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Zeitung für Gesundheit, Vorsorge, Wellness und Besser Leben

AUGSBURG

5. Jahrgang Februar / März 2014

und Umland

Die GesundheitsZeitung

Entspannen Sie sich! So entkommen Sie dem Alltagsstress

RATGEBER

GESUNDHEIT

VORSORGE

BEAUTY & WELLNESS

FORSCHUNG & WISSEN

Magenverkleinerung bei Übergewicht

Raucherhusten ist nichts Ungewöhnliches

Der beste Schutz vor AIDS

Intervalltraining beim Ausdauersport

Globuli Eine umstrittene Medizin

Seite 10

Seite 13

Seite 16

Seite 18

Seite 21


INHALT | 3 LOKALES

4

Informationen aus der Region RATGEBER

Magenverkleinerung kann bei extremem Übergewicht helfen Bluttests erkennen mit hoher Sicherheit Chromosomenstörung bei Baby

Titelthema

Entspannen Sie sich!

6

10 11

GESUNDHEIT

Schwere Krankheiten können traumatisieren

12

Raucherhusten ist nichts Ungewöhnliches

13

VORSORGE

Kondome sind der beste Schutz vor AIDS

16

Leberkrebs vorbeugen

17

BEAUTY UND WELLNESS

Intervalltraining beim Ausdauersport

18

Hautpflege im Winter

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FORSCHUNG UND WISSEN

10

13

Globuli - eine umstrittene Medizin

21

Schuppenflechte ist nicht heilbar

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IMPRESSUM Herausgeber Thomas Miehle

Verlagsanschrift themenverlag Am Kabisbach 6 86453 Dasing

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19

Layout Michael Merkle

Telefon: 08205 / 427 99 66 Telefax: 08205 / 427 99 65 Email: info@die-gz.de www.die-gz.de

Druck mito-medien Vertrieb Eigenvertrieb, Lesezirkel & Leserkreis Daheim

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 4 vom 01.01.2014

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© 2014 Für alle Beiträge des themenverlags. Die redaktionellen Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinungen der Redaktion bzw. des Herausgebers wieder und ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt. Der Verlag übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Artikel. Bei sämtli-

chen Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Die Urheberrechte für Werbeanzeigen, Fotos sowie der gesamten grafischen Gestaltung bleiben beim Verlag und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung weiterverwendet werden. Höhere Gewalt entbindet den Verlag von der Lieferungspflicht.


4 | LOKALES Veranstaltungsübersicht am Klinikum Augsburg Februar/ März 2014

„Augsburg hilft“ ist doppelt ausgezeichnet 1.200 Augsburger Ehrenamtliche erhalten bundesweiten Publikums- und Förderpreis „Helfende Hand“

Schwangerschaft und Geburt & Wochenbett und Neugeborenes Dienstag, 04.02.2014, Dienstag, 18.02.2014, Dienstag, 04.03.2014, Dienstag, 18.03.2014, jeweils um 18:15 Uhr Klinikum, Hörsaal II (Großer Hörsaal)

Autorenlesung „Capofamiglia: Ein neuer Fall für Tozzi und Ferenci. Ein Lago MaggioreKrimi“ Der Diedorfer Autor Roland Sednik stellt sein zweites Buch vor Mittwoch, 19.02.2014, 19:30 Uhr Klinikum, Patientenbücherei

Demenzbegleitung im Klinikbereich Sehstörungen im Alter Donnerstag, 06.03.2014, 14:15 Uhr Klinik f. Kinder u. Jugendliche, Untergeschoss Raum U 053 Zielgruppe: Pflegefachkräfte am Klinikum Augsburg, sowie an externe Interessenten aus Einrichtungen des Gesundheitswesens

Autorenlesung „Freiheit in Mauern – Gedanken in Wort und Bild“ Autorenbegegnung mit Christine-Elisabeth Gerstenkorn Die Künstlerin, wohnhaft in Fischach, gibt Einblick in ihr Schaffen. Mittwoch, 12.03.2014, 19:30 Uhr Klinikum, Patientenbücherei

Stenglinstr. 2 86156 Augsburg

Ihr Projekt ist einmalig in Deutschland, jetzt ist sie doppelt ausgezeichnet: Die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen, die 1.200 Ehrenamtliche und 42.000 Mitglieder vertritt, wurde kürzlich in Berlin sowohl mit dem Publikums- als auch mit Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesinnenministers ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr, den wichtigsten Ehrenamtspreis gleich zweifach nach Augsburg geholt zu haben“, so Günter Gsottberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, die zusammen den Arbeiter Samariter Bund, das Bayerische Rotes Kreuz, die Deutsche LebensRettungs-Gesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe und den Malteser Hilfsdienst vertritt. „Die Förderung durch ‚Helfen-

de Hand’ hilft uns und anderen Organisationen dabei, mehr Menschen auf ehrenamtliche Aufgaben aufmerksam zu machen. Mir persönlich hat diese Auszeichnung gezeigt, dass sich die Zusammenarbeit der Hilfsorganisation, unser gemeinsames innovatives Denken und die stetige Suche nach neuen Wegen auszahlt.“ Bei der diesjährigen Verleihung der „Helfenden Hand“ eiferten mehr als 140 Projekte um den wichtigsten Ehrenamtspreis im Bevölkerungsschutz. Beim Publikumspreis haben rund 16.000 Menschen abgestimmt, welches der 16 nominierten Projekte die „Helfende Hand“ 2013 erhalten soll. Mit rund 3.900 Stimmen hat die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen

das Online-Voting für sich entscheiden können. „Es ist eine Anerkennung für unsere Ehrenamtlichen, dass so viele Menschen für unseren Zusammenschluss abgestimmt haben“, so Gsottberger. „Jedem einzelnen sind wir für seine Unterstützung dankbar.“ Die Augsburger Hilfsorganisationen konnten ebenso beim Jury-Preis als einziges Projekt aus Bayern in der Kategorie „Innovative Konzepte“ überzeugen. Ihr Engagement wurde mit dem zweiten Platz durch die Fachjury belohnt: Der demografische Wandel stellt die Hilfsorganisationen in Deutschland vor neue Aufgaben, denn der Geburtenrückgang verschärft auch den Nachwuchsmangel im Ehrenamt. Vor diesem Hinter-


LOKALES | 5 grund haben sich die fünf Hilfsorganisationen in Augsburg zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen – und gehen die Herausforderungen der Zukunft nun gemeinsam an. Die Arbeitsgemeinschaft dient dem Zweck des vertrag-lichen Zusammenschlusses der Hilfsorganisationen, um nach außen hin – da wo immer möglich und sinnvoll - „mit einer Stimme“ zu sprechen und geschlossen aufzutreten. Norbert Seitz, der Vertreter des Bundesinnenministeriums, zeigte sich begeistert und sagte anlässlich der Preisverleihung in der Bayerischen Landesvertretung vor über 200 Gästen: „In Deutschland engagieren sich über 1,7 Millionen Menschen ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz. Wir alle sind auf die zahlreichen Helferinnen und Helfer angewiesen, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Sie sind Alltagshelden, weil sie sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen.“

Nachwuchs fördern für den Bevölkerungsschutz Seit 2009 vergibt das Bundesinnenministerium jedes Jahr den Förderpreis „Helfende Hand“. Mit der Auszeichnung werden Ideen und Konzepte gewürdigt, die das Interesse der Menschen für ein ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz wecken. Außerdem fördert die „Helfende Hand“ Unternehmen, die den freiwilligen Einsatz ihrer Mitarbeiter besonders unterstützen – und dankt den Ehrenamtlichen

im Bevölkerungsschutz für ihren unermüdlichen Eifer. Die 16 nominierten Projekte hat die „Helfende Hand“-Jury unter Vorsitz des Bundesministeriums des Innern ausgewählt. Alle neun Juroren sind Fachleute aus den im Bevölkerungsschutz aktiven Organisationen.

Augsburg hilft! Die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen Arbeiter Samariter Bund, Bayerisches Rotes Kreuz, Deutsche Lebens-Rettungs-

Gesellschaft, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst bilden die „Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen in der Stadt Augsburg“. Die Gesellschaft dient dem Zweck des Zusammenschlusses der Hilfsorganisationen, um nach außen hin – da wo immer möglich und sinnvoll - „mit einer Stimme“ zu sprechen und geschlossen aufzutreten. Dies umfasst die Angelegenheiten, welche im gemeinsamen Interesse aller beteiligten Hilfsorganisationen sind, ohne jedoch die jeweiligen Verbandsinteressen im Einzelfall zu tangieren. Über 1.200 Menschen engagieren sich aktiv und ehrenamtlich bei den Hilfsorganisationen, rund 42.000 Menschen unterstützen die Retter in Augsburg durch eine Mitgliedschaft. Nur mit aktiven Augsburgern kann Augsburg geholfen werden – jeder kann Retter bei einer der Hilfsorganisationen in Augsburg werden. Weitere Informationen gibt es online auf www.augsburg-hilft.org sowie bei Facebook: www.facebook.com/ augsburg.hilft

Vortragsreihe des

Hessing forums Februar / März 2014

13.02.2014 27.02.2014

Ein neues Gelenk - was kommt dann? Dr. Oliver Lembcke, Hessing-Kliniken, Ltd. Oberarzt Coxarthrose: wenn die Hüfte zwickt Dr. Frank Haug, Hessing-Kliniken, Oberarzt

13.03.2014

Mein großer Zeh tut weh - was tun? Dr. Manfred Thomas, Hessingpark-Clinic

27.03.2014

Möglichkeiten des Kunstgelenkes an der Schulter Dr. Oliver Holub, Hessing-Kliniken, Oberarzt Kostenlose Parkmöglichkeit auf dem Hessing-Besucherparkplatz Ort: Gartensaal der Hessingburg Uhrzeit: jeweils donnerstags 19:30 Uhr, Unkostenbeitrag: 3,- Euro je Veranstaltung Um Anmeldung wird gebeten. Informationen unter Telefon: 0821 / 909 - 365


TITELTHEMA

Entspannen Sie sich!

So entkommen Sie dem Alltagsstress Das Herz rast, der Atem wird schneller, die Muskeln verspannen. Unter Stress reagieren wir mit einem alten biologischen Mechanismus, der uns fit macht, damit wir in einer schwierigen Situation bestehen können. Stress entsteht, wenn wir glauben, einer Situation nicht gewachsen zu sein. In einer Gefahrensituation reagiert unser Kopf blitzschnell. Wir analysieren die Anforderungen der Situation und schätzen sie aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen ein. Sind wir bisher mit ähnlichen Situationen gut zurecht gekommen? Dann werden wir die aktuelle Lage als wenig belastend empfinden. In Stress kommen wir, wenn wir die Belastung nicht bewältigen können - oder glauben, dass nicht zu können. Schon das Gefühl „Ich schaff das nicht“ reicht dafür aus. Dann steigen zum Beispiel Blutdruck und die Muskelspannung, das Herz schlägt schneller, und wir atmen heftiger. Der Verdauung dagegen wird zurückgefahren.

kann er zu Höchstleistungen anspornen, etwa beim Leistungssportler. Auch das berühmte Lampenfieber hat schon so manchen Künstler auf der Bühne beflügelt. Erst das Zuviel macht krank. Wie stressig eine Situation ist, hängt vor allem davon ab, welche Strategien Sie haben, um damit fertig zu

werden. Das kann sehr unterschiedlich sein. Die körperliche Reaktion dagegen ist immer die gleiche: Wenn wir uns in Gefahr befinden, nimmt unser Körper alle Kraft zusammen: Er versorgt uns mit Energie, damit wir kämpfen oder weglaufen können.

Unter Stress versteht man im Allgemeinen die negativen Folgen bei Überforderung. Aber auch durch permanente Unterforderung können Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen entstehen, die Stress auslösen. Dazwischen befindet sich der Bereich, in dem sich der Mensch mit den Herausforderungen wohlfühlt, die an ihn herangetragen werden. In diesem Bereich sind wir maximal leistungsfähig und fühlen uns aktiv und ausgeglichen. Stress ist also nicht nur negativ. In der richtigen Dosis

Bild: fotolia / WavebreakMediaMicro

In alltäglichen Situationen, die wir stressig empfinden, können wir meist weder fliehen noch kämpfen.

Oft brauchen wir die bereitgestellten Energien gar nicht. Dann können sie sich gegen den eigenen Körper richten. Steht man nur kurz unter Stress, bauen sich die Energien schnell wieder ab. Bei Daueralarm im Körper können dagegen ernste gesundheitliche Schäden entstehen, zum Beispiel:

• Hoher Blutdruck • Verdauungsbeschwerden • ein erhöhtes Risiko für • • • • •

einen Herzinfarkt Spannungskopfschmerzen mehr Infektionen Depressionen Migräne Zyklus- und sexuelle Störungen

Dauerstress ist ein Risikofaktor für eine Vielzahl von Krankheiten. Dafür gibt es seit Jahrzehnten wissenschaftliche Belege. 2012 konnte eine schottische Forschergruppe anhand von Langzeitausstudien an mehr als 68.200 Menschen auch belegen, dass selbst leichte stressbedingte Symptome die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder an Unfällen, Vergiftungen und ähnlichen Ursachen zu sterben. Starke stressbedingte Symptome führten auch zu einem höheren Risiko, an Krebs zu sterben.


TITELTHEMA | 7

Tipps wie Sie Stress bewältigen können Fühlen Sie sich auch nach einem langen Wochenende nicht erholt, fahren schon bei kleinen Ärgernissen aus der Haut oder möchten sich am liebsten den ganzen Tag unter der Bettdecke verkriechen? Dann wird es höchste Zeit, etwas gegen Ihren Stress zu unternehmen.

Bild: fotolia / evgenyatamanenko

Nehmen Sie es als Warnzeichen, wenn Sie reizbar sind, aggressiv oder weinerlich, sich nicht mehr konzentrieren können und Fehler machen. Auch chronische Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Beschwerden zeigen Ihnen an: Stopp, hier muss ich innehalten und etwas gegen diesen Stress tun. Je belastbarer Sie sind, desto besser können Sie mit Stress fertig werden. Wer sich nach einer turbulenten und anstrengenden Zeit rasch erholen kann, erkrankt weniger oft an Stressfolgen. Belastbar werden Sie vor allem, wenn Sie sich in belastenden Situationen nicht so schnell aufregen oder ängstigen. Mit anderen Worten:

wenn Sie gelassener werden. Wege zu mehr Gelassenheit:

• Lernen Sie, sich zu

entspannen. Dazu gibt es systematische Methoden. Aber auch Sport oder die regelmäßige alltägliche Erholung helfen. Finden Sie Lösungen für die Probleme, die Sie stressen, und organisieren Sie Ihre Zeit. Wenn das nicht geht, überprüfen Sie Ihre Einstellungen: Erwarten Sie zu viel von sich? Kämpfen Sie gegen Windmühlen? Finden Sie heraus, ob Sie sich selbst unnötig unter Druck setzen.

Autogenes Training Mit Autogenem Training nutzen Sie die Kraft Ihrer Gedanken für mehr Ruhe und Entspannung. Sie entspannen sich selbst ganz ohne Hilfsmittel. Gedanken erzeugen Nervenimpulse. Selbst wenn Sie nur daran denken, einen Finger zu heben, leitet Ihr Nervensystem dies als einen messbaren Reiz an Ihre Muskeln im Finger weiter. Im Autogenen Training nutzen Sie dieses Prinzip anders herum. Mit Ihren Gedanken stellen Sie Ihren Körper auf Entspannung ein. Das Autogene Training ist gut erforscht. Entwickelt hat die Methode der Nervenarzt Professor Jo-

hannes H. Schultz in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er zeigte seinen Patienten, wie sie Techniken der Hypnose selbst für sich anwenden konnten. Um Autogenes Training zu lernen, brauchen Sie ein wenig Zeit. Sie setzen oder legen sich bequem hin, am besten in einem ruhigen Raum, und wenden Ihre Aufmerksamkeit Ihrem Körper zu. Dann geben


8 | TITELTHEMA Sie ihm eine Art Anweisung - die Selbstsuggestion. Sie beginnen zum Beispiel damit, dass Sie sich mehrmals in Gedanken sagen: „Mein rechter Arm ist ganz schwer.“ Dabei stellen Sie sich vor, wie Ihr Arm schwer ist. Der Körper wird Ihnen antworten. Er folgt Ihren Gedanken. Ohne etwas tun zu wollen, nehmen Sie nur wahr, was geschieht. Nach mehr oder weniger Übung werden Sie feststellen: Wirklich fühlt sich Ihr Arm schwer an. Mit der „Wärme-Übung“ verbessern Sie Ihre Durchblutung. Sie denken zum Beispiel: „Mein linker Fuß ist ganz warm“ und stellen sich das intensiv vor. Die Adern weiten sich, und das einströmende Blut wärmt Ihren Fuß. Netter Nebeneffekt: Kalte Füße abends im Bett sind dann passé. Autogenes Training entspannt nicht nur körperlich, sondern beruhigt auch den Kreislauf, steigert die Konzentrationsfähigkeit, schafft einen klaren Kopf und hilft dabei, Körper und Geist mit den eigenen Gedanken zu beeinflussen. Die Konzentration auf einzelne Körperteile beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Ihr allgemeines Erregungsniveau sinkt. Sie werden weniger reizbar und können gelassener auch schwierige Situationen meistern. Auch bei psychischen Störungen wie Depressionen oder Ängsten hat sich Autogenes Training als hilfreich erwiesen.

Bild: www.photorama.com

Progressive Muskelentspannung Lockere, entspannte Muskeln auch in stressigen Zeiten? Das geht. Die Progressive Muskelentspannung - auch Progressive Muskelrelaxation genannt - hilft, auch unter Stress frei von Verspannungen zu bleiben. Wer entspannte Muskeln hat, bleibt auch seelisch entspannt. Unter Stress spannen wir oft unwillkürlich unnötig Muskeln an. Das führt zu Verspannungen und oft auch zu Schmerzen. Mit der Progressiven Muskelentspannung lernen Sie, solche Verspannungen zu erkennen und aufzulösen. Das Verfahren ist einfach, aber wirkungsvoll: Sie suchen sich einen ruhigen Ort und setzen oder legen sich bequem hin. Dann spannen Sie gezielt die Muskeln des Körpers in einer bestimmten Reihenfolge kräftig an und lockern sie wieder. Zuerst die Hände, dann die Unterarme und Oberarme, den Nacken, den Rücken und so weiter, bis Sie schließlich bei den Füßen angelangt sind. Dabei richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das, was

Sie empfinden. Sie merken deutlich, wie es sich anfühlt, wenn Ihre Muskeln sich entspannen und ganz locker werden. Wichtig dafür ist das kräftige Anspannen vorweg. Es ermüdet den Muskel. Er entspannt deshalb besonders stark. Dadurch können Sie diesen Entspannungseffekt ungewöhnlich deutlich spüren. Das Anspannen fördert außerdem die Durchblutung der jeweiligen Muskeln. Viele nehmen das während der Entspannung als angenehm warm, schwer oder prickelnd wahr. Nach einiger Übung werden Sie im Alltag problemlos erkennen, wo Sie gerade unnötig Muskeln anspannen, und sie gezielt lockern können. Auch

ohne vorherige Anspannung, lediglich, indem Sie sich daran erinnern, wie sich die Entspannung anfühlt. Die Progressive Muskelentspannung hilft nicht nur, muskuläre Verspannungen zu lösen. Sie lernen auch, Ihren Körper besser wahrzunehmen. Zugleich wirkt die Methode beruhigend auf Herz und Kreislauf. Der Blutdruck sinkt, Sie werden ausgeglichener und weniger nervös. In Stresssituationen sind Sie weniger ängstlich oder aggressiv. Schlafstörungen lassen nach. Selbst chronische Schmerzen können Sie damit lindern oder ganz beseitigen. Die Wirkung der Methode ist in vielen Untersuchungen nachgewiesen.


TITELTHEMA | 9

Bild: Candybox Photography/Jean-Marie Guyon

Yoga Yoga ist ein Teil der traditionellen indischen Heilkunde, dem Ayurveda. Diese Lehre sieht einen engen Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele. Mit bestimmten Körperstellungen und Atem-, Meditationsund Entspannungsübungen aus dem Yoga lernen Sie, Ihren Körper und Ihre inneren Prozesse besser wahrzunehmen. Yoga hat viele Formen. Die wohl bekannteste ist das Hatha Yoga. Er umfasst die körperorientierten Praktiken: Körperstellungen, Atemübungen, Tiefenentspannungstechniken. Außerdem gibt es im Hatha Yoga Ratschläge für eine gesunde Lebensführung. Regelmäßiges Yoga kann stressbedingten Störungen wie Bluthochdruck, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen entgegenwirken. Er fördert die Konzentrationsfähigkeit und bringt innere Ausgeglichenheit. Menschen, die unter Rückenschmerzen leiden, profitieren oft besonders von den Körperübungen, Asthmakranke

von den Atemübungen. Darauf sollten Sie achten: • Im Zweifel sollten Sie Yoga nur nach ärztlicher Untersuchung beginnen. • Übungen, bei denen der Kopf tiefer liegt als der Körper, können bei Bluthochdruck gefährlich sein. • Menschen mit Stoffwechselproblemen sollten Übungen vermeiden, bei denen der Atem verlangsamt wird. • Bei nicht richtig ausgeführten Hatha Yoga-Übungen können Muskeln, Bänder und Sehnen überdehnt werden. • Bei Rückenproblemen oder anderen Muskel-SkelettErkrankungen können bestimmte Yoga-Übungen schädlich sein.

Quelle: Techniker Krankenkasse

Im Notfall ist nur Nichtstun falsch Wenn die Bereitschaft zur Ersten Hilfe in Deutschland größer wäre, könnten weitaus mehr Menschen vor dem plötzlichen Herztod bewahrt werden. Oft spiele Angst vor Fehlern und Unwissenheit in Sachen Erste Hilfe eine Rolle, vermuten der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Der einzige Fehler sei aber, nichts zu tun. Prüfen, Rufen, Drücken: Wer sich diese drei Worte merkt, ist als Ersthelfer für einen Notfall gut gerüstet. Gemeint ist damit, dass ein Augenzeuge als erstes kontrollieren sollte, ob ein bewusstlos zusammengebrochener Mensch noch reagiert und atmet. Dann sollte der Helfer unter der Telefonnummer 112 den Notruf alarmieren oder jemand anders bitten, das zu tun. Atmet der Betroffene nicht mehr, gilt es als Drittes, ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wiederzubeleben. Dazu drückt man fest und mindestens 100 Mal pro Minute die Mitte des Brustbeins des Bewusstlosen nach unten. Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ihm geht ein Herzstillstand voraus. Diesen überleben Betroffene in der Regel nur, wenn sie innerhalb von fünf Minuten eine Herzdruckmassage bekommen.


10 | RATGEBER

Magenverkleinerung kann bei extremem Übergewicht helfen Hat ein Mensch extremes Übergewicht, reicht eiserne Disziplin meist nicht aus, um ein halbwegs normales Körpergewicht zu erreichen Immer mehr Patienten entscheiden sich deshalb für eine Magenverkleinerung. Nach Einschätzung von Experten ist dieser Eingriff eine sehr erfolgreiche Methode, die sogenannte Fettleibigkeit in den Griff zu bekommen und schwerwiegende Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt zu vermeiden. Bei der Schlauchmagen- und der Magenby p a s s - O p e r a t i o n wird der Magen verkleinert. Bei der Magenbypass-OP wird zusätzlich ein Bereich des Darms umgangen, so dass weniger Nahrung in den Körper aufgenommen werden kann. Beide Verfahren verändern nicht nur das Vermögen der Nahrungsaufnahme, sondern beeinflussen auch die Stoffwechselsituation positiv. «Bestimmte Hormone, die Hunger und Sättigung steuern, werden im Magen selbst gebildet und verringern sich durch die teilweise Entfernung», erläutert Prof. Jürgen Ordemann, Leiter des Zentrums für Adipositas und Metabolische Chirurgie an der Charité in Berlin. «Somit verändern sich Hunger- und Sättigungsmechanismen, was dazu führt,

taszentrum wenden. «Hier wird am besten sichergestellt, dass Patienten die umfassende Vor- und Nachbehandlung erhalten, die im Rahmen einer solchen Operation erforderlich ist», erklärt Herpertz. Viele behandelnde Zentren fordern einen leichteren Zugang für Adipositas-Patienten zu einer Operation. «Die meisten Patienten, die kommen, haben schon unzählige Diäten hinter sich», betont Christine Stier vom Exzellenzzentrum für AdiposiBei einer Schlauchmagen-Operation verkleinern Ärzte tas- und metabolische den Magen - der Patient empfindet dadurch weniger HunChirurgie am Krankenger und eine schnellere Sättigung. Quelle: DPA haus Sachsenhausen in Frankfurt am Main. Sie dass adipöse Menschen weni- multimodalen Therapie aus Be- kämen, weil sie gesundheitliche ger essen.» Allerdings ist die wegung, Diät und Verhaltens- Probleme haben. lebenslange Nachsorge und training. «Adipositas-Operationen sind Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen Ebenso muss mit Stellung- keine Lifestyle-Operationen, erforderlich. «Es gibt keine nahmen des Hausarztes, des sondern eine glasklare Therapauschale Empfehlung für ein Chirurgen, gegebenenfalls ei- pie, deren Wirksamkeit durch nes Hormonspezialisten (Fach- Studien gut belegt ist», unterbestimmtes Verfahren.» arzt für Endokrinologie) sowie streicht die Expertin. GefährliDie Krankenkasse kann die eines Psychotherapeuten nach- che Folgeerkrankungen der Kosten grundsätzlich über- gewiesen werden, dass die Adipositas lassen sich dadurch nehmen ab einem Body- Operation erfolgversprechend erheblich senken. «Mit SicherMass-Index (BMI) von 40 ist. Darauf weist Prof. Stephan heit ist das keine 100-prozenbeziehungsweise von 35, wenn Herpertz, Direktor der Klinik tige Lösung, und es ist auch zusätzlich Begleiterkrankun- für Psychosomatische Me- kein Knopfdruck, mit dem man gen wie Bluthochdruck oder dizin und Psychotherapie am die Patienten schlank macht», Diabetes bestehen. Vorausset- LWL-Universitätsklinikum betont sie. «Es ist ein lebenszung ist zudem ein vorange- der Ruhr-Universität Bochum, verändernder Eingriff, der viel gangener, ärztlich begleiteter, hin. Patienten mit Operations- Disziplin erfordert von den Paerfolgloser konservativer Ab- wunsch sollten sich immer tienten.» Die Vorteile überwönehmversuch im Rahmen einer an ein qualifiziertes Adiposi- gen jedoch ganz klar.


RATGEBER | 11

Bluttests erkennen mit hoher Sicherheit Chromosomenstörung bei Baby Wenn werdende Eltern in Erfahrung bringen wollen, ob es bei ihrem ungeborenen Kind wirklich alles in Ordnung ist, bieten Ärzte etliche Untersuchungen an Die gezielte Suche nach genetischen Auffälligkeiten geht über die üblichen, in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehenen Kontrollen während der Schwangerschaft hinaus. Drei nicht-invasive, also nicht in den Körper der Frau eingreifende Testverfahren sind derzeit in Deutschland auf dem Markt. Dabei wird das Blut der Schwangeren untersucht. Die Erkennungsrate einer Chromosomenstörung beim Kind liegt laut Robin Schwerdtfeger, Präsident des Berufsverbands niedergelassener Pränatalmediziner (BVNP), bei «99 Prozent und mehr». Das heißt umgekehrt, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) nicht zu entdecken, bei unter 1 Prozent liegt. Erwartet eine Frau mehr als ein Kind, funktionieren zwei der Bluttests allerdings nicht. Sie ersetzen außerdem invasive Methoden wie die Fruchtwasserpunktion nicht, wenn wirklich sicher geklärt werden soll, ob eine Chromosomenstörung vorliegt. Die neuen Verfahren sind ebenso wenig wie das Ersttrimester-Screening Leistungen im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien, die die Krankenkassen automatisch übernehmen. Das Screening kann zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche erfolgen. Dafür

müssen werdende Eltern Schwerdtfeger zufolge mit Kosten von 150 bis 200 Euro rechnen. Für den seit Mitte 2012 angebotenen «PraenaTest» von der Firma LifeCodexx werden laut Schwerdtfeger etwa 825 Euro fällig. Möglich ist er ab der 10. Schwangerschaftswoche. Der Mediziner und sein Verband halten aber einen späteren Zeitpunkt für sinnvoller. «Wir empfehlen den Test nur Patienten, von denen wir wissen, dass sie gut mit den Ergebnissen umgehen können und immer nur im Zusammenhang mit einem dezidierten Ultraschall», sagt er. Bei diesem handelt sich um eine Untersuchung, die in der 12. bis 13. Schwangerschaftswoche erfolgt und bei der unter anderem die inneren Organe wie das Herz und die Extremitäten des Kindes genau analysiert werden. Das zweite neue Verfahren, der «Panorama-Test» der Firmen Natera und Amedes, ist seit Sommer 2013 auf dem Markt und kostet der Anbieterhomepage zufolge derzeit 595 Euro. «Er ist sehr sicher, aber es gibt noch wenig Erfahrungen in Deutschland im Vergleich zum PraenaTest», erläutert Schwerdtfeger. «Die Diagnosesicherheit wäre noch höher, wenn auch Zellen aus der Mundschleimhaut des Vaters

untersucht würden.» Und dass es mit dem Panorama-Test auch möglich ist, das Geschlecht des Kindes zu bestimmen, habe zu «nicht unerheblicher Kritik» geführt, sagt der Pränatalspezialist. Schwerdtfeger zufolge wird der Test in Deutschland überwiegend ab der 13. oder 14. Schwangerschaftswoche angeboten und unterliegt dem Gendiagnostikgesetz. Das heißt: Vorher und nachher sind die den Test anfordernden Ärzte zu sehr umfangreichen Beratungen der Eltern verpflichtet. Denn sie könnten mit dem Testergebnis etwas erfahren, was sie lieber nicht gewusst hätten. Schwerdtfeger spricht von «lebensentscheidenden Fragen», mit denen sich die Eltern sehr genau auseinandersetzen müssten. Seit Herbst 2013 verfügbar ist außerdem der «HarmonyTest» der US-Firma Ariosa. Er wird in Deutschland vom Labor Enders vertrieben und ähnlich dem Panorama-Test in den USA ausgewertet. Er ist den Anbieterangaben nach das einzige nicht-invasive Verfahren, das auch bei Zwillingsschwangerschaften verlässliche Ergebnisse liefert. Er kostet 485 Euro. Bei allen Tests kommen Schwerdtfeger zufolge noch etwa 50 bis 100 Euro Beratungskosten hinzu.

Seriöse OnlineApotheke verlangt Originalrezept Quelle: DPA

Wer bei einer OnlineApotheke ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel bestellt, muss immer ein Originalrezept dafür einreichen. Alles andere ist unseriös. Ein Online-Fragebogen reiche nicht aus als Ersatz für ein Rezept, erläutert Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Rezeptpflichtige Medikamente sollten immer nur mit ärztlichem Rat eingenommen werden. Ebenfalls skeptisch sollten Kunden sein, wenn die Versandapotheke das Medikament in einer ungewöhnlichen Verpackung verschickt, etwa in einer Plastiktüte. Weitere bedenkliche Hinweise sind ein fehlendes Verwendbarkeitsdatum, ein fehlender Beipackzettel oder eine fehlende Chargenbezeichnung also ein entsprechender Code unter «Ch.-B.:» auf der Verpackung. Auch ein gekürzter Beipackzettel sollte Verbraucher stutzig machen. An Medikamenten kann grundsätzlich alles gefälscht sein. Im besten Fall ist kein Wirkstoff enthalten, im schlimmsten Fall stecken schwer gesundheitsschädliche Stoffe darin.


12 | GESUNDHEIT

Unbedingt ernst nehmen Schwere Krankheiten können traumatisieren Auch wenn sie überwunden scheint: Eine schwere Krankheit macht Menschen manchmal so stark zu schaffen, dass sie von der Erinnerung daran immer wieder eingeholt werden. Sie sind dann mitten aus dem Alltag gerissen, ihr Herz rast. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem Trauma. Das kennt man meist nur von denen, die Naturkatastrophen Übermächtige Ängste und erdrückende Schuldgefühle: Wer eine schwere Krankheit überstanden hat, leidet danach manchmal oder Gewalt erlebt an einer posttraumatischen Belastungsstörung. haben - es gibt aber Quelle: DPA durchaus auch andere Erlebnisse, die traumatisieren zudem schreckhaft, gereizt erst nach Monaten auftreten. und aggressiv, sie können sich Es hilft nicht, sich zusammenkönnen. nur mit Mühe konzentrieren, zureißen. «Der Betroffene hat «Ein Trauma ist ein überwälti- schlafen schlecht und leiden es erlebt. Er weiß, dass er übergendes Ereignis, verbunden mit unter Alpträumen. Häufig lebt hat, doch er fühlt es nicht». extremer Bedrohung wie Le- lösen bestimmte Laute oder bensgefahr oder Demütigung», Gerüche die Erinnerungen aus. Der Grund dafür ist folgenerklärt Prof. Anke Ehlers vom «Diese Flashbacks sind so leb- der: «Das Ereignis wird unDepartment of Experimental haft, dass es den Betroffenen vollständig verarbeitet und Psychology der Universität Ox- so vorkommt, als passiere dies bruchstückartig im Gedächtnis ford. «Etwa 20 bis 25 Prozent alles im Hier und Jetzt. Sie ha- gespeichert», erklärt Ehlers. der Patienten haben nach einer ben wieder Todesangst oder «Zudem sind die Erinnerungen lebensbedrohlichen Krank- andere starke Gefühle wie an die schlimmsten Momente heit eine akute Belastungsreak- Schuldgefühle oder Scham», nur unvollständig verbunden mit den Erinnerungen an das, tion», schätzt Ulrike Schmidt erläutert Ehlers. was vorher und hinterher gevon der Trauma-Ambulanz am Max-Planck-Institut für Psy- Prof. Christine Knaevelsrud schah.» Das Gedächtnis werde chiatrie in München. «Bei fünf von der Deutschsprachigen nicht aktualisiert und korriProzent der Betroffenen kann Gesellschaft für Psychotrau- giert mit dem Wissen, das alles diese später in eine Posttrau- matologie in Freiburg weist gut gegangen ist. Ein Auslöser matische Belastungsreaktion darauf hin, dass solche Symp- reiche, um die gesamte Erintome direkt nach dem Ereignis nerung hochzuholen, erklärt münden.» eine normale Reaktion sind. Knaevelsrud. Diese äußert sich zum Beispiel Doch normalerweise ebben sie durch ein inneres Erstarren, nach etwa vier Wochen ab. Die «Wenn die Störung nicht wird, stellen eine innere Taubheit. Viele sind Symptome können aber auch behandelt

sich oft Folgeprobleme wie Depressionen ein», sagt Ehlers. Lassen die Symptome nach vier Wochen nicht nach oder treten gravierende psychische Symptome auf, sollten Betroffene einen Termin bei einem Therapeuten mit traumapsychotherapeutischer Ausbildung vereinbaren. Dieser arbeitet mit der kognitiven Verhaltenstherapie. Dabei muss der Patient sich dem aussetzen, was ihn in seinen Grundfesten erschüttert hat: Er spricht mit dem Therapeuten durch, was genau im Trauma geschehen ist und welche Momente heute noch schmerzhaft sind. «Wir aktualisieren die Momente des Traumas im Gedächtnis durch Verknüpfung mit dem, was der Patient aus heutiger Perspektive weiß oder im Gespräch mit dem Therapeuten herausgefunden hat», erklärt Ehlers. «Wir helfen zudem, Auslöser wie bestimmte sensorische Reize, etwa Farben, Geräusche oder Gerüche, zu erkennen und zu sehen, dass die heutige Situation, in der der Auslöser auftritt, ganz anders ist als im Trauma», sagt sie. Das Ergebnis: «Man erkennt nicht nur vom Verstand her, dass man es geschafft hat, sondern erfasst es emotional, fühlt es», fügt Schmidt hinzu.


GESUNDHEIT | 13

Raucherhusten ist nichts Ungewöhnliches Er kann jedoch ein Warnzeichen sein Es gibt wohl keinen Raucher, der nicht im Laufe des Tages immer mal wieder hustet oder röchelt. Morgens spukken viele mal mehr, mal minder dunklen Schleim aus. Und von Erkältungen sind Raucher in der Regel deutlich stärker geplagt. «Wer raucht, schaltet die Müllabfuhr in seinen Bronchien ab», erläutert Michael Barczok, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Pneumologen. Denn die Flimmerhärchen in den Bronchien, die «wie ein Förderband allen Dreck nach oben abtransportieren», erstarren im blauen Dunst. «Funktionsfähige Flimmerhärchen sehen unter dem Elektronenmikroskop aus wie ein Getreidefeld im Wind», fügt Petra Bubel hinzu, Landesvorsitzende des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in SachsenAnhalt. «Als Schutz vor Eindringlingen produzieren die Bronchien Schleim, und der wird von den Härchen nach oben transportiert, wo er sich mit Speichel vermischt und unbemerkt verschluckt wird», erklärt die in der Lutherstadt Eisleben niedergelassene Ärztin. Bei Rauchern kommt dieses System zum Stillstand. Und da der Effekt pro Zigarette sieben bis acht Stunden anhält,

Räuspern, Hüsteln, Keuchen: Das sind typische Begleiterscheinungen beim Rauchen. Quelle: DPA

werde bei einem durchschnittlichen Raucher, um beim Bild der Müllabfuhr zu bleiben, den ganzen Tag über nicht gekehrt, sagt Barczok. «Nachts nimmt die Müllabfuhr die Arbeit wieder auf.» Das Ergebnis: der morgendliche Husten. Er ist sogar ein gutes Zeichen: Der Körper transportiert Schadstoffe ab. Dennoch sollte der Husten Rauchern ein Warnsignal sein. Er deute auf unumkehrbare Veränderungen in den Bronchien hin, sagt Bubel. «Wenn sie häufiger husten oder es beim Atmen bisweilen pfeift, wenn sie schon bei leichten körperlichen Anstrengungen Atemnot haben, sollten sie zum Lungenarzt gehen.» Die Umbauvorgänge in den Bronchien

seien möglicherweise Vorboten schlimmerer Erkrankungen. Bei etwa der Hälfte aller Raucher entwickle sich mit der Zeit eine chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD), sagt Barczok. «Chronisch-obstruktiv bedeutet, dass die Atemwege nicht nur kurzzeitig verengt sind, sondern so, dass sie sich nicht mehr komplett weiten können», erklärt Tobias Raupach, Sprecher der Arbeitsgruppe Tabakprävention der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Daher rühre bei Betroffenen dann auch die Atemnot. Umgehend mit dem Rauchen aufhören, ist das einzige, was Linderung schaffen kann.

Bei Schmerz auf einer Kopfseite zum Arzt Sogenannte ClusterKopfschmerzen machen sich meist als heftiger bohrender oder brennender Schmerz auf einer Kopfseite in Höhe von Auge und Schläfe bemerkbar. Die Beschwerden dauern unbehandelt zwischen 15 Minuten und drei Stunden an. Am besten lassen Betroffene die Schmerzanfälle vom Facharzt abklären, rät der Berufsverband Deutscher Neurologen. Bei akuten Cluster-Kopfschmerzen könne es helfen, Sauerstoff mit einem vom Arzt verordneten Gerät zu inhalieren. Auch der nicht freiverkäufliche Wirkstoff Sumatriptan leiste gute Dienste.

Asthma-Medikamententyp unterschiedlich schnell einatmen Je nach Medikamententyp müssen Asthmakranke beim Inhalieren schnell oder langsam einatmen. Wenden sie das Arzneimittel falsch an, steigt das Risiko von Nebenwirkungen wie Heiserkeit oder Pilzbefall im Mund. Bei treibgasbetriebenen Dosieraerosolen gelte es, möglichst langsam einzuatmen. Beim schnellen Luftholen könnten sich die stark beschleunigten Wirkstoffpartikel im Mund ablagern und nicht in die Lunge gelangen. Bei Pulverinhalatoren dagegen ist möglichst kräftiges Luftholen ratsam, weil das Pulver nur dann auch die Lunge erreicht.


Die Gasteiner Kur im 4 Sterne superior Verwöhnhotel Bismarck: Nachhaltige Wirkung, Feriengenuss und dazu 4 Thermal-Schwimmbäder

Natürlich schmerzfrei: Gesundheitskompetenz trifft Verwöhnangebot

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Die Aufnahme von Radon über Lunge und Haut wirkt wie ein heilsamer „Strahlenstoß“, der im Körper keine Bindungen eingeht und nach drei Stunden fast wieder komplett ausgeschieden ist. Er regt die Produktion heilungsfördernder Botenstoffe an, die Entzündungen und Allergien entgegenwirken – und bremst gleichzeitig die Schmerzbotenstoffe, was nachweislich zu einer lang anhaltenden Linderung von Schmerzzuständen führt. Vor allem Menschen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen wie chronischer Polyarthritis und Mor-

Schon Kaiserin Sisi und der deutsche Kanzler Bismarck waren Stammgäste in einem der ältesten Kurorte Österreichs. Heute weiß man: Der Erfolg der Gasteiner Kur beruht auf dem Edelgas Radon, das in verschiedenen Kuranwendungen zum Einsatz kommt, sowohl über die Haut als auch über die Atmung aufgenommen wird und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt. Doch nicht nur zur Immunprophylaxe eignet sich die Radontherapie: nachgewiesen erfolgreich behandelt werden damit vor allem chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut. Der Erfolg spricht für sich, denn belegt ist bei 90 Prozent der Kurgäste eine bis zu neun Monate anhaltende Schmerz- und Beschwerdelinderung und somit eine Verbesserung der Lebensqualität. Kurgäste des 4 Sterne superior-Verwöhnhotel Bismarck in Bad Hofgastein fühlen sich beim Radon-Thermalwannenbad mit Thermalwasser-Meditation in neu gestalteten Räumen angenehmerweise nicht wie im klassischen Kur- sondern wie im erstklassigen Verwöhnurlaub – und genießen nebenbei den 6000 qm großen Garten, die Wasserwelten mit vier Thermalpools und die exzellente Küche des äußerst komfortablen Hauses in bester Bergblick-Lage.

bus-Bechterew, rheumatischen Erkrankungen an Wirbelsäule und Gelenken sowie chronischen Schmerzzuständen wie dem Fibromyalgie-Syndrom, aber auch Asthmatiker und Allergiker wissen das zu schätzen. Zwei Möglichkeiten stehen dem Kurgast im Bismarck offen, um das heilende Radon aufzunehmen: zum einen die (vom Hotel reservierten) Einfahrten in den Gasteiner Heilstollen, der als Wirkstoffkombination aus milder Überwärmung, dem natürlich hohen Radongehalt der Luft und der


GESUNDHEIT | 15

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alpinen Höhenlage das wohl effektivste Heilmittel im Gasteinertal ist, zum anderen die Radon-Thermalwannenbäder direkt im Hotel. Das Schwimmen in den einzigartigen vier Thermal-Innenund Aussenschwimmbädern (33 Grad) unterstützt die Wirkung der Kur. Ebenso die Herzlichkeit der BesitzerFamilie Christina und Ulrich Wendler, die mit echter Leidenschaft verwöhnt und dafür sorgt, dass Bismarck-Gäste auch beim Kuren stets auf Urlaubswolke sieben schweben. Und auch die Umgebung lädt dazu ein: Denn auf den großen Liege-Terrassen und im riesigen Park lässt es sich nach den

Optimal als Schnupperkur ist die einwöchige Vital & Gesundheitswoche (ab 770,- Euro pro Person im Doppelzimmer/ Classic) mit 7 Übernachtungen inkl. der Gourmet-& VitalHalbpension, einer Schnupper-Einfahrt in den Gasteiner Heilstollen inklusive Arztbesuch, zwei Radon-Thermalwannenbädern, drei Teilmassagen, einer Ernährungsberatung in der Gruppe sowie der Nutzung von 1.500m² Wasserwelt und Wellnessparadies mit vier Hotel eigenen Thermal-Schwimmbädern (33°C). Die Radontherapie ist übrigens von österreichischen wie deutschen gesetzlichen Sozialversicherungsträgern anerkannt! Stolleneinfahrten und Bädern herrlich nachruhen und in die Berge blinzeln. Ist man wieder fitter, wollen letztere auch beim Wandern erkundet werden. Schließlich locken 350 Kilometer Wanderwege und (im Sommer) 40 bewirtschafteten Almen ins als Genussregion bekannte Gasteinertal. Wer will, kann auch mit dem Auto auf die Alm fahren, zum höchst-

Hauses „von allem ein bisschen mehr“ gibt es zusätzlich ein Gesundheitsmenü und ein Mittags-Buffet – aber auch allerlei wohltuende Massageund Beauty-Anwendungen sowie die höchst komfortablen Bismarck-Wohnwelten in Stammhaus, Fürstenhaus und Schlössl.

gelegenen Kaffehaus „Annencafé“, dem bekannten Logenplatz auf 1047 Metern überm Tal mit Traumblick. Genuss bietet auch die angenehm leichte GourmetKüche von Bismarck-Chefkoch Harald Pfleger, der auf frische, heimische Produkte setzt und sie auf Hauben-Niveau serviert. Getreu dem Motto des

Infos: 4 Sterne superior-Verwöhnhotel Bismarck, Alpenstraße 6, A-5630 Bad Hofgastein, Tel: +43 (0) 6432 6681-0, www.hotel-bismarck.com, info@hotel-bismarck.com


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Vor Aids schützen Das geht am besten mit Kondom Quelle:DPA

Als Aids vor drei Jahrzehnten bekannt wurde, waren sich viele Menschen eine Zeit lang der Ansteckungsgefahren bewusst. Das hat offenbar sich geändert. Denn obwohl der Schutz davor so einfach ist, stecken sich noch immer etliche Menschen mit der Immunschwächekrankheit an - das zeigt ein Blick in die Statistik: Die Zahl der Neuansteckungen in Deutschland ist nach wie vor hoch. Nach den letzten Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin gab es im Jahr 2012 etwa 3400 Neuinfektionen mit dem HI-Virus (HIV) in Deutschland. Die Zahl der Menschen, die hierzulande mit HIV leben, beziffern die Forscher auf etwa 78 000. Problematisch sind dabei vor allem unentdeckte HIV-Infektionen. «Wir gehen davon aus, dass wir rund 30 Prozent aller Menschen mit HIV in Deutschland noch nicht diagnostiziert haben», sagt Prof. Georg Behrens, Präsident der Deutschen Aids-Gesellschaft und Mediziner an der Klinik für Immu-

nologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Krankheit kann über Jahre im Körper ruhen, ohne dass sich Auswirkungen zeigen. Körpereigene Abwehrmechanismen halten das Virus zunächst in Schach. Dennoch kann der HIV-Infizierte den Erreger jederzeit auf Sexualpartner übertragen. Nach frisch erfolgter Infektion ist die Gefahr, andere anzustekken am größten, da in dieser frühen Phase die Viruskonzentration im Körper besonders hoch ist. HIV-Infektionen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln ist aus zwei Gründen wichtig: «Wenn man eine Therapie rechtzeitig beginnt, bevor es zu schweren Komplikationen im Immunsystem kommt, kann man mit den heute verfügbaren Medikamenten Aids-definierte Erkrankungen und das Fortschreiten der HIV-Infektion zu nahezu 100 Prozent verhindern», betont Behrens. Die Therapie

reduziere darüber hinaus aber auch das Ansteckungsvermögen von infizierten Menschen. Die Kombination aus Kondom und Therapie stellt bei Sexualkontakten von Paaren mit einem infizierten Partner Studien zufolge den mit Abstand sichersten Schutz vor einer HIV-Übertragung dar. Am häufigsten stecken sich nach wie vor Männer an, die Sex mit Männern haben. «Homosexuelle Kontakte unter Männern machen etwa zwei Drittel aller Infektionen aus», erläutert Osamah Hamouda, Leiter der RKI-Fachgruppe HIV/Aids und andere sexuell oder durch Blut übertragbare Infektionen. Die aktuell zweitstärkste Gruppe sind Menschen, die sich über sexuelle Kontakte zwischen Männern und Frauen anstecken. Statistisch gesehen ist es für homosexuelle Männer Hamouda zufolge zwar wahrscheinlicher, dass sie sich anstecken. Im individuellen Fall sei jedoch jeder ungeschützte Sexualkontakt mit einem wenig

bekannten Partner ein Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Das relativ hohe Niveau der HIV-Neuinfektionen hat noch andere Gründe. «Wir müssen uns heute auch sehr intensiv mit dem Thema andere sexuell übertragbare Infektionen befassen», sagt Prof. Elisabeth Pott von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Diese Krankheiten erhöhen das Risiko, dass HIV-Infizierte das HI-Virus weitergeben. Und wer schon Syphilis, Tripper oder Chlamydien hat, ist empfänglicher für eine HIV-Infektion. Daten des RKI ließen darauf schließen, dass von den 3700 Syphilisfällen in Deutschland mindestens 80 Prozent durch sexuelle Kontakte zwischen Männern übertragen werden. «Das ist ein wesentlicher Motor der Ausbreitung von HIV», sagt Pott. Zum Schutz vor HIV sei es deshalb notwendig, auch über die Ansteckungswege anderer sexuell übertragbarer Infektionen Bescheid zu wissen.


VORSORGE | 17

So können Sie einer Leberkrebserkrankung vorbeugen Gesund leben und Hepatitis-Infektion vermeiden André Trilisch ist Quelle:DPA einer von 8000 Menschen, die jedes Jahr in Deutschland an Leberkrebs erkranken. Wie es dazu kam, hat er nie herausfinden können. Irgendwann in den 1980er Jahren muss er sich bei einem Krankenhausaufenthalt mit Hepatitis C infiziert haben. 20 Jahre lang zerfraß diese Krankheit seine sind dann Blutungen in der Leber, ohne dass er davon Speiseröhre oder Wasser im etwas mitbekam. Dann ging Bauch, von Medizinern Ases ganz schnell: Wasser im zites genannt. Bauch, Leberzirrhose, Leberkrebs. Bei Trilisch wurde der Krebs in der Leber bei einer UltraZwei Drittel der Neuerkrank- schalluntersuchung entdeckt. ten sind Männer. Ein Groß- Die Tumore herauszuoperieteil von ihnen hat sich Jahre ren, war wegen seiner Levorher mit Hepatitis B oder C berzirrhose nicht möglich. infiziert, ein anderer Teil hat «Eine Operation kommt in sich die Leber durch Alkohol- der Regel nur bei Patienten missbrauch zerstört. Zuneh- infrage, die eine gute Lebermend ist auch eine Fettleber, funktion haben», sagt Prof. ausgelöst durch Übergewicht, Nisar Peter Malek von der eine Ursache für Leberkrebs. Universitätsklinik Tübingen. «Heilung ist möglich, wenn Das seien rund fünf Prozent man den Krebs sehr frühzeitig der Erkrankten. «Allerdings entdeckt», erklärt Prof. Arndt kommt der Tumor bei mehr Vogel von der Medizinischen als der Hälfte der operierten Hochschule Hannover. Patienten wieder», fügt Vogel hinzu. Viele Patienten mit chronischen Lebererkrankungen Trilisch wurde schließlich entwickeln zunächst eine mit einer selektiven internen Leberzirrhose. In der zer- Radiotherapie (SIRT) behanstörten Leber wächst dann delt. Dabei werden winzige der erste Tumor. Bemerk- radioaktive Kugeln in das bar macht der sich zunächst Tumorgewebe eingebracht. nicht. Körperliche Schwäche Sie greifen die Tumore von ingehört zu den ersten Symp- nen heraus an, ohne die Leber tomen. Deutliche Hinweise weiter zu gefährden. Doch

die Gefahr bleibt, dass sich in der zerstörten Leber neue Tumore bilden. «Wenn die Leberfunktion schon eingeschränkt ist und Leberkrebs vorliegt, dann sind das Patienten für eine Transplantation», erklärt Malek. Eine Lebertransplantation kommt allerdings nur für rund 15 Prozent der Krebskranken infrage. Bei wem weder eine Transplantation noch eine Operation oder ein anderes lokales Therapieverfahren möglich ist, kann sich einer Chemotherapie unterziehen. An weiteren Therapien wird geforscht. So gefährlich Leberkrebs auch ist, so leicht lässt sich das Risiko einer Erkrankung verringern. Wer wenig Alkohol trinkt, ist schon einmal weniger gefährdet. Wer viel in Entwicklungsländern unterwegs ist, sollte sich auf Hepatitis testen lassen. Und der gefährlichen Fettleber beugt vor, wer sich gesund ernährt und ausreichend bewegt.

Migräne vorbeugen Akupunktur hat eine prophylaktische Wirkung bei Migräne. Der Effekt sei mit der von vorbeugenden Medikamenten vergleichbar. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Scheinakupunktur oder ein Nadelsetzen nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin handelt. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Neurologen unter Berufung auf die Behandlungsleitlinie zu Migräne hin. Das nicht-medikamentöse Verfahren empfehle sich wie auch Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Gesetzlich krankenversicherte Migränepatienten, die sich mit Akupunktur behandeln lassen, müssen allerdings die Kosten selbst tragen. Im Durchschnitt sind dem Verband zufolge 15 Sitzungen erforderlich, die jeweils 20 bis 30 Minuten dauern.

Mit Wechselduschen Infekten vorbeugen Damit Kinder widerstandsfähiger gegen Erkältungen und Grippe sind, empfehlen sich Wechselduschen, Wassertreten, heiße oder wechselwarme Fuß- und Armbäder. Auch das Trockenbürsten der Haut sei sinnvoll, erläutert die Stiftung Kindergesundheit in München. Das Kinderzimmer sollte nicht zu warm sein: Im Winter liege die Temperatur tagsüber am besten nicht bei mehr als 22 Grad und nachts zwischen 15 bis 18 Grad. Ihr Kind sollten Eltern außerdem nicht zu warm anziehen - selbst wenn es draußen spielt.


18 | BEAUTY UND WELLNESS

Intervalltraining beim Ausdauersport erst spät beginnen Damit Ausdauersport wie Laufen, Schwimmen und Radfahren der Fitness wirklich etwas bringen, braucht der Körper immer wieder neue Reize Sinnvoll ist daher, das Training systematisch anzugehen. Es kommt dabei auf zwei Faktoren an: der Trainingsumfang und die Intensität. «Ich würde mit zwei Einheiten pro Woche anfangen. Dazwischen sollten immer jeweils drei Tage zur Regeneration liegen», empfiehlt Prof. Norbert Maassen vom Institut für Sportwissenschaft an der Universität Hannover.

Wer regelmäßig joggt, kann langsam mit Intervalleinheiten beginnen: Dabei trainiert der Sportler abwechselnd mit sehr hoher und niedriger Belastung. Quelle:DPA

Für die Trainingsintensität kann es helfen, mit Brustgurt und Pulsuhr die Herzfrequenz zu messen, auch wenn diese noch von vielen anderen Faktoren beeinflusst wird. «Die Herzfrequenz dient dazu, die Intensität des Trainings zu steuern», erläutert Maassen. Sie gibt auch Rückschluss auf die anaerobe Schwelle: «Bei einem Radfahrer liegt sie bei 150 Herzschlägen in der Minute, bei Läufern eher bei 160», sagt Gerhart Bayer, Trainingswissenschaftler am Institut für Sportmedizin der HumboldtUniversität in Berlin. Bei kurzen Sprints, Tempound Steigerungsläufen erreiche der Sportler durchaus 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz, er-

ein Grundlagentraining», rät Froböse. Während die Muskeln und das Herzkreislaufsystem sich relativ schnell an die wachsende Belastung anpassen, brauchen Sehnen, Gelenke und Knochen deutlich länger. Maassen empfiehlt, genau in sich hineinzuhören und auf Warnsignale des Körpers zu achten. «Wenn es in den Sehnen und Knochen wehtut, sollte man die Intensität und den Umfang reduzieren.» Das Intervalltraining zum Beispiel belaste den Bewegungsapparat zumindest beim Laufen stark. Oberhalb der anaeroben Schwelle zu trainieren, erfordere deutlich längere Regenerationszeiten zwischen den Einheiten, ergänzt Bayer. «Mehrmals in der Woche funktioniert das nicht mehr.»

klärt Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. Das können gut und gerne 180 oder 190 Schläge pro Minute sein. Bei lockerem Training ist eher eine Frequenz um die 130 bis 140 anzupeilen. Wer regelmäßig joggt und Rad fährt, kann langsam beginnen, Intervalleinheiten in sein Training einzubauen.

Dabei trainiert man abwechselnd mit hoher und niedriger Belastung. Die Variation aus Grundlagen- und Hochintensivtraining sei optimal, um die Ausdauer zu verbessern, erklärt Maasen. Dabei besteht natürlich immer die Gefahr, dass der Sportler zu häufig zu intensiv trainiert. «Viele Leute versuchen, in kurzer Zeit viel zu erreichen, aber sie brauchen erst

Wichtig für die Dosierung der hochintensiven Belastungen ist auch, welchen Zweck das Training hat. Wer Fußball spielt, für den sei mehr Intervalltraining gut, um Spurts und hohes Tempo durchzuhalten, erklärt Bayer. «Bei einem Marathonlauf erreicht man diese Intensität aber gar nicht.» Hier sollte der Schwerpunkt auf der Grundlagenausdauer liegen, rät der Experte.


BEAUTY UND WELLNESS | 19

Im Winter braucht die Haut eine Extra-Portion Pflege Das Wetter und die Heizungsluft machen der Haut im Winter zu schaffen Angela Clausen, Ökotrophologin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Stattdessen werden Körper und Haut besser mit abwechslungsreicher Kost versorgt. Vollkornund Milchprodukte, Gemüse und Obst sollten die Hauptrollen übernehmen. Ihre Vitalstoffe bringen zusätzlich das ImFrequenz der Pflege erhöhen oder eine reichhaltigere Creme wählen: Damit lässt sich munsystem in verhindern, dass die Haut im Winter zu stark Schwung und stäraustrocknet. Quelle:DPA ken damit auch die Haut. «Zur dings eher unangenehm an. Erhaltung der Hautfunktion Der geschwächte Säure- «Eine Möglichkeit ist hier, auf brauchen wir vor allem Biotin, schutzmantel muss ergänzt ein Pflegeprodukt mit Harn- Zink, Jod, Niacin, Riboflavin werden. «Um das Austrock- stoff zu setzen», sagt Meyer- und Vitamin A – und zwar nen zu verhindern, kann Rogge. Harnstoff verstärke nicht in Form von Pillen und man entweder die Frequenz den pflegenden Effekt eines Pulvern, sondern immer im der Pflege erhöhen oder Produktes, indem er dafür Zusammenspiel miteinander.» eine reichhaltigere Creme sorge, dass die Haut quillt und wählen», sagt Meyer-Rogge. sich dadurch ihr Wasserver- Zwar hat man bei Hitze meist Der Griff zur reichhaltigeren lust verringert. Eine ähnliche mehr Durst als bei Kälte, doch Creme ist der einfachere Wirkung habe Hyaluron-Se- im Winter braucht der Körper Weg. Orientierung bei der rum. Dann dürfe der Fettanteil genauso viel Flüssigkeit wie im Auswahl liefern der Hauttyp entsprechend geringer sein, Sommer. Die Ökotrophologin und die bereits verwendete so dass das Produkt leichter empfiehlt, gleichmäßig über Creme. Reichhaltiger heißt: einzieht. den Tag verteilt zwei Liter Die Wintercreme sollte mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Fette enthalten als die Som- Auch die Ernährung hilft, die Davon sollten 1,5 Liter Wasser mercreme. Haut gesund und funktions- aus der Leitung oder Mineralfähig zu erhalten. «Traditionell wasser sein. Auf diese Weise Unter Kleidern oder Hand- essen wir im Winter etwas bekommt die Haut ausreichend schuhen fühlt sich eine reich- schwerer. Das tut der Haut Feuchtigkeitsnachschub von haltige Cremeschicht aller- nicht unbedingt gut», sagt innen. «Kalte Luft ist sehr trocken. Sie entzieht der Haut Feuchtigkeit», sagt Dirk Meyer-Rogge vom Berufsverband Deutscher Dermatologen. Das Ergebnis: Die Haut wird spröde und rissig, schuppt sich an manchen Stellen, bekommt feine Fältchen, spannt unangenehm und juckt. Damit sie ihre Schutzf u n ktion dennoch gut erfüllen kann, braucht sie Hilfe in Form von besonders intensiver Pflege.

Gesunde Menschen brauchen keine Vitaminund Mineralienpräparate Wer ohne ärztlichen Rat Vitamin- und Mineralienpräparate nimmt, riskiert seine Gesundheit. So kann zum Beispiel zu viel Beta-Carotin die Krebsgefahr erhöhen, zu viel Vitamin A in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schaden und zu viel Zink die Immunabwehr beeinträchtigen. «Mit normalen Lebensmitteln kommt man nicht über die problematische Menge hinaus», erläutert der Mediziner Klaus Richter vom Bundesinstitut für Risikobewertung. «Ein Mehr ist nicht besser», sagte er im Hinblick auf den Wunsch vieler Menschen, sich mit der zusätzlichen Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpillen etwas Gutes zu tun. Eine Ausnahme seien Frauen, die schwanger werden und daher die für die embryonale Entwicklung wichtige Folsäure einnehmen wollen. Wer grundsätzlich fürchtet, dass er ein paar Nährstoffe nicht im empfohlenen Umfang zu sich nimmt, kann ansonsten leicht über die Ernährung gegensteuern. Jod ist ein Beispiel dafür: Durch den Verzehr von Seefisch und dem Einsatz von Jodsalz in der Küche sei es möglich, sich damit ausreichend zu versorgen, sagte Richter. Auch Vitamin C sei problemlos in ausreichendem Maße über die Nahrung aufzunehmen - allerdings nicht über die landläufig als Vitamin-C-Bombe geltende Zitrone.


20 | BEAUTY UND WELLNESS Zeit im Badezimmer für Morgengymnastik nutzen Morgengymnastik kann helfen, nach dem Aufstehen in Schwung zu kommen, rät Uschi Moriabadi von der deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement: zum Beispiel 20 bis 30 Kniebeugen beim Zähneputzen oder 15 bis 20 Liegestütze rücklings am Badewannenrand. Wer es schafft, seine morgendlichen Übungen in den Alltag zu integrieren, helfe nicht nur seinem Kreislauf auf die Sprünge, sagt die Expertin. «Sie sind dann auch bereits auf dem besten Weg, Ihr Wohlbefinden zu verbessern und Körper und Geist fit zu machen für die täglichen Herausforderungen.»

Sport und genug Schlaf steigern Leistungsfähigkeit Wer im Alltag leistungsfähiger sein will, sollte ausreichend schlafen und die richtige Dosis Sport machen. Acht bis neun Stunden Schlaf pro Nacht sollten es sein, rät Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. In der Nacht regeniert der Körper. Froböse empfiehlt außerdem, mit etwas Kraftsport nach dem Frühstück zu starten. Das steigere den Blutdruck und mache fit für den Tag. In den Abendstunden bis zu zwei Stunden vor dem Schlafengehen wirkt moderates Ausdauertraining entspannend und führt zu besserem Schlaf.

Eiweiß statt tierisches Fett So klappt das Abspecken im neuen Jahr Gemüsesuppen lassen Fettpölsterchenohne Hungergefühl schmelzen. Quelle: DPA

Zu Beginn des neuen Jahres stellen viele Menschen oft entsetzt fest, dass sie sich an den zurückliegenden Feiertagen etwas Winterspeck angefuttert haben. Damit der sich nicht bis den Sommer hält und die Bikinifigur ruiniert, sollte es ab sofort heißen: weniger Fett, mehr Eiweiß, ausreichend Gemüse, weniger Zucker - dann sind Gewichtsprobleme im Nu behoben. Im ersten Schritt wird tierisches Fett gestrichen und durch Eiweißhaltiges ersetzt. «Kein Fleisch, keine Wurst, kein Braten, keine Sahne», sagt Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin Marion Grillparzer aus München. Stattdessen geben Fisch oder Tofu einen sättigenden Eiweißschub. Auch Gemüsesuppen machen anhaltend satt und schmecken. «Sie regen den Stoffwechsel an, sie liefern pro Kalorie viele

Nährstoffe, sie wärmen», zählt Grillparzer auf. In die Suppe kommt zum Beispiel, was im Winter entweder frisch auf dem Markt oder lagerfähig ist: Möhren, Sellerie, Porree, Pastinake, Kohlsprossen, Kohlrabi, Weißkraut, Wirsing. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen gehören nicht nur zu den Klassikern, sondern erhöhen gleichzeitig den Eiweißanteil. Für die Einlage nimmt Grillparzer Tofu oder dessen noch weitgehend unbekannte Schwester, das Lupinen-Schnitzel. Leichte Kost bedeutet für Nadine Röwe vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn ebenfalls Umstellen auf einen höheren Eiweißanteil, weil «das besser sättigt als Kohlenhydrate und Fett». Neben fettarmer Milch kommen Naturjoghurt und Magerquark auf den Tisch. Beides wird mit Mineralwasser gestreckt und hilft auch, Des-

serts wie Mascarponecreme leichter zu gestalten. Auf der Kaffeetafel steht keine Sahnetorte mehr, sondern ein Obstkuchen. Siegfrid Wintgen vom Verband der Köche Deutschlands (VKD) verarbeitet winterliches Gemüse zu einem leichten Kürbisgulasch mit Pastinakenpüree. Ein Kilogramm Kürbis wird gewürfelt, in einem Sud aus Gemüsebrühe, Kürbisschale und Kernen bissfest gegart, mit Kartoffelstärke gebunden und mit Cayennepfeffer sowie Salz kräftig gewürzt. Für das Püree kocht der Küchenmeister vier Kartoffeln, schwitzt vier Pastinaken in Haselnussöl an, dünstet sie in Gemüsebrühe und püriert das ganze. Abgeschmeckt wird mit Salz, vollendet mit Petersilie. Ebenfalls hilfreich beim Einsparen von Kalorien nach den Festtagen: der Einsatz von Crème fraîche, Crème légère und saurer Sahne anstelle von Schlagsahne beispielsweise in Soßen. Bei Hauptgerichten setzt Röwe möglichst Vollkornprodukte ein: «Sie machen schneller und länger satt und unterbinden die Lust auf Süßes.» Nüsse, die vom Gabenteller übrig geblieben sind, ergeben eine knackige Zutat für Salat oder eingerührt in einen Naturjoghurt eine leichte Zwischenmahlzeit. Die Nüsse werden in Maßen eingesetzt - sonst steigt die Kalorienzahl schnell wieder an. «Eine Handvoll genügt», sagt Röwe.


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Umstrittene Medizin Nicht jeder hält etwas von Globuli Für Globuli wird eine pflanzliche, tierische oder mineralische Ausgangssubstanz mit Milchzucker verrieben und dann in Alkohol verschüttelt. Quelle: DPA

Viele Menschen schwören auf Globuli. Dabei handelt es sich um kleine weiße Kügelchen, die in der klassischen Homöopathie verordnet werden. In einem mehrstufigen Verfahren wird dafür eine pflanzliche, tierische oder mineralische Ausgangssubstanz zuerst mit Milchzucker verrieben. In folgenden Potenzierungsstufen wird der verriebene und damit verdünnte Grundstoff in Alkohol verschüttelt. So sollen Informationen der Ausgangs- auf die Trägersubstanz übergehen. «Es ist nichts drin außer Zukker. Es sei denn, man glaubt an Geister», sagt Christian Weymayr aus Herne, Autor des Buches «Die HomöopathieLüge». «Klassische Homöopathie ist ein völlig anderes Denksystem als die Schulmedizin», hält die Heilpraktikerin Christine Liebing-Gabel, Sprecherin des Verbandes klassischer

Homöopathen Deutschlands in Ulm, dagegen. Vielmehr stehe der Mensch im Mittelpunkt. «Wir kreisen die Beschwerden immer mehr ein und können so am Ende ein homöopathisches Mittel finden, das auf alle Symptome passt und so ganz individuell zu dem Patienten», erläutert LiebingGabel. Die Betonung liegt auf «ein» Mittel. Es werden nicht mehrere verschrieben. Eine Überdosierung ist laut der Heilpraktikerin nicht möglich. Ob man 5 Kügelchen oder 500 nehme, sei egal. Laut LiebingGabel wird mit der Einnahme der Globuli ein gezielter Reiz im Körper gesetzt, die Lebenskraft und Selbstheilung angeregt. Dass die Kügelchen überhaupt irgendetwas bewirken, bezweifelt Weymayr. Er weist

darauf hin, dass die meisten Beschwerden von selbst verschwinden, vor allem die, gegen die homöopathische Mittel eingesetzt werden. «Die Besserung fällt nur zufällig mit der Einnahme der Globuli zusammen», sagt der promovierte Biologe.

Heilmittel für Hals- oder Magenschmerzen fragen und dann eine Flasche voller Kügelchen erhielten. Die Chance, dass der Betroffene überhaupt keine Wirkung spüre, sei hoch. Denn es gehe eben nicht darum, nur ein Symptom zu behandeln.

Christoph Laurentius, Mitglied im Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte, argumentiert, der Mensch sei mehr als die Summe seiner Zellen: «Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft können wir nicht erklären, warum homöopathische Arzneien wirken. Dass sie wirken, erlebe ich jeden Tag.»

«Das Klientel, das zu einem Heilpraktiker kommt, sind Menschen mit chronischen Krankheiten, die zuvor von Arzt zu Arzt gelaufen sind und keine Besserung erlebten», erklärt Liebing-Gabel. Oft können Globuli die schulmedizinische Behandlung begleiten. «Wenn ich sehe, dass sich Begleitsymptome einer Krankheit - etwa Schlaflosigkeit bei Bluthochdruck - bessern, kann ich die Medikamente nach und nach, mit regelmäßiger Blutdruckkontrolle, ausschleichen», erklärt Laurentius.

Das Dilemma sei, dass unter Homöopathie vieles subsumiert werde. Unglücklich sind er und seine Kollegen darüber, dass Menschen in der Apotheke nach einem


22 | FORSCHUNG UND WISSEN Nicht mit vollem Magen in die Sauna gehen

Schuppenflechte ist nicht heilbar Schuld sind meist die Gene Rote Flecken auf der Haut, die sich mit der Zeit verdicken, und darauf helle Schuppen - das sind die wichtigsten Symptome bei Schuppenflechte (Psoriasis). Quelle: DPA

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«Ob, wann und in welcher Form und Ausprägung die Krankheit zum ersten Mal ausbricht, ist nicht voraussagbar», ergänzt Hans-Detlev Kunz vom Deutschen Psoriasis Bund. Jeder habe seine eigene Schuppenflechte. Genau das mache die Therapie so schwierig.

Im Winter ist der Gang in die Sauna besonders beliebt. Der Besuch soll das Immunsystem kräftigen und entspannend wirken. Allerdings sollte man nicht mit vollem Magen ins Schwitzbad gehen, rät Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten. Denn das belastet den Kreislauf zusätzlich. «Der Bauch ist dann auf Aktivität, auf Verdauung eingestellt.» Zwischen den Saunagängen darf zwar getrunken werden - unbedingt notwendig ist es aber nicht, wenn man es bei zwei bis drei Runden belässt. Nach dem Schwitzen müssen die Flüssigkeitsspeicher aber aufgefüllt werden. Alkohol ist während eines Saunabesuchs tabu. Laut Wesiack dürfen auch werdende Mütter in die Sauna, solange die Schwangerschaft unkompliziert verläuft und die Schwangere gesund ist. Die Hitze fördert die Durchblutung und entspannt die Muskeln, auch die GebärmutterMuskulatur. Auf das Saunieren verzichten sollten Menschen mit HerzKreislauf-Problemen und sehr hohem Blutdruck. Auch bei chronischen Lungenerkrankungen sind Schwitzbäder nicht zu empfehlen.

am Bauchnabel und im Intimbereich beziehungsweise in der Gesäßfalte betroffen. «Bei etwa der Hälfte derjenigen, die an Psoriasis vulgaris erkranken, sind auch die Nägel beteiligt», erläutert Rosenbach.

Schätzungsweise zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden an Schuppenflechte. Sie gehört zu den häufigsten chronisch- e ntzünd liche n Hauterkrankungen. Anstekkend ist die medizinisch auch Psoriasis genannte Krankheit nicht. Dennoch haben viele Betroffene mit Vorurteilen zu kämpfen. «Das wichtigste Symptom sind rote Flecken auf der Haut, die sich mit der Zeit verdicken», erläutert Thomas Rosenbach vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. «Darauf bilden sich typische silbrige Schuppen.» Der Anblick von Betroffenen lässt Unwissende manchmal zurückschrecken.

Ursache ist meist eine genetische Veranlagung, eine Fehlfunktion des Immunsystems. Sie führt zu einem gutartigen, rasend schnellen Wachstum der Oberhaut. Bei einem gesunden Menschen brauchen die Zellen ab ihrer Entstehung in tiefer liegenden Hautschichten 28 Tage, um an die Hautoberfläche zu wandern und dort als kleine Hornhautschüppchen abgestoßen zu werden. Bei einem Schuppenflechte-Patient dauert der Prozess sieben Tage oder weniger. Bei der häufigsten Form der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ist vorrangig die Haut an Ellenbogen, Knien, am Kopf, hinter den Ohren,

Alle bekannten Therapien zielen darauf ab, die Symptome zu lindern, das Abheilen zu beschleunigen, akute Krankheitsphasen zu verkürzen und neue Schübe zu vermeiden oder hinauszuzögern. «Der erste Therapieschritt ist die Hautpflege», sagt Sandra Philipp vom Psoriasis-Centrum der Charité in Berlin. Salben sind in jedem Therapiekonzept unverzichtbar. «Der Goldstandard sind heute Cremes, die Vitamin D und Kortison enthalten», sagt Rosenbach. Sind mehr als zehn Prozent der Hautoberfläche betroffen oder die Patienten in ihrer Lebensqualität sehr stark beeinträchtigt, geht es weiter: Eine Möglichkeit ist die Therapie mit vorsichtig dosierten UV-Strahlen. Sie wird oft auch mit Solebädern kombiniert, auch bekannt als Licht-Bade-Therapie.



GZ Augsburg Ausgabe Februar / März 2014