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Editorial

König Hubert: „Du wirst eine Prinzessin heiraten!“ Prinz Phillip: „Nein Vater, Du lebst in der Vergangenheit. Wir leben im 14. Jahrhundert!“ Dornröschen (1959)

INHALTSVERZEICHNIS Disney in Südasien: Teil 1: Nepal & Indien Kino: König der Löwen in 3D DuckTales – Ein Blick zurück: Spezial Der Herr der Ringe und das Elfenamulett Interview: Susan Daigle-Leach D.O.N.R.O.S.A. Galerie SLSM durchleuchtet: Der Held der Badlands Lustiges Taschenbuch: Die Flut der Nebenreihen Comic: Die Feuerglocke Comic: Donald Duck Comic: Ein fast perfekter Tag Rezension: Die Muppet-Reihe Galerie: Weihnachtsdonald Galerie: Merry Christmas

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IMPRESSUM Ausgabe 25 – 5. Jahrgang – 11. Dezember 2011 Chefredakteur (V.i.S.d.P.): Karsten Bracker Mitarbeit an dieser Ausgabe: Stefan Binter, Thea Binter, David Bühring, Isabella di Leo, Damian Funk, Kevin Kyburz, Christine Langermann, Malte Müller, Matthias Müller, Markus Ott, Manuel Schumann, Matthias Wegel Gestaltung: Karsten Bracker, Markus Ott Titelbild: Idee, Zeichnung & Farbgebung: Matthias Müller Gestaltung: Markus Ott Bilder Seite 2 & Rückseite: Idee, Zeichnung und Farbgebung: Isabella di Leo E-Mail: kontakt@bertel-express.de Adresse: www.bertel-express.de Redaktionsschluss: 11. Dezember 2011 Der Bertel-Express wird unterstützt vom

Dieses Dokument ist mit LibreOffice erstellt worden. Alle Abbildungen, wenn nicht anders angegeben, © The Walt Disney Company die Texte © Bertel-Express und die jeweiligen Autoren

Die nächste Ausgabe wird am 8. April 2012 erscheinen. Redaktionsschluss: 31. März

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Disney in Südasien I – NEPAL UND INDIEN VON

KARSTEN BRACKER

Wie viele Andere auch wollte ich nach der schnöden Schulzeit ein wenig die Welt entdecken. Meine Wahl fiel nach langem Hin und Her auf einen Freiwilligendienst in Nepal. Wieso, mag man sich fragen: Nun, nachdem ich ein Jahr Canada, für das ich eine Zusage erhalten hatte, ausgeschlossen worden war, blieb für mich nur Asien übrig: In die Staaten wollte ich nicht, Südamerika war ebenso wie der ganze afrikanische Kontinent vorurteilsweise zu heiß und Ozeanien fiel aus gleichem Grunde aus. Blieben also bei meiner Entsendeorganisati on (was Unmengen an Geld kostete) noch Thailand, Malaysia, Indien und Nepal. Auch hier wurde wieder nach strengsten Auswahlkrite rien gesiebt: Indien, Thailand und Malaysia eigentlich ja auch doch viel zu heiß und allgemein auch mit viel zu scharfem Essen ausge stattet – Nepal hingegen sollte auch Kuchen und Kekse bereithalten und liegt bekanntermaßen ja auch nicht gerade an Stränden, deren Nähe ich ja unbedingt vermeiden wollte... Trotzdem herrschen in diesem Land für einen, der Eis und Schnee liebt, unglaublich hohe Temperaturen (Berge wollte ich zudem eh keine hochklettern, die sind inzwischen gefühlsmäßig touristischer als der Rest des Landes), aber bevor ich in Genuss genau dieser kommen durfte, lagen Flüge von Frankfurt über Neu-Delhi nach Kathmandu mit AirIndia und Jet Airways vor mir. Gleich nach dem Abfluge fühlte ich mich bereits vollkommen in Indien (s. Rechts): Neben Gurkenscheiben und milder Paprika überzeugt links sogleich eine grüne Chilischote (die selbstschreibend nicht angerührt wurde) sowie typisch indisches und unglaublich scharfes Gemüse-Reis-Gericht (immerhin eine Art Griespudding und Joghurt plus Zucker dienten der Geschmacksnerventherapie. Wie so oft bei mir war an Schlaf nicht wirklich zu denken und so vergnügte ich mich mehr oder minder interessiert mit dem Bordprogramm – immerhin ungefähr 30 Prozent der Filme stammten nicht aus der hiesigen Bollywood-Produktion. Mein Frühstück bestand aus Obst, Brötchen, einer Apfeltasche und Darjeeling-Tee. Auf viel größeres Interesse als wörtliche Ergüsse meinerseits über das holde Essen dürfte das untere Photo stoßen: Es ist direkt über Kabul entstanden. Indien mag noch nicht ganz so „entfernt“ klingen, aber neben Tschechien, der Slowakei, der Ukraine und Russland wurden auch Uzbekistan, Turkmenistan, Afghanistan und Pakistan überflogen. Dies wirkt vor allem dann besonders, wenn einem dann bewusst wird, dass man sich im Grunde nur wenige Kilometer über dem Boden befindet und eine Zwischenlandung in Islamabad nur ein Umweg von einigen Minuten wäre. Nach der Landung und fünfstündigem Aufenthalt in Neu-Delhi ging es mit einer weiteren Maschine weiter nach Kathmandu, das Essen auf diesem Flug, nun vollkommen in Asien angekommen, strapazierte meine Zunge abermals, allerdings war das ganze noch weitaus schärfer und ich verlangte gleich mehrmals nach neuem Wasser. Das Bild auf der nächsten Seite zeigt neben dem ersten Blick ins Kathmandutal weiteres interessantes:

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Der Anflug auf den Tribhuvan-Flughafen Kathmandus ist wohl einer der schwierigsten der Welt, da es nur eine wirkliche Berglücke gibt, über die ohne zusätzliches Kreiseln in das innere des Tales geflogen werden kann, nämlich von Süden (und da nur eine Landebahn vorhanden ist, muss stets gen Norden gestartet werden, will man also nach Süden, ist eine Kehrtwende zwingend notwendig, wobei das gesamte Tal nur eine Nord-Süd-Ausdehnung von 30 Kilometern besitzt. Kurz vor meiner Abreise stürzte am 25. September eine Maschine der Buddha Air, die von einem Bergflug ins Himalaya auf dem Rückweg war, in der Nähe Godawaris ab, das liegt hinten mittig auf dem Photo. Alsdann:

fabelhafter nepalesischer Tee mit viel Zucker links und der zur Monsunzeit übliche Schlamm in den Gassen rechts

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Nun aber und ohne Umschweife zu dem eigentlichen Sinn dieses Artikels: Disney ...und da kommen wir nun zum eigentlichen Problem: kann jemand sich in einem der ärmsten Länder der Welt Disney leisten (und dazu noch originale Comics) leisten? – Beantworten kann man das ganze nicht: Erstens gibt es überall reiche Menschen, zweitens kann man ja importieren und drittens, und das nimmt die größte Menge ein, ist es ja bekannterweise möglich, Dinge, höflich geschrieben, nachzumachen und sie dann reichlich günstiger zu verkaufen als „genehmigtes“. Hier nun (rechts) das erste deutliche Zeichen des uns wohlbekannten Konzernes in den Straßen Kathmandus: Was fällt auf? Richtig, und das ist kein Zufall und gilt im Allgemeinen für ganz Südasien folgende Meinung: Disney sei vollkommen albern, diene der Kindererziehung und bestenfalls als Unterhaltung für Junggebliebene sowie nach Kitsch süchtigen Mädchen, die die ganzen Vorurteile am Besten noch mit einem „Manga-Kleidungsstil“ verdeutlichen. Ganz so ist es in Nepal wahrlich nicht, was vor allem darin liegt, dass „Disney“ für viele der Inbegriff westlichen Luxus' darstellt und daher selbst billigste, nachgemachte Aufkleber das doppelte der normalen kosten (derartige Preisunterschiede gab es, wenn auch auf anderem Niveau im Verhältnis zu meinen Anfragen, ebenfalls für die Nepalis, schließlich sei ja alles „origi nal“) und, was ein viel gravierenderer Grund sein dürfte, der Durchschnittsmonatslohn in Nepal bei 20 bis 25 Euronen liegt und selbst meine Gastfamilie mit knapp 350 ihre Probleme hat (ungefähr 75 Prozent des Einkommens wird für Essen ausgegeben (im Vergleich liegen wir bei Deutschland mit derer 11)). Zudem: Markenartikel kann man fälschen (ein iPhone 5(!) für umgerechnet 30 €, ein Prada-Hemd für 5 € und natürlich weiteren Disneyana-Kram für ein paar Cent (siehe unten) uswusf., was aber immer noch

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für gefühlt 99 % der Bevölkerung unerschwinglich ist), Essen leider nicht... So kommen wir also zum lieben Geld, erst einmal zu den Preisen folgender wunderbarer Dinge im Kathmandutal (Durchschnittspreise in € für Nepalesen, Ausländer bezahlen bei Essen und Taxitransport bei Unkenntnis der Preise durchaus mehr): 1 Bonbon Kondom Handykosten pro Minute (mit Guthabenkarte) Kathmandu Post/Himalayan Times (Zeitungen) Republica (Zeitung) Nepalesischer „Donut“ (fett, rund, verdammt lecker!) 1 Tasse Milchtee 1 Liter Trinkwasser (in einer Plastikflasche) Busfahrt in Kathmandu International Herald Tribune 500 ml „Milch“ (Wasser mit Milchpulver) 10 kleine weiße Toasts Apfel aus dem Kathmandutal („deutsche Größe“) 1 Packung indische Schokokekse (50 gr) Eintritt in den Zoo Mars/Snickers/Bounty usw. Rikscha-Fahrt Lassi (indisches Joghurtgetränk) 2 Disney-Haarspangen (s.o.)

1 Ct 2 Ct 2 Ct 3 Ct 5 Ct 5 Ct 12 Ct 15 Ct 20 Ct 20 Ct 25 Ct 30 Ct 40 Ct 40 Ct 50 Ct 50 Ct 50 Ct 70 Ct 75 Ct

1 Kilo Bohnen bhutanesisches Orangengelee 400 gr (bääh!) Badehose Kuchen in der „deutschen“ Bäckerei 1 Liter indischer „Real-Saft“ Fahrt mit einem Überlandbus 300 km („Normalklasse“) Yakwollschal Taxifahrt (Tag) 1 Liter richtige Milch Hotelübernachtung im Einzelzimmer (1*) TIME-Asien-Ausgabe 20 Liter Trinkwasser in einem Wasserkanister Fahrt mit einem Überlandbus 300 km („Touriklasse“) 25 kg „guter“ Reis Übernachtung im Kathmandu Guest House (4*) monatliche Schulgebühren an meiner Privatschule Flug von Kathmandu nach Neu-Delhi mit Spicejet Monatsmiete einer 30qm-“Stadt“wohnung Tour zum Everest Base Camp

80 Ct 90 Ct 100 Ct 130 Ct 140 Ct 150 Ct 150 Ct 150 Ct 170 Ct 200 Ct 200 Ct 350 Ct 400 Ct 1500 Ct 2500 Ct 5000 Ct 5500 Ct 7000 Ct 120000 Ct

100 Ct = 100 Nepalesische Rupien, inzwischen, Stand 2.12.2011, gibt es für 100 Rupien nur noch knapp 90 Ct, die Jahresgeldentwertung liegt stets über 10 %

Zum abschließenden Genusse und als Kaufanreiz der werten europäischen Leserschaft eine kleine Gehaltsliste (dieses Mal in Euronen, und selbstschreibend wird hier nicht von einem Tageslohn gesprochen):* Besitzer eines kleinen Treckingunternehmens (abzgl. Steuern, ab ca. 100 € Monatseinkommen gehört man zur privilegierten Gesellschaftsgruppe, die Steuern zahlen darf) 500 € Schulleiter einer nepalesischen Privatschule: 350 € gut bezahlter nepalesischer „Träger“ (fürs Bergsteigen) 150 € Privatschullehrer 80-110 € „Beamte“ 100 € Angestellte (Helfer, Köche usw.) an besagter Schule ca. 60 € „fair bezahlte“ Teppichknüpfer ca. 50 €** Durchschnittslohn 20-25 € Altersrente 5€ uswusf. …

Ab 50 € Monatseinkommen kann man eine einzelne Person wirklich zu den Gutverdienern zählen, in Nepal gibt es weder Arbeitslosengeld noch staatliche Versicherungen, laut UNICEF sind über 30 % der fünf bis 14-jährigen als Kinderarbeiter „beschäftigt“***, 50 % der Kinder sind un tergewichtig, 70 % der Bevölkerung werden im hinduistischen Kastensystem als minderwertig angesehen, jeder zweite in Nepal hat überhaupt keine Arbeit, die Lebenserwartung liegt bei gut 65 Jahren, Frauen gelten oft als nur im Haushalt dienlich und dass im Gegensatz zu 63 % der Männer ganze 35 % der Frauen Lesen und Schreiben können, wirkt da nicht mal mehr überraschend.**** Im übrigen und mit vollstem Ernst, auf den Verzehr exquisiter Lebensmittel bezogen: Kühltruhen sind mehr als nur Mangelware und folglich kann man sich stets auf selbstgemachtes Essen freuen – für die Durchschnittsbevölkerung gilt hingegen: weit über ein Viertel der Lebensmittel verdirbt und importiertes ist für 90 % der Bevölkerung eh Luxusware. Ein wirklich wunderschönes Land! Man wird als Nicht-Tourist immer mehr und mehr mit Scham überfüllt, je weiter man in das Land eintaucht und gewisse Dinge sieht wie: Klein kinder, die auf der Straße vom Abwasser Anderer gewaschen werden, Leute ohne Beine und Arme, die am Boden liegend um ein paar Reiskörner betteln, Straßenkinder, die tubenweise um Kleber bitten, um den Stoff irgendwie zu inhalieren oder einfach nur Tote, die nach einem Erdrutsch einfach nur liegengelassen wurden. Hier könnte ich noch viele weitere Dinge aufzählen, aber auch auf den folgenden Seiten wird die Armut der Menschen oft unübersehbar bleiben, vielleicht schreibe ich ja mal ein Buch drüber...

*

es handelt sich ausschließlich um Beispielangaben, die ich erfragt habe

** *** ****

marktcheck.greenpeace.at, „Faire Löhne in Nepal“ unicef.org, „Nepal Background“, 28.12.2007 cia.gov, CIA – The World Factbook, Nepal

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Als erstes denkt man in Verbindung mit Nepal stets an hohe Berge, riesige Tempelanlagen und wahrlich magische Momente zwischen bombastischen Gletschern. Nun, bis ich die Gelegenheit hatte, „weiße Riesen“ zu sehen, sollte es noch etwas dauern, was vor allem an der Regenzeit lag und ein Blick gen Norden durch Wolkenmeere versperrt war. Wenige Tage nach Ankunft in Kathmandu schickte uns unser Organisationsleiter auf Besichtigungstour quer durchs Land zu den typischen touristischen Attraktionen, die auch ohne Erklimmen eines Hügels für nepalesische Verhältnisse recht bequem zu erreichen waren (für fünf Tage nach Chitwan in den heißen Süden sowie nach Pokhara am Fuße des berühmten Annapurna-Gebietes mit vier Übernachtungen und Busfahrten wurden gut fünf Monatssaläre der Einwohner, insgesamt 100 Euronen, verbraten). Auf Elephanten durch den Dschungel, Krokodil- und Vogelsafari sowie ein 13jähriger Jeepfahrer (die Führerscheine gibt es für knapp 2000 Rupien, gefälschte vielleicht zu 200, hübsche in Farbe bis zu 500) im Chitwan-Nationalpark waren selbst für mich eine willkommene Abwechslung, auch wenn ich nicht gerade einer bin, der Hitze liebt, in jedem Falle konnte ich doch die wirklich notwendige Erfahrung des Kaltduschens machen, worauf man sich bei unglaublich hoher Luftfeuchtigkeit in erschreckender Schwüle unglaublich freut. Wie beispielsweise die Dickhäuter behandelt wurden (mit Eisenstangen wird „gelenkt“), behagte uns zwar nicht gerade, doch zum Nachdenken blieb bei einem strammen Programm sowie elephantösem Trampelgang kam wohl keiner von uns, zumal das Schnabulierte am Abend uns vom ersten Essenskulturschock heilte, Kartoffeln, Nudeln und Gemüse sind eine wahre Wonne im Gegensatz zu Dal Bhat, Reis und Linsensuppe, welches uns spätestens nach zwei Wochen vollständig zum Halse heraushing. Zudem waren wir ja erst einmal im Urlaub, also wurde in der kurzen Zeit so viel wie möglich

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erkundet, unter anderem auch unsere Zimmertüren:

Ohne Handeln und mit einem festen Preis bedacht kaufte ich:

Die Swastika ist im Hinduismus ein Glücksbringer und ist zum Schutze der Gäste angebracht, ebenso an Autos, damit auch ja kein Unfall passiert, trotz des Wissens über die Bedeutung des Symbols irgendwie ein komisches Gefühl, so oft diesem uns allen bekanntem Kreuzsymbol über den Weg zu laufen.

Der ganze Liter dieses indischen Gebräus kostete mich sage und schreibe 180 Cent, solcher Saft ist nicht nur teuer und wird nach Anbruch idealerweise im Kühlschrank gelagert, er ist auch noch von minderer Qualität – klar wird mit „Fruit Power“ geworben, doch leider übertrifft der Geschmack nicht mal billigste deutsche Fruchtsaftgetränke.

Eine wunderbare Methode, um nichtsahnende Touristen auszunehmen, sahen wir unter anderem auch in Sauraha nahe dem Parkeingang:

Einen Tag später ging es dann noch nach Pokhara, auch hier fehlt ein Bergbild völlig, dafür guckten wir uns zum Beispiel einen Wasserfall, eine Höhle, die Friedenspagode und den sagenumwobenen See an. Um nicht gleich wieder zu etwas direkt essbarem abzuschweifen, hier erst einmal ein weiteres Bild, was in keinem Bericht über Nepal und Indien fehlen darf:

...Münzen. Wie jedes andere Land der Welt auch besitzt Nepal Bares, und um es den lieben Besuchern ja schön einfach bei der Suche nach Andenken zu machen, werden aktuelle Münzsätze im Werte von knapp 25 Cent eingeschweißt und für 5 € verhökert, mit Micky-MausPappe glatt 2 bis 3 € mehr), möchte man beispielsweise noch bhutanesisches Kupfer, so steigt der Verkäufer locker bei 5000 Rupien, knapp 50 €, ein, um bis zu 60 % ist es möglich, herunterzuhandeln, was aber die allermeisten sich nicht trauen, vor allem aus Unwissen, dass Handeln zum guten Ton gehört, auch wenn Ausländer natürlich bevorzugt hinters Licht geführt werden. Vor allem die Ausreden der Händler sind teilweise so fürchterlich weit an den Haaren herbeigezogen, aber über diese Methoden könnte man Bücher schreiben, einfach faszinierend.

Das sieht weniger gefährlich aus als es eigentlich war – der werte Herr auf seinem Roller kam von links. Überhaupt war es in meiner Zeit in Nepal nicht selten, dass mal mal zwei oder drei Kühe sich gemütlich am Rande einer „Hauptstraße“ niederließen und dann die generelle Verstopfung der Straßen in der Innenstadt noch verstärkten. Auf der nächsten Seite ist zuerst etwas ganz wunderbares zu sehen: aufgebackenes Fladenbrot und dazu unter anderem nepalesischer Honig, eine belebende Offenbarung für die Geschmacksknospen!

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In Pokhara besuchten wir zudem noch ein tibetisches Flüchtlingslager, indem auf traditionelle Weise Teppiche, Geldbeutel und Handtaschen hergestellt wurden, das ganze natürlich für Nicht-Einheimische zu kikPreisen. Immerhin waren neben unseren Großeinkäufen zu je knapp fünf Euronen zusätzlich gespendeten 20 Cent im Nachhinein doch nicht so wenig wie angenommen.

Zum Abschluss der Anfangstour noch im „italienischen Restaurant Bella Napoli“ dann noch etwas teures „Disney“ (dass der gute Restaurantbesitzer mit den Namen zusätzlich Geld verdienen möchte, versteht sich von selbst, was er aber mit, nett übersetzt, einem Katzenfuß will...? ...ich wählte selbstverständlich „Donald duck“ (im Hintergrund ein wohl ebenfalls von mir gesüffelter Lassi):

Allerdings waren wir bei diesem Wünschelbrunnen dann zugegeben doch etwas spendabler:

...und wo wir schon wieder bei kulinarischen Köstlichkeiten angelangt sind, eine herrliche tibetische Spezialität sind Momos (mjammjam!):

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Nun aber wirklich zurück ins Kathmandutal, welches einen bei Busankunft sogleich mit eine seiner typischen Eigenschaften begrüßt:

mal wirklich auffiel, weil zumindest das Schulgelände genau dem entsprach, was ich mir vorher angeschaut hatte. Nun denn, zwei 13jährige Schwestern mit recht gutem Englisch (keine allzu großen Verständigungsprobleme), die Schule nur ein Gartentor entfernt (keine Verkehrsprobleme auf dem Weg) und aufgrund der Lage im Norden der Stadt auch keine wirkliche Luftverschmutzung schlief ich die erste Nacht auf einem richtigen nepalesischen Bett ein (Holzplatte mit 1 cm Überzug) ein. Wer jetzt denkt, dass das ja gar nicht ginge, dem sei gesagt, dass ich in der Zeit keinerlei Rückenprobleme hatte (und ich bin da deutlich anfälliger als andere), man muss sich halt nur einmal daran gewöhnt haben, dass es eben nicht möglich ist, sich während des Schlafens mehrmals umzudrehen, was man sich ganz einfach zwangsweise angewöhnt. Noch bevor ich am nächsten Morgen das erste Mal in die Schule gehen durfte, entdeckte ich auf einem Bücherstapel folgendes:

Die Luftverschmutzung ist wirklich enorm – und das trotz eines Dieselpreises von über einem Euro und einem gefühlten Anteil von Taxen und Bussen unter den vierrädrigen Autos auf den Straßen. Denn: Sobald für irgendjemanden die Möglichkeit besteht, sich einen Motorroller anzuschaffen, wird auf dieses wunderbare Gefährt gespart, mit dem man schließlich auch locker vier Personen transportieren kann. Nach unserer Wiederankunft im Hostel ging es noch am gleichen Tage in unsere Familien, wo wir abends dann endlich eintrafen. Ich wusste durch Vorinformationen zwar von meiner Schule, einer privaten Einrichtung namens Kathmandu Vidya Kunja Secondary School und dachte sogar, meinen Gastvater auf der Internetseite schon gesehen zu haben, aber die mir zugesagte Familie war eine andere: ich kam zum Schulleiter und nicht zum Direktor, was mir aber zuallererst nicht ein-

Wie mir schnell klar wurde, gibt es keinerlei für oder in Nepal produzierte Disney-Comics, dafür aber reihenweise Bilderbücher bekannter Märchen, die teilweise sogar in Nepal gedruckt sind, natürlich ohne irgendwelche Lizenzgebühren oder ähnliches zu bezahlen, Originale, und von deren Existenz wusste ich aus dem Inducks, konnte es somit

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wohl nur auf Märkten – oder eben in Indien – geben. Weiteres zum Beispiel auch einfach auf dem Bettlaken einer meiner Gastschwestern:

tung, einen Spielplatz (rechts oben im Bilde, links daneben unter dem Dach werden die morgendlichen Versammlungen bei Regen abgehalten und der Bereich wird auch für unter anderem Tischtennis verwendet).

Doch bevor ich mich weiter auf die Suche machte, stand ja erst einmal der eigentliche Grund meiner Reise, der Schulbesuch als Lehrer, auf dem Programm:

Obiges Photo ist kurz vor einer „Morning Assembly“ aufgenommen worden. Das bedeutet Gymnastik, Quizfragen sowie Schullied und Nationalhymne:

Selbstschreibend ein Regentag, aber auch so sieht man nicht gerade das, was man von solch einer Schule nach bereits erzähltem erwartet: Privatschulen haben in Nepal Hochkonjunktur, zum einen, weil sich nach Ende der Monarchie 2005 das Land immer weiter in kapitalistischer Hinsicht öffnet und somit, wie beispielsweise in Singapur, Bildung als das Nonplusultra gilt und jeder, der es sich irgendwie leisten kann, schickt seine Kinder auf nicht-staatliche Einrichtungen, welche einen schlechten Ruf haben, in ihrer Gänze als korrupt gelten und eh nur bis zur vierten Klasse kostenfrei sind. Trotz eines enormen Pensums an Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Wettbewerben sah ich wirklich selten ein trauriges Gesicht, die Unterrichtsweisen modern, die Ausstattung neu (die Schule wurde 2009 gegründet), und an Schimmel an den Wänden gewöhnt man sich einfach, er ist eigentlich unvermeidlich, da es mit den technischen Mitteln, die zur Verfügung stehen, wirklich sehr schwierig ist, vollständig wasserdicht zu bauen. In der Schule gibt es beispielsweise eine Kantine, Klassen von der Vorvorschule bis zur zehnten, vier Schulbusse (die Kinder werden stets direkt von zu Hause abgeholt), ein Gebäude für die Schulverwal-

Wir sind hunderte von Blumen, eine Girlande – Nepal. souverän, es erstreckt sich von Mechi bis nach Mahakali. Es häuft alle Bodenschätze an, Beim Blut der Helden ist es unabhängig und unerschütterlich. Land des Wissens, Land des Friedens, Terai, Hügel, Berge Unteilbar sei dies geliebte unser Mutterland Nepal. Die verschiedenen Rassen, Sprachen, Religionen und Kulturen sind so beträchtlich Unsere fortschrittliche Nation, lang lebe, lange lebe Nepal. (Übersetzung aus der Wikipedia)

Um den Schülern und vor allem den Lehrern eine Freude zu machen, sang ich jeden Morgen die Hymne mit und die Lust und Entschlossenheit der Kinder berührte mich auch noch nach Wochen, zumal der Text, keine sechs Jahre alt, mit Kultur, Frieden und Toleranz daherkommt anstatt dem typischen Säbelrasseln oder nationalistischem Ge-

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tue in so vielen anderen Ländern, das Schuluniform allerdings bis auf den „glücklichen Freitag“ die Regel ist, verwunderte mich anfangs zwar, dennoch war mir dabei nicht unwohl, zumal ich eh grundsätzlich das anziehen durfte, was mir gefiel (zumeist waren das Leinenhemden und -hosen, luftig und bei Temperaturen von mal locker über 30° C gerade richtig). Unterricht findet an sechs Tagen die Woche von Sonntag bis Freitag inklusive zwei mal Essen von 9.30 bis 16.00 Uhr in 40Minuten-Etappen statt, ich sollte in den ersten vier Stunden frei nach meinem eigenen Wunsch unterrichten (Lehrsprache war bis im Fach Nepali auch Englisch) und bei Lust durfte ich auch mal später, wenn zum Beispiel ein Lehrer mal krank war. Neben Englisch, Mathe und Naturwissenschaften stand besonders anfangs eines ganz oben auf der Wunschliste „meiner“ Schüler: deutsche Kultur.

verwendet, ansonsten wird es im allgemeinen vermieden, schlichtweg weil man am Nachnamen die zugehörige Kaste „ablesen“ kann. Diskriminierung in jeglicher Form wurde in jeder Form vermieden und ich denke im allgemeinen auch nicht, dass Privatschulen damit wirkliche Probleme haben, schließlich muss man erst einmal 50 € für ein Kind pro Monat aufbringen, womit ein Kind fast immer, sofern es nicht monetär gefördert wird, zu den Brahmanen gehört. Kastenlose haben angeblich nicht mal Namen und über sie wird in der gesell schaftlichen Debatte auch nicht wirklich gesprochen, da sie ja nicht zum System hinzugehören (und natürlich bin ich ebenso ein kastenloser Mensch, nur komme ich aus Deutschland und habe eine wichtige Sache: Geld. Um nicht gleich eine ganze BE-Ausgabe mit Erzählungen über das nepalesische Schulleben zu füllen, abschließend hierzu noch was wirklich amüsantes: Mädchen und Jungen gehen zwar in die gleichen Klassen und spielen natürlich auch ganz normal miteinander, doch wenn es um das berühmte Thema der Liebe geht, wirken die noch häufigen organisierte Ehen und daraus entstehende Traditionen, die beispielsweise in modernen Errungenschaften wie dem Internet kuriose Formen annehmen: Fast jeder Schüler meiner Schule, der irgendwie die Möglichkeit hat, ist auf Facebook angemeldet und schaut man sich die Profile an, so bekommt man als Unwissender den Eindruck, dass Nepalis allesamt homosexuell seien, aber keiner möchte dich in diesem Lande vor seinen Anverwandten blamieren und „Interesse“ am anderen Geschlecht zeigen – und folglich finden alle Mädchen auch offiziell indische oder amerikanische Fernsehschauspielerinnen toll und jeder zweite Junge hat als Profilbild Justin Bieber...

Das heißt dann zwar nicht Oktoberfest, aber in jeder Klasse wurde zumindest einmal das Lied der Deutschen sowie das Schleswig-Holsteins geträllert (und bekam trotz sichtbarer Veralberung des ganzen stets tosenden Applaus), dazu noch was von den Comedian Harmonists und was mir eben sonst noch so einfiel (und dass ich noch die Nationalhymne beherrschte, war die erste Woche das meist besprochene Thema der Schule. Lehrer waren nicht bloß Lehrer, jeder Angestellte, Schüler und Unterrichtende sind eine riesige Familie, jeder ist irgendwie Bruder oder Schwester. Es heißt, sofern die Vornamen nicht verwendet werden, entweder dai (großer Bruder), bhai (kleiner Bruder), didi (ältere Schwester) sowie bahini (jüngere Schwester), je nach Alter und Geschlecht, Nachnamen werden nur im englischen Umgang miteinander

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Die Schulangestellten (Lehrer, Büroangestellte, Fahrer, Köche usw.) waren da hingegen viel offener und fielen vor allem in einem Punkte besonders auf: Kein Nepalese würde jemals sein Land in seiner Gesamtheit für schlecht befinden, ja gibt zumeist an, es zu lieben, aber vor allem durch starke indische Bollywoodeinflüsse sowie amerikanische Spielfilme und allgemein „westlich-technisches“ und fragten mich allen ernstes, wie es denn möglich sei, nach Deutschland zu kommen, ob ich sie adoptieren könnte oder wie man denn an eine deutsche Frau herankäme, im Herzen schienen die meisten, vor allem jungen, weg zu wollen...

Mein Herz machte einen Hüpfer, ich hatte ein indisches „Disney Ad ventures“ gefunden. Die Reihe ist zwar inzwischen eingestellt und wie ich inzwischen auch weiß, gibt es beim großen Nachbarn überhaupt keine Disney-Comics mehr, doch dieses eine Heftchen sollte bis zum Schluss das einzige bleiben, welches ich, trotz intensiver Suche, finden konnte. Wer das Vorbild, die US-amerikanische Reihe, kennt, denkt sich sicherlich gerade, dass es zwar Comics, aber eben keine klassischen, geben wird, womit man richtig liegt, zu einem Preis von 50 Indischen Rupien bekommt man folgendes geboten: – – – – – – –

Mit und über die Charaktere der Menschen und ihr Leben kann man wirklich Bücher schreiben (und vielleicht werde ich mich aus Interesse einmal selber ransetzen), doch es ginge irgendwann dann über den Sinn dieser Serie hinaus, somit also weiter im Geschehen: Am ersten freien Sonntag lud mich mein Gastvater ein, mit ihm die Stadt zu erkunden, zudem wollte er Blutspenden gehen, mich seiner Tante und seinem Onkel vorstellen und, passenderweise, da er nun ja einen richtigen Ausländer bei sich zu Hause hatte, auch zum ersten Mal in seinem Leben nach Thamel, dem Touristenviertel, für die allermeisten Nepalis wie ein Tor zu einer anderen Welt. Puro, so sein Rufname fuhr mit mir im Microvan und einem Tuk-Tuk in die Innenstadt und – er wusste von meiner Leidenschaft für Disney noch nicht wirklich viel – wunderte sich mehr als nur ein bisschen, als ich plötzlich bei einer Art offenem Bücherflohmarkt vor der Kathmandu Mall (dem Einkaufserlebnis für recht wohlhabende Nepalesen) anhielt:

Meet the Robinsons (2 Seiten, KJZ 1177) Kim Possible (2 Seiten, KJZ 1040) Herby – Fully Loaded (4 Seiten, KJZ 985) Ratatouille (6 Seiten) Kid Gravity (9 Seiten, KJZ 1238) Robin Hood (3 Seiten, KJZ 1198) The Replacements (4 Seiten, KJZ 1189)

Zugegebenermaßen sagten mir, wie den Lesern wahrscheinlich auch, weder „Kid Gravity“ noch „The Replacements“ irgendetwas noch war ich wirklich vom Inhalt begeistert. Früher gab es in dem Vorbild aus den Staaten wenigstens DuckTales- oder Käpt'n Balu-Comics, mit denen ich noch etwas anfangen konnte, aber es ging in dieser Reihe ja darum, stets mehr oder weniger Comics zu aktuellen Serien beziehungsweise Filmen zu bringen. Am besten gefiel mir da noch die kur ze Robin-Hood-Geschichte:

Das soll es nun also schon mit den Comics gewesen sein? Natürlich habe ich mich noch weiter (unter anderem auch direkt bei den Verlagen) ob irgendwelcher Publikationen informiert, doch leider scheint es seit 2009 keine Disney-Comics in Indien mehr zu geben. Laut dem Inducks gab es mal ein Donald Duck- sowie ein Micky-Maus-Heft, sogar eine Version auf Hindi, und auch eine Art 100-Seiter. Da das ganze aber „Disney in...“ heißt, geht es ab nächster Seite mit einer kleinen Galerie und Kommentaren natürlich weiter:

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Auch wenn die Figuren des Disney-Konzerns nicht mehr in indischen Comics einen Platz haben, als Werbung für schon erwähnte nicht gerade wohlschmeckende indische Säfte schon...

Auch wenn längst verboten, ist Cannabis in der ehemalige Endstation der Hippie trails anscheinend noch immer ein gern und gut gehandeltes Produkt, ob es auch echt ist, konnte und wollte ich nicht testen

Für 5 bis 10 Cent gibt es „nepalesische Donuts“, herrlich fett und eine perfekte Nahrungsergänzung zu den vielen Reisgerichten, dank den ich ganze vier Kilo abnahm

Da auch die Privatschule für die allerreichsten der Gesellschaft, wird mit Freuden fleißig gebastelt und geklebt, hier mein Beitrag zur insgeheimen Disneyanisierung des Lades

...man kopiere sich ein paar Bilder aus dem Internet und werte seine Schulhefte auf – Made in Nepal.

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...auch die Toiletten werden an ihren Wänden liebevoll verziert...

...wo man auch mit den in Nepal unwichtigsten Dingen zu unmöglichen Preisen sich versorgen kann

wer mit seinen Moralvorstellungen von weit her kommt und Originale kaufen möchte, muss es schon im Touristenviertel Thamel versuchen

...immerhin bleiben die Kulturstätten (hier in Bhaktapur) im Vergleich zu anderen Ländern von allzu viel Kitsch verschont.

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Was Fälschungen für unglaubliche Preisvorteile haben können, ist gemeinhin bekannt, doch dass sich der Disney-Konzern neben Marvel auch schon Hanna Barbera einverleibt hat, hingegen nicht.

Viel mehr interessierten dürfte aber einen Teil der werten Leserschaft diese Sammlung an Simpsons-DVDs, die alle ersten 20 Staffeln der Serie enthält (hätte mich keine 5 € gekostet)

Beide Bilder stammen aus Läden des Touristenviertels und viele dieser ganz speziellen Individuen scheinen auch ihre ganze Zeit in Nepal nur dort gewesen zu sein, schade, da das richtige Leben erst außerhalb anfängt.

Nepalesen sind im Allgemeinen sehr abergläubisch, so gibt es in jedem hinduistischen Hause einen kleinen Schrein, an dem zu einem der 33 Millionen Götter (es gibt knapp 30 Millionen Nepalesen) gebetet werden kann. So ist obige Verzierung des Ladeneinganges eine Abschreckung für Diebe, weil Götter den Laden vor bösen Geistern schützen und ebenso wie Räucherstäbchen den Ladenbesitzern Glück bringen sollen, einen Nachteil bringt das ganze dann für einen wie mich dann, wenn es um Schlangen geht: Um diese nicht anzulocken, ist es streng verboten, in einem Haus zu pfeifen, was ich dann auf der Straße genüsslich nachholte.

Diese recht beleibte Dame wirkt zwar irgendwie ein wenig befremdlich, zu mal man normalerweise keine derartigen Touristen antrifft, dennoch dürfte sich die gute Frau nicht gerade unbeliebt, vor allem bei den Nepalesinnen, gemacht haben, denn: Traditionell gilt dieser Körperbau als schön, da er von Wohlstand zeugt. In der teilweise westlich geprägten Oberschichtjugend gelten zwar inzwischen schon deutlich andere Schönheitsideale, doch bei den älteren Damen erkennt man leicht, wer reich und wer arm ist, von der Kleidung einmal abgesehen. Männer gelten ebenso dick als schön, allerdings scheint dies nur auf „menschliche Gottheiten“ zuzutreffen.

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Wer als Ausländer in seiner freien Zeit sich langweilt (und das taten wir alle vor allem abends besonders, weil wir im Vergleich zu den Nepalis besonders, da wir nicht so früh ins Bett gingen), ist mit gebrannten DVDs bestens bedient, 30 Rupien in einer Hülle und für 150 in einer hübschen Verpackung, kein Wunder, dass das Kino in der Civil Mall, einem brandneuem Einkaufstempel im Centrum der Stadt, selbst bei Harry Potter in 3D für 250 Rupien nicht ganz voll war.

Hier ein Photo des einzigen Freizeitgeländes Kathmandus, dem „Fun Park“: 50 Jahre alte Geräte, die mit bester Mühe in Stand gehalten werden, kosten pro Fahrt 20 bis 30 Rupien und sind nur für wenige erschwinglich, zumal der Eintritt nochmal ebenso viel kostet. Besonders lohnen tut sich die Mitfahrt auf dem Riesenrad: Wenn man zu den ersten in der Schlange gehört, kann man gut und gerne eine Dreiviertelstunde das Schweben genießen.

Um die Politik ist es, man mag es kaum anders erwarten, schlecht bestellt: Nach dem Sikkim-Erdbeben des 19. September, welches Kathmandu mit 5,5 traf, meldete sich der nepalesische Vizepräsident zu Wort:

Auch wenn ich von einem „Maoisten“ allein aufgrund des Namens und der gemachten Erfahrungen nicht gerade zu schätzen brauchte, verwunderte es mich, die Ausländer und selbst viele Nepalesen...

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Obige Photos sind wahrlich einem glücklichen Zufall geschuldet. Üblich sind in Nepal keine spontanen Streiks, sondern sogenannte „Bandhs“. Dieses besondere Phänomen des Generalausstandes einzelner Berufsgruppen, politischer Vereinigungen oder im schlimmsten Falle des Militärs ist ein gängiges Mittel, um sich bemerkbar zu machen. Jede Partei, besonders gerne die Kommunisten (Maoisten und Marxisten-Leninisten stellen ungefähr 60 % der Sitze im Parlament, können sich aber genauso wenig wie SPD und Linke auf Bundesebene), hat die Kontrolle über einzelne Bevölkerungsschichten, welche dann gut und gerne innerhalb einer Stunde das ganze Tal lahmlegen können, für die Kinder bedeutet das schulfrei, aber nicht aufgrund mangelnder Busverbindungen (sie werden ja schließlich abgeholt und die Straßen sind bei Streiks meistens leer), sondern aufgrund der mangelnden Sicherheit, Proteste enden gerne auch mal in unbändigen Prügeleien, jedes Jahr werden gut 400 bis 500 Menschen in Kathmandu erschossen. So kommt es auch, dass die Kinder, besonders die kleineren, sich nicht wirklich über einen Schulausfall freuen, sie haben Angst und fürchten sich.

Bettler prägen zwar nicht das Stadtbild, dennoch sind sie unübersehbar, haben manchmal weder Arme, Beine noch Augen, sind oft von Fliegen bereits angefressen und fristen so ihr Dasein. Man lernt erstaunlicherweise recht schnell, sie und ihre „Existenz“ zu akzeptieren und läuft zumeist an ihnen vorbei, weil man nicht von ihrem Elend gefesselt werden möchte – nur Kinder haben immer eine ganz besondere Wirkung auf einen, zwar wurde und wird einem immer wieder gesagt, man möge überhaupt keinem Bettelnden etwas geben, da sonst zehn weitere kämen, aber man bringt es dann doch nicht übers Herz, einfach so weiterzugehen. Mit dem Laufe der Zeit wird sich bei jedem, der sich etwas näher als nur touristisch mit einem Lande wie Nepal beschäftigt, Unverständnis aufwühlen, wieso man sich beispielsweise in Deutschland überhaupt über staatliche Leistungen aufregt. In diesem, einem der ärmsten Länder der Erde, hungert ein Großteil der Bevölkerung und aufgrund des so unglaublich niedrigen Einkommens der Bevölkerung erscheint es fast unmöglich, auch nur irgendein Sozialsystem aufzubauen. Wir selber wurden teilweise sogar ansatzweise geizig, nicht nur aufgrund der Preise, die gegenüber uns verlangt wurden, sondern vor allem wegen der Summen, die wir alleine für Essen ausgaben, nur um von dem eintönigem Reis-Geschmackes loszukommen oder einfach Kuchen essen oder auch einfach nur spazieren zu gehen: Man stelle sich vor, man hätte den größten Supermarkt der Welt nur wenige Schritte von seiner Haustür entfernt, könnte sich aber wie die allermeisten auch nur einmal im Jahr einen Artikel daraus leisten.

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Länderreihe

„kartun hiroharu“ - In diesem Artikel der Tageszeitung „Nagarik“ geht es ganz einfach darum, die Bedeutung dieser Figuren für die Kindergeneration zu erläutern – denn die ist ohne Zweifel vorhanden – sei es nun als Schulbuch, Luxusgetränk oder in einem Cartoon des indischen Disney-Channels, Disney hält auch in diesem Land immer weiter Einzug, ganz automatisch und ohne jegliche finanzielle Mittel – denn schließlich werden die meisten Produkte aus Indien importiert beziehungsweise gleich irgendwelche fremden nachgemacht. Es gibt noch so viel über dieses besondere Land zu erzählen, sei es nun die scheinbare Popularität von „Mein Kampf“, Kleidungsstile, die Vorliebe sämtlicher Frauen für Bollywood³, die Landschaft, Arten zu Essen, Kulturstätten oder auch der bis 2005 von den Maoisten geführte Bürgerkrieg gegen die königstreuen Truppen. Zum Abschluss aber noch ein obligatorisches Photo, ganz ohne einen Berg zu erklimmen:

In den nächsten Ausgaben werde ich über Disney (und nun vor allem auch Comics) aus Thailand, Malaysia, Singapur und Indonesien berichten.

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Film, Funk & Fernsehen

Der König der Löwen – in 3D DISNEYS MEISTERWERK KEHRT ZURÜCK VON

MATTHIAS MÜLLER

Am 10. November, lief, nachdem dies bereits im August in den USA geschehen war, auch hier in Deutschland die 3D-Fassung des weltweit erfolgreichsten Trickfilms aller Zeiten an. Als ich zum ersten Mal davon las, war meine Reaktion weniger positiv, was sich damit begründen lässt, dass zunächst nicht ganz ersichtlich war, ob es sich nun um einen Film komplett in 3D handelt, oder „nur“ eine überarbeitete Version. Nachdem meine anfänglichen Zweifel ausgeräumt waren, entwickelte sich das ganze zu einer interessanten Sache, da ich keine Ahnung hatte, wie ein Zeichentrickfilm in 3D denn aussehen sollte.

springt einem regelrecht entgegen. Die eigentliche Umsetzung ist also klasse. Aber war eine Überarbeitung nun wirklich sinnvoll? Nein, wie ich finde. Nicht, dass es an der Qualität großartig etwas auszusetzen gäbe, an der Umsetzung oder an sonst etwas, aber es wäre nicht wirklich nötig gewesen, da der Film ohnehin der selbe ist und somit der fade Beigeschmack bleibt, dass es sich um ein Remake handelt, dessen einziger Sinn es ist, Geld in die Kassen zu spülen. Diese Mission ist übrigens erfolgreich geglückt. Nachdem „Shrek 2“ mit Einnahmen von mehr als 900 mio US-$ auf Platz 1 der erfolgreichsten Animationsfilme stand, löste „Der König Der Löwen“ ihn nun mit rund 950 Mio. US-$ ab. Geld, das man, wie ich finde, in weitere 2D Filme investieren sollte, die auch wirklich 2D sind und nicht digital in die dritte Dimesion gehievt werden müssen. Als Fazit nochmal zusammen gefasst könnte man sagen, dass die Überarbeitung dem Film weder geschadet, noch ihn wirklich vorrn gebracht hat, wobei man das natürlich sehen kann, wie man will. Sehenswert ist er allemal.

Zunächst noch einmal grundlegendes zum Film, den die allermeisten sicherlich kennen: Grob umrissen ist die Handlung, dass der Löwe Mufasa als König über sein Reich herrscht, welches eines Tages von seinem Sohn Simba übernommen werden soll. Mufasas machthungriger Bruder Scar möchte seinerseits selbst auf den Thron und verbündet sich hierzu mit den außerhalb des Reichs lebenden Hyänen, um Bruder und Neffe zu beseitigen und somit König zu werden. Sie locken beide in eine Falle, können jedoch nur Mufasa töten. Scar beschuldigt Simba, schuld am Tod seines Vaters zu sein und rät ihm, ins Exil zu gehen. Simba flüchtet in die Wüste, wo er vom Erdmännchen Timon und Warzenschwein Pumba gefunden und aufgenommen wird. Während unter Scar dem Reich nun schlimme Zeiten bevorstehen, da die Hyänen eingelassen werden, wächst Simba heran. Um Hilfe gegen Scar zu suchen, verlässt Nala, seine Freundin aus Kindertagen, das Reich und trifft auf Simba, der zurückkehrt. Scar und die Hyänen werden getötet beziehungsweise vertrieben und Mufasas Sohn nimmt nun seinen Platz ein. Da es sich um einen der besten Trickfilme, die ich je gesehen habe, handelt, fällt mir eine klare Überarbeitung relativ schwer. Ich verließ das Kino mit gemischten Gefühlen, da der Film an sich hervorragend war, die 3D-Effekte für meinen Geschmack allerdings oft wenig Sinn machten. An dieser Stelle kommt aber auch meine persönliche Haltung zu einer neuen Technik hervor, die noch nicht wirklich ausgereift ist. Was ich zunächst festhalten muss, ist, dass die Technik dem Film nicht geschadet hat. Qualitativ gesehen gibt es Filme in 3D, die da deutlich schlechter abgeschnitten hätten. Das einzige Manko ist, dass ab und zu Figuren im Vordergrund standen, während der Hintergrund leicht unscharf wurde, was allerdings nicht unbedingt störend war. Die Schlüsselszenen, sowie Anfang und Ende sind meiner Ansicht nach gut umgesetzt. Hyänen, Lianen, die Herde – alles was sich bewegt, Photos: filmreporter.de / filmepfehlung.de

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DuckTales

VON

DAVID BÜHRING

Von der DuckTales-Serie sind drei DVDs mit jeweils sechs bis sieben Folgen erschienen. Im Vergleich zur Videokassette haben DVDs den Vorteil, dass man ihnen am Computer sogenannte Screencaps entnehmen kann und so leichter auf Hintergrunddetails verweisen kann. Ich habe mir die erste Folge der ersten DVD angesehen und möchte als kleines Extra zur DuckTales-Rückblickreihe hier auf ein paar Entenhau sener Unwichtigkeiten der Folge „Gundels Gaukelei“, „Armstrong macht’s möglich“ und ein paar Impressionen von „Mein Gott Donald“ einge hen.

„Gundels Gaukelei“ – Details und Hintergründe Schon zu Beginn der Folge kann man Gundels Haus sehen, welches ganz und gar nicht so aussieht wie in den Comics. Bei Barks und so ziemlich jedem anderen Gundel-Zeichner nach ihm wohnt Gundel Gaukeley in einer einfachen Hütte am Vesuv in Italien, hier jedoch sieht der Vulkan etwas... verhext aus. Doch Gundel hat nicht nur dem Vulkan ihr unheimliches Anlitz verliehen, sondern auch ihrem Flieger.

In Gundels Flieger sind neben den verhexten Piloten Karlchen und Babyface sowie Frieda und Track auch eine Orgel. Vielleicht langweilt sich Gundel auf dem langen Flug zwischen Entenhausen und… wo auch immer sie in der Serie wohnt. Apropos Entenhausen: Falls es einem interessiert, wo bei Entenhausen Dagoberts Villa, sein Speicher, das Gefängnis und der Fluss (die Gumpe?) liegt, findet die Antwort in folgender Montage.

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DuckTales

Links oben und rechts unten habe ich die in der Folge nicht zu sehenden Stellen durch farbige Flecken markiert – wenngleich sie weiße Flecken in der Landkarte wären. Nun aber zu dem Gebäude, von dem man in der Folge eindeutig am meisten sieht: Dagoberts Villa!

Wenn man das Bild der Villa mit der Karte Entenhausens oben vergleicht, sieht man, dass links neben dem Haus die Landebahn von Dagoberts Hubschrauber ist (den er übrigens in dieser Folge selbst fliegt. Wofür braucht er noch mal Quack?) und direkt neben diesem sein privater Pool.

Wenn man allerdings den kreisrunden Flecken Pool und die Wasserquelle beachtet, fällt einem auf, dass dieser Pool nicht derselbe sein kann wie der im Stadtbild, dort fehlt auch das Treppchen am Haus. Aber man sieht ja auch nicht das Gewächshaus vor Dagoberts Villa, also was soll’s.

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DuckTales

Das erste Zimmer im Haus ist ein enormer Flur mit Treppe und Zugang zu mindestens drei Zimmern, einmal das Arbeitszimmer, welches direkt unter Dagoberts Schlafzimmer liegt (wird in der Folge durch einen einbrechenden Boden deutlich) und zwei weitere, unbekannte Zimmer. Die unbekannten Zimmer sind hier recht eindeutig zu sehen, rechts ist die Eingangstür. Links von der mittleren Türe ist eine Vase zu sehen, die möglicherweise der Kullercup ist. Da ich die Folge „Das Erdbeben/Enten-Beben“ noch nicht gesehen habe, kann ich das leider nicht zweifelsfrei beurteilen, aber ich plane, das nachzuholen. Auch die verzauberten Panzerknacker ha ben einen Gegenstand im Flur besonders gerne.

(Nein, die Rede ist nicht vom ungewöhnlich hohen, roten Stuhl. Und ja, so schnell werden aus zwei Tischen einer.) Wer ist diese Frau mit Fliege? Nelly bzw. Goldie etwa? Die Frisur lässt es vermuten, aber die Fliege spricht dagegen...Übrigens ist auch klar, dass nur falsche Neffen die Büste so interessant finden können, denn die echten Drillinge interessieren sich eher für Actionhelden wie null-null-zwei.

Übrigens ist auch klar, dass nur falsche Neffen die Büste so interessant finden können, denn die echten Drillinge interessieren sich eher für Actionhelden wie null-null-zwei. Ich frage mich, ob sonst in der Serie irgendwo Zigarren und Schusswaffen so verherrlichend dargestellt werden…Und wer sich schon immer fragte, wo in Dagoberts Villa der größte Schrecken lauert, wird sich sicher über die Lösung freuen!

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DuckTales

Die Küche mag zwar auf dem ersten Blick harmlos wirken, aber der Schein trügt: Im Kühlschrank lauern scharfzähnige Ungeheuer!

Man beachte auch die großen, scheckigen Eier, knapp über der asiatischen Soße. Ich frage mich, was das Zeichen bedeutet…

Armstrong macht’s möglich – Hintergründe und Details Auch in dieser Folge der ersten DVD sieht man das Zimmer der Drillinge erstaunlich häufig, und es zeigt sich, dass der schlechte Geschmack, was Gemälde angeht, wohl in der Familie liegt.

Oder sollen diese verquollenen Gestalten etwa Tick, Trick und Track sein? Zeichner, mir graut vor dir!

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Entenhausen

Apropos Grauen, das Zimmer der Drillinge hat aber auch schon bessere Zeiten erlebt.

Etwa diese, als es noch glänzte und funkelte, sogar an den Stellen, an denen ein Zimmer eigentlich nicht glänzen und funkeln sollte.

Oder ist der Teppich eingefettet? Durch das Aufräumen wirkt das Zimmer glatt noch größer als auf dem ersten Blick.

Vor der Türe übrigens ein erneuter Beweis für Dagoberts schlechten Gemäldegeschmack.

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Blick über den Tellerrand

Auch im Wohnzimmer befindet sich ein schauderhaftes Werk an der Wand.

Nicht einmal der Speisesaal wurde verschont. Zum Glück verschont einem die Perspektive vor den Freiheiten, die der Leinwandverbrecher als künstlerisch bezeichnet. Fahren wir fort, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Demletzt amüsierte ich mich noch über das Flugzeug von Gundel, aber nun erkenne ich, dass auch Dagobert überall sein Zeichen draufpappen muss.

Zum Glück ist nicht jeder Entenhausener so. Dieser Bauernhof ist vollkommen ego-frei:

Auch Quack lebt sehr einfach:

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DuckTales

Daniel Düsentrieb.., okay, der kann sich auch nicht zurückhalten und muss seine schöne Werkstatt mit elektronischem Klimbim aufpolieren.

Selbst seinem Roboter bringt er Personenkult bei, wie man an folgendem Steinhaufen erkennen kann.

Was mag wohl in Düsentriebs Kopf vorgehen… ...ähm...vergesst die Frage...

Zu dem Entenhausener Plan gibt es jetzt auch noch ein kleines Extra, nämlich nahe liegende Autobahnen.

Entenhausen ist keine sehr schöne Stadt, das liegt aber auch nicht zuletzt an ihren Werbeplakaten:

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DuckTales

Und im hässlichsten Klotz sieht es auch nicht viel schöner aus, eher schlicht. Ein Ort, an dem man nur arbeiten sollte und nicht faulenzen.

Aber natürlich trügt der Schein:

Zum Abschluss aber noch die Antwort auf die vermutlich wichtigste Frage aller Duck-Fans weltweit: Wo liegt Entenhausen? Die Antwort zeigt der leuchtende Punkt!

Aber liegt Entenhausen nicht eigentlich am Meer?

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DuckTales

Terror der Technik - Hintergründe

Das Stadtbild Entenhausens ist ja schon bekannt, dieses hier sogar durch sämtliche Intros. Unten links die Villa Duck, oben rechts der Geldspeicher – aber Moment, da fehlt doch etwas!

Ah, es steht noch, das Gefängnis! Doch vorher zurück zur Villa Duck.

Inzwischen habe ich sehen können, dass Karlchen, Babyface, Dagobert und Armstrong einen Helikopter oder ein Flugzeug lenken können, aber dennoch machen sie nicht alles richtig.

Zum Beispiel ist keiner der drei Passagiere angeschnallt, nicht einmal der Pilot! Aber sie fliegen ohnehin nicht weit, nur zum...

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DuckTales

...Elektrizitätswerk... ….und danach...

...zum Staudamm. Wie die Lage des Staudammes zur Stadt ist, kann man auf dem Flug auch ganz gut beurteilen. ...nur ein Witz, das sieht für mich völlig gleich aus.

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Wer übrigens schon immer wissen wollte, wie das Wohnzimmer Dagoberts aus Entenperspektive aussieht…

…wird leicht enttäuscht sein. Ziemlich öde. Wie muss sich dann eine Ente in Entenhausen, Stadt der Hochhäuser, fühlen?

Oh, Mac Moneysacks Baustelle! Blicken wir uns doch etwas um…

Was ist denn da in dem großen gelben Gebäude rechts?

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Ups, mein Fehler, ich meine, was war… naja, egal, wer nicht die Form erkennt, sieht es ohnehin am Geldspeicher. (Interessant, dass der Geldspeicher eine zweite Tresor-Hülle hat.) Die Panzerknacker! Wie können die nur diese Roboter steuern? Ah, es gibt eine Anleitung!

…sieht nicht gerade einfach aus. Die Panzerknacker müssen wahre Genies sein.

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DuckTales

Oh, und noch als kleine Zugabe für Diejenigen, welche immer nach unsittlichen Bildern rufen, hier ein Bild von Bankjobs Hintern:

DuckTales liefert eben genau das, was junge Frauen sehen möchten!

Mein Gott Donald – Impressionen Als kleinen Gegenpol zu den detaillierten Häusern und Inneneinrichtungen in „Gundels Gaukelei“ und „Armstrong macht’s möglich“ gibt es in der zweiten Folge auf der ersten DVD nur das ferne Ägypten: Wenn sich Touristen dort in diese Sehenswürdigkeit stürzen…

…und dieses Labyrinth absolvieren…

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DuckTales

‌erreichen sie einen abgelegenen Tempel mit dem Symbol des Halbmondes!

(hier mal von der anderen Seite gesehen)

TagesĂźber lockt dort zwar die weibliche Gesellschaft...

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DuckTales

… nachts hingegen treibt die Mumie Kahoufo sein Unwesen. Da fliehen natürlich die Damen.

...und die Hieroglyphen deuten an…

…dass die Einwohner sich die Nächte gerne um die Ohren schlagen.

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Ein Star in den Sternen – Ein einsames Detail „Ein Star in den Sternen“ spielt fast die ganze Zeit im Weltall und bietet wenig Interessantes – außer dem Inhalt von Quacks Kopf!

Okay, jetzt bin ich mal gespannt! Was befindet sich im Kopf des Bruchpiloten?

Mmh, ha, ha. Jetzt mal im Ernstm bring was auf den Schirm!

Die Formel unter der Relativitätstheorie kann ich nicht recht zuordnen, aber dass die Sonne nicht um die Erde kreist, dürfte klar sein. Wenn sie es täte, würden alle anderen Planeten von der Erde aus betrachtet äußerst merkwürdige Bahnen verfolgen…

Okay, Kreuzling, du hast praktisch verloren, so blöde wird der Kreisemacher nicht sein, als dass er deine Strategie nicht durchschauen würde.

Na ja, die bisherigen Resultate zeugten nicht gerade von Intelligenz, aber der Kompass hier stimmt eindeutig. Es gibt keine Norm, die befiehlt, dass der Norden oben zu sein hat.

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DuckTales

Schattenspiele – Hintergründe und Details Dank dieser Folge habe ich nun eine Vermutung, woher die hässlichen Gemälde in Dagoberts Villa kommen: Die Drillinge knipsen sie mit einer Kamera!

Nicht überzeugend? Dann vergleicht mal folgendes Foto mit dem Poster, welches die drei in ihrem Zimmer hängen haben!

Die Konstellation ist verschieden, aber die Hässlichkeit ähnlich.

Aber wenigstens konnten die Drillinge Bilder verteilen, sonst wäre das Haus wohl voller

Golf-Pokale

oder Ritterrüstungen.

Man muss mit adeligen Vorfahren ja auch unbedingt Rüstungen in seinem Haus verteilen, das gehört ja schon fast zum guten Ton. Oh, natürlich hat Dagobert auch ein paar persönliche Bilder, etwa in seinem Schlafzimmer, aber das ist unter jenen im Haus noch das schönste.

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DuckTales

In Gundels Mietwohnung sind natürlich auch Bilder an der Wand:

Vielleicht werden Bilder ja mit der Wohnung mitgemietet. Anderes Thema! Die Nacht in Entenhausen scheint gerade für Obsthändler interessant zu sein…

…obwohl weder Händler noch Kunden zu sehen sind. Immerhin bei Dagobert brennt noch Licht.

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Aber das beste an der Folge ist der Stadtplan Entenhausens:

Obwohl Pfeil und Foto woanders hindeuten, ist es offensichtlich, dass die Villa Duck das H-förmige Gebäude im Süden ist.

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DuckTales

Links über dem Pfeil ist das Gefängnis, unter dem Foto ist der Geldspeicher.

Woher ich das weiß? Vergleicht ruhig die Karte hier mit dem Stadtbild. Der Fluss ist immer im Westen bzw. links. Auf folgendem Bild erkennt man dank Geldspeicher sogar, wo der Flughafen Entenhausens liegt.

Nur die Lage des Stadions bleibt unbekannt:

Wie dem auch sei Ich hoffe, meine unnötigen Details waren wenigstens ansatzweise unterhaltsam. In meine normalen Folgenbeschreibungen hätte ich die Bilder und Überlegungen ohnehin nicht unterbringen können.

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Film, Funk & Fernsehen

Der Herr der Ringe und das Elfenamulett VON

CHRISTINE LANGERMANN

Ich bin sehr eigen, wenn ich höre, das es von etwas Guten, etwas was ich gerne mag und von dem ich viel weiß, eine Parodie, oder ähnliches gibt. Nicht das ich keinen Spaß daran habe, Parodien zu sehen, oder verbissen meinem Fandom nachgehe - Nein, so ist es nicht, aber soviel Gutes es auch gibt, gibt es leider mittlerweile auch doppelt so viel Schlechtes. Ich habe schon bei der Unendlichen Geschichte und die Donald DuckVersion 'Abenteuer im Comicland' (LTB 186) gesagt, dass ich positiv überrascht war. Das war ich bei 'Das Amulett der Elfen' (LTB 276) ebenfalls:

wie in J.R.R Tolkiens 'Der kleine Hobbit' ist es hier der Enterich Donald, der seinen Gast frech abwimmelt und mit ihnen nichts zu tun haben will! Wer den 'Hobbit' (wie es gerne abgekürzt wird) kennt, denkt sich 'wäre ja lustig wenn Sandalf jetzt ein Zeichen an die Tür malt'. Und richtig, genau das passiert. Ein wunderschönes Zeichen wird an Donalds Tür gemalt und das Ausmaß ist unermesslich, denn kurze Zeit später marschieren Zwerge in die Hütte des Besitzers und plündern seine Speisekammer.

Dieser, total überrascht und mehr als wütend, merkt schnell, dass es sich hier nicht um seine Clubmitglieder handelt und hinter Brodo, Bibbin, Berry, Bam und Biblo Beutlein (Frodo, Pippin, Merry, Sam und Bilbo Beutlin) ein kleiner Bund von abenteuerlichen Zwergen steckt. Auch hier handelt es sich um ein Abenteuer, zu dem Donald erst gar keine Lust hat, (ganz wie Bilbo damals) aber durch einen 'kleinen Schubs zur Tür hinaus' geht alles schon viel einfacher, wie es Gandalf immer so gerne sagte. Dank eines mächtigen Zaubers findet Donald sich bald (begleitet von den Zwergen) in einer wunderschönen Welt wieder mit freundlichen Tieren, die ihnen begegnen, Bäumen, welche ein Schwätzchen halten (Ents, The Lord of the Ring) und nicht zuletzt Steinmännern, die zum Leben erwachen, sobald man sie berührt. (Anspielung auf 'Der kleine Hobbit', die Trolle in der Waldszene). Durch eine Abendmahl-Szene erfährt der Leser, dass einiges im Argen liegt, denn der sonst so freundliche Wolf greift Brodo an und kann nur dank Donald gerettet werden.

Im Grunde ist es wieder eine typische Donald-Geschichte: Während seine Neffen sich darauf verlassen, dass er auf ihr Pfadfinder Treffen kommt, um dort eine Geschichte aus seinem Leben zu erzählen, ist Donald mit seinem 'Abenteurer-Club' beschäftigt und der Tatsache, dass dieser an demselben Wochenende zu ihm kommen wollen, um über Fantasy und ähnliches zu reden. Dort fiel mir schon die Bemerkung 'Der Herr der zwanzig Ringe' auf, eine Formulierung, die mich sehr schmunzeln ließ. Zwar wurde ich so vorgewarnt, in welche Richtung das alles geht, doch war ich dann sehr überrascht als der weise 'Sandalf' (Gandalf) auf einmal in Donalds Garten steht und ähnlich

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Film, Funk & Fernsehen

Die beiden führen einen Plausch, ähnlich wie es Frodo und Aragorn gerne tun, und es kommt heraus, dass Donald sich eigentlich sehr glücklich mit seinen Neffen beim Fähnleinstreff fühlen sollte. Sein Gewissen plagt ihn und er zweifelt, ob es so richtig ist, einen Club-Abend den Neffen vorzuziehen.

gen möchte, es aber nicht kann, weil er sich dann sofort die Finger verbrennt. Der Auserwählte Donald jedoch hat damit kein Problem, nimmt ihm das Amulett ab und rettet somit die Welt. Ich weiß nicht ob es an mir liegt, aber in diesem Comic wurde sogar das Schicksal einer Nebenfigur übernommen, so ist der arme Dieb so geschlagen, wie es Beregond im letzten Buch des 'Herrn der Ringe' ist, er wird des Lan des verbannt und muss nun irgendwo anders ein neues Leben anfan gen.

Ihre Reise führt sie weiter und schon bald erreichen sie das Tal Galadhon (Die Wälder der Galadrim, Lord of the Rings) und deren Herrscherin Galadrel, die Prinzessin der Elfen. (Galadriel, die Königin der Elben). Anders als beim 'Herrn der Ringe' lässt diese Donald nicht in einen magischen Spiegel sehen, sondern in einen Wandteppich, welcher die Geschichte der Anfänge erzählt. Dabei wird ein Amulett genannt, welches gestohlen wurde und sehr an ein Folgewerk von Tolkien erinnert, bekannt als 'Das Silmarillion'. Das alles wäre ja kein Thema, wenn die Welt nicht ohne das Amulett zu Grunde gehen würde und so macht sich Donald, gefolgt von Brodo (der ab nun die Rolle des Sam aus 'The Lord of the Ring' übernimmt) auf die Suche nach dem Amulett, gekleidet in einen magischen Umhang, aus dem Donald ziehen kann was er gerade am meisten braucht. (Das rettet ihn so eben vor einen bösen Bären: Donald zieht aus seinem Mantel einen Plüschbären und scheint für einen Moment selbst perplex und fragt sich, wie ein Plüschtier helfen kann, doch schon scheint das wilde Tier besänftigt. Mit seinem neuen Plüschkumpel verschwindet der riesige Bär und lässt die beiden ratlos zurück. Donald jedoch merkt daraufhin schnell, was es damit auf sich hat und kommentiert, 'dass wirklich niemand einem Plüschbären widerstehen kann'.) Je näher sie dem Ziel kommen um so mehr muss Brodo als magisches Wesen am eigenen Leibe feststellen, das langsam alles zu Grunde geht und die Welt ihre Magie verliert. Schon bald muss Donald alleine weiter gehen und trifft auf den Dieb des Amuletts, welcher Gollum-ähnliche Züge angenommen hat. Jedoch kommt heraus, das der arme Schlucker gerne das Amulett able-

Donald hingegen darf nach Hause und, wie es sich nach so einem Abenteuer auch gehört, verbringt er seine Zeit mit seinen Neffen auf dem Pfadfindertreffen.

Scans:David Bühring

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Interview

Susan Daigle-Leach Bestimmt jeder, der Disney-Comics liest, wird schon mal einen Comic oder ein Titelbild, welches sie koloriert hat, gesehen oder gelesen haben. Ein Interview hingegen wohl nicht: Wohnort: Prescott, Arizona Geboren: November 1960 1. Wie wurdest Du Koloristin und wann hast du begonnen, an Disney-Comics zu arbeiten? Ich machte 1983 meinen Bachelor-Abschluss am College im Bereich kommerzieller Kunst und verbrachte einige Jahre damit, für verschiedene Unternehmen diverse Zeichnungen anzufertigen. 1986 traf ich dann John Clark, als ich die Hintergründe eines kurzlebigen Schwarz-weiß- Comics tuschte (er letterte den Text). Er war Redakteur bei Another Rainbow/Gladstone, die gerade begonnen hatten, nach langer Zeit wieder Dis ney-Comics in den Vereinigten Staaten zu verlegen. Er fragte mich, ob ich Interesse hätte, ein wenig für Gladstone als Koloristin zu arbeiten und ich nutze diese Chance (eine gute Möglichkeit, quer in das ganze Berufsfeld einzusteigen).. Ich hatte zuvor nie am Farbdesign gearbeitet, kannte aber die Abläufe von meinen Kursen am College. Nachdem ich ein Jahr lang als freie Mitarbeiterin tätig gewesen war, hatte ich im Juli 1987 ein Bewerbungsgespräch bei Bruce Hamilton für eine Vollzeitstelle als Production artist, aber jemand anderes bekam den Job. John schlug mir vor, die San Diego Comic Convention im darauf folgenden Monat zu besuchen, um an weitere Aufträge zu kommen. Als ich dort ankam, besuchte ich den Stand von Another Rainbow, um John einen Besuch abzustatten – da eröffnete mir Bruce, dass der andere Kandidat für die Stelle abgesagt hatte und fragte mich, ob ich noch Interesse hätte. Ich hatte also erst nach Kalifornien gehen müssen, um einen Job in Arizona zu bekommen. ;-) Das war die Zeit, als ich nach Prescott zog und seitdem lebe ich hier (abgesehen von der kurzen Zeit in Maryland, als ich für Gemstone arbeitete). 2. Hattest Du schon als Kind Disney-Comics gelesen und liest du aktuell Comics? Meine ersten Disney-Comics waren die Neuauflagen von Gold Key/Whitman in den späten 1960er Jahren. Meine Mutter kaufte mir Comics, wenn ich krank war und besorgte immer die Hefte, die man im Dreierpack bekam; so kam ich an viele Fähnlein-Fieselschweif-Comics und häu fig waren noch andere Geschichten von Barks dabei. Ich erinnere mich genau, in einem Nachdruck von Whitman die Geschichte Das große Tauschgeschäft (All at Sea) gelesen zu haben, und sie gehört bis heute zu meinen Lieblingsgeschichten von Barks. Wenn ich als Kind Strandurlaub in Connecticut machte, kaufte ich mir umschlaglose Comics für einen Nickel (Anm. der Red.: 5 Ct). Meistens waren es Batman und Superman, aber auch Comics von Harvey und Gold Key, wie Magnus Robot Figther und Korak Son of Tarzan. Als ich zehn oder zwölf Jahre alt war, pflegte ich, die grauenhaften Horrorcomics von Charlton zu kaufen. Sie waren wirklich schrecklich, aber irgendwie wahnsinnig witzig. Ich lese heutzutage nicht mehr besonders viele Comics. Aber ich kaufe und erfreue mich an neu aufgelegten Kollektionen, wenn ich die Gelegenheit dazu habe. Meine Favoriten sind Mike Mignolas Hellboy und B.P.R.D., Beanworld von Larry Marder, Stan Sakais Usagi Yojimbo und alles von Los Bros Hernandez. Schneespaziergang mit ihrem Mann Gary Leach

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Interview

3. Wie heißt Dein Lieblingscharakter aus dem Disney-Kosmos? Ich bin hin- und hergerissen zwischen Onkel Dagobert und Donald (dem Barks-Donald). Daniel Düsentrieb ist meine „zweitliebste“ Figur. 4. Wer sind Deine Lieblings-Comickünstler? Es gibt zu viele, um sie alle aufzuzählen, aber einige, die mir spontan in den Sinn kommen, sind Carl Barks, Mike Mignola, Stan Sakai, Pat McDonnell, Marco Rota, Phil Foglio, Bill Watterson, Jill Thompson, Alex Ross und Amanda Conner. 5. Gefällt Dir auch andere Kunst? Ich liebe Kunst. Sie macht mich glücklich und gibt mir mit Blick auf die Menschlichkeit Hoffnung. Besonders verehre ich die Malerei und Illustration, aber tatsächlich liebe ich Kunst jeder Art, solange sie mit Herz, Gefühl und Humor entstanden ist. Die folgenden sind nur einige der Künstler, deren Werk ich bewundere: Maira Kalman, Jean Jacques Sempé, John Howe, Pauline Baynes, Joan Miro, Paul Klee, Raoul Dufy, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Edward Gorey, Helen Frankenthaler, Umberto Boccioni, Rene Magritte, Ed Mell, Morris Graves, Georgia O'Keefe und Wayne Thiebaud. 6. Hast Du spezielle Angewohnheiten? Während der Arbeit haben wir fast immer das Radio an, oder hören Musik über iTunes. Mit dem Radio hören wir das NPR (National Public Radio), welches ein gutes Nachrichten-, Kunst- und Kulturprogramm spielt. Wir haben auch einen alten Computer aufgerüstet, damit wir über ihn DVDs abspielen können, wenn uns das Radio zu viel wird. Wir schauen kein Fernsehen. Wenn das Wetter morgens gut ist, setzen wir uns auf die Veranda und lesen oder zeichnen, bevor wir mit der Arbeit beginnen, oder gehen in die Stadt und setzen uns in ein Café. 7. Experimentierst Du oft an einem Kolorierstil? Wenn ich die Zeit finde, lerne ich neue Techniken und wende sie an, wenn sich das bei Aufträgen ergibt. Oft gibt es redaktionelle Vorgaben für den Koloristen, deshalb konzentrieren sich die Experimente auf meine eigenen Projekte. 8. Wie viele Seiten kolorierst Du je Tag? Zu den Zeiten, als noch von Hand coloriert wurde, schaffte ich mitunter zehn oder zwölf vollständige Seiten an einem Tag, aber nur, wenn sie einen klaren Zeichenstil vorweisen konnten (wie die Geschichten von Romano Scarpa). Ein Zehnseiter von Barks benötigt etwa zwei Tage, um die Arbeit an ihm abzuschließen. Meistens versuche ich, auf fünf oder sechs Seiten am Tag zu kommen, neben den anderen Aufgaben, die mit der Arbeit einhergehen. Als sich das digitale Colorieren etablierte, verlangsamte sich das Arbeittempo zunächst, weil die Technik nicht besonders viel hergab. Mit moderner Soft- und Hardware geht es viel schneller, weiterhin bleibt die Komplexität des Zeichenstils aber ein wichtiger Aspekt. 9. Welche Programme verwendest Du für deine Arbeit? Ich benutze immer Photoshop. Als noch Handarbeit gefragt war, verwendete ich Farben von Dr. Martin, das sind flüssige Wasserfarben – ausgezeichnet, um damit zu arbeiten.

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Die drei Schritte des digitalen Kolorierens: 1. ein Scan der getuschten Bleistiftzeichnungen (600 ppi) 2. Farbflächen werden hinzugefügt, um leicht zu erfassende Bereiche zu schaffen, ich arbeite immer nach dem CMYKFarbmodell 3. Tiefe und Schattierungen werden hinzugefügt, um ausgewählte Bereiche mit den Steigungs- und Pinselwerkzeugen zu bearbeiten, stets wird in einer anderen Ebene eine Kopie von 2. erstellt, die Änderungen vereinfacht.


Interview

10. Von welchen Zeichnern kolorierst Du am liebsten die Comics? Ich liebe es stets, Barks-Comics zu bearbeiten, besonders von der frühen bis mittleren Periode seines Schaffens, die Geschichten ab den späten 50ern sind schwerer, weil sie im Laufe der Zeit skizzenhafter wurden. Ebenso gern mag ich das Kolorieren der Comics von William Van Horn und Marco Rota, da ihr Kunststil es ermöglicht, in wundervollen Kombinationen Farben zu verwenden. Am schwierigsten sind die Zeitungs strips, die ja auch nur dafür gezeichnet wurden, in schwarz-weiß zu erscheinen und aufgrund ihrer Art besondere Mühe erfordern. Don Rosas Geschichten können aufgrund der vielen Details und zusätzlichen Bilder sehr zeitaufwendig sein. Ich war schon immer der Meinung, Dons Stil sei am besten in übergroßen Büchern aufgehoben – ohne jegliche Farbe! 11. Planst Du jede einzelne Kolorierarbeit oder gehst Du spontan vor? Ich lese mir erst einmal jede Geschichte durch und notiere mir wiederkehrende Charaktere und Gegenstände, Tageszeiten, Farbbeschreibungen sowie natürlich die Hutfarben Tick, Trick und Tracks. Abgesehen davon versuche ich stets, die Farben in bester Weise der jeweiligen Geschichte anzupassen. 12. Ist das Kolorieren Deine einzige Tätigkeit oder arbeitest Du noch anderweitig?

Selbstportrait (2011)

Während ich für Gladstone (und später für Gemstone) arbeitete, kolorierte ich unglaublich viele Geschichten, allerdings ist das nur ein Teil des Jobs, ich erledigte auch noch die Paginierung, Seiten- sowie Werbe gestaltung, Terminplanung, Satz, Kontrolle uswusf. In der Vergangenheit arbeitete ich auch freiberuflich für andere Designer und Projekte und Spotillustrationen, Karten, Werbebüchern und deren Layout. Vieles davon machte mir wirklich Spaß, aber die Werbe- und Marketingarbeiten hasste ich wie die Pest. Vermehrt in den letzten Jahren male ich meine eigenen Werke und hoffe, dafür in Zukunft mehr Zeit zu haben.

13. Für welche Veröffentlichen oder Unternehmen hast Du bisher gearbeitet und für welche zurzeit? Ich arbeitete von 1986 bis 1999 (Gary von 1986 bis 2001) für Gladstone, während dieser Zeit freiberufliche Arbeiten für die Disney-Studios in Burbank, Image Comics und für das Disney Adventures-Magazin. Ab 2001 fing ich dann bei Egmont an und setzte die Arbeiten für Disney Ad ventures fort. Nachdem Gemstone die Lizenz für Disney-Comics bekommen hatte, zogen Gary und ich bis Mitte 2004 nach Maryland (wie es John Clark auch tat) und dann zurück nach Arizona als „Vollzeit-Freiberufler“ (John blieb bis zur Entlassung aller 2009 bei Gemstone dort). Ebenso im Jahre 2001 begann ich, an Manga-Comics, unter anderem auch an der Schrift, für Viz Publishing zu arbeiten. Seit der Fertigstellung der Carl Barks Collection für Egmont habe ich für den Verlag nur noch gelegentlich einzelne Arbeiten erledigt. Zudem habe ich noch einzelne Mangas gelettert und einzelne Geschichten für BOOM! koloriert.

Der „Kunststudio“-Teil des Hauses.

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Interview

...und hier ein weiteres Photo des Arbeitszimmers.

14. Was ist Dir an deiner Arbeit am liebsten? Es ist ein Vergnügen, mit wundervoller Kunst und Geschichten zu arbeiten, und wenn man das zu Hause in gemütlichen Sachen und barfuß ma chen kann, ist es sogar noch besser. Die Kehrseite am Freiberuflerdasein zeigt sich, wenn zu viel Arbeit auf einmal hereinkommt – oder noch schlimmer, wenn nicht genug hereinkommt, um die Rechnungen bezahlen zu können. Aufträge kommen oft im letzten Moment herein und müssen in kürzester Zeit erledigt werden, was sehr anstrengend ist und nicht immer zu den besten Leistungen führt. Das wird auch nicht ausgeglichen, es gibt keine Zuschüsse und es gibt auch keinen Urlaub. Aber selbst mit diesen Nachteilen bin ich froh, diesen Job zu haben, statt in einem Büro festzusitzen und den lieben langen Tag Papier zu wälzen sowie zu telefonieren! 15. Welche Person würdest Du gerne mal treffen? Ich würde gerne einige von den Künstlern und Zeichnern kennenlernen, deren Werk ich sehr schätze, zum Beispiel Maira Kalman und Jean Jacques Sempé. Mit ihnen sprechen und die Orte sehen, an denen sie arbeiten. Mich interessiert immer, wie andere Künstler schaffen. 16. Arbeitest Du zur Zeit an einer Disney-Geschichte? Kannst Du uns genaueres verraten? Ich arbeite vorerst an keiner Disney-Geschichte und an keiner Comic-Kolorierung. Um ehrlich zu sein: Nach 25 Jahren und Tausenden Comicseiten genieße ich eher eine Schaffenspause :)

Hier eine Auswahl einiger handkolorierter Comicseiten für Gladstone

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Interview

Ein Don-Rosa-Titelbild links ohne und rechts mit Farbeffekten

Ich war ziemlich geschafft vom Kolorieren, nachdem ich 2008 die Carl Barks Collection fertiggestellt hatte und habe mich danach auf das Lette ring konzentriert. Als Fantagraphics bekanntgab, dass sie ihre eigene Komplettausgabe von Carl Barks herausgeben werden, überkam mich etwas Wehmut bei dem Gedanken, dass ich nicht bei der Kolorierung mitmachen würde, aber auch Erleichterung. So sehr ich Barks’ Werk liebe und immer lieben werde, aber ich glaube, ich habe mindestens die Hälfte seiner Geschichten koloriert, manche sogar zwei oder drei Mal! Ich bin stolz auf meine bisherige Arbeit und dankbar für die Chancen, die ich bekommen habe, und ich freue mich auf mehr davon in der Zukunft. Inzwischen verwende ich mehr Zeit darauf, zu malen und meine eigenen künstlerischen Leistungen zu entdecken, mithilfe traditioneller wie digi taler Medien, und das macht mir sehr viel Spaß. 17. Was ist Dein Lieblings-...? ...essen? Sowohl Gary als auch ich kochen gerne und essen meistens zuhause, aber wenn wir ausgehen, lieben wir japanische, indische und thailändische Küche (aber nicht alles auf einmal). Und Pizza! ...film? Ich kann keinen einzelnen nennen, ich mag so viele. Aber hier sind ein paar: Liebster Pixar-Film – 'Wall-E' Liebster klassischer Disney-Film – 'Das Dschungelbuch' Liebste deutsche Filme – 'Das Boot' und 'Das Leben der Anderen' Liebster japanischer Film – 'Tampopo' Liebste Science-Fiction-Filme: 'Alien' und 'Aliens' Wir bevorzugen beide Untertitel statt Synchronisationen, wenn wir fremdsprachige Filme schauen. Filme sind immer in ihrer Originalsprache besser, auch wenn man nur jedes zehnte Wort versteht! (Wenn sie auf französisch sind, verstehe ich immerhin ungefähr die Hälfte ; )) ...land? Ich mag die USA, weil sie mein Heimatland sind und viele wundervolle Orte und Menschen besitzen. Aber das politische Klima hier mag ich überhaupt nicht. So viel Dummheit. Bisher waren wir nur während einiger Geschäftsreisen nach Kopenhagen und Frankfurt außerhalb von Nordamerika; wir haben uns beide Städte angesehen und hatten eine tolle Zeit. Wenn wir es uns leisten könnten, würden wir liebend gerne durch Europa reisen, Kunstmuseen besuchen, Wandern und Essen. Und wenn Geld keine Rolle spielte, würden wir glaube ich nach Südfrankreich oder Nordspanien zum Überwintern ziehen ; )

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Interview

Kurz und knapp: Ente oder Maus? Ente! Auch wenn ich es gut finde, dass die alten Maus-Strips von Gottfredson von Fantagraphics bearbeitet werden. Kaffee oder Tee? Ich mag Tee, aber ich liebe guten Kaffee. Die Kaffeemaschine ist das am schwersten arbeitende Gerät in unserem Haus. Und mindestens einmal in der Woche begeben wir uns in die Innenstadt und gönnen uns einen Latte. Prescott hat eine Reihe guter, selbstständiger Cafés, wo man mit einem Buch oder einem Skizzenblock sitzen und sich ein fach entspannen kann. Klassik oder Rock? Wir hören meistens Klassik. Ich liebe klassische Musik seit früher Jugend, und glücklicherweise mag Gary sie auch. Aber auf unseren Computern haben wir eine sehr vielseitige Musiksammlung, sodass wir eine ganze Bandbreite von Musik hören können, wenn wir Lust auf Abwechslung haben. Viel Rock, Pop, Filmmusik usw. Bleistift: hart oder weich? Weich, für solch eine fette, schwarze Linie. Ich nehme gern einen 2B oder 4B zum Skizzieren, und F für die fertigeren Zeichnungen. Donald oder Micky? Donald – er erinnert mich an mich. Micky ist eine tolle Figur, aber ich habe einfach niemals die gleiche Seelenverwandschaft zu ihm gefühlt wie zu Donald (ich habe eine Vorliebe für Barks’ Donald; auch Marco Rotas Donald mag ich).

einer unser Lieblingsplätze: lesend und schreibend auf der Veranda

Abenteuer- oder Gagstory? Sowohl als auch, solange sie gut geschrieben und nicht überladen sind. Ich habe zahlreiche Onepager gelesen, die mir zu lang vorkamen – und einige 24-seitige Geschichten, die besser auf 10 Seiten gekürzt worden wären. Comics: Kunst oder „Produkt“? Genau wie Filme, Bücher und Fernsehsendungen ist auch fast jedes Comic ein kommerzielles Produkt, das verkauft werden soll, aber viele unter ihnen können gleichzeitig Kunst sein. Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit, eine wirklich gute Story mit großartiger Kunst zu finden, ist bei selbstständigen Verlagen höher, aber nicht immer. Und gute Sachen können sich sogar in die Produktionen der großen Verlage einschleichen.

Gary mit unserem „Office Manager“ Junior... ...hier gerade auf Wache am Arbeitverhindern:

Zusammenstellung der Fragen: Karsten Bracker Übersetzung aus dem Englisch: Karsten Bracker, Kevin Kyburz, Matthias Wegel

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Organisiertes

VON

DAMIAN FUNK

Kurz nach dem Erscheinen des letzten BE und damit kurz nach dem letzten offiziellen Statusbericht der D.O.N.R.O.S.A. wurde intern ein neuer Fahrplan für die folgenden Monate und das nächste Jahr aufgestellt. Dessen erste Erfüllung kam in Gestalt zweier Grundsatzerklärungen über die Organisation selbst und die Forschung im Allgemeinen an die Öffentlichkeit und wurde dort diskutiert. Sinn der Sache ist, dass damit (nach drei Jahren Existenz!) die Organisation eine wirkliche und schriftlich fixierte Basis bekommt und man jederzeit darüber orientiert ist, was sie ist und was sie tut. Die endgültige Verabschiedung der beiden Erklärungen steht noch bevor und dürfte in Bälde erfolgen. Ansonsten wurde hier und da am aktuellen Projekt - den Reisezielen - und diversen anderen Sachen herum geschraubt, ohne das bis jetzt große Schritte erzielt wurden. Gemäß dem internen Fahrplan warten wir im Moment vor allem auf das (komplette) Erscheinen der DRC, womit defini tiv ein begründetes Fundament für die Forschungstätigkeit vorhanden ist. Um die Zeit bis dahin mit etwas Ansprechendem zu überbrücken, wurde die schon etwas ältere Idee eines Don-Rosa-Preises in Form einer grö ßeren Umfrage vorbereitet, die schließlich auf den Namen O.S.C.A.R. (Offizielle und Skurrile Comic-Auszeichnung der Rosaisten) getauft wur de. Die Durchführung in den insgesamt 16 Fragen fand im November statt, seit Anfang Dezember erfolgen in täglichen Dosen die Updates zu den einzelnen Gewinnern auf www.donrosa.org. Zuletzt sei noch erwähnt, dass Adrian im kommenden halben Jahr - von Januar bis Juni - nur sehr eingeschränkt für die Organisation verfügbar sein wird, da er dann Neuseeland bereist. Das Team wünscht ihm viel Spaß dabei!

Idee & Zeichnung: Stefan Binter, Farbgebung: Isabella di Leo

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Don Rosa

SLSM durchleuchtet Teil 2: Der Held der Badlands VON

DAMIAN FUNK

Aufmerksamen Mitverfolgern der zahlreichen Kommentare Don Rosas zu seinen Geschichten dürften die nicht verwendeten Skriptseiten geläufig sein, auf die er manchmal Bezug nimmt. "Sein Leben, seine Milliarden" macht da keine Ausnahme, existiert doch zu fünf Kapiteln zusätzliches Material, welches sich von den finalen Versionen mehr oder weniger stark unterscheidet. Auf der umfangreichen englischen Fanseite duckhunt kann man jene Seiten betrachten und hier werden sie erstmals auf Deutsch laienhaft übersetzt - veröffentlicht. Zu Kapitel zwei der Serie scheint es keine nennenswerten Skriptseiten zu geben, der Entwurf zu Kapitel drei wurde von Redakteur Byron Erickson jedoch komplett verworfen, sodass Don eine ganz neue Version schrieb, aus der schließlich das fertige Kapitel wurde. Von dieser ersten Version sind die Seiten 7 und 8 sowie 11 bis 13 einsehbar und geben einen kleinen Einblick in die ursprüngliche Fassung. Die Seiten 7, 11 und 12 sind auch im Kommentar zur Geschichte im neuen SLSM-Band von 2008 stark verkleinert als Beispiele abgedruckt worden.

Eine Hauptaussage im Plot des Kapitels sollte sein, dass Dagobert anfangs im Westen noch ein ziemliches Greenhorn war (im Skript wird er in diesem Zusammenhang von seinem Vater wie von Teddy Roosevelt - unabhängig voneinander, das ist der Running Gag - als "thimble-headed gherkin", wörtlich etwa "Fingerhut-köpfige Gewürzgurke" bezeichnet). In der ursprünglichen Version schien das jedoch so weit zu gehen, dass Dagobert als kompletter Idiot herübergekommen wäre; so kauft er z.B. von den Brantewiens Büffel, im Glauben, es seien Rinder und merkt dann nicht, wie er ausgelacht wird. Zudem bemängelte Rosa, dass Dagobert die Brantwiens mit dem selben Trick hereinlegt, wie die Whiskervilles im ersten Kapitel, nämlich mit der Attrappe irgendeines Monsters.

Andere Ansätze sind aber nicht verworfen worden, so wird bereits in dieser Fassung gezeigt, wie Dagobert einen Brief an seine Eltern schreibt, um die Ereignisse und Erlebnisse von vielen Wochen zusammen zu fassen. Und natürlich kommt schon T.R. vor, der Dagobert als Inspiration und Vorbild dient, was ja das Hauptthema des ganzen Kapitels ist.

Scans der Uncle-Scrooge-Ausgaben 287 und 400: inducks.org

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Lustiges Taschenbuch

Die Flut der Nebenreihen VON

MANUEL SCHUMANN

LTB Sonderband, LTB Spezial, LTB Enten-Edition, LTB Mini-Pocket, LTB Extra, LTB Exklusiv, LTB Jubiläumsedition, LTB Sonderedition, LTB Ostern, LTB English-Edition, LTB Collection, LTB Premium, LTB Maus-Edition, LTB Sommer. Eine Gewähr für Vollständigkeit will ich lieber nicht geben, aber das müssten jetzt – von Leseproben und ähnlichem Zeugs mal abgesehen – eigentlich alle LTB-Reihen sein, die es gibt. Bis jetzt. Ich gebe offen zu, dass ich ein bisschen den Überblick verloren habe. Ich kaufe mir mittlerweile nur noch selten Nebenreihen des LTB – nur dann, wenn mich der Inhalt wirklich brennend interessiert.

he durchaus noch eine Legitimation finden kann, erscheint mir ein Sommer-LTB ziemlich fragwürdig. Warum braucht es denn eine Nebenreihe über eine Jahreszeit, die sowieso schon im regulären LTB alljährlich mit jeweils zwei Bänden zelebriert wird? Genauso gehört für mich auch das seit 2009 erscheinende LTB Ostern zu den eher überflüssigen Reihen. An sich mag so ein OsterBand vielleicht eine nette Idee sein, allerdings gibt es nun mal viel zu wenige OsterGeschichten aus Italien, mit denen man alljährlich einen ganzen Band zusammenstellen könnte. Deshalb wurden in den bisherigen drei Bänden auch viele Geschichten abgedruckt, in denen überhaupt kein Bezug zu Ostern vorhanden ist. Und in den nächsten Bänden wird das sicherlich nicht besser werden. Darin liegt auch der Unterschied zum Weihnachtsband: Hier werden zwar auch nicht ausschließlich Weihnachts-, aber eben immerhin Winter-Geschichten abgedruckt. Comics mit Frühlings-Bezug gibt es hingegen wesentlich seltener.

Woran das liegt? Sicherlich bin ich inzwischen einfach weniger an Comics interessiert als noch vor drei oder vier Jahren, als ich mir noch fast jede Nebenreihe zugelegt hab. Ein weiterer Grund ist jedoch auch, dass es einfach zu viel wird. Es gibt in meinen Augen mittlerweile zu viele Nebenreihen. Das soll aber ganz und gar nicht heißen, dass all diese Reihen schlecht seien – im Gegenteil, gerade über das Erscheinen der Maus-Edition habe ich mich sehr gefreut. Neben der Maus-Edition sind im Jahr 2011 jedoch auch noch zwei weitere Nebenreihen hinzugekommen: Das LTB Premium und das LTB Sommer. Während man in der erstgenannten Rei-

durchgekaut werden. Beispielsweise gab es im März diesen Jahres einen Band mit Weltraum-Geschichten ("Galaktisches Entenhausen", Band 39), obwohl erst zwei Jahre zuvor – im April 2009 – eine Ausgabe mit demselben Thema erschienen ist ("Alarm im All", Band 31).

Fragwürdig war außerdem die Entscheidung, das LTB Spezial ab Anfang 2011 sechsmal im Jahr erscheinen zu lassen. Denn wenn man auf die letzten erschienenen Ausgaben blickt, wird man feststellen, dass fast nur noch bereits bekannte Themen und Genres

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Somit gibt es bereits drei Spezial-Ausgaben über das Weltall, denn auch schon Band 8 "Chaos im Kosmos" widmete sich diesem Thema. Das an sich ist eigentlich nicht so tragisch, schließlich liegt es bei dem häufig verwendeten Weltraum-Genre auch nahe, mehrere Bände zusammenzustellen. Dennoch beschleunigt die zweimonatliche Erscheinungsweise nur unnötig die Tatsache, dass Ehapa (oder besser gesagt Egmont, denn die Bände werden mittlerweile international koproduziert) so langsam die Ideen ausgehen. Dementsprechend gab es 2011 mit Ausnahme des aktuellen Bandes 43 "Das Lustige Kochbuch" keine Spezial-Ausgabe, die ein noch nie zuvor behandeltes Thema in Angriff nahm (Asien, Antike, Wilder Westen und Horror/Monster gab es bereits alles schon einmal). Ähnlich sieht es auch bei der EntenEdition aus: Die drei Bände des Jahres widmeten sich Dagobert (30), Donald (31) und Daniel Düsentrieb (32), welche natürlich alle bereits mindestens einmal in der Reihe beleuchtet wurden.


Lustiges Taschenbuch

Die für mich am wenigsten nachvollziehbare Entscheidung des Jahres war meiner Ansicht nach jedoch die, eine vier-bändige Sonderedition zum 60. Geburtstag der Panzerknacker zu veröffentlichen. Es gibt zwar viele moderne italienische Geschichten, in denen die Panzerknacker in den Hauptrollen zu sehen sind, allerdings gehören die von Barks im November 1961 erschaffenen Ganoven für mich dennoch ganz klar zu den Nebenfiguren. Hat es dafür also wirklich eine ganze Box gebraucht? Hätte es denn nicht völlig ausgereicht, das Jubiläum innerhalb eines normalen LTBs zu feiern? Es wirkt auf mich so, als habe die Redaktion händeringend nach einem Anlass für eine Sonderedition gesucht... und in Ermangelung an wichtigen Jubiläen ist die Wahl nun mal auf die Panzerknacker gefallen.

Geschichte zum fünften Mal abzudrucken. Aber zurück zu den Nebenreihen an sich: Wer sich in diesem Jahr alle LTBs samt Nebenreihen gekauft hat, musste immerhin etwa 211 € auf den Ladentisch legen. Etwa 70% davon fällt für die 20 Zusatzbände an. In einem Jahr so viel Geld für Comics auszugeben, dürfte nicht nur für Kinder problematisch sein. So muss man eigentlich erzwungenermaßen eine Auswahl treffen. Mir stellt sich da die Frage, ob die vielen Nebenreihen denn nicht langsam die Hauptreihe oder sich gegenseitig torpedieren. Dennoch scheint das Modell gewinnbringend für Ehapa zu sein, denn das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht worden: Ab dem nächsten Jahr wird die LTB Enten-Edition viermal im Jahr erscheinen (statt wie bisher dreimal). Was übrigens mit einer Preiserhöhung von 5,99 € auf 6,50 € einhergeht.

Darauf könnte man jetzt natürlich vortrefflich mit Folgendem kontern: "Den allermeisten Käufern ist es egal, ob die Geschichte vor ein paar Jahren schon einmal abgedruckt wurde oder nicht." Und das stimmt natürlich. Dennoch bin ich der Meinung, dass Ehapa mit der ganzen Nachdruckerei zumindest ein bisschen Rücksicht auf die Sammler nehmen und solche ärgerlichen 3-, 4- oder 5-fach-Abdrucke vermeiden sollte. Es sollte das Ziel von Ehapa sein, die Gelegenheitsleser zu Sammlern zu machen – mit solchen lieblosen Zusammenstellungen erreicht man das jedoch bestimmt nicht, sondern vergrault höchstens die alten Sammler.

Auch die Auswahl der nachgedruckten Geschichten ist manchmal ziemlich unglücklich. Das spiegelt sich vor allem in der seit 2010 laufenden 100-Seiter-Reihe "Donald Duck & Co." wider. Dort findet sich in fast jedem Band mindestens eine Geschichte, die bereits in einer LTB-Nebenreihe nachgedruckt wurde. Eine unnötige Dopplung. Extrembeispiel für diese Praxis ist die Geschichte "Auf Eis gelegt" in der aktuellen 14. Ausgabe: Die Geschichte von Altmeister Giovan Battista Carpi wurde nicht nur bereits im Donald Duck Taschenbuch 69 (1979), sondern auch schon in LTB Spezial 1 (1997), in der Disney Paperback Edition 2 (2000) sowie in der EntenEdition 20 (2007) abgedruckt. Dabei gibt es eigentlich durchaus noch viele Geschichten aus den 100-Seiter-Reihen, die noch gar nicht in einer LTB Nebenreihe nachgedruckt wurden. Es wäre für Ehapa vermutlich nicht viel (oder gar nicht?) kostenintensiver als eine

Aber auch hier kann man jetzt natürlich entgegnen: "Na und? Wenn du der Meinung bist, dass es zu viele Nebenreihen gibt, dann kauf sie dir halt einfach nicht." Und auch das stimmt natürlich. Mich zwingt glücklicherweise niemand dazu, die ganzen Bände zu kaufen. Und dennoch bin ich mit der aktuellen Nebenreihen-Politik einfach nicht ganz glücklich.

Ich finde das ganze deshalb schade, weil ich den Eindruck habe, dass durch die vielen Nebenreihen die "Marke" LTB an sich zunehmend verwässert wird. Auch wenn es aus marktwirtschaftlicher Sicht für Ehapa sicherlich verständlich sein mag, bin ich als Fan der Meinung, dass diese Ausschlachtung durch die Nebenreihen dem LTB letztendlich seine Identität raubt.

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Vielleicht ist es etwas zu weit hergeholt, aber ich finde das, was man im LTB derzeit beobachten kann, ist ein bisschen mit der FernsehSendung "TV total" vergleichbar. Die von Stefan Raab moderierte Show läuft seit 1999 auf ProSieben, ist im Laufe der Zeit allerdings verkümmert und meistens leider nur noch langweilige Standardware ohne jede Kreativität. Zwar läuft "TV total" noch immer 4-mal in der Woche, hat aber jegliche Relevanz verloren. Stattdessen sind es die anderen "Raab-Events" wie zum Beispiel "Schlag den Raab", die "Wok-WM" oder das Turmspringen, welche die Zeichen setzen und dementsprechend auch wesentlich erfolgreicher sind als das Original.

ner besten Phase in den 80er- und 90er-Jahren entscheidend prägten: Der Tierkreisstein,

Die Asgardland-Saga, Es war einmal in Amerika, die Zeitmaschinen-Geschichten, Kampf der Galaxien, Seoul 1988, Messere Ducato, …

Dieser "TV-total-Effekt" tritt meiner Meinung nach auch ein Stück weit beim LTB ein – zumindest insofern, dass der Fokus eigentlich gar nicht mehr bei der Hauptreihe liegt, sondern durch die ganzen Spin-Offs mehr und mehr von ihr weg rückt. Um dem Fall in die Bedeutungslosigkeit entgegenzusteuern, sollte die Redaktion auch im regulären LTB wieder versuchen, mehr Highlights zu schaffen. Warum muss denn eine längere Geschichte/Serie zwingend in einer Nebenreihe abgedruckt werden? In manchen Fällen mag das sicherlich Sinn ergeben, zum Beispiel wenn sich die Serie zu weit vom üblichen Duck- bzw. Maus-Universum entfernt. Auf den Großteil der Serien trifft das aber nicht zu, diese könnte man problemlos in einem oder gegebenenfalls auf mehreren LTBs verteilt abdrucken. Denn letztendlich waren es ja gerade epische Geschichten und Serien, die das LTB in sei-

Nun, so viele qualitativ gute Serien gibt es heutzutage in Italien wohl nicht mehr, dennoch sollte sich das LTB öfter mal von seiner allzu fest zementierten Produktformel lösen. Als Positivbeispiel will ich hier LTB 387 nennen, welches meiner Meinung zu den besten 300er-LTBs überhaupt gehört. In diesem Band wurde die 96-seitige Geschichte "Der Schatz des Mauso Polo" in drei Teilen abgedruckt, dazu gab es das Finale des ersten Vierteilers von "Agent DoppelDuck". An die Zusammenstellung dieses Band kann ich mich heute noch erinnern, beim überwiegenden Teil der neueren Bände ist das hingegen nicht mehr der Fall. Mit dem Abdruck der eben erwähnten DoppelDuck-Serie (seit LTB 384) und der lose zusammenhängenden 10teiligen Serie "Onkel Dagoberts Millionen" (LTB 399-408) hat Ehapa hier sicherlich einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber es gibt noch einige unveröffentlichte Serien und längere Geschichten, die man durchaus auch im normalen LTB veröffentlichen könnte – und sollte! Natürlich bin ich nicht dafür, alle Nebenreihen jetzt sofort einzustellen. Im Gegenteil, gerade der Weihnachts-Sonderband ist ja schon ein echter Klassiker und sollte selbstverständlich unbedingt weitergeführt werden.

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Dennoch würde ich es begrüßen, wenn der Anteil der Nebenreihen auf ein erträglicheres und übersichtlicheres Maß gesenkt wird, sodass man diese wieder als ergänzendes Beiwerk zur Hauptreihe bezeichnen kann – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Aber nach mir geht es ja nicht. Und vielleicht ist das (zumindest aus finanzieller Sicht gesehen) auch besser so. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das noch weiterentwickeln wird... wird die Nebenreihen-Flut bald abebben oder erwarten uns in den nächsten Jahren etwa noch Reihen wie "LTB Halloween", "LTB Karneval", "LTB Mega" oder "LTB plus"?


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Idee: Malte M端ller, Matthias M端ller Zeichnungen, Farbgebung und Schrift: Matthias M端ller

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Idee, Tusche & Farbgebung: Stefan Binter, Bleistiftzeichnungen & Schrift: Thea Binter

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Idee, Zeichnungen, Farbgebung & Schrift: Matthias M端ller

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Rezensionen

Die Muppet-Reihe Premiere auf der Comic-Bühne VON

DAVID BÜHRING

Um nach der Sesamstraße als Produzent von Puppenfilmen ernst genommen zu werden, musste Jim Henson es 1975 in Großbritannien versuchen, seine Puppenshow als Erwachsenenunterhaltung zu vermarkten. Als Zeitungsstripreihe hatten die Muppets es 1984 nicht zuletzt wegen ihrem gewaltigen Erfolg da leichter, doch 1999, fast zehn Jahre nach Jim Hensons Tod, schien die Blase endgültig geplatzt zu sein: Kein Film erschien mehr im Kino, die Muppets wurden nach und nach vergessen. Als Disney 2004 die Jim-Henson-Company aufkaufte, schien schon ihr Todesurteil schon gesprochen zu sein: „Muppets: Der Zauberer von Oz“ war ein gewaltiger Flop.

Sammelband raus kam. „Applaus, Applaus, Applaaauuus“ sammelt die vier in sich abgeschlossenen Geschichten „Kermits Story“, „Fozzies Story“, „Gonzos Story“ und „Miss Piggys Story“ sowie als Zugabe den namenlosen Comic, welcher ursprünglich in der US-Zeitschrift „Disney Adventues“ veröffentlicht werden sollte und Langridge überhaupt zur Comicreihe brachte. Die Folgebände haben zwar keine Kapitelnamen mehr, aber dafür durchgehende Handlungen, etwa der zweite Band „Auf Schatzsuche“ („The Treasure of Peg-LegWilson“) oder das Spezial „Muppet Peter Pan“.

2008 sicherte sich der US-Verlag Boom!-Studios die Rechte an Muppets-Comics und vertraute Roger Langridge mit dem Projekt, der nicht nur hervorragende Kritiken bekam, sondern auch 2011 einen HarveyAward in der Kategorie „Sonderauszeichnung für Humor“ für seine Comicreihe gewann. Im selben Jahr gewann er noch einen zweiten als „bester Autor“ für seine Arbeit an „Thor“-Comics. Langridge steigerte so das Interesse für die tanzende Puppenshow noch bevor 14 exklusive YouTube-Videos neugierig auf den Kinofilm drei Jahre später machten.

Die Comics beginnen mit einem Doppelseitigen Splash-Panel, welches das Intro der Muppet-Show samt Gonzos Trompete und trockenem Waldorf- und Statler-Kommentar imitiert. Es schadet also nicht, eine Portion Vorwissen über die Muppets mitzubringen, sonst kann einem der Aufbau, der von Sketchen über Blicken hinter der Bühne bis zu musikalischen Stücken führt, völlig verwirren. Dafür bringt Langridge die Fans der ersten Stunde und die Fans der Filme sehr gut auf einen Nenner, indem er sowohl die klassischen Sketche wie „Das Muppet-Labor“, „In der Tierklinik“ und „Häuser“ als auch Figuren aus den neueren Filmen wie Pepe verwendet. Unbekannte Sketche und Figuren erklären sich durch ihre Ankündigung und Zusammenhang.

Die Zeichnungen sind dort schräg, wo sie’s sein müssen: Miss Piggy und der dänische Koch bleiben ihren Puppen-Pendant treu, Fozzie ist variabler, Kermit und Gonzo sind die reinsten Knautschgesichter mit einer Vielzahl von verrückten Emotionen. Was auf dem Cover schrecklich aussehen kann, wird allerdings durch Handlung und Gags im Inneren zu einem gelungenen Experiment, eine Kabarettshow als Comic zu zeigen. Den Zeitungsstrips von G. und B. Bilchrist aus den Achtzigern gelang das nicht.

Die erste deutsche Veröffentlichung fand am Gratis-Comictag im Mai 2011 statt: „Kermits Story“ ist der erste Teil der Geschichte „Applaus, Applaus, Applaaauuus“ („Meet the Muppets“), welche im April als

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Die deutsche Übersetzung von Michael Bregel lässt nicht viel zu wünschen übrig: Die deutschen Namen der Fernsehserie wurden weitgehend übernommen (die einzige mir aufgefallene Ausnahme ist Rolf, der im Comic seine englische Schreibweise Rowlf behielt), so bleibt der Swedish Chef der dänische Koch, der wie unter der Übersetzung und Synchronisation von Eberhard Storeck sein Publikum mit „Smørrebrød, Smørrebrød røm, pøm, pøm, pøm“ begrüßt.

Schatzinsel“ die vorgegebene Handlung humorvoll adaptiert. In den Vereinigten Staaten erschienen darüber hinaus auch Muppet-Comics zu „King Arthur“, „Snow White“ und „Sherlock Holmes“, die uns hoffentlich auch noch erwarten. Mit „Four Seasons“ hört Langridge auf, MuppetComics zu zeichnen. Damit hinterlässt er sieben Geschichten (für die Adaptionen war er nicht verantwortlich), die meisten Handlungen umfassen dabei vier Comichefte. Eine gewaltige Leistung für zwei Jahre, die hoffen lässt, dass alle seiner Muppet-Comics auch nach Deutschland kommen.

Unübersetzbare Wortwitze so durch deutsche ersetzt, dass kein Unterschied zu bemerken ist. So beginnt schon der erste Comic mit dem Kommentar, dass die Muppets mit dem Comic nun in einem neuen Medium vertreten sind. „Warum heißt das eigentlich Medium?“, fragt Waldorf und provoziert so Statlers Konter „Na, weil das Rohmaterial, das die da bringen, meistens noch nicht ganz durch ist.“ Der Gag vom englischen Steakwitz „They’re not well done“ ist so geschickt gerettet.

Schließlich sind „Die Muppet-Show 3: Auf Tour“ („On the Road“) für Dezember 2011, „Familientreffen“ („Family Reunion“) für Januar 2012 und das zweite Spezial „Robin Hood“ für den März angekündigt. Dann kann es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis „Pigs in Space“, „Muppet Mash“ und „The Four Seasons“ hier erscheinen.

Als ob dieser Anspruch nicht schon genug wäre, erscheinen parallel zur Muppet-Comicreihe auch Spezialausgaben, in denen Peter Pan nachgespielt wird (August 2011) und bald ein weiteres mit Robin Hood (März 2012). Dort wird wie in den Filmen „Die Muppets-Weihnachtsgeschichte“ und „Muppets: Die

Autor und Zeichner Roger Langridge zeigt sich übrigens auch als wortgewandt. In einem Interview mit der Website Newsarama erzählt er auf provokante Nachfrage spontan die Handlung der Serie mit der Musik des Titelliedes:

There's going to be a story With skits, too, don't you know -Each book will be a little Like a missing Muppet Show.

Then after that the stories Will run for issues four; They'll still be kind of stand-alone, But add up to something more.

The first four stand alone now, Spotlights on Fozzie Bear, On Kermit and on Gonzo And Miss Piggy will be there.

So look for Planet Koozebane, Bear Patrol and Sweetum's face, There'll be the Swedish Chef, Muppet Labs and Pigs in Space!

Idee und Zeichnung: Stefan Binter

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