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spektrum bregenzerwald

#4.09

ansichten zwischen bes tändigkeit und neul and

wohnen – zwischen tradition und traum


Was schätzt der Gast amund Wohnen im Bregenzerwald? Warum bauen Menschen Hecken Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? All diese Fragen stellen wir uns in Spektrum. derNeubau Breite des gesamten Wohnspektrums.Wie sich dieist Wohnanforderungen verändern, so verändert sich auch Jugendarbeit, das Werkraum, KäseStrasse, Offene Bregenzerwald Tourismus und die Regio bemühen sichBregenzerwald gemeinsam, dasüber Magazin noch interessanter zu gestalten – und wir freuen uns jede Rückmeldung! Viel Spaß beim Erweitern Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Schwarz, Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald WOHNEN, das Thema deralle. vierten Ausgabe deszweit, Bregenzerwald Spektrum, betrifft uns Wohnen allein, zu mit der ganzen Familie, generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich persönlich. Nach vielen Jahren im „Hotel Mama“, mache ich mir Gedanken über die eigenen vier Wände. Der Kauf einer Wohnung, die Sanierung des Elternhauses, ein Neubau – alles ist offen. es Daher ist dieses spektrum auch eine Anregung fürThema mich, denn beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit dem WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? Ist die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen undam Bregenzerwälder einen Neubau Neubau leisten? Was schätzt der Gast Wohnen im Bregenzerwald? bauen Menschen Hecken und Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? All diese Fragen stellen wir uns in Spektrum. derWarum Breite des gesamten Wohnspektrums.Wie sich dieist Wohnanforderungen verändern, so verändert sich auch Jugendarbeit, das Bregenzerwald Werkraum, KäseStrasse, Offene Bregenzerwald Tourismus und die Regio bemühen sich gemeinsam, das Magazin noch interessanter zu gestalten – und wir freuen uns über jede Rückmeldung! Viel Spaß beim Erweitern Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Schwarz, Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald WOHNEN, das Thema deralle. vierten Ausgabe des Bregenzerwald Spektrum, betrifft uns Wohnen allein, zu zweit, mit der ganzen Familie, generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich persönlich. Nach vielen Jahren im „Hotel Mama“, mache ich mir Gedanken über die eigenen vier auch Wände. Der Kauf einer Wohnung, diebeschäftigt Sanierung des Elternhauses, ein Neubau –für alles ist offen. Daher ist dieses spektrum eine Anregung mich, denn es sich auf vielfältige Weise mit dem Thema WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? Ist die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen undam Bregenzerwälder einen Neubau Neubau leisten? Was schätzt der Gast Wohnen im Bregenzerwald? bauen Menschen Hecken und Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? All diese Fragen stellen wir uns in Spektrum. derWarum Breite des gesamten Wohnspektrums.Wie sich dieist Wohnanforderungen verändern, so verändert sich auch Jugendarbeit, das Bregenzerwald Werkraum, KäseStrasse, Offene Bregenzerwald Tourismus und die Regio bemühen sich gemeinsam, das Magazin noch interessanter zuSpaß gestalten – Erweitern und Schwarz, wir freuen uns über jede Rückmeldung! Viel beim Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald WOHNEN, das Thema deralle. vierten Ausgabe des Bregenzerwald Spektrum, betrifft uns allein, zu zweit, mit der ganzen Familie, generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich persönlich. NachWohnen vielen Jahren im „Hotel Mama“, mache ichWohmir Gedanken über die eigenen vier Wände. Der Kauf einer nung, es diebeschäftigt Sanierung des Elternhauses, ein Neubau –für alles ist offen. Daher ist dieses spektrum auch eine Anregung mich, denn sich auf vielfältige Weise mit dem Thema WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? Ist die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen und Bregenzerwälder einen Neubau leisten? Was schätzt der Gast amund Wohnen im Bregenzerwald? Warum bauen Menschen Hecken Zäune? Was sinnvoller, odergesamten Sanierung? All diese Fragen stellen wir uns in Spektrum. derNeubau Breite des Wohnspektrums.Wie sich dieist Wohnanforderungen verändern, so verändert sich auch Jugendarbeit, das Werkraum, KäseStrasse, Offene Bregenzerwald Tourismus und die Regio bemühen sichBregenzerwald gemeinsam, dasüber Magazin noch interessanter zu gestalten – und wir freuen uns jede Rückmeldung! Viel Spaß beim Erweitern Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Schwarz, Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwal WOHNEN, das Thema uns deralle. vierten Ausgabe deszweit, Bregenzerwald Spektrum, betrifft Wohnen allein, zu mit der ganzen Familie, generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich persönlich. Nach vielen Jahren im „Hotel Mama“, mache ich mir Gedanken über die eigenen vier Wände. Der Kauf einer Wohnung, die Sanierung des Elternhauses, ein Neubau – alles ist offen. Daher ist dieses spektrum auch eine Anregung für mich, denn es Ist beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit dem für Thema WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen und Bregenzerwälder einen Neubau leisten? Was schätzt der Gast amund Wohnen im Bregenzerwald? Warum bauen Menschen Hecken Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? 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Tourismus und die Regio bemühen sichBregenzerwald gemeinsam, das Magazin noch interessanter zu gestalten – und wir freuen uns über jede Rückmeldung! Viel Spaß beim Erweitern Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Schwarz, Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwal WOHNEN, das Istuns diealle. Senioren-Wohngemeinschaft einder Modell fürFamilie, Thema der vierten Ausgabe deszweit, Bregenzerwald Spektrum, betrifft Wohnen allein, zu mit ganzen generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich persönlich. Nach vielen Jahren im „Hotel Mama“, mache ich mir Gedanken über die eigenen vier Wände. Der Kauf einer Wohnung, die Sanierung des Elternhauses, ein Neubau – alles ist die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnan­ offen. es Daher ist dieses spektrum auch eine Anregung fürThema mich, denn beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit dem WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? Ist die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, forderungen, den heutigen Standards entsprechen? den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen undam Bregenzerwälder einen Neubau Neubau leisten? Was schätzt der Gast Wohnen im Bregenzerwald? bauen Menschen Hecken und Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? All diese Fragen stellen wir uns derWarum Breite Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wieinwohnt des gesamten Wohnspektrums.Wie sich dieist Wohnanforderungen verändern, so verändert sich auch das Bregenzerwald Spektrum. Werkraum, KäseStrasse, Offene Jugendarbeit, Bregenzerwald Tourismus und die Regio bemühen sich gemeinsam, das Magazin noch interessanter zu gestalten – und wir freuen uns über jede der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen Rückmeldung! Viel Spaß beim Erweitern Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Schwarz, Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald WOHNEN, das Thema deralle. vierten Ausgabe des Bregenzerwald Spektrum, betrifft uns Wohnen allein, zu zweit, mit der ganzen Familie, generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich und Bregenzerwälder einen Neubau leisten? persönlich. Nach vielen Jahren im „Hotel Mama“, mache ich mir Gedanken über die eigenen vier auch Wände. Der Kauf einer Wohnung, diebeschäftigt Sanierung des Elternhauses, ein Neubau –für alles ist offen. Daher ist dieses spektrum eine Anregung mich, denn es sich auf vielfältige Weise mit dem Thema WasIst schätzt deraltes GastWälderhaus am Wohnen imdie Bregenzerwald? WOHNEN. Welche Wohnträume hat Bregenzerwälder Jugend? die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen und Bregenzerwälder einen Neubau leisten? Warum bauen Menschen Hecken und Zäune? Was Neubau ist Was schätzt der Gast am Wohnen im Bregenzerwald? bauen Menschen Hecken und Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? All diese Fragen stellen wir uns in Spektrum. derWarum Breite des gesamten Wohnspektrums.Wie sich dieist Wohnanforderungen verändern, so verändert sich auch das Bregenzerwald Werkraum, KäseStrasse, Offene Jugendarbeit, Bregenzerwald sinnvoller, Neubau oder Sanierung? Tourismus und die Regio bemühen sich gemeinsam, das Magazin noch interessanter zuSpaß gestalten – Erweitern und Schwarz, wir freuen uns über jede Rückmeldung! Viel beim Ihres persönlichen Spektrums zum Thema WOHNEN.Urs Geschäftsführer Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald WOHNEN, das Thema deralle. vierten Ausgabe des Bregenzerwald Spektrum, betrifft uns Wohnen allein, zu zweit, mit der ganzen Familie, generationenübergreifend. Ein aktuelles Thema auch für mich persönlich. 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Daher ist dieses spektrum eine Anregung mich, denn es sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Urs Ist Schwarz, Geschäftsführer WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen undam Bregenzerwälder einen Neubau Neubau leisten? Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald Was schätzt der Gast Wohnen im Bregenzerwald? bauen Menschen Hecken und Zäune? Was sinnvoller, oder Sanierung? 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Daher ist dieses spektrum auch eine Anregung mich, denn sich auf vielfältige Weise mit dem Thema WOHNEN. Welche Wohnträume hat die Bregenzerwälder Jugend? Ist die Senioren-Wohngemeinschaft ein Modell für die Zukunft? Kann ein altes Wälderhaus den Wohnanforderungen, den heutigen Standards entsprechen? Hat der Bregenzerwald eine Wohnkultur? Wie wohnt der Käse? Können sich junge Bregenzerwälderinnen und Bregenzerwälder einen Neubau leisten? Was der Gast amund Wohnen im Bregenzerwald? Warum bauen Menschen Hecken Zäune? Was ist oder schätzt Sanierung? All diese Fragen stellen wirsinnvoller, uns in derNeubau Breite

Editorial

Grüaß de!

Inhalt

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service

6

t i t e l s to ry Einfach wohnen

r e g i o b r e g e n z e r wa l d 1 2 Beim Schopf packen 1 6 Umbau für neue Wirklichkeiten BREGENZERWALD TOURISMUS 1 8 Von Gästen zu Mitbewohnern w e r k r a u m b r e g e n z e r wa l d 2 0 Vom tätigen Leben k ä s e s t r a s s e b r e g e n z e r wa l d 2 2 Wo der Käs’ wohnt o f f e n e j u g e n d a r b e i t Br e g e n z e r wa l d 2 4 Wenn ich‘s mir ­aussuchen könnt’ interview 2 8 Keine Last e x p e rt e n m e i n u n g 3 0 Menschliche Atmosphäre einwurf 3 2 Hütebuben kontra Zaungäste visionen 3 4 Wohnen als Computerspiel jugend 3 6 Ausziehen – wozu? a lt e r 3 7 Autonome Szene in Hittisau 38 impressum


Gewohnt hat man im Wald, seit es hier Menschen gibt. Nur würden wir heute bei vielen Behausungen wohl eher von „Hausen“ denn von „Wohnen“ sprechen. So wahrscheinlich auch bei jener Hütte, die wir hier mit ihren ­Bewohnern im Bild sehen: Sawender um 1950. Das Bregenzerwald Spektrum möchten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen Einblick geben, wie Wohnraum im Wald entstanden ist. Dazu zeigen wir Ihnen eine Fotogeschichte, die sich durch das ganze Heft zieht und das Wachsen von Häusern im Wald zeigt. Wir danken den Leihgebern für die Fotos und wünschen beim Betrachten viel Vergnügen.

Bregenzer wald Spektrum

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service

Webtipps Umfassende Informationen zum Projekt „Alte Bausubstanz“ finden Sie unter

Spannende Fotos und ein interessantes Bautagebuch zum Umbau des Genießer- und Kuschelhotels Gams in Bezau im Sommer 2009 auf

www.hotel-gams.at/umbau/

www.altebausubstanz.at

Handwerkertipp

Claudio Mätzler

Informationen zum Thema Wohnbauförderung finden Sie unter der Rubrik „Bauen & Wohnen“ auf

www.vorarlberg.at

So wohnt der Gast im rundum erneu­ erten, verschönerten und erweiterten Hotel Post. Seitdem hier 1850 die ersten Postkutschen auf ihrem Weg zum Arlbergpass hielten, ist der Wandel Teil der Tradition des Hauses:

www.hotelpostbezau.com

Informationen zum geplanten Werkraum-Haus des werkraum bregenzerwald finden Sie unter

www.werkraum.at

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B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

Eine Baureportage des aktuellen Umbaus der Krone in Au finden Sie unter www.krone-au.at

Ein feinfühliger Restaurator und (Maler-)Meister für heikle Arbeiten: handle es sich um Bilder, antike Möbel oder Bücher, Farbideen zum Wohlfühlen im neuen Zuhause oder innovative Maltechniken mit Naturfarben. Er hilft, wo andere nicht mehr weiterwissen. Ein Fachmann mit Herz und Seele. Wir vom kulturverein bahnhof empfehlen ihn aus Erfahrung!


service

Literaturtipps

Lesebuch Bregenzerwald

eigen + sinnig

14,5 mm

u4 143 x 236 mm

Erzählungen aus dem Bregenzerwald

Florian Aicher Renate Breuß

Florian Aicher ist freier Architekt in Rotis/Allgäu mit den Schwerpunkten Hochbau und Raumgestaltung sowie deren Theorie und Geschichte. Gastprofessuren führten ihn an die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und die Hochschule der Künste Saar. Renate Breuß ist promovierte Kunsthistorikerin und Lehrbeauftragte für Kultur & Design und wissenschaftliches Arbeiten im Studiengang Mediengestaltung an der Fachhochschule Vorarlberg. Seit 2001 begleitet sie die Aktivitäten des werkraum bregenzerwald redaktionell und konzeptionell. Thomas Lüttge arbeitet seit 35 Jahren als freier Fotograf. Lehraufträge und Ausstellungen brachten ihn in europäische Länder, die usa und vor allem nach Asien. Heute lehrt er Fotografie an der Fachhochschule München.

eigen+sinnig

Florian Aicher Renate Breuß

Wer im Bregenzerwald unterwegs ist, bemerkt sie – die Eleganz des Einfachen. Hier, in alpiner Gebirgslandschaft, hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Kultur des Bauens und Wohnens entfaltet, die augenfällig ist und mittlerweile auch internationales Aufsehen erregt. Handwerkliche Fertigung in mittelständischen Betrieben mit höchsten Ansprüchen an Verarbeitung und Gestaltung sind zu einem Markenzeichen geworden – und zu einem wichtigen regionalen Wirtschaftsfaktor. Im werkraum bregenzerwald haben sich Handwerker und Gestalter zusammengeschlossen und eine neue Kultur der Arbeit geschaffen – im Bewusstsein der Einheit von gutem Gebrauch und schöner Gestalt. Entstanden ist eine selbstbewusste, eigen-sinnige Alternative zur Globalisierung des (schlechten) Geschmacks.

Einblicke in die Talschaft an der Ach. Ausgewählt und zusammengestellt von Georg Sutterlüty. Herausgeber Ulrich Gabriel, Verlag unartproduktion. In der erfolgreichen neuen Lesebuchreihe erscheint nun das Lesebuch Bregenzerwald. Alte und neue Geschichten, Anekdoten, Dokumente, Chroniken, Gedichte, Sagen, Erzählungen in lesefreundlicher Zusammenstellung. Für Menschen, die gerne lesen und mehr über bestimmte Orte oder Regionen erfahren möchten. „Ich wollte Geschichte und Gegenwart verbinden. Ich wollte, dass die Geschichte uns erzählt und dass Menschen aus dem Tal uns erzählen.“ Georg Sutterlüty

titel 143 x 236 mm

Kriminalgeschichten von Peter Natter, erschienen im Bucher Verlag. Mir eohrod (Wälderisch für: Wir ehren) ... – ja, was denn eigentlich ehrt man hierzulande wirklich? Was als kriminalistisches Rätsel beginnt, entpuppt sich bald als zutiefst menschliche Komödie. Es sind die ganz normalen Schweinereien, pardon: Gemeinheiten, die auf einmal größere Kreise ziehen, als ihren Urhebern lieb ist. Denn es kann der Böseste nicht in Frieden leben, wenn er es zu bunt treibt. Der Bregenzerwald ist mehr als bloß die Kulisse für ein so stilles wie schrilles Drama. Nicht nur, wenn uralte Traditionen auf moderne Prinzipien treffen, kann es krachen. Auch innerhalb der scheinbar so beschaulichen Idylle lauert Zündstoff. Es geht um Karriere, Käse, feine Küche, heilige Kühe und arme Teufel.

eigen+sinnig Mit Bildern von Thomas Lüttge

Der werkraum bregenzerwald als Modell für ein neues Handwerk

24,80 Euro ISBN 3-936581-88-6 www.oekom.de

Wer im Bregenzerwald unterwegs ist, bemerkt sie – die Eleganz des Einfachen. Hier, in alpiner Gebirgslandschaft, hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Kultur des Bauens und Wohnens entfaltet, die augenfällig ist und mittlerweile auch internationales Aufsehen erregt. Handwerkliche Fertigung in mittelständischen Betrieben mit höchsten Ansprüchen an Verarbeitung und Gestaltung sind zu einem Markenzeichen geworden – und zu einem wichtigen regionalen Wirtschaftsfaktor.

Bregenzer wald Spektrum

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THEMA

Einfach wohnen Wie der Bregenzerwald zu seiner Wohnqualit채t gekommen ist

Andelsbuch 6 B re g e n1980 zerwald Spektrum


einfach wohnen

Wohnen, das werden wir in ­diesem „Spektrum“ noch sehen, hat etwas mit Heimat­gefühl zu tun. Im Bregenzerwald wohnen heißt, hier seinen Platz gefunden und sich eingerichtet zu haben. Im alten Island bedeutete das Wort zugleich auch „Behagen empfinden“ und „zufrieden sein“. Wohnen ist nicht nur irgendwo unter einem Dach hocken. Es meint ein aktives Verhalten zur Welt.

Im Wohnen eignen wir uns unsere Umgebung an. Der Philosoph Martin Heidegger drückt es so aus: „Wir wohnen nicht, weil wir bauen, sondern wir bauen, insofern wir wohnen.“ Er meint damit, dass Bauen und Wohnen zusammengehören. Doch geht, auch wenn es paradox klingt, das Wohnen dem Bauen voraus. Nun könnte man sagen: Das muss man Bregenzerwäldern nicht erzählen, das kennen sie von zuhause. Was sie aber wahrscheinlich nicht kennen, ist eine begeisterte Beschreibung des Wohnens im Wald vor 170 Jahren. Damals schwärmte Ludwig Steub, einer der ersten deutschen Reiseschriftsteller, wie die hiesigen Räume in ihm „das Gefühl des Wohnlichen und Heimlichen erwecken“. Der Deutsche lobte auch das Heimwerk der Bregenzerwälderin: „Glänzend gebohnte Tische und Thüren, helle Fenster mit feinen Vorhängen, sorgfältig gescherte Böden.“ Er nannte ihre Stube das „treffliche Muster aller Reinlichkeit und Heimlichkeit“, wo „im Sommer die Sonne so klar durch die großen Fenster bricht und der grün glasierte Kachelofen behagliche Wärme für den Winter verspricht“. Damit beschreibt er die Wälder Stube; sie erlebte damals ihre Blüte. Auch wenn sich die heutigen Stuben selbstverständlich genauso als „Muster der Reinlichkeit“ sehen lassen können. Wie die Wohnstuben der Wälderinnen entzückte ihn auch das „schöne Hausgeräth“. Damals gab es noch keinen werkraum bregenzerwald, aber Steub erkannte doch, dass alles von „Meistern des Waldes gemacht“ war. Die Handwerker steigerten die Möbelherstellung, insbesondere der Kanapees, zu hoher Kunst. Kanapees standen in jeder Bauernstube. Mit Stoff bespannt die einfachen, in Leder die noblen. Alle betonten die Qualität des Holzes. Stilsicher, unbekümmert und von erstaunlicher Vielfalt, war keines dem anderen gleich. Diese Kanapees verkörperten für Steub eine „stattliche Häuslichkeit, reinlich und sparsam, ohne Abneigung gegen erlaubten Schmuck des Lebens.“

Vor das behagliche Wohnen hat der liebe Gott harte Bauarbeit gesetzt. Im Wald wird gern auf der eigenen Baustelle gearbeitet: Hier ist der Mann noch ein richtiger Mann

Weit weg vom Wald, aber in der gleichen Zeit wie Steub, schrieb der böhmische Dichter Adalbert Stifter: „Unsere Zimmer sind wie hohe Würfel oder wie Kisten, und in solchen stehen die geradlinigen und geradflächigen Geräte gut.“ Er spielte damit auf einen Wohnstil an, der sich nicht nur im Wald, sondern auch in der Großstadt Wien etablierte: das Biedermeier. Das Biedermeier war die erste künstlerische Richtung, die das Wohnen zum Thema gemacht hat. Neue Forschungen besagen,

Bregenzer wald Spektrum

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THEMA

Alberschwende 1985

Au 2008

dass dieser damals neue Wohnstil keineswegs nur das „biedere“ Bürgertum angesprochen hat. Er brachte das Wohngefühl im privaten Alltag selbst von höhergestellten Persönlichkeiten zum Ausdruck – im Gegensatz zum repräsentativen „Empire“. Dieser Stil sollte vor allem auf Besucher Eindruck machen. Das Biedermeier hingegen zielte ganz auf die eigene Behaglichkeit.

als die Gegend seit der Bautätigkeit der Auer Zunft Anschluss an die Welt „da draußen“ hatte. Erklären freilich lässt sich die Kunstfertigkeit des „kleinen Mannes“ damals letztendlich so wenig wie diejenige der Baukünstler 150 Jahre früher – wenig hilft der Hinweis auf die Weltoffenheit einerseits und das Selbstbewusstsein andererseits, sich ans Werk zu machen.

Dabei war es ein funktionaler Stil. Und entgegen der Vorstellung, das Biedermeier sei die Wohnform nachnapoleonischer Restauration ab 1815, entstand es schon um 1800 als abgeklärte, „zeitlose“ Version des Klassizismus. Seine Kennzeichen sind Zurückdrängen des Dekors, klare, schlichte, fast abstrakte Formen, Betonung des Materials (bevorzugt Holz) und der Linie, Farbigkeit, Ungezwungenheit und Einfachheit der Dinge. Die Zentren der Entwicklung des Biedermeier waren Wien, Berlin und Kopenhagen. Von Wien aus verbreitet es sich über ganz Süddeutschland. Bekannt wurde der neue Wohnstil durch Musterbücher, Magazine und Zeitschriften. Die Einheit der vielfältigen Einrichtungsgegenstände, die damals im Bregenzerwald entstanden, legt Anregungen von hier nahe. Dies umso mehr,

Biedermeier wird vorschnell provinziell und verstockt gescholten. Dagegen ist daran zu erinnern, dass die Moderne des 20. Jahrhunderts in der Wiederentdeckung dieser Epoche eine Wurzel hat. „Um 1800“ hieß ein seinerzeit wegweisendes Buch für die Entwicklung der Moderne. Der Gründer des epochalen Werkbundes, ­Hermann Muthesius, flehte um 1907: „Wenn hier eine Gesinnung Platz griffe, die nur das Einfache und Gediegene wählte … Wir würden ein ­schlichtes Hausgerät von edlem Anstand und echter Vornehmheit haben, nicht der gewollten talmiaristokratischen von heute. Ein Hausgerät von jener Unaffektiertheit und Wahrheitsliebe, wie es unsere Groß- und Urgroßväter hatten.“

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B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

So wie diese Begründer der Moderne wussten, dass sie auf den Schultern ihrer Vorgänger


einfach wohnen

Andelsbuch 1950

standen, so setzen jene „Dilettanten“ das Werk fort, das vor ihnen in Arbeit war – Wohnen wird ständig umgebaut und bleibt sich doch gleich. Ohne die Barockbaumeister aus Au ist die hohe Wohnkultur des Bregenzerwaldes nicht verständlich, doch die Bezüge reichen weiter zurück.

Spuren der Geschichte – nie erstarrt, sondern lebendig in den Worten Peter Handkes: „Nicht im Sinne eines ‚Es war einmal’, sondern eines ‚Fang an!’. Wie ich bei dem Anblick einer steinernen Dachrinne nie ‚Mittelalter’ dachte, sondern, wie bei keinem Neubau, hier wie dort ‚Jetzt!’.“

Der Beitrag des Alpenraumes zur Geschichte des Wohnens ist die Stube – ein rauchfreier, warmer Raum. Es wird dem Klima geschuldet sein, dass der mit offenem Feuer beheizte Einraum des ­frühen Bauernhauses in einzelne Räume aufgeteilt und ein kleiner Teil beheizt wird. Ursprünglich selbstständige Häuser für Wohnen, Vieh und Futter rücken diese im Wälderhaus der Länge nach unter ein durchgehendes Dach, dazwischen ein Raum, der Tenne wird, später längs um Schöpfe ergänzt.

Weil es immer wieder „Jetzt!“ war, da begonnen wurde, gelingt es heute, den Faden aufzunehmen und weiterzubauen in einer Qualität und Quantität, die Auswärtige zum Staunen bringen. So baut das Neue Bauen der letzten dreißig Jahre weiter: mit einer Sorgfalt im Bezug zur Landschaft, die bäuerliche Wurzeln offenbart; mit einer Materialkultur, die dem Wald entspringt; mit einer Verarbeitung, die lange handwerkliche Übung bezeugt; mit einer Geschmackssicherheit, die sich nur in weit reichender Begegnung mit Baukunst bildet.

Traufseitig die Zugänge, so auch zur Flurküche mit einst offenem Feuer, von wo aus die Stube beheizt wird. Bis zu jener Zeit, als der Bregenzer­ wald sein legendäres Rathaus erhielt, also zu Beginn des 16. Jahrhunderts, lassen sich diese Häuser zurückdatieren. Die aus praktischen Erwägungen gewonnene Form wird über die Jahrhunderte ergänzt, vergrößert, ausgeschmückt.

Es wird kaum Zufall sein, dass von hier – von  den rundum fein verkleideten Stuben – neue Innen­räume in die Welt gehen: Böden, Wände und Decken, mit Weißtanne ausgekleidet. Sie gleichen einem Futteral mit samtener Oberfläche, das die Architekturtheoretikerin Gabriele Kaiser an die „meistens violetten Sammethöhlen“ Bregenzer wald Spektrum

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THEMA

Beim Hausbau haben sich eindeutige Zuständigkeiten herauskristallisiert: Für Mauern, Keller, Decken und Dach ist der Mann zuständig. Bei Türen und Fenstern entscheiden Frau und Mann. Der Rest bleibt meist der Entscheidung der Frau überlassen. Mit ihr wird aus dem Haus erst ein Wohnraum

Andelsbuch 1980

der Zirkelkästen und Schmuckkästchen erinnert. Bei so viel Oberflächenfinesse und geometrischer Reinheit wird einem freilich gelegentlich bange. Wie kann sich das Wort des Schriftstellers Walter Benjamin „Wohnen heißt Spuren hinterlassen“ noch Geltung verschaffen? Fragt man Fachleute mit Überblick, Bürgermeister oder Banker, warum die Wälder (schön) bauen, erfährt man: Noch immer ist die eigene Autonomie höchster persönlicher Wert. Noch immer ist das eigene Haus dafür sicherster Garant und Inbegriff sozialer Anerkennung. Noch immer ist die Familie der Dreh- und ­Angelpunkt dieser Auffassung und der Quell der Kraft, dies in ins Werk zu setzen. Noch immer sind es junge Leute, egal aus welcher Schicht, die um Kredit ansuchen, die für einen Bau deutlich mehr hinlegen als die nördlichen Nachbarn, die eine Verschuldung für ein halbes Berufsleben in Kauf nehmen, die Potenziale der Familie heben und in die Waagschale werfen und so diese Baukonjunktur antreiben – nicht die Sahnehäubchen der Halbvillen aus besseren Kreisen. 10

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

Noch immer wird das Bauen von der bäuerlichen Mentalität pragmatischen Eigensinns befeuert. Doch da nagt die Zeit. Allein biologisch wird die Familie überstrapaziert: Mit dem neuen Haus bleiben die Alten zurück, ein Erwerbseinkommen deckt kaum die Belastung, die Kinderzahl sinkt, mit Schulende sind die Jungen aus dem Haus, die Lebenszeit steigt, das Haus wird zur Last. Da sind Trennung und Partnerwechsel noch gar nicht bedacht. Das alles soll das Haus heute mitmachen, räumlich flexibel sein. Die Erosion der sozialen Grundeinheit erodiert, ruft neue Bindungen auf den Plan. Gewerbliche Belegung von Teilflächen, Generationenhaus, Integration von Pflegekräften, Alterswohngemeinschaften … Hat das Neue Bauen in Vorarlberg nur zufällig mit vielen Bauherrnkooperativen begonnen? So wird das alte Bauernhaus wieder interessant: Da besteht bereits eine Wohnung, neue Erschließungskosten für die Gemeinde entfallen, das ­riesige Volumen von Stall- und Bergeraum steht


einfach wohnen

Au 1983

Riefensberg 2009

zur Verfügung, Zonierung liegt auf der Hand. Klare Grenzen, sauber getrennte Eigentumsverhältnisse, eindeutige Abgeschlossenheit, baurechtliche Einschränkungen sind Probleme – und heute die alleinige Ausrichtung der Förderung auf energetische Aspekte. Aus dieser Sicht kann der Wert der Initiative „Alte Bausubstanz“ gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Fernab von Rezepten wird hier nach Möglichkeiten gesucht, setzen sich Techniker, Finanzleute, Architekten und Politiker an einen Tisch, von der ­Politik finanziell gefördert. Dabei lässt sich bereits jetzt feststellen, dass das Neue Bauen hier bestens zuhause ist: Sorgfältigster Umgang mit Bestand und Geschichte steht souverän neben freier Entwicklung von Raum und Gestalt. So lebt das eigene Haus – und der „Hausverstand, das ­Kompli­zierteste, das Schwierigste“, doch unerlässlich, so der Architekturkritiker Otto Kapfinger.

Fragt man Fachleute, warum die Wälder (schön) bauen, erfährt man: Noch immer ist die eigene Autonomie höchster persönlicher Wert. Noch immer ist das eigene Haus dafür sicherster Garant und Inbegriff sozialer Anerkennung

„Da muss man sehr viel drüber reden – und dann kommt mit einer zauberhaften Leichtigkeit vielleicht wieder das heraus, was wirklich selbstverständlich, was brauchbar und angenehm ist.“ In Frage steht nicht die Gleichung: Wohnen-Sein-Bauen, sondern: Was verlieren wir, wenn diese zerbricht? Florian Aicher

Bregenzer wald Spektrum

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regio Bregenzerwald

Beim Schopf packen Was mit leer stehenden H채usern geschehen soll

12 B re g e n1962 zerwald Spektrum Andelsbuch


beim schopf packen

Tausende Menschen könnten in leer stehenden Wälderhäusern leben. Die REGIO Bregenzerwald hat daher ein Projekt zur Intensivierung der Nutzung alter Häuser gestartet. Was zu viel ist, ist zu viel. Auch wenn es ums Zuwenig geht. Etwa um zu wenig „genutzte Bausubstanz“. So nennt man technisch-trocken leer stehende Wälderhäuser. Mehr als tausend soll es davon geben, vereinzelt von ein bis zwei über Siebzigjährigen bewohnt – Häuser, die in ihren besten Zeiten eine drei Generationen umfassende Großfamilie unter ihrem Dach vereint haben. Die Bruttonutzfläche der zu wenig genutzten Häuser beträgt über 416.000 ­Quadratmeter. „Dies entspricht einer Wohnfläche für rund 4.800 Menschen“, sagt Armin Berchtold, Bürgermeister von Schwarzenberg. Würde das heute noch zu vierzig Prozent ungenutzte Bauland bei uns in dieser Dichte bebaut, könnten über 50.000 Menschen im Wald wohnen. Architekten aus der Region zeigen schon seit einiger Zeit durch ihre Entwürfe für Neubauten, wie unsere Wälder Bautradition heute zu interpretieren und mit jungem Leben zu erfüllen ist. Jetzt haben sie das klassische Wälderhaus im Visier. Aber nicht mit Spitzhacke und Bagger. Schon eher mit Fingerspitzengefühl und planerischer Raffinesse. Das ist nicht zuletzt, wie das meiste im Wald, eine Frage der Vernunft. Die alten Häuser haben beinahe unverschämt große Kubaturen und Nutzflächen. Sie sind auch Zeugen der überragenden Wohn- und Baukultur unserer Vorfahren. Wie möchten doch die Ahnen über den aktuellen Wintergarten-Hype lachen: Der Schopf hat die heutigen, oft sterilen ­Glaskästen schon vor Jahrhunderten realisiert – und übertrifft sie nicht selten immer noch. Nun sollen junge Leute in die alten ­Häuser gelockt werden. Mit Umbauprojekten wie jenem von Architekt Thomas Mennel im

Mindergenutzte Häuser im Bregenzerwald Im Oktober 2007 haben die Gemeinden des Bregenzerwaldes alle mindergenutzten Gebäude erhoben. Als solche gelten nur Häuser, die älter als 25 Jahre sind und in denen Menschen leben, die über siebzig sind. Gemeinde Mindergenutzte Häuser Alberschwende 120 Andelsbuch 48 Au 69 Bezau 58 Bizau 53 Buch 24 Doren 26 Egg 57 Hittisau 111 Krumbach 28 Langen/Bregenz 24 Langenegg 44 Lingenau 62 Mellau 23 Reuthe 25 Riefensberg 50 Schnepfau 10 Schoppernau 50 Schwarzenberg 82 Sibratsgfäll 25 Sulzberg 53 Gesamt 1.042

Bregenzer wald Spektrum

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regio Bregenzerwald

Großdorf 2008

Bezau 1996

Das Projekt „Alte Bausubstanz – ­Modellregion Bregenzerwald“ Im Auftrag der REGIO Bregenzerwald wurde eine der Projektleitung von Markus Berchtold, Ingenieurbüro für Raumplanung und Projektmanagement in Schwarzenberg unterstehende Arbeits- und eine Steuerungsgruppe zum Thema „Alte Bausubstanz und ihre Möglichkeiten“ mit Vertretern zahlreicher Institutionen eingerichtet. Gemeinsam mit der Landesregierung wollen wir als Modellregion für Vorarlberg arbeiten. Unser Ziel: lebendige Häuser in lebendigen Dörfern. Theoretisch könnten in mindergenutzten Häusern rund 4.800 Menschen wohnen. Als „mindergenutzt“ gilt ein Haus, wenn es leer steht oder die Nutzfläche hundert Quadratmeter je Bewohner übersteigt und höchstens zwei Personen im Gebäude wohnen. Bei der Befragung von neunzig Eigentümern leer stehender Häuser wurde ihr starker emotionaler Bezug zum Gebäude deutlich. Das Haus wird als Symbol für die (Ursprungs-)Familie gesehen. Das Haus gibt Identität, ist Heimat und bietet Verbindung zu den Ahnen und zu den anderen Familienmitgliedern. Statistisch gesehen, zeigte sich, dass der Wunsch nach Vererben an die Kinder der Hauptgrund für den Leerstand ist. Problematisch dabei ist, dass oftmals die eigenen Kinder bereits einen eigenen Wohnraum geschaffen haben. „Die Ergebnisse der Erhebungen im Zuge des Projektes ‚Alte Bausubstanz – Modellregion Bregenzerwald‘ haben uns motiviert, die Wohnbauförderung in Vorarlberg weiterzuentwickeln. Mit 1. Jänner 2009 ist die erheblich verbesserte Unterstützung der Althaussanierung in Kraft getreten“, erklärt Landesrat Karlheinz Rüdisser. Wir freuen uns über Ihre Gedanken zur alten Bausubstanz im Bregenzerwald und bitten Sie um einen Kommentar auf unserer Website www.altebausubstanz.at.

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B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m


beim schopf packen

Das Bauen hat sich seit den 1950er-Jahren stark verändert. Wenn damals ein Haus gebaut wurde, verzichtete die Familie jahrelang auf den Urlaub, auch die Anschaffung eines Autos musste warten: Alles war ganz auf den Hausbau konzentriert. Heute nehmen es Hausbauer als selbstverständlich, Autos zu besitzen und in den Urlaub zu fahren – selbst wenn sie ihr Haus hauptsächlich in Eigenregie errichten

Andelsbuch 1962

Angelika-Kauffmann-Haus“ am Hof in ­Schwarzenberg. Er zaubert in einem Wälderhaus Atmosphäre und Platzangebot, von dem NeubauBauherren meist nicht einmal träumen dürfen. Da fehlt auf 180 Quadratmetern Wohnnutzfläche aber schon gar nichts von dem, was der moderne Wohnsinn begehrt. Und was Stall und Tenn war, wird später als eigenständige Wohneinheit zum „Haus im Haus“. Die Förderungen vom Land Vorarlberg für solche Sanierungen wurden 2008 von 800 auf 1.000 Euro pro Quadratmeter erhöht. Auf der offiziellen Homepage informiert das Land detailliert über die Fördermöglichkeiten.

Das weiß vor allem auch Architekt Hermann Kaufmann aus einer alteingesessenen Familie von Handwerkern. Für ihn geht es um mehr als nur um Architektur oder Wohnbau. Das Wälderhaus, ein ebenso „reiches wie schweres Erbe“, ist prägendes Element und beredter Zeuge der Kulturlandschaft Bregenzerwald. Mit jedem Haus, das abgerissen wird, verliert unsere einzigartige Region etwas von ihrem Gesicht. Und Bauherren baggern hohe Förder­summen weg – eine eigentlich ganz un­wälderische Vergeudung, wo es doch schon neue Nutzungskonzepte gibt. Man muss diese nur beim Schopf packen. Markus Berchtold

Die REGIO Bregenzerwald hat unterstützend ein Projekt zur „Intensivierung der Nutzung alter Bausubstanz im Bregenzerwald“ gestartet. Damit soll nicht genutzter Wohnraum im Eigentum für junge Menschen verfügbar gemacht werden. Das städtebauliche, wohnbaupolitische, ökonomische, ökologische, soziale, touristische, historische und ästhetische Potenzial solcher Bauten für unsere Region kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Bregenzer wald Spektrum

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regio Bregenzerwald

Umbau f체r neue Wirklichkeiten Alte H채user bieten Platz f체r neue Ideen

16 B re g e n1966 zerwald Spektrum Andelsbuch


umbau für neue wirklichkeiten

Rene Bechter vom Büro BECHTER ZAFFIGNANI Architekten revitalisiert zurzeit für seine Familie sowie die seines Bruders ein altes Vorderwälderhaus. Hier fordert er eine architektonische Neuinterpretation alter Bausubstanz. Oft endet der Umbau eines alten Bregenzerwälder­ hauses mit einer äußerlichen Verjüngungskur: Fassade, Fenster und Dach zeigen sich danach verändert, als sichtbarer Beweis der Bemühungen. Ermöglicht wird das Ganze durch Förderungen, die wichtig und richtig sind. Doch muss das Bauen am Bestand nicht tiefer gehen? Eine thermische Verbesserung eines Gebäudes hebt noch nicht seinen kulturellen Wert. Sie liefert keine Antwort auf die Frage, wie ein Haus neuen Nutzungen angepasst wird und wie zeitgemäßes Wohnen darin funktionieren kann. Dabei kann mit alter Bausubstanz so umgegangen werden, dass aus vielen Möglichkeiten auch neue Wirklichkeiten im Bregenzerwald entstehen. Dass nicht nur konserviert, sondern auch neu interpretiert wird. Dass Besitzer und Bauherren sowohl Mut als auch Motivation finden, sich solchen Bauaufgaben zu stellen. Doch was tun, wenn in den meisten Fällen ein mächtiges Gebäude einem weniger mächtigen Baubudget gegenübersteht? Kein unlösbares Problem, aber eine besondere Herausforderung für Bauherren und Architekten. Allein schon das vorhandene Raumangebot eines Bregenzerwälderhauses schafft Mehrwert. Die vorhandene Kubatur ermöglicht es, neuen Anforderungen unter einem Dach ohne ständiges Zu- und Anbauen gerecht zu werden. Steht doch der ehemalige Wirtschaftstrakt (Stall und Tenn), der bis zur Hälfte der Gesamtkubatur einnehmen kann, in vielen Fällen leer.

bewirken. Leben und Arbeiten unter einem Dach, Generationen­wohnen oder auch die Integration von kleinen Gewerbeflächen sind einige Möglichkeiten. Das alles ist nicht neu. Es ist für die Menschen der Region eine wieder zu entdeckende Alternative zur 150-QuadratmeterWohnnutzfläche des „klassischen“ Einfamilienhaus-Programms. Dieses kann zunehmend den Bedürfnissen heutigen Lebens und Wohnens nicht mehr gerecht werden. Und eine Ent­ wicklung zum Problemfall für nachfolgende Generationen scheint vorprogrammiert. Logische Konsequenz der neuen Nutzungstypologien sind Eingriffe in die bestehende Bausubstanz. Hier beginnt für viele eine Entdeckungsreise in die Einfachheit und zeitlose Schönheit des Bregenzerwälderhauses. Die Art und Weise, wie Konstruktionen und handwerkliche Details umgesetzt wurden, fasziniert und motiviert zur Weiterführung eines handwerklichen Standards, der die Region damals wie heute prägt. Die Handwerker des Bregenzerwaldes sind verlässliche Partner für eine Umsetzung, die traditionelles Wissen mit Innovation kombiniert. Genau hier finden sich ideale Voraussetzungen für eine zeitgemäße Interpretation in Verbindung mit bewährter Funktion. Das Bregenzerwälderhaus ist landschaftsprägend. Und noch ist es wesentlicher Bestandteil eines jeden Ortsbildes der Region. Dieser kulturelle Aspekt hat Gewicht. Er darf jedoch nicht zum Hemmschuh werden. Den Besitzern und Bau­­herren muss die Angst genommen werden, in einem Museum leben zu müssen. Das Vorhandene zu konservieren entspricht gar nicht der Geschichte vieler Häuser. Häufig wurden sie mehrmals den wechselnden Bedürfnissen angepasst. Hier kann unter Bedachtnahme der regionalen Bau­tradition der richtige Umgang mit dem Vorhandenen ansetzen. Rene Bechter

Hier sind neue Nutzungstypologien gefragt, die eine „innere Verdichtung“ des Hauses Bregenzer wald Spektrum

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B r e g e n z e r w a l d t o u r i s m u s V

Die Wohnkultur unterliegt dank weltweit agierender Möbelhäuser einer schleichenden Globalisierung. Daher ist es besonders wichtig, lokale Wohnformen und Wohnkulturen zu erhalten. Schließlich heißt es doch: Zeige mir, wie du wohnst, und ich sage dir, wer du bist. Wenn alle in IKEA-Zimmern wohnen, wie soll man dann die Menschen noch unterscheiden können?

Bezau 1996

Von Gästen zu Mitbewohnern Wir bieten unsere Gästen im Wald eine ganze Menge: einmalige Natur, Ruhe und gute Luft, unzählige Sport- und Freizeitmöglichkeiten, freundliche Gastgeber und genügend Gelegenheiten, köstlich zu speisen und zu entspannen. Ganz besondere Werte sind jedoch die Wohnqualität und die Architektur unserer Häuser.

„Das ist das schönste Hotelzimmer, das ich seit Jahren bewohne.“ Die Dame ist Kosmopolitin von Beruf, das angesprochene Hotelzimmer Bregenzerwälder Handwerk in Reinkultur. „Die Architektur der Region lässt uns von Gästen zu Mitbewohnern werden.“ Weil Architektur im Wald nicht verkauft, sondern gelebt wird. „Der ländliche Raum ist keine Spielwiese für städtische Experimente“, sagt einer unserer jungen heimischen Architekten. Die Dame kommt immer wieder: Hier muss sie der Welt nicht den Rücken kehren, um zu sich selbst zu finden. 18

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

Es kommen die einen: aus Weimar und Frankfurt, aus Bern und Zürich, aus Wien und Salzburg. Sie kommen gern in den Wald – und sie haben Geschmack. Guten, exzellenten Geschmack. Aber sie sind unbarmherzig. Sie wissen genau, was sie wollen, unsere Gäste. Hohe Lifestyle-, Genuss- und Kulturkompetenz verbinden sie mit klaren Forderungen an Komfort, Echtheit und Gastfreundschaft. Wir können ihnen nichts vormachen. Wir tun am meisten für sie, indem wir uns selbst in unserer Region ernst nehmen. Es kommen die anderen: Ihr legerer, in Schwarz gehaltener Look weist sie als Fachleute aus. Sie fliegen von Bordeaux oder von Stockholm nach Zürich und erobern den Wald übers Bödele herunterkurvend. Sie wissen zu abstrahieren: Indem sie bei uns genießen, erkennen sie uns als Genießer. Da ihr Blick geschult ist wie ihr Denken, nehmen sie Erinnerungsbilder mit nach Hause von unserem Bauen und Wohnen.


V o n G ä s t e n z u M i t b e w o h n e r n

Großdorf 2005

Wie Recht sie haben, die Architektur-, Designund Medienprofis, die Kenner und Insider. Obwohl sie viele Sprachen sprechen, nicht zuletzt die der Architektur, hören wir von ihnen meist „Oh!“ und „Ah!“ und „Skål!“. Das sagt genug. Dirk ist Anfang dreißig, als Unternehmer in der Modebranche kennt er die Welt und ihre Hotels. „Das eleganteste Hotel in der trendigsten Metropole ist ein seelenloser Schuppen ohne die Herzlichkeit der Menschen, die darin arbeiten. Im Bregenzerwald bin ich Gast und erfahre gelebte Kultur und Lebensstil in außergewöhn­ licher Qualität.“ Das hören wir gern. Architektur und Lebensstil bilden im Bregenzerwald seit eh und je eine untrennbare Einheit. Unser ureigenstes Wesen bringt die Gäste ins Land. Die lebendige Beziehung zur Natur, die Geschichte, die Mentalität, all das im Einklang mit dem Land und seiner Wirtschaft, den Jahreszeiten, der kulturellen Überlieferung. Die Sprache der Architektur ist für viele Gäste ein untrüglicher Indikator für unsere Gegenwärtigkeit. Es gibt Dinge, die passen in den Wald. Andere passen nicht in den Wald. Ein

Almhütten-Hotel mit 400 Zimmern wird uns nicht die Gäste bescheren, die wir brauchen, schon gar nicht die, die uns lieben. Mit internationalen Hits beschallte Skihütten sind das Grab der regionalen Identität. Wir selbst in den Hotels, Gasthöfen, Geschäften, wir Wälder, wir müssen wissen, wie reich unser Erbe ist und wie arm wir sind, wenn wir es nicht mit der Welt teilen. Die aufregendste zeitgenössische ­Architektur ist nichts ohne aufregende Bewohner. Der Bregenzer­wald ist kein Museum, kein Selbstbedienungs­laden. Wir brauchen nicht unbedingt in die Schuhe der Großväter oder die Juppe der Großmütter zu schlüpfen. Es reicht schon, da ein Hochmoor auf originelle Weise zugänglich zu machen und dort stimmige Museumsräume aus einem uralten Bauernhof; da ein bisschen sensibler zu sein und dort ein bisschen mutiger. Sensibel auf das reagieren, was in der Welt vor sich geht, und mutig die eigenen Möglichkeiten realisieren. So echt wie möglich – aber nicht echter. Peter Natter

Bregenzer wald Spektrum

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w e r k r a u m B r e g e n z e r w a l d V

Vom t채tigen Leben Besser wohnen mit dem Know-how des Werkraums

20 B1996 re g e n z e r w a l d S p e k t r u m Bezau


V o m t ä t i g e n L e b e n

Eine Institution im Wald fühlt sich ganz besonders der Wohnqualität verpflichtet: der werkraum bregenzerwald Die Wohnkultur hat eine lange Tradition im Bregenzerwald. Ein verlässliches Gespür und ein sicherer Sinn für Formen, Proportionen und Material lassen sich an den Wälderhäusern ebenso ablesen wie an der Juppe oder einem feinen Hefezopf. „Das ist unser kulturelles Erbe, auf das wir stolz sind und dem wir uns verpflichtet fühlen, das uns aber auch trägt.“ So klingt es aus dem Mund des Werkraum-Handwerkers. Das Handwerk produziert für einen bestimmten Ort und für ganz bestimmte Menschen, nicht für anonyme Konsumenten, sondern für individuelle Nutzer. Die Handwerker im Werkraum sind eine erste Adresse, wenn es darum geht, Bedürfnisse zu begreifen und Orientierung fürs menschen­ gerechte Wohnen zu schaffen. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Schubladenkommode aus Kirschholz, beim jüngsten Handwerk+FormWettbewerb von der Jury ausgezeichnet. Dabei stehen unsere Handwerker mit beiden Beinen auf festem und, warum nicht, goldenem Boden. „Ein Möbelstück, das sich auch nach zehn Jahren noch gut verkaufen lässt, hat absolut das Zeug zum Klassiker.“ Anton Mohr aus Andelsbuch weiß, wovon er spricht. Gut gemachtes Handwerk soll das Wohnen, ja das Leben erleichtern. Design ist kein Selbstzweck. An erster Stelle stehen die täglichen Bedürfnisse der Menschen. Eine gesunde Portion Witz hat durchaus ihren Platz. Apropos Platz: War die Leistungsschau der Werkraum-Mitglieder bisher auf temporäre Bauten und einen eher provisorischen Ausstellungsraum im Schwarzenberger Depot angewiesen, soll bis längstens 2012 das eigene Domizil stehen.

Der Entwurf zum Werkraum-Haus in Andelsbuch trägt die Handschrift von Stararchitekt Peter Zumthor. Auf etwa 900 Quadratmetern entsteht ein Zentrum für alle Themen und Fragen des Handwerks. Die derzeit rund 90 Werkraum-Mitgliedsbetriebe, die zu etwa gleichen Teilen auf Vorder-, Mittel- und Hinterwald verteilt sind, nehmen damit eine große Herausforderung an: Als Anlaufstelle für Bauherren und Architekten, als Ausstellungsund Veranstaltungszentrum, als Büro und Verwaltungszentrale soll der Bau dienen. Werkraum-Geschäftsführerin Renate Breuß sieht aber noch mehr, stellt das Projekt in einen großzügig dimensionierten kulturellen Kontext: „In Bezug auf das Wohnen wollen wir Lebensweisen und Lebensgewohnheiten aufzeigen. Da interessiert auch die Arbeit des Zimmermanns in Japan oder die Lichttechnik im Veneto. Wir sind gespannt auf Impulse aus vergleichbaren Regionen.“ Somit bedeutet die Errichtung des WerkraumHauses einerseits eine weitere Verankerung im Bregenzerwald mit Schwerpunktsetzung zum Beispiel im Bereich der Nachwuchsförderung und andererseits eine weitere Öffnung in Richtung nationale und internationale Märkte, wie sie derzeit schon mit Auftritten bei einschlägigen Messen oder mit internationalen Engagements einzelner Betriebe stattfindet. Der Werkraum bekommt ein Zuhause – und beheimatet sich in der Welt. „Wir möchten die Menschen zum Handwerk hinführen und unsere Möglichkeiten, Potenziale und Stärken präsentieren.“ Renate Breuß sieht in der Bespielung, sprich Nutzung des neuen und großzügigen Hauses die entscheidende Aufgabe, an deren Umsetzung derzeit intensiv gearbeitet wird. Peter Natter

Bregenzer wald Spektrum

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k ä s e s t r a s s e B r e g e n z e r w a l d WO

Alberschwende 1985

Wo der Käs‘ wohnt Höhlenbewohner oder Massenquartier­ frequenteur – unser Käse und seine Behausungen Wir kennen das: Die Falltür ist noch das ­Stabilste an der ganzen Geschichte. Die schiefen, abge­tretenen Tritte der Holzstiege, die in den ­niedrigen, dumpfen Keller hinunterführt, sind alles andere, nur stabil nicht. Aber irgendwie kommst du unten an und stehst auf dem platt getretenen Erdboden. Die Petroleumlampe hängst du an den Deckenhaken, ihr mattes Licht flackert unruhig. Der modrige, etwas scharfe Geruch sagt dir, wo du bist: im Käskäar. Auch wenn diese Szenerie seltener und seltener wird: Es gibt sie noch – auf der einen oder anderen unserer Sennalpen. Hier wohnt der Alpkäse. Nennen wir ihn in Anleh­ nung an die sagenumwobene Geburt der schönen Aphrodite den „Salzbadgeborenen“. Er wohnt hier für ein, zwei, drei Monate. Dann wird er weg­ gegeben in die Obhut der Großkäser. Täuscht mich meine Erinnerung oder hat einst wirklich der eine 22

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

oder andere Laib hier heroben überwintert, um in der nächsten Alpsaison, mit neuem Leben erfüllt, dem Senn als Delikatesse zu dienen? Dem Salzbad entsteigen sie alle, unsere Alp- und Bergkäselaiber. Aber dann beginnt, nein, setzt sich die große Ungerechtigkeit der Welt auch im Käseleben fort. Die einen müssen hinunter in den stickigen Alpkeller, Höhlenbewohner sozusagen; die anderen erleben ihre Jugend und Reife in einem modern gestylten Quartier mit mehr als 30.000 Mitbürgern. Die einen werden gepflegt von den ebenso schrundigen und rissigen wie erfahrenen und fingerspitzenfühligen Händen des Alpsenns; die anderen rollen in den grazilen Armen von Käserobotern, die auf Namen wie Erich oder Franz-Michl hören – oder eben nicht hören, weil sie ja keine Ohren haben. So lagert in Lingenau für jeden Wälder, für jeden von uns, ziemlich genau ein Laib Käse. Und weil es doch auch Gerechtigkeit gibt auf der Welt oder weil wir eben alte Republikler und Demokratler sind: Für jeden ist dieser Laib gleich groß.


WO DER KÄS WOHNT

Ein eigenes Haus bauen bedeutet für viele Menschen ihre Wünsche nach Freiheit zu realisieren. Im Alltag von Gesetzen und Regeln eingeschränkt, die andere, meist Experten, entwerfen und erlassen, bietet der Eigenheimbau die Gelegenheit, endlich einmal alles so zu machen, wie man es sich selbst vorstellt. Leider zeigt sich nach einiger Zeit meist, dass der Wunsch nach Freiheit zu ziemlich unpraktischen Baulösungen geführt hat Großdorf 2005

Sechzig Zentimeter im Durchmesser, zwölf oder dreizehn Zentimeter hoch. Andere Maße sind hier nicht zugelassen. Erich will das so. Zweimal pro Woche holt er jeden Bürger aus seinem Regal und bürstet ihn. Sie sollen ja auch alle gleich schmecken. Würzig soll er sein, unser Bergkäse, aber nicht salzscharf. Wir sitzen in der geräumigen Küche des Alt-Senns. Der Holzherd verbreitet eine feine Wärme. Niemand würde es dem schmucken Häuschen tief im Hinterwald ansehen, was sein Keller beheimatet. „So zwischen dreißig und vierzig Laib Käse sind es immer“, lächelt er verschmitzt. Wenn er erzählt, welche Behandlung er diesen Laiben über acht, neun, zehn, elf oder auch zwölf Monate hinweg zukommen lässt, schwenkt sein Lächeln ins Selige. Seine Frau hat mit einem wehmütigen Blick auf die feinen, ­kräftigen Sennhände die Küche verlassen. „Doch“, sagt er bestimmt, „es gibt noch immer viele Bauern, die ihren Alpkäse zuhause im Keller haben!“

In den letzten zehn, fünfzehn Jahren hat das eher zu- als abgenommen. Die Ab-HofVermarktung von Käse und Butter bringt für die Milchproduzenten, nein: für die Bauern einen deutlich höheren Milchpreis als der Verkauf an den Großhändler. So holen sie im Herbst nicht nur das Vieh von den Alpen zurück, sondern auch ihren Anteil am Käse. Und ich erinnere mich plötzlich daran, dass mein Firmgöte auch zu diesen Heimkäsern gehört. Ich werde ihn wieder einmal besuchen müssen! Peter Natter

Fakten zum Käsekeller Gesamtkapazität: 32.600 Laibe Roboter Leistung: 120 Laibe/Stunde/Roboter 22h/Tag x 3 Roboter

Bregenzer wald Spektrum

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o f f e n e j u g e n d a r b e i t B r e g e n z e r w a l d W

Andelsbuch 1925

Wenn ich‘s mir ­aussuchen könnt’ Wie Jugendliche im Wald von ihrer idealen Wohnsituation träumen. Wohnen kann jeder, oder? Aber nicht immer so, wie es ihr oder ihm gefällt. Ganz besonders prekär wird Wohnen für junge Menschen im Wald, denn ihre Wünsche gehen oft weit über die realen Wohnmöglichkeiten hinaus. Wir haben daher einige junge Wälderinnen und Wälder gefragt, wie sie es denn täten, wenn sie denn könnten – wohnen natürlich.

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B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

Großdorf 2008

Die 15-jährige Christiane Moosbrugger aus Bizau ist Schülerin an der HAK in Bezau und meint: „Man lebt so, wie man wohnt. Man wohnt so, wie man lebt.“ Im Folgenden erläutert sie ihren Satz, bei dem „viele Jugendliche an freies, unabhängiges Wohnen denken. Doch die meisten von uns sind noch lange davon entfernt“. Irgendwann wird sich jeder die Frage stellen müssen, was für ihn die beste Entscheidung ist: Haus oder Wohnung? „Ich bin sehr an der Kultur anderer Länder interessiert und würde es nicht ausschließen, dass es mich jemals in die Ferne treiben wird. Eine kleine, strukturierte Wohnung mit liebevoll ausgewählten Möbelstücken und klaren Linien und Formen wäre daher ideal für mich. Da ich sehr kreativ bin und gerne mit Farben arbeite, ist mein Geschmack umso eigenwilliger. Ich bin sehr detailverliebt, jedoch für mich gilt immer der Grundsatz: Weniger ist mehr! Alt werden möchte ich natürlich in einem Haus im typischen Bregenzerwälder Baustil. Die Eigenschaften der Häuser im Wald sollten erhalten bleiben und nicht durch zu moderne Architektur ersetzt werden. Denn egal, wohin ich bisher gekommen bin, alle, die den Bregenzerwald kennen, wissen, dass er etwas Besonderes ist. Er ist einfach anders und das ist gut so.“


W e n n i c h ‘ s m i r ­a u s s u c h e n k ö n n t ’

Andelsbuch 1962

Luka Jana Berchtold ist 19 Jahre alt, stammt aus Schwarzenberg und studiert gegenwärtig in Wien. Sie träumt von Guatemala und einer ganz anderen Art zu wohnen – so anders, dass sie ihre Vorstellungen in ein Gedicht gefasst hat:

Denn das Wohnen in Häusern dieser Art bleibt mir die nächsten Monate bestimmt nicht erspart, doch Gott sei Dank bin ich anpassungsparat.

„Aufgewachsen bin ich im Bregenzerwald mit meiner Familie in einem riesengroßen Haus, doch schon ziemlich bald kam mir die Idee, ein paar andere Plätze dieser Welt anzusehn.

Ich wohnte wie die Einheimischen, immer recht bescheiden, konnte Luxus, gemacht für Touristen, nicht mehr leiden und wollte es nicht mehr vermeiden, mir die Nächte in meiner Hängematte zu vertreiben.

So packte ich meinen Rucksack und ging nach Guatemala, was ich jedoch schlussendlich sah, war ganz Mittelamerika. Öfters machte ich große Augen, konnte ihnen kaum mehr glauben, zum Beispiel am Anfang meiner Reise, als ich im Bus saß und aus dem Fenster guckte und erst einmal richtig runterschluckte. Während ich die Baracken am Rande der Großstädte sah, da wurde mir klar, sitzend, staunend und beim Philosophieren, ich muss das Wort ,normal’ in Bezug auf Wohnen neu definieren.

So konnten mich diese Länder mit Erkenntnissen belohnen, denn ich lernte, dass es wichtiger ist zu leben als zu wohnen.“ Johannes Nigsch, ein 20 Jahre alter Schwarzenberger, befindet sich gerade auf einem Auslandsjahr in Ecuador. Die dortige Wohnsituation lässt ihn von einem hellen Zimmer träumen: „Seit ich mich erinnern kann, war ich in Schwarzenberg zuhause. Nachdem ich das Gymnasium in Egg und den Zivildienst abgeschlossen hatte, wollte ich die große, bunte Welt und ihre Häuser und Wohngegenden ein wenig besser kennen lernen. Bregenzer wald Spektrum

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o f f e n e j u g e n d a r b e i t B r e g e n z e r w a l d W

Was viele beim Bauen oder auch Erwerb einer Wohnung übersehen, sind die eigenen Bedürfnisse. Sie ändern sich nämlich im Laufe eines Lebens und oft so stark, dass der ursprüngliche Wohnraum ihnen nicht mehr entsprechen kann. Wer mit zwanzig ein Haus baut, wird sich mit fünfzig wundern, wie unpraktisch es plötzlich geworden ist, und mit siebzig feststellen, dass es seinem Leben gar nicht mehr entspricht. Wohnen möchten wir ein Leben lang – aber wir müssen uns vom Gedanken lösen, dass ein Wohnraum für unser ganzes Leben genügen kann

Bezau 1996

Zuerst hatte ich einen halbjährigen Auslandsaufenthalt geplant, danach wahrscheinlich ein Studium. Daher träume ich momentan eher von einem hellen und hohen Zimmer in einer Altbauwohnung.“ Die Frage „Wie stelle ich mir mein zukünftiges Haus vor?“ findet die 15-jährige Natascha Raid aus Andelsbuch spannend. Die Schülerin an der HAK Bezau glaubt, dass darüber viel zu wenig nachgedacht wird. „Die meisten Jugendlichen können sich tagtäglich in ein gemachtes Nest setzen. Aber wie ist es später? Ich interessiere mich sehr für Innenarchitektur und habe auch vor, dies zu studieren. Deshalb lege ich sehr viel Wert auf ein sauberes und freundliches Zuhause. Mein Traum wäre eine Altbauwohnung, wie man sie in Großstädten finden kann. Hohe Räume, einen Fußboden, der knarrt, wenn man darüber läuft, und einen Kronleuchter über dem Esstisch. Da ich allerdings nicht vorhabe, für immer aus dem Bregenzerwald wegzuziehen, wird sich dieser Wunsch nicht leicht erfüllen lassen. Was mich am Bregenzerwald so fasziniert, ist das ländliche Flair. Für mich wäre es schrecklich, keine grünen Wiesen vor der Tür und den ganzen Tag den Geruch von Abgasen in der Nase zu haben. 26

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

Ich denke, dass man sich überall mit kleinen Hilfsmitteln ein wunderschönes und individu­elles Zuhause einrichten kann.“ Auch dem Zivildiener Lukas Berchtold, einem 19-jährigen Schwarzenberger, wird das Nach­ denken über seine künftige Wohnsituation immer wichtiger. „Ich möchte in Zukunft auf jeden Fall meinen Kindern das Gleiche bieten, was ich am Standort Bregenzerwald zum Aufwachsen geboten bekommen habe. Viel Wald, grüne Wiesen und speziell der Winter sind gute Voraussetzungen, um groß zu werden. Jedoch würde das wohl jeder von seinem Wohnsitz behaupten. Also was macht es so besonders, hier zu wohnen? Diese Frage kann gut mit Zahlen beantwortet werden: Man muss sich nur einmal die Kosten für einen Quadratmeter Baufläche im ­Bregenzerwald ansehen. Darum kann man froh sein, wenn einem ein Bauplatz oder eine Wohnung „geschenkt“ wird, etwa durch Vererbung. So wird es auch bei mir sein. Damit ist mir schon viel geholfen – nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch, weil ich in Zukunft unbedingt im Bregenzerwald wohnen will. Ich habe schon viele Orte auf der Welt gesehen, aber es zieht mich immer wieder nach Hause zurück. Besonders, wenn man erst einmal verstanden hat, wie gut es


W e n n i c h ‘ s m i r ­a u s s u c h e n k ö n n t ’

Mellau um 1950

uns hier geht. Wie mein Haus einmal aussehen wird, weiß ich noch nicht genau. Das Einzige, was ich sicher weiß: Es wird ein Haus mit einer traditionellen Bregenzerwälder Fassade sein. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.“ Die Jugendkoordinatorin bei der Offenen ­Jugend­arbeit Bregenzerwald, die 21-jährige Sarah Berchtold aus Schwarzenberg, hat eine sehr dezidierte Vorstellung von ihrer Wohnung – und eine sehr geräumige: Für sie ist nämlich der ganze Wald ihre Wohnung: „Früher, da dachte ich noch, Im Wald sei nichts los. Früher hatte ich noch das Gefühl, Etwas in der großen Welt zu verpassen. Früher war der Bregenzerwald Einfach nur ein Kaff für mich. Früher musste ich einfach einmal raus. Ich verließ den Wald für eine bestimmte Zeit, Machte viele Erfahrungen, Lernte neue Leute kennen, Wohnte zum ersten Mal allein Und erlebte die Zeit meines Lebens … doch dann wollte ich einfach nur zurück! Nach zehn Monaten im Ausland Fehlten mir die Berge, egal ob im Winter

Oder im Sommer. Es fehlte mir der Schnee, der Frühling, Die Jahreszeiten. Ich vermisste es, im Sommer einfach In die kalte Ach zu hüpfen Oder im Winter schnell Auf dem Berg und auf der Piste zu sein. Doch jetzt bin ich zurück. Jetzt sauge ich jede Minute freie Natur Und frische Luft in mich ein. Jetzt genieße ich es, wieder zuhause Bei den Eltern zu wohnen. Jetzt laufe ich gerne eine Runde und beobachte, Wo überall neue, schöne und doch traditionelle Bregenzerwälder Häuser entstehen. Jetzt engt mich der Wald nicht mehr ein, Ich erkenne seine Vielfalt Und erfreue mich ihrer jeden Tag aufs Neue. Jetzt bin ich stolz, eine Wälderin zu sein. Jetzt gehe ich immer noch Gern hinaus in die Welt, Doch jetzt vergesse ich auch nie, Wo meine Heimat und mein Herz sind.“

Bregenzer wald Spektrum

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interview

Der Eigenheimbau ist für die meisten Menschen die größte finanzielle Herausforderung ihres Lebens. Viele können zu Beginn gar nicht abschätzen, was es für die kommenden Jahres ihres Lebens wirklich bedeutet. Und gar nicht selten bedeutet die Fertigstellung ihres Hauses für Eheleute auch das Ende ihrer Beziehung

Andelsbuch 1966

Keine Last Ein Gespräch mit dem Vorstandsdirektor der Raiffeisen­bank Mittelbregenzerwald, Wilhelm Sutterlüty, über die Finanzierung von Wohnraum. Interview: Christian Zillner Dreihundert Jahre ist das Haus in Großdorf alt, in dem Wilhelm Sutterlüty wohnt, etwas mehr als dreißig jenes, in dem er arbeitet: die ­Raiffeisenbank Mittelbregenzerwald. Man kann sicher sein, dreihundert Jahre wird die nicht stehen. Der Neubau der Bank in Egg hingegen, das erste Bankgebäude in Holzkonstruktionsbauweise, energieeffizient und nachhaltig, erreicht die architektonische Qualität alter Wälderhäuser. Der 52-jährige Vorstandsdirektor Wilhelm Sutterlüty schätzt Architektur. Sein jüngerer Sohn Tobias trägt als Dachdecker und Spengler dazu bei, der ältere Markus studiert Maschinenbau in Graz. Rita Angelika, die Mutter der beiden, vertieft ihre praktische Erfahrung im Bereich sozialer Arbeit durch ein entsprechendes Studium an der Fachhochschule in Dornbirn. Sutterlüty sagt, dass er gern Wiedereinsteigerinnen einstellt – die Bank wurde für ihre Personalpolitik mehrfach ausgezeichnet. Sein liebster Wohnort außerhalb des Waldes wäre Arizona, „wenn kein Bush in der Nähe ist“, sein Lieblingsmöbel ist das Kanapee. 28

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

spektrum: Herr Sutterlüty, verglichen mit niederösterreichischen Häusern erscheinen die im Wald sehr teuer … sutterlüty: Ja, tatsächlich sind die Häuser hier im Schnitt um dreißig Prozent teurer. Das hängt mit dem hohen Qualitätsbewusstsein zusammen, das hier im Wald herrscht. Man baut für ­Generationen, dementsprechend aufwändig ist die Errichtung, und das schlägt sich in den Baukosten nieder. spektrum: Wie alt sind die Leute im Schnitt, die wegen eines Hauskredits zu Ihnen kommen? sutterlüty: Zwischen zwanzig und fünfzig. Ja, es tun sich das einige noch im Alter an! Die meisten bauen allerdings zwischen 25 und 35. spektrum: Gibt es auch Ansuchen um Wohnungskredite? sutterlüty: Das Verhältnis der Ansuchen um Kredite für Eigenheime bzw. Wohnungen beläuft sich ungefähr auf sechzig zu vierzig. Doch die Nachfrage nach Wohnungskrediten steigt. Das ist eine Frage der Leistbarkeit. Einen Grund kaufen müssen, um bauen zu können, ist unerschwinglich. spektrum: Wie schätzen Sie das Risiko eines Kredits ab? sutterlüty: Ein Hausbau ist die größte Investition im Laufe des Lebens der meisten Menschen.


keine L a s t

Großdorf 2008

Er verursacht eine enorme Abhängigkeit: Meistens müssen beide Partner dafür arbeiten gehen, um den Kredit abzuzahlen, Ortswechsel sind auch nicht mehr möglich. Dennoch wollen die meisten bauen, sie schaffen damit Eigentum und einen Wert – auch wenn die Hoffnung, dass die Kinder es einmal übernehmen, oft nicht aufgeht, weil diese selbst bauen wollen. Es sollte also jemand schon eine ziemlich genaue Vorstellung von seinem Leben in den nächsten zwanzig Jahren haben, ehe er baut. Ich mache auf die Schwierigkeiten, die zu erwarten sind, aufmerksam. Man sollte zwanzig bis dreißig Prozent Eigenmittel zur Verfügung haben, in festen beruflichen Verhältnissen stehen und über genügend Einkommen verfügen. spektrum: Was halten Sie von Bürgschaften? sutterlüty: Das ist für eine Wohnbaufinanzierung nicht ideal. Kein Bürge kann eine so langfristige Bedeckung gewährleisten. Wir besichern am Objekt. Das geht erfreulicherweise selten schief. Wir bemühen uns halt, auch in schwierigen Situationen eine Lösung zu finden. spektrum: Was ist das Entscheidende bei der Finanzierung? sutterlüty: Die genaue Kalkulation und Einhaltung des Budgets. Manche kommen und sagen: Es darf maximal 250.000 Euro kosten. Das ist fatal. Am Schluss fehlen meist 50.000 bis 60.000 Euro – Küche und Stube sowie die Außenanlagen

Au 1983

wurden anfangs nicht ins Kalkül gezogen. Und die Versuchung ist groß, wenn schon, denn schon, alles gehörig zu machen. Bei Umbauten ist es besonders schwierig, eine genaue Kalkulation einzuhalten. Man braucht dazu Leute, denen man vertrauen kann. Insgesamt lohnt es sich, einen Architekten heranzuziehen. Er kostet zwar extra, kann dafür aber die Budgeteinhaltung gewähr­ leisten, sodass er sich unterm Strich rentiert. spektrum: In welchem Alter haben Sie um einen Kredit für ein Haus angesucht? sutterlüty: Mit 24. Es war ein Umbau und die größte Belastung in meinem Leben. Man muss sich das schon gut überlegen, schließlich soll aus der Freude keine unerträgliche Last werden. Ich bin ein Verfechter von Wohnungseigentum, aber nicht mit allen Mitteln. spektrum: Wo sehen Sie die Wohntrends der Zukunft? sutterlüty: Es sollte sich die Wohnideologie grundsätzlich ändern. Das heißt, für die verschiedenen Lebensabschnitte der richtige Wohnraum: eine Wohnung für junge Menschen, das Haus, neu oder umgebaut, im mittleren Lebensabschnitt und schließlich eine entsprechende Altenwohnung mit fußläufig erreichbarer Versorgung. Man muss sich im Alter nicht an ein Haus klammern, sondern kann sich ja freuen, wenn neue Besitzer daraus etwas Tolles machen. Bregenzer wald Spektrum

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e x p e r t e n m e i n u n g M

Hittisau 1998

Großdorf 2006

Menschliche Atmosphäre Einige Philosophen und Sozialwissenschafter sowie der Dichter Franz Michael Felder über das Wohnen

„Wohnen bedeutet Verfügen über Atmosphärisches (…), sofern ihm durch eine Umfriedung ein Spielraum gewährt wird. (…) Wohnen ist die Kunst, Atmosphären, die Gefühle sind, so einzufangen und auszubilden, dass der Mensch sich mit seinem leiblichen Befinden harmonisch auf sie einstimmen kann. (…) Beim Wohnen im ernstesten Sinn handelt es sich um eine Einsammelung von Ergreifendem (…), das sich als ortlos ergossene Atmosphäre nicht antreffen lässt wie etwas, zu dem man hingehen kann.“ Hermann Schmitz, Philosoph

„Dem einzelnen Menschen, dem Junggesellen, ist eine wirkliche Wohnlichkeit seiner Wohnung unerreichbar. Wohnen aber heißt, an einem bestimmten Ort zu Hause sein, in ihm verwurzelt sein und an ihn hingehören.“ Otto Friedrich Bollnow, Philosoph und Pädagoge 30

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

„Wohnen ist ursprüngliche Vertrautheit mit der Welt durch das Medium des Leibes.“ Lenelis Kruse, Sozialwissenschafterin

Mit der postmodernen Transformation der Massenkultur hat sich die Bedeutung der ­Ästhetisierung des Wohnens erhöht. (…) Derartige Veröffentlichungen inszenierter Sichtbarkeit dokumentieren aber nicht nur individuelle Wohnbilder, sondern vor allem sich über das Wohnen ausdrückende Lebensbilder. (…) Im Wohnen erkennen sich die Menschen untereinander und gegeneinander. In Zeiten sich verschärfender sozioökonomischer Spaltungen der Gesellschaft fungiert das Ästhetische (im Wohnen) auch als Medium der Segregation. (…) Wohnen ist nicht jede Art räumlich-leiblichen In-der-Welt-Seins. Es ist vielmehr durch Vertrautheit und ein Gefühl des Hingehörens an einen Ort und dessen Gegend gekennzeichnet. Im gelebten Raum des ­Wohnens wächst Vertrautheit durch die Verknüpfung der Orte mit Bedeutung.“ Jürgen Hasse, Geograph und Pädagoge


M e n s c h l i c h e A t m o s p h ä r e

Andelsbuch 2009

„Das Wohnen ist die Weise, wie die Sterblichen auf der Erde sind. (…) Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Das Verhältnis von Mensch und Raum ist nichts anderes als das wesentlich gedachte Wohnen. (…) Genug wäre gewonnen, wenn Wohnen und Bauen in das Fragwürdige gelangten und so etwas Denkwürdiges blieben.“ Martin Heidegger, Philosoph Der F.was M. Felder Winkel betreut und von Firgit Feierl Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran einihr Vergnügen finden könne, alles, man aufundBregenzerwald“ anbringe, angepflegt sich oder vorn Haus zuGassolächlar hängen. Ebenso lächerlich erschien Sucht vielersah. Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und dieTag Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Esdie kam ihr recht närrisch vor, wenneinmal sie ihre den ganzen mitins Besen im Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren Trat sie dann inNachbarinnen die Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sah es da freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit dem Waschlumpen in der Hand vor der Haustüre und rief, wie Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! In den übrigen Zimmern und Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, Marie es den Marie gar soin säuberlichen Nachbarinnen undalsBasen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nieso zuzudaß betreten wagten. hielt gewiß soviel auf Ordnung eine, aber es war ihr weniger um den Schein, als um die Sache tun. Das Pharisäertum der Haushaltung war ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das andere. Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die Suchtihrvieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Es kam recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mit Besen im Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sah es da freilich auseigentlich wie ingepflegt einem Pfarrhof, und dasNamen Weib stand mit dem Waschlumpen in Hand vorWinkeln der Haustüre undwar rief,eine wie OrdGott betreut und vonanderen birgit feierl dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! den übrigen Zimmern dagegen nung, die einen ganz verdient hätte, so daß Marie esder denMarie garund so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nieInzu betreten wagten. hielt gewiß soviel auf Ordnung als eine, aber es war ihr weniger um den Schein, als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung war ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht wie zu man daran ein Vergnügen finden könne, alles,als was man aufund anbringe, angelten, sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die vieler Weiber, recht ordnungsliebend zuWohnstube und die Mittel, wodurch siebegreifen, diesen Zweck erreichen suchen. Es Sucht kam ihr recht närrisch vor, wenn sieeinmal ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mitHand Besen im und hauptsächlich demselben herumfahren sah. Trat sie dann in diedem einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sahwie es davor freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit in der vor derHause Haustüre und rief, Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! InWaschlumpen denMarie übrigen Zimmern und Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß es Gassolächlar Huskrächlar. den gar so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nie zu betreten wagten. Marie hielt auf Ordnung als eine, aber warHuskrächlar. ihr weniger um den Schein, als um die Sacheund zu tun. Das Pharisäertum inbetreut dergewiß Haushaltung war ihrFirgit ebenso zuwider, alsesbegreifen, ihrem Manne andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel undsoviel gepflegt von Feierl Gassolächlar Aus: „Volksglauben, Sprichwörter Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht wiedas man daran einsuchen. Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sichSprichwörter oder vorn ins Haus zuimhängen. Ebenso lächerlich erschien ihrEs die Sucht vieler Weiber, als recht Aus: „Volksglauben, und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen kam ihr recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mit Besen Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die einerin dieser „Ordnungsliebenden“ ein,war so eine sah esOrdnung, da freilich aus wiejedem in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit demWohnstube Waschlumpen der gar Hand vor der Haustüre und rief, wie Gott demnicht Moses, Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! In den und Winkeln dagegen die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, sobetreten daß übrigen Marie esZimmern den so säuberlichen Nachbarinnen und konnte, wenn sieSchein, dieselben jahrelang nie zu wagten. Marie hielt gewiß soviel aufwar Ordnung als Basen eine, aber esverargen war ihrHuskrächlar. weniger umandere.Aus den als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die Sucht vieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu Wohnstube gelten, und die Mittel, wodurch siekönne, diesen Zweck zu sah erreichen suchen. Es[…] kam ihreinem recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mit Besen im Hause und hauptsächlich vor Marie konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden alles, was demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so es da freilich aus wie in Pfarrhof, und das Weib stand mit dem Waschlumpen in der Hand vor der Haustüre und rief, wie Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu:sie Ziehe aus deine Schuhe! dendaß übrigen Zimmern Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so Marie es denMarie garund so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht konnte, dieselben jahrelang nieInzu wagten. hielt gewiß soviel auf als eine, aber war weniger um den als umins die Sache tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung warOrdnung ihr ebenso man aufundihr anbringe, anAus: sichSchein, oder vorn Haus zubetreten hängen. lächerlich erschien ihr zuwider, alsesverargen ihrem Manne daswenn andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M.Ebenso Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die vieler als recht ordnungsliebend zuWohnstube gelten, die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Es Sucht kam ihr rechtWeiber, närrisch vor, wenn siewodurch ihre Nachbarinnen denund ganzen Tag mitSucht Besen im und hauptsächlich demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sahwie es davor freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit vieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, siedem diesen in die der Hand vor derHause Haustüre und rief, Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! InWaschlumpen denMarie übrigen Zimmern und Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß es den garhielt soder säuberlichen Nachbarinnen undzuwider, Basen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nie zu tun. betreten wagten. Marie gewiß soviel auf Ordnung als eine, aber es war ihr weniger um den Schein, als um die Sache zu Das Pharisäertum in Haushaltung war ihr ebenso als ihrem Manne das andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus Zweck zu erreichen suchen. Es kam ihr recht närrisch vor, wenn sie Nachbarinnen den ganzen dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran einihre Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die Sucht vieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Es kam ihr recht närrisch vor, wenn sie ihre in Nachbarinnen deneiner ganzen mit vor Besen Hause und hauptsächlich vor sah. und TratZiehe sie dann einmal die Wohnstube dieser „Ordnungsliebenden“ ein,war so eine sah es da freilich aus wiejedem inherumfahren einem das Weib stand dem Waschlumpen in derTag Hand derim Haustüre und rief, wie Gott demdemselben Moses, Eintretenden zu: aus Tag mit mit Besen imübrigen Hause und hauptsächlich vorNachbarinnen demselben herumfahren sah. Trat siePfarrhof, dann einmal deine Schuhe! In den Zimmern und Winkeln dagegen Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, sobetreten daß Marie es den gar so säuberlichen und nicht konnte, wenn sieSchein, dieselben jahrelang nie zu wagten. Marie hielt gewiß soviel aufwar Ordnung als Basen eine, aber esverargen war ihrHuskrächlar. weniger umandere.Aus den als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien in die Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sah es da freilich aus wie in einem ihr die Sucht vieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen.aus Es kam ihreinem recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mit Besen im Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sah es da freilich wie in Pfarrhof, und das Weib stand mit dem Waschlumpen in der Hand vor der Haustüre und rief, wie Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu:sie Ziehe aus deine Schuhe! den übrigen Zimmern Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß Marie esvor denMarie garund so säuberlichen Nachbarinnen und Pfarrhof, und das Weib stand dem Waschlumpen in der Hand der Haustüre und rief, wie Basen nicht konnte, wenn dieselben jahrelang nieInzu betreten wagten. hielt gewiß soviel auf Ordnung als eine, aber esverargen war ihr weniger um denmit Schein, als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung war ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles,als was man aufund anbringe, angelten, sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die vieler Weiber, recht ordnungsliebend zuWohnstube und die Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! Mittel, wodurch siebegreifen, diesen Zweck zu erreichen suchen. Es Sucht kam ihr recht närrisch vor, wenn sieeinmal ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mitHand Besen im und hauptsächlich demselben herumfahren sah. Trat sie dann in diedem einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sahwie es davor freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit in der vor derHause Haustüre und rief, Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! InWaschlumpen denMarie übrigen Zimmern und Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß es den gar so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nie zu betreten wagten. Marie hielt gewiß soviel auf Ordnung als eine, aber es war ihr weniger um den Schein, als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum inbetreut der Haushaltung war ihrFirgit ebenso zuwider, als begreifen, ihrem Manne andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel und gepflegt von Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter undWeiber, Redensarten aus dem und Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht wiedas man daran einsuchen. Vergnügen finden könne, alles, was man aufanbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die Sucht vieler als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen Es kam ihr recht närrisch vor, wenn sie Nachbarinnen deneiner ganzen mit vor Besen im Hause war und hauptsächlich vor demselben sah. und TratZiehe sie dann Inihre den übrigen Zimmern und Winkeln dagegen eine Ordnung, eigentlich einen ganz einmal in die Wohnstube dieser „Ordnungsliebenden“ ein,war so eine sah esOrdnung, da freilich aus wiejedem inherumfahren einem Pfarrhof, das Weib stand mit dem Waschlumpen in derTag Hand der Haustüre und rief, wie Gott demdie Moses, Eintretenden zu: aus deine Schuhe! In den Zimmern und Winkeln dagegen die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, sobetreten daß übrigen Marie es den gar so säuberlichen Nachbarinnen und nicht verargen konnte, wenn sieSchein, dieselben jahrelang nieNamen zu wagten. Marie hielt gewiß soviel aufwar Ordnung als Basen eine, aber esNachbarinnen war ihrHuskrächlar. weniger umandere.Aus den als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das dem anderen verdient hätte, so daß Marie es den gar so säuberlichen und Basen Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Aus: „Volksglauben,die Sprichwörter und Redensarten ausordnungsliebend demund Bregenzerwald“ Marie […]vorn konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufanbringe, an sich oder ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr Sucht vieler Weiber, als recht zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Es kam ihr recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mit Besen im Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sah es da nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nie zu betreten wagten. Marie hielt gewiß freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit dem Waschlumpen in Hand vorWinkeln der Haustüre undwar rief,eine wie OrdGott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! den übrigen Zimmern dagegen nung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß Marie esder den garund so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nieInzu betreten wagten. Marie hielt gewiß soviel auf Ordnung als eine, aber es war ihr weniger um den Schein, als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung war ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] soviel aufhängen. Ordnung als lächerlich eine, aber es ein warVergnügen ihrdie weniger um den Schein, als um die Sache zuzutun. konnte daher nicht wie zu man daran finden könne, alles, was man aufund anbringe, angelten, sich oder vorn ins Haus zu Ebenso erschien ihr vieler Weiber, recht ordnungsliebend und die Mittel, wodurch siebegreifen, diesen Zweck erreichen suchen. Es Sucht kam ihr recht närrisch vor, wenn sieeinmal ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mitHand Besen im und hauptsächlich demselben herumfahren sah. als Trat sie dann diedem Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sahwie es davor freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit in der vor derHause Haustüre und rief, Gott dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! InWaschlumpen denMarie übrigen Das Pharisäertum in der Haushaltung war ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne dasin andere. Zimmern und Winkeln dagegen war eine Ordnung, die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß es den gar so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht verargen konnte, wenn sie dieselben jahrelang nie zu betreten wagten. Marie hielt auf Ordnung als eine, aber warHuskrächlar. ihr weniger um den Schein, als um die Sacheund zu tun. Das Pharisäertum inbetreut dergewiß Haushaltung war ihrFirgit ebenso zuwider, alsesbegreifen, ihrem Manne andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel undsoviel gepflegt von Feierl Gassolächlar Aus: „Volksglauben, Sprichwörter Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht wiedas man daran einsuchen. Vergnügen finden könne, alles, was man Aus dem Roman „Sonderlinge“ aufund anbringe, an sichganzen oder vorn ins Haus zuimhängen. Ebenso lächerlich erschien ihrEs die Sucht vieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen kam ihr recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den Tag mit Besen Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren sah. Trat sie dann einmal in die einerin dieser „Ordnungsliebenden“ ein,war so eine sah esOrdnung, da freilich aus wiejedem in einem Pfarrhof, und das Weib stand demWohnstube Waschlumpen der gar Hand vor der Haustüre und rief, wie Gott demnicht Moses, Eintretenden zu: Ziehe aus deine mit Schuhe! In den und Winkeln dagegen die eigentlich einen ganz anderen Namen verdient hätte, sobetreten daß übrigen Marie esZimmern den so säuberlichen Nachbarinnen und konnte, wenn sieSchein, dieselben jahrelang nie zu wagten. Marie hielt gewiß soviel aufwar Ordnung als Basen eine, aber esverargen war ihrHuskrächlar. weniger umandere.Aus den als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung ihr ebenso zuwider, als ihrem Manne das dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die Sucht vieler Weiber, als recht ordnungsliebend zu gelten, und die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Es kam ihr recht närrisch vor, wenn sie ihre Nachbarinnen den ganzen Tag mit Besen im Hause und hauptsächlich vor demselben herumfahren sah. Tratzu: sieZiehe dann einmal inSchuhe! diedem Wohnstube einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein,war so sah es da freilich auseigentlich wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit Waschlumpen in Hand vorWinkeln der Haustüre und rief, wie31 Gott Bregenzer wald Spektrum dem Moses, jedem Eintretenden aus deine den übrigen Zimmern dagegen eine Ordnung, die einen ganz anderen Namen verdient hätte, so daß Marie esder denMarie garund so säuberlichen Nachbarinnen und Basen nicht konnte, sieSchein, dieselben jahrelang nieInzu betreten wagten. hielt gewiß soviel auf als eine, aber war ihr weniger um den als um die Sache zu tun. Das Pharisäertum in der Haushaltung warOrdnung ihr ebenso zuwider, alsesverargen ihrem Manne daswenn andere.Aus dem Roman „Sonderlinge“Der F. M. Felder Winkel betreut und gepflegt von Firgit Feierl Gassolächlar Huskrächlar. Aus: „Volksglauben, Sprichwörter und Redensarten aus dem Bregenzerwald“ Marie […] konnte daher nicht begreifen, wie man daran ein Vergnügen finden könne, alles, was man aufund anbringe, an sich oder vorn ins Haus zu hängen. Ebenso lächerlich erschien ihr die vieler recht ordnungsliebend zuWohnstube gelten, die Mittel, wodurch sie diesen Zweck zu erreichen suchen. Es Sucht kam ihr rechtWeiber, närrisch vor, wenn sieeinmal ihre Nachbarinnen denund ganzen Tagder mitHand Besen und hauptsächlich demselben herumfahren sah. als Trat sie dann in diedem einer dieser „Ordnungsliebenden“ ein, so sahwie es Gott davor freilich aus wie in einem Pfarrhof, und das Weib stand mit in vorim derHause Haustüre und rief, dem Moses, jedem Eintretenden zu: Ziehe aus deine Schuhe! InWaschlumpen den übrigen

De r F. M . Fe l de r W ink e l


e i n w u r f H

32 1966 B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m Au


H ü t e b u b e n

Hütebuben kontra Zaungäste Wie in jedem besseren Zoo, so auch hier. Die entscheidende Frage ist die nach dem Drinnen und Draußen: Wer ist ein- und wer ist ausgesperrt? Wer wird wovor geschützt? Wer wird woran gehindert? Wer gafft und wer ist begafft? Philosophisch gesprochen: Wer ist Subjekt und wer ist Objekt?

Der Zaun: der Hag und das Eingehagte, der Hager und die Hagerei. Eine der frühesten, eindrücklichsten Erinnerungen des Sommerfrische-Wälders ist der muskelbepackte, braungebrannte Jungbauer im blütenweißen Unterhemd, der mit einer scharfen Axt Zaunpfähle zuspitzt. Spitz wie Zahnstocher, stabil wie Betonpfosten; stark wie der sprichwörtliche Stier (der Bauer). Im Frühjahr leuchten sie überall frisch und hell am Wiesenrain. Mit einem riesigen Holzschlegel treibt sie der Bauer rund um die gerade im ersten frischen Grün prangenden Weiden in den Boden. Fitnessstudio braucht der keines. Ein paar Jahre drauf hängen sie morsch und faul kreuz und quer am rostigen Draht, die Zaunpfähle. Und der einst kraftstrotzende Landwirt entrollt blasiert einen stromgetriebenen Weidezaun aus dem Lagerhaus, hängt ihn an ein paar mickrige Eisenröhrle, die er per vorgefertigtem Fußteil in den Boden steckt. Romantik adieu. Wir Stadtkinder kennen ihn von Schulausflügen aufs Land: den elektrischen Hütebuben, der eh nie funktioniert. Außer ein harmloser Wanderer steigt drüber, dann fährt ihm plötzlich ein zuckender Schlag in den Schritt, dass er glaubt … Ja, was glaubt er denn, wofür der Hag da steht?

Neuerdings funktionieren sie allerdings, die Zäune: solarbetrieben, photovoltaikgesteuert, am Puls der Zeit. Der Kreativität im Zaunbau sind hierzulande im Vergleich zu anderen Regionen übrigens recht enge Grenzen gesetzt: keine ­kunstvollen Knüppelzäune und keine wohlgehegten Hecken, keine in geduldiger Arbeit aufgeschichteten Steinmauern. So erregen die Zäune immer wieder dann am meisten Aufsehen, wenn sie nicht da sind oder nicht mehr da, wo sie gestern noch waren: Wenn einzelne vorwitzige Busla oder halbe Herden das nicht allzu Weite suchen, auf fremden Wiesen naschen oder friedfertige Dörfler erschrecken. Bleibt noch der da und dort vernehmbare Ruf nach einer Gesamtumzäunung des Bregenzerwaldes. Allein das Thema ist heikel: Denn der Ruf ertönt von draußen und von drinnen. So steht zu befürchten, dass dieses Projekt scheitert. Was irgendwie schade ist, weil der Hag – mit oder ohne Strom – Spannung erzeugt, indem er eine Zwiesprache in die Landschaft bringt, die auf beiden Seiten der Barriere grenzüberschreitendes Handeln motivieren könnte. Peter Natter

Bregenzer wald Spektrum

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v i s i o n e n W

Au 2003

Egg um 1982

Wohnen als Computerspiel Wie sieht die Zukunft des Wohnens aus? Jedenfalls so, wie es sich weder Wohnende noch klassische Architekten vorstellen. Künftiges Wohnen kommt aus den Computerspielen. Ich bin ein großer Bewunderer des Wälderhauses. Auch wenn ich eigentlich nicht hineinpasse und höchstens als Deckenstütze eine gute Figur machen würde. Aber dafür kann das Haus nichts. Von mir aus soll die ganze Welt mit Wälderhäusern bestellt sein – allerdings müssten sie wie die von Mohrs oder Ritters in Andelsbuch die sechsteiligen Fensterflügel beibehalten, sonst zählt es nicht. Klarerweise wäre eine Welt voll Wälderhäuser ein Unsinn. Nicht nur, weil das traditionelle Wälderhaus den Wünschen ans Wohnen ­unserer Zeitgenossen in weiten Teilen nicht mehr ent­ spricht. Sondern auch, weil es einen ganz bestimmten Kulturraum auszeichnet. Kultur aber lebt vom Unterschied; schön, wenn im Vorder- und im Hinterwald unterschiedlich gesprochen und gebaut wird. Wenn aber nicht unbedingt im alten Wälderhaus, wie wollen die Menschen dann in Zukunft wohnen? Darauf gibt es eine pragmatische, eine 34

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

architektonische und eine visionäre Antwort. Beginnen wir ganz pragmatisch mit dem Direktor des Architekturzentrums Wien, Dietmar Steiner. Während eines Symposions zur Zukunft der Architektur in der spanischen Stadt Zaragoza erzählte er mir, es gäbe schwedische Studien darüber, was sich Menschen von Wohnungen wünschen. Natürlich einen Schopf, der jetzt halt Balkon oder Loggia heißt, oder wenn der fehlt, ein französisches Fenster. Außerdem einzeln begehbare Zimmer und Oberlichten über den Türen. Einen erheblichen Prozentsatz von uns beherrscht der Wunsch nach einem eigenen Haus. Fertigteilhausunternehmen kommen dem Wunsch schon mit Siebzig-Quadratmeter-­ Häusern entgegen. Städter wiederum schätzen das Single-Wohnen immer mehr. In Wien etwa leben bereits über fünfzig Prozent der Be­völkerung in Single-Haushalten. Auch im Wald wünschen sich immer mehr junge Leute einen eigenen Wohnbereich. Pragmatisch gesprochen, findet das Wohnen der Zukunft in Single- oder Kleinfamilienhaushalten statt, am liebsten im eigenen Haus und mit der Möglichkeit für jeden, sich in ein eigenes Zimmer


W o h n e n a l s C o m p u t e r s p i e l

Hittisau um 1923

zurückzuziehen. Dort freut man sich über die 320 Freunde auf Facebook und darüber, keinen in der eigenen Wohnung ertragen zu müssen. Für die Zukunft des Wohnens fühlen sich besonders Architekten zuständig. Trotz äußerst unterschiedlicher Ansätze erscheinen mir ihre Überlegungen allesamt recht „architektonisch“. Vieles beeindruckt mich sehr, nur wenig scheint mir umwerfend neu. Umwerfend Neues begegnete mir erstmals in Gestalt des an der TU Wien lehrenden Armin Mohsen Daneshgar. Statt von architektonischen Aha-Erlebnissen erzählte er von seiner Begeisterung für Computerspiele und wie er aus dem Prinzip dieser Spiele Strukturen zur Erstellung seiner Entwürfe ableitet. Das nächste Staunen kam im bereits erwähnten Zaragoza. Dort stellte eine junge Frau aus Wien mit Namen Sandra Manninger ihre Projekte vor. Gemeinsam mit Matias del Campo ist sie SPAN-Architektin – und das war so ziemlich das Einzige, was ich von ihrem Vortrag begreifen konnte. Es ging darin um Comics und Computer­ spiele. Ihre Entwürfe sahen aus wie das Nest eines Aliens. Mittlerweile haben SPAN den Zuschlag für den österreichischen Pavillon bei der Weltausstellung in Shanghai bekommen.

Mancher fühlt sich angesichts der Entwürfe von Daneshgar oder SPAN an Dekonstruktivismus erinnert. Vermutlich hat auch die Architektin Zaha Hadid schon einmal einen Comic in der Hand gehabt, aber mit Computerspielen ist sie nicht aufgewachsen, die sind einfach zu jung. Also ist, was ähnlich aussieht, noch lange nicht vergleichbar. Ich nehme an, die Zukunft des Wohnens kommt weder aus den Wünschen der Wohnenden noch aus der traditionellen Architektur. Wohnen ist ja nicht bloß eine Funktion, die billig und praktisch oder möglichst „klassisch“ sein soll. Im Wohnen drückt sich ein Lebensstil aus. Und der ist bei Daneshgar wie bei SPAN neu. Mit Computer­ spielen konnte erst ihre Generation aufwachsen. Kreative Köpfe wie sie leiten daraus nun eine neue Form der Weltwahrnehmung und Weltdarstellung ab. Computerspiele entwickeln sich gerade zur neuen Kunstform, der Kunstform des 21. Jahrhunderts. Sie ist ein Hybrid aus Design, Malerei, Film, TV, Text sowie Musik und setzt doch etwas ganz Neues. Aus ihr werden sich auch neue Formen des Wohnens und Bauens herleiten. Wenn Sie wissen möchten, wie die Zukunft des Wohnens aussieht, schauen Sie einfach Ihren Kindern beim Computer­spiel über die Schulter. Christian Zillner Bregenzer wald Spektrum

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jugend

Ausziehen – wozu? Im Wald leben viele Kinder noch bei ihren Eltern, wenn sie längst keine Kinder mehr sind. Es ist bequem im „Hotel Mama“. Ein ehemaliges Bauernhaus am Dorfrand. Der großflächige Grundriss ist erhalten geblieben, Wirtschaftsgebäude und Wohnhaus wurden erneuert. Drei Generationen leben hier unter einem Dach. Die Oma, 86 Jahre, die Eltern, um die 40, drei Töchter: 18, 20 und 22 Jahre alt. Schule und Berufsausbildung der Schmelga sind abgeschlossen. Alle drei arbeiten in heimischen Tourismusbetrieben. „Von zuhause ausziehen? Wozu?“, lacht Stella, die Älteste. „Hier habe ich alles, was ich derzeit brauche!“ Später einmal möchte sie dann ein eigenes Haus haben. Wann dieses „Später“ sein wird? – „Keine Ahnung!“ Das offene, harmonische Klima zuhause hält die Sehnsucht nach mehr Unabhängigkeit oder Freiheit in Grenzen. Die bildhübsche Frau hat natürlich längst ihr Herz verschenkt, ebenso wie ihre jüngere Schwester. Die hat nach einer angefangenen Schneiderlehre ein Au-pair-Jahr in Amerika eingelegt und ist nun wieder unter die elterlichen Fittiche zurückgekehrt. Stellas Herzbube wohnt gerade einmal hundert Meter entfernt in einem vor Jahrzehnten um­gebauten Bauernhaus. Dort hat er sich mit seinem Bruder eingemietet. Keinen Kilometer vom Elternhaus entfernt, in Mamas Reichweite also. Man kann ja nie wissen. Die jungen ­Männer scheinen aber doch einen etwas ­größeren Radius zu bevorzugen als die Schmelga. Oder liegt es daran, dass er ihnen eher zugestanden wird? Keinen Steinwurf weiter steht das nächste Dreimäderlhaus, ein eher unscheinbarer 36

B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m

Hittisau um 1963

Neubau. Allerdings ist hier die Älteste schon weg, vor Jahren „ans Land“ hinaus abgewandert. Die Jüngste ist eben dabei, mit tatkräftiger Unterstützung eine Wohnung im elterlichen Dachgeschoß auszubauen und einzurichten. Auch das ist eine überaus beliebte Wohnvariante im Wald. Die mittlere Tochter wohnt zwar nicht mehr daheim, arbeitet aber im Dorf und mittags setzt sie sich gern an Mamas oder Omas Tisch. Wie ihre Arbeitskollegin Susanne. Nur die kann sich nach dem Essen noch eine halbe Stunde in der eigenen Kammer aufs Ohr legen. Auch hier bietet der elterliche Bauernhof reichlich Platz. Selbst wenn Susanne den Hof nicht übernimmt (das haben bereits die jüngeren Brüder erledigt), kann sie sich hier nach Lust und Laune ausbreiten. Der elterliche Druck, zu bleiben, ist auch im Fall der immerhin 25-Jährigen allemal größer als der, zu gehen. Wenn auch alles sehr sanft abläuft. Statistisches Material und Vergleichszahlen zum „Hotel Mama“ im Wald sind übrigens ­offiziell nicht zu erhalten. Das Landesamt für Statistik erfasst vieles, aber nicht, wie lange Kinder bei ihren Eltern wohnen. Man muss kein Soziologe oder Bauunternehmer sein, um das schade zu finden. Baptist Felder


alter

Autonome Szene in Hittisau angepasst. Von der Stimmung her könnte es jedoch genauso gut ein Studentenheim sein, in dem wir uns befinden.

Au 2000

Hittisau und Alberschwende sind Pioniere im Wald: In diesen Gemeinden gibt es bereits Wohngemeinschaften für alte Menschen, „Betreutes Wohnen“ genannt. Hittisau, 1.800 Einwohner, bäuerliche Sommerfrische wie aus dem Bilderbuch, verschlafen, brav und fromm, hat eine autonome Szene? Das ist nicht dein Ernst, oder? Doch, ist es. Angesiedelt hat sie sich vor wenigen Monaten in einem leer stehenden Haus gleich hinter der Kirche. ­Zugegeben, leer stehend war das Haus, weil soeben fertig gebaut. Ein schmucker Holzbau im Stil der Zeit, schnörkellos, aber alles da, was es braucht. Nur die große Garage scheint an diesem wunderschönen Herbstnachmittag etwas verwaist. Es handelt sich um das „Betreute Wohnen“ der Gemeinde Hittisau. Elf Menschen wohnen hier, zwei über 90, die anderen großteils weit in den 80ern. Neun Frauen, zwei Männer. Sie leben  in kleinen, hellen Wohnungen und zu für ­Pensionisten erschwinglichen Mietpreisen. Die geräumigen Balkone vor jeder Wohnung sind nach Süden ausgerichtet, mit weitem Blick auf grüne Hänge, Wald und Wiesen. Küche, Bad und Hausinfrastruktur sind an die psychischen und physischen Bedürfnisse älterer Menschen

Was die Menschen hier schätzen, erzählt Wilma, Krankenschwester und guter Geist des Hauses, ist die Autonomie, die sie hier genießen. Und die Selbstständigkeit, die ihnen die zentrale Lage garantiert: Bus, Arzt, Friseur, Gasthöfe und – ­wichtig! – die Kirche sind nur wenige Gehminuten entfernt. Wer will, geht zu Mittag in das gegenüberliegende Seniorenheim zum Essen. Wer nicht will, kocht sein eigenes Süppchen. Autonom. Außerdem stellen sich hier wesentlich öfter Besucher ein als in den teilweise weitab gelegenen, schwer beheizbaren, schlecht isolierten Häusern, aus denen die alten Menschen hierher gezogen sind. Wenn niemand von außen kommt, bilden sich eben hausintern gemütliche Kaffee-, Sing-, Spiel- oder Jassrunden. Um kleine körperliche und seelische Wehwehchen kümmert sich Wilma, um kaputte Glühbirnen und klemmende Balkontüren der Hausmeister Roman. Neben Alberschwende ist Hittisau die zweite ­Wäldergemeinde mit einem derartigen Haus. Sie sind damit klare Trendsetter und Vorreiter. Anders als der städtische Bereich war der Bregenzer­wald nie eine Single-Gegend: Stets wohnte man in den geräumigen Wälderhäusern in generationenübergreifenden, kinderreichen Verbänden. Jetzt aber, da sich die Familien auflösen und auch der Wohnbau schön langsam auf (teure) Kleinwohnungen umgestellt wird, organisieren sich die Alten neu. Sie schaffen sich Wohnraum, der ihnen gerecht wird. Autonom. Petra Ott Bregenzer wald Spektrum

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REGIOnalentwicklung Bregenzerwald GmbH Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald T +43 5512 26000 . F +43 5512 26000 4 E regio@bregenzerwald.at . H www.regio.bregenzerwald.at

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Regionalplanungsgemeinsa

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Offene Jugendarbeit Bregenzerwald T +43 5512 26000 12 . T +43 5512 26000 4 E office@ojb.at . H www.ojb.at

KäseStrasse Bregenzerwald Verein zur Förderung der Bregenzerwälder Käsekultur T +43 5512 2365-23 . F +43 5512 2365-25 E info@kaesestrasse.at . H www.kaesestrasse.at

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Bregenzerwald Tourismus GmbH T +43 5512 2365 . F +43 5512 3010 E info@bregenzerwald.at . H www.bregenzerwald.at

Alle Institutionen haben ihren Sitz im Impulszentrum Bregenzerwald in Egg. Das Bregenzerwald Spektrum erscheint zweimal jährlich und kann unter regio@bregenzerwald.at oder telefonisch unter +43 5512 26000 a­ ngefordert werden. Falls nicht alle InhaberInnen von Urheberrechten ausfindig gemacht werden konnten, ist der Herausgeber bei ­entsprechender Benachrichtung gerne bereit, die Ansprüche im üblichen Rahmen abzugelten. Wir haben uns bei der Formulierung der Texte um leichte Lesbarkeit bemüht. Soweit personenbezogene Begriffe ­verwendet werden, kommt ihnen keine geschlechtsspezifische Bedeutung zu. Impressum Herausgeber und Medieninhaber: Regionalentwicklung Bregenzerwald GmbH, 6863 Egg Auflage: 13.000 Exemplare Für den Inhalt v­ erantwortliche Projektleitung: Urs Schwarz; namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen redaktion: Fuchs & Partner, Wien bildnachweis: Adolf Bereuter (Titelbild), Roswitha Natter (Seite 2), Tone Bechter (Seite 3,9,24,27), Benno P ­ fanner (­Seite 6,10,12,15,25), Johann Feierl (Seite 8,22), Birgit Rietzler (Seite 8,29,32,34,37), Kathrin Bereuter (Seite 11), ­Ralph B ­ roger (­Seite 14,18,20,26), Andreas Sutterlüty (Seite 14,24,29), Margit Ritter (Seite 16,28), Verena Achberger (Seite 19,23,30), Helga Rädler (Seite 30), C ­ laudio Mätzler (Seite 31), Hans Waldner (Seite 34), Theresia Simma (Seite 35), Erna Bechter (Seite 36) ­ Gestaltung: broger grafik, 6866 Andelsbuch, www.broger.at Druck: Druckhaus Gössler GmbH, 6870 Bezau

Die bei der Erzeugung dieses Druckwerkes entstandenen Emissionen werden im Rahmen des Climate­ Partner-Prozesses für Druckerzeugnisse durch den Ankauf und die Stilllegung von ökologisch hochwertigen Emissionsminderungs­zertifikaten aus anerkannten Klimaschutzprojekten ausgeglichen.


Mir geht es nicht um das schnelle Geld. Ich möchte etwas schaffen, das bleibt. Nur eine Bank ist meine Bank. Seit über 100 Jahren kümmern wir uns um die Bedürfnisse unserer Kunden. Eine lange Zeit, in der wir viel Nähe und Vertrauen aufbauen konnten. Und das ist wichtiger als alles, bei dem nur das Materielle im Vordergrund steht. Sprechen Sie mit uns. www.raiffeisen.at


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B re g e n z e r w a l d S p e k t r u m


Bregenzerwald Spektrum IV