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VOLLER GLANZ Das Restaurant Adlisberg ist Teil einer Collection 5

VOLLER TALENTE Konzertreihe Prima Volta wird immer besser 13

FLUNTERMER

DIE QUARTIERZEITSCHRIFT FÜR FLUNTERN

TIERHEIMHUND MUCKI

Im Stich gelassen

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10 | OKTOBER 2018

VOLLER IDEEN Was FDP-Politiker Dominique Zygmont für Fluntern will 4


2,4 Millionen für unsere Kunden der Generalagentur Zürich.

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I N DI E SE R AUSGA BE

Die Würde der Tiere

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ein Quartier in Zürich ist von Tieren Tigerin Elena eine neue Gefährtin bekom- 2009 ein Institut für Theologische Zooloso mitgeprägt wie Fluntern. Da sind men soll (Seite 16). Gleich neben dem Zoo gie, das sich für eine wissenschaftlich fundie vielen Haustiere, vor allem Hun- befindet sich das Tierheim Zürcher Tier- dierte theologische Würdigung des Tieres de und Katzen, aber auch die zahlreichen schutz. Mit Respekt und Liebe umsorgt dort engagiert. Liebevollen Umgang mit Pferden Wildtiere, angefangen bei den Meisen über ein hoch motiviertes Team gestrandete Tie- und Ponys kann man übrigens im AusflugsEichhörnchen bis hin zu Stadtfüchsen, die re wie den Hund Mucki (Seite 10). Ein Grund, restaurant Adlisberg auf der Terrasse direkt ihre Scheu langsam gänzlich zu verlieren warum die Tiere dort landen, ist die Einstel- vom Tisch aus mitverfolgen (Seite 5). scheinen. Im Zoo, der sich der Artenerhal- lung der vormaligen Besitzer, Tiere als Herzliche Grüsse tung verpflichtet fühlt, leben die Ambassa- Spielsachen und Wegwerfware zu sehen. Anton Ladner deure der grossen Wildnis. Sie vermitteln Das Tierheim führt mit seiner Arbeit vor Redaktionsleiter Einblicke, wie wunderbar vielfältig sie sind. Augen, was zunehmend auch in andern Was Artenschutz bedeutet, ist am Beispiel Kreisen zum Thema wird: die Würde des der Amurtiger besonders gut nachvoll- Tieres. Ein Gericht in der argentinischen ziehbar. In den 1940er-Jahren sank der Be- Stadt Mendoza hatte 2016 in einem aufsestand in der Wildnis auf rund 50 Tiere, heute henerregenden Prozess entschieden, dass liegt er wieder bei 500, und allein in europä- die depressive Schimpansin Cecilia eine ischen Zoos leben rund 300 Tiere. Dazu ge- nicht-menschliche Person sei, die umgehört der Tigerkater Sayan im Zürcher Zoo, hend aus der Gefangenhaltung im Zoo zu der nach dem überraschenden Tod der entlassen sei. Und in Münster besteht seit

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People: Was Dominique Zygmont, FDP-Präsident Kreis 7 + 8, für Fluntern will

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Fifa Inside: Verteidiger Carles Puyol ist der neue Star im Programm der Fifa-Legenden

Bauradar: Überangebot an Mietwohnungen in der Schweiz, aber nicht in Fluntern

Gesellschaft: Offcut-Shop – Eldorado mit Resten von Bastel- und Werkmaterial

Foto Titelseite: DBFP

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Wirtschaft: Warum das Restaurant Adlisberg so glanzvoll ist

People: Geschichtscafé mit Wahlthema in den eigenen vier Wänden – mit Beatrice Stirnemann

Institutionen: Endstation Tierheim – Leid, weil zu wenig gedacht und geplant wird

Institutionen: Warum die Konzertreihe Prima Volta immer besser wird

Schrebergarten: Auch zum Herbstbeginn kann im Garten nochmals angesät werden

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Zoo: Wie Tigerkater Sayan zu einer neuen Partnerin kommt

Impressum Fluntermer, 63. Jahrgang. Erscheint monatlich. www.fluntermer.ch | Herausgeber: Dornbusch Medien AG, 5405 Baden, www.dornbusch.ch. Verleger: Fabian Egger. Redaktionsleiter: Anton Ladner (ala). Mitarbeiter dieser Ausgabe: Alexandra Neumann (ane), Sara Huber (sh), Rahel Herzog (rhe), Christine Schnapp (cs). Layout: Larissa Hauger (lha). Lektorat: Birgit Bressa (bbr). Druck: cube media AG, 8045 Zürich. Anzeigen: www.fluntermer.ch/werben. Kundendienst: kundendienst@dornbusch.ch. Redaktion: redaktion@fluntermer.ch. Agenda: agenda@fluntermer.ch. © 2018. Alle Rechte bei der Dornbusch Medien AG. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen keine Gewähr. ISSN 2504-2459. Der «Fluntermer» wird als Organ genutzt von: Quartierverein Fluntern, Quartiertreff Lokal, katholische Kirche St. Martin, reformierte Kirche Fluntern, Universität Zürich.

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PEOPL E

Sein Vater hat ihn politisch geprägt Der 38-jährige Dominique Zygmont ist seit drei Jahren Präsident der FDP-Kreispartei 7 und 8. Für ihn steht fest: «Zürich ist gut, aber die Stadt könnte noch besser sein.»

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is vor Kurzem lebte der Vater eines zwei- und eines vierjährigen Sohnes am Kreuzplatz. Keine ideale Lage für kleine Kinder. Deshalb zog die Familie nach Hirslanden. Damit hat der FDP-Politiker täglich die Möglichkeit, die Entwicklung der Stadt zu beobachten. Denn Zygmont arbeitet am andern Ende der Stadt, im Gebäude des Hotels 25hours in der städtebaulich umstrittenen Pfingstweidstrasse. Dort ist er bei Swissmem, dem Verband der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie, für die politische Kommunikation zuständig. Mit dem interessengebundenen Engagement für Rahmenbedingungen ist Zygmont somit bestens vertraut. Für welche Rahmenbedingungen engagiert er sich in Fluntern? «Für das neue Hochschulquartier, wobei es gilt, auch die Interessen des Quartiers bezüglich Gebäudehöhe und Verkehrsaufkommen zu wahren», sagt Zygmont. Er wirbt auch für ein neues Verständnis bei der Mobilität. «Ich bin mit dem Auto, ÖV, Velo und mit Sharebikes unterwegs. Es braucht heute bei der Mobilität mehr Flexibilität, deshalb soll nicht nur ein Bereich gefördert werden.» Und als dritten Punkt erwähnt er politische und religiöse Neutralität im Schulunterricht. «Mit einer parlamentarischen Initiative verlangt jetzt die FDP, dass eine ausgewogene Wissensvermittlung erfolgt, wie das in der Kantonsverfassung vorgesehen ist.» Zygmonts Ton und Wortwahl ist bei diesen Argumenten immer höflich.

Ebene und als FDP-Politiker in kantonalen grafiere die Welt.» Geschieht das alles und kommunalen Belangen. «Die Begeiste- gleichzeitig? «Nein, ich fliege seit sechs Jahrung für die Politik habe ich von meinem Va- ren gelegentlich mit einer einmotorigen ter, der im Tösstal in einer kleinen Gemeinde Cessna, vor allem Alpenrundflüge. Das habe ich auch von meinem Vater.» Wenn es die in der Exekutive sass.» Oft wird ein Mensch über seine Hobbys Zeit erlaubt, beschäftigt er sich mit politibesser fassbar. Dominique Zygmont scher Lektüre, und er fotografiert gerne in schreibt auf seiner Website dazu: «Wenn den Ferien. «Für Familienbilder nehme ich ich nicht im Flugzeug in der Luft bin, lese aber mein Handy.» ala ich gerne ein spannendes Buch oder foto-

Promotor einer liberalen Gesellschaft: Dominique Zygmont.

Bereit fürs Parlament

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Foto: DBFP

Beim Verband Swissmem stehen derweil der Aussenhandel und damit die Rettung der bilateralen Verträge mit der EU an oberster Stelle seiner Agenda. Zygmont hat in St. Gallen Internationale Beziehungen und an der ZHAW Journalismus und Kommunikation studiert. Heute ist er auch Vizepräsident der Stadt-FDP und erste Reserve für einen Sitz im Stadtparlament. «Es würde mich freuen, in dieser oder der nächsten Legislatur in den Gemeinderat zu ziehen.» An der Politik gefällt ihm die Gestaltungsmöglichkeit: bei Swissmem auf nationaler


Foto: DBFP

W I RT SC H A F T

Glanzvolles Juwel einer Collection Das Restaurant Adlisberg ist eine beliebte Destination für Spaziergänge im Quartier. Betrieben wird es von der Segmüller Collection, die in der Innenstadt renommierte Restaurants führt.

anlage sind unterhaltsintensiv. «Wir haben – dank Erfahrungstransfer und Kosteneinaber mit der Stadt ein sehr gutes Einverneh- sparungen. Rudi Bindella, der grösste men, sie engagiert sich auch für den Unter- Schweizer Gastronom, der in Fluntern lebt, halt dieser Liegenschaft», sagt Segmüller. führt das auch klar vor Augen. Deshalb liegt es auf der Hand, dass auch das Ehepaar Kein Renditeobjekt Segmüller ihre Collection erweitern wollen. Mit dem Geschäftsgang ist er zufrieden, 2020 eröffnet es am Zürcher Flughafen im stellt aber klar, dass der Adlisberg kein Ren- neuen Gebäude «The Circle» ein Restauditebetrieb sei. Zum personalintensiven rant mit dem Namen «Sablier», was mit Unterhalt kommt noch der Risikofaktor Sanduhr oder Eieruhr übersetzt werden Wetter. «Als selbständiger Gastrobetrieb kann. Serviert werden dann aber wohl könnte der Adlisberg wohl nicht überleben», nicht nur Eier, sondern auch andere Köstmeint der Pächter. 2013 wagte das Ehepaar lichkeiten. sh einen weiteren Schritt. Es lancierte das Restaurant Loft Five an der neu geschaffenen Europaallee. Der Start von Null aus war erfolgreich, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, wie die Erfahrung mit der Jägerburg im Kreis 4 zeigte, die das Ehepaar früher übernommen hatte, aber nicht zum Fliegen bringen konnte. «Es ist schade, dass die Rahmenbedingungen für Gastrobetriebe so hart geworden sind.» Deshalb setzt Segmüller bei seinen Betrieben auf Charakter, Ausstrahlung, aber auch Gemütlichkeit. So entstand im Carlton Gebäude der Nüschelergasse neu La Bottega di Mario aus der ehemaligen Locanda Ticinese. Die Segmüller Collection bestätigt den Trend, dass Gastrounternehmen in einer Gruppe ein- Wirte-Ehepaar mit grosser Stilsicherheit: deutig bessere Überlebenschancen haben Daniela und Markus Segmüller. Foto: zVg

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or fast 20 Jahren gründeten Daniela und Markus Segmüller die Segmüller Collection. Dass sie einst fünf Gastrobetriebe mit 100 Angestellten umfassen wird, war damals kein strategisches Ziel. Damals stand das Carlton an der Bahnhostrasse im Fokus. Das ehemalige Hotel Carlton Elite gehört heute der UBS und beherbergt in den oberen Etagen das Personalrestaurant. Unten betreibt das Pächterehepaar das elegante Restaurant Carlton. Markus Segmüller kennt das Geschäft von der Pike auf. Nach einer Kochlehre hat er in Zürich die Hotelfachschule absolviert und sich zum Weinakademiker weitergebildet. 2004 übernahm das Ehepaar die James-JoyceBar, die an der Pelikanstrasse über eine einzigartige Atmosphäre verfügt und eines der besten Clubsandwiches der Stadt serviert. 2009 kam der Adlisberg als Pachtbetrieb hinzu, nachdem die Stadt ihre Liegenschaft umfassend renoviert hat. «Das ist eindeutig eine Herzensangelegenheit. Der Adlisberg hat eine einmalige Atmosphäre», sagt Markus Segmüller. «Unser Vorschlag hat damals den Wettbewerb gewonnen, deshalb konnten wir bei der Innengestaltung jeden Schalter bestimmen. Da steckt wirklich unser Herzblut drin.» Die sieben Räume, die weitläufigen Keller und die grosse Garten-

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BAU R A DA R

Wohnung sucht Mieter Die Credit Suisse schätzt, dass 1,6 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes in der Schweiz leer stehen. Von einem deutlichen Überangebot ist bereits die Rede. Das gilt aber nicht für Fluntern.

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Foto: Pixabay

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ie Tiefstzinspolitik hat den Wohnungsbau angeheizt. Und er geht weiter, obschon die Zuwanderung rückläufig ist. Das hat Folgen im Mietwohnungsmarkt. Die Leerstandsquote hat sich bei Mietwohnungen massiv erhöht. Davon ist aber in den Grosszentren Zürich, Basel, Bern und Genf wenig bis nichts zu spüren. Denn die leerstehenden Wohnungen sind im Schnitt nur ganz leicht von 0,39 auf 0,46 Prozent gestiegen. In Zürich ist der Leerbestand mit 0,2 Prozent sogar rückläufig. Dieser Trend verstärkt sich in begehrten Quartieren wie Fluntern. Die Entwicklung in Zürich liegt darin begründet, dass die Anzahl

baubewilligter Wohnungen in den vergangenen fünf Jahren bei anhaltend starker Zuwanderung eher abgenommen hat. Laut CS hat sich die Bauaktivität in Agglomerationsgemeinden verschoben. Wer von Flun-

tern über Gockhausen nach Dübedorf fährt, bekommt das eindrücklich vor Augen geführt. Die CS rechnet für 2019 damit, dass sich der Anstieg von Leerwohnungen verlangsamen wird. ala


Quartierverein Fluntern

«Stell dir vor, es ist Schule ... ... und keiner geht hin!»

Fotos: zVg

diesen zu unverzüglichem Handeln in SaDas Gegenteil ist der Fall: Die Schulhäuser chen Schaffung von Schulraum auffordert. platzen aus allen Nähten, der Schulleiter ist Zum Wohl der Kinder und des Quartiers. Sie finden den Petitionsbogen auf der stark mit der Suche nach externem Schulraum beschäftigt, da die Kapazitäten in den Website des Quartiervereins (www.zuerichgeschützten Schulhäusern Fluntern und fluntern.ch). Wir laden Sie freundlich ein, Heubeeribüel voll ausgelastet sind. In der auch Ihre Unterschrift zu geben und den BoGrossen Kirche ist ein Hort untergebracht, in gen im Bistro Grain abzugeben oder zurückSt. Martin die Handarbeit, eine Schulklasse zuschicken. Dominique Landolt hat Unterricht in einem fensterlosen Kellerraum usw., und es kommen immer mehr Kinder. Ein geplanter Neubau bei der Siriuswiese wurde in der städtischen Planung nach hinten verschoben. Den aktuellen Eltern und Schülern wird es langsam zu viel, weshalb sich ein Petitionskomittee gebildet hat, das mit einer Petition an den Stadtrat

Vor Tische las man’s anders

gänglich. Das wird sich ändern. Büroräume Fünf Regierungs- und Stadträte setzten für die «Digital Society Initiative» sollen im März ihre Unterschrift unter das «Weiss- dort einrichtet werden. Und damit wird der buch» zum Bau des «Hochschulgebietes Aufenthalt in diesen Räumen, Kulturmeile Zürich Zentrum». Teil des Projektes: eine hin oder her, der Öffentlichkeit entzogen. «Kulturmeile» vom Kunsthaus die Rämi- Vorher muss das repräsentative Gebäude strasse aufwärts. «Geprägt durch ihre Ge- allerdings noch umgebaut werden. Für einibäude mit ihren repräsentativen Vorräu- ge Millionen. «Erdbebensicher» soll es gemen» solle die Kulturmeile mit «attraktiven macht werden. Wahrscheinlich, damit die Grünanlagen und öffentlichen Räumen zur Bleistifte in den Büros nicht wackeln, wenn Aufwertung des gesamten Quartiers beitra- wieder einmal ein Erdbeben die Rämistrasgen». «Städtisch, vielfältig, lebendig» solle se erschüttert. Die Halbwertzeit der Versprechungen im sie werden. Etwas für uns alle also. Als eines der Kernstücke der Kulturmeile ist im Weiss- «Weissbuch Hochschulgebiet Zürich Zentbuch aufgeführt: das «Medizinmuseum». rum» jedenfalls scheint erstaunlich kurz Gegenwärtig zwar geschlossen, war das zu sein. Martin Kreutzberg Gebäude im Prinzip immer öffentlich zu-

Rämistrasse 69: Bislang das Medizinhistorische Museum der Universität Zürich, zuvor Physik-Institut und dann Physiologisches Institut, wo insgesamt fünf Nobelpreisträger arbeiteten. Und morgen wohl statt öffentliches Element der Kulturmeile erdbebensichere Büros ...

Agenda Nicht verpassen – vormerken! Online-Agenda auf www.fluntermer.ch Sonntag, 30. September: Wümmetfest Fluntern 2018, bereits ab 11 Uhr, bis 13.30 Uhr, auf der Terrasse der Grossen Kirche Fluntern, bei jeder Witterung. Gute Gespräche, feiner Wein und Käse sowie musikalische Unterhaltung durch den Handharmonika-Club ZürichAlbisrieden. Kurze Referate von Rebbauern aus Höngg: Max Furrer, Hobbywinzer und Initiant Rebsortengarten, sowie Urs Bodmer, Leiter Rebbaugruppe der Zunft Höngg. Das «Komitee Pro Rebberg Fluntern» lädt ein – eine gemeinschaftliche Initiative des Quartiervereins Fluntern, der Zunft Fluntern und der Reformierten Kirchgemeinde Fluntern.

Augenöffner

Alles geritzt – nicht erst seit 1864: wo? Auflösung des Bilderrätsels: QuartiervereinWebsite www.zuerich-fluntern.ch und Vitrine bei der Vorderberg-Tiefgarage, am Erscheinungsdatum des nächsten Heftes.

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Wer die Reste nicht ehrt …

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Wertvolle Reste von Bastel- und Werkmaterial – Offcuts –, die problemlos noch verarbeitet werden können, erhalten im Materialmarkt von Offcut in Zürich eine zweite Chance. Materialreste nicht wegzuwerfen, sondern zu verkaufen, ist laut den Initianten nicht nur ökologisch, sondern auch Anstoss für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen und ein weiter reichendes Kreislaufdenken. Voll mit inspirierenden Restmaterial: Offcut-Shop in Zürich.

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an kennt es vom Basteln zu Hause mit den Kindern – am Ende ist stets noch einwandfreies Material übrig, weil man ja sicherheitshalber ein wenig mehr gekauft hat. Man könnte es zwar noch verwenden, aber irgendwie passt es dann nie ganz, und schlussendlich liegen die teuren Materialien jahrelang in Schränken und Schubladen. Was zu Hause kleine Mengen sind, kann bei einem Theater oder Filmstudio, wenn der Requisiten-Fundus geräumt wird, in Schulen, die die Werkunterrichtlager leeren oder auch bei Firmen, die ihre Handwerks- und Bastelkollektionen der letzten Saison loswerden müssen, mengenmässig schnell zu ein paar Tonnen Material werden. Werkstoffe, die viel zu wertvoll sind, um sie einfach wegzuschmeissen. So denken zumindest die Initiantinnen und Initianten von Offcut, einem Secondhand-Laden für

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Bastel- und Handwerksmaterial, die Anfang Im ehemaligen Industrie-Raum der SBB in Jahr in Zürich ihren zweiten Standort eröff- Altstetten, wo Offcut Zürich untergebracht net haben. In Basel gibt es das Angebot be- ist, der ungefähr die Fläche einer durchreits seit fünf Jahren. Mittlerweile hat der schnittlichen Vierzimmerwohnung umfasst Materialmarkt am Rheinknie mit dem Wie- und vollgestellt ist mit Regalen, die fast bis derverkauf von Werkmaterial einen De- zur Decke reichen, ist das sehr viel Holz, Packungsgrad von 65 Prozent erreicht, der pier, Stoff, Metall und vieles mehr, das in Rest wird aus Spenden und Stiftungsgeld- kurzer Zeit den Besitzer gewechselt hat. Geern finanziert. liefert wird hauptsächlich von Theatern, Schulen und Gewerbe, gekauft hingegen Grosse Nachfrage vor allem von Privatpersonen, darunter vieSelbstverständlich ist das Ziel, dass die le Künstlerinnen und Künstler. Zu haben Standorte mittelfristig selbsttragend funk- sind die Dinge für die Hälfte des Detailhantionieren. Die Nachfrage nach hochwerti- delspreises. Daneben werden zahlreiche gen Materialien, die bereits anderswo in ei- Kurse und Workshops angeboten. cs nem Regal lagen, ist hoch – in Zürich wurde im ersten halben Jahr des Bestehens der ge- Weitere Informationen unter samte Bestand einmal komplett erneuert. www.offcut.ch.


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Geschichte fürs Wohnzimmer Beatrice Stirnemann, die gute Seele von Fluntern, bietet ein mobiles Geschichtscafé an. Wer mehr über die Pionierinnen in Zürich, die Reformation oder Flunterns Friedhof erfahren will, kann sie einfach buchen.

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iele bezeichnen Beatrice Stirne- kumentieren. Die Gastronomie, Zünfte und mann als gute Seele von Fluntern, Zunfthäuser, berühmte Frauen von Zürich weil sie vor über 30 Jahren den und weitere siebzehn Sujets sind in ihrem Lesekreis Fluntern mitgegründet hat und Angebot (bstirnemann@bluewin.ch). Die Präsentation dauert eine knappe seit über 40 Jahren das Clübli präsidiert, dem heute über 120 Frauen angehören. Und Stunde, kostet 250.– Franken und führt ofwenn irgendwo Hilfe nötig ist, ob für den Ba- fenbar zu spannenden Diskussionen. «Im sar oder ein Schulfest, Beatrice Stirnemann vertrauten Kreis sind die Hemmschwellen ist da. Dennoch trifft der Begriff gute Seele niedrig. Da wird offen gefragt oder Stellung nicht präzise, Grande Dame von Fluntern bezogen», sagt sie. Das führe zu engagierwäre besser, stilsicher und elegant, wie sie ten Gesprächen bei Kaffee und Kuchen oder immer ist, geprägt von einem unabhängi- einem Apéro. Ihr zuzuhören bereitet Spass, denn Beatrice Stirnemann kann herrlich ergen Geist. zählen, und was sie sagt, ist sorgsam erarMit 101 Prozent beitet. «Ja, mein Mund funktioniert noch Wenn Beatrice Stirnemann etwas an- bestens.» Ihr Geschichtscafé ist eine gelunpackt, ist sie mit 101 Prozent dabei, das war gene Alternative zu materiellen Geschenken. schon in ihrer Zeit als Kindergärtnerin so, Es bringt gemeinsam verbrachte Zeit in geauch als Ehefrau und Unterstützerin eines mütlichem Rahmen und auch eine Horizonehemaligen CEO in der Schweizer Industrie. terweiterung, um die Stadt mit neuen AuGleiches gilt für ihre Stadtführungen, die gen zu sehen. Das ist eine Kostbarkeit. So sie seit 18 Jahren für unterschiedliche The- hat Beatrice Stirnemann einer Freundin zu menbereiche anbietet. Inzwischen sind deren Geburtstag ein Geschichtscafé gemehrere Organisationen fixe Kunden, die schenkt. Sie konnte sich ein Thema wählen die Fluntermerin jährlich für ein Thema bu- und wünschte sich Anna Reinhart, Zwinglis chen. Daraus ist die Idee erwachsen, ein Ge- Frau. Sie lud Freundinnen ein und genoss so schichtscafé zu lancieren. Zu Hause im den Geburtstagskuchen mit einem Schuss Wohnzimmer, im Restaurant an einer Fest- Bildung. ala tafel oder bei einem Anlass erscheint Beatrice Stirnemann, um ein Thema von Zürich zu präsentieren und mit Fotografien zu do-

Hier wohnen Seniorinnen und Senioren selbständig und altersgerecht. Verein für Alterswohnungen der ev.-ref. Kirchgemeinde Zürich-Fluntern Gellertstr. 2 8044 Zürich Tel. 044 252 91 61 www.kirchrainfluntern.ch

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I NST I T U T ION E N

Zwei Schicksale, gleiches Leid Viel Tierleid kann verhindert werden, wenn über den Alltag hinaus geplant wird. Das dokumentieren die Schicksale von Mucki und Aebi im Tierheim Zürcher Tierschutz hinter der Masoala-Halle.

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ass der Hund Mucki nicht entspannt ist, lässt sich leicht an seinen grossen schwarzen Augen und am Fell seiner Schnauze ablesen. Mucki ist äusserst scheu, auch wenn er mit andern Hunden, die ihm Sicherheit vermitteln, im Garten umherspringen könnte. Er befindet sich in einem schlechten Gesundheitszustand. Sein Besitzer ist verstorben und hat keine Verfügung für seinen Lebensbegleiter hinterlassen. Mucki wurde so von einem Tag auf den andern zur unerwünschten Hinterlassenschaft. Nun versucht das Team im Tierheim, Mucki wieder aufzubauen. Geschäftsleiter Rommy Los betont: «Wenn

man allein mit einem Tier lebt, sollte man Vorsorgemassnahmen treffen, was bei einem Todesfall oder Unfall mit dem Tier passieren soll.» Hilfreich sei auch, wenn die Lebensgeschichte des Tieres dokumentiert sei.

raus. Deshalb wurde Aebi im Tierheim deponiert. Rommy Los gibt zu bedenken: «Auf der einen Seite werden Tiere als Familienmitglieder oftmals sehr vermenschlicht und auf der anderen Seite gibt es immer noch viele Menschen, die sie als Wegwerfware betrachten. Wird es etwas unbequem mit Keine Wegwerfware ihnen, dann gibt man sie eben wieder ab.» Die junge Katze Aebi hat ihre Besitzer nicht Wer ein Tier übernehme, der übernehme verloren, ist aber in ihrem Zuhause nicht auch Verantwortung und müsse dabei die mehr erwünscht. Im vergangenen Novem- Lebensdauer eines Tieres berücksichtigen. ber sorgte sie als Welpe für grosse Begeis- Tatsächlich sollte eine einzelne Katze nicht terung in einer Familie. Aebi war ein Ge- ohne Freigang in einer Wohnung leben. Das schenk für die Tochter. Nun ist die Familie sei nur mit zwei Katzen vertretbar, damit sie umgezogen und die Katze kann nicht mehr Gesellschaft mit Artgenossen haben. Aber langweilen dürften sie sich dann immer noch. «Eine Katze will auf Bäume klettern, Stunden vor einem Mauseloch verbringen und beobachten. Das kann sie in einer Wohnung einfach nicht», sagt Rommy Los. «Wir würden uns wünschen, dass sich zukünftige Heimtierbesitzer mehr Gedanken über die Bedürfnisse der Tiere machen.» ala

Fotos: DBFP

Die Katze Aebi und der Hund Mucki haben ihr Zuhause verloren und warten auf ein neues «Plätzli».

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SE I T E DE R K I RC H E N

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Singen für Leib und Seele

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Tania Oldenhage, Pfarrerin, Ev.-ref. Kirchgemeinde Fluntern

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Foto: zVg

m Donnerstag, 27. September 2018, laden die beiden Kirchgemeinden ein zu einem offenen Singen im Pfarreisaal St. Martin. Es dauert von 14 bis 15.45 Uhr. Begleitet von Andreas Brülisauer auf der Handorgel werden alte Volkslieder und Schlager gesungen. Singen können alle; es lockert Gemüt und Körper und bringt den ganzen Menschen in Schwingung. Es hält es fit und gesund, trainiert Hirn, Lunge, Mund und Muskulatur. Es hebt die Stimmung und verbreitet Harmonie. Dieser Sing-Nachmittag ist zwar ein Angebot in der Reihe «60plusaktiv», steht aber allen, auch jüngeren Interessierten offen. Gesungen wird auch in den Kleinkinder-Gottesdiensten. Diese finden sporadisch am Sonntagmorgen statt. Gestaltet von Teammitgliedern und Müttern sprechen sie Kinder zwischen vier und acht Jahren an. Mit einfachen Ritualen und Gebeten,

einer Geschichte, einem gestalterischen Element und dem Singen mit Gitarrenbegleitung bieten sie den Kleinen einen niederschwelligen Einstieg in die Feier des Sonntags. Wenn die Kinder schon bereit sind, allein im Saal zu bleiben, bietet sich den Eltern die Gelegenheit, ungestört oben in der Kirche am Gemeindegottesdienst teilzunehmen. Der nächste Kindergottesdienst beginnt am Sonntag, 30. September, um 10.30 Uhr im Pfarreisaal. Gisela Tschudin

«Aufbrechen»

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orte, die eine mehrfache Be- zent-Stellvertretung in Fluntern. Nach über deutung haben, faszinieren 30 Jahren Pfarramt in Oberstrass der Aufmich. Eindrücklich finde ich den bruch in die Nachbargemeinde Fluntern! Wie erlebe ich meine «neue» KirchgeBegriff «aufbrechen». Ein Einbrecher kann versuchen, mein Autoschloss aufzubrechen meinde? Sie ist sehr lebendig. Es gibt viele und Gegenstände darin zu stehlen. Moder- Angebote für Kinder und Jugendliche und ne Funkschlüssel sind komfortabel, bergen ebenso für unsere älteren Gemeindeglieder. aber ein Risiko: Immer öfter umgehen Das Fest «100 Jahre Grundsteinlegung der Autodiebe den Diebstahlschutz mit einem Grossen Kirche Fluntern» am 1. September Hacker-Trick. «Aufbrechen» hat auch eine begeisterte, obwohl das Wetter nicht mitandere Bedeutung: einen Neuanfang wa- spielte. Momentan bin ich sogar vorübergehend zu einer weiteren Kirchgemeinde aufgen – z. B. im Beruflichen. Bei mir gab es solche Einschnitte. Nach gebrochen. In Richterswil habe ich eine meiner Pensionierung im April 2016 übte zeitlich eng begrenzte 30-Prozent-Vertreich verschiedene Aufgaben im Bereich Frei- tung übernommen. «Abbrechen, aufbrechen»: manchmal willigenarbeit aus. Nach rund sechs Monaten im aktiven «Ruhestand» übernahm ich schmerzlich, manchmal begeisternd. Imeine längere Pfarrstellenvertretung in Hor- mer aber die Chance für Neues! Ich halte gen. Also brach ich nach Horgen auf und mich stets an die Texte eines Kirchenliedes blieb dort fast zwei Jahre. Noch bevor ich (Reformiertes Gesangbuch Nr. 843): «Verdort meine beruflichen Zelte gemeinsam traut den neuen Wegen, auf die uns Gott gemit meinem ebenfalls pensionierten Kolle- sandt. Er selbst kommt uns entgegen. Die gen abbrach – wir teilten uns eine volle Stel- Zukunft ist sein Land.» Pfr. Daniel Frei le –, kam die Anfrage für eine 30-Pro-

ein, Petrus meinte es nicht gut mit uns. Als unser grosses KirchenJubiläum am ersten September mittags begann, war auf allen Wetterkanälen dieselbe trübe Aussicht zu sehen: Es würde tatsächlich den ganzen Nachmittag durchregnen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir allerdings schon so in Schwung, dass uns kein Regen stoppen konnte. Höhepunkte gab es viele: Historie und Harry Potter; Klangräume und Slampoetry. Als Pfarrerin haben mich vor allem die vielen freundlichen Gesten der Verbundenheit bewegt. Unsere Deutschschüler von «Fluntern hilft» haben im Pfarrhaus kurdisch gekocht. Nebendran schenkte der Quartiertreff aus. Überall halfen Leute mit. Ein kleines Mädchen drückte mir eine selbstgemalte «HappyBirthday-Karte» für unsere Kirche in die Hand. Eine Nachbarin schenkte uns mit Schokolade überzogenen Ingwer. Noch lang in Erinnerung bleiben werden mir auch die herzlichen Worte, mit denen die Präsidentin der Pfarrei St. Martin, Eva Stoffel, uns viel Kraft wünschte zum «Durehebe» in Zeiten der Reform. Für all die kleinen und grossen Gesten der Verbundenheit danke ich – nicht zuletzt der jungen Frau, die mir mit einem Augenzwinkern sagte: «Wenn heute die Sonne scheinen würde, dann wären die Leute sicher über das Wochenende in die Berge gefahren, statt zu Eurem Fest zu kommen!» n

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SE I T E DE R U N I V E R SI TÄT

Fotos: Maxie Reimann/HBD

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4 Fragen an Martina Voser Landschaftsarchitektin, mavo Landschaften

STA DT U N I V E R SI TÄT U Z H – BAU E N F Ü R BI L DU NG U N D FOR SC H U NG

Runder Tisch zu Grünraum Für das Gesamtbild des Hochschulgebiets ist der Stadtraum zwischen den einzelnen Bauten zentral. Um der Öffentlichkeit den Puls zu fühlen, organisieren die Projektpartner regelmässig runde Tische. Letztmals am 17. September zum Thema «Stadtbalkone und Gartensequenz».

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und 30 Personen aus den Quartieren, der Belegschaften und Studierenden der UZH und der ETH Zürich trafen sich am 17. September zur Diskussion des Freiraums «Stadtbalkone und Gartensequenz». Dieses Gebiet erstreckt sich entlang der «Kante» von UZH und ETH Zürich von Central bis zum Heimplatz und umfasst alle darin befindlichen öffentlichen und privaten Gärten. Zum Start beleuchteten die Stadträte André Odermatt und Richard Wolff den Stand der verschiedenen Planungsprozesse im Hochschulgebiet und definierten die Bedeutung der Frei- und Grünräume aus Sicht der Stadt. Damit die Gäste Gartenformen und Gestaltungselemente anschliessend in Kleingruppen bewerten konnten, stellte Landschaftsarchitektin Martina Voser vom Büro mavo Landschaften das Umsetzungskonzept für das Gebiet vor. Zwei Nachteile der heutigen Freiraumgestaltung stachen besonders heraus: Die bestehenden Gärten und Balkone sind heute für die Öffentlichkeit zu wenig zugänglich. Zweitens fehlen Wegverbindungen, welche die Gärten untereinander vernetzen und eine angenehme Durchquerung zwischen Stadt und Hochschulgebiet erlauben. Das Umsetzungskonzept «Stadtbalkone und Gartensequenz» will dem entgegenwir-

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ken: Die einzelnen Gärten sollen zu einer vielfältigen Gartenlandschaft zusammenwachsen und sich als vernetzten Stadtraum präsentieren. Die Mehrheit der Anwesenden beurteilte die vorgestellte Frei- und Grünraumvision für das Gebiet als attraktiv. Konsens bestand darin, dass nicht zu viel auf einmal umgesetzt und die derzeitige ökologische Vielfalt auf keinen Fall zerstört wird. Wenige zusätzliche und verbesserte Durchwegungen würden vorläufig ausreichen. Darunter ein durchgehender Gehsteig entlang der Polybahn, je ein Fuss- und Veloweg von der künftigen Parkschale zum Neumarkt und zum Heimplatz sowie eine Querung vom Rechberggarten direkt zur Kantonsschulstrasse. Zustimmung ernteten im Publikum die Vorhaben, zusätzliche WCs aufzustellen und für eine ausreichende Beleuchtung sowie für Sitzmobiliar in den bestehenden Gärten zu sorgen. Nebst einer ökologisch nachhaltigen Oberflächengestaltung für die neuen Wege wurde auch eine vertiefte Nutzungs- und Bedürfnisanalyse angeregt. Die Ergebnisse wurden protokolliert und fliessen in die Umsetzung des Konzepts ein. vaj

Weitere Informationen unter www.stadtuniversitaet.uzh.ch.

Welches ist Ihre Rolle im Hochschulgebiet? Sowohl als Planerin von Studien auch als Expertin in Begleitgremien (Stadtraumkonzept/USZ) liegt mir die qualitätsvolle Stadt- und Freiraumentwicklung sehr am Herzen. Welche Bedeutung haben Frei- und Grünräume in einem Stadtquartier? Sie sind identitätsstiftende Orte der Erholung und der Begegnung für alle Bevölkerungsgruppen und leisten einen wichtigen Beitrag zu Diversität und Stadtklima. Wie werden Frei- und Grünräume im neuen Hochschulgebiet attraktiv? Es gilt ein Gleichgewicht herzustellen zwischen dem Stärken von bestehenden Strukturen und dem Schaffen von Neuem. Diese Vielseitigkeit muss sichtbar und gut erreichbar sein. Was entscheidet über den Erfolg? Dieser entsteht, wenn alle Freiräume, auch Strassen, hochwertig gestaltet werden und sich alle Beteiligten zu jedem Zeitpunkt deren Bedeutung und Fragilität bewusst sind. vaj


I NST I T U T ION E N

Di nuovo: Prima Volta, aber immer besser In der achten Saison erfährt die etablierte Kammermusik-Reihe Prima Volta eine Erweiterung. Das kostenlose Eröffnungskonzert zur neuen Saison findet in Kooperation mit dem Davos Festival am 4. Oktober im Hotel Zürichberg statt. Zudem ist die Cellistin Chiara Enderle Saison-Musikerin der Reihe.

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argarit Jacobs, Schirmherrin der als «Schaufenster von Davos in Zürich» geKammermusik-Reihe Prima plant. Nach der Musik wird ein Apéro serVolta, verfolgt das Konzept des viert. «Unser Ziel ist, diese Kooperation zu Davos Festivals seit einiger Zeit – mit wach- vertiefen», sagt Initiantin Jacobs. sender Begeisterung. «Im Gegensatz zu andern Festivals setzt Davos das jeweilige Erfüllter Traum Thema in der Musik, in der Literatur und in Drei der fünf Konzerte der Prima-Voltader Wahl der Orte präzise und vertieft um. Reihe werden neu von Chiara Enderle, eiDeshalb habe ich den Stiftungsratspräsi- nem der grössten Cello-Talente der Schweiz, denten des Festivals für eine Kooperation gestaltet. Für Chiara Enderle geht damit ein angefragt», sagt Margarit Jacobs. Die An- Traum in Erfüllung, «weil ich eine besondefrage stiess auf offene Ohren, weil das re Liebe für gemeinschaftlich orientierte Davos Festival mehr Präsenz in Zürich Kammermusikprojekte habe». Sie hat bewünschte, da viele Besucher in Davos aus reits mehrere Wettbewerbe gewonnen, ist Zürich anreisen. Nun findet am 4. Oktober am Davos Festival aufgetreten und hat beim im Hotel Zürichberg das erste Konzert die- Lucerne Festival debütiert. Die 26-jährige ser Win-win-Kooperation statt. Denn die Cellistin spielt zusammen mit ihren Eltern Philosophie von Prima Volta – «junge im preisgekrönten Carmina Quartett, das Künstler, intime Räume und offen» – ist je- 1984 gegründet wurde. Die langjährige Erner des Festivals in Davos sehr ähnlich. Da- fahrung der Gründungsmitglieder wird nun durch erfährt die Kammerkonzert-Reihe mit jugendlicher Vitalität ergänzt. Wie das Prima Volta, die nun in die achte Saison geht, klingt, ist am 23. Oktober im Lokal im Raheine Ergänzung mit Ausstrahlung weit über men der Prima-Volta-Reihe zu hören – für die Stadt hinaus. Das Konzert «Wo das Fluntern ein Ereignis. ala Abendrot sich zeigte» vom 4. Oktober ist

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Die Pianistin Claire Huanci spielt am Konzert vom 4. Oktober.

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Ausnahmetalent: Die Cellistin Chiara Enderle.

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Make it again Am 23. September hat der Herbst begonnen. Das ist die Zeit für ein Revival im Garten. Denn trotz weniger Sonne und kühler Temperaturen können Salate nochmals angesät werden.

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ach der Herbsternte bereiten viele ihren Garten für den Winter vor. Grüngut wird kompostiert oder der Grünabfuhr übergeben. Doch für den Boden ist die Saison noch nicht vorbei. Nach der Ernte kann auch im Herbst noch Salat angesät werden. Pflücksalate eignen sich dafür besonders gut. Aber auch das Saatgut von Nüsslisalat, Rucola oder Kresse gedeiht im Herbst noch. Setzlinge von Endivien oder Fenchel sorgen bis in den Dezember für

frische Abwechslung in der Küche. Laut Klimatabelle lag in Zürich im vergangenen Oktober die durchschnittliche Temperatur bei zehn Grad. Die Spitzen erreichten 15 Grad und der Tiefpunkt fiel auf sechs Grad. Und das bei zwölf Regentagen. Fast ideale Bedingungen für Salate. Auch der November schneidet besser ab, als sein Image vermuten lässt. Durchschnittlich wurden vier Grad erreicht, bei Spitzen von acht bzw. einem Grad. Und Regen fiel an elf Tagen. sh

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Puyol: Leben als Fifa-Legende Der Name Carles Puyol ist untrennbar verbunden mit der Stadt Barcelona. Im zarten Alter von 17 Jahren kam der Verteidiger mit dem charakteristischen Wuschelkopf ins berühmte Fussballinternat La Masia. Von dort aus wurde er zur Klub-Legende.

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ch will der Gesellschaft zurückgeben, was der Fussball mir gegeben hat», sagt Puyol heute rückblickend. «Denn durch den Fussball bin ich der, der ich heute bin.» Diese Einstellung ist es auch, die Puyol zur zentralen Figur im das perfekt. Seine neue Rolle als Vorbild für Programm der Fifa-Legenden macht. Er ge- junge Fussballerinnen und Fussballer auf hört zu jener Gruppe ehemaliger Spitzen- aller Welt hat Puyol rasch angenommen. spieler und -spielerinnen, die sich im Namen Wenn er spricht, wird zugehört. Mit seinen der Fifa weltweit dafür einsetzen, den Fuss- Auftritten sorgt Puyol für Begeisterung. ball weiterzuentwickeln und Fair Play, Res- Carles Puyol, der alles gewonnen hat, was pekt, Gleichheit, Solidarität und Frieden zu es im Fussball zu gewinnen gibt, gibt nach fördern. Der Gewinner der Fifa-Fuss- seiner Karriere noch einmal so viel wie als ball-Weltmeisterschaft 2010 verkörpert all aktiver Spieler. ef

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Vor allem Selbstbestimmung, aber auch Familie und Freunde. Gemeinsame Zeit miteinander verbringen.

3. Soll man das planen oder einfach drauf ankommen lassen?

4. Wann empfiehlt sich eine Wohnungsaufgabe?

Einen Plan zu haben, ist immer besser, jedoch nicht immer realistisch. Wichtig ist aber, sich über das Thema Wohnen im Alter frühzeitig zu informieren und festzulegen, was einem im Hinblick auf eine neue Wohnform wichtig ist.

Wenn die Wohnung oder das Haus zu einer Belastung wird und das Verlassen der eignen vier Wände aufgrund von Treppen nicht möglich oder Barrierefreiheit nicht gegeben ist, dadurch also Freiheit und Sicherheit verloren gehen.

2. Ist es dabei bedeutend, im Quartier bleiben zu können? Ein Verbleib im Quartier erleichtert den Wohnungswechsel, da das Quartier bereits bekannt ist und Freundschaften nicht verloren gehen.

5. Wie wichtig ist die Ästhetik im Alter? Sehr wichtig. Mit allen Sinnen Schönes zu empfinden und wahrzunehmen, macht glücklich und zufrieden. sh

ZO O

Partnerin für Sayan gesucht

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n der Nacht auf den 5. September ist die 14-jährige Amurtigerin Elena gestorben. Jetzt ist der Tiger Sayan, der diesen Frühling aus dem französischen Parc des Félins nach Zürich kam, allein. Wie geht es weiter? «Der Amurtiger wird in Europa im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms (EEP) gemanagt. Der Koordinator dieses Programms erarbeitet auch Empfehlungen für die Platzierung von Tieren, die Zusammensetzung von Paaren, gibt Zuchtempfehlungen ab oder ordnet Zuchtstopps an. Von dieser Stelle erwarten wir nun eine Empfehlung für eine geeignete Partnerin für unseren Kater Sayan», sagt Zoo-Kurator Robert Zingg. In den 1940er-Jahren sank der Bestand der Amurtiger in der Wildnis auf rund 50 Tiere. Nur dank strenger Schutzmassnahmen hat sich der Bestand erholt und wird gegenwärtig auf etwa 500 Tiere im Freiland geschätzt. In europäischen Zoos leben rund 300 Tiere.

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Ist es nun einfach, für Sayan eine Partnerin zu finden? «Wir rechnen mit ein paar Monaten, bis wir eine Lösung zur Hand haben», erklärt Robert Zingg. Elena kam 2010 aus dem Tierpark Hellabrunn in München nach Zürich. Zusammen mit ihrem Partner Coto brachte sie 2011 vier Junge zur Welt, wovon drei überlebten. Anschliessend setzten die Tierärzte bei ihr viermal ein Hormonimplantat ein, um die weitere Zucht zu unterbrechen. Dies, weil ihre Gene im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm überrepräsentiert waren und für einen möglichen Nachwuchs kein guter Platz in einem anderen Zoo gefunden worden wäre. Robert Zingg stellt klar: «In den Zuchtprogrammen fliesst kein Geld für die Tiere. Das ist eine der Spielregeln dieser Programme. Kosten entstehen nur durch den Transport des Tieres; diesen bezahlt jeweils der Empfänger.» ala

Foto: zVg

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1. Was zählt im Alter?

F LU N T E R N – M E I N A R BE I T S PL AT Z

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arc Bär ist seit Anfang Jahr Dolder-SportsManager und damit der Mann, der Feriengefühle vermittelt: im Sommer durch die Schwimmbadanlage, die mit ihrer Lage im Wald einen Einmaligkeitscharakter hat. Und im Winter mit dem Kunsteisfeld, eines der grössten in Europa, das bei vielen Besuchern Winterkurortgefühle aufkommen lässt. Das Angebot im Sommer wie im Winter wird bei Dolder Sports immer besser. Der 36-jährige Manager Marc Bär schaut auf eine gute Sommersaison zurück: «Das schöne Wetter und das grosse Interesse an unserem Angebot lockte fast 50 000 Besucher in dieser Saison ins Dolder-Bad. Wir konnten gegenüber den Vorjahren eine Steigerung von rund 20 Prozent verzeichnen.» Im Gastrobereich sei das neue Premium-BBQ für Gruppen gut angekommen, und mit den Infrastrukturmassnahmen für schlechtes Wetter habe sich die Nachfrage bei der Verpflegung verdoppelt. In dieser Saison wurden zum ersten Mal auch handgefertigte Badetücher und Sarongs sowie handgemachte Tuniken verkauft. «Es hat sich gezeigt, dass bei unseren Gästen ein Bedürfnis besteht nach speziellen Sommer-Accessoires», sagt Marc Bär. Dem Master in Services Marketing and Management der Hochschule Luzern gefällt die Aufgabe in einem so lebendigen Umfeld. sh

FLUNTERMER Oktober 18  
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