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Moderne Troubadour - Lyrik

Herwig STROBL 138 erotische Sonette Liebessonette bis laszive

108 Sonette in deutscher Sprache/ 26 englisch/ 4 gemischtsprachig

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Herwig STROBLs 138 erotische Sonette …

Poesie der vielen Seiten des geheimnisvollen Lebens rief ihn zu sprachlicher Reflexion und Bewältigung auf. Dass die Inhalte gefärbt sind mit Liebesfantasien, erotischen, sexuellen Gedanken, einer subkutanen menschlichen Triebfeder, macht sie zu erotischen Sonetten. Die 26 Sonette in englischer Sprache und die 4 gemischt-sprachigen erinnern an Strobls Übersetzungen von Shakepeare-Sonetten, die aber etwa 50 Jahre zurück liegen, aber seine Sprachkompetenz schärften. „Ideen sexfixierter alter Männer“ hat das eine katholische Bekannte des Autors genannt. Ein Rausch hat den inzwischen 73-Jährigen überwellt, sich den unzähligen Facetten des Eros in der heraus fordernden Form des Sonettes zu widmen. Er stieß dabei an seine eigenen Tabus, an Denk-Gefühls-Grenzen. Die sprachlich würdige Beschäftigung war ihm ein Anliegen. Er ist einigen Frauen dankbar, manchen nicht - für ganz konkrete Anregungen zu diversen Themen. Normalerweise kauft Poesie, kauft Gedichte kaum jemand in unsren Breiten. Herwig Strobl bietet hier seine delikaten Miniwerke an, freut sich, wenn er zu Lesungen geladen wird, auch mit seiner Musik und ev. mit erotischen Malereien von Brigitte Eckl, die einige seiner Sonette als Inspiration benützte für ganz faszinierende Monotypien.

Herwig STROBL geb. 24.12.1940, 22 J. HS-Lehrer, ab1982 freischaffender Musiker und Autor. Herwig STROBL herwigstrobl@tele2.at 00432.0664.4134038 Seite 2

www.herwigstrobl.at


Erotische

SONETTE

Als brächte Licht die Freude in die Welt deskriptive leichte verspielte Es gilt Gefühle zärtlich zu verschenken gefühlsaktive anregende unerhörte So einfach ist das Spiel der alten Welt lustvolle faszinierende zwischen jetzt und Unendlichkeit Bedürfnistiefe weit und breit hingegossene glühende fiebrig verführerische Musik verzaubert diese Stadt kesse rätselhafte reizende Sehnsuchtspool diverse erotisierend erotische Sonette

SONETTE Seite 3


Als br채chte Licht die Freude in die Welt

deskriptive leichte verspielte

SONETTE

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1. Sommerfest Als brächte Licht die Freude in die Welt, ein Sonnenfest, geträumte Blumenkeime, ein Sommerpark ins Mystiktal gestellt, für Stunden uns geschenkt zum Heime. Die Elfen planen Auftanz, Reigenspiele. man ist sich eins, genießt das Tun, und heitres Glück entfaltet bunte Fülle. beschaulich isst man und man pflegt zu ruhn. Musik, Gespräche mischen unsre Zeit mit Würze, Wärme, Lust und Wein. Mein Herz – von dir berührt – soll nun bereit zu Flug, zu Höhenflügen sein. Ein allegorisch Gleichnis war dies Fest und Ansporn für den großen Rest.

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2. Sonett für uns ( nach einem Fest in Hallein ) Gespräche flattern, bunte Vogelschar von Worten, hingesetzt mit Lachen gar. Der Abend Fremder raucht sich ein. Allmählich darf man heimisch sein. Und angenehm verweht Shalom die Scheu. Ein Tänzchen – alte Schritte neu – ein Fuchstanz heiter uns belebt, der Blut in Lippen, Wangen hebt. Ein Singsang schließt sich schließlich an. Wer nicht singt, hat auch Freude dran. Zu Lisas Tönen Herwigs Bratschenkuss, yeah: summertime – welch göttlicher Genuss! Es lehnen Seelen sich an Seelen, die Regennacht von Hallein zu erhellen.

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3. Sonett für Norwegen Des Himmels Helle zu beschreiben, das lichte Blau, der Wolken Pracht, die Kürze einer Sommernacht, wenn Winde Regenschauer treiben. Es wechseln stille Landschaftsteile, bewaldet hier, mit kargem Stein. Und Torf und mancher See mag sein. Dem Reisenden ist kurze Weile, ein Augenbad, Fest der Natur. Norwegens Sommer lädt dich ein. Genießen heißt´s und einfach sein. Von lautem Treiben keine Spur. ´s gibt Überfluss und keine Enge und Freundlichkeiten jede Menge.

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4. Sie ist ganz straight Sie ist ganz straight, unaufgeregt, legt ihren Stand und Abstand fest, betreffend was sie mag und pflegt für sich und überhaupt. Kein Test für bisschen sich berühren lassen, Gefühle anzutippen, zu empfinden. Sie ist gefasst, doch kaum zu fassen. Bloß eines nicht: sich trauen, binden. Vor lauter Klarheit ist sie Dunst und Schleier, eingesulzte Trauer, negiert den Hang zur Kunst. Sie will die Tiefe nicht, nicht Dauer. Treu ist sie sich, bleibt unverbindlich als großes No, Frau Unempfindlich.

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5.

Platz hinter dem Herzen

Es ist ein Platz hinter dem Herzen, Geheimnisraum für mich allein, wo niemand Zutritt hat. Nicht Scherzen, nicht deine Nähe lass ich ein. Der Ort ist ur, mein Selbstbestimmungsort, der mir nur, niemand sonst gehört; und dieses Eigensein trägt fort und hat nicht vor, dass es dich stört. Nichts ist dir weggenommen. Lass mir mein so kostbares Geheimnis ohne Teilung. Mit dir und andren möchte ich sein, jedoch allein am Ort der stillen Heilung. Hier bin ich klug und kräftig, schön, um dann aus mir hinaus zu gehen.

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6.

Aufs Rad geflochten

Es war, als hielte die Liebe zugleich auch Schmerz bereit. Je ärger man es triebe, man tut´s der Freud zuleid. Ein Corpus nutzt den zweiten, bis dass Ekstase ringt nach Luft, um sich zu weiten, bis keiner sich bedingt. Dann Abgrundsturz in Stille, Vergessen fängt uns auf. Wie bitte, Schöpfers Wille? Das nehmen wir in Kauf? Mit Dulden flicht und Tat das Leben uns aufs Rad.

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7. Eifersucht Die Jalousien herunter lassen, um Friedensruhe zu gewinnen. Die Eifersucht will nicht verblassen. Sie wütet außen, wirkt von innen. Wer selbst - als Opfer sich erkoren – den Wahnsinn toben lässt, macht andre und sich selbst zum Toren und hält an der Zerstörung fest. Wer eifert, nährt den Untergang, er baut sein eig´nes Labyrinth. Bis wir zur Liebe fähig sind, das dauert oft ein Leben lang. Wir wissen, dass die Eifersucht bloß Leid erschafft. Sie sei verflucht.

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Es gilt Gefühle zärtlich zu verschenken

gefühlsaktive anregende unerhörte

SONETTE

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8. Der allerletzte Blumenstrauß Am Tisch der allerletzte Strauß verliert der letzten Blüten Pracht. Dem Taglicht geht das Leuchten aus des Morgens und zur frühen Nacht. Ich schlürfe Bruckner, melanchol, dem Höhern hinergeben, der Düsteres erhellen soll und Fülle bringt ins Leben. Er senkt mit rauschendem Akkord sich ab in meine violette Seele. Motiv webt in Motiv sich fort und rollt heran als Welle. Hier Bruckner, da der Strauß. Der Schönheit Welt – bei mir zu Haus.

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9. Verschenken Wenn ich doch würde oder hätte… Es stünd´ das Herz in Loderflammen, wenn uns nicht Mittelmaß und nette Unzeitgenossen wären. Ja, mitsammen der Dämme Mauern stürzen, brechen. Die Seele beamt und sucht nach Licht, Erkenntnis, Wärme. Jetzt zu zechen, zu lieben und gebären ein Gedicht. Der Barrieren hart gebaute Schranken beschränken unsre wahre Dimension. Hinaus aus Enge, abzudanken heißt es von abgeschnittener Vision. Es gilt Gefühle zärtlich zu verschenken ans Selbst und aller innig zu gedenken.

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10. Geburtstagswunsch Was ist es, kärglicher Versuch, den Liebesmotor anzuwerfen: ein Blumenstrauß, ein feines Buch, Pralinen für die Nerven? Des Öles mangelt´s und der Schmiere. Er ruckelt, stottert und versagt. Mein Flug – da Höhe ich verliere – kann Absturz sein, wird drum vertagt. Mein Werk gesammelt´ Klagelieder, der Seufzersymphonie entlockt. Ich hass´ es andre anzuzwidern, ich, ein Entwurf, der sich verbockt. Was gibt es demnach groß zu feiern? Viel wär´s, nicht dumm herum zu eiern. :

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11. 24. Dezember 2012 Allein lieg ich im Doppelbett in dieser stillsten stillen Nacht nach einem Fest, das mehr als nett uns um zwei Stunden Schlaf gebracht. Ein Abend multiethnisch fein, mit Schweinsbratwurst und Kraut, viel Kümmel muss natürlich sein, damit man Kraut verdaut. Geschenk von ungetrübter Herzlichkeit, in Einssein Vielfalt, Kraft; auch das ist Friedensweihnachtszeit, die Wohlsein, Wärme schafft. Nun bin ich 72 volle Jahr´, geborgen in der Freunde Schar.

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12. Geheimnisvoll Geheimnisvoll ist der Moment, da Fleisch sich ineinander drängt und – sich vertrauend – meint, man kennt, was Lust braucht, nimmt und schenkt. Zwei Körper hacken wild entgegen in still getauschtem Sein. Man muss einander nur belegen. Nicht Stellung macht´s allein. Ist unser ird´nes Himmelreich verdeckt vom Alltag, seinem dumpfen Wort? Genossen sei es und beleckt. Gedanken fliegen auf und fort. Vereinigung bringt Frieden, Stille und Harmonie als Schöpfungswille.

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13. Strandgazellen Sie wandelten – zwei Grazien junger Lenze – dem Morgenlispeln unsres Strands entlang. Nichts fehlte, was den Schwung ergänze der Schritte Anmut leichten Gang. Kein Wunsch nach Männerwelt-full-service. Nichts keimte auf in ihren Blicken. Sie waren ohne Ziel und unnervös, ein wenig mir – gesteh´ ich – zum Entzücken. As much as I adore an op´ning flower, enjoying total ecstasy of sex-uniting, the laughter of a bird, the power that I do take from love and fighting. Ich kehre meine Wünsche still nach innen, mit jenen zweien gar nichts zu beginnen. Morgen am Strand von “Lonely Beach” ------- Cho chang, Thailand

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14. Du kommst, und alles klärt sich ohne Worte Du kommst, und alles klärt sich ohne Worte und Seele in den Arm genommen fühlst du dich. Mit dir, mein Liebster, schreit ich durch die Pforte, sagst du vertrauend. Still umfängst du mich. Vonnöten sind nicht 1000 Argumente, und dies wie das ist´s nicht, worum es geht. Ein tiefes Wissen stimmt uns für die Wende. Ein Stern, der über unsrem Wandern steht. Die Körper baden Frieden in der Ruh´, und du erspürst mit mir ein Kinderwesen. Gehalten bin ich, ist dein Du. Wir dürfen nun an uns genesen. Und Wunderhübsches ist geschenkt und offen, geliebt sind wir und von einand´ betroffen.

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15. The cosmos of love Love - when I think of you – has many aspects to develop. One world of worlds to pass through we try to understand, to cope. Our barriers are made by learning deep rooted deaf-dumb blindness. Beyond there´s light and yearning, creating warmth and ways of kindness. Our world is nourished just by giving. Of course we take - matter of fact. But simple taking hinders living a rounder cosmos. So let´s act. One world, one will, one love. Picasso knew: he drew the dove. After meeting Anthem from Hongkong

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16. Der matte Glanz im Seidenblick von Frauen Ich mag den Glanz, den matten Glanz im Seidenblick von Frauen, die in Abgrundlüsten sich verlieren und sich ergeben – Stück um Stück in angstbefreites und bewusstes Vegetieren. Die Hingabe an eigene Verlorenheit von prallem raunt sich, von erahntem Leben vor dem Tod, schon vor dem Tod der Zeit, vom Nehmen und Genommensein und Geben. Momente sind´s, Momente ungetrübter Absichtslosigkeit, ein Schwirren, Fliegen, seismisch´ Beben, ein großes Fallen und Gehaltensein, das frei von Wollen ist und Streben, frei von Konstrukt, Begrifflichkeit, nur Körperseele ist´s nun, unverstellt und rein.

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17. Aspekte fürs Sehnsuchtsvolle Was gäbe es – vom Glück geschlagen, vom Unglück blind erschreckt – zu klagen. Wer führt die Zügel meiner Bahn? Ich geb mich hin und schick mich an, mich selber zu vergessen, meine Kraft ins Dasein einzufädeln, denn hier schafft ein Höheres, das mich verbindet mit allem Sein, das sich in Wesen findet. Verwirrendes, genug von Menschen ausgestreut, liegt rum, gesehen, dennoch unbetreut erkannt von mir. Ich lass es liegen. Ein Sieg, wenn ich verzicht´ zu siegen. Des Dualismus weit gespannte Pole: Aspekte bloß fürs Sehnsuchtsvolle.

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18. Mein siebter Sinn Mein siebter Sinn leitet den Schritt, wer mir als Zugeführter kommt entgegen. Ich trag – Geschenk des Daseins – mit, was sich dann fügt auf neuen Wegen. Als sei ein eingepflanzter Stern in mir, dem ich getrost vertrauen mag. Er lenkt mich, fern und hier im Dämmer und am lichten Tag. In keiner Dumpfheit heißt es träumen, und Selbstvergessensein ist schädlich bloß. Und will ich nicht Verlust erleiden, muss manches ich, ja manche meiden, in Demut ernten, nichts versäumen. Dann fällt, was zukommt, in den Schoß.

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19. Tulpen Nun sind die Tulpen aufgegangen, ganz gänzlich und weit aufgesprungen. Ein Tag, so anders angefangen, gehört gehörig froh besungen. Die Sonne lacht ob Trauerband, das ich mir in die Seele wand und fordert mich: so schreit doch aus, wirf in die Welt dich munter raus und lächle: mindestens nur das?! und schlürfe, trinke Lebensspaß. Der Tulpen Leuchten reflektiert und lässt mich dein gedenken. Der Blüten Pracht rät ungeniert, uns uns und voll zu schenken.

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20. Abgespalt´nes Liebesabenteuer Das Werk war´s, das sie glücklich machte, das Dictum, seiner Worte Ductus, der ihrer Seele Glut entfachte. ´s war nicht des Dichters Kuss. Gemeint war sein Gedicht, das Strophenbild, Imago seines Wollens, nur der Abglanz. Sie war von Traum und Fantasie erfüllt, von Farben seiner Silben Tanz. Ein szenisch abgespalt´nes Liebesabenteuer hat für den Dichter sie kreiert. Ihm schien´s von Anfang ungeheuer, ja ungeheuerlich und inszeniert. Die wahre Liebe, ungeboren, blieb Schimäre. Er, täuschungsfrei, nahm ihren Trug als Lehre.

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21. Ein kosmisch-hormoneller Plan Ein kosmisch-hormoneller Plan, der Körper zueinander führt, Potenzial an Lust, kommt an darauf, wie es sich innen spürt und wie die äußeren Sensoren sich öffnen für den Höhenflug. Ein Schweben soll wie ungeboren sich bieten, Luft und Vogelzug. Im Fallenlassen und Vergessen – darinnen liegt ein heilsam Bild: dass viel gewonnen, nichts besessen, im Geben sich der Wunsch erfüllt. Wir fliegen hoch, und höh´re Sphären werden bereichern uns, verzehren.

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22. Herzenshort Nach manchem kleinen Bruder Tod, der ihn, den wahren, oft vorweg genommen, fühl ich mich schwächlich und marod, bin also noch nicht angekommen. Es trennt mich unsichtbar die Wand von jenem Zustand, der mich schreckt. Woher ich bisher Kräfte fand fürs Weitergehn, bleibt unentdeckt. Doch generell entpufft die Energie, versickert. Es verströmt mein Ich. Mein Herz, das anderen ich lieh, ist mutlos abgesackt und siech. Nähm doch ein tiefer Schlaf mich fort zu einem guten Herzenshort.

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23. Bedarf, Bedürftigkeit Ist es Bedarf, wenn wir bedürftig sind, jenseits davon und abgeseh´n, dass wir getrieben; schreit nicht in uns das arme Kind, beschützt, geliebt zu sein, weniger zu lieben? Geliebt zu sein, umhüllt beschützt zu werden – zentraler Antrieb, dass wir Sucher bleiben, bis es gelingt, dass wir uns erden, um nicht im Windspiel blind zu treiben. Das Ziel der Suche, so benannt als Sinn, dies fordert neu auf zu Beginn. Wir wissen´s – Strudel der Erkenntnis – alle: so stolpern wir von Fall zu Falle. Bis Ruhe einkehrt, tiefes Lachen, Zufrieden-Friede, nichts mehr wollen, machen.

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24. Wir fühlen innig Mein Körper ist geliehen nur, Geschenk, das ich dir weiter schenke. Ein Höheres geschieht. Bedenke das Jetzt, verwehte Spur. Entfesselt, ja von Fesseln frei; wir klingen – kosmischer Akkord – der singt sich seine Melodei tief drin im Herzen fort. Wir fühlen innig uns verschlungen, Moment, ein Zeitlosphänomen. Die Sehnsucht hat sich ausgeklungen. Es heißt nun auseinander gehen. Wir haben fühlend uns erfüllt: zwei Körperseelen als ein Bild..

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So einfach ist das Spiel der alten Welt

lustvolle zwischen jetzt und Unendlichkeit faszinierende

SONETTE

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25. Es So einfach ist das Spiel der alten Welt, und immer wieder fasziniert es neu. Selbst Wesen, die in sich gerollt und scheu, ergeben sich, wenn es gefällt. Ein Nähern ist´s, Ergebensein und auf den Grund des Seins gelangen, wo nicht mehr Mein zählt oder Dein. Gefangensein ist es, ein Haschen, Fangen, und dass man ablegt jedes Willensziel und Ego sich verliert. Die Endlichkeit löst sich dann auf im Einsgefühl und lässt uns fallen aus der Zeit. Ein Zustand, den die Liebe zeugt, ergibt sich, wenn wir ihm geneigt.

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26. Ein Lauern liegt in deinem Blick Ein Lauern liegt in deinem Blick nach – weißt schon, was ich mein. Du biegst dich, lehnst dich sanft zurück und willst genommen sein. Du saugst und küsst mein Lustvolumen zu praller Wundergröße hoch. In uns erklingt ein Innenbrummen, das steigert unsern Atem noch. Das Herz, vom Unterleib getrieben, vom Hirn geschaukelt zu Ekstase, sucht Vor- und jede Art von Lieben und Lusthochschaubahn nur zum Spaße. Ein Brunnen, Saft der ewig jungen Jugend, fragt nach Religio nicht, nach Alter oder Tugend.

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27. Unaufgeregte Lust Unaufgeregte Lust, ein Teich voll Ruhe und Beschaulichkeit und Tun, zugleich und nicht zugleich, ein Bad der Hingegossenheit. Die Körper, zwei Gefäße und ein All in hochgeschwung´ner Harmonie. Gesang und Hall und Widerhall und scheinbar Ende nie. Und über allem schrilles Stöhnen als Urlaut, ja aus Urlautgründen. Im Einverständnis ist Versöhnen in Kampfloskampfekstase aufzufinden. Bevor uns ideell geträumter Frieden begegnet, sei ein kleines Glück beschieden.

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28. Als ich sie treffe Als ich sie treffe in der Bar, lockt mich ihr Blick, ihr Lachen, ihr Hüftgang, ungestümes Haar und Wimpern, die sich lustig machen, die Glattheit, rutschfest, ignorieren. Aus ihr spricht Abgrund, brodelndes Verlangen, ein sprungbereites Sehnsucht-Gieren, nebst Hoffen, Angst und Bangen. All diese strebend wilden Triebe nehme ich wahr – trotz feinerer Fassade wie sie sich präsentiert. Und Liebe soll sein; sie wäre ohne sich zu schade. Ein stetes Wägen ist´s, ein Warten, Ringen, ein Kraftakt, stiller Kampf in Liebesdingen.

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29. Mir selbst bin ich der ärgste Feind Mir selbst bin ich der ärgste Feind, der sich betrügt, vernichten will. So habe ich mich nicht gemeint als Mister Hass und Overkill. Es trat ein Weib an mich heran, es leiert ähnliche Miseren und zieht mich rein als Mensch und Mann, begeilt, mit mir sich zu vermehren. Darinnen liegt ein Hund begraben: Sie hebt mich hoch und saugt mich leer. Sie schenkt mir Sex und sieben Gaben und macht mir ´s Leben schwer. Bedürftigkeit, sie ist der Trick, als Opfer-Täter-Falle-Fick.

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30. It is pure expectation It is pure expectation, dass man sich näher rückt, a trembling exploitation und sich am Du entzückt. The bodies are transporting die höchste aller Lüste. That´s why I do love-sporting wie Kuss von Land und Küste. And slavery is giving ein Bohren nach dem Sinn, high sense in nonsense-living. So war´s seit Anbeginn. This partner melting-love-style ist Spaß, macht jung und geil.

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31. Umgelegter Schalter Ist erst der Schalter umgelegt, läuft ein Programm nach Darwin ab. Dann ist der Plan hinweggefegt, den ich mir vorgenommen hab, der hieß: sei strukturiert und nett, kein Bündel brausender Gefühle. Gefragt ist jetzt mein Du im Bett, nicht die verhalt´ne Wesenskühle. Dass dies geht, andres funktionierte, Zentriertheit fordert beides und Balance. Der Hirnmensch und das zart Vertierte in uns, sich einzulassen ganz, ja, auf die Ganzheit kommt es an. Du ungebremst, in Fülle ich als Mann.

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32. Herzgesang Was spielen Containance und Würde und zehn Gebote für ´ne Rolle, wenn ich im Bett nicht meine Hürde abwerfen könnte, dürfen wolle. Der, der ich bin und der ich sein will, sind Licht und schwarz. Ich bin Kontraste. Am Lager ist das Wenig viel, das lässig Unverfasste. Kein Chef bin ich, bloß Leidenschaft; und nichts ist an mir Kunstfigur. Du liebst die Schwäche, meine Kraft, der Lenden Samt und Stöße nur. Kein äuß´rer Glanz und Titel Klang erweckt so wie mein Herzgesang.

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33. PICASSO Von Anfang an war er Vulkan, Mystik und Klarheit gleichermaßen. Ihm vorgezeichnet war sein Plan. Uns fällt es schwer, Picasso zu erfassen. Sein Strich, er reduziert zu Kinderstrichen; und dennoch bleibt komplexe Schau. Verspieltheit ist niemals gewichen, grundlässig blieb sein Tun, jedoch genau. Ein Stier war er, der geile, kühne Faun, Guernica, der Friedenstaube Licht, Ton, Farborgie war er, Gedicht – der Egoname, Mann der vielen Frau’n. Picasso schuf und prägte ein Jahrhundert, ein Wunder selbst, von anderen bewundert.

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34. Sonett für Rosi Wir lebten nie im Traum des Konjunktiv, im Sehnen einer ungestillten Leidenschaft, dass uns gemeinsames Konzept anrief, das Bahn sich bräche und Reales schafft. Nicht Hausbau war´s noch Kinderpflicht und nicht des Alltags Wust, der uns bedrückte. Wir hatten Eigenständigkeit und nie Verzicht, empfinden dankbar nun, dass vieles glückte. Nach all den Jahren ging ein Fenster auf und schenkte uns ein Quäntchen Stunden. War dieser deiner, war´s mein Lebenslauf, dass wir uns – nie besitzend – doch gefunden? Uns – Herz und Seele, Möglichkeit – gab´s immer, jenseits aller Zeit.

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35. Der sexte Sinn Der sexte Sinn ist Lust und Last zugleich, er treibt zum Abgrund mich, zum Weibe, verarmt mich, macht mich reich zulieb, zuleid dem eignen Leibe. Ein Nebelschleier dringt in tiefe Rinden des Hirns, und Dusel dämpft das Firmament von helleren Gedanken, die sich finden und finden ließen vor dem End´. Vermengt wird Lust und Lieb´ zuweilen, Moralmorast in Ideologiegebäuden des Hehren. Liebe schließt nicht geilen Sex aus, Sex nicht Liebesfreuden. Wenn beide ungezwungen sich verbinden, lässt Fülle sich und Einheit finden.

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36. Oft entscheidet die Sekunde Oft entscheidet die Sekunde, ein Moment, der erste Blick, um die tollste Kunigunde einzuangeln für mein Glück. Für das Glück von Illusionen oder für die Ewigkeit? Willst du nicht nur bei- mir wohnen, kauf ich dir ein rosa Kleid. Sollte sich gar mehr ergeben zwischen uns, ein and´rer Stern. Überrascht von raschem Leben sag zu mir: ich hab dich gern. Andre woll´n nur Bett und Tanz, du liebst anders, scheinbar ganz.

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37. A second to decide (English version of: Oft entscheidet..) It´s often but a second to decide, a moment´s point but or first glance that I speak: darling, do abide, my lady happiness at once. Fulfillment would it be, illusion or is it us, eternity? Would you enjoy our loving fusion I´d purchase you some jewellery. Or should we even melt in one, one shining planet, out and far? What a surprise, it has begun as you regarded me your star. Whilst others horny be and keen you love me totally to be seen.

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38. Trocken war sie Trocken war sie. Doch Bemühen um Erweckung tiefster Bilder ließ sie zu, genoss im Glühen Fantasie, je bunter, wilder. Auf dem Weg zur Vollentfaltung stellten sich jedoch Blockaden in den Fluss der Lustgestaltung, hinderten sie Hirn-Tiraden. Widerwille war in ihr, Widerstreit und Aufbegehren. Sexus, niedres Ziel, verzehren wollte er sie schier. Sie, die sie ihr eigner Feind, hatte Liebeshass vereint.

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39.

She was dry

She was dry. Yet her endeavour offered pictures deep and gay. She enjoyed as never ever fantasies to glow and play. On her path, by loos´ning brakes, she developed like a flower, grew in pleasing joy which shakes brain blockades, the hindering power. There was dislikes all inside, favouring this and that no doubt. Sex, her inner greed, what fight was it all about? Hatred, love, her very foe, contradiction made her so.

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40. Her game It was a game, to say: her game of motion, slow excitement, to let develop, not the same, but in a way the same to end. Him, who was meant to perpetrate her miracle, her well so deep. Her readiness was pleasing fate to be alert at sleep. Positions, offered in great store, aroused and calmed their sound. Both halting, waiting still for more, in wild harassment to be found. What trial – often tried again – in strong resistance to be slain.

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41. Old age Old age, a bitter one-way-street, does dim away my joyful hips and vigour. Battlefield, my sheet with beauties shared. Your lips that promised me sweet taste, to plunge deep into bodies holes. We gave each other, rich a waste and harvested some lovely souls. But now my days fall into dark sight nights. No bosoms do present. Shakespearian has vanished our lark that sang of love and of its end. My head, a beehive full of mess. My thoughts, like sperms, are getting less.

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42. Mary-go-round of love Yes, Mary takes me going round, an unpredict, most crazy trip through hours of night. I´m bound to gulp more than I sip. My brain gets soft, mellow my heart that raises, lifts us up, my dear. Life and perspectives – new a start – are getting shallow, hard to steer. Adventure leaving boundary-field, a homely place well known to us to plunge in, almost drown, yet yield, to drop from safety into fuss. Love-making can´t be made, produced. We think decisions cannot be seduced.

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43. Am Spielgrund Am Spielgrund findet Lustbarkeit als Schaukel statt und Körperspiel. Moral vergess´ ich und die Zeit, negiere Willkür und Kalkül. Des Alltags Grau ist ausgespart, und Wärme wallt ganz ungewöhnlich, die jedem wohl tut, der sich paart. Wie friedsam ist man und versöhnlich. Ein Friedenszustand ist es in Bewegung, der Hitze abgibt, Hitze schafft. Impulse fördern – Überlegung ist´s kaum – die Seelen-, Leibeskraft. Wer denkt, wenn er ganz hingegeben, an Zeugung und an neues Leben?

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44. Ekstase nach dem Rufe Die Liebe, schräges Missverständnis und Sex, der schlimmste schönster Tricks, erhöh´n, entrückt, mittels Bedrängnis und Himmelhölle größten Kicks. Momente nimm und wahren Frieden von Jenseits und Realitas, da Geist-Verwirrung uns beschieden zum Quantum-Quäntchen Spaß. Nur wer sich hingibt, hinzugeben weiß, kann tiefe Fühl-Empfindung haben. Allein, wir zahlen unsren Preis für alle Leibesliebesgaben. Ekstase, als des Jenseits Stufe, ist die Erhörung – nach dem Rufe.

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45. Lustvoll, unverkrampft Vornehm hältst du dich zurück, glühst bereits ekstatisch, öffnest mählich Stück um Stück. Weich bist du, empathisch. Vorstoß ist nicht deine Sache, tastest vorwärts katzensanft, hoffst, dass ich es für uns mache, lustvoll, unverkrampft. Bis die Pole sich ergänzen in der Einheit Weib und Mann, fliegen wir. Die Grenzen sind gelöscht sodann. Haben liegend uns gestellt in den Dienst der Liebeswelt.

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46. Männerschwäche An ihm erprobt sie Winkelzüge, verschenkt ihr Herz ein bisschen gar. Er fällt hinein auf seichte Lüge, fühlt sich von ihr geliebt fürwahr. Sie tändelt lässig, gibt ihm Leine, und sie genießt ihr Endlosspiel. Bloß Sicherheit gibt sie ihm keine; je weniger ist schon zu viel. Sie lässt sich gehen, ihn lässt sie sausen. Er torkelt blind im Labyrinth von Hoffnungsdings und flauen Flausen. Verfällt er deshalb in Absinth? Absinthspiel, Lügen, Labyrinth. Wie schwach doch Männer sind.

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47. Bisschen reizen Bisschen reizen, bisschen locken, Köder legen für die Fährte, mit der Lust der Männer zocken, weich erscheinen, aber Härte unbarmherzig auszuspielen. Männerfallen, Weibchentricks, und den Vortäusch-Nahgefühlen auf den Leim zu gehen. Glücksversprechung ist Schimäre, Rosstausch. Männer sind verführbar. Klappernde Megäre sich auf jedem Rossmarkt findt. Sieh die Kunst der holden Schönen, die sich suhlt in Flötentönen!

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Bed端rfnistiefe weit und breit

hingegossene gl端hende fiebrig verf端hrerische

SONETTE

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48. Deine Not Ist´s deine Not, die nach Behebung schreit, ekstatisch Zucken, das die Reibung sucht, Bedürfnistiefe weit und breit, noch nicht behoben, nicht verbucht? Ist´s Gott, ist es dein Tier in dir, dem deiner Sehnsucht Fackel glüht? Ist es die pure Fleischesgier, wenn sich Verstand und Geist entzieht? Ist es ein Höhenflug, der schönste Teil von wild gelebtem Übermut, der abwirft öde Langeweil? Am End´ verlischt die Glut. Sex – als ein Ausschnitt aller Fülle – Geschenk, wenn jenseits von Gewalt und Wille.

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49. Sie Die Silben, mit Gekreisch vermischt, der Worte brechende Kaskaden, aus tiefstem Born empor gefischt, einher geht Lust-Entladen. Sie brauchte mehr als einen Ritt, vergaß sich, völlig hingegossen. Sie liebte es, zu zwei´n, zu dritt, je mehr hat sie genossen. Als preschten alle Pferde los, als wäre sie nur Löcher, Galopp und harter Hiebe Stoß. Sie wollte noch und nöcher. Verlangen, Geifer schrie tief aus ihr, dem ungezügelt´ wilden Tier.

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50. Der Bart ist ab Der Bart ist ab, Beziehung fortgebrochen, ein Scherbenhaufen ohnegleichen. Was wollten – außer Nähe – wir erreichen? Wir haben uns ins Herz gestochen. Wo Sex so toll lief, hingegeben und neue Dimensionshochs uns versprach. Ich lieg allein. Den Dildo eben hast du dir eingeführt. Ich lach. Zu zweien schmeckt das Frühstück besser. Du rufst nicht an. Der Toast verglühte. Ob ich zum Suizid ein Küchenmesser, ein Seil um meinen Hals bemühte? Mein Schwanz hängt wie der Kopf mir braust. Ich fühl mich schlapp und unbehaust.

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51. Sie sagte NEIN. Sie sagte NEIN. Doch jede Fiber ihres Corpus stimmte zu und schrie nach LustvereinVereinigung und Gegenteil von Ruh. Ein Kampf, den sie pro forma focht. Sie wollte Hieb und Stich und Schwert in Scheide eingelocht und Haut und Haar und mich. Da war zuletzt ein Hingegebensein und urgrundtiefes Wühlen und innig´ Sein und Fühlen. Und jeder - wie gehabt – war dann allein. So etwa wie im All zwei Parallelen, die einen Stern als Ziel sich auserwählen.

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52. Markt der Gelüste Man hält am Markt der Fleischgelüste die Muschis feil, zusätzlich Brüste. Der Männer Aufstand und der Bräute Mysterienspiel für Fleisch und Häute. Ekstatisch wie zu Adams Zeiten, Evas Filet, das knusprig war, mehr als Versprechen, gänzlich bar die Frucht, den Cocktail zu bereiten. Ein Thema ohne Seitenthemen, Akkorde, aus dem All entlehnt, ein einz´ger Rausch und gebend´ Nehmen, nach dem sich Geist und Corpus sehnt. Entspannung. Jeder ist erfreut und hofft, dass niemand nichts bereut.

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53.

Pleasure, purest pleasure

Pleasure was it, purest pleasure that kept glowing thoroughly all her inner fire. Leisure, love, their merest luxury. Hips and breasts, what invitation, further down a cave of sin were beginning high vibration, him and her and out and in. Bodies - ready like one vessel for a journey into space sleeping soundly, now in wrestle, they complete their row and race. Chasing fight, love unification, on the road to radiation.

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54. Doing it It´s nicer doing it by two, it is arousing, more exciting as kisses ´gainst a mirror do produce illusion, mirror -fighting. Without a partner is embracing a grip for someone not existing. The bodies want all flesh and chasing since both enjoy the stick and sting. And every soul needs its reflection. Without a lover game and grey for singles it´s a jail of action. Instead of pleasure there´s decay. Love-making asks for answer, quest, without exhaustion there´s no rest.

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55.

Erotischer Input

Mein Inputquäntchen saug ich täglich, um Gusto-Geilheit zu garnieren. Erotics do I need - unsäglich und mehr zu inspirieren. Your tits that soft, der Muschi Saft await some fire motion. Was Lust sich an Ideen schafft, tut gut; it is my notion. Der Alltag wie die Allnacht will conspiracy and bodies´ light. Mal bist du wild, dann hältst du still. You like it dawn and night. Der Geist verlangt nach ecstacy, auch Haut und Herz genießen sie.

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56. Petra verführen Ja, Petra möchte ich verführen und ohne Balzgehabe haben für easy Tändelei, Berühren, verlockt von ihres Leibes Gaben. Ich weiß, sie würde quietschen, stöhnen und biegen sich als Liebespfand. Ein Karussell würde ertönen im Kopf, der unsre Lust erfand. Ein Bild hat er sich ausgedacht von heftig ausgelebter Brunft. Ich wünsch mir heute, diese Nacht soll sein unsre Zusammenkunft. Der Abenteuer kühnste Liebesspiele erquicken Leib und die Gefühle.

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57.

Die Hektik

Die Hektik überschlug sich ihrer Sinne. Die Hügel abzuküssen, sein Genuss. Sie wimmerte: ´Oh Mann, beginne und sättige mich Kuss um Kuss und Griff nach Haut- und Tastespiel. Wir tauchten ab in Sinnesrausch, als schössen Pferde übers Ziel. Ertranken wir im Säftetausch? Ist Schmerzkonsum ein Teil der Hatz und Stammeln, Laute ohne Satz, wenn Wollust durch die Grenzen stößt, bis alles sich und Spannung löst? Gelassenheit nach Gulasch-Phase, Entspannung kontrastiert Ekstase.

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58. Offen ist sie nun für ihn Offen ist sie nun für ihn. Die Idee betört, sein Ding, kosend lenkt sie Zunge hin, Busen schmilzt von Swing zu Swing. Warmes Nähern, sanftes Klatschen, Körper driften, Teil der Seelen, Spiele, Feuer, Tittentatschen, glatte Haut und heiße Stellen. Selbst bin ich wie Frauenmystik, Fluss, der uns auf Wellen trägt, Zwergenlust und Elfenglück, das sich in Kavernen legt. Liebestaten neu erfahren will ich noch in Zukunftsjahren.

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59. She is ready She is ready for his dick, likes idea and real thing, good embracing, nice a lick, bossom melting with his stick. Warmest slapping, gentle hitting, bodies drift as parts of souls, games with tits what verve in titting, smooth her skin, prolonged in holes. Lady mystery and myself when we float on joyful waves, playing dwarfs, of pleasure elfs, deep relax in grottoes, caves. Love in action, new experience, always new, now just like hence.

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Musik verzaubert diese Stadt

kesse r채tselhafte reizende

SONETTE

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60. Aperol-Zeitalter

Im Aperol-Zeitalter der VIP-Modernität floatet Tourismus-Vergnügen. Ein Boot tuckert in den Hafen spät. Die Ladys schwelgen in vollen Zügen. Triestens Hafenschläfrigkeit, Bilder vom tristen Afghanistan in der Empire-Galerie. Zeit hier, dort Zeit, und die weht mich dunkel an. Als würden Schattengesichte mich streifen, hängt mein Gemüt zwischen Welt und Welten. Dies nehm´ ich wahr, doch jenes begreifen, gelingt mir kaum bis äußerst selten. Ich schick meine Seele auf Reisen. Was sie berührt, es wird sich weisen.

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61. Fledermäuse Es kriecht die kesse Fledermaus voll Lust unter die Sparren, um sich mit Mister Fledermaus auf einem Tram zu paaren. Anschließend ist es angebracht zur Stadt zu promenieren. Musik verzaubert diese Nacht, und die gehört den Tieren. Ganz nah und unter jeder Haut pulst lustvolles Gestalten. Es liebt der Mann die Flederbraut auch wie es Menschen halten. Ein wenig Duft Zufriedensatt erfüllt die Schwingung unsrer Stadt.

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62. Männermythos Das Weib - und zwar als Phänomen wird Männern ewig Rätsel bleiben. Als Mann – will ich nicht untergehn – bin ich verdammt, mich zu beweiben. Sie weiß jedoch: der Mann ist schwach. Das Protzen und Erfolgsgetue raubt seine Kraft und kostet Ruhe. Sie hetzt ihn, gibt nicht nach. Ob es gelingt, dass er entkommt aus selbst erbautem Labyrinth? Er beugt sich, kuscht und tut, was frommt, verfällt in Arbeitswut, Absinth. Das männliche Geschlecht sei stark, ist Männermythos, purer Quark.

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63. Frauen, die nach Männern trachten Frauen, die nach Männern trachten, wissen um den Hipe der Macht, intuitiv vielleicht. Sie achten Regeln nicht und geben Sex statt acht. Jede Finte, trickreich Tricksen ist erlaubt, kein Kodex zählt, hat die Machtbesess´ne einen fixen Mann als Lustobjekt gewählt. Ist der Kampf erst ausgebrochen, wird Rivalin aus dem Feld geräumt, denn ausgestochen will nicht sein, wer Macht verfällt. Sieg ist Bruchwerk. Im Bereich der Macht wird man um den Spaß gebracht.

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64. Bibel klemmt sie zwischen Knie Bibel klemmt sie zwischen Knie, folglich muss sie Mangel leiden, sie bereit und er für sie, müssen Satisfaction meiden, Lust spontan, der Körper Irren; Sucher sind sie, unerfüllt, Sehnsuchtsträger, ungestillt und geplagt. Hormone sirren, Chaoswellen, Rausch von Sinnen, Hirnfunktion ist ausgehängt. Kein Zerfließen, kein Beginnen, wenn nicht Lendentanz beschenkt. Gut, dass nicht das Bibelbuch mich verdirbt mit einem Spruch.

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65. Ritter auf weißem Pferd Auf weißem Pferd sehnst mich herbei als Ritter, mit Palast im Himmelszelt, dass ich dein Traummann-Manntraum sei, dem nichts an Gut und Goldglanz fehlt. Und endlos magst du wünschen schier. Selbst wenn nicht ich, erfüllt die Dienerschaft all deine luft´gen Mädchenträume dir, Geschenke meines Urquells Kraft. Ein Fantasieprodukt sei ich, Phantom aus hell geträumten Märchentagen. Dein Fingerschnipsen ruft mich: komm herangesprengt, in Demut zu entsagen. Du findest mein Benehmen herb, wenn ich auf alles furze derb?

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66. Ergeben Ergeben lag sie, völlig brach, bereit mich einzulassen. Lustquartier gab sie und gab mir nach zum Ritt von da nach hier. Gequietsche, spielerisch Gequetsche der Regionen Fleisch. Bewegung ganz eng, dann bot sie weite Grätsche in wilder Ungestillt-Erregung. Der Körper Kampf verlangte sehr ein Ineinandgeschiebe, -drängen. Die Schwingung schwang sich mehr zu höchsten Obertongesängen. Nach Explo-Implosion und Supergau floss Friede als erlöster Stau.

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67. Dies Gezerre an der Wäsche Dies Gezerre an der Wäsche, Slip, BeHa und Unterhosen, es macht manche geile Fesche völlig, in geringen Dosen für die wirklich nahe Nähe unerreichbar, unzugänglich. Gottes Ehre in der Höhe sei direkt und unverfänglich. Männer lieben nicht Textil, wenn der Nahkampf einmal nah. Reite wild und halte still, schrei: jetzt bin ich da! Lust als Skala, Amplituden, es braucht Hengste, es braucht Stuten.

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68. Zölibatär Sie brüstete sich: „Könnte leben enthaltsam, fleischlos, zölibatär, von Männerwünschen einfach eben unangefochten, wär nicht schwer.“ Das Rittern wurde stiller um sie, in ihrem Bau trat Ruhe ein. Gefummel kann auch peinlich sein wie Sodom- oder Onanie. Das Alter nahm ihr die Erregung, Religio war nun ein Grund. Sie liebte morgens die Bewegung, allein mit ihrem Hund. Sie kam sich – siehe Argumente – geläutert vor und keusch am Ende.

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69. Alter ficht zuweilen an Alter ficht zuweilen an, schädigt Herz und den Verstand, Augen, Knie, den Kleinen Mann und auch sonst so allerhand. Prima Arzt stellt Diagnose, rät, was gut tut oder frommt, Sport empfiehlt er, denn Neurose kommt, wer selten kommt. Märchen sagt: sollst alles haben! Glück und Glanz, das spielt es nicht. Wünsche bleiben Liebesgaben wie zum Beispiel ein Gedicht. Alters ungeachtet gibt`s Musik, Poesie fürs Lebensglück.

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70. Scharf war er, sie esoterisch Scharf war er, sie esoterisch, Diskrepanz von Fleisch und Geist. Sie entschwebte himmel-hehrisch, Lieben reizte ihn zumeist, ganz konkret, Hautabenteuer, Körperauf-, -abreaktion. Innerseelisch glühte Feuer; das befriedigte sie schon. Einverständnis, Missverständnis, Wege, die sie unterschieden. Einssein war ihr Grundverhängnis, also hat man sich gemieden. Und als Welten ferner Welten ließen sie sich einfach gelten.

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71. Höchstes Glück, was willst du mehr? Neben – sag´n wir – liegt ein Kätzchen, hoffnungsvoll und lustbereit. Herz und Scherz hat dieses Schätzchen, und es liebt den Zeitvertreib, und es gibt sich hin der Muße, lässt sich gehen, und den Mann nimmt es – etwa wie beim Kusse – als ihr Menschenspielzeug an. Schmeichel mag der edle Beau, schenkt, genießt, befreit von Zwang. Wenn es beide einfach so sehen, macht es keinen bang. Nonchalant und laissez faire – Höchstes Glück. Was willst du mehr!

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72. Frau´n vermögen zu verletzen Frau´n vermögen zu verletzen, dass dem Manne Herze bricht und ihn in den Wahnsinn hetzen, bis er Ruh´ verliert, Gesicht und sein Schicksal arg ins Wanken, aus den Fugen ihm gerät. Nicht mehr kennt er seine Schranken oder erst, wenn es zu spät. Kein Tsunami kann so arg sein, keine Eruption so wild. Männer stürzen ins Alleinsein, Frau´n zerstören Welt und Bild. Doch auch mancher ganz normale Mann tut den Frau´n dergleichen an.

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73. Männerschwäche An ihm erprobt sie Winkelzüge, verschenkt ihr Herz ein bisschen gar. Er fällt hinein auf seichte Lüge, fühlt sich von ihr geliebt fürwahr. Sie tändelt lässig, gibt ihm Leine, und sie genießt ihr Endlosspiel. Bloß Sicherheit gibt sie ihm keine; je weniger ist schon zu viel. Sie lässt sich gehn, ihn lässt sie sausen. Er torkelt blind im Labyrinth von Hoffnungsdings und flauen Flausen. Verfällt er deshalb in Absinth? Absinthspiel, Lügen, Labyrinth. Wie schwach doch Männer sind.

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Sehnsuchtspool

diverse erotisierend erotische

SONETTE von Sommer 2013 bis April 2014

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74. Abgespalt´nes Liebesabenteuer Das Werk war´s, das sie glücklich machte, das Dictum, seiner Worte Ductus, der ihrer Seele Glut entfachte. ´s war nicht des Dichters Kuss. Gemeint war sein Gedicht, das Strophenbild, Imago seines Wollens, nur der Abglanz. Sie war von Traum und Fantasie erfüllt, von Farben seiner Silben Tanz. Ein szenisch abgespalt´nes Liebesabenteuer hat mit dem Dichter sie kreiert. Ihm schien´s von Anfang ungeheuer, ja ungeheuerlich und inszeniert. Die wahre Liebe, ungeboren, blieb Schimäre. Er, täuschungsfrei, nahm ihren Trug als Lehre.

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75. Ordnung ? Man ordnet dies und ein paar Sachen und weiß, es gäb´ noch mehr zu tun und Organisatorisches zu machen. Doch wo bleibt Lieben und zu ruhn? Der Alltag frisst uns und Gesetze, die klar und zwingend logisch sind, und das erklärt die Hektik-Hetze. Ich steh und staune wie ein Kind. Der Sehnsuchts-Pool scheint zu verdörren, und Leichtes sperrt sich, leicht zu sein. Die Welt ist rund. Sie zu vermehren – was bringt dem Weisen Stein um Stein? Nicht wird des Wissens Wesen überrundet. Dem Klügsten wird kein Atemhauch gestundet.

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76. Verschenken Wenn ich doch würde oder hätte… Es stünd´ das Herz in Loderflammen, wenn uns nicht Mittelmaß und nette Unzeitgenossen wären. Ja, mitsammen der Dämme Mauern stürzen, brechen. Die Seele beamt und sucht nach Licht, Erkenntnis, Wärme. Jetzt zu zechen, zu lieben und gebären ein Gedicht. Der Barrieren hart gebaute Schranken beschränken unsre wahre Dimension. Hinaus aus Enge, abzudanken heißt es von abgeschnittener Vision. Es gilt Gefühle zärtlich zu verschenken ans Selbst und aller innig zu gedenken.

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77. Deine Not? Ist´s deine Not, die nach Behebung schreit, ekstatisch Zucken, das die Reibung sucht, Bedürfnistiefe weit und breit, noch nicht behoben und verbucht? Ist´s Gott, ist es das Tier in dir, dem deiner Sehnsucht Fackel glüht? Ist es des puren Fleisches Gier, wenn sich Verstand und Geist entzieht? Ist es ein Höhenflug, der schönste Teil von wild gelebtem Übermut, der abwirft öde Langeweil? Am End´ verlischt die Glut. Sex – als ein Ausschnitt aller Fülle – und jenseits von Gewalt und Wille.

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78. It is pure expectation It is pure expectation, dass man sich näher rückt, a trembling exploitation und sich am Du entzückt. The bodies are transporting die höchste aller Lüste. That´s why I do love-sporting wie Kuss von Meer und Küste. And slavery is giving, ein Bohren nach dem Sinn, high sense in nonsense-living. So war´s seit Anbeginn. This partner melting-love-style ist Spaß, macht jung und geil.

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79. Frauen, die nach Männern trachten Frauen, die nach Männern trachten, wissen um den Hipe der Macht, intuitiv vielleicht. Sie achten Regeln nicht und geben Sex statt acht. Jede Finte, trickreich Tricksen ist erlaubt, kein Kodex zählt, hat die Machtbesess´ne einen fixen Mann als Lustobjekt gewählt. Ist der Kampf erst ausgebrochen, wird Rivalin aus dem Feld geräumt, denn ausgestochen will nicht sein, wer Macht verfällt. Sieg ist Bruchwerk. Im Bereich der Macht wird man um den Spaß gebracht.

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80. Pleasure, purest pleasure Pleasure was it, purest pleasure that kept glowing thoroughly all her inner fire. Leisure, love, their merest luxury. Hips and breasts, what invitation, further down a cave of sin were beginning high vibration, him and her and out and in. Bodies - ready like one vessel for a journey into space sleeping soundly, now in wrestle, they complete their row and race. Chasing fight, love unification, on the road to radiation.

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81. Her game It was a game, to say: her game of motion, slow excitement, to let develop, not the same, but in a way the same to end. Him, who was meant to perpetrate her miracle, her well so deep. Her readiness was pleasing fate to be alert at sleep. Positions, offered in great store, aroused and calmed their sound. Both halting, waiting still for more, in wild harassment to be found. What trial – often tried again – in strong resistance to be slain.

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82. Mary-go-round of love Yes, Mary takes me going round, an unpredict, most crazy trip through hours of night. I´m bound to gulp more than I sip. My brain gets soft, mellow my heart that raises, lifts us up, my dear. Life and perspectives – new a start – are getting shallow, hard to steer. Adventure leaving boundary-field, a homely place well known to us to plunge in, almost drown, yet yield, to drop from safety into fuss. Love-making can´t be made, produced. We think decisions cannot be seduced.

83. So gesehen bin ich treu Seite 91


Nun, da wir wissen, es geht nie, das Leben miteinand zu teilen, denn miteinander teilen – wie? – tat kurz nur gut. Doch mittlerweilen ist höhere Erkenntnis altem Wollen gewichen, der wir uns empfehlen. Zwang zwängt und zwingt, und dieses Sollen, das ins Korsett presst, quält die Seelen. In mir wuchs, dies nach schmerzhaftem Misslingen von Trennungen und scharfer Abgeschiedenheit: wir können, müssen uns nicht mehr bedingen, dann flösse Lebens-Leichtigkeit. Und so gesehen bin ich treu, und neue Freiheit macht mich neu.

84. She is ready Seite 92


She is ready for his dick, likes idea and real thing, good embracing, nice a lick, bossom melting with his stick. Warmest slapping, gentle hitting, bodies drift as parts of souls, games with tits what verve in titting, smooth her skin, prolonged on holes. Lady mystery and myself when we float on joyful waves, playing dwarfs, of pleasure elfs, deep relax in grottoes, caves. Love in action, new experience, Always new, now just like hence.

85. Lass dich ein Seite 93


Lass dich ein und lass dich gehen, gib dich ganz, vor allem hin. Liebe lieben, das macht Sinn, nur nicht in der Kälte stehn. Lass dich ein und lasse los, schießen lass die Zügel, reime munter Stoß auf Schoß, Freiheit, Frohmut, Flügel. Lass dich ein und lasse ab, denn das Trübsalblasen bringt nur Grau und schnell ins Grab. Fad ist´s unterm Rasen. Lass dich ein, dies Motto gilt mannigfach als Ziel und Bild.

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86. Body-soul insanity His prick of super-mega size, too big for eating up his thing. She thought let´s do it otherwise to play positions´ new a fling. She suffered while with pleasure sighed, he drank her hip-hop sound. She lifted up his man with might, her doorway eas´ly found. Their shaking dimmed their fucked-up brain, their vigour flew up high till both felt happy and insane as if they rolled in rye. This body-soul insanity had been, will always be.

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87. Geiler Bock und wilde Stute Geiler Bock und wilde Stute kreisen kosmisch nur um das: um Erfüllung, Loch und Rute, Glieder, Fleisch und Lust und Spaß. Wer sich gibt, erhält Geschenke, wer sich raushält, kaltet bald. Ich bin ich, doch dein gedenke ich, sonst werd ich rascher alt. Jeder Tag, mein neues Mühen, das auch Schönes in sich birgt. Und vergiss nicht, Innenglühen macht, dass Schönheit außen wirkt. Was wir geben, Lust und Leid Mitgestalter sind sie unsrer Zeit.

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88. More of the same More of the same, the same but more, variety, including colours rich and pleasures newer than before to stay, to move, to keep and switch. Love – as expressing it in flesh, its materialistic tool of soul being able to explore and to refresh, its parts would fit together as whole. If there´s no passion that does lift our gravity which burdens life, if we don´t practice slowness swift, if there´s no quietness or strife… We are condemned to steady change, to widen our chances, our range.

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89. Vom Selben mehr Vom Selben, aber deutlich mehr und farbenreiche Vielfalt noch dazu. Ich wünsche, Freuden strömten sehr im Jetzt, im Dann, bewegt in Ruh. Die Liebe – Fleisches spielerischer Platz, der Seele Material und Werkbank erobert und erfrischt. Welch´ Schatz! Zum Ganzen fügen sich die Teile. Dank, wenn Leidenschaft uns in die Lüfte hebt und Lebensschwere nimmt und Bürde. Langsames sei auch manchmal schnell gelebt, ist Friedenshort, jenseits von Hürde. Verdammt sind wir zu permanenter Weitung, zu Wechsel und Verinnerung, Vertiefung, -breitung.

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90. It´s her game It´s common game that carries us away to dark misfortune, sadness, mess. Not much from brightness of the day is saved, from power and prowess. We gamble, often tumble, fall into abysses, ill and bitter fate. In try´ng to gain the best of all we toil – what for? - till late. Awaiting new illusions, broken plans we shorten our lives – once clear, expecting lighter aspects, better hence, with brilliance and without frail and lesser fear. There are so many rotten traces lost. A centered path but leads to pleasures most.

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91. Frühling als ob der frühling weniger intensiv, weniger prall ohne dich wär´. ein traum bist du, der schief in meiner seele hängt und erdenschwer. mich mitzuteilen, da es dich nicht gibt. luftgedanken und betäubendes gefühl von nichts. ja, bin ich selbstverliebt. nein, bin´s nicht. unendlich kühl nehm ich die welt rings wahr. der sonnenaufgang ohne dich ist zwar die ödnis schlechthin, die mich hat. mein haar fällt aus. so treibe ich benommen. frühling hatte farben einst und sinn. Ach wüsste ich zu laufen, doch wohin.

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92. My heart My heart – as seeing the beggar girl – creats its pictures. Throbbing I feel deep sorrow for the pearl, the gipsy beauty. Life was robbing her chances right from her start. Now she´s complaining, begging air, a glance from humans not too hard which means the world and her. As people turn their backs, I see they would not share a bit, a bite of bread, their garden, tree of fruit. They do not care a shit. How will our world be saved as such if hearts to open is too much.

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93. Mein Herz Mein Herz, wenn ich das Romamädchen sehe, spürt ihren Schmerz. Erniedrigung beim Schnorren setzt sie sich aus. Du Schönheitsperle ferner Nähe, steckst in der Gosse noch, in die du reingeboren. Und chancenlos verlief dein Weg seither, den lachend du beklagst. Du streckst die Hand, die hohle Hand zum Betteln aus. Nur schwer ertrag den Blick der Menschen ich. Herz und Verstand, die bittre Welt wendet der Gipsy kalte Rücken zu. Warum denn eines andren Not erkennen? Brot, Wärme teilen, Geld und Ruh, der Bäume Früchte. Ach, ich könnte flennen. Wie können wir die Welt denn retten, wenn wir den Nächsten nicht in Liebe betten?

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94. LOVE That poems – even highest praise – cannot describe pure love which we do search or chase, in layers low above. The essence of is covered deep and fancy merely stays illusion, pictures – what a bleep – no corpus, only rays. Yet love is pushing us, we pray for, almost die. Love pleases, offers also fuss. Accept it or deny. The utmost strife is all about, it´s love, there is no doubt.

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95. I write the world I write the world of riddles still unsolved, adding new thoughts to old ideas, the world thought over and revolved, with laughter brightened, filled with tears. So many sperms are spilt and spread, creation being eager to explode. Most boundaries by will are made, a constant fight it is of yes or not. The world, a place of contradiction, is our challenge, trial, ground to play. We like it sound and without friction, for peace we long, eternal peace to stay. There´s steady movement and uncertainty, we ask forever: be or not to be.

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96. Beschreibend unsre Welt Beschreibend unsre Welt, so ungeklärt, füge ich neues Denken altem an, die Welt, gedachte Welt, erfährt ein helles Lachen, Tränen dann. Und Sperma mehrt sich, ausgestreut. die Schöpfung will sich vielmals klonen. Mit frischen Grenzen wird das Land vertäut, soll Dauerkampf die Lust belohnen? Voll Widerspruch und Brüchen ist die Welt, voll Sehnen nach dem ew´gen Spiel. Sie ist gesund, öfter jedoch zerspellt. Und über allem ist ein Friedensziel. Bewegung ist uns sicher wie Unsicherheit. Sein oder Nichtsein ist die Frage jeder Zeit.

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97. The colours of your heart Adventure is it telling you, yes, to reveal my inner zest that there is more to wish, to do than questioning my quest. Of answers I´m uncertain and I hesitate to open wide, believing that our egos blend and we give up to fight. What are the colours of your heart? You think that you would be a possibility, a chance from start to be accepted, seen to see? The colours of your heart are mild a gift from you, so great and wild.

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98. Dudu Was wissen wir, vom Wissen oft geblendet, verblendet, von der Welt erschreckt. Und Vieles – wissen wir – bleibt unvollendet, von dumpfem Ahnen zugedeckt. Du bist für mich die ungewisse Attraktion, der ich mich kaum zu nähern traue. Dass es dich gibt, ist wie geschenkter Lohn der Vollmondnacht, in die ich schaue. Sehnt sich mein Linnen schon nach dir, das langen Wartens traumermüdet sich keine Bilder malt vom Jetzt und Hier, nur vages Hoffen – fast vergessnes – hütet. Ich bin erstaunt von dir und angerührt und frage dich, was mich zu dir geführt.

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99. Du Schöne Du Schöne, schwarzes Gold aus Elfenbein, dein Anblick lässt die Sinne schwanken, du hebelst mich aus Alltags ruhigem Sein und nun bist du alleiniger Gedanken: Gazelle Toutou, sprungbereites Tier, das Ferne, Wärme, Liebestosen, ein Ganzes ahnen lässt im Hier. Ich möchte dich, vorerst dein Kosen als Vorgeschmack, dann mehr vom Mehr, das – mich umfangend – fraglos meint. Ich wünsche, dass mein Wünschen ungefähr nicht bleibt und sich mit deinem eint. Mein Sehnen, bisher still und unerfüllt, bestrahlt mein vages Glück, dein Bild.

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100. Control There is control and none at all, there´s craziness and cry of soul that beauty has to rise and fall, by touching skins and breasts and hole. No words are apt zest to describe unification-greed, a hectic game. Forget yourself but not the vibe, inside and out a single flame. More should it be, the best-of gift, no standard should there be applied, just ecstafantasy to lift, not medium, but really fried. Life is – do understand – a dance, the only one, the only chance.

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101. Es gibt Kontrolle Es gibt Kontrolle, andrerseits gibt´s Wildheit, Wahnsinn, Seelenschrei. Im Aufstieg, Fall weiß jedes Kind bereits, was Haut und Loch und Brüste sei. Der Worte mangelt´s, das Verlangen zu beschreiben nach Hektik unsrer Liebesspiele. Vergiss dich, beim Vibrieren, Reiben lodern im Außen, Innen Flammen, viele. Du schenkst dich, also schenk das Beste, mach nicht zur Norm das Mittelmaß. Ekstato-Fantasie. Heb ab vom Neste. Nicht medium, gegrillt macht Spaß. Ein Tanz, verstehst du, ist das Leben, drum nütze es sekündlich eben.

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102. Lust und Leiden Liegt in der Mitten denn Bescheiden und Friedenshort und Zuversicht? Schwer fällt´s, das Mittelmaß zu meiden. Erleuchtung schreit nach grellem Licht. Es ruft der Ruf nach mehr und Völle, nach Dimensionserweiterung, die neu mich hievt in Spannungs-Himmelhölle, dem Zustand, der nur Durchgang sei. Ich brenne, möchte Wissen mehren, bevor ich aschend sinken muss. Bis dann. Wie werde ich begehren und trinken unsren letzten Kuss! Nun bin ich Mensch, ein bebend Tier voll Lust und Leiden bittrer Gier.

Seite 111


103.

The same

The same she begged yet not the same, a trip to depths of deep forgetfulness to lift both up and leaving shame aside as well as strife and stress. A hedonistic plunging into pleasure is love activity and body-play. It´s done quite hectic or in leisure, a frantic game, a gamble with delay. Two poles, one tension to fulfill, expecting warmest flesh in ecstasy before explosion of one will is meant, not only fantasy. No words explain love´s peace and pace that keeps us moving years of race.

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104. Ich bet dich an, verehre dich Ich bet dich an, verehre dich, gieß meine Liebe in Gedicht. Doch du bist pures Traumgesicht und meintest niemals mich. Mein Wortsalat ist bloße Illusion, ein Kopf-Hormongewitter. Neutral sein wäre leichter schon, vielleicht sogar als Zwitter. Ich fiel aus allen Koordinaten und schwimm in einem Teich von Leere. Ideen sind umsonst und Taten. Ich bin nichts als Schimäre. Beschlossen ist, mich selber wegzudenken. Mein Traum war: geben, nehmen, schenken.

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105. Von Sehnsucht angestaut Von Sehnsucht bin ich angestaut. Ich wollte, dass es Himmel gäbe und dass wir beide uns vertraut entgegen wüchsen, denn ich lebe zu lang schon in Erwartungsschleife und kenn das Lied Unsicherheit. Will eine frohe Seele, eine reife und mit ihr jede Freud und Zeit. Dass ich mich stresse, viel verlange von dir, die du mir unbekannt. Wie tickst du? Ja, ich bange, der Traum zerränne mir im Sand. Du bist – seit gestern schönes Bild – real, mit Hoffnungsglanz von mir umspielt.

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106. Can we bridge the gap? Say, can we bridge the gap of souls, so strange and versatile? What medium or remedies: a nap, a trip to heaven, sex a while? A cocktailride does help a drunken cunt to fly, to leave the soil that makes us dull and blunt. We wish no more to tear and toil. Here is our playful paradise. It´s up to us to rise up high. The game is open, don´t disguise before you live to die. The body-soul is often mess. It´s joy sometimes, but mostly stress.

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107. Hiatus Ob wir den Hiatus der Seelen überwinden, die vielfaltsreich sind, fremd und bunt. Lässt sich beim Lustschlaf Frieden finden, ein Himmelstrip bei Liebesstund´? Hilft uns der Körperteile Tanz, die trunken sich von Schwerkraft trennen? Sie machen stumpf und dumpf uns, ganz verwirrt, um Wirrnis zu entrennen. Hier, dieses Spiel in Paradieseshöh´n: vermag es uns in Himmel heben? Verkleidung hilft nicht, lieber schauen, seh´n, bevor der Schnitter raubt das Leben. Trotz allem ist das Körper-Seelenspiel von Freuden abgesehn – uns oft zu viel.

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108. Von dir entzückt Ich sah dich, war spontan entzückt, als wären du und ich Programm. Als ich dir langsam näher kam, war wortreich ich, mehr als beglückt. Dein Karussell- Konzept ist ungeklärt, ob ich´s je teil und haben werde. Von dir begeistert sein, ist das verkehrt? Weshalb ich dich – selbst unbegehrt - begehrte. Mach ich mich – Narr und Weiser – selbst zum Narren, wenn ich gesteh, dass du mich rührst. Bin sicher, dass du es als Süße spürst, mit mir zusammen in den Himmel fahren, Natürlich kann man meine Freude Narretei und Torheit nennen. Sei so frei!

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109. Dass ich durch dich die Liebe lernen möge Dass ich durch dich die Liebe lernen möge, bin ich bereit, in Demut mich zu beugen. Mein Zug von Schwermut, Bitterkeit, dass er verflöge, dass mein Gemüt sich wende, noch mehr Milde zu erzeugen. Ich überrasche mich, dass plötzlich Tränen kommen, von denen ich nicht weiß, wie sie zu deuten. Du hast – ohn´ Zutun – mich ergeben und benommen gemacht und mich geöffnet ungelebten Seiten, die in Visionen uns Gemeinsamkeit verheißen. Es wäre dumpf, dich mittels Schmeichelwort zu überreden, um dich gewaltsam oder still in meine Näh zu reißen. Zu wertvoll sind der Seelen zart gewobne Fäden. Was wir uns sind und wie wir uns verbinden, das bleibt Geheimnis, unser Staunen zu begründen.

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110. Versprechen ´s geht nicht darum, in Schnelle zu gewinnen, dir zu versprechen gold´nes Liebesreich, des Reiz ein Traumpfad wäre zu beginnen, gemeinsam zu beschreiten und zugleich. Wir sind Ideen, vielleicht fremde Sterne, die sich becircen und bezaubernd blenden. Ich sah dich, hatt´ dich urknall gerne und wünsch, die Wege zueinand zu wenden. Doch was bewirkt in Liebessachen Wollen, so wenig hab ich anzubieten uns davon. Gefragt ist – denk ich – sich ergeben sollen. Sehn wir uns so, ist viel gegeben schon. Des Wissens schönstes Bild ist, wie ich spüre, dass uns Getragensein sanft wiegend zueinander führe.

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111. Dich in mein Leben lassen Ich möchte ganz dich in mein Leben lassen, die Fülle neuer Kraft mit dir genießen und mit dir wandern über Hügel, Straßen, von hier nach dort, ohne Verdrießen. Ich möchte dich ganz in mein Leben nehmen, du Schöne, müd gehächselt und mit alter Schwere. Ich möchte nicht, dass wir uns lähmen wie viele sind. Wir meiden doch das Ungefähre. Geheimnisschichten will ich anvertrauen und meine Schwächen alle zeigen können, dass ich nicht stark sein muss. Ideen bauen darfst du, die ich verweig´re zu benennen. Ich möchte nicht an Worten hängen bleiben, dich liebend möcht ich mich mit dir beweiben.

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112. Ich will Ich will, dass du mich nicht berührst, ist deine Ausgangsstrategie. Ich will nicht, dass du mich verführst. Nicht höher greife als zum Knie, obwohl mein Kochtopf überquillt und brodelnd die Hormone sirren. So bin ich ungestillt gestillt und will dein ungestüm Verführen. Wie ist der Widerspruch zu lösen, die ich hellwach und flüssig bin. Und du begehrst – Hauptsache Mösen -, fragst nach Moral nicht oder Sinn. In diesem Falle steht es an: Das Leben bricht sich seine Bahn.

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113. Harfentraumwindspiel Ist deine Seele Harfentraumwindspiel, in das sich alte Klänge, ungeklärte, mischen? Ich will sie alle hören, will von dir so viel erfahren, schick dein Herz zu mir inzwischen! Dein Lachen, gurgelnd, möge mein Gemüt erhellen, das, Liebste, dich zu mir sehnt unergründlich. Dein Lachen wie die Tränen dürfen quellen, erzählt, was Stammeln bleibt und unerfindlich. Du Rätsel, stelle tausend ungestellte Fragen und zieh mit mir den Wolken nach. Du, ich – Geschenk von Wer-Weiß-Tagen. Mein Leben wird, mein Sehnsuchtsliebchen, mit dir wach. Ich fühle mich aus allen Ankern fortgerissen und möchte alles, alles über unsre Liebe wissen.

114. Mystery and mist Seite 122


Too fragile am I, feeble to resist your steering me from dark to light. Your thoughts are mystery and mist. My soul is getting sorrow, dim of sight. I drift apart, I fall amiss. How safe are feelings of your heart? Do hold me tight and do caress me now, as if we´d start. I fear that we might loose each other before we ever really were united. It´s hard for happiness to fight, to bother although I feel for you deepsighted. Take all illusions far away. Our light should glow for us with brightful might.

115. Du Seite 123


Warum – sag – dass ich deinetwegen zittrig bin und dass ich voll Erwartung auf dein Kommen bebe. Die Einfachheit von uns, sie schönt den Sinn, wie ich dich fließend als mein Liebes-Gegenstück erlebe. Du kannst dich öffnen und im Redefluss mir deine Welt – mir gänzlich neu – erklären. Wie Seelennektar schenkt dein nie geküsster Kuss dein Sosein, helles Hoffen nimmer zu verqueren. Es ist kein Quäntchen Angst bei uns dazwischen, wenn wir uns ineinander in Vertrauen fallen lassen. Dass alte Schmerzen im Vergessen sich verwischen, wenn wir uns herzend kindersüß umfassen. Versuchte ich mein Illusionsgebäude zu zerstören: Du bist real, und dir gelang´s, mich Toren zu betören.

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116. Hilf mir Hilf mir, mein illusionen zu beenden, mit echtem Kuss dich tiefer zu ergründen, dass Kanten und Geschmack sich fänden, auf unsren Zungen wieder finden. Du bist doch Haut, hast Knochen klarerweise. Lass bitte fallen dich. Realitäten, blauer Himmel und eines Flugzeugs kleine Reise, wenn beispielsweise wir dies hätten. Ich hoffte, Alltag würde mich betäuben und dich in mir vergessen machen. Ich tat und dachte viel, so manche Sachen, mich ohne dich frisch zu beweiben. Nichts geht. Ich bin in uns gefangen. Dass wir doch ohne Zutun unser Glück erlangen!

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117. Zu Valentin: 14.Feb. 14 Und wären nicht Äonen zwischen eingeschoben, ein paar Jahrzehnte Zeitgeschiebe zwischen uns und nicht Begriffe hier und oben und älter, jünger, Ferne, Liebe, wir wären uns begegnet, Herzensbad. Wer weiß, wie wir geflogen wären, vom Wind gefächelt, in der Tat wie Liebesvögel heit´rer Himmelssphären. Ein wenig Trauersehnsucht ist in mir, wenn ein Gedenken mich für dich berührt. Doch fein, dass wir reales Wir genießen und Singen uns zusammenführt. Ich trinke Schönheit deiner frohen Existenz und bin beschenkt und jung wie Lenz.

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118. Warm beseelt Dass nicht des Alltags bleiern Kleid beschwert und Altes aus Beziehungskisten mieft und quillt... Es wollt´ mein junges Herz, dir zugekehrt, dass wir von Lieb umfangen sind, gestillt. Gestillt, umfangen, freudig trosterfüllt, des Liebsten lieben Körpers warm beseelt mit Wissensworten und mit Lust befühlt. Ach, wie das trägt, Sekunden stählt! Das Miteinander, wenn wir´s so verstehn, heilt alte Brüche unsres zarten Seins, besonnt Vergang´nes, Zukünfiges zu sehn gilt es in hellen Farben, uns als Eins. Sich selber aufzuschwingen, sich erneuern, das könnten jederzeit wir uns beteuern.

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119. Von dir entzückt Ich sah dich, war spontan entzückt, als wären du und ich Programm. Als ich dir langsam näher kam, war wortreich ich, mehr als beglückt. Dein Karussell- Konzept ist ungeklärt, ob ich´s je teil und haben werde. Von dir begeistert sein, ist das verkehrt? Weshalb ich dich – selbst unbegehrt – begehrte? Mach ich mich – Narr und Weiser – selbst zum Narren, wenn ich gesteh, dass du mich rührst. Mit dir zusammen in den Himmel fahren, bin sicher, dass du es und Süße spürst. Natürlich kann man meine Freude Narretei und Torheit nennen. Sei so frei!

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120. Dich in mein Leben lassen Ich möchte ganz dich in mein Leben lassen, die Fülle neuer Kraft mit dir genießen und mit dir wandern über Hügel, Straßen, von hier nach dort, ohne Verdrießen. Ich möchte dich ganz in mein Leben nehmen, du Schöne, müd gehächselt und mit alter Schwere. Ich möchte nicht, dass wir uns lähmen wie viele sind. Wir meiden doch das Ungefähre. Geheimnisschichten will ich anvertrauen und meine Schwächen alle zeigen können, dass ich nicht stark sein muss. Ideen bauen darfst du, die ich verweig´re zu benennen. Ich möchte nicht an Worten hängen bleiben, dich liebend möcht ich mich mit dir beweiben.

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121. Nebelhaft Es klingt ein wenig nebelhaft monströs, wenn du Vergang´nes zwischenschiebst, das sich gebirghaft, beinah mysteriös auftürmt. Der Grund, dass du nicht gibst, dich fallen lässt in mein Geschick, in unsre (ach von mir geträumte) Chance: Du wankst. Verlierst du die Balance, eh du dich näherst unsrem Glück? Sind wir aus griechischem Tragödienstoff, wo Untergang sich kündet von Beginn und niemand sich entwindet Tod und Zoff. Kein weit´rer Schritt macht Sinn. Wie Speck im Sauerkraut ist Illusion. Man merkt kaum was davon.

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122. Yes, in the face of death Yes, in the face of death we need to laugh. A shaky shed is our body, bloody flesh and bones and pussies, dicks, all staff that we possess – it´s steadily to renew, refresh. Thanks to my doctors´ skill and wit I laugh away my shadows dark that I regain my strength, feel fit, fly high and sing shakspearean lark. Who tried to kill my purest heart, they are not few, those devils small. I do embrace you bastards all. My laughter fades away as tone of fart. I praise the light, darkness I praise, My joys in chains, praise ev´ry phase.

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123. Berührt Berührt hast du mein Herz, durchbohrt, getroffen hast es, aufgerissen. Ein Tier bin ich, an wundem Ort gestürzt. Du, wirst du mich vermissen, da ich entblutend niederfiel, noch dein gedenkend, Liebesteil? Zentral trafst du mich vor dem Ziel. War vorher schon versehrt, nicht heil. Ich klage selbst im Fallen dir mein Leid. Ja, mit dir schweben und Freud verströmen, jetzt und hier, uns krönen wollt ich, höher heben. Uns suchend hab ich dich gefunden. Wie Trennung schmerzt, wenn man verbunden.

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124. Mir ist bewusst Mir ist bewusst, dass ich nicht existiere und dennoch quält des Daseins Nichts. Die nie gestellten Fragen gehen zur Niere, just wie der Torso des Gedichts. Natürlich kannst mich ignorieren, der ich nie werde, bin für dich. Wie kann ein Outcast sich verlieren, hat er doch weder dich noch sich? So viel an Nichts-Unendlichkeit Gibt mich dem Jenseits preis, der ich von nichts und meiner Zeit und meiner Existenz nichts weiß. Selbst diese angerissenen Gedanken sind nichts und jenseits aller Schranken.

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125. Für dich Für dich bin ich bereit mich einzusetzen Vor Morgengrauen und nach Mitternacht, für dich zu warten oder hetzen, wenn´s ansteht unbedacht. Bin für dich da bedingungslos und ohne die Bequemlichkeit und Ruh zu schonen. O, wie denk ich bloß? Bin grenzenlos zu dir, zum Du. Ich will nicht wirklich prüfen, checken, ob du mit gleichem Maßstab misst. Ein Herz, das liebt, will nichts bezwecken, es schenkt, indem es sich vergisst. Uns beide – ungebremstes Wir – träum ich im jetzt und Hier.

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126. Christas Vulva Kein Ort kann inniger versöhnen, als griff ich an die Vulva meiner Schönen, die sie mir bietet, meiner Kraft und Sehnsucht, Leidenschaft. Der Vulva Samt, der warmen Höhle zart hingegossne Frauenseele lädt ein zum Freudenbad, das sie verbirgt und hat. Aktiv sein und totale Stille – Ist das der Vulva Wille? Verklärung und Mysterium machen mich friedsam wortreich stumm. Die Vulva lockt, um zu verführen. Will tiefstes Wissen inspirieren.

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127. Ich liebe dich Ich liebe dich, dass ich von dir erschüttert bin. Der Anker - aus dem Untergrund gerissen – wirft mich in Unklarheit. Kein Ziel und Sinn. Warum uns treiben lassen, missen müssen. Zwei Engel, die sich kurz als eins erkannten, sie schlingern, beide von einand betroffen, durch leeren Space. Dass sie sich fanden im Gleichklang ihrer Prägung, wär zu hoffen. Kein Willensakt kann dieses Schlingern wenden. Mysterium, wenn Engel sich in Liebe binden, um ihr All-Zwei-Sein zu beenden. Ein Gnadenblitz, wenn sie sich finden. Heut schmerzt mein Herz, es sticht. Es heilt Umarmung, nicht Verzicht.

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128 Ich ließ sie frei Ich ließ sie frei, nach Nirgendwo In Fremde zu entschwinden. Mein Herz zerbrach, während sie floh. Ob wir uns wieder finden? Sie sagte mir, dass sie mich mag, dass ich sie tief berührte. Ich blicke ratlos in den Tag. Warum sie mich nicht kürte? Die Körper sprachen Liebes-Ja, versprachen hundert Jahre. Zumindest hier war sie mir nah, ihr Saft, die Brust, die Haare. Es gilt, die Freiheit dankend zu beginnen. Dass Träume – so real – zerrinnen.

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129. Als wäre Glas, getrübtes Glas dazwischen Als wäre Glas, getrübtes Glas dazwischen, Gedächtnis hier, Gefühle beinah drüberhin. Dort spiegeln Unterwelten sich und mischen den Höllentanz des Todeskampfs darin. Am Grunde meines Herzens stehe ich daneben, bin nirgends richtig Teil der Mitte. Ich zittere mein Wankel-Innenbeben, schon mürbe von der Demutsbitte, warum ich nicht dazu gehöre. Dies nährt die Bitternis, den Todestrieb. Ins Schwarze kippt mein Scherz. Ich schwöre, hast du mich so wie ich dich lieb? Es schwimmen Fragen wie Skelette. Verzweiflung. Und kein Du, das rette.

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130. Wie wär mein Herz vor Freud´ zersprungen Wie wär mein Herz vor Freud´ zersprungen und mit dir- aus den Angeln ausgehoben – für einen Höhenflug bereit gewesen und dem jungen, dem hoffnungsvollen Lied gefolgt nach oben. Mit dir hätt´ ich mir Möglichkeit erträumt Von Innigkeit und nie gekannter Dimension. Gedeckelt hätt´ dein Ja das meine. Wie versäumt und ausgehöhlt ist nun mein Hoffnungston. Mein Wünschen hätte dich ganz sanft getragen Und dich mit Flügelschlägen hochgehievt aus der Verwirrung. Neuen, unsren guten Tagen hätt´ ich mein Streben anvertraut, verbrieft. Warum nur sollten trauernd wir uns meiden. So lass dich doch für uns entscheiden!

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131. Wie sollt´ ich deines Haares mich entwöhnen Wie sollt´ ich deines Haares mich entwöhnen, das durch die Finger glitt, der Süße, des Geschmackes unsrer tief geküssten Küsse. Vergessen hieße, mich verhöhnen. Das Hauterlebnis war Geschenk wie eine Reise In tief vertraute Kitzelregionen der Welt. Der Staunende ist weise, statt Gier die Neugier zu betonen. Kaum dass ich ankam, schriest du stopp. Dein bittrer Interruptus vor dem End Ist dein Konzept, Gemeinsamkeit ein Flop, der Einsamkeit nur bringt und kennt. Wer Spiele liebt, von Illusion verführt, ist sicher, dass er närrisch wird.

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132. Zwei Sachen fühle ich zugleich, Zwei Sachen fühle ich zugleich, die Widersprüchliches verkünden. Ich mag dich, warm und weich Und sollte Abschied finden, mich trennen musst ich, von dir scheiden – wie eine Todeskrankheit aufzugeben. Welch Schnitt, dich gänzlich meiden, um Unbekanntes zu erleben. Du hast für Zwischenleben dich entschieden Und wolltest dies einmal, bald das, hast mich gemocht, letztlich gemieden. In Ernst verwandelte uns Spaß. Es gilt Spagat und Spannung zu ertragen In guten, nie in schlechten Tagen.

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133. Vielleicht war es ganz anders als ich dachte Vielleicht war es ganz anders als ich dachte. Du spieltest mit dem Spiel, wo Sex inclusive - geplant kaum – uns Vergnügen machte. Ich träumte schlafend, als ich dich beschlief. Hast mich gewählt, indes du Abstand nahmst, dein zweites Spiel, den Abstand durchgezogen. Wahr ist, dass du – begehrend – selber kamst Und uns hast du vom Herzen her belogen. Bevor dein Wahnsinn zur Methode wird Und Tricksen eig´ne Falle, der du selbst erlegen, stieg ich aus. Hat täuschend gut verführt. War´s Liebe, Liebelei – vonwegen. Verwirrspiel, du bist scharf in diesen Dingen. Mein Fehler war´s jedoch, dich zu besingen.

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134. Du ließest los Du ließest los, mich zu versenken und meine Lust in Weiberkosmos-Möglichkeit. Zu müd bin ich, mich zu verschenken, mich selber garend zuzu- ja bereiten. Im Bus plärrt deutsch´ Geschnatter wie Gewehre. Mein Innerstes es kippt auf Seelenhalden als Lagermüll für Deponien. Ich kehre mein Leben fort, unfähig zu entfalten. Was ist noch kompostierbar? Die Versuche, mein Werben um verwunschne, unerwünschte Nähe zu dir? Ein düsteres Kapitel meinem Buche des Lebens, ohne Sinn und Trost – soweit ich sehe. Dein Weggang – ach wir lagen uns in Armen – gereicht nicht dir nur, mir besonders zum Erbarmen.

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135. Die Fasern meiner Zärtlichkeit Die Fasern meiner Zärtlichkeit hast nicht erkannt. Die Quelle, die dich hätte speisen können, versiegte, verdorrte mir im Sand. Ein Wir mit dir – wie es benennen? Dich definieren – aber wie? – weißt selber kaum. Bist weder du, noch bist du Traum, den du erträumend nicht bedenkst, was du als Hingegebne nicht verschenkst. In Vakuum bin ich mit dir gestoßen Und suchte – jeder Orientierung bar – Nach Deutung und Begriffen, kleinen, großen. Nichts da, was Perspektiven uns gebar. Du hast mich nicht als Spiegelbild erreicht, kein Ja, kein morgen, kein Vielleicht.

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136. Ich möchte schlafen Ich möchte schlafen. Ausgestoßen aus der Zeit treibt meines Körpers Hülle durch die Straßen. Die Stadt könnt´ eine andre sein, so weit von irgendeinem Zentrum bin ich. Nicht gelassen, von Sehnsucht und von Sinnentleerung voll, so perlen meiner Endloskette die Sekunden. Ich weiß nicht, was ich bin und sein soll. Selbst du hast mich verlassen, nicht gefunden. Die Echolosigkeit verdüsterte mein Universum. Des Lebens Schlaflosbett ist mir verheert. Mir laufen Schreie innen um mein Herz herum ins Nichts, verhallen still und unerhört. Ein kleiner Schritt, ob er mir Frieden brächte nach so viel Tagesmühen, Qual der Nächte.

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137. Da häng ich Da häng ich in Synthetik-Warteschleife, viel Glas und Kerosinluft, technischer Beton. Und Koffer kreuzen müde Gänge. Ich begreife kaum meine eigne Welt. Ein Hoffnungston? Mein Ökofußabtritt ist spürbar am Polar, und dennoch muss mein Innerstes verreisen aus Notwehr, aus mir selbst vertrieben gar, entleert. Ich suche nichts zu klären, zu beweisen. Die Liebste, kurz ein Himmel und vereint, sie taumelt, meinen Sehnsuchtswünschen fern, einher, ein schöner, losgerissner Stern, dem Kraft und Ziel zu fehlen scheint. In Jerez werd´ ich Sherry trinken, im fremden Süden spurlos zu versinken.

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138.

Zur Stunde null

Zur Stunde null – Gefühle demontiert, bin ich gestrandet wie ein Wal. Da unsre Nähe, ausgeronnen, sich verliert, wird Lebensfreude matt und schal. Wohin Begeist´rungswellen sich verloren, ist unerfindlich, mir nicht klar. Als wäre ich stocksteif geboren, ob ich lebendiger nie war. Vision, dass über Ohren ich verliebt in diese - wie ich meinte – meine Frau. Fühl mich als Treibgut nun, das gibt unirisierend Licht, nur dunkelgrau. Distanz, nicht so in Anfangstagen. Um Liebe will ich nicht mehr fragen.

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Erotische Sonetten  

Zwischen Februar und April 2013 schrieb der Musiker und autor Herwig Strobl http://www.herwigstrobl.net 66 erotische Sonette

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