EB 8874 – OperAria, Tenor 1

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Tenor OperAria Edition Breitkopf 88 74 Repertoire | lyrisch lyric lyrique lirico лирический 1 Phonetik-Assistent

Das Repertoire für alle Stimmgattungen The Repertoire for all Vocal Genres

Tenor Tenor

Band 1: lyrisch Volume 1: lyric

herausgegeben von / edited by Peter Anton Ling

Edition Breitkopf 8874

Printed in Germany

OperAria ∙ Das Repertoire für alle Stimmgattungen in 16 Bänden Herausgeber: Peter Anton Ling

OperAria ∙ The Repertoire for all Vocal Genres in 16 Volumes Editor: Peter Anton Ling

Tenor Band 1 | Tenor Volume 1 EB 8874

Repertoire lyrisch | lyric

Lektorat, Projektkoordination: Christian Rudolf Riedel

Klaviereinrichtung und Notensatz: Christian Beyer

Dramaturgische Mitarbeit: Diane Ackermann

Übersetzungen: Eleanor Forbes, Petra Kamlot, Isabel Sievers (englisch), Jutta Eckes (italienisch), Sabine Wehr-Zeller (französisch), Reinhard Schmiedel (russisch)

Umschlaggestaltung: Marion Schröder

Druck: Memminger MedienCentrum, Memmingen

Tonstudio: Dirk Austen, Paul Productions Audio & Videorealisation GmbH, Hannover

Inhalt / Contents

Geleitwort/Foreword 5

Vorwort/Preface 6

Seite Kommentar page comment

1 Wolfgang Amadeus Mozart: Konstanze! dich wiederzusehen! / O wie ängstlich 8 121 Belmonte – Die Entführung aus dem Serail

2 Wolfgang Amadeus Mozart: Dalla sua pace 13 121 Ottavio – Don Giovanni

3 Wolfgang Amadeus Mozart: Il mio tesoro intanto 16 122 Ottavio – Don Giovanni

4 Wolfgang Amadeus Mozart: Un’aura amorosa 21 122 Ferrando – Così fan tutte

5 Wolfgang Amadeus Mozart: Dies Bildnis ist bezaubernd schön 24 123 Tamino – Die Zauberflöte

6 Carl Maria von Weber: Was ich dann tu’ 27 123 Gaston – Die drei Pintos

7 Gioachino Rossini: Languir per una bella 31 124 Lindoro – L’italiana in Algeri

8 Gioachino Rossini: Ecco ridente in cielo 38 124 Conte – Il barbiere di Siviglia

9 Gaetano Donizetti: Una furtiva lagrima 43 125 Nemorino – L’elisir d’amore

10 Gaetano Donizetti: Ah ! mes amis 46 125 Tonio – La fille du régiment

11 Gaetano Donizetti: Povero Ernesto! / Cercherò lontana terra 51 126 Ernesto – Don Pasquale

12 Gaetano Donizetti: Favorita del Re! / Spirto gentil 58 126 Fernando – La favorita

13 Vincenzo Bellini: A te, o cara 61 127 Arturo – I puritani

14 Otto Nicolai: Horch, die Lerche singt im Hain 66 127 Fenton –Die lustigen Weiber von Windsor

15 Friedrich von Flotow: Ach! so fromm 69 128 Lyonel – Martha

16 Giuseppe Verdi: Questa o quella 72 128 Duca – Rigoletto

17 Giuseppe Verdi: La donna è mobile 76 129 Duca – Rigoletto

18 Giuseppe Verdi: Lunge da lei / De’ miei bollenti spiriti 79 129 Alfredo – La traviata

19 Giuseppe Verdi: Dal labbro il canto estasïato vola 83 130 Fenton – Falstaff

20 Charles Gounod: Quel trouble inconnu / Salut ! demeure chaste et pure 86 130 Faust – Faust

21 Édouard Lalo: Puisqu’on ne peut fléchir / Vainement, ma bien aimée 91 131 Mylio – Le Roi d’Ys

22 Léo Delibes: Prendre le dessin / Fantaisie aux divins mensonges 94 131 Gérald – Lakmé

23 Georges Bizet: Je crois entendre encore 102 132 Nadir – Les pêcheurs de perles

24 Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Kuda, kuda 106 132 Lenskij – Evgenij Onegin

25 Jules Massenet: Instant charmant / En fermant les yeux 112 133 Des Grieux – Manon

26 Benjamin Godard: Cachés dans cet asil / Oh, ne t’éveille pas 115 133 Jocelyn – Jocelyn

27 Giacomo Puccini: Addio fiorito asil 119 134 Pinkerton – Madama Butterfly

Alternative Kadenzvorschläge/Suggestions for Alternative Cadenzas 135

Wer Sänger werden will, muss sich zuerst eine grundsolide stimmliche Technik aneignen. Dazu ist ein guter Gesangslehrer von großer Wichtigkeit. Die textliche Gestaltung und eine lebendige dramatische Darstellung sind nur mit ausgezeichneten technischen Fähigkeiten möglich. Das Tenor-Repertoire ist riesig und schließt die unterschiedlichsten Rollen und Stimmtypen ein. Die Anforderungen für den Sänger sind so hoch wie die Stimmlage, die es zu meistern gilt.

Den Tenor, der alle diese Erwartungen erfüllen kann, gibt es nicht. Statt sich an fremden Rollen- oder Stimmvorstellungen messen zu lassen, geht es darum, die eigenen stimmlichen Möglichkeiten zu entdecken. Was sind meine individuellen Fähigkeiten, wie kann ich sie weiterentwickeln, und was passt zu meiner Stimme?

Sich auf diese Fragen einzulassen, erfordert Mut und Geduld. Es ist ein langer Weg, bei dem oft nicht abzusehen ist, wohin er führt. Wer den richtigen Gesangslehrer, die richtige Gesangslehrerin an seiner Seite hat, kann von Glück sagen.

Einen weiteren Wegbegleiter empfehle ich gern: OperAria. Dort findet sich die gesamte Bandbreite des Repertoires, sinnvoll eingeteilt hinsichtlich der stimmtypischen Eigenschaften. Das gibt Orientierung und unterstützt Studierende bei der individuellen Entfaltung von Stimme und Persönlichkeit. Wenn es überhaupt eine sichere Grundlage für die Aneignung des passenden Tenor-Repertoires gibt, dann ist es diese.

Nürnberg, Herbst 2022 Siegfried Jerusalem

Whoever wants to become a singer must first acquire a solid foundation in vocal technique. In this regard, a good voice teacher is of great importance. Expressive diction and a vivid dramatic portrayal are only possible with excellent technical skills. The tenor repertoire is huge, and encompasses the most diverse roles and voice types. The demands on the singer are as high as the range to be mastered.

No tenor is able to fulfil all of these expectations. Rather than measuring himself against inappropriate roles or vocal expectations, he should explore his own vocal capabilities. What are my individual strengths, how can I develop them, and what suits my voice?

It takes courage and patience to examine these questions. It is a lengthy journey, and it is sometimes not clear which direction it will take. The singer who has the right voice teacher at his side can count himself fortunate.

I highly recommend an additional companion for the journey: OperAria. Here the whole broad range of the repertoire can be found, sensibly divided according to voice type and vocal characteristics. This provides orientation, and supports students in their individual vocal and personality development. If a reliable basis for acquiring the most appropriate tenor repertoire exists at all, then this is it.

Nürnberg, Fall 2022 Siegfried Jerusalem

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Geleitwort Foreword

Wer kennt sie nicht als treue Wegbegleiter: die traditionellen Arienalben – manchmal auch nur mühsam daraus zusammengestellte fliegende Blätter – mit einem oft schlecht spiel- oder lesbaren, nicht immer zuverlässigen Notentext. Sie gehörten einfach dazu, leisteten gute Dienste und ersparten aufwendiges Recherchieren in Bibliotheken, auch wenn viele der abgedruckten Arien nicht zur eigenen Stimme passten, sei es, weil das Repertoire zu unterschiedlich zusammengestellt war und lediglich die Einteilung in Stimmlagen berücksichtigte, sei es, weil ambitionierte Herausgeber Partien in einem Band vereinten, die unter sängerischen Gesichtspunkten nicht von ein und derselben Person zu bewältigen sind. Auch die inzwischen weitaus bequemeren Möglichkeiten des Internets boten bislang keine überzeugende Alternative.

Anliegen der vorliegenden Repertoiresammlung mit Opernarien ist es, dem Benutzer einen modernen Wegbegleiter oder – um im Bild zu bleiben – einen systematisch aufgebauten, gut informierten Vokalcoach an die Hand zu geben, der sich auf der Höhe der Zeit bewegt und den Anforderungen der heutigen Theaterpraxis entspricht. Hauptsächlich zum Gebrauch für Hochschulstudien und Theatervorsingen entwickelt, richtet sich die Repertoiresammlung jedoch nicht nur an Studierende, sondern auch an bereits beruflich tätige Sänger, die ihr Fachrepertoire erweitern möchten oder sich auf einen Fachwechsel vorbereiten. Darüber hinaus dürfte eine schlüssige Bündelung des Vorsingrepertoires, wie sie hier vorgestellt wird, auch für gesangspädagogisch Tätige und alle diejenigen interessant sein, die sich unter dem Aspekt spezifischer Stimmprofile über Besetzungsfragen informieren möchten oder die bei Rollenbesetzungen an Theatern mitzuentscheiden haben.

Der vorliegende Band enthält einen repräsentativen Querschnitt durch das lyrische Tenor-Repertoire und ist Bestandteil einer umfassenden Repertoiresammlung von Opernarien für alle Stimmgattungen. Die grundlegende Einteilung in die Kategorien lyrisch, lyrisch–dramatisch und dramatisch ist als Orientierungshilfe sinnvoll; sie gibt eine Richtung vor, lässt aber genügend Spielraum für die Individualität der verschiedenen Stimm- und Rollentypen und wird deshalb unter Lehrenden wie Theaterpraktikern zunehmend als nützliche Ergänzung zur traditionellen Stimmfacheinteilung verwendet, ohne mit dieser konkurrieren zu wollen. Überschneidungen zwischen den Kategorien und dem jeweils in den Einzelbänden enthaltenen Repertoire lassen sich bei einer so offenen Einteilung wie der hier vorgenommenen natürlich nicht ganz ausschließen.

Die Auswahl der Arien aus drei Jahrhunderten des klassischen Opernrepertoires erfolgte nach stimmlichen Kriterien (Umfang, Tessitura, Spezifika, Arientyp) unter Berücksichtigung musikalischer und theaterpraktischer Aspekte (Stilistik, Epoche, Rollentyp, nationale Herkunft). Arien aus Barockopern, die heute zwar ebenfalls zum gängigen Repertoire gehören, aber teils andere Fähigkeiten und weitere Kenntnisse erfordern, wurden in der Regel dabei nicht berück sichtigt.

Meist, aber nicht immer, deckt sich der Grundcharakter der ausgesuchten Arien mit demjenigen der gesamten Partie. In Fällen, wo die stimmlichen Anforderungen von Einzelarie und Gesamtpartie auseinanderklaffen, wird darauf eigens hingewiesen, um

Everyone knows them as faithful companions on one’s path to vocal mastery: the traditional aria albums. Sometimes these albums were simply hastily compiled loose sheets, and their musical text s hard to read or play, and were not always authoritative. They were part of the singer’s training. They were serviceable and saved the singer a great deal of research in libraries, even if many of the arias printed in such anthologies did not suit the singer’s voice. The repertoire often presented a potpourri of vastly contrasting pieces and only took into account t he distinction in vocal ranges. Other times, ambitious editors compiled into one volu me parts which, from a singer’s point of view, were so distant from one another that they could not be mastered by one and the same person. Even the multifarious resources of the Internet have yet to offer any compelling alternative.

The goal of the present repertoire collection of opera arias is to give the user a modern-day, systematically structured companion or – to stay in character –, a knowledgeable, well-informed and up-to-date vocal coach who satisfies the demands of present-day theater practice. Although developed mainly for use in college- or university-level studies and theatrical auditions, the collection does not solely target students, but also singers who are already professionally active and wish to expand their specialized reper toire or prepare for a change of voice range. Moreover, a well-ordered conflation of the audition repertoire, as presented here, might also be interesting to anyone involved in vocal pedagogy and to all who wish to be knowledgeable about specific vocal profiles for casting-related matters, including those responsible for the casting of theatrical roles.

The present volume contains a representative cross-section of the lyric repertoire for tenor and forms part of a comprehensive repertoire anthology of opera arias for all vocal genres. The basic subdivision into the lyric, lyric–dramatic, and dramatic categories is conceived as a means of orientation; it suggests a direction, but leaves enough room to showcase the individuality of the various types of voices and roles. This is why it is increasingly seen as a valuable supplement to the traditional “Fach” specification used by teachers and theatrical casting professionals, without seeking to compete against this traditional vocal division. Obviously, an overlapping of the categories and repertoire contained in the individual volumes cannot always be precluded on account of the very supple division that we have made here.

The selection of arias from three centuries of classical opera repertoire was made according to vocal criteria (range, tessitura, specifics, type of aria), while taking into account practical aspects of a musical and theatrical nature (style, era, role type, national provenance). Arias from Baroque operas which are commonly found in today’s repertoire but sometimes call for very different qualities and additional knowledge, were as a rule not included in this selection.

Generally, but not always, the basic character of the aria in question reflects that of the entire part. In cases where the vocal demands of the individual aria diverge considerably from those of the overall role, this will be pointed out specifically in order to banish the danger of overtaxing the voice. We have chosen wellknown audition arias as well as rarities that are otherwise inacces-

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Vorwort Preface

der Gefahr stimmlicher Überforderung vorzubeugen. Ausgewählt wurden sowohl gängige Vorsing arien als auch schwer oder nur in unzulänglichen Ausgaben zugängliche Raritäten sowie Arien der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts, die zumeist aus urheberrechtlichen Gründen in traditionellen Arienalben fehlen, inzwischen aber Eingang in die Spielpläne gefunden haben. Damit enthält diese Repertoiresammlung neben den unverzichtbaren klassischen Vorsingarien für Theatervorsingen eine breit gefächerte Auswahl an Arien für Vortragsabende, Konzerte, Opern-Recitals, mit der Studierende wie Ausübende ihre stimmlichen und gestalterischen Fähigkeiten zeigen können.

Der Notentext der Arien basiert auf Ausgaben, die in der Bühnenpraxis als Standard gelten und die größte textliche Zuverlässigkeit bieten. Die Klaviersätze wurden entweder neu erarbeitet oder auf der Grundlage bewährter Klavierauszüge mit dem Ziel revidiert, eine partiturnahe klangliche Realisierung bei möglichst einfacher Spielbarkeit zu ermöglichen. Gelegentlich mussten Arien gekürzt (z. B. orchestrale Vor- oder Zwischenspiele) oder praktikable Schlüsse ergänzt werden (z. B. in weiterführenden, offenen Arien und Szenen).

Die Einzelkommentare zu den Arien enthalten Informationen zu Komponist, Librettist, Werk, Tonumfang und zu eventuellen Besonderheiten wie Fassungs- oder Besetzungsfragen einschließlich einer kurzen Inhaltsangabe, die die dramatische Grundkonstellation andeutet, in der die jeweilige Arie im Handlungskontext der Oper steht. Hinzu kommen methodische Hinweise aus sängerischer Sicht als Empfehlung aus der Praxis von Bühne und Hochschule, in die wertvolle Ratschläge vieler Sängerkolleginnen und -kollegen eingeflossen sind. Schließlich sei auf zwei Studierhilfen für die Arientexte verwiesen: einen „Phonetik-Assistenten“ mit Audiodateien (mp3) in der Originalsprache, von Muttersprachlern gesprochen, und einen „Text-Assistenten“ mit Textdateien (pdf) in deutscher und englischer Übersetzung. Beide sind als Download unter www.breitkopf.com verfügbar.

Dem Bund Deutscher Gesangspädagogen und einer Reihe von Lehrenden der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sei ganz herzlich für fachlichen Austausch und kollegialen Rat gedankt. Zu danken ist auch dem Tonmeister Dirk Austen und den Mitwirkenden an der Audio-Aufnahme sowie allen, die beim Übersetzen und Korrekturlesen halfen: Eleanor Forbes, Petra Kamlot und Isabel Sievers (englisch), Jutta Eckes (italienisch), Sabine Wehr-Zeller (französisch), Reinhard Schmiedel (russisch); Diane Ackermann für die dramaturgische Mitarbeit, Christian Beyer für die Revision der Klavierauszüge, Christian Rudolf Riedel für das genaue, sachkundige Lektorat und sein unermüdliches Engagement bei der Koordinierung aller am Gelingen der Ausgabe Beteiligten und schließlich dem Verlag Breitkopf & Härtel, der die Ausgabe erst möglich gemacht hat.

Hannover, Herbst 2022

Peter Anton Ling

sible, or accessible only in unsatisfactory editions, along with arias from the 20th-century’s “classical modernity” that are missing in traditional aria albums, usually for copyright reasons, but which have since found their way into the operatic repertoire. Thus next to the indispensable classical arias for stage auditions, this anthology contains a vast selection of arias for recitals, concerts and opera soirées with which students and professionals can let their vocal and interpretative talents shine.

The musical text of the arias is based on editions that are considered as standard in stage practice and offer the most authoritative texts. The piano parts were either newly written or revised on the basis of proven piano-vocal scores with the aim to achieve a transposition of the original sound that is as faithful to the score as possible, while remaining easy to play. Occasionally arias had to be abridged (e.g. orchestral preludes or interludes) or supplemented with practicable endings (e.g. in open arias and scenes that lead immediately into another musical section without a break).

The individual comments on the arias provide information on the composer, the librettist, the work, the range and, if deemed necessary, on peculiarities such as matters of versions or casting. Also included is a short synopsis of the contents which illuminates the basic dramatic constellation in which the respective aria is embedded in the context of the opera’s plot. Furthermore, there are methodical comments from the singer’s point of view as recommendation from someone who has both stage and academic teaching experience, incorporating valuable advice from many singer colleagues. Finally, we draw attention to two study aids for the aria texts: a “phonetics assistant” with audio files (mp3) in the original language, spoken by native speakers, as well as a “text assistant” with text files (pdf) of the German and English translations. Both are available for download at www.breitkopf.com.

We wish to extend our most cordial thanks to the Bund Deutscher Gesangspädagogen and several teachers at the Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hanover for rewarding professional exchanges and collegial advice. I would also like to thank the sound engineer Dirk Austen and the speakers in the audio recording, as well as to all who helped with the translations and proofreading: Eleanor Forbes, Petra Kamlot, and Isabel Sievers (English), Jutta Eckes (Italian), Sabine Wehr-Zeller (French), Reinhard Schmiedel (Russian); Diane Ackermann for her dramaturgical collaboration, Christian Beyer for the revision of the piano-vocal scores, and Christian Rudolf Riedel for his precise and expert editing, and his tireless commitment as coordinator of all who contributed to the success of the edition. We are also grateful to the publisher, Breitkopf & Härtel, without whom there would be no such collection at all.

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Hanover, Fall 2022 Peter Anton Ling
Recitativo 1 Konstanze! dich wiederzusehen! / O wie ängstlich Die Entführung aus dem Serail Edition Breitkopf 8874
© 2022 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden Andante Aria 5 11 16 c c c 2 4 2 4 2 4 2 4 2 4 2 4 BELMONTE Konstan ze! Konstan ze! dichwieder zu se hen! dich! sotto voce dolce rf Owieängstlich, owiefeurig klopftmeinlie be vol les p p f pp sim. Herz! klopftmeinlie be vol les Herz! klopftmeinliebe vol rf p les Herz! Unddes f p 8
Wolfgang Amadeus Mozart
20 25 30 34 37
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f p lohnt der Tren nung ban gen Schmerz. Schonzittr’ichund f p sim. wanke, schonzag’ichundschwanke, schonzag’ ich
es f p f p f p fp fp pp hebtsichdieschwellen de Brust, eshebtsichdieschwellen de cresc. Brust, eshebtsichdieschwellen de Brust. f Breitkopf EB 8874 9
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40 43 48 53 56 Istdasihr pp Lispeln? Eswird mirso ban ge. p WardasihrSeufzen? Esglüht mirdie Wan ge. Täuschtmichdie Liebe, wareseinTraum? TäuschtmichdieLiebe, waresein Traum? TäuschtmichdieLiebe, wareseinTraum? sf p fp Breitkopf EB 8874 10 Leseprobe Sample page
60 66 71 74 77 Owieängstlich, owiefeurig! klopftmeinlie be vol les p p f pp sim. Herz! klopftmeinlie be vol les Herz! klopftmeinliebe vol rf p les Herz. pp IstdasihrLispeln? Wardasihr Seufzen? Eswird mir sobange, esglüht mir dieWange, esglühtmirdie fp fp fp Breitkopf EB 8874 11 Leseprobe Sample page
80 84 90 95 99 Wange. Owieängst lich, o wiefeurig! klopftmeinlie be vol les sim. Herz! klopftmeinlie be vol les Herz! klopft mein lie be vol les fp Herz!Schonzittr’ichundwanke, schonzag’ichundschwanke, owie pp sim. ängst lich, o wiefeurig! klopftmeinlie be vol les Herz! cresc. f klopftmeinlie be vol les Herz! klopft mein lie be vol les Herz! mein p fp f p Breitkopf EB 8874 12 Leseprobe Sample page
105 110
sostenuto 2 Dalla sua pace Don
Andantino
Giovanni
9 2 4 2 4 2 4 lie be vol les Herz! mein lie be vol les Herz! f p f p p decresc. pp
Wolfgang Amadeus Mozart
Dalla suapace lamiadi pen de, quelche aleipiace vi ta mi p rende, quelchele incre sce morte midà,mor te, morte mi cresc. mf f p cresc. p Breitkopf EB 8874 13 Leseprobe Sample page
DON OTTAVIO
17 21 28 35 dà. S’ella sospi ra, sospi ro an ch’i o; èmiaquell’i ra, quelpianto è mio; enonho be ne, s’ella non fp sf p sfp l’ha,enonho be ne, s’ella nonl’ha, enonho be ne, cresc. s’ella nonl’ha. Dalla suapace lamiadi pen de, quelche aleipiace f p Breitkopf EB 8874 14 Leseprobe Sample page

Leseprobe

43 52 59 68 vita miren de, quelchele incre sce morte midà,mor te, morte mi cresc. mf f p cresc. p dà.Dalla suapace lamiadipen de, quelche aleipiace vita mirende, quelchele incre sce cresc. morte midà,mor te, morte midà, morte midà,quelchele in f p cresc. p cre sce mor te midà. cresc. f Breitkopf EB 8874 15
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Andante
3 Il mio tesoro intanto
grazioso
Don Giovanni
6 11 16 21 C C p f sim. DON OTTAVIO Ilmioteso ro in tan to an p sim. da te, anda te a con so lar, edel belci glio il pianto cerca te di a sciu gar, cer 3 ca te, cerca te, cer 3 ca te di a sciu gar, cerca sim. Breitkopf EB 8874 16 Leseprobe Sample page
Wolfgang Amadeus Mozart
26 30 33 36 39 te di a sciu gar. f Dite le che isuoitor ti avendi car io p f p vado, a vendi car io va do: che cresc. f soldistragi e morti nunzio vo gl’io tor fp fp fp p p p nar, nun zio vogl’io tor nar, sì, cresc. p cresc. f Breitkopf EB 8874 17 Leseprobe Sample page
42 45 49 54 58 nunzio vogl’io tor nar. f p Ilmioteso ro in tan to anda te, anda sim. te a con so lar, edel belci glio il pianto cer ca te di a sciu gar, cer 3 ca te, cerca te, cer 3 Breitkopf EB 8874 18 Leseprobe Sample page
62 67 71 74 77 ca te di a sciu gar, cerca sim. te di a sciu gar. f p Dite le che i suoitorti avendi car io f p vado, a ven di car io va cresc. f II . do, chesoldistragi e morti fp fp p p Breitkopf EB 8874 19 Leseprobe Sample page
81 85 89 92 97 nunzio vogl’io tor nar, nunzio, fp fp p nunzio vogl’io tor nar, chesoldistragi e f p f mor ti nunzio vogl’io tornar, sì, nunzio vo f p f f gl’io II tornar. p f Breitkopf EB 8874 20 Leseprobe Sample page
4 Un’aura amorosa Così fan tutte Andante cantabile Wolfgang Amadeus Mozart 8 16 23 3 8 3 8 3 8 FERRANDO Un’au ra a mo ro sa delnostro teso ro undolce risto ro al 3 f p 3 cor por ge rà. Un’au ra moro sa delnostro teso ro undolce risto ro al f cor por ge rà, undol ce risto ro al cor porge 3 p cresc. f p rà. Alcorchenudri to daspeme d’a Breitkopf EB 8874 21 Leseprobe Sample page
27 33 40 48 mo re, daspeme d’amo re d’un’e sca miglio re bi 3 so gno non 3 3 3 3 3 ha,d’un’e sca miglio re biso gno nonha,biso gno nonha,bi 3 cresc. mf p ossia: ha. Uso gno nonha. Un’au ra moro sa delnostro teso ro undolce risto ro al 3 3 . p 3 . cor por ge rà. Un’au ra moro sa delnostro teso ro un Breitkopf EB 8874 22 Leseprobe Sample page
54 68 75 dolce risto ro alcor por ge rà, undol ce risto 3 f p cresc. f ossia: - rà,al 3 ro 61 al cor porge rà, al cor por ge rà, al cor por ge rà, un 3 3 p mf . . dolce risto . ro al cor . por ge rà. p p cresc. f p Breitkopf EB 8874 23 Leseprobe Sample page
Larghetto 5 Dies Bildnis ist bezaubernd schön Die Zauberflöte
7 13 19 2 4 2 4 2 4 TAMINO DiesBildnis istbezau bernd schön,wienochkeinAuge jegesehn. Ich p fühl’es,ichfühl’es,wiediesGötter bild meinHerz mit neu er Regung füllt, mein sfp Herz mit neu er Regung füllt. DiesEt was kann ichzwarnicht nennen, doch fühl’ ich’shier wieFeuer brennen; solldieEmpfin dung Lie be sein? mf Breitkopf EB 8874 24 Leseprobe Sample page
Wolfgang Amadeus Mozart
24 31 36 40 solldie Empfin dung Liebe sein? Ja,ja,dieLie be ist’sallein, dieLiebe, die p cresc. mf p sfp Liebe, dieLie be ist’sallein. f p cresc. f p Owennichsienurfinden könnte! Owennsiedochschonvormirstünde! cresc. f p cresc. f p Ichwürde – würde – warmundrein –waswürde ich? Breitkopf EB 8874 25 Leseprobe Sample page
44 48 54 59 Ichwürde sie voll Ent
p cresc. heißen Bu sen drü cken, undewig wäre siedannmein, undewig wä re siedann f p mein, undewig wä re siedannmein, e wig wäre sie dann mein, e wig wäre sie dann mein. cresc. f p Breitkopf EB 8874 26 Leseprobe Sample page
zü cken andiesen
Rondo à la Polacca Commodo 6 Was ich dann tu’ Die drei Pintos
5 9 13 3 4 3 4 3 4 GASTON Wasichdanntu’,das ff p frag’ich mich, frag’ichdennnichtrechtwun der lich? Wasichdanntu’,das frag’ich mich, frag’ ich dennnichtrecht wun der lich? f Ichsuch’einMädchen, p Breitkopf EB 8874 27 Leseprobe Sample page
Carl Maria von Weber

Konstanze! dich wiederzusehen!

O wie ängstlich (Belmonte)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Die Entführung aus dem Serail

Akt I, Nr. 4 / Act I, No. 4

Libretto: Johann Gottlieb Stephanie d. J. nach einem Libretto von Christoph Friedrich Bretzner

Premiere: 16. Juli 1782, Wien, Burgtheater

Umfang: e–a1

Dauer: ca. 5 Minuten

Durch einen kaiserlichen Kompositionsauftrag konnte Mozart mit dem renommierten Librettisten Stephanie zusammenarbeiten. Das dem Zeitgeschmack entsprechende türkische Milieu garantierte dem Stück einem gewissen Erfolg.

Nach einem Überfall von Seeräubern entführt, geraten die spanische Edelfrau Konstanze sowie ihre Zofe Blonde und deren Freund Pedrillo als Sklaven in die Hände des Bassa Selim. Durch Briefe, die Pedrillo aussenden konnte, hat Konstanzes Verlobter Belmonte den Weg an die türkische Küste gefunden und erfährt, dass Konstanze zwar beharrlich von Selim umworben wird, aber noch immer Belmonte liebt. Da Pedrillo bereits einen Plan ausgeheckt hat, um Belmonte unter falscher Identität in das Serail einzuschleusen, ist ein Wiedersehen mit Konstanze zum Greifen nah.

Klassische Arie für Berufsvorsingen des lyrischen Tenors und gute Studienarie, die einen geschickten Umgang mit der Tessitura im großen Passaggio erfordert. Die innere Unruhe des Belmonte kommt vor allem in den häufig durch Pausen unterbrochenen Worten zum Ausdruck, die rhythmisch genau und ohne Tempoverzögerung auszuführen sind. Sängerisch wichtig sind gezielte Atemimpulse und eine möglichst leichte Registermischung, beide möglichst korrespondierend mit Klang und Klangfülle des Orchesters. Bei ungünstiger Raumakustik muss kräftiger registriert und mit mehr Atem gesungen werden. Insgesamt aber in relativ geringer Lautstärke verbleiben. Nur so kommen die häufig vorkommenden fp -Stellen zur Wirkung. T. 58f. mit großer Ruhe, tenuto und im p, damit die Frage „war es ein Traum?“ in der Pausenfermate nachklingen kann. Schlusstakte ohne Ritardando.

Libretto: Johann Gottlieb Stephanie the Younger, after a libretto by Christoph Friedrich Bretzner Premiere: 16 July 1782, Vienna, Burgtheater Range: e–a1 Duration: ca. 5 minutes

Mozart was able to work with the renowned librettist Stephanie thanks to a commission from the Emperor. The Turkish milieu was fashionable at the time and guaranteed the work a certain amount of success. Kidnapped after a pirate attack, the Spanish noblewoman Konstanze and her maid Blonde, along with Blonde’s lover Pedrillo, are being held as slaves by Bassa Selim. Konstanze’s fiancé Belmonte has found his way to the Turkish coast, thanks to letters which Pedrillo was able to send, and he finds out that Konstanze still loves him, despite persistent wooing by Selim. Since Pedrillo has already worked out a plan to smuggle Belmonte into the seraglio with a false identity, a reunion with Konstanze is within reach.

Libretto: Lorenzo Da Ponte

Premiere: 29. Oktober 1787, Prag, Gräflich Nostitzsches Nationaltheater

Umfang: d–g1

Dauer: ca. 4’30 Minuten

Leseprobe Sample page

A classic lyric tenor aria for professional auditions and a good study aria, requiring skilful handling of the tessitura in the upper passaggio. Belmonte’s inner restlessness mostly finds expression in words that are frequently interrupted by rests, but which should be performed with rhythmical precision and without any slowing of the tempo. Targeted breath accents and a light mixed registration are important for the singer, both corresponding to the sound and volume of the orchestra. An unfavorable acoustic requires a thicker registration and more breath pressure. The dynamic level should however remain relatively low, so that the frequent fp markings can take effect. Sing m. 58f. with great calm, tenuto and p, to allow the question ”war es ein Traum?“ to linger into the paused rest. No ritardando in the final measures.

2 Dalla sua pace (Ottavio)

Nach dem Triumph der Prager Le nozze di Figaro -Premiere erhielten Mozart und Da Ponte einen weiteren Auftrag, für den sie auf den außerordentlich populären und in mehreren Opern bereits verarbeiteten Don Juan -Stoff zurückgriffen.

Nachdem Donna Anna in ihrem Zuhause von einem Mann bedrängt wurde, der unerkannt entkam und auf der Flucht ihren Vater tötete, unterstützt ihr Verlobter Don Ottavio sie bei der Suche nach dem Verbrecher. Ausgerechnet Don Giovanni bietet dem Paar Hilfe an – doch als sie Zeugen seines Streits mit der verlassenen Donna Elvira werden, erkennt Anna, dass Giovanni selbst der Gesuchte ist. Sie offenbart Ottavio, was in der Nacht vorgefallen ist, und beschwört ihn, den ermordeten Vater und ihre verletzte Ehre zu rächen. Ottavio ist zu allem bereit, um den Schmerz seiner geliebten Anna zu lindern.

Der Arienbeginn erfordert eine gute Atemeinteilung im p bei nur gelegentlichen f-Akzenten. Die Stimme sollte über weite Strecken mezza voce durch das Stück tragen. Da der Umfang g1 im p nicht überschreitet, kommt der lyrische Sänger nahezu ohne Vokalmodifikationen bzw. besondere Kehltiefstellung in der Höhe aus. Die Fermate T. 35 darf ausgeziert werden.

Following the triumph of the Prague premiere of Le nozze di Figaro, Mozart and Da Ponte were commissioned to compose another work. For this they used material from the extremely popular Don Juan stories, which had already been explored in many other operas.

After Donna Anna has been assaulted in her home by a man who escaped unrecognized and killed her father while fleeing, her fiancé Don Ottavio supports her in the search for the criminal. Ironically it is Don Giovanni who offers to help the couple – but when they witness his quarrel with the forsaken Donna Elvira, Anna recognizes that Giovanni himself is the one they seek. She confesses to Ottavio what happened during the night and makes him swear to avenge her murdered father and her violated honor. Ottavio is prepared to do anything to alleviate his beloved Anna’s pain. The beginning of the aria demands good breath management in p, with only occasional f accents. The voice should maintain a mezza voce most of the time throughout the piece. Since the range does not extend beyond g1 in p, the lyrical singer can manage the high notes with virtually no vowel modification or extra laryngeal lowering. The fermata in m. 35 may be ornamented.

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Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Don Giovanni Akt I, Nr. 10a / Act I, No. 10a Libretto: Lorenzo Da Ponte Premiere: 29 October 1787, Prague, Gräflich Nostitzsches Nationaltheater Range: d–g1 Duration: ca. 4’30 minutes

intanto (Ottavio)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Don Giovanni Akt II, Nr. 21 / Act II, No. 21

Umfang: d–a1

Dauer: ca. 4 Minuten

Don Giovanni lässt sich nicht abbringen von der Jagd nach der nächsten Eroberung – auch wenn Don Ottavio, Donna Anna, Donna Elvira, die beinahe verführte Zerlina und ihr eifersüchtiger Bräutigam Masetto ihm immer wieder in den Weg kommen. Als Giovanni sie ein weiteres Mal mit einer List an der Nase herumgeführt hat, legt Ottavio ihnen offen, was Giovanni verbrochen hat. Vor aller Augen versichert er, dass er den Übeltäter zur Rechenschaft ziehen wird. Häufig zu leicht besetzt, stellt die Partie des Don Ottavio den Sänger vor anspruchsvolle Aufgaben. Anders als „Dalla sua pace“ ist „Il mio tesoro intanto“ kräftig instrumentiert und muss trotz zahlreicher, teils schneller Koloraturen entsprechend kräftig gesungen werden. Die gesamte Partie erfordert neben der Fähigkeit zum sotto voce auch die des dauerhaft kraftvollen Singens.

Range: d–a1 Duration: ca. 4 minutes

Don Giovanni refuses to give up the hunt for his next conquest – even when Don Ottavio, Donna Anna, Donna Elvira, the nearly seduced Zerlina and her jealous bridegroom Masetto continually get in his way. After Giovanni has once again duped them, Ottavio discloses to them the crime Giovanni has committed. He declares before them all that he is determined to bring the villain to justice. Often cast with too light a voice, the role of Don Ottavio presents the singer with several challenges. Unlike ”Dalla sua pace“, ”Il mio tesoro intanto“ is more thickly scored, and should therefore be sung robustly in spite of the numerous, occasionally fast coloraturas. The whole role demands not only the ability to sing sotto voce, but also the stamina to sustain a powerful sound.

Libretto: Lorenzo Da Ponte

Premiere: 26. Januar 1790, Wien, Burgtheater

Umfang: d–a1

Dauer: ca. 4’30 Minuten

Den Kompositionsauftrag für eine weitere Opera buffa erhielt Mozart, nachdem im August 1789 Le nozze di Figaro in Wien wiederaufgenommen worden war. Für das neue Werk schöpfte Da Ponte aus Inspirationsquellen von Ovid über Ariosto bis Metastasio. Mozart selbst war mit dem Handlungsmotiv der folgenschweren Treueprobe unter anderem vertraut durch Pasquale Anfossis Oper Il curioso indiscreto, zu deren Wiener Produktion Mozart 1783 einige Arien beigesteuert hatte.

Ferrando und Guglielmo wetten gegen den zynischen Alfonso auf die Treue ihrer Partnerinnen. Zum Schein brechen beide in den Krieg auf, um ihre Verlobten zu testen. Als Albaner verkleidet zurückgekehrt, werben Ferrando und Guglielmo um die Frau des jeweils anderen und werden von ihnen abgewiesen. Entsprechend rückversichert willigen die Männer ein, das Spiel noch fortzuführen. Während Guglielmo dies lieber mit vollem Magen täte, reicht Ferrando zum Durchhalten allein schon die Aussicht auf Liebesglück.

Die sängerisch anspruchsvolle Arie gehört zum Standard-Repertoire des leichten, lyrischen Tenors und eignet sich hervorragend als Studienstück für den Mozart-Gesang. Sie zeichnet sich durch die Fragilität der in hoher Tessitur im p geführten Gesangslinie aus, unterstützt nur von einer diskreten Orchesterbegleitung. Der schwebende Charakter darf selbst von den wenigen dynamischen Akzenten nicht unterbrochen werden.

4 Un’aura amorosa (Ferrando)

Libretto: Lorenzo Da Ponte

Premiere: 26 January 1790, Vienna, Burgtheater Range: d–a1 Duration: ca. 4’30 minutes

Leseprobe Sample page

Mozart received the commission for another opera buffa after Le nozze di Figaro was revived in Vienna in August 1789. For the new work Da Ponte used sources of inspiration from Ovid and Ariosto to Metastasio. Mozart himself knew the storyline of the fidelity test with serious consequences, as he had composed a few arias for the 1783 Vienna production of Pasquale Anfossi’s opera Il curioso indiscreto. Ferrando and Guglielmo make a bet with the cynical Alfonso on the faithfulness of their girlfriends. The two men pretend to go off to war, only to return later in disguise to test the women’s fidelity. When they return, disguised as Albanians, they woo each other’s fiancée and are rebuffed. Reassured by this, the men agree to carry on with the game. While Guglielmo would rather do so on a full stomach, for Ferrando the prospect of love’s bliss is reason enough to persevere. This vocally taxing aria belongs to the standard repertoire of the light lyric tenor and is ideal for learning how to sing Mozart. It is characterized by the fragility of the vocal line in a high p tessitura, supported only by a discreet orchestral accompaniment. The floating character of the aria must not be interrupted, even by the few dynamic accents.

122 3 Il mio tesoro
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Così fan tutte Akt I, Nr. 17 / Act I, No. 17

Dies ist eine Leseprobe.

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OperAria

Tenor

EB 8874 Repertoire lyrisch | lyric

EB 8875 Repertoire lyrisch-dramatisch | lyric-dramatic

EB 8876 Repertoire dramatisch | dramatic

Repertoiresammlung nach stimmlichen Kriterien (Umfang, Tessitura, Spezifika, Arientyp) unter Berücksichtigung musikalischer und theaterpraktischer Aspekte (Stilistik, Epoche, Rollentyp, nationale Herkunft)

mit Kommentaren zu den Arien

• Informationen zu Komponist, Librettist, Werk, Tonumfang und Fassungs- oder Besetzungsfragen

• Inhaltsangabe zur dramatischen Grundkonstellation im Handlungskontext der Oper • Einschätzung aus sängerischer Sicht mit „Phonetik-Assistent“ und „Text-Assistent“

• Arientexte von Muttersprachlern gesprochen als Audiodatei (mp3)

• Arientexte in deutscher und englischer Übersetzung als Textdatei (pdf)

Downloads verfügbar unter www.breitkopf.com

Repertoire anthology of opera arias according to vocal criteria (range, tessitura, specifics, type of aria) with due regard to practical aspects of musical and theatrical nature (style, era, role type, national provenance) with comments on the arias

• information on the composer, the librettist, the work, the range and of versions or casting

• a short synopsis of the contents illuminating the basic dramatic constellation in the context of the opera’s plot

• an evaluation from the singer’s point of view

with “phonetics assistant” and “text assistant”

• aria texts in the original language spoken by native speakers as an audio file (mp3)

• aria texts in German and English translations as a text file (pdf) available for download at www.breitkopf.com

„Einen Wegbegleiter empfehle ich gern: OperAria. Dort findet sich die gesamte Bandbreite des Repertoires, sinnvoll eingeteilt hinsichtlich der stimmtypischen Eigenschaften. Wenn es überhaupt eine sichere Grundlage für die Aneignung des passenden Tenor ­ Repertoires gibt, dann ist es diese.“

“I am happy to recommend a companion for the journey: OperAria. Here the whole broad range of the repertoire can be found, sensibly divided according to voice type and vocal characteristics. If a reliable basis for acquiring the most appropriate tenor repertoire exists at all, then this is it.”

„Mein Anliegen ist es, Studierenden einen modernen, systematisch aufgebauten, gut informierten Vocalcoach an die Hand zu geben, der den Anforderungen der heutigen Theaterpraxis entspricht. Endlich ein stimmiges Repertoire und eine schlüssige Bündelung der Vorsingearien für jede Stimmgattung.“

“My goal is to give the user a modern-day, systematically structured vocal coach who satisfies the demands of present-day theater practice. At long last a consistent repertoire and a well-ordered conflation of respective audition arias for all vocal genres ”

1 2 3 Foto: © David Jerusalem Foto:
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© Ulf Meinhardt
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