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P.b.b. — 11Z038861 M — 1040 Wien

ausgabe 67 — juni 2020 / juli 2020. www.biorama.eu

KOSTENLOS — ABER ABONNIERBAR

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Das Zeitalter des Huhns

Unser Signature-Fossil: Das meistgehaltene Nutztier der Welt gackert zu Lebzeiten in Tierfabriken, Legebatterien und Urban Gardens. Freie Körper: Warum der »neue Mensch« nackt war. Feine Klingen: Welche Küchenmesser ergeben eine Grundausstattung? Fatalistische Einsichten: Die ersten zehn Jahre Elternalltag entscheiden.

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WAS EINER NICHT SCHAFFT, DAS SCHAFFEN VIELE.


Bio r a m a 67  

 E d i t o r i al

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im zeitalter des huhns

G

allus domesticus, das Haushuhn, begleitet uns seit 8000 Jahren und stammt vom ostasiatischen Bankivahuhn ab. Hellenistische Ausgrabungen in Israel datieren die weltweit erste große Geflügelfarm auf 400 vor Christus. Den großen Schub in Richtung Intensivtierhaltung brachte aber erst der US-amerikanische Zuchtwettbewerb »Chicken of Tomorrow« in den 1950er-Jahren. Viele der alten, robusten Hühnerrassen sind heute bedrohter als manche Wildtiere auf der Roten Liste. Es dominiert: das Hybridhuhn. 21,4 Milliarden Hühner leben heute auf diesem Planeten; die wenigsten davon als »glückliches Huhn«. 62 Milliarden von ihnen werden jedes Jahr gegessen, so viele wie nie zuvor. Das Huhn gilt mittlerweile als das Tier des Anthropozäns. »Mein Huhn singt keine Opernarien / und ist kein Vogel aus Kanarien«, reimte schon Peter Lustig. Der kecke Blick der Henne, ihre stolze Haube – der Star unseres Titelblatts ist keiner der gängigen Rassen zuzuordnen. Beim Covermodel handelt es sich vermutlich um eine geflügelte Promenadenmischung aus Haubenhuhn und dem Hahn eines Legehybrids, erfahren wir durch Konsultation eines Züchters seltener Hühnerrassen – dem das einstige »Hobby zur regelrechten Leidenschaft« erwachsen ist, wie der 16-jährige Marco Gersthofer sein Verhältnis zu dieser seiner Freizeitbeschäftigung zusammenfasst. Wir haben also jedenfalls ein Tier auf dem Cover, das in keiner kommerziellen Großbrüterei geschlüpft ist. Hühnerhaltung im Kleinen ist die einfachste, umweltfreundlichste und auch aus Tierwohlsicht beste Möglichkeit, an frische Eier zu gelangen. Obendrein schaffen Hühner im Hinterhof oder im Garten einen Bezug zur Landwirtschaft – nicht nur für die Kleinen. Notwendigkeit, die Eierlieferantinnen auch zu essen, besteht dabei keine. Gegessen wurden sie auch früher nicht immer. Antike Abbildungen deuten darauf hin, dass Hühner lange vor allem zur Zierde gehalten wurden. Wir wünschen gute Lektüre!

Co verbild Istock.co m/antagain

Thomas Weber, Herausgeber weber@biorama.eu @th_weber

Irina Zelewitz, Chefredakteurin zelewitz@biorama.eu

»Mein Huhn singt keine Opernarien / und ist kein Vogel aus Kanarien.« — Peter Lustig, zdf- & »Löwenzahn«-Legende

impressum HERAUSGEBER Thomas Weber CHEFREDAKTEURIN Irina Zelewitz AUTORINNEN Lucia Scarpatetti, Frank Keil, Martin Mühl, Ursel Nendzig, Susanne Salzgeber, Jürgen Schmücking, Anika Suck, Werner Sturmberger, Michaela Titz, Yasmin Vihaus, Nikolaus Zelewitz, Helena Zottmann GESTALTUNG Michael Mickl, Selina Alge Lektorat Mattias Feldner COVER­MONTAGE Michael Mickl ANZEIGENVERKAUF Herwig Bauer, Micky Klemsch (Leitung), Bernadette Schmatzer, Thomas Weber, Norbert Windpassinger DRUCK Walstead NP Druck GmbH, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten PRODUKTION & MEDIENINHABERIN Biorama GmbH, Wohllebengasse 16 / 6, 1040 Wien GESCHÄFTSFÜHRUNG Martin Mühl KONTAKT Biorama GmbH, Wohllebengasse 16 / 6, 1040 Wien; www.biorama.eu, redaktion@biorama.eu BANKVERBINDUNG Biorama GmbH, Bank Austria, IBAN AT44 12000 10005177968, BIC BKAUATWW ABONNEMENT siehe Website: www.biorama.eu ERSCHEINUNGSWEISE 6 Ausgaben pro Jahr ERSCHEINUNGSORT Wien. BLATTLINIE biorama ist ein unabhängiges, kritisches Magazin, das sich einem nachhaltigen Lebensstil verschreibt. Die Reportagen, Interviews, Essays und Kolumnen sind in Deutschland, Österreich und der ganzen Welt angesiedelt. Sie zeigen Möglichkeiten für ein Leben mit Qualität für den Menschen und den Planeten Erde. Ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. biorama erscheint sechs Mal im Jahr.


B io r a m a 6 7 

 Au f tak t

67 Inhalt 03 Editorial 06 LeserInnenmeinung 08 Bild der Ausgabe 10 Meine Stadt Bamberg 15

Vorreiter Ei Das Musterbeispiel transparenter Kennzeichnung von Haltungsbedingungen

19 Who-is-Huhn Lexikon der Hühnerhaltung 24 Gothic Chicks Eine südkoreanische Seltenheit

30 Das Ei und sein Ersatz Der Molekularbiologe Fritz Treiber im Interview 33 Fressen und Gefressenwerden Leben »Wie die Schweine« 36 Der nackte Weg ins Paradies? Eine kleine Geschichte des Nacktbadens 46 Rasurkosmetik Zehn Produktempfehlungen 53 Vorratshaltung Weniger wegwerfen, mehr einkochen 57 Feine Klingen Spielzeug für Küchen-Samurai

36 Der nackte Weg ins Paradies?

Eine kleine Geschichte des Nacktbadens.

61 Die Menge macht’s Biowein in Direktvermarktung 64 Aus dem biorama-Universum

Marktplatz 44 Marktplatz Kosmetik Bitte mit Gurkerl! 62 Marktplatz Food Summer Wines

Kolumnen 66 Elternalltag

Bilder  Michéle Pauty, O berländerhof/Matthias Mayr, www.wa schbae r.de, istock .co m/geo rgeclerk, Istock.com/Nullplus

27 How to Hendl Buchtipps für HobbyhühnerhalterInnen


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Who-is-Huhn

Ein kleines Lexikon zum meistgehaltenen Nutztier der Welt: von alten Rassen bis zum Zweinutzungshuhn.

46 geschmeidig bleiben

Zehn haut- und umweltsympathische Rasurkosmetik-Empfehlungen.

27 How to hendl

RatgeberInnen Ăźber Henne und Hahn im Garten, am Balkon und in der Suppe.

62 Weinempfehlung Sechs Sommerweine unter zwĂślf Euro.


B io r a m a 6 7 

Wir müssen reden … LeserInnen an und über uns Mails, Tweets und hoffentlich Liebesbriefe an die Redaktion – und unsere Antworten.

Betrifft:

»Biopatente sind nicht böse« in biorama 66 (April/Mai 2020) »Der Bereich der Biopatente wird seit vielen Jahren sehr kontrovers diskutiert. Saatgut Austria setzt sich dabei dafür ein, dass der Wirkungsbereich von Patenten auf technische Erfindungen beschränkt wird. Eine Patentierung von Sorten, die mittels konven­tioneller Züchtung durch im Wesentlichen biologische Verfahren entstanden sind, wird dementsprechend abgelehnt. Denn bei der Pflanzenzüchtung gibt es den Sortenschutz als primäres Schutzrecht, der sich bewährt hat. Dieser sieht vor, dass andere ZüchterInnen Sorten als Ausgangsmaterial für die Züchtung nutzen und LandwirtInnen Saatgut nachbauen – sprich: die eigene Ernte wieder anbauen – dürfen. Der Züchterin/ dem Züchter steht zwar analog zum Urheberrecht eine Lizenzgebühr zu, diese wird allerdings in manchen europäischen Ländern – darunter auch Österreich – nicht flächendeckend eingehoben. Da der Sortenschutz einerseits einen hohen Grad an Innovation in der Züchtung ermöglicht und andererseits hohe Rechtssicherheit gewährleistet, spricht sich Saatgut Austria klar für diesen aus.« – Michael Gohn, Obmann von Saatgut Austria, per Mail

Lieber Herr Gohn! Herzlichen Dank für Ihr Feedback! Auch wenn wir nicht die Möglichkeit haben, ausführlich auf die Unterscheidungen zwischen Patent- und Sortenschutz einzugehen, haben wir Ihr Feedback zum Anlass für einen kleinen Nachtrag (rechts) zum Thema Biopatente genommen.

Betrifft:

BIORAMA #65 in biorama 66 (Ferbruar/März 2020) »Sehr geehrte Damen und Herren! Ich lese den Artikel über Dunkle Cloud im biorama #65 und will den Tipp Nr. 4 testen (Carbonanalyser von The Shift Project) und bin entsetzt, welche Zugriffe auf mein Internetverhalten und meine Daten dort erlaubt werden müssen, z. B. auch Zugriff auf meine Passwörter, die ich auf Internetseiten benutze. Was ist das also für ein Tipp? Herzlichen Gruß,« – U. Albertsen, per Mail

Liebe Frau Albertsen! Vielen Dank für Ihre Nachricht! Privatsphäre und Datensicherheit sind ganz essenzielle Themen und wir möchten natürlich keine Add-ons empfehlen, die diese unnötig beeinträchtigen. Das Add-on von The Shift Project setzt hier auf Transparenz, der Code des Add-ons ist einsehbar und dort ist ganz klar nachvollziehbar, welche Daten gesammelt werden und wie diese verarbeitet werden. Im Falle des Add-ons wird letztendlich nur auf die URLs,

Bilder  Lorem Ips um

6

 Le se r i n n e n mein u n g


7 die Hostnamen und auf die Größe des Inhalts zugegriffen. Die Berechnung, wie viele Daten Sie beim Surfen verbraucht haben, passiert ausschließlich lokal. Das Add-on sendet also keine der Daten, die es sammelt, irgendwo anders hin. Die Daten selbst bekommt das Add-on aus dem Local Storage, einem lokalen (Offline-)Speicher, in dem, während Sie surfen, bestimmte Daten, beispielsweise Cookies, aber auch Formulardaten und damit Passwörter gespeichert werden können. Da das Add-on Zugriff auf den Local Storage braucht und Firefox (im Vergleich zu Chrome) in Sachen Privatsphäre ausgesprochen trans­parent und userInnenfreundlich agiert, werden Sie bei der Installation darauf hingewiesen, dass das Add-on auch auf Passwörter zugreifen könnte. Das tut es in diesem Fall aber nicht. Wenn Sie beispielsweise ein AdBlock-Add-on installieren, kommt der gleiche Hinweis – auch dieses Addon wird Ihre Passwörter aber nicht gefährden. Falls Sie an den Details der Umsetzung interessiert sind, finden Sie hier das Github-Projekt, das den gesamten Code und eine Erklärung enthält: github.com/carbonalyser/Carbonalyser

sätzlich patentierbar. Man spricht von Biopatenten. 2017 beschlossen die 38 Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation eine Einschränkung der Patentierbarkeit von Pflanzen und Tieren. Am 14. Mai 2020 stimmte auch die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes dem Beschluss zu, dass Pflanzen und Tiere aus »im Wesentlichen biologischen Verfahren« nicht patentierbar sind. Die Intention der Mitgliedsstaaten war es, Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung von der Patentierbarkeit auszuschließen – und der Beschluss ist ein Schritt in diese Richtung. Klarheit wird aber erst die Präzisierung dessen, was »im Wesentlichen biologische Verfahren« sind, bringen.

Nachtrag

Eine Ergänzung zum Thema Biopatente:

Bitte mehr davon an redaktion@biorama.eu!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, pflanzliche Erfindungen zu schützen.

Update

Sortenschutz: Erhalten ZüchterInnen Sortenschutz, haben sie für 25 oder 30 Jahre das exklusive Recht auf Produktion und Verkauf von Vermehrungsgut der geschützten Sorte. Die ErfinderInnen können Lizenzen für die Nutzung der Sorte an Dritte vergeben.

Zu »Biopatente sind nicht böse« im BIORAMA #66 Eine neue Bestimmung freut GegnerInnen von Biopatenten. Biologisches Material, biotechnische Verfahren oder dadurch gewonnene Erzeugnisse, Pflanzen und Tiere sind in der EU grund­-

Sie können ZüchterInnen (im Gegensatz zu den Das Gemeinschaftliche Sortenamt (CPVO) regelt als mit dem Patentschutz Agentur der Europäischen Union den Sortenschutz verbundenen Rechten) und die Vergabe von EU-weit geltenden gewerblichen nicht daran hindern, Schutzrechten für Pflanzensorten. die geschützte Sorte für die Entwicklung neuer Sorten zu verwenden (»Züchterprivileg«). Bauern und Bäuerinnen dürfen das Saatgut für den Eigenbedarf und die Wiederaussaat nachbauen (»Landwirteprivileg«), dafür kann allerdings eine Gebühr eingehoben werden.


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 Bi l d d e r au sga b e

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» Im Innern des Eis Die Entstehung eines Kükens Eine Henne legt ungefähr 300 Eier pro Jahr. Nur wenn das Ei im Bauch des Huhns befruchtet wird, kann sich ein Küken darin entwickeln. Das Hühnerei beginnt mit einer kleinen Dotterkugel im Innern der Henne. Es dauert ungefähr einen Tag, bis das Ei fertig geformt ist und gelegt werden kann. Die Henne sitzt auf ihren Eiern, um sie zu wärmen, damit aus den Eiern Küken schlüpfen können. Die Hühner-Embryos wachsen 21 Tage lang im Innern des Eis. Diese Zeit wird Inkubationszeit genannt. Anschließend pickt sich das Küken seinen Weg und schlüpft aus der Schale heraus.



»

Illustration: Britta Teckentrup

Wer kann schon ein Ei eines Rotkehlchens von dem einer Wanderdrossel unterscheiden? Britta Teckentrups Hommage an das Ei ist durchaus nicht nur für die Jüngsten lehrreich, außergewöhnlich ist sie aber in erster Linie durch ihre liebevollen Illustrationen. 2017 ist der Bildband in der deutschen Übersetzung von Kathrin Köller bei Prestel erschienen. 


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B io r a m a 6 7 

  Me i ne Sta dt

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MEINE STADT:

BAMBERG Lieblingsplätze und Eco-Hotspots

Text

Frank Keil

Frank Keil lebt als freier Musik- und Kulturjournalist in Bamberg. Schon zu Studienzeiten hat ihn die seit 1993 zum ­unesco-Weltkulturerbe zählende alte Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg fasziniert.

Rund um die ehemalige Benediktinerabtei von 1015 befindet sich der Stiftsgarten. Aus den Früchten der alten und schützenswerten Streuobst­bestände und dem Wein des Klosters Michaelsberg stammen erlesene Erzeugnisse wie Apfelsecco und Quitten-Edelbrand, die nachhaltig die lokale Genusskarte bereichern.

Das auf sieben Hügeln ­erbaute »fränkische Rom« ist heute eine lebendige Kunst- und Kulturstadt sowie Universitätsstandort – und hat neben der weltweit höchsten Brauereidichte auch ein ökologisch ausgerichtetes Angebot, das ihn begeistert.

Kleehof in der Gärtnerstadt

Die seit dem Mittelalter allein hier erhaltene Gärtnerstadt mit ausgedehnten Bioland-zertifizierten Anbau­flächen (u. a. Kartoffelspezialität »Hörnla«, Knoblauch, Spitzwirsing, Süßholz­ wurzel) und typischen Gärtnerhäusern gehört zum unesco-­ Welterbe. Den Gemüsehandel vor der Tür, wird im Restaurant Kleehof auf hohem Niveau saisonal und authentisch ausgerichtet auch vegan und vegetarisch gekocht. Bambergs kreative Heimatküche unter der Leitung von Geschäfts­führerin Sabine Schiller punktet auch mit ­einer ­hervorragenden Weinkarte.

Gärtnerei und Brauerei

Er blickt auf eine über 450-jährige gärtnerische Familientradition zurück und geht doch neue, eigene Wege. Kris Emmerling führt den Hopfengarten, die kleinste Brauerei Bambergs. Die Hopfen- und Bierseminare, die Bier- und Gin-Erlebnis-Tastings erfreuen sich regen Zuspruchs bei einem internationalen Publikum. Ein Juwel im aufstrebenden Bamberger Osten. Und der Hopfengarten versteht zu feiern, wie beim M(a)y-Bock-Fest oder dem Sommerbierund Gin-Fest zu erleben ist.

B ilder  Frank Ke il, Hopfe ngarte n – Lara mü ller , Kle ehof, U nve rpackt, Ve gbereitu ng, Archiv des Bamberg Tourismus & Kongress Service, stadtwerke bamberg,

in herausgehobener Lage


Vegbereitung

Seit 2016 betreibt Stefan Vinzelberg hauptberuflich die überwiegend Bio-Zutaten verarbeitende Vegbereitung, einen »­Vegan Streetfood«-­Wagen, der von Dienstag bis Samstag auf dem Bamberger Maximiliansplatz steht. Seine früheren Erfahrungen an der Snacktheke eines Bio­ladens und auf der Sandkerwa, einem traditionellen Volksfest, kommen ihm dabei bis heute zugute. Mit Special-Shawarma, Burgern und den wohl besten Bamberger Pommes frites sind er und sein Team auch weiterhin auf Demos und Festivals unterwegs.

bamb

erg

weniger Plastik kaufen

Hain und Hainbad

Nicht einmal 15 Minuten von der Innenstadt entfernt befindet sich der Stadtpark Hain mit botanischem Garten. Eine ausgedehnte, ganzjährig beliebte Park­anlage zwischen dem rechten und linken Arm der Regnitz. Die Flussbadestelle Hainbad, 2018 runderneuert, ist seit 1935 einer der Hotspots zwischen Frühjahr und Herbst – bei zwei Euro Eintritt.

Theres Gerischer und ihre Schwester Alina ­Minier wollen nachhaltig Verpackungsmüll ­reduzieren. Seit Dezember 2017 gelingt das den beiden Flechtwerkgestalterinnen – in ihrem eigenen Bioladen. Im »Unverpackt« bieten sie die vielgenutzte Möglichkeit, mengenunabhängig bei großer Sortimentsauswahl verpackungsfrei einzukaufen – getreu ihrer Prämisse »biologisch, regional, nachhaltig und fair«. Beim Gastronomieangebot wird vorwiegend mit Bio-­ Zutaten gearbeitet.

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Biorama 67 

  Global Village

John Willia ms Vi enna Live in

USA

Fest, natürlich, vegan: »Made With Reishi«

DA S N E U E AL BUM CD · Vinyl · Deluxe Edition B l u R ay V i d e o · D o l by At m o s aB 14.08. im handel d i g i ta l e s i n g l e s Imperial March & T h e m e f r o m J u r a s s i c Pa r k aB jetzt bei allen d i g i ta l e n Pa r t n e r n

Es ist ein großes Versprechen, mit dem MycoWorks für sein erstes Produkt wirbt: »Better than leather.« Der Claim zeigt, wohin das Start-up aus San Francisco mit seinem veganen Pilzleder will. Dementsprechend das Setting, das man für die Präsentation wählte: die New York Fashion Week. »­Reishi wie der japanische Pilz, unser Arbeitstier«, scherzt Martin Stübler, den biorama in Barcelona erreicht, wo der Forscher nach dem Besuch einer Gerberei im Corona-Lockdown festsitzt. Der Steirer ist über ein Vesting-Programm selbst an MycoWorks beteiligt und Europa-Botschafter des Unternehmens. Als Vorbild nennt er Goretex: »Wir machen das Material, die anderen die Produkte.« Reishi sei näh- und klebbar wie Leder, haltbar wie Lammleder. Vor dem Gerbprozess wächst das Myzel in einem »Bioreaktor« auf Agrarabfällen und Säge­spänen. Ein darin täglich durchgeführter Prozess bleibt Unternehmensgeheimnis. Binnen drei Wochen ist das ­Myzel dicht und stark genug, um abgezogen zu werden. »Noch haben wir Leder nachgeahmt«, sagt Stübler. »Aber unser Team formt gerade 2D- und 3D-Wachstum, dann können wir Schuhe oder Handtaschen gleich in die gewünschte Form wachsen lassen, ohne Kleben, ohne Naht und ganz ohne ­Abfall.«  Thomas Weber madewithreishi.com

Bild myco works

W i e ne r Ph il h ar m o n i k e r An n e- S o p hi e M u tt e r

Das Pilzleder von MycoWorks wird unter dem Namen »Reishi« vermarktet.


Weltall:

Sieden im All

Bild istock.co m/t.lig ht

Auch wenn alle nur mit Wasser kochen, lassen sich daraus noch neue Erkenntnisse gewinnen. Wasser kochen – sieden – und es dabei vom flüssigen in den gasförmigen Zustand überzuführen ist exemplarische Grundlage für die Funktionen der Physik. Eine internationale Gruppe von 14 Universitäten und Forschungsinstitutionen unter der Leitung der TU Darmstadt und der esa führt derzeit das Experiment rubi durch, um zu sehen, ob durch präzisere Modelle der Wärmeübertragung neue Wege für eine effiziente Kühlung und Beheizung gefunden werden können. Dabei wird Kältemittel erhitzt und ein Laser zündet einzelne Blasen. Eine Hochgeschwindigkeitskamera erfasst die gesamte Entwicklung dieser Blasen, eine Infrarotkamera misst die Temperatur der Umgebung. Eine verkleinerte Versuchsanordnung wurde auf die Raumstation iss verfrachtet, wo 2353 Experimente durchgeführt und 18 Terabyte Daten gesammelt wurden. In der Schwere­ losigkeit entwickeln sich die Blasen beim Sieden deutlich langsamer und sie werden gleichzeitig deutlich größer. Die Ergebnisse aus dem rubi-Experiment könnten wegweisend sein für eine umweltschonendere Kühlung und Beheizung von Geräten und Anlagen auf der Erde, so etwa Rechen­ zentren, Klimaanlagen oder Kraftwerken, aber auch für die Optimierung der Wärmeregelungssysteme von Satelliten und Raumfahrzeugen.  Martin Mühl


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Bio r a m a 67  

 Ko nsu m e n tIn n en in f o r matio n

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Text Helena Zottmann

Voreitereier Kein Lebensmittel hat das VerbraucherInnenbewusstsein für Tierhaltung so stark geprägt wie das Ei. Davon könnten sich Joghurt und Schnitzel einiges abschauen.

I

n der industrialisierten Landwirtschaft wird auf Masse gesetzt. Dass es dabei zu Missständen kommt, ist zwar kein Geheimnis, aber gern verdrängte Tatsache. Nur beim Ei sind die Haltungsbedingungen bei der Produktion des tierischen Lebensmittels EU-weit seit 2004 auf einen Blick ablesbar: Seither müssen Eier mit einer eindeutigen Kennnummer versehen sein, wenn sie die Produktion verlassen.

B ild istock.co m/frankhuang

Kennzeichnung war der Anfang Das Ausweisen der Haltungsform in der Eierproduktion seit 1. Juni 2003 war ein Meilenstein in der Geschichte der industrialisierten Landwirtschaft hin zu einer transparenteren Produktion und mehr Tierwohl. Mit der Kennzeichnung entstand bei VerbraucherInnen mehr Bewusstsein für Tierhaltung, wenige Jahre später setzte die EU den nächsten Schritt, ­indem ab 2012 die Käfighal-

tung in Lege­batterien EU-weit verboten wurde. Österreich zog bereits 2009 vor, Deutschland folgte im Jahr 2010. Von da an waren in der Käfighaltung nur mehr sogenannte »ausgestaltete K ­ äfige« erlaubt, in denen Nester, Einstreu­bereiche, Sitzstangen und mindestens 750 Quadrat­zentimeter pro Tier vorhanden sein müssen. Für Tier­schützerInnen ein kleiner Schritt, denn diese Käfige fallen immer noch unter die Haltungsform 3 und sind noch lange nicht artgerecht. Seit 1. Jänner 2020 ist auch diese Käfighaltung zumindest in Österreich nicht mehr üblich, auch Deutschland will »ausgestaltete Käfige« in den nächsten Jahren gänzlich abschaffen. Weltweit stammen 90– 95% der Eier aus Käfighaltung, europa­weit sind es etwas mehr als die Hälfte. Diese Eier landen auch in der hiesigen Gastronomie und in i­ndustriell verarbeiteten Lebensmitteln. »Wenn die Eier auf der Verpackung nicht de-

1999 Bereits1999 wurden mit der EU-Richtlinie »1999/74/ EG« die Anforderungen für den Schutz von Lege­hennen in den verschiedenen Haltungs­systemen Käfig­ haltung (3), Bodenhaltung (2), Freilandhaltung (1) und die Haltung gemäß Bio-Richtlinie (0) festgelegt.

2003 Die EU-Mitgliedsstaaten müssen bis zum 1. 6. 2003 Systeme etabliert haben, mit denen jedes Ei einer eindeutigen Kenn-Nummer bis zum Betrieb rückverfolgbar und die Haltungsform auf einen Blick erkennbar ist.


B io r a m a 6 7 

 Ko nsu me n tIn n en in f o r matio n

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Österreich

deutschland

Biohaltung 12,3%

Bodenhaltung 62,2%

In Österreich ist die ­Haltung von Legehennen in Käfigen seit 1. 1. 2009 ­verboten. Für »ausgestaltete Käfige«, die ebenso in die Käfighaltung fallen, gibt es bis 31. 12. 2019 noch Übergangsbestimmungen.

2010 Auch Deutschland verabschiedet sich noch vor ­Inkrafttreten der EU-Richt­ linie von Legebatterien.

2018 Österreich: Mit der Wiener Marktordnung vom 1. 10. 2018 dürfen auf Wiener Märkten keine Käfigeier mehr verkauft werden. Ausgenommen: Der Großmarkt Wien, der nicht der Marktordnung unterliegt, aber der bedeutendste Umschlagplatz für Ei­ produkte, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Blumen in Österreich ist.

ausgestalteter Käfig (750cm2/Henne) 11,5%

Freiland­ haltung 15,7%

Freiland­ haltung 25,5%

2009

Biohaltung 8,3%

klariert sind, kann man davon ausgehen, dass sie aus Käfighaltung stammen«, mahnt Reinhard Geßl, E ­ xperte für Bio-­Tierhaltung und -Lebensmittel beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Österreich).

Was das Frischfleisch vom Ei lernen kann Doch KonsumentInnen kaufen, was es am günstigsten gibt. »Das war bei den Eiern früher auch so«, erinnert sich Geßl. »Vor der Kennzeichnungspflicht hat ein Käfigei de ­facto nichts gekostet. Heute kostet ein Freilandei rund 40 Cent und ein Ei aus Bodenhaltung etwa 25 Cent.« Wäre der Preisunterschied immer noch so groß wie derzeit beim Frischfleisch, bräuchte es wesentlich mehr Überwindung und Wissen auf KonsumentInnen­ seite, um eine ethische Entscheidung statt einer wirtschaftlichen zu treffen. Um heimischen Eiern keinen Wettbewerbsnachteil entstehen zu lassen, haben sich die Handelsunternehmen in Österreich darauf geeinigt, kein importiertes Frischei zu verkaufen. Der immer noch hohe Anteil an importiertem Ei (in Österreich waren das 2018 rund 800 Millionen Eier) entfällt hauptsächlich auf die Gastronomie oder geht in die Weiterverarbeitung.

Vier-Stufen-Modell für Klarheit Eine Kennzeichnungspflicht bei Fleischund Milchprodukten würde VerbraucherIn-

Bodenhaltung 60%

nen auch bei diesen Produkten eine bewusste Kauf­entscheidung ermöglichen. Das Problem daran: Wollte man ein verbindliches Siegel schaffen, bräuchte es ein neues Qualitätsmanagement und Kontrollschema. Beim Ei wird seit der Kennzeichnungspflicht jeder Betrieb regel­mäßig kontrolliert, beim Fleisch und bei Milchprodukten (und bei allen anderen Lebens­mitteln) sind es nur Biobetriebe, die auf eigene Kosten jährlich geprüft werden. »Theoretisch wäre ein solches Herkunftsmodell bei sämtlichen Tierprodukten denkbar«, meint Reinhard Geßl. Auch Ina Müller-Arnke von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in Deutschland sieht das so: »Von EU-Seite wäre das möglich und es liegen auch schon Kriterien für eine Kennzeichnung in der Schweinehaltung vor, allerdings geht alles eher in Richtung freiwillige, staatliche Kennzeichnung.« In Deutschland ist eine freiwillige Kennzeichnung bereits zum Teil umgesetzt: Die deutschen Handels­unternehmen schlossen sich für das freiwillige Tierschutzzeichen »Haltungsform der Landwirtschaft« zusammen, um, ebenso wie beim Ei, mit einer vierstufigen Kategorisierung die Haltungsform für VerbraucherInnen auf der Verpackung auszuweisen. Stufe 1 ist dabei die Stallhaltung auf engstem Raum, bei Stufe 4 muss der Zugang zu freiem Auslauf ermöglicht sein. Dieses freiwillige Zeichen sei zwar ein erster Schritt, Müller-Arnke


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europäische union

weltweit

Freiland­ haltung 15,7%

ausgestalteter Käfig Biohaltung (750cm2/Henne) 5,4% 50,4%

traditioneller Käfig (550cm2/Henne) 90-95%

Quelle: AT:QGV (2020); DE: BMEL (2018); EU: European comission (2018); Welt: ZAG (2020)

Bodenhaltung 28,5%

wünscht sich aber eine EU-weit verpflichtende Haltungskennzeichnung: »Die Kennzeichnungspflicht an sich ist ja keine Verpflichtung zur Änderung einer Tierhaltung, sondern nur eine Einstufung. Wenn überall eine 1 draufsteht, weil eben alle Tiere nur nach den gesetzlichen Mindest­anforderungen gehalten werden, dann wird dadurch zumindest offensichtlich, dass kein Masthuhn besser gehalten wird als der kleine Prozentsatz der Biomasthühner.«

Bild Istock.co m/S-S-S

Herkunfts- und Haltungsangabe erwünscht Es hat viele Jahre lang gedauert, bis die Eierkennzeichnung in das Alltagsbewusstsein übergegangen ist. Inzwischen lernen Schulkinder, was die 0 auf dem Ei bedeutet und dass man besser keine Nummer-3-Eier kauft. Müller-­ Arnke glaubt, dass weitere Kennzeichnungen – so sie politisch durchgesetzt würden – gut angenommen würden: »Die Menschen schauen inzwischen stärker auf die Herkunft und entsprechende Herkunftskennzeichen.« In Österreich lässt der jüngste Vorstoß des Rewe-­Konzerns hoffen – dort soll es nur mehr Fleisch zu kaufen geben, das die österreichischen Haltungs­standards erfüllt. Und diese sind laut Geßl im Geflügelbereich strenger als im EU-­europäischen Ausland. Spar Österreich verkauft zwar schon länger ausschließlich österreichisches Frischfleisch, allerdings

mit Ausnahme des Geflügels und gerade hier kann eine österreichische Pute mit Importware preislich nicht mithalten. »Der Vorstoß des Rewe-­Konzerns, mehr Fleisch und Geflügelfleisch aus ­Österreich zu verkaufen, könnte ein Wegweiser sein, mehr Qualität in diese Richtung zu schaffen, bei dem die anderen Handelsketten auch nachziehen werden«, hofft Geßl. Letztlich könne dies auch zur Verbesserung der Haltungsstandards in Staaten beitragen, die in den österreichischen Lebensmittel­ einzelhandel exportieren wollen. Der Handel in Deutschland würde so weit wohl nicht gehen, glaubt dagegen Müller-­Arnke. Dort wird zwar eine Herkunftskennzeichnung gefordert, um sich von billigen Importprodukten abzugrenzen, aber ausschließlich inländische Ware zu verkaufen würde dem Streben nach offenem Handel widersprechen. Wenn der politische Wille da wäre, wäre aber auch eine verpflichtende Kennzeichnung möglich, sagt Nutztierexpertin Ina Müller-Arnke: »Eine vernünftige ­Lösung müsste nach dem Vorbild der Eierkennzeichnung aufgebaut sein, bei der regelmäßig und standardisiert geprüft und auch ­sanktioniert wird.«

2020 In Österreich ist die Kleingruppenhaltung in »ausgestalteten Käfigen« verboten. In Deutschland liegt der Anteil noch bei 11,5%, im EU-Schnitt liegt er bei über 50%.

2023 Österreich: Der Großmarkt Wien wird den Verkauf von Eiern aus Käfighaltung ab 2023 »minimieren und danach gänzlich einstellen«.


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 Hü h ne r w i sse n

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Who-is-Huhn Ein Lexikon der Hühnerhaltung von alten Rassen bis zum Zweinutzungshuhn

A

lte Rasse

B ild THomas Weber

Wer Hühner nicht bloß als Hobby und fürs eigene Frühstücksei hält, steht seit den 1960er-Jahren vor der Entscheidung: Eierlegen oder Turbomast. Entweder oder. Die über Jahrtausende bewährte Nutzung von sowohl Fleisch als auch Eiern wurde in der industrialisierten Geflügelhaltung aufgegeben. Stattdessen setzt man auf effiziente Gebrauchszüchtungen (Hybrid). Die unzähligen robusten Hühnerrassen, die für beides gut waren, sind heute deshalb oft weitaus bedrohter als Wildtiere, die es auf Rote Listen geschafft haben. Sie stellen allerdings eine wichtige Genreserve dar, sind gewissermaßen ein Back-up für die Welternährung und Teil der kulturellen Biodiversität. Engagierte Ökobäuerinnen und -bauern und bewusste HobbyhalterInnen entscheiden sich deshalb oft bewusst fürs Sulmtaler Huhn, den Bergischen Kräher oder das Sachsenhuhn.

B

io Ei

Seit 2005 müssen sortierte, direkt für den Verkauf bestimmte Eier in der Europäischen Union gekennzeichnet werden. Eine Zahlen-Buchstaben-Kombination gibt Aus-

kunft über Haltungsbedingungen, Herkunft und Ursprungsbetrieb. Klingt kompliziert, ist aber einfach zu entschlüsseln: 0 steht für Bio-, 1 für Freiland-, 2 kennzeichnet Boden- und 3 Käfighaltung. DE bezeichnet die Herkunft aus Deutschland, AT aus Österreich und PL aus Polen. Bio ist der höchste Tierhaltungsstandard, gesteht den Tieren u .a. mehr Platz zu und garantiert, dass kein gentechnisch verändertes Futter verwendet wurde.

F

reilandei

Freilandhaltung garantiert lediglich Auslauf, Bodenhaltung bedeutet durchgängige Stallhaltung. Käfighaltung (die sogenannte Legebatterie) ist seit 2012 theoretisch EU-weit verboten. Praktisch ist Kleingruppenhaltung im Käfig nach wie vor erlaubt. Und flüssig im Kübel gelangen viele Eier aus Käfighaltung in die Gastronomie.

E

intagsküken

Die Aufnahmen von frisch geschlüpften männlichen Küken, die am Fließband in den Shredder-Tod befördert werden, bleiben im Gedächtnis. In der industriellen Eierpro-

Text Thomas Weber


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B io r a m a 67  

 Hü h ne r w i sse n

21 duktion spricht man von sogenannten Eintagsküken, den schwachbrüstigen Brüdern (Bruderhahn) der Legehennen. Sie sind genetisch nicht auf Muskelmasseaufbau optimiert, legen keine Eier, gelten deshalb als Abfall und landen geshreddert oder tiefgefroren als Tierfutter in Zoos.

H

ybrid

In der industriellen Landwirtschaft kommen mittlerweile ausschließlich sogenannte Hybridzuchten zum Einsatz. Diese sind das Ergebnis von Inzucht und entweder auf den effizienten Aufbau von Muskelmasse (Masthybrid) oder aber auch maximale Eierlegeleistung (Legehybrid) ausgelegt. Genetisch handelt es sich jedoch um keine Hybriden, sondern um Gebrauchszüchtungen.

K

apaun

Außerhalb Frankreichs ist der Kapaun weitgehend von den Speisekarten verschwunden und überlebt nur in alten Märchen und Geschichten. Im Alter von etwa zwölf Wochen kastriert gilt sein Fleisch als besonders mild, weiß und fett. Der Kapaun kräht heiserer und seltener als ein Testosterongockel und steht in der Hackordnung ganz unten, unter den rangniedrigsten Hennen. Viele TierschützerInnen lehnen die Kastration zu Genuss­ zwecken ab – paradox, aber mit ein Grund, dass männliche Küken in der Intensivtierhaltung als Abfall gelten.

M

Erzeugnisse zu sorgen, ihre kleinstrukturierte Tierhaltung zu kommunizieren und in der Direktvermarktung einen besseren Preis für ihre Eier zu erzielen. »KonsumentInnen akzeptieren für solche Bioeier sogar Preise von 40 oder gar 50 Cent pro Stück«, berichtet »Pro Hektar«, das Magazin der österreichischen Bauernzeitung. Die mobilen Stallsysteme vermeiden durch häufige Standortwechsel Parasitenbefall und Krankheiten. Außerdem unterbinden sie eine Bodenverdichtung und sind auch auf kleinen Flächen optimal nutzbar. Deshalb sind sie auch für landwirtschaftliche QuereinsteigerInnen eine Option. In einem Stall mittlerer Größenordnung leben in konventioneller Freilandhaltung 380 Hennen. In der Bioproduktion sind es auf derselben Fläche 290 Tiere.

O

mnivor

Wer jemals gesehen hat, was passiert, wenn sich eine Maus auf den Hühnerhof verirrt hat, weiß: Das Huhn ist ein Allesfresser. Es lässt nichts liegen, nicht einmal Nacktschnecken, und liebt auch Insekten. Lediglich die kommerzielle Mast und Eierproduktion zwingt das Huhn zum Vegetarierdasein und füttert es mit Soja.

aishuhn

B ild Oberlä nde rho f/Mat thias Mayr

Das Maishuhn ist ein Masthuhn, das fast ausschließlich mit Mais gefüttert wurde und dessen Brustfleisch als besonders schmackhaft gilt. Über Haltungsbedingungen, Herkunft des Futters oder den Einsatz von Antibiotika sagt diese Bezeichnung nichts aus.

M

obiler Hühnerstall

Mittlerweile sind die Hühnermobile am Straßenrand nicht mehr wegzudenken. Vor allem breit aufgestellten bäuerlichen Familienbetrieben bieten sie die Möglichkeit, gleichzeitig für die Sichtbarkeit ihrer

P

Bodygoats: Zwergziegen sind verbreitet im Einsatz als Bodyguards gegen Luftangriffe.

rotektorziege

Der Herdenschutz ist in der nachhaltigen Landwirtschaft nicht nur notwendig, um Schafe und Rinder vor dem Wolf zu schützen. Auch Hühnern droht in der Frei-


B io r a m a 6 7 

 Hü h ne rwissen

22 landhaltung Ungemach – und zwar nicht nur vom Fuchs, sondern auch aus der Luft: von Greifvögeln. Als wirksamste »Wachhunde« zum Schutz vor dem Habicht erweisen sich vielerorts Zwergziegen. »Zwergziegen als Herdenschutz sind aber nur eine Maßnahme von vielen«, erklärt Matthias Mayr vom Tiroler Oberländerhof, »ein Miteinander von Wild- und Nutztieren muss erst hergestellt werden – fachlich und sachlich«.

R

assen

174 Hühnerrassen hat das Chicken Diversity Panel des Friedrich-Loeffler-Instituts und der Uni Göttingen genetisch erfasst – von Wildformen über kommerzielle Masthühner bis zu lokalen Hühnerrassen. Die Daten belegen, dass die Vielfalt optisch größer erscheint, als die genetischen Tatsachen zeigen. Wirkliche Vielfalt weisen nur wild lebende Tiere auf sowie einige wenig selektierte afrikanische, südamerikanische, asiatische und europäische Rassen.

R

egioHuhn

In Deutschland bemühen sich der Naturland Verband und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft im Rahmen des Projekts »RegioHuhn« um die Erhaltung sechs lokaler, gefährdeter Hühnerrassen. So sollen etwa die robuste Ostfriesi-

sche Möwe und das Mechelner Huhn durch Kreuzungszucht so weit gebracht werden, dass ihre Haltung auch eine ökonomische Perspektive bietet. »Wir hoffen, Zweinutzungshühner zu finden, die sowohl eine gute Leistung bringen als auch einfach zu halten sind«, erklärt Naturland-Fachberater Werner Vogt-Kaute. Ziel des Projekts ist eine nachhaltige regionale Eier- und Geflügelproduktion.

S

tubenküken

Stubenküken sind knapp ein Monat alte Küken, sie wiegen dann etwa ein halbes Kilo. Kulinarisch sind sie fast in Vergessenheit geraten, doch sie bieten eine Möglichkeit, auch männliche Küken zu nutzen.

W

anderhuhn

Der Markenname der konventionellen Freilandeier der Wanderhuhn GmbH hat es erfolgreich zu überregionaler Bekanntheit geschafft und wird mittlerweile oft synonym für Eier aus mobilen Stalleinheiten (mobiler Hühnerstall) verwendet. Obgleich das markenrechtlich geschützte Wanderhuhn nicht die (noch) strengeren Biostandards erfüllt, setzt das Unternehmen mit einer Aufzucht der männlichen Küken (Bruderhahn) und dem ausschließlichen Einsatz regionalen Futters ernsthafte Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit. 

Die Hühnerrasse »Ostfriesische Möwe« soll mit dem Mechelner Huhn (im Bild) gekreuzt werden.


Die gemeinnützige Ökologische Tierzucht von Bioland und Demeter sucht nach dem »Öko-Huhn von morgen«, einem Zweinutzungshuhn. Dennree lässt bereits alle Bruderhähne seiner Handelsmarke Königshofer aufziehen.

B ild vere na me us er, s arah gibler

Z

weinutzungshuhn

Die Geflügelwirtschaft ist hochindustrialisiert. Sowohl die Mast als auch die Eierproduktion wird von Hybridtieren (Hybrid) dominiert. Diese sind entweder besonders effiziente Fleischlieferanten oder aber sie legen im ersten Jahr bis zu 330 Eier. Traditionell wurden am Bauern- und im Hinterhof die heute sogenannten Zweinutzungshühner gehalten. Sie liefern sowohl Eier als auch Fleisch. Ihre Haltung ist mittlerweile aber selbst für Ökobetriebe unwirtschaftlich geworden. Das bedroht nicht nur die genetische Vielfalt, sondern bringt auch das ethische Problem des Tötens der männlichen Küken (Eintagsküken) aus den Legelinien mit sich. Zwei konträre Denkansätze versuchen dieses Dilemma zu bewältigen: In Deutschland versucht die gemeinnützige »Ökologische Tierzucht« der Verbände Bioland und Demeter, »das Ökohuhn von morgen« zu züchten: ein Huhn, das sich sowohl in der Eier- als auch in der Fleischproduktion wirtschaftlich behaupten kann. In Österreich setzt mittlerweile die gesamte Biobranche auf das für sich allein genommen unwirtschaftliche Mästen der männlichen Küken, kommuniziert das Problem und lässt die Gockelmast durch etwas teurere Eier querfinanzieren. 

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 Hü h ne rviel fa lt

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Gothic Chicks Text und bild Jürgen Schmücking

In der Provinz Chungcheongnam, genauer im kleinen Dorf Yeonsan, lebt eine smarte Landwirtin mit ganz besonderen Hühnern. Unter dem Titel Presidi ­fördert Slow Food Projekte, die »konkrete Beispiele einer neuen, nachhaltigen Landwirtschaft« darstellen, heißt es auf der Website slowfood.de. »Sie erhalten lokale Öko­systeme, ­regionale Traditionen und schaffen Lebensmittel von unverwechselbarer Qualität.«

L

ee Seung Suk ist überzeugte Veganerin, erzählt aber ohne Abscheu von ihrer Kindheit und dem Hundefleisch (und dass es wirklich gut war). Sie züchtet Hühner, von denen ein Gutteil in der Suppe landet, und sie liebt ihre Tiere. Spricht mit ihnen, sucht die Musik für sie aus. Es sind Ogye-Hühner. Als Rasse ganz einfach daran zu erkennen, dass die Hühner kohlrabenschwarz sind. Ayam ­Cemani heißt die Rasse, die ursprünglich aus Indonesien stammt, aber schon seit einigen Hundert Jahren auch in Korea heimisch ist und hier eben als Ogye-Huhn gezüchtet wird. Die Hühner sind nicht nur schwarz, sie sind durchgehend tiefschwarz. Federn, Kamm, Krallen, Augen, Knochen. Oft wird behauptet, dass sogar das Blut schwarz sei. Das ist übertrieben, obwohl es schon tief dunkelrot und

damit deutlich dunkler als das Blut der ArtgenossInnen ist. Die Ogye-Hühner sind so etwas wie die Sulmtaler Koreas. Eine seltene Rasse, die durch das Presidi-Projekt von Slow Food einiges an Aufmerksamkeit bekommt. Eine der Maßnahmen zum Schutz der Art ist die Trennung in zwei Standplätze, zwei etwa gleich große Betriebe, 100 Kilometer voneinander entfernt. Sollte in einem Betrieb unter den ­Vögeln eine endemische Krankheit auftreten, ist der Fortbestand der Rasse durch den zweiten Standort gesichert. Der Biohof von Lee Seung Suk verfügt auch über ein Restaurant. Das Gericht, um das sich alles dreht, ist die Hühnersuppe. Allein dieser Suppe wegen lohnt ein Besuch. Die ­Zutaten: ein halbes Ogye-Huhn, eine Paprika­schote, eine Yamswurzel. Punkt. Die Suppe wird l­ ange


und langsam gekocht und bekommt ein Aroma und eine cremige Konsistenz, die beispiellos sind. Das Fleisch ist dunkel, aber nicht schwarz, enorm schmackhaft und fest. Es erinnert eher an Federwild als an Hühnerfleisch. Natürlich gibt es im Hofladen auch fermentiertes OgyeFleisch. Wir sind immerhin in Südkorea, dem Hotspot des kontrollierten Verrottens. Außerdem gibt es eine süße Paste, bei der das OgyeFleisch so lange in Honig und ­Wasser eingekocht wird, bis das Fleisch kapituliert und es eine weiche, karamellisierte Masse wird, die jede Schoko-Nuss-Creme in den Schatten stellt. Das kann übrigens mit jedem Hühnerfleisch und auch in heimischen Töpfen probiert werden. Wer Ogyes vulgo Ayam Cemani selbst halten oder gar züchten will, sei gewarnt. Kann man machen, ist aber nicht gerade einfach. Sie sehen nämlich nicht nur gothic aus, sie verhalten sich auch so. Kälte macht ihnen nichts aus. Zäune allerdings auch nicht. Alles, was keine drei bis vier Meter hoch ist, wird mit links überflogen und das Entnehmen der Eier ist ein Drahtseilakt. Ogye-Hennen schützen ihre Brut mit Nachdruck, sprich mit offenem Schnabel, Geschrei und gespreizten Flügeln. Da hat auch der Hofhund oft keine Chance.

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 Hü h ne r h altu n g

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How to Hendl Kein Monat, in dem nicht ein neues Buch die Hühnerhaltung und die Selbstversorgung mit Eiern anpreist. Fünf herausragende Titel über Henne und Hahn im Garten, am Balkon und in der Suppe. »Hühnerglück in meinem Garten« Farbenfroh, kurzweilig und familientauglich: Ja, man kann sich regelrecht vorstellen, wie die Familie gemeinsam über diesem Buch zusammensitzt »Hühnerglück in und – noch unsicher, meinem Garten« ob das mit den eigevon Élise Rousseau, nen Hühnern wirklich Ulmer Verlag, 2018. eine gute Idee wäre – einander vorliest und über den Seiten mit dem »Hühner-Casting« diskutiert, ob das Seidenhuhn nicht vielleicht doch besser passen würde als ein Niederrheiner oder das Nackthalshuhn mit seinem »Geier-Look«. Dass am Einband nicht nur eine Henne und ein Küken, sondern auch ein gezeichnetes Huhn und ein Transparent mit der Aufschrift »Haltet Hühner!« zu sehen sind und dass bereits der Titel »Hühnerglück« verspricht, vertreibt die letzten Zweifel. Wer unter den vielen Büchern, die mittlerweile zur Hühnerhaltung erschienen sind, zu genau diesem greift, weiß vermutlich noch nicht, dass er oder sie sich insgeheim längst für »Dickmadam« entschieden hat. Ja, die Hauptdarstellerin in diesem Buch heißt »Dickmadam«. Alles an diesem Buch macht Lust auf Hühner und liefert die richtigen Argumente, andere Familienmitglieder zu überzeugen. Unterhaltsam jubelt einem Élise Rousseau alles Wissenswerte über Anschaffung und Haltung des Geflügels unter – von der Vergesellschaftung mit einer Katze über den richtigen Umgang mit Hühnerkacke bis zur Transsexualität alter Hennen. Ein Buch wie ein Verbündeter.

»Alles Huhn. Altes Wissen, neu gelebt.« Wer Hühner nur streicheln möchte, ist mit anderen Ratgebern besser bedient. »Alles Huhn« bietet auch keinen Leitfaden dazu, wie die ei»Alles Huhn. Altes gene Hühnerschar Wissen, neu gelebt. am besten gefüttert Mit über 60 köstlichen Rezepten« und gesund gehalten wird. Dieses Wissen von Gabriele Halper und Irena Rosc, fotografiert von wird vorausgesetzt. Luzia Ellert. Löwenzahn Und auch, dass man Verlag, 2019. – die eine früher, der andere später – zur Überzeugung gelangt ist, vom Huhn nicht nur die Eier zu nutzen. So ist auch die einzige richtige Anleitung im Buch – inmitten von opulenten Rezeptbildern und glücklichen, naturnah gehaltenen Rassehühnern – jene zum Schlachten und Ausnehmen eines Huhns. Die Rezepte sind nicht nach vegetarischen und nicht-vegetarischen gegliedert. Hier geht alles wie selbstverständlich ineinander über: traditionelle Rezepte wie das Wiener Backhuhn, der Coq au Vin oder das Paprikahuhn, wir bekommen Lust auf Chicken Bagel und ein Wasabi-Huhn, ein Gläschen Eierlikör als Dessert. Ein Anliegen ist den Autorinnen auch die Wertschätzung für Innereien. Denn wer Hühner achtet und trotzdem isst, wird es nicht übers Herz bringen, irgendetwas davon nicht zu verwerten, gar wegzuwerfen. Was also spricht gegen gebackene Hahnenkämme, gegen Hühnerleberpastete oder geschmorte Hühnerherzen? Genau. Nichts. »Alles Huhn.

Text Thomas Weber


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 Hü h ne rh a ltu n g

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»HÜHNER.

EINE LIEBES­ ERKLÄRUNG«

Auch nicht schlecht: »Hühner Basics. Hühner­ haltung für Anfänger« von Esther Schmidt. Gräfe & Unzer, 2019.

»Chicks In The City. Hühner halten in der Stadt« von Marlies Busch. Ulmer, 2017.

»Ach du dickes Ei! Meine Kinder, die Hühner und ich«, eine Familiengeschichte von Katrin Sewerin. Knaur, 2019.

»Hühner. Alles zur artge­ rechten Haltung, Pflege und Nachzucht« von Jakob Eggenhofer. EMF Edition Michael Fischer, 2018.

»Happy Hühnergarten. Von dem Vergnügen, mit glücklichen Hühnern gärtnern zu dürfen« von Robert Höck, bekannt von seinem YouTube-Kanal »Happy Huhn«. AV Buch, 2020.

f­ lattern, Augen zu und fertig. Die Hühnerwelt ist eine übersichtliche Welt.« Das mag so sein. Dass die Vielfalt gleichzeitig unüberschaubar ist und erhalten gehört, davon begeistert uns dieses Buch. Denn vor uns liegt, 200 Seiten stark und zweisprachig (Deutsch-Englisch), die Ästhetik des Widerstands gegen industrielle Hühnerhaltung.

In diesem Prachtband finden wir nicht nur anbet u n g s w ü rd i g e Fotografien von »Hühner. Eine »Models aus dem Liebeserklärung« von Matteo Tranchellini und Hühnerstall«, Moreno Monti. TeNeues, 2020. »Ideenbuch sondern auch bedeutungsvolHühnerställe« le Sätze wie »Die Hühnerzucht ist ein Punkt, in Inspirierend wie Pindem unsere Größenfantasie und Ohnmacht zuterest, aber fachmänsammentreffen«. Untertitel mit dem Hinweis nisch fundiert und zig­ auf die Liebeserklärung bräuchte dieses Drucktausendfach bewährt werk also keinen. Wer, wenn nicht Hühner­ sind alle zwölf Baufreaks, käme überhaupt auf die Idee, ein 1,5 Kiloanleitungen für Hühgramm schweres Fotobuch über Hühner (Hähnerställe, denen sich »Ideenbuch ne mitgemeint) zu kaufen? Was, wenn nicht eine der französische AuHühnerställe. Hommage an das inszenierte Tier, würden eitor und »Chez Ysen12 Modelle Schritt für Schritt selbstgebaut« nem zwei Mailänder Fotografen schon auftigrin«-Blogger Hervé von Hervé Husson. schen? Wir lesen, blättern, bestaunen: den tiefHusson in seinem IdeUlmer Verlag, 2019. schwarzen Kosovokräher, prächtige Bentam-­ enbuch widmet. Denn Hühner, einen zierlichen Sebright-Hahn mit Husson beruft sich dazitron-schwarzgesäumtem Gefieder, und, und, bei nicht nur auf die in seiner Heimat bis in und. Was die sieben Jahrtausende währende die 1970er-Jahre weitverbreitete Tradition der Co-Evolution von Mensch und Huhn hervorgeKleintierhaltung und Selbstversorgung mit Eibracht hat, ist wahrhaft erstaunlich – und droht ern und Geflügel. Er beschränkt sich auch ausin der Welt des Hybridgeflügels verloren zu geschließlich auf erprobte Poulailler-Modelle. hen. 200 Rassen mit über 1000 Farbvarianten »Die in diesem Buch vorgestellten zwölf Stallgäbe es allein in Deutschland; zu viel für jedes modelle sind allesamt in ganz Frankreich, der noch so ambitionierte Buchprojekt. Bretagne und auf Korsika zu finden«, heißt es Der Inszenierung des Huhns als Sehnim Vorwort. suchtstier – oder, banaler gesprochen: vom Damit sind die Ställe – ob klein und moHuhn als Modetier – kann Michael Freiherr bil, stationär und multifunktionell, teilbar für von Lüttwitz in seinem Vorwort naturgemäß Zuchtgruppen, mit Voliere oder achteckig und einiges abgewinnen. Als Biologe, Journalist auf Stelzen, für zwei oder für zwanzig Hühner und Preisrichter für Rassegeflügel bekennt – zwangsläufig auch günstig, mit haushaltsüber auch, worum es ihm geht: um Werbung für lichem Werkzeug bewältigbar und ökologisch Hühnerhaltung, um die Erhaltung alter Rassen, vertretbar. Holz und Scharniere, Draht, Gitter um Biodiversität. Bereits dem Huhn verfallen und Teerpappe, mehr braucht es in der Regel scheint auch Anne Jacoby, von der die Texte nicht. Husson listet jeweils den Materialbestammen. »Es tut uns gut, das Huhn«, schreibt darf auf, er liefert zu allen Bauideen 3D-Pläne, sie. »In seiner zufriedenen Jetztbezogenheit genaue Maße und Zeichnungen. erdet es uns, es beruhigt uns. Denn anders als Auch sehr brauchbar: das allerletzte Kapiwir lässt es sich nicht von tausenderlei Zertel voller praktischer Tipps zu Bau und Einstreuungen ablenken. richtungen – über Nester, Sitzstangen, ManEs tut, was getan werden muss: picken und schetten zur Rattenabwehr und mit handfesverdauen, Eier legen und brüten, Küken be­ ten Antworten auf die Frage »Wie schütze ich glucken und im Staub baden, Chef- und ­andere mein Geflügel vor Beutegreifern?«. Denn auch Hähne managen, am Abend auf die Stange Igel, Möwe und Eichelhäher lieben Eier und


Küken, von oben haben es Habicht und Sperber, vom Boden Katze, Fuchs, Marder und neuerdings auch der Waschbär auf die Hühner abgesehen.

»Wachteln im Garten« Vieles spricht für die Wachtel. Vor allem: der Geschmack ihrer Eier. Diese werden nicht zufällig als Delikatesse gehandelt. Im Supermarkt gekauft stammen sie allerdings fast »Wachteln im durchwegs aus nicht Garten. Artgerechte artgerechter IntensivHaltung Japanischer tierhaltung. Zwar gibt Legewachteln« es seit Kurzem eine Nina Dittmann. Biorichtlinie für die Pala Verlag, 2019. Produktion von Wachteleiern: Es dürfen Wachteleier, die von biozertifizierten Höfen stammen, auch als Biowachteleier vermarktet werden. Doch in Bioqualität bleiben diese bislang schwer verfügbar. Was wiederum dafür spricht, sich einfach selbst ein paar Japanische Legewachteln anzuschaffen. Zumal für die Haltung der robusten Hühnervögel keine Ländereien erforderlich sind. Es reicht ein weitläufiger Balkon oder Hinterhof. Und auch in engen Reihenhaussiedlungen wird sich niemand in der Nachbarschaft an ihrer Anwesenheit stören. Nina Dittmann, die Autorin dieses liebevollen Ratgebers, lebt selbst im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet. Ihr praxisnahes Buch bietet nicht zuletzt deshalb wertvolle Hilfe, weil es den wichtigen Fragen einen großen Teil vorab einräumt: Bin ich bereit, mich regelmäßig und über einen längeren Zeitraum mit der Pflege meiner Tiere zu binden? Ist es sinnvoll, mit Küken zu beginnen? Und so weiter. Auch darüber hinaus werden alle relevanten Fragen beantwortet. Dass sie das Thema Fleisch und Schlachtung ausspart, ist allerdings stimmig. Zwar schwärmen Feinspitze von der saftigen »Blutwachtel«. Doch das Buch richtet sich an HobbyhalterInnen, die vielleicht über eine Handvoll Wachteln verfügen. Dafür werden die 21 Wachteleirezepte des letzten Kapitels reichen.

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 E i u nd Eier satz

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Was ersetzt Eiersatz? Interview Irina Zelewitz

Fritz Treiber koordiniert den Lehrgang Ernährung, Gesundheit und Konsum an der Universität Graz und ist zudem Kursleiter in deren Geschmackslabor.

BIORAMA: Wonach schmeckt ein Ei und wie stark variiert das mit dem Garpunkt? Fritz Treiber: Beim Ei hängt der Geschmack – wie die Milch der Kuh – erstens davon ab, womit das Huhn gefüttert wird. Zweitens stark vom Mundgefühl, von der Textur, also vor allem von der Gardauer. Bei einem eine Stunde bei 62 Grad gegarten Onsen-Ei ist der Dotter wachsweich – das heißt: Da sind ein paar Proteine noch flüssig. Das ergibt eine ganz eigene Textur.

Der beliebte vegane Ersatz für den Geschmack von Eiern ist Kala Namak bzw. Schwarzsalz/Steinsalz oder pure Asche. Schmecken gekochte Eier nach Schwefel? Die schwefelige Note des Eis kommt aus seinen Aminosäuren. Durch einen langen Kochprozess kann ich die sogar beobachten: Dadurch werden die Proteine zerstört und schwefelhal-

tige Aminosäuren freigesetzt. Auf andere Weise merkt man den Schwefel als Inhaltsstoff bei faulen Eiern: am Geruch. Der Mensch ist darauf trainiert, sehr sensibel auf Schwefelgeruch zu reagieren, weil viele Schwefelverbindungen wie etwa Schwefelwasserstoff ein guter Grund zum Weglaufen sind. Der mensch hat auch Fettrezeptoren, wie genau er Fett schmeckt, weiß man noch nicht, um daran ein Ei zu erkennen, müsste man wohl Eisommelier sein, falls es den gibt. Aber der intensivste Geschmack und Geruch ist wohl der Schwefel, deswegen eignet sich der gut, um den Geschmack nachzuahmen. Kala Namak ist ein Salz, das mit Kräutern und Holzkohle versetzt wird und hieraus den Schwefelgeschmack bezieht. Rohe Eier – ein Frühstück für Champions? Rocky schmeißt in der Früh vier rohe Eier in ein Glas und trinkt das. Aus ernährungsphysio-

Bild Istock.c om/vvmich

Der Molekularbiologe Fritz Treiber teilt Wissen und Begeisterung darüber, was die Eierspeise und seinen Ersatz im Innersten zusammenhält.


logischer Sicht macht er alles falsch. Er spart zwar Zeit und schaut martialisch-urmännlich aus, und das passt bis heute in Paleo-Trends. Aber: Dass der Mensch zu kochen begonnen hat, um aus vielen Lebensmitteln mehr Nährstoffe zu ziehen, war eben sinnvoll. Im Gegensatz zu Gemüse koche ich beim Ei keine Nährstoffe aus. Wenn ich aus einem Ei das Maximum für meinen Körper rausholen will, ist es das Beste, es rund zehn Minuten zu kochen. Kommen die unterschiedlichen Farbtöne des Dotters nur durch Futtermittelzusätze wie Karotten zustande? Sagt die Farbe des Eigelbs etwas über den Geschmack aus? Ein Ei von einem Huhn, das isst, was es so findet, ist blassgelb. Die kräftige gelbe Farbe entsteht aus dem KonsumentInnenwunsch. Dem Futter kann ich etwa Mais oder Karotten beimischen oder auch ganz andere Farbstoffe. Oder – zwar nicht farbverändernd, aber proteinreich – zum Beispiel Fischmehl. Die Aromastoffe, die den Fischgeruch im Fisch verursachen, die Schlüsselmoleküle, die gibt das Huhn ins Ei weiter, daher riecht das Ei nach Fisch. Ob das ein Problem ist, entscheidet der Gaumen. Wozu könnte ich Omega-3-Eier brauchen? Es handelt sich um Functional Food. Die Lebensmittel sollen eine positive Wirkung auf den Körper haben – im konkreten Fall über das Maß der Wirkung eines gewöhnlichen Eis hinaus. Omega-3-Reichtum wird durch Beigabe von Algen oder Leinsamen ins Hühnerfutter geschaffen. Das könnte ich unkomplizierter haben, indem ich einfach so Leinsamen esse. Die Idee ist jedenfalls, dass die Omega-3-angereicherten Eier etwa 170 bis 190 statt klassisch 300 Milligramm Cholesterin beinhalten und insofern vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Nun ist man leider draufgekommen, dass der mensch Cholesterin braucht und dass seine Eigenproduktion von Cholesterin sinkt, wenn er sich cholesterinhaltige Speisen zuführt. Das gilt, solange ich insgesamt nicht zu viel Cholesterin zu mir nehme, aktuelle Studien kommen zu dem Ergebnis, dass ein Ei am Tag – in medizinischer Hinsicht – in Ordnung ist. Was kann das Ei, das Natron oder Back­ pulver beim Backen nicht kann? Durch Natron wird C02 frei und das bläst

meinen Kuchen auf. Aber das Ei, etwa als Eischnee, bildet eine Proteinhülle für Luft – das Proteingitter wird fest, die eingeschlossene Luft dehnt sich aus und so »Man müsste geht auch mein Kuchen auf und wird, Eisommelier wie wir sagen, »luftig«. Die Prozesse sind andere, aber die Ergebnisse sein, falls es ähnlich. Ich kann den Eischnee mit den gibt.« ähnlichen Eigenschaften etwa auch aus Aquafaba – aus Bohnenwasser — Fritz Treiber –machen. Wie wird Ei als Bindemittel ersetzt? Es fehlt der Dotter, und somit zuallererst das Lezithin. Als Molekül verbindet es Wasser und Fett. Lezithin kommt aber auch in anderen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in der Sojabohne. Das mache ich mir dann bei veganer Mayonnaise zunutze, aber auch bei Back- und Kochprozessen. Lezithin ist aber auch in vielen anderen Lebensmitteln wie Karotten vorhanden – es sorgt etwa für die Stabilisierung des Schaums in der Karottenschaumsuppe. Beim Backen besteht die Herausforderung oft darin, die Eigenschaften des Eis durch mehrere pflanzliche Proteine zu ersetzen. Woraus bestehen handelsübliche Convenience-Produkte zur Zubereitung als veganes Spiegelei oder Rührei? Da werden pflanzliche Eiweiße, etwa Kartoffeleiweiß, Erbseneiweiß, Lupinenmehl etwa mit Maisstärke kombiniert, das quillt auf und wirkt verdickend. Hinzukommen Gewürze und Salz, ein Geliermittel und Kurkuma für die Farbe. Die Mischungsverhältnisse sind im Detail Betriebsgeheimnis. Kurz: Da wird in die Trickkiste der Lebensmitteltechnologie gegriffen. Das ist halt die industrielle Variante. Bei einfacheren Produkten, die weniger stark verarbeitet werden, ist es weniger mühsam, nachzuvollziehen, ob man sie will – aus einer Nachhaltigkeitsüberlegung und auch aus geschmacklichen Motiven. Kann ich mir ein Spiegelei zuhause ohne Labor aus pflanzlichen Lebensmitteln nachbauen? Man braucht einen guten Zerkleinerer und einen bestimmten Ehrgeiz, rumzutüfteln, bis man die gewünschte Mischung hat. Alle Zutaten sind leicht verfügbar, also: Ja!

Das auch für Nicht-Universitätsangehörige offene Kursangebot des Geschmacks­ labors in Graz findet sich auf geschmackslabor.at.

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Sujet: Perndl & Co

Klima

& Ich Ausstellung 1.7.2020 – 7.3.2021

in Kooperation mit

museumnoe.at


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 K anni bal ismu s

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Fressen und Gefressenwerden Harte Kost: In Agustina Bazterricas schnörkellosem Roman »Wie die Schweine« bekommt Fingerfood eine neue Bedeutung. Überbevölkerung, Armut und Hunger wurden durch Kannibalismus beseitigt.

B ild unspla sh.c om/ca mi lo-ji me nez

D

as Menschenfressen ist in der von ­ gustina Bazterrica beschriebenen Welt A gängige Praxis, das Darüberreden wird jedoch tabuisiert. Wer dieses Tabu bricht, Dinge benennt oder die zum Verzehr bestimmten »Stücke« schont, wird selbst geschlachtet. Viele hadern mit der barbarischen Praxis, doch alle machen mit, um ihre Familien zu ernähren. Auch Marcos, der Held von »Wie die Schweine«, der sich arrangiert, um seinem dementen Vater einen menschenwürdigen Alltag in einem Pflegeheim zu ermöglichen. Marcos ist gelernter Fleischer, hat sein Handwerk noch mit Rindern und Schweinen im Betrieb seines Vaters gelernt und ist nun in einem großen Schlachthof als rechte Hand des Chefs auch für die Auswahl des Personals verantwortlich. Dabei agiert er durchaus mit Bedacht, man möchte sagen: gewissenhaft. »Marcos denkt, dass dieser Bewerber gefährlich ist. Wer so viel Lust auf Mor-

den hat, ist zu labil, ist nicht imstande, die tägliche Routine des Tötens auf sich zu nehmen, das automatisierte, leidenschaftslose Schlachten von Menschen.«

Text Thomas Weber

Ein Virus macht uns zu MenschenfresserInnen

Agustina Bazterrica, ­Jahrgang 1974, in Buenos Aires geboren, gelang mit ihrem Roman »Cadáver ­Exquisito« ein in ihrer Heimat Argentinien heiß diskutierter Bestseller, der auch mit dem wichtigsten Literaturpreis des Landes, dem Clarín Novel Prize, ausgezeichnet wurde.

Vieles in Bazterricas Roman ist paradox. Etwa wenn einer der Bediensteten des ­Schlachthofs die Geburt seines Kindes feiert, indem für alle KollegInnen ein »Jungtier« auf den Grill kommt. Mit dem Essen von Tieren hat man nach einer mysteriösen Virusinfektion aufgehört, als erst von Vögeln, später auch von Hunden, Katzen und allen möglichen Nutztieren Gefahr für den Menschen ausging. Tiere sind weitestgehend verschwunden, es regiert der Pragmatismus: »Seit es keine Hunde mehr gibt, sind die Gehwege sauberer.« Aus Angst vor Ansteckung durch Vögel wagt man sich nur mit

Nun wurde er von Matthias Strobel unter dem Titel »Wie die Schweine« für Suhrkamp Nova aus dem Spanischen übersetzt.


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 K anni ba l ismu s

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Die mexikanische Firma Dopamine Productora ­arbeitet an einer Verfilmung von »Wie die Schweine«. Bazterrica fungiert als Beraterin.

Trophäenjagd auf verarmte Celebrities Einmal stolpern wir mit dem Protagonisten Marcos in eine exklusive Herrenrunde. In einer Hütte am Rande eines weitläufigen Jagdgatters holt sich der Geldadel den Kick beim Schießen der besonders vitalen schwangeren Weibchen oder von Celebrities. Denn wie in einem Dschungelcamp können sich in Geldnöte geratene Prominente im Jagdgatter verstecken. Überstehen sie es dort unentdeckt, kommen sie frei und ihre Schulden werden beglichen. So werden wir ZeugInnen einer Trophäenjagd, bei welcher der Rockstar Ulises Vox (gemeint ist natürlich Bono Vox, der Sänger der irischen Rockband U2) zur Strecke gebracht wird. Sein Schädel wird später an einer Wohnzimmerwand hängen, seine Zunge und sein Penis werden nach der Jagd gemeinsam verspeist. Und immer, wenn man glaubt, jetzt wäre die Parabel vom Menschenfressen ausgereizt, tischt uns Bazterrica neue Scheußlichkeiten auf. Als der Organisator der Jagd den angewiderten Marcos bei Tisch auffordert »Lassen Sie

uns die Scheußlichkeit genießen«, fühlt man sich beim Lesen als Komplize. Das mag auch an der Perspektive liegen. Zwar lernen wir Jazmin kennen. Anfangs wie ein Tier gehalten wird sie illegal von Marcos adoptiert und macht den Prozess der Zivilisation durch – sie lernt mit dem Feuer umzugehen und lesen, erinnert

»Es war nie meine Absicht, ein veganes Pamphlet zu schreiben!« — Agustina Bazterrica an Kaspar Hauser. Dennoch gibt es keinen einzigen richtigen Charakter aus der Ding-Welt der »Stücke« und Tiermenschen. »Mein erster Versuch beim Schreiben war wirklich aus der Perspektive eines der essbaren Menschen«, bekennt Bazterrica. »Aber das erschien mir irgendwann als absolut verrückte Herausforderung, weil es sich um Menschen ohne jede Form der E ­ rziehung handelt, mit vermutlich sehr primitiven Gedanken. Ich habe die Idee also verworfen, weil es mir wichtiger war, eine klar fassbare Welt zu kreieren, als die Gedankenwelt aus der Sicht eines Wesens außerhalb der uns bekannten Zivilisation zu erkunden.« »Wie die Schweine« verstört, weil es der Autorin darin gelingt, gewohnte Gepflogenheiten zu verrücken, dabei aber plausibel zu bleiben. Denn wir AllesfresserInnen sind nicht zimperlich und waren es auch nie im Laufe unserer Menschwerdung. Kannibalismus, also das Fressen und Gefressenwerden von ArtgenossInnen, hat uns über Jahrtausende begleitet. Was den Mensch zum Menschen macht, ist eben nicht, dass er ArtgenossInnen verschont, sondern dass er sie bewusst verschonen kann. So muss »Wie die Schweine« auch als ein A ­ ppell an das, was wir »Menschlichkeit« nennen, gelesen werden. Und dieser folgend nicht auch andere Tiere zu verschonen wirkt schrecklich ­inkonsequent. Das ungekürzte Interview mit Agustina ­Bazterrica findet sich unter

Biorama.eu/ bazterrica-wie-die-schweine

Bild Suh rkamp Verlag

Agustina Bazterricas »Wie die Schweine« ist 2020 im Suhrkamp Verlag erschienen.

Regenschirm aus dem Haus. Vieles in dem 2016 geschriebenen Buch erinnert an Covid-19, an die Welt 2020. Doch könnte solch eine Dystopie Wirklichkeit werden? »Natürlich«, meint die Autorin in der E-Mail-­ Korrespondenz. »Das Coronavirus bestätigt das nur. Hugo Liu hat den Roman ins Chinesische übersetzt. Er hat mir von den Fake News berichtet, die aus China kamen, deren zufolge das Virus von Haustieren stammen würde. Menschen haben deshalb Haustiere aus den Fenstern geworfen, um sie zu töten. Das ist 2020 passiert und dem, was in meinem 2017 erschienenen Roman geschildert wird, sehr ähnlich.« Ihre Sprache verzichtet auf Schnörkel, stellenweise erinnert der teilnahmslose Ton an Regieanweisungen. Etwa wenn wir in einem Zuchtbetrieb erfahren (»Schweigend betrachtet der Deutsche den Deckhengst«), warum es sich empfiehlt, einem »Stück« die Stimmbänder zu kappen; eben »damit sie noch unterwürfiger wird, damit sie im Moment des Geschlachtetwerdens nicht schreit«. Oder wenn ein Lederhändler bessere Transportbedingungen aushandelt, damit es unterwegs zu keinen Verletzungen, zu keinem Wertverlust kommt.


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Der nackte Weg ins Paradies?

Models: Astrid, Mael, Nikolaus und Pia


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Text Werner Sturmberger Bild Michèle Pauty

Über das Outfit auf dem Weg ins Paradies waren sich linke wie rechte NaturistInnen einig – über die Richtung dagegen nicht. Heute ist fkk mehr Stillstand denn Bewegung.


Erleben Sie einen Tag mit neuen Seiten.

DiePresse.com/Sonntag

Menschen. Geschichten. Perspektiven.


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ine Mischung aus zwangsbeglückendem Altachtundsechzigertum und wohlstandsbürgerlicher Vereinsspießigkeit bei gleichzeitiger Zurschaustellung von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen. So oder so ähnlich dürften die Assoziationen vor allem jüngerer Menschen zur Freikörperkultur (fkk) ausfallen. Dabei war fkk anfänglich ein geradezu revolutionäres Phänomen einer Protestbewegung. Die Lebensumstände des späten 19. Jahrhunderts waren von einer repressiven Körper- und Sexualmoral und einer rapiden Verstädterung gekennzeichnet. Urbanität hatte aber nichts mit jener Form gemein, die man heute aus Lebensqualitäts-Rankings kennt. Städte waren dicht besiedelt, laut und olfaktorisch zumindest herausfordernd. Die sanitären und hygienischen Bedingungen waren genau wie die Gesundheit vieler Menschen schlecht. Vor diesem Hintergrund entsteht die Lebensreformbewegung: »Ihre Antwort auf Technisierung, Verstädterung und Modernisierung ist ein umfassendes ›Zurück zur Natur‹. Das beinhaltet gegenkulturelle Naturentwürfe, zivilisationskritische Ideologien, aber auch körperliche Achtsamkeitsstrategien. Vegetarismus, Naturheilkunde und (Frei-)Körperkultur waren die Eckpfeiler dieser Bewegung«, erklärt Bernd Wedemeyer-Kolwe, Leiter des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte.

In den Flussauen des Nationalparks Donau-Auen lässt sich gut die Artenvielfalt genießen – und auch gut nachlesen, was sie für uns Menschen bedeutet. Unser nicht unbefangener Tipp: Martin Grassbergers österreichisches Wissenschaftsbuch des Jahres »Das leise Sterben« (Residenz Verlag, 2019).

Jung, akademisch, urban und nackt Fortgeschrittene versuchten überhaupt gleich ein Leben in autonomen ländlichen Gemeinschaften. Kaum einer der überwiegend gut ausgebildeten, jungen, städtischen AkademikerInnen wollte aber tatsächlich dauerhaft nackt auf dem Land leben und sich selbst versorgen. Das lag wohl nicht zuletzt daran, dass die Vorbehalte gegen die neue Kleiderordnung in den ländlichen Gebieten massiv waren. »fkk war grundsätzlich ein städtisches, bürgerliches und protestantisches Phänomen – eben genauso wie

Niemals ohne! Der mineralische Sonnenschutz des Berliner Labels i+m ist nach cosmos-Standard zertifizierte Naturkosmetik – hier als Sonnenmilch mit lsf 30 und Sonnenmilch mit lsf 30 sensitiv, vegan und korallenfreundlich.


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die moderne Natur- und Umweltbewegung. Die meisten wollten undogmatisch in der Natur in abgeschlossenen Geländen ihre Freizeit verbringen, gesund Urlaub machen und nackt Sport treiben.« Ideologisch konnten darum unterschiedlichste Weltanschauungen an fkk andocken: Liberale HedonistInnen, völkische RassistInnen, die fkk als Aussonderungs- und Züchtungspraxis verstanden, sowie linke Gruppierungen. Sie stellten ein Gros der Bewegung, erklärt der Sporthistoriker: »Unter ihnen waren viele spd-nahe ÄrztInnen, die sich mit der mangelnden Hygiene in der städtischen Unterschicht befassten und umfassende Aufklärung über den – nackten – eigenen Körper anboten.« Je nach Weltanschauung berief man sich auf gesellschaftlich akzeptierte Vorbilder wie das biblische Paradies, das antike Griechenland oder die naturverbundenen GermanInnen, obgleich diese durchgehend auf Imaginationen des Bildungsbürgertums statt auf historischen Fakten fußten. Allen Spielarten gemein war auch eine strikte Trennung von Nacktheit und Sexualität, wie sie in der organisierten fkk noch immer gilt.

Bild iplu smBerlin

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Die prüde Konterrevolution Während sich fkk schon im frühen 20. Jahrhundert über die Grenzen Deutschlands hinweg in der gesamten westlichen Welt verbreitete, fielen die Hüllen nicht überall auf gleichsam fruchtbaren Boden. In vielen katholischen Ländern herrschte ein rigides Verhältnis zum eigenen, nackten Körper. In der Weimarer Republik erfuhr die Bewegung allerdings regen Zulauf. Naturisten konnten Vereine gründen, Frauen und Kinder in diese aufnehmen, offiziell Grund und Boden pachten und Sport betreiben. Zwischen 30.000 und 60.000 Mitglieder dürften diese Vereine gezählt haben. Die Anzahl der »wilden« Nacktbadenden soll dagegen ein bis zwei Millionen betragen haben. Als fkk-Mekka dieser Zeit galt die Märchenwiese am Motzener See im Süden Berlins. Die Machtergreifung der Nationalsozialist­ Innen setzte dem ein jähes Ende. fkk, unter den Nazis anfänglich verboten, wurde schließlich unter den Vorzeichen der NS-Ideologie in die Parteiorganisationen eingegliedert. Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden immer mehr Strände geschlossen. Das Adenauer-Deutschland näherte sich mehr preußischen Verhältnissen an denn den Goldenen Zwanzigerjahren. Etwas, das sich erst mit den Achtundsechzigern und der folgenden gesellschaftlichen Befreiung (auch von Kleiderordnungen) ändern sollte.

Kulminationspunkt dieser divergierenden historischen Entwicklungen scheint dabei die Ostsee zu sein. So berichteten Lokalzeitungen nach der Wiedervereinigung vom »Höschenkrieg an der Ostsee«: Skins (Ossis) versus Shirts (Wessis). Noch verhärteter waren die Fronten aber zwischen Deutschland und Polen knapp 20 Jahre später. Während sich fkk zwar früh in der gesamten westlichen Welt ausbreitete, fielen die Hüllen nicht überall auf gleichsam fruchtbaren Boden. Gerade in katholisch geprägten Ländern herrschte ein rigideres Verhältnis zum eigenen Körper vor. Als Polen 2007 dem Schengen-Abkommen beitrat, konnten viele PolInnen nichts mit dem Nacktbaden anfangen. Zwistigkeiten am Usedomer Strand zwischen dem deutschen Ahlbeck und dem polnischen Swinemünde (Świnoujście) konnten aber im fkk-Kompromiss von 2009 friedlich bei- und die Badebekleidung wie gehabt abgelegt werden.

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In der ddr nahm die Geschichte indes einen anderen Verlauf. Ein fkk-Verbot in den 50er-Jahren führte zu einem kleinen Volksaufstand. fkk war fortan mehr als nur Nacktheit: Es war die Rückeroberung eines kleinen Stücks privater Freiheit und Symbol siegreichen Widerstands gegen die Staatsführung. Spätestens in den Siebzigern war sie ein Massenphänomen: Laut einer Umfrage aus den 90er-Jahren hatten vier von fünf Befragten im Osten Erfahrungen mit dem blanken Badevergnügen.

FFF statt FKK »Heute verlieren die meisten fkk-Vereine deutlich an Mitgliedern. Sie wurden quasi Opfer ihres eigenen Erfolgs«, so WedemeyerKolwe. Wer nackt baden will, muss nicht mehr Mitglied eines Vereins sein. »Die Bewegung hat auch eine gewisse körperliche Freizügigkeit mit Hang zur Selbstoptimierung initiiert. Diese scheint aber auch für eine aktuelle körperliche Prüderie und ein neues Nacktheits­ tabu gerade bei jüngeren Generationen mitverantwortlich zu sein.« Dafür dürfte es vielerlei Gründe geben: fkk steht definitiv


nicht im Verdacht, derzeit in zu sein, und wirkt als Bewegung wenig anziehend auf junge Menschen. In Anbetracht der Allgegenwärtigkeit von Smartphones fürchten zudem manche, fotografiert und im Netz bloßgestellt zu werden oder sexualisierenden Blicken ausgesetzt zu sein, und wollen das vermeiden. Manche lehnen die Zurschaustellung des eigenen Körpers als narzisstische Selbstüberhöhung ab, andere halten die vermeintlichen eigenen Unzulänglichkeiten davon ab. In der klassischen fkk-Tradition findet sich zwar keine Body-Positivity-Blaupause. Auch die historische fkk-Bewegung hatte klare Vorstellungen von erstrebenswerten Körper­ idealen. Studien zeigen aber, dass fkk zu einer Entsexualisierung von Körpern führt und Menschen ein positiveres Körperbild entwickeln lässt. Während also die nackten Tatsachen für sich sprechen, finden sich immer weniger junge Menschen, die bereit sind, diese auch sprechen zu lassen. 

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Zu trinken gab’s Bio-Erfrischungen von Pona. Nikolaus hat nach dem Kosten gesagt (Er hat es wirklich gesagt!): »Ohne mein Pona Rote Traube Primofiore Zitrone geh ich gar nirgendshin!« Aber auch zu ICH BIN WAS?ER hat er nicht Nein gesagt. Mehr Infos zu beidem und zu den Mono-Tees und der brandneuen Linie Bitterschön auf pona.at

FKK und Sex In Belgien erfreuen sich Nacktbaden und fkk steigender Beliebtheit – laut Schätzungen sollen rund eine halbe Million Menschen naturistischen Aktivitäten nachgehen. Es gibt aber nur einen Strand, der wirklich nahtlose Bräune garantiert, und der platzt aus allen Nähten. Ein zweiter Strand sollte darum her, doch erhielt der Naturschutz Vorrang vor den NaturistInnen. Umweltschutzverbände befürchteten, das Paarungsverhalten der Nacktbadenden könnte jenes der in den Dünen brütenden Haubenlerche stören. Von den NaturistInnenverbänden wurde dies strikt zurückgewiesen. fkk-Vereine waren seit jeher darum bemüht, Sexualität und Nacktheit strikt zu trennen, und standen ihren zugeknüpften ZeitgenossInnen in puncto Prüderie in nichts nach. Einziger Unterschied: Nacktheit wird als per se sittlich gesetzt, während erst der voyeuristische Blick auf diese unmoralisch sei. Sie wurde sogar als lustsenkend beschrieben: Im Magazin »Österreichische Freikörperkultur« aus dem Jahr 1928 kann man sogar lesen, »ein nacktes Weib« würde »beruhigend und ernüchternd« wirken. Tatsächlich gibt es neben vielen anekdotischen Erfahrungsberichten auch Studien, die dies auch aus einer nicht männlichen Perspektive belegen. Gerade unter organisierten NaturistInnen sind sexuelle Handlungen an Stränden oder innerhalb von Anlagen verpönt. Ob sich allerdings anarchische NacktbaderInnen überall dadurch gebunden fühlen, steht auf einem anderen Feigenblatt.


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Text Irina Zelewitz

Bild Michael Mickl

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Text Irina Zelewitz

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wie in anderen Segmenten, die Auswahl in den Drogerieketten sehr überschaubar. Doch es gibt sie selbstverständlich längst, die Rasierutensilien, bei denen weder Verpackung noch Inhaltsstoffe Irritationen hervorrufen, die das Gewissen des Ökofundis fast so streicheln wie dessen Haut. 

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Ein bewährtes Konzept erfreut sich neuer Beliebtheit: der Rasurhobel. Es gibt ihn zum Beispiel bei EcoYou – da wird er aus Olivenholz gefertigt und kann mit günstigen Universal-Ersatzklingen bestückt werden. Einsatzgebiete: laut HerstellerInnen überall, wo üblicherweise rasiert wird.  ecoyou.de


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Dieser Rasierklingenschärfer eignet sich für Rasurhobel und für Mehrklingenrasierer – die Funktionsweise folgt der des beim Rasiermesser eingesetzten Abziehleders. Er wird in Wuppertal aus Buchenholz und pflanzlich gegerbtem Allgäuer Leder hergestellt, erhältlich bei Waschbär. waschbaer.at

Manchmal kann es einfach ein bisschen mehr sein: mehr Pflege, mehr streicheleinheiten, mehr ich-Zeit. auch Barthaare verlangen, ähnlich wie alle anderen haare, nach regelmäßiger Pflege. Das selbstgemachte Bartöl pflegt die von der Rasur gereizte Männerhaut und macht die Barthaare geschmeidig. Kaltgepresstes Mandelöl bewahrt die natürliche hautfeuchtigkeit. Kaltgepresstes arganöl mit nussig-herber Duftnote kräftigt haut und Barthaare und schützt vor freien Radikalen. Dieses Pflegeöl wird insbesondere in der haarpflege sehr geschätzt und macht trockene haarspitzen geschmeidig. Die ätherischen Öle aus Zeder und limette (beides in Bioqualität) wirken entzündungshemmend und verleihen dem pflegenden Bartöl eine holzige und zugleich frische note. Da etik freut sich der Mann – und auch Naturkosm t ch a m e g t selbs die Frau! : Schwierigkeit ängerInnen nf A Du brauchst


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Zu Fuß ans Wasser – kaum etwas bringt mehr Erholung für ­Körper und Geist als eine Wanderung ans Wasser.

Sommer am Wasser

Pack die Wanderschuhe ein – die österreichischen Gewässer laden nicht nur zum Baden ein! Inspirationen fürs Wandern am Wasser.

Foto­ wettbewerb: Für Profis: Ideen und Experimente rund ums Wasser gibt’s im Handbuch zur Wasser­werkstatt. https://www.generation­blue. at/schulservice/Schulangebot/ Das-Handbuch-zur-Wasserwerkstatt.html

Egal wo es heuer hingeht – pack die Kamera ein! Schieß Fotos zum Thema »Wasser, unser kostbarer Schatz« und reich deine schönsten Wasserfotos vom 1.-31.8. beim wasser­aktiv Fotowettbewerb ein. Wie jedes Jahr gibt es auch heuer tolle Preise zu gewinnen!

Entgeltliche Einschaltung DES BMLRT

bild unsplash.com/daniel-frank

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o es in den Sommerferien zur Erholung hingehen soll, ist heuer ganz einfach: In die österreichischen Berge und am besten auch ans Wasser. Wanderungen rund um Gebirgsseen, Ausflüge in die zahlreichen Klammen mit Quellen und Wasserfällen oder ein Besuch an die schmelzenden Gletscher – die Vielfalt des Wassers lässt sich im Sommer in allen Facetten erleben. Für gelungene Ausflugsziele ans Wasser haben wir uns bei den Gewinnbildern der vergangenen wasseraktiv Fotowettbewerbe inspirieren lassen.


Die Kraft des Wassers

Erfrischung am Bergsee

Themenwege zum Wasser

Besuch heuer zum Beispiel einen Wasserfall oder eine kühle Klamm – rauschende Wasserstellen bieten Erholung für alle Sinne! In Schluchten erlebst du die gewaltige Kraft des Wassers hautnah, gleichzeitig ist es dort immer angenehm kühl. Bild: Am rauschenden Bach – Barbara Seiberl-Stark – wasseraktiv Fotowettbewerb 2016

Erfrischende Abkühlung nach einem langen Wandertag oder romantisches Fotomotiv im Morgengrauen – Bergseen sind traumhafte Erholungsorte. Aber Achtung: Nicht überall ist das Baden aus Naturschutzgründen erlaubt, bitte informier dich vorab! Bild: Stephan Madersbacher – wasseraktiv Fotowettbewerb 2019

Vom Neusiedlersee bis zum Wilden Kaiser, vom Waldviertel bis zur Drau – Lehrpfade und Themenwege entlang von Flüssen, an Wasserfällen und an Seen gibt es in ganz Österreich. Wissen und Erholung ist an diesen Lehrpfaden garantiert! Bild: Lonely Boat – Eszter Takacs – wasseraktiv Fotowettbewerb 2016

Ausflugstipps und Infos zu An- und Abreise findest du auf ­generation blue! www.generationblue.at/schulservice/Ausfluege.html

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Corona-Facts rund ums Wasser Das Coronavirus hat unser Leben für einige Zeit ein wenig verändert – es ist wichtig die Maßnahmen ernst zu nehmen. Aber keine Sorge beim Wasser: Dieses Virus ist nicht über Wasser ­übertragbar. 

COVID-19 Informationen Wasser und Lebensmittel

Weitere Informationen zu Covid-19 und Wasser gibt’s hier: https://www.bmlrt.gv.at/wasser/nutzung-­wasser/wasserversorgung/ coronavirus-­lebensmittel-und-wasser.html

Das Coronavirus kann nicht über Wasser oder Lebensmittel übertragen werden! Bild: © BMlRT/AlEX ANdER HAidEN

Bilder Barbara Seiberl-Stark, Stephan Madersbacher, Eszter Takacs, Donau-Detektiv, Thomas Bierbaumer, Alexander Haiden

WASSERreich

Österreich bietet mit seinen vielfältigen ­Wasserlandschaften nicht nur Erholungsorte, sondern auch tolle Foto-Motive.


Digital Danube Day 2020

Begib dich auf Entdeckungsreise! Ganz nach dem Motto »Entdecke die Donau« lädt der Danube Day heuer digital dazu ein, sich kreativ mit der Donau zu befassen. Sammle auf deinen Entdeckungsreisen zur Donau Ideen und schick uns deine Fotos, gemalte Bilder, Tänze, Collagen oder Videos! DetektivInnen schützen die Donau Die Donau ist ein vielseitiger Lebensraum, der von Mensch und Tier gemeinsam genutzt wird. Im Wissensspiel Play ­Danube können die teilnehmenden Kinder im Quiz ihr ­Wissen zur Donau testen. Donau-DetektivIn wird, wer zumindest 80% der Fragen richtig beantworten kann. Alle EinsenderInnen und frisch gebackenen Donau-DetektivInnen können bei der ­Gewinnspielziehung teilnehmen. Der Höhe­punkt des Donau-­Monats ist der Digital

Die Donau-­Kommunikatorin Hélène Masliah-Gilkarov koordiniert in der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe die Öffentlichkeitsarbeit im Donauraum. Warum ist es so wichtig, die Öffentlichkeit einzubeziehen? Durch die Einbeziehung der Öffentlichkeit stärken wir das Vertrauen der Menschen und Stakeholder, gleichzeitig erkennen wir rasch neue und innovative Ansätze für die Themen im Donaueinzugsgebiet. Dass es in der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) eine eigene Person gibt, die sich speziell den Fragen der Öffentlichkeitsbeteiligung widmet, ist weltweit einzigartig bei Flussgebietsorganisationen.

Daniel, der Donau-Detektiv ruft alle ­Kinder auf zum Mitmachen – werdet zu Donau-­ DetektivInnen und hilf mit die ­ onau zu schützen! D

­ anube Day mit Robert ­Steiner am 29.6.2020 ab 18:00 Uhr D ­unter ­www.­danubeday.at – da werden einige der eingesendeten Beiträge vorgestellt und die SiegerInnen aus der Gewinnspiel­ziehung gekürt.

Digital Danube Day Wo? Zu Hause unter www.danubeday.at Wann? Teilnahme von 1.-22.6. mit dem großen Finale am 29.6.2020 Einsendungen bis 22.6. an ­danubeday@ mediacontacta.at

Wie werden die Menschen in die Themen einbezogen und wo liegen dabei die Herausforderungen? Der Danube Day ist jedes Jahr ein Highlight und unser wichtigstes Tor zur Öffentlichkeit. Dabei werden jedes Jahr 14 Länder im Donaueinzugsgebiet mobilisiert um gemeinsam mit zehntausenden Menschen in ganz Europa das Einzugsgebiet der Donau zu feiern. Wir sind stolz, dass der Danube Day inzwischen ein Begriff geworden ist. Eine große Herausforderung ist sicherlich, die unterschiedlichen Möglichkeiten und Interessen der teilnehmenden Staaten zu koordinieren sowie die Veranstaltung in viele Sprachen zu übersetzen. Glücklicherweise haben wir großartige Unterstützung durch viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mitgliedsstaaten. Heuer findet der österreichische Danube Day digital statt. Wie wichtig sind digitale Kanäle in Ihrer Arbeit? Die Bedeutung digitaler Kanäle kann nicht unterschätzt werden. Die IKSD wurde auf dem Prinzip der Zusammenarbeit und Solidarität gegründet und es ist wichtiger denn je, diesen Geist aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, dass die IKSD die starken, internationalen Bindungen nutzt, um angesichts einer beispiellosen internationalen Gesundheitsrisikosituation vereint zu bleiben. Digitale Kanäle haben unsere grenzüberschreitende Rolle als »Hüter der Donau« erheblich erleichtert.

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Der Danube Day kommt heuer nach ­Hause! Im Juni können Kinder ganz einfach online die Donau ­entdecken und sogar zu Donau-DetektivInnen werden.


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Gegen Foodwaste ankochen Egal ob Ernte aus dem eigenen Garten oder Reste aus dem Kühlschrank: Einkochen hilft dabei, weniger wegwerfen zu müssen.

Bild Istock.com/Alexandra Romanova

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en größtmöglichen Nutzen und das volle Potenzial von Lebensmitteln auszuschöpfen ist der Antrieb für viele, mit dem Einkochen zu beginnen. Nichts soll im Müll landen, von der Knolle bis zum Blatt wird verwertet, was die Saison gerade hergibt. Was muss ich wissen, wie muss ich mich ausstatten, um sofort loslegen zu können? Im Grunde ist es ganz einfach. Der Apfel in der Obstschüssel ist nun seit einer Woche nicht gegessen worden. Langsam wurde seine Schale schrumplig, schön anzusehen ist er nicht mehr. Als knackiger Snack zwischendurch ist er nicht mehr sexy, aber in Würfel geschnitten, weich gedünstet mit ein wenig Wasser und einem Löffel Honig ist der Apfel schnell karamellisiert und das perfekte Topping für einen Frühstücksbrei oder Milchreis. Um mit der Resteverwertung zu Hause starten zu können, braucht es keine Profiausrüstung. Das alte Joghurt- oder Marmeladeglas, ein Trichter und Kochtopf reichen oft vollkommen aus, um aus Obst- und Gemüseresten feines Restemus oder schnelles Ratatouille zu kochen.

Aufbewahrt in Gläsern lassen sich solche schnellen Gerichte für ein paar Tage im Kühlschrank perfekt lagern. Wer sie einfriert, sollte eher dickwandige als dünnwandige Gläser verwenden und sie erst verschließen, wenn der Inhalt gefroren ist und sich nicht mehr weiter ausdehnt. Und sie können in denselben Gebinden als Meal-Prep-Gericht to go ganz einfach, schnell und #zerowaste mitgenommen werden. Wer auf den Geschmack kommt und sich aus den saisonalen Köstlichkeiten einen Vorrat anlegen möchte, besorgt sich eine Grundausstattung, die aus mehreren Gläsern und Flaschen besteht. Es eignen sich Twist-offGläser, Gläser mit Bügelverschluss, aber auch das beliebte Rexglas bzw. Weckglas. Wenn Obst und Gemüse dauerhaft haltbar gemacht werden, hat Hygiene oberste Priorität. Flaschen und Gläser müssen vor der Nutzung steril gemacht werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sie heiß mit Spülmittel gewaschen und anschließend noch für fünf Minuten in einen Topf mit heißem Wasser getaucht werden. Oder man legt die Flaschen und Gläser mit

Text Michaela Titz

Gläser von Ball Mason lassen sich auch tiefkühlen, ohne Risse oder Sprünge zu bekommen.

Dichtungsringe aus Naturkautschuk gibt es beispielsweise bei fair2.me oder purenature.at.


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 Obst u nd G emü se e in ko ch en

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ist Foodbloggerin, freie Autorin und Foodfotografin. Aus der Liebe zur guten Küche, deren Wurzeln in ihrer Kindheit liegen, entwickelte sich eine persönliche Leidenschaft für saisonale Rezepte, besonders solche, die dem No-FoodwastePrinzip folgen. Sie ist Zerowaste-AustriaBotschafterin, ihr Blog wurde 2019 mit dem Austrian Foodblog Award als bester österreichischer Foodblog prämiert.

Die Basics: Pesto & Tomatensauce Pesto Pesto ist ein absoluter Allrounder und schmeckt klassisch mit Basilikum, kann aber auch mit allerlei anderem Grün zubereitet werden. Egal ob mit Radieschenblättern, Karotten- oder Selleriegrün.

Zutaten • 100 g Basilikum oder Wurzelgrün • 30 g Parmesan oder Käsereste • 80 ml Olivenöl oder anderes (gut haltbares) Öl • Saft von 1/2 Zitrone • 50 g Nüsse oder Haferflocken Alle Zutaten in einem Blender oder mit einem Pürierstab zerkleinern. Abgefüllt in sterile Gläser und mit 1 EL Öl als oberste Schicht bedeckt hält Pesto dunkel und kühl gelagert für viele Monate. Mehr Informationen zur Haltbarkeit von Ölen

Biorama.eu/oele-richtig-lagern

Bilder  istock.com/Energyy, Miriam Mehlman, Istock.com/Studio_Dagdagaz

Michaela Titz

allen Utensilien wie Trichter und Schöpfkelle auf ein Backblech und sterilisiert sie für 20 Minuten im Backofen bei 80–100 °C. Gummidichtungen und Deckel sollten regelmäßig getauscht werden, um Schimmelbildung vorzubeugen. Sind die Gläser und Flaschen nicht in Gebrauch, können sie in Regalen oder Kisten gelagert werden. Sie sollten gut ausgewaschen und vor allem trocken sein. Deckel und Gläser am besten separat aufbewahren, so kann eventuelle Restfeuchtigkeit nicht im Gas zurückbleiben. Die eingekochten Lebensmittel solltest du möglichst kühl und dunkel lagern.


BIO ENTE AUS ÖSTERREICH VON DEN  EIERMACHERN Tomatensauce Die klassische Paradeissauce ist die perfekte Basiszutat für viele Gerichte und sollte in keiner Vorratskammer fehlen – von der klassischen Pasta bis hin zu Lasagne, Pizza und Ratatouille kann damit alles gekocht werden. Zutaten: • 1 kg Tomaten • 1 EL Olivenöl • 2 Knoblauchzehen • 1 rote Zwiebel • 2 EL Tomatenmark

• 1 TL Paprikapulver • 1 Handvoll Basilikumblätter • Salz und Kräuter zum Abschmecken

Zwiebel fein schneiden und in 1 EL Olivenöl anschwitzen, Paprikapulver, Knoblauch und Tomatenmark zugeben und leicht anrösten. Tomaten waschen und vierteln und in den Topf geben. Die Tomaten lassen viel Wasser, daher ist eine weitere Zugabe von Wasser eigentlich nicht notwendig. Auf mittlerer Stufe weich kochen und immer wieder mal umrühren. Zum Schluss das Basilikum grob hacken und zugeben und die Tomaten mit einem Pürierstab fein mixen. Wer keine Kerne in seiner Sauce haben möchte, muss die Sauce anschließend durch ein feines Sieb passieren. Ich mache das nicht, weil ich die Kerne nicht als störend empfinde. Zum Schluss die Sauce mit Salz und Kräutern nach Geschmack würzen und abfüllen. Um die Sauce über mehrere Monate haltbar zu machen, muss sie noch eingekocht werden. Die Gläser werden in eine Aluwanne oder auf ein tiefes Backblech gestellt und dieses mit Wasser gefüllt. Die Gläser sollten 1–2 cm im Wasser stehen, dürfen einander aber keinesfalls berühren. So kommen die Gläser in den Backofen, dieser wird nun auf 140 °C Umluft erhitzt. Nach und nach kann man gut sehen, wie die kleinen Luftbläschen aus den Gläsern nach oben steigen – das Einkochen hat begonnen. Sobald es in den Gläsern zu blubbern begonnen hat, kocht der Inhalt. Den Ofen nun ausschalten und die Gläser noch weitere 30 Minuten im Ofen belassen. Danach die Tür einen Spalt breit öffnen, damit die heiße Luft schneller entweichen kann. Sind die Gläser nur noch lauwarm, aus dem Backofen entnehmen und gut trocknen. Wenn sie kalt sind, werden sie noch beschriftet und können anschließend in der Vorratskammer aufbewahrt werden.

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Bio-Weidejungrindbau er Stefan Eisenberger (St mk.)

JA, ZU HÖCHSTEM T I E R W O H L S TA N D A R D In schwierigen Zeiten bekommt Vertrauen noch mehr Bedeutung. Es wird besonders wertvoll, wenn man weiß, dass man sich auf Menschen und Versprechen verlassen kann. Ja! Natürlich hat mit unseren heimischen Bauern eine langjährige Partnerschaft, in der dieses Vertrauen aufgebaut worden ist und Versprechen seit jeher gehalten werden. Da geht es um Transparenz, um nachhaltiges Wirtschaften auf gesunden Böden oder den Erhalt der Artenvielfalt. Und es geht um Tierhaltung, bei der alle Tiere ihre natürliche Lebensweise ausleben können. Diese regionale Bio-Qualität hat bei uns viele vertraute Gesichter. Zum Beispiel das von Stefan Eisenbeger. Seine Tiere genießen 365 Tage im Jahr ihren Freilauf im Herdenverband und mit Mutterkuhhaltung.

Gefüttert werden sie mit 100 % Bio-Futter aus Österreich. Auch Stefan weiß, dass wir von unseren Partnern allerhöchste Tierwohlstandards verlangen. Wir wissen, dass ihm das Tierwohl genauso wichtig ist wie uns. So entstehen Vertrauen und genau die Qualität, die Ja! Natürlich Bio-Produkte auszeichnen. Jetzt ist die Zeit, das zu genießen, worauf wir uns alle verlassen können.

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B io r a m a 67  

 K ü c h e nm esser

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Feine Klingen Spielzeug für Küchen-Samurai.

Bild Istock.com/ArtistGNDphotography

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er Geruch im Raum ist eine rustikale Mischung aus Kohlenstaub, Schweiß und heißem Eisen. In der Mitte brennt ein Ofen, aus dem die Schmiede hin und wieder glühenden Stahl holen. Dann werden die Hämmer geschwungen. Große, archaische Hämmer, um den Stahl zu falten, und kleine, fast filigrane Werkzeuge, um die Feinheiten in die Klingen zu hämmern. Die Werkstatt befindet sich in einem Hinterhof von Tsukiji, dem alten Fischmarkt in Tokio. Eine Handvoll Messerschmieden hat sich hier niedergelassen und die Meister sind bekannt im ganzen Land. Das bedeutet was, ist Japan doch das Land der scharfen Klingen. Während sich im Mittelalter europäische Ritter mit ihren klobigen Schwertern eher erschlugen, als sich gegenseitig Schnittwunden zuzufügen, glitten die Schwerter der Samurai wie Butter durch die Rüstungen der Gegner. Daraus hat sich eine Tradition entwickelt, die Nippon geradeweg an die Spitze der internationalen Kochmesserliga gebracht hat. Jeder Koch und jede Köchin, der und die auf sich hält, arbeitet mit Messern, die durch japanisches Handwerk zumindest inspiriert sind. Das betrifft die Formen der Klinge wie santoku (als beliebtes Universalmesser) oder das rechteckige usuba (für Gemüse) ebenso wie den fein maserierten Stahl, dessen feine Bogenzeichnungen auf seine Faltungen während des Schmiedens hinweisen.

Der Vorteil dieser Messer – es gibt sie übrigens durchaus auch von heimischen HerstellerInnen – liegt auf der Hand. Oder besser in der Hand, denn wer einmal ein hocho zum Filetieren von Fisch in der Hand hatte, greift zu anderen Messern nur noch im Notfall. Und dann natürlich die Schärfe ihrer Klingen: Rasiermessergleich gleiten sie durch das Schneidgut. Sei es Fisch, Fleisch oder Gemüse. Der Nachteil (geht – je nach Sichtweise – aber auch als Vorteil durch): Die guten Stücke wollen gepflegt sein. Nicht nur hin und wieder. Nach jeder Verwendung. Feucht abwischen, trocken polieren, mit Nussöl einölen, in Papier einschlagen. Keine Frage, Messer aus Sakai, Takefu oder Seki, den Zentren des japanischen Schmiedehandwerks, haben eine steile Karriere hinter sich. Der Erfolg bei KöchInnen ist dabei auf eine Reihe von Eigenschaften zurückzuführen. Aufgrund der jahrhundertelangen Erfahrung mit der Herstellung rasiermesserscharfer Klingen sind japanische Messer Präzisionswerkzeuge. Mit den Messern haben sich auch spezielle Schnitttechniken entwickelt. Für feine Schnitte, wie sie etwa bei Sashimi oder beim Lösen der Haut vom Kugelfisch notwendig sind, verwenden die MeisterInnen das schmale yanagiba. Auf den Punkt gebracht lässt sich die japanische Messerkultur mit folgenden Begriffen charakterisieren: Eleganz, Vielfalt und Präzision. Der

Text Jürgen Schmücking

Die meisten MesserherstellerInnen haben Onlineshops. Eine große Auswahl guter Marken europäischer und japanischer HerstellerInnen hat knivesandtools.at.


Der Naturkautschuk, der für FAIR SQUARED Kondome verwendet wird, entstammt dem fairen Handel. FAIR SQUARED Kondome sind zudem von der Vegan Society zertifiziert, denn es wird bei der Produktion kein Casein verwendet. FAIR SQUARED Kondome gibt es in unterschiedlichen Größen und sie werden klimaneutral hergestellt.

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 K ü c h e nm esser

59 große Nachteil japanischer Messer: Sie sind nicht annähernd so stabil wie ihre europäischen Konkurrenten.

Kampf der Kulturen Was im Fernen Osten die Städte Sakai oder Seki sind, sind im Westen Sheffield, Thiers und Solingen. In diesen Städten geht die Messerproduktion auf die Zeit des Hochmittelalters zurück, und die ersten Klingen aus Solingen waren, wie alte Dokumente zeigen, »Cölnische Schwerter«. Heute werden dort Messer geschmiedet, die zum Fundament der westlichen Küche gehören. VolksschülerInnen bekommen am ersten Schultag eine Schultüte mit Süßigkeiten, GastronomieschülerInnen und Kochlehrlinge einen Messerkoffer als Grundausstattung. Gefüllt mit einem ChefköchInnenmesser, einem Tranchiermesser, einem Ausbein-, einem Gemüse- und einem Officemesser. Oft auch noch mit einem Tourniermesser, weil das Putzen und Schälen von Gemüse quasi das Mantra der ersten Ausbildungsmonate ist. Europäische Messer gelten als robust und stabil und sind in der Regel aus rostfreiem Stahl geschmiedet. Was bedeutet, dass sie weit nicht so pflegeintensiv sind wie ihre japanischen Pendants.

Bild jürgen schmücking

Der Messerkauf – oder die Qual der Wahl beim Stahl Worauf beim Messerkauf zu achten ist, hängt natürlich in erster Linie vom Einsatz ab. Gehen wir einfach von ambitioniertem Amateurkochen aus. »Gekocht« werden also nicht nur Eierspeis und Palatschinken. Es werden FreundInnen zum Essen eingeladen, und hin und wieder gibt es auch Braten. In diesem Fall ist man mit zwei oder drei Messern schon recht gut aufgestellt. Klaus Velten, Sternekoch aus Bonn, meint sogar: »Lieber zwei gute, hochwertige Messer als einen Messerblock voll Schrott.« Zur Grundausstattung gehören das ChefköchInnenmesser und ein Officemesser. Eventuell noch ein Brotmesser. Das hat allerdings eine eigene Stellung, weil damit eigentlich nicht gekocht wird. Man kann damit auch Dinge wie eine wenig reife Ananas aufsäbeln, aber im Kern ist es kein Kochmesser. Anstelle des ChefköchInnenmessers ist es natürlich möglich, auf seinen japanischen Bruder

In einer kleinen Schmiede am Fischmarkt in Tokio ent­stehen Unikate, die KöchInnen ein Leben lang begleiten.

zu setzen: das santoku. Viel wichtiger als die Auswahl der Messer ist die Wahl des Stahls. Wer viel (also täglich) kocht, wird mit nicht-rostfreien Stählen keine Freude haben, weil die Pflege der Klingen vermutlich genauso viel Zeit in Anspruch nimmt wie das Kochen selbst (samt Einkaufen). Rostfreier Stahl (die wichtigsten heißen 420, 440C oder Cronidur Das Messer zum Speck kommt aus der Werkstatt von 30) ist da deutlich pflegeWolfgang Winkler-Hermaden aus der Südsteiermark. leichter und hat die Nase vorn. Wer auf Beständigkeit Wert legt, kommt an pulvermetallurgischen Stählen nicht vorbei. Damasteel, SG-2 oder zdp-189 halten ihre Schärfe endlos lange. Müssen sie auch, denn in der Schärfbarkeit liegt ihre Stärke nicht. Solide Markenware kann man natürlich direkt bei den HerstellerInnen kaufen. Wer direkt beim Schmied kaufen will, besucht etwa die Werkstätten von Wolfgang Winkler-Hermaden in der Steiermark messerschmiede-winkler-hermaden.at oder von Michael Blank in Wien michaelblank.at. Bei Letzterem kann man nicht nur handgefertigte Messer (aller Art) kaufen, man kann in einem Workshop auch den Hammer schwingen und auf glühenden Stahl dreschen. Und am Ende das eigene Messer mit nach Hause nehmen. 


Liebe und Hoffnung Ein Biowinzer und ein Punk der Kunstszene finden zusammen und setzen ein Statement für Lebensfreude.

»Es sind häufig die zufälligen Begegnungen, die unser Leben

gedacht ist: Lebensfreude pur. Feinste Kirscharomen

nachhaltig prägen. Sei es im privaten oder im geschäftlichen

und eine kühle, animierende Frische zeichnen ihn aus.

Umfeld. Ein solcher Zufall führte dazu, dass wir den ›Love

Pinot Noir und Blaufränkisch bringen Saft und Struktur

& Hope‹-Rosé zusammen mit Banksy präsentieren können«,

in den Wein. Jeder Weinberg stellt einen eigenen Mikrokos-

sagt Dirk Würtz, geschäftsführender Gesellschafter des

mos dar, der von unzähligen Faktoren beeinflusst wird. Alle

VDP.Weinguts St. Antony. »Der Wein soll als positives

Trauben stammen vom Roten Hang im Weinanbaugebiet

Statement

verstanden

Rheinhessen. Das familiengeführte Weingut St. Antony steht

werden, denn was könnte jetzt wichtiger sein als Liebe

für Mut, Nachhaltigkeit und Ökologie. Neben dem Mut, neue

in

der

aktuellen

Situation

Wege zu gehen, bestimmt der

und Hoffnung!« Mit seinem »Girl with Balloon«

faire Umgang mit Mensch und

hat Banksy ein weltbekanntes

Natur das alltägliche Handeln

Kunstwerk geschaffen: Das klei-

im Weingut.

ne Mädchen, das im Wind steht

Der »Love & Hope«-Rosé ist

und nach einem davonfliegen-

ab sofort direkt für 9,90 ¤ über

den roten herzförmigen Ballon

den Onlineshop des Weinguts

greift, ziert nun das Etikett des

erhältlich. st-antony.de/shop

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Weinprojekts von Banksy, den 2019er »Love & Hope«-Rosé

Gewinnspiel:

von St. Antony. Ein saftiger, er-

BioRAMA verlost unter allen, die uns ein E-Mail an loveandhope@biorama.eu schicken, 5 Kartons mit je 6 Flaschen »Love & Hope«.

frischender und animierender Wein, der nicht nur mit seinem Namen durchaus als ein Statement in der aktuellen Krise

Ein guter Wein entsteht nicht im Keller, sondern bereits im Weinberg. Hier am Roten Hang wachsen die Trauben für den »Love & Hope«-Rosé.


Bio r a m a 67  

  W e i nk au f e n

Die Menge macht’s Derzeitige Umsatzausfälle für WinzerInnen könnten Fläche von den kleinen Betrieben zu den großen, konventionellen verschieben.

E

ine über mehrere Monate geschlossene Gastronomie betrifft auch deren LieferantInnen, darunter auch die Biowinzer­ Innen. Dabei sind die Weingüter strukturell sehr unterschiedlich aufgestellt und von der Größe und (Vertriebs-)Struktur hängt auch ab, wie sie von diesem Ausfall betroffen sind und wie sie darauf reagiert haben.

Bild Istock.co m/ca lvindexter

Österreich trinkt auSSer Haus Rund 56 Prozent (135 Millionen Liter) des 2018 in Österreich getrunkenen Weins wurden in Gaststätten und auf Events konsumiert, 39 Prozent (95 Millionen Liter) werden »zu Hause, bei Freunden oder am Arbeitsplatz« getrunken, wie die Statistik des Österreichischen Weinmarketings ausweist. In den Nachbarländern sieht das teilweise sehr anders aus: In Südtirol werden rund 42 Prozent in der Gastronomie getrunken, in Deutschland laut Schätzungen nur rund 17 Prozent. Hier ist der Lebensmittel(einzel)handel die Hauptabsatzquelle. Kleinere Weingüter mit wenigen Hektar Fläche und einem eigenständigen Image sind von der Situation der vergangenen Monate teilweise weniger betroffen als große – und zwar unabhängig davon, wie ihr Vertrieb aufgestellt ist. Sie verkaufen ihren Wein im Idealfall in langjähriger Zusammenarbeit an wenige FachhändlerInnen, die den Wein – auch international – in die Gastronomie und den entsprechenden Weinhandel bringen. Sie haben selbst wenig lagernd und dass KundInnen direkt bei ihnen kaufen können, ist eher Fanservice als Geschäft. Andere kleine Betriebe haben über Jahre eine eigene Community um ihre Produkte aufgebaut und verkaufen fast alles dieser StammkundInnenschaft.

Wer übernimmt frei werdende Weingärten? Ganz anders ist die Situation für größere

WinzerInnen – wohlgemerkt jene, die trotzdem eher auf Qualität denn auf Menge setzen. Hier ist der Anteil des Weins, der international in die Gastronomie geht, deutlich höher und dementsprechend auch der Ausfall. Die beiden Biowinzer Franz Weninger und Armin Tement sprechen beide von rund 80 Prozent Umsatzausfall während der vergangenen zwei bis drei Monate, im wichtigen Frühling, in dem die neuen Weine sonst präsentiert und verkauft werden. Das wird schwer aufzuholen sein, auch wenn ihr Wein, im Gegensatz zu den Produkten anderer Landwirtschaftsbranchen, wenigstens nicht abläuft. Franz Weninger sieht hier durchaus auch ein Versäumnis der WinzerInnen, den direkten Kontakt nicht gepflegt zu haben – auf der anderen Seite ist der Direktvertrieb auch unverhältnismäßig kleinteilig und aufwendig. So ungewiss die nahe Zukunft für die beiden Winzer auch ist, so rechnen doch beide mit einem Preiskampf am unteren Ende der Skala und der Aufgabe mancher Weingüter. BiowinzerInnen mit hohem Arbeitsaufwand im Weinberg tendieren derzeit eher dazu, ihre Flächen zu verkleinern. Gut möglich, dass diese also eher von den großen, konventionell arbeitenden Weingütern überQuelle: Österreich nommen werden. Wein Marketing 2018.

Text Martin Mühl

Wo Öster­reicherInnen 242 Mio. Liter Wein konsumieren:

5%  ca. 12 Mio. L

kauften TouristInnen und GastarbeiterInnen ein

39%  ca. 95 Mio. L

trinken Österreicher­ Innen zu Hause, bei FreundInnen und am Arbeitsplatz

56%  ca. 135 Mio. L

werden in österreichischen Gastgärten oder auf Events konsumiert

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W e i ne mpf e h l u n g

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62 Text und bild Jürgen Schmücking

Summer Wines Kühle Erfrischungen für heiße Sommertage und Abende am Grill.

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igentlich ist es ja paradox. Mit »Sommerwein« assoziieren wir spritzige, meist leichte Weine mit hohem Spaßfaktor und Durstlöschpotenzial. Andererseits entstehen dort, wo es richtig heiß ist, also in der Toskana oder in Sizilien, in Südafrika oder in Chile, eher konzentrierte, kraftvolle Weine mit einer gewissen Schwere. Die Sonne küsst die Trauben dort nicht, sie grillt sie. Das führt zu höheren Zuckergehalten und damit auch zu mehr Volumsprozent Alkohol. So gesehen gehen als Sommerwein beide durch. Wir haben uns hier für die erste Sichtweise entschieden.

1

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3 2

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2019 Grüner Veltliner Lois, Weingut Loimer (Kamptal)

Fred Loimer ist ein umtriebiger und innovativer Winzer aus Langenlois. Ein Hansvolldampf in allen Kellergassen und ein Meister der feinen Klinge. Wir haben uns trotzdem für seinen Veltliner entschieden. Weil er ein Paradebeispiel seiner Art ist. Weil er nach (getrockneten) Ananas, weißem Pfeffer, Äpfeln und Meyer-Zitronen riecht und damit ein Sommerwein erster Wahl ist. Und weil der Trinkspaßfaktor ein verblüffend hoher ist. Auch nach der zweiten Flasche. Oder der dritten.  loimer.at, ¤ 9,90

2

Uhudler – Das Original, Karl Trummer (Österreich)

Weil das mit dem Uhudler so eine rechtliche Sache ist, geht es nicht genauer als »Österreich«. Eigentlich ist er eine regionale Spezialität der südlichen BurgenländerInnen. Da der Amtsschimmel aber stets seine Attacken gegen den Wein reitet, darf keine genauere Herkunftsbezeichnung auf der Flasche stehen. Wo kämen wir denn hin? Im Glas (oder den Gläsern) ist der wild erdbeerduftige Wein ein willkommener Durstlöscher an heißen Tagen. Auch wegen seiner markanten Säure. interspar.at, ¤ 6,99

3

2019 Rosa Marie, Martin & Anna Arndorfer (Kamptal)

Rosé hat immer was Leichtfüßiges. Feingliedriges. Meistens Elegantes. Außer in Südfrankreich. Da sind es alkoholgetragene Kraftlackel. Allerdings mit subtilem Geist und Tiefgang. Der zyklamfarbene Rosa Marie von Martin und Anna Arndorfer ist da ein Grenzgänger zwischen den Welten. Auf der einen Seite rotbeerige Fruchtnuancen (Kirsche, Himbeere, Ribisel), kräutrige Frische und noble Eleganz. Auf der anderen Struktur und Körper. Ein genialer Spätsommerwein, wenn die Abende schon kühler und die Gespräche länger werden.  schreiblehner.com, ¤ 11,78

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2019 Novi Secco, Timo Dienhart, Weingut zur Römerkelter (Mosel)

Timo Dienhart ist Moselaner und Biowinzer der ersten Stunde. Seit 25 Jahren ist das Weingut (10. Generation!) von ecovin zertifiziert. Großartige Rieslinge, perfekte Sekte. Aber auch der Rest kann sich sehen lassen. Zum Beispiel der Novi Secco, ein herrlich erfrischender Perlwein, rieslingduftig, hell, elegant, spritzig. Dazu noch federleicht im Alkohol. Da gibt es nichts, das das Vergnügen trübt. Fehlen eigentlich nur noch die Terrasse und die FreundInnen, die man jetzt lange nicht (oder vielleicht doch) sehen durfte.  dienhart-weine.de, ¤ 6,80

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2019 Sauvignon Blanc, Weingut Oberhofer (Pfalz)

Eigentlich sind ja die Burgundersorten das bevorzugte Terrain des jungen Pfälzers. Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder (allesamt große Klasse). Als Sommerwein empfehlen wir aber den Sauvignon Blanc des Ökoweinguts. Es ist ein Sauvignon wie aus dem Bilderbuch. Unheimlich intensiv und ausdrucksstark in der Nase, am Gaumen trinkanimierend und entspannt gleichermaßen. Florale Noten nach gelben Blüten und frischen Ananas. Natürlich auch zauberhaft vegetabile Noten nach frisch geschnittenem Gras. Am Gaumen kraftvoll und mit reifer Säure. weingutoberhofer.de, ¤ 7,50

6

2018 Cuvée Rot, David Klenert (Badische WeinstraSSe)

Dornfelder (!), Lemberger (für die ÖsterreicherInnen: Blaufränkisch) und Spätburgunder (also Pinot Noir). Es fällt nicht jedem ein, das zu mischen. Sorry, zu cuvetieren. Aber es lohnt sich: Der Wein besticht durch ein intensives Aroma nach roten, dunklen Beeren (vom Lemberger) und seine eleganten, weichen Tannine (vom Spätburgunder). Und irgendwas steuert der Dornfelder sicher auch bei. Jedenfalls ist die Cuvée Rot die beste Wahl, wenn die Kohle glüht und ein scharf gewürztes, T-Bone-Steak-großes Stück von der Wassermelone am Grill landet.  klenert-wein.de, ¤ 8,80

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  au s d e m ver l ag

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UnD sonst so, im bioramaUniversum ...

3× abo

Mit Stickerbogen! Print

OSKAR, DER PEDALRITTER

BIORAMA im Kurz-Abo BIORAMA zum Kosten: 3 Ausgaben direkt in deinen Briefkasten!

Auch wenn biorama ein Gratismagazin ist, kannst du es abonnieren. Für kurze Zeit gibt’s jetzt ein klassisches Kennenlernabo, mit dem du drei Ausgaben bekommst und unsere unabhängige redaktionelle Arbeit unterstützt. biorama.eu/abo

Dem magischen Moment des ersten Mal Radfahrens widmet sich »Wie Oskar zum Pedalritter wurde«. Das von Biorama für den Fahrradhersteller Woom konzipierte und getextete Minibuch (12 × 12 cm) ist als Auftakt der Pedalritter-Reihe gedacht. Fantasievoll illustriert wurde es vom japanischen Studio Takeuma. Abgesehen vom beigehefteten Stickerbogen ist das Büchlein Cradle-to-cradle-zertifiziert. Erhältlich unter woombikes.com

Print

Immer wieder NÖ!

Die fünfte BIORAMA-Niederösterreich-Regionalausgabe kommt. out soon: Zu Sommerbeginn erscheint die fünfte Regionalausgabe von biorama Niederösterreich. Es tut sich einiges in jenem Bundesland, das Wien umgibt, das verdient, erzählt zu werden. Mit Geschichten, die sich bis hinauf an die Nordund die Ostsee erstrecken.

Bilder woo m/Ra lph L emoch-Zizka, Fai r zone, Istock.co m/ Sp icyTruffe l

Start der »Pedalritter«-Kinderbuchreihe für den Fahrradhersteller Woom Bikes.


NE U

TEE-KR ÄU TERFÜHRUNG „Von der Wiese in die Tasse“

Event

Bier Crew braucht Bier Crowd Unsere lieben KollegInnen vom Eventformat Craft Bier Fest haben ein Crowdinvestment gestartet und launchen den Bier Club Supersud – um sich und allen LiebhaberInnen handwerklich gebrauten Bieres die lange Durststrecke bis zum nächsten Craft Bier Fest zu verkürzen, das am 27. & 28. November 2020 in Wien stattfinden soll. Alle Informationen auf craftbierfest.at

SONNENTOR

Erlebnis Entdecke unsere Welt der Kräuter und Gewürze! Betriebsführungen Führungen am Bio-Bauernhof Frei-Hof Permakultur-Garten | Land-Lofts Geschäft | Bio-Gasthaus Leibspeis’ Kräuterwanderweg ENDLICH WIEDER GEMEINSAM DIE FREUDE WACHSEN LASSEN

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 E lt e r na l ltag

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Letzte Chance

Text Ursel Nendzig

Ui, das wird knapp. Alle Erziehungsversäumnisse in zwei Wochen nachholen? Soll noch einer sagen, Elternsein sei kein Sport.

Autorin Ursel Nendzig, Mutter zweier Söhne, berichtet live aus der Achterbahn.

illustrat ion Nana Mandl

Z

schwungvolles Schließen zwei Holzehn Jahre Elternalltag. Deren Inhalt meine Eltern­ türen dermaßen geschrottet, dass das schaft und deren Inhalt wiederum das Kind ist. In Schloss herausgebrochen ist. Es ist also, zwei Wochen wird es zehn Jahre alt sein, eine wo wir schon dabei sind, dringend nö­Dekade. Ein bisschen flasht mich dabei der Getig, ihm die Benützung von Schnallen danke, dass ich dieses Jahr vierzig werde und damit nahezubringen. Oder gar überhaupt die ein Viertel meines Lebens als Mutter verbracht habe. ganze Empathie? Zieht man die ersten zwanzig Jahre als eigene KindEr hat – nächster Punkt – noch imheit und Jugend ab, bleiben gerade einmal zehn Jahmer kein Gespür dafür entwickelt, wann re, die ich allein, ganz für mich erwachsen war. man einfach einmal – wie man in Wien so Meine wiederum zehn Jahre ältere und auch schön sagt – gusch sein sollte. Wir sagen ­circa zehnmal weisere Schwester hat mir einmal scherzhaft, er könne später problemlos als gesagt, dass man in den ersten zehn Lebensjahren ­Geräusch arbeiten. Es vergeht keine Sekunein Kind erziehen kann. Danach muss man sich de, in der er nicht pfeift, singt, auf seiner Gidrauf verlassen, dass man alles richtig gemacht tarre zupft, Comicgeräusche nachahmt oder hat. Den richtigen Samen gesät hat, sozusagen. mit den Nägeln auf dem Sofakissen kratzt. Man kann dann hie und da etwas korrigieren, Dann gibt es beim Thema Höflichkeit ein hier eine kleine Grenze errichten, dort ein paar unvollendete Baustellen. Er findet es tatbisschen den Rucksack nach Drogen durchsuchen – aber der Job ist im Grunde gemacht. »Man kann dann hie und da Das bedeutet: Mir bleiben zwei Wochen für unvollendete etwas korrigieren, hier eine Erziehungsprojekte am großen kleine Grenze errichten, dort Sohn. Und selbstverständlich gibt es eine Liste dieser Projekte, ein b ­ isschen den Rucksack nach lauter Dinge, bei denen meiDrogen durchsuchen – aber der ne mahnenden/ermutigenden/ Job ist im Grunde gemacht.« erpresserischen Worte bisher einfach nicht und nicht fruchten wollten. sächlich angemessen, »Moin« zu sagen, ganz egal, ob Fangen wir bei der Rücksichtnahme das ältere Pärchen von gegenüber, eine Bankberatean – oder besser deren Fehlen. Das marin oder seine gesamte Volksschulklasse auf Microsoft nifestiert sich zum Beispiel im Gehen, Teams zur Begrüßung bereitsteht. In diesem Projekt das mehr ein maximal lautes Tramwürde ich auch gerne noch das Modul »Kraftausdrücke« peln ist. Ich verstehe nicht, wie ein zu einem moderaten Abschluss bringen. Ich gebe zu, ich Kind, das keine dreißig Kilo wiegt, bin ein beschissenes Vorbild, aber trotzdem muss er ja ein ganzes Haus und alle darin Wohnicht bei jeder verfickten Gelegenheit fluchen! nenden zur Erschütterung bringen Es macht nichts, wir haben ja noch zwei Wochen. Und kann. Das Gleiche übrigens beim zur Not haben wir ja noch einen kleineren Sohn, zweieinTürenschließen. In den zehn Jahhalb Jahre to go, die Zeit läuft. ren seines Lebens hat er durch


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