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Editorial „Das Lachen ist Amerikas wichtigstes Exportgut.“ Walt Disney

INHALTSVERZEICHNIS Comic: „Eiskalt erwischt“ Interview: Carlo Panaro Serien: Kleine Tierfreunde / Pfötchen & Co / Einfach Tierisch Bastelstübchen: Bei Herrn Düsentrieb daheim M.O.U.S.E. Sammlungen: Teil 16 Länderserie: Finnland Rezension: Walt Disney's Valentine's Classics Galerie: „Menace from the Grotto“

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IMPRESSUM Chefredakteur: Karsten Bracker Mitarbeit an dieser Ausgabe: David Bühring, Wolfgang Kern, André Milewski Design & Layout: Markus Ott, Karsten Bracker Cover: Idee & Zeichnung: Moriz Stangl Gestaltung: Markus Ott E­Mail: kontakt@bertel­express.de Adresse: www.bertel­express.de Redaktionsschluß: 13. Februar 2009 Bertel­Express wird herausgegeben von Primewebdesign.de, erscheint alle drei Monate als PDF­Datei und wird kostenlos über das Internet vertrieben. Alle Abbildungen, wenn nicht anders angegeben, © The Walt Disney Company der Texte © Bertel­Express und die jeweiligen Autoren

Die nächste Ausgabe erscheint am 9. Mai 2010 Redaktionsschluß dieser 22. Ausgabe ist der 3. Mai.

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Comic

Plot: Karsten Bracker, Script, Zeichnungen, Colorierung & Lettering: Anselm Hackenberg

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Interview

Carlo Panaro Geburtstag: 08.12.1962 Familienstand: ledig Wohnort: La Spezia (Italien) Übersetzung aus dem Italienischen: Wolfgang Kern Scans: inducks.org

1. Wie kamst Du zum Zeichnen und wann hast Du damit  angefangen?

Es sind schon mehrere Jahre seit meinen Anfängen als Zeichner vergangen, mein   erstes Script stammt immerhin aus dem Juni 1985. Damals wurde das  „Topolino“ noch von Mondadori produziert.  Schon als ziemlich kleines Kind, ich glaube mit fünf Jahren, liebte ich es,  verschiedene Hefte mit Comics durchzublättern und diese dann mithilfe meiner  Mutter zu lesen, zumeist waren es die mit Disney­Charakteren. Ab 1970 begann  ich das „Topolino“ dann zu sammeln und habe mich in die Charaktere verliebt,  die ich tausende, immer lustige, erfreuliche, mitreißende, einfach schöne  Abenteuer erleben sah. Nachdem mit das Buchhalterdiplom verliehen wurde, habe ich die Mondadori­ Redaktion kontaktiert, um mich dort als Autor zu bewerben. Schon in meiner  Kindheit habe ich viele Geschichten geschrieben und diese in kleinen Heftchen   aufgeschrieben, die ich meiner Schwester schenkte. Mit ein bißchen Eifer konnte   ich Qualitätssprünge machen und ein „wirklich wahrer Autor“ werden. Ich habe   bereits 680 Geschichten verfaßt.

2. Wer ist dein Lieblingscharakter?

Donald, auch wenn Micky ganz knapp hinter ihm folgt. Micky regt mich   besonders an, die Geschichten auf einem höheren Niveau zu schreiben, immer  besetzt mit etwas mysteriösem oder etwas bösem. Donald hingegen ist mir  sympathisch, weil er ein Verlierer ist, aber kämpft, um wieder etwas gutes   zustande zu bringen. Er ist einer von uns, der Nachbar von nebenan mit seinen  Schwächen und Fehlern, die dann wieder seine große Stärke und die Quelle der  Menschlichkeit sind.

3. Hast Du einen persönlichen Lieblingszeichner?

Einer ist zu wenig. Ich würde drei davon auf meinem persönlichem Podium  platzieren, und sie sind alle auf demselben Niveau: Barks, Gottfredson und  Romano Scarpa.

4. Welcher Autor ist dir persönlich am liebsten?

Von den reinen Autoren wähle ich Guido Martina, den Begründer des Begriffes   „Disney aus Italien”.

5. Ist Zeichnen für dich mehr als nur ein Beruf?

Das Schreiben ist eine sehr anstrengende Arbeit, mehr als die meisten Leute  glauben. Einen interessanten Grundgedanken finden, darüber eine gute  Handlung konstruieren, die Idee nochmals überprüfen, vielleicht den Mut haben, alles über den Haufen zu werfen und die Geschichte noch   einmal von vorne zu schreiben...das sind die Arbeitsvorgänge, die sehr viel Zeit beanspruchen, eine große Mühe. Die gute Idee kommt, wenn du  sie am wenigsten erwartest und wenn man gerade nicht die Zeit hat, sie zu bearbeiten, riskiert man, einige Details zu überdenken. Außerdem hat ein Autor im Gegensatz zum Zeichner das Risiko der Unverkäuflichkeit: Wenn ich ein Thema vorschlage, das ich angemessen  finde, es aber abgewiesen wird, habe ich viel dran gearbeitet, vielleicht auch Wochen – umsonst. Das passiert nicht bei einer „normalen“  Antwort, darum ist das Schreiben meiner Meinung nach wirklich aufwändig, aber man akzeptiert das, wenn man die Leidenschaft für eine Arbeit  wie diese besitzt.

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Interview

6. Liest Du selber Comics?

Ja, natürlich, wie jeder, der sich mit dieser Arbeit auseinandersetzt. Ein bißchen aus   Leidenschaft, ein wenig wegen der Kenntnis meines Faches, meine Vorliebe liegt bei  den lustigen Comics.

7. Als du noch ein Kind warst, hast du bereits Comics von Disney oder  anderer Verlage gelesen? 

Ja. Wie ich bereits erwähnt habe, verschlang ich als Kind Disneycomics, aber nicht  nur diese. Zu dieser Zeit, ich meine Ende der 60er bis Anfang der 70er­Jahre, gab es  in Italien viele Zeitschriften für Kinder, die heute, leider, alle ausgestorben sind! Ich  beziehe mich da zum Beispiel auf verschiedene Publikationen des Verlages „Edizioni   Bianconi“, wo auch Disney­Künstler mitarbeiteten. Ihr in Deutschland werdet sie  nicht kennen, aber es waren Hefte, die so ähnlich wie „Popeye“ oder „Felix der   Kater“ aufgebaut waren. Dann gab es noch „Il Corriere die Ragazzi“, „Il  Corrierino die Piccoli Tiramolla“ ... viele Hefte sehr guter Qualität, die uns  hervorragend unterhielten. Heute gibt es leider, abgesehen vom immergrünen   „Topolino“, eine große Lücke im Felde der Comics für Kinder. So nebenbei, auch wegen der oben genannten Gründe, habe ich mit meinem Freund   Luciano Gatto einige kurze Geschichten mit eigenen Charakteren realisiert (ihr  findet sie auf Facebook). Im Moment sind es nur Vorschläge für den  Verlagsredakteur, aber...warum nicht? Vielleicht gibt es sie ja mal auch auf Deutsch.

8. Hast du schon immer als Autor arbeiten wollen? Was hast du vorher  gemacht?  aus Donaldo 2009­03

Comicgeschichten zu schreiben war seit jeher meine Leidenschaft, mein Beruf ist   auch der erste, den ich gemacht habe und was anderes will ich nicht mehr machen, es  macht mir einfach zu viel Spaß.

9. Hast du bestimmte Gewohnheiten beim schreiben, wie Musik hören oder Kekse essen?

Nein, Nein, wenn ich schreibe, versuche ich mich absolut auf die Stille zu konzentrieren und im Gedanken in Entenhausen zu leben, neben den  Charakteren, über die ich meine Geschichte schreibe.

10. Denkst du , dass die neuen italienischen Comics moderner sind als die  anderer Länder? 

Sofern wir die italienischen Comics im Allgemeinen betrachten, fehlen die Neuerungen   in den letzten Jahren ein wenig – und ich denke, daß die wenigen guten Charaktere ein  langes Leben haben könnten. Wenn ihr aber die neuen Vorschläge für Geschichten im   „Topolino“ meint, würde ich sagen, daß sie mir als interessant und auf einem hohen  Level produziert erscheinen.

11. Wie siehst du die Generation der alten amerikanischen Comiczeichner?  Gut, wenn wir von den alten amerikanischen Comiczeichner sprechen, die bei Disney   arbeiteten, habe ich nicht die Sorge, dass das Werk der Größten, wie Barks, Gottfred­  son oder Bill Walsh vergessen werden könnte. Ich denke, dass das, was sie erschaffen  haben, unsterblich ist. Sie waren es und sie werden es immer sein, der echte Geist   Disneys! 

12. Experimentierst du oft an deinen Comics? 

Ich sage euch, ich bin oft auf der Suche nach neuen Erzählarten. Manchmal ist es  diese, in der du eine Geschichte erahnen kannst, durch die du dich dann an sie  erinnerst und sie magst. Zum Beispiel, in “Topolino e il sole nel buio” („Sonne in  der Nacht“ erschienen in LTB Sonderedition, Micky Maus Nr. 3), die Idee, die   Geschichte den Vater (der gleiche Autor) dem Sohn erzählen zu lassen, hat  mich sehr fasziniert.

aus Donald Duck 511

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Interview

13. Was magst du an deiner Arbeit besonders? 

Eine richtige Banalität fällt mir nicht ein, aber das, was ich wirklich mag, ist das  Schreiben der Geschichten.

14. Was sind deine Steckenpferde? 

Ich höre Musik und oft verschiedene Radioprogramme, denn ich denke, dass das Radio die   Fantasie mehr anregt als das Fernsehen… du hörst eine Stimme, die dich fragt: Was wird  er machen, wie wird das Büro, in dem er arbeitet, ausschauen...?  ...und in der schönen Jahreszeit misse ich nicht Spaziergänge und das Meer. 

15. Gibt es eine Person, die du einmal treffen möchtest?

Ähm… Heute vermutlich nicht, ich war nie der große Fan der Kino­, Musik­, oder   Sportstars. Vielleicht verwirrt euch meine Antwort ein bißchen, aber, ich hätte gerne Papst  Johannes Paul II getroffen, einem Mann, der Menschlichkeit und Charisma ausstrahlte,   der, wenn es nach mir geht, die Gegensätze zwischen den Menschen überwand. So ist er   von vielen geliebt worden, auch von den Nicht­Gläubigen. 

16. An welcher Geschichte arbeitest du zurzeit? Möchtest du uns ein paar  Details verraten? 

Gerne. Es handelt sich um “Zio Paperone e il nipote introvabile”, eine Geschichte die am   Ende einer anderen hypothetischen Geschichte anfängt. Sie startet mit Donald, der, nach  der x­ten Katastrophe, flieht und von Onkel Dagobert verfolgt wird. Dann aber, ohne auch   nur Tick, Trick und Track Hinweise zu geben, wo er ist, verschwindet. So reisen der Onkel   und die Neffen zu seiner Suche ab...

17. Möchtest du probieren deine Geschichten auch zu zeichnen? 

Ich habe immer gerne gezeichnet. Manchmal mache ich auch eine Skizze, um zu zeigen,   wie ich eine Karikatur, eine Übersicht, einen Charakter gerne hätte und lege es dem Skript   bei, um dem Zeichner eine Idee zu geben, wie ich mir das so vorstelle. Leider bin ich aber   nicht in der Lage, meine Geschichten zu zeichnen – aber vielleicht mache ich es einmal!

Kurz und Knapp:  Ente oder Maus? Ente Kaffee oder Tee? Kaffee Klassik oder Rock? Rock Harter oder weicher Bleistift? Hart Donald oder Phantomias? Donald Gagstory oder Abenteuer? Gagstory Comic: Kunst oder Produkt? Kunst

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aus LTB 362


Serien

Kleine Tierfreunde/Pfötchen & Co./Einfach Tierisch VON KARSTEN BRACKER ...eines merkt man bei dem Titel dieses Arti­ kels sofort – Beständigkeit war und ist wohl  nie eine Sache der „Disney­Tierzeitschriften“  gewesen, denn schon bevor man 1997 mit der  ersten Ausgabe von Disneys kleine Tierfreun­ de begann, gab es Versuche, Magazine dieser  Art zu etablieren, u.a.  Tick, Trick und Track  (Bericht in BE 7, 1980­1981),  Winnie Puuh   (1980­1982,1999) sowie Strolchi (1990­1992), aber   irgendwie   nagte   inhaltlich   immer   der  Zahn der Moderne an den Heften.

Im  Januar   1997   startete   also   das   erste   Heft  dieser „Serienserie“ mit der ungewöhnlichen  Seitenzahl von 36, von denen dann immerhin  die Hälfte auch Comics waren, bis auf wenige  Ausnahmen   aber  recht  langweilig  und   wohl  mit dem  Hintergrund, diese  in Zeitschriften  für Tierliebhaber im Alter von vier bis maxi­ mal zehn Jahren abgedruckt werden sollten.  Ich besitze Heft 1/1998, was das die zweite  Ausgabe   der   monatlich   erscheinenden   Serie  mit einer Geschichte aus den  Walt Disney's   Comics and Stories­Heften ist (Strolchi), der  Rest waren Comics aus Dänemark, in denen  zumeist   Simba   die   Hauptrolle   spielte   oder  solchen aus Italien, entnommen aus der Serie  Cip & Ciop.

...und   bei   dem   Preis   von   2,20   €   hätte   man  ganze 73 Cent pro Comicseite berappen müs­ sen. Anfang   2003   bennante   man   sich   dann   ein  zweites mal um, dieses Mal in  Einfach Tie­ risch   –  so   heißt   das   Magazin   auch   heute  noch, momentan gibt es fünf bis sechs Seiten  Comics pro Ausgabe, ein Plastik­Extra, Post­ karten und diverse Tier­ und Naturreportagen  –   seit   kurzem   erscheint   das   Heft   alle   zwei  Monate und kostet 2,70 € ­ wem's gefällt...

Im   Juli   2000   wurde   dann   das   Konzept   des  Heftes über den Haufen geworfen und neben  einer  größeren Anzahl  an Tierdokumentata­ tionen gab es nur noch sechs Seiten aus Itali­ en,   was   eigentlich   so   gut   wie   keinen   zum  Kauf eines Heftes für damals 3,90 DM ani­ mieren konnte, aber durch Beilagen wie Sam­ melkarten war es dennoch möglich, das ganze  in Pfötchen & Co. zu retten, wobei man dann  auf die überaus tolle Idee kam, den Comican­ teil zu halbieren, sodaß es in jeder Ausgabe  bei   drei   Seiten   „Hansi  Hase“   (Brer   Rabbit)  blieb...

Nächstes Mal:

Die großen Klassiker

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Bastelstübchen

Bei Herrn Düsentrieb daheim VON DAVID BÜHRING Daniel Düsentrieb ist einer der wenigen Entenhausener Nebenfiguren, die es zu einer eigenen Heftreihe gebracht haben, auch wenn es in  Deutschland nur eine Serie von Rätselheften war. Das ist auch kein Wunder: Bei ihm gesellt sich Jules Verne zur Schulphysik und ergeben  Abenteuer epischen Ausmaßes ­ sogar so sehr, dass seine nachgebauten Erfindungen ganze Ausstellungen füllen. Doch ist Düsentrieb nicht nur  ein simples Arbeitstier ­ auch er nimmt sich ab und zu Zeit, mit seinen Erfindungen Spaß zu haben. Düsentrieb ist nicht von Gier zerfressen und  kann auch kostenfrei und völlig umsonst seine Erfindungen verschenken, selbst bei Auftragsarbeiten, bei denen er sich oft genug den  Kundenwünschen beugen muss. Dieser Daniel hier wurde aus Fimo geformt, der Rest ist authentisches Holz und echter Draht. Dafür müsste kein Küchengerät dran glauben,  sondern Micky­Maus­Magazin­Gimmicks reichten vollkommen aus. (Das ist auch das beste, was man aus ihnen machen kann!)  Gerade bei den Details zeigte die Macherin des Raums ungeahnte Kreativität! Dem Ingeniör ist eben nichts zu schwör!

~ gemacht von Heidemarie Bühring ~

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M.O.U.S.E.

VON MANUEL SCHUMANN Nachdem zum Erscheinen der letzten Ausga­ ben zugegebenermaßen nichts Neues von der   M.O.U.S.E. zu hören war und der Text des­ halb entfallen  ist,  gab es  in letzter  Zeit im­ merhin  einen  neuen   Text.  Und  zwar  wieder   eine Zeitreise­Rezension, an der diesmal un­ sere  Mitglieder   hanze   und   Bertelchen   gear­ beitet haben:  Geplant ist für die nahe Zukunft ein längerer   Artikel über die fantastische LTB­Serie „Es   war   einmal   in   Amerika“,   in   dem   sich   ver­ schiedene   User   mit   einzelnen   Aspekten   der   Saga   beschäftigen   werden.   So   stellen   sich   zum  Beispiel  die  Fragen:  Wie  haben  Micky   und Goofys Vorfahren in die Geschichte von  Amerika eingegriffen? Wie wurden die sozia­ len Verhältnisse und der „American Dream“  in der Saga  beschrieben? Und wie  sieht es   mit   der   Darstellung   der   Ureinwohner   aus?  

Wer sich daran beteiligen, ist herzlich einge­ laden! Auch für neue Forschungsideen sind wir na­ türlich immer offen! Veränderungen gab es auch auf der personel­ len   Ebene:   Potti,   der   bisherige   Leiter   des   M.O.U.S.E.­Forums,   hat   sein   Amt   aus   Zeit­ gründen abgelegt – wir danken für die schö­ ne Zusammenarbeit! Neuer „MOUSE­Man“   ist der vielen sicherlich bekannte User uncle   scrooge,   der   hoffentlich   neuen   Schwung   in  das Projekt bringen wird! Zwinkern Kommen wir nun aber zur letzten Umfrage,   wo die Frage lautete: Wie ist eure Meinung   zu der Serie "Ein Fall für Micky"? So sieht das Ergebnis aus:

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­ Es gibt keine besseren Maus­Comics! (6   Stimmen) ­ Eine tolle Serie! (9 Stimme) ­ Gefällt mir ziemlich gut (4 Stimmen) ­ Ja, ist schon ganz nett aber nix Überragen­ des (1 Stimme) Ein relativ  eindeutiger Tenor  also,   negative   Stimme gab es überhaupt nicht. Einige zählen   „Ein   Fall   für   Micky“   sogar   zu   den   besten   Maus­Geschichten, die überhaupt bisher er­ schienen sind – das hätte ich so nicht erwar­ tet... Wer das Umfrage­Ergebnis aber noch beein­ flussen will, kann das hier tun: http://forum.­ fieselschweif.de/thread­506.html Ansonsten war es das auch schon wieder für  diese zwei Monate – haltet die Ohren steif!


Sammlungen

Teil 16 VON DANIEL WAGNER In   dieser   Ausgabe   des   Bertel­Express'   darf  ich   meine   Comicsammlung   vorstellen.   Ich  sammle   neben   Disney­Comics   auch   noch  sehr   gerne   Western,   wie  Blueberry  oder  Lucky   Luke.   Doch   nun   zu   meinen   Disney­ Comics.   Alles   begann   mit   Milch   –   mit  Milch?   Nun,   wir   erwarteten   Besuch   und  hatten keine Milch mehr, um die Bratensoße  zu   kochen,   deshalb   sind   wir   noch   schnell  zum Aktiv­Markt gefahren, ich war damals 6  Jahre   alt,   um   diese   zu   kaufen.   Gerade   an  Tagen,   wo   man   es   sehr   eilig   hat   passiert  natürlich   ein   Missgeschick.   Ich   bin   in   den 

wieder   LTB,   dieses   wurde   immer  regelmäßiger,   bis   ich   ab   der   Nummer   309  angefangen   habe,   die   LTBs   regelmäßig   zu  sammeln.   Zwischenzeitlich   wurden   auch  noch   einige   TGDDSHs   erworben   und   auch  mal die ein oder andere Micky Maus. Ostern  2009   bekam   ich   die  Hall   of   Fame  „Paul  Murry“, meine erster Disney­Comic von der  Ehapa  Comic  Collection.   Vorher  kaufte ich  von   diesem   Verlag   nur   die   Blueberry­ Comics,   doch  ab  diesem  Zeitpunkt  war  ich  überzeugt, mir auch noch Disney­Comics zu  besorgen. Ich sparte und arbeitete mein Geld 

zahlreichen   Gängen   des   Marktes   Verloren  gegangen... Eine sehr traurige Angelegenheit  – zum Trost bekam ich das LTB 261, welches  mein erstes und zu gleich mein erster Disney­ Comic   war,   somit   Grundstein   meiner  Sammlung geworden ist. Ich habe dieses LTB  geliebt und liebe es immer noch, es ist auch  deshalb   eines   meiner   Lieblings­LTBs.  Zwischenzeitlich   kaufte   ich   mir   immer 

zusammen,   dass   ich   mir   bald   die   nächste  Hall of Fame  kaufen konnte, und so wurde  meine Sammlung immer größer. Nach kurzer  Zeit   nahm   Rosas   Meisterwerk  Sein   Leben   seine   Milliarden  einen   Platz   in   meiner  Sammlung   ein.   Irgendwann   entdeckte   ich  Carl Barks und fing an,  Barks Comics and   Stories  zu   sammeln.   Diese   Reihe   hatte   ich  innerhalb eines halben Jahrs vollständig. Bei 

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der  Hall of Fame  fehlen mir lediglich noch  Band 2 und 12. Doch noch bevor ich diese  Reihe   vollständig   hatte,   kam   ein   anderes  Ereignis   dazwischen.   Ich   meldete   mich   in  einem Disney­Comic­Forum an. Dort weiter  ich   dann   mein   Wissen   über   Comics   aus,  meine  Sammlung   wurde  größer   und  größer  und wurde zu dem, was sie jetzt ist. Zur Zeit besitze ich insgesamt 386 Comics,  296 sind davon Disney­Comics. Dabei habe  ich 95 Hardcover­ oder ECC­Bände und 201  Hefte   von   Kiosk­Reihen,   wie   zum   Beispiel  das LTB, wovon ich 174 Exemplare habe und  das TGDDSH, wo ich 13 Hefte besitze. Nun   stelle   ich   meine   besonderen   Schätze  meiner Sammlung vor: Dabei habe ich nichts  Weltbewegendes   oder   unglaublich   Wert­ volles, jedoch gibt es einige Comics, auf die  ich   besonders   stolz   bin.   Dazu   gehört  selbstverständlich   mein   erstes   LTB,   außer­ dem   habe   ich   die   Softcover­Ausgabe   von  SLSM, die nun nicht mehr auf dem Mark ist.  Insgesamt habe ich 2 Ausgaben von SLSM,  wobei mir die Softcover­Ausgabe mehr Wert  ist.  Nun   zu   meiner   Lieblingsreihe:   Besonders  schön finde ich das TGDDSH, dass ich seit  dem letzten Jahr regelmäßig kaufe. Auch eine  schöne   Reihe   ist   ohne   Zweifel   die   Hall   of  Fame­Reihe, schade finde ich ich nur, dass in  letzter Zeit Rosa so oft wiederholt wird. Ein  selbstverständlich   toller   Zeichner,   doch   mit  der gesamten Veröffentlichung seines Werkes  wird sicher auch diese Tolle Reihe ihr Ende  nehmen. Mit  Barks Onkel Dagobert  bin ich  allerdings   nicht   zufrieden,   ein   besonderer  Mangel   ist   der   fehlende   redaktionelle   Teil.  Dennoch   werde   ich   die   Reihe   aus   dem  Grunde der Vollständigkeit weiter sammeln.  Da gefällt mir die Library schon besser, trotz  ihres Preises. So, nun habe ich meine Sammlung vorgestellt  und kann eigentlich nur noch eins sagen: Ich  werde mir sicher noch weitere Comics kaufen  und   meine   Sammlung   erweitern   –   weil   es  einfach Spaß macht, denn Comics, besonders  die   von   Disney,   sind   vielseitig,   intelligent,  lustig,   spannend,   beeindruckend,   allgemein  einfach nur Kunstwerke. 


Länderserie

Finnland VON KARSTEN BRACKER Bereits   1931   wurden   im   „Land   der   1000  Seen“  Micky­Maus­Zeitungscomics   im  Hel­ singin Sanomat (Helsinkische Zeitung) publi­ ziert   und   auch   in   anderen   Blättern   konnte  man recht schnell die Werke der amerikani­

schen Künstler bestaunen, 1938 begannen ei­ nige Zeichner oder vielleicht sogar Zeitungs­ redakteure damit, für sich selber Comicstrips  anzufertigen, so zum Beispiel dieser Strip aus  dem  Hufvudstadsbladet  von 1938, im selben 

Jahr   brachte   auch   die   sozialdemokratische  Partei   des   Landes   ähnliche   Strips   heraus   –  mit   dem   Krieg   war   allerdings   erst   einmal  Schluß  mit   Disney  und   wie  in   Deutschland  gab es erst ab 1951 neues aus den Staaten...

...und da dieses Aku Ankka im Dezember erschien, haben „wir“ den Finnen sogar etwas voraus,  denn   „unsere“   Nummer   1   erschien   ja   bekanntlich   im   September.   Schon   damals   lief   die  Kooperation   beider   Länder   wohl   recht   gut   (ob   das   eine   Folge  der   Beziehung  zur   Zeit  des  Dritten Reiches war, wage ich allerdings zu bezweifeln), denn vom „künstlerischen Inhalt“ sind  die ersten Hefte identisch mit den unsrigen, die im selben Monat erschienen – heute hat ein  Heft 36 Seiten und kostet dafür immerhin ganze 2,00 € (wobei der Anteil an Comics mit meist  31 oder 32 Seiten an Comics erstaunlich groß ist, womit die „Hauptserie“ des Landes somit  vom Aufbau her an das Anders And Ekstra, welches monatlich erscheint,   aus Dänemark – aber  Finnland   bietet   noch   viel   mehr   andere  interessante Dinge, so wurde zum Beispiel  von   1988   bis   2003   eine   Taliaferro­ Tagesstrips­Gesamtausgabe der Jahre 1938  bis 1953 herausgegeben – wirklich selten in  der Welt. Bekannt ist auch das  Roope­setä, welches  zuerst ein Pendant der 100­Seiter war, seit  1978   erscheint   und   uns   heute   maßgeblich  ärgert, da so viele gute Casty­Geschichten  für   unsere   Lustigen   Taschenbücher  geblockt   werden.   Nach   dem   Ende   der  restlichen Hundertseiter in Europa war die  Leserschaft   wohl   so   groß,   daß   man   das  Format   weiterführte,   wenn   auch   teilweise  mit vierreihigen Sonntagsseiten, momentan kostet das Magazin 3,30 € und beherbergt neben  einem relativ beachtlichen redaktionellem Teil die Comics, die zu schade für das Aku Ankan  Taskukirja (das LTB) sind. Bis auf die klassischen serie, die es bei uns auch gibt, sind die meisten anderen Serien, vor  allem die Hardcover durchweg nur für Sammler geeignet, denn selbst ein Rätselalbum für  Kleinkinder ist mit sechs Euro wirklich zu teuer für eine Altersgruppe, die bei uns mit  Heftchen wie Winnie Puuh & Co. bedient. Die Luxuseditionen – als solche kann man  eigentlich alle Hardcover bezeichnen – kosten gerne mal 40 bis 70 Euro, obwohl man bei nur  150 bis 200 Seiten in Leinen gebunden schon gerne etwas weniger verlangen dürfte, aber  wenn sich in einem Land mit nur  fünf Millionen Einwohnern Abnehmer dafür finden  lassen...

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Länderserie

Für Verwirrung sorgt bei mir unter anderem auch das Aku Ankan satasivuiset, wel­ ches ebenso wie das Roope­setä 100 Seiten an Umfang besitzt, ebenfalls ein Softco­ ver im selben Format ist, aber bis auf die Qualität des Papieres keine Unterschiede  aufweist, allerdings ganze 6,50 € kostet. Lustigerweise gab es von 2005 bis 2006  wie in den Niederlanden auch eine Serie, die 50 Einseiter beinhielt, bei einem Preis  von 4,90 € wohl bei uns unverkäuflich... ... und wer meint, er bräuchte ein LTB, welches doppelt so teuer ist wie unseres, ist  in Finnland mit dem aktuellen Buch der Serie Aku Ankan aikakone auch hervorra­ gend aufgehoben, denn man bezahlt ganze 10 Taler für nur 288 Seiten im ganz nor­ malen Softcover­Format....

Kleiner Deutsch­Finnisch­Almanach Donald Duck – Aku Ankka Onkel Dagobert ­ Roope­setä Tick, Trick und Track – Tupu, Hupu und Lupu Daisy Duck – Lines Ankka Gustav Gans – Hannu Hanhi Oma Duck – Mummo Ankka Franz Gans – Hansu Dussel Duck – Touho Ankka Daniel Düsentrieb – Pelle Peloton Helferlein – Pikku apulainen Baptist – Juuso Klaas Klever – Kroisos Pennonen Gitta Gans – Riita Hanhi Kuno Knäul – Kuuno Kaakkuri Nelly – Kultu Kimallus Zorngiebel – Teppu Tulppu Phantomias – Taikaviitta Primus von Quack – Taavi Ankka Micky Maus – Mikki Hiiri Minni Maus – Minni Hiiri Mack und Muck – Mortti und Vertti Goofy – Hessu Kater Karlo – Musta Pekka Trudi ­ Hertta Gamma – Eka Vekara Atömchen – Atomiinus Fips ­ Pflip Das schwarze Phantom – Mustakaapu Klarabella Kuh – Heluna Rudi Roß – Polle Koninkaulus Kommissar Hunter – Poliisimestari Sisu Fähnlein Fieselschweif – Sudenpennut Entenhausen ­ Ankkakaupunki

Nächstes Mal:

Brasilien 12


Rezension

Walt Disney's Valentine's Classics VON ANDRÉ MILEWSKI Der zweite Band von „BOOM KIDS!“: Die­ ses Mal wurde der Fehler der falschen Papier­ wahl   aus   dem   Weihnachtsband   nicht   noch  mal begangen. Anstelle des doch recht dün­ nen   Glanzpapiers,   gibt   es   jetzt   ein   schönes  Matt gestrichenes Papier, welches deutlich le­ serfreundlicher ist.

Auf   130   Seiten   gibt   es   sechs   Geschichten  rund ums Thema Liebe. Die erste Geschichte  des Bandes ist – um es gleich vorweg zu neh­ men   –   auch   die   Beste.   Ein   Klassiker   vom  „Mouse­Man“   Floyd   Gottfredson   aus   dem  Jahre 1941: „Love Trouble“.  Die   Geschichte   erschien   auch   in   deutscher  Sprache   schon   einige   Male,   zuletzt   in   der  Gottfredson  Hall   of   Fame  unter   dem   Titel  „Der   Rivale“.   Die   Liebeswirren   zwischen  Micky, Minnie, Monty & Millicent/Madelei­ ne (schöne Alliterationen) zu lesen, ist jedes  Mal aufs Neue ein Vergnügen. Die zweite Geschichte ist ein Zehnseiter von  Unca   Carl   „My   Lucky   Valentine“.    Auf  Deutsch   etliche   Male   unter   dem   Titel  „Der  Eilbrief“ erschienen.  Die Geschichte um den  wackeren Postboten Donald, der durch nichts  von   seiner   Pflicht   abzubringen   ist,   gehört  zwar nicht zu den Highlights aus Barks‘ Fun­ dus, aber eine gute Geschichte ist es allemal. Bei Geschichte numero drei handelt es sich  um   einen   Scarpa:  „Lights   Fantastic“  (dt.  „Onkel Dagobert ist ein Schatz“), leider kei­ ner der wirklich guten; Gitta hat wieder mal  die   Rolle   der   „Stalkerin“   zu   spielen,   Kuno  Knäul   wieder   mal  verrückte  Geschäftsideen  (Glühwürmchen),   aber     der   Funke   will   bei 

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der Geschichte nicht so recht überspringen. Die   Geschichten   vier   und   fünf,   „Raven  Mad“ & „Love‘s a gas“ sind zwei mittelmä­ ßige Gagstorys von Jippes und Taliaferro, die  eigentlich nur als Füllmaterial dienen. (Bau­ jahr des 313 in 1952? Naja…) Die sechste und letzte Geschichte des Bandes  „Marriage of the century“ kommt aus Bra­ silien und ist bisher in Deutschland unveröf­ fentlicht.  Und das wird sie hoffentlich auch  bleiben!   Eine   „Was­wäre­wenn“   Geschichte  um   die   Hochzeit   und   das   Zusammenleben  von   Donald   &   Daisy.   Alles   was   man   sich  schon   immer   ausgemalt   hat,   aber   niemals  wirklich wissen wollte kommt hier zu Tage!  Nett ist allerdings der Ort der Hochzeit, eine  nette Kathedrale (auch Münster genannt), die  einer   Barks   Geschichte   entliehen   ist   („Das  Münstermännchen“).  Alles  in  allem  ein  Band,  der von  der  Gott­ fredson und der Barks­Geschichte abgesehen  keine wirklichen Highlights bietet. Positiv ist  die verbesserte Aufmachung gegenüber dem  Christmas Classics Band zu erwähnen.


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Bertel-Express 21