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Höhenrekord aus Holz: Skaio von Kaden + Lager New Record Height: Skaio by Kaden + Lager

Mit dem Auto durchs Kulturzentrum: Blox von OMA: Drive-through Cultural Centre: Blox by OMA

10.2019

Zeitschrift für Architektur + Baudetail Review of Architecture + Construction Details Hybride Konstruktionen  Hybrid Forms of Construction


DIE DATENBANK FÜR ARCHITEKTEN THE ONLINE DATABASE FOR ARCHITECTS

Foto: © Frank Kaltenbach

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Die dunkle Holzbox auf Stützen aus Stahl liegt auf dem Gelände des Royal Hospital Oldham, einem großen Krankenhaus …

Im 13. Arrondissement, nahe der südlichen Stadtgrenze, ist auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs das …

In der flachen Landschaft an Dänemarks Westküste haben Topografie und Witterung die traditionelle Bauweise der …

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Bergrestaurant in Obereggen Im Ski- und Wandergebiet von Obereggen in den westlichen Dolomiten liegt auf 2096 m Höhe die Berghütte Oberholz … Weiterlesen

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ArtLab der EPFL Lausanne

Wohnhaus in Dornbirn

Nach dem Rolex Learning Center und dem Swiss Convention Center ist das ArtLab der aktuellste Neubau im …

An der Peripherie von Dornbirn in Vorarlberg, wo die Rheinebene allmählich in die bewaldeten Hügel des …

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Editorial1

Zauberwort Hybrid Code Word Hybrid

OMA © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 / photo: Sandra Hofmeister

Blick von der Terrasse des Blox-Gebäudes in Kopenhagen: In der Dokumentation ab Seite 74 zeigen wir die hybride Konstruktion des Neubaus im Detail. Im Magazin (Seite 6) ist die BIG-Ausstellung rezensiert, die derzeit in den Räumen des Blox zu sehen ist.

Hybrid ist das neue Blox-Gebäude in Kopenhagen gleich in mehrfacher Hinsicht. Das vielfältige Raumangebot des rundum verglasten Neubaus von OMA nimmt unter anderem die Ausstellungsflächen des Dänischen Architekturzentrums und Wohnungen auf, außerdem Co-working-Spaces, ein Fitnessstudio und ein Café mit Terrasse. Neben seiner ungewöhnlich hybriden Nutzung ist das markante Gebäude am ehemaligen Hafen auch als Hybrid konstruiert: Mit Bedacht auf die Entwurfsanforderungen und die jeweiligen Materialeigenschaften kam für die tragende Struktur des Gebäudes eine Kombination aus Stahl und Beton zum Einsatz. In unserer Oktober-Ausgabe hat Frank Kaltenbach dieses und weitere herausragende Beispiele für hybride Bauweisen zusammengestellt. Die konstruktiven Kombinationsmöglichkeiten, seien es vorgefertigte Holzelemente mit Stahlbeton, mit Ziegeln ausgefachte Stahlskelette oder Holzrahmenbauweise mit tragenden Stahlbetonscheiben, sind so vielfältig wie der architektonische Ausdruck der einzelnen Projekte. Unsere Dokumentationen zeigen, inwiefern beides Hand in Hand geht, etwa beim neuen Wohnblock von BIG in Stockholm, bei der Sanierung einer ehemaligen Schlosserei in Bordeaux von RCR Artotec oder bei der Grundschule von Compagnie-O in Flandern. Ergänzend liefert der Essay (Seite 28ff.) einen Überblick zu Hochhäusern in Holz-Hybridbauweise und geht der Frage nach, inwiefern diese Kon-struktionsart Bauherren, Architekten und Tragwerksplaner derzeit zu neuen Höhenrekorden beflügelt. Ein konkretes Beispiel, nämlich den höchsten Holz-Hybridbau der Schweiz, stellt Primin Jung mit Blick auf die Herausforderungen der Tragwerksplanung in seinem Technik-Beitrag vor (Seite 82ff.).

The new Blox building in Copenhagen is a hybrid in more ways than one. With its fully glazed facade, OMA’s multipurpose ­facility accommodates a lively mix that combines exhibition spaces for the Danish Architecture Center with housing units, co-working spaces, a fitness studio and a café with a terrace, to name a few. In addition to its unusually hybrid use, the ­striking harbourside building was built as a hybrid: in order to meet the design requirements and their respective material properties, a combination of steel and concrete was used for its load-bearing structure. For our October issue, Frank Kaltenbach has compiled this and other outstanding examples of hybrid forms of construction. The range of possible structural combinations – be it prefabricated wooden elements with reinforced concrete, steel frames infilled with bricks, or timber frame construction with load-bearing reinforced concrete panels – are as varied as the architectural expression of the individual projects. Our ­documentations show to what extent these two aspects go hand in hand, for example, at the new residential complex in Stockholm by BIG, in the renovation of a former locksmith’s shop in Bordeaux by RCR Artotec, or at the primary school in Flanders by Compagnie-O. This issue’s essay (p. 28) considers hybrid timber high-rise buildings and examines how construction types, building owners, architects and structural planners are setting new height records. Our Technology feature highlights one such example – namely the highest timber-hybrid construction in Switzerland; Primin Jung explains the project’s structural design challenges (p. 82). Enjoy reading our October issue!

Viel Freude bei der Lektüre unserer Oktober-Ausgabe! Sandra Hofmeister Sandra Hofmeister z r edaktion@detail.de

View from the terrace of the Blox building in Copenhagen. In our documentation (p. 74) we show details of the new building’s hybrid construction. We also report on the BIG exhibition currently on view in the exhibition spaces at Blox (p. 6).

z r edaktion@detail.de


2 Inhalt Contents10.2019  ∂

1 Editorial 26 Impressum Imprint 90 Projektbeteiligte / Hersteller Project Teams / Suppliers

David Matthiessen

136 Contributors

06 Magazin Reports 6

Einen Flachbau mit Fernwirkung haben Behnisch Architekten für Adidas in Herzogenaurach entworfen. Die Obergeschosse des Arena-Bürogebäudes ruhen auf 67 Stahl-Verbundstützen.

Behnisch Architekten designed a low-rise building with long-­ distance impact for Adidas in Herzogen­a u­ rach. The upper floors of the Arena office building rest on 67 composite steel columns.

Im Erdgeschoss des Bürogebäudes 25 King Street in Brisbane zeigen die Architekten Bates Smart die Hybridkonstruktion als frei stehende V-Stützen mit Betonsockel.

On the ground floor of the 25 King Street ­o ffice building in Brisbane, the hybrid construction by Bates Smart has free-standing V-shaped columns with a concrete base.

12 500 Tonnen Leichtigkeit 12,500 Tonnes of Lightness

10 Wie groß ist BIG genug? How Big is Enough for BIG? 14 Bauhaus 100: Zu Architektur und Architektur geschichtsschreibung On the Political Legacy of the Bauhaus 18 Bücher Books

28

20 DETAIL research Stütze aus Beton und Edelstahl Support Made of Concrete and Stainless Steel 24 DETAIL Kongress 2019 DETAIL Congress 2019

96 Gebäudehülle Building Envelopes 122 System- und Leichtbauweisen Prefabricated and Lightweight Construction

Tom Roe

Produkte Products


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4 Inhalt Contents10.2019  ∂

Hybride Konstruktionen Hybrid Forms of Construction Essay 28 Holz Höher Hybrid Timber High-Rise Hybrid Frank Kaltenbach

Dokumentation Documentation 34 Meditationshaus bei Garmisch-Partenkirchen (DE) Meditation House near Garmisch-Partenkirchen (DE) Kengo Kuma and Associates und Studio Lois

Tim van de Velde

40 Grundschule in Lebbeke (BE) Primary School in Lebbeke (BE) Compagnie-O 46 Wohnblock in Stockholm (SE) Housing Development in Stockholm (SE) BIG 54 Einfamilienhaus in Tuttlingen (DE) Single-Family House in Tuttlingen (DE) Yonder – Architektur und Design

40

Die Grundschule von Compagnie-O im belgischen Lebbeke zeigt ihr Stahltragwerk auch außen. Eine Brücke führt vom Parkplatz direkt ins Obergeschoss.

60 Wohn- und Bürohaus in Bordeaux (FR) Residential and Office Building in Bordeaux (FR) RCR Artotec

The exposed steel grid structure of the ­p rimary school by Compagnie-O in Lebbeke, Belgium. A footbridge leads from the parking lot directly to the upper floor.

66 Wohnhochhaus in Heilbronn (DE) Housing High-Rise in Heilbronn (DE) Kaden + Lager

Technik Technology 82 60 Meter: Das höchste Holzhybridhaus der Schweiz 60 Metres: The Tallest Hybrid Timber High-Rise in Switzerland Primin Jung

Wohnen zwischen Baumwipfeln: Pan-Cabins auf Stahlstützen von Espen Surnevik in den Wäldern Norwegens. Living between the treetops: The Pan Cabins by Espen Surnevik stand high above the ground on steel legs in the forests of Norway. detail.de/ 10-2019-surnevik

Rasmus Norlander

74 Kulturzentrum Blox in Kopenhagen (DK)  Blox Cultural Centre in Copenhagen (DK) OMA/Ellen van Loon


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6 Magazin Reports10.2019  ∂

All photos: David Matthiessen

Mit dem Arena-Bürohaus komplettieren Behnisch Architekten den Adidas-Campus in Herzogenaurach. Für den aufgeständerten Neubau war ein konstruktiver Kraftakt not­ wendig.  With the Arena office building, Behnisch Architekten completes the Adidas campus in Herzogenaurach. The new elevated structure is a feat of structural engineering.

12 500 Tonnen Leichtigkeit 12,500 Tonnes of Lightness

Mit zwei ausdrucksstarken Solitären hat die Firma Adidas die Bauarbeiten auf ihrem Campus im fränkischen Herzogenaurach vorerst abgeschlossen. 1999 hatte das Unternehmen erste Abteilungen in ein saniertes Kasernengebäude auf der ehemaligen USMilitärbasis verlegt. 20 Jahre und diverse Neubauten später sind nun auch das Mitarbeiterrestaurant von Cobe und die Verwaltungszentrale von Behnisch Architekten fertiggestellt worden. Gemeinsam mit einem künstlich angelegten See bilden sie das neue Entrée zum Areal und zugleich eine dezente Barriere zwischen internem und öffentlichem Bereich. Im Arena-Gebäude sind gut 2100 Arbeitsplätze überwiegend für zentrale Unternehmensbereiche wie Marketing, Presse, Finanzen und den Vorstand entstanden;

With two landmark buildings, the Adidas Group has, for the time being, concluded construction on its campus in Herzogenaurach in Bavaria. The company moved its first administrative departments in 1999 to a converted barracks building on the former US military base. Twenty years later, the staff restaurant by Cobe and the adminstration building by Behnisch Architects have now been completed. Together with an artificial lake, they form the new entrance to the campus as well as a discreet barrier between its internal and public areas. The Arena houses some 2,100 workplaces, mainly in marketing and communications, finance and the executive board, as well as the visitor reception and a cafeteria. According to Stefan Behnisch, the idea of a flexible workspace

Text: Jakob Schoof


Arena-Bürohaus in Herzogenaurach Arena Office Building in Herzogenaurach7

außerdem befinden sich hier der Besucherempfang und eine Cafeteria. Stefan Behnisch beschreibt die Entwurfsgenese des Neubaus so: Eine Analyse der unternehmensinternen Abläufe ergab einen Idealgrundriss mit offenen, über drei Geschosse verteilten Büroflächen. Zugleich wünschte sich der Bauherr eine möglichst große Fernwirkung des Hauses. So entstand das Konzept eines 143 × 118 m großen Kubus, der auf 67 schräg gestellten Stützen ruht. Drei große und drei kleine Innenhöfe belichten die sehr tiefen Obergeschosse. Darunter scheint die Campuslandschaft durchzulaufen. Das „Luftgeschoss”, das

distributed across three floors was based on an analysis of the company’s internal processes. The client also wished for the building to stand out as a clear architectural symbol. This led to the design of a 143 × 118 m cube resting on 67 inclined supports. Six inner courtyards bring natural light into the deep upper floors, which seem to hover above the campus landscape. An open-air level ­separates the suspended volume from its substructure and serves as an area for breaks and free movement. A 300 m long running track encourages employees to take part in sports activities.

So geschlossen der Bürokubus von außen wirkt, so offen präsentiert er sich von innen und von unten: Sechs Innenhöfe bringen Licht in die Büroebenen; ein leeres Zwischengeschoss trennt

den Oberbau vom halböffentlichen ­B ereich im Erdgeschoss. As closed as the office cube appears from the outside, as open it ­p resents itself on the

Grundriss 2. Obergeschoss Maßstab 1:2000 Floor plan 2nd upper floor Scale 1:2000

den schwebenden Block von seinem Unterbau trennt, dient als Pausen- und Bewegungsfläche. Eine 300 m lange Laufstrecke mit Belag aus recycelten Sportschuhen soll die Mitarbeiter hier zur sportlichen Betätigung animieren. Auf allen vier Seiten umgibt ein Brise-soleil aus teils gelochten Aluminiumblechen den Neubau. Was aus der Ferne wie filigranes Häkelwerk wirkt, offenbart in der Nah- und erst recht in der Innenansicht seine wahren Dimensionen: Jede der rautenförmigen Öffnungen ist rund 8 m breit und 2,3 m hoch. Neben seiner Verschattungswirkung, die mithilfe thermodynamischer Simulationen überprüft wurde, fungiert das Brise-soleil auch als vermittelnde Instanz zwischen dem Gebäude- und dem menschli-

The aluminium brise soleil that covers the building’s four sides looks like a delicate mesh from a distance, but reveals its true dimensions close-up: each of its diamond-­shaped openings measures about 8 × 2.3 m. In addition to its function as a shading system, which was tested in thermodynamic simulations, the brise soleil mediates between the building scale and the human scale. Behind it, the glazed mullion-transom facade would be far too detailed to lend presence to a building of this size. Welcome to the green hill The ground floor, with the reception, cafeteria and presentation areas, resembles a concrete hill with green embankments and seems more like part of the

inside and from below. Six inner courtyards bring natural light into the office levels, while an open-air mezzanine separates the upper building volume from the semi-public area on the ground floor.


10.2019  ∂

Frank Kaltenbach

28 Essay 

A

B

C

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Holz Timber Höher High-Rise Hybrid Hybrid Text: Frank Kaltenbach

Werden schon bald Hochhäuser aus Holz die Wolkenkratzer aus Stahl und Beton ersetzen? Bei großen Höhen wird der Vorteil des nachhaltigen Baustoffs zum Nachteil: Er ist zu leicht und zu elastisch. M ­ it Hybrid­ konstruktionen dagegen sind die Grenzen nach oben offen. Will high-rise blocks in timber soon come to replace steel and concrete ­skyscrapers? With buildings of great height, the advantage of wood as a sustainable material becomes a disadvantage, however: it is too light and too elastic. With hybrid forms of construction, the sky’s the limit.


Holz-Hybridkonstruktionen Timber Hybrid Constructions 

Mit 350 m Höhe soll bis 2041 der höchste Holzturm der Welt in Tokio entstehen – ausgerechnet mitten in einem seismisch höchst aktiven Gebiet. Genau genommen ist für den Neubau ein Holzanteil 90 % geplant, für die restlichen 10 % der Konstruktion ist Stahl erforderlich. Das im vergangenen Jahr ange­ kündigte Projekt W350 des Architekturbüros Nikken Sekkei ist nicht der einzige „Super Tall Skyscraper” in Hybridbauweise, der weltweit in Angriff genommen wird. Sicherlich handelt es sich bei all diesen Projek­ ten um Visionen, die in vielen Bereichen noch im frü­ hen Entwicklungsstadium sind und wissenschaftlich von Hochschulen und Forschungsinstituten begleitet werden. Der Trend ist jedoch weltweit unübersehbar: Wer als Bauherr zeigen möchte, dass er nicht nur Macht und Geld besitzt, sondern diese auch verant­ wortungsvoll und nachhaltig für die Gesellschaft ein­ setzen möchte, setzt längst nicht mehr auf absolute Höhenweltrekorde, sondern auf mediale Aufmerk­ samkeit durch nachwachsende Baustoffe mit hohem CO2-Einsparpotenzial. Vom Zweigeschosser zum Hochhaus Gesetzliche Energiestandards und internationale Labels wie LEED, BREEAM und DGNB haben in den vergangenen 20 Jahren dazu beigetragen, dass die globale Immobilienwelt Wert auf einen möglichst niedrigen Energiebedarf während der Nutzung legt. Nun hat sich der Fokus auf die CO2- und Energiebilanz der Baustoffe bei Errichtung und Rückbau verlagert. Im gleichen Zeitraum hat sich auch im Holzbau Entscheidendes verändert, und diese Ver­ änderung tritt jetzt unübersehbar zutage: Noch vor gut 20 Jahren waren zum Beispiel in der Schweiz nur zweigeschossige Holzhäuser genehmigungsfähig. Aufgrund neuer Forschungsergebnisse und einer Anpassung der Brandschutzvorschriften an neue Technologien und Qualitätssicherungssysteme dür­ fen dort seit 2003 bis zu sechs Geschosse in Holz gebaut werden, seit 2015 acht Geschosse und mit Sprinkleranlage und entsprechendem Brandschutz­ konzept können Hochhäuser bis zu 100 m Höhe mit sichtbaren Holzoberflächen errichtet werden. 2019 – das Jahr der realisierten Rekorde Dieses Jahr wird die Latte für unterschiedliche Nut­ zungen und Konstruktionsarten gleich in mehreren Ländern ein gutes Stück höher gelegt: Mit dem 34 m hohen Skaio wurde in Heilbronn das höchste Wohn­ gebäude aus Holz in Deutschland eröffnet. In den mit 60 m höchsten Büroturm aus Holz in der Schweiz zieht in den nächsten Monaten die Hochschule Luzern in Risch-Rotkreuz ein. Weit übertroffen wer­ den beide Projekte von zwei Hochhäusern mit Mischnutzung, dem 85,4 m hohen Mjøstårnet im nor­ wegischen Brumunddal und dem 84 m hohen Holz­ hochhaus HoHo in Wien, die ebenfalls dieses Jahr bezugsreif sind. Wieviel Holzanteil ist möglich? Bei allen Unterschieden haben diese Bauten eines gemeinsam: Tragwerk und Hülle bestehen nicht zu 100 % aus Holz. Bei großen Gebäudehöhen wird ein

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DIe Zeitskala (links) zeigt das Höhenwachstum, das die Holz- und Holz-Hybridbauweise in den letzten zehn Jahren vollzogen hat. Maßgeblich dafür waren zum einen Reformen bei den Brandschutzvorschriften und zum anderen die Entwicklung neuer Verbundkonstruktionen aus Holz und ­B eton. The time span (left) shows the increasing height to which timber and hybridtimber structures have been built over the past ten years – the outcome of reforms to fire-safety regulations and the development of new timber-and-concrete composite forms of construction.

Plans exist to build the tallest timber tower block in the world by the year 2041 with a height of 350 metres – of all places in Tokyo, which lies in a seis­ mically highly active region. To be precise, the proportion of timber foreseen would be 90 per cent. For the remaining 10 per cent of the construction, steel will be necessary. The W350 project by the architects Nikken Sekkei announced last year is not the only "supertall skyscraper" to be undertaken in a hybrid form of construction. All such projects are visions that are still in an early stage of development, but that are scientifically backed by universities and other research institutions. The trend is undeniable, though: anyone with power and wealth who wishes to apply them responsibly and sustainably seeks media attention through the use of renewable building materials with a great potential for CO2 savings. From two-storey to high-rise buildings Over the past 20 years, statutory energy standards and international labels like LEED, BREEAM and DGNB have meant that the worldwide property sector is attaching greater importance to low-energy needs in use. The focus has shifted to the CO2/energy balance of materials. At the same time, there have been significant changes in timber construction. Roughly 20 years ago in Switzerland, for example, building permission was granted only to two-storey structures in timber. From 2003, in the light of new research and changes in fire regulations, buildings of up to six ­storeys could be built there in timber; and since 2015, up to eight storeys. With sprinkler systems and an appropriate fire-protection concept, high-rise blocks up to 100 metres in height may be erected with exposed timber surfaces. 2019 – a year of broken records This year, much greater heights have been allowed in many countries. In Heilbronn, the tallest timber housing development in Germany was inaugurated – the 34-metre Skaio (see p. 66); and in the next few months, the University of Lucerne will move into a

A Wohnungsbau Berlin 2008  Kaden Klingbeil B Wohnungsbau ­Murray Grove, London 2009, Waugh Thistleton Architecs C Büroturm LCT-one, Dornbirn 2012  Herrmann Kaufmann D Wohngebäude Treet, Bergen, 2015  Artec AS

E Studentenwohnheim Brock Commons, Vancouver 2015 Acton Ostry F Wohnturm Skaio, Heilbronn 2019 Kaden + Lager G L oftbüros 25 King Street, Brisbane 2018, Bates Smart H Universitätsgebäude Arbo, RischRotkreuz 2019 Büro Konstrukt

­M anetsch Meyer I Mixed Use-Hochhaus Mjøstårnet, Brumunddal 2019 Voll Arkitekter J Mixed Use-Hochhaus HoHo, Wien 2019, Rüdiger Lainer + Partner

A Housing development, Berlin, 2008; Kaden Klingbeil B Murray Grove ­h ousing development, London, 2009; Waugh Thistleton Architects C LCT-One office tower, Dornbirn, 2012; Hermann Kaufmann D Treet housing ­d evelopment,

Bergen, 2015; Artec AS E Brock Commons ­s tudent hall of residence, Vancouver, 2015; Acton Ostry F Skaio housing tower, Heilbronn, 2019; Kaden + Lager G 25 King Street loft offices, Brisbane, 2018; Bates Smart

H University building, Rotkreuz, 2019; Büro Konstrukt Manetsch Meyer I Mjøstårnet mixeduse tower block, Brumunddal, 2019; Voll Arkitekter J HoHo mixed-use tower block, Vienna, 2019; Rüdiger Lainer + Partner


30 Essay 

X Hybridbau – Holz­ außenwände, Oliver Fischer, Werner Lang, Stefan Winter, Edition Detail, München 2019, 112 Seiten pages, Text Deutsch German Darko Todorovich

Brock Commons student hall of residence, Vancouver (below): set above each other, the timber columns are connected by hollow steel tubes. The laminated crossboarded slabs, were laid on plugs in the heads of the columns without downstand beams.

Life Cycle Tower One, Dornbirn (oben): Vier tragende Holzstützen sind bereits vor der Montage in ein Außenwandelement integriert. Die Stirnseite der Verbunddeckenelemente ist als integrierter Betonsturz ausgebildet.

Life-Cycle Tower One, Dornbirn (above): four load-bearing ­t im-ber columns were incorporated in an ­e xternal wall element prior to its erection. The composite floor ­e lements were constructed with integral concrete beams.

Das Bürogebäude 25 King Street in Brisbane (rechts) ist eines der wenigen HolzHybridgebäude, bei denen das Tragwerk architektonisch zelebriert wird: im loftartigen Großraum als Decke, hinter horizontalen Glasbändern an der Fassade und im Erdgeschoss als frei stehende V-Stützen.

The 25 King Street office block in Brisbane (right) is one of the few hybrid timber buildings in which the load-bearing structure is celebrated in the architecture: in deep loft-like spaces in the floors behind horizontal, glazed facade strips, and in the free-­ standing V-columns on the ground floor.

Tom Roe

www.naturally wood.com

Studentenwohnheim Brock Commons, ­Vancouver (unten): ­ Die übereinander stehenden Holzstützen sind über Stahlrohrverbindungen ineinandergesteckt. Die Flachdecken aus Brettsperrholz sind ohne Unterzug in Dornen an den Stützenköpfen aufgelegt.

10.2019  ∂


Holz-Hybridkonstruktionen Timber Hybrid Constructions 

Vorteil des nachwachsenden Baustoffs zum größten Nachteil: Holz ist leicht und elastisch. Dabei sind der Schallschutz und das Abheben durch Windsog nicht die einzige Herausforderung. Tückisch sind die Schwingungen durch horizontale Windlasten, die bei zu hoher Beschleunigung in den oberen Geschos­ sen als sehr unangenehm empfunden werden. Um sie auf ein beherrschbares Maß zu reduzieren, bietet sich ein massiver Kern aus Stahlbeton an, der in wirt­ schaftlichen Wandstärken dimensioniert werden kann. Ganz im Gegensatz zu einem aussteifenden Kern aus Brettsperrholzplatten, der Wandstärken von weit über einem Meter aufweisen müsste, um die erforderliche Steifigkeit zu erreichen. Schnittstellenminimierung mit System Bei den Decken und Stützen ist es dagegen gelun­ gen, Teile des ursprünglichen Skeletts aus Stahl­ beton oder Stahl durch Holz zu ersetzen. Mit dem Trend zu Materialkombinationen rückte jedoch eine wesentliche Herausforderung jeder Hybridkonstruk­ tion in den Mittelpunkt: die Schnittstelle zwischen den Materialien, die meist von unterschiedlichen Gewerken verbaut werden. Nicht selten machen Ungenauigkeiten, Verzögerungen durch schlechte Witterungsverhältnisse oder die im Material imma­ nente Feuchtigkeit des Stahlbetons die Vorteile der vollautomatisierten Vorfertigung des Holzbaus zunichte. Toleranzen im Rohbau sind bereits in der Ausschreibung auf ein Minimum zu reduzieren, bei großen Bauvorhaben in Holz-Hybridbauweise hat sich die BIM-Methode weltweit durchgesetzt, inklu­ sive exakter zeitlicher Taktung zwischen dem Gießen des Betons und Montage des Holzbaus. Zur Quali­ tätssteigerung und um Bauzeit sowie Kosten zu ­minimieren, entstehen zunehmend standardisierte Systeme, die Schnittstellen auf ein Minimum reduzie­ ren. Beim 2012 eröffneten Life Cycle Tower One in Dornbirn wurde erstmals eine in langer Forschungs­ arbeit entwickelte Verbunddecke aus Brettschicht­ holzrippen und einer dünnen Betonplatte in der Praxis eingesetzt. Über den fassadenbündigen Stüt­ zen ist die Betonplatte bis zur Unterkante der Holz­ rippen als massiver Unterzug heruntergezogen. Auch bei den Fassadenelementen wurde getrennte Bau­ teile – vier Stützen und das raumabschließende ­Holzrahmenelement – bereits im Werk zu einer ­Montageeinheit vormontiert. Ein Schweizer Holz­ bauer hat das System dieser Rippendecke abgewan­ delt und versetzt zuerst Stützen mit Holzunterzügen entlang der Außenwand. Die überstehende Beton­ platte des Deckenelements wird anschließend mit dem Unterzug vergossen (siehe S. 82). Holztürme ohne Stahlbetonkern Einige Architekten und Bauherrn versuchen den Holzanteil noch höher zu treiben und verzichten auf Stahlbetonkerne. Sämtliche Wände des neunge­ schossigen Wohnungsbaus Murray Grove in London, bei seiner Eröffnung 2009 das weltweit höchste Wohnhochhaus aus Holz, bestehen aus tragenden Brettsperrholzplatten, sogar die des Aufzugs­ schachts und des Treppenhauses mit Ausnahme des

31

Da sich Holz bei Punktbelastungen quer zur Faserrichtung stark verformt, dürfen Stützen nicht direkt auf Unterzügen aus Holz stehen. Since point loading transverse to the grain of wood causes heavy deformation, columns may not stand directly on timber downstand beams.

60-metre-high tower in Risch-Rotkreuz – the tallest ­timber office block in Switzerland. Both projects will, however, be far exceeded by two timber high-rise structures with mixed uses to be completed this year: the 85.4-metre Mjøstårnet in Brumunddal, Norway, and the 84-metre HoHo in Vienna. What proportion of timber is possible? All these projects have one thing in common: the load-bearing structure and the outer skin do not consist to 100 per cent of timber. With very tall buildings, one great advantage of this regrowable material is at the same time a great disadvantage: timber is light and elastic, but that creates problems in terms of sound insulation and lifting off the ground through wind suction. Vibrations caused by horizontal wind loads, especially on the upper floors, are a further complication. One means of controlling this is with a solid concrete core, which can be dimensioned with economically viable wall thicknesses – in complete contrast to a bracing core of cross-laminated timber, where the thickness would have to be greater than a metre to achieve the requisite rigidity.

Beim Studentenwohnheim Brock Commons in Vancouver sind die Stützen über eine Stahlrohrverbindung ineinander gesteckt.

Minimizing interfaces systematically In the case of floors and columns, on the other hand, timber members have, in part, successfully come to replace elements that were once seen as part of a concrete or steel skeleton structure. With the trend to combining materials, however, a major challenge of all hybrid forms of construction has emerged, namely the interfaces between various building materials, which are usually handled by different trades. Not uncommonly, imprecision, delays caused by bad weather, or the intrinsic moisture in concrete counteract the advantages of fully automated prefabrication with timber. In the case of large-scale projects in a hybrid timber form of construction, the BIM method has established itself internationally. This includes a precisely timed sequence between pouring the concrete and the assembly of the timber components. As a means of increasing quality and of diminishing the construction time and costs, more and more systems are being developed to reduce interfaces to a minimum. In the Life Cycle Tower One, opened in Dornbirn in 2012, a composite floor construction, consisting of laminated timber ribs and a thin concrete slab, was introduced for the first time. The concrete slab is drawn down as a solid beam over the columns – which are flush with the facade – to the underside of the timber ribs. Similarly, with the facade elements, individual construction members – four columns and the enclosing timber frame – were assembled at works into a single unit. A Swiss timber construction firm modified this ribbed floor system and first erected columns with timber downstand beams along the outer wall. Subsequently, the projecting concrete slab of the floor element was cast, together with the beams (see page 82).

Brock Commons student hostel, Vancouver: columns are connected by hollow steel sleeves.

Timber towers without concrete cores Some architects and clients seek to increase the proportion of timber used and eliminate concrete cores.

Beim Hochhaus Suurstoffi 22 in Rotkreuz bilden Ausklinkungen des Stützenkopfes die Auflager für die Deckenunterzüge. Der restliche Holzquerschnitt nimmt die Vertikalkräfte der darüber liegenden Stütze auf. High-Rise Suurstoffi 22 in Rotkreuz: notches in the heads of the ­c olumns form the ­b earings for the floor beams. The residual timber cross-section bears the vertical loads from the column above.


34 Dokumentation Documentation10.2019  ∂

Meditationshaus bei Garmisch-Partenkirchen Meditation House near Garmisch-Partenkirchen Kengo Kuma and Associates und Studio Lois

Tragwerksplaner Structural engineers: Ejiri Structural Engineers, Frühholz+Wörmann HLS-Planer Services planning: A3 JP


Kengo Kuma and Associates und Studio Lois35

Lageplan  Maßstab 1:4000 1 Meditationshaus 2 Baumhaus 3 Torhaus 4 Haupthaus Hotel

2 4 3

Site plan scale 1:4000 1 Meditation house 2 Tree house 3 Gatehouse 4 Main building: hotel

Hotel Kranzbach GmbH/Anneliese Kompatscher

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36 Dokumentation Documentation10.2019  ∂

Ein Raum der Stille mitten im Wald erwartet die Gäste des Hotels „Das Kranzbach“ nahe Garmisch-Partenkirchen. Vom Haupthaus führt ein schmaler Pfad auf die kleine Lichtung, in die der neue Meditationspavillon behutsam zwischen hohe ­Fichten gesetzt wurde. Der 18 × 8 m große, von einer facettierten Zeltdachfläche beschirmte Baukörper ist großflächig verglast. Nur nach Osten zeigt er sich mit einer geschlossenen Hülle aus diagonal ineinander gesteckten Tannenbrettern. An den beiden Längsseiten löst sich die hölzerne Schale sukzessive auf, während sie sich im Innenraum als raumbildende, fast skulpturale Holzstruktur fortsetzt: Hier wird sie zur teils durchlässigen, teils opaken Wandbekleidung und entwickelt sich unter der Dachfläche des Meditationsraums zu einem ­Baldachin, der eine schützende und warme Atmosphäre ausstrahlt. Die gestaffelte Holzstruktur fasst den Raum, der sich über die rahmenlosen Verglasungen zur Umgebung öffnet. Die gläserne Hülle ist als Witterungsschutz nötig, doch da das Glas kaum wahrnehmbar ist und der Waldboden bis an die ­Fassaden fließt, fühlen sich Besucher wie im Freien auf einer Plattform zwischen Bäumen. Durch die in mehreren Lagen kreuzweise geschichtete Holzstruktur wird das Sonnenlicht wie durch das Geäst von Bäumen gestreut und verbindet so subtil Innen und Außen. Die Struktur erinnert an einen auskragenden Holzstapel, übernimmt jedoch keine tragende Funktion. Das Gebäude ist in Hybridbauweise erstellt, die Konstruktion ist dem Raumerlebnis unterge-

A place of tranquillity in the middle of the woods awaits guests of the Kranzbach Hotel near Mittenwald, Germany. A narrow path leads from the main building to a small clearing, where the new meditation pavilion has been carefully set between tall spruce trees. The 18 × 8 m building, sheltering beneath a faceted tent-like roof, is extensively glazed. Only on its eastern face does it present a closed outer skin, consisting of interlocking fir planks set on the diagonal. The timber facades to the two long sides dissolve progressively, but internally this construction continues as a space-forming, almost sculptural wooden design. Here, it is in the form of partly diaphanous, partly opaque wall cladding; beneath the roof of the meditation area, however, it forms a space-enclosing canopy. This staggered timber structure ­envelops the room, which opens on to the surroundings via frameless glazing. The glazed skin provides protection against the elements, but since the glass is scarcely perceptible and the forest floor comes right up to the facade, visitors have the impression of simply being on a platform beneath the trees. Light falls between the members of the multilayer criss-cross timber structure like daylight between the surrounding branches, thus subtly linking inside and outside. The wooden construction has a decisive influence on the spatial effect and the warm atmosphere of the pavilion, but it has no load-bearing function. The building was created in a hybrid form, and the construction is subordinate to the spatial experience. The enclosed rooms on the west side – tea room,

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Hotel Kranzbach GmbH/Anneliese Kompatscher

Kengo Kuma and Associates und Studio Lois37

Schnitt • Grundriss Maßstab 1:200 Section • Floor plan scale 1:200

1 Meditationsraum 2 Teezeremonie 3 Küche 4 Vorraum 5 Lager

1 Meditation space 2 Tea ceremony 3 Kitchen 4 Vestibule 5 Store

ordnet. Die geschlossenen Räume an der Westseite – Teeraum, Sanitärbereich und Lager – befinden sich im Gebäudekern aus Ortbeton. Ein Stahlprofil als Randträger überspannt die verglasten Fronten; er liegt auf ausbetonierten 120 × 120 mm großen Stahlstützen auf. Auch das Dachtragwerk besteht aus Stahlprofilen. Die abgehängten Holzelemente vermitteln Leichtigkeit und Geborgenheit zugleich. Allerdings erforderte die Realisierung der aus 1600 massiven, 30 mm starken Brettern zusammen­ gesetzten Struktur eine aufwendige logistische Vorbereitung und hohe Präzision beim Aufbau. Zimmerer und Schreiner arbeiteten hier eng zusammen. Sämtliche Bauteile wurden im Werk vor­ gefertigt und durchnummeriert angeliefert. Vor Ort wurden die einzelnen Bretter ineinandergesteckt und über die gesamte Höhe mittels Gewindestangen aus Edelstahl verspannt. Alle Oberflächen blieben naturbelassen. Während die Bretter der Innenräume geschliffen wurden, sind diejenigen im Freien ­gehobelt. Ihre künftige Patina wird sich dem Silbergrau der Baumstämme angleichen, sodass sich der Pavillon noch stärker in die umgebende Natur integriert. CF

Isometrie Dachaufbau Isometric of roof ­c onstruction

6 Zinkeindeckung 7 Tragkonstruktion Stahlprofile und Stahlbeton 8 Holzstruktur aus Tannenbrettern

6 zinc covering 7 load-bearing structure: steel sections and concrete 8 timber structure: fir planks

sanitary spaces and store – are housed within an in situ concrete core. Spanned above the glazed fronts, steel G-girders are borne by 120 × 120 mm hollow steel columns filled with concrete. So too, the bearing structure of the roof consists of steel, beneath which the suspended timber elements convey a sense of lightness, peace and security. Admittedly, the implementation of the structure, which ­consists of 1,600 solid planks 30 mm thick, required enormous logistic preparation as well as great precision. There was a close collaboration between carpenters and joiners. All building components were prefabricated at works and delivered consecutively numbered to the site, where the individual planks were laid in interlocking manner and braced over their full height with stainless-steel threaded rods. All surfaces were left in a natural state. While the planks in the interior were smoothed, those ­externally were simply planed, so that they will acquire a silver-­ grey patina resembling that of the trees in the forest, and the pavilion will be integrated even more closely into the surrounding natural environment. CF


David Schreyer

38 Dokumentation Documentation10.2019  ∂


Kengo Kuma and Associates und Studio Lois39

Die Tannenbretter der inneren und äußeren Holzstruktur sind ineinandergesteckt und über Gewindestangen verspannt.

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The fir planks of the timber construction were laid in interlocking form and braced with threaded rods.

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Schnitt Maßstab 1:20

Section scale 1:20

  1 Z inkeindeckung 3 mm Noppenbahn 10 mm Dachdichtung Bitumenbahn Vollschalung 24 mm Hinterlüftung/Lattung 50 mm Unterdachbahn regensicher Holzfaserdämmplatte druckfest 120 mm Brettsperrholz Fichte f­ ünflagig 100 mm   2 S tahlprofil HEA 240    3  Stahlträger HEB 500   4 Holzelement Decke: Weißtanne geschliffen 300/30 mm, Länge unter­ schiedlich   5 G ewindestange Edelstahl M8   6 Abstandshülse Edelstahl   7 Dreischichtplatte Weißtanne 19 mm   8 Träger Stahlprofil HEB 600 mit Brandschutzanstrich   9 Putz, Spachtelung zement­ gebundene Bauplatte, wasser­ beständig Hohlraumdämmung Mineralwolle 10 Dreischichtplatte Lärche ­deckend lasiert 19 mm 11 D reifachvergasung in FichteAluminium-Rahmen 12 Holzelement Fassade: ­Weißtanne gehobelt 300/30 mm, Länge unterschiedlich 13 Verbundstütze Stahlrohr aus betoniert R 120/120 mm 14 Parkett zweilagig 17 mm aus Decklage Eiche gebürstet, weiß geölt 5 mm und Tragschicht Sperrholz Birke 12 mm Heizestrich 80 mm Trittschalldämmung EPS 30 mm Installation/Lüftungskanal/ Schüttung Perlite 120 mm Wärmedämmung XPS 140 mm Bodenplatte Stahlbeton wasser undurchlässig 300 mm Sauberkeitschicht 15 Edelstahlhülse auf Edelstahl­ platte geschweißt, mit Streifenfundament verschraubt

  1 3 mm sheet-zinc roofing 10 mm dimpled membrane bituminous sealing layer 24 mm wood boarding 50 mm ventilating layer/battens rainproof membrane 120 mm pressure-resistant wood-fibre insulating slab 100 mm five-layer spruce cross laminated boarding   2 steel G-section 240 mm deep   3 steel G-beam 500 mm deep   4 soffit cladding: 30/300 mm smoothed silver-fir planks of various lengths   5 Ø 8 mm stainless-steel threaded rod   6 stainless-steel spacer sleeve   7 19 mm three-ply silver-fir sheeting   8 steel G-girder 600 mm deep with fire-resistant coating   9 rendering; cement-bonded ­c onstruction board ­ water-resistant mineral-wool insulation to cavity 10 19 mm three-ply larch sheeting with opaque coating 11 triple glazing in spruce and aluminium frame 12 wood element facade: 30/300 mm, planed, silver-fir planks of various lengths 13 120/120 mm composite column: steel SHS filled with concrete 14 17 mm two-layer parquet flooring: 5 mm oak brushed-finish top layer oiled white; 12 mm birch plywood bearing layer 80 mm underfloor heating screed 30 mm EPS impact-sound ­i nsulation services/ventilation duct/ 120 mm perlite filling 140 mm extruded polystyrene thermal insulation 300 mm waterproof reinf. concrete floor; blinding layer 15 stainless-steel sleeve welded to stainless-steel plate screw-fixed to strip foundation

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96 Produkte Products10.2019  ∂

Gebäudehülle Building Envelope

Fassaden Dächer Facades Roofs

Wunschbeschichtung für Fassadenglas Desired Coating for Facade Glass

schiebung durch Änderung einer Teilschicht – dann wird justiert und optimiert. Anschließend wird eine visuelle Simulation erstellt. Zum Schluss fertigt das Unternehmen auf dem angeschlossenen Interpane Coater im bayerischen Plattling binnen einer Stunde die ersten Samples auf Basis der gewählten Konfiguration. Der anschließende Produktionsprozess für die komplette Fassade ähnelt einer Standardbeschichtung. Ein neues Produkt zu definieren, dauert einen Tag – neben der individuellen Beschichtung ist die Zeitersparnis also ein weiterer Vorteil. Das bislang größte Projekt, das mit diesem Service ent­ wickelt wurde, ist der Vista Tower in Chicago von Studio Gang Architects. Für den Vista Tower liefert das Unternehmen eine Fassadenverglasung mit wechselnden Schichttönungen – Fertigstellung des Gebäudes ist im Frühjahr 2020.

Ein neuer Service ermöglicht es Architekten, individuelle Beschichtungen für Fassadengläser zu entwickeln, die genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Coating on Demand heißt dieser Service, entwickelt hat ihn der Glashersteller AGC Interpane. Herz des Services ist eine Rendering-Software von AGC Glass Europe, die beschichtetes Glas in realistischen Einbausituationen farbecht simuliert. Im Hintergrund arbeitet eine Software, die alle produzierbaren Schichtkombinationen, Glastypen und Scheibendicken umfasst. Der Architekt erhält so die Möglichkeit, mit allen denkbaren Konfigurationen zu experimentieren. Sind alle technischen und ästhetischen Eigenschaften definiert, überprüft die Software, ob es bei den gewählten Schichten zu Problemen kommen kann, zum Beispiel zu einer Farbver-

AGC Interpane

Studio Gang nutzten Coating on Demand, um das beschichtete Glas in realistischen Einbausituationen am Vista Tower in Chicago zu simulieren.

W Weitere Informationen zum Thema Further information about the topic detail.de/produkte

zinterpane.com

Studio Gang used Coating on Demand to simulate the coated glass in realistic ­i nstallation situations on the Vista Tower in Chicago.

A new service enables architects to develop individual coatings for facade glass that are precisely tailored to their needs. In addition, their effect can be colourfast simulated. The service called Coating on Demand has been developed by glass manufacturer AGC Interpane. The heart of the service is a rendering software by AGC Glass Europe that simulates coated glass in realistic installation situations. A software runs in the background containing all the producible layer combinations, glass types and pane thicknesses, allowing the architect to experiment with all conceivable configurations. Once all the technical and aesthetic properties have been defined, a check is made to see whether there are any problems with the selected layers – for example a colour shift

due to alteration of a partial layer. Then adjustment and optimisation are carried out, followed by the creation of a visual simulation. ­Finally, the first samples based on the selected configuration are ­created within one hour on the connected Interpane Coater in Plattling, Bavaria. The subsequent production process for the entire facade is similar to that for a standard coating. Defining a new product takes one day. In addition to the individual coating, this time saving is another advantage. The largest project to be realised to date with this service is the Vista Tower in Chicago by Studio Gang Architects. For the Vista Tower, the company is supplying facade glazing with changing layer tints. The completion of the building is planned for spring 2020.


Kongress PERSPEKTIVE LAND Prognosen Planungen Projekte

Das Leben auf dem Land hat Zukunft. Beim diesjährigen DETAIL Kongress „Perspektive Land – Prognosen, Planungen, Projekte“ am 16. Oktober in Stuttgart präsentieren Experten aktuelle Trends und richtungsweisende Bauvorhaben.

MODERATION REFERENTEN u.a.

Sandra Hofmeister, DETAIL, München

Programmänderungen vorbehalten

Vom Kontext zum Konzept Andreas Glatzl, Architekturbüro Snøhetta, Innsbruck (AT) Warum kanns Blaibach? Peter Haimerl, Peter Haimerl . Architektur, München Holzbau – für die Stadt neu entwickelt, vom Land geprägt Markus Lager, Kaden+Lager, Berlin in Kooperation mit Karl-Heinz Roth, Züblin Timber Kommunale Bauten in Holz HEUTE und MORGEN Fredi D’Aloisio, D’Aloisio Architekten, Konstanz in Kooperation mit Reinhold Müller, müllerblaustein Schraubenwerk Gaisbach – Laubholz extrem Christoph Dünser, Hermann Kaufmann + Partner ZT GmbH, Schwarzach (AT), in Kooperation mit Pollmeier Baukultur machen Menschen wie du und ich! Doris Gugler, Landluft – Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen, Moosburg/Wörthersee Vom Donut-Effekt zum Krapfen-Effekt – Wie die Belebung der Ortsmitte gelingt am Beispiel von Trofaiach in der Steiermark Korbinian Kroiß, nonconform ideenwerkstatt GmbH, Wien/Berlin Maisons Duc: Haus, Straße, Städtchen Götz Menzel, GayMenzel Architekten, Monthey (CH) Für eine Baukultur der Transformation: Fokus Land Mark Michaeli, Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land, TU München

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Bücherei Kressbronn: „Immer gewesen sein was ich bin und doch so anders als ich war.“ Thomas Steimle, Steimle Architekten, Stuttgart

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Mittwoch, 16. Oktober 2019, 10 bis 18 Uhr Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart

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Transformation. Der Ort erzeugt die Idee. Georg A. Poensgen, Fakultät für Baukonstruktion, Wohnungsbau und Entwerfen, Hochschule Koblenz n

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Kultur als Rohstoff – Tanz, Theater und Musik erwecken ein Bergdorf in Graubünden zu neuem Leben Giovanni Netzer, Origen-Theater, Graubünden (CH)

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Informationen und Anmeldung unter detail.de/detailkongress Partner:

Ideelle Partner:


108 Produkte Products

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Befestigen von Naturstein Fastening of Natural Stone

Fixieren von Betonplatten Fixing of Thin Facade Slabs

Bildmotive auf Fertigbeton Images on Concrete

Zur Befestigung der Travertin-Platten an Fassade und Dach eines neuen Verwaltungsgebäudes im kroatischen Kastav kamen Unterkonstruktionssysteme der BWM Fassadensysteme zum Einsatz, die zur Unternehmensgruppe Fischer gehört.

Dünne, großformatige Betonplatten mit textiler Bewehrung lassen sich mit dem System FPA-SL30 von Halfen an der Fassade befestigen. Die Platten können durch das aus Hängezuganker und Horizontalanker bestehende Element an der Tragkonstruktion befestigt werden.Das Verankerungssystem erhielt Ende 2018 die bauaufsichtliche Zulassung. Der Hersteller verspricht eine einfache und schnelle Montage der Platten durch Justierbarkeit in alle Richtungen. Eine zusätzliche Unterkonstruktion sei nicht nötig. Der kleinere Lasteintrag und das um etwa 70 % geringere Gewicht der textilbewehrten Platten ermöglichen auch den Einsatz bei Sanierungsprojekten. Bei Neubauten lässt die geringere Stärke der Platten dickere Dämmschichten zu beziehungsweise bei gleichbleibender Dämmschichtstärke einen Gewinn der Gebäudenutzfläche.

Mit dem Logo- beziehungsweise Fotobetonverfahren von Fabrino lassen sich Bildmotive auf Betonfertigteile übertragen. Im Gegensatz zu Matrizen spielt der Einfluss von Licht und Schatten bei der Betrachtung des fertigen Betonelements keine Rolle. Durch die abschließende Imprägnierung werden die Abbildungen vor Schmutz und eventuellen Ausblühungen geschützt. Das Motiv wird in einem Druckverfahren mit Abbindeverzögerer auf eine spezielle Folie übertragen. Die Folie wird in die Schalung eingelegt, anschließend der Beton eingefüllt. Nachdem der Beton ausreichend fest ist, wird das entschalte Fertigteil mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet. Durch die Wechselwirkung von ausgewaschenen Flächen und Bereichen mit glatter Beton-oberfläche kommt das Motiv zum Vorschein.

zhalfen.de

zfabrino.eu

Halfen has developed the FPA-SL30 system for fixing thin, large-format concrete slabs to facades. The panels, which are considerably lighter with textile reinforcement than with the reinforcing steel reinforcement, can be fastened to the supporting structure using the element consisting of the suspension anchor and horizontal anchor. The anchoring system was approved by the building authorities in Germany at the end of 2018. The adjustability in all directions means straightforward and fast assembly. An additional substructure is unnecessary. The smaller load input and the approximately 70 % lower weight of the textilereinforced panels also make them suitable for use in refurbishment projects. The reduced thickness of the slabs allows thicker insulation layers or, with the same insulation layer thickness, an increase in the usable floor area.

With Fabrino’s logo- and photo-concrete processes, images can be transferred onto precast concrete components. In contrast to matrices, the influence of light and shadow plays no role when looking at the finished concrete element. The final impregnation protects the images from dirt and possible efflorescence. The motif is transferred to a special film in a printing process with a setting retarder. The foil is placed in the formwork and the concrete is filled in. Once the required firmness has been achieved in the concrete, the demoulded precast element is processed with a high-pressure cleaner. The interplay between washed-out surfaces and areas with smooth concrete surfaces reveals the motif.

Keratek d.o.o.

zfischer.de

To fasten the travertine panels to the facade and roof of a new administration building in Kastav, Croatia, substructure systems from BWM Fassadensysteme, which belongs to the Fischer Group, were used.

Advertorial

heroal

Corporate News

Modulare Fassadensysteme aus Aluminium Anzeige Die etablierten heroal C 50 AluminiumFassadensysteme erfüllen die steigenden Advertising Anforderungen an Energieeffizienz in der Gebäudehülle sowie den zunehmenden Wunsch nach Individualisierungsmöglichkeiten gleichermaßen. Zur Erweiterung des Portfolios hat das Unternehmen Einsatzelemente und Möglichkeiten zur harmonischen Integration weiterer Systeme entwickelt, mit denen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der heroal Fassadensysteme um zukunftsweisende Lösungen ausgebaut werden.

zheroal.de/architekten


Gebäudehülle Building Envelope

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Paillettenkleid aus Schiefer Slate Facade

Immergrünes Feinsteinzeug Green Porcelain Stoneware

In der Neuen Frankfurter Altstadt sind 15 Häuser exakt nach historischem Vorbild und 20 Neuinterpretationen nach Vorgaben der Gestaltungssatzung für das Dom-Römer-Quartier entstanden. Dazu gehört auch das schmale Haus „Am Markt 10“, das durch eine moderne Schieferfassade in klassischer, Altdeutscher Deckung von Rathscheck Schiefer charakterisiert ist. Das Berliner Büro Von Ey Architektur entwarf den Bau samt seinem „Paillettenkleid“. In vier Stufen verspringt die symmetrisch aufgebaute Fassade über einem Ladengeschäft im Erdgeschoss. In den ersten drei Wohngeschossen sind Erker ausgebildet, die von drei Fenstern gerahmt werden. Im Dachgeschoss weicht die Deckung ab. Statt der üblichen Rechtsdeckung laufen die Decksteine in einer Links- beziehungsweise Rechtsdeckung aus.

Eine Wandbekleidung als Dekorelement, das hat Casalgrande Padana mit der Feinsteinzeugkollektion Limpha entwickelt. Die Platten binden dank der Technologie Bios Self Cleaning bei Sonnenlicht die in der Luft enthaltenen Schadstoffe und zersetzen den Schmutz, der sich auf der Oberfläche der Fliesen ablagert. Regenwasser spült den Schmutz dann aufgrund der hydrophilen Oberfläche der Keramik weg. Eine 1000 m2 große Fassadenbekleidung mit Bios Self Cleaning reinigt nach Angaben des Herstellers so viel Luft wie ein Wald der Größe eines Fußballfeldes und eliminiert so viel Stickoxide, wie 70 Autos über einen Tag verteilt ausstoßen. Die Platten sind 120 × 240 cm groß und in drei Oberflächenvarianten erhältlich: Arborea, Gelsomino und Edera. Limpha eignet sich für innen und außen.

zrathscheck.de

Atmungsaktive Fassadenrinne

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Of the 35 buildings in the New Frankfurt Old Town, 15 have been built precisely according to historical records and 20 reinterpreted according to the design-statute specifications for the Dom-Römer quarter, including the narrow building “Am Markt 10”, which is characterised by a modern slate facade in the “Altdeutsche Deckung” style by Rathscheck Schiefer. Berlin office Von Ey Architektur has designed the facade and roof cladding as a kind of sequin dress that spans the volume like a skin or curtain. The facade juts out in four levels above a shop on the ground floor. The front is symmetrical. The first three residential floors include bays which are framed by three windows, while the cladding of the top floor differs. Instead of being laid from left to right throughout, the slates are laid from either left to right or right to left starting from the central window.

With the Limpha porcelain stoneware collection, Casalgrande Padana has developed a wall covering as a decorative element. Thanks to the Bios Self Cleaning technology, the tiles in sunlight bind the pollutants contained in the air and the decomposing dirt deposited on their surfaces. Rainwater then washes away the dirt thanks to the hydrophilic ceramic surface. According to the manufacturer, 1000 m2 of facade cladding with Bios Self-Cleaning clean as much air as a forest the size of a football field and eliminate as much nitrogen oxide as 70 cars emit throughout the day. The tiles are 120 × 240 cm large and available with three different surface types: Arborea, Gelsomino and Edera. Limpha is suitable for indoor and outdoor use.

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136 Contributors

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Contributors

Kaden + Lager Ganz dem Holz verschrieben hat sich das Berliner Architektur­ büro Kaden+Lager samt seinem 25-köpfigen Team. Seit 2015 entwirft, plant und baut Tom Kaden gemeinsam mit dem gelern­ ten Zimmerer Markus Lager verschiedene Baugruppenprojekte bis hin zu Mietwohnungen für Wohnungsbaugenossenschaften in Berlin, Hamburg, München und Heilbronn. Immer wieder stel­ len sie die Eignung des Holzes zum Einsatz in der Stadt unter Beweis, vor allem im Wohnungsbau. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Entwicklung von Lösungen mit und für die Nutzer. Als Vorreiter des mehrgeschossigen Holz-Hybridbaus im innerstäd­ tischen Bereich erhielten sie 2015 den Deutschen Holzbaupreis. Mit ihrem Aushängeschild, dem Skaio, erstellte das Duo Deutschlands derzeit höchsten Holzbau (Seite 66ff.).

Compagnie-O Offenheit und Vielseitigkeit bezeichnen Francis Catteeuw und Joke Vermeulen als Schlüsseleigenschaften ihres Architektur­ büros in Gent. Die beiden Architekten arbeiten seit 2002 zusammen und lehrten in der Vergangenheit an der Hochschule Sint-Lukas in Brüssel sowie an der Katholischen Universität ­Leuven. Vielseitig sind sowohl die Projekte, denen sie sich wid­ men – in den letzten drei Jahren realisierte Compagnie-O unter anderem Wohn- und Verwaltungsgebäude, eine Sportschule und einen Pavillon für die belgische Küstenwache – als auch deren ­Formensprache, die keine einheitliche Handschrift erken­ nen lässt. Stattdessen setzen die Architekten auf maximale Offenheit gegenüber jeder neuen Bauaufgabe, getreu dem Motto ­„Mit einem Problem zu tanzen ist unendlich effektiver, als es bloß anzustarren.” Bezeichnend für diese Haltung ist auch die Grundschule in Lebbeke, die Compagnie-O mit einer stadtraumprägenden Schutzwand gegen die vorbeiführende Einfallstraße abgeschirmt hat (Seite 40ff.). zcompagnie-o.be

Anne Groß

Christophe van der Eecken

zkadenundlager.de

The architecture office of Kaden+ Lager and their 25-member team in Berlin are devoted to wood. Since 2015, Tom Kaden and Markus Lager, a trained carpenter, have been designing, planning and building various residential building projects including rental apartments for housing cooperatives in Berlin, Hamburg and Heilbronn. They have repeatedly demonstrated how timber is

suitable for use in the city, particularly in housing construction. The focus of their work is on the development of solutions with and for ­users. As pioneers of multi-storey timber hybrid buildings in inner-­city ­a reas, they were awarded the German Timber Construction Prize in 2015. With their flagship product, the Skaio, the duo built Germany’s highest wooden building to date (p. 66).

According to Francis Catteeuw and Joke Vermeulen, openness and versatility are key aspects of their practice in Ghent. The two architects have been working together since 2002. Both have held teaching positions at SintLukas University in Brussels and the Catholic University of Leuven. They have undertaken a wide variety of projects. In the last three years, Compagnie-O have de-

“We design timber structures that last” is the motto of the engineering office launched by Pirmin

Jung in 1996. After training as a carpenter, Jung studied wood engineering in the Department of

Pirmin Jung

Pirmin Jung „Wir gestalten den Holzbau tragend” lautet das Motto des Inge­ nieurbüros für Tragwerksplanung, Bauphysik und Brandschutz, das Pirmin Jung 1996 aus der Taufe hob. Nach absolvierter Zim­ mermannslehre studierte Jung Holzbau an der Schweizerischen Hochschule für die Holzwirtschaft in Biel. Heute beschäftigt das Unternehmen, das er mit einem siebenköpfigen Team leitet, rund 70 Mitarbeiter in der Schweiz und in Deutschland. Neben klei­neren Bauten planen sie wegweisende Projekte wie das mit 60 m höchste Holz-Hybridgebäude der Schweiz, das in diesem Jahr in Risch-Rotkreuz bezogen wird (Seite 82ff.).

signed residential and administrative buildings, a sports school and a pavilion for the Belgian Coast Guard. Nor does their formal language reveal a uniform signature; instead, the architects take on each new building task with an open mindset – true to their motto, “Dancing with a problem is infinitely more effective than just staring at it.” This approach is evident in the primary school in Lebbeke, which Compagnie-O shielded from an adjacent access road with a protective wall that simultaneously shapes the urban space (p. 40). Architecture, Wood and Civil Engineering in Biel, part of Bern University of Applied Sciences. Today he manages the company with a team of five, and employs around 70 people in Switzerland and Germany. They have planned smaller as well as groundbreaking projects, such as the new 60 m timber hybrid building in Risch-Rotkreuz – the highest of its kind in Switzerland (p. 82). zpirminjung.de


26 Impressum Imprint10.2019  ∂

Impressum Imprint

Zeitschrift für Architektur + Baudetail Review of Architecture + Construction Details ISSN 0011-9571/B 2772 DETAIL Business Information GmbH Messerschmittstr. 4, 80992 München Munich, Germany Tel. +49 (0)89 381620-0 Fax: +49 (89) 381620-877 www.detail.de www.detail-online.com Postanschrift  Postal Address: Postfach PO Box: 500205, 80972 München Munich, Germany Geschäftsführung  Managing Director: Michael Hengstmann Redaktion Editorial: Tel. +49 (0)89 381620-866 redaktion@detail.de Dr. Sandra Hofmeister (Chef­­re­dak­ teurin Editor-in-Chief, V. i. S. d. P., SaH), Jakob Schoof (stellvertretender Chef­­re­dak­teur Deputy Editor-inChief, JS), Sabine Drey (SD), Frank Kaltenbach (FK), Steffi Lenzen (SL), Julia L ­ iese (JL), Theresa Mörtl (Praktikantin Intern), Peter Popp (PP), Edith Walter (EW), Heide Wessely (HW), Barbara Zettel (BZ) Claudia Fuchs (CF) (freie Mitarbeit Freelance Contributor) Assistenz   Editorial Assistants: Michaela Linder, Laura Oberhofer, Jasmin Rankl, Maria Remter Gestaltung  Design: strobo B M (Matthias Friederich, Julian von Klier, Monnier Ostermair), München Munich, Deutschland German CAD-Zeichnungen CAD-Drawings Dejanira Ornelas Bitterer, Marion ­G riese, Barbara Kissinger, Martin Hämmel, Emese M. Köszegi Ralph Donhauser (freie Mitarbeit Freelance Contributor) Herstellung Production, DTP Peter Gensmantel (Leitung Manager), Michael Georgi, Cornelia Kohn, Roswitha Siegler, ­Simone Soesters Fotografen dieser Ausgabe Photographers of this issue: Rune Abrahamsen, Bernd ­B orchardt, Marco Cappelletti, Christoph van der Eecken, Kuster Frey, Laurian Ghinitoiu, Brigida González, Anne Groß, Sandra ­H ofmeister, Rasmus Hjortshøj,

­ ertha Hurnaus, Anneliese H ­Kompatscher, Erik Lefvander, ­D avid Matthiessen, ­R asmus ­N orlander, Tim Roe, Pep Sau, ­D elfino Sisto Legnani, Richard John Seymour, Hisao S ­ uzuki, ­D avid Schreyer, Darko Todorovich, Tim van de Velde

Abonnementverwaltung und Adressänderungen Subscriptions and Address Changes: Vertriebsunion Meynen, Grosse Hub 10, 65344 Eltville, Deutschland Germany Tel. +49 (0)  61 23-92 38-211 Fax: +49 (0)  61 23-92 38-212

Autoren dieser Ausgabe  Authors of this issue: Pirmin Jung, Stephan Trüby

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DETAIL erscheint 10× jährlich am 28. Dezember / 1. März  /  1. April / 2. Mai / 3. Juni / 15. Juli / 2. Septem­ ber / 1.  Oktober / 4. November /  2. Dezember / plus 2 × jährlich das Sonderheft ­D ETAIL inside DETAIL appears 10 times a year on 28 December / 1 March / 1 April / 2  May / 3 June / 15 July / 2 Sep­tember / 1 October / 4 November / 2  December plus 2 special issues of DETAIL inside Bezugspreise: Abonnement 10 Aus­ gaben zzgl. 2 Sonderhefte DETAIL inside   Prices for 10 issues DETAIL plus 2 special issues DETAIL inside Inland Germany: € 197 Ausland Other countries: € 197 /  CHF 251 / £ 137 / US$ 251 Studenten Students: Inland Germany: € 105 Ausland Other countries: € 105 / CHF 137 / £ 76 / US$ 133 DETAIL Einzelheft DETAIL single issues: € 19,40 / CHF 28 / £ 15 / US$ 25.50 DETAILinside Einzelheft DETAIL inside single issue: € 19,40 / CHF 28 / £ 15 / US$ 25.50 Ausland zzgl. MwSt., falls zutreffend. Alle Preise zzgl. Versand­ kosten. Abonnements 6 Wochen vor Ablauf kündbar. Für Studenten­ abonnements gilt: Studien­ bescheinigung erforderlich. Other countries plus VAT, if applicable. All prices plus shipping costs. Proof of student status must be provided to obtain student rates. Konto für Abonnementzahlungen  Bank details for subscriptios: Deutsche Bank München BLZ 700 700 10 · Konto 193 180 700 IBAN: DE24700700100193180700 SWIFT: DEUTDEMM

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Mit dem Auto durchs Kulturzentrum: Blox von OMA: Drive-through Cultural Centre: Blox by OMA

10.2019

Zeitschrift für Architektur + Baudetail Review of Architecture + Construction Details Hybride Konstruktionen Hybrid Forms of Construction

Bei Nichtbelieferung ohne Ver­ schulden des Verlages oder i­nfolge von Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag. No claims can be accepted for non­-­ delivery resulting from industrial disputes or where not caused by an omission on the part of the publishers. Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 51 Verbreitete Auflage II. Quartal 2019: 20 570 Exemplare + 2242 Exemplare aus früheren ­B erichtszeiträumen  Current valid advertising rates are listed on Rate Card No. 51. Circulation 2nd Quarter 2019: 20,570 copies + 2,242 copies from previous reporting periods. Dieses Heft ist auf chlorfrei­ gebleichtem Papier g ­ edruckt.  This journal is printed on chlorine-­ free bleached paper. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung. Für Vollständigkeit und Richtigkeit aller Beiträge wird keine Gewähr übernommen. 

Teilen unserer Ausgabe liegen Beilagen nachstehender Firmen bei. Supplements from the following ­c ompanies are included in parts of our issue. Etex (Exteriors) UK Ltd., Burton upon Trent, Staffordshire,GB Runge GmbH & Co, Bissendorf, Osnabrück Stebler Glashaus AG, Oensingen, CH XPO Kortrijk, Kortrijk, B

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DETAIL 10/2019 - Hybride Konstruktionen / Hybride constructions  

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