Idee + Tat Dezember 2025

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Dezember

Katastrophenschutztag NRW

Schwerpunktthema am 11. Oktober in Siegen: „Wetterextreme“

21. Münsteraner Rotkreuzgespräch „Menschlichkeit zwischen Waffen“

DRK-Landesversammlung tagte in Beckum

Titelbild

Großes Gruppenbild nach der Landesversammlung im Eventcenter am Tuttenbrocksee in Beckum: Präsidium und stellvertretende Landesrotkreuzleitung

Foto: Claudia Zebandt / LV WL

Impressum

Herausgeber und Verleger:

DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e.V., Sperlichstraße 25, 48151 Münster

Verantwortlich für den Inhalt: Vorsitzender des Vorstandes

Dr. Hasan Sürgit

Redaktion: Claudia Zebandt

E-Mail: Claudia.Zebandt@drk-westfalen.de Tel.: 0251 9739-137

Gestaltung und Anzeigenverwaltung: Martina Czernik

E-Mail: Martina.Czernik@drk-westfalen.de Tel.: 0251 9739-136

Stabsstelle Kommunikation

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.

Druck:

Bonifatius GmbH Druck Karl-Schurz-Str. 26 33100 Paderborn

Erscheinungsweise: jeden 3. Monat

Auflage: 6 700

IDEE + TAT wird umweltfreundlich auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Inhalt

Kolumne ............................................................................ Seite 3

Topthema

DRK-Landesversammlung tagte in Beckum .............. Seiten 4, 5

Helfen – bei uns und anderswo

Landesweiter Katastrophenschutztag in Siegen .......... Seite 6 „Rotkreuzlichter für die Menschlichkeit“ ....................... Seite 13 Antizipation im Bevölkerungsschutz ............................ Seite 17

Gewusst wie

21. Münsteraner Rotkreuzgespräch zum humanitären Völkerrecht ............................................... Seite 7 Rotkreuzarbeit inspirierend in Szene gesetzt ............... Seite 12

Nachrichten ........................................................... Seiten 8, 16

Personalien

Ehrenzeichen für Präsident Dr. jur. Fritz Baur ............... Seite 9 Ehrenamtlich in Leitungsfunktionen ....................... Seiten 10, 11

Jugendrotkreuz

JRK-Landeswettbewerbe der Stufen II und III ............. Seite 14

LAUTSTARK: Unsere Stimmen, unsere Zukunft ........... Seite 14

JRK-Bundeskonferenz in Offenbach am Main .............. Seite 15

Blutspendedienst

Angebote für das Ehrenamt 2026 .................................. Seite 18

Nachrufe

Dr. Artur Wilkens (KV Tecklenburger Land) .................. Seite 19

Anzeigen Seiten 13, 18, 19, 20

Die Liste der Rundschreiben für die Monate Juli, August und September 2025 finden Sie im Internet:

Download https://www.drk-westfalen.de/ aktuell/presse-service/ideetat-2025.html

Für den Rotkreuzkalender 2026

Zeichen der Solidarität in bewegten Zeiten

Wir leben in herausfordernden Zeiten. Unzählige Menschen auf dieser Erde leiden unter Kriegshandlungen, Hunger und Not.

Vor diesem Hintergrund haben wir erneut zur Beteiligung an unserer Aktion „Rotkreuzlichter für Menschlichkeit“ am 30. Oktober, dem Todestag von Henry Dunant, aufgerufen. Auch in diesem Jahr folgten nicht nur viele Rotkreuzgliederungen unserem Beispiel, sondern auch private Haushalte, lokale Institutionen und Unternehmen.

Backus, Kommandeur des Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, in seiner Festrede bei unserer Landesversammlung gemacht.

Der 11. Freiwilligen- und Ehrenamtstag findet am 9. Mai 2026 in Münster statt. Das Motto lautet „Miteinander staRK – Zusammenhalt im Alltag und in Krisen“. Geplant sind 18 Info- bzw. Workshops und erstmalig zwei Workshops für 6- bis 12-jährige Kinder. Alle Interessierten aus Haupt- und Ehrenamt sind herzlich willkommen. Weitere Informationen folgen.

Seit seiner Gründung ist es die wichtigste Aufgabe des Roten Kreuzes, menschliches Leid zu lindern. Das kam auch bei unserem 21. Münsteraner Rotkreuzgespräch zum humanitären Völkerrecht entsprechend zum Ausdruck: „Menschlichkeit im Krieg – Wie das Rote Kreuz in den aktuellen Konflikten Hilfe und Hoffnung bringt“.

Die wichtige Rolle des DRK beim Katastrophen- und Zivilschutz ist unbestritten; die finanzielle Unterstützung dieser Aufgaben durch die öffentliche Hand entspricht dem derzeit nicht. Hier gegenüber der Politik Verbesserungen einzufordern, wird auch im kommenden Jahr zu unseren wichtigen Aufgaben gehören.

Ich möchte den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen der Rotkreuzgliederungen in Westfalen-Lippe für ihr Engagement im Zeichen der Menschlichkeit herzlich danken!

Mit unserer Aktion „Rotkreuzlichter für Menschlichkeit“ wollen wir am 30.10.2026 erneut gemeinsam starke Zeichen für Menschlichkeit setzen. Alle Rotkreuzgliederungen und externe Unterstützer sind herzlich eingeladen mitzumachen!

An diesem Abend füllten Referenten aus Politik und Rotem Kreuz diese Aussage eindrucksvoll mit Leben, als sie ihre Erfahrungen aus der internationalen Rotkreuzarbeit in Notstandsgebieten schilderten.

Zivilschutz, Blackout-Szenarien oder Wehrtüchtigkeit galten lange als Themen aus vergangenen Zeiten. Mittlerweile sind sie wieder höchst aktuell, und wir müssen uns damit auseinandersetzen. Sehr deutlich hat dies Herr Generalstabsarzt Dr. med. Johannes

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein hoffnungsvolles und gesundes neues Jahr 2026!

Ihr

Dr. jur. Fritz Baur Präsident

Landesversammlung 2025 tagte in Beckum

Die diesjährige Landesversammlung am 15. November bot einen Rückblick auf positive Erfahrungen und dramatische Ereignisse.

Bei der Begrüßung berichtete der Präsident des ausrichtenden Kreisverbands, Prof. Dr. Karl-Uwe Strothmann, über die Highlights im DRK Warendorf-Beckum im Jahr 2025: das 50-jährige Jubiläum der Gliederung, die aus der Fusion der Kreisverbände Beckum und Warendorf entstanden ist, und die zum Teil aus dem 3D-Drucker entstandene neue DRK-Kreisgeschäftsstelle, die für landesweite Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Der Präsident des DRK-Landesverbandes WestfalenLippe, Dr. Fritz Baur, bedankte sich in seinem Bericht ausdrücklich bei den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen der Rotkreuzgliederungen in Westfalen-Lippe für ihr

„herausragendes Engagement im zurückliegenden Jahr“

und ihren Einsatz für hilfsbedürftige Mitmenschen im Sinne von Menschlichkeit und Mitgefühl. „Bleiben Sie

Generalstabsarzt

Dr. Johannes Backus bei seiner Festrede

dabei, und senden Sie mit uns gemeinsam auch künftig positive Signale in diese Welt“, sagte der DRK-Landesverbandspräsident. Auch der Bürgermeister der Stadt Beckum, Michael Gerdhenrich, und der stellvertretende Landrat des Kreises Warendorf, Rudolf Luster Haggeney, würdigten in ihren Grußworten den Einsatz insbesondere der ehrenamtlich aktiven Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler für das Gemeinwohl.

Es folgte die Verleihung der „Medaille der Menschlichkeit“, die der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe an Unternehmen, Verbände oder Institutionen vergibt, die sich durch besondere Förderung von oder besonderen Einsatz für Menschlichkeit hervorgetan haben. Jährlich haben drei der 37 DRK-Kreisverbände das Vorschlagsrecht. Die Jury folgte in diesem Jahr den Vorschlägen des Kreisverbandes Warendorf-Beckum, des Kreisverbandes Brilon und des Kreisverbandes Bottrop zur Verleihung der Medaille an „Enniger HILFT Kindern“ e.V. (Ennigerloh-Enniger), die Briloner Bürgerstiftung (Brilon) und die Tischlerei Bellendorf (BottropKirchhellen).

Die Festrede der DRK-Landesversammlung hielt der Kommandeur des Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. med. Johannes Backus, zum Thema „Die zivilmilitärische Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und dem DRK“. „Auch wir sind der Menschlichkeit verpflichtet und tun alles, damit die uns Anvertrauten entsprechend versorgt sind“, schloss Backus seinen Vortrag.

Präsident Dr. Fritz Baur und Vorstand Dr. Hasan Sürgit informierten in ihren Berichten unter anderem über die in den letzten zwölf Monaten unternommenen Aktivitäten zur Verstärkung des Katastrophen- und Zivilschutzes. Eine positive Bilanz zog Präsident Dr. Baur auch

DRK-Landesverbandspräsident Dr. Fritz Baur ehrte den Verein „Enninger HILFT Kindern“ mit der Medaille der Menschlichkeit: (v.li.) Vereinsvorstand Christian Westkämper, Rudolf Fissahn, Brunhilde Fissahn, Horst Stickl, Johannes Westkämper und Wolfgang Bönisch.

Vizepräsidentin Nilgün Özel ehrte die Briloner Bürgerstiftung: (v.li.) Burkhard Wieseler, Stiftungsvorstand Karl-Udo Lütteken, Adalbert Hillebrandt und Johannes Schröder.

Vizepräsident HeinzWilhelm Upphoff ehrte die Tischlerei Bellendorf aus Bottrop-Kirchhellen: (v.li.) Anja Bellendorf, Jürgen Bellendorf, Hermann Bellendorf und Beatrix Keizers.

zur Fördermitgliedergewinnung des DRK in WestfalenLippe: „Die Gewinnung und Pflege unserer Mitglieder ist eine besondere Aufgabe eines jeden DRK-Verbandes. Die Mitglieder geben uns Rückhalt in der Bevölkerung, Relevanz für unsere Interessensvertretung und freie Mittel für unsere Hilfeleistungen. Daher freue ich mich sehr, dass es unseren Verbänden gelungen ist, den sehr guten Vorjahreswert von 16 200 neuen Fördermitgliedern mit nach aktuellem Stand 20 000 neuen Fördermitgliedern in diesem Jahr noch zu übertreffen.“

Auch Projekte und Rotkreuzinitiativen wurden thematisiert, zum Beispiel die Kältehilfe, mit der Rotkreuzglie-

derungen in Westfalen-Lippe obdachlosen Menschen in der kalten Jahreszeit beistehen, oder das gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe an der FH Münster auf den Weg gebrachte Projekt „StudiPUK“ (Studentische Pflegeunterstützungskräfte). Hierbei werden Studierende darauf vorbereitet, im Zivil- und Katastrophenschutzfall bei der Pflegearbeit unterstützen zu können.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass das Projekt StudiPUK für den Förderpreis ‚Helfende Hand‘ 2025 des Bundesinnenministeriums in der Kategorie ‚Förderung von Freiwilligenarbeit‘ nominiert wurde, so Vorstand Sürgit. i+t

Katastrophenschutztag in Siegen

Am 11. November wurde die Innenstadt von Siegen zum Zentrum für Katastrophenschutz, Selbstschutzförderung und gelebtes Ehrenamt: Der Katastrophenschutztag NRW lockte zahlreiche Interessierte an und bot ein abwechslungsreiches Programm für die Bevölkerung und für Engagierte in den Hilfsorganisationen. Es präsentierten sich die lokalen Gliederungen der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Technischen Hilfswerks, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der Verband der Freiwilligen Feuerwehren und natürlich des DRK. Der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein nutzte den Katastrophenschutztag, um seine Arbeit einem breiten Publikum vorzustellen. Mit dem Verpflegungsmodul präsentierten die Helferinnen und Helfer, wie im Einsatzfall eine schnelle und effiziente Versorgung großer Personengruppen gewährleistet werden kann. Besonders großer Andrang herrschte am Stand des Jugendrotkreuzes mit dem Projekt „Katastrophenschutz aus der Kiste für Kids“. Hier konnten Kinder spielerisch entdecken und testen, wie gut sie auf Katastrophen vorbereitet sind und selbst aktiv werden. Mit

Innenminister Herbert Reul testete sein Wissen am JRKStand.

viel Neugier und Begeisterung probierten sie die Materialien aus und erhielten einen kindgerechten Einblick in Abläufe und Aufgaben, die im Ernstfall wichtig sind. Auch Innenminister Herbert Reul testete sein Wissen an den Stationen und übte das Absetzen eines Notrufs.

Ein zentrales Thema war die Vorbereitung auf Extremwetterereignisse, die auch in Nordrhein-Westfalen zunehmend an Bedeutung gewinnen. In den sogenannten WETTEREXTREME-Boxen konnte interaktiv erlebt werden, wie gut man auf Situationen wie Starkregen, Gewitter oder extreme Hitze vorbereitet ist. Diese praxisnahen Stationen verdeutlichten eindrucksvoll, wie wichtig Eigenvorsorge und Sensibilisierung der Bevölkerung sind, um im Ernstfall richtig reagieren zu können. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass die Stärkung der Resilienz der Bevölkerung eine zentrale Aufgabe des Katastrophenschutzes bleibt. Darüber hinaus demonstrierten die Hilfsorganisationen in realitätsnahen Übungen, wie eine enge Zusammenarbeit im Katastrophenfall funktioniert und welche Abläufe dabei ineinandergreifen. Auf der Bühne erwartete die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Programm, das unter anderem die Rolle der Jugend im Katastrophenschutz in den Mittelpunkt stellte und über einen Vortrag einen spannenden Einblick in einen Waldbrandeinsatz in der Region gab.

Vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe besuchten Vizepräsident Heinz-Wilhelm Upphoff und Landesarzt Dr. Uwe Devrient, begleitet von der kompletten Bezirksrotkreuzleitung Südwestfalen mit Petra Trogisch, Georg Weil und Kai Stracke, das Event und nutzten die zahlreichen Möglichkeiten zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und die Bedeutung einer starken, gut vernetzten Hilfsgemeinschaft.

Helena Tenambergen

© Foto: Sascha Hüttenhain
„Menschlichkeit zwischen Waffen“

„Menschlichkeit im Krieg – Wie das Rote Kreuz in den aktuellen Konflikten Hilfe und Hoffnung bringt“ war das Thema des 21. Münsteraner Rotkreuzgesprächs zum humanitären Völkerrecht im Freiherr-vonVincke-Haus der Bezirksregierung Münster.

Nach der Begrüßung der 70 Gäste durch DRK-Landesverbandspräsident Dr. Fritz Baur und dem „Hausherrn“ Regierungspräsident Andreas Bothe sprachen die Vortragenden Josef Neumann MdL und Prof. Dr. Joachim Gardemann über die Auswirkungen von Kriegen und die Bedeutung, die humanitäres Handeln in diesen Zusammenhängen hat. Dabei konnten beide auf einen reichen Fundus langjähriger Erfahrungen zurückgreifen: Josef Neumann, Vorsitzender im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Landtag NRW, führten seine humanitären Missionen unter anderem in den Libanon, nach Syrien und in die Ukraine. Der ehemalige Leiter des Kompetenzzentrums

Humanitäre Hilfe an der FH Münster, Prof. Dr. Joachim Gardemann, hatte als Kinderarzt im Auftrag des Roten Kreuzes bei elf Auslandseinsätzen Menschen in Kriegs- und Krisengebieten geholfen.

Josef Neumann hat dabei die internationale Präsenz des Roten Kreuzes oft erlebt: „Das Rote Kreuz als Krisenspezialist war jeweils vor Ort und beteiligt im Libanon, in Syrien, in der Ukraine und in Ägypten. Es waren Begegnungen, die mich tief beeindruckt haben und die für mich die humanitäre Hilfe greifbar machen.“ Als ein Beispiel nannte er die „Aktion Dorota“. Hierbei halfen 64 Einsatzkräfte aus 17 DRK-Kreisverbänden in Westfalen-Lippe, 37 teils schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder aus einer zerstörten Einrichtung in der Ukraine vom polnischen Kolberg zur Stiftung Bethel in Bielefeld zu bringen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Josef Neumann, Prof. Dr. Joachim Gardemann, dem Lan-

(v.li.) Prof. Dr. Joachim Gardemann, Dr. Fritz Baur, Josef Neumann, Andreas Bothe

deskorrespondenten der WAZ, Dr. Tobias Blasius, und dem ehrenamtlichen Rettungssanitäter des DRK im Kreis Gütersloh, Florian Scheel, wurde das Thema des Abends vertieft. Scheel hat im Auftrag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz mehrere Monate humanitäre Hilfseinsätze in der Ukraine und in Moldawien geleistet. Er beschrieb seine Beweggründe, mit Anfang zwanzig in Einsätze zu gehen, die auch für die Helfer gefährlich waren, mit dem Motto des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz „Inter arma caritas“. Dies bedeutet sinngemäß „Menschlichkeit zwischen Waffen“, meint, dass selbst bei bewaffneten Konflikten ein Mindestmaß an Menschenwürde, Mitleid und Maßhaltung sichergestellt sein soll und fasst damit das Prinzip des humanitären Völkerrechts zusammen. Neutrale Organisationen wie das IKRK seien wichtig für Medienschaffende, so Dr. Tobias Blasius. Denn: „Das erste Opfer des Kriegs ist die Wahrheit.“ i+t

Hermann Gröhe ist neuer DRK-Präsident

Die DRK-Bundesversammlung hat am 29. November Hermann Gröhe einstimmig zum neuen Präsidenten des DRK gewählt. Der ehemalige Bundesgesundheitsminister und langjährige Bundestagsabgeordnete ist damit Nachfolger von Gerda Hasselfeldt, die das DRK als Präsidentin acht Jahre führte. Gröhe wurde von den Delegierten der Mitgliedsverbände für eine vierjährige Amtszeit gewählt. DRK / i+t

Führungswechsel und neues Verwaltungsgebäude

Am 11. November feierte der DRK-Kreisverband Coesfeld die Einweihung seines neuen Verwaltungsgebäudes. Der Altbau aus dem Jahr 1975 war baulich nicht mehr zeitgemäß. Am selben Tag übergab Präsident Konrad Püning nach zwölf Jahren sein Amt an Dr. Christian Schulze Pellengahr. Für Püning ist die Fertigstellung des Gebäudes der krönende Abschluss seiner Präsidentschaft. i+t

Zweifache Auszeichnung für Tafel des DRK Gladbeck

Als eines von sechs nominierten ehrenamtlichen Projekten gewann die Tafel des DRK-Kreisverbandes Gladbeck die Wahl um den diesjährigen Ehrenamtspreis der Stadt Gladbeck, an der sich über 700 Personen beteiligt hatten. Darüber hinaus freute sich die Tafel bei der Preisübergabe vor dem Rathaus Gladbeck über eine weitere Auszeichnung: die Ehrenplakette 2025 der Stadt Gladbeck. i+t

„Amok-Lage in Schule“: Große Übung in Dortmund

Über 120 Kräfte aus Katastrophenschutz und Rettungsdienst des DRK Dortmund übten mit der Freiwilligen Feuerwehr die notfallmedizinische und betreuungsdienstliche Versorgung von 34 Patienten nach einer fiktiven Amok-Lage in einer Schule. Oberbürgermeister Alexander Kalouti war als Beobachter dabei und würdigte die Einsatzkräfte als „wertvollen Teil der Sicherheitsarchitektur“. i+t

Weitere Informationen zu den Nachrichten: www.drk-westfalen.de/aktuell/presse-service/idee-tat-2025.html

„Besondere Auszeichnung für besonderen Menschen“

Eine große Überraschung erlebte der Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Fritz Baur, bei einem Empfang anlässlich seines 80. Geburtstags am 17. Oktober 2025 im DRK-Tagungshotel Dunant in Münster.

Der Vizepräsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Volkmar Schön, war eigens nach Münster gereist, um Baur die höchste Auszeichnung im Deutschen Roten Kreuz, das DRK-Ehrenzeichen, zu überreichen.

Ich freue mich, einem besonderen Menschen an einem besonderen Geburtstag im Namen des Gesamtverbandes für sein besonderes ehrenamtliches Engagement zu danken, so Schön.

Der promovierte Jurist Baur hatte seine langjährige berufliche Laufbahn beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Jahr 2010 als Erster Landesrat und Kämmerer sowie Allgemeiner Vertreter des LWL-Direktors beendet, als er am 14. November 2015 von den Delegierten der damaligen DRK-Landesversammlung in Paderborn erstmals zum Präsidenten des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe gewählt wurde. Bei der DRK-Landesversammlung am 24.11.2018 in Soest erfolgte seine Wiederwahl, die aktuelle Wahlperiode begann im Jahr 2022.

In seine bisherige Zeit als Präsident fielen dramatische Ereignisse, die auch das DRK in Westfalen-Lippe besonders forderten, wie zum Beispiel die Corona-Pandemie oder die Flutkatastrophe im Juli 2021, „aber auch Highlights wie die UEFA Euro 2024, bei der unsere Kräfte innerhalb kürzester Zeit viele Einsätze geleistet

Überraschung zum Geburtstag geglückt! (v.li.) Vizepräsidentin Nilgün Özel, Dr. Volkmar Schön und Heinz-Wilhelm Upphoff mit Dr. Fritz Baur (2.v.li.)

und damit zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit beigetragen haben“, erinnerte Vizepräsident Heinz-Wilhelm Upphoff bei der Begrüßung der Gäste aus dem DRK-Bundesverband, verschiedenen DRKLandesverbänden, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der DRK-Schwesternschaft Westfalen und dem DRK-Blutspendedienst West.

„In all diesen Lagen haben wir Sie als jemanden erlebt, dem es außerordentlich wichtig war, sich selbst ein genaues Bild von der jeweiligen Situation zu verschaffen, zu unterstützen und zu helfen“, sagte Upphoff. Baur habe sich stets als zugewandter Gesprächspartner erwiesen, der zum Beispiel den Vertretern der 37 DRKKreisverbände in Westfalen-Lippe auch in schwierigen Situationen zur Seite stehe. i+t

Das DRK-Ehrenzeichen ist die höchste Auszeichnung, die das Deutsche Rote Kreuz zu vergeben hat.

Leitungsfunktionen

In jeder Ausgabe stellen wir Menschen vor, die sich in Leitungspositionen in den Rotkreuzgemeinschaften, im Jugendrotkreuz, in Einsatzformationen oder AGs auf Landesverbandsebene ehrenamtlich engagieren oder engagiert haben.

tschig,

einfühlsam

Lea Marie Artelt

Lea Marie ist 18 Jahre alt und Jugendrotkreuz-Kreisleiterin im DRK-Kreisverband Bielefeld. Die Pflegefachassistentin in Ausbildung ist Rotkreuz-Mitglied seit August 2023; angefangen hat sie dort als Ersthelferin.

Als JRK-Kreisleiterin unterstützt sie „so viel ich kann, und arbeite mit meinen JRK-Kindern, meinen Helferinnen und Helfern und dem Rest des Teams, um so oft wie möglich schöne Aktionen und Projekte zu starten.“

Mich faszinieren am Roten Kreuz die Teamarbeit und die Möglichkeiten der Weiterentwicklung.

Besonders mag sie den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft untereinander.

In ihrer Freizeit verbringt Lea Marie viel Zeit mit ihren Freunden und ist gerne unterwegs. Ihre Lieblingsfarben sind Blau und Rot. Kraft geben ihr „gutes Essen und mein Partner“. Ihr Lieblingsessen ist Lasagne.

Christian Zirkwitz

Wenn er nicht gerade für das DRK im Einsatz ist, genießt Christian Touren mit dem E-Bike. Der 52-jährige Dipl.-Sozialarbeiter ist Kreisrotkreuzleiter im DRKKreisverband Hamm, wo er seit 1996 aktiv ist. In seinem Amt übernimmt er hauptsächlich die Disposition und Koordination von Sanitätswachdiensten.

„Daran gefällt mir besonders die Netzwerkarbeit - sowohl intern als auch extern.

Kraft geben ihm seine Familie und gute Freunde. Ein echtes Vorbild ist für ihn „jemand, der mit Haltung, Herz und Verlässlichkeit durchs Leben geht. Besonders beeindrucken mich Menschen aus meinem direkten Umfeld, die trotz Herausforderungen ihren Werten treu bleiben.“ Neben seiner Leitungsposition engagiert er sich im Führungsdienst des PSNV-Zugs des Landesverbandes. Ein Zitat von Henry Dunant verdeutlicht, was ihn am DRK fasziniert: „Der Feind, unser wahrer Feind, ist nicht die Nachbarnation; es sind Hunger, Kälte, Armut, Unwissenheit, Gewohnheit, Aberglaube und Vorurteile.“ Am liebsten isst er Spaghetti; seine Lieblingsfarbe ist Marineblau.

h , achtsam, unruhig

Nikola Volk

Die 37-jährige wurde in diesem November zur stellvertretenden Kreisrotkreuzleiterin des DRK Münster gewählt. „Aktuell müssen wir uns noch in der neuen Konstellation finden. Vorher war ich Rotkreuzleiterin der Gemeinschaft Münster und Führungskraft. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass ich meinen Schwerpunkt im Bereich Katastrophenschutz behalte.“ Ihre DRKLaufbahn startete die Münsteranerin 2007 als Helferin im DRK-Ortsverein Hilchenbach (Kreisverband SiegenWittgenstein). Die zehnjährige Pause zwischendurch war ihrem Studium und den ersten Berufsjahren als Soldatin geschuldet. Neben ihrer Leitungsposition engagiert sie sich im Sanitäts- und Rettungsdienst und nach wie vor im Katastrophenschutz. Ihr ist wichtig, dass alle Helferinnen und Helfer während des Einsatzes gut versorgt sind.

„Ich führe gerne, stelle mich aber auch in die Küche und kümmere mich um das leibliche Wohl.

Am DRK fasziniert Nikola, dass alle willkommen sind und sich nach ihren Vorstellungen entwickeln können. Besonders schätzt sie die Vielfalt und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft. In ihrer Freizeit ist sie gerne mit dem Rad unterwegs, geht ins Freibad oder kümmert sich um ihren kleinen Garten, wo sie viel Zeit mit Freunden verbringt. Sonnenschein ist ihre Kraftquelle und sie liebt die asiatische Küche. Ihre Lieblingsfarbe ist Grün.

Die 27-jährige Erzieherin lebt in Beckum und wurde 2015 Jugendrotkreuz-Mitglied. Heute ist sie JRKKreisleiterin im Kreisverband Warendorf-Beckum. Sie kümmert sich um den Austausch der Leitungskräfte im Kreisverband, plant gemeinsam mit ihrer Stellvertretung JRK-Aktionen im Kreis und vertritt das JRK in Gremien wie der Landeskonferenz.

„Am Roten Kreuz fasziniert mich, dass die Erlebnisse dort mit viel Spaß verbunden sind, viele Menschen mit dem gleichen Hobby zusammenkommen und immer wieder neue Ideen aus der Zusammenarbeit entstehen!

Neben ihrer Leitungsposition engagiert sie sich als stellvertretende Rotkreuzleiterin im Ortsverein Beckum, als JRK-Gruppenleiterin und als Helferin in der Einsatzeinheit. In ihrer Freizeit ist sie außerdem im karnevalistischen Showtanz und bei Ferienfreizeiten aktiv. Kraft geben ihr die Zeit mit Freunden und ein gutes Buch.

Fasziniert ist sie von „Menschen, die ihre Ziele fest im Blick haben und immer einen Weg dorthin finden, gegebenenfalls über Umwege“.

Am liebsten isst sie „Pommes mit Mayo“; ihre Lieblingsfarbe ist Türkis. i+t

Rotkreuzarbeit inspirierend in Szene setzen

Seit April 2024 unterstützt Jonas Westermeyer als Content Creator die Arbeit der Rotkreuzgliederungen in Westfalen-Lippe.

Mit Content Creator*innen sind die kreativen Köpfe gemeint, die hinter vielen digitalen Inhalten stehen, die in sozialen Medien, auf Webseiten und anderen Plattformen veröffentlicht werden. Sie entwickeln ansprechende Texte, Videos, Grafiken und Fotos, die Zielgruppen von Verbänden, Unternehmen etc. unterhalten, informieren oder inspirieren sollen. In einer zunehmend digitalen Welt haben Content Creator*innen einen großen Einfluss darauf, wie Unternehmen, Marken und Einzelpersonen wahrgenommen werden. Jonas gehört zum Team der Stabsstelle Kommunikation im DRKLandesverband; eine Förderung der Glücksspirale ermöglicht seine Darstellungen ehrenamtlicher Rotkreuzarbeit im Landesverbandsgebiet. „Ich produziere vor allem Videos, in denen Kreisverbände,

Ortsvereine oder einzelne DRKEinrichtungen vorgestellt werden – zum Beispiel Kitas, Pflegeheime oder besondere Projekte. Auch Eventdokumentationen oder Einsatzbegleitungen gehören regelmäßig dazu.“

Die Planung einer Videoproduktion beginnt für Jonas meistens mit einem Gespräch mit den Verantwortlichen. „Gemeinsam legen wir die inhaltliche Richtung fest, wählen passende Drehorte aus und klären, welche Personen oder Szenen gezeigt werden sollen. Ich übernehme dann die Drehvorbereitung – darunter die Entwicklung von Szenen, die Vorbereitung von Interviews und überlege, welches Equipment benötigt wird. Bei den Drehtagen agiert er multifunktional: „Ich bin Kamera, Ton und Regie in einem.“

Jonas Westermeyer bei Dreharbeiten für ein Video zum DRK-Einsatz auf der Cranger Kirmes 2025

Anfragen nach Unterstützung durch unseren Content Creator unter: jonas.westermeyer@ drk-westfalen.de

Es folgen Schnitt und Nachbearbeitung, in die er viel Zeit investiert, um das Material so aufzubereiten, dass es die Zuschauer sowohl informiert als auch emotional berührt. Passend zu den gewünschten Zielplattformen erstellt er dann Formate – zum Beispiel ein Querformat für die Präsentation über YouTube oder ein hochkantiges Format für TikTok.

Zum Schluss kümmert sich Jonas Westermeyer noch um die Ankündigungen des Videos im Netz: Er formuliert entsprechende Überschriften nebst kurzen Texten und zieht verkleinerte Vorschaubilder, die sogenannten Thumbnails, aus seinem Material. Danach lädt er alles hoch und gibt der auftraggebenden DRK-Gliederung oder -Einrichtung Tipps zum optimalen Einsatz des Videos. i+t

Foto: Jan Graß / KV Herne und Wanne Eickel

Starke Zeichen in herausfordernden Zeiten

Auch in diesem Jahr leuchteten in Westfalen-Lippe „Rotkreuzlichter für Menschlichkeit“.

DRK-Tagungshotel Dunant Münster

DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, der unerträglichen humanitären Lage in Gaza, in Syrien, dem Sudan und etlichem großen Leid und Elend, das von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, hat der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe auch in diesem Jahr zur Beteiligung an der Aktion „Rotkreuzlichter für Menschlichkeit“ aufgerufen. Am 30. Oktober, dem Todestag von Rotkreuzbegründer Henry Dunant, beleuchteten 27 Rotkreuzgliederungen, private Haushalte, lokale Institutionen und Unternehmen in Westfalen-Lippe insgesamt 56 Gebäude und setzten

damit starke Zeichen für Menschlichkeit – dem obersten Grundsatz der sieben Rotkreuz-Grundsätze –in herausfordernden Zeiten.

Neben zahlreichen DRK-Gebäuden

erstrahlten unter anderem das Stadion des SC Paderborn „Home Deluxe Arena“, das Schloß Neuhaus in Paderborn, die Cultura Rietberg und das Rathaus in Verl in rotem Licht. i+t

„Home Deluxe Arena“ Paderborn

Grund zum Feiern: die JRKLandeswettbewerbe der Stufen II und III

Am 13. September wurde es aufregend: Acht Jugendgruppen der Altersstufen II (13 bis 16 Jahre) und III (17 bis 27 Jahre) traten beim Landeswettbewerb in Nottuln gegeneinander an.

Gefragt waren nicht nur Wissen und Können in Erster Hilfe, sondern auch Teamgeist, Kreativität und Geschick. An sieben abwechslungsreichen Stationen warteten spannende Aufgaben, zum Beispiel das Entziffern von Morsecodes, Erraten von Rotkreuzbegriffen oder Notfallversorgung inkl. Reanimationsübungen.

Am Ende des kurzweiligen Wettbewerbstages standen die Sieger*innen fest: In der Altersstufe III holte Marvins Hühnerstall aus

dem Tecklenburger Land den ersten Platz, gefolgt von „ABCDE-Saster“ aus dem Altkreis Meschede und dem Team aus Paderborn. Bei den Jüngeren (Altersstufe II) jubelte die Gruppe „OV Delbrück“ über Platz eins, gefolgt von der „Notruf Partycrew“ aus Dortmund und der „Retter-Mafia“ aus Coesfeld.

Ein herzliches Dankeschön geht an die rund 40 engagierten Helfer*innen, die diesen erlebnisreichen Tag möglich gemacht haben! Katharina Plate / i+t

LAUTSTARK – unsere Stimmen, unsere Zukunft!

Mit der bundesweiten Kampagne setzt das Jugendrotkreuz seit 2022 ein deutliches Zeichen: Kinder und Jugendliche haben das Recht mitzureden, und sie tun es auch! Während des Supercamps im Juni feierte die Kampagne ihren Höhepunkt und findet nun mit Ablauf des Kalenderjahres ihr Ende.

Seit dem Start steht das Thema Beteiligung im Mittelpunkt zahlreicher Aktionen, Projekte und Workshops in

Westfalen-Lippe

Westfalen-Lippe - junge Menschen machten deutlich, was sie bewegt: mehr Mitbestimmung, mehr Gehör, mehr Raum für ihre Ideen. Die AG Kampagne des JRK in Westfalen-Lippe begleitete sie dabei mit Kreativität, Methodenvielfalt und jeder Menge Teamgeist.

Wenngleich der Kampagnenzeitraum nun ausläuft, die Message wird bleiben und den Jugendverband weiterhin bewegen. Denn Kinderrechte müssen im Alltag ge-

1. Stufe III Marvins Hühnerstall (DRK-KV Tecklenburger Land)
1. Stufe II OV Delbrück (DRK-Kreisverband Paderborn)

lebt werden. So wird mehr als eine Kampagne bleiben: Es ist ein Versprechen, dass Beteiligung im JRK Westfalen-Lippe eine feste Stimme hat,

heute und in Zukunft. Denn wer mitredet, verändert. Und wer laut ist, wird gehört.

Bundeskonferenz in Offenbach am Main

Ende September fand die diesjährige Bundeskonferenz des Deutschen Jugendrotkreuzes im Jubiläumsjahr seines 100-jährigen Bestehens statt. Das JRK Westfalen-Lippe wurde dabei durch sechs Delegierte sowie Landesleiterin Andrea vertreten.

Nach den Grußworten von Bundesleitung und Gästen aus Politik und Verband wurde die Tagesordnung verabschiedet und die Berichte zur Arbeit der Bundesleitung, zur Internationalen Zusammenarbeit sowie zur wirtschaftlichen Ausrichtung des kommenden Jahres vorgestellt. Zudem wurde der Wahlausschuss für die anstehenden Bundesleitungswahlen gewählt.

Am ersten Konferenztag kamen vier Anträge von Landesverbänden zur Abstimmung: eine Erweiterung der Bekleidungsrichtlinie, die Einrichtung einer bundesweiten Pro-

jektgruppe zur Mitglieder- und Leitungsgewinnung, die Entwicklung eines Rahmenkonzepts zur Bildungsarbeit im JRK, das als Orientierung für die Bildungsarbeit auf allen Ebenen dienen soll, sowie die bundesweite Evaluation der Notwendigkeit eines Verbandsentwicklungsprozesses. Den Abschluss des ersten Konferenztages bildeten Ehrungen verdienter JRK-Mitglieder und ein Rückblick auf die bundesweite Kampagne LAUTSTARK.

Am zweiten Konferenztag standen die Wahlen im Mittelpunkt. Nach den Abschiedsreden der bisherigen

Bundesleitung blieb das Amt des*der Bundesleiter*in vorerst unbesetzt.

Marcel Bösel führt das Amt daher kommissarisch fort, bis eine Nachwahl stattfindet. In die stellvertretende Bundesleitung wurden Laura Schaudel und Alina Diribas wiedergewählt sowie Anton Stey und Andreas Gall neu gewählt. Bei der Wahl der Vertreter*innen im Deutschen Bundesjugendring wurde mit Manuel Gabrisch eines unserer Mitglieder aus Westfalen-Lippe zum ersten Ersatzvertreter bestimmt. Katharina Plate / i+t

Katharina Plate / i+t
AG-Leiter
Manuel Gabrisch

150 Jahre DRK-Kreisverband

Paderborn

Mit einem Festakt feierte der Kreisverband Paderborn sein 150-jähriges Bestehen. Landesverbandsvizepräsidentin Nilgün Özel ehrte fünf Mitglieder, die sich um das DRK Paderborn besonders verdient gemacht haben. Außerdem überreichte sie dem neugewählten Präsidenten Dr. Lambert Löer die Henry-Dunant-Plakette des DRK-Bundesverbandes zum besonderen Jubiläum des Kreisverbandes. i+t

Klimaschutzpreis für DRK-Ortsverein Stemwede

Das Projekt des DRK-Ortsvereins Stemwede „NRWs erster Blutspendewald“ wurde mit dem Klimaschutzpreis 2025 von Westenergie und einem Preisgeld von 500 Euro gewürdigt. Bei der Aktion wird für jede Erstspende ein junger Baum gesetzt. So sollen insgesamt 300 Bäume zusammengekommen. Die klimafreundliche Aktion soll auch für das gemeinschaftliche Engagement in der Region stehen. i+t

DRK-Großeinsatz bei Soester

Allerheiligenkirmes

Auch bei der diesjährigen Soester Allerheiligenkirmes mit rund einer Million Besuchern trugen DRKEinsatzkräfte aus dem gesamten Kreisverband Lippstadt-Hellweg und benachbarten DRK-Verbänden einen guten Teil zur allgemeinen Sicherheit bei. 2 500 Einsatzstunden, ca. 40 Personen pro Schicht und 274 Einsätze, so die gemeinsame Bilanz von DRK, MHD, DLRG und Feuerwehr. i+t

Erfolgreiches Crowdfunding-Projekt für die „kinderinsel“

Das Crowdfunding der DRK-Kinderklinik Siegen mit der Volksbank in Südwestfalen erbrachte über 15 400 Euro für den Umbau der „kinderinsel“, einer Intensivstation mit Wohncharakter für dauerbeatmete Kinder und Jugendliche. Der Umbau ist nötig, um die einzigartige Verbindung von Medizin, Pflege, Therapie und Pädagogik fortzuführen und neue Therapien noch besser zu integrieren. i+t

Weitere Informationen zu den Nachrichten: www.drk-westfalen.de/aktuell/presse-service/idee-tat-2025.html

Paderborn,

Vorausschauender Bevölkerungsschutz

Im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe startete im Frühjahr ein vom DRK-Generalsekretariat gefördertes Pilotprojekt zur Trinkwassernotversorgung, das die Methodik der Antizipation und des vorausschauenden Bevölkerungsschutzes erprobt. Weitere Pilotprojekte werden u. a. in den Landesverbänden Hessen, BadenWürttemberg und Brandenburg durchgeführt. Der Ansatz der Antizipation stammt aus der internationalen humanitären Hilfe. Ziel ist es, Menschen in gefährdeten Regionen frühzeitig zu befähigen, sich auf absehbare Krisen vorzubereiten. Durch gezielte Unterstützung und die Aktivierung vorgedachter Maßnahmen soll das Risiko von Schäden, Leid und Verletzungen verringert werden.

Entscheidend ist die Zeitspanne zwischen dem ersten Erkennen einer sich anbahnenden Krise und deren tatsächlichem Eintreten. In diesem Zeitraum können Frühmaßnahmen getroffen werden, die die Folgen abmildern. Diese werden in sogenannten Frühmaßnahmenprotokollen festgehalten. Sie legen

fest, welche Aktivitäten bei bestimmten Warnstufen oder Schwellenwerten ausgelöst werden. In der internationalen Katastrophenvorsorge dienen solche Protokolle oft auch als Finanzierungsmechanismus: Da viele betroffene Länder die Maßnahmen nicht allein umsetzen können, aktiviert die internationale Gemeinschaft bei Bedarf die erforderlichen Mittel. Auch wenn Deutschland keine externe Unterstützung benötigt, lässt sich dieser vorausschauende Finanzierungsansatz auf nationale Strukturen übertragen.

Im Mittelpunkt der Antizipation steht der sog. Kapazitätsaufbau – also die Stärkung vorhandener Fähigkeiten und Ressourcen. Menschen werden dabei nicht als passive Empfänger von Hilfe gesehen, sondern als aktive Gestaltende ihrer eigenen Krisenbewältigung. So werden lokale Strukturen gefestigt, Eigenverantwortung gefördert und das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit gestärkt. Antizipatives Handeln richtet sich besonders an Bevölkerungsgruppen, die aufgrund sozialer, gesundheitlicher

Projektauftakt beim Freiwilligenund Ehrenamtstag: (vorne) Tanja Knopp (LRKL), Philipp Wiesener (GS, Leitung Nationale Hilfsgesellschaft), (v.li.)

Dr. Gerd Grimberger (LV Hessen, Projektreferent), Dr. Heike Spieker (GS, Leitung Nationale Hilfsgesellschaft), Christian Schuh (LV WL, Abteilungsleitung), Luisa Eichler (LV WL, Projektreferentin), Dr. Thomas Münzberg (LV WL, Fachbereichsleitung)

oder wirtschaftlicher Faktoren besonders verletzlich sind.

Das geförderte Projekt bietet erstmals die Möglichkeit, ein solches Vorgehen bei einer drohenden Trinkwassernotlage zu erproben. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um einen möglichen Trinkwassermangel in Westfalen-Lippe besser beherrschen zu können.

Diskutiert werden unter anderem Aufklärungskampagnen zur Erhöhung privater Wasservorräte, der Einsatz von Tabletten zur Wasseraufbereitung sowie die Beschaffung von Transporttanks und Zapfgarnituren im Katastrophenschutz. Zudem wird untersucht, wer besonders von einem Trinkwassermangel betroffen wäre, welche Gruppen die meiste Unterstützung benötigen und wie ein antizipatorischer Ansatz praktisch umgesetzt werden kann. Das Projekt schafft damit die Grundlage, neue Denk- und Handlungsansätze zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und den Bevölkerungsschutz in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten.

Dr. Thomas Münzberg

Angebote für das Ehrenamt 2026

Seit vielen Jahren unterstützt der Zentralbereich Seminar des DRK-Blutspendedienstes West die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei der Blutspende mit Seminaren, Publikationen und Online-Kursen.

Seit Mai 2025 finden sich die Angebote gebündelt im Ehrenamtsportal, dem neuen Service-Portal für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Diese zentrale digitale Plattform steht allen zur Verfügung, die bei der Blutspende aktiv sind. Einmal unter ehrenamt.blutspendedienst-west.de registriert, kann jeder die Angebote dort nutzen.

Seit Ende 2024 ist das Team des Zentralbereichs Seminar neu aufgestellt: Dr. Nina Kristin Steckel, Ärztin für Innere Medizin und ärztliche Zentrumsleiterin des Zentrums für Transfusionsmedizin Breitscheid, leitet den Bereich. Beatrix Lüttel, stellvertretende Leiterin, bietet gemeinsam mit ihren Kolleginnen Miriam Schröder und Lena Edelkötter Seminare – online und in Präsenz – zu unterschiedlichen Themen rund um die Blutspende an. Im eigenen E-Learning-Portal, der BlutspendeAkademie, stehen mittlerweile vier Selbstlernkurse rund um die Blutspende zur Verfügung. Im Sekretariat des Zentralbereichs sorgt Romina Baum für reibungslose Abläufe. Ziel der Abteilung ist es, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei der Blutspende mit Informationen und Material bestmöglich zu unterstützen. Schon seit 2011 bietet der Zentralbereich Seminar eine Online-Fortbildung zu einem jeweils aktuellen Thema an: Im nächsten Jahr erhalten die Teilnehmenden in der Veranstaltung Social Media und Blutspende einen praxisnahen Überblick über den Einsatz von Social Media im Kontext der Blutspende. Thematisiert

(v. li.) Romina Baum (Sekretariat), Lena Edelkötter (Schulungen), Dr. Nina Steckel (Leiterin Zentralbereich Seminar), Miriam Schröder (Schulungen), Beatrix Lüttel (stv. Leiterin Zentralbereich Seminar)

werden u. a. die Vorteile sozialer Medien und die Unterschiede zwischen Plattformen wie Instagram und Facebook. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden Tipps zur passenden Zielgruppenansprache. Referentin ist Vanessa Wimmers, die unter anderem die bundesweite AG Social Media aller DRKBlutspendedienste leitet.

Der Zentralbereich Seminar unterstützt die Ehrenamtlichen auch mit Publikationen rund um die Blutspende. Die Broschüre Was man so hört über die Blutspende wurde komplett aktualisiert – sowohl inhaltlich als auch grafisch. Ganz neu ist die Taschenkarte Verpflegung, die in kompakter Form einen Überblick über die Anforderungen an die Spenderverpflegung liefert.

Um die Angebote des Zentralbereichs Seminar im DRK noch bekannter zu machen, werden sie nicht nur im Ehrenamtsportal vorgestellt, sondern die Verantwortlichen im Roten Kreuz erhalten in diesen Tagen auch postalisch die aktuelle Übersicht der Angebote für das Ehrenamt 2026. Beatrix Lüttel / BSD West

Trauer um Dr. Artur Wilkens

Das Rote Kreuz im Tecklenburger Land trauert um ein hochgeschätztes Rotkreuzmitglied. Dr. Artur Wilkens, Präsident a. D. und Ehrenmitglied des DRK-Kreisverbandes Tecklenburger Land, ist am 20. Oktober 2025 im Alter von 84 Jahren verstorben.

Dr. Artur Wilkens, ein DRK-Urgestein, hat sich mit unermüdlicher Tatkraft 37 Jahre lang im DRK engagiert.

Von 1989 bis 2014 führte er als Präsident des DRKKreisverbandes Tecklenburger Land das Amt mit großem Pflichtbewusstsein, Hilfsbereitschaft und Engagement aus. Insbesondere die Lettlandhilfe lag ihm sehr am Herzen.

Dr. Artur Wilkens wurde 1996 mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Westfa-

len Lippe und 2002 mit dem DRK-Ehrenzeichen ausgezeichnet. 2009 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Wir werden sein Engagement für das DRK und sein Andenken stets in Ehren halten.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Heinz Hüppe, Präsident Bernadette Wiegand, Vorstandsvorsitzende DRK-Kreisverband Tecklenburger Land

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