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Zeitung für Gesundheit, Vorsorge, Wellness und Besser Leben

AUGSBURG

5. Jahrgang April / Mai 2014

und Umland

Die GesundheitsZeitung

Volkskrankheit Heuschnupfen Jetzt im Frühjahr geht’s wieder los…

RATGEBER

GESUNDHEIT

VORSORGE

BEAUTY & WELLNESS

FORSCHUNG & WISSEN

Nasenbluten ist kein Drama

Naturmediziner schwören darauf

Sieben-Punkte-Programm gegen Schlaganfall

Mit Yoga zu tiefem Schlaf finden

Sport kann süchtig machen

Seite 10

Seite 13

Seite 17

Seite 19

Seite 21


INHALT | 3 LOKALES

4

Informationen aus der Region RATGEBER

Nasenbluten ist kein Drama

10

Einfache Verhütungsmethoden

12

GESUNDHEIT

Titelthema

Volkskrankheit Heuschnupfen

6

Naturmediziner schwören darauf

13

Gesünder salzen – Blutdruck senken

16

VORSORGE

17

Sieben-Punkte-Programm gegen Schlaganfall BEAUTY UND WELLNESS

Viel hilft nicht viel

18

Mit Yoga zu tiefem Schlaf finden

19

Fitness für Senioren

20

FORSCHUNG UND WISSEN

10

13

Sport kann süchtig machen

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Zehen vor Fehlstellungen bewahren

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IMPRESSUM Herausgeber Thomas Miehle

Verlagsanschrift themenverlag Am Kabisbach 6 86453 Dasing

Layout Michael Merkle

Telefon: 08205 / 427 99 66 Telefax: 08205 / 427 99 65 Email: info@die-gz.de

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www.die-gz.de

Druck mito-medien Vertrieb Eigenvertrieb, Lesezirkel & Leserkreis Daheim

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 4 vom 01.01.2014

© 2014 Für alle Beiträge des themenverlags. Die redaktionellen Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinungen der Redaktion bzw. des Herausgebers wieder und ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt. Der Verlag übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Artikel. Bei sämtli-

chen Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Die Urheberrechte für Werbeanzeigen, Fotos sowie der gesamten grafischen Gestaltung bleiben beim Verlag und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung weiterverwendet werden. Höhere Gewalt entbindet den Verlag von der Lieferungspflicht.


4 | LOKALES Veranstaltungsübersicht am Klinikum Augsburg April/ Mai 2014 Autorenbegegnung mit Georg Lehmacher Mit seiner Veröffentlichung „Schneller als der Tod erlaubt – Ein Rettungssanitäter berichtet“ hat er eine begeisterte Leserschaft. Sein neuestes Buch heißt „Im Haus der Schwalbe: Begegnungen mit dem Sterben“. Mittwoch, 09.04.2014, 19:30 Uhr Klinikum, Patientenbücherei Schwangerschaft und Geburt & Wochenbett und Neugeborenes Dienstag, 15.04.2014, Dienstag, 29.04.2014, Dienstag, 13.05.2014, Dienstag, 27.05.2014, jeweils um 18:15 Uhr Klinikum, Hörsaal II (Großer Hörsaal)

Freude am Leben Kostenloses Kosmetiksemiar für Frauen mit der Diagnose Krebs Donnerstag, 24.04.2014, 15:30 Uhr Klinikum, Konferenzraum der II. Med. Klinik, Raum 005 Lesung Dr. Martha Schad Stalins Tochter – Das Leben der Swetlana Allilujewa Mit großem Einfühlungsvermögen schildert Martha Schad das außergewöhnliche Schicksal dieser rätselhaften Frau auf der Suche nach ihrem eigenen Leben. Mittwoch, 07.05.2014, 19:30 Uhr Klinikum, Patientenbücherei

Stenglinstr. 2 86156 Augsburg

Neuer Chefarzt in der Klinik für Hals-, Nasenund Ohrenheilkunde am Klinikum Augsburg Professor Johannes Zenk folgt auf Professor Franz-Xaver Brunner zulernen. Vom Vorstandsvorsitzenden Alexander Schmidtke, dem Ärztlichen Vorstand Prof. Peter Schuff-Werner und der Pflegedirektorin Susanne Arnold bekam er Bücher überreicht, die über die Geschichte der Stadt und des Landkreises Augsburg sowie das gesellschaftliche Leben in der Region Auskunft geben und ihm das Einleben in Augsburg erleichtern sollen.

Prof. Dr. Johannes Zenk ist seit dem 1. März neuer Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und O h re n h e i l ku n d e am Klinikum Augsburg. Er folgt auf Prof. Dr. Dr. med. Franz Xaver Brunner, der nach über 17 Jahren Chefarzttätigkeit am Klinikum Augsburg in den Ruhestand wechselt. Prof. Zenk kommt vom Universitätsklinikum Erlangen, wo er zuvor stellvertretender Klinikdirektor der dortigen HNO-Klinik war. Zu seinen Schwerpunkten zählen neben organerhaltenden Therapieverfahren bei Speicheldrüsenerkrankungen, wie zum Beispiel die miniaturisierte Endoskopie am Speichelgang, auch die Cochleaimplantate. Diese Hörprothesen übernehmen bei Gehörlosen, deren Hörnerv noch funktioniert, die Funktion des Innenohrs. Seine bisherige Klink in Erlangen ist das größte Zentrum für Cochleaimplantate in Bayern. Persönlich am Herzen liegen Prof. Zenk die Tumorpatien-

ten. Er möchte am Klinikum Augsburg, zusammen mit der bestehenden Onkologie, ein von der Deutschen Krebs Gesellschaft zertifiziertes Kopf-Hals-Tumorzentrum etablieren. Weitere spezielle Arbeitsgebiete sind die via Bildgebung navigierte Nebenhöhlen- und Schädelbasischirurgie sowie die pädiatrische Hals-, NasenOhrenheilkunde.

Schon vor seinem Amtsantritt hatte Prof. Zenk einige Male kurz Gelegenheit, sich die Stadt Augsburg näher anzuschauen. Insbesondere angesprochen fühlt er sich vom kulturellen Angebot der Stadt und von ihrem Flair. „Man merkt der Stadt ihre römische Vergangenheit und ihre Nähe zu Italien an“, so Zenk, den auch die Renaissancebauten von Elias Holl und die Fuggerei beeindrucken.

Bei einem kleinen Begrüßungsempfang im Klinikum Süd, in dem die HNOKlinik untergebracht ist, hatte Prof. Zenk am Montag (3.März) die Möglichkeit seine neuen Mitarbeiter und das Haus näher kennen-

Offiziell wird der Chefarztwechsel in der HNO-Klinik des Klinikum am 1. April gefeiert. In einem Festakt im Klinikum werden dann Prof. Brunner verabschiedet und Prof. Zenk in sein Amt eingeführt.


LOKALES | 5

Neuer Ärztlicher Vorstand am Klinikum Augsburg Anfang des Jahres hat der neue Ärztliche Vorstand des Klinikum Augsburg, Prof. Dr. med. Peter Schuff-Werner, seine Arbeit aufgenommen. Die Aufgabe ist ihm nicht fremd, schon am Universitätsklinikum in Rostock war er Ärztlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender. Professor Schuff-Werner wurde 1997 an das Un i ve r s i t ät s k l i n i ku m Rostock berufen. 2001 wurde er dort zum stellvertretenden Ärztlichen Direktor und zwei Jahre später zum Ärztlichen Direktor im Nebenamt bestellt. Von 2005 an übernahm er im Rahmen eines Rechtsformwechsels des Universitätsklinikums das Amt des Ärztlichen Vorstandes und Vorstandsvorsitzenden, das er bis zum Jahresende innehatte. In diesen mehr als 10 Jahren

Vorstandstätigkeit konnte er viele Erfahrungen sammeln, die er nun in seine Arbeit in Augsburg einbrin-

gen will. Dazu gehören nicht nur wichtige Erfahrungen, die die Leitung eines Universitätsklinikums mit sich bringen und die nun für das Klinikum Augsburg auf dem Weg zur Universitätsklinik wertvoll sein werden. In seiner Amtszeit plante und begleitete er auch umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen des Universitätsklinikums Rostock, was bei der laufenden Generalsanierung des Klinikums von Vorteil sein sollte. Außerdem führte er in Rostock die EDV-gestützte Leistungser-

fassung (DRG-System) und ein System für Qualitätsmanagement und zur Risikoerfassung ein. Wirtschaftlich trug er zur Konsolidierung der Finanzen bei; das Universitätsklinikum Rostock schreibt seit 10 Jahren schwarze Zahlen.

Mit der Berufung Professor Schuff-Werners zum Ärztlichen Vorstand änderte sich auch die Struktur in der Unternehmensleitung des Klinikum Augsburg. Der bisherige Alleinvorstand Alexander Schmidtke ist nun Vorsitzender eines kollegial geleiteten dreiköpfigen Vorstandes.

Vortragsreihe des

Hessing forums April / Mai 2014

03.04.2014 10.04.2014

Wenn die Finger nicht mehr wollen – aktuelle Therapieoptionen Dr. Bernhard Rozée, Hessing-Kliniken, Chefarzt Der diabetische Fuß Dr. H. Waizy, Hessing-Kliniken, Chefarzt

08.05.2014

Das künstliche Hüftgelenk Dr. Jan Tomas, Hessing-Kliniken, Chefarzt

15.05.2014

Leben mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk Richard Lang, Hessing-Kliniken, Leiter Physiotherapie

22.05.2014

Das Kreuz mit dem Kreuz – was tun gegen Rückenschmerzen? Professir Dr. Florian Geiger, Hessing-Kliniken, Chefarzt

05.06.2014

Schmerzen rund um die Ferse: Vom Fersensporn bis zum Achillessehnenschmerz Dr. Martin Jordan, Hessingpark-Clinik Kostenlose Parkmöglichkeit auf dem Hessing-Besucherparkplatz Ort: Gartensaal der Hessingburg Uhrzeit: jeweils donnerstags 19:30 Uhr, Unkostenbeitrag: 3,- Euro je Veranstaltung Um Anmeldung wird gebeten. Informationen unter Telefon: 0821 / 909 - 365


TITELTHEMA

Volkskrankheit Heuschnupfen Jetzt im Frühjahr geht’s wieder los…

Die Nase läuft, die Augen tränen. Schuld sind winzige Pollen. Die Zahl der Betroffenen steigt und steigt: Mindestens 20 Millionen Deutsche leiden inzwischen an Allergien, viele davon an Heuschnupfen. Die chronisch entzündliche Krankheit erfordert eine genaue allergologische Diagnostik. Bleibt die Pollenallergie nämlich über Jahre unbehandelt, kann sich daraus Asthma bronchiale entwickeln. Schätzungen zufolge ist dies bei bis zu 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten der Fall. Was ist Heuschnupfen und wodurch wird er ausgelöst? Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die durch eine Überempfindlichkeit des Abwehrsystems gegenüber Blütenpollen oder Pilzsporen (Allergene) hervorgerufen wird. Pflanzenpollen sind feinste Körnchen des Blütenstaubs. Jede Pollenart fliegt nur in bestimmten Monaten durch die Luft, dementsprechend treten die durch sie ausgelösten allergischen Reaktionen nur in dieser Zeit auf. Ein Pollenflugkalender informiert den Allergiker, wann und wo die verschiedenen Pollen vorkommen. Pollen enthalten zahlreiche Substanzen, auf die Allergiker mehr oder weniger heftig reagieren. Bereits eine geringe Menge genügt, um typische Beschwerden auszulösen. Die Symptome des Heuschnupfens können aber nicht nur durch Pollen, sondern zum Beispiel auch bei Kontakt mit Tieren, Hausstaubmilben, bestimmten Nahrungsbestandteilen oder Stäuben am Arbeitsplatz auftreten. Allergischen Schnupfen, der nicht nur durch Pollen ausgelöst wird, nennt man allergische Rhinitis.

Wie verbreitet ist Heuschnupfen? Der Heuschnupfen ist nicht selten: Schätzungen zufolge hat jeder vierte bis fünfte Erwachsene diese Allergieform. Auch Kinder und Jugendliche

Bild: Fotolia / anna

sind betroffen. Bei den Kleinkindern sind es etwa zehn bis 20 Prozent und bei den Teenagern 15 bis 30 Prozent. Künftig wird die Zahl der Heuschnupfenpatienten sogar noch weiter zunehmen, vermuten Experten.

Häufig sind Allergiker nicht nur gegen eine oder mehrere Pollenarten sensibilisiert, sondern reagieren zugleich überempfindlich auf pflanzliche Nahrungsmittel. Dieses Phänomen nennt man Kreuzallergie.


TITELTHEMA | 7 Wie äußert sich Heuschnupfen? Die Krankheit manifestiert sich vor allem an den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Augen. Typische Symptome sind daher: Nasenlaufen (wässriges Sekret), Niesanfälle, Behinderung der Nasenatmung, tränende, gerötete, brennende oder juckende Augen, angeschwollene Augenlider sowie Jucken und Kitzeln im gesamten Nasen-Rachen-Bereich. Häufige

Allgemeinsymp-

tome sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Daneben sind auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Blähungen oder Durchfälle nicht selten möglich. Diese treten vor allem dann auf, wenn Pollen verschluckt werden. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen, so schätzen Fachleute, entsteht im Verlauf ein allergisches Asthma, das durch Symptome wie Husten, Luftnot oder Atemgeräusche charakterisiert ist.

Wie kommt es zur allergischen Reaktion beim Heuschnupfen? Die einer Allergie zugrunde liegende Reaktion des Immunsystems ist eigentlich eine nützliche Maßnahme, denn sie dient der Abwehr von körperfremden, potenziell gefährlichen Substanzen. Bei Allergikern läuft diese Reaktion jedoch überschießend ab. Die Körperabwehr kämpft gegen Fremdstoffe, die eigentlich gar kein Gesundheitsrisiko darstellen. Prinzipiell kann so jeder Stoff unserer Umgebung zu

einem Allergen werden und Allergien auslösen. Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Menschen, bei denen solche, eigentlich neutrale Stoffe, sehr leicht zu einem Allergieauslöser werden, nennt man Atopiker. Man vermutet, dass Faktoren wie zum Beispiel erbliche Veranlagung, allzu hygienische Lebensverhältnisse und der allgemeine westliche Lebensstil die Entstehung von Allergien begünstigen.

Die Krankheit ernst nehmen Heuschnupfen ist keine banale Erkrankung und sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden: Es besteht die Gefahr, dass die Krankheit nicht auf die oberen Atemwege beschränkt bleibt. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Erkrankten kann es zu einem Etagenwechsel der Allergie kommen, das heißt tiefere Atemwege (Bronchien) sind betroffen - ein allergisches Asthma bronchiale entsteht. Nur durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung lässt sich verhindern, dass die Allergie von den oberen auf die unteren Atemwege übergreift.

Bild: Stockdisc

Wichtig ist vor allem, den Auslöser der allergischen Reaktion zu bestimmen. Dazu spritzt der Arzt verschiedene Allergene in die Haut und beobachtet die Reaktion. Anschließend gleicht er das Ergebnis mit den vom Patienten geschilderten Beeinträchtigungen ab.


8 | TITELTHEMA

Wie wird Heuschnupfen behandelt? Prinzipiell sollten Patienten mit allergischen Erkrankungen die auslösenden Stoffe meiden. Besonders bei Heuschnupfen und Hausstauballergien ist das nur schwer möglich. Eine große Rolle bei der Therapie spielen Medikamente, die die überschießende Abwehrreaktion eindämmen sollen. Die meisten Medikamente blockieren die Freisetzung des Hauptbotenstoffs allergischer Reaktionen, das Histamin, das für Rötung, Schwellung und Juckreiz verantwortlich ist. Auf diese Weise verschaffen Antihistaminika Linderung. Ein anderes Arzneimittel ist

die Cromoglicinsäure. Im akuten Anfall hilft das Arzneimittel jedoch nicht, es wirkt nur vorbeugend und sollte deshalb regelmäßig angewendet werden. Daneben können Inhalationen mit salzhaltigem Wasser die allergischen Reaktionen abschwächen. Besteht bereits ein Asthma bronchiale, ist dieses entsprechend zu behandeln.

Hyposensibilisierung – Dem Körper die Überempfindlichkeit abgewöhnen Weiterhin gibt es die Möglichkeit, den Körper gegenüber den allergieauslösenden Stoffen unempfindlicher zu machen. Dieses Prinzip nennt sich Hyposensibilisierung.

Unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Hyposensibilisierung ist, dass man die Stoffe, die eine allergische Reaktion hervorrufen, kennt. Die Therapie besteht darin, die körpereigene Abwehr an das Allergen zu gewöhnen, um sie so abzuschwächen. Die Allergene werden dazu in ansteigender Dosierung mit einer dünnen Nadel unter die Haut gespritzt. Diese Behandlung ist meist sehr effektiv, erfordert aber Geduld, denn der Prozess der Hyposensibilisierung kann sich über mehrere (maximal drei) Jahre hinweg ziehen. Eine weitere Möglichkeit ist, einige Tropfen der AllergenLösung unter die Zunge zu geben (sublinguale Immuntherapie). Für die Hypo-

sensibilisierung gegen Gräserpollen gibt es auch Tabletten. Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung reichen von leichten allergischen Reaktionen an der Einstichstelle bis, im seltenen Ausnahmefall, zu einer gefährlichen allergischen Reaktion des gesamten Körpers. Daher muss der Patient nach einer Injektion zur Sicherheit noch eine halbe Stunde in der Praxis bleiben. Bei einer sublingualen Immuntherapie muss der Patient die erste Dosis unter Aufsicht eines allergologisch erfahrenen Arztes anwenden. Sind keine Nebenwirkungen zu beobachten, geht man davon aus, dass er die Behandlung gut verträgt und er kann


TITELTHEMA | 9 Bild: Fotolia / Wrycz Rekowski

Im Notfall ist nur Nichtstun falsch

sie selbstständig fortführen. Welche Möglichkeiten der Behandlung infrage kommen, wird der Arzt zusammen mit dem Betroffenen individuell klären.

Worauf ist bei Heuschnupfen zu achten? Folgende Tipps können helfen, auch als Allergiker gesund durch den Alltag zu kommen: • Die Pollenflugvorhersage (Rundfunk, Telefondienste) nutzen. • Pollenflugkalender informieren über die jeweiligen Flugzeiten der verschiedenen Pollenarten. • Die Wohnung während der Pollenflugzeit nur morgens (in der Stadt)

oder abends (auf dem Land) lüften. • Freizeitaktivitäten mit Bedacht planen: Auf dem Land ist die Belastung durch Pollen am frühen Morgen am größten, in der Stadt dagegen am Abend. • Möbel häufig mit einem feuchten Tuch abwischen. • Wäsche nicht im Freien trocknen. • Möglichst häufig die Bettwäsche wechseln. • Während des Autofahrens Fenster schließen und Lüftung ausschalten; spezielle Pollen-Luftfilter einbauen. • Abends die Haare waschen oder kräftig bürsten, damit Pollen nicht ins Bett gelangen. • Während der Heuschnupfen-Hochsaison in einem Gebiet mit geringer Pollenbelastung Urlaub machen.

Wenn die Bereitschaft zur Ersten Hilfe in Deutschland größer wäre, könnten weitaus mehr Menschen vor dem plötzlichen Herztod bewahrt werden. Oft spiele Angst vor Fehlern und Unwissenheit in Sachen Erste Hilfe eine Rolle, vermuten der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Der einzige Fehler sei aber, nichts zu tun. Prüfen, Rufen, Drücken: Wer sich diese drei Worte merkt, ist als Ersthelfer für einen Notfall gut gerüstet. Gemeint ist damit, dass ein Augenzeuge als erstes kontrollieren sollte, ob ein bewusstlos zusammengebrochener Mensch noch reagiert und atmet. Dann sollte der Helfer unter der Telefonnummer 112 den Notruf alarmieren oder jemand anders bitten, das zu tun. Atmet der Betroffene nicht mehr, gilt es als Drittes, ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wiederzubeleben. Dazu drückt man fest und mindestens 100 Mal pro Minute die Mitte des Brustbeins des Bewusstlosen nach unten. Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ihm geht ein Herzstillstand voraus. Diesen überleben Betroffene in der Regel nur, wenn sie innerhalb von fünf Minuten eine Herzdruckmassage bekommen.


10 | RATGEBER

Nasenbluten ist kein Drama Meist lässt es sich gut stoppen Aufrecht bleiben, ausschnäuzen und ein kaltes Tuch in den Nacken: So lässt sich in den meisten Fällen Nasenbluten stoppen. Quelle: DPA

Nasenbluten ist nur selten ein Fall für den Arzt. Meist lässt es sich mit kühlenden Lappen und Ruhe rasch stoppen. Es entsteht oft im vorderen Bereich des Riechorgans. «Dort gibt es ein oberflächlich gelegenes Venengeflecht, das leicht platzt», erläutert Monika Niehaus, Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Thüringen. Ursachen dafür können starke körperliche Belastungen sein - ein Sportunfall, eine Rauferei mit einem Schlag auf die Nase oder starke Erschütterungen wie Hüpfen und Springen. Auch Entzündungen, intensives oder häufiges Schnäuzen, Niesen, Husten oder Nasebohren kommen infrage. Kleinkinder steckten sich auch immer mal Fremdkörper in die Nase, ergänzt die in Weimar niedergelassene Kinderärztin. Bestimmte Faktoren begünstigen das Nasenbluten. Häufig betroffen seien Leute, bei

denen die Gefäße relativ weit oberflächlich liegen, und Patienten, die Blutverdünnung oder auch Allergien haben, erläutert Petra Bubel vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Auch Menschen, bei denen der Knochenbau verändert ist, die also etwa eine schiefe Nasenscheidewand haben, seien betroffen. Bluthochdruck und Rauchen können die Neigung zu Nasenbluten verstärken. Im Ernstfall heißt es: Ruhe bewahren. «Ich empfehle meinen Patienten immer, zuerst ein Taschentuch zu nehmen und auszuschnäuzen, damit das schon geronnene Blut aus der Nase kommt», sagt Bubel. Die wichtigste Erste Hilfe bestehe dann darin, die Gefäße im vorderen Nasenbereich zu verdichten, ergänzt Klaus Domdey, Facharzt für HalsNasen-Ohren-Krankheiten im Ärztezentrum der Techniker Krankenkasse in Nehmten (Schleswig-Holstein). «Dazu

werden entweder die Nasenflügel mit den Fingern zusammengedrückt, Watte in die Nasenlöcher eingeführt oder gefäßverengende Tropfen lokal angewendet.» Nach wenigen Minuten kann der Druck langsam wieder gelockert werden. Die ideale Körperhaltung dabei ist aufrechtes, leicht nach vorne gebeugtes Sitzen. Kühlkissen oder feuchte Lappen im Nakken und auf der Stirn können die Erste Hilfe unterstützen. Im Idealfall führt die Kälte dazu, dass sich die kleinen Gefäße reflexartig zusammenziehen und so die Blutung beenden. Immer wieder wird empfohlen, den Kopf in den Nacken zu legen. «Das ist grundverkehrt: Dann läuft das Blut nach hinten und landet bestenfalls in den Magen, dann wird Ihnen irgendwann schlecht», warnt Bubel. In Einzelfällen ist Nasenbluten allerdings ein Fall für den

Arzt, und zwar nicht nur, wenn man die Blutung zu Hause nicht in den Griff bekommt. «Wenn bei einem Kind stärkeres Nasenbluten wiederholt bei jeder Jahreszeit und unabhängig von Infekten auftritt, dann sollte man abklären lassen, dass das Kind nicht an einer Blutgerinnungsstörung leidet», rät Rainer Zimmermann, ehemaliger Direktor des Hämophiliezentrums in Heidelberg. Selten ist heftiges Nasenbluten das erste Anzeichen für Nasenpolypen, einen Tumor in der Nasenhöhle oder der Nasennebenhöhle erläutert HNO-Ärztin Bubel. «Ganz heftiges Nasenbluten kommt meist aus heiterem Himmel in der Nacht oder auch in der Schule», sagt sie. «Wenn es gestillt ist, spätestens in den kommenden Tagen, sollte man auf jeden Fall zum Facharzt gehen.» Er könne erkennen, ob mehr dahinter steckt.


12 | RATGEBER Schwangere zum Schutz vor CMV-Infektion immer gut Hände waschen

Einfache Verhütungsmethoden Moderne Frauen stehen mitten im Leben und überlegen genau, ob Kinder zu ihrem aktuellen Lebensstil passen

Schwangere sollten sich nach dem Wickeln und Füttern von Babys und Kleinkindern immer die Hände gründlich waschen. Das heißt: für 15 bis 20 Sekunden mit Seife und warmem Wasser. So können sie sich vor einer Infektion mit den gefährlichen Zytomegalie-Viren (CMV) schützen. Außerdem vermeiden schwangere Frauen es besser, Säuglinge und Kleinkinder auf Mund und Wange zu küssen, rät das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) in Marburg. CMV können zu schweren Schäden beim Neugeborenen führen. Übertragen werden die Viren vor allem durch direkten Kontakt mit Urin und Speichel. Sie können auch über Stunden auf damit verschmutzten Oberflächen überleben. Mit Urin oder Speichel verunreinigte Gegenstände und Flächen sollten gründlich mit einem fettlösenden Mittel gesäubert werden, empfiehlt das DGK. Infizierte Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr scheiden besonders viele der Erreger aus. Schwangere ohne CMVAntikörper im Blut, die beruflich oder privat Kontakt zu Säuglingen und Kleinkindern haben, sollten sich daher etwa alle sechs Wochen darauf testen lassen. Der Test ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung, allerdings übernehmen ihn manche Kassen jedoch.

Foto: Jonas Glaubitz/fotolia.com/spp-o

Moderne Frauen stehen mitten im Leben und überlegen genau, ob Kinder zu ihrem aktuellen Lebensstil passen. Wichtige Hilfe bei der Familienplanung ist eine zuverlässige Verhütungsmethode. Hierzulande fällt die Wahl meist auf eine kombinierte hormonelle Verhütungsmethode. Sowohl der Klassiker der hormonellen Verhütung, die Antibabypille, als auch das Verhütungspflaster und der Verhütungsring nutzen die empfängnisverhütende Wirkung einer Kombination von Sexualhormonen, einem Östrogen und einem Gestagen. Entscheidungshilfe bietet

das Beratungsgespräch beim Frauenarzt. 30 Prozent der Frauen entschieden sich nach einer ausführlichen Beratung für den Verhütungsring (Infos der Firma MSD unter www. femaleaffairs.de). Hauptgrund für diese Wahl: Anders als bei der Pille muss die Verwenderin des Ringes nicht täglich an Verhütung denken. Die Frau führt den Verhütungsring einmal im Monat in die Scheide ein. Dort gibt er über drei Wochen Hormone ab. Die empfängnisverhütende Wirkung hält auch in der vierten Woche, in der der

Ring nicht mehr getragen wird, an. Meist erfolgt in der ringfreien Zeit auch die Monatsblutung. Nach der einwöchigen Pause führt die Frau einen neuen Verhütungsring ein. Im Hinblick auf die Zuverlässigkeit ist der Ring mit anderen hormonellen Verhütungsmethoden vergleichbar. Positiv, nicht nur im Urlaub in exotischen Ländern mit oft ungewohnten Speisen: Da die Hormone aus dem Verhütungsring den Magen-Darm-Trakt nicht passieren, haben Magenverstimmungen, Erbrechen und Durchfall keinerlei Einfluss auf die Verhütungssicherheit. spp-o


GESUNDHEIT | 13

Naturmediziner schwören darauf Eigenbluttherapie bleibt umstritten Der Begriff Eigenbluttherapie klingt aufwendiger als das Verfahren ist: Es ist gerade mal ein Fingerhut voll Blut, den der Arzt oder Heilpraktiker dem Patienten aus der Armvene abzapft. Der Lebenssaft wird dann per Spritze in einen Muskel, meist im Gesäß, in den Körper des Patienten zurückgeführt. Dadurch entsteht ein Bluterguss, auf den der Körper reagiert.

Bei der Eigenbluttherapie wird Blut in einen Muskel gespritzt - das löst eine Immunreaktion aus. Quelle: DPA

«Das eigene Blut wird vom Körper als «fremd» angesehen und löst eine Immunreaktion aus», erklärt Ulrich Sümper vom Bund deutscher Heilpraktiker (BDH). «Das stimuliert die körpereigene Abwehr.» Angewandt wird die Therapie etwa bei Abwehrschwäche, Beschwerden bei Hormonumstellung, Asthma, Durchblutungs- und Blutbildstörungen, Allergien, Infektionen, Neurodermitis, Rheuma und zur Erholung nach schwerer Erkrankung. Einen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit der Methode gibt es nicht. Die Regel sind bis zu zwölf Behandlungen mit zwei Terminen pro Woche. Die Eigenbluttherapie ist keine reguläre

Krankenkassenleistung. Die Kosten betragen circa 15 Euro pro Spritze. Aber die privaten und einige gesetzlichen Versicherer können die Kosten übernehmen. Häufig wird eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet. Als solche hat auch die Humanbiologin Silke Thomas vom Igel-Monitor, einem Angebot des medizinischen Dienstes der Krankenversicherer, die Eigenbluttherapie bei Sehnenreizung untersucht. Wegen fehlender Beweise für die Wirksamkeit bei gleichzeitig möglichem Schadenspotenzial, bewertet sie die Therapie in diesem Fall «tendenziell negativ» - so die offizielle IGeL-Monitor-Beurteilung. Patienten sollten den Arzt mit der Bewertung kon-

frontieren, sagt Thomas. Generell ist Vorsicht geboten bei Gerinnungsstörungen oder der Einnahme des Blutgerinnungshemmers Marcumar. «Wichtig ist, dass die Behandlung unter üblichen Hygienestandards und sicherer Beherrschung der korrekten Injektionstechnik erfolgt - insbesondere wenn man intramuskulär injiziert», betont Rainer Stange, leitender Arzt der Abteilung für Naturheilkunde im Berliner Immanuel Krankenhaus. Der Körper werde beim Einstich verletzt, Infektionen können folgen. Stange hat das Verfahren schon «Hunderte von Malen gemacht und noch nie eine schwerwiegende unerwünschte Reaktion beobachtet».

Trotz aller Kritik ist die Eigenbluttherapie bei Patienten beliebt. «Da ist sicher auch eine suggestive Wirkung dabei», sagt Prof. Detmar Jobst vom Universitätsklinikum Bonn. Fraglich ist, was zwischen der medizinisch klaren Reaktion rund um das Hämatom und der allgemeinen Besserung passiert. Dass das wissenschaf t l i c h ungeklärt ist, wird von allen Anwendern unmissverständ lich klargestellt. Der BDH erklärt auch: «Die Eigenbluttherapie eignet sich nicht als alleinige Behandlungsform bei schweren akuten oder lebensbedrohlichen Erkrankungen.» Laut einer Umfrage führen rund 75 000 Ärzte in Deutschland die Therapie durch. Neben der beschriebenen sogenannten kleinen Eigenbluttherapie gibt es noch zahlreiche Varianten. Gängig ist etwa die Entnahme von größeren Mengen von Eigenblut und dessen Behandlung, die Große Eigenbluttherapie. Dabei wird Sauerstoff oder Ozon zugesetzt, oder das Blut mit UV-Licht bestrahlt. Auch der Zusatz von homöopathischen Heilmitteln vor der ReInjektion sind möglich.


Verwöhnurlaub mit Charme und Familiensinn

Ein herzliches Grüß Gott im Ortner`s Lindenhof

Foto: Ortner`s Lindenhof

Betritt man den wunderschönen Innenhof des Ortner`s Lindenhof durch den Torbogen mit dem Schriftzug „Grüß Gott in Bad Füssings Gründerhof“ spürt man gleich die Wärme und die Herzlichkeit, die die Gastgeberfamilie OrtnerZwicklbauer ausstrahlt. Die neu renovierten Häuser versprühen ihren ganz eigenen Charme und in allen Ecken steckt viel Liebe zum Detail. Auch in den Häusern zieht sich die ganz persönliche Note der Hausherrin Bettina Ortner-Zwicklbauer weiter.

Wie alles begann 1948 wurden in einem ehemaligen Bauernhaus – dem „Ortner-Hof“ – die ersten Zimmer vermietet. Zwei Jahre später wurde Franz Xaver Ortner geboren, der die Erfolgsgeschichte bis heute entscheidend mitprägt. Das Ansehen als Heilbad des Ortes Füssing stieg rasant und schon bald entstand aus Kapazitätsgründen neben dem Stammhaus „Wappen“ das bis

Liebe geht durch den Magen

Die geschichtlichen Wurzeln von Bad Füssings Gründerhof – dem heutigen Ortner`s Lindenhof – reichen bis ins Jahr 1948 zurück. Seit dem hat sich viel verändert, nur auf eines zählen die Familie Ortner und ihre Vorfahren schon von Beginn an: auf die heilenden Thermalquellen Bad Füssings. Für die Gastgeberfamilie rund um Bettina Ortner-Zwicklbauer steht das Wohlgefühl ihrer Gäste im Mittelpunkt. Neben der kompletten Sanierung der vier prachtvollen Häuser öffnete vor kurzem das neue Restaurant „Der Wirt z`Füssing“ seine Pforten. heute bestehende Bio-Haus Linde und eine hauseigene Massagepraxis. 1964 wurde das erste Thermal-Freibad direkt im Lindenhof errichtet. Heute darf die Familie Ortner stolz auf ihr Haupthaus „Wappen“ mit der individuellen Wappenfassade, dem professionellen Physiotherapiezentrum und dem Tagungsraum blicken, auf das neue Thermal-Badepara-

dies im italienischen Stil, auf das Bio-Haus Linde mit angenehmem Duft zur schnellen Erholung, auf die mediterrane Villa Sophia mit Komfort-Suiten und Blick auf die Obstgärten sowie auf das Thermal-Badebecken im Freien mit Liegewiesen und Strandkörben. Insgesamt bietet der Vier Sterne Ortner`s Lindenhof heute Platz für 170 Gäste.

Die neueste „Errungenschaft“ der Familie Ortner-Zwicklbauer: das Restaurant “Der Wirt z’Füssing”. Im vergangenen Jahr wurde der ehemalige Kuhstall abgerissen und machte Platz für die neue Gastronomie, die den Hausgästen ab sofort auch Halbpension und den externen Gästen à la carte Menüs sowie Raclette oder Fondue bietet. Die Liebe von Hausherr Martin Zwicklbauer gilt neben seiner Frau vor allem der Weinpress. Dort finden sich ausgezeichnete Weine aus Deutschland, Österreich und Italien, die in der kalten Jahreszeit im Weinkeller und im Sommer in einer der lauschigen Lauben verkostet werden können.

Auf den Spuren der heilenden Quellen Als vor 75 Jahren aus einem Bohrloch in Füssing heißes Schwefelwasser statt dem


GESUNDHEIT | 15

Fotos: Ortner`s Lindenhof

ersehnten Öl schoss, hat niemand geahnt, dass zu dieser Stunde die Therme I geboren wurde. 1946 hat Franz Ortner dann am Rad der Geschichte gedreht, den Bohrverschluss geöffnet und so den ersten Badetümpel errichtet. Die heilende Wirkung des Füssinger Thermalwassers wirkt nicht nur entzündungshemmend und schmerzlindernd, es bereitet den Urlaubsgästen auch jede Spaß und Erholung. Den Gästen stehen ein 34 Grad warmes Therapiebecken, ein großes ThermalHallenbad mit Wasserfall, ein Thermal-Whirlpool, ein Thermal-Freibad und eine Aroma-Dampfgrotte für das

ideale Badeerlebnis zur Verfügung. Wohlige Wärme bietet auch das Saunaparadies mit finnischer Sauna, Sanarium und Dampfbad. Bei Verspannungen, Schmerzen oder anderen gesundheitlichen Problemen gibt es im Ortner`s Lindenhof einen ganz besonderen Service: Im hauseigenen Therapiezentrum behandelt Michael Huber die Gäste mit professioneller Krankengymnastik, Akupunktmassage, medizinischen Bädern und vielem mehr. Der Ortner`s Lindenhof ist in jedem Fall einen Besuch wert: Er bietet nicht nur herzliche Gastfreundschaft und

den idealen Entspannungseffekt für Erholungsurlauber, sondern lässt auch Aktivurlaubern keine Wünsche offen: Ob Rad- oder Wandertouren zum nahegelegenen Europareservat Unterer Inn, Tennis, Squash und Eislaufen im Bad Füssinger Sportzentrum, ein Golfturnier auf dem 90 ha großen Golfplatz des ThermenGolfClub Bad FüssingKirchham e.V. oder ein Ausflug in die Dreiflüssestadt Passau – langweilig wird ein Urlaub im Ortner`s Lindenhof nie. Herrliche Natur, heilende Quellen und Erlebnisreichtum pur!

nach der Fertigstellung der großen Umbau- und Renovierungsserie im und um den Lindenhof in den letzten 5 Jahren hat Bad Füssing´s Gründerhof im März 2014 vom DEHOGA-Verband die Klassifizierung als 4 Sterne Superior Hotel erhalten.

Kontakt und Buchung: Ortner's Lindenhof eigene Thermalquelle e.K., Familie Ortner-Zwicklbauer, Pockinger Straße 1 – 5, D-94072 Bad Füssing, Tel.: +49 (0)8531 279 - 0, Fax: +49 (0)8531 279 - 298, E-Mail: info@ortners-lindenhof.de,

Als

krönenden

Abschluss

www.ortners-lindenhof.de


16 | GESUNDHEIT

Gesünder salzen – Blutdruck senken Viele Menschen haben zu Frühlingsbeginn den Vorsatz, sich wieder ganz bewusst gesund zu ernähren

Foto: Benicce/Fotolia.com/akz-o

Dazu zählt auch sparsames Sal-

sehr viele Schlaganfälle und

zen, denn zu viel Salz schadet

Herzinfarkte durch einen ge-

unserer Gesundheit: Bluthoch-

ringeren Salzverbrauch vermie-

druck und andere Herz-Kreis-

den werden könnten.

lauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Nierensteine, Magenkrebs und sogar Osteoporose können die Folge von übermäßigem Salzkonsum sein. Und dieser ist fast die Regel: Wir Deutschen nehmen im Durchschnitt etwa 12 Gramm

Zwar stimmt es, dass Salz wichtig für unseren Körper ist, aber die Menge die wir tatsächlich brauchen, ist äußerst gering. Wer also seinen Verbrauch an Kochsalz langfristig reduziert, tut seiner Gesundheit wirklich etwas Gutes.

Salz auf – pro Tag! Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät, den Verbrauch auf etwa 6 Gramm zu senken. Diese Empfehlung basiert auf klinischen Studien, die gezeigt haben, dass

Doch das fällt vielen Menschen schwer, denn Salz ist nun einmal der beste Geschmacksverstärker. Gerade deshalb enthalten sehr viele

Fertiggerichte, Backwaren, Wurstwaren und Snacks enorm viel verstecktes Salz. Vor allem wer regelmäßig zu industriell hergestellten Fertigprodukten greift und häufig außer Haus isst, hat generell einen deutlich höheren Salzverbrauch. Doch auch beim Kochen und Essen zu Hause kann man eine Menge tun. Wer herzgesund salzen möchte, aber nicht auf den gewohnten Genuss verzichten will, kann zu einer besonderen Mineralsalzmischung greifen. Zals enthält 35 Prozent weniger Natrium als herkömmliches

Kochsalz, dafür aber Kalium. Dieser wichtige Mineralstoff hilft unserem Körper nicht nur, einen normalen Blutdruck aufrecht zu erhalten, er unterstützt auch ein gesundes Nervensystem und sogar unsere Muskulatur. Erhältlich ist dieses besondere Salz in Apotheken, in Supermärkten wie Kaufland oder Drogeriemärkten wie Müller. Eine solche Mineralsalzmischung schmeckt übrigens nicht nur in Suppe, im Braten oder auf dem Frühstücksei, sondern ist übrigens auch zum Backen hervorragend geeignet. akz-o


VORSORGE | 17

Sieben-Punkte-Programm gegen Schlaganfall In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall Foto: Shutterstock/akz-o

Wer ihn überlebt, muss oft mit körperlichen Behinderungen rechnen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für einen Hirninfarkt senken! Schon kleine Umstellungen der Lebensgewohnheiten haben eine positive Wirkung.

Nicht rauchen Rauchen macht krank und erhöht Ihr Schlaganfall-Risiko um das Zwei- bis Vierfache! Viele Studien zeigen, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko für einen Schlaganfall haben.

Alkohol nur in Maßen Für gesunde Menschen, ohne genetisches oder erworbenes Risiko, gilt der Konsum von

Alkohol als risikoarm, wenn er im folgenden Rahmen bleibt: Für Frauen liegt der Grenzwert zwischen 10 g bis 12 g reinem Alkohol täglich, bei Männern zwischen 20 bis 24 Gramm.

Auf den Blutdruck achten Je höher Ihr Blutdruck, desto höher das Schlaganfall-Risiko! Ein unbehandelter Bluthochdruck verursacht Schäden an den Gefäßwänden und begünstigt die Entwicklung der Arteriosklerose. Messen Sie daher regelmäßig Ihren Blutdruck.

Gerinnungswerte kontrollieren Obacht bei Vorhofflimmern: Die Herzrhythmusstörung ist der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall. Durch Vorhofflimmern können sich die Vorhöfe des Herzens nicht

richtig zusammenziehen – das Blut stockt, und es kann zu einem Gerinnsel kommen. Als Basistherapie werden Medikamente zur Blutverdünnung verabreicht. Die verbreitetsten unter ihnen sind die Vitamin-KAntagonisten. Ihre Dosis muss regelmäßig angepasst werden, da der Gerinnungswert (INRWert) durch Ernährung, Stress oder auch Arzneien schwanken kann. Um die richtige Dosis ermitteln zu können, wird die Blutgerinnung deshalb engmaschig kontrolliert. Meist ist dazu ein Arztbesuch nötig. Es gibt aber auch kleine, handliche Geräte (z. B. den CoaguChek XS), mit denen Betroffene dies selbst machen können. Nötig ist dafür nur ein kleiner Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Liegen die Werte außerhalb des vom Arzt vorgegebenen Bereichs, kann die Medikamenten-Dosis verändert werden.

Normalgewicht Wer Übergewicht abbaut, ist seltener von einem Schlaganfall betroffen. Denn wenn überflüssige Pfunde purzeln, werden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen gesenkt.

Blutfette Ungünstige Blutfette bergen ein hohes Risiko für einen Schlaganfall. Besonders ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut kann das Schlaganfallrisiko um das Zweifache erhöhen.

Körperlich fit bleiben Ein wichtiger Mosaikstein in der Prävention ist regelmäßige Bewegung. Sie sorgt dafür, dass Gefäße elastisch bleiben und der Körper gut mit Sauerstoff versorgt wird.


18 | BEAUTY UND WELLNESS

Viel hilft nicht viel Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel

Die Milch macht’s nicht immer - manche Menschen können ihren Nährstoffbedarf nicht allein über Ernährung decken. Quelle:DPA

Kalzium ist wichtig für die Knochen und Nerven. Auch die Muskulatur braucht den Mineralstoff, um gut arbeiten zu können. Manchmal bekommt der Körper aber zu wenig Kalzium, etwa wenn sich ein Mensch einseitig ernährt oder krank ist. Dann können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten – denn Kalzium darf nicht überdosiert werden. Die zusätzliche Aufnahme von Kalzium in Form von Nahrungsergänzungspräparaten sei vor allem dann problematisch, wenn bereits hohe Kalziumdosen mit der täglichen Nahrung zugeführt werden, sagt Prof. Armin Zittermann, Mitglied der Arbeitsgruppe Kalzium bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Es sei zwar nachgewiesen, dass die Knochengesundheit durch die Zufuhr von Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel steigt und die Rate an Knochenbrüchen in gefährdeten

Bevölkerungsgruppen sinkt. Wer jedoch leichtfertig zu den Mitteln greift, läuft möglicherweise Gefahr, sein Risiko für Gefäßverschlüsse und Herzinfarkt zu erhöhen. Er beruft sich auf eine Studie aus Schweden, deren Ergebnisse Anfang 2013 in der Fachzeitschrift «British Medical Journal» (BMJ) veröffentlicht worden sind. In der Studie war die Zahl der Todesfällen bei Frauen, die täglich mehr als 1400 Milligramm (mg) Kalzium über ihre Nahrung und Ergänzungspräparate zu sich genommen hatten, deutlich erhöht. Die größte Menge Kalzium werde im Knochen eingelagert und trage zur Knochenstabilität und -bruchsicherheit bei. Kleinere Mengen werden für die Blutgerinnung benötigt oder können zur Signalübertragung aus dem Blut in die Zellen abgegeben werden. So beeinflusst es auch Herzmuskulatur und Herzfunktion.

Zusätzliches Kalzium sollte man nur dann einnehmen, wenn eine ausreichende Aufnahme über die Nahrung nicht gewährleistet werden kann, erklärt der Forscher. Die von der DGE empfohlene tägliche Zufuhr von Kalzium liegt für Erwachsene bei 1000 mg. Die Summe aus Nahrungsergänzung und Ernährung sollte laut dem Dachverband Osteologie (DVO) 1500 mg täglich in der Regel nicht überschreiten. Häufig werde die empfohlene Tageszufuhr an Kalzium aber nicht erreicht, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Petra Ambrosius, die dem internen wissenschaftlichen Ausschuss der Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung (Give) angehört. Wer die Ernährung nicht verbessern kann, müsse daher über eine Ergänzung nachdenken. Auch auf eine ausreichende Vitamin-D-Ver-sorgung komme es an. «Vitamin D benötigt der Körper, um Kalzium aufnehmen zu können»,

erklärt Ambrosius. Handelsüblichen Präparate enthielten daher meist Kombinationen aus Kalzium und Vitamin D. Sicher überprüfen lasse sich die individuelle Kalzium- und Vitaminzufuhr aber nur durch eine Nährwertfeinanalyse . Ein Umdenken bei der Einnahme von Kalzium-Supplementen aufgrund der neuen Studienergebnisse sei letztlich auch bei der Knochenkrankheit Osteoporose angebracht, resümiert Prof. Johannes Pfeilschifter von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. «Früher hat man gesagt, wer einer Osteoporose vorbeugen will, sollte viel Milch trinken und selbstverständlich auch Kalziumtabletten einnehmen», erklärt er. «Nach diesem Motto «Viel hilft viel» würde man heute nicht mehr verfahren.» Jemand, der mit der Nahrungszufuhr auf seine täglichen 1000 mg Kalzium komme, brauche keine Nahrungsergänzung.


BEAUTY UND WELLNESS | 19

Mit Yoga zu tiefem Schlaf finden Tief und erholsam zu schlafen, ist für viele Deutsche ein Problem. Foto: Maygutyak/fotolia.com/akz-o

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die einem die süßen Träume rauben und jegliche Kraft für den Tag. Jeder zehnte Deutsche knirscht oder mahlt nachts mit den Zähnen. Die Zahnärzte verschreiben hier Beißschienen. Diese, so hört und liest man oft, stören aber beim Schlafen – und verbringen deshalb meistens die Nacht auf dem Nachttisch. Das Problem ist nicht neu, jeder weiß oder ahnt zumindest, wo die wahren Ursachen für das Zähneknirschen liegen: Stress, Sorgen oder der Druck, den wir uns täglich selbst machen. Der Auslöser ist die Seele, die Leidtragenden dagegen sind die Kiefergelenke und die unwiederbringlich abgeschliffenen Zähne.

Innere Ruhe Die Seele zur Ruhe kommen zu lassen bringt auch das Zähneknirschen zum Stillstand und das ist ja sozusagen die Kernkompetenz von Yoga. Der Ansatz ist bewährt: Nicht nur

die Psyche hat Einfluss auf Haltung und Verhalten des Körpers, sondern umgekehrt kann auch der Körper mit den richtigen Bewegungen die Psyche wieder einrenken. Gestresste „gehen auf dem Zahnfleisch“, Gesunde dagegen auf ihren Füßen. Ausgehend davon beginnt die erste Übung in dem Buch „Yoga als Medizin – Nie wieder Zähneknirschen“ auch nicht beim Kiefergelenk, sondern bei den Fußsohlen (ISBN/ASIN: 97 8 - 392 838 205 2. Mehr Informationen finden Sie unter: www.yoga-als-medizin.de).

Die Autorin, Yogalehrerin und Heilpraktikerin Christiane Keller-Krische geht davon aus, dass „im Körper alles mit allem verbunden“ ist, und lehnt dagegen das „Dawos-Prinzip“ ab: Heilung nur „da wo’s“ wehtut. So liegt der Übende z. B. in der ersten Übung in Savasana auf dem Rücken und spürt seinen Körper. Seine Aufmerksamkeit wandert von den Sohlen und Zehen langsam hoch bis zu den Stellen, die rund um die malmenden-

Bewegungen liegen: Nacken, Schultern, Kiefermuskeln.

(An-) Spannungen lösen Anspannungen schlagen sich meist in den Schultern nieder; wir wollen alles mit den Schultern halten. Deshalb lockert die Autorin in anderen, teils nur wenige Minuten kurzen Übungen die Schulter- und Nackenmuskulatur im Stehen und lenkt die Aufmerksamkeit dann auf den Stand. So erdet sie buchstäblich den Körper, auch das lockert den Kiefer. Entspannung durch normalen Hatha-Yoga ist schon ein guter Schritt in die richtige Richtung, auch in Sachen Zähneknirschen. Trotzdem ist es keine Schande – dies sei hier ehrlich gesagt – wenn man nach fünf Jahren regelmäßiger, normaler Praxis bei Stress immer noch mit dem Kiefer malmt. Etwas mehr Erfolg verspricht es also, die eine oder andere Übung aus diesem Buch in seine Übungssequenzen einzubauen. akz-o


20 | BEAUTY UND WELLNESS Durch An- und Entspannen von Muskeln fit bleiben

Fitness für Senioren Ausdauertraining ist das A und O

Wer im Laufe des Tages immer mal wieder Übungen absolviert, die auf der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson beruhen, bleibt im Alltag fit. Das gezielte Anspannen und das bewusste Entspannen einzelner Muskelgruppen kann helfen, sich körperlich und seelisch besser zu fühlen. Die Experten empfehlen zum Beispiel, die Schultern hochzunehmen und die dortige Muskulatur anzuspannen. Dann löst man sie wieder und lokkert sie. Einige Wiederholungen sind sinnvoll, außerdem können weitere Muskelgruppen hinzugenommen und abwechselnd an- und entspannt werden.

Effektives Schwimmtraining Damit Schwimmen zum effektiven Ausdauertraining wird, sollten Hobbysportler dreimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten ins kühle Nass. Wichtiger als ein hohes Tempo sei es, sich ohne Pausen am Beckenrand durchs Wasser zu bewegen, betont Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Im Vergleich zur Luft sei der Widerstand im Wasser 14-mal höher. Dadurch sei ein deutlich höherer Energieaufwand nötig, um vorwärtszukommen. Eine Voraussetzung sei aber, dass der Sportler eine gewisse Grundausdauer hat und die jeweilige Schwimmtechnik gut beherrsche.

Uneingeschränkt empfehlenswert: Beim Nordic Walking schonen ältere Sportler ihre Gelenke weitaus mehr als beim Jogging. Quelle: DPA

Je älter ein Mensch wird, desto weniger leistungsfähig ist sein Körper. Der natürliche Verfall ist zwar letztlich unaufhaltsam, aber er lässt sich verlangsamen. Ausdauersport steht dabei an erster Stelle. Bei den älteren Menschen schrumpfen Gelenkknorpel und Bandscheiben, erklärt Patrik Reize, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Klinikum Stuttgart. Zudem ist die Sauerstoffaufnahme geringer. Und weil es zu einem Verlust an Kraft und Muskelmasse kommt und der Körperfettanteil steigt, nehmen Ältere bei gleicher Aktivität und Kalorienzahl eher an Gewicht zu als Jüngere. «In der gesamten Entwicklungsgeschichte ist der Mensch ja höchstens 40 oder 50 Jahre alt geworden», sagt Prof. Hans-Georg Predel, Leiter der Abteilung Präventive und rehabilitative Sport- und Leistungsmedizin an der Deut-

schen Sporthochschule Köln. «Um die Spanne zwischen 60 und 90 Jahren, die wir heute geschenkt bekommen, gesundheitlich fit und ohne Erkrankungen zu erleben, brauchen wir die Beanspruchung durch eine vielfältige körperliche Aktivität.» Predel sieht den Hauptnutzen gerade des Ausdauersports darin, die Funktionalität des Stoffwechsels, aber auch aller Organsysteme zu erhalten. «Daher ist sportliche Aktivität das einzige Anti-Aging, das wirklich wirkt.» Nicht nur das Herz-Kreislauf-System profitiere davon, auch bei Lungen-, Tumor- sowie chronischentzündlichen und sogar psychiatrischen Erkrankungen könne Bewegung positiv wirken. Umgekehrt nehme das Risiko für Alterserkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall bei Bewegungsmangel zu. Beim Ausdauersport wie dem regelmäßigen Laufen baut

der Mensch außerdem Fett ab, stärkt die Muskulatur und wirkt der Schwächung des Körpers damit wenigstens teilweise entgegen. Allerdings ist das klassische Jogging wegen der Belastung der Gelenke umstritten. Uneingeschränkt empfehlenswert sind dagegen zum Beispiel Nordic Walking, (Berg-)Wandern, Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen. Aber wer zu viel macht, den bestraft der Körper. Für Neueinsteiger ist deshalb eine medizinische Voruntersuchung empfehlenswert. Doch auch erfahrene Freizeitsportler sollten sich ärztlich begleiten lassen. Das kann der Hausarzt oder ein Sportmediziner übernehmen. Viele Fachleute empfehlen, neben der Ausdauer an Beweglichkeit und Koordination zu arbeiten und Krafttraining zu betreiben, um die Muskulatur zu stärken. Laut Reize hat das einen einfachen Grund: «Wenn man fit sein will, braucht man Kraft, um vorwärtszukommen.»


FORSCHUNG UND WISSEN | 21

Von einem Adrenalinkick zum nächsten Sport kann süchtig machen

Laufen, laufen, laufen: Wer sportsüchtig ist, kann nicht anders, als ständig zu trainieren. Quelle: DPA

Es gibt Menschen, die erhöhen immer weiter ihr Sportpensum. Das kann so weit gehen, dass sie psychisch oder körperlich leiden, wenn sie an einem Tag mal nicht körperlich aktiv sein können. Der Sport ist nicht nur Teil ihres Lebens, sondern bestimmt es – sie sind abhängig davon. Ein Sportsüchtiger sei wie besessen und trainiere nicht, weil er Lust darauf habe, sondern einen unkontrollierbaren Drang dazu verspüre, erklärt Prof. Thomas Schack, Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Sportpsychologie. Dabei werde die Dosis kontinuierlich erhöht. Denn der Körper verlange in immer größerer Menge nach dem «rauschhaften Wohlgefühl», in den ihn die beim Sport ausgeschütteten Botenstoffe wie Dopamin versetzen. Ein

erzwungener Verzicht könne Entzugssymptome wie Kopfund Magenschmerzen, Nervosität oder Depressionen auslösen. Sportsucht gehört zu den Verhaltenssüchten. «Ausgehend von einer Studie, die wir mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen durchgeführt haben, würde ich sagen, dass die Krankheitshäufigkeit unter den intensiv Sporttreibenden bei ein bis drei Prozent liegt», sagt Prof. Oliver Stoll von der Universität Halle-Wittenberg. Im Rahmen der Studie wurden Ausdauersportler zu ihren Trainingsgewohnheiten befragt. Etwa jeder 20. zeigte Anzeichen einer Sportsucht oder Sportsuchtgefährdung. Weitere Risikogruppen sind laut Stoll Kraftsportler, von denen einige muskelsüchtig werden, und

Extremsportler, die von einem Adrenalinkick zum nächsten jagen. Menschen mit Körperwahrnehmungsstörungen wie Magersucht seien ebenfalls gefährdet. Irgendwann verdrängen die negativen Trainingseffekte zunehmend die positiven. «Auf Dauer kann das exzessive Trainingsverhalten dazu führen, dass der Körper sich nicht mehr regenerieren kann und es zu einem Übertrainingseffekt kommt, der mit Symptomen wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerz oder Muskelbeschwerden einhergeht», sagt Prof. Jens Kleinert von der Deutschen Sporthochschule Köln. Außerdem könne die hohe körperliche Belastung langfristig das Immunsystem schwächen oder Herzkreislaufprobleme und einen vorzeitigen Verschleiß von Gelenken,

Knochen und Sehnen nach sich ziehen. Hinzu kommt, dass Sportsüchtige oft auch dann weitertrainieren, wenn sie verletzt oder krank sind. Damit es nicht so weit kommt, empfehlen die Experten, das eigene Trainingsverhalten kritisch zu hinterfragen, sobald sich Warnzeichen bemerkbar machen. «Wenn die Grenze von Sportleidenschaft zu Sportsucht überschritten ist, heißt es, einen Therapeuten zurate zu ziehen», sagt Schack. Dieser könne Betroffenen Strategien an die Hand geben, mit denen sie vom exzessiven zum normalen Sporttreiben zurückfinden. Wichtig ist auch, das Problem an der Wurzel packen: indem der Betroffene gemeinsam mit dem Therapeuten herausfindet, woher sein Suchtverhalten kommt und es aufarbeitet.


22 | FORSCHUNG UND WISSEN Milch nicht auf höchster Stufe erhitzen Milch wird am besten immer nur langsam auf mittlerer Stufe erhitzt. Dabei sollte sie ständig umgerührt werden, damit sie nicht anbrennt, rät die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. Dadurch mische sich der obere, kühlere Teil mit dem unteren, schon erwärmten Teil. Wird sie dagegen ohne Rühren auf der höchsten Stufe erwärmt, steigt das in der Milch enthaltene Wasser hoch und verdampft, während das Eiweiß der Milch nach unten sinkt und anbrennt.

Musikhören kann vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt. Musikhören senkt den Blutdruck. Verschiedenen Untersuchungen zufolge wirkt sich Musik auf das vegetative Nervensystem aus, das auch das HerzKreislauf-System kontrolliert. Laut Prof. Hans-Joachim Trappe von der RuhrUniversität Bochum beeinflusst die Musik dadurch indirekt auch die Herz- und Atemfrequenz. Neben Werken von Bach seien unter anderem Stücke der Komponisten Mozart und Händel empfehlenswert. Den Effekt hinsichtlich des Blutdrucks maßen die Wissenschaftler auch bei Heavy-Metal-Hörern.

Zehen vor Fehlstellungen bewahren Zu enge Schuhe können schlimme Folgen haben Laut Nils Lynen von der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk (DAF) sind sie einer der Hauptgründe für Fehlstellungen der Kleinzehen – umgangssprachlich als Hammerzehe bezeichnet. Typisch ist bei diesen Fehlstellungen, dass einer oder mehrere der mittleren drei Zehen nach oben einen Höcker bilden und sich übermäßig stark krümmen, manchmal fast schon einen Kringel bilden. Schmerzhaft wird das, wenn der hervorstehende Zeh dauerhaft am Schuh reibt und sich Hornhautschwielen bilden. «Die Krümmung kann sich aber auch so weit verschlimmern, dass das Gelenk rausspringt oder die Gelenkkapsel reißt», warnt Lynen. Dann sind die Schmerzen so stark, dass an Bewegung kaum noch zu denken ist, weiß der Arzt aus seiner Praxis: «Betroffene gehen keinen Meter mehr.» Doch nicht immer liegt es allein am Schuhwerk, wenn die Zehen Nummer zwei, drei und vier – Mediziner nummerieren von innen nach außen – sich krümmen. «Kleinzehenfehlstellungen sind oft eine Folge des Hallux Valgus», sagt Prof. Thomas Mückley von der Gesellschaft für Fußchirurgie (GFFC). «Dabei verdrängt der große Zeh praktisch seinen Nachbarn.» Ein Hallux valgus, auch Ballenzeh genannt, entsteht aufgrund von Veranlagung, bei Frauen häufig aufgrund ihrer weicheren

Gewebestruktur und ebenfalls bei zu engem Schuhwerk. Beim natürlichen Bewegungsablauf wird der Fuß abgerollt: Das Körpergewicht lastet erst auf der Ferse und verteilt sich dann auf den breiteren Vorderfuß, bevor der andere Fuß im Wechsel die Körperlast übernimmt. Wird der Fuß durch enges Schuhwerk zusammengequetscht, liegt die Last auf dem Außen- und Innenbereich des Fußes, in der Mitte entsteht eine Wölbung. Dadurch werden die Zehen Nummer zwei, drei und vier nach oben gehoben. «Die mittleren Zehen versuchen aber weiterhin, Bodenkontakt zu bekommen», beschreibt Lynen die weitere Entwicklung. Die Krümmung verstärkt sich ohne Behandlung noch weiter. Was genau schief geht, erkennt ein Facharzt schnell. «Orthopädietechnische Zentren messen den Fuß mit Hilfe von Fußscannern», erklärt Mückley. Erste Maßnahmen können dann Vorfußweichbettungen sein, auch eine sogenannte Mittelfußpelotte kann helfen. Diese Einlagen werden auf Rezept individuell angefertigt. Um die oberflächlichen Merkmale der Fehlstellungen, etwa die Hornhautbildung, kümmern sich medizinische Fußpfleger (Podologen). Tatjana Pfersich vom Verband Deutscher Podologen (VDP) erläutert: «Hornhaut können wir mit einem Skalpell abtragen.» Solange die Zehen nicht

steif sind, helfen laut Pfersich auch Orthosen. Das sind Korrektur- oder Entlastungshilfen auf Silikonbasis, die sich die Patienten selbst anlegen können. Wenn die gekrümmten Zehen allerdings selbst mit der Hand nicht mehr aufzubiegen sind, dann hilft meist nur noch eine Operation. «Dabei werden in der Regel Sehnen und Knochen bearbeitet und die Kleinzehen wieder in eine Achse gebracht», beschreibt Mückley die Eingriffe. Derartige Operationen gelten nicht als schwierig, sind aber wie alle Eingriffe mit Risiken verbunden. «Das heilt in der Regel sehr gut aus, man kann nach zwei Wochen wieder gut laufen, darf sich allerdings nicht auf die Zehen stellen», ergänzt Lynen. Entlastende Schuhe begleiten den Genesungsprozess. Überhaupt lässt sich mit gutem Schuhwerk viel für die Füße tun. Schwielen und Hornhautbildung werden durch weiches Obermaterial verhindert. Grundsätzlich sollte ein Schuh vorne breit und flach sein. Hohe Absätze oder Flip-Flops begünstigen die Krümmung der Zehen stark. «Ein gesunder Zeh sollte sich in einem Winkel von 70 Grad bewegen können», betont Lynen. Er hält Fußgymnastik vor allem bei Kindern für sinnvoll. Besonders in der Wachstumsphase empfiehlt er außerdem, auf Schuhe komplett zu verzichten, wann immer es geht. Kinder sollten so lange wie möglich barfuß herumlaufen.


FORSCHUNG UND WISSEN | 23

Hilfe bei quälenden Ohrgeräuschen Es pfeift, zischt, rauscht oder summt im Ohr – wohl jeder hat die lästigen Geräusche schon einmal erlebt. Zum Glück verschwinden sie meistens so schnell wie sie gekommen sind. In manchen Fällen aber werden sie zum hartnäckigen Begleiter. Tinnitus kann zum Beispiel während einer Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenerkrankung auftreten oder durch Lärm und Stress entstehen. Halten Ohrgeräusche länger als 24 Stunden an sollten Sie unbedingt einen Hals-NasenOhrenarzt aufsuchen. Denn je früher ein Tinnitus behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Zunächst einmal muss der Mediziner organische Ursachen

Foto:neuraxpharm/Shutterstock/spp-o

oder eine andere Grunderkrankung ausschließen. Sind dann zum Beispiel Stress oder eine schlechte Durchblutung Grund für den Lärm im Ohr, gibt es unterschiedliche Beh a n d l u n g s m ö gl i c h ke i te n . In der Regel wird kurzzeitig hochdosiertes Kortison als Injektion oder Infusion verabreicht. Bleibt der Tinnitus dennoch bestehen oder bessert sich

nicht, kann eine Sauerstoffbehandlung in der Druckkammer das Abklingen beschleunigen. Als natürliche Begleittherapie hat sich Ginkgo sehr gut bewährt: Inhaltsstoffe der Blätter aktivieren die Blutzirkulation und verbessern die Nährstoffversorgung. Ginkgo-Präparate aus der Apotheke können sich deshalb positiv auf die störenden Tinnitus-Symptome auswirken. spp-o

Zahnersatz aus Gold muss Patient selbst zahlen Wer Zahnersatz wie eine Krone braucht, entscheidet sich in der Regel für eine Nicht-Edelmetall-Legierung (NEM-Legierung). Zu dieser zahlt die Krankenkasse einen Zuschuss, weil sie zur Regelversorgung gehören. Edelmetall-Legierungen aus Gold sind teurer, Patienten müssen sie aus eigener Tasche zahlen. Nach Angaben der Initiative proDente in Köln sind aber Gemische aus Edelmetallen grundsätzlich länger haltbar als NEM-Legierungen. Edelmetalle führen proDente zufolge selten zu allergischen Reaktionen. NEM-Legierungen dagegen können mit anderen Metallen im Mund

Kleine Schnittwunde kann fatale Folgen haben Über jede offene Wunde können Bakterien, Viren oder Pilze in den Körper gelangen. Daher kann es nach einem kleinen Schnitt oder einer Verbrennung zu gravierenden Folgen wie einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Darauf weist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivund Notfallmedizin hin. Eine Sepsis kann sich durch Fieber und Schüttelfrost, einen schnellen Herzschlag, allgemeine Schwäche und Verwirrung bemerkbar machen. Wer nach einer kleinen Verletzung an diesen Symptomen leidet, sollte schnellstmöglichst einen Arzt aufsuchen.

Desinfektionsmittel wirkt nur auf trockener Haut richtig Wer ein Desinfektionsmittel für die Hände verwenden will, sollte diese vorher gut abtrocknen. Sonst könne das Produkt nicht richtig wirken, erläutert der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie.

Quelle: DPA

reagieren und zu elektrischen Effekten führen. Das ist möglicherweise unangenehm, aber nicht gefährlich. NEM sind meist ebenfalls gut verträglich. Damit Zahnersatz aus Metall im Mund nicht

auffällt, wird er in der Regel mit Keramik oder Kunststoff verblendet. Grundsätzlich muss ein Zahnersatz aus egal welchem Metall im Durchschnitt erst nach mehr als acht Jahren erneuert werden.

Anwender verteilen das Mittel am besten gründlich auf ihren Händen und lassen es mindestens 30 Sekunden einwirken. Bleibt es kürzer auf der Haut, etwa weil es abgewischt wird, könnten unerwünschte Keime überleben.



GZ Augsburg Ausgabe April / Mai 2014