Ukraine / dérive – Zeitschrift für Stadtforschung, Heft 88 (3/2022)

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No 88

Zeitschrift für Stadtforschung

dérive

dérive – Zeitschrift für Stadtforschung N o 88

dérive

UKRAINE

»Die Wurzeln der »Euromaidan-Proteste »lagen in der Selbst­ »organisation, … sie »hat das Engagement »der Menschen für »die politische Beteili­ »gung in der Ukraine »seit dem Ende der »Proteste geprägt.«

Jul — Sept 2022

UKRAINE

Emily Channell-Justice, S. 18

ISSN 1608-8131 9 euro

dérive

Jul — Sept 2022

Kyjiw, Charkiw, Moderne, Architektur, Sozialistische Stadt, Mariinsky-Park, Stadtgeschichte, Aneignung, Euromaidan, Selbstorganisation, Zivilgesellschaft, Linke, Putin, Iwan Iljin, Faschismus, Russland, Anti-Corona-Proteste, Raumnahme, Kunst-Mediation, Mitbestimmung


Editorial Ursprünglich hatten wir geplant, die Sommerausgabe dem Thema ›rechte Raumnahme‹ zu widmen. Die Coronademos, die Samstag für Samstag über Monate hinweg manchmal zigtausende Menschen veranlassten, sich auf den Straßen Wiens zu versammeln, waren ebenso unerwartete wie verstörende Ereignisse. Unerwartet vor allem deswegen, weil es abgesehen von mehr als überschaubaren Demonstrationen aus dem Dunstkreis der FPÖ oder von den Identitären in den letzten Jahrzehnten (in Wien) keinerlei nennenswerte rechte Präsenz auf der Straße gab. Verstörend, weil die Zusammensetzung der Protestierenden von seltsamen ›linken‹ Gruppierungen, ›alternativen‹ Esoteriker*innen über christliche Fundamentalist*innen bis zu Nazis und Faschist*innen zumindest auf den ersten Blick doch überrascht hat. Als am 24. Februar Russland die Ukraine überfiel, hat das Thema rechte Raumnahme dann noch einmal eine ganz andere Dimension bekommen. Die Konzeption des Schwerpunkts hat sich deswegen verschoben. Das vorliegende Heft widmet sich vorrangig der Ukraine, und zwar nicht dem aktuellen Kriegsgeschehen, darüber war und ist täglich mehr als genug zu lesen und zu hören, sondern ukrainischen Städten und der ukrainischen Gesellschaft. Ganz sind wir dem Ursprungsthema allerdings nicht untreu geworden. Daniel Mullis und Paul Zschokke haben einen Artikel über Rechte Raumnahme und performative Politik in Freiberg geschrieben, weil sich an diesem Beispiel besonders gut zeigen lässt, wie sich neue organisatorische und politische Strukturen bilden und was, angefangen von der Selbstverharmlosung der Teilnehmer*innen als ›besorgte Bürger‹ bis zur Sehnsucht nach Aufgehobenheit und Anerkennung in einer sich widerständig gerierenden Gemeinschaft, zentrale Kennzeichen der Bewegung sind. Die Ukraine und ihre Städte haben in dérive bisher leider, so müssen wir eingestehen, keinerlei Rolle gespielt. Dass wir mit dieser Ignoranz nicht alleine dastehen, macht die Sache nicht besser. Am Beginn der Zusammenstellung des Schwerpunkts stand ein Vortrag der ukrainischen Architektin und Architekturhistorikerin Ievgniia Gubkina. Auf Einladung von IG Architektur and Claiming*Spaces/TU Wien sprach sie Anfang April in Wien über Ukrainian heritage of leftist urbanism under Russian threat. Für dérive hat sie ihr Vortragsmanuskript überarbeitet und wir haben es für diese Ausgabe übersetzt. Im Zentrum des Artikels steht die Moderne der Zwischenkriegszeit inklusive des sowjet-ukrainischen Konstruktivismus in Charkiw und die Gefahr, die diesem Erbe im aktuellen Krieg droht. Ein weiterer Artikel basiert auf einem jüngst in Wien gehaltenen Vortrag. Emily Channell-Justice, Direktorin des Temerty Contemporary Ukraine Program an der Harvard University, referierte am IWM (Institut für die Wissenschaften vom Menschen) über ›Self-Organization‹ as Ukraine’s New Culture of Civic Engagement. Den Ausgangspunkt dieser neuen Kultur der Selbstorganisation sieht sie vor allem in der EuromaidanBewegung 2013/14 verankert, die für die Unterzeichnung des

Assoziierungsabkommens mit der EU demonstrierte. Selbstorganisation in der Ukraine ist auch Thema des kommenden Buches von Channell-Justice. Wenn es einen Platz in der Ukraine gibt, den fast jede*r kennt, dann ist das der Maidan in Kyjiw, wo die erwähnten Proteste stattgefunden haben. Ganz in der Nähe des Maidan befindet sich der Mariinsky-Park. Auch er hat bei Euromaidan eine Rolle gespielt, nämlich als Sammelpunkt des ›Anti-Maidan‹ und als Ort, an dem Anhänger*innen des Euromaidan verletzt und getötet wurden. Autor des Artikels, der die historische Entwicklung des Parks zu einem politischen Raum und das komplexe Zusammenspiel von Macht und Gesellschaft bei der Gestaltung einer Stadtlandschaft nachzeichnet, ist Serhy Yekelchyk, der am Rande des Mariinsky-Parks aufwuchs und heute Professor für Geschichte und Slawistik an der University of Victoria in Kanada ist. Auch wenn Russland schon seit 2014 die territoriale Integrität der Ukraine missachtet und im Osten des Landes kriegerische Handlungen gesetzt hat, rechnete wohl niemand mit einem solch umfassenden Krieg Russlands gegen die Ukraine, wie er nun seit über vier Monaten tobt. Warum niemand damit gerechnet hat, überrascht allerdings doch ein wenig, liest man Aussagen Putins über die Ukraine aus den letzten Jahren und sieht man sich an, welchen ideologischen Einflüssen er sich geöffnet hat. Einer von ihnen ist der 1954 in der Schweiz verstorbene, faschistische russische Philosoph Iwan Iljin, den Putin verehrt und immer wieder gerne zitiert. Timothy Snyder, bekannter Experte für u. a. die russische und die ukrainische Geschichte, hat 2018 einen Text über Iljins Ideologie und deren Fan Wladimir Putin geschrieben, den wir hier in der von Eurozine veröffentlichten deutschen Übersetzung nachdrucken, weil er einiges zum Verständnis der Situation beiträgt. Trigger warning: Hoffnung im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Verhältnisse schöpft man nach der Lektüre keine. Gerne hätten wir noch mehr Beiträge über die Ukraine untergebracht, aber die Zeit war knapp und der Platz im Heft ist es ebenso. Wir verweisen auf die am 9. Juli beginnende Ausstellung What can be done? Praktiken der Solidarität im öffentlichen Raum von Traiskirchen, an der auch ukrainische Künstler*innen beteiligt sind. Wir empfehlen das Veranstaltungsprogramm des IWM (iwm.at/upcoming-events) im Auge zu behalten und beispielsweise das ukrainische Netzwerk Operation Solidarity (operation-solidarity.org) oder die Wiener Initiative Office Ukraine. Shelter for Ukrainian Artists (artistshelp-ukraine.at) zu unterstützen. Im Magazinteil gibt es neben dem schon erwähnten Text zu rechter Raumnahme ein weiteres Interview von Ursula Maria Probst in ihrer Serie zu Kunst im öffentlichen Raum bzw. zu öffentlicher Kunst. Auskunft gibt diesmal Gerrit Gohlke von der in mehreren europäischen Ländern aktiven Initiative Neue Auftraggeber. Oliver Ressler macht uns in seinem Kunstinsert Carbon and Captivity auf die Methode Carbon Capture and Storage aufmerksam, von der er befürchtet, dass sie sich zu einem »internationalen Flaggschiff des Green­ washing fossiler Energie« entwickeln könnte. Stand with Ukraine! Christoph Laimer

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»Der sozialistische Realismus zielte

also darauf ab, das

historische Narrativ zu verändern und

das modernistische Erbe des nationalen

ukrainischen Kommunismus zu überdecken.« Ievgeniia Gubkina, S. 12

ANGEBOT: ABONNEMENT + BUCH* 8 Ausgaben (2 Jahre) dérive um 56,–/75,– Euro (Österr./Europa) inkl. ein Exemplar von: Zoran Smiljanicˇ, Blaž Vurnik Plecˇnik Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler Wien: bahoe books, 2022 22 x30 cm, Graphic Novel 144 Seiten, 22,00 Euro

Bestellungen an: bestellung@derive.at *Solange der Vorrat reicht

dérive Zeitschrift für Stadtforschung

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Inhalt 01 Editorial CHRISTOPH LAIMER Schwerpunkt 04—12 Das ukrainische ERBE des linken URBANISMUS unter russischer BEDROHUNG IEVGENIIA GUBKINA 13—19 SELBSTorganisation als neue KULTUR des zivilgesellschaftlichen Engagements in der UKRAINE EMILY CHANNELL-JUSTICE 20—29 Der ideologische PARK Wie der Garten des Zaren in Kyjiw zu einem modernen politischen Raum wurde SERHY JEKELCHYK 30—31, 37—41 Gott ist RUSSE TIMOTHY SNYDER

Magazin 42—48 RECHTE Raumnahme und performative POLITIK in FREIBERG Zum ›Spaziergang‹ mit den Freien Sachsen gegen die Coronapolitik PAUL ZSCHOCKE, DANIEL MULLIS 49—54 Kunst denkt in MÖGLICHKEITEN, nicht in Zwängen URSULA MARIA PROBST, GERRIT GOHLKE Besprechungen 55—60 Diskursfeld Doppelhaushälfte S.55 Der Prozess der Produktion von Karten S.56 Damals, in der Gegenwart der Zukunft S.57 Handbuch für Stadtmacher*innen S.58 Deep Talk! Oder: Fühle ein Erdbeben! S.59 68 IMPRESSUM

Kunstinsert 32—36 Oliver Ressler Carbon and Captivity BARBARA HOLUB, PAUL RAJAKOVIC

– dérive – Radio für Stadtforschung Jeden 1. Dienstag jeden zweiten Monat von 14.00 bis 14.30 Uhr in Wien auf ORANGE 94.0 oder als Webstream http://o94.at/live. Sendungsarchiv: https://derive.at/radio

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IEVGENIIA GUBKINA

Das ukrainische ERBE des linken

URBANISMUS unter

russischer BEDROHUNG

Schwerpunkt Freiheitsplatz 1932 (Masterplan Viktor Trotsenko, 1924) mit Blick auf das Derzhprom (Architektur: Sergei Serafimov, Samuil Kravets, Mark Felger, 1925—1928). Foto — Kharkiv Historical Museum

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dérive No 88 — UKRAINE

Charkiw, Moderne, Ukraine, Architektur, Kultur, Kunst, Städtebau, Wohnbau, Klubs, Sozialistische Stadt, Neue Ökonomische Politik, Sozialistischer Realismus, Aneignung

Zu behaupten, Architektur sei unpolitisch, ist absurd. Wahrscheinlich ist sie eine der sozialsten und politischsten Tätigkeiten. Behauptete jemand, das architektonische Erbe sei nicht politisch, würde ich dagegen argumentieren und auf die beschädigten und zerstörten Gebäude in historischen ukrainischen Städten nach Raketeneinschlägen und Beschuss durch russische Streitkräfte verweisen.


EMILY CHANNELL-JUSTICE

SELBSTorgani­sation als neue

KULTUR des zivilgesell­­­schaftlichen Engagements in der Selbstorganisation, Maidan, Ukraine, Staatsversagen, Zivilgesellschaft, Krieg, Linke, Freiwilligenarbeit

UKRAINE

Euromaidan, Kyjiw, Platz der Unabhängig­ keit, Jänner 2014. Foto — Teteria Sonnna, Jänner 2014 (CC BY 2.0)

Der vorliegende Text basiert auf den Schlussfolgerungen meines demnächst erschei­ nenden Buchs Without the State: Selbstorganisation und politischer Aktivismus in der Ukraine. Darin verfolge ich im weitesten Sinn linke, studentische und feministische Aktivist*innen vor und während der Euromaidan-Proteste 2013–2014 in Kyjiw. Meine Schlussfolgerung fokussiert darauf, wie Selbstorganisation, ein Konzept, das ich auf linkes politisches Denken zurückführe, nach dem Ende der Proteste neues Leben gewann und das politische Engagement seit 2014 weiter prägt. In seiner grundlegendsten Definition ist Selbstorganisation die Idee, dass, wenn etwas getan werden muss und eine Person dazu in der Lage ist, sie es einfach tun sollte. In diesem Beitrag werde ich untersuchen, wie dieses Konzept das politische und zivilgesellschaftliche Engagement nach dem Maidan geprägt und die Ukrainer*innen auf eine robuste Reaktion auf Putins Invasion im Februar 2022 vorbereitet hat. Emily Channell-Justice — SELBSTorganisation als neue KULTUR des zivilgesellschaftlichen Engagements in der UKRAINE

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SERHY JEKELCHYK

Der ideologische PARK

Wie der Garten des Zaren in Kyjiw zu einem modernen politischen Raum wurde Die Euromaidan-Revolution in der Ukraine (2013–14) hat ihren Namen von Kyjiws zentralem Platz, dem Maidan Nezalezhnosti oder Unabhängigkeitsplatz, erhalten. Dort kampierten die Anhänger*innen der Revolution und die Kyjiwer *innen strömten in Scharen dorthin, als eine Niederschlagung drohte. Bei der Wahl dieses Ortes stützten sich die Revolutionär*innen auf eine lange Tradition öffentlicher Protestkundgebungen, die insbesondere während des Hungerstreiks der Student*innen 1990 und der Orangenen Revolution 2004–2005 dort abgehalten wurden. Zu Sowjetzeiten diente der Chreschtschatyk-Boulevard, der den Platz kreuzt, auch als wichtigster Paradeplatz der Stadt und der ukrainischen Republik; dies machte ihn und den Hauptplatz, auf dem sich in der späten Sowjetzeit die Ehrentribüne der Regierung befand, zum wichtigsten Ort für symbolische politische Aktionen

Der Mariinsky-Palast ist heute die offizielle Residenz des Präsidenten der Ukraine und dient hauptsächlich repräsentativen Zwecken. Foto — Gnesener1900 (CC BY-SA 4.0)

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Zelte von pro-russischen Demonstranten 2007 im Mariinsky-Park. Die Proteste galten dem pro-westlichen Präsidenten (2005—2010) Viktor Juščenko. Bei der auf dem Banner angeführten Nationalen zivilen Organisation — All-ukrainische Militärunion handelte sich im Wesentlichen um eine Gruppe, die Armee-Veteranen für (bezahlte) Protestaktionen organisierte. Foto — Andrej Romanenko (CC BY-SA 3.0)

in der Ukraine. Indem sie auf dem Maidan kampierten, bedrohten die Demonstrant*innen nicht die eigentlichen Sitze der Behörden, denn das Parlament und die Regierungsgebäude befanden sich im oberen Teil der Stadt, zwar nicht weit vom Maidan entfernt, aber auf einem steilen Hügel. Stattdessen forderten sie die Behörden im öffentlichen Raum heraus, indem sie den Hauptplatz der Stadt und den traditionellen Knotenpunkt des politischen Spektakels für sich beanspruchten (siehe Jekelchyk 2015, 1–4).


TIMOTHY SNYDER

Gott ist RUSSE

Der 1883 in Moskau geborene russische Philosoph Iwan Iljin starb 1954 vergessen im Schweizer Exil. Seine Wiederentdeckung verdankt er Putins Regime. Putin selbst zitiert ihn gerne und fördert die Verbreitung seiner Schriften. 2005 wurden Iljins sterbliche Überreste nach Moskau gebracht und im Beisein von Putin am Friedhof des Donskoj-Klosters feierlich beigesetzt. Der vom Faschismus begeisterte Iljin sah Russland als Volkskörper, der nur als geistige, sprachliche und kulturelle Einheit existieren kann. Die Ukraine war für ihn stets ein organischer Teil dieses Russlands. Iljin, Ideologe der anti-bolschewistischen Weißen Bewegung und glühender Antisemit, ist Vordenker einer Politik, die Demokratie strikt ablehnt. Dass die Gedankenwelt so einer Figur im heutigen Russland tatsächlich prägend ist, beweist der aktuelle Krieg gegen die Ukraine auf tragische Weise. Man könnte, meint Timothy Snyder, in Iljin den Propheten unseres Zeitalters sehen.

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Faschismus, Putin, Iwan Iljin, Kleptokratie, Rechtsstaat, Totalitarismus, Russland, Sowjetunion

Iwan Iljin — Der Denker von Mikhail Nesterow (1921, Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg); Quelle — Wikimedia Commons


Kunstinsert Oliver Ressler Carbon and Captivity Wer derzeit nach Berlin kommt, hat noch bis 31. Juli die Gelegenheit, Olivers Resslers Barricading the Ice Sheets im Berliner Kunstverein n.b.k. anzusehen. Dabei handelt es sich um ein 2019 vom FWF gefördertes Forschungsvorhaben zur Klimagerechtigkeitsbewegung, welches den Kampf und die damit verbundenen Protestaktionen gegen den Klimawandel begleitet. Als Einzel­­ ausstellung wurde das Projekt erstmals in der Camera Austria in Graz gezeigt, gefolgt von einer Ausstellung im Museum of Contemporary Art Zagreb. Es wird heuer noch in der Tallinn Art Hall in Tallinn und kommendes Jahr im The Showroom in London und in Spanien im LABoral Centro de Arte y Creación Industrial in Gijón zu sehen sein. Die Themen, die Oliver Ressler für seine Projekte aussucht, stehen meist noch vor einem breiten Diskurs, wiewohl sie politisch und gesellschaftlich äußerst brisant sind. Vielmehr sind es die dahinterliegenden Machtstrukturen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Ressler zu seinen künstlerischen Projekten macht. So auch bei Carbon and Captivity, wo es um ein Verfahren geht, das CO2 beim Raffinerievorgang extrahieren und dann im Meeresboden in ehemalige Ölreserven verpresst bzw. gespeichert werden soll (Carbon Capture and Storage). Diese noch unausgereifte Methode wird aber bereits als eine zukunftsweisende Möglichkeit von der Industrie gefeiert. Mehr noch: Es werden von der Industrie riesige Förderungen von der EU für die Entwicklung dieser Methode beantragt und bezogen. Natürlich bedient CCS die Komfortzone kapitalistischer Strukturen unter Beibehaltung fossiler Brennstoffe. CCS soll wohl als internationales Flaggschiff des Greenwashing fossiler Energie etabliert werden. Oliver Ressler misstraut CCS im höchsten Maße und begibt sich dafür nach Norwegen, nördlich von Bergen in das Technology Centre Mongstad, wo die größte Versuchsanlage steht. Dort dreht er seinen 33-minütigen Film, dessen Stills auch die Basis für dieses Insert bilden. Gleich am Anfang widmet er den Film ganz im Sinne Donna Haraways allen zukünftigen Generationen und Arten. In vier Kapiteln nähert er sich zuerst über den Meeresboden dem sensiblen Kontext der Nachbarschaft zur Versuchsanlage, um dann nach der Erklärung des Entwicklungsstands der Methode in den letzten beiden Kapiteln kritische Fragen hinsichtlich Technologie, Kapital und Gesellschaft zu stellen. Das Insert benötigt nur drei Bilder, um die Kontrastierung der norwegischen Vegetation und der Raffinerieanlage mit ihren schwindelerregenden Höhen von Schornsteinen als Umweltterminator erscheinen zu lassen. Die drei Bilder, erweitert um den Titel Carbon and Captivity, führen virulent zu CCS (Carbon Capture and Storage) und lassen auch ganz unabhängig Fragen aufkommen: Wie sicher ist diese Methode? Könnte das CO2 nicht wieder aus dem Meeresboden entweichen? Könnte hier ein ähnlicher Effekt wie bei der Entweichung von Methan aus aufgetautem Tundraboden auftreten? Welche Gefahren bietet diese Methode für die Nachwelt? Kann dieses Verfahren womöglich zur zukünftigen ›Klimabombe‹ ausarten? Verzögert sich der Ausstieg aus fossiler Energie damit nur noch mehr? Der in Knittelfeld geborene Oliver Ressler studierte bis 1995 an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er auch heute seinen Lebensmittelpunkt hat. Ressler war Teilnehmer der Documenta 14, hat unter anderem den Internationalen Medienkunstpreis des ZKM in Karlsruhe und den Schweizer Kunstpreis Prix Thun für Kunst und Ethik erhalten. Neben den erwähnten Ausstellungen Barricading the Ice Sheets sind derzeit noch die Gruppenausstellungen arm&reich im Dom Museum Wien (bis 28. August) und Homosphere in der Kunsthalle Mainz (bis 25. September), an denen Oliver Ressler mit Arbeiten beteiligt ist, zu sehen, sowie die Einzelausstellung Assets must be stranded in State of Concept in Athen (noch bis 24. September). Barbara Holub / Paul Rajakovics

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PAUL ZSCHOCKE UND DANIEL MULLIS

RECHTE Raumnahme und

performative POLITIK Magazin

Zum ›Spaziergang‹ mit den Freien Sachsen gegen die Coronapolitik

›Spaziergang‹ von Querdenker*innen und Rechtsextremen am 29.11.2021 in Freiberg. Die Kleinstadt war eine der Hochburgen der Corona-Proteste. Foto — Vue Critique

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Anti-Corona-Proteste, Protestformen, Pandemie, Raumnahmestrategien, PEGIDA, Freie Sachsen, Freiberg, Rechtsextremismus, Querdenken

in FREIBERG


URSULA MARIA PROBST IM GESPRÄCH MIT GERRIT GOHLKE

Kunst denkt in

MÖGLICHKEITEN, nicht in Zwängen Kunst, Dialog, Vermittlung, Auftraggeber, Mitbestimmung, Mediation, Wunschproduktion Ruth Buchanan: Ein Garten mit Brücken (Wirbelsäule, Magen, Kehle, Ohr); Gartenworkshop mit Carolin Pekle, Mönchengladbach; Mediatorin: Kathrin Jentjens; Foto — Florian Wagner, 2021

Ursula Maria Probst — Kunst denkt in MÖGLICHKEITEN, nicht in Zwängen

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Besprechungen Diskursfeld Doppelhaushälfte Vanessa Joan Müller

Monica Bonvicini, Ausstellungsansicht, (c) Monica Bonvicini und Bildrecht, Wien 2022, Foto — Kunsthaus Graz, M. Grabner

Das österreichische Unternehmen Würth ist Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial. Seine Produktpalette umfasst Schrauben, Schraubenzubehör und Dübel, Werkzeuge, chemisch-technische Produkte sowie Arbeitsschutz. Zu den Kund*innen zählen Handwerks- und Industriebetriebe. Seit 1984 produziert Würth zudem jedes Jahr einen Wandkalender mit Aufnahmen lasziv posierender Topmodels im Bikini. Die Bewerbung von Baubedarf mit Pin-Up-Klischees scheint aus der Zeit gefallen, doch die Popularität des Kalenders spricht für sich. Die Auflage beträgt mittlerweile fast 800.000 Exemplare, verschickt werden die Bikini-Beautys an Kund*innen aus mehr als sechzig Ländern. In ihrem Video As Years Go By (2022) montiert Monica Bonvicini fragmentarische Blicke auf die halbnackten weiblichen Körper und Auszüge aus der Produktpalette des Würth-Katalogs. Der Titel ihrer Ausstellung, die eher eine umfangreiche installative Intervention in das Kunsthaus Graz als eine klassische Werkschau ist, passt zu dieser Bestandsaufnahme misogyner Marketingstrategien: I don’t like you very much. Doch ist die Ausstellung mehr als ein feministischer Blick auf die Männerdomäne Baustelle. Bonvicini interessiert sich seit langem für den gebauten Raum

als Sphäre des Sozialen und die ihm impliziten Geschlechterrollen, für die Übergänge zwischen öffentlichem und privatem Raum, wie physischer Raum zu einem psychischen wird und welche Mechanismen unser Verhalten in bestimmten Umgebungen steuern. Architektur als Feld, das vorgeblich auf die Bedürfnisse zukünftiger Bewohner*innen reagiert, tatsächlich aber diese Bedürfnisse meist selbst a priori standardisiert, wird von ihr exemplarisch reflektiert. Auch die Prägung urbaner wie suburbaner Strukturen von politisch-ideologischen und geschlechtspolitischen Überzeugungen findet in Bonvicinis Skulpturen, Videos und Fotoarbeiten Ausdruck. Zentrales Werk der Ausstellung in Graz ist ein in drei Teile zerlegter Holzbau, der in originaler Größe die Konstruktion eine jener Doppelhaushälften reproduziert, wie sie in der Lombardei häufig zu finden sind. Vierzig Fotografien solcher ›Italian Homes‹ aus den späten 1960ern – stets der gleiche Typus – sind ebenfalls Teil der Schau. Die schlichten, zweigeschossigen Häuser mit Satteldach waren für die prototypische Familienkonstellation der damaligen Zeit konzipiert. Ursprünglich idente Bauten, zielten diese in den Jahren ihrer Errichtung darauf ab, homogenen sozialen Gruppen gleiche Wohnbedingungen zu bieten. Heute spiegeln die Häuser in ihrer individuellen Gestaltung – unterschiedliche Farben prägen die beiden Hälften der Fassade, Balkone variieren, Fenster sind anders geordnet – die ökonomischen und demographischen Veränderungen innerhalb jener suburbanen Gemeinden, für die sie entstanden. Die uneinheitliche Ästhetik, oft ein kurioses Nebeneinander von Elementen aus dem Baumarkt, stellt dem modernistischen Wunsch nach Standardisierung und Homogenisierung einen individualistischen Impetus entgegen, der in seinem Streben nach Abgrenzung fast wie ein Ausdruck gestörter Nachbarschaft anmutet. Die Holzkonstruktion (As Walls Keep Shifting, 2019–2022), die diesen Bautypus dreidimensional nachformt, wirkt imposant, in ihrer teilweise gekippten Platzierung im

Besprechungen

Raum aber auch wie kollabiert. Tiefe Tonfrequenzen, die durch die Halle dröhnen, senden irritierende Geräusche aus, die das Unheimliche des wandlosen Eigenheim­ skeletts betonen. Die Architektur des Kunsthauses in ihrer alienhaften Anmutung nimmt diese Atmosphäre auf und projiziert sie zurück auf das, was in ihre biomorphe Form interveniert: Alles wirkt seltsam deplatziert, irgendwie schlecht ausgeleuchtet und in seiner Rechtwinkligkeit von den Aussichtstrichtern, den ›Nozzles‹, durchkreuzt. Der Titel des Werkes ist dem Buch House of Leaves von Mark Z. Danielewski entlehnt, einer aus mehreren Perspektiven erzählten (Horror-)Geschichte über eine Familie, die ein scheinbar ideales Haus auf dem Land errichtet, in dem aber bald wie aus dem Nichts eine neue Kammer erscheint. Auch ist es innen wenige Millimeter größer als außen. An einer Außenwand öffnet sich ein Korridor, der vom Garten aus gesehen nicht existiert, von innen aber in ein lichtloses Labyrinth mit sich immer wieder verschiebenden Räumen führt. So wie das Buch für die verschiedenen Erzählstimmen verschiedene Schrift­t ypen verwendet und der Text in seiner graphischen Erscheinung kippt oder gespiegelt wird, auf dem Kopf steht oder quer über die Seite läuft, bleibt auch Bonvicinis hölzerne Doppelhaushälfte in ihrer Raumsequenz kaum lesbar. In der Holzstruktur selbst ist eine leicht erhöhte, begehbare Ebene – Wohnzimmer oder Garage? – mit bedrucktem Teppichboden ausgelegt. Abbildungen ausgezogener Jeans sind da zu sehen, sie liegen auf flauschiges Bild gewordenen Steinfliesen, Laminat, auf Orientteppichen oder Veloursteppich und signalisieren: Die Bewohner*innen sind daheim und haben sich ihrer Arbeitskleidung entledigt. An der Wand hängt ein skulpturaler Abguss eines Besens, und an einem Balken eine der Schönheiten im Bikini aus dem Würth-Kalender. Mit diesen ist auch die Unterseite der Treppe tapeziert, untermalt vom Sound einer Baustelle. Wo sind wir hier gelandet? Wohnt hier überhaupt schon wer oder haben die Bauarbeiter das Haus okkupiert? Beamen wir uns zurück zum Anfang der Ausstellung. Ein Video auf einem großen Flatscreen am Eingang der Halle lässt uns eintauchen in psychedelische Farben, während der begleitende, leicht dystopisch anmutende Sound durch den

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« r e n r o C e h t d n u »Aro Polyzentrale Stadt für die öko-soziale Transformation

5—9 OKT 2022 Wien www.urbanize.at urbanize_Ins_2022_210x275_1.1.indd 1

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BACKISSUES

dérive Nr. 1 (01/2000) Schwerpunkte: Gürtelsanierung: Sicherheitsdiskurs, Konzept – und Umsetzungskritik, Transparenzbegriff; Institutionalisierter Rassismus am Beispiel der »Operation Spring« dérive Nr. 2 (02/2000) Schwerpunkte: Wohnsituation von MigrantInnen und Kritik des Integrationsbegriffes; Reclaim the Streets/ Politik und Straße dérive Nr. 3 (01/2001) Schwerpunkt: Spektaktelgesellschaft dérive Nr. 4 (02/2001) Schwerpunkte: Gentrification, Stadtökologie dérive Nr. 5 (03/2001) Sampler: Salzburger Speckgürtel, Museumsquartier, räumen und gendern, Kulturwissenschaften und Stadtforschung, Virtual Landscapes, Petrzalka, Juden/Jüdinnen in Bratislava dérive Nr. 6 (04/2001) Schwerpunkt: Argument Kultur dérive Nr. 7 (01/2002) Sampler: Ökonomie der Aufmerksamkeit, Plattenbauten, Feministische Stadtplanung, Manchester, Augarten/Hakoah dérive Nr. 8 (02/2002) Sampler: Trznica Arizona, Dresden, Ottakring, Tokio, Antwerpen, Graffiti dérive Nr. 9 (03/2002) Schwerpunkt in Kooperation mit dem Tanzquartier Wien: Wien umgehen dérive Nr. 10 (04/2002) Schwerpunkt: Produkt Wohnen dérive Nr. 11 (01/2003) Schwerpunkt: Adressierung dérive Nr. 12 (02/2003) Schwerpunkt: Angst dérive Nr. 13 (03/2003) Sampler: Nikepark, Mumbai, Radfahren, Belfast dérive Nr. 14 (04/2003) Schwerpunkt: Temporäre Nutzungen dérive Nr. 15 (01/2004) Schwerpunkt: Frauenöffentlichkeiten dérive Nr. 16 (02/2004) Sampler: Frankfurt am Arsch, Ghetto Realness, Hier entsteht, (Un)Sicherheit, Reverse Imagineering, Ein Ort des Gegen dérive Nr. 17 (03/2004) Schwerpunkt: Stadterneuerung dérive Nr. 18 (01/2005) Sampler: Elektronische Stadt, Erdgeschoßzonen, Kathmandu, Architektur in Bratislava dérive Nr. 19 (02/2005) Schwerpunkt: Wiederaufbau des Wiederaufbaus dérive Nr. 20 (03/2005) Schwerpunkt: Candidates and Hosts

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dérive Nr. 21/22 (01-02/2006) Schwerpunkt: Urbane Räume – öffentliche Kunst dérive Nr. 23 (03/2006) Schwerpunkt: Visuelle Identität dérive Nr. 24 (04/2006) Schwerpunkt: Sicherheit: Ideologie und Ware dérive Nr. 25 (05/2006) Schwerpunkt: Stadt mobil dérive Nr. 26 (01/2007) Sampler: Stadtaußenpolitik, Sofia, Frank Lloyd Wright, Banlieus, Kreative Milieus, Reflexionen der phantastischen Stadt, Spatial Practices as a Blueprint for Human Rights Violations dérive Nr. 27 (02/2007) Schwerpunkt: Stadt hören dérive Nr. 28 (03/2007) Sampler: Total Living Industry Tokyo, Neoliberale Technokratie und Stadtpolitik, Planung in der Stadtlandschaft, Entzivilisierung und Dämonisierung, Stadt-Beschreibung, Die Unversöhnten dérive Nr. 29 (04/2007) Schwerpunkt: Transformation der Produktion dérive Nr. 30 (01/2008) Schwerpunkt: Cinematic Cities – Stadt im Film dérive Nr. 31 (02/2008) Schwerpunkt: Gouvernementalität dérive Nr. 32 (03/2008) Schwerpunkt: Die Stadt als Stadion dérive Nr. 33 (04/2008) Sampler: Quito, Identität und Kultur des Neuen Kapitalismus, Pavillonprojekte, Hochschullehre, Altern, Pliensauvorstadt, Istanbul, privater Städtebau, Keller, James Ballard dérive Nr. 34 (01/2009) Schwerpunkt: Arbeit Leben dérive Nr. 35 (02/2009) Schwerpunkt: Stadt und Comic dérive Nr. 36 (03/2009) Schwerpunkt: Aufwertung dérive Nr. 37 (04/2009) Schwerpunkt: Urbanität durch Migration dérive Nr. 38 (01/2010) Schwerpunkt: Rekonstruktion und Dekonstruktion dérive Nr. 39 (02/2010) Schwerpunkt: Kunst und urbane Entwicklung dérive Nr. 40/41 (03+04/2010) Schwerpunkt: Understanding Stadtforschung dérive Nr. 42 (01/2011) Sampler dérive Nr. 43 (02/2011) Sampler dérive Nr. 44 (03/2011) Schwerpunkt: Urban Nightscapes dérive Nr. 45 (04/2011) Schwerpunkt: Urbane Vergnügungen dérive Nr. 46 (01/2012) Das Modell Wiener Wohnbau

dérive Nr. 47 (02/2012) Ex-Zentrische Normalität: Zwischenstädtische Lebensräume dérive Nr. 48 (03/2012) Stadt Klima Wandel dérive Nr. 49 (04/2012) Stadt selber machen dérive Nr. 50 (01/2013) Schwerpunkt Straße dérive Nr. 51 (02/2013) Schwerpunkt: Verstädterung der Arten dérive Nr. 52 (03/2013) Sampler dérive Nr. 53 (04/2013) Citopia Now dérive Nr. 54 (01/2014) Public Spaces. Resilience & Rhythm dérive Nr. 55 (02/2014) Scarcity: Austerity Urbanism dérive Nr. 56 (03/2014) Smart Cities dérive Nr. 57 (04/2014) Safe City dérive Nr. 58 (01/2015) Urbanes Labor Ruhr dérive Nr. 59 (02/2015) Sampler dérive Nr. 60 (03/2015) Schwerpunkt: Henri Levebvre und das Recht aus Stadt dérive Nr. 61 (04/2015) Perspektiven eines kooperativen Urbanismus dérive Nr. 62 (01/2016) Sampler dérive Nr. 63 (02/2016) Korridore der Mobilität dérive Nr. 64 (03/2016) Ausgrenzung, Stigmatisierung, Exotisierung dérive Nr. 65 (04/2016) Housing the many Stadt der Vielen dérive Nr. 66 (01/2017) Judentum und Urbanität dérive Nr. 67 (02/2017) Nahrungsraum Stadt dérive Nr. 68 (03/2017) Sampler dérive Nr. 69 (04/2017) Demokratie dérive Nr. 70 (01/2018) Detroit dérive Nr. 71 (02/2018) Bidonvilles & Bretteldörfer dérive Nr. 72 (03/2018) Warsaw dérive Nr. 73 (04/2018) Nachbarschaft dérive Nr. 74 (01/2019) Sampler dérive Nr. 75 (02/2019) Sampler dérive Nr. 76 (03/2019) Stadt – Land dérive Nr. 77 (04/2019) Wohnungsfrage dérive Nr. 78 (01/2020) Willkommen im Hotel dérive Nr. 79 (02/2020) Protest dérive Nr. 80 (03/2020) Pandemie dérive Nr. 81 (04/2020) Demokratische Räume dérive Nr. 82 (01/2021) Sampler dérive Nr. 83 (02/2021) Mobilität und Stadtplanung dérive Nr. 84 (03/2021) Place Internationale dérive Nr. 85 (04/2021) Strategien des Wandels dérive Nr. 86 (01/2022) Kunst und Peripherie dérive Nr. 87 (02/2022) Sampler

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Impressum dérive – Zeitschrift für Stadtforschung Medieninhaber, Verleger und Herausgeber: dérive – Verein für Stadtforschung Mayergasse 5/12, 1020 Wien Vorstand: Michael Klein, Christoph Laimer, Elke Rauth ISSN 1608-8131 Offenlegung nach § 25 Mediengesetz Zweck des Vereines ist die Ermöglichung und Durchführung von Forschungen und wissenschaftlichen Tätigkeiten zu den Themen Stadt und Urbanität und allen damit zusammenhängenden Fragen. Besondere Berücksichtigung finden dabei inter- und transdisziplinäre Ansätze. Grundlegende Richtung dérive – Zeitschrift für Stadtforschung versteht sich als interdisziplinäre Plattform zum Thema Stadtforschung. Redaktion Mayergasse 5/12, 1020 Wien Tel.: +43 (01) 946 35 21 E-Mail: mail(at)derive.at

Anzeigenleitung & Medienkooperationen: Helga Kusolitsch, anzeigen(at)derive.at Website: Artistic Bokeh, Simon Repp Grafische Gestaltung: Atelier Anna Liska mit Lucia Elena Průša Lithografie: Branko Bily Coverfoto: Karavaivskyi Overbridge, Kyjiw; Foto: teteria sonnna (CC BY 2.0)

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dérive No 88 — UKRAINE

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No 88

Zeitschrift für Stadtforschung

dérive

dérive – Zeitschrift für Stadtforschung N o 88

dérive

UKRAINE

»Die Wurzeln der »Euromaidan-Proteste »lagen in der Selbst­ »organisation, … sie »hat das Engagement »der Menschen für »die politische Beteili­ »gung in der Ukraine »seit dem Ende der »Proteste geprägt.«

Jul — Sept 2022

UKRAINE

Emily Channell-Justice, S. 18

ISSN 1608-8131 9 euro

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Jul — Sept 2022

Kyjiw, Charkiw, Moderne, Architektur, Sozialistische Stadt, Mariinsky-Park, Stadtgeschichte, Aneignung, Euromaidan, Selbstorganisation, Zivilgesellschaft, Linke, Putin, Iwan Iljin, Faschismus, Russland, Anti-Corona-Proteste, Raumnahme, Kunst-Mediation, Mitbestimmung