allem, wird dann zu einem überraschenden Plädoyer für die Zweierbeziehung, am Ende ein Beispiel für sogenanntes Leben im Selbstwiderspruch. „Gehen Sie nur in die Theater, dort wird heute nichts als gemeingefährlicher Kitsch geboten, nichts als Sentimentalität und selbst wenn es brutal und wild zugeht auf dem Theater, ist es doch nur die gemeine kitschige Sentimentalität“, das sagt Reger, Musikkritiker für die Times, 83 Jahre alt, der im Kunsthistorischen Museum in Wien, gegenüber von ­Tintorettos „Weißbärtigem Mann“ auf einer samtbezogenen Sitzbank sitzend, seinen Freund Atzbacher drei Stunden lang mit vollkommen nachvollziehbaren Hasstiraden auf die österreichische Kultur und alle Männer, die als geniale Aushängeschilder für selbige abgenickt werden, zulabert. Und am Ende stellt sich heraus, dass sich Reger in diesen 300-Seiten-Monolog nur aus dem Unvermögen heraus hineingesteigert hat, Atzbacher die Frage zu stellen, die er ihm bereits zu Beginn ihres Treffens hatte stellen 82


wollen: ob er vielleicht mit ihm ins Theater gehen würde, er habe zwei Karten für den „Zerbrochenen Krug“. Der letzte Satz ist dann einer, den man als erster und einziger Mensch gelesen und verstanden zu haben glaubt. Geht jedem anderen FAS-Abonnenten wahrscheinlich ähnlich wie mir, zumindest jedem zweiten. Man stellt sich da zum Glück auch keine Fragen über alte Männer oder das alte Europa oder über schlechte Laune oder die sich öffentlich zerfetzende Linke, was bleibt, ist nur die bescheidene Hoffnung, dass es noch immer genug Leute gibt, die ahnen, dass man sich gegenseitig anschreien muss, um sich nicht gegenseitig umzubringen. Dass man im kleinen Stil auf ganzer Linie moralisch versagen dürfen muss, um nicht im großen Stil sein komplettes Wohnviertel in die Luft sprengen zu wollen.

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September

WELCHE ZUKUNFT?! Let Them Eat Money

Uraufführung: 28. September 2018, Deutsches Theater

von Andres Veiel in Zusammenarbeit mit Jutta Doberstein Regie: Andres Veiel Ein Stück Zukunft: Nach partizipativen Formaten, in denen Andres Veiel und Jutta Doberstein Wissenschaftler_innen und Bürger_innen zu Workshops zu den Themen Arbeit, Finanzen, Umwelt etc. zusammengebracht haben, entstand nun ein Theaterstück, das sich in der Zukunft mit Vergangenheit beschäftigt: In einem Untersuchungs­ ausschuss wird im Jahr 2028 die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028 gestellt. Die EU befindet sich nach dem Austritt Italiens 2023 in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Anlass ge­­­­nug, gegenzusteuern und in der Rest-EU 2024 ein bedingungsloses Grundeinkommen ein­zuführen. Doch ein ökonomischer Crash ist nicht mehr aufzuhalten. Ist die Ursache in einer zufälligen Verkettung bester Absichten zu finden? Andres Veiel geht es um die Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft – abseits von Legis­laturperioden oder Parteiinter­essen. So werden utopische Momente genauso zur Diskussion gestellt wie dysto­pische. Welche Spuren verfolgen wir? Und welche hinter­lassen wir? Koproduktion mit der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages 84


Oktober


Oktober

Publikumsbeschimpfung

Berlin-Premiere: 6. Oktober 2018, Kammerspiele Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart

von Peter Handke Regie: Martin Laberenz

Sie werden kein Spiel sehen.

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WER WEN

Das Normale sichtbar machen von Claus Caesar Oben und unten. Wir und ihr. Das Helle und das Dunkle. Die Bühne und der Saal. So-Tun-als-ob und der Glaube ans So-Tun-alsob. Peter Handkes „Publikumsbeschimpfung“ machte dieser Normalität bürgerlichen Theaters einen Strich durch die Rechnung. Das Licht im Zuschauerraum sollte angeschaltet bleiben, die Schauspieler beim Auftritt noch am Proben sein, keine Figuren spielen, sondern der Autorenstimme zu Gehör verhelfen. Mit ihren Texten verwiesen sie auf nichts anderes als auf die SprechSituation selbst: „Das ist kein Spiel. Wir haben keine Illusionen nötig. Wir zeigen Ihnen nichts. Diese Bretter bedeuten keine Welt. Sie gehören zur Welt. Wir sind keine Darsteller. Wir stellen nichts dar.“ Indem Handkes „Sprechstück“ die Grenzziehungen offenlegte, die ‚normalerweise’ den Theaterraum und die Spielsituation charakterisierten, markierte es sie zugleich als kontingent. Von nun an würde ihr Auftreten – theoretisch... – immer als Entscheidung verstanden werden müssen, nicht mehr als unhinterfragte Konvention. Wer sich die Aufzeichnung von Claus Peymanns Uraufführung der „Publikumsbeschimpfung“ ansieht (im Frankfurter Theater am Turm, 1966), bemerkt, wie nach knapp vierzig Minuten etwas Unerhörtes passiert: Ein paar Zuschauer entern die Bühne. Umgehend wird dafür gesorgt, dass sie sie wieder verlassen. Handkes Stück benannte die Strukturen der damaligen Theaterkonvention und verflüssigte sie dadurch, doch zeigt sich hier ein Moment, das solcher Verflüssigung zu entkommen scheint. Anders gesagt, scheint sich die Inszenierung der Gefahr bewusst gewesen zu sein, die Unterscheidung zwischen Akteur_innen und Zuschauenden fallen zu lassen, auch wenn das 87


Handkes Text postuliert. Denn, so könnte man behaupten, wie weit auch immer man diese Unterscheidung aufschiebt: wird sie gänzlich, wahrhaftig aufgehoben, hört das Theater vielleicht auf Theater zu sein. An dieser Aufhebung der Unterscheidung zwischen Akteur_ innen und Zuschauer_innen arbeiten heute Vertreter_innen eines partizipativen Theaters. Auch andere Aspekte des Textes gehören inzwischen zum Gemeingut theatraler Praxis. Die Fähigkeit Normalität als solche sichtbar zu machen, über die Handkes Text verfügt, ist – vielleicht – nurmehr zitier-, aber nicht mehr erfahrbar. Gleichwohl hat der grundsätzliche Gestus der „Publikumsbeschimpfung“ an Bedeutung nichts eingebüßt, im Gegenteil. Ein Beispiel: Beim Theatertreffen 2018 war Anta Helena Reckes Inszenierung „Mittelreich“ eingeladen, eine – von ihr selbst so bezeichnete – „Schwarzkopie“ der Inszenierung von Josef Bierbichlers Roman, die Anna-Sophie Mahler ebenfalls an den Münchner Kammerspielen zwei Jahre zuvor erarbeitet hatte und die gleichfalls zum Theatertreffen eingeladen worden war. Recke eignete sich die Arbeit an, indem sie sämtliche Rollen mit Schauspieler_ innen of Color besetzte und ansonsten Mahlers Inszenierung kopierte. Wer gegen wen oder wer für wen: Auf den ersten Blick mag der Unterschied zu Handkes Text bzw. Peymanns Inszenierung groß sein. Doch überein kommen beide Arbeiten darin, dass sie eine Normalität, die zuvor als Normalität kaum oder gar nicht in den Blick kam – die Konventionen bürgerlichen Theaters einerseits, die unbenannte Praxis weißer Theaterrou­tinen andererseits – als solche erkennbar machen. Und damit in Frage stellen.

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Oktober

Hunger. Peer

Premiere: 19. Oktober 2018, Deutsches Theater

nach Hamsun / Ibsen Regie: Sebastian Hartmann Sebastian Hartmann ist der große Menschenerkunder unter den deutschsprachigen Theaterregisseuren der Gegenwart. Und ein Romantiker dazu, dessen Inszenier­ungen sich stets auf die Suche begeben: nach einer Begegnung mit denjenigen Kräften, Entäußerungen und Abgründen, die unsere Existenz prägen und unserer Ratio entgehen. Nach „Berlin Alexanderplatz“, „Gespenster“ und „Ulysses“ schreibt Hartmann nun seine theatrale Geschichte des Menschseins am Deutschen Theater fort: auf den Spuren der Gier, des unersättlichen Begeh­r­ens, des Hungers, der einen verzehrt, Visionen freisetzt, Räume aufmacht, Katastrophen provoziert, uns über­­leben und zugleich am Überleben verzweifeln lässt.

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Oktober

Jutta Wachowiak erzählt Jurassic Park Ein Abend von Jutta Wachowiak, Eberhard Petschinka und Rafael Sanchez Regie: Rafael Sanchez

Uraufführung: 21. Oktober 2018, Box

„Und jetzt wirst du mir zuhören!!! Jetzt wirst du mir, verdammt, zuhören!!!“ Jutta Wachowiak, geboren 1940, sitzt vor einem Bild im Museum. Oder in einem Park? In einem Vergnügungspark? In einem lebenden Museum? Sie hat viel zu erzählen: vom Krieg, von einem Land, das es nicht mehr gibt, von dem Land, in dem sie jetzt lebt. Von WesternDuschen im Kino, damit das Denken aufhört. Sie, die Wärterin, nimmt heimlich einen kleinen Dinosaurier von der Arbeit mit nach Hause. Er wächst und wächst, lernt Kunststücke und tritt im Zoo auf. Was ist das für ein Erinnerungspark, dem eine unheim­liche, ungebändigte Kraft innewohnt? Sie haben die Fenster aufgemacht. Das geschaffene Monster – der Dino­saurier und die Wärterin verschmelzen. Wer ist eigentlich der Dinosaurier?

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November


November

Der Revisor

Premiere: 9. November 2018, Deutsches Theater

nach Nikolai Gogol Regie: Karin Henkel „Ein Revisor kommt in unsere Stadt!“ Mit dieser Ankündigung beginnt es zu rumoren in dem gesellschaftlichen Mikrokosmos eines kleinen russischen Städtchens, in dem jeder – vom Bürgermeister bis zum Bauern – den sprichwörtlichen Dreck am Stecken hat. Niemand ist frei von Schuld und schlechtem Gewissen, keiner kann sich vor dem Revisor sicher fühlen. Die Angst vor der Ent­ deckung ihrer Machenschaften, Schmiergeldzahlungen und Doppelleben ist so groß, dass die besorgten Bürger_ innen in dem verschuldeten und fadenscheinigen Hotelgast Chlestakow nämlichen Revisor sehen. Dessen Tiraden über seinen knauserigen Vater halten sie für ein raffiniertes Inkognito und sein Versagertum für Verstellung. Bestechungsgelder und Vergünstigungen strömen ihm zu. Der Bürgermeister geht sogar so weit, Chlestakow bei sich zu Hause einzuquartieren und ihm seine Tochter anzubieten. Schein und Sein wirbeln immer wilder durcheinander. – Und der Revisor? Die Hoffnung auf Gerechtigkeit und eine Verbesserung der Verhältnisse kommt Gogol in seinem 1835 ge­schriebenen Stück zusehends abhanden. Die Aufdeckung von Missständen verliert ihre aufklärerische Kraft angesichts der schwindelnden Abgründe, die sich auftun.

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November

Die stillen Trabanten

Uraufführung: 11. November 2018, Kammerspiele

von Clemens Meyer Regie: Armin Petras

Ich schenkte ihr später eine Blume, die wuchs im Schutt zwischen den Gebäuden. 93


WER WEN

Heimaten von Christoph Dieckmann Berlin-Ostkreuz, zur Stoßzeit. Durchs Volk pflügt ein beglatzter Hüne mit Schäferhund. Auf seinem T-Shirt prangt ein Spruch. HEIMAT IST ... Schon schluckt das Gewimmel Mann und Tier. Garantiert ein Nazi. Heimat ist bekanntlich rechts, dank Hitler. Schäferhund auch. Ich bin kein Berliner, ich lebe bloß seit vierzig Jahren hier. Der Ur-Hauptstädter ist von entschlossener Provinzialität; er kennt nur Berlin, den Nabel der Welt. Der Zugereiste bewahrt Raumblick und Distanz; er wurzelt multipel. Meine erste Heimat ist ein tausendjähriges Bauerndorf am Harz. Inmitten der Kindheit zog ich in die Stadt. Dort überragten die Häuser die Bäume. Die rätselhaften Menschen meiner zweiten Heimat bestellten keine Äcker, sie hegten und töteten kein Vieh. Sie krochen neunhundert Meter tief ins Gebirge und brachen Kupferschiefer. Sie fronten ohne Sonne, sie ernteten ohne Saat, doch die Söhne wollten werden, was ihre Väter waren. Sie erbten deren Identität: „Ich bin Bergmann, wer ist mehr?“ Das Studium verschlug mich in Clemens Meyers Stadt. Er war allerdings noch nicht geboren. Aber die Meyerschen Menschen bevölkerten bereits jenes marode Leipzig, dessen „Heldenvolk“ dann 1989 das Ende des SED-Regimes herbeidemonstrierte. Heldenvölkische Charaktere freilich sucht man bei Meyer ver­gebens. Dieser sozialfühlige Autor erzählt von verschlissenen Existenzen. Die stillen Trabanten sind Menschen der Peripherie. Sie besitzen nur, was sie sind. Das müssen sie bleiben und damit leben. DAS Leben spielt immer anderswo. Meyers Trabanten kreisen um ein Sehnsuchtszentrum, das sie nie erreichen. Sie sind Randerscheinungen einer größeren Geschichte. Epoche und Biographie fallen selten in eins, zuletzt für Millionen in der Nacht des Mauerfalls. Viel öfter als an den 9. November 1989 denke ich 94


an den 4. November, die Wallfahrt von Hunderttausenden zum Berliner Alexanderplatz. Dieses Volk war schön, weil individuell und freiheitsfroh. Für immer höre ich den greisen Stefan Heym. „Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßenˮ, so rief der Prophet mit seiner Bibelstimme. „Nach all den Jahren der Stagnation, von Dumpfheit und Mief und Phrasengewäsch – welche Wandlung! Und das in Deutschland, wo sämtliche Revolutionen danebengegangen sind, wo die Leute immer gekuscht haben. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut. Der Sozialismus – nicht der stalinsche, sondern der richtige, den wir endlich erbauen wollen – ist nicht denkbar ohne Demokratie, die Herrschaft des Volkes. Freunde, Mitbürger, üben wir sie aus, diese Macht.ˮ Der 4. November war das Finale der friedlichen Revolution, der 9. November ihr Ende. Die Freiheit privatisierte sich. 1990 wählten die Ostdeutschen mehrheitlich den Anschluß an die westdeutsche Mehrheitsgesellschaft, zu deren Regularien. Dazu zählt auch die mediale Deutungshoheit. Alle großen deutschen Medien sind westgenormt. Die Ostgeschichte wird übermalt oder perspektivisch verzerrt. Das LÜGENPRESSE!-Gebrüll des Dresdner Pegida-Volks scholl aus den Mündern wutlustiger Untertanen, die sich wieder macht- und stimmlos wähnen und Identität mit Homogenität verwechseln. Mir scheinen jedoch die doppeldeutschen Dissonanzen humaner als eine ostvölkische KollektivIdeologie à la Orbán und Kaczy´nski. Da nenne ich mich gern Berliner: Mensch in einer polynationalen Stadt. Dem eingangs geschilderten Bürger mit Schäferhund bin ich nachgeeilt, um seine T-Shirt-Parole komplett zu lesen: HEIMAT IST WO MAN AUCH ABENDS MOIN SAGT. Berlin erträgt selbst das.

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November

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Berlin-Premiere: 16. November 2018, Kammerspiele

Showcase Beat Le Mot nach den Gebrüdern Grimm Es war einmal ein kleiner Junge, der wurde mit einer Glückshaut geboren, weshalb ihm für seine Zukunft Großes prophezeit wurde. Zum Beispiel, dass er die Königstochter heiraten würde. Das gefiel dem König gar nicht. Er kaufte das Kind seinen armen Eltern ab und setzte es in einem Körbchen auf dem Fluss aus. Problem gelöst, dachte er sich. Doch das Glückskind wäre kein Glückskind, wenn es nicht von einer Müllerfamilie gerettet und liebevoll großgezogen worden wäre. Als der König erfuhr, dass der Junge noch am Leben war, versuchte er wieder, ihn töten zu lassen. Doch auch dieser Plan scheiterte. Der Junge gelangte an den Königshof und heiratete tatsächlich die Prinzessin. Jetzt war der König wirklich sehr, sehr böse und forderte, dass der Jüngling ihm drei goldene Haare vom Teufel persönlich bringen solle. Kein Problem, dachte sich dieser – wozu bin ich ein Glückskind?! Und er machte sich auf den Weg. Eine Koproduktion von Showcase Beat Le Mot mit dem Deutschen Theater Berlin, Theater Freiburg, FFT Düsseldorf und Kampnagel Hamburg. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene Vorstellungen: 16.11. und 9.12. um 19 Uhr; 17.11., 2., 9. und 15.12. um 15 Uhr; 3., 10. und 14.12. um 11 Uhr Vorverkauf ab 14. August 2018 96


November

Persona

Berlin-Premiere: 30. November 2018, Kammerspiele

von Ingmar Bergman in der Übersetzung von Renate Bleibtreu Regie: Anna Bergmann 1965 lag der schwedische Regisseur Ingmar Bergman mit Lungenentzündung im Krankenhaus. Im Kranken­zimmer entwarf er das Drehbuch für seinen experimentellen Spielfilm „Persona“. Später sagte er, Teile des Films entsprächen einem „Gedicht über seine persönliche Situation“. „Ausgebrannt, wie tot“, habe er sich gefühlt, gedacht, er könne nie wieder etwas erschaffen. Im Drehbuch wird der Krankenschwester Alma die Pflege für die gefeierte Filmschauspielerin Elisabeth Vogler übertragen. Diese hatte nach einer Vorstellung von „Elektra“ aufgehört zu sprechen. In einem Haus am Meer verbringen die zwei ungleichen Frauen einen vorerst unbeschwerten Sommer. Alma spricht. Elisabeth hört zu. Als Alma einen Brief findet, in dem sich Elisabeth über sie lustig macht, kippt die Situation. Tatsächlich geht es in „Persona“ um mehr als nur Depression oder Erschöpfung. Vielmehr gründet der Kern des Stoffes auf einer tiefgehenden Skepsis an der Kon­struktion der Identität des Menschen. Beide Frauen im Stück stellen diese Fragen gleichermaßen und verschmelzen darin miteinander. In Anna Bergmanns Inszenierung spiegelt sich dieser Gedanke auf besondere Art: Die zwei Darstellerinnen werden im Laufe der Koproduktion Malmö – Berlin die Rollen tauschen: spricht zuerst die eine, übernimmt die andere ihre Rolle, wenn Land und Theater gewechselt werden. Koproduktion mit dem Malmö Stadsteater 97


Dezember


Dezember Eine Inszenierung des Jungen DT

Hool

Premiere: 1. Dezember 2018, Box

von Philipp Winkler Regie: Adrian Figueroa „‚Du hast deine Familie, dein Haus, deinen scheißweißen Gartenzaun. Ihr alle habt irgendwas, worauf ihr euch am Ende des Tages freuen könnt ... Ich habe null,’ ich forme mit den Fingern einen Kreis, ‚nichts. Das hier habe ich. Mehr nicht. Ich beschwer mich nicht darüber. Und weißt du, warum? Weil ich für das hier lebe. Weil ich dafür einstehe und dazu stehe.’ˮ Heiko lebt für Hannover 96, für seinen Verein, seine Ersatzfamilie, die Hooligans und ihre Matches, die dritte Halbzeit nach dem Spiel mit klaren Regeln: keine Waffen und wer am Boden liegt, ist tabu. Seine Welt ist der Tresen, das Studio, der Platz, Testosteron und Adrenalin, der Kampf und das Blut. In dieser vollkommen illusionsfreien und alternativlosen Welt ist nur der Schmerz real und allein die Bruderschaft heilig. Heiko führt mit unbändigem Zorn einen Kampf, der letztlich Selbstzweck bleibt. Denn er will keine Veränderung, Aussteigen ist keine Option. Als seine Jungs andere Wege gehen und sich ihr Mythos aufzu­lösen droht, zieht Heiko weiter heillos ins Gefecht. Philipp Winkler findet in seinem harten und gefühlvollen Debütroman einen lakonischen Ton, der unter die Haut geht und gibt denjenigen eine Stimme, die keine haben. Er erzählt auf zwei Zeitebenen auch davon, warum man wird, wer man ist.

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Dezember

Westend

Vier Tage im Sommer

Uraufführung: 21. Dezember 2018, Deutsches Theater

von Moritz Rinke Regie: Stephan Kimmig Eduard ist Schönheitschirurg, Charlotte eine erfolgreiche Sängerin. Das Kind, das Charlotte sich gewünscht hatte, haben die beiden nicht bekommen. Nun ist das neu gekaufte Haus zu leer, der Garten zu groß, der nahe See zu still. Umso mehr sprudeln die Pläne: Pläne für ein neues Gartenhaus (Fichtenholz!), für die neue Praxis (lindgrün), für Um- und Anbauten, das nächste Gesangskonzert, die nächste Nasenkorrektur… In diese Welt bricht Michael ein. Eduard und „Mick“ haben gemeinsam Medizin studiert, inzwischen trennen die beiden Welten. Eduard operiert im Krisengebiet der westlichen Seele; dort entfernt er die Angst, alt und wertlos zu sein. Michael arbeitet für eine humanitäre Organisation und kommt eben aus Afghanistan zurück. Was er mitbringt, sind Geschichten von westlicher Gewalt, von Minenopfern, verzweifelten Todeskämpfen und sinnlosem Sterben. „Das Gewitter ist genau über uns“, schreibt Moritz Rinke in seinem neuen Stück. Es erzählt von einer untergehenden Welt: von Burgen der Bürgerlichkeit, die brüchig geworden sind; von ein­samen Menschen, deren Biografien, Gesichter und Körper vernarbt sind vom Krieg und vom Zwang, schön und erfolgreich zu sein. West-end.

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Januar


Januar

In der Sache J. Robert Oppenheimer

Premiere: 20. Januar 2019, Deutsches Theater

von Heinar Kipphardt Regie: Christopher Rüping Er gilt als der „Vater der Atombombe“, war Direktor der Laboratorien in Los Alamos, in denen dieses „Patent­ spielzeug“ entwickelt wurde und hat den Abwurf der Bombe auf Hiroshima bis hin zur Zündhöhe wissenschaftlich begleitet: Dr. J. Robert Oppenheimer. Keine zehn Jahre später, im April 1954, wird er von der Atomen­ergie­kommission in Washington verhört und muss sich verantworten – politisch, moralisch und wissenschaftlich – für die Waffe, die er geschaffen hat, für die Geschwindigkeit dieser Entwicklung und für seine Amerika-Treue. Die tatsächlichen Verhöre, die Heinar Kipphardt als einer der prägenden Autoren des dokumentarischen Theaters für dieses Stück verdichtet hat, sind ein Musterbeispiel für das Verant­wortungsproblem des technischen Fortschritts, an dessen Spitze längst nicht mehr nur die Atomtechno­logie, sondern auch die Digitalisierung, die Genforschung und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stehen. Die Schaffung neuer Möglichkeiten der Zerstörung, Über­wachung und menschlichen Selbstüberschreitung bis hin zur Überwindung der Sterblichkeit im Sinne einer „transhumanity“ beschreibt die Doppel­ gesichtigkeit der Prozesse, die von Menschen gemacht, aber in ihren Konsequenzen weder zu ermessen noch zu kontrollieren sind. Und dennoch scheinen sie – einmal begonnen – un­umkehrbar.

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Januar

Black Maria

Uraufführung: 30. Januar 2019, Kammerspiele

von: René Pollesch Regie: René Pollesch „Black Maria“ nannte man das 1893 gebaute erste Filmstudio der Welt. Das Schwarz der Dachpappe, aus der es gebaut war, und seine Enge erinnerte an die damaligen schwarz lackierten Gefangenentransporter, lahme Pferdekutschen, die man „Black Maria“ nannte, nach dem damals berühmtesten Rennpferd. Die Bühnen­bild­nerin Nina von Mechow, die den ersten Zug macht für einen Theaterabend, hatte die Idee, uns einen Nachbau der Black Maria auf die Bühne der Kammerspiele zu stellen. Und sie hat uns gleichzeitig den Auftrag gegeben, während der Proben einen Film zu drehen. „Black Mariaˮ wird also ein Theaterabend und ein Film.

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WER WEN

Videographien des Sprechtheaters: Reden Zeigen von Gertrud Koch Einige paradigmatische Arbeiten von René Pollesch könnte man in einer kurzen Formel als Videographien des Sprechtheaters bezeichnen: Erstens ist das so, weil Pollesch im Wortsinne Sprechtheater macht. Ein großer Anteil seiner Stücke montiert Sätze aus Texten anderer Autoren, vor allem aus theoretischen Büchern, in denen uns unser Verhältnis zur Welt dargelegt wird. Dabei rückt er wie wenige andere Regisseure auf der Bühne seine Stücke über das Reden und die Reden über das Geschriebene ins Zentrum. Das Geschriebene, wie es zur Sprache gebracht wird als Floskel, Allgemeinplatz, Formel, wie es als Frage zurückkommt, schafft einen Hintergrund, vor dem das Aussprechen, Ansprechen und auch das wiederholende Reden in der Sprache Anderer sich abstößt. Die Aussagesätze aus der Schriftsprache erfahren dabei eine Transformation: Sie werden zu expressiven Ausrufen, händeringenden Fragen, vor die man sich gestellt sieht, sie sind weder die Antwort auf die Frage, die sie stellen, noch ein Schlüssel zur Welt, der auf Anhieb passt. Die ausgestoßenen Wörter, die wir hören, trennen sich von ihrem zu kommunizierenden Sinn. Pollesch zeigt eine sprachliche Welt, die sich nicht mehr vermitteln lässt, die weder reiner Ausdruck noch reine Bedeutung ist. Sie lässt uns im wahrsten Sinn des Wortes auf die Zwischentöne hören, die aus der Interaktion entstehen und ihre funktionelle Transportrichtung von Sender (Autor) zu Empfänger (Leser) im Prozess des Sprechens in den Schallwellen forttragen und sich an Wänden und anderen sprechenden, schreienden Mündern 104


brechen. Polleschs Sprechtheater zeigt das Drama des Sprechens als groteske Entgleisung und als Entgleiten des Sinns. Verallgemeinert gesagt: Polleschs Sprechtheater ist nicht einfach Theater, in dem Stücke gesprochen werden, sondern das Theater des Sprechens selbst. Zweitens ist das so, weil Pollesch seine und die Sprache anderer durch verschiedene Ebenen der misslingenden Vermittlung treibt. Dazu setzt er die Videographie ein: Eine Videokamera filmt synchron zu den Sprechhandlungen der Schauspieler. Was die Kamera aufzeichnet, wird auf eine Leinwand auf der Bühne übertragen. Jetzt sehen wir Sprechende auch in Räumen und Kulissen, die uns als Zuschauer vor der Bühne verborgen sind. Wir sehen Sprechende, die teilweise in Mikrofone direkt zu uns zu sprechen scheinen wie Reporter oder Conférenciers, die etwas zeigen wollen, das sich vor unseren Augen abspielt und trotzdem erklärt werden muss wie bei einer Fußballübertragung. Das Bild, das wir sehen, wird von einer Stimme begleitet, die nun etwas zeigen möchte, was wir offenbar doch nicht einfach sehen können. In diesen Videographien aus dem Bühnenraum wird das Theater des Sprechens gezeigt. Auch im Medium des Videos verbleibt es in einem Raum der Verzweiflung über das sich Verfangen im Mitteilen, das das Ausgesagte und Auszusagende nie ganz trifft. Denn sie wissen nicht, was sie sagen, auch wenn sie vor einer Kamera und in ein Richtmikrofon sprechen. Die entgleitende Vermittlung im Sprechen lässt sich weder durch Technik noch durch Ausdruck einfangen, sie ist ein endloser Prozess, aus dem wir weder aussteigen können noch sollten. Irgendwie muss man sich zusammenraufen und Pollesch legt auch dazu mitunter verblüffende sprachliche Pointen aus, die aus den vielen Drehungen und Windungen einen neuen Blick in den Fokus bringen.

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Februar


Februar Eine Inszenierung des Jungen DT

Der Plan von der Abschaffung des Dunkels

Premiere: 12. Februar 2019, Kammerspiele

von Peter Høeg Regie: Nora Schlocker Peter hat sieben Waisenhäuser und Schreckliches hinter sich, als er überraschend an Biehls renommierter Privatschule aufgenommen wird. Er gilt als normal begabt und funktioniert, dann bekommt er plötzlich ein Problem mit der Zeit und ahnt, dass etwas Großes und Erbarmungs­loses hinter dem rigiden System der Schule steht. Mit Katharina, die ähnlichen Fragen auf der Spur ist, gründet er ein Zeit-Laboratorium, um zu untersuchen: Warum haben die Lehrer ihre eigenen Kinder von der Schule genommen? Warum werden Lautsprecher und eine Abhöranlage installiert? Warum wird so viel Wert auf absolute Pünktlichkeit gelegt? Und weshalb wird jemand wie der verhaltens­gestörte August aufgenommen? Die drei bilden eine Ersatzfamilie und versuchen, dem geheimen Plan auf die Spur zu kommen, um die Katast­rophe zu verhindern. Nichts wird gut. Aber sie entdecken, dass sie der Zeit nicht einfach ausgeliefert sind, sondern sie selbst erschaffen. Dass man die Zeit sogar berühren, festhalten und verändern kann. Und Peter wird klar, dass es jetzt nicht mehr möglich ist aufzugeben, nicht, wenn man etwas wie die Liebe gefunden hat: „Ist man ihr einmal begegnet, dann will man nicht mehr sinken. Dann sehnt man sich für immer nach der Oberfläche.ˮ

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Februar

Fabian. Die Geschichte eines Moralisten

Premiere: 23. Februar 2019, Box

nach dem Roman von Erich Kästner Regie: Alexander Riemenschneider Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswir­k­ungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über­decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. „Die Menschen anständig und vernünftig zu machen“, sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt. Nach seinen Adaptionen von „Transit“ und „Das Mädchen mit dem Fingerhut“ wird sich Alexander Riemenschneider mit „Fabian“ nun einem der großen Berlin-Romane widmen.

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März


März

der tempelherr

Uraufführung: 3. März 2019, Kammerspiele

von Ferdinand Schmalz Regie: Lilja Rupprecht „Wie wollen wir uns leben?“ In seinem jüngsten Stück stellt Bachmann-Preisträger Ferdinand Schmalz einen Städter ins Zentrum, der ein Haus bauen will, auf dem Land, für seine schwangere Frau, das ungeborene Kind und sich selbst. Eine Heimat, in der die kleine Familie zukünftig aufgehoben sein wird. Doch was als Sinn-Ganzes gedacht ist, als großer Zu­sammenhang, läuft aus dem Ruder. Fassungslos beobachtet seine Umgebung, wie an der Stelle des Heims ein griechischer Tempel entsteht. „Denn bei den Tempeln muss man anfangen.“ Was ihnen verrückt erscheint, ist ihm notwendig; was er sich erschafft, bleibt ihnen verschlossen: eine sinnlose Schöpfung, ein Verschwenden der Mittel, ein Einspruch gegen Effi­zienz und Kalkül. Und das Leben geht weiter. Ein Werkauftrag für die Frankfurter Positionen 2019 – eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung

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März

Der Menschenfeind

Premiere: 29. März 2019, Deutsches Theater

von Molière Regie: Anne Lenk

Ich will der sein, der ich bin, ich! 111


WER WEN

The Contrarian von Birthe Mühlhoff Gib einem Menschen Information, er macht eine Meinung draus. Das war vermutlich schon immer so, hat aber insofern an Bedeutung gewonnen, als mit dem Internet Informationen aufgehört haben, Mangelware zu sein. Und Meinungen ebenfalls. Ich erinnere mich an eine Kolumne von Harald Martenstein, die 2007 in der ZEIT erschien. Martenstein plädierte dafür, endlich konsequent bei Rot über die Ampel zu gehen, und zwar insbesondere dann, wenn Kinder zugegen seien. Man muss dazu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt selbst noch ein Kind war – das erklärt und entschuldigt hoffentlich ein wenig, dass ich von dieser Idee ziemlich gefesselt war. Dass Martenstein selbst das gar nicht besonders ernst gemeint hat, sondern als Meinung einfach auf den Tisch geknallt hat, ist mir dann zum Glück recht schnell aufgegangen. In England nennt man das „Contrarianism“. Und es gehört quasi zum Berufsethos von Feuilletonphilosophen wie Peter Sloterdijk und Kolumnisten wie Martenstein, sich hinsichtlich schräger Meinungen regelrecht zu überbieten. Der grantige Alceste, der Misanthrop aus Molières gleichnamigen Theaterstück, ist ein ähnlicher Fall. Alceste nimmt die gesellschaftlichen Gepflogenheiten, die Floskeln und die Unehrlichkeit von Komplimenten aufs Korn. Kein Wunder, dass sich Alceste damit einige Feinde macht. Für größte Entrüstung sorgt bei ihm der Zirkel, der sich regelmäßig bei einer schönen jungen Witwe trifft, bei Célimène, in die er zu allem Unglück auch noch hoffnungslos verliebt ist. Célimènes Salon ist ein großer Umschlagplatz für Klatsch und Tratsch. Man spielt sich gegenseitig die Bälle zu. Es wird gelästert – über alle, die das Pech haben, nicht anwesend zu sein. Die Provokation von Alceste besteht nun nicht etwa daraus, dass er die moralischen Werte, auf die sich eigentlich alle berufen wollen – Aufrichtigkeit, Redlichkeit, 112


Rechtschaffenheit – mit Füßen träte, sondern im Gegenteil: er nimmt sie einfach rigoros ernst. Und dementsprechend schwierig ist es, auf seine Angriffe zu reagieren. Was soll man ihm entgegensetzen? Dass man es mit Werten wie der Aufrichtigkeit eben nicht so genau nimmt? Célimène ist die einzige, die den Spieß umdreht. Sie äußert den Verdacht, dass auch bei Alceste ganz menschliche, allzumenschliche Motive am Werk sind: „Es ist doch klar, daß er uns widerspricht, / Denn das, was alle denken, das denkt er grade nicht. / Er hat Angst, als ein Mensch wie jeder andre zu erscheinen, / Wenn er denkt, er meint, was alle meinen.“ Célimène bescheinigt Alceste ein chronischer Nonkonformist, ein Contrarian, zu sein: Einer, der es sich zur Profession gemacht hat, die herrschenden Überzeugungen der schweigenden (oder vielmehr quasselnden) Mehrheit infrage zu stellen, indem er gegen alles und jeden Widerspruch einlegt. Alceste treibt das, meint Célimène, sogar so weit, dass er selbst seine Meinung ändert, sollte sie bereits von jemand anderem geäußert worden sein: „Die eigne Meinung hält er für verkehrt, / Wenn er sie aus einem andren Munde hört.“ Ganz unverständlich ist das nicht. Denn wer hat schon gerne eine Meinung, die von den meisten anderen auch vertreten wird? Unter „Meinung“ verstehen wir heute ja gerade die eigene, die persönliche Auffassung. Das gilt auch in Zeiten, in denen die verbreiteten Meinungen sich durch ihre schiere Anzahl gegenseitig Konkurrenz machen. Die echten Contrarians unter uns müssen sich immer weiter aus dem Fenster lehnen. Wer weiß, vielleicht würde Harald Martenstein heute behaupten, Menschen, die über Rot gehen, seien auf der Stelle standrechtlich zu erschießen. Célimènes Einwand ist daher nur allzu berechtigt: Mehr als auf die Meinung selbst kommt es darauf an zu fragen, welche Haltung eigentlich dahinter steckt.

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März Eine Inszenierung des Jungen DT

Verirrten sich im Wald nach „Hänsel und Gretelˮ der Gebrüder Grimm Regie: Robert Lehniger

Premiere: 30. März, 2019, Box

„In 99 von 100 Vermisstenfällen ist das Kind bei einem Elternteil oder bei einem Verwandten.“ „Was ist mit dem anderen Fall? Dem einen Mal?“ Stranger Things In einem der bekanntesten deutschen Kinder- und Hausmärchen werden zwei Geschwister von ihren Eltern verstoßen. Ausgesetzt in einem finsteren, bitterkalten Wald entdecken sie etwas Irreales: Ein Haus, erbaut aus süßen Köstlichkeiten. Doch was von außen verlockend und wie ein Wunschtraum erscheint, birgt eine dunkle Innenwelt. Die bildmächtige Inszenierung von Robert Lehniger und den VR-Künstlern CyberRäuber lädt das Publikum ein, einen neuen Blick auf das Märchen und die andere Seite zu werfen. Denn was es im Innern des Hexen­ häuschens zu entdecken gibt, ist eine Frage der Perspektive. Dem Publikum begegnen verschiedenen Versionen von „Hänsel und Gretelˮ – auf der Bühne und in der virtuellen Realität (VR). Sechs Geschwisterpaare führen die Zuschauer durch ein immer­sives 360°-Erlebnis, in dem die Grenzen zwischen unserer Wirklichkeit und den dunklen Parallelwelten aus Märchen, Fantasy-Romanen und Netflix-Serien verschwimmen. „Ihr solltet jetzt gehen, es ist fast da…“

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April


April

Die Umsiedlerin

Premiere: 6. April 2019, Kammerspiele

von Heiner Müller Regie: Tom Kühnel und Jürgen Kuttner

Mach dich frei / Zerbrich die Ketten, die dein Eigentum / Dir anlegt 116


WER WEN

Wir uns selbst von Alexander Karschnia Die Frage WER WEN? ist die politische Frage par excellence. Die Traditionslinien führen zu Carl Schmitt oder zu Hannah Arendt. Während Schmitt sich zum Fürsprecher des autoritären Staates machte, schwärmte Arendt für die Rätedemokratie. Die DDR vermochte beides miteinander zu verbinden: ein autoritärer Staat mit „Räten“ auf allen Ebenen – vom Staatsrat über den Bezirksrat bis zum Rat des Kreises und der Stadt. Die Künstler, die auf diesem Staatsgebiet lebten und arbeiteten, wie Heiner Müller und B.K. Tragelehn, hatten einen feinen Sinn für die Ironie der Geschichte: Eine Revolution endet, indem ein Korse Kaiser wird, eine andere, indem ein Georgier im Kreml den Zaren gibt. Das von ihm regierte Reich nennt sich „Sowjetunion“: Räte­republik. Die Generation ihrer Lehrer konnte sich noch wundern, sprach von „Arbeitermonarchie“: Brecht hatte mit Benjamin gescherzt, sich hinter einem Stuhl versteckt und Staat gespielt: „Ich weiß, ich soll verschwinden.“ Das sollte uns bekannt vorkommen: Verspricht der Neoliberalismus nicht dasselbe? Das Absterben des Staates stellen Populisten seit fünfzig Jahren in Aussicht. Die klassenlose Gesellschaft dagegen wird verwirklicht durch die Auflösung der Gesellschaft. Nun sollte man die politische Bühne nicht den staatlichen Akteuren überlassen. Allzu oft sind sie Hanswürste oder Gruselclowns, Schmierenschauspieler wie Arturo Ui. Auch kann man die Frage WER WEN? sonst nicht richtig stellen, denn die Antwort ist immer dieselbe: der Staat die Gesellschaft. Das Politische lässt sich auf solch ein Rollenspiel nicht ein: die Zivilgesellschaft ist kein passives Gegenüber des Staates. Kurz vor seinem Tod gab Müller zu Protokoll, er habe sein Leben lang dafür gekämpft, statt eines Objekts der Politik zu ihrem Subjekt zu werden. Das sollte man nicht vorschnell mit ­einem Hinweis auf sein „Leben zwischen zwei Diktaturen“ 117


bewenden lassen: Der KRIEG OHNE SCHLACHT ist nicht vorbei, sondern zwingt jeden zu endlosen Unterhandlungen mit sich selbst. In einer Notiz hielt Müller fest, dass sich der Klassenkampf in die Person verlagert habe. Das zeigt „Die Umsiedlerinˮ. Aber es ist kein vergangenes Problem des Staatssozialismus. Dieser Zustand hat sich sogar radikal verschärft. Oft genug ist die Antwort auf die Frage WER WEN?: wir uns selbst – Täter und Opfer in einer Person, wie sich im Gentrifizierung genannten innerstädtischen Verdrängungsprozess zeigt. Man zieht in einen Kiez und wertet ihn dadurch auf, bis man sich die Miete selbst nicht mehr leisten kann. „Lauf, dass Du Dich noch vor der Krise los wirst,“ rät Flint einem Bauern. Dieser antwortet: „Hierbleiben, wenns erlaubt ist, wär mir lieber.“ Es gehört zu den Legenden des deutschen Theaters, dass die Uraufführung kurz nach dem Mauerbau, der „Schließung der Grenzen“ stattfand und den größten Eklat im Theater der DDR auslöste. Jene Grenzen wurden erst am Abend des 9. November 1989 wieder geöffnet durch die unbedachte Aussage eines SED-Politikers. Im Sommer desselben Jahres waren Tausende von DDR-Bürger_innen durch Ungarn und die Tschechoslowakei nach West-Deutschland gelangt, wo sie zum Teil mit Applaus empfangen wurden. Wie im „Sommer der Migration“ 2015 die Flüchtenden, die oft auf denselben Routen hier eintrafen. In jener Zeit kursierten in den sozialen Medien Bilder von den „Umsiedlern“ nach dem Krieg, die zum Gegenstand der ersten Wahlkampagnen wurden: „Helft den Flüchtlingen. Wählt CDU“. So überlagern sich verschiedene Zeit­ ebenen. Es ist das Kennzeichen großer Werke.

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April

Der Hals der Giraffe von Judith Schalansky Regie: Philipp Arnold

Premiere: 18. April 2019, Box

Einen Systemwechsel hat sie überstanden, den Mann an die Straußenzucht verloren und die Tochter an ein Leben in den USA. Inge Lohmark, Sport- und Biologielehrerin seit 30 Jahren, weiß, dass man sich an veränderte Umstände anzupassen hat. Und nur die Stärksten über­leben. Doch nun will die sterbende Kleinstadt in Vorpommern, in der sie unterrichtet, ihre Schule schließen, ihre Unterrichtsmethoden geraten in die Kritik – und sie, völlig unerwartet, verliebt sich in eine ihrer Schülerinnen. Lohmarks geordnetes Weltbild, ihr Biologismus, bekommt ernsthafte Risse.

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April

ugly duckling von Bastian Kraft nach Hans Christian Andersen Regie: Bastian Kraft

Uraufführung: 25. April 2019, Kammerspiele

„Ich träumte nie von soviel Glück, als ich noch das hässliche kleine Entlein war.“ In den Märchen von Hans Christian Andersen stößt man immer wieder auf Transformationen: Die kleine Meer­ jungfrau verwandelt sich in einen Menschen, das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan. Dass es sich bei diesen Verwandlungen auch um ein maskiertes Spiel mit Geschlechtlichkeit und Sexualität handelt, ist Ausgangspunkt für ein Projekt, das Andersens Märchen den Bio­grafien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt. Diese Protagonisten des urbanen Nachtlebens machen das Spiel mit Geschlechterrollen zum befreienden Spek­takel. Dabei bewegen sie sich an der schillernden Grenze zwischen schamloser Selbstdarstellung und subkultur­el­lem Sendungsbewusstsein. Die Transformation mittels Schminke und Perücken nämlich produziert nicht nur ein neues Ich, sondern damit auch ein neues Selbst­bewusstsein. Die so erschaffene Kunstfigur ist der stolze Schwan, in dessen Gestalt sich das hässliche Entlein der Welt stellen kann.

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April

Leonce und Lena

Premiere: 26. April 2019, Deutsches Theater

von Georg Büchner Regie: Ulrich Rasche Ganz am Ende treten Leonce und Lena verwandelt vor ihr Publikum: Valerio präsentiert sie dem König als „Kunst und Mechanismus“, als „Pappendeckel mit Uhrfedern“, als vollendete Automaten. König Peter ist erfreut und vermählt die beiden Roboterwesen anstelle des entflohenen Kronprinzenpaars. Wer Mensch und wer Mechanismus ist, ist ohnehin kaum mehr erkennbar im marionettenhaften Staatsapparat von Popo und Pipi. Die Lebens- und Tagesabläufe sind programmiert und monoton. Es herrscht der Takt der Langeweile. Der Puls des Stumpfsinns. Zwei Menschmaschinen unter Maschinenmenschen. Georg Büchner schreibt „Leonce und Lenaˮ für ein Preis­ ausschreiben des Cotta-Verlags – als 22-jähriger, ein Jahr vor seinem Tod. Weil Büchner den Einsendeschluss verpasst, kommt der Brief ungeöffnet zurück. Niemand im Verlag hatte gelesen, mit wie viel Übermut, Finesse und Schärfe Büchner den Lebensstil seiner Epoche persifliert. Büchner schreibt über Menschen, die sich alt fühlen in ihren jungen Leben, über Sinnsucher, Todessehnsucht, Entfremdung und Nihilismus, über das Glück, eine Maschine zu sein – und über die Kunst der Verweigerung in einer mechanisierten Welt.

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2018 / 19

Kommt ein Pferd in die Bar

Berlin-Premiere: 2018 / 19

von David Grossman Regie: Dušan David Pařízek Dov Grinstein ist Stand-up-Comedian, Krakeeler, Alleinunterhalter und Publikumshure. In einem Saal im öden Industriegebiet von Netanja, einer Stadt zwischen Haifa und Tel Aviv, tritt er zu seiner – letzten – Vor­ stellung an. Er reizt sein Publikum, spricht es direkt an, wird offen beleidigend, entschuldigt sich tränenreich. Er reißt Possen, erzählt faule und geistreiche, vulgäre und unschuldige Witze. Die Shoah und ihre Opfer werden von seinem tabulosen Humor ebenso wenig verschont wie Israels Politik in den Palästinensergebieten. Dov kämpft fast zwei Stunden mit Furor um die Aufmerksamkeit der Leute, niemand darf verloren gehen. Denn er hat mehr zu bieten als eine gelungene Show: Er muss von seinem „persönlichen Tschernobyl“ berichten, von dem Trauma, der Schuld, die sein Leben vergiftet hat. David Grossman, 1954 in Jerusalem geboren, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur. 2008 erhielt er den GeschwisterScholl-Preis, 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2017 den Man Booker International Prize für seinen Roman „Kommt ein Pferd in die Barˮ. Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Burgtheater Wien

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Gastspiel

Drei Schwestern von Anton Tschechow Regie: Timofej Kuljabin Timofej Kuljabin ist einer der aufregendsten jungen Regisseure Russlands. In der Spielzeit 2019/20 wird er am Deutschen Theater inszenieren. Bereits im Februar 2019 stellt er sich mit seinen „Drei Schwestern" dem Berliner Publikum vor. Kuljabin, künstlerischer Leiter am Teatr Krasnyi Fackel (Theater Rote Fackel) in Nowosibirsk, hat zusammen mit seinem Ensemble einen grandiosen Zugang zu Tschechows vielgespieltem Klassiker gefunden. Anstatt sich herkömmlich zu unterhalten, sprechen die Figuren miteinander in russischer Gebärdensprache. Kein Wort ist zu hören, aber alles (und noch mehr) ist zu sehen. „Eine absolut texttreue, aber auch absolut textneue Inszenierung – eine echte Überraschung.“ (Süddeutsche Zeitung) Gastspiel des Teatr Krasnyi Fackel, Nowosibirsk Vorstellungen am 1., 2. und 3. Februar 2019, Kammerspiele

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Junges DT Bande – Familien – Bande – Familien – Bande „Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheitˮ. Karl Kraus Wenn es um Familie geht, können alle mitreden. Sie ist unsere erste und grundlegende Erfahrungswelt: Vertrauen und Misstrauen, Liebe und Hass, Macht und Ohnmacht, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit erleben wir hier zum ersten Mal und trainieren täglich, damit klarzukommen. Familie ist also das Schicksal, das unseren Namen trägt. Selbst wenn sie fehlt. Die sprichwörtlichen Familienbande gehören deshalb zu dem entscheidenden Stoff, aus dem unsere Wirklichkeit gestrickt oder gepachworkt ist. Aber auch wenn Familie vertraut, unausweichlich und allgegenwärtig ist, so ist sie nie unkompliziert, meist aufreibend, manchmal sogar verhängnisvoll. Und das war schon immer so: Kronos verschlingt all seine Kinder, bis ihn sein Sohn Zeus entmannt, Ödipus und Medea verhalten sich auch nicht gerade familienfreundlich. In der griechischen Tragödie werden Töchter von den eigenen Vätern geopfert, um dann von ihren Müttern gerächt zu werden, was wieder die Söhne aufruft, den Gattenmord nicht ungesühnt zu lassen. Und nach dem Familienmassaker bleibt wenig übrig – beim verfluchten Geschlecht der Atriden nach fünf Generationen nur das Geschwisterpaar Orest und Elektra. Aber die Geschwisterbeziehung ist sowieso die längste des Lebens. Was es bedeutet, ohne Eltern klarkommen zu müssen, erzählen nicht nur Mythen und Märchen, sondern auch die Klassiker der Jugendliteratur. „Sie hatte keine Mutter und keinen Vater, und eigentlich war das sehr schön, denn so war niemand da, der ihr sagen konnte, dass sie zu Bett gehen sollte, gerade wenn sie mitten im schönsten Spiel war.“ Das Beste, was einem Kinderbuchkind offensichtlich passieren kann, ist, dass ihm die Mutter stirbt, 124


bevor es zwölf Jahre alt ist. Was hätten Pippi Langstrumpf, Tom Sawyer, Jim Knopf, Harry Potter oder die Rote Zora unter der ständigen Bewachung ihrer Eltern schon erleben können? Elternlosigkeit gehört auch zur Biografie praktisch aller Superhelden: ob Spider-, Super- oder Batman, alle sind früh verwaist. Aber wo der Superheld einsamer Einzelkämpfer bleibt, bilden Kinder Banden als Ersatzfamilie. Und das auch schon immer: Von den „Kleinen Strolchen“ über „Die Vorstadtkrokodile“, „Fünf Freunde“, „Die Drei ???“, „Wilde Kerle“ und „Wilde Hühner“ bis hin zu „Stranger Things“. In der Spielzeit 2018 / 19 fragen wir, wofür und wogegen wir Banden bilden. Ist Blut wirklich immer dicker als Wasser? Was unterscheidet friends & family? Was sind meine Familienbande und was wären meine Wahlverwandtschaften, wer mein Blutsbruder und meine Schwester im Geiste?

Die Inszenierungen – The Kids Are Not Alright! Was, wenn der König höchstpersönlich dich deinen armen Eltern abkauft, um dich zu vernichten? Da ist es in jedem Fall hilfreich mit einer Glückshaut ausgestattet zu sein wie der Held in „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Das Berliner Performancekollektiv Showcase Beat Le Mot erzählt Grimms Märchen für Kinder und Erwachsene als „spannende Assoziationsreise und verspielt-spontanes Happening in einemˮ (Badische Zeitung). Was, wenn ein Mensch zwei Familien hat? Die, in die er schicksalhaft hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet? Philipp Winkler entwirft in seinem Debütroman „Hool“ eine toxische Männerwelt mit bescheidenen Alternativen. Es geht um Heiko und seine Blutsbrüder, die Hooligans. Um einen, der sich durchschlägt, für das, was ihm alles ist: der Verein, seine Jungs, ihr Mythos. Was, wenn du schon sieben Waisenhäuser hinter dir hast und plötzlich ein Problem mit der Zeit bekommst? Peter, Katharina und August gründen eine Art Ersatzfamilie als Überlebensgemeinschaft und ein Zeit-Laboratorium. Nach und nach begreifen 125


sie das perfide System aus Überwachung und Manipulation, den großen, geheimen „Plan von der Abschaffung des Dunkels“. Was, wenn du ganz allein bist, nur du und deine Schwester oder dein Bruder? Was, wenn es deine eigenen Eltern waren, die euch ausgesetzt haben? Was, wenn du Dinge siehst, die andere nicht sehen können? „Verirrten sich im Wald“ erzählt mit sechs Hänsel-und-Gretel-Paaren, einem Hexenhäuschen, echtem Lebkuchen und virtueller Realität von verschwundenen Kindern und parallelen Welten. Komm mit auf die andere Seite!

Die Projekte – Reisen und Campen Hast du dich schon mal gefragt, was los war, als deine Eltern in deinem Alter waren? 2019 jähren sich zum 30. Mal einschneidende politische und gesellschaftliche Umbrüche: In Deutschland der Mauerfall, in Polen der Beginn der „Dritten Polnischen Republik“, in Russland fanden die ersten freien Wahlen zum Obersten Sowjet statt. Zeit für einen Dialog zwischen den Generationen. Bei dem trinationalen Projekt „Talking About Your Generation: 2019. 30 Jahre danach“ besuchen sich je sechs Jugendliche aus Moskau, Warschau und Berlin in ihren Heimatstädten und befragen ihre Eltern. Was prägt, bewegt, trennt und verbindet uns in Polen, Russland und Deutschland eine Generation danach? Im „Frühlingscamp 2019 – Banden bilden!“ gründen wir eine Theaterfamilie auf Zeit. Wer aber hat das Sagen, wenn es keine Eltern gibt? Wird das jetzt eher Kommune, Burschenschaft oder Mafia? Hierarchie oder Anarchie? Du und ich, Bros & Sis oder Wir gegen Ihr? In sechs Camps können neue Familienaufstellungen ganz ohne Verwandtschaftsgrad entworfen werden. Ob Clique, Community, Patchworkfamilie, Guerillatruppe oder Künstlerdorf – wir probieren künstlerische Visionen von Gemeinschaft aus! Mit Theater, Performance, Tanz und Musik fragen Künstler_ innen und 100 Jugendliche: Wie wollen wir zusammenleben?

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Junges DT Club Als szenische Lesung mit Jugendlichen – ein Kooperationsprojekt mit dem Berliner Kinder- und Jugendliteraturzentrum LesArt – kommt der Roman „Bis die Sterne zittern“ von Johannes Herwig auf die Bühne. Er erzählt von den „Leipziger Meuten“, oppositionellen Jugendcliquen in den späten 1930er Jahren. Die Jugendlichen leben eine Gemeinschaft außerhalb von Hitlerjugend und BDM, ihr höchster Wert ist die Freiheit – aber auch, Haltung zu zeigen. Und das ist nicht ungefährlich. Teil einer Gemeinschaft zu sein, eigene Regeln zu machen, zusammenzuhalten, für eine Sache einzustehen – das fasziniert an den unzähligen Banden, Cliquen und Gruppen, die die Kinder- und Jugendliteratur bevölkern. Aus den „Wilden Kerlen“ und der „Roten Zora“ kann man rauswachsen, die heimliche Sehnsucht, Teil einer solchen verschworenen Gemeinschaft zu sein, bleibt oft ein Leben lang. Im Jugendclub 1: BANDEN für die 12 bis 15-jährigen geht es um diese Sehnsucht nach dem Zusammensein. Was, wenn wir uns unsere Familie aussuchen könnten? Freunde, die immer für uns da sind. Vorbilder, die uns zeigen, wer wir sein wollen. Verbündete, die uns helfen weiterzukommen. Ist das dann unsere „chosen family“, oder sind es doch nur Freunde, Vorbilder, Verbündete? Und warum überhaupt am Begriff „Familieˮ festhalten? Ist das nicht voll 20. Jahrhundert? Der Jugendclub 2: FAMILIEN macht sich auf die Suche nach neuen Konstellationen, nach Wunscheltern und nach den Geschwistern, die wir nie hatten. Im Jugendclub 3 machen das Junge DT und die Aktionist_innen zum ersten Mal gemeinsame Sache: DT MEETS GORKI AND GOES BAUTZEN!

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Theater und Schule Auch in der Spielzeit 2018 / 19 wird das Deutsche Theater wieder zusammen mit Lehrer_innen, Kulturvermittelnden und ihren Schüler_innen zu einem Ort der Auseinandersetzung über gesellschaftliche Themen und ästhetische Ansätze. In kostenfreien WORKSHOPS und NACHGESPRÄCHEN kommen wir in einen Austausch über die Themen und Regiehandschriften unserer Inszenierungen und deren Anknüpfungspunkte an die eigene Lebenswelt. Uns interessieren auch individuelle ZUGRIFFE der Schülerinnen und Schüler zu unseren Inszenierungen: die intensive Begleitung eines Stückes vom Probenbeginn zur Premiere ist dabei der Impuls für eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Stoff hin zu einem künstlerischen Kleinformat. Die Ergebnisse werden zur Premiere gezeigt – wir laden damit auch die jugendliche Perspektive in unser Theater ein. Um persönliche Bande zu knüpfen und direkte Seheindrücke kennen zu lernen, wird es in dieser Spielzeit monatlich einen Abend geben, an dem Lehrende eingeladen sind, nach einem gemeinsamen Theaterbesuch mit ermäßigtem Eintritt AUF EIN GLAS! zu bleiben, um mit uns in informeller Atmosphäre über das Gesehene zu sprechen. In der partnerschaftlichen Arbeit NEUE NACHBARSCHAFTEN mit dem Oberstufenzentrum für Bekleidung und Mode im Rahmen von TUSCH vertiefen wir unsere Arbeit mit den Willkommensklassen. Im künstlerischen Kernprojekt beleuchten wir Wahlverwandtschaften und bringen das Ergebnis in der Box im Rahmen des OFFENEN DT auf die Bühne. Unser KLASSENZIMMERSTÜCK ist in dieser Spielzeit daraufhin ausgewählt und inszeniert, dass es auch für Nicht-Muttersprachler_innen geeignet ist. In Sybille Bergs „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ findet Leon aus seinem Verlorensein heraus: Er ist neugierig, hat viele Interessen, nur Freunde hat er keine. In der Schule versucht er nicht aufzufallen und auch zuhause ist er allein. Während seiner allabendlichen Beobachtungen des Weltalls landet ein Raumschiff. Die ungewöhnliche 128


Bekanntschaft mit dem Außerirdischen Klakalnamanazdta – kurz: Walter – gibt Leon extraterrestrische Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht um die kleinen, aber entscheidenden Schritte, die es braucht, um sich in der Welt, in der Schule und der Familie zu behaupten. Dieses Klassenzimmerstück ist für Kinder ab 10 Jahren empfehlenswert. Weitere Projekte, Aktionen und aktuelle Angebote unter jungesdt.de

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Die Autor_innen Claus Caesar ist Chefdramaturg am Deutschen Theater Berlin. Christoph Dieckmann, ge­boren 1956 in Rathenow, Filmvorführer, Theologe, seit 1991 Reporter und Autor der ZEIT. Jüngstes Buch: „Mein Abendland. Geschichten deutscher Herkunftˮ. Helene Hegemann, 1992 geboren, lebt in Berlin. Sie schreibt und inszeniert für Film und Theater. 2009 gewann ihr Film „Torpedo“ den Max-Ophüls-Preis, 2010 debütierte sie als Autorin mit dem Roman „Axolotl Roadkill“, der in 20 Sprachen übersetzt wurde. Die Verfilmung, bei der sie selbst Regie führte, wurde beim Sundance Festival 2017 mit dem World Cinema Dramatic Special Jury Award for Cinematography ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman „Jage zwei Tiger“ 130


von Konferenzen wie „Zum Zeitvertreibˮ, die ersten Mülheimer „Fatzertageˮ, die Werkstattgespräche bei den diesjähr­igen Brechttagen in Augsburg oder das SympoWolfgang Höbel studierte sium „Performerism – KreativiNeue Deutsche Literatur tät im Spätkapitalismusˮ am und Diplom-Journalistik in München. Er war von 1985 FFT (Forum Freies Theater). an Musik- und ­Theaterkritiker Zusammen mit Kathrin bei der Süddeutschen Zeitung Tiedemann kuratiert er dort auch die Reihe #futurepolitics. und bei Tempo, seit 1994 ist er Kulturredakteur beim Spiegel, derzeit zudem Gertrud Koch ist Professorin Mitglied der Theatertreffenfür Filmwissenschaft an Jury. 1997 war er Juror der der Freien Universität Berlin. Autorentheatertage. Sie war Mitarbeiterin und Leiterin zahlreicher internationaler und interdisziplinärer Alexander Karschnia ist Forschungseinrichtungen und Theatermacher und -wissenSonderforschungsbereiche. schaftler, Performer, Texter Zuletzt erschienen die Mono& Theoretiker, Mitbegründer graphie „Die Wiederkehr von andcompany&Co. der Illusion“ im Suhrkamp Er schreibt für und über Verlag sowie einige ihrer Texte Theater, u. a. über Brecht, Müller, Schlingensief, Pollesch. zu Film, Medien, Kunst und Kultur unter dem Titel Zu seinen Arbeiten zwischen „Zwischen Raubtier und Wissenschaft und Kunst ge­hören lecture pe­r­formances Chamäleon“, außerdem eine Monografie zur Serie und die Organisation erschien 2013, ihr dritter Roman „Bungalow“ wird im Herbst 2018 erscheinen.

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„Breaking Bad“ in der Reihe Booklet des Diaphanes Verlags in englischer Übersetzung. Birthe Mühlhoff, geboren 1991, hat in Hamburg und Paris Philosophie studiert. Sie schreibt und übersetzt unter anderem für ZEIT Online, den Merkur, das PhilosophieMagazin und den Merve Verlag. Zuletzt erschien ein ebook mit literarischen Texten im Mikrotext Verlag: „Werbung für die Realität“ (2018). Dr. Antje Schrupp ist Politikwissenschaftlerin und Journalistin und lebt in Frankfurt am Main. Sie beschäftigt sich vor allem mit weiblicher politischer Ideengeschichte. Zuletzt erschien von ihr „Vote for Victoria!“, eine Biografie der ersten amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Victoria Woodhull.

Dr. phil. Volker Weiß, geboren 1972. Der Historiker schreibt für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, Jungle World, Frankfurter Rundschau, Taz, Spiegel-Online. Er ist Autor einer international beachteten Studie zur „Konservativen Revolution“ und übte (aus historischer Perspektive) scharfe Kritik an Thilo Sarrazin. Er gilt als einer der besten Kenner der neurechten Szene. Sein aktuelles Buch „Die autoritäre Revolte“ war 2017 für den Sach­ buchpreis der Leipziger Buch­messe nominiert.


Autorentheatertage 2019 Die beste, die nachhaltigste Förderung der Gegenwartsdramatik besteht nach wie vor darin sie (ur)aufzuführen. Aus diesem Grund sucht das Deutsche Theater Berlin für die nächsten Autorentheatertage wieder neue, noch nicht uraufgeführte Stücke, die von einer unabhängigen Jury ausgewählt und dann vom Schauspielhaus Graz, dem Theater Neumarkt Zürich und dem Deutschen Theater Berlin im Rahmen des Festivals uraufgeführt werden. Im Anschluss gehen die Inszenierungen in den Spielplan der beteiligten Theater über. Die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Valeska Grisebach, die Schauspielerin und Regisseurin Steffi Kühnert und die Kulturjournalistin und Theaterkritikerin Esther Boldt (Vorsitzende) bilden die Jury der Autorentheatertage. Einsendeschluss ist der 10. September 2018. Und auch in dieser Spielzeit haben die Autorentheatertage einen internationalen Auftakt. Um den Blick zu weiten und Perspektiven zu wechseln, werden bei der zweiten Ausgabe von „Radar Ost“ wiederum Gastspiele aufregender zeitgenössischer Stücke und Regiehandschriften aus Osteuropa zu sehen sein. Außerdem stellt der Stückeparcours „Ostwärtsˮ neue Theatertexte in szenischen Lesungen erstmals in Deutschland vor. Mai / Juni 2019

Mit freundlicher Unterstützung

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DT International

European Theatre Convention

Die ETC initiiert internationale Theaterprojekte, bietet künstler­ischen Austausch und eine professionelle Plattform zur internationalen Vernetzung. Mit dem vierjährigen Theaterprogramm „ENGAGE – Empowering today’s audiences through challenging theatreˮ, an dem auch das DT mitwirkt, wurde die ETC von der Europäischen Union als wichtiger Partner im Theaterbereich ausgewählt. Aktuell beteiligt sich das DT an folgenden Programmen und Projekten: Young Europe III: das Junge DT entwickelt in Kooperation mit Weöres Sándor Színház in Szombathely, Ungarn und De Toneelmakerij in Amsterdam, Holland ein recherchebasiertes Jugendtheaterstück zum Thema „Rage“. Weitere sechs ETC-Theater sind an dem Projekt beteiligt. Artist Residency Programme 2019: Arbeitsstipendien für angehende europäische Regisseur_innen Staff Exchange: Förderung von einmonatigen Arbeitsaufenthalten von Theaterschaffenden an einem anderen ETCMitgliedstheater EUROPA-ABO: Alle Inhaber_innen einer DT Card haben freien Eintritt in alle ETC-Theater und erhalten ermäßigte Karten bei den deutschen Mitgliedstheatern. Kartenreservierung über service@deutschestheater.de. Gegründet im Jahr 1988, fördert das größte europäische Theaternetzwerk ETC das europäische Theater als unverzichtbaren sozialen Schauplatz für Dialog, Demokratie und Interaktion, der 134


die Vielfalt des Publikums und die sich verändernden Gesellschaften widerspiegelt und zum Thema macht. Mehr als 40 Theater aus über 20 Ländern gehören zur ETC, seit 2009 ist das DT Mitglied. Seit 2011 hat die ETC ihr Büro im Deutschen Theater Berlin. www.etc-cte.org

mitos21 Das internationale Theaternetzwerk mitos21 wurde 2008 ins Leben gerufen mit dem Ziel, über Länder- und Sprachgrenzen   hinweg Gelegenheiten für professionellen Austausch und Weiterbildung, Nachwuchsförderung und künstlerische Zusammenarbeit zu schaffen und außergewöhnliche multinationale Projekte zu entwickeln. 14 führende europäische Theater und zwei Schauspielakademien sind mit mitos21 verbunden. Das Deutsche Theater Berlin ist 2018 / 19 an folgenden mitos21-Projekten beteiligt: August 2018: Young directors‘ and actors‘ meeting am Dramaten Stockholm beim Ingmar Bergman International Theatre Festival November 2018: Dramaturg_innentreffen am Theater der Nationen Moskau Dezember 2018: International Laboratory week am National Theatre London Februar – März 2019: PLAS 2019. Performance Laboratory Salzburg. International platform for young directors

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DT-Reihen und Salons Das Deutsche Theater Berlin als Ort gemeinsamen Nachdenkens: Mit der Vortrags- und Gesprächsreihe „Wer Wenˮ erfährt das Thema der neuen Spielzeit eine diskursive Ausweitung. Welche Risse durchziehen die Gesellschaft, welche Gegnerschaften werden sichtbar, welche neuen Bündnisse zeichnen sich ab? Einiges darüber erfahren lässt sich auch bei Heiner Müller: Von seinen Texten, seinen Thesen, seiner Rezeption handelt der „Müllersalonˮ, den die Internationale Heiner-Müller-Gesellschaft in Kooperation mit dem Deutschen Theater in regelmäßigen Abständen veranstaltet. Im „Popsalonˮ sehen Tobi Müller und Jens Balzer zusammen mit ihren Gästen Musikvideos und sprechen darüber: erhellend, gedankenschnell, unterhaltsam. „Gregor Gysi trifft Zeitgenossenˮ an Sonntagvormittagen zum Gespräch, und im „Fußballsalonˮ debattiert Christoph Biermann (11Freunde) mit seinen Gästen über Gegenwart und Zukunft der schönsten Nebensache der Welt.

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Von Mainz bis an die Memel Videoschnipselvorträge von Kuttner Jeder Videoschnipselabend hat zwei Elemente. Denn er besteht A aus den Videos und B aus Kuttner, dem Mann also, der sie vorab fürs Publikum aussucht, zerschnipselt und schließlich auf der Bühne präsentiert. Jeder Videoschnipselabend ist anders. Denn jeder Abend hat ein eigenes Motto, eine eigene These. Dabei kann es einerseits um so Grundsätzliches gehen wie Liebe, Sex, Krieg, Kinder, Fußball, Autos, andererseits aber auch um so diffizile Probleme wie das Demokratisierungspotenzial des deutschen Schlagers, die Politiktauglichkeit mittelamerikanischer Rauschkakteen, die ästhetischen Irrungen Mick Jaggers, das Aggressionspotenzial des Handyklingelns des deutschen Außenministers oder die Frage, mit welchen Präsenten man KPDSUGeneralsekretären eine Freude machen kann. Mit: Jürgen Kuttner und André Meier Deutsches Theater

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Mitarbeiter_innen


Künstlerische Leitung Intendant: Ulrich Khuon; Chefdramaturg und stellv. Intendant: Claus Caesar; Künstlerischer Betriebsdirektor: Michael de Vivie; Atelierleiterin: Janja Valjarević; Persönliche Referentin des Intendanten, Sponsoring: Lona Wulff; Leiterin Kommunikation: Katharina Wenzel, Lena Domeyer (stellv.); Leiterin Junges DT: Birgit Lengers Intendanz Intendant: Ulrich Khuon; Persönliche Referentin, Sponsoring: Lona Wulff; Mitarbeiterin und DT Freunde: Anouk Wallerath Geschäftsführende Direktion Geschäftsführender Direktor und stellv. Intendant: Klaus Steppat; Persönliche Referentin des Geschäftsführenden Direktors: Selma Ilhan; Assistent: Karl Sand Dramaturgie und Junges DT Chefdramaturg: Claus Caesar; Dramaturg_innen: Ulrich Beck, John von Düffel, David Heiligers, Bernd Isele, Juliane Koepp; Dramaturgieassistentinnen: Sima Djabar Zadegan, Franziska Trinkaus; Autorentheatertage: Bernd Isele, Franziska Trinkaus; DT International: Birgit Lengers; Gäste: Sonja Anders, Bendix Fesefeldt, Anna Heesen, Meike Schmitz, Anika Steinhoff; Leitung Junges DT: Birgit Lengers; Mitarbeiter Junges DT: Lasse Scheiba, Peter Kolb; Theater und Schule: Maura Meyer; TUSCH: Sofie Hüsler, FSJ Kultur: Nelly Gypkens Künstlerisches Betriebsbüro Künstlerischer Betriebsdirektor: Michael de Vivie; Mitarbeiter, Leiter Statisterie: Andreas Däscher; Mitarbeiterin, Gastspiele und Sonderveranstaltungen: Christine Drawer; Mitarbeiterin: Simone Pasemann Technische Direktion Technischer Direktor: Olaf Grambow; Stellv. Technischer Direktor: Marco Fanke 139


Kommunikation Leiterin Kommunikation, Pressesprecherin: Katharina Wenzel; Stellv. Leiterin Kommunikation, stellv. Pressesprecherin, Onlineredaktion: Lena Domeyer; Marketing: Friederike Busch; Mitarbeiterinnen: Luisa Männel, Angela Modest; Grafik: Julia Kuon, Sabine Meyer; Fotograf: Arno Declair Besucherservice Vertriebsleiter: Jörg Freckmann; Mitarbeiter: Philip Mario Jakobs; Abenddienstleitung: Thomas Koch, Maria Dinkel; Kassenleiter: Olaf Grolmes; Kassierer_innen: Trung Tran Duc, Luisa Geduhn, Jana Gleichauf, Barbara Schmidt, Luciano Siliprandi, Sarah Wierzbinski Archiv und Bibliothek Karl Sand Regie Frank Abt, Philipp Arnold, Brit Bartkowiak, Anna Bergmann, Jan Bosse, Dietrich Brüggemann, Salome Dastmalchi, András Dömötör, Jakob Fedler, Adrian Figueroa, Jessica Glause, Jürgen Gosch, Dimiter Gotscheff, Gernot Grünewald, Sebastian Hartmann, Karin Henkel, Branko Janack, Stephan Kimmig, Wojtek Klemm, Tilmann Köhler, Bastian Kraft, Andreas Kriegenburg, Jürgen Kruse, Tom Kühnel, Jürgen Kuttner, Martin Laberenz, Robert Lehniger, Anne Lenk, Daniela Löffner, Thom Luz, Ivan Panteleev, Dušan David Pařízek, Armin Petras, Uta Plate, René Pollesch, Rosa von Praunheim, Stefan Pucher, Ulrich Rasche, Alexander Riemenschneider, Josua Rösing, Hanna Rudolph, Christopher Rüping, Lilja Rupprecht, Rafael Sanchez, Kristo Šagor, Nora Schlocker, Christian Schwochow, Showcase Beat Le Mot, Jette Steckel, Andres Veiel, Hasko Weber Bühne und Kostüm Atelierleiterin: Janja Valjarević; Geraldine Arnold, Dagmar Bald, Michaela Barth, Ben Baur, Peter Baur, Victoria Behr, 140


Jil Bertermann, Adriana Braga Peretzki, Tabea Braun, Katharina Bruderhofer, Annika Budde, Sigi Colpe, Camilla Daemen, Julia Dietrich, Barbara Drosihn, Anne Ehrlich, Nikolaus Frinke, Juliane Grebin, Sebastian Hartmann, Katja Haß, Oliver Helf, Volker Hintermeier, Pauline Hüners, Henrike Huppertsberg, Julia Kaschlinski, Wojtek Klemm, Mira König, Michael Köpke, Katharina Kownatzki, Halina Kratochwil, Mareile Krettek, Andreas Kriegenburg, Aino Laberenz, Stéphane Laimé, Mark Lammert, Sophie Leypold, Florian Lösche, Regina Lorenz-Schweer, Thom Luz, Julian Marbach, Eva Martin, Nina von Mechow, Simeon Meier, Wolfgang Menardi, Judith Oswald, Johanna Pfau, Kathrin Plath, Kamila Políková, Anja Rabes, Ulrich Rasche, Viktor Reim, Thilo Reuther, Karoly Risz, Jessica Rockstroh, Caroline Rössle Harper, Claudia Rohner, Karin Rosemann, Lane Schäfer, Irina Schicketanz, Anika Schmitz, Carolin Schogs, Anna Maria Schories, Andrea Schraad, Jo Schramm, Johannes Schütz, Lene Schwind, Daniela Selig, Linda Spörl, Barbara Steiner, Katja Strohschneider, Dorien Thomsen, Harald Thor, Inga Timm, Selina Traun, Susanne Uhl, Sibylle Wallum, Christl Wein, Paula Wellmann, Bettina Werner Musik Arvild Baud, Friederike Bernhardt, Ketan Bhatti, Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, Heiner Bomhard, Marcel Braun, Björn SC Deigner, Albrecht Dornauer, Matthias Erhard, Romain Frequency, Hannes Gwisdek, Christoph Hart, Ben Hartmann, Markus Hübner, Camill Jammal, Arne Jansen, Fabian Kalker, Sebastian Katzer, Arno Kraehahn, Joe Masi, Bernd Medek, Thies Mynther, Martin Person, Eberhard Petschinka, Christiane Rösinger, Leo Schmidthals, Ingo Schröder, Andreas Spechtl, Daniel Spier, Jacob Suske, The Notwist, The New Roman Empire, Philipp Thimm, Michael Verhovec, Tobias Vethake, Jörg-Martin Wagner, Mathias Weibel, Lars Wittershagen, Bert Wrede, Albrecht Ziepert; Einstudierung Chor: Bernd Freytag, Christine Groß; Einstudierung Musik: Katharina Debus, Rolf Fischer, Ingo Schröder, Pascal von Wroblewsky 141


Bühnenmusiker_innen Friederike Bernhardt, Ramin Bijan, Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, Heiner Bomhard, Johannes Cotta, Christoph Hart, Ben Hartmann, Arne Jansen, Johann Jürgens, Michael Metzler, Thies Mynther, Miles Perkin, Daniele Pintaudi, Matze Pröllochs, Christiane Rösinger, Philipp Rohmer, Leo Schmidthals, Ingo Schröder, Philipp Thimm, Tobias Vethake Video Voxi Bärenklau, Tilo Baumgärtel, Peter Baur, Stefan Bischoff, Marlene Blumert, Alexander Bunge, Moritz Grewenig, Daniel Hengst, Phillip Hohenwarter, Daniel Keller, Stephan Komitsch, Robert Lehniger, Jonas Link, André Meier, Sebastian Pircher, Sebastian M. Purfürst, Isabel Robson, Dorian Sorg, Jo Schramm, Jan Speckenbach Virtual Reality CyberRäuber (Marcel Kanapke und Björn Lengers) Regieassistenz Philipp Arnold, Anna Magdalena Berndt, Anna Carolina Freiheit, Sarah Kurze, Marike Moiteaux, Nazanin Noori, Johann Otten; Gäste: Lena Brasch, Elias Capelle, Laura Holtermann, Bettina Ihde, Laura Locher, Lea Langenfelder, Antonia Lind, Maxie Oehrlein, Theokleia Psifidi, Anna-Katharina Schröder, Leonie Tarris Ausstattungsassistenz Ulrich Belaschk, Henrike Huppertsberg, Thomas David Mairs, Mira Phumdorkmai, Viktor Reim, Carla Satoca Berges, Linda Spörl, Vanessa Vadineanu Choreographie Ronni Maciel, Niloufar Shahisavandi, Efrat Stempler

142


Inspizienz Kathrin Bergel, Anna Carolina Freiheit, Andreas Grimmert, Erika Kurth-Luxath, Marike Moiteaux, Frank Ulbig Soufflage Anna Carolina Freiheit, Martina Jonigk, Marion Rommel, Simona Wanko; Gäste: Dorothea Bartelmann, Bärbel Kleemann, Sterica Rein, Suheer Saleh Maske Chefmaskenbildner: Andreas Müller; Stellvertreterin: Susanne Rothert; Maskenbildner_innen: Franziska Becker, Julia Berten, Bernd Dietrich, Meike Hildebrand, Grischa Hörmann, Mike Schmiedel, Juliane Schulz, Karen Schulze, Monika Stahl, Franziska Stiller, Günter Trümpelmann; Auszubildende: Simone Hauser, Josephine Müller, Antonia Peix Produktionsleitung Produktionsleiter: Herbert Lines-Weber; Konstrukteure: Nico Hoppe, Stefan Luckhardt Betriebs- und Gebäudemanagement Abteilungsleiterin: Katrin Dywicki; Leiter Hausinspektion: Arnd-Ullrich Schumann; Torsten Petri, Harald Sporn; Betriebstechnik: Siegbert Braatz, Burkhard Jastram, Karsten Matthes, Frank Schmidt Bühnentechnik Leiter: Jörg Luxath; Theaterobermeister: Thomas Lachmann, Dirk Salchow; Bühnenmeister_innen: Pamela Behr, Rubin Gerull, Enrico Knorr, Steffen Labahn; Bühnentechniker: Thomas Ahrend, Tim Andersen, Mark Aust, Andreas Dietrich, Karsten Franz, Uwe Haack, Ralf Haase, Marcus Hauser, Michael Höhn, Jean Hofer, Jan Hoffmann, Patrick Janicke, Heiko Keller, Hans-Joachim Klemme, Daniel Koch, Stefan Koch, Hans-Martin Kolasinski, Jochen Kolasinski, Michael Kroker, Martin Kulke, Philipp Kurth, Frank Lehmann, Lars Lehmann, Rainer Marx, 143


Oliver Mende, Martin Merker, Michael Mett, Maria Murillo Garcia, Alexander Näther, Roland Perl, Carsten Raatzsch, Karsten Rahnenführer, Enrico Sachse, Stefan Schlegel, Frank Schulz, Michael Schulz, Thomas Schulze, Christian Sterl, Jörg Tiepelmann, Martin Vorwald, Olaf Wachlin; Fuhrpark: André Däweritz, Horst Fischbeck, Frank Mohaupt Beleuchtung Leiter: Robert Grauel; Beleuchtungsobermeister_in: Cornelia Gloth, Marco Scherle; Beleuchtungsmeister_innen: Kristina Jedelsky, Thomas Langguth, Matthias Vogel; Erste Beleuchter: Frank Kuhnert, Ralf Reckmann; Beleuchter_innen im Stellwerk: Peter Grahn, Peter Heymann, Bella Kühne, Andreas Ripperger, Heiko Thomas, Lothar Urban, Yannic Wollenhaupt, Linus Zahn; Beleuchter_innen: Bodo Ahlenstorf, Helmuth Esch, Kevin Görtz, Mike Herrford, Dirk Hilgenhof, Margit Jacob, Bernd Krakowski, Charley-Beth Kriehn, Daniel Kuhn, David Kusche, Udo Merker, Thorsten Nickstat, Peter Radtke, Holger Sand, Mike Schmitz, Peter Schniegeler, Maria Schreiber, Olaf Winter Ton und Video Leiter: Marek Sawitza; Stellv. Leiter: Matthias Lunow; Ton­meister: Ralf Anderer, Marcel Braun, Eric Markert, Björn Mauder, Richard Nürnberg, Martin Person, Wolfgang Ritter; Videotechniker: Robert Hanisch, Peter Stoltz; Ton- und Video­techniker: Jens Kuffel Auszubildende der Veranstaltungstechnik Jonas Klipp, Katharina Langer, Jula Liebhold, Jaline Richter, Yannick Schäfer, Jonathan Scharnberg, Gabriel von Seidlein Ankleidedienst Leiterin: Sabine Reinfeldt; Stellv. Leiterin: Bärbel Krepp; Kordula Horn, Sandra Luber, Doris Müller-Gehrcke, Francesca Pesce, Jessika Reichel, Ines Scheminowski, Katja Tausch, Gabriele Wax 144


Requisite Leiter: Jens Thomas Günther; Stellv. Leiterin: Ines Duckert; Sven Arnold, Sabine Balkow, Andreas Heider, Regina Heinrich, Karsten Klein, Luise Krolik, Siegmar Kuske, Dietmar Lebus, Frank Papist, Jan Quaiser, Friederike Sailer, Marco Weihrauch Recht und Organisation Leiter: Markus Ritter; Fortbildung und Gesundheitsmanagement: Christine Hoffmann; Bewerbers­ervice: Semra Ilhan Behördlicher Datenschutzbeauftragter Markus Ritter IT-Management Leiter: Andreas Rutenberg; Christian Birzle, Hardy Dittmar, Christoph Küchler Finanzen und Personal Leiterin: Beate Katzenbach; Gruppenleitung Finanzbuch­ haltung: Anke Flemme; Ingrid Döll, Corina Golditzsch, Jeanette Krause, Kristiane Lindner, Natalia Poniakowska, Ulrike Schallau; Projektbeauftragte: Irena Pella; Gruppen­leitung Personalwesen: Julia Waleczek; Manuela Bernt, Stephanie Metzger, Angela Schellhorn, Martina Stark, Daniela Wendler; Gruppenleitung Einkauf und Materialwirtschaft: Cornelia Schulze; Zentrallager: Peter Grunhold Personalrat Peter Grahn, Michael Graßmann, Philip Mario Jakobs, Frank Lehmann, Carsten Raatzsch, Susann Rakowski, Barbara Schmidt Schwerbehindertenvertretung Stefan Koch, David Kusche Frauenvertretung Ines Duckert, Anna Carolina Freiheit 145


Service


Besucherservice Montag bis Freitag 11.00 – 18.30 Uhr Telefon: 030.28 441-221 Fax: 030.28 441-404 Adresse: DT Besucherservice Postfach 04 02 09, 10061 Berlin service@deutschestheater.de Serviceleistungen · Kartenbuchungen für DT  Freu­n­de · Reservierung für Schülergruppen · Verkauf der DT Cards · Reservierung von Eintritts­karten · Informationen über den Spielplan und die Aktivitäten des Theaters · Unterstützung bei der Gestaltung Ihres Theater­ besuchs vor und nach der Vorstellung · Sonderarrangements für Gruppen · Vermittlung von Gesprächen mit Schauspieler_innen, Regisseur_innen und Dramaturg_innen · Vermittlung von Führungen durch das Deutsche Theater · Verkauf von Programm­heften und anderen Publikationen 147

Kasse Tageskasse im Foyer des DT Montag bis Samstag: 11.00 – 18.30 Uhr Sonn- und Feiertage: 15.00 – 18.30 Uhr Telefon: 030.28 441-225 Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. An der Abendkasse nur ein­geschränkter Vorverkauf. Vorverkauf Der Vorverkauf beginnt am 10. des Monats für den Folgemonat. DT Freunde können bereits ab 7. des Vor­monats ihre Karten buchen, Gruppen und DT CardBesitzer_innen ab dem 8. des Vormonats. Telefonischer und Online-Kartenvorverkauf (www.deutschestheater.de) mit Kreditkarte (Visa, Master­ card, American Express) und per giropay. Online gebuchte Karten können Sie zu Hause auch selbst ausdrucken. Kartenbestellungen Bestellungen sind ab Veröffent­lichung des Spielplans im Internet möglich und werden mit Beginn des Vorverkaufs in der Reihenfolge des


Eingangs bearbeitet. Schriftliche Bestellungen richten Sie bitte an den Be­sucherservice. Reservierungen über unsere Internetseite sind ab Vor­­ver­kaufsbeginn möglich. Telefonische Kartenbestellung über die Kasse und Gruppenbestellungen über den Besucherservice. Buchung Klassenzimmer­stück und Theaterpädagogik Junges DT: 030.28 441-220 klassenzimmer@jungesdt.de www.jungesdt.de

Verfügbarkeit) gewährt. Sie gelten nicht für Premie- ren und Sonderveranstalt­ ung­en. Bitte bringen Sie Ihre Ermäßigungsberechtigung auch zum Besuch der Vorstel- lung mit. · Das DT unterstützt den Ver- ein Kulturleben Berlin, der Theaterkarten an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt. Geschenk-Gutscheine Verschenken Sie DT Gutscheine, die für einen Vorstellungs­besuch Ihrer Wahl innerhalb von drei Jahren eingelöst werden können. Gutscheine können auch auf unserer Internetseite gekauft (aber nicht eingelöst!) werden.

Eintrittspreise und Ermäßigungen · Die für die jeweilige Vorstellung geltenden Eintrittspreise entnehmen DT Card Sie bitte dem Monats­Mit der DT Card erhalten spielplan. Sie 40 % Ermäßigung in den · Karten zum Preis von 9 € Preisgruppen I bis IV. Sie für Schüler, Studierende, Auszubildende und Empfän- ist personengebunden und gilt 12 Monate. Sie gilt nicht ger von Arbeitslosengeld I für Premieren, einige Sonder· Karten zum Preis von 3 € veranstaltungen und den bei Vorlage des berlinpass monatlichen „Blauen Tag”. · Sonderkonditionen für Sie haben die Wahl: Gruppen und Schulklassen · Einmal im Monat ist „Blauer · Die DT Card für 55 €: eine ermäßigte Karte Tag”: 12 € auf allen Plätzen pro Vorstellung · Ermäßigungen werden · Die DT Partner-Card für 90 €: auch im Vorverkauf (nach 148


· ·

zwei ermäßigte Karten pro Vorstellung Die DT Familien-Card für 100 €: zwei ermäßigte Karten für zwei Erwachsene und bis zu drei Karten für jeweils 3 € für Kinder und Jugend­liche bis 18 Jahre Für DT Card-Besitzer_innen beginnt der Vorverkauf immer am 8. des Monats für den folgenden Monat.

Weitere Vorteile mit der DT Card Gegen Vorlage Ihrer DT Card erhalten Sie in der Deutschen Oper 10 % Ermäßigung für zwei Eintrittskarten. Das Restaurant im Deutschen Theater gewährt Ihnen ebenfalls einen Rabatt von 10 % auf Ihre Rechnung. ETC Europa-Abo: Mit der DT Card können Sie die Vorstel­l­ungen aller Mitgliedstheater der European Theatre Con­vention im Ausland kostenlos besuchen, die deutschen Mitgliedstheater gewähren Ermäßigungen. Mehr Infos: www.etc-cte.org Hinweise für Vorstellungen mit Übertiteln Wir bitten Sie, Über­titel als Service zu betrachten, von dem 149

nicht auf allen Plätzen profitiert werden kann. Wir empfehlen Ihnen, im DT in den Rängen oder im Parkett in den Reihen 10 bis 15 zu buchen, in den Kammerspielen ab Reihe 8. Garderobe Ihre Garderobe können Sie kostenlos an den Garderoben in den Foyers abgeben. Buchstand Am Buchstand im Foyer des DT finden Sie eine gut sortierte Auswahl von Büchern zu unser­em Programm sowie weitere Theater- und Musik­ literatur. Unser Kooperationspartner ist die Buchhandlung Einar & Bert. Restaurant & Bar Vor den Vorstellungen sowie in der Pause erhalten Sie Getränke im Spiegel­foyer, im Saal (Rangfoyer) und in der Bar. Das ­Restaurant im Deutschen Theater ist täglich zwei Stunden vor Vorstellungs­ beginn geöffnet. Reservierungen unter Tel: 030.490 82-412 Mail: subke-subke@gmx.de


Preise Bühne Parkett

Links

2. Rang

2. Rang

1. Rang

1. Rang

Rechts

Links

Mitte

Kammerspiele A

Deutsches Theater A B C

 Preisgruppe I 48 € 42 € 35 €

 Preisgruppe II 39  € 34  € 28  €  Preisgruppe III 30  € 26  € 21  €  Preisgruppe IV 21 € 18 € 14 €  Preisgruppe V 12  € 10  € 8  €  Preisgruppe VI

5 €

5 €

5 €

Rechts

B C

Preisgruppe I 30 € 25 € 19 € Preisgruppe II 23 € 19 € 14 €

Box/Bar/Saal A

B C D

Preisgruppe 18  € 14  € 8  € 6  € Ermäßigt 8 € 6 € 6 € 4 €

Kartenverkauf im Internet: Es fallen Web-Systemgebühren von 1 bis 3 Euro pro Buchung an.

150


Angebote für Studierende Ermäßigte Karten Karten für Studierende kosten 9 € bzw. 6 € in der Box, auch im Vorverkauf (ausgenommen Premieren und Sonderver­ anstaltungen). DT Campus Zweimal im Jahr kommen Studierende noch günstiger ins DT. Bei DT Campus an den Berliner Hochschulen kosten alle Tickets für Studierende 6 €. Theaterscouts Die Theaterscouts sind eine Gruppe von Studier­enden aus Berlin und Potsdam, die sich regelmäßig trifft. Neben gemeinsamen Theaterbesuchen planen und organisieren sie auch Gespräche und Probenbesuche. Einfach melden und mitmachen: theater­scouts@ deutschestheater.de

151

Junges DT Improvisieren, Experimentieren und Theater spielen! Das Programm des Jungen DT bietet zahlreiche Möglich­ keiten selber aktiv zu werden: www.jungesdt.de Junge DT Freunde Noch näher dran: Die Jungen DT Freunde begleiten in Workshops, Gesprächen und Probenbesuchen die Arbeitsprozesse am DT. Für alle unter 35 beträgt die Mitgliedschaft bei den DT Freunden nur 1 € pro Lebensjahr. Weitere Infos auf www.dtfreunde.de


Barrierefreiheit Das Deutsche Theater und die Kammerspiele verfügen über Rollstuhlfahrerplätze. Rollstuhlfahrer bitten wir, ihren Besuch bis einen Tag vor der Vorstellung anzumelden. Zugang zu den Spielstätten über die Rampe und den Hublift am Eingang zum Deutschen Theater. Die behinderten­gerechten Sanitäranlagen befinden sich im ­Foyer des DT. Schwerbehinderte, die auf eine Begleitperson angewiesen sind, erhalten zwei Karten zum halben Preis. Nutzen Sie die Möglichkeit des schrift­l­ichen Vorverkaufs. Ihre Karten­wünsche werden vorrangig bearbeitet.

Datenschutz Die Speicherung der personen­bezogenen Daten erfolgt zur direkten Kundenbetreuung. Die Daten werden nicht an Dritte weitergeben. Alle Daten werden ausschließlich gemäß den gesetzlichen Bestimmungen verarbeitet.

Schwerhörigenanlage Das Deutsche Theater verfügt im gesamten Parkett über eine Schwerhörigenanlage, die Kammerspiele bis Reihe sieben. Geschäftsbedingungen Die AGBs können an der Theaterkasse und unter www.deutschestheater.de eingesehen werden.

152


DT Freunde Freunde und Förderer des Deutschen Theaters und der Kammerspiele „Noch näher dran” sind Sie als DT Freund oder bis einschließlich 35 Jahre als Junger DT Freund: Gemeinsam mit Mit­ gliedern des Hauses werfen Sie Blicke hinter die Kulissen, besuchen Proben oder exklusive Sonderveranstalt­ungen, treffen Regisseur_innen, Dramaturg_innen und Schauspieler_innen, be­gleiten das Theater auf Gastspielreisen, können bevorzugte Reservierungen von Premierenkarten in Anspruch nehmen und über den Besucherservice bereits vier Tage vor dem offiziellen Vorverkauf Karten bestellen. Darüber hinaus gibt es speziell für die Jungen DT Freunde Treffpunkte, gemeinsame Premieren­besuche und Möglichkeiten des Austauschs mit dem künstler­ischen Team. Künstlerische Spielräume ermöglichen und sichern, Ihre Verbundenheit zum DT ausdrücken – das können Sie als DT Freund durch ihre ideelle und finanzielle Unterstützung im Rahmen des Vereins. Weitere Informationen rund um die DT Freunde und die Jungen DT Freunde finden Sie unter: www.dtfreunde.de

Ihr DT Freunde-Kontakt im Deutschen Theater: Anouk Wallerath Schumannstr. 13a 10117 Berlin E-Mail: dt-freunde@deutschestheater.de Telefon 030.28 441-229 Fax 030.28 441-410  

153


Den Spielplan, Eintrittskarten, Hintergrundinformationen, Biografien des Ensembles und der Regisseur_innen, Videotrailer, Podcasts, Programmhefte und vieles mehr unter www.deutschestheater.de Besuchen Sie uns auch hier: facebook.com / deutschestheater youtube.com / DTPresse twitter.com / DT_Berlin instagram.com / deutschestheaterberlin soundcloud.com / deutschestheaterberlin

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Schumannstraße 13a, 10117 Berlin S-/U-Bahn: Bahnhof Friedrichstraße U-Bahn: Oranienburger Tor Bus: Linie 147: Haltestelle Deutsches Theater TXL: Haltestelle Charité – Campus Mitte Straßenbahn: M1, M5, 12, Haltestelle Oranienburger Tor

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Anbieter: Verlag Der Tagesspiegel GmbH, Askanischer Platz 3, 10963 Berlin

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Impressum Herausgeber: Deutsches Theater Berlin Intendant: Ulrich Khuon Geschäfts­führender Direktor: Klaus Steppat Redaktion: Claus Caesar, Joshua Wicke Gestaltung: Julia Kuon, Sabine Meyer Fotos: Katja Strempel Druck und Herstellung: ELBE-DRUCKEREI WITTENBERG GmbH Redaktionsschluss: 8. Juni 2018 136. Spielzeit 2018 / 19


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Spielzeitbuch 2018/19  

"Wer Wen" ist die neue Spielzeit des Deutschen Theater Berlin überschrieben. Weitere Infos finden Sie unter www.deutschestheater.de

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