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eschweger Nr. 12 - Dezember 2010

Standortfreundlich Arbeits- und Ausbildungsplätze, Beratung von Unternehmen, Kooperation von Betrieben und Qualifikation der Arbeitnehmer sowie die Entwicklung des Einkaufsstandortes und Gestaltung des öffentlichen Raumes sind zentrale Themen, denen wir nachgehen.

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echo

Zeitung der Eschweger Sozialdemokraten

Gastfreundlich

Familienfreundlich

Unser wunderschönes Eschweger Becken mit seiner Tal- und Gewässerlandschaft, den umrahmenden Höhenzügen ist in besonderer Weise für die Erholung geeignet. Wir wollen diese Stärken weiterentwickeln, um die Attraktivität der Kreisstadt Eschwege für unsere Gäste noch zu steigern.

Familien- und Kinderfreundlichkeit wird in Eschwege groß geschrieben. Eine die frühkindliche Bildung und die soziale Kompetenz fördernde Kinderbetreuung muss ausreichend gewährleistet sein. Mitsprachemöglichkeiten von Senioren und Jugendlichen ermöglichen ein stabiles Sozialgefüge.

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www.spd-eschwege.de

Kulturfreundlich

Umweltfreundlich

Eschwege als Kulturhauptstadt: Open Flair, Kulturfabrik im E-Werk, Junges Theater, Schlüsselblume e.V. sind Beispiele für kreatives, künstlerisches Schaffen. Bildungseinrichtungen, Veranstaltungen und Feste runden das kulturelle Angebot ab. Was können wir noch besser machen?

Eschwege schreitet weiter voran auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Energiemusterfachwerkhaus, Klimakonzept, Biogasanlage, Windkraftstandorte sind Vorhaben, die wir mit Ihnen diskutieren wollen. Besonders am Herzen liegt uns die finanzierbare energetische Gebäudesanierung in der Altstadt.

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Einmischen ausdrücklich erwünscht SPD setzt auf Bürgerbeteiligung und offene Beteiligungsprozesse

Die Eschweger SPD möchte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Zukunft gestalten Je weiter das Jahr 2010 voranschritt, desto mehr hatte man den Eindruck, dass sich die Zeiten für Eschwege zum Positiven hin entwikkelten. Die Arbeitslosenzahlen sinken im Werra-Meißner-Kreis wie auch in der Kreisstadt seit geraumer Zeit (im Oktober näherten sie sich für den Stadtbereich der 6%-Marke). So konnte sich zum Beispiel das Eschweger Traditionsunternehmen Hyco Pacoma nach Insolvenz und Übernahme konsolidieren und – wenn auch mit erheblichen Verlusten an Arbeitsplätzen – den Fortbestand sichern. Auch andere wesentliche Industriebetriebe der Kreisstadt schauen wieder zuversichtlicher der Zukunft entgegen. Der zum Jahresende 2009 gegen erhebliche Einwände gebaute und im Dezember eingeweihte Stadtbahnhof zeigt sich zum Jahresjubiläum als Erfolgsmodell und die Fahrgastzahlen weisen – im Vergleich zu den Zeiten von EschwegeWest – eine Verdopplung aus. Schließlich fand die Neueröffnung der Schlossgalerie als Nachfolgerin des Hertie-Kaufhauses nicht nur in und um Eschwege bewundernde Kommentare: Ist sie doch landauf landab das bisher einzige Haus des insolventen HertieKonzerns, das wieder mit neuem (geschäftlichem) Leben gefüllt werden konnte. Drei Beispiele von etlichen mehr – denken wir an Tourismus und Open Flair, ans E-Werk und die Musikschule - die beweisen, dass es aufwärts geht in der Kreisstadt. Und der Kommunalpolitik unter Führung der SPD kommt hierbei die wichtige Aufgabe zu, weiter entscheidende Impulse für die Zukunft zu setzen. Im Bundesland Hessen war ebenfalls Aufbruch angesagt. Ein neuer

Bürger mischen sich zu Recht immer mehr in wichtige Entscheidungen nicht nur bei Großprojekten ein. Die SPD steht für eine frühzeitige Einbindung von Bürgern und Betroffenen.

Ministerpräsident versprach eine neue Politikausrichtung. Doch nach „100-Tagen ausge-Koch-t“ tut sich sein Nachfolger Volker Bouffier noch immer schwer, irgendwelche positive Akzente zu setzen. Eigentlich geistert sein Namen mehr im Zusammenhang mit politischen Skandalen (z.B. Affäre um die hessische Polizeiführung) durch die Medien als durch einen neuen Wind in der Landespolitik. Dabei wäre es jetzt notwendig, das Feld für die Zukunft zu bereiten. Gerade wir Nordhessen warten auf

Unterstützung aus Wiesbaden für Strukturreformen oder auch auf mehr Rücksicht auf kommunale Haushaltslagen – doch nichts dergleichen steht in Aussicht. Auch im Bund bestimmen Negativschlagzeilen die Nachrichten: Sei es das Gezänk der schwarz-gelben Koalition in Berlin, die Debatten und Widerstände um die CastorTransporte oder auch die Proteste gegen die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke: Überall regen sich Unmut und Protest in der Bevölkerung. Kein Wunder, dass die

Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff „Wutbürger“ jetzt zum Wort des Jahres gekürt hat. Dass dieser Protest durchaus konstruktive Züge trägt, zeigt das Beispiel Stuttgart 21, also die Auseinandersetzung um den Bau eines Durchgangsbahnhofs in der BadenWürttembergischen Hauptstadt. Hier hätten die Landespolitiker viel eher Bedenken aus der Bürgerschaft ernstnehmen und frühzeitig Beteiligungsprozesse einleiten müssen. Die Erkenntnis aus den Auseinandersetzungen in Stuttgart lautet:

Nur wenn Betroffene zu Beteiligten gemacht, d.h. unter größtmöglicher Transparenz in politische Entscheidungen eingebunden werden, stoßen infrastrukturelle Großprojekte noch auf Akzeptanz. Kommunalpolitik wird von Bürgern für Bürger gestaltet. Zumeist ehrenamtliche Politiker investieren Zeit und Energie zum Wohle der Gemeinschaft. Dass sich die Ergebnisse in Eschwege durchaus sehen lassen können, zeigen die Beispiele zu Beginn des Artikels. Nur mit dem Ohr nah am Bürger kann es gelingen, intelligente und mehrheitsfähige Antworten auf die Zukunftsfragen Eschweges zu finden. Die SPD sieht für die Stadt Eschwege fünf zentrale Themenfelder, welche maßgeblich sind für die weitere Entwicklung unserer Stadt und auf denen wichtige Weichenstellungen für die Zukunft unserer Stadt erfolgen: 1. Eschwege - wirtschafts-und einkaufsfreundlich 2. Eschwege - umweltfreundlich 3. Eschwege – familien-, senioren- und kinderfreundlich 4. Eschwege – kultur- und sportfreundlich 5. Eschwege - tourismusfreundlich Diese Themefelder stellt das Eschweger Echo auf den folgenden Seiten detailliert vor. Danach setzt die SPD auf den Dialog mit den Bürgerinen und Bürgern. Diese sind herzlich eingeladen, sich einzumischen und politische Prozesse mitzugestalten. Das können sie tun, indem sie die angekündigten Veranstaltungen besuchen oder unter info@spdeschwege.de in direkten Kontakt mit uns treten. Die SPD setzt sich mit den Bürgeranregungen intensiv auseinander und wird sie gegebenenfalls in ihr politisches Programm aufnehmen.

Den Schilderwald lichten SPD will Bürger an Problemlösung beteiligen Jetzt hat der ADAC in Gesprächen mit der Stadt Eschwege festgestellt, dass mindestens ein Drittel aller Schilder in der Kreisstadt überflüssig sein könnten (Werra Rundschau vom 8.12.2010). Damit bestätigte sich die von der SPD-Stadtverordneten Petra Strauß vorgetragene und von der SPD-Fraktion schon vor längerer Zeit in der Stadtverordnetenversammlung vertretene Position, dass es dringend geboten sei, den Eschweger Schilderwald zu lichten. Bei Umsetzung dieser Maßnahme würde nicht nur die Orientie-

rung von Verkehrsteilnehmern verbessert werden, sondern es böte sich darüber hinaus auch die Chance, den städtischen Haushalt zu entlasten (Jedes Schild kostet bis zu 200 Euro). Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Lösung dieses Problems knüpft an die Idee der SPD - Fraktion an, die Einwohnerschaft stärker am politischen und gesellschaftlichen Leben beteiligen zu wollen, was bereits außerordentlich erfolgreich beim Projekt „Photovoltaikanlage mit Bürgerbeteiligung“ gelungen ist.


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Die Menschen in der Region halten Eschwege - Standort für innovative Technologie, Handwerk und Handel Die wirtschaftliche Entwikklung ist auch in Eschwege das zentrale Thema. Die Schaffung und Sicherung von anständig bezahlten und verlässlichen Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist die Voraussetzung, dass die Menschen in unserer Region bleiben und Perspektiven für sich entwickeln können. Aufgabe von Kommunalpolitik ist es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen und Betriebe so zu gestalten, dass sie gute Entwicklungsmöglichkeiten am Standort Eschwege haben. Dazu gehören neben der umfassenden Beratung und Betreuung von Unternehmen auch niedrige Gebühren, Steuern und Abgaben und eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur stärken Eschwege als Wirtschaftsstandort. Deshalb fordern wir den zügigen Bau der Ortsumgehung und haben uns mit Nachdruck für den Eschweger Stadtbahnhof eingesetzt. Besondere Bedeutung kommt in der Kreisstadt der Metall- und Kunststoffverarbeitung zu. Präwema, Thalheim, Sahm, Stiebel Eltron und Pacoma gehören zu den Marktführern und bilden den Kern für die Entwicklung Eschweges zu einem zukunftsweisendem Entwicklungsund Anwenderzentrum für neue Produktionstechnologien, mit dem Schwerpunkten alternative Technologien und regenerative Energien. Städtische Wirtschaftsförderung muss hier weiterhin die Aufgabe übernehmen, die bereits erfolgreiche Kooperation von Betrieben bei Forschung und Entwicklung, Ausbildung, Einkauf und Auftragsvergabe zu stärken. Ziel der Kooperation ist sowohl die Herstellung marktfähiger Produkte und günstiger Kostenstrukturen zu fördern als

auch Eschwege mittelfristig als attraktiven Technologie- und Ausbildungsstandort aufzustellen. Zudem ist die Bestandspflege vorhandener Betriebe und Unternehmen zentrale Aufgabe kommunaler Wirtschaftsförderung. Dazu gehört z.B. im Rahmen der Bauleitplanung unbürokratisch und schnell auf betriebliche Erfordernisse zu reagieren ohne Fragen der Umweltverträglichkeit zu vernachlässigen. Notwendig ist außerdem das Angebot an Arbeitskräften weiter zu qualifizieren. Schon zeichnet sich in bestimmten Branchen ein Mangel an Facharbeitern und Ingenieuren ab. Betriebe, Schulen und städtische Wirtschaftsförderung müssen hier gemeinsam handeln. Die Verwirklichung einer Berufsakademie in Eschwege für den Bereich Mechatronik soll daher mit kommunalen Mitteln gefördert werden. Als Einkaufsstandort gewinnt die Kreisstadt wieder an Bedeutung. Dazu haben zwei Entscheidungen maßgeblich beigetragen. Das konsequente „Nein“ der SPD zur Absicht auf den Parkplatz an der Wiesenstrasse ein großes Einkaufszentrum zu bauen. Und das „Ja“ der städtischen Gremien in der Schlossgalerie als Generalvermieter aufzutreten. Wenn gegenüber der Stadthalle – wie von der CDU gewollt – ein Einzelhandelszentrum entstanden wäre, gäbe es heute keine Schlossgalerie. Ein Investor für die Hertie-Immobilie hätte sich auf Grund der unmittelbaren Konkurrenz am Innenstadtrand niemals gefunden. Die Schlossgalerie ist für Eschwege ein großer Gewinn. Als Magnetbetrieb zieht sie Besucher und Kunden und bindet Kaufkraft in der Kreisstadt. Das wirkt sich positiv

Liebe Leserinnen und Leser, Im Internet fand ich dieses Plakat: Erst am alten SPD-Schriftzug fällt auf, dass es einige Jahre alt sein muss – es stammt aus dem Jahre 1949! Denke ich an die Politik unseres Gesundheitsministers Rösler, der mit seinen Vorschlägen die Zweiklassenmedizin manifestiert, anstatt eine bezahlbare Bürgerversicherung für alle umzusetzen oder denke ich an die FDP-Mövenpikkspende – um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen – hat die Aussage des Plakats die letzten 61 Jahre schadlos überdauert, lediglich die Gründe für diese zwei Sätze haben sich aktualisiert. Als Analogie zu der Aussage des Plakats geht mir ein Satz aus dem jüngsten Streit um die Atomkraftwerkslaufzeiten durch den Kopf: „Vier gewinnen, Millionen verlieren.“ Auch hier geht es wieder darum, dass CDU–FDP ganz unverhohlen den vier großen Energiekonzernen (EON, RWE, Vattenfall und ENBW) sowie deren Aktionären ein Milliardengeschäft sichern. Dabei überlassen sie nicht nur das Risiko und das Endlagerproblem dem Bürger und Steuerzahler, ganz nebenbei verschaffen CDU und FDP den Konzernen auch noch die Zeit, nun doch Technologie nachzurüsten, die sie vor 15 Jahren noch als grüne Nischentechnologie belächelten: Man baut in der gewonnenen Zeit und mit einem Teil der gewonnenen Milliarden nun große Windkraftanlagen in der Nordsee, um sich weiter die Vormachts- bzw. Monopolstellung als Energieversorger gegenüber den vielen dezentralen Kleinst- und Kleinenergieerzeugern auf Wind-, Sonnen- und Biomassenbasis, zu sichern. Dabei ist vielschichtige regenerative und vor allem dezentrale Energiegewinnung gerade für unserer Region eine wirtschaftliche Chance. CDU und FDP schaden uns massiv! Das macht mich wütend und ich frage mich, wie CDU und FDP auf lokaler Ebene glaubhaft regenerative Energien voranbringen wollen, wenn ihre Mutterparteien auf Bundesebene genau das Gegenteil tun! In diesem Sinne

Alexander Feiertag Ortsvereinsvorsitzender

Früher: Stillstand und Eschwege vom Rest der Welt abgekoppelt. Heute: Mobilität und Anbindung an die Region. Der Stadtbahnhof hat doppelt so viele Reisende wie einst Eschwege-West.

auf andere Einzelhandelsgeschäfte und die Gastronomie aus und macht Eschwege wieder für neue Investoren und Einzelhändler interessant. Die Chancen wachsen, durch gezielte Ansprache Ladenleerstände beseitigen zu können. Zur Einkaufsstadt gehört auch die attraktive Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Menschen müssen sich beim Bummeln wohlfühlen. Überflüssiges Mobiliar soll deshalb entfernt, gemütliche Plätze zum Verweilen geschaffen und klare Sichtund Wegebeziehungen hergestellt werden. Dabei gilt: Kein Baum darf ersatzlos abgeholzt werden. Im Übrigen ist der Erfolg Eschweges als Einkaufsstadt vor allem abhängig von einem qualitativ guten Warenangebot, einem ausgewognen Branchenmix, vom Service, von der Kundenfreundlichkeit und einer

guten Gastronomie! Das Pflaster der Gehwege und ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept spielen eher eine untergeordnete Rolle. Im Marketing des Standortes Eschwege sind neue Akzente zu setzen. Für Eschwege muss ein passgenaues Konzept erarbeitet und umgesetzt werden, das Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten betont. Festhalten wollen wir an der finanziellen Förderung des Vereins Stadtmarketing. Hier wird engagierter Arbeit geleistet. Zu diskutieren ist allerdings, ob zukünftig der Schwerpunkt nicht stärker auf der Vermarktung des Standortes und weniger auf der Durchführung von Events liegen sollte. Auch sollte über die Anzahl der verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage diskutiert werden. Schließlich kann jeder von uns sein Geld nur einmal ausgeben und

für die Familie, Vereine die Kirchengemeinde muss auch freie Zeit vorhanden sein. Investitionen in Bildungs-, Kultur-, Erholungs- und Freizeitangebote sind auch Investitionen in den Wirtschaftsstandort. Die SPD hat deshalb die Einrichtung der Kulturfabrik E-Werk gefordert und will die Stadthalle als modernes Tagungsund Veranstaltungszentrum ausbauen. Wir werden trotz schwieriger Haushaltslage an unseren Sportplätzen und -hallen, an Bücherei, Schwimmbad, Jugend- und Freizeiteinrichtungen festhalten. Sie machen ein wichtiges Stück Lebensqualität aus. Dankbar sind wir für den weiteren Ausbau des Kreiskrankenhauses und das vielfältige Angebot an Schulen. Die gute medizinische und schulische Infrastruktur stärken den Standort.

Tourismus und Lebensqualität Besucherfreundliche Stadt als Standortfaktor: Ideen und Konzepte Die Leuchtberge, die Werra mit ihrer Talaue, der Bergstock der Gobert, der weitläufige und einsame Schlierbachswald und vor allem die Badeseen mit ihren vielfältigen Erholungsmöglichkeiten und darüber gegen die untergehende Abendsonne der über allem thronende Meissner als König der nordhessischen Berge. All dies zusammen bildet ein Landschaftsensemble von einzigartiger Homogenität, deren Unvergleichlichkeit ihre Vollendung in der Lage und lieblichen Erscheinung charakteristischer Fachwerkdörfer und -städte findet. Natur- und Kulturlandschaft konkurrieren nicht, sondern ergänzen sich zu einem wunderbaren, die Seele des Betrachters ausgleichenden Mosaik der Landschaftselemente. Fachwerkgässchen und Plätze mit historischen Gebäuden, schmucke Bauernhöfe, Schlösser, Burgen und Herrenhäuser an den Flanken der Werraaue, Streuobstwiesen und Heckenzüge, Seenlandschaften in der Aue, von wilden Buchen- und Eichenwäldern bestockte und Felsabstürzen gegliederte Höhen, die heimlich von Wildkatze und Luchs durchwandert werden – und inmitten die schönsten Wander- und Spazierpfade mit Einkehrmöglichkeiten in historische Gasthäuser , ob auf dem Landwege, auf dem Wasser, oder mit dem Fahrrad. Export von Erholung All dies wollen wir nicht nur für unser Wohlempfinden bewahren und ausbauen. Wir werben auch um Gäste, mit denen wir diese Wahrnehmung und Erholungseignung teilen möchten. Wir exportieren unseren Erholungswert, um die touristische Entwicklung weiter anzukurbeln, Einkommen zu ermöglichen

Wasserlandschaft und Berge: Baden, Wassersport und Wandern sind die zentralen Bausteine unseres Tourismusangebotes. Wie können wir dieses Potenzial für unsere Gäste und uns noch besser ausschöpfen.

und Arbeitsplätze r zu schaffen. Vieles und Erfolgreiches ist bereits in diesem Sinne getan, vieles ist aber auch noch zu tun. Genau hierüber wollen wir mit Ihnen in einen Dialog treten, um für unseren Tourismusstandort die besten Ideen und Potenziale zu entwickeln, für unsere

Vitalpacour im Botanischen Garten geplant

Beratung für energetische Sanierung

Erinnerungskultur in Eschwege: Ein Gedenkstein im Botanischen Garten erinnert an den Besuch ehemaliger jüdischer Mitbürger.

Gedenkstein enthüllt Erinnerung an Eschweger Juden

Einzigartiges Projekt: Das Energieeffizienzhaus zeigt modernste Technik für die energetische Gebäudesanierung auch im Fachwerkbestand.

gezählt werden. Übernachtungsgäste geben im Durchschnitt 112,60 €, Tagesgäste 28,50 € aus. So konnten knapp 21,9 Millionen an Bruttoprimärumsatz erzielt werden. Das bedeutete für die Verbandsmitlieder Steuereinnahmen in Höhe von ca. 560.000 €. Die Zahlen sprechen für

Sanftes Training an frischer Luft

Haus mit gläserner Technik Die Vorbereitungen für ein Energieeffizienzhaus im historischen Altstadtkern Eschweges laufen auf Hochtouren. Am Stad wird ein Fachwerkhaus modellhaft energetisch saniert. Bereits 2008 hat das Stadtparlament dem Antrag des Umweltausschussvorsitzenden Stefan Fiege zugestimmt, ein typisches innerstädtisches Fachwerkhaus auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. „Gläserne Technik“ – das heißt modernste Technik transparent zeigen. Dabei werden Wärmedämmung, Belüftung, modernste Heiztechnik, Photovoltaik oder LED Beleuchtungskonzepte von Fachbetrieben in aktuellster Form vorgestellt. Mit Stadtwerken, Handwerk, Ingenieuren und Architekten wird die Sanierung eines Fachwerkhaus“ beispielhaft dargestellt. In dem Haus sollen Produktinformationstage, Schulungen und Weiterbildung angeboten werden sowie Ausstellungen von Herstellern und Handwerksbetrieben. Das Energieeffizienzhaus ist ein einzigartigartiges Projekt, welches schon heute beachtliches Interesse zur Nachahmung für ganz Hessen findet.

Gäste und für uns. Wirtschaftsfaktor Tourismus Nicht zuletzt durch die auf den Tourismusmärkten äußerst umtriebige Tourist-Information des Tourismuszweckverbandes konnten im Jahr 2009 für den Zweckverband 121.592 Gästeübernachtungen

sich: Der Tourismus ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Kommune geworden. Stärken und Schwächen: Was ist zu tun? Natur und Aktivtourismus in unserer Seen- und Berglandschaft und Kulturtourismus in unseren attraktiven Fachwerkorten ist die Basis unseres Potenzials. So konnten Premiumwanderwege klassifiziert, das Wasserwandern ausgebaut, das Radwegenetz perfektioniert und Stadtführungen mit insgesamt 6559 Teilnehmern durchgeführt werden. Neben der dringend notwendigen weiteren Profilierung dieser Tourismuszweige ist es aber auch nötig, vor allem unsere Schwächen abzubauen. Stichworte wie Erlebnisgastronomie, Wellnesshotel bzw. Wohlfühlhotel im Grünen, Frühstükks-Pension im Fachwerkhaus, Werrauferweg, Verzahnung Stadt und Fluss, Akzentuierung des Elements Wasser, Identifikation der Eschweger mit dem Tourismus usw. stehen für die vor uns liegenden Aufgaben. Veranstaltung Eine mit allen Interessierten und Betroffenen abgestimmte stringente Konzeptentwicklung mit finanzierbarem Maßnahmenplan wollen wir mit Ihnen gemeinsam besprechen und entwickeln. Dazu werden wir in naher Zukunft eine Veranstaltung durchführen, wozu wir Sie schon jetzt herzlich einladen wollen. Ort und Termin werden noch bekannt gegeben. Wenn Sie aber schon jetzt Interesse haben, sich mit uns in Verbindung zu setzen, wenden Sie sich bitte an: Stefan Fiege, Blauer Steinweg 19 in Eschwege, Tel.: 70936 oder <fiege.st.@web.de>.

Im Botanischen Garten ist ein Gedenkstein enthüllt worden, der an den Besuch ehemaliger Eschweger Bürger jüdischen Glaubens erinnert, die vor dem Holocaust geflüchtet sind. Der damalige Bürgermeister Jürgen Zick empfing 1989 eine Delegation in der „Alten Heimat“. Zum Gedenken an den Besuch wurde damals eine Atlaszeder gepflanzt als Symbol für die Dauerhaftigkeit des gegenseitigen Verständnisses, der Toleranz und des friedlichen Miteinanders. Der Vize-

präsident des Hessischen Landtags, Lothar Quanz, ermöglichte als Schirmherr für die Legung des Gedenksteins die Inschrift und der Steinmetzbetrieb Hubert Becker stiftete den Stein. Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Reyer freute sich, dass aus dem kleinen Bäumchen inzwischen ein stattlicher Baum geworden ist. „Es ist eine schöne Gelegenheit den Eschwegern ihren Botanischen Garten wieder ein Stück näher zu bringen“ sagte Vorstandsmitglied Petra Strauß.

Ob generationenübergreifender Aktivpark oder Generationenpark, Garten der Generationen oder Seniorenfitnessplatz - alle sind ein Ort der Gesundheit. Petra Strauß lacht ein bisschen und sagt, dass es „im Endeffekt ja auch egal“ sei, wie man das Ganze nenne. Die Idee, einen für alle Bürger frei zugänglichen Vitalparcour im Botanischen Garten zu errichten, ist jedenfalls nicht neu. Das Aufstellen von Gesundheitsgeräten an frischer Luft ist ein sinnvoller Beitrag zur Neuorientierung der städtischen Seniorenpolitik. Eigentich kommt die Idee aus China, wo in fast allen öffentlichen Parks Edelstahlkonstruktionen stehen, auf denen nicht Kinder, sondern Erwachsene, vor allem im höheren Alter, Turnübungen machen. „Sie sehen so glücklich aus, die turnenden Senioren auf ihren Edelstahlgeräten“, berichtet Karl-Heinz Reyer, Vorsitzender des Förderkreises Botanischer Garten. Eine kleine Delegation jung gebliebener Senioren machte sich sogleich zum Selbsttest auf den Weg in den Kurpark von Bad Hersfeld und fand die Idee von der „OutdoorFitness“ prompt so gut, dass sich daraus ein konkretes Projekt für 2011 entwickelt hat. Die Firma Play-Fit hat sich die Geräte für Deutschland patentieren

lassen und sie ergonomisch an das Maß eines Mitteleuropäers angepasst. Beintrainer und Rückentrainer, aber auch Gleichgewichtstrainer aus schön geformtem Edelstahl fand Ilona Pfetzing beim Test besonders gut und schwärmt seitdem vom sanften Training an frischer Luft zur

Steigerung der Lebensfreude und Vitalität. Petra Strauß kann sich die Sportgeräte wunderbar im Botanischen Garten vorstellen. „Damit könnte der Förderverein eine weitere Attraktion im Park der Begegnung für viele Menschen anbieten“.

INeuer Trend aus China bald auch im Botanischen Garten? Edelstahlgeräte trainieren die Fitness unserer jung gebliebenen Senioren.


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KARL

MARKUS

JÖRG

BRIGITTE

HARTEBRODT

MEIER

ALEXANDER

NIKOLAOS

MATTHIAS

DR. MARITA

MONTAG

FEIERTAG

WENDEROTH

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CLAUS

PESLIS

JÖRG

GABRIELE

PETRA

BERTHOLD

MARTIN

CHRISTINA

HEIDI

ACHIM

JOSUA

HERMANN

HEINZ

Wir wünschen allen Eschwegerinnen und Eschwegern Gesundheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr 2011!

KRONEBERGER

IHRE KANDIDATEN FÜR DIE

IN ESCHWEG

STRAUSS

GROSSE

OTT

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KNIESE

DIEGEL

STIEDE

HORCHE

STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG

VERONIKA

STEFAN

RAMIZ

ALFRED

MANFRED

KARIN

DR. DIETER

BOCENA-RENATA

ILONA

MARC

LUTZ

PETER

NORBERT

JÜRGEN

WOCH

ARIFI

PFETZING

FIEGE

HECKMANN

MÜLLER

FLORCZAK

GREBENSTEIN

SCHAUB

SCHNEIDER

KROHN

SCHRÖDER

WOLF

BARTHOLOMÄUS

KEPA

KRUM


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Aus Kindergärten werden Familienzentren

Kulturfreundliches Eschwege

Eschwege familien- und seniorenfreundlich gestalten

Kreatives Engagement und attraktives Angebot: Bilanz und Chancen

Wir werden älter und wir werden weniger! Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten, aber wir können sie beeinflussen. Durch eine attraktive soziale und kulturelle Infrastruktur binden wir Familien mit Kindern an Eschwege und ermöglichen Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben zu führen. Familien- und Seniorenfreundlichkeit ist ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Sie führt zu einer besseren Balance zwischen Familie und Arbeitswelt, ermöglicht Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf, wirkt dem Fachkräftemangel entgegen, verschafft Unternehmen Wettbewerbsvorteile und bringt neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich Für ausreichende und gute Angebote der Kinderbetreuung werden wir gemeinsam mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen bis 2013 das Angebot für Kinder unter drei Jahren soweit ausbauen, dass der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erfüllt werden kann und frühkindliche Bildung mit spielerischem und entdeckendem Lernen systematisch gefördert wird. Auch an der nachfrageorientierten Erweiterung der Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter werden wir uns gemeinsam mit dem Kreis beteiligen. Ein Betreuungsund Förderangebot an den Eschweger Grundschulen bis 16.15 Uhr sollte zum Standard werden. Zudem gilt es ein verlässliches Betreuungsangebot für (Grund-)Schulkinder auch in den Ferien sicherzustellen. Durch vielfältige Veränderungen in den Familienkonstellationen und in der Arbeitswelt benötigen Fami-

lien heute vermehrt Beratung und Hilfe, um ihre Erziehungsaufgaben wahrnehmen und Kindern gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können. Deshalb werden wir die Kindertageseinrichtungen dabei unterstützen, sich zu Familienzentren mit Bildungs- und Beratungsangeboten weiter zu entwickeln und zu generationsübergreifenden Treffpunkten zu werden. Darüber hinaus sind der Soziale Stadtteilladen auf dem Heuberg und die Ev. Familienbildungsstätte – Mehrgenerationenhaus mit ihren vielfältigen Angeboten unbedingt weiter zu fördern. Dank des großen Engagements der Vereine und Verbände im musischen, sportlichen und kulturellen Bereich, der Aktivitäten von Open Flair, dem Jungen Theater und des Kreisjugendringes sowie der Arbeit der kommunalen Jugendförderung verfügt Eschwege über ein vielfältiges Freizeit- und Bildungsangebot. Es fördert Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung, hilft soziale Benachteiligungen abzubauen und schützt vor gefährdenden Einflüssen. Die städtische Unterstützung durch die Bereitstellung von Räumen, Gewährung finanzieller Zuschüsse und Beschäftigung pädagogischer Fachkräfte soll trotz angespannter Haushaltssituation beibehalten werden. Die Mitsprachmöglichkeiten von Jugendlichen und von Senioren sind durch frühzeitige Beteiligung an sie betreffenden Planungen insbesondere über Jugend- und Seniorenforen zu gewährleisten. Sichere und barrierefreie Fuß- und Radwege in der Stadt und zwischen den Stadtteilen, attraktive Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten auf Stra-

Kinder sind unsere Zukunft. Die SPD unterstützt Kitas auf ihrem Weg zu Familienzentren mit umfassenden Bildungs- und Beratungsangeboten.

ßen und Plätzen müssen dabei ebenso Gegenstand von Planung und Beteiligung sein wie die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der offenne Kinder- und Jugendarbeit oder der offenen Altenhilfe. Ältere Menschen können in Eschwege an einer Vielzahl von Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und gesundheitsfördernden Angeboten teilnehmen. Aktivität im Alter bei der VHS, der Familienbildungsstätte-Mehrgenerationenhaus, den Kirchengemeinden, Sportund Gesangsvereinen, Wohlfahrtsverbänden regt geistig an, fördert Wohlbefinden und Selbständigkeit und die Teilhabe der Senioren am gesellschaftlichen Leben. Diese

Angebotsvielfalt gilt es zukünftig zu sichern und durch generationsübergreifende Projekte auszubauen. Aktiv im Alter heißt auch, Wissen und Erfahrung älterer Menschen gezielt zu nutzen und sie für die freiwillige Mitarbeit in Schulen, Büchereien und Kindertagesstätten zu gewinnen. Für Familien mit Kindern und für die wachsende Zahl der Senioren benötigen wir in der Kernstadt modernen, barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum und ein attraktives Wohnumfeld. Im Rahmen des Programms Stadtumbau West sind Pilotprojekte zum Ausund Umbau von seniorengerechten Wohnungen und von generations-

Rabatt satt

Neue Familienkarte ist da

Ausgestrahlt AsF beim Anti-Castor-Aktionstag Anfang November rollte wieder der Castor Richtung Gorleben. Auch nach Lubmin in MecklenburgVorpommern sind Transporte von atomarem Giftmüll gelaufen. Eine der möglichen Durchgangsstrecken beim Castortransport führt über Bebra, Bad-Sooden-Allendorf und Eschwege auch durch den Werra-Meißner-Kreis. Mit einem Proteststand informier-

te die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) am bundesweiten CastorstreckenAktionstag am Bahnhof der Badestadt die Passanten über die Gefahren der Atom-Transporte. „Wir möchten zeigen, dass der Ausstieg aus der Atomenergie kurzfristig möglich ist“, erklärte die AsF-Unterbezirksvorsitzende Nicole Demmer.

Impressum Verantwortlich im Sinne des Presserechts: SPD-Ortsverein Eschwege Redaktionsteam: Berthold Diegel, Reiner Brill, Alexander Feiertag, Stefan Fiege, Jörg Heinz, Ilona Pfetzing, Lothar Quanz, Lutz Schaub, Petra Strauß, Veronika Woch. Layout: Alexander Feiertag, Stefan Fiege, Jörg Heinz Auflage: 11.000 Stück Verteilung: Haushaltsdeckend durch SPD Ortsvereinsmitglieder in Eschwege und Ortsteilen

So sieht sie aus, die Familienkarte für das Jahr 2011, die ab sofort im Eschweger Rathaus für nur 5 Euro zu kaufen ist. Vorausgesetzt Sie haben mindestens ein Kind unter 18 Jahren und sind mit Wohnort im Werra-Meißner-Kreis gemeldet. Petra Strauß, Sprecherin der Arbeitsgruppe und Bärbel SaurRost, Ansprechpartnerin im Rathaus können sich besonders freuen, denn so Petra Strauß: „Es ist uns mal wieder gelungen, zu den bereits bestehenden Angeboten, weitere Topp Partner zu finden.“ Neu hinzugekommen sind der Kletterpark auf dem Leuchtberg, das Kegelcenter Bailando, „Kleines Glück“, Geschenke für Groß und Klein und der Friseursalon Harmonie.

Das Angebot für die Besitzer der Familienkarte 2011 konnte damit nochmals verbessert werden. Bei 45 Partnern können die Kartenbesitzer günstiger einkaufen oder andere Vergünstigungen nutzen. Von Essen und Trinken über Freizeit und Bildung bis hin zu Gesundheit, Sport und Wellness ist mit Sicherheit für Jeden etwas dabei. Wie immer bekommen Verein, Verbände und Institutionen aus dem Werra-Meißner-Kreis die Möglichkeit eines Sonderrabatts, der bis zum 28. Februar gewährt wird. „Die Eschweger Familienkarte hat 45 starke Partner und wir sind über die Unterstützung sehr froh. Eschwege ist eine familienfreundliche Stadt“ bedankt sich Petra Strauß bei allen Beteiligten.

übergreifenden Wohnformen zu entwickeln und umzusetzen. Mit dem städtischenProgramm „Bauen im Bestand“ soll besonders jungen Familien ein finanzieller Anreiz gewährt werden für den Um- und Ausbau von historischen (Fachwerk-)Häusern In den Stadtteilen und in den Quartieren der Kernstadt muss ein Mix aus professionellen, semiprofessionellen und ehrenamtlichen Hilfs- und Unterstützungssystemen entstehen, der es alten Menschen ermöglicht, sehr lange in ihrer eigenen Wohnung und vertrauten Umgebung zu verbleiben. Städtische Seniorenpolitik muss hier initiierend und koordinierend wirken.

Was ist eigentlich Politik? Der kleine Felix möchte von seinem Vater wissen, was Politik ist. Der Vater meint: "Das kann ich dir erklären. Nehmen wir zum Beispiel unsere Familie. Ich bringe das Geld nach hause, also nennen wir mich Kapitalismus. Deine Mutter verwaltet das Geld, also nennen wir sie Regierung. Wir beide kümmern uns fast ausschließlich um dein Wohl, also bist du das Volk. Unser Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse und deine kleine Schwester, die noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft. Hast du das verstanden?" Der Sohn ist sich nicht ganz sicher und möchte erst einmal darüber schlafen. In der Nacht wacht er auf, weil seine kleine Schwester in die Windeln gemacht hat und nun schreit. Er steht auf und klopft an die elterlicheSchlafzimmertür, doch seine Mutter liegt im Tiefschlaf und lässt sich nicht wecken. Also geht er zum Dienstmädchen und findet es mit seinem Vater im Bett. Doch auf sein mehrmaliges Klopfen hin lassen die beidensich nicht stören. So geht er wieder ins Bett und schläft weiter. Am nächsten Morgen fragt ihn sein Vater, ober nun wisse, was Politik sei und ob er es mit seinen eigenen Worten erklären könne. Felix antwortet: „Ja, jetzt weiß ich es. Der Kapitalismus missbraucht die Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volkwird total ignoriert und die Zukunft ist voll Scheiße!"

Das kulturelle Angebot prägt das Gesicht einer Stadt. Als „weicher“ Standortfaktor trägt es zur Imagebildung einer kreativen und lebendigen Kommune nach innen wie nach außen bei. Vielfältige kulturelle Aktivitäten Als herausragendes kulturelles Erfolgsprojekt Eschweges hat sich das Open Flair-Festival herauskristallisiert und bundesweit etabliert. Bis zu 20.000 Besucher besuchen jährlich das Festivalgelände und tragen den Namen Eschwege in alle Welt hinaus. Werdchen, Wasserbühne am Werratalsee, E-Werk und Schlosspark liefern den Rahmen für Rockmusik und Kleinkunst auf fünf Bühnen an vier Tagen im August. Fast ausschließlich von Ehrenamtlichen organisiert, blickt es auf eine 26-jährige Tradition zurück. Entscheidend belebt wurde die Eschweger Kulturszene durch den Umbau des alten E-Werks in ein Kulturzentrum. Aus einer nicht mehr benötigten Industriebrache wurde ein Kulturtreff, der nicht nur fast allen Eschweger Kulturinitiativen eine Heimat gibt – 16 Vereine haben sich zur Kulturfabrik e.V. zusammengeschlossen - sondern auch mit einem hoch attraktiven Veranstaltungssaal (bis 250 Besucher) ein attraktives umfangreiches Programm ermöglicht, das von unterschiedlichen Initiativen gestaltet wird: Kleinkunstreihe des Open Flairs, das Junge Theater, der Eschweger Jazzclub. der Kunstverein, sowie der Verein Schlüsselblume mit seinen Poetry Slams. Nicht zu vergessen ist der Kulturbund, der die klassischen Geschmäcker der eher konservativen Bühnenliebhaber erfolgreich bedienen konnte. Auf dem Heuberg hat sich mit dem Verein Cultura eine Kulturiniti-

ative etabliert, die Veranstaltungen präsentiert, die in erster Linie der Integration dienen sollen. Auch die Gesangvereine bzw. die Ensembles der Kantorei leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlich-kulturellen Leben Eschweges. Einen weiteren Pol kulturellen Lebens stellt der Schulberg dar: Die Volkshochschule mit ihren 140 Kursen zur Weiterbildung und die Musikschule, die für 1200 Schüler Unterricht ermöglicht und sich darüber hinaus als Veranstalter betätigt. Auch das Stadtmuseum befindet sich in direkter Nachbarschaft: 1000 Jahre Stadtgeschichte werden hier nähergebracht. Der angrenzende Sophiengarten ermöglicht ein Besinnen und Reflektieren des Gesehenen. Das liebenswerte Zinnfigurenkabinett und weitere ausstellungswürdige Exponate, so z.B. eine völlig erhaltene Apotheke aus den 20erJahren des vorigen Jahrhunderts, runden das Angebot in der Stadt ab. Radio-Bücher-Stadtfeste-Events Mit dem auch im E-Werk untergebrachten „Rundfunk Meißner“ (RFM) verfügt Eschwege über einen eigenen lokalen Radiosender. RFM bietet die Möglichkeit, Themen und Ereignisse im Sendegebiet öffentlich zu machen. Die Chancen dieses Mediums, werden aber noch zu wenig wahr genommen. Eine bestens sortierte Stadtbibliothek in der alten Schlossmühle (mit Außenstelle in der Anne-FrankSchule) mit insgesamt 43.000 Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs etc.) steht den BürgerInnen zur Verfügung. Die bunten Aktivitäten des Stadtmarketings wie Wurstfest, Oldtimertreffen, Hüttenzauber und Sterntalermarkt sind im Eschweger Kalender feste Größen und locken

Welche Vorstellungen haben Sie, wenn Sie an die Eschweger Kulturlandschaft denken? Wo gibt es Entwicklungs- und Verbesserungsbedarf? Haben Sie Vorschläge?

stets eine Vielzahl von Besuchern in die Innenstadt. Die Puppentage sind jedes Jahr im November Höhepunkt für Puppenliebhaber aus ganz Deutschland. Im regen freundschaftlichen Austausch mit den Partnerstädten

Regen, Mühlhausen und St. Mande stellt das alle zwei Jahre stattfindende „kommunale Olympia“ ein sportlich-unterhaltsames Highlight dar. Zum guten Schluss sei das vielleicht wichtigste kulturelle Ereignis des Jahres benannt: das Johannis-

fest, das durch Eschweger Schulen getragenes und in der Tradition der Stadt fest verankertes Heimatfest, das im Sommer Tausende von Besuchern nach Eschwege zieht. Insgesamt kann sich eine solch breite, bunte und attraktive Palette kultureller Angebote mehr als sehen lassen: Das kreative Eschwege lebt, ist aktiv und bindet ein! Defizite und Chancen: E-Werk, Stadthalle, Museum und Kino Seit 2003 gibt es in Eschwege ein Konzept, um die Museumslandschaft zu bündeln und attraktiver zu gestalten. Diese Überlegungen wollen in die Tat umgesetzt werden, auch um unser touristisches Profil zu schärfen. Mit der sanierten Stadthalle wird Eschwege bald wieder über einen Veranstaltungsort für ca. 600 Besucher verfügen. Ein Betreiberkonzept ist zu entwickeln, das sich in die Kulturlandschaft Eschweges einpasst, die technisch optimalen Bedingungen zu nutzen weiß und die Stadthalle zu einem Anziehungspunkt in der Region werden lässt. Die gut angenommenen Veranstaltungen im E-Werk zeigen Möglichkeiten einer Weiterentwicklung hin zu einem Leuchtturm in der Kleinkunstszene mit der Präsentation von noch bekannteren Künstlern. Das Angebot für Kinofreunde ist sehr überschaubar, anspruchsvollere Filme sind in Eschwege kaum zu sehen. Städtische Kulturförderung Die Stadt Eschwege unterstützt in 2011 die kulturellen Initiativen, Einrichtungen und Vereine mit 70.250 €. Nicht hierin enthalten sind Aufwändungen für das Stadtmarketing (50.000 €), das Stadtmuseum (6.000 €) und die Stadtbücherei (12.000 €) sowie die Kosten für die Organisation und die Durchführung des Johannisfestes.

Integration aktiv gestalten Aus der Rede des Vorsitzenden des Ausländerbeirats in der Stadtverordnetenversammlung Es wurden in 89 Kommunen und 2 Landkreisen in Hessen am 07. November die Ausländerbeiräte neu gewählt. In Eschwege leben zurzeit 777 (3,58%) Ausländerinnen und Ausländer. [...] Dem hinzuzufügen ist eine fast gleich große Anzahl von früheren Ausländern, die nun einen deutschen Pass haben. Die [...] Wahlbeteiligung ist um 3 auf 16,3 % gestiegen. [...] Wir sind richtig besorgt über das Problem der niedrigen Wahlbeteiligung. Was die Wahlbeteiligung betrifft, haben wir die Stadt Eschwege, im Vergleich zu anderen Gemeinden Hessens mit beachtlich großem Abstand den achten Platz belegen können. Ein differenzierter Blick auf die einzelnen Wahlergebnisse zeigt zudem deutlich, dass der Wille zur politischen Mitgestaltung der Nichtdeutschen nach wie vor hoch ist. Wir haben hart dafür gearbeitet und stets unser Bestens gegeben, um eine gute Wahlbeteiligung zu erreichen. Dies war auch ein Zeichen unserer Liebe zu Eschwege und dem Stolz, den wir unserer Stadt entgegenzubringen haben. [...] ich begrüße ganz besonders unsere neuen Mitglieder im Ausländerbeirat und wünsche Ihnen Erfolg und Glück in der uns bevorstehenden Arbeit in unserem Team.[...] Mit ihren Erfahrungen und ihrer Ent-

Der neue Ausländerbeirat (von links): Hend Claus, Edina Hippe, Mine Calikoglu, Valerie Lillmann, Ramiz Arifi, Grygoriy Frenkel, Evelina Tolpina. Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag gratuliert zur Wahl.

schlossenheit können wir in Zukunft sicherlich mehr erreichen. Unser Team repräsentiert sieben verschiedene Kulturen. [...] Zudem werden durch uns sechsundsiebzig verschiedene Nationalitäten repräsentiert. Der Ausländerbeirat Eschwege hat eine wichtige Rolle in Eschwege und für den Werra-Meissner-Kreis, da er der einzige Ausländerbeirat ist.

Als Interessenvertretung der hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer sieht der Ausländerbeirat eine wesentliche Aufgabe darin, sich als Brückenbauer zwischen MigrantInnen und Deutschen zu fungieren. Konkrete Integrationsarbeit leistet er durch folgende Aktivitäten: Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten mit den Vereinen und

Verbänden auf Kreisebene, Sozialberatung und als Anlauf- und Beratungsstelle für alle ausländerrelevanten Fragen. [...] Wir nehmen an verschiedenen Informationsveranstaltungen teil, organisieren gemeinsam Feste und Veranstaltungen, die dem besseren Kennen lernen der Nationen untereinander dienen. Zudem kümmern wir uns um die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer verschiedener Integrationsprojekte, was ein wichtiger Teil im Rahmen unserer Bemühungen zur Integration der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist. Außerdem arbeiten wir mit Bildungseinrichtungen, Vereinen und Verbänden zusammen, um Probleme zu lösen und neue Konzepte zu erstellen. Schauen wir in die Zukunft, und diskutieren, wie wir es gemeinsam schaffen, Ausländer politisch, kulturell und vor allem sozial besser zu integrieren. Das alles geht nur gemeinsam. Unser Motto ist „Integration aktiv gestalten“. Wir glauben an Integration ohne Verlust der eigenen Identität. Integration bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Erforderlich ist dafür ein gemeinsames Grundverständnis. Dass die Integration nicht nur als eine Aufgabe von Zugewanderten betrachtet wird. Auch die Menschen ohne Migrationshintergrund müssen ihren Beitrag leisten. [...] Außerdem glauben wir an die Einigkeit in unserer Vielfalt: Verschiedene Kulturen fließen hier in Eschwege zusammen und münden in den großen Fluss der deutschen Kultur. Sie sind keine Gegenspieler. Die Ausländer in Eschwege fühlen sich allgemein gut. Viele sind gut integriert und Eschwege ist zu ihrer zweiten Heimat geworden.


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Kreisstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität Eschwege mit den Bürgern umweltfreundlich gestalten Von der internationalen Klimafront gibt es schon wieder wenig Erbauliches zu berichten: Im mexikanischen Cancun blieb der erhoffte Durchbruch zur Weltklimapolitik aus einem Guss weitgehend aus. So wurden die wesentlich notwendigen Vereinbarungen ein weiteres Mal verschoben. Die Hoffnungen gründen sich nun auf die Konferenz im nächsten Jahr in Südafrika. Dies ist Anlass genug, gemeinsam mit den Kommunen der Welt die Verantwortung anzunehmen und die klimapolitischen Anstrengungen auf der lokalen Ebene weiter voranzutreiben. Auch Eschwege muss weiterhin eine Vorbildrolle bei der notwendigen Energiewende übernehmen. Damit soll auch garantiert werden, sich von der marktbeherrschenden Stellung der auch auf Atomkraft setzenden Energiekonzerne unabhängiger zu machen, auch in Zukunft sozialverträgliche Energiekosten zu ermöglichen und zugleich Impulse für die regionale Wertschöpfung zu setzen und dem lokalen Handwerk den Ausbau zukunftsfähiger Geschäftsfelder zu ermöglichen. So wurden durch die SPD im Eschweger Stadtparlament wegweisende Beschlüsse zur klimaneutralen Stadt auf den Weg gebracht. Erste Erfolge dieser Bemühungen sind: 1. Die Realisierung eines Bürgersolarprojektes. Hier können klimaaktive Bürger und Bürgerinnen,

Verantwortung für Hamburg und Bremen? Wird sich die Landbrücke nach Dänemark noch halten? Oder müssen wir bald die Landkarte ändern?

denen keine geeigneten Dachflächen zur Verfügung stehen, bei garantierter Rendite in Photovoltaikanlagen investieren. 2. Die energetische Sanierung kommunaler Gebäude. So wurde im Rahmen des Konjunkturprogramms erfolgreich darauf gedrängt bei der der Neugestaltung von Kindergärten, Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäusern auf klimaverträgli-

che Gebäudewirtschaft zu setzen. 3. Die Konzeption und Verwirklichung eines Energie-Musterfachwerkhauses in der Innenstadt. Hier soll demonstriert werden, wie insbesondere der Altbaubestand unseres Stadtkerns kosten- und energieeffizient für eine qualitativ hochwertige Wohnraumnutzung gesichert werden kann. Dabei soll gezielt auf Kleinhausbesitzer zugegangen wer-

Wohnangebot verbreitern Bürgerversammlung im vollen Rathaussaal

Bürger mischen sich ein. Im vollen Rathaussal wurde die Entwicklungsstragie Wohnen engagiert dikutiert.

Rund 150 Bürgerinnen und Bürger konnte Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag unlängst im vollbesetzten Rathaussaal zur Bürgerversammlung begrüßen. Das spannende Thema „Entwikklungsstrategie Wohnen“ stand im Zentrum der Tagesordnung. Der Wohnungsmarkt in Eschwege ist, wie in vielen anderen Städten, von schwierigen Entwicklungstrends gekennzeichnet. Nachfragerückgängen, sichtbaren Leerständen und bereits einzelnen Abrissmaßnahen stehen gleichzeitig neue Anforderungen an die Qualitäten des Wohnungsangebots gegenüber, die sich unter anderem aus der zunehmenden Alterung der Bevölkerung oder auch dem Trend zu kleinen Haushalten ergeben. Mit der Erarbeitung der Entwikklungsstrategie Wohnen hat die Stadt im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West einen

Prozess gestartet, der der Anpassung des Wohnungsmarktes an die neuen Herausforderungen dienen soll. Für die Stadt Eschwege erstellt das Büro „akp Stadtplanung und Regionalentwicklung aus Kassel “ eine Entwicklungsstrategie vor dem Hintergrund einer aktuell und langfristig sinkenden Wohnungsnachfrage. Neben Experteninterviews und der Aufbereitung statistischer Daten bildete eine Um- und Zuzugsbefragung die Grundlage zur Analyse wichtiger Entwicklungstrends. Hieraus werden nicht nur Ziele und Strategien, sondern auch verschiedene Handlungsansätze abgeleitet und umgesetzt. Eschwege verfolgt das Ziel, gute Rahmenbedingungen für Wohnraum sowohl in hochwertigen als auch in preiswerten Marktsegmenten zu schaffen oder zu erhalten. Der Wohnungsmarkt soll langfristig in mög-

lichst vielen Teilmärkten Angebote vorhalten, um adäquat sowohl auf preis- als auch auf qualitätsoptimierende Um- bzw. Zuzugsbewegungen reagieren zu können. Die Aufwertung des Bestandes sichert Lebensqualität, Attraktivität, Mietniveau, Verbleib und Zuzug von Einwohnern. Die Bildung von Wohneigentum fördert die Stabilität von Wohnquartieren und erscheint daher aus wohnungs- wie stadtentwicklungspolitischer Sicht förderungswürdig. Hier gilt es insbesondere, über das klassische (eher auf große Haushalte und mittlere bis höhere Einkommen orientierte) Angebot hinaus eine größere Breite zu entwickeln, die z. B. auch dem Trend von 2-Personen-Haushalten zum Wohneigentum entspricht, der in der Befragung deutlich geworden ist. Eschwege hält die Annäherung des Wohnungsbestandes an die zurückgehende Bevölkerungszahl für erforderlich. Flächiger Rückbau ist unvermeidlich, er muss aber unterstützt und begleitet werden und soll kooperativ erfolgen. Neubauten sollen nur städtebaulich integriert zugelassen werden. Verstärkte Einbindung der Bevölkerung soll zu einer Attraktivierung und Stabilisierung der unterschiedlichen Wohnstandorte in Eschwege führen. Ein mögliches Instrument ist die Initiierung und Unterstützung lokaler Bürgervereine. Viele Anregungen der Besucher der Bürgerversammlung wurden aufgenommen und werden mit dem Gesamtkonzept abgeglichen und auch eingebracht. Darauf legte insbesondere der 1. Stadtrat und Stadtkämmerer reiner Brill großen Wert, der aber auch gleichzeitig an die finanzielle Situation der Kreisstadt erinnerte.

den, um deren Sanierungsbereitschaft zu erhöhen. 4. Die Formulierung eines umfassenden städtischen Klimakonzeptes, welches in ein kreisweites Maßnahmenprogramm einzubetten ist. Weiterhin planen die Stadtwerke eine Biogasanlage und beteiligen sich im Verbund mit anderen Stadtwerken an der Suche nach Standorten für Windkraftanlagen. Unabhän-

gig hiervon hat die Stadtverwaltung den Auftrag, auf städtischem Gebiet nach Standorten für Windkraftanlagen zu suchen und Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Hierbei soll auf angepasste Anlagengrößen zurückgegriffen und die Verträglichkeit mit dem Naturraum und dem Landschaftsbild beachtet werden. Auch der Betrieb einer Biogasanlage darf nicht mit einer durch Monokulturen geprägten Aue oder dem Verlust der Artenvielfalt einhergehen. Lange Transportwege der Energiepflanzen sind zu vermeiden, da sonst die stofflich-energetische Bilanz sich ins Negative verkehren kann. Die Stadtwerke sollen den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Umstellung auf eine energieeffiziente Straßenbeleuchtung vorantreiben. Darüber hinaus existieren Ideen zur Einrichtung eines lokalen Klimaschutzfonds und zur klimagerechten Stadtgrüngestaltung. Auch zu diesem umfassenden Themenkomplex wollen wir mit Ihnen zusammenkommen und diskutieren. Teilen Sie uns ihre Ideen und Vorstellungen mit. Eine Veranstaltung ist in Vorbereitung, Ort und Zeit wird noch bekannt gegeben. Sollten Sie weitere Fragen, Anregungen oder Kritik haben, wenden Sie sich bitte an Stefan Fiege, Blauer Steinweg 19, Tel.: 70936 oder eMail fiege.st@web.de. Wir freuen uns auf Sie.

Genug für alle da Kommentar von Lothar Quanz „Es ist genug für alle da“. So lautet das Motto der diesjährigen Aktion „Brot für die Welt“. Es macht deutlich, dass der Hunger in zahlreichen Regionen dieser Welt weniger lokale Ursachen hat, sondern vorrangig globale, die es zu lösen gilt: In vielen Ländern auf der nördlichen Seite des Äquators leben Viele – nicht Alle - im Überfluss, während Milliarden von Menschen gleichzeitig bittere Not leiden. Es ist für mich persönlich als Christ und Politiker unbestritten, dass es nicht nur eine Aufgabe der Kirchen ist, sich um eine gerechtere Verteilung der Nahrungsmittel auf der Erde zu kümmern. Es ist eine zutiefst politische Verantwortung, die Not, beginnend vor der eigenen Haustür, aber auch den Hunger in der Welt zu lindern. Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, dass der Hessische Landtag in diesem Jahr als Gastgeber der Auftaktveranstaltung die Aktion „Brot für die Welt“ unterstützen konnte. Es ist ein kleiner Beitrag, verglichen mit den fast 55 Millionen Euro, die die Aktion im Jahr 2009 gesammelt hat. Dennoch möchte ich es als Zeichen verstanden wissen, dass auch ein Landesparlament seinen Teil der globalen Verantwortung trägt. 1959 in Berlin gegründet, wirbt die von allen evangelischen Landesund Freikirchen getragene Aktion „Brot für die Welt“ Jahr für Jahr um Unterstützung der Kirchengemeinden, der Gesellschaft, der Politik. Mit großem Erfolg auch in Hessen: Millionen an Spenden sammeln unsere Kirchen, die an „Brot für die Welt“ weitergegeben werden. Dort ist das Geld gut aufgehoben. Denn „Brot für die Welt“ arbeitet in den Ländern des Südens eng mit lokalen Kirchen und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Sie

Lothar Quanz kennen die Situation vor Ort und wissen, was die Menschen brauchen. So können die Spender sicher sein, dass ihre Spende tatsächlich den Armen dieser Welt zu Gute kommt. Bäuerinnen und Bauern werden vor Ort unterstützt, ebenso Bildungseinrichtungen und Gesundheitsdienste. Ich begrüße es ausdrükklich, dass die Schwerpunkte der Projekte auf der Bildungsarbeit und der Hilfe zur Selbsthilfe liegen. Damit soll erreicht werden, dass die Menschen sich langfristig selbst versorgen können. Wir schaffen damit nicht nur die Voraussetzungen dafür, dass Zigtausende aus ihrer Abhängigkeit, aus ihrer Fremdbestimmung heraus kommen, dass sie ihr Leben selbst gestalten können. Wir geben ihnen damit auch ein Stück Würde zurück. Die Würde des Menschen zu schützen, ist nicht nur ein Auftrag, den uns unser Grundgesetz gibt, auch die MillenniumsZiele der Vereinten Nationen verpflichten uns, die Armut und den Hunger zu bekämpfen

Eschweger Echo Nr.13 / 2010  

Die Zeitung der Eschweger Sozialdemokraten

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