1515 Craft Bier Magazin #09 – Frühling/Sommer 2018

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CRAFT BIER MAGAZIN

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AUSGABE 9 — FRÜHLING / SOMMER 2018 — WWW.CRAFTBIERFEST.AT — WWW.FACEBOOK.COM/CRAFTBIERFEST

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IRLAND

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Bildet mit Bier ein Dream-Team — SEITE 24

Vom weltbekannten Stout zur Craft-Bier-Bewegung — SEITE 16

Traditionelles und Gehopftes vom Apfel — SEITE 46

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EDITORIAL

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LIEBE BIERFREUNDE, Im letzten Jahr gab es einen kleinen Knick in der Craft-Bier-Szene. Nennen wir es vielleicht eher einen gefühlten Knick. Die ersten Start-up-Brauereien mussten wieder schließen, Insolvenzen und Versteigerungen spiegelten das Geschehen. Und auch nicht allen frischen Bierlokalen ging es gänzlich gut. Mancher wollte schon ein Ende der Bewegung sehen oder hat diese Tendenz zumindest niedergeschrieben. Zudem wurden traditionelle Bierstile wieder in den Vordergrund gestellt. Aber wie startete 2018? „Wow“ kann ich nur sagen. Viele neue Brauer sind in Österreich und Deutschland an den Start gegangen. Und ich meine richtige Brauereien mit eigener Anlage und so. Alleine in Wien haben zwei Betriebe eröffnet, die Biere vom Bräuhaus Ten.Fifty und der Braumanufaktur Schalken können bereits am Wiener Craft Bier Fest verkostet werden, wo sich auch viele andere neue Betriebe tummeln. Zebedäus und Bierkanter vertreten hier die frische niederösterreichische Brauerszene. Und von den neuen Bierlokalen gar nicht erst zu sprechen. Delirium Café und Ammutson in Wien sind nur die Speerspitze jener zahlreichen neuen Lokale, die auf frische, handwerkliche und kreative Biere setzen. In unserem vorliegenden Magazin beleuchten wir diese Szene, gehen auf Reisen und vermitteln auch viel Wissen über das Brauen und verschiedene Bierstile. Das Beste aber neben all den Geschichten bleibt das Verkosten und Genießen guter Biere. Am Craft Bier Fest, im Beisl, in der Kneipe oder genussvoll daheim. ×× Dabei wünschen wir viel Spaß und tolle Biermomente Micky Klemsch

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CRAFT BIER MAGAZIN

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BIERSZENE IRLAND Es tut sich was auf der grünen Insel. Der Craft-Bier-Boom hat auch Irland voll erwischt. Einige Protagonisten holen wir vor den Vorhang.

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IMPRESSUM Produktion und Medieninhaberin: Biorama GmbH, Wohllebengasse 16/6, 1040 Wien. Geschäftsführer: Martin Mühl — Chefredakteur: Micky Klemsch — Gestaltung, Coverfoto: Michael Mickl, Lisa Weishäupl — Autoren: Martin Gamon, Roland Graf, Judith Mehofer, Darren Murphy, Kevin Reiterer, Jürgen Schmücking, Martin Voigt, Dörthe Woltermann, Patrick Ziegler; Druck: NP-Druck, 3100 St. Pölten — Kontakt: info@craftbierfest.at

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Bilder: Jürgen Schmücking, Underdog Pub

CIDER HOUSE RULES Jürgen Schmücking begleitet die niederösterreichischen Mostbarone nach Kanada und entdeckt die Welt der gehopften und geeisten Cider.

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CRAFT BIER MAGAZIN

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Editoral Inhalt Impressum Kurz und gut Neues aus der kreativen Brauszene Bierszene Irland Tipps: Irland in Österreich Whiskey & Bier Eine gelungene Kombination bürgt für Genuss Gallink Das Bevog-Projekt mit Jameson Roadtrip Down Under Mit Judith Mehofer auf Craft-Bier-Trip durch South Austrialia Graftcocktail

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Biershops Bierologen und ihre Leidenschaft Bierkristall in München Das neue Steigenberger Hotel setzt auf Bier Cider House Rules Biermomente Die Galerie rund ums Bier Bierstile Martin Voigt stellt vor: Stout und Porter Homebrewing Ein Grazer Hobbybrauer präsentiert ein Barley Wine Rezept Biertermine Suchtipps

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KURZ UND GUT

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STAGE 12 – HOTEL MIT BARUND BIERKULTUR Nach Innsbruck kann man durchaus auch wegen des Bieres fahren. Das Ziel der letzten Reise waren vor allem die Bierlokale Tribaun und Raschhofers Soulkitchen. Entdeckt haben wir außerdem die Bierwelt Tirol (siehe Seite 41). Eine positive Überraschung war aber auch das Hotel, das wir uns direkt im Zentrum der Landeshauptstadt ausgesucht haben:

Das neue Hotelkonzept der am Inn sehr umtriebigen Hoteliersfamilie Penz mit direktem Blick auf das Goldene Dachl hat nämlich gerade für Bierliebhaber wie uns viel zu bieten. Statt auf die üblichen Konzernbiere setzt man hier auf kleine regionale Anbieter. In den Automaten für den nächtlichen Durst wartet gekühltes Zillertaler Bier auf die Gäste. Und an der Bar gibt es neben dem Zillertaler vom Fass – das Imperial Zwickl mit zu 100% in Tirol angebauter Gerste –, auch noch Spezialitäten von Bierol aus Schwoich. Auch die Cocktailkarte setzt neue Maßtäbe: Hier werden Trends kreiert und fortgeführt. Barchef Kostas Karvounis schaffte es nämlich von Anfang, die Bar auch mit Einheimischen zu füllen und zu einem neuen Hotspot der Barkultur am Inn zu machen. Oder wie es Kollege Roland Graf für das Magazin Mixology formulierte: „Innsbrucks neue Bühne für Schnaps und Liebe“. ×× www.stage12.at

Die Stage 12 Bar entwickelt sich zum Hotspot für Hotelgäste und Einheimische.

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Bilder: www.guentheregger.at

Blick auf die Nordkette, Zillertaler Bier im Glas. Das Leben kann schön sein.

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KURZ UND GUT

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Strom wechseln & Prost!

Bild: Raschhofer Bier

BRAUKUNST ZUM ANFASSEN

Bio-Bier und Echter Ökostrom? Passt gut, vor allem wenn es so wie unser Strom regional produziert und ehrlich hergestellt wird.

Unter dem Motto „Raus aus dem Alltag. Rauf auf den Brauturm“ wird Mitte Mai das neue Projekt der Brauerei Raschhofer eröffnet – der Innviertler Brauturm. Mit dem Lift geht es hinauf auf den Braubalkon, nach einem Blick ins weite Land gibt es am Malzboden ein faszinierendes Filmerlebnis. Braukunst mit allen Sinnen erleben und anschließend im ebenfalls neu gestalteten Bierhaus genussvoll Biere verkosten. Ein besonderes Brauerlebnis. All das spielt sich direkt in der Brauerei, also in und während der Produktion ab, was den eigentlichen Charme dieser Führungen ausmacht. Der Innviertler Brauturm wurde mit viel Liebe und Herzblut der Brauerfamilie Scheriau-Raschhofer, aber auch mit Unterstützung des bekannten Szenografen Peter Felzmann gestaltet. Dieser zeichnete schon für mehrere Landesausstellungen sowie zahlreiche Bühnenbilder, etwa bei den Opernfestspielen in Erl, verantwortlich. ××

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TEXT — MICKY KLEMSCH

SALZBURGER WIRTSHAUSKULTUR

Bild: Fuxn

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BIERIGE SALZBURGER WIRTSHAUSKULTUR

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Langsam beginnt auch die Tourismuswirtschaft in Österreich zu verstehen, dass Bierkultur für viele Menschen ein Entscheidungskriterium für die Urlaubswahl sein kann. Als Themenspecial mit Brauereiführungen, Radtouren, Workshops oder einfach im gehobenen kulinarischen Umfeld. ——— Die Stadt Salzburg ist da mit städtischen Bier-Führungen und Bier-Wanderungen schon sehr früh dabei gewesen. Auch in der ARGE Salzburger Bierkultur (ein Zusammenschluss aus sieben Salzburger Brauereien (Augustiner Bräu, Brauhaus Gusswerk, Hofbräu Kaltenhausen, Kiesbye’s Bierkulturhaus, Stieglbrauerei zu Salzburg, Trumer Privatbrauerei, Die Weisse – Weißbierbrauerei) sind die Touristiker dabei. Mit dem alljährlichen Check der Salzburger Bierlokale trägt die Arbeitsgruppe zur Pflege und zur Qualitätssicherung der Salzburger Wirtshauskultur bei. Anfang Mai wurden von der Arbeitsgemeinschaft erstmals zwei Sieger prämiert: Die Weisse und die Fuxn dürfen sich ab sofort mit der Auszeichnung „Bestes Bierlokal Salzburgs 2018“ schmücken. Auf Platz drei reiht sich die Stiegl-Brauwelt ein. Neu im

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Jahr 2018 ist die Prämierung des Bierlokals mit der besten Servicequalität. Das internationale Bierlokal Beffa Bar in der Bergstraße geht in dieser Kategorie als strahlender Sieger hervor. Die Prämierung basiert auf einer Qualitätskontrolle in Sachen Bierkultur: Die perfekte Kombination von geschultem Servicepersonal und bierigem Ambiente machen die Gewinner zu Aushängeschildern der heimischen Bierszene. Dabei unterziehen sich die Salzburger Bierlokale einer strengen, österreichweit gültigen Prüfung durch Diplom-Biersommeliers. Neben den Räumlichkeiten im Außen- und Innenbereich werden auch die Bierkarte, die Bierpräsentation, die Bierqualität sowie vor allem der Service streng kontrolliert. „Unsere bewährten Mystery-Biergastrochecks sind der lebende Beweis, dass es sich für Gastronomen auszahlt, in die Schulung ihres Personals zu investieren. Die Kompetenz des Personals in Sachen Bier wird

Bild: Die Weisse

craft beer? craft snack!

zum Alleinstellungsmerkmal des Betriebs und hebt diesen so auf ein höheres Level“, erklärt Axel Kiesbye. „Die Ergebnisse aller geprüften Lokale lagen sehr eng beieinander, was für eine hohe Bierkompetenz in der Bierstadt Salzburg spricht.“ ××

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KURZ UND GUT

Bild: Haderner Bräu

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BAYERNS BESTES BIOPRODUKT Gerade mal zwei Jahre alt ist das Haderner Bräu im gleichnamigen Münchner Stadtteil. Als Marta Girg die kleine Hinterhofbrauerei 2016 gemeinsam mit ihrem Mann übernommen hat, war das damals noch unter dem Namen Kraft-Bräu firmierende Bier das erste Biobier der bayrischen Hauptstadt. Seitdem steigt die Nachfrage nach dem naturbelassenen, unfiltrierten Bier ständig. In Hadern werden klassische Bierstile wie Helles, Dunkles, Weißbier, aber auch ein IPA ganz nach dem bayrischen Reinheitsgebot gebraut. Das Reinheitsgebot beginnt für die Girgs dabei schon auf dem Feld. Malz und Hopfen werden ausschließlich von bayrischen Biobauern aus der Region bezogen. Trotz der

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für Münchner Verhältnisse noch recht bescheidenen Ausstoßmenge von 1000 Hektoliter pro Jahr ist dies nicht immer ganz einfach. Da die Girgs damit aber bereits an die Kapazitätsgrenze gestoßen sind, möchten sie den Betrieb ausbauen. Finanziert soll das Ganze durch den Verkauf von Genussrechten werden, die seit Februar erhältlich sind. „Man unterstützt damit nicht nur uns, sondern auch Biobauern aus der Region“, erläutert Marta Girg. Besonders stolz ist die Brauereibesitzerin aber vor allem auf ihr Dunkles. Bei der Grünen Woche in Berlin wurde dieses Bier vom Landwirtschaftsminister in der Kategorie „Bayerns bestes Bioprodukt“ ausgezeichnet. ××

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KURZ UND GUT

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THE BREWERS OF EUROPE FORUM Luc de Raedemaeker ist ein umtriebiges Kerlchen im Bier-Business. Mit seiner Firma BeComev (Beer, Communication, Events) startete er zum Beispiel das Magazin Bier Grand Cru. Hinter der Brussels Beer Challenge, die sich nach sechs Jahren zu einer der wichtigsten europäischen Bierwettbewerbe mauserte steht der Belgier ebenso. 2017 wurden dazu über 1500 internationale Biere eingereicht. Dieses Jahr wandert die BBC trotz ihres Namens nach Mechelen. Als Luc im letzten November das Wiener Craft Bier Fest besuchte, hat er uns schon die ersten Teaser von seinem neuen Projekt verraten: The Brewers of Europe Forum. Als B2B-Veranstaltung konzipiert, will man bei diesem Event von 7. bis 8. Juni 2018 alle Partizipierenden in dieser boomenden Branche ansprechen – Rohstofflieferanten, Brauer, Marketing und Handel.

Die Themen der zahlreichen Vorträge reichen so von der Hefekultivierung bis hin zur Wissenschaft des Food-Pairings. Wie kann man neue Zielgruppen erreichen oder seinen eigenen ökologischen Fußabdruck als Brauer reduzieren? „Das Forum soll Inspirationen bieten und das Bier-Business auf eine erfolgreiche Zukunft vorbereiten!“, sagt der Veranstalter, der viele Hundert Teilnehmer aus allen Teilen des Kontinents erwartet. Als Referenten konnte er unter anderem Autor Tim Webb, die Brauer Mikkel Borg Bergsø (Mikkeler), Lorenzo di Vincenzo (Birra del Borgo) und Vojtech Homolka (Pilsner Urquell), Gabriele Straka (CSR Brau Union Österreich) sowie Hopfenspezialistin Christina Schönberger (Barth-Haas) gewinnen. www.brewersforum.eu

Bild: Bart Van der Perre

Luc de Raedemaeker (links) und Pierre-Olivier Bergeron (Generalsekretär The Brewers of Europe)

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TEXT — MICKY KLEMSCH

BIERGUIDE 2018

ÖSTERREICHS BESTE BIERLOKALE, BIERSHOPS UND BRAUEREIEN

In Linz und Wien wurde gefeiert.

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Jedes Jahr ist es eine schöne Tradition, wenn der medianet-Verlag für die Präsentation des aktuellen Bierguides zwei Events organisiert. ——— In Wien wird die aktuelle Ausgabe von Conrad Seidls Buch der Presse, Partnern und Freunden vorgestellt. Und wenige Tage später zieht der Tross zu einem rauschenden Bierfest in das Casino Linz. Dort werden auch die ausgezeichneten Betriebe, Brauer und Innovationen prämiert. Für einige Stunden mausert sich die Location am Schillerpark dabei zum Ort mit der geballtesten Bierkompetenz des Landes. ××

Bilder: Jaqueline Godany, Philipp Greindl

Bildunterschrift Links: Lorem Rechts: Lorem

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DIE BIERGUIDEBESTENLISTE 2018 Felix und Michael „Brau“-Schneider

Bilder: craftbierfest.at

Bierboutique, Graz

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Beerstreet, Wien

BIERGARTEN: Hofbräu am Steinertor Krems, Niederösterreich ———————————————————————————————— MIKROBRAUEREI: Brauschneider Schiltern, Niederösterreich ———————————————————————————————— BIERGESCHÄFT: Bierboutique Graz, Steiermark ———————————————————————————————— BIERINITIATIVE: Linzer Bier Linz, Oberösterreich ———————————————————————————————— BIERLOKAL BURGENLAND: Schmankerlwirt Hornstein ———————————————————————————————— BIERLOKAL KÄRNTEN: The Claddagh Klagenfurt ———————————————————————————————— BIERLOKAL NIEDERÖSTERREICH: Schmid’s Burger & Craft Beer Krems ———————————————————————————————— BIERLOKAL OBERÖSTERREICH: The Irish Steyr ———————————————————————————————— BIERLOKAL SALZBURG: Franz Bergheim ———————————————————————————————— BIERLOKAL STEIERMARK: Kirby’s American Kitchen Graz ———————————————————————————————— BIERLOKAL TIROL: Raschhofers Rossbräu – Soulkitchen Innsbruck ———————————————————————————————— BIERLOKAL VORARLBERG Gasthaus Meindl Lustenau ———————————————————————————————— BIERLOKAL WIEN Beerstreet Wien ————————————————————————————————

Jedes Lokal, jede Brauerei und jeder Shop kann nur einmal die Auszeichnung in der Bestenliste erhalten. Eine Übersicht über alle bewerteten Betriebe gibt es auf www.bier-guide.net, wo man die aktuelle Ausgabe auch um € 14,90 bestellen kann. ××

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ERLEND

Bild: Carlow Brewing

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Urban Brewing: Gelebte irische Craft-Bier-Pubkultur in Dublin

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IRLAND

TEXT — DÖRTHE WOLTERMANN & MICKY KLEMSCH

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BIERSZENE IRLAND Dörthe Woltermann wohnt als Deutsche in Irland. Sie arbeitet für ein großes internationales IT-Unternehmen in Dublin. ——— Als sie 2010 dorthin gekommen ist, war das für sie als Bierliebhaberin gar nicht so einfach. Obwohl sie auch aus ihrer Heimat rund um Bremen keine große Vielfalt an Bierstilen gewohnt war, gab es dort doch eine größere Auswahl und insbesondere auch regionale Optionen neben den Marken der Großbrauereien. In Dublin – und auch auf der restlichen grünen Insel gab es vor acht Jahren praktisch keine Bierauswahl in Pubs. Allerorts gab es dieselben drei bis vier Biere zu kaufen: Das allgegenwärtige Schwarze und ein paar wässrige, industrielle US-Lager. „Eines davon war so labbrig, dass sich das Marketing mehr auf die Kälte als auf den Geschmack konzentrierte.“

Bild: Carlow Brewing

Subkultur & Biertradition Auch Seamus O’Hara, einer der beiden Gründer der Carlow Brewery, die mittlerweile auch schon über 20 Jahre die Craft-Bier-Szene mitgestaltet, sieht das ähnlich: „Irland hatte immer eine große Pub-Kultur, die sogar weltweit exportiert wurde. Neben dem Flagship Guinness hinkten die anderen Biere aber immer hinterher.“ Dabei hat Bier in Irland eine lange Tradition und Geschichte. Auf ihr weltweit bekanntes Guinness sind die Iren natürlich besonders stolz. Die frühesten Aufzeichnungen zu Bier datieren etwa 5000 Jahre zurück, ein Ale namens Coirn haben die Vorfahren

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„IRLAND HATTE IMMER EINE GROSSE PUBKULTUR, DIE BIERE HINKTEN ABER LANGE HINTERHER.“ — SEAMUS O’HARA auf der Insel damals getrunken. Der Nationalheilige Patrick soll in Person seines Freundes Mescan sogar einen eigenen Brauer gehabt haben. Nicht umsonst zählen die Iren mit ihrem Pro-Kopf-Konsum zu den weltweit stärksten Biertrinkern. Aber uns dürstet es ja nach Qualität und nicht nach Quantität, daher weiter in der Timeline der irischen Craft-Bier-Evolution: 2010 war ein gutes Jahr für die Bierkultur in Irland, nennen wir es gar Meilenstein. Bis dahin gab es in Dublin kaum Pubs, die in ihrer Biervielfalt hervorzuheben gewesen wären. Es gab gerade ein Brew-Pub, wo noch im Haus gebraut wurde. Und dann noch Porterhouse, eigentlicher Vorreiter der Craft-Bier-Szene Irlands. Schon 1989 eröffneten Liam LaHart und Oliver Hughes ihr erstes Porterhouse in Dublin, damals

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TEXT — DÖRTHE WOLTERMANN & MICKY KLEMSCH

Craft-Bier, und für andere, die schon in anderen Ländern Craft-Bier genossen hatten, eine Oase, zu der sie regelmäßig pilgerten. Einer der wichtigsten Aspekte des Erfolgs von Against the Grain waren die BarTender selbst. Sie waren umfassend informiert über die einzelnen Biere und wirklich gut darin, neugierigen Besuchern auf Basis ihrer sonstigen Präferenzen ein neues Bier zu empfehlen. Ohne sie hätte das Konzept nicht funktioniert. Kein Wunder, dass einer von ihnen heute Co-Besitzer eines der besten Pubs in Dublin ist – aber dazu später mehr. Ab dann ging es richtig los. Immer mehr CraftBrauereien wurden gegründet und die ersten neuen irischen Biere fanden ihre erwartungsvollen Kunden. In Sachen Auswahl an Stilen haperte es am Anfang noch. Fast alle Brauereien fingen mit drei Bieren an: einem Stout, einem Pale Ale und einem Red Ale. Die irischen Bierfans waren schon froh, dass es endlich mal etwas Neues gab, aber je mehr Bier verkostet wurde, desto besser entwickelten sich auch die Gaumen – sie wollten bald mehr: IPAs, Saisons, Sauerbiere etc. Und dann wurde 2014 die White Hag Brewing Company gegründet. Anstatt mit den übli-

Bilder: Carlow Brewing

schon sehr bekannt für ihre globale Bierauswahl mit einem starken Fokus auf Belgien. Sieben Jahre später begannen sie in Temple Bar in einem weiteren Porterhouse selbst zu brauen. Viele hätten damals gewettet, dass sich das Pub nicht lange hält. Denn statt Guinness und Heineken wurden an der Parliament Street selbstgebraute Biere namens Weiserbuddy und Probably ausgeschenkt – was ihnen natürlich auch einige Anwaltsschreiben eingebracht hat. 2010 galt das Porterhouse also schon als Institution in der irischen Hauptstadt. Die Brauerei war zwar nicht mehr im Pub selbst angesiedelt, aber noch in Dublin, und die riesige Auswahl an Hausbieren und internationalen Optionen war eine erfrischende Abwechslung für irische Bierliebhaber und Touristen. Dann ist Against the Grain auf der Bildfläche erschienen. Das erste Pub in Dublin, das die Biere der Galway Bay Brewery ausgeschenkt hat, und daneben auch andere Craft-Biere, meist aus Großbritannien und den USA. Zusätzlich gab es auch eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Flaschenbieren aus der ganzen Welt, darunter auch deutsche. Dieses Pub war für viele Dubliner die erste Erfahrung mit

IRLAND

In Carlow wird O’Hara’s Irish Pale Ale eingebraut.

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Bild: Carlow Brewing

Urban Brewing, Dublin: farbenprächtige Tap-Line

chen drei Bieren erschien diese Brauerei mit über zehn Bieren von einer unglaublichen Vielfalt und Qualität auf der Bildfläche. Ein neuer Standard war geboren und Mittelmäßigkeit ein für alle Mal vorbei.

Bilder: Underdog Pub

Ausgezeichnete Biere aus Kinsale Ein jüngeres Beispiel für eine irische Craft-Brauerei finden wir im Süden nahe Cork. 2013 gründete das Ehepaar Sam und Maudeline Black die Brauerei Blacks of Kinsale. Die beiden leben ihren Traum: mit vielfach prämierten Ales, Stouts und Lager sowie kleinen Batches an ausgewählten Spirituosen. Im irischen Gourmet-Hotspot Kinsale, County Cork, liegen sie da goldrichtig. Erst im letzten Jahr ist Darren Murphy als Markenbotschafter zum Team von Black’s gestoßen. Zuvor war er zehn Jahre in der Wiener Biergastronomie tätig und absolvierte die Ausbildung zum Biersommelier. Besonders stolz ist er nun auf ihre Flagshipbrand KPA (Kinsale Pale Ale). Beim renommierten Dublin Craft Beer Cup hat es 2018 wieder die Goldmedaille gewonnen. Interessant ist übrigens auch die steuerliche Begünstigung für Micro-Breweries in Irland: Um die 50-prozentige Ermäßigung der Alkoholsteuer in Anspruch nehmen zu können, muss der Gesamtausstoß unter sieben Millionen Pints pro Jahr liegen, was etwa 40.000 Hektoliter Bier entspricht. Diese Regelung gilt übrigens auch für alle Brauereien innerhalb der europäischen Union, deren Biere nach Irland importiert werden.

Die Szene wächst schnell Heute gibt es in der Republik Irland etwa 60 CraftBrauereien. Fast jedes County hat mindestens eine, wenn nicht mehrere. In allen größeren Städten und auch in manchen kleineren gibt es Craft-Bier-Pubs. In Dublin gibt es mittlerweile so viele, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Im letzten Herbst hat Seamus O’Hara mit Urban Brewing in Dublin auch ein großartiges neues Brew-Pub eröffnet. Neben seinen O’Hara’s-Bieren aus der Carlow Brewery setzt man am trendigen IFSC-Gelände, wo auch Google und Facebook ihre Niederlassungen haben, auf die

Unabhängige Craft-Bier-Pubkultur seit 2017: Das Underdog Pub.

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Sam und Maudeline Black brauen in Kinsale Bier und destillieren Gin und Rum.

Inhouse-Biere. Auch Collaboration-Brews mit anderen Brauern, sowie Tastings und Biertouren gibt es in dem jungen Lokal. Die Hausbrauerei testet hier auch kleinere Batches neuer Kreativsorten, bevor sie im Stammhaus in Carlow auf den großen Anlagen laufen. Die dortige Brauerei wird 2018 übrigens schon 22 Jahre alt, man zählt zu den Urgesteinen der irischen Craft-Brewer-Szene. „Die Hälfte des Ausstoßes geht bereits in den Export“, erklärt Seamus O’Hara in einem Interview mit der Irish Times. „Und die stärkste Marke ist für uns Iren dabei auch das Stout.“

Fokus auf Qualität und Auswahl Als bestes Craft-Bier-Pub in Dublin bezeichnet Dörthe Woltermann übrigens das Underdog. Es hat auch 2017 eröffnet und war von Beginn an ein Erfolg. Die Besitzer sind Pioniere der irischen Craft-BierSzene. Von Anfang an haben sie in verschiedenen Pubs gearbeitet und wussten genau was fehlt: ein unabhängiges Pub, das nicht die Interessen von nur einer Brauerei vertritt, sondern einfach nur exzellentes Bier ausschenkt; wo die Bar-Tender wissen, wovon sie reden, wo das Bier schnell rotiert und wo immer die besten neuen Biere zu finden sind; wo der Fokus nicht auf der Einrichtung oder einem Image liegt, sondern einfach nur auf Qualität und Auswahl.

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IRLAND

„DIE ZAHL DER MICROBREWERIES IST GEWALTIG ANGESTIEGEN, TROTZDEM SPRECHEN WIR BEIM BIERABSATZ ERST VON EINEM CRAFT-BIER-ANTEIL VON ETWA 3 BIS 4 % IN IRLAND.“ — SEAMUS O’HARA

Bild: Blacks of Kinsale

TEXT — DÖRTHE WOLTERMANN & MICKY KLEMSCH

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Der Standard und die Qualität der Biere sind im Vergleich zu 2010 nicht wiederzuerkennen. Die besten irischen Brauereien können heutzutage mit den Großen aus den USA und Großbritannien mithalten. Es gibt Biere von Weltklasse, die auch international dank des langsam anwachsenden Exports Anerkennung finden. Endlich wurde in diesem Jahr auch die Gesetzeslage geändert und Brauereien können wieder vor Ort ausschenken. Dies war bis dahin verboten und hatte den Zugang zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Brauereien und einem großartigen Angebot für Touristen versperrt. Es hat sich in den letzten acht Jahren viel in der irischen Bierszene getan. „Die Zahl der Micro-Breweries ist gewaltig angestiegen, trotzdem sprechen wir beim Bierabsatz erst von einem Craft-Bier-Anteil von etwa 3 bis 4 % in Irland“, so Seamus O’Hara. Das sind immerhin etwa 150.000 Hektoliter von gutem, charakter- und geschmackvollem Bier, das mit Innovation und Persönlichkeit weiter um Marktanteile gegen die großen internationalen Konzernbiere kämpft. Und auch Dörthe Woltermann freut sich: Sie bietet immer wieder Craft-Bier-Touren durch Dublin an und sieht der weiteren Entwicklung mit Durst und Freude entgegen. Onwards and upwards! ××

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TEXT — MICKY KLEMSCH

IRLAND IN ÖSTERREICH

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Mitte der 1990er-Jahre startete auch in Österreich der Hype um Irish Pubs. Zumeist von Iren geführt, brachten sie die Kultur der grünen Insel nach Österreich: Standbeine dafür waren gemütliches dunkles Holzinterieur, Guinness, Kilkenny, Cider und Whiskey sowie Native Speaker als Bar-Staff und irische Musik von Dubliners bis U2. Die Gastronomiekonzepte, die auch nach über 20 Jahren noch gut funktionieren, zählten auch zu den ersten Lokalen, die in Österreich gastronomisch auf Craft-Biere setzten. ××

Charlie P’s

Flann O’Brien

Bobby’s Foodstore

Graz als Studentenstadt war natürlich auch seit Beginn der Irish Pubs in Österreich ein gutes Pflaster für irische Trinkkultur. Eines der besten, aber mit Sicherheit das größte Irish Pub an der Mur ist das Flann O’Brien. Mit Sonja und Markus Steiner als neue Betreiber hat das Lokal in der Paradeisgasse auch eine sehr gut ausgewählte Craft-Bier-Karte mit wechselnden Sorten bekommen. www.flannobrien.at

David McGregor ist Ire. In der Wiener Schleifmühlgasse führt er Bobby’s Foodstore. Ein internationaler Laden, der sich vor allem auf Lebensmittelspezialitäten aus Großbritannien, Irland und teilweise auch den USA spezialisiert hat. Ales, Cider, Chips, Cookies, Whiskey und noch viel mehr. Hier kann man sich mit irischen Spezialitäten für daheim eindecken oder Freunde mit irischen Geschenken überraschen. www.bobbysfoodstore.at

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Bild: Michael Mickl, Lisa Weishäupl, Flann O’Brien, Micky Klemsch, O’Connors, Chelsea Pub

Das Charlie P’s ist so etwas wie die heimliche irische Botschaft in Wien. Brian Patton brachte als einer der Ersten die irische Pub-Kultur nach Österreich. Dem folgten noch viele andere gastronomische Ausflüge des Iren, dessen Familie auch in Dublin große Pubs geführt hat. Und auch in den Speisen und Snacks in der Währinger Straße findet sich ganz viel Irland. Viele Zutaten importiert Brian selbst von der grünen Insel. www.charlieps.at

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O’Connor’s

Chelsea Pub

Am Rennweg hat das O’Connor’s vor allem mit seiner gehobenen irischen Küche von Beginn an überrascht. David „Doc“ O’Connor war schon in mehreren Irish Pubs in Wien tätig, bevor er dieses tolle Lokal im dritten Bezirk übernommen hat und zu neuen Höhepunkten geführt hat. www.oconnors.at

Kieran Bates war eigentlich an jedem Irish Pub, das es jemals in Linz gegeben hat, beteiligt. Auch einen Vertrieb – mit einem kleinen Laden – von irischen Spezialprodukten hat er schon einmal nahe des Hauptplatzes betrieben. Im Chelsea Pub in der Domgasse kann er nun all seine Ideen umsetzen: Bierkultur auf oberstem Level, Sportübertragungen, Pub-Quizze und englischsprachige Comedy-Abende. www.facebook.com/chelseapub

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13-tägige Mietwagenrundreise entlang der Küste Irlands INKLUSIVE: Flug Wien – Dublin – Wien mit Aer Lingus • Inkl. Flughafengebühren 140,- • 12x Unterbringung in der gewählten Unterkunftsart (B&B oder 3*- & 4*-Hotels) • Zimmer mit Bad od. DU/WC • 12x Frühstück • DuMont Reisetaschenbuch Irland • Guide mit ausgewählten Tipps unserer Reiseexperten zu den besten Brauereien & Pubs Irlands ANREISE: Täglich vom 01.04. bis 29.06.18 und 01.09. bis 31.10.18 MIETWAGEN: zb Kat. A (Toyota Aygo o.Ä.) zzgl. ab 294,- / Woche

Giant´s Causeway Derry Donegal Westport

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PRIMA REISEN Reisebüro | Favoritenstr. 42, 1040 Wien | favoriten@primareisen.com Veranstalter: Prima Reisen Gmbh, Fillgraderg. 7, 1060 Wien. Veranstalterverzeichnis des BMfWFW Nr.: 1998/0420. Garant: Raiffeisenbank St. Stefan-Bad-Gams (Bankgarantie Nr. 72.161.433). Abwickler: Europäische Reiseversicherung AG (Kratochwjlestraße 4, 1220 Wien, Tel.: +43 (1) 31725 00, Fax: +43 (1) 31725 00-199). Ansprüche sind innerhalb von 8 Wochen beim Abwickler zu melden. Anzahlung 10%. Restzahlung ab 14 Tage vor Reiseantritt. Es gelten die ARB 1992 in der letztgültigen Fassung. Preise in Euro. Änderungen, Druckfehler und Verfügbarkeit vorbehalten.

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Bild: Genuss am Gaumen 1515 Craft Bier Magazin April 2018 06 KERN.indd 24

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WHISKEY & BIER

TEXT — MARTIN GAMON

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MALT MATES Bier in Whiskeyfässern gereift oder Whiskey in Craft-BierFässern ausgebaut. Beides sehr im Trend und von Genussmenschen geschätzt. Martin Gamon geht dem Trend auf den Grund.

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TEXT — MARTIN GAMON

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Endlich, Feierabendbier. Im Lieblingspub mit Freunden den Abend ausklingen lassen. Ein kühles Pint Bier und dazu einen Whiskey. Das klassische irische Herrengedeck. Die beiden gehören einfach zusammen. Ergänzen sich, mit all ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Malt Mates eben. ——— Die Ausgangssituation ist bei Bier und Whiskey dieselbe: Getreide, meist Gerstenmalz, wird eingemaischt und geläutert, man erhält die zuckrige und flüssige Würze. Ab hier gehen die Malt Mates unterschiedliche Wege: Während die Würze beim Bier mit Hopfen gekocht und dann vergoren wird, wird diese beim Whiskey erst vergoren und dann mindestens zwei Mal destilliert. Den zusätzlichen Geschmack erhält das klare Destillat, der new make, nicht vom Hopfen, sondern während der Lagerung in Eichenfässern.

Das Wasser des Lebens Diese mindestens dreijährige Fassreifung trägt ganz wesentlich zum Geschmack des fertigen Whiskeys bei. Bevor der new make ins Fass gefüllt wird, wird dieses getoastet, also bei offener Flamme ausgebrannt. Dabei entstehen im Holz zusätzliche Aromen, die das Destillat während der Reifung im Fass aufnimmt.

WHISKEY & BIER

Gleichzeitig gibt es unerwünschte Stoffe an das Holz ab. Da das aus Eichendauben zusammengebaute Fass zwar dicht ist, aber durch die Poren des Holzes ein geringer, aber konstanter Sauerstoffaustausch stattfindet, kann das Fass atmen. Während dieser Oxidation verdunstet auch ein Teil der Flüssigkeit, der so genannte angels’ share. Die Engel wollen halt auch was haben vom uisce-beatha, dem Wasser des Lebens. Natürlich ist Eichenfass nicht gleich Eichenfass, die Auswahl der verwendeten Fässer hat starke Auswirkungen auf den fertigen Whiskey. So muss zum Beispiel Bourbon in unbenutzte Fässer aus amerikanischer Weißeiche abgefüllt werden, nicht zuletzt aufgrund der starken amerikanischen Holzfällerlobby. Das kommt den europäischen Brennereien natürlich entgegen, die die benutzten BourbonFässer mit ihren Destillaten befüllen. Zusätzlich kommen Fässer zum Einsatz, die davor mit Wein – vor allem mit Sherry und Port, jedoch auch mit diversen Rot- und Weißweinen – oder Rum belegt waren. Daneben finden sich auch Kuriositäten wie Whiskey aus dem Heringsfass. Neben dem Holzaroma finden so auch weitere Geschmacksnoten ihren Weg in den Whiskey. Eine jüngere Entwicklung sind Nachreifungen, bei denen Whiskey – meist aus Bourbon-Fässern – in andere Fässer gefüllt wird, um ihm noch mehr Aromen zu geben. Dabei können großartige Whiskeys entstehen, Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass oft zu junger und unausgereifter Whiskey mit Sherry- und Portnoten kaschiert wird, um das Produkt möglichst schnell auf den Markt zu bringen.

Bierprobe aus dem Holzfass bei O’Hara’s

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Die Wechselwirkung zwischen Holz und Flüssigkeit ist beim Whiskey also Voraussetzung für ein gutes Endprodukt. Anders beim Bier: Hier ist sie unerwünscht. Die Oxidation würde das Bier mit der Zeit schlecht werden lassen und die Aromen, die das Fass abgibt, passen nicht zu den meisten Bierstilen. Daher waren Bierfässer früher mit Pech ausgekleidet, um den Kontakt mit dem Holz zu vermeiden. Außerdem verhindert das Pichen, dass die Kohlensäure aus dem Fass entweicht, und ein gepichtes Fass ist hygienischer und leichter zu reinigen. Da das Pichen der Fässer nicht ungefährlich war und Holzfässer schwer sind, wird Bier heutzutage fast nur noch in die leichteren und einfacher zu reinigenden Kegs, also Fässer aus

Bild: Carlow Brewing, Genuss am Gaumen

Bierfass

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Das Krinnawible vom Brauhaus Gusswerk: Die kommende Edition lagert in ehemaligen Laphroaig Fässern.

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WHISKEY & BIER

Bild: Martin Gamon

TEXT — MARTIN GAMON

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Auswahl an holzfassgereiften Bieren auf einem Holzfass: Brauhaus Gusswerk und Brew Age.

„DIE WHISKEY-INDUSTRIE BOOMT ÄHNLICH WIE DIE CRAFT-BIER-SZENE. BRENNER WIE BRAUER SUCHEN DABEI NACH IMMER KREATIVEREN WEGEN, IHR GETRÄNK ZU VERBESSERN UND EINZIGARTIG ZU MACHEN.“ Edelstahl, abgefüllt. Nicht selten versteckt sich auch in den so urigen und traditionellen Holzfässern, aus denen heute auf Bierfesten ausgeschenkt wird, ein Keg.

Whiskey im Bierfass Die Whiskey-Industrie boomt ähnlich wie die CraftBier-Szene. Brenner wie Brauer suchen dabei nach immer kreativeren Wegen, ihr Getränk zu verbessern und einzigartig zu machen. Dabei spielt wohl

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nicht nur die Kreativität der Whiskey-Destillerien eine Rolle, sondern auch der Mangel an Port- und Sherry-Fässern für die jährlich steigende Whiskey-Produktion. Zudem wird auch versucht, durch die erwähnten Nachreifungen in speziellen Fässern den jungen Whiskeys viele Aromen zu geben, um sie dann nach kurzer Lagerzeit mit entsprechendem Marketing verkaufen zu können. Seit einigen Jahren sind daher vereinzelt Whiskey-Abfüllungen, die in (ungepichten) Bierfässern reifen durften, erhältlich. Dabei reicht die Palette von hopfenbetonten Abfüllungen wie dem schottischen Glenfiddich IPA Experiment bis zu Whiskeys auf der dunklen Seite des Malzes wie der irischen Jameson Caskmates Stout Edition. Hier ergibt sich für Brauer und Brenner eine Win-Win-Situation. Die Franciscan Well Brewery füllt ihr Stout in Fässer ab, in denen davor Jameson-Whiskey reifte. Zurück bei Jameson darf in diese Fässer wieder Whiskey rein. Diese sinnvolle Symbiose kann aber auch im selben Haus stattfinden, wie die Brauerei Locher aus dem Appenzell

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zeigt. Seit 1999, als in der Schweiz das Verbot der Spirituosenherstellung aus Getreide aufgehoben wurde, wird hier der hauseigene Säntis Malt in Bierfässern gereift. Damit dürfte man nicht nur Vorreiter der schweizerischen Whiskeys, sondern auch der Bierfassreifung sein.

Bier im Whiskeyfass Auch Kreativbrauer experimentieren verstärkt mit vorbelegten Eichenfässern, in denen sie ihre Biere ausbauen. Wie bereits erwähnt, eignet sich jedoch nicht jeder Bierstil dazu, die intensiven Tannine und Aromen des Fasses aufzunehmen. Starkbiere hingegen harmonisieren sehr gut und gewinnen mit der monate- bis jahrelangen Lagerung im Holzfass an Komplexität und Tiefgang. Die Idee, zusätzliche Aromen durch vorbelegte Fässer ins Bier zu bekommen, stammt – wie könnte es anders sein – aus den USA. 1992 wurden in der Brauerei Goose Island ehemalige Bourbon-Fässer von Jim Beam mit einem Imperial Stout befüllt, in denen dieses für einige Monate reifte. Seitdem gilt das Bourbon County Stout als erstes Bier, bei dem das Holzfass nicht nur als Container diente, sondern als Zutat verwendet wurde. Dieses fassgereifte Stout wurde damals beim Great American Beer Festival disqualifiziert, weil es in keine Kategorie passte. Heute finden sich auch in Österreich zahlreiche Vertreter wie zum Beispiel das Krinnawible von Gusswerk, von dem es mittlerweile verschiedene Editionen gibt: Die ersten beiden Abfüllungen durften in Fässern der schottischen Brennerei Arran reifen, die kommende Edition in Bourbon-Fässern aus Kentucky. Und für die nächste Auflage des Starkbiers wurden Fässer der beiden Brennereien Ardbeg und Laphroaig von der schottischen Insel Islay ausgewählt. Ebenfalls aus Schottland, genauer aus der Brennerei Springbank, kommt das Fass, in dem das Iced IPA von Hofstettner reifen durfte. Dass es nicht immer Schottland sein muss, zeigt Brew Age. Deren erste Abfüllung im Whiskey-Fass, das Philibeg, ein Imperial Scotch Ale, durfte ins Fass der Brennerei Slyrs vom schönen Schliersee. Und zwei Abfüllungen ihrer Knackerserie, also ihres Barley Wines in diversen Spielarten, durften dann im Bourbon-Fass reifen: den Fassknacker füllte Braumeister Johannes „Honso“ Kugler nicht nur in Bourbon- sondern auch in Rumfässer, beim Holzknacker durfte der Eisknacker, also die Eisbockvariante des Barley Wines, neun Monate lang im Bourbon-Fass reifen. Definitiv nichts für schwache Geschmacksnerven. ××

Wir kämpfen für das Schöne auf dieser Welt, für die Artenvielfalt, eine intakte Natur, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Denn aktiver Umweltschutz bedeutet Lebensqualität. Unsere Hartnäckigkeit trägt Früchte. Umwelt braucht Schutz – auch Deinen!

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TEXT — ROLAND GRAF

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BEVOGS WHISKEYBIER

VERSUCH UND IRENTUM: BEVOGS WHISKEYBIER

„BARREL-AGEING LERNST DU NICHT AUS LEHRBÜCHERN.“ — VASJA GOLAR

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gibt so das Wissen eines aussterbenden Handwerks weiter. „Ein antiker römischer Küfer könnte mit meinen Werkzeugen sofort weiterarbeiten“, verweist der grauhaarige Ire an seinem Arbeitsplatz in Middleton auf die seit Jahrhunderten unveränderte Fassbinderkunst.

Die Freunde im Fasse Bevogs Mastermind, den wir auf seinem Lehrausflug ins County Cork begleitet haben, ist nicht der erste Brauer, den Buckley unter die Fittiche nimmt. Das „Hops Project“ (siehe Kasten) hat weltweit ausgewählten Kreativbrauern gebrauchte Jameson-Fässer für neue Kreationen zur Verfügung gestellt. Die Vorbereitung darauf erfolgt mit einer Einführung in das Wesen des Eichenholzes, für das der Küfer auch seine alten Werkzeuge wie den Gargelkamm vorbereitet hat. Sie bleiben im Eigentum des Handwerkers und sind so wichtig wie die personalisierten Messer von Spitzenköchen. Man kann die Ehrfurcht, die die Gäste aus Österreich ergreift, in der Werkstatt geradezu fassen. Denn, was Buckley über Holz erzählt, ist mindestens so faszinierend wie der Rundgang durch die riesige Destillerie und ihre Lagerhäuser, mit der die Visite begonnen hat.

Bild: Roland Graf

Naturtalent reicht zur Fassreifung von Bier nicht aus – weshalb sich Vasja Golar für sein neues „Gallink“ nach Cork begab. In Traditionsküfer Ger Buckley fand er den Ideengeber für sein Black IPA aus dem Jameson-Fass. ——— Um ein Haar hätte ein Personalausweis Österreichs erstes Bier aus dem irischen Whiskey-Fass verhindert. Geschlagene zwölf Minuten checkte die Security in London-Heathrow den slowenischen Ausweis des Brauers aus Bad Radkersburg, ehe der Weiterflug nach Cork dann doch genehmigt wurde. Dort wartete auf Vasja Golar sein Lehrmeister in Sachen Holz. Ger Buckley repariert für die Weltmarke Jameson nicht nur alte Fässer, er baut auch nach wie vor neue Gebinde und

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Das „Hops Project“ der Whiskey-Brenner Das neue Gallink, Vasja Golars Black IPA aus dem Jameson Fass ist die erste österreichische Abfüllung aus dem irischen Whiskey-Fass. Bevog reiht sich damit in eine Reihe ein, die unter dem Titel „Hops Project“ bereits weltweit folgende Biere umfasst. Entstanden ist die Idee mit der in Cork ansässigen irischen Brauerei Franciscan Well: Brauer Shane Longs mit Stout und IPA vorbelegte Fässer werden im Gegenzug für die Lagerung von Jameson-Whiskey der „Caskmate“-Serie verwendet. Amager Bryghus (Dänemark): Green Banshee, Imperial Stout Mufloni Brewery (Finnland): Gaelach, Saison Grunerlokka Brygghus (Norwegen): Irish Rock, Porter Oedipus Brewery (Niederlande): Winnetou, Farmhouse Ale

Bild: Roland Graf

Direkt in Cork bei Jameson erfährt Vasja Golar alles über Holzfässer.

Entstanden ist die Idee einer Verschmelzung von Bier und Whiskey, die traditionell das Herrengedeck Boilermaker ausmachen, durch eine lokale Kooperation. Erstmals gab es ein Jameson-gereiftes Bier bei der Eröffnung der neuen Garden-Still-Destillerie vor fünf Jahren zu kosten: Shane Long aus Cork hatte sich für sein Rebel Red, ein Red Ale seiner Brauerei Franciscan Well, eine Fassreifung in den Kopf gesetzt. Mittlerweile gehen die Fässer aus Ger Buckleys Werkstatt hin und her – denn in den Bierfässern wird wiederum Whiskey gereift. Schließlich seien Bier und Whiskey Fassfreunde bzw. Caskmates, wie diese Serie heißt. Vor allem der in Österreich (noch?) nicht erhältliche Whiskey mit „IPA Finish“ holt Hopfenfreunde mit den bekannten Aromen wie

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Young Henry’s (Australien): Craic and Barrel, Red Ale Garage Project (Neuseeland): Rebel County, Strong Ale

Trautenberk Brewery (Tschechien): 19, Imperial Stout

Beer Storming (Belgien): Brewer’s Share, IPA

Hanscraft & Co (Deutschland): Taithi Nua, Bock

Beau’s Brewery (Kanada): Strong Patrick, Red Ale

Devil Craft Brewery (Japan): David O’Reilly, Imperial Rye Brown Ale

Zips Brewery (Ungarn): Angels Ser, Pale Ale

Pracownia Piwa (Polen): Pooka, Baltic Porter Maldita (Portugal): Ophelia, Red Ale

Outland Brewery (Frankreich): Half and Half, Black IPA Deep Ellum Brewery (USA): Local Legend, Sweet Stout Fat Head’s Brewery (USA): Strange Trip, Imperial Stout Riverhorse Brewery (USA): Craic, Stout Stoup Brewery (USA): Dublin Down, Imperial Red Ale

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TEXT — ROLAND GRAF

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Maracuja und Grasschnitt ab. „Barrel-Aging lernst du jedenfalls nicht aus Büchern“, meint derweil Vasja, der auch schon erlebte, dass sein für 2017 geplantes Weihnachtsbier nicht seinem Qualitätsverständnis entsprach. „Wenn wir nicht happy mit einem Sud sind, geht er in den Ausguss“, so der Bevog-Chef, der unter Buckleys kundiger Anleitung auch selbst ein Fass wieder zusammenbauen muss. „Das Gespräch mit ihm hat mir ein anderes Verständnis der verschiedenen Fässer – von Rum bis Wein – ermöglicht: Allein schon zum Aufbau eines Holzfasses und worauf man im Umgang damit achten muss!”, schwärmt Golar später daheim weiter. Die „vorbelegten“ Reifegebinde aus Holz hätten z. B. einen gewaltigen Einfluss auf den Biergeschmack und sind kein Gimmick, um höhere Preise zu rechtfertigen, eher „sollte man sie wie eine Zutat zum Sud behandeln.“

BEVOGS WHISKEYBIER

„HOLZFÄSSER SOLLTE MAN WIE EINE ZUTAT ZUM SUD BEHANDELN.“ — VASJA GOLAR

Die große Unbekannte Alkohol-Zuwachs

Tipp: Das auf 9.000 Flaschen strenglimitierte Gallink Barrel Aged Black IPA wird zum Craft Bier Fest erstmals präsentiert. Anschließend ist es in den Ammersin Getränkeshops sowie bei Beerlovers (Gumpendorfer Straße 35, 1060 Wien) erhältlich.

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Bild: Pernod Ricard Austria

Vor allem, da sich das Bier durch die Fasslagerung nicht nur sensorisch verändert: Die Verdunstung führt zu einem Schwund an wässrigen Bestandteilen, die den Alkohol konzentriert. Zwischen anderthalb und zwei Volumsprozent, also eine für Biere beträchtliche Variable, bringt das Verfahren des „Barrel-Agings“ mit sich. Diese Unbekannte im Keller lässt sich nicht präzise vorausberechnen, „ein gut konstruiertes Rezept sollte das aber mitkalkulieren und am Ende angenehm zu trinken bleiben“. Womit sich Bevog für ein dunkles IPA (auch Caucasian Ale genannt) entschied, das seinen Schliff in den Jameson-Fässern erhielt. Benannt wird es nach einer Besonderheit, die Ger Buckley seinem Küferlehrling erzählte, nämlich dass die Eichen-Gallen eine gesuchte Tinte ergaben, mit der jahrhundertelang besonders wichtige Dokumente gezeichnet wurden. Dazu hat Gallink noch einen weiteren Vorzug: Das Wort klingt ähnlich wie Gaelic und zeigt so die Herkunft der Fässer hinter dem neuen Whiskeybier an. ××

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Easy Way of Living – Australian Style: feine Craft-Biere am Strand

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AUSTRALIEN

TEXT & BILD — JUDITH MEHOFER

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ROADTRIP DOWN UNDER Eigentlich logisch, dass Down Under alles ein bisschen auf den Kopf gestellt ist. Verwirrend ist es trotzdem, wenn man ohnehin gestresst vom Linksfahren auch noch das erste Känguru über die Straße hüpfen sieht und der Koala an der Hotelbar einen Schooner bestellt. Es ist also nur verständlich, dass man sich als Auftakt eines unvergesslichen Roadtrips durch Südaustralien gleich ein ganzes Pint gönnt. ——— Besser gesagt ein Imperial Pint, das fasst hier nämlich 570 ml. Das Pint füllt gerade einmal 425 ml, ein Schooner wird im 285 ml Glas serviert, der Butcher schafft nur 200 ml und ein Pony 170 ml. So zumindest in Südaustralien, also jenem Bundesstaat mit Hauptstadt Adelaide, der von seinen rund 1,7 Mio. Einwohnern auch gerne als der „Festival State“ bezeichnet wird. Wir schließen uns den Adelaidern daher an und besuchen das Art Festival Fringe. Es wird vom hiesigen Craft-BierGiganten Coopers gesponsert. Ausgehend von seiner Heimat versorgt dieser Gesamtaustralien mit Pale Ale, Lager & Co und hat dabei einen geschätzten Marktanteil von etwa 50 % am Craft-Bier-Sektor.

SOUTH A U S T R A L IA Adelaide

Hotel ohne Betten Wem das zu groß ist, der besucht das städtische Lady Burra Brewhouse mit eigenem Tap-Room und anständiger Küche oder das Kings Head Hotel, das

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TEXT & BILD — JUDITH MEHOFER

AUSTRALIEN

Greenock Brewery: Die gemütliche Einraumbrauerei im Weinort Barossa Valley.

sich auf südaustralische Biere etwa von Pirate Life, Little Bang und Prancing Pony spezialisiert hat. Ein Hotel, in dem man übrigens nicht übernachten kann, ebenso wenig wie in den meisten anderen als Hotel bezeichneten Pubs der Stadt. Zum Schlafen fahren wir daher lieber aufs Land. Vorerst Richtung Norden, um nahe dem Meer bei Big Shed Brewing zu stoppen. Dort ist man wiederum so Hipster, dass sogar das Baby am Nachbartisch ein kariertes Hemd, Hosenträger und einen Beanie trägt. Und das passt auch gleich gut zum Schmeichelfaktor des vanilligen Golden Stout Time, das uns nach dem Ozzy-Oz-Burger auf den Tisch gestellt wird und für das wir zukünftig wohl jedes Dessert auslassen würden.

Lederhosenschürzen und Bratwurst Noch familiärer wird es eine Autostunde nördlich, im kleinen Weinort Greenock. Dort erwarten uns Chris und Lisa Higgins, die in einer ehemaligen Mühle Bier brauen. Die Einraumbrauerei wirkt dank der gemütlichen Couches und der Schwarz-Weiß-Bilder an der

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Wand wie ein nostalgisches Wohnzimmer. Geschichten über das deutsche Erbe der Region und ein Kronverkorker mit deutscher Flagge aus dem Jahr 1930 inklusive. Apropos Deutschland: Nach unserem Besuch bei den Greenock Brewers ist unser nächster Stopp Hahndorf. Auf dem Weg dorthin erfrischen wir uns noch kurz in Stein’s Taphouse und nehmen bei Barossa Valley Brewing ein Hop Heaven Easy IPA und ein Bee Sting Golden Ale für den Strand mit. Auch Hahndorf wird nur ein kurzer Zwischenstopp, denn neben Lederhosenschürzen und Bratwurst gibt es hier vorwiegend Weiße, Zwickl & Co. Dafür sind wir nicht ans andere Ende der Welt gereist. Etwas weiter südlich, in McLaren Vale, gefällt es uns besser: australischer Wein, erfrischendes Bier. Wir entscheiden uns für Vale im Weingarten.

Regionale Zutaten Noch weiter Richtung Great Ocean Road liegt der kleine Küstenort Robe. Maris Biezaitis, Australier mit letti-

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Kingshead Hotel: schwere Wahl beim Bier-Tasting

schen Wurzeln, hat hier ein kleines Braureich geschaffen, das seinesgleichen sucht. Er braut ausschließlich mit regionalen Zutaten, wie beispielsweise den australischen Hopfensorten Pride of Ringwood, Melba und Vic Secret, gewachsen in den Regionen Victoria und Tasmanien. Gekocht wird auf Holz, geläutert im umgebauten Holzfass mit Heu- und Strohunterstützung. Fermentiert wird teilweise offen im alten Milchfermenter, abgefüllt per Hand bis spät abends. Nebenbei lässt man uns verkosten: Alle der rund 15 Biere, von Midnight Smootch (mit Süßholz gestopft) bis Shearer’s Joy (nach historischer Überlieferung gebraut), vom spontanvergorenen Sourfest bis zum mit grauem Amber verfeinerten Moby Dick Ambergris Ale. Wir kosten und staunen. Und am Ende wissen wir nicht, ob es die Kreativität des Brauers, die Individualität der Biere oder doch der Koala ist, der uns später am Weg nach Hause begegnet – man hat uns Down Under jedenfalls wieder einmal den Kopf verdreht. Und das ist gut so. ×× www.two-drink.at

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Maris Biezaitis stammt aus Lettland, braut aber zu 100 % australisch.

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TEXT & BILD — ROLAND GRAF

GRAFT-COCKTAILS MIT BIER GEMIXT Bier-Cocktails gehören in der irischen Craft Brewery Franciscan Well schon länger zu den Fixpunkten. Die eigene Bar für derlei Brauwaren-Verwendung in Cork hieß früher einmal Stave & Chime, mittlerweile nennt sie sich – als Verbeugung vor den einst hier wirkenden Franziskaner-Mönchen schlicht Monk. Stammgäste in der südirischen Hauptstadt sprechen aber ohnehin nur von „upstairs“, wenn sie zu Dean Wrenne an den Tresen pilgern. Wie einst der Bruder Cellerarius schafft er Abhilfe von der irdischen Mühsal und veredelt seine Drinks mit dem Chieftain-IPA und anderen Franciscan-Well-Bieren. Weißbier wird etwa mit Blutorangen-Marmelade vermengt (Bless me, Father, for I have sinned heißt dieser Gin-Cocktail). Neugierig macht aber auch ein anderes Rezept des 27-jährigen Bier-Mixologen: Notes of a Dirty Old Man ist dem Autor Charles Bukowski gewidmet. Er wollte „alles, was dieser verrückt-brillante Trinker liebte, in einen Drink bringen“. Womit sich erklärt, dass Bier, Wein, Rum und Tabak – in Form eines aromatisierten zweiten Rums – in der Rezeptur finden. „Lediglich die Frauen fand ich schwierig im Cocktail unterzubringen“, lacht Dean. Bukowski selbst schätzte als gebürtiger Deutscher Bier, das Schlitz kommt in mehr als einer Erzählung vor. Aber auch dieser Drink hätte ihm sicher geschmeckt – zumal mit dem irischen Rebel Red und dem Grand Cru von Rodenbach nicht nur zwei Rums, sondern auch zwei Biere im Einsatz sind. Alkoholfrei ist gerade einmal der Limettensaft. ××

COCKTAILS MIT BIER

GESAMMELT VON ROLAND GRAF

NOTES OF A DIRTY OLD MAN Dean Wrenne, Monk, Cork REZEPT

1,5 cl Ron Miel Tobacco and Honey-Rum 5 cl Cartavio 12 Years (Spiced Rum) 6 cl Rodenbach Grand Cru 0,5 cl Rioja 1 cl Rebel-Red-Grenadine (siehe Extra-Rezept) 4 Kaffir-Limetten-Blätter Saft einer halben Limette Gewürzter Demerara-Zucker (mit Zimt und Muskatnuss)

ZUBEREITUNG

Alle Zutaten außer dem Rodenbach-Bier in einen Shaker mit Eiswürfeln geben und gut shaken. Einen großen Eiswürfel in den Pokal geben und den Drink doppelt darauf abseihen. Mit dem Bier aufgießen, sodass eine schöne Schaumhaube entsteht.

GLAS

Bierpokal

GARNITUR Salbeiblatt

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_____ CRAFT BEER _FOR_THE_PEOPLE __ Dean Wrenne – ein Händchen für gutes Bier und Spirituosen

REBEL-RED-GRENADINE ZUTATEN

25 cl Franciscan Well Rebel Red (oder anderes Red Ale) 10 cl frischer Granatapfelsaft 200 Gramm weißer Streuzucker

ZUBEREITUNG

Das Bier in einen Topf geben und langsam aufkochen lassen, schnell wieder zurückdrehen. Achtung, wenn das Bier zu lange kocht, verliert es seine Charakteristik und die Grenadine schmeckt am Ende zu wenig nach Bier. Nun den Saft und den Zucker einrühren und köcheln lassen bis ca. die Hälfte der Menge verdunstet ist. Die Grenadine sollte am Ende etwas flüssiger sein als Honig. Beim Abkühlen bindet der Zucker die Flüssigkeit ohnehin. Abkühlen lassen und in ein sterilisiertes Gefäß füllen. Im Kühlschrank hält die Grenadine rund zwei Wochen.

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www.BeerLovers.at

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BIEROLOG/INNEN

BIERSHOPS

Bild: Kevin Reiterer

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MATTHIAS THIEME (BIERVANA, MÜNCHEN)

Das beste Biergeschäft in München zu führen ist keine einfache Aufgabe, gibt es doch wenige Städte weltweit, wo Bier einen höheren Stellenwert hinsichtlich Außen- und Innendarstellung hat. Matthias hat mit dem Biervana in Schwabing genau das geschafft. Auf überschaubar großer Fläche hat er fein säuberlich die besten Biere Deutschlands, Europas und Ausgefallenes aus der ganzen Welt zusammengetragen. So wird Matthias auch nicht müde neben tollen bayrischen oder fränkischen Bieren, die spannendsten Kreativbiere zwischen Polen und Neuseeland zu empfehlen. www.biervana.at

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BIERSHOPS

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Bild: Micky Klemsch

BIEROLOG/INNEN

IGOR PSHENYSHNYUK (BIERWELT TIROL, INNSBRUCK)

Das kann kein Tiroler sein, soviel verrät schon der Name des umtriebigen Besitzers des kleinen Ladens am Innsbrucker Marktgraben. So klein das Geschäft wirkt, wenn man die paar Treppen hinabsteigt, so groß ist die Auswahl bei Igor. Der Mann, der eigentlich aus Kiew stammt und zuvor im Marketing der großen Brauerei Obolon gearbeitet hat, sortiert seine Regale in zwei Gruppen. Die internationalen Craft-Biere und die Tiroler. Während er bei Ersteren von Omnipollo und Basqueland schwärmt, will er bei den regionalen Bieren vor allem Bierol und Tux 1280 hervorheben. www.bierwelt.tirol

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BIEROLOG/INNEN

BIERSHOPS

Bild: Micky Klemsch

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BERND BRÜNNER (DR. BOTTLE, GRAZ)

Vor einiger Zeit ist Bernd Brünner mit seinem gut sortierten Genussladen in die Grazer Reitschulgasse übersiedelt. Damit ist er mit dem Traditionsunternehmen, das den Grazern unter dem Namen Scaria seit 1962 ein Begriff war, einen weiteren Schritt gegangen. Bei Whisk(e)ys, Rum und Gin, aber auch bei Wein, Sekt, Cider und insbesondere (Craft-)Bier ist der Shop die erste Anlaufstelle für Genießer, die das Besondere suchen. Seine Ware ist nicht nur kostbar, sondern in den meisten Fällen auch vor Ort verkostbar. www.drbottle.at

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C R A F T B I E R F EST. AT

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CRAFTB IE RFEST

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MÜNCHNER BIERKRISTALL

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TEXT — MICKY KLEMSCH

Bild: Steigenbaerger

MÜNCHNER BIERKRISTALL

In Schwabing, dem angesagten Viertel der bayrischen Metropole, hat vor wenigen Monaten ein neues Hotel eröffnet. Gastronomisch dreht sich hier viel um Bier. ——— Wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Nordfriedhof hat sich ein ehemaliges Versicherungsgebäude zu einem trendigen Hotel der Steigenberger-Gruppe gewandelt. Und dabei setzen die Betreiber auf ein Produkt, für das München weltweit bekannt ist: Bier. Das Thema zieht sich von der Bestückung der Minibar am Zimmer, über die großen Kupferkessel im Saunabereich bis – und dort kann es ja am besten umgesetzt werden – in die Gastronomie des Hotels. Der „Modern Bavarian Lifestyle“, dem das Hotel ent-

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sprechen soll, zieht nämlich nicht nur Touristen an, sondern auch die nächsten Nachbarn, die gerne mal auf ein Bier oder zum Abendessen kommen. An der Bar wird man zum Beispiel mit einem Weißbier-Mojito begrüßt. Der Cocktail aus Rum, Minze, Limettensaft und Rohrzucker wird hier statt mit Soda mit der Erdinger Urweisse aufgespritzt, was die Kombination aus Würze und Melasse besonders betont. Den Drink hat, so wie viele andere Spezialmischungen auf der Karte, Barchef Oliver Masion kreiert. Seine Leidenschaft für Bier bemerkt man sofort, mit vielen der Münchner Kreativbrauern ist er befreundet. Das kann man auch am zentralen Blickfang der Hotelbar erkennen, dem Bierkristall.

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Bild: Micky Klemsch

„DIE NEUE BIERKULTUR KÖNNEN WIR HIER ENTSPRECHEND UMSETZEN, BESONDERS DAS STORYTELLING IST BEI BIER VIEL INTERESSANTER GEWORDEN.“ — CLAUDIA MÜLLER Verglaster und begehbarer Bierkühler

Bierige Speisen Im Valentinum, dem gemütlichen Restaurant- und Barbereich, der nach dem Münchner Volksschauspieler Karl Valentin benannt ist, werden von der Karte auch sehr bierige Gerichte serviert. Ob das die Bier- & Zwiebelsuppe mit Brezen-Croutons ist oder als Hauptgericht ein 36 Stunden gegartes Ochsenbäckchen mit Polenta an einer Jus aus dem Drunken Sailor IPA von Crew Republic – Oliver Masion hat immer die passende Getränkeempfehlung bereit: Und das ist zumeist Bier. ××

Bild: Micky Klemsch

Der Bierkristall ist ein großes begehbares Kühlhaus, in dem hinter Glas aktuell über 60 Biere verfügbar sind, die für die Gäste wohltemperiert zur Auswahl stehen. Neben den bekannten großen Münchner Konzernbrauereien sind das aber auch die mittelständischen und vor allem auch kleine Kreativbrauereien aus Bayern, die hier vortrefflich präsentiert werden. Ein Querschnitt durch die Sortimente von Crew Republic, Giesinger Bräu und Tilmans Biere lässt das Herz der Craft-Bier-Freunde höherschlagen. Die jungen Brauer sind auch in die Veranstaltungen eingebunden und helfen dem Hotelteam die interessant gestalteten Food-Beer-Pairing-Abende mit

den passenden Menüs umzusetzen. F&B-Managerin Claudia Müller ist vom Thema Bier ebenfalls begeistert: „Die neue Bierkultur können wir hier entsprechend umsetzen, besonders das Storytelling ist bei Bier viel interessanter geworden.“

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TEXT & BILD — JÜRGEN SCHMÜCKING

CIDER HOUSE RULES

CIDER HOUSE RULES Die eiskalte Seele des Apfels, der Hopfen und das Staunen der Barone. ——— Sie tragen rot-schwarze Trachtenanzüge und große Hüte mit einer weißen Feder. Ihr Leben haben sie der Mostbirne verschrieben. Sie sind die Elite der österreichischen Mostbauern. Einmal im Jahr zapfen die Mostviertler die Fördermittel der EU an und fliegen in Gegenden, in denen noch kein niederösterreichischer Mostbauer zuvor gewesen ist, um ihren Kollegen in den Obstgarten zu schauen. Genau genommen fliegen sie überall dorthin, wo aus Kernobst Alkohol gemacht wird. Ob Cider, Most oder Schnaps ist dabei erst einmal sekun-

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Verfahren ist aufwändig, erfordert eine gewaltige und robuste Presse und ist darüber hinaus vom Wetter abhängig. Für die Produktion großer Mengen ist sie daher denkbar ungeeignet. Das Prinzip dabei ist ziemlich einfach. Es beruht auf der TatsaCanada first che, dass zuckerhaltige Lösungen Wer Ice Cider (egal, ob aus Äpfel bei geringeren Temperaturen oder Birnen) einmal probiert hat, frieren als Wasser. Oder anders formuliert, zuerst gefriert das wird ihn nicht so schnell wieder Wasser, der Most bleibt flüssig. vergessen. Strahlendes Goldgelb, Das handwerkliche Verfahren, kristallklare Kernobstnoten, knabei dem ganze Äpfel im Spiel ckige Säure und feine FruchtsüToni Distelberger zeigt den Yankees, sind, heißt Cryo Extraction. Die ße. So filigran und so präzise, dass wo der Bartel den Most herholt. Ferran Adrià ihn im El Bulli als ganzen gefrorenen Äpfel werden Begleitung für einige seiner ebendabei gepresst, der konzentrierfalls filigranen und präzisen Gerichte servieren ließ. te Most wird abgeleitet und vergoren. Das Frieren der Äpfel kann auf zwei Arten erfolgen. Entweder Allerdings war das damals eher Avantgarde. Die Zahl sie bleiben am Baum hängen bis der Frost kommt der Restaurants in Europa, in denen kanadischer Ice Cider auf der Karte stand, war überschaubar. und sie durchgefroren geerntet werden oder, was viel Es ist nicht einfach nur süßer Most, der nach eihäufiger vorkommt, sie werden im Herbst geerntet, kommen in offene Holzkisten und bleiben so lange nem ähnlichen Prinzip wie Eiswein hergestellt wird. kühl gelagert, bis es draußen kalt genug ist. Dann Vielmehr verändert sich der Apfel und zeigt Aromen, kommen sie ins Freie. In Quebec ist das normalerdie Hard Cider, der große und trockene Bruder nicht hat. Beobachtet hat das vor 150 Jahren bereits der große Wanderer und Aussteiger Henry David Thoreau: „Let the frost come to freeze them first, solid as stones, and then the rain or a warm winter day to thaw them, and they will seem to have borrowed a flavour from heaven.“ Die Geschichte der Ice-Cider-Produktion in Kanada beginnt in den frühen 90er-Jahren. Zwei Männer müssen in diesem Zusammenhang erwähnt und hervorgehoben werden. Pierre Lafond von der Cidrerie Saint-Nicolas in der Nähe von Quebec und Christian Barthomeuf von Clos Saragnat in Frelighsburg. Die beiden arbeiteten unabhängig voneinander, und anfangs war von Ice Cider noch nicht die Rede. Die ersten süßen Ciders, die sie auf den Markt brachten, hießen Strong Sweet Cider, Cidre Fort oder Cidre Licoreux. Barthomeuf begann 1996 mit der Cidrerie La Face Cachée de la Pomme (heute Domaine Neige) und später mit Pinnacle zu arbeiten. Beide sind mittlerweile die Big Player am Ice-Cider-Markt, produzieren enorme Mengen und exportieren ihre Produkte in aller Herren Länder. Der andere, Pierre Lafond, war der Handwerker. Er entwickelte und perfektionierte das Verfahren, bei dem Ice Cider nach dem Vorbild deutscher und kanadischer Eisweine aus natürlich gefrorenen Äpfeln gepresst wird. Dieses där. Im vergangenen Herbst waren sie in Amerika und Kanada auf den Spuren verschiedener Cider-Spezialitäten und haben hier wie dort gestaunt, was Frost und Hopfen aus Most machen können.

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CIDER HOUSE RULES

Tremlett’s Bitter, ein bittersüßer englischer Cider-Apfel wartet auf die Presse. Unten: Michel Jodoins Rosé Ice Cider ist so gut wie einzigartig. Und das ist eindeutig zweideutig gemeint. Rechts: Der Wastelbauer bei der Mostkost.

weise ab Ende November. Nachdem für das Pressen komplett gefrorener Äpfel eine spezielle Presse verwendet werden muss, kommen in den Cideries, die über keine derartige Presse vefügen die Äpfel zuerst in eine Mühle und werden zerkleinert, bevor sie gepresst werden. Das zweite Verfahren heißt Cryo Concentration. Dabei werden die Äpfel nach der Ernte eine Zeit lang gelagert, bis es draußen kalt genug ist. Dann werden die – nicht gefrorenen – Äpfel gepresst und der junge Most muss in die Kälte. Jetzt bildet sich eine dicke (eine sehr dicke) Eisschicht oberhalb des konzentrierten Mosts. Das Prinzip ist das gleiche. Nur werden hier keine Äpfel gepresst, sondern es wird eine Flüssigkeit konzentriert. Der nächste Schritt ist wieder

bei beiden Verfahren gleich. Der konzentrierte Most wird vergoren und liefert jenen filigran-fruchtigen, verspielt süßen und von spitzer Säure geprägten Apfel-Dessertwein. Offen ist noch die Frage, ob die erforderliche Kälte natürlich sein muss. Diese Frage mag hierzulande in den Ohren weinrechtsbewanderter Trinker seltsam klingen. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich ist künstliches Einfrieren der Trauben für den Eiswein verboten. Die Québécois sehen das genauso. In den Produktionsrichtlinien für Ice Cider des Dachverbands Cidre du Québec ist natürlicher Frost vorgeschrieben.

1 Austro, 2 Kanadier Michel Jodoin ist der Präsident der Cidriculteurs artisans du Québec. Das ist ungefähr das, was in Italien oder Frankreich die Konsortien sind. Die Hüter der Qualität und der Herstellungsrichtlinien. Michel ist aber nicht nur Vereinsmeier. In seiner Cidrerie in Rougemont verarbeitet er Äpfel aller (und alter) Sorten zu Cider, Sparkling Cider, Rosé Cider, Brandy, Pommeau und Apfelsaft. Sein Ice Cider aus der kirschrotfleischigen und überaus seltenen Sorte Geneva ist der einzige Rosé-Cider der Welt. Dessen Geschmack ist nicht minder einzigartig. Kandierte Apfelfrucht, reife Erdbeere, am Gaumen Gerbstoff ohne Ende und dabei verführerische, üppige Süße. Jodoin hat sich der Sorte Geneva übrigens so sehr verschrieben, dass er sie auf einem Drittel seiner Obstgartenfläche ausgepflanzt hat. Ein Sortenret-

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DER ICE CIDER WIRD NACH DER TRADITIONELLEN METHODE AUS DEM MOST DURCHGEFRORENER ÄPFEL HERGESTELLT. tungsprogramm mit dem Ergebnis, dass dort jetzt die größte Geneva-Plantage in Nordamerika steht. Ein paar Kilometer südwestlich von Québec liegt am südlichen Ufer des SanktLorenz-Stroms der kleine Ort Saint-Nicolas. Hier haben Patricia und Pierre Lafond (wir haben ihn am Beginn des Beitrags als einen der Pioniere der Ice-CiderProduktion kennengelernt) ihre Ciderie und machen handwerklich herausragende Ciders. Die Produkte sind so rustikal wie die Flaschen und Etiketten und trotzdem ist da eine Leidenschaft zu spüren, die ansteckend ist. Der Ice Cider wird nach der traditionellen Methode aus dem Most durchgefrorener Äpfel hergestellt. In einem der hinteren Gebäude haben die Lafonds dafür auch ein gewaltiges Monstrum stehen. Eine Presse, die die steinharten Äpfel zermalmt, als wären sie aus Baiser. Den Pioniergeist kann Pierre Lafond nicht ablegen. 2013 hat er damit begonnen, dem Apfelmost das Wasser nicht nur mit Frost, sondern auch mit Feuer auszutreiben. Fire Cider oder Cidre du Feu nutzt das gleiche Prinzip: Das Wasser muss weg. Das Verfahren, den Most zu erhitzen und damit zu konzentrieren wurde in den 90er-Jahren angewandt, um Sirup zu erzeugen. Wenn man den Sirup allerdings nicht ganz so stark konzentriert, kann

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er auch noch vergoren werden, und genau das hat Pierre Lafond gemacht. Das Ergebnis ist zumindest nicht uninteressant und hat Potenzial.

Eis.Birne Und die Mostbarone? Die kamen aus dem Staunen nicht heraus. Sie kannten das Produkt natürlich. Vor ein paar Jahren haben sie die Normandie besucht. Dort hat ihnen der große Eric Bordelet einen grandiosen leuchtend orangen Poiré de Glace zu kosten gegeben. Irgendwie muss es da bei Toni Distelberger gefunkt haben. „Kann ich auch“, hat er sich gedacht, und vor Kurzem hat er seine Eis.Birne präsentiert. Einen Birnensüßwein, hergestellt aus dem Saft alter

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MIT HOPFEN AROMATISIERTEN CIDER KÖNNTE MAN ALS SPINNEREI ABTUN, IST ES ABER NICHT.

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CIDER HOUSE RULES

Mostviertler Birnensorten, gefroren in der klirrenden Kälte niederösterreichischer Winternächte. Ein wenig Honig, ein wenig Kletztenbirne. Wenig Alkohol. Ein spannender Begleiter für fruchtbetonte Desserts. Natürlich hat er was zum Kosten für die Kanadier im Janker gehabt. Und sie haben gekostet. Ein Schluck, ein Blick und der Toni wusste, dass er es auch kann.

Hoppy USA Dann war da allerdings noch der Besuch der Franklin County Cider Days. Der war chronologisch zwar vor Kanada, ist hier aber nach hinten gerutscht. Erstens, weil es mir ein Anliegen war, einmal „Canada first“ zu schreiben, zweitens, weil Toni Distelberger nach der Tour zuerst seine Eis.Birne und dann erst seine beiden gehopften Birnen-Ciders vollendet hat. Aber der Reihe nach. Die zweite Entdeckung der USA/Kanada-Exkursion ist der Hopped Cider.

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Also mit Hopfen aromatisierter Cider Das könnte man als avantgartistische Spinnerei abtun, ist es aber nicht. Dahinter steckt eine klare Idee. Claude Jolicoeur, der Godfather of All Craft Ciderists, hat eine klare Vorstellung, aus welchen Sorten Cider zu keltern ist. Seine „perfekten“ Äpfel haben einen hohen Fruchtzuckergehalt und Gerbstoff sowie Säure im mittleren Bereich. Diese Sorten haben das Potenzial, sortenreinen Cider in guter Qualität zu liefern. In Quebec, dem Raum seines Schaffens, heißen seine Lieblingssorten Bilodeau, Bulmer’s Norman und Lobo. Manchmal werden allerdings Sorten verwendet, bei denen der Tannin-Anteil, also der Gerbstoff, ein wenig unterentwickelt ist. Diesen Ciders fehlt es dann oft an Druck im Finish, an Körper und Substanz. Um dieses Manko auszugleichen, bekommen die Ciders eine Portion Hopfen ab. Das Ganze begann ungefähr 2005, und im Durstsog hopfengestopfter Craft-Biere verbreitete sich das Hopped-Cider-Ding in eindrucksvoller Geschwindigkeit. In Herefordshire, England, braut Tom Oliver seinen At the Hop mit der Hopfen-Aromasorte Cascade und macht damit einen Cider, der erst auf den zweiten Schluck von einem frischen Pils zu unterscheiden ist. In Estland bastelt Alvar Roosimaa unter

dem Label Jaanihanso an sortenreinen Ciders. Und an einem Hopped Cider namens Siider. Gehopft mit dem amerikanischen IPA-Hopfen Simcoe, das Ganze unfiltriert und spontanvergoren und dementsprechend rustikal und derb. Aber unheimlich gut. In Österreich ist es wieder Toni Distelberger, der sich in seinen Mostkeller zurückgezogen und an ein paar Rezepturen herumgetüftelt hat. Das Ergebnis sind zwei frische, feinfruchtige und elegante Birnen-Ciders, beide gerade so stark mit den Hopfensorten Cascade, Styrian und Magnum aromatisiert, dass die kristallklare Birnenfrucht erhalten blieb. Das eine Produkt heißt Craft Cider – der Name der Produktlinie, der bleiben und auch künftigen Kreationen als Klammer dienen wird. Holunderblüten auf Birne zart gehopft. Genau das ist es. Ein sommerlicher, unkomplizierter und leichter Cider, der durch die dezente Hopfengabe fast wie ein sizilianischer Zitronenhain duftet. Oder Pomelo. Auf jeden Fall nach Sommer. Der Bruder heißt Hoppy Birne, hat eine Spur mehr vom (gekochten) Bitterhopfen Magnum abbekommen und schäumt daher mehr und feiner. Sonst ist da wieder der Pils-Anklang wie bei Tom Oliver, allerdings viel feinere Klinge. Auch hier wieder: well done, Toni. Hop rocks! ××

Links: Claude Jolicoeur, der Cider-Hero vor seinem Haus am Sankt-Lorenz-Strom. Mitte: Nicht nur Kanada. Auch in Massachusetts wird der Cider gehopft. Rechts: Mostbarone auf Tour bedeutet auch immer höchste Konzentration beim Zuhören.

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RUND UMS BIER Das Team der Beerlovers, die Tourismuswerberinnen von Flandern und der Bierpapst stoßen mit Jean de Laet (Brouwerij Huyghe) von der Bruderschaft des Rosa Elefanten und Gastronom Billy Reddy auf das neue Delirium Café in Wien an.

Bei Freddy und Alice im Känguruh Pub wird das Red Out, ein Barrel Aged Wild Ale von Brew Age, präsentiert.

Michael Mauer (Brew Age), Markus Trinker (Stiegl) und Peter Reimann (Kalea) am Craft Bier Festival der Alpen.

Rechts: TatortKommissar Dietmar Bär probiert Thorsten Schoppes Biobier Bär.

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BIERMOMENTE IN BILDERN

Das Stiegl-Team mit Heinz und Susanne Pollischansky von der Stiegl-Ambulanz im Alten AKH freuen sich über einen gelungenen „Tag der offenen Flasche“

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Bilder: craftbierfest.at, Peter Reimann, Schoppebräu

Bilder: Ammersin / APA-Fotoservice / Jaqueline Godany, Martin Voigt

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RUND UMS BIER Rauschende Eröffnungsparty im Ammutson mit den Crews von Bierol, Bierfracht und Tribaun.

Brew Age und Brewdog an einem Tisch: Brewdog Tap-Takeover im Mel’s Craft Beers & Diner.

Mitte: Katzenbild geht immer, Loncium sowieso.

Rechts: Gipfeltreffen auf der Braukunst Live: Martin Seidl, Mareike Hasenbeck und Micky Klemsch.

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BIERMOMENTE IN BILDERN

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Bilder: Beerlovers, Loncium, Candy Sierks

Bilder: Bierol, Beerlovers

Die รถsterreichischen Juroren beim World Beer Cup 2018 in Nashville. Mit dabei sind dieses Jahr Conrad Seidl, Andreas Urban, Marion Weinberger, Hubert Hanghofer, Markus Betz und Clemens Kainradl.

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Bierstile:

STOUT UND PORTER Es bedarf sicher keiner großen Fantasie, sich die erste Assoziation eines Bierfreundes bei dem Begriff Stout vorzustellen. In neun von zehn Fällen dürfte die Antwort wohl „schwarz“ sein. Auch wenn das wenig verwundert, umso erstaunlicher ist es, dass dies nicht immer so war. ———Denn übersetzt man Stout ins Deutsche, so heißt dieses Bier einfach nur Starkbier. Barclay Perkins, im 18. Jahrhundert eine der größten Brauereien in Großbritannien, braute so noch bis 1805 ihr Pale Stout mit doppelbockigen 19° Plato. Kein Vergleich mit dem, was wir heute unter diesem Begriff kennen. Der Begriff „Stout“ wurde im Zusammenhang mit Bier übrigens erstmals 1630 – interessanterweise in einem Gedicht des englischen Dichters Robert Herrick – erwähnt. Von Schwarz war damals keine Rede. Das zweite dunkle Bier, welches viele prominente Vertreter in England und Irland hat, ist das Porter. Und hier ist es wohl im frühen 18. Jahrhundert, als – schon wieder in einem Gedicht – das Porter als das

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Bier der Arbeiterklasse gelobt wird. Porter war damals die stärker alkoholische, stärker gehopfte und länger gelagerte Version des Sweet Brown Beer, das im 17. Jahrhundert das meistverkaufte Bier der Londoner Brauereien war. Und wie es offenbar bei britischen und irischen Bierstilen üblich zu sein scheint, so ist die wirkliche Entstehung und Geschichte beider Bierstile eine Ansammlung von Mythen und urbanen Legenden, bei denen es schwierig scheint, die wahrscheinlichste Version zu identifizieren.

Aus drei mach eins Im Falle des Porters waren es aber recht sicher die Bierstile Pale Ale, Brown Ale und Strong Ale, die zunächst in den Gastwirtschaften in einer Art „Schnitt“ zu einem Porter genannten Getränk gemischt wurden, welches dann später in einem mit den Eigenschaften dieser drei verbundenen Bierstile gebrauten

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BIERSTILE: STOUT UND PORTER

TEXT — MARTIN VOIGT

Bier mündete. Hier steuerte das Pale Ale die malzigen Komponenten bei, Farbe und Röstnoten kamen vom Brown Ale und das Strong Ale war für die leicht milchsauren Einflüsse verantwortlich. Es war also eher ein langer und keineswegs gradliniger Weg hin zu dem Porter, wie wir es heute kennen. Als „Erfinder“ fällt häufig der Name Ralph Harwood. Dem Besitzer eines Londoner Brew-Pubs, dem der Legende nach schlicht das Verschneiden der drei Biere zu aufwendig war und der den brautechnischen Versuch startete alle drei Komponenten in einem Sud zu vereinen. Wirtschaftlich gesehen soll er zumindest auf diese Art und Weise den Ausstoß dieses Getränks in seinem Lokal vervielfacht haben. Auch wenn es wie erwähnt noch einige andere – wohl gleich wahrscheinliche – Versionen der Entstehung des Porters gibt, so ist diese zumindest die am schönsten zu Erzählende. Das Porter stellt dann bierhistorisch auch die Basis des Stouts dar, welches wie zu Beginn erwähnt, zunächst eine stärker eingebraute Version dessen war, was man nun als Porter kannte. So klärt sich dann auch der ohne dieses Vorwissen zunächst erst mal verwunderliche Begriff des Stout-Porters. Ein solches Stout verfügte in vielerlei Hinsicht über mehr Stärke: Alkohol, Körper sowie Vollmundigkeit, um nur die drei wesentlichsten Aspekte zu nennen.

Bilder: istock.com/ultramarinfoto, istock.com/ClaudioVentrella

Fließende Grenzen Im 19. Jahrhundert zählte das Porter weltweit zu den beliebtesten Bierstilen und wurde erst im 20. Jahrhundert von den stilistisch helleren Bieren, die nicht zuletzt aus dem tschechischen Pilsen kamen, recht deutlich verdrängt. Porter hatte den Nimbus des Massen-Arbeiterbieres, wer etwas auf sich hielt, der trank die teureren, helleren Biere der gehobenen Gesellschaft. So kam es auch, dass so das Porter nahezu gänzlich von der Braulandkarte verschwand – und nicht zuletzt dank der Craft-Bier-Bewegung in den USA eine Renaissance erfuhr. Die Guinness-Brauerei in Dublin, die heute wohl das weltweit bekannteste Stout braut, startete 1810 einen rückblickend glücklichen Versuch herauszu-

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finden, ob die Bevölkerung wohl „a stouter kind of porter“ akzeptieren würden. Der Unterschied des irischen Stouts im Vergleich zum englischen war, dass man in Dublin nur Pale- und Röstmalz verwendete, in England zusätzlich auch Brown-Malz. Dass der Begriff Stout für ein schwarzes Bier verwendet wird, wie wir es heute kennen, war dann auch eher ein schleichender Prozess, denn ein Schnitt. Auch heute ist bei vielen Brauereien die Grenze zwischen Porter und Stout fließend bis gar nicht existent. Und auch die etymologische Stärke des Stouts ist offenbar längst kein Muss mehr, wenn man sich das oben zitierte Guinness Draught ansieht, welches als Schankbier gerade einmal 4,2% Alkohol aufweist. Das Foreign Extra Stout aus der gleichen Brauerei mit 7,5% die Welt dann aber schon wieder gerade rückt.

Kaffee und Schokolade Charakteristisch für Porter und Stout sind jedenfalls die meist rötlich-dunkelbraune bis tiefschwarze Farbe mit einer nicht zu intensiven cremigen Schaumdecke. Aromatisch sind Stouts meist etwas röstmalziger und haben intensivere Röst-, Kaffee- und Schokonoten, Porter nicht selten zusätzlich noch leichte nussige Töne. Bei beiden Bieren spielt der Hopfen eine untergeordnete Rolle. In Sachen Kohlensäure sind beide Biere ebenfalls keine Top-Kandidaten, Stout rangiert aber in diesem Punkt meist auch noch hinter dem Porter. Eine feine Cremigkeit im Mundgefühl haben aber beide wieder gemeinsam. Vom Stout sind dann noch die vollmundigere Variante des Oatmeal Stouts, die mit Milchzucker versetzten Milk- oder Sweet Stouts und die wirklich starken Varianten unter den Namen Imperial, Russian oder Baltic Porter bekanntere Vertreter. ×× Martin Voigt zählt mit probier.at zu den bedeutendsten Bier-Bloggern im deutschsprachigen Raum. Auf Instagram haben seine Beiträge über 14.500 Follower, seine laufenden Biertests veröffentlicht er auf www.youtube.com/ user/proBIERtv. Mit seiner Kompetenz zählte er 2014 auch zum Gründungsteam des Craft Bier Fest.

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BIERTIPPS

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BIERSTILE: STOUT UND PORTER

TEXT — MARTIN VOIGT

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Porter 1. Klassisch: London Porter, Fullers

5,4 Vol.-%, 33 IBU; wohl das klassische englische Porter schlechthin, sehr sanft bittere Röstaromen, Karamell und Schokolade, sanfte Kaffeenoten, komplex ohne kompliziert zu sein

2. Österreichisch: Brauwerk, Hausmarke 3 Porter

3. Freaky: Going Hazelnuts, Bierol

2. Österreichisch: Die schwarze Kuh, Gusswerk

3. Freaky: Chixulub Oatmeal Stout, Brew Age

5,0 Vol.-%, 25 IBU; fast schwarz mit rötlichen Tönen, getoastetes Malz und Schokolade, leichte grasige Hopfennoten, sanfte fruchtige Noten, saftige Süße, trocken im Finish

5,7 Vol.-%, IBU: k. A.; schwarzes Bier mit rotem Schimmer, kräftiger bräunlicher Schaum, rote Beeren und Haselnüsse im Aroma und Geschmack, kräftige Kaffeenoten, im Verlauf zunehmende Süße

Stout Bilder: Michael Mickl, Lisa Weishäupl

1. Klassisch: Guinness Draught, Dublin

4,2 Vol.-%, 45 IBU; tiefschwarz mit fingerdickem beigen feinen Schaum, getoastetes Malz und Röstaromen in der Nase, sanfte Kaffeenoten, Schokolade und getoastetes Malz im Trunk, samtiges Mundgefühl, trockener im Finish

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9,2 Vol.-%, 54 IBU; schwarzbraune Farbgebung, sahniger brauner Schaum, Bitterschokolade und Röstmalz im Aroma, Röstaromen bei moderater Bittere und sanfter bitterschokoladiger Süße, sehr gut balanciert, Alkohol ist kaum spürbar, trocken im Finish

5,4 Vol.-%, 40 IBU; nahezu tiefschwarz mit cremig beigem Schaum, Röstmalz und nussige Milchschokolade im Aroma, etwas schlanker gehalten, kaum Süße im Geschmack, deutliche Bittere, cremige Textur, etwas subtile Vanille und Kaffee, röstaromatisches Finish

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TEXT — PATRICK ZIEGLER

HOMEBREWING Bild: darius-kromoser.com

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Für einen guten Barley Wine braucht man auch Geduld. Er zündet spät, aber gewaltig.

OAK-AGED BARLEY WINE 1515 Craft Bier Magazin April 2018 06 KERN.indd 60

Heimbrauer verraten uns ihre besten Braurezepte. Diesmal Patrick Ziegler vom Braucampus Graz. ——— Die gut vorgelösten Basis- und Caramalze jage ich geschrotet mit einer Kombirast bei 64 °C in den Maischebottich. Mit 5–10 % Gerstenflocken stabilisiert sich die Schaumkrone und verbessert den Malzkörper. Zusätzlich bekommen wir einen feinen Anteil an Getreidearoma, was super zum Barley Wine passt, wie ich finde. Übrigens das Caraaroma ist eines meiner Lieblingsmalze. Es bringt nicht nur einen wunderbaren Braunton, sondern auch ein exzellentes, vollmundiges Malzaroma. Wer ein Rührwerk besitzt, kann sich während der nächsten 85 Minuten ein paar kühle Bierchen gönnen. Ansonsten ist Rühren angesagt! Eine schön ho-

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SPÄTZÜNDER Rezept für 25 Liter Flaschengärung

Zutaten:

4,50 kg 1,50 kg 1,25 kg 1,00 kg 0,50 kg 0,50 kg 9,25 kg

Pale Ale Malz Münchner Malz Wiener Malz Gerstenflocken Carared® Caraaroma® Gesamt

EBC: 6 EBC: 23 EBC: 8 EBC: 5 EBC: 45 EBC: 400

25 g Hallertauer Magnum (1. Hopfengabe), Säure: 15 % 25 g Hallertauer Perle (2. Hopfengabe), Säure: 6 % 25 g Huell Melon (3. Hopfengabe), Säure: 6 % 100 g Oak Chips Heavy Toast 350 g Brauner Kandis 11,0 g Mangrove Jack’s M42 – New World Strong Ale

Wasser:

Hauptguss 22 l Nachguss 19 l

Maische:

Einmaischen 67 °C Kombirast 64 °C (85 Min.) Verzuckerung 72 °C (20 Min.) Abmaischen 78 °C

Würzekochen: 80 Min.

1. Hopfengabe: 5 Min. nach Kochbeginn 2. Hopfengabe: 10 Min. vor Kochende (350 g Kandis) 3. Hopfengabe: Whirlpool

Gärung / Lagerung: Stammwürze: Farbe: Hopfenbittere: Gärtemperatur: Gärdauer: Stopfdauer (Oak): Lagerung: Karbonisierung:

23,0 °P 33 EBC 35 IBU 22 °C 6–8 Tage 25 Tage (nach 4. Tag Gärung) 52 Wochen 3–5 °C 4,8 g/l

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TEXT — PATRICK ZIEGLER

mogen verteilte Maische fördert die Enzymaktivität und verhindert Anbrennen. Nach 20 Minuten Verzuckerungsrast bei 72 °C bringen wir die Maische auf 78 °C zum Abläutern. Für den Sud verwende ich dezente Hallertauer Standardsorten. Sie sollen dem Bier lediglich eine Abrundung und leichte Bittere verleihen, wie es für diesen Typ üblich ist. Ich nehme immer gerne etwas braunen Kandiszucker (höherer Reinheitsgrad als Haushaltszucker), um dem Barley Wine eine gewisse Stärke und angenehme Karamellnote zu geben.

Chips für das Eichenaroma Um den schön ca. 10 % starken Barley Wine mit rundem Malzkörper zu bekommen, verwende ich für die Gärung die relativ neutrale Mangrove Jack’s New World Strong Ale Hefe. Sie klärt sehr gut und lässt dem Bier seinen vollen Malzcharakter entfalten. Als besonderes Finish gebe ich nach etwa vier Tagen Hauptgärung ca. 100 g geröstete Eichenchips hinzu. Klar wäre hier ein gebauchtes Eichen- oder Kirschfass, in dem schon mal ein guter Whiskey oder Rum lag, deutlich edler, für diese kleine Menge ist das allerdings eher Verschwendung und vor allem für

Der studierte Toningenieur und Audiotechniker ist waschechter Bayer und braut in Graz.

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HOMEBREWING

Hobbybrauer ein sehr großer Aufwand. Deshalb hier nur „oak-aged“ und nicht „barrel-aged“. Ein wichtiger Unterschied! Trotzdem bieten die gerösteten Eichenchips eine große Angriffsfläche für das Bier, welches sich mit den Aromen wunderbar vollsaugt. Das darf man nicht unterschätzen. Zu viel dieser Chips können einen zu intensiven, fast schon prägnanten Holzgeschmack erzeugen, der andere Aromen übertüncht. 25 Tage schwimmen die Chips (geparkt in einem Filter) im Bottich während das Bier mehr und mehr klärt und sich die Aromen ausbilden. Danach fülle ich das Bier in kleine Flaschen, karbonisiere mit etwas Haushaltszucker auf dezente 4,5–5 g CO2/l und lasse die Flaschen ca. 1–2 Wochen auf Gärtemperatur nachkarbonisieren. Jetzt heißt es warten! Für solch starke und intensive Biere gilt lange stehen lassen. Erst nach einem guten Jahr entfaltet sich der wunderbare Geschmack. Nach dem zweiten Jahr noch ausgeglichener. Nach oben hin sind hier fast keine Grenzen gesetzt, sofern man sauber gearbeitet hat und richtig lagert. Es gibt Barley Wines, die die 20-Jahr-Marke knacken, bevor sie geköpft werden. Auch das ist etwas, das diesen Bierstil so außergewöhnlich und herrlich macht. Zum Wohl! ××

Bild: darius-kromoser.com

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zertifiziertes dreistufi ge Ausbildungsprogramms für Biersommeliers.

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700 Millionen € in die heimische Staatskasse.

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DAS BIERJAHR TEXT — ### ERLEND

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8. – 9. Juni 2018 Kärntner Bierfest

Bild: www.craftbierfest.at

AU T — Radenthein / Gartenrast www.gartenrast.at

26. Mai 2018 Mi(kk)ro Beer Fest Krsko S V N — Krsko www.pivarna.si

Craft Bier Fest Linz: Oberösterreichische Biere treffen auf die Welt (und umgekehrt).

8. – 10.Juni 2018 Wrcolawski Festival

P O L — Breslau www.festiwaldobregopiwa.pl

15. – 16. Juni 2018 Craft Bier Fest München

G E R — München, Tonhalle www.craftbiermuc.com

24. – 27. Mai 2018 Wiener Bier Fest

AU T — Wien, Am Hof www.wienerbierfest.at

25. – 26. Mai 2018 Budapest Beer Week H U N — Budapest www.bpbw.hu

7. – 9. Juni 2018 Salon Piva C Z E — Prag www.salonpiva.beer

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25. August 2018 The Who Cares For Beer Festival AU T — Bad Radkersburg, Bevog www.bevog.at

7. – 8. September 2018 Craft Bier Fest Linz

AU T — Linz, Tabakfabrik www.craftbierfest.at

23. – 24. November 2018 Craft Bier Fest Wien (Gastregion Flandern)

AU T — Wien, Marx Halle www.craftbierfest.at

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#1_

Und wie kommt man auf die Idee zu brauen ? So als Frau ?

#2_

Mit Lavendel ... richtiges Bier haben Sie keins ?

#3_

Achso, das ist ein Radler! www.hopfenspinnerei.at

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Bierfachgeschäft mit Verkostungslounge Taproom mit wechselnden Bieren vom Fass Alle Biere gekühlt gelagert Themenverkostungen mit Biersommeliers Homebrewing Equipment & Rohstoffe

Wilhelmstraße 23,A-1120 Wien Öffnungszeiten: Di-Fr: 12-19 Uhr, Sa: 10-18 Uhr T: +43 1 974 46 27 www.beerstorevienna.at www.facebook.com/beerstorevienna

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BUCHTIPPS

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BÜCHER Lilian Harlander, Bernhard Purin (Hg.) Bier ist der Wein dieses Landes

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Der großformatige Bildband mit interessanten Geschichten zur jüdischen Braugeschichte ist nunmehr schon fast zwei Jahre alt. Es ist mit zahlreichen Beiträgen renommierter Bierautoren wie Conrad Seidl oder Doug Greener anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Jüdischen Museum München zum Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes erschienen. Man kann das gut begilderte Werk aber durchwegs als zeitlos einstufen. 256 Seiten, Volk Verlag, € 29,90

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Jan Brückelmeier Bier brauen: Grundlagen, Rohstoffe, Brauprozess

Als Jan Ann ist uns der Autor mit seinen Kommentaren schon in vielen Craft-Bier-bezogenen Facebook-Gruppen aufgefallen. Der studierte Weihenstephaner verdient sein Geld mittlerweile als Ingenieur für Brauwesen in Ohio. Nun hat Jan Brückelmeier ein adäquates Nachschlagewerk für Heimbrauer geschrieben. Er vermittelt dem ambitionierten Hobbybrauer detailliert und gleichzeitig anschaulich und unterhaltsam Fachwissen zu allen wichtigen Bereichen des Heimbrauens: Ausrüstung, Rohstoffe, Brauprozess, Hefezucht, Desinfektion, Bierverkostung, Troubleshooting. Raffinierte Rezepte im 20-Liter-Maßstab regen zur eigenen Rezeptentwicklung an. 492 Seiten, Verlag Eugen Ulmer € 49,90

Drew Beechum & Denny Conn Experimental Homebrewing

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Sie mögen ungewöhnliche Zutaten in ihrem Bier? Dann ist dieses Taschenbuch genau richtig für Sie. Die beiden Autoren zeigen – natürlich abseits von jeglichem Reinheitsgebot – die kreativen Möglichkeiten des Bierbrauens auf. Da findet sich dann auch einmal ein Rezept mit Spinat oder Speck. Mit sehr viel Sachverstand werden die Komponenten des Brauens seziert und die Variationsmöglichkeiten gut erklärt. 240 Seiten Voyageur Press, € 19,49

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UNSERE DREI LIEBSTEN ZUTATEN: TRADITION, HINGABE UND MUT ZU NEUEM.

G. Seeleitner, Braumeister Kaltenhausen

TRADITION TÄGLICH NEU ENTDECKT. CRAFTVOLL SEIT 1475. 1515 Craft Bier Magazin 2018 06 KERN.indd 67 1704014BRA_Craft BeerApril Magazin_RZ.indd 1

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Exklusiv für die Gastronomie! Ein Bier, das acht Brauereien gemeinsam entwickelt haben, gab es in Österreich noch nie. „Gemeinsam haben wir die Rohstoffe ausgewählt, gemeinsam haben wir die Rezeptur entwickelt. So entstand ein Bier, dass für die Zukunft der österreichischen Braukultur steht. Ein Lager reloaded!“ Eine Kreation der CulturBrauer: Freistädter, Hirter, Mohren, Murauer, Trumer Schloss Eggenberg, Schremser, Zwettler

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